Die Gemächer der roten Dame

Beinahe schlicht und dennoch prachtvoll ist der Palast Jorsans. Er wirkt fast wie eine kleine Stadt inmitten der Stadt mit all seinen Anbauten und häuserartigen Türmen.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Gestalt » Freitag 13. Mai 2016, 19:49

„Ihr hättet anklopfen können, aber bitte... berichtet.“
Immerhin ist sie noch bei Verstand, gut. Niklas beobachtete, wie Zanfar sich sortierte und dann auf ihn zukam wie der zugesicherte Tod in Raten. Der Meisterspion hob erst etwas die Brauen und dann beschwichtigend die Hände, während sich der Dunkelelf näherte und angesichts der beschwichtigenden Geste doch stehen blieb. Das Blau von Angst bei Walsing mehrte sich - allerdings weniger, als vielleicht zu vermuten gewesen wäre. Zwing mich nicht, den Teppich... ah, gut. Angespannt atmete er durch und entspannte sich eine Spur, als Zanfar sich lieber damit beschäftigte, Chasin seine Jacke um die Schultern zu legen. Keine Lust, dich auch noch lächerlich zu machen... und mir noch'n Todfeind zu verpassen.
Er hatte ihrer beider Aufmerksamkeit.


"Pelgar ist gefallen."


Der Satz kam gegrollt, geknurrt, die Wut wallte wieder auf und rang mit emotionalem Schmerz um die Oberhoheit in des Spions Aura. Immer mal wieder wollte nüchterneres Grau die Heftigkeit der Emotionen dämpfen, aber Niklas hatte da gerade einfach keine Lust drauf und ließ nicht den allergeringsten Zweifel daran, was er von dieser Nachricht hielt.
Und von Dunkelelfen.
Von denen einer gerade im Raum stand und ihn unmaskiert anblickte.
"Und Andunie könnte bald folgen. Wenn es das nicht schon tat." Sein Blick verdunkelte sich und mehr Worte kamen über seine Lippen:
"Belagert wurde die Stadt ja schon länger, aber es gab widersprüchliche und teils hanebüchen klingende Meldungen, was in dieser Zeit passiert sei. Mitglieder des hohen Rates wurden ermordet. Ein Knochendrache - also, ein UNTOTER Drache soll die Stadt angegriffen haben und von Pegasi, geflügelten Pferden, am Himmel attackiert und besiegt worden sein.
Jetzt soll zuletzt ein groteskes drachengroßes, schlangenartiges Wesen am Haupttor aufgetaucht sein und es zerstört haben. Die Dunklen ließen sich nicht zwei mal bitten. Es gab ein entsetzliches Massaker."
Er entließ die Luft in einem längerem Atemzug und das erste Mal war für aufmerksame Beobachter ein leicht erschöpftes Zittern zu sehen.
"Alles, was sich wehren konnte, wurde abgeschlachtet. Es heißt, einige Anhänger der Kirche Lysanthors konnten ein verborgenes Lager aufbauen, aber das sind wirre Gerüchte und womöglich überholt. Pelgar ist eingenommen und dass dabei werdenden Müttern die ungeborenen Kinder aus dem Leib geschnitten wurden, ist noch der harmlose Auftakt der Gräueltaten, die dabei verübt wurden."
Das Rot gewann die Oberhand und für wenige Momente war er es, der Zanfar mit einem vernichtenden Blick bedachte. DU kannst froh sein, wenn sie dich nicht als Rache unterschiedslos am nächsten Baum aufknüpfen!

Walsing atmete tief durch. Ob die Diplomatin gerade barbusig vor ihm stand oder nicht, schien ihn überhaupt nicht zu interessieren. "Die Inquisition... erhielt Befehl, Pelgar zurückzuerobern. Gesiegelt vom Großmeister." Er rieb sich die Stirn und brummte: "Am besten also gestern. Es... könnte sein, dass wir Euch schon morgen noch einmal brauchen werden", sprach er an Chasin gewandt und richtete sich dann an Zanfar, als wären das Aussagen, deren zugrundeliegende Ideen er selber noch im Kopf wälzte, "und Euch eventuell auch."
Wenn wir diese Wahnsinnigen davon abhalten müssen, alleine loszumarschieren.
"Sofern sie ernsthaft keine Rücksicht darauf nehmen wollen, ob sie dafür alleine losziehen oder nicht." Genau, serviert ihnen uns alle häppchenweise... IDIOTEN!
Sein Unterkiefer schob sich grüblerisch hin und her.
"Achso, ja...", setzte er plötzlich nochmal an, als hätte er etwas beiläufiges vergessen: "Es heißt schon jetzt, Kraen Amraèn werde bald nach Pelgar kommen, um sie zu seiner neuen Hauptstadt zu machen. Es gibt dann bestimmt auch eine schöne Hatz." Er hob die Arme.
"Ich dachte mir, das solltet Ihr besser wissen. Ich muss auch gleich wieder los."
Ein Hauch des bekannten schrägen Humors des Meisterspions schien zurück zu kehren, aber es war ein überaus verbittert wirkender Teil.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Montag 16. Mai 2016, 16:15

"Pelgar ist gefallen."
Der Satz kam gegrollt, geknurrt, die Wut im Gesicht des Spions war leidlich verborgen. Im Hals des Nichtgenannten bildete sich ein Kloß, als Walsings Blick seinen kreuzte.
"Und Anduine könnte bald folgen. Wenn es das nicht schon tat."
Sein Blick verdunkelte sich und mehr Worte kamen über seine Lippen:
"Belagert wurde die Stadt ja schon länger, aber es gab widersprüchliche und teils hanebüchen klingende Meldungen, was in dieser Zeit passiert sei. Mitglieder des hohen Rates wurden ermordet. Ein Knochendrache - also, ein UNTOTER Drache soll die Stadt angegriffen haben und von Pegasi, geflügelten Pferden, am Himmel attackiert und besiegt worden sein.
Jetzt soll zuletzt ein groteskes drachengroßes, schlangenartiges Wesen am Haupttor aufgetaucht sein und es zerstört haben. Die Dunklen ließen sich nicht zweimal bitten. Es gab ein entsetzliches Massaker."
Er entließ die Luft in einem längeren Atemzug und das erste Mal war für aufmerksame Beobachter ein leicht erschöpftes Zittern zu sehen.
"Alles, was sich wehren konnte, wurde abgeschlachtet. Es heißt, einige Anhänger der Kirche Lysanthors konnten ein verborgenes Lager aufbauen, aber das sind wirre Gerüchte und womöglich überholt. Pelgar ist eingenommen und dass dabei werdenden Müttern die ungeborenen Kinder aus dem Leib geschnitten wurden, ist noch der harmlose Auftakt der Gräueltaten, die dabei verübt wurden."

Niklas Blick fiel wieder auf den Dunkelelfen. Hass und Wut standen darin und die Macht des Blickes drängte ihn dazu, einen Schritt zurück zu weichen. Nur mit mühe und Not schaffte er es sich zu versteifen und den Impuls nicht zu folgen. Seine Körpersprache verriet ihn allerdings. Seine Kiefer waren aufeinander gepresst und ein Muskel zuckte in seiner Wange, er hatte die Hände zu Fäusten geballt. Sein ganzer Oberkörper summte förmliche vor Anspannung.
Zanfar war zum Schreien zumute. Er hatte sich lange genug von der Dunkelelfischen Doktrin getrennt, um Mitgefühl und Schuld zu empfinden. Vor 15 Jahren hätte er dem Menschen ins Gesicht gelacht und ihn verhöhnt, er wäre stolz auf die Taten seines Volkes gewesen und hätte gefeiert, solchen Hass in seinen Gegnern zu entzünden. Aber vor 15 Jahren wäre ihm auch nicht die Galle in der Kehle aufgestiegen, bei dem Gedanken, was er anderen angetan hatte. Sicher, es hatte schlimmere als ihn gegeben, Männer und Frauen, die Folter und Angst so sehr genossen, dass sie sogar das Schlachtfeld um sie herum vergaßen und in Blut badeten. Aber man wurde nichts in Morgheria, wenn man nicht ein gewisses Maß an Grausamkeit und Kaltblütigkeit demonstrierte. So bizarr es für Außenstehende, und jetzt auch für ihn, klang, es gehörte zum guten Ton.
Niklas san Walsings Worte ließen die Erinnerungen an alte Schlachten wieder aufleben. Bilder von schreienden Männern und weinenden Frauen, den blassen Gesichtern der Todgeweihten, stiegen in ihm auf. Es war eine Sache sauber zu töten, aber eine ganz andere, seine Macht an den Besiegten zu demonstrieren.
Und das war Pelgar gewesen, eine Machtdemonstration und der, sicher sehr Erfolgreiche, Versuch, Hass und Angst in den Herzen des Gegners zu schüren. Sie zu unüberlegtem vorschnellen Handeln zu bringen, um den Sieg noch leichter davon tragen zu können.
Fast spürte er das warme Nass frischen Bluts an seinen Händen kleben.
Schuldig. Du bist nicht besser als sie … und es war nicht einmal Krieg, es ging nicht um Eroberung, es ging darum, dich zu beweisen und Anderen zu nehmen, was du begehrtest. Aber macht es einen Unterschied, aus welchen Gründen, man andere Töten und Foltert? Vermutlich nicht.
Nicht die Wut und die Drohung im Blick Walsings, so deutlich und einschüchternd wie sie auch waren, ließen ihn fast zurück weichen, es war die eigene Schuld, die ihm wie ein klumpen Eisen im Magen lag.
Ich könnte es dir nicht verübeln, wenn du wahr machst, was in deinen Augen steht. Ich hätte jeden Schlag davon verdient. Aber das ist nicht die Art wie du arbeitest, nicht wahr? Es nagt an dir, aber du wirst deine Wut in die richtigen Bahnen lenken und dich nicht vom Feind in die Irre leiten lassen. Und das bedeutet, dass du den Feind, der dir in die Hände gefallen ist, benutzen musst, statt deinen Rachegelüsten, oder denen Anderer, nach zu geben.
Walsing atmete tief durch. Ob die Diplomatin gerade barbusig vor ihm stand oder nicht, schien ihn überhaupt nicht zu interessieren.
"Die Inquisition... erhielt Befehl, Pelgar zurückzuerobern. Gesiegelt vom Großmeister."
Er rieb sich die Stirn und brummte:
"Am besten also gestern. Es... könnte sein, dass wir Euch schon morgen noch einmal brauchen werden", sprach er an Chasin gewandt und richtete sich dann an Zanfar, als wären das Aussagen, deren zugrundeliegende Ideen er selber noch im Kopf wälzte,
"und Euch eventuell auch.
Sofern sie ernsthaft keine Rücksicht darauf nehmen wollen, ob sie dafür alleine losziehen oder nicht."
Dann sind sie also in die Falle getappt … Amraén wird sich freudig die Hände reiben, wenn er von ihrem Vorstoß hört
Niklas Unterkiefer schob sich grüblerisch hin und her.
"Achso, ja...",
setzte er plötzlich nochmal an, als hätte er etwas beiläufiges vergessen:
"Es heißt schon jetzt, Kraen Amraèn werde bald nach Pelgar kommen, um sie zu seiner neuen Hauptstadt zu machen. Es gibt dann bestimmt auch eine schöne Hatz."

So zynisch … aber das hier hat ihn aus dem Gleichgewicht gebracht. Vermutlich macht es ihm die Dinge einfacher, wenn er seine Trauer und Wut mit Humor überspielt. Aber du täuscht nur dich selbst, Walsing.
Der Spion hob die Arme.
"Ich dachte mir, das solltet Ihr besser wissen. Ich muss auch gleich wieder los."

„Das könnt ihr vergessen. Ihr platzt nicht mit einer Hiobsbotschaft in unser Tête-à-Tête und macht Euch danach gleich aus dem Staub! Vor allem nicht, wenn ihr auch noch plant, uns in einem Eurer Pläne zu benutzen!“
Schnitt die Stimme des Dunkelelfen scharf und verärgert durch die Stille, die Walsings letzte Worte hinterlassen hatten.
„Wie alt sind die Informationen, die ihr habt? Wisst ihr, wer den Angriff geführt hat? Inwieweit ändert es die Pläne, die wir geschmiedet hatten?
Wo wart ihr und seid ihr Verletzt? Und warum zum Teufel, Mann, tragt ihr keine Schuhe?!“
Der Nichtgenannte deutete auf die dreckige Kleidung, auf denen ein paar verdächtig nach Blut aussehende Flecken neben Schlamm prangten.
Ein Teil des Dunkelelfen registrierte den großen Fauxpas in seiner Anrede. Es war nicht an ihm, den Spionage Meister Jorsas zu hinterfragen oder von ihm Auskunft zu verlangen. Allerdings war der Mann gerade in etwas sehr intimes herein geplatzt. Seiner Meinung nach beseitigte das jegliche Diplomatie und Höflichkeit, die Ansonsten angebracht gewesen war. Walsing würde hier und jetzt nichts als die nackte Wahrheit (wörtliche und im übertragenen Sinne) von ihm hören (und sehen, was noch immer kleine panische Schauer über seinen Rücken jagte, aber er wollte sich nicht die Blöße vor dem Anderen geben, wie sehr er die Maske brauchte).

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Mittwoch 18. Mai 2016, 09:47

Chasin sog vorerst alle Informationen in sich auf, zur späteren Aufbereitung.
"Pelgar ist gefallen. ...Und Anduine könnte bald folgen. Wenn es das nicht schon tat... Belagert wurde die Stadt ja schon länger, aber es gab widersprüchliche und teils hanebüchen klingende Meldungen, was in dieser Zeit passiert sei. Mitglieder des hohen Rates wurden ermordet. Ein Knochendrache - also, ein UNTOTER Drache soll die Stadt angegriffen haben und von Pegasi, geflügelten Pferden, am Himmel attackiert und besiegt worden sein..."
Pegasi, ein interessanter Hinweis.
"... Jetzt soll zuletzt ein groteskes drachengroßes, schlangenartiges Wesen am Haupttor aufgetaucht sein und es zerstört haben. Die Dunklen ließen sich nicht zweimal bitten. Es gab ein entsetzliches Massaker... Alles, was sich wehren konnte, wurde abgeschlachtet. Es heißt, einige Anhänger der Kirche Lysanthors konnten ein verborgenes Lager aufbauen, aber das sind wirre Gerüchte und womöglich überholt. Pelgar ist eingenommen und dass dabei werdenden Müttern die ungeborenen Kinder aus dem Leib geschnitten wurden, ist noch der harmlose Auftakt der Gräueltaten, die dabei verübt wurden."
Das Rot gewann die Oberhand und für wenige Momente war er es, der Zanfar mit einem vernichtenden Blick bedachte. DU kannst froh sein, wenn sie dich nicht als Rache unterschiedslos am nächsten Baum aufknüpfen!
Chasin hob minimal die Brauen und dachte:
Das würde ich verhindern.
Es war nur eine sachliche Feststellung, keine innere Drohung, nur ein Fakt.
Niklas Blick fiel wieder auf den Dunkelelfen. Hass und Wut standen darin und die Macht des Blickes drängte Zanfar dazu, einen Schritt zurück zu weichen. Nur mit mühe und Not schaffte er es sich zu versteifen und den Impuls nicht zu folgen. Seine Körpersprache verriet ihn allerdings. Seine Kiefer waren aufeinander gepresst und ein Muskel zuckte in seiner Wange, er hatte die Hände zu Fäusten geballt. Sein ganzer Oberkörper summte förmliche vor Anspannung. Seine ganze Aura flakerte in schnell wechselnden Farbtönen. Ihrem Begleiter ging die Nachricht vom Fall Pelgars sehr viel tiefer unter die Haut, als der Tha'Roon. Er fühlte sich...
Schuldig. Du bist nicht besser als sie … und es war nicht einmal Krieg, es ging nicht um Eroberung, es ging darum, dich zu beweisen und Anderen zu nehmen, was du begehrtest. Aber macht es einen Unterschied, aus welchen Gründen, man andere Töten und Foltert? Vermutlich nicht.
Nicht die Wut und die Drohung im Blick Walsings, so deutlich und einschüchternd wie sie auch waren, ließen ihn fast zurück weichen, es war die eigene Schuld, die ihm quälte. Sie hatte ihn nie gefragt, was sein vergangenes Leben ausgemacht hatte und sie würde es auch jetzt nicht tun. Er zerriss sich ohnehin schon selbst die Seele, da musste man nicht noch mit Salz kommen.
Ich könnte es dir nicht verübeln, wenn du wahr machst, was in deinen Augen steht. Ich hätte jeden Schlag davon verdient. Aber das ist nicht die Art wie du arbeitest, nicht wahr? Es nagt an dir, aber du wirst deine Wut in die richtigen Bahnen lenken und dich nicht vom Feind in die Irre leiten lassen. Und das bedeutet, dass du den Feind, der dir in die Hände gefallen ist, benutzen musst, statt deinen Rachegelüsten, oder denen Anderer, nach zu geben.
Walsing atmete tief durch und schien sich wieder etwas zu beruhigen.
"Die Inquisition... erhielt Befehl, Pelgar zurückzuerobern. Gesiegelt vom Großmeister... Am besten also gestern. Es... könnte sein, dass wir Euch schon morgen noch einmal brauchen werden... und Euch eventuell auch. Sofern sie ernsthaft keine Rücksicht darauf nehmen wollen, ob sie dafür alleine losziehen oder nicht."
Dann sind sie also in die Falle getappt … Amraén wird sich freudig die Hände reiben, wenn er von ihrem Vorstoß hört.
"Achso, ja... Es heißt schon jetzt, Kraen Amraèn werde bald nach Pelgar kommen, um sie zu seiner neuen Hauptstadt zu machen. Es gibt dann bestimmt auch eine schöne Hatz."
So zynisch … aber das hier hat ihn aus dem Gleichgewicht gebracht. Vermutlich macht es ihm die Dinge einfacher, wenn er seine Trauer und Wut mit Humor überspielt. Aber du täuscht nur dich selbst, Walsing.
"Ich dachte mir, das solltet Ihr besser wissen. Ich muss auch gleich wieder los."
„Das könnt ihr vergessen. Ihr platzt nicht mit einer Hiobsbotschaft in unser Tête-à-Tête und macht Euch danach gleich aus dem Staub!..."

Was ist ein Tet-a-te?
"... Vor allem nicht, wenn ihr auch noch plant, uns in einem Eurer Pläne zu benutzen!“
, schnitt die Stimme des Dunkelelfen scharf und verärgert durch die Stille, die Walsings letzte Worte hinterlassen hatten.
„Wie alt sind die Informationen, die ihr habt? Wisst ihr, wer den Angriff geführt hat? Inwieweit ändert es die Pläne, die wir geschmiedet hatten? Wo wart ihr und seid ihr verletzt? Und warum zum Teufel, Mann, tragt ihr keine Schuhe?!“
Der Nichtgenannte deutete auf die dreckige Kleidung, auf denen ein paar verdächtig nach Blut aussehende Flecken neben Schlamm prangten. Chasin folgte seinem Blick und konnte seine Aufregung durchaus nachvollziehen. San Wahlsing war in eine sehr private Situation geplazt, hatte sich noch nicht einmal entschuldigt, ließ wahllos Informationen auf sie nieder prasseln, zu dennen er noch nicht einmal eine Reaktion erwartete, was aus der Aussage, das er gleich wieder los müsse zu entnehmen war. Er hätte genausogut einen Boten schicken können. Dazu kam noch der winzige Hinweis, dass etwas mit dem Teppich nicht stimmte und Chasin davon ausgehen musste, dass ihre freundlichen Gastgeber eben doch nicht so freundlich waren. Kurz keimte der Zweifel in ihr auf, ob sie sich doch dem falschen Volk angeschlossen hatte, aber sie verwarf ihn sofort, da Niklas nicht für die gesammte Menschheit stand. Sein König war eine andere Person und in der Zeit in der sie nun am Hof des Jorsanischen Reichs schon verweilte, hatte sie eines gelernt. Jeder Mensch war einzigartig in seinem Handeln und Gedanken. Das Problem, dass jedoch hier gerade vordringlich im raum stand, war die Wut und der Hass, der zwischen diesen beiden Prachtstücken ihrer Spezies herrschte. Es war eine gängige Reaktion, dass Menschenkinder alle Vertreter einer Rasse über den sprichwörtlichen Kamm gezogen wurden, also trat sie einen winzigen Schritt nach vorne, halb zwischen Niklas und Zanfar.
"Abgesehen von eurem merkwürdigen Benehmen würde ich auch gern mehr Details über den Fall Pelgars hören. Ihr spracht darüber, als würdet ihr den Informationen zum Teil keinen Glauben schenken, aber ich könnte einige Fakten durchaus bestätigen, dass sie eben keine Hirngespinste sind."
Wenn er nur vorbeigekommen ist um uns zu stören, dann müsste ich eine Entschuldigung erwarten. Wenn die Informationen jedoch so dringlich sind, wie er vorgibt, dann müsste er sich auch die nötige Zeit nehmen um sie zu besprechen, sonst wäre sein Erscheinen hier äußerst sinnfrei und irrational. Ob ich Zanfar von dem Teppich erzählen sollte? Wäre derzeit vielleicht ein zu brisanntes Thema, dass unser Gastgeber uns auch noch bedroht. Das wäre der Zusammenarbeit sicher nicht zuträglich, also erst einmal abwarten und entschärfen.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 19. Mai 2016, 00:04

„Das könnt ihr vergessen. Ihr platzt nicht mit einer Hiobsbotschaft in unser Tête-à-Tête und macht Euch danach gleich aus dem Staub! Vor allem nicht, wenn ihr auch noch plant, uns in einem Eurer Pläne zu benutzen!“, schnitt die Stimme des Dunkelelfen scharf und verärgert durch die Stille, die Walsings letzte Worte hinterlassen hatten.
„Wie alt sind die Informationen, die ihr habt? Wisst ihr, wer den Angriff geführt hat? Inwieweit ändert es die Pläne, die wir geschmiedet hatten?
Wo wart ihr und seid ihr Verletzt? Und warum zum Teufel, Mann, tragt ihr keine Schuhe?!“

Bei der Frage nach den Schuhen hob sich Niklas' linker Mundwinkel flüchtig. Will er das wirklich wissen? Interessant, dass er mich fragt, ob ich verletzt bin... Das Registrieren dieses Umstandes schien sogar einen Teil seiner Wut zu besänftigen.
Chasin trat einen winzigen Schritt nach vorne, halb zwischen Niklas und Zanfar.
"Abgesehen von eurem merkwürdigen Benehmen würde ich auch gern mehr Details über den Fall Pelgars hören. Ihr spracht darüber, als würdet ihr den Informationen zum Teil keinen Glauben schenken, aber ich könnte einige Fakten durchaus bestätigen, dass sie eben keine Hirngespinste sind."

Ich WUSSTE, ich würde hier nicht ohne weitere wichtige Hinweise raus gehen! Ich mag Euch, Teuerste!, freute sich der Meisterspion glatt und hob interessiert die Brauen. Aber er besann sich rasch darauf, dass er es ja eigentlich gerade war, der ein paar Antworten schuldig geblieben war, also räusperte er sich.

"Nun, ich bitte darum, das 'ich muss gleich wieder los' auch nicht überzubewerten, aber seine Majestät wird mich so bald wie möglich erwarten, was Ihr Euch sicher denken könnt", setzte er wesentlich umgänglicheren Tons wieder an, auch wenn seine schlechte Grundlaune und die gehetzte Anspannung spürbar - und für Chasin sichtbar - noch längst nicht verschwunden waren. Sein Blick verengte sich konzentriert. "Die Meldung stammt von einem Mitglied der .." - er stockte kurz, kaum merklich. Kann ich ihm SO weit vertrauen?, huschte so flüchtig durch seine Gedanken, dass selbst Chasin Mühe hatte, die Worte aufzufangen, "Kirche Lysanthors, der Inquisition, der sich offenbar verletzt beim Fall Pelgars absetzen konnte und seit diesem Ereignis der erste Bote war, der hier eintraf. Er hatte es fast bis zum Inquisitionshauptquartier geschafft, als er vom Pferd fiel. Ich hatte einfach Glück, dass ich gerade in der Nähe war." Oder er - wie man's nimmt.
"Es kann sein, dass er inzwischen gestorben ist; sie hatten bereits nach Heilern gerufen, aber es sah nicht wirklich gut für ihn aus. Aus Angst, dass er es sonst nicht mehr loswerden könne, war er nicht besonders krtisch dabei, wem er sich anvertraut." Wir hatten so ein Glück...

Niklas zog den Saum seiner Ärmel ordnend nach unten - eine Übergangsgeste, die Stirn war nachdenklich gefurcht und verlieh seiner Miene wieder einen düstereren Eindruck. "Angesichts des verstärkten Auftauchens von Untoten nehmen wir schon seit einer Weile an, dass Raxtian Tausendtod" - er beobachtete aufmerksam Zanfars mögliche Reaktionen auf die Namen - "dort seine Klauen im Spiel hat, und einer der namhaften Heerführer während der Belagerung heißt Mortis di'Vash.
Unsere Pläne ändert dies insofern, als dass ich auf jeden Fall die Strecke, die ihr reisen werdet, verkürzen muss - der Dschungel wird euch also wohl erspart bleiben, es verkürzt aber auch die Zeit, die ihr die Mitglieder eurer Gruppe kennenlernen könnt. Es wäre besser gewesen, eure Route dicht an Alberna vorbei zu führen, um glaubhaft zu untermauern, wie ihr von Bodvicas Gefangennahme gehört haben könnt, aber darauf können wir hoffentlich verzichten. Wir stoßen aus den Dunsthügeln heraus nach Grandessa vor. Ich muss mir selber dazu noch einiges durch den Kopf gehen lassen."
Er drehte den Kopf einmal die Halswirbel leise knacken lassend nach links und nach rechts, ließ die Schultern angedeutet kreisen. Kopfschmerzen? "Ich bin nicht verletzt. Das Blut ist vom Boten", klang er wieder beiläufiger, aber schien recht ordentlich die Punkte abzuarbeiten, die ihm entgegen geworfen worden waren. Auch, dass Zanfar sich dabei bei anderer Gelegenheit sicher im Ton vergriffen hätte, schien ihm gleichgültig. "Aber meine Stiefel sind voller Schlamm und schlimmerem. Sie stehen vor der Tür, ich wollte den schönen Teppich hier drin nicht auch noch versauen." Er grinste flüchtig. War das gerade etwa wirklich sein Ernst? War es wichtig?
Sein Blick huschte kurz zwischen Chasin und Zanfar hin und her, blieb einen Lidschlag länger an Zanfar kleben und eine gewisse Wachsamkeit kehrte wieder zurück. Sprech ich's an? Nein, jetzt noch nicht...
"Darf ich denn fragen, um welche Fakten es sich handelt, die Ihr mir bestätigen könnt, Teuerste? Ich habe auch Euren Hinweis aus der Besprechung über gewisse Namen, zu denen Ihr etwas wisst, nicht vergessen... wäre das nun von Bedeutung?", säuselte er fast, ließ durchblicken, wie charmant er sich geben konnte, wenn er wollte - es war zum Teil gespielt und zum Teil auch wieder nicht, dieser Mann war einfach furchtbar zwiespältig... er schien Chasin einerseits mit einer Menge Neugier zu bewundern und sie andererseits trotzdem nicht ganz ernst zu nehmen, konnte das sein?
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Donnerstag 19. Mai 2016, 16:18

Ich WUSSTE, ich würde hier nicht ohne weitere wichtige Hinweise raus gehen! Ich mag Euch, Teuerste!
, freute sich der Meisterspion glatt und hob interessiert die Brauen. Die Tha’Roon nickte nur leicht und er besann sich rasch darauf, dass er es ja eigentlich gerade war, der ein paar Antworten schuldig geblieben war, also räusperte er sich.
"Nun, ich bitte darum, das 'ich muss gleich wieder los' auch nicht überzubewerten, aber seine Majestät wird mich so bald wie möglich erwarten, was Ihr Euch sicher denken könnt"
, setzte er wesentlich umgänglicheren Tons wieder an, auch wenn seine schlechte Grundlaune und die gehetzte Anspannung spürbar - und für Chasin sichtbar - noch längst nicht verschwunden waren.
Wie sollen wir uns denken können, das der Meisterspion seiner Majestät erst zu uns kommt anstatt seinem Herren zuerst zu berichten? Das ändert die Lage natürlich vollkommen! Er solle verschwinden!
"Die Meldung stammt von einem Mitglied der .."
Kann ich ihm SO weit vertrauen?
"...Kirche Lysanthors, der Inquisition, der sich offenbar verletzt beim Fall Pelgars absetzen konnte und seit diesem Ereignis der erste Bote war, der hier eintraf. Er hatte es fast bis zum Inquisitionshauptquartier geschafft, als er vom Pferd fiel. Ich hatte einfach Glück, dass ich gerade in der Nähe war."
Oder er - wie man's nimmt.
"Es kann sein, dass er inzwischen gestorben ist; sie hatten bereits nach Heilern gerufen, aber es sah nicht wirklich gut für ihn aus. Aus Angst, dass er es sonst nicht mehr loswerden könne, war er nicht besonders krtisch dabei, wem er sich anvertraut."
Wir hatten so ein Glück...

Es wäre gut wenn ihr mich zu ihm bringen könntet, dann könnte ich vielleicht noch ein paar Gedanken auffangen, selbst wenn er nicht mehr sprechen könnte.
"Angesichts des verstärkten Auftauchens von Untoten nehmen wir schon seit einer Weile an, dass Raxtian Tausendtod ...“
Er beobachtete aufmerksam Zanfars mögliche Reaktionen auf die Namen. Kannte Zanfar diesen Herren?
"… dort seine Klauen im Spiel hat, und einer der namhaften Heerführer während der Belagerung heißt Mortis di'Vash. Unsere Pläne ändert dies insofern, als dass ich auf jeden Fall die Strecke, die ihr reisen werdet, verkürzen muss - der Dschungel wird euch also wohl erspart bleiben, es verkürzt aber auch die Zeit, die ihr die Mitglieder eurer Gruppe kennenlernen könnt. Es wäre besser gewesen, eure Route dicht an Alberna vorbei zu führen, um glaubhaft zu untermauern, wie ihr von Bodvicas Gefangennahme gehört haben könnt, aber darauf können wir hoffentlich verzichten. Wir stoßen aus den Dunsthügeln heraus nach Grandessa vor. Ich muss mir selber dazu noch einiges durch den Kopf gehen lassen."
Wir? Kommt er mit?
"Ich bin nicht verletzt. Das Blut ist vom Boten"
"Aber meine Stiefel sind voller Schlamm und schlimmerem. Sie stehen vor der Tür, ich wollte den schönen Teppich hier drin nicht auch noch versauen."

Er grinste flüchtig. War das gerade etwa wirklich sein Ernst? War es wichtig?
Sein Blick huschte kurz zwischen Chasin und Zanfar hin und her, blieb einen Lidschlag länger an Zanfar kleben und eine gewisse Wachsamkeit kehrte wieder zurück.
Sprech ich's an? Nein, jetzt noch nicht...
Er wechselte so schnell das Thema, das das was er verbarg nicht sein Bewusstsein erreichte um es sichtbar für die Tha’Roon zu machen.
"Darf ich denn fragen, um welche Fakten es sich handelt, die Ihr mir bestätigen könnt, Teuerste? Ich habe auch Euren Hinweis aus der Besprechung über gewisse Namen, zu denen Ihr etwas wisst, nicht vergessen... wäre das nun von Bedeutung?"
, säuselte er fast, ließ durchblicken, wie charmant er sich geben konnte, wenn er wollte - es war zum Teil gespielt und zum Teil auch wieder nicht, dieser Mann war einfach furchtbar zwiespältig... er schien Chasin einerseits mit einer Menge Neugier zu bewundern und sie andererseits trotzdem nicht ganz ernst zu nehmen, konnte das sein?
Natürlich. Kein erwachsener Mann konnte ein Wesen ernst nehmen, dass man mit einem kräftigen Handschlag die Knochen brechen konnte. Das die Tha'Roon ihn mit einem gesendeten Gedanken schlimmeres antun könnte, das würde er nie erfahren, wenn das Schicksal es gut mit ihnen allen meinte. Darüber hinaus war Chasins „weltfremdes“ Wesen manchmal ein echter Nachteil, der sie regelrecht naiv erscheinen ließ, wenn da nicht das enorme Wissen gewesen wäre.
„Ihr erwähntet das Erscheinen von Pegasi über Pelgar, geflügelte Pferde, denen man eine gewisse Intelligenz nachsagt.“
Allein deswegen hatte sie sich kurz mit ihnen beschäftigt, genauso wie mit den anderen dazugehörigen Informationen.
„Sie sind die Reittiere der Hymelianer, ein Volk das über den Wolken lebt. Es verwundert mich, dass sie sich eingemischt haben, denn eigentlich sind sie meines Wissens nach ein ähnlich im Verborgenen lebendes und Friedliebendes Volk wie die Tha’Roon. Vielleicht sind sie doch etwas neugieriger als meine Art. Sie sollen eine umfangreiche Bibliothek und eine Akademie haben in der Luftmagie gelehrt wird. Für mehr Informationen über sei müsste ich mich in Kontemplation begeben.“
Sie blinzelte schnell und fuhr abschließend fort:
„Was den anderen Namen betrifft, denke ich nicht, dass er in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist und kann sicher ein andern Mal besprochen werden, wenn ihr mehr Zeit habt.“
Dann legte sie den Kopf leicht zur Seite. Ihr offenes Auge funkelte leicht, da sie Niklas halb auffordernd ansah. Er hatte kurz zuvor etwas ansprechen wollen, doch wenn er der Meinung war, dass er jetzt nicht passend wäre, so würde sie ihn auch nicht dazu drängen. Sie war zwar ein von Natur aus neugieriges Wesen, aber Höflichkeit und Geduld waren ihr ebenso zu eigen. Genauso wie manche Elfen neigten die langlebige Tha’Roon im Gegensatz zu den eilig lebenden Menschenkindern manchmal dazu, sich „zu“ viel Zeit zu nehmen. Man konnte auch sagen, Eile war ihr schlicht weg zuwider. Entscheidungen wurden eben nicht schnell aus dem Bauch heraus getroffen, sondern mussten gründlich überdacht und am besten diskutiert werden. Schließlich war man ja kein Tier!
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Zanfar by zan
Zanfar vom Wichtel (der höchstwahrscheinlich Brovi ist)

Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Dienstag 21. Juni 2016, 23:32

Das knistern in der Luft nahm merklich ab, als die schlanke Tha’Roon zwischen den Dunkelelfen und den Spion trat.
"Abgesehen von eurem merkwürdigen Benehmen würde ich auch gern mehr Details über den Fall Pelgars hören. Ihr spracht darüber, als würdet ihr den Informationen zum Teil keinen Glauben schenken, aber ich könnte einige Fakten durchaus bestätigen, dass sie eben keine Hirngespinste sind."
Unglaublich, wie sie von einem zum anderen Moment wieder die ruhige, sachliche Tha’Roon ist.
Erfreut hob der Meisterspion interessiert die Brauen. Dann besann er sich rasch darauf, dass er es ja eigentlich gerade war, der ein paar Antworten schuldig blieb und räusperte sich.
"Nun, ich bitte darum, das 'ich muss gleich wieder los' auch nicht überzubewerten, aber seine Majestät wird mich so bald wie möglich erwarten, was Ihr Euch sicher denken könnt", setzte er wesentlich umgänglicheren Tons wieder an, auch wenn seine schlechte Grundlaune und die gehetzte Anspannung spürbar - und für Chasin sichtbar - noch längst nicht verschwunden waren. Sein Blick verengte sich konzentriert. "Die Meldung stammt von einem Mitglied der .." - er stockte kurz, kaum merklich. "Kirche Lysanthors, der Inquisition, der sich offenbar verletzt beim Fall Pelgars absetzen konnte und seit diesem Ereignis der erste Bote war, der hier eintraf. Er hatte es fast bis zum Inquisitionshauptquartier geschafft, als er vom Pferd fiel. Ich hatte einfach Glück, dass ich gerade in der Nähe war.
Es kann sein, dass er inzwischen gestorben ist; sie hatten bereits nach Heilern gerufen, aber es sah nicht wirklich gut für ihn aus. Aus Angst, dass er es sonst nicht mehr loswerden könne, war er nicht besonders kritisch dabei, wem er sich anvertraut."

Das kurze zögern Walsings blieb dem Dunkelelfen nicht verborgen. Die Gründe konnte er jedoch nur vermuten.
Niklas zog den Saum seiner Ärmel ordnend nach unten - eine Übergangsgeste, die Stirn war nachdenklich gefurcht und verlieh seiner Miene wieder einen düstereren Eindruck.
"Angesichts des verstärkten Auftauchens von Untoten nehmen wir schon seit einer Weile an, dass Raxtian Tausendtod -"

Bei der Erwähnung Raxtian Tausendtods fuhr dem Nichtgenannten ein Schauer über den Rücken, als er an das leblose fahle Gesicht des Dunkelelfen dachte.
"- dort seine Klauen im Spiel hat, und einer der namhaften Heerführer während der Belagerung heißt Mortis di'Vash.
Unsere Pläne ändert dies insofern, als dass ich auf jeden Fall die Strecke, die ihr reisen werdet, verkürzen muss - der Dschungel wird euch also wohl erspart bleiben, es verkürzt aber auch die Zeit, die ihr die Mitglieder eurer Gruppe kennenlernen könnt. Es wäre besser gewesen, eure Route dicht an Alberna vorbei zu führen, um glaubhaft zu untermauern, wie ihr von Bodvicas Gefangennahme gehört haben könnt, aber darauf können wir hoffentlich verzichten. Wir stoßen aus den Dunsthügeln heraus nach Grandessa vor. Ich muss mir selber dazu noch einiges durch den Kopf gehen lassen."
"Ich bin nicht verletzt. Das Blut ist vom Boten"
"Aber meine Stiefel sind voller Schlamm und schlimmerem. Sie stehen vor der Tür, ich wollte den schönen Teppich hier drin nicht auch noch versauen."
Zanfars Augenbrauen wanderten in die Höhe. Seltsam, sehr seltsam ... warum sich mühe mit den Stiefeln geben, wenn er in so einen persönlichen Moment platzte? Aber vermutlich war ihm das erst aufgefallen, als er das Gemach betrat. Manchmal ergibt dieser Mensch überhaupt keinen Sinn für mich.
Niklas Blick huschte kurz zwischen Chasin und Zanfar hin und her, blieb einen Lidschlag länger an Zanfar kleben und eine gewisse Wachsamkeit kehrte wieder zurück.
Dann wechselte er schnell das Thema.
"Darf ich denn fragen, um welche Fakten es sich handelt, die Ihr mir bestätigen könnt, Teuerste? Ich habe auch Euren Hinweis aus der Besprechung über gewisse Namen, zu denen Ihr etwas wisst, nicht vergessen... wäre das nun von Bedeutung?"
, säuselte er fast, ließ durchblicken, wie charmant er sich geben konnte, wenn er wollte - es war zum Teil gespielt und zum Teil auch wieder nicht, dieser Mann war einfach furchtbar zwiespältig.
Chasin reagierte nicht darauf und beantwortete stattdessen Walsings Frage.
„Ihr erwähntet das Erscheinen von Pegasi über Pelgar, geflügelte Pferde, denen man eine gewisse Intelligenz nachsagt.
Sie sind die Reittiere der Hymelianer, ein Volk das über den Wolken lebt. Es verwundert mich, dass sie sich eingemischt haben, denn eigentlich sind sie meines Wissens nach ein ähnlich im Verborgenen lebendes und Friedliebendes Volk wie die Tha’Roon. Vielleicht sind sie doch etwas neugieriger als meine Art. Sie sollen eine umfangreiche Bibliothek und eine Akademie haben in der Luftmagie gelehrt wird. Für mehr Informationen über sei müsste ich mich in Kontemplation begeben.“
Sie blinzelte schnell und fuhr abschließend fort:
„Was den anderen Namen betrifft, denke ich nicht, dass er in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist und kann sicher ein andern Mal besprochen werden, wenn ihr mehr Zeit habt.“

Chasin hatte ihren hübschen Kopf nach den letzten Worten schräg gestellt, so als würde sie nachdenken. Aber über was? Er würde sie später danach Fragen. Jetzt war es an ihm, sein Wissen zu teilen:
„Ein wenig Wissen kann auch ich mit Euch teilen: Raxtian Tausendtod … Ich bin ihm und einer seiner Kreaturen nur einmal flüchtig begegnet und schätzte mich schon damals Glücklich, nicht seine Aufmerksamkeit erregt zu haben. Der Wahnsinn fließt diesem … Geschöpf aus allen Poren … hoffen wir, das wir ihm nicht begegnen werden.„“
Er verschränkte die Arme vor der Brust und schüttelte das unangenehme Gefühl ab, das ihm die Wirbelsäule hinauf gekrochen war. Wir dürfen ihm auf keinen Fall zu nahe kommen, ich will mir nicht ausmalen, was er mit uns anstellen könnte, wenn wir unsere Tarnung verlieren.
„Mortis di’Vash ist mir dafür eher ein Begriff, auch wenn meine Informationen etwas veraltet sind. Ha … ich hätte ihm durchaus eine steile Karriere voraus gesagt, aber das hätte ich nicht erwartet. Wir sind uns während meiner Ausbildung begegnet … das ist jetzt …“
Er strich sich nachdenklich das Haar und senkte den Blick, während er sich zu erinnern versuchte.
„Bestimmt fünfzig Jahre her. Unsere Begegnung war kurz und schmerzvoll …“
Seine Mundwinkel zuckten in Erinnerung an die damalige Begegnung. Er hätte mich damals beinahe umgebracht …
„… genug, dass er mir im Gedächtnis geblieben ist. Der Mann ist ein hervorragender Stratege, diszipliniert und kaltblütig … aber auch sehr eingeschränkt in seiner Sicht und wenig flexibel. Di‘Vash denkt in Schubladen und weicht nicht davon ab, das könnte, wenn wir geschickt sind, zu unserem Vorteil werden. Solange wir ihn nicht unterschätzen.“
Wie ich es damals getan habe ...
„Er löst die Dinge gern selbst … wenn wir an ihn geraten, könnten wir tatsächlich Glück damit haben, dass er nicht mit Kraen Amraèn über uns spricht!“
Er stockte kurz. Wir?
„Dass die Zeit, in der wer uns mit den Anderen Reisenden abstimmen können, so abgekürzt wird, ist bedauerlich. Vielleicht solltet ihr uns sie bald sämtlichst vorstellen. Aber sagt, habt ihr vor, nach Grandessa zu reisen?“

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 29. Juni 2016, 00:12

"Abgesehen von eurem merkwürdigen Benehmen würde ich auch gern mehr Details über den Fall Pelgars hören. Ihr spracht darüber, als würdet ihr den Informationen zum Teil keinen Glauben schenken, aber ich könnte einige Fakten durchaus bestätigen, dass sie eben keine Hirngespinste sind."
Unglaublich, wie sie von einem zum anderen Moment wieder die ruhige, sachliche Tha’Roon ist.
Ja, ein erstaunlicher Vorgang. Bei den Dunkelelfen hätte dieses schnelle Umschalten einen äußerst naheliegenden Verdacht geweckt, dass die ganze sinnliche Erregung zuvor nur gespielt gewesen wäre - oder zumindest mit kalter Kalkulation dahinter billigend als gefällige Fassade gezeigt wurde. Aber Chasin war natürlich keine Dunkelelfe...
trotzdem wollte sich für einen Moment dieser Argwohn nicht so völlig leicht abschütteln lassen. Oder hatte es etwa irgend etwas mit Walsing zu tun, dass sie dem Spion so eine plötzliche Gleichgültigkeit Zanfar gegenüber vorgab?
Ach was, alles abwegig... nicht?

„Sie sind die Reittiere der Hymelianer, ein Volk das über den Wolken lebt. Es verwundert mich, dass sie sich eingemischt haben, denn eigentlich sind sie meines Wissens nach ein ähnlich im Verborgenen lebendes und Friedliebendes Volk wie die Tha’Roon. Vielleicht sind sie doch etwas neugieriger als meine Art. Sie sollen eine umfangreiche Bibliothek und eine Akademie haben in der Luftmagie gelehrt wird. Für mehr Informationen über sei müsste ich mich in Kontemplation begeben.“
Der Meisterspion strich sich über das Kinn und hörte ihr sichtlich - im wahrsten Sinne des Wortes - aufmerksam und neugierig zu. Hymlianer? Im Ernst? Und mischen sich ein? Fliegende Pferde, die... selbst Drachen angreifen können?! Laus mich der Affe, das dürfen wir nicht außer acht lassen! Ich könnt' dich küssen! - Euch. Verzeihung. Und das meine ich nicht ganz so ernst.
Nicht so ernst wie Euer Begleiter, schätz ich...
Das Amusement in seiner Aura nahm während der Gedanken zum Ende hin stetig zu, nachdem er den Hinweis zu den Pegasi mit zunächst regelrechter Euphorie aufgenommen hatte. Das Ganze verwirbelte zum Ende aber flüchtig mit einem aufwallenden Petrol von Sorge.
"Wisst Ihr... eventuell, wo sich diese Stadt im Himmel befindet? Oder könnt es erfragen?" Oder wie man sie erreichen könnte? Luftmagie? Hm... Niklas' Ton behielt eine gewisse höfische Gleichgültigkeit, doch selbst ein Kind hätte gerade gemerkt, wie freudig aufgeregt er tatsächlich gerade war. Offensichtlich konnte er den Begriff 'Hymlianer' zumindest soweit zuordnen, dass er nun vermutlich Legenden über eine Stadt in den Wolken für bare Münze zu nehmen anfing - und die Information gleich strategisch verwertete.
„Was den anderen Namen betrifft, denke ich nicht, dass er in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist und kann sicher ein andern Mal besprochen werden, wenn ihr mehr Zeit habt.“ San Walsing nickte nur. Reicht ein Bote? Franceska. Ich glaub, ich werde noch VIEL zu tun haben... Und LANGE. Er seufzte innerlich etwas angesichts der auf ihn wartenden Menge an Arbeit, wie es wohl jeder vernünftige Mensch tun würde.

Chasin hatte ihren hübschen Kopf nach den letzten Worten schräg gestellt, so als würde sie nachdenken. Aber über was? Er würde sie später danach Fragen. Jetzt war es an ihm, sein Wissen zu teilen und auch ihm hörte der Meisterspion absolut aufmerksam zu.
'Denkt in Schubladen'... muss ich Pappelhain sagen, gut.
„Er löst die Dinge gern selbst … wenn wir an ihn geraten, könnten wir tatsächlich Glück damit haben, dass er nicht mit Kraen Amraèn über uns spricht!“ Niklas' Augenbraue zuckte interessiert hoch. Alleingänger? Als General? Sehr schön! "Mhm", war der einzig hörbare registrierende Laut, den er von sich gab.
„Dass die Zeit, in der wer uns mit den Anderen Reisenden abstimmen können, so abgekürzt wird, ist bedauerlich. Vielleicht solltet ihr uns sie bald sämtlichst vorstellen. Aber sagt, habt ihr vor, nach Grandessa zu reisen?“
Wieder hob Niklas die Brauen, allerdings diesmal leicht überrascht und skeptisch.
"Ich? Nein." Das ist meine Sache. "Aber das mit der Vorstellung ist... nicht ganz so einfach." Er atmete tief durch und seine Aura begann, einen Anteil von Petrol vorzuweisen - und ein Teil Rot kehrte wieder zurück. Walsing sorgte sich und schien sich wieder über irgend etwas leicht zu ärgern. Hört auf, mir zu sagen, wie ich meine Arbeit zu machen habe! Überlegend drückte er die Zunge gegen seine Zähne, ehe er sich scheinbar auf Chasin konzentrieren wollte. Nein, nicht ausgrenzen... - dann aber zu Zanfar sah und in seinem Blick etwas herausforderndes aufblitzte.
"Ich will nicht unterstellen, dass Ihr aus der Übung seid, was Intrigen und Spionage angeht, das wäre sicher völlig übertrieben..." - und in diesen Worten lag eine unter einem Teil Ehrlichkeit verborgene dicke Portion Sarkasmus - "aber wenn IHR die Prinzessin des feindlichen Reiches hättet, dann würdet Ihr doch auch nicht erwarten, dass die jetzt die Hände in den Schoss legen und auf Eure Bedingungen warten, nicht? Würdet Ihr herausfinden wollen, was sie vorhaben? Natürlich würdet Ihr das." Er hob in wohlwollender Warnung die Brauen und seine Stimme wurde leise:
"Und ihr beiden mögt so viele Spione und illoyale Leute im Schloss enttarnt haben wie niemals zuvor in der Geschichte dieses Königreiches, aber es braucht nur ein paar billig bezahlte Augen rund um den Palast, die ungewöhnliche Bewegungen beobachten, Ohren die seltsam erscheinende Anweisungen vernehmen und die Lippen weiterflüstern lassen... oder abweichende Meinungen zur Politik, die sich nicht verhaften lassen" Lliris...
Die Worte wurden noch leiser, die Augen noch schmaler, das Petrol nahm zu:
"Wenn diese Mission gelingen soll, dann sieht man von euch beiden die nächsten Tage so wenig wie möglich, was nicht euren üblichen Tätigkeiten entspräche. Man sieht Euch nicht zu früh mit... auffälligen Leuten..." Zum Beispiel einem Zwei-Meter-Hünen oder einem Hybriden... "Ihr versteht? Selbstverständlich tut Ihr das, verzeiht."
Er deutete eine seltsam steife Verneigung in Richtung des Elfen an und wandte sich nun doch zu der Tha'roon, sah ihr offen in die Augen; er schien förmlich den gedanklichen Kontakt zu suchen, soweit ihm das als Laien möglich war:
Ihr werdet, bis ich sicherstellen kann, dass es niemand beobachtet, die beiden anderen nicht treffen, und das wird erst außerhalb der Stadt sein. Warum sollten schließlich eine edle Person wie Ihr und eine gefährlich heikle Person wie er zwei Figuren treffen, die besser in einen Zirkus als zu euch passen? Warum solltet IHR wohlgehütetes Juwel das Schloss und gar die Hauptstadt verlassen? Wir halten das Ganze so lange geheim, wie es nur irgendwie geht. Und die Wände hier haben immernoch Ohren.

Nochmal atmete Walsing tief durch und fuhr sich mit der Rechten einmal grob kämmend durch die Haare. Petrol und Rot hatten einen vielfach wechselnden Wirbel gebildet, weil Niklas sich offenbar immer wieder bemühte, seinen Ärger selber zu beschwichtigen.
Er sah kurz wieder zu Zanfar und deutete verhalten zu Chasin, während er mit einem überwiegenden Petrol leise eher rethorisch anmutend fragte: "Ihr erlaubt ein kurzes 'Gespräch' unter vier Augen..?"
Er schien sich dafür zu... entschuldigen?, dass er Zanfar nochmals aus der Konversation ausschloss, nun deutlich sowohl in Haltung als auch Mimik, und sich mit ernstem Gesicht völlig der Gedankenleserin zuwandte. Es schien für ihn im Folgenden etwas anstrengend, aber er bemühte sich, ihr 'gut lesbar' entgegen zu blicken und nur an passenden Stellen zu blinzeln.
Hört zu, es tut mir wirklich leid, dass ich hier... 'reingeplatzt' bin, aber ich muss ein ernstes Wort mit Euch reden. Ich will Euch nichts Böses. - ICH will Euch nichts Böses. Und ich will Euch auch keine Angst machen oder sonstwas unterstellen. Ihr seid hier im Palast und Ihr könnt Euch sicher wähnen, auch weiterhin, denn das hier ist der bestgesichertste Ort im Königreich Jorsan - gut, vielleicht abgesehen von oder neben den geheimen Archivarkammern der Inquisition, chrchr - er räusperte sich und wurde wieder ernster - Aber dies ist auch der bestgesichertste Ort, weil es sonst der gefährlichste Ort des Königreiches wäre und irgendwie auch trotz der Sicherheit noch ist, versteht Ihr, was ich meine?
Statt mir... Ihr werdet Euch draußen bewegen, wo diese Form von Schutz nicht mehr gilt. Ich weiß nicht, was Ihr vorhabt und ich bin nicht Eure Anstandsdame, dass Ihr nicht tun und lassen könntet, was Ihr wolltet, aber wenn der Nichtgenannte Euer Leibwächter sein soll, wie sich mir bisher vermitteln sollte, dann solltet Ihr überlegen, ob ihr euch gegenseitig wirklich so sehr voneinander ablenken lassen wollt. Denn statt mir hätte, mit Verlaub, auch ein Meuchler im Zimmer stehen können, und dann wärt Ihr mit ziemlicher Sicherheit tot.
Und er womöglich auch. Glaubt mir bitte, ich war ehrlich erschrocken, als ich gemerkt habe, dass IHR! gerade ihr beide! mich NICHT - zunächst nicht... bemerkt habt, als ich rein gekommen bin!

Nochmals atmete er durch. Im Moment war sogar relativ deutlich Blau in seiner Aura auszumachen. Er hatte Angst... um sie? Es war vermischt mit dem Petrol, es mochte also Sorge um sie sein, aber es musste auch um etwas anderes gehen, wenn es eben nicht nur Petrol war.
Ich mag es ihm ganz sicher nicht unter die Nase reiben, dass er als Leibwächter in meinen Augen gerade versagt hat, wenn er sich mit Euch ernsthaft einlässt, das mögt Ihr tun oder lassen, ganz wie Ihr mögt und Ihr ihn kennt, ich halte mich da raus... vielleicht irre ich ja sogar?
Aber ihr begebt euch in gefährliches Gebiet, in mehrfacher Hinsicht... Er ist Dunkelelf. Und soll wieder 'einer von ihnen' werden. Nehmt es bitte als gut gemeinten Rat und Warnung, dass es doch vielleicht besser ist, wenn Ihr... emotional ungebunden ohne einen Himmel voller Geigen im Auge behalten könnt, ob er nur so spielt, als ob... er der Trophäenjäger wäre, oder ob nicht wirklich eine Gefahr droht, dass er zu sehr in alte Verhaltensmuster rutscht, mh? Ihr müsst aufpassen, immer aufpassen. Auf ihn, auf Euch; auf euch beide.

Niklas hob für Zanfar irgendwann unvermittelt gegenüber Chasin in beschwichtigender Geste die Hände, ähnlich wie er es zuvor bei ihm getan hatte.
"Es mag gut sein, dass ich mich in ALLEM irre, dann vergesst das Ganze. Ich habe sowieso zu viel gesagt, was eine echte Neuheit angesichts der Tatsache wäre, dass ich ja gar nichts gesagt habe, nicht wahr?"
Er lächelte schief - es war ein so fahler Anflug eines Scherzes, dass sich nicht einmal wirklich Gelb bei ihm zeigte. Eher immernoch Sorge, Angst... die Wut war verblasst, stattdessen wirkte er leicht müde.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Mittwoch 29. Juni 2016, 19:46

Unglaublich, wie sie von einem zum anderen Moment wieder die ruhige, sachliche Tha’Roon ist.
Chasin fing den Gedanken nur am Rande ihres Wahrnehmungsbereiches auf, erschloss aus den Bruckstücken ihres noch lückenhaften Leriums den Kontext und dachte nur kurz darüber nach:
Weniger unglaublich, als genauso notwendig, wie Zanfar von Erregbarkeit innerhalb von Sekunden zu Wut gewechselt hat.
Die feinen Veränderungen seiner Aura die Folgen konnte sie nicht mitbekommen, da Niklas ihre Aufmerksamkeit forderte. Ihre Ausführungen über die Hymlianer wurden mit Begeisterung aufgenommen.
Hymlianer? Im Ernst? Und mischen sich ein? Fliegende Pferde, die... selbst Drachen angreifen können?! Laus mich der Affe, das dürfen wir nicht außer acht lassen! Ich könnt' dich küssen! - Euch...
Chasins Brauen hoben sich überrascht.
...Verzeihung. Und das meine ich nicht ganz so ernst.
Nicht so ernst wie Euer Begleiter, schätz ich...

Das Amüsement in seiner Aura nahm während der Gedanken zum Ende hin stetig zu, nachdem er den Hinweis zu den Pegasi mit zunächst regelrechter Euphorie aufgenommen hatte. Das Ganze verwirbelte zum Ende aber flüchtig mit einem aufwallenden Petrol von Sorge.
"Wisst Ihr... eventuell, wo sich diese Stadt im Himmel befindet? Oder könnt es erfragen?"
Oder wie man sie erreichen könnte? Luftmagie? Hm...
Im Sinne einer Vereinigung der Kräfte, um das Gleichgewicht der Mächte wieder herzustellen, wäre ein Bündnis sicher von Vorteil.
„Ich könnte es versuchen.“
, war ihre kurze Antwort. Chasin wollte ohnehin schon seit langem den Kontakt zum Rat der Weisen suchen, doch durch ihre Vorgeschichte... war das alles nicht so einfach. Bevor sie melancholisch werden konnte, fuhr sie mit einem anderen Thema fort und verschob das Gespräch über den Grafen des Nebels auf einen anderen Zeitraum. Walsing nickte nur.
Reicht ein Bote? Franceska. Ich glaub, ich werde noch VIEL zu tun haben... Und LANGE.
Die Tha’Roon verstand nicht was er da gerade dachte und ob diese Worte an sie gerichtet waren oder an „Franceska“ seine Tochter. Sie sah ihn fragend an, aber Niklas wandte sich nun Zanfar zu, der über die Dunkelelfen und einen ihrer Generäle sprach.
'Denkt in Schubladen'... muss ich Pappelhain sagen, gut.
„Er löst die Dinge gern selbst … wenn wir an ihn geraten, könnten wir tatsächlich Glück damit haben, dass er nicht mit Kraen Amraèn über uns spricht!“
Niklas' Augenbraue zuckte interessiert hoch.
Alleingänger? Als General? Sehr schön!
"Mhm"
Bei der Frage, ob der Meisterspion mit ihnen reisen würde hob Niklas die Brauen, allerdings diesmal leicht überrascht und skeptisch.
"Ich? Nein."
Das ist meine Sache.
Wieder etwas was sie nicht verstand.
"Aber das mit der Vorstellung ist... nicht ganz so einfach."
Er atmete tief durch und seine Aura begann, einen Anteil von Petrol vorzuweisen - und ein Teil Rot kehrte wieder zurück. Chasin musste inzwischen wirklich etwas verwirrt ausgesehen haben, denn anscheinend bekam sie irgendetwas nicht mit. Walsing sorgte sich und schien sich wieder über irgend etwas leicht zu ärgern.
Hört auf, mir zu sagen, wie ich meine Arbeit zu machen habe!
Überlegend drückte er die Zunge gegen seine Zähne, ehe er sich scheinbar auf Chasin konzentrieren wollte.
Nein, nicht ausgrenzen...
Sie nickte dankbar. Dann sah er aber zu Zanfar und in seinem Blick etwas herausforderndes aufblitzte.
"Ich will nicht unterstellen, dass Ihr aus der Übung seid, was Intrigen und Spionage angeht, das wäre sicher völlig übertrieben..."
In diesen Worten lag eine unter einem Teil Ehrlichkeit verborgene dicke Portion Sarkasmus.
"...aber wenn IHR die Prinzessin des feindlichen Reiches hättet, dann würdet Ihr doch auch nicht erwarten, dass die jetzt die Hände in den Schoss legen und auf Eure Bedingungen warten, nicht? Würdet Ihr herausfinden wollen, was sie vorhaben? Natürlich würdet Ihr das."
Er hob in wohlwollender Warnung die Brauen und seine Stimme wurde leise:
"Und ihr beiden mögt so viele Spione und illoyale Leute im Schloss enttarnt haben wie niemals zuvor in der Geschichte dieses Königreiches, aber es braucht nur ein paar billig bezahlte Augen rund um den Palast, die ungewöhnliche Bewegungen beobachten, Ohren die seltsam erscheinende Anweisungen vernehmen und die Lippen weiter flüstern lassen... oder abweichende Meinungen zur Politik, die sich nicht verhaften lassen"
Lliris...
Lilris? Kenne ich den Namen?
Chasin versuchte sich zu erinnern, aber ein anderer Gedanke lenkte sie kurz ab, da Niklas eben das erste Mal wirklich zugegeben hatte, dass ihr Handeln hier tatsächlich etwas gutes bewirkt hatte. Es war ein sehr gut verborgenes Kompliment ihrer Fähigkeiten gewesen und Chasin freute sich darüber sehr. Seine nächsten Worte wurden jedoch noch leiser, die Augen noch schmaler, das Petrol nahm zu:
"Wenn diese Mission gelingen soll, dann sieht man von euch beiden die nächsten Tage so wenig wie möglich, was nicht euren üblichen Tätigkeiten entspräche. Man sieht Euch nicht zu früh mit... auffälligen Leuten..."
Zum Beispiel einem Zwei-Meter-Hünen oder einem Hybriden...
"Ihr versteht? Selbstverständlich tut Ihr das, verzeiht."
Er deutete eine seltsam steife Verneigung in Richtung des Elfen an und wandte sich nun doch zu der Tha’Roon, sah ihr offen in die Augen; er schien förmlich den gedanklichen Kontakt zu suchen, soweit ihm das als Laien möglich war, aber er machte sich hervorragend.
Ihr werdet, bis ich sicherstellen kann, dass es niemand beobachtet, die beiden anderen nicht treffen, und das wird erst außerhalb der Stadt sein. Warum sollten schließlich eine edle Person wie Ihr und eine gefährlich heikle Person wie er zwei Figuren treffen, die besser in einen Zirkus als zu euch passen? Warum solltet IHR wohlbehütetes Juwel das Schloss und gar die Hauptstadt verlassen? Wir halten das Ganze so lange geheim, wie es nur irgendwie geht.
Chasin nickte zustimmend. Niklas hatte Recht.
Und die Wände hier haben immernoch Ohren.
Nochmal atmete Walsing tief durch und fuhr sich mit der Rechten einmal grob kämmend durch die Haare. Petrol und Rot hatten einen vielfach wechselnden Wirbel gebildet, weil Niklas sich offenbar immer wieder bemühte, seinen Ärger selber zu beschwichtigen. Einen Ärger, den die Diplomatin leider nicht ganz nachvollziehen konnte. Wäre sie ein Mensch, so hätte sie ihn vermutlich leichter verstanden, aber noch rätselte sie, warum sich Niklas immerzu in seiner Wut verging und damit seine Kapazitäten vergeudete.
Er sah kurz wieder zu Zanfar und deutete verhalten zu Chasin, während er mit einem überwiegenden Petrol leise eher rhetorisch anmutend fragte:
"Ihr erlaubt ein kurzes 'Gespräch' unter vier Augen..?"
„Drei.“
Chasin schmunzelte. Es war nur eine kleine Richtigstellung, aber hatte die Tha’Roon gerade wirklich versucht die Situation mit einem Witz aufzulockern? Sicher nicht...oder? Niklas entschuldigte sich nochmals, dass er Zanfar nochmals aus der Konversation ausschloss, nun deutlich sowohl in Haltung als auch Mimik, und sich mit ernstem Gesicht völlig der Gedankenleserin zuwandte. Es schien für ihn im Folgenden etwas anstrengend, aber er bemühte sich, ihr 'gut lesbar' entgegen zu blicken und nur an passenden Stellen zu blinzeln.
Hört zu, es tut mir wirklich leid, dass ich hier... 'rein geplatzt' bin, aber...
Aber? Dann tut es ihm vielleicht doch nicht ganz so leid.
Chasin schmunzelte abermals ganz leicht, fast unbemerkbar, einzig ihre spitze Nase zuckte kurz.
... ich muss ein ernstes Wort mit Euch reden. Ich will Euch nichts Böses. - ICH will Euch nichts Böses.
Davon bin ich überzeugt.
Und ich will Euch auch keine Angst machen oder sonst was unterstellen. Ihr seid hier im Palast und Ihr könnt Euch sicher wähnen, auch weiterhin, denn das hier ist der bestabgesicherte Ort im Königreich Jorsan - gut, vielleicht abgesehen von oder neben den geheimen Archivarkammern der Inquisition, chrchr...
Die Archivkammern des Inqusitors würde ich gerne mal besuchen, aber ich denke, der hätte etwas dagegen.
Er räusperte sich und wurde wieder ernster.
Aber dies ist auch der bestabgesicherte Ort, weil es sonst der gefährlichste Ort des Königreiches wäre und irgendwie auch trotz der Sicherheit noch ist, versteht Ihr, was ich meine? Statt mir...
Sie nickte etwas stärker und unterbrach damit auch einen Teil seiner vielleicht ungewollten Gedanken, damit dieses Gespräch keine unangenehme Wendung nahm.
Ihr werdet Euch draußen bewegen, wo diese Form von Schutz nicht mehr gilt. Ich weiß nicht, was Ihr vorhabt und ich bin nicht Eure Anstandsdame, dass Ihr nicht tun und lassen könntet, was Ihr wolltet, aber wenn der Nichtgenannte Euer Leibwächter sein soll, wie sich mir bisher vermitteln sollte, dann solltet Ihr überlegen, ob ihr euch gegenseitig wirklich so sehr voneinander ablenken lassen wollt. Denn statt mir hätte, mit Verlaub, auch ein Meuchler im Zimmer stehen können, und dann wärt Ihr mit ziemlicher Sicherheit tot. Und er womöglich auch. Glaubt mir bitte, ich war ehrlich erschrocken, als ich gemerkt habe, dass IHR!
Also ich.
gerade ihr beide!
Ich und Zanfar... etwa stört ihn.
mich NICHT
Nicht er...
- zunächst nicht... bemerkt habt, als ich rein gekommen bin!
Eben versicherte er mir noch, dass ich hier sicher wäre...nun das, aber er hat in Teilbereichen Recht. Er sorgt sich also doch mehr um uns, als ich angenommen habe. Vielleicht sind wir für ihn doch etwas mehr als nur... Wie sagen sie... „Kanonenfutter“?
Nochmals atmete er durch. Im Moment war sogar relativ deutlich Blau in seiner Aura auszumachen. Er hatte Angst... um sie? Es war vermischt mit dem Petrol, es mochte also Sorge um sie sein, aber es musste auch um etwas anderes gehen, wenn es eben nicht nur Petrol war. Chasin konnte noch nicht ergründen was es war.
Ich mag es ihm ganz sicher nicht unter die Nase reiben, dass er als Leibwächter in meinen Augen gerade versagt hat, …
Das würde ihn im Moment auch sicher sehr verärgern, da wir uns ja in vermeintlicher Sicherheit befunden haben.
...wenn er sich mit Euch ernsthaft einlässt, das mögt Ihr tun oder lassen, ganz wie Ihr mögt und Ihr ihn kennt, ich halte mich da raus... vielleicht irre ich ja sogar? Aber ihr begebt euch in gefährliches Gebiet, in mehrfacher Hinsicht... Er ist Dunkelelf. Und soll wieder 'einer von ihnen' werden. Nehmt es bitte als gut gemeinten Rat und Warnung, dass es doch vielleicht besser ist, wenn Ihr... emotional ungebunden ohne einen Himmel voller Geigen im Auge behalten könnt, ob er nur so spielt, als ob... er der Trophäenjäger wäre, oder ob nicht wirklich eine Gefahr droht, dass er zu sehr in alte Verhaltensmuster rutscht, mh? Ihr müsst aufpassen, immer aufpassen. Auf ihn, auf Euch; auf euch beide.
Interessant. Sehr viele Metaphern, aber interessant.
Niklas hob für Zanfar irgendwann unvermittelt gegenüber Chasin in beschwichtigender Geste die Hände, ähnlich wie er es zuvor bei ihm getan hatte.
"Es mag gut sein, dass ich mich in ALLEM irre, dann vergesst das Ganze. Ich habe sowieso zu viel gesagt, was eine echte Neuheit angesichts der Tatsache wäre, dass ich ja gar nichts gesagt habe, nicht wahr?"
Er lächelte schief - es war ein so fahler Anflug eines Scherzes, dass sich nicht einmal wirklich Gelb bei ihm zeigte. Eher immernoch Sorge, Angst... die Wut war verblasst, stattdessen wirkte er leicht müde. Chasin war schon seit ihrem Ausschluss aus dem Kollektiven Bewusstsein ihrer Rasse kein rein rationales Wesen mehr. Selbst davor hatte sie sich der Erforschung von Emotionen gewidmet. Sie war kein gefühlloses, kaltes Wesen, wie manche die Tha’Roon sehen würden. Sie war ein Individuum und Niklas … Er tat ihr leid.
Sie warf Zanfar einen kurzen Blick über die Schulter zu und bat ihn damit ihr zu vertrauen und sich zurück zu halten. So wie sie es bei vielen Gelegenheiten gesehen hatte, so imitierte sie nicht nur die Hand-zu-Arm-Technik die sich auf die meisten Menschenkinder beruhigen auswirkten, sie tat es, weil sie an die Wirkung glaubte. Sie trat einen Schritt vor, hob den langen grazilen Arm und legte ihn leicht, den Schmutz und das Blut ignorierend, auf seinen Unterarm. Das kostete sie mehr, als er jemals annehmen würde, denn Schmutz war ein Infektionsträger und Blut ebenso. Tha’Roon waren immer um ihre Gesundheit bemüht und Chasin war hinzu noch etwas „eitel“ wenn man bedachte, wie viel sie viel auf die Reaktionen ihrer Umwelt achtete.
„Ich danke euch für eure Gedanken.“
Wäre sie ein Mensch, so hätte sie in dieser Situation noch andere Faktoren mit einbezogen. Aus Niklas Perspektive bewies sie in dieser Art der Zuwendung, dass sie ihm genug vertraute um mit ihm in körperlichen Kontakt zu treten, den sie normaler Weise nicht suchte. Er könnte ihr schließlich durch leichtesten Druck die Quetschungen zufügen. Was sie allerdings gerade nicht bedachte, da der Schwerpunkt ihrer Aufmerksamkeit auf ihrem Auftrag lag, war dass Zanfar sie aus einer Dunkelelfen geprägten Sicht beobachtete und seine eigenen Schlüsse ziehen könnte, egal ob sie diese bestätigte oder nicht. So wie sie sich gerade dem Meisterspion näherte, so kurz nachdem sie aus Zanfars Armen gerissen worden war, konnte es wirklich etwas kühl und berechnend wirken, was sie tat. Vielleicht sogar mehr als nur etwas. Neigten Dunkelelfen wie Menschen zu Eifersucht und wie stand es da um die Tha’Roon? Hier prallten die unterschiedlichen Temperamente aufeinander, aber zum Glück währte der Moment nur kurz und Chasin zog ihre Hand wieder zurück.
„Ich werde sie bewahren, wie alle Gedanken, die mir im Vertrauen entgegen gebracht wurden.“
Damit schloss sie zwar auch auf gewissen Weise Zanfar aus, aber bewies einmal mehr, dass man ihr vertrauen konnte. Auch Zanfars Geheimnisse würden immer bei ihr sicher sein.
„Ich möchte euch nun nicht lange weiter aufhalten. Habt ihr noch etwas das ihr uns mitteilen wollt?“
Dann sah sie auch fragend wieder Zanfar an, ob er etwas sagen oder denken wollte und bewegte sich zu den beiden Männern so, dass sie möglichst viele Gedanken auffangen könnte.
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Zanfar by zan
Zanfar vom Wichtel (der höchstwahrscheinlich Brovi ist)

Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Samstag 2. Juli 2016, 16:57

"Ich? Nein."
Beantwortete Walsing die Frage des Nichtgenannten, ob er vorhatte, nach Grandessa zu reisen. Die Entgegnung war nicht ganz so locker gesprochen, wie sie hätte klingen können. Er verbarg vermutlich etwas. Oder der Dunkelelf war Paranoid. Sicher konnte Chasin mehr Licht in die Sache bringen.
"Aber das mit der Vorstellung ist... nicht ganz so einfach."
Fuhr Niklas san Walsing fort.
Überlegend drückte er die Zunge gegen seine Zähne, ehe er sich scheinbar auf Chasin konzentrieren wollte. Dann sah er aber zu Zanfar und in seinem Blick etwas Herausforderndes aufblitzte.
"Ich will nicht unterstellen, dass Ihr aus der Übung seid, was Intrigen und Spionage angeht, das wäre sicher völlig übertrieben..."
In diesen Worten lag eine unter einem Teil Ehrlichkeit verborgene dicke Portion Sarkasmus.

Die (ausnahmsweise gut sichtbaren) Augenbrauchen des Nichtgenannten schnellten in die Höhe und leichte Belustigung zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Die Ablehnung, die sich darunter verbarg, war durchaus zu spüren.
Ah natürlich ärgert es dich, dass der Dunkelelf, den du gerade so in deinem ‚Reich‘ duldest, sich herausnimmt dir zu sagen, was du tun könntest … und deswegen teilst du selber aus.
"...aber wenn IHR die Prinzessin des feindlichen Reiches hättet, dann würdet Ihr doch auch nicht erwarten, dass die jetzt die Hände in den Schoss legen und auf Eure Bedingungen warten, nicht? Würdet Ihr herausfinden wollen, was sie vorhaben? Natürlich würdet Ihr das."
Er hob in wohlwollender Warnung die Brauen und seine Stimme wurde leise:
"Und ihr beiden mögt so viele Spione und illoyale Leute im Schloss enttarnt haben wie niemals zuvor in der Geschichte dieses Königreiches, aber es braucht nur ein paar billig bezahlte Augen rund um den Palast, die ungewöhnliche Bewegungen beobachten, Ohren die seltsam erscheinenden Anweisungen vernehmen und die Lippen weiter flüstern lassen... oder abweichende Meinungen zur Politik, die sich nicht verhaften lassen"

Das war … beeindruckend ‚uneingeschnappt‘. Ich hatte mit mehr Tiefschlägen gerechnet, bevor er wieder Sachlich wird. Er hat eine beeindruckende Selbstbeherrschung, dass er dem ‚Feind‘ so höflich gegenübertritt.
Und dabei mache ich es ihm so schwer, in dem ich mit meiner ‚bösen Dunkelelfen Visage‘ direkt vor seiner Nase stehe.

"Wenn diese Mission gelingen soll, dann sieht man von euch beiden die nächsten Tage so wenig wie möglich, was nicht euren üblichen Tätigkeiten entspräche. Man sieht Euch nicht zu früh mit... auffälligen Leuten... Ihr versteht? Selbstverständlich tut Ihr das, verzeiht."
Er deutete eine seltsam steife Verneigung in Richtung des Elfen an –

Bin ich dann also entlassen, ja?
– und wandte sich nun doch zu der Tha’Roon, sah ihr offen in die Augen; er schien förmlich den gedanklichen Kontakt zu suchen, soweit ihm das als Laien möglich war, aber er machte sich hervorragend.
Die Geste viel Durchaus auf und er runzelte Leicht die Stirn. Er hasst es, ausgeschlossen zu werden, nicht nur, weil er ungemein Neugierig war. Allerdings würde ihn Chasin sicher aufklären. Und hoffentlich auch über noch mehr, was Walsing so durch den Kopf ging.
Nochmal atmete Walsing tief durch und fuhr sich mit der Rechten einmal grob kämmend durch die Haare. Der Spion wirkte aufgebracht und schien sich über etwas zu ärgern, war aber bemüht, dessen Herr zu werden.
Er sah kurz wieder zu Zanfar und deutete verhalten zu Chasin, während er mit einem überwiegenden Petrol leise eher rhetorisch anmutend fragte:
"Ihr erlaubt ein kurzes 'Gespräch' unter vier Augen..?"

Nein.
Missfallen verzog das ansonsten recht ansehnliche Gesicht des Dunkelelfen. Er wusste, dass es an Chasin war, dies abzulehnen, oder eben dem zuzustimmen.
„Drei.“
Antwortete Chasin. Etwas überrascht sah der Nichtgenannte zu ihr und Erheiterung verdrängte kurz seinen Ärger.
Du machst Witze? Chasin, es scheint mir, der Umgang mit Dunkelelfen schadet deiner makellosen Sachlichkeit erheblich!
Allerdings wehrte seine Freude nicht lange. Sie hatte zugestimmt. Es war besser, als dieser einseitige Gedankenaustausch exklusiv UNSERE Sache war.
Stellte er gedanklich etwas beleidigt fest.
Er beschloss, sich nach außen gelassen und gleichgültig zu geben und tat, was er schon seit Walsings eintreten hatte tun wollen. Er ging zu seiner Maske, hob sie auf und legte sie wieder an. Aber nicht, bevor er noch kurz mit einer Handbewegung die Jacke, die er über Chasins Schultern gelegt hatte, etwas weiter schloss. Natürlich ohne zwischen Chasin und Walsing zu stehen und damit ihren Augenkontakt zu stören.
Das kühle Metall auf der Haut zu spüren war eine Erleichterung und ein Stück der Anspannung, die er empfand viel von ihm ab. Fast hätte er darüber seinen Groll mit dem Meisterspion vergessen. Fast.
Das Gespräch, oder besser den Monolog, den Chasin und Niklas führten schien etwas länger zu sein.
Will er mich ausschließen?! Oder wagt er nicht, laut zu sprechen? Aber eigentlich wäre es dann ausreichend leise zu sprechen. Er spricht Tatsächlich mit ihr über mich, oder etwas sehr Persönliches … für ihn will ich hoffen, dass er ihr gerade ein Klagelied über seine Hämorriden und seine Eheprobleme spricht … ist er eigentlich überhaupt verheiratet?
Seine Schultern verspannten sich wieder etwas, als er sich selbst eingestand, dass der erste Punkt um einiges Wahrscheinlicher war. Eifersucht und Zorn ließen ihn mit den Zähnen knirschen. Und da war noch etwas Anderes. Etwas, dass er in diesem Zusammenhang noch nie gespürt hatte.
Er schämte sich und war peinlich berührt, weil man ihn in einer solch intimen Situation mit Chasin überrascht hatte. Natürlich ärgerte es ihn, dass seine Aufmerksamkeit so nachgelassen hatte. Aber er hatte sich noch nie dafür geschämt, mit jemandem … intim zu werden, und dabei ‚Beobachtet‘ zu werden.
Zanfar hätte allenfalls aufgeblickt und verärgert verkündet, dass, wenn der Mensch nicht mitmachen wolle, er gefälligst draußen zu warten habe und wäre völlig unbeeindruckt gewesen. Aber der Nichtgenannte … diese ganze Situation war ganz Katastrophal aus den Bahnen geraten und er wusste noch nicht, ob er Walsing verzeihen konnte, sie so gestört zu haben. Oder sich selbst, weil er die Beherrschung verloren hatten.
Er sammelte noch seine Schwerter auf und warf sich seinen Gi über die Schultern und verschloss ihn locker. Dann stellte er sich mit verschränkten Armen neben Chasin. Nun wieder Maskiert und halbwegs verhüllt war seine Körpersprache doch recht eindeutig.
‚Mach, dass du wegkommst.‘
Niklas hob für Zanfar irgendwann unvermittelt gegenüber Chasin in beschwichtigender Geste die Hände, ähnlich wie er es zuvor bei ihm getan hatte.
"Es mag gut sein, dass ich mich in ALLEM irre, dann vergesst das Ganze. Ich habe sowieso zu viel gesagt, was eine echte Neuheit angesichts der Tatsache wäre, dass ich ja gar nichts gesagt habe, nicht wahr?"
San Walsing lächelte schief - es war ein fahler Anflug eines Scherzes.
Chasin warf Zanfar einen kurzen Blick über die Schulter zu und bat ihn damit ihr zu vertrauen und sich zurück zu halten.

Um den Nichtgenannten flackerte das rot von Wut um ihn herum, aber auch Eifersucht und Scham mischte sich in schlieren dazu.
So wie sie es bei vielen Gelegenheiten gesehen hatte, so imitierte sie nicht nur die Hand-zu-Arm-Technik die sich auf die meisten Menschenkinder beruhigen auswirkten, sie tat es, weil sie an die Wirkung glaubte. Sie trat einen Schritt vor, hob den langen grazilen Arm und legte ihn leicht, den Schmutz und das Blut ignorierend, auf seinen Unterarm.
„Ich danke euch für eure Gedanken.“

Das hat sie gerade nicht wirklich getan!!!!
„Ich werde sie bewahren, wie alle Gedanken, die mir im Vertrauen entgegengebracht wurden.“
ERST schließt Walsing mich aus, um mit ihr über mich zu reden und dann verkündet sie, dass sie darüber Stillschweigen bewahrt?! Bei jedem anderen hätte ich mit einem politischen Schachzug gerechnet, aber ich WEIS das sie zu ihrem Wort steht. Wie kann sie mir das nur antun?! Ist das hier alles nur ein Coup um den dummen ‚Dunkelelfen‘ gefügig zu machen? Manipuliert sie mich etwa, damit ich tue, was sie will und das brave Schoßhündchen bleibe? Vielleicht bin ich ja nur ihr kleines Experiment.
„Ich möchte euch nun nicht lange weiter aufhalten. Habt ihr noch etwas das ihr uns mitteilen wollt?“
Dann sah sie auch fragend wieder Zanfar an, ob er etwas sagen oder denken wollte und bewegte sich zu den beiden Männern so, dass sie möglichst viele Gedanken auffangen könnte.

Der Nichtgenannte trat ein paar Schritte zurück und positionierte sich schräg hinter/neben der Tha’Roon. Er sprach kein Wort, aber die Ablehnung in seiner Haltung sprach Bände. Offenbar wartete er nur darauf, dass Niklas den Raum verließ.
Ich bin im Moment zu wütend, um über das nach zu denken, was hier passiert ist, vielleicht ist es ein Missverständnis und ich verstehe sie nicht genug … ich werde jedenfalls keine weitere Frau verlieren, weil ich aus Eifersucht dumm handele.
Seine Fäuste verkrampften sich, bis die Knöchel weiß hervortraten und seine Zähne bissen so fest aufeinander, dass ihm der Kiefer schmerzte.
Aber, wenn sie mich tatsächlich ausspielt, dann wird sie es bereuen. Niemand benutzt mich ungestraft! Nicht noch einmal.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Gestalt » Samstag 2. Juli 2016, 22:46

Chasin trat einen Schritt vor, hob den langen grazilen Arm und legte ihn leicht, den Schmutz und das Blut ignorierend, auf Niklas' Unterarm. Der schaute auf und seine Brauen hoben sich leicht fragend - mit dieser Reaktion hatte er scheinbar nicht gerechnet, aber er blieb ruhig stehen. „Ich danke euch für eure Gedanken.“
Ausatmen. Chasin sah sich in ihrer Theorie von der beruhigenden Geste wieder bestätigt, denn es schien zu wirken. Nicht sauer. Gut. Sein linker Mundwinkel zog sich schief hoch und er spähte verhalten zu Zanfar. Bei ihm wär ich mir da weniger sicher...
„Ich werde sie bewahren, wie alle Gedanken, die mir im Vertrauen entgegen gebracht wurden.“
Bewahrt sie nicht ZU gut... naja, Ihr wisst schon, was ich meine. Leicht abgelenkt behielt der Meisterspion den nun wieder äußerlich vom Dunkelelfen zum Nichtgenannten Gewandelten im Blick.
„Ich möchte euch nun nicht lange weiter aufhalten. Habt ihr noch etwas das ihr uns mitteilen wollt?“
Walsing schüttelte knapp den Kopf. "Ich werde Franceska noch vorbei schicken... wegen der Namen. Aber das wird nicht so bald sein" - er schien damit dezent auch anzudeuten, dass sie von seiner Seite aus keine weiteren Überfälle so schnell zu befürchten hatten - und Franceska würde sicher auch anklopfen. Erida bescheid sagen, dass sie die beiden in Ruhe lassen soll... erstmal, schien er zudem für sich selber eine gedankliche Notiz zu machen und wandte sich zur Tür. Zanfars Botschaft zu dem Ganzen war mehr als eindeutig, selbst für ihn.

An der Tür hielt er nochmal inne und suchte Zanfars Blick, atmete ein, dass es dem Ansatz eines Seufzens ähnlich wirkte. Eine dezente Abwandlung von Braun, die eher Bedauern als Trauer um jemanden bedeutete, und Petrol schleierten auf. Kann ich dir irgendwie sagen, dass es mir leid tut? Wohl nicht. Egal jetzt. Vielleicht schafft sie was...
"Ich wünsche euch noch einen schö... ruhigen Abend. Verzeiht." Damit verschwand er durch die Tür. Ein aufmerksamer Blick verriet, dass neben der Tür tatsächlich seine Stiefel standen - sauber.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Sonntag 3. Juli 2016, 23:22

Walsing schüttelte knapp den Kopf als Antwort auf Chasins Frage.
Sehr gut. Mach, dass du verschwindest, Mensch.
"Ich werde Franceska noch vorbei schicken... wegen der Namen. Aber das wird nicht so bald sein" - er schien damit dezent auch anzudeuten, dass sie von seiner Seite aus keine weiteren Überfälle so schnell zu befürchten hatten - und Franceska würde sicher auch anklopfen.
An der Tür hielt er nochmal inne und suchte Zanfars Blick, atmete ein, dass es dem Ansatz eines Seufzens ähnlich wirkte.
"Ich wünsche euch noch einen schö... ruhigen Abend. Verzeiht." Damit verschwand er durch die Tür. Ein aufmerksamer Blick verriet, dass neben der Tür tatsächlich seine Stiefel standen - sauber.

Zanfar hatte sich fast dazu überwunden, eine Verbeugung an zu deuten, um die Form zu wahren, da sah er sie.
Saubere Stiefel.
Seine Hände bewegten sich schneller als sein Verstand. Mit einem wütenden zischen schleuderte er eines seiner Wakizashi in Richtung der, zum Glück jetzt geschlossenen, Tür.
Die Klinge durchbohrte das Holz und blieb zitternd in der Tür stecken. Ein schmaler riss zog sich nun durch diese und das blitzen von Metall war auf der anderen Seite sichtbar, wo die Spitze des Schwertes das Holz durchstoßen hatte.
Der Dunkelelf atmete einige Male schwer ein und aus und starrte Sekundenlang auf seine Waffe.
Wie unerwartet … ich hätte nicht gedacht, dass ich so gut treffe
Dann fixierte er seine Begleiterin und eine feurige Korona aus Rot umtanzte seine Aura, gemischt mit Eifersuchts-Kupferbraun und Mistrauen, das sich in Violettblau zeigte. Er war gute zwanzig Zentimeter kleiner als die Tha’Roon, doch diesen Mangel an Höhe machten seine Aggressivität und Körpersprache wett, als er sich vor ihr aufbaute. Sie konnte das Knirschen seiner Zähne hören während es ihn einige Augenblicke kostete, tatsächlich zu sprechen.
„Ich weiß, er hat mit dir über mich … ‚gesprochen‘. Und deine Antwort darauf ist, dass du dich Bedankst und ihm Verschwiegenheit garantierst?!“
Er hatte die Hände zu Fäusten geballt und das Kinn herausfordern hervorgeschoben.
„Ich dachte, wir wären "- Freunde- "Verbündete!!! Habe ich mich geirrt? Steckst du eigentlich mit ihm unter einer Decke?!“
Er machte noch einen weiteren Schritt auf sie zu und setzte dazu an, ihre Arme zu ergreifen –
Nein, tu das nicht, wenn du sie anfasst, verletzt du sie nur.
– stoppte aber dann und wand sich stattdessen um und ging einige Schritte von ihr weg, um sich dann ruckartig um zu drehen.
„Erkläre dich, Weib, denn im Moment begreife ich dich nicht! Was sollte das mit Walsing … und … und …“
Das Violettblau wurde deutlicher und mischte sich mit Bordeaux, das die Tha’Roon als Enttäuschung deuten würde, während stränge reinerem Blaus die Aura durchwuchsen.
„Sag mir, was das davor war! Sag mir, was es bedeutet hat!“
Die wütende Energie wich aus seinem Körper und er schrumpfte zu seiner üblichen Größe.
„Bin ich für dich nur ein interessantes Experiment? Jemand, den du an der Nase herumführen und nach Belieben lenken kannst?“
Der Narr, der sich in dich verliebt hat und dir wie ein Hündchen hinterherrennt und jeden Unsinn mitmacht?! Aber warum sollte ich dir Vorwürfe machen? Ich bin ja der Dummkopf der in die Falle lief, während er sich einbildete, er würde mit DIR spielen!
Er senkte den Kopf Angriffslustig.
Nein sag es nicht, du bist paranoid, sag es …
„Arbeitet ihr Beiden vielleicht näher zusammen, als ich weiß?! Tust du das alles hier nur, um dir meine Unterstützung im kommenden Auftrag zu sichern?!“
Da, raus ist es. So viel zu: Ich verliere keine Frau mehr, weil ich die Beherrschung verliere. Immerhin ragt ihr noch kein Dolch aus der Brust.
Mit bebenden Schultern und schwer Atmend stand der Nichtgenannte vor Chasin und wartete auf ihre Antwort. Seine Aura war so Farbig und hell, wie nur selten.
Violettblau und Blau bildeten den Kern, umschlossen von einer dünnen Schicht rot und kleinen gelbbräunlichen Einstichen, die wohl am ehesten für Selbstironie stehen konnten.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Montag 4. Juli 2016, 22:53

Saubere Stiefel...
Zanfars Hände bewegten sich schneller als sein Verstand und waren damit für Chasin unberechenbar. Mit einem wütenden Zischen schleuderte er eines seiner Wakizashi in Richtung der, zum Glück jetzt geschlossenen, Tür und die Tha’Roon zuckte heftig zusammen. Die Klinge durchbohrte das Holz und blieb zitternd in der Tür stecken.
Der Dunkelelf atmete einige Male schwer ein und aus und starrte Sekundenlang auf seine Waffe. Chasin tat es ihm gleich, den etwas hatte sich verändert und noch wagte sie nicht zu spekulieren was es war. Zanfar drehte sich zu ihr, fixierte seine Begleiterin und eine feurige Korona aus Rot umtanzte seine Aura, gemischt mit Eifersuchts-Kupferbrauen und Misstrauen, das sich in Violett-blau zeigte. Er war gute zwanzig Zentimeter kleiner als die Tha’Roon, doch diesen Mangel an Höhe machten seine Aggressivität und Körpersprache wett, als er sich vor ihr aufbaute. Sie konnte das Knirschen seiner Zähne hören während es ihn einige Augenblicke kostete, tatsächlich zu sprechen.
„Ich weiß, er hat mit dir über mich … ‚gesprochen‘. Und deine Antwort darauf ist, dass du dich Bedankst und ihm Verschwiegenheit garantierst?!“
Er hatte die Hände zu Fäusten geballt und das Kinn herausfordern hervor geschoben.
„Ich dachte, wir wären "- Freunde- "Verbündete!!! …
Chasins Brustkorb zuckte leicht, als hätte sie einen Schlag vor die Brust bekommen, aber sie blieb aufrecht und still stehen, ohne den Blickkontakt zu unterbrechen.
„...Habe ich mich geirrt? Steckst du eigentlich mit ihm unter einer Decke?!“
Er machte noch einen weiteren Schritt auf sie zu und setzte dazu an, ihre Arme zu ergreifen –
Nicht! Nicht flüchten!
Nein, ... nicht, wenn ... anfasst, verletzt ....
– stoppte aber dann und wand sich stattdessen um und ging einige Schritte von ihr weg, um sich dann ruckartig um zu drehen.
„Erkläre dich, W..., denn im Moment begreife ich dich nicht! Was sollte das mit Walsing … und … und …“
Das Violett-blau wurde deutlicher und mischte sich mit Bordeaux, das die Tha’Roon als Enttäuschung deutete, während Stränge aus reinerem Blau die Aura durchwuchsen.
„Sag mir, was das davor war! Sag mir, was es bedeutet hat!“
Die wütende Energie wich aus seinem Körper und er schrumpfte zu seiner üblichen Größe.
„Bin ich für dich nur ein interessantes Experiment? Jemand, den du an der Nase herumführen und nach Belieben lenken kannst?“
.. Narr, ... dich verliebt ... Hündchen ...rennt ... Unsinn mitmacht?! ... sollte ich ... Vorwürfe machen? ... bin ... der... Falle lief, ... einbildete, er würde ... spielen!
Er senkte den Kopf angriffslustig.
Nein sag es nicht, .....para..., sag es …
„Arbeitet ihr Beiden vielleicht näher zusammen, als ich weiß?! Tust du das alles hier nur, um dir meine Unterstützung im kommenden Auftrag zu sichern?!“
Da, ... ist es....: Ich verliere keine Frau ..., ... Beherrschung verliere. ... ... kein Dolch aus... Brust.
Es war schwer den Sinn aus seinen Gedanken zu extrahhieren, aber das meiste hatte sie verstanden...hoffendlich..und leider. Mit bebenden Schultern und schwer Atmend stand der Nichtgenannte vor Chasin und wartete auf ihre Antwort. Seine Aura war so Farbig und hell, wie nur selten. Violett-blau und Blau bildeten den Kern, umschlossen von einer dünnen Schicht rot und kleinen gelbbräunlichen Einstichen, die wohl am ehesten für Selbstironie stehen konnten.
Chasin hatte sich keinen Millimeter gerührt. Auch jetzt stand sie nur fest in seine Jacke gehüllt da und ...zitterte. Sie versuchte es zu verbergen, genauso wie ein Opfer seinem Jäger keine Schwäche zeigen wollte, aber ganz und gar konnte sie es vor Zanfars geübten Sinnen nicht verstecken. Sie hatte Angst vor ihm. Ihre Finger hatten sich unwillkürlich in den festen Stoff gekrallt und hielten ihn fest um ihre schmalen Schultern gespannt, wodurch sie allerdings die verspannte Haltung sogar noch hervor hob. Ihr Atem ging flach und schneller als gewöhnlich, wenn auch noch nicht panisch.
Nicht fliehen! Nicht bewegen! Was ist nur mit ihm los? Er benimmt sich wie ein verstörtes Tier. Warum ist er so wütend auf mich? - wütend auf mich - auf mich - mich...
Die Emotionen der Tha’Roon flatterten wie ein Schwarm Schmetterlinge durcheinander und sie versuchte sie verbissen einzufangen.
Keine Angst zeigen! Sie könnte ihn zu einem Angriff verleiten. Nichts was nach Eingeständnisse oder Ausflüchte klingen würde... Nichts was ihn weiter aufregen könnte... aber was... Nichts... Sag einfach nichts.
Die Anspannung war anstrengend und eine Tha’Roon hatte nicht all zu viele Reserven. Es war nur emotionaler Terror, dem sie ausgesetzt war, etwas das sie unter anderen Umständen durchaus verarbeiten konnte, aber Zanfar hatte in ihr etwas geöffnet, dass sie nicht einfach so schnell wieder schließen wollte. Seine Wut, seine Eifersucht, seine Trauer, sein Misstrauen, seine Enttäuschung ...alles strömte ungefiltert auf sie ein. Chasin taumelte leicht und ließ sich dann langsam, in fließenden Bewegungen rückwärts auf die Couch sinken. Dort schloss sie erst einmal ihr Auge und atmete tief durch. Noch immer schweigend und mit gesenktem Kopf hob sie langsam einen Arm, die Handfläche nach oben. Eine bittende Geste, die mehr sagte als Worte. Dadurch, dass sie ihn nicht ansah gab sie ihm all das Vertrauen das sie noch in sich hatte ihm zurück.
Doch das schlimmste in diesem Chaos war, dass sie gerade Niklas in einem Punkt Recht geben musste. Das was zwischen ihr und diesem wundervollen Mann entwickelte forderte sehr viel Aufmerksamkeit. Vielleicht zu viel, wenn sie ihre Aufgabe erfolgreich vollenden wollten. Doch das Problem an Niclas gedanklicher Warnung war, dass es sich dabei um eine „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ handelte und er somit zum eigentlichen Auslöser geworden war. Dadurch dass der Meisterspion Chasin seine Sorgen und sein Misstrauen mitgeteilt hatte, war erst Sorge und Misstrauen in Zanfar geweckt worden. Sagte man einem Menschenkind es sollte keine Angst haben, es gäbe keine Monster in Schränken, dann fürchtete es sich trotzdem, weil es gerade von möglichen Monstern in Schränken gehört hatte. In Zanfars Situation war seine Reaktion durchaus nachvollziehbar, selbst wenn man nicht einmal den Schrank erwähnt hatte, aber das Monster war trotzdem geweckt worden. Etwas nicht zu sagen, hieß noch lange nicht, dass man keine Informationen verbreitete und Zanfar war ein feinsinniges Wesen mit einem starken Beschützerinstinkt. Einem Instinkt dem Chasin trotz all seiner Vorwürfe noch immer vertraute. Reglos mit gesenktem Blick und ausgestreckter Hand harrte sie der Dinge die da kamen.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Gestalt » Dienstag 5. Juli 2016, 23:12

(währenddessen, auf dem Flur...)

Die Tür schloss sich und der Edle erlaubte sich ein winziges Ausatmen, grinste aber keinen Lidschlag später auch. Holla, das war eine deutliche Körpersprache zuletzt! Er beugte sich zu seinen Stiefeln herunter, als er ein seltsam knallendes Geräusch über sich hörte und über die Stiefel hinweg weiter den Flur längs hechtete.
Was war DAS?!
Schnell wieder auf die Füße zu kommen, war selbst für ihn als "Höfling" weniger ein Problem, schließlich war er der festen Meinung, dass er auch in diesem Beruf nicht aus der Übung kommen sollte, aber dieses Geräusch und den dazugehörigen Grund dafür direkt in seinem Rücken zu erleben, war er schon länger nicht mehr gewohnt gewesen. Meistens war es ein Messer im Türrahmen gewesen - auf Kopfhöhe, wenn sein Gegner gut war, versteht sich. Seine Brauen hoben sich, als er auf die glänzende Spitze der im Holz steckenden Waffe sah.
Chasin? Alarmiert verharrte er für zwei Herzschläge und wartete auf weiteren Lärm aus dem Zimmer. Sollte der Dunkelelf sich entschlossen haben, herum zu wüten, konnte er ihr jetzt bereits schon eh nicht mehr helfen. Zu zerbrechlich.
Aber es blieb verhältnismäßig still. Beziehungsweise, durch das beschädigte Holz drangen leise Worte nach draußen, und er konnte nicht anders...

Eine Dienerin näherte sich eiligen Schrittes, um zu ergründen, was das für Lärm gewesen war, und der oberste Spion des Königs gebot ihr nur mit einer stummen Geste, inne zu halten und still zu sein.
...darauf ist, dass du dich Bedankst und ihm Verschwiegenheit garantierst?!“
„Ich dachte, wir wären .. Verbündete!!! Habe ich mich geirrt? Steckst du eigentlich mit ihm unter einer Decke?!“

Niklas' Brauen ruckten wieder in verquerer Belustigung hoch. Ist er wirklich so schnell gegen seine Verbündeten aufzubringen? Das ist nicht gut... Wobei, er wusste ja, wobei er die beiden gestört hatte und konnte nicht anders, als innerlich ein wenig darüber zu feixen, wie er - halbwegs kontrolliert immerhin noch - an diesem Wespennest probehalber leicht geschüttelt hatte und nun den Zwei-Personen-Insektenstaat dabei beobachtete, wie sie aufgeregt umeinander schwirrten; er definitiv aufgeregter als sie.
„Erkläre dich, Fg?he&, denn im Moment begreife ich dich nicht! Was sollte das mit Walsing … und … und …“
„Sag mir, was das davor war! Sag mir, was es bedeutet hat!“

Das wird sie wahrscheinlich nicht..., dachte Niklas zufrieden. Jedenfalls nicht so. Er hätte sich sonst in der Tha'roon schwer getäuscht, es verwunderte ihn nur ein wenig, dass sie so vollkommen still blieb. Vor Schreck umgefallen? Wohl nicht. Mit wedelnder Handbewegung scheuchte er die Dienerin weg.
Die waren hier wirklich überall, schlimmer als die Schmeißfliegen... Gut, die meisten arbeiteten deswegen auch für ihn, aber... Naja, immerhin waren seine Stiefel bereits wieder sauber. Das war tatsächlich schnell gegangen! Aber er würde sich darüber sicher nicht beschweren. Und was es für einen Eindruck bei den Beiden im Zimmer hinterlassen hatte, ahnte er sogar in diesem Moment ausnahmsweise nicht.

„Bin ich für dich nur ein interessantes Experiment? Jemand, den du an der Nase herumführen und nach Belieben lenken kannst?“
Viele andere könnten ihr das mit gutem Grund unterstellen, aber DU...? Huiuiui, da ist wirklich jemand schnell eifersüchtig. Seltsam schnell eifersüchtig, hmmm...
„Arbeitet ihr Beiden vielleicht näher zusammen, als ich weiß?! Tust du das alles hier nur, um dir meine Unterstützung im kommenden Auftrag zu sichern?!“
Niklas musste sich glatt ein Lachen verkneifen. Hoah, das wär berechnend, du glaubst wirklich, wieder in Morgeria zu sein, was mein Freund?! Hat dich irgendwer schon mal so benutzt, ha? Hahahaha! Wenn sie SOWAS als ihre Mittel nutzt und ich das bisher nicht bemerkt hab, nehm ich meinen Hut!
Apropos...

Er zog die Unterlippe zwischen die Zähne und überlegte, ob die Szene es wert war, sie länger zu beobachten. Er musste schließlich auch noch zu seiner Majestät.
Nein. Ich hab die beiden heute schon lange genug geärgert.
Er bückte sich zu seinen Stiefeln und entfernte sich zunächst leise sockfuss, sicher war sicher. Das Letzte, was er jetzt gebrauchen konnte, war ein wütender Dunkelelf, der ihn hörte und begriff, dass er belauscht worden war. Die beiden müssen hier wirklich leiser sprechen. Ich hab ihr doch gesagt, die Wände haben Ohren..., schüttelte er weise tuend für sich den Kopf. Schließlich waren es meistens seine Ohren, oder welche, die er dafür bezahlte. Chasin hatte ihm wirklich einen Palast hinterlassen, in dem er sich fast frei durch sämtliche Geheimgänge bewegen konnte, er musste glatt aufpassen, deswegen nicht nachlässig zu werden.

Es hatte ihn wirklich erschreckt, dass der Nichtgenannte ihn nicht gehört hatte, als er sich auf informellen Wegen Chasins Zimmer genähert hatte - einfach, weil es gerade der deutlich schnellere Weg für ihn gewesen war - und es betrat, als er es leer fand, sich dann dem Salon näherte, die beiden hörte... und mehrere Momente "die Lage sondiert" hatte. Schließlich hatte er sich entschlossen, die beiden in mehrfacher Hinsicht zu testen, hatte sogar seine Stiefel noch aus dem Geheimgang vor die offizielle Tür zu den Gemächern bringen können, war den heimlichen Weg zurück gekehrt und hatte es leise noch einmal bis in die Mitte des Raumes geschafft, bis er es selber für angemessener hielt, auf sich aufmerksam zu machen.
Chasin hatte schneller wieder einen klaren Kopf bewiesen - natürlich - und der Dunkelelf...
nun, Niklas gab sich keinen Illusionen hin, eine echte Konfrontation wäre wirklich häßlich und unangenehm geworden. Unterschätze deine Gegner nicht. Und auch nicht deine Verbündeten. Am besten niemanden.
Aber manche Dinge bekam man eben nur "im Feldversuch" heraus, wie er es nannte.
Das Treffen war in vielfacher Hinsicht informativ gewesen.
Ich muss wirklich auf die beiden noch aufpassen. Das darf auf keinen Fall scheitern alles!
So lästig Bodvicas Dummheit und ihre Liebelei auch waren, der Gedanke, dass Lliris ohne Rücksicht auf sie ihren Machteinfluss hier weiter ausbreiten könnte, jagte ihm einen Schauer des Widerwillens über den Rücken. Nicht, so lange ich mitspiele! Seine Schritte wurden schneller und es sah ein bisschen lustig aus, wie er sich zwei Ecken weiter hastig und teils hüpfend die Stiefel wieder über die Füße zog.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Sonntag 10. Juli 2016, 23:34

Er sprach mit ihr, und sie antwortete ihm einfach nicht! Enttäuschung machte sich in ihm breit und stachelte seine Wut erneut an, als sie ihn nicht einmal mehr ansah.
Unglaublich, denkt sie, dass sie einer Antwort ausweichen kann, nur weil sie schweigt?! Also bin ich ihr auf die Schliche gekommen und sie muss Zeit schinden, um sich eine Antwort zu überlegen! Was für ein schlechter Zug. Und als ob mich dieses Zittern davon überzeugen würde, dass ihr Schauspiel authentisch ist!
Mit neuer Energie stolzierte er auf sie zu und glaubte fast ein Lächeln auf ihren vollen dunklen Lippen zu sehen, während sie ihm höhnisch die Hand entgegenstreckte. Gerade wollte er den Mund aufmachen, um eine Reaktion aus ihr heraus zu kitzeln, die aus etwas Anderem als Schweigen bestand, da verschob sich das Bild vor seinen Augen. Wie Teile eines Puzzles rückte alles an seinen Platz und ergab ein völlig anderes Bild. Er erkannte plötzlich die schlecht verhohlene Furcht in ihrer Haltung und die Erschöpfung in ihren Zügen. Wie vom Blitz getroffen blieb er stehen und starrte sie an.
Das heißt gar nichts. Du hast sie doch nur schief angesehen und da macht sie schon so ein Theater?! Lächerlich, sie will doch nur ausweichen!
Eine Wut, die er sich nicht wirklich erklären konnte, stieg in ihm auf und voller Verachtung starrte er die schlanke Siluette vor sich an. Sein Gi verhüllte ihre dunklen vollen Brüste kaum und eine ihrer Brustwarzen schaute Keck unter dem Stoff hervor.
Darauf soll es also hinauslaufen?! Na, da wirst du dich dieses Mal aber anstrengen müssen, süße Ulyne!

Er blinzelte und einen Moment verschwamm seine Sicht. Und endlich sah er wieder klar.
Verängstigt und geschlagen saß wieder die Tha‘Roon vor ihm und ein Stich fuhr ihm in die Brust.
Das ist Chasin. Ihr Götter, das ist Chasin! Was ist das, was ist mit mir los?! Sind fünfzehn Jahre Abstand denn etwa immer noch nicht genug? Ich mache ihr Angst und bedränge sie mit...
Von sich selbst erschrocken stolperte er einige Schritte zurück und starrte auf die ausgestreckte Hand seiner Schutzbefohlenen.
Was bin ich noch immer für ein Monster, sowas von ihr zu denken und ihr so... nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich nicht zur Vernunft... wenn ich nicht begriffen hätte, dass sie NICHT meine Schwest...
Ihm wurde Schlecht, als ihm recht Lebhafte Szenen vor Augen traten, die sich fest in seinem Gedächtnis verankert hatten. Mit der ersten Frau, die ihm so nahegestanden hatte, wie Chasin jetzt. Ohne ein Wort drehte er sich auf dem Absatz und wäre fast zur Türe hinausgerannt, so sehr hatten ihn Scham und die Furcht vor dem, was noch in ihm Lauerte, gepackt, dann erinnerte er sich an seine Pflicht und ging stattdessen in sein Zimmer.

Er schloss die Türe hinter sich, glücklich über etwas, das zwischen ihm und der zerbrechlichen Tha’Roon stand, selbst wenn es nur dünnes Holz war. Er lehnte sich schwer dagegen und schloss die Augen, um den Aufruhr in seinem Inneren zu beruhigen, aber stattdessen trat das Gesicht einer wohl bekannten und unwillkommenen Person vor Augen.
Ihr wunderschönes Gesicht erschien, ein höhnisches Grinsen im Gesicht. Die Lippen waren leicht geöffnet und versprachen Verheißung, gepaart mit Schmerz und Niedertracht. Der Schwung ihres vollen Mundes stand im Kontrast zu ihrem eckigen, für eine Frau recht starken Kinn. Etwas, dass sie teilten. Er wusste, sie hasste es, aber die harte Linie machte sie nur noch interessanter und verwandelte ihre Schönheit in etwas Außergewöhnliches. Sie war kein Puppengesicht, sondern eine Frau. Und er war bei weitem nicht der Einzige Mann, dem das aufgefallen war.
Und jedes Mal hatten sie gestritten, einander Angebrüllt und Möbelstücke zertrümmert, bis sie schließlich den Kampf in den Laken weiter austrugen. Um beim nächsten Streit die Rollen zu tauschen, weil sie diesmal diejenige gewesen war, die Betrogen wurde. Es war ein extatisches Spiel gewesen, voller Emotion und Leidenschaft … und etwas, mit dem sie sich langsam aber sicher gegenseitig zerstörten.

Er presste seine Faust gegen seine Stirn, während seine andere Hand, zur Faust geschlossen, den Ellenbogen des anderen Armes stütze. Sein Hals fühlte sich an, als hätte sich darum ein Seil geschlungen und er schluckte schwer und trocken.
Was ist los mit mir?! Bin ich wahnsinnig geworden?! Wie kann ich nur unsere Freundschaft so gefährden?! Ihr Wohlbefinden so riskieren? Wenn ich die Beherrschung noch mehr verloren hätte, hätte ich sie töten können … und das alles auch noch, vermutlich, in Hörreichweite des Spionage Meisters des jorsanischen Reichs?!
Er ließ sich, noch immer an die Tür gelehnt, zu Boden gleiten und Barg das Gesicht in den Händen.
Ich fürchte, Chasins Glaube in mich hat mich wirklich so sehr eingelullt, dass ich das dunkelelfische Monster in mir vergessen habe ... Dabei hätte ich es besser wissen müssen. Sie kennt das Böse kaum und mich genauso wenig. Ob sie jetzt begreift?
Ein Schauder überkam ihn bei Gedanken daran, was diese Einsicht aus ihrer Beziehung machen könnte.
Ich muss Walsing vermutlich dankbar dafür sein, dass er mich daran erinnert hat, dass dieser Mistkerl in mir immer noch nicht tot ist. Nur begraben.
Ein Ächzen entrang sich seiner Kehle, während er nach unten starrte.
Ich muss Chasin nicht nur vor ihrer Umwelt schützen... sondern auch... vor MIR.
Er presste die Zähne aufeinander und hielt sich mit aller Gewalt davon ab, das zu tun, wonach ihm wirklich war. Etwas, irgendetwas zu zerschlagen und seiner Wut und seinem Frust ein Ventil zu geben.
Aber wenn er weiter die Beherrschung verlor, würde er Chasin nur noch mehr Ängstigen.


(ooc: ein ganz dickes Danke an Darna, das sie mir geholfen hat, den Text in etwas Glaubhaftes zu verwandeln!)

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Donnerstag 14. Juli 2016, 18:22

Eben hatte noch die Wut seiner Aura sie fast überrollte wie eine Flutwelle und plötzlich war er weg. Sie hörte eine Tür klappen und hob den Kopf in Richtung seines Zimmers. Die Tür war geschlossen. Ein leises schleifendes Geräusch ließ dahinter eine Bewegung vermuten und Chasin konnte kaum atmen. Was war hier nur geschehen?
Durch die Kunst des „nichts sagens, aber alles für die Phantasie offen lassens“ hatte der Meisterspion, der Meister der Manipulation es geschafft, genau das zur Wahrheit werden zu lassen, vor dem er sie gewarnt hatte. Chasin erbebte bei dem Gedanken. Zanfar war in sein dunkles Selbst zurück gefallen, dass Chasin immer hinter seinen Mauern hatte lauern sehen, aber nie danach gefragt hatte – aus gutem Grund. Noch nie war Zanfar so verletzlich gewesen. Niklas hatte die Abgründe des Dunkelelfen erkannt und gegen ihn gewendet. Er musste Zanfars blanke Narbe gespürt haben und hatte sie hatte sie mit scharfkantigen Zweifeln einfach wieder aufgerissen. Sie unterstellte ihm keine bösartige Absicht, aber doch ein gewisses maß an Unbedachtheit. Vielleicht... ganz vielleicht, hatte er es doch mit Absicht getan, aber was würde es ihm bringen einen Verbündeten zu schwächen? Spielte er dieses Spiel um Zanfar daraus gestärkt hervor gehen zu lassen? Oder sie beide? Wenn es so wäre, wäre dies ein sehr gewagter Schachzug, denn er könnte damit seine wichtigsten Verbündeten verlieren, wenn es schief ging.
Chasin starrte die Tür an.
Noch nie hatte Zanfar sich so gehen lassen, war noch nie so mental geschwächt gewesen, so unkonzentriert. Vielleicht war da etwas, dass Chasin nicht verstehen konnte, egal wie lange sie ein Herz studierte. Vielleicht hatte Niklas ja recht, aber sie wollte es nicht glauben. Zanfar hatte viel erlebt und viel Schmerz ausgehalten und nun ließ er sich einfach so aus der Bahn werfen? Er hatte die Maske der Nichtgenannten angelegt, aber anscheinend niemals wirklich mit seiner Vergangenheit abgeschlossen. Hatte er sie nur oberflächlich getragen und nichts aus den Lehren gelernt? Sie wusste nichts von seinen Gedankengängen, von der Bosheit seines Geistes, aber sie kannte den Mann, den sie zurück ins Leben gerufen hatte und der stark an ihrer Seite gestanden hatte... bis jetzt.
Niemals würde sie auch nur ahnen, welche Dämonen seine Seele quälten, also wie sollte sie zu irgendeiner Art Einsicht gelangen, wenn ihr Vertrauen in ihn noch immer ungebrochen war?! Sie selbst hatte ein beschütztes Leben geführt, nie Verrat oder Hinterlist am eigenen Geist erlebt wie er. Sie konnte vertrauen. Warum auch nicht? Warum sollte sie sich vor etwas fürchten, was sie nur aus der Theorie kannte? Sie fürchtete einzig das einzige Wesen zu verlieren, zu dem sie in als Individuum eine Verbindung aufgebaut hatte.
Ein leises Ächzen entrang sich seiner Kehle hinter der Tür und Chasin stand langsam auf. Auf dem Weg zog sie die Träger ihres Unterkleides wieder notdürftig über die Schultern und legte dann ihre Handfläche an das Holz, dass sie von ihrem Freund trennte und es schien ihr fast, als würde die Intensität seiner Gefühle durch das dünne Material sickern. Auch wenn die Wände hier Ohren hatten, so musste sie ihm doch eine Freundin sein, also sprach sie leise mit der Stirn an den Rahmen gelehnt einen einzigen Satz:
„Ich bin da.“
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Freitag 15. Juli 2016, 20:33

„Ich bin da.“
Chasins Stimme war leise, aber gut hörbar.
Wie gelähmt saß der Nichtgenannte auf der anderen Seite der Türe und lauschte ungläubig. Sie hatte nah genug geklungen, um vor der Türe zu stehen. Der Satz klang so nüchtern und doch ahnte er, dass er bei weitem nicht so gemeint war. Sie hatte also ihre Angst überwunden, oder möglicherweise sogar gar keine Angst mehr vor ihm. Aber konnte er wirklich davon ausgehen, dass das zu traf? Eigentlich bedeutete es nur, dass sie Mutig genug war, trotzdem mit ihm zu Sprechen. Und das sie sich noch genug um ihn scherte, dass sie mit ihm sprach.
Die Schuld lag dem Nichtgenannten noch immer zu schwer im Magen und der Drang, seinem Zorn sich Selbst gegenüber ein Ventil zu schaffen, ließ seine Hände zittern.
Nicht jetzt. Du musst funktionieren, für sie. Sie muss wissen, dass sie sich vor mir nicht zu fürchten braucht und dass ich weiter für sie da bin. Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich Zeit für mich habe, um mich mit dem hier auseinander zu setzen. Irgendwann.
Er antwortete ihr nicht. Wie auch.
Aber vermutlich hatte sie gerade deswegen den Satz so formuliert. Um ihn Wissen zu lassen, dass sie da war, aber nichts forderte. Er spürte einen Stich in der Brust und wusste nicht recht, warum.
Der Dunkelelf biss sich fest auf die Lippe, bis er den metallischen Geschmack von Blut auf der Zunge hatte und konzentrierte sich auf den Schmerz, hieß ihn willkommen und nutze ihn als Fokuspunkt. Dann besann er sich auf die Übungen der Nichtgenannten und lenkte all seine Aufmerksamkeit auf einen Gleichmäßigen Atem und die Geräusche seiner Umgebung, während er die Augen geschlossen hielt. Die Übung, die er Jahrzehntelang trainiert hatte, brachte seinen Geist langsam zur Ruhe und ihn ein Stück zurück zu seinem üblichen ruhigen Zustand. Nach etwa fünf Minuten traute er sich selbst zu, wieder halbwegs zurechnungsfähig zu sein. Für gewöhnlich brachte ihn eine so lange Zeit der Meditation in einen Zustand tiefer Entspannung, aber jetzt spürte er seine Unruhe noch immer dicht an der Oberfläche. Es musste genügen. Langsam und weniger anmutig als sonst stand er auf, richtete seine Kleidung etwas und öffnete die Tür.
Sie stand noch immer vor der Tür, geduldig abwartend und wieder bedeckt. Ihre Hand musste an der Türe gelegen haben, denn die streckte diese ihm entgegen. Ein Echo ihrer früheren Geste. Die Tha‘Roon wirkte müde, so als wären auch an ihr die letzten Minuten nicht Spurlos vorbei gegangen. Aber das hatte er ja ohnehin nicht erwartet. Das wichtige war, dass sie da war!
Er senkte den Kopf leicht.
„Es tut mir Leid Chasin. Ich wollte dir keine Angst machen. Ich werde mich darum bemühen, mich mehr zu beherrschen.“
Sprach er in kühlem, etwas reservierten Ton. Die Hände hielt er locker an den Seiten, aber die Entspannung war nur vorgetäuscht. Seine Aura versuchte sich an einer ähnlichen kühle, doch ein zweiter Blick enthüllte ein anderes Bild. Unter einer Schicht aus Grau waberten Schlieren aus Petrol, Bordeaux, Rot, Blau, Braun und Schwarz.
„Ich denke, es wäre besser, wenn ich mehr abstand wahre, um so etwas in Zukunft zu vermeiden. Ich muss diesem … Problem auf den Grund gehen. Vielleicht kann ich, bevor wir aufbrechen, noch arrangieren, dass jemand meine Aufgabe als dein Leibwächter kurzfristig übernimmt. Ich brauche etwas Zeit für mich allein. So etwas darf nicht noch einmal passieren.“
Ich muss das hier in den Griff bekommen. Alleine.
Er blieb weiter Sachlich und mied ihren Blick, fokussierte stattdessen eine verirrte Haarsträhne, die über ihre Schulter fiel.
Ich kann ihr nicht in die Augen sehen. Wer weiß, was ich darin sehen würde? Oder was sie in meinen Augen erwartet? Ich habe sie nicht einmal gefragt, wie es ihr geht … aber ich kann jetzt nicht mitfühlend sein. Nicht, wenn ich mich gerade so selbst im Zaum halte. Später … ich werde mich später um die Wunden kümmern, die ich ihr zugefügt habe.
Er schluckte und fügte noch hinzu.
„Ich … was ich zu dir Gesagt habe, es war … voreilig und dir gegenüber ungerecht.“
Er wandte das Gesicht ab und schloss die Augen.
Bitte Vergib mir.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Sonntag 17. Juli 2016, 22:12

Erst raschelte etwas leise, dann öffnete sich die Tür und Zanfar ließ sie ein.
Chasin stand noch einen Moment abwartend vor der Tür, geduldig abwartend und wieder bedeckt. Ihre Hand hielt sie leicht erhoben, ein Echo ihrer früheren Geste. Die Tha’Roon war müde, blinzelte ein paar mal schnell und sah ihn dann offen an.
Er senkte den Kopf leicht.
„Es tut mir Leid Chasin. Ich wollte dir keine Angst machen. Ich werde mich darum bemühen, mich mehr zu beherrschen.“
Sprach er in kühlem, etwas reservierten Ton.
Nicht gut.
Die Hände hielt er locker an den Seiten, aber die Entspannung war nur vorgetäuscht. Seine Aura zeigte eine Schicht aus Grau waberten Schlieren aus Petrol, Bordeaux, Rot, Blau, Braun und Schwarz.
Das ist nicht gut.
„Ich denke, es wäre besser, wenn ich mehr Abstand wahre, um so etwas in Zukunft zu vermeiden. Ich muss diesem … Problem auf den Grund gehen. Vielleicht kann ich, bevor wir aufbrechen, noch arrangieren, dass jemand meine Aufgabe als dein Leibwächter kurzfristig übernimmt. Ich brauche etwas Zeit für mich allein. So etwas darf nicht noch einmal passieren.“
Ihr Atem ging unbewusst ein wenig schneller.
Das ist nicht gut!
Er blieb weiter sachlich und mied ihren Blick, fokussierte stattdessen eine verirrte Haarsträhne, die über ihre Schulter fiel.
...nicht ... Augen ... ... darin ...was s... erw...? Ich... nicht einmal ...ihr geht … … sein...
Chasin gab es auf in seinen Augen zu lesen, da er offensichtlich nicht wollte, dass sie es mitbekam und ihr Lerium zu schlecht war um aus den Fetzen einen Sinn zu extrahieren. Er wusste genau, wie er den Winkel seiner Maske zu halten hatte, damit er sich vor ihr verbergen konnte.
Das ist überhaupt nicht gut!
Sie richtete sich unwillkürlich ein Stück auf und bewegte unwillig den Kopf. Er schluckte und fügte noch hinzu:
„Ich … was ich zu dir gesagt habe, es war … voreilig und dir gegenüber ungerecht.“
Er wandte das Gesicht ab und schloss die Augen.
Nein! So nicht! Das tust du nicht!
Er sperrte sie aus! SIE!
Ich brauche ihn! Er ist der einzige, der meine Einsamkeit, mein Individuum kennt! Ich habe es ihn sehen lassen und... Er sperrt mich aus! Das ist nicht gut! Das darf er nicht!
Ihr Bewusstsein versuchte noch nebenbei zu analysieren was sie selbst gerade empfand, aber eben weil sie gerade selbst sehr aufgebracht war für eine Tha’Roon, funktionierte das nicht gerade gut. Sie hatte die Hand schon lange wieder sinken lassen und stand wartend vor ihm und mit jeder Sekunde, die er sich ihr weiter verschloss geriet sie mehr in … in was?... in Panik? In Wut? … Der Zeigefinger ihrer rechten Hand tippte leicht gegen die Außenseite ihres Oberschenkels und sie bemerkte diese extreme Reaktion ihres Unterbewusstseins noch nicht einmal.
Er muss glauben, dass ich ihn auf irgendeine Art verraten habe. Er zweifelt und ist so... wütend. Dabei zerreißt er sich selbst und … Nein, das erlaube ich nicht! So wird das nicht funktionieren. Wenn er sich jetzt zurück zieht, wenn ich ihn jetzt gewähren lasse, verliere ich ihn! Ich werde dabei nicht hilflos zusehen! ...Also: Offensive!
„Nein!“
Chasin ließ ihre Stimme bewusst in der Stimmungslage klingen in der sie sich gerade selbst befand. Für Zanfar musste das bedeuten, dass er in diesem einen kleinen Wort, Panik, Hilflosigkeit und auch einen kleinen Anteil Wut hörte und das ganze in einer etwas ungewohnt hohen Tonlage. Sie atmete schwer, ballte die Fäuste und presste einen Moment die Lieder aufeinander. Das was sie jetzt tun würde, könnte ihre beider Leben für immer auseinander treiben und sie würde ihr Versprechen brechen, aber im Moment sah sie keinen anderen Ausweg.
„Nein, das erlaube ich dir nicht!“
Ihre Hände wanderten nach vorne, ohne dass sie ihn ansah, berührten suchend die Maske und erst als sie sich sicher war, dass er sie ansehen würde...
„Das wird so nicht funktionieren! Solange du zweifelst … Verzeih mir bitte. Du musst es verstehen!“
...da öffnete sie beide Augen und sandte ihm alle Gefühle die sie für ihm empfand.

Orange, grün, weiß, Elfenbein...
Sie hatte sie extrahiert und schickte sie Welle für Welle. Die erste Welle war die gewaltigste, da sie auch die intensivste und bindenste für Chasin war. Ihre Zuneigung, ihn Vertrauen in ihn war ungebrochen, rein und mächtig. Sie ließ es fließen und hüllt ihn damit ein, als wollte sie ihn darin ertränken. Er musste wissen, wie viel sie für ihn empfand und durfte nicht mehr daran zweifeln! Ihre Hände zitterten an den kupfernen Wangen, aber sie machte weiter. Sie schickte die nächste Welle und fügte ihrer Freundschaft die zarten Schleier der Neugierde aufeinander hinzu, die mit leichten petrolfarbenen Schlieren durch wirkt waren, da sie sich um ihn sorgte. Und weil sie dies tat, fühlten sich die zarten weißen Fäden, die sie dann mit der nächsten Welle in diesen Mantel webte auch so richtig an. Er war ihr Anker in dieser Welt der Individuen. Das musste er wissen! Dann kam die nächste Welle und sie ließ das köstliche Elfenbein, dass er ihr vor kurzem erst geschenkt hatte, ihn aus ihrer Perspektive erleben. All diese wundervollen Farben, die sie in seine Augen fließen ließ, so rein, so wahr, wie sie in diesem Moment nur sein konnten, sie waren in einem stetigen Wandel und brandeten durch sie hindurch. Sie hielt ihn, hielt sein Gesicht und hielt seinen Blick und tiefe Ernsthaftigkeit lag in ihrer Stimme:
„Das empfinde ich für dich! Nichts anderes!“
und etwas sanfter und leicht atemlos:
„Bitte ...zweifle nicht ...an mir...!“
Und plötzlich fühlte sie sich schwach. Das was sie eben getan hatte, hatte sie erst ein paar Mal in ihrem Leben ausprobiert und wenn auch immer in Notsituationen. Noch nie hatte sie sich bewusst dafür entschieden, aber das hier, das Jetzt, dass war ja auch irgendwie eine Notsituation und auch wenn es sich sicher gleich rächen würde, war sie doch irgendwie ...glücklich.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. Juli 2016, 00:27

„Nein!“
Chasin ließ ihre Stimme bewusst in der Stimmungslage klingen in der sie sich gerade selbst befand. Für Zanfar musste das bedeuten, dass er in diesem einen kleinen Wort, Panik, Hilflosigkeit und auch einen kleinen Anteil Wut hörte und das ganze in einer etwas ungewohnt hohen Tonlage. Sie atmete schwer, ballte die Fäuste und presste einen Moment die Lieder aufeinander. Das was sie jetzt tun würde, könnte ihre beider Leben für immer auseinander treiben und sie würde ihr Versprechen brechen, aber im Moment sah sie keinen anderen Ausweg.
„Nein, das erlaube ich dir nicht!“
Ihre Hände wanderten nach vorne, ohne dass sie ihn ansah, berührten suchend die Maske und erst als sie sich sicher war, dass er sie ansehen würde...
„Das wird so nicht funktionieren! Solange du zweifelst … Verzeih mir bitte. Du musst es verstehen!“

...da öffnete sie beide Augen und sandte ihm alle Gefühle die sie für ihm empfand.
Orange, grün, weiß, Elfenbein...
Sie hatte sie extrahiert und schickte sie Welle für Welle.

Das was sie nun tat, hatte sie erst ein paar Mal in ihrem Leben ausprobiert und wenn, auch immer in Notsituationen. Dies war gewissermaßen auch eine Notsituation, aber sie betrat noch ein weiteres Neuland, wie sie erst hinterher festellen würde - denn hinterher war man immer schlauer: sie hatte bis auf eine Ausnahme nie nur ihre eigenen Gefühle gesendet.
Chasin hatte als Angehörige der Tha'roon einen natürlichen Fundus, einen Katalog an fremden, von außen wahrgenommenen Gefühlen und hatte bisher auf ganz selbstverständliche Weise stets auf diesen Erfahrungsschatz zurückgegriffen, wenn sie, wie bei den Räubern, 'Furcht' als allgemeines Sammelsurium dieser Empfindung weitergegeben hatte, oder, wie noch im Kollektiv ihres eigenen Volkes, 'Schmerz' in diversen verschiedenen Abstufungen; leider nur eben kumulativ alle zusammen.

Ein Mal hatte sie bisher eine ureigenste Emotion an jemand anderen weiter gegeben, und im Nachhinein würde die Tha'ronn feststellen können, dass es zu dem jetzt stattgefundenen Fallbeispiel gewisse Parallelen geben würde. Sie hatte sich danach nicht mehr so einsam gefühlt.
Das hatte, wie sie nun hinterher erkennen würde, wahrscheinlich nicht allein daran gelegen, dass sie sich damit ja jemandem mitgeteilt hatte und schon deswegen nicht mehr so einsam war...

Jetzt, in diesem Moment aber, sandte sie ihre ganz eigenen Gefühle. Schlimmer noch: sie sandte sie in einem Zustand eigener emotionaler Aufgewühltheit, ohne innere Distanz, ohne viel Logik, ohne Zugriff auf den Katalog. Schlimmer noch: sie schien in diesem Moment zu vergessen oder außer Acht zu lassen, dass ihr Auge ja sowieso als Verstärker arbeitete, sondern sandte ihre Gefühle in von ihr ausgehender voller Intensität. Schlimmer noch: Sie projezierte die Gefühle, die sie für eine Person hatte, auf eben genau diese Person!
Für Zanfar hatte das den zutiefst unangenehmen Effekt, wie wenn man in mehreren Spiegeln eine ins Endlose verlaufende Projektion seiner Selbst sah; und vergaß, dass das an einem Objekt namens 'Spiegel' lag.

Denn Zanfar fühlte jetzt nicht nur, was er sowieso für sich selber fühlte, sondern das wurde gerade massiv überlagert von dem, was Chasin für Zanfar fühlte, wobei es sich so anfühlte, als würde er selber es in diesem Moment für sich fühlen. Zu dem, was vorher dagewesen - in ihm gewesen - war, stand das zu allem Überfluss auch noch in krassem Gegensatz. Zanfar war soeben noch zutiefst selbstkritisch gewesen; das war nun weg. Er konnte ein Selbstvertrauen zu sich erleben, was er noch nie zuvor in seinem langen Leben je empfunden hatte. Oh, es hatte Zeiten gegeben, da war er vollkommen von sich selbst überzeugt! Aber nicht SO.
Er war ein gutes Wesen. Er war absolut vertrauenswürdig, daran gab es nicht den leisesten Zweifel. Er war intelligent, aufopferungsvoll, fürsorglich, gutaussehend, interessant, reizvoll...
Je weiter Chasin die Wellen von Emotionen sendete, desto mehr gewann der Begriff "(in-sich-)selbst-verliebt" eine völlig neue Bedeutung!
Ein neuer Erfahrungshorizont, der durchaus nicht nur Schlechtes hatte: Zanfar hatte sich selbst im gänzlich positiven Sinne tatsächlich noch nie so gesehen. Sein überforderter, und, was vor allem seine eigene Persönlichkeit anging, für mehrere Augenblicke völlig untergebutterter Geist würde aber für eine Weile nicht in der Lage sein, diesen Fremdeindruck als solchen zu erkennen und zu definieren und dementsprechend selbstreflektierend vorzugehen.
Er, Zanfar, war toll! Das beste vernunftbegabte Wesen auf der Welt! Er würde sich selbst sein Leben anvertrauen, jawohl.

Die zweite Welle folgte.
Er war auch noch faszinierend! Und durchaus um sich selbst besorgt. Er war es wert, erforscht zu werden und ein kostbares Individuum, das es zu hüten und zu schützen galt. Er wollte bis ins Detail wissen, wie sich seine Stimme anhörte. Er wollte seinen Körper gerne bis in die feinste Linienführung studieren und seine Ästhetik analysieren. Er fand Lerium faszinierend, weil er das... nicht kannte...?? Und seine Gefühlswelt war gewiss ein unschätzbarer Quell an Informationen, die katalogisiert werden wollten.

Die dritte Welle...
Und er liebte sich. Zart, in einem erblühenden Stadium und unschuldig. Er hatte noch nie jemanden geliebt - wobei, doch. Ein flüchtiger Nachhall eines Gefühls schlich sich ein, etwas Verbotenes getan zu haben, aber er konnte sich an nichts dergleichen erinnern. Nein, doch nicht. Er war seine erste Liebe, ja. Er fühlte sich so entsetzlich einsam und Zanfar war sein einziger Anker in dieser Welt aus fremden Individuen, die alle nicht seinem Volk angehörten.

Und dann war dieses verführerische erste Mal, als er seinen Körper so intim erkundet hatte, auch noch so köstlich gewesen! Zanfar, der Dunkelelf, der Nichtgenannte, fühlte prickelnde Erregung in Körperregionen, von denen er gar nicht wusste, dass er sie hatte!

Mehr!
Da. Und da. Oh, und da! Da....
Moment.
DA?!?!

Man musste, objektiv betrachtet, Zanfar zugute halten, dass sein Geist überhaupt so lange durchgehalten hatte. Und dass sein überrumpeltes Selbst-Bewusstsein sich so früh ein erstes Mal zur Wehr setzte und anhand eines Gefühls von Selbstentfremdung die Notbremse zog.
„Bitte ...zweifle nicht ...an mir...!“
Nein, er zweifelte nicht an sich. Ihr? Wem?
Mit einem entrückten Gesichtsausdruck sexueller Erregung an Orten, die irgendwo im Inneren seiner Intimregion hätten liegen müssen, wurde Zanfarchasin bewusstlos und fiel zu Boden.

...

(währenddessen, für Chasin)
Es würde sich sicher gleich rächen. Ja genau, da fiel er um und Chasin trat instinktiv einen kleinen Schritt zurück. Trotzdem war sie doch irgendwie... glücklich.
Wäre sie noch im Kollektiv gewesen, Anâra Thelving hätte sie sicher gescholten und sie vor allem natürlich darüber aufgeklärt, dass Chasin gerade durch eine mittels des Augenkristalls hervorgerufene Rückkopplung chemische Botenstoffe in einer Menge freisetzte, die einfach nicht gut sein konnte. Aber dass Chasin - für Tha'roon-Maßstäbe - zur Übertreibung neigte, war ja hinlänglich bekannt; vermutlich einer der Gründe, warum man sie aus dem Kollektiv ausgeschlossen hatte. Iraia Dunstschleier mochte sie vielleicht noch am ehesten verstehen, hätte ihr aber erklären können, dass durch diese Botenstoffe natürlich gerade die Gehirn- und Nervenzellen, die eben für die gesendeten Emotionen zuständig waren, wohl blockiert seien, bis der natürliche Abbauprozess geendet haben würde. Wann immer das sein würde. Einige Synapsen dürften wohl anhand der Intensität gar irreparabel geschädigt oder verbindende Axone überlastet und 'durchgebrannt' sein. Aber es war ja gemeinhin durchaus möglich, dass solche beschädigten Zellen durch neues Lernen umgangen und damit 'ersetzt' wurden - ein Prozess, wie er ähnlich schließlich bei so manchem Reinigungsritual stattfand...

Doch diese Erklärungen hatte Chasin nicht, und bis zur nächsten Kontemplation vorraussichtlich morgen Abend konnte sie sich das eine oder andere höchstens selbst erschließen und auf ihre eigene Weise interpretieren.
Es war festzustellen, dass ihr 'glücklich sein' sich vor allem aus dem Umstand speiste, dass sie ihr Vorhaben erfolgreich abgeschlossen hatte: sie hatte Zanfar ihre Gefühle gesendet, absolut unmissverständlich. In der folgenden inneren Distanz stellte sie anhand von Zanfars Ohnmacht aber auch fest, dass sie den verstärkenden Effekt ihres Augenkristalls womöglich unterschätzt hatte? Sie selber fühlte sich auch seltsam leer, was die emotionale Ebene anging.
Aber Gefühle waren doch kein begrenzter Vorrat, der sich erschöpfen konnte?!
Ihr Bauchgefühl hätte gerade 'Doch.' gesagt, aber das war nicht logisch.
Immerhin konnte sie jetzt wesentlich besser nachdenken - ihr Bedürfnis, sich emotional mitzuteilen, war befriedigt, und sämtliche Gefühle (Liebe, Erregung, Neugier, das eigene Schicksal jemand anderem anvertrauen) die sie gerade gesendet hatte, schienen zumindest vorübergehend mäßig stark bis vollständig betäubt.
Das war zu viel gewesen, blieb festzustellen. Aber selbst Sorge um Zanfar wollte sich gerade nur mäßig einstellen und blieb sehr logisch fokussiert auf die aktuelle Situation. Alles, was sie empfand, musste sich im Moment entweder neu bilden oder aus ihrem Katalog an Fremdemotionen nachvollziehend bedienen. All diese wundervollen Farben, die sie in seine Augen hatte fliessen lassen, so rein, so wahr, wie sie in diesem Moment nur sein konnten, sie waren in einem stetigen Wandel und durch sie hindurch gebrandet. Mit leichtem Erschrecken musste sie zu Protokoll nehmen, dass sie zum Schluss sogar tatsächlich Schwierigkeiten gehabt hatte, den Prozess zu beenden!
Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn sie ihr gesamtes Gefühlsleben so an jemand anderen übergeben würde... sie bliebe wohl als sozusagen 'seelenlose' Hülle zurück? Ob das ging?
Ja, sie fühlte sich schwach. Sehr rational und leidenschaftslos stellte sie fest, dass sie selbst kurz davor schien, in eine Ohnmacht zu fallen und sich setzen sollte, bevor sie stürzte.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Dienstag 26. Juli 2016, 09:55

Das war zu viel gewesen.
Selbst Sorge um Zanfar wollte sich gerade nur mäßig einstellen und blieb sehr logisch fokussiert auf die aktuelle Situation. Sehr rational und leidenschaftslos stellte sie fest, dass sie selbst kurz davor schien, in eine Ohnmacht zu fallen und sich setzen sollte, bevor sie stürzte. Mit einem leises Schnaufen ließ sie sich auf die weiche Couch fallen und resümierte:
Ich muss die Parameter der Sendefrequenzen neu berechnen um stabilere Reaktionen hervorrufen zu können. Die individuelle Empfangsbereitschaft ist ein noch fehlender Faktor in der Gleichung. Aktion und Reaktion sollten ausgewogener sein. Gut, dass dies jetzt passiert ist und nicht wenn wir uns im Angesicht des Feindes befanden.
Sie sah auf Zanfars reglos am Boden liegenden Körper.
So ist er sehr ineffektiv als mein Beschützer. Ich sollte … mich mehr sorgen.
Sie nahm zu Protokoll, dass sie eigen-analytisch sich sehr leer fühlte und zum Schluss sogar tatsächlich Schwierigkeiten gehabt hatte, den Prozess zu beenden!
Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn sie ihr gesamtes Gefühlsleben so an jemand anderen übergeben würde... sie bliebe wohl als sozusagen 'gefühllose' Hülle zurück? Ob das ging?
Ja, sie fühlte sich schwach, aber im Gegensatz zu Zanfar war sie wach, also ließ sie sich langsam zu ihm auf den Boden gleiten und berührte seinen Hals Sie beobachtete seinen Atem und fühlte seinen Herzschlag.
Ohnmächtig, aber stabil. Es wird wohl eine Weile dauern, bis er sich erholt hat.
Sie überprüfte, ob er gut Luft bekam und schob eines der Sofakissen unter seinen Kopf.
Kann ich ihm irgendwie helfen? Respektiv, könnte jemand anders als ich ihm helfen? Ich denke nicht. Also abwarten...
Sie blieb also erst ein mal an seiner Seite sitzen, aber nutzte natürlich die Zeit der Stille um ihren inneren Bestand an Gefühlen zu sichten. Die entstandenen Lücken sollten so bald wie möglich aufgefüllt, bzw. umgeschichtet werden, als begann sie sich archivarisch und systematisch durch ihre 'Bibliothek' zu arbeiten.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Mittwoch 3. August 2016, 10:01

„Nein!“
Chasin ließ ihre Stimme bewusst in der Stimmungslage klingen in der sie sich gerade selbst befand. Für Zanfar musste das bedeuten, dass er in diesem einen kleinen Wort, Panik, Hilflosigkeit und auch einen kleinen Anteil Wut hörte und das Ganze in einer etwas ungewohnt hohen Tonlage. Sie atmete schwer, ballte die Fäuste und presste einen Moment die Lieder aufeinander.
„Nein, das erlaube ich dir nicht!“
Ihre Hände wanderten nach vorne, ohne dass sie ihn ansah, berührten suchend die Maske und erst als sie sich sicher war, dass er sie ansehen würde...
„Das wird so nicht funktionieren! Solange du zweifelst … Verzeih mir bitte. Du musst es verstehen!“
...da öffnete sie beide Augen und sandte ihm alle Gefühle die sie für ihm empfand.


Die ersten Momente waren Wundervoll. Genau so lange, wie er es schaffte, sich daran zu erinnern, dass es Chasins Gefühle für ihn waren. Dann überspülte die enorme Kraft ihres Auges all seine Sinne und überwältigte seinen Verstand.
In Gewisser Weise war es ein Segen, von seinen Selbstzweifeln befreit zu sein und sich so in Harmonie mit sich selbst zu befinden, aber auch das Verlor sich in dem Sturm, den die Tha’Roon ihm sandte. Harmonie wurde zu etwas Fremden, etwas, dass all sein Selbst zu überschreiben drohte, so positiv und unschuldig die gesandten Gefühle auch sein mochten.

Hätte Zanfar sich noch selbst spüren, sich selbst bewusst sein können, der Gedanke, in eine Frau und deren Gefühlswelt hinein zu schauen hätte ihn durchaus begeistert und amüsiert. Immerhin dachte er gern von sich als geübten Geliebten und war durchaus interessiert daran, einen weiteren Blickwinkel kennen zu lernen. Das hier überstieg allerdings bei weitem seine Vorstellung oder seine Wünsche. Er wusste jetzt, was es hieß, Brüste zu haben, wusste, wie es war, als Frau erregt zu werden. Und es verstörte den kleinen Teil, den er von sich hatte retten können, zutiefst. Es würde wohl eine Weile dauern, bis er Witze darüber reißen konnte, dass er ein wahrhaftiger Frauen-Versteher war … wenn er denn jemals wieder dazu in der Lage sein würde.

„Bitte ...zweifle nicht ...an mir...!“
Nein, er zweifelte nicht an sich. Ihr? Wem?
Mit einem entrückten Gesichtsausdruck sexueller Erregung an Orten, die irgendwo im Inneren seiner Intimregion hätten liegen müssen, wurde Zanfarchasin bewusstlos und fiel zu Boden.

Die Schwärze war ihm willkommen, aber sie währte nicht lange genug. Er schwamm in einem Meer, dessen Wellen aus Eindrücken und Emotionen Bestand und wurde wild umher geschleudert. Ein Spielball der Elemente.
Es war, als würde er über seinem Körper schweben, ein Losgelöstes Fragment, dass umher geschleudert wurde ohne Hoffnung auf Rettung. Einerseits war da diese unglaubliche Sicherheit darüber, wie er über sich dachte und wie er sich Fühlte, andererseits schrie etwas in ihm auf, dass das alles nicht zu ihm gehörte.

Jemand wimmerte kläglich und eine Hand fuhr über seinen Kopf, den Hals herab und über seine Brust. Eine Brust ohne sanfte Hügel, zu breit, zu muskulös. War das seine Brust? Sein Hals? Warum trug er eine Maske? Moment, war das SEINE Hand?! Und seine Stimme? Aber die sollte doch faszinierend sein, was war an einem Wimmern faszinierend. Egal, sie ist faszinierend! Die Brust wurde ihm eng und das Atmen fiel ihm, ihr, wem?! schwer. Sein Herz klopfte so schnell, dass es ihm aus dem Brustkorb zu springe drohte. Mit mühe und Not zwang er seine Augen auf und starrte an die Decke. Etwas war da am Rand seines Gesichtsfeldes, dass ihn Magisch anzog. Es war schwierig den Kopf zu drehen, aber schließlich Gelang es ihm.
Bin ich das? Warum sitze ich da?
Er starrte auf das ätherische Wesen mit der lavendelblauen Haut und dem roten Haar und Panik erfasste ihn. Noch bevor sein Verstand sich geklärt hatte, reagierte er schon, schob sich weg von ihr, sich, uns?!. Der Türrahmen stoppte ihn und das Holz ächzte wegen der Wucht des Aufpralles. Noch immer verängstigt robbte er weg von ihr, am Rand der Wand entlang.
Warum sieht sie aus wie ich?!
Er blickte an sich herunter und stoppte fasziniert. Sein Gi hatte sich geöffnet und enthüllte eine Muskulöse dunkle Brust.
Schön! Wie gern würde ich sie erkunden!
Kam ihm ein Gedanke … und dann wurde ihm Bewusst, dass er sich selbst anstarrte … oder etwas, dass ihm verdammt nahe war.
Warum?! Was ist nur los?!
Sein Atem ging stoßweise und ein dünner Schweißfilm bildete sich auf seiner Haut. Angstschweiß. Aber es war ja nicht sein Körper, sie saß doch da, ruhig und unnahbar. Alles war gut, sie hatte keine Angst. Er war nur, irgendwie. Wo war er … sie? Was … wer?

Er, Sie musste eine Wolke sein, irgendwie klebte die Wolke an diesem hübschen Körper. Oh was für ein schöner Körper! Könnte er nicht mit dieser tollen dunklen Stimme etwas auf Lerium murmeln?
Er keuchte entsetzt.
Was ist das? Was ist mit m… was ist los?!
Völlig verwirrt blickte er die Tha’Roon an, während ihm das Blut so laut durch die Ohren rauschte, dass er nichts Anderes mehr hörte. Der Anblick war fast vertrauter als dass, was er sah, wenn er an … dem Körper herab blickte. Nur dass es sein Körper sein musste, oder? Aber warum liebte er sich dann so hingebungsvoll? Warum erinnerte er sich daran, wie diese Hände ihm so viel Leidenschaft beschert hatten?! Und warum hatte er so große Angst vor sich, ihr? Er schluckte schwer und trocken.
Ich muss hier weg!
Irgendwie … irgendwie musste er wieder eine Verbindung finden zu dem, an dem er jetzt klebte … sich wiederfinden. Und solange sein Spiegelbild da vor ihm saß, war es ihm unmöglich. Wie konnte er hier sein, wenn er doch dort sein musste?
Er stand stolpernd und ungeschickt auf und schwankte, nun aufgerichtet, in Richtung Türe. Sein Blick fiel wieder auf seinen Körper.
Diese dunkle Haut und die Sehnen und Muskeln, die sich darunter abzeichnen … wunderschön, ich will sie zeichnen!

Ein Laut des Entsetzens entwich ihm und er verhüllte sich so gut, wie es ging, um sich selbst den Blick auf diese Gliedmaßen zu verbergen … seine Gliedmaßen. Der rote Schal, der da auf dem Pult lag eignete sich hervorragend und ungeschickt schlang er ihn um seinen Hals und legte ihn über die letzten freien stellen seiner Brust, die Hände schob er so weit wie möglich in seine Ärmel.
Weg hier!

Er wagte nicht, wieder in seine … ihre Richtung zu blicken, sondern stolperte, so schnell ihn seine weichen Knie ließen, aus dem Zimmer auf einen Flur. Er kannte diesen Ort … gab es irgendwo eine Zuflucht?!
Bücher … im Wissen findest du Frieden. Wissen ist gut, sei Rational, das ist der Weg deines Volkes. Das kleine Bibliothekszimmer den Gang herunter!
Halb torkelnd halb rennend stürzte er den Gang herunter und klammerte sich an den Tür Knauf der kleinen Bibliothek wie an einen Rettungsring.
Hier darf etwas nicht sein … und ich muss es befestigen, damit niemand eintritt.
Mit einer Hand hielt er sich am Rahmen fest, während er angestrengt auf die Türe starrte und versuchte, sich zu erinnern. Rotes Band, etwas mit einem roten Band. Er hörte eine sich öffnende Türe und der Schreck führ ihm durch die Glieder, ohne weiter nach zu denken riss er die Tür zu dem winzigen Raum auf und schob kurzerhand einen Stuhl vor die Türe.
Seine Kraft sickerte ihm aus den Gliedern wie der Sand in einer Uhr. Torkelnd schwankte er zur anderen Ende des Raumes und sackte zusammen. Das Regal, an das er stieß, schwankte leicht durch den Aufprall und eines der Bücher landete auf seinem Kopf, und fiel dann auf den Boden. Der Schmerz fühlte sich leicht Gedämpft an, aber zumindest fühlte er irgendetwas in diesem Fremdkörper.
Er zitterte und rollte sich so weit zusammen, wie er konnte. Einige Momente konzentrierte er sich nur darauf, seine Lungen mit genug Luft zu füllen und irgendwann gelang es ihm, seinen Atem wieder zu beruhigen. Es fühlte sich an wie ein gigantischer Triumph.

Etwas ist schiefgegangen, etwas Stimmt ganz und gar nicht. Dieser Körper, das muss ich sein! Warum fühlt es sich so Fremd an?!
Es war, als würden sich seine Gedanken in einem ewigen Kreis drehen. Einerseits fühlte er sich furchtbar los gelöst von sich selbst und hatte das Gefühl, im falschen Körper zu stecken, andererseits war da diese unglaubliche Zuneigung und der unbändige Glaube in sich selbst und diese schillernde wundervolle Persönlichkeit.
Er stieß eine Mischung aus Stöhnen und Schluchzen aus.
„Hör auf … hör auf zu denken!“
Presste er zwischen den Zähnen hervor und hielt sich den Kopf. Oh, das ist so eine hübsche Stimme!

Ein schluchzen stieg ihm in der Kehle auf. Er musste seinen Kopf abschalten, musste wieder eine Verbindung finden zu dem, was er war. Im fiel nur eine Möglichkeit ein. Er konnte Schmerz ausblenden, wenn er es wollte, konnte er womöglich den Prozess umkehren? Sich seines Körpers bewusster werden, statt ihn mehr aus zu blenden? Er konzentrierte die Fetzen seines Willens und begann zu meditieren. Konzentrierte sich ganz gezielt auf seinen Atem, seinen Herzschlag, das Heben seiner Brust, den Schmerz in seinem Rücken, der vom Aufprall auf den Türrahmen herrühren musste, und die Nässe der Tränen, die ihm die Wangen herunterliefen. Mit jedem Atemzug konzentrierte er sich mehr auf das jetzt und schob seine Gedanken und Gefühle ein Stück weiter fort. Es war, als würde er einen reißenden Strom hinauf schwimmen. Er wusste, er löste das Problem nicht, sondern verschaffte sich nur eine Atempause, aber wenn das bedeutete, dass er wieder ein Gefühl dafür bekam, wo und wer er war, war ihm das Recht.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Sonntag 14. August 2016, 19:02

Zanfar erwachte, wimmerte und seine Hand fuhr über seinen Kopf, den Hals herab und über seine Brust. Mit Mühe und Not zwang er seine Augen auf und starrte an die Decke. Es schien schwierig für ihn den Kopf zu drehen, aber schließlich gelang es ihm. Er starrte Chasin an und Panik erfasste ihn, das zeigte seine Aura deutlich. Noch bevor sein Verstand sich geklärt hatte, reagierte er schon, schob sich weg von ihr. Der Türrahmen stoppte ihn und das Holz ächzte wegen der Wucht des Aufpralls. Noch immer verängstigt robbte er weg von ihr, am Rand der Wand entlang. Er blickte an sich herunter und stoppte fasziniert. Sein Gi hatte sich geöffnet und enthüllte eine Muskulöse dunkle Brust. Chasin sah ihm nur reglos hinterher, während sein Atem stoßweise ging und ein dünner Schweißfilm sich auf seiner Haut bildete.
Alles war gut, sie schaute etwas besorgt, aber hatte keine Angst. Völlig verwirrt blickte er die Tha’Roon an. Er stand stolpernd und ungeschickt auf und schwankte, nun aufgerichtet, in Richtung Türe. Sein Blick fiel wieder auf seinen Körper. Ein Laut des Entsetzens entwich ihm und er verhüllte sich so gut, wie es ging. Er wagte nicht, wieder in ihre Richtung zu blicken, sondern stolperte, so schnell ihn seine weichen Knie ließen, aus dem Zimmer auf einen Flur. Chasin stand langsam auf und folgte ihm bis in den Türrahmen, wo sie dann stehen blieb und ihm nachsah.
Er wird wiederkommen, sobald er sich gefangen hat.
, dachte sie nüchtern und beobachtete wie er halb torkelnd halb rennend den Gang herunter stürzte und durch eine Seitentür verschwand.
Solange mein Leibwächter indisponiert ist, sollte ich nicht herumlaufen. Er würde nicht wollen, dass ich eine Zielscheibe abgebe.
Also ging sie wieder ins Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Es gab noch genug vorzubereiten und auch wenn die Zeit ohne Zanfar nicht so effektiv nutzen konnte, wie mit ihm, so wollte sie nicht unproduktiv sein. Auf dem Weg zu ihrem Zimmer zog sie sich wieder ordentlich an und überprüfte kurz ihr Spiegelbild. Ein sachlich kühles Gesicht sah sie daraus an und analysierte den korrekten Sitz ihrer Haare, damit der Stein in ihrem Augen nicht versehentlich einer Entdeckung anheim fallen konnte, sollte sie noch einmal einen Versuch …
Die Variablem waren nicht perfekt gewählt. Die Reaktion des Subjektes erwiesen sich als über die Maßen gesteigert und hatten nicht den erwünschten Effekt, wobei der gewünschte Effekt an Relevanz verloren hat. Interessant.
Etwas nachdenklich geworden setze sie sich vor den Spiegel und resümierte die Fakten.
Die Korrespondenz der Gefühle an sich war erfolgreich. Die Übernahme hat reibungslos stattgefunden und wie zu erwarten, war Widerstand zwecklos.
Sie steckte sich die Haare im Nacken hoch und dachte weiter nach.
Der Kanal war richtig gewählt und Distanz wie auch Frequenz aufeinander optimal abgestimmt, Missverständnisse somit ausgeschlossen. Alle Parameter wurden in aufeinander folgenden Wellen separat voneinander gesendet und angenommen. Reaktion: Ohnmacht. Eine vollkommen überzogene Reaktion, wenn man nur die Qualität betrachtet. Ergo, musst der Fehler in der Quantität liegen. Intensität und Wellenstärke sollte im nächsten Versuch variiert werden, wenn Subjekt wider einsatzbereit.
Die Frisur wurde begutachtet und für gut befunden, würde also auf einen externen Betrachter als anziehend wirken und das Auge erfreuen.
Sammeln der Fakten abgeschlossen. Nächster Schritt: Eigenanalyse.
Chasin stand auf, ging in ihr Zimmer, schloss die Tür ab und legte sich lang ausgestreckt auf ihr Bett. In welcher Position sich ihr Körper befand, war irrelevant für ihr geistiges Vorhaben. Manch einer mochte sitzen, oder liegen. Selbst stehend wäre es kein Problem, nur gehen ginge nicht, da es ein Ziel erforderte, dem man folgen musste. Sie schloss die Augen und schritt hinüber in ihre mentale Bibliothek. Bereits nach einigen Minuten der inneren Kontemplation stellte sie fest, dass sie einem inneren Ungleichgewicht an Emotionalität ausgesetzt war. Explizit genau der Vorrat an Gefühlen, den sie gesandt hatte, war bis auf die Grundanlagen erschöpft. Hätte man sich ein Abbild ihrer selbst hier vorstellen sollen, so würde man sehen wie sie über sich selbst den Kopf schüttelte und begann die leeren Regale zu inspizieren. Auf dem Grund dieser 'Ablagefächer' waren immernoch die abgespeicherten Emotionen erkennbar, aber die Intensität war verbraucht und müsste wohl erneuert werden. Doch wie erneuerte man Gefühle? Die Speicher mussten aufgeladen werden. Chasin ahnte, dass es einen zeitlichen Faktor X brauchen würde und vielleicht auch äußere Reize sich positiv auf diesen Zustand auswirken konnten, doch auch hierfür müssten wohl noch Experimente durchgeführt werden um den Vorgang zu beschleunigen. Bisher hatte sie einzig den Kristall dafür verwendet und über seine Frequenzextraktionsmuster hier Rücklagen gebildet. Die Bereiche für Neugierde, Freude und Freundschaft, sogar Liebe würden sicher schnell wieder aufgefüllt sein, denn diesen begegnete sie verhältnismäßig häufig. Dafür brauchte es nur die Aura einer Mutter, oder eines sorgenden Bruders … aber die Reinform von Zanfars Leidenschaft, seiner bzw. ihrer Erregbarkeit war bisher nur in kleinen Maßen erkannt worden. Chasin stand vor dem 'Regal' und zuckte leicht mit den Schultern.
Ich werde ihn fragen, ob für unsere zukünftige Aufgabe ein Mindestmaß an sexueller Erregbarkeit ausreichend sein wird. Ein Wiederauffüllen könnte sich schwierig gestalten und ich halte für unsere Zusammenarbeit Freundschaft für das wichtigere Attribut und würde den Schwerpunkt dort legen wollen.
Wie sie so vor dem Ungleichgewicht ihres Innenlebens stand kam ihr noch ein anderer Gedanke.
Ich könnte evaluieren, ob das Übermaß am Massenverhältnis irreversibel ist? Da ich zu viel gesendet habe, besteht vielleicht die Möglichkeit auch Emotionalität zu extrahieren? Ein auf Licht- Frequenzen basierter Entzug von Emotionalität wäre erreichenswert. Hierfür müsste ich jedoch einen weiteren Stein schleifen...
Dann erging sie sich noch eine Weile in mathematischen Berechnungen zur Spaltung des Lichts in Hinblick auf ein Extraktionsverfahren, zumindest so lange, bis jemand sie stören würde.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Montag 15. August 2016, 22:15

Frieden!
Sein Atem ging tief, ruhig und gleichmäßig, seine Glieder waren angenehm entspannt und warm. E saß im Schneidersitz, die Fußrücken auf den Schenkeln. Seine Handflächen Lagen aufeinander, sein Kopf war gerade. Er spürte einen leichten Schmerz an der Stelle seines Rückens, mit der er an den Türrahmen gestoßen war. Die Tränen, derer er sich mitnichten schämte, waren getrocknet. Seine Schultern waren etwas verspannt, aber das war nichts, was sich nicht von alleine lösen würde. Gerade war ein Diener an der Bibliothek vorbeigegangen, aber ansonsten war alles ruhig um ihn herum.
Er war eins mit seinem Körper, hatte sich jeden Muskel und jede Sehne bewusstgemacht. Hatte das heben und senken seines Brustkorbs beim Atmen gespürt und jeden Knochen in seinem Leib mental erforscht. War sich gewahr, dass er ein leichtes Hungergefühl verspürte und etwas trinken wollte.
Und seine Gefühlswelt war Still, seine Gedanken zielgerichtet und abgelenkt. Zumindest bis zu dem Gedanken an seine Gefühlswelt und ... naja, Gedanken eben.
Nein!
Ganz vorsichtig erlaubte er seinem Geist den engen Käfig, den er ihm gebaut hatte, zu verlassen. Voller Genugtuung stellte er fest, dass die starke Verwirrung und das Gefühl, sich selbst verloren zu haben, abgeebbt waren. Zumindest, wenn er nicht zu tief forschte. Dann war es, als würde er in eine offene Wunde greifen.
„Es wird auch so gehen. Lass es ruhen, bis es geheilt ist!“
Versicherte er sich selbst mit leiser Stimme.
Mit einem erleichterten Seufzen löste er sich aus der meditativen Pose. Er streckte sich, ließ den Nacken kreisen und dehnte seine Glieder, die überraschend steif geworden waren. Wie lange hatte er hier gesessen?!
Die Taubheit seiner Glieder spiegelte in gewisser Weise auch das Gefühl wieder, dass seinen Geist ergriffen hatte und er stellte fest, dass er tatsächlich ein Stück seiner Fähigkeiten nutzte, um den Schmerz, der in seinem Kopf lauerte, zu umschiffen. Wenn er es sich richtig besah, hatte es weniger etwas von einer Wunde, als vielmehr den Charakter übersäuerter, gerissener Muskeln. Eine Form der Überanspruchung, die er in dieser Art nicht für möglich gehalten hatte.
Seltsamerweise ging es ihm trotzdem auf eine gewisse Art wirklich gut. Er fühlte sich sicher, geliebt, bewundernswert und gutaussehend. Ein willkommener Hafen, dem er sich gern zuwandte.
Noch ein wenig steif stellte er den Stuhl wieder an seinen Ursprünglichen Platz und ging dann zurück zu Chasins und seinen Räumlichkeiten. Der Salon war leer und die Tha’Roon nirgendwo zu entdecken, was ihm nur ein Schulterzucken entlockte.
Ihr Pech, dass sie meine Ankunft verpasst. Dann werde ich ihr später die Freude meiner Anwesenheit machen.
Ein Glück … ich hoffe es geht ihr gut, aber gerade ist es mir Recht, das sie nicht hier ist.
Ganz natürlich fanden seine Füße den Weg zum Bad und er blickte in den Spiegel.
Breite Schultern und Muskulöse Arme zeichneten sich unter dem Gi ab. Selbst mit dem formlosen Kleidungsstück war seine perfekte Figur nicht zu ruinieren. Die bronzene Maske störte ihn und so zog er sie kurzerhand aus, um sein perfektes, gut geschnittenes Gesicht zu betrachten.
Für geschlagene Fünf Minuten.
Er bemerkte es erst, als seine Arme zu schmerzen begannen, weil er sich bewegungslos auf sie abgestützt hatte. In seinem ganzen Leben hatte er sich noch nicht so lange ins Gesicht gestarrt. Vermutlich kannte er jetzt jede Pore auswendig.
Es fühlte sich Großartig an, so ein Gesicht bedurfte der Huldigung! Und … es fühlte sich seltsam an.
Fünf Minuten?! Ich habe doch besseres zu tun! Wo ist Chasin? Bestimmt will sie mich auch ansehen, ein bisschen Vergnügen soll sie ja auch haben.
Fünf Minuten? Bin ich wahnsinnig geworden?!
Voller Anmut und Kraftstrotzend Schritt er über den Boden um nach der Tha’Roon zu suchen. Sein erster Anlaufpunkt erwies sich als (natürlich!) Richtig. Sie lag in ihrem Bett und ruhte, was ihn unzufrieden brummen ließ.
Wie töricht von ihr, mich einfach zu verschlafen!
Mir hat es ja nie an Selbstvertrauen gemangelt, aber das … und warum laufe ich ohne Maske herum?!
So ein Verhalten bedurfte der Strafe und so zog er die Maske wieder an. Natürlich würde er ihr nicht lange grollen, schließlich vergötterte sie ihn ja. Um ihr nicht weiter seine Anwesenheit vor zu enthalten ging er auf ich Bett zu und berührte sie sanft an der Schulter.

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Mittwoch 17. August 2016, 08:35

Eine leichte Berührung an der Schulter hob die Tha’Roon aus den Tiefen ihrer Kontemplation. Sie öffnete ein Auge, jenes ohne Stein und versicherte sich seiner Unversehrtheit. Die Farben seiner Aura verrieten auf den ersten Blick, dass es ihm soweit gut ging.
Ein wenig zu gut... im Vergleich zu vorher. Nun denn... Dann gleich zum Thema...
„Ich habe ein Ungleichgewicht an Emotionalität in mir festgestellt und schließe daraus, dass es dir ebenso zu einem gekommen sein muss. Diese Unannehmlichkeiten waren nicht beabsichtigt und auch nicht in diesem Maße voraussehbar. Ich denke, dass dieser Zustand nicht von Dauer ist und sich bald wieder auf ein normales Maß stabilisiert haben sollte. Es wäre effektiv, wenn du mir deinen emotionalen derzeitigen Zustand offen legen würdest, damit ich zukünftige Fehlversuche vermeiden kann. Des weiteren halte ich es für unseren derzeitigen Zustand und für unsere zukünftige Aufgabe für angemessen, dass ein Mindestmaß an sexueller Erregbarkeit ausreichend sein wird. Ein Wiederauffüllen könnte sich schwierig gestalten und ich halte für unsere effektive Zusammenarbeit Freundschaft für das wichtigere Attribut und würde den Schwerpunkt dort legen wollen. Kann ich in diesen Punkten dein Einverständnis voraussetzen?“
Sie hatte sich nicht einmal bewegt und blinzelte auch jetzt nur nun einmal um den Augenkontakt beizubehalten.
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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Mittwoch 17. August 2016, 21:47

Sie war wieder im Tha’Roon Enzyklopädie Modus. Äußerst bedauerlich. Wenn man den Tonfall und die Flut an Worten, sowie ihre Anmerkung, bedachte, sogar mehr als sonst. Könnte sie sich nicht auch in ein Buch verwandeln? Dann könnte ich jetzt nochmal lesen, was sie da alles von sich gegeben hat!
Er rieb sich etwas entnervt die Stirn und versuchte, die Flut an Informationen, die ihn da überrollt hatte, zu verarbeiten.
Ungleichgewicht an Emotionalität … die Untertreibung des Jahres, und wenn auch nur irgendetwas an diesem Satz nur ein Fünkchen Emotion in sich hatte, fresse ich einen Besen … Unannehmlichkeit bla, voraussehbar … übersetzt: Oups! Aber ist bald vorbei? Will ich hoffen, wenn ich kälte will, reise ich nach Mantron … über Gefühle reden … Mindestmaß an sexueller Erregbarkeit … mehr Sex? Wiederauffüllen?! Was meint sie jetzt damit … und nur Freunden sein?! War das ein KORB!
Etwas in ihm wollte ihr zustimmen, und ihren Vorschlag feiern … aber dann … hörte er auf sich die Stirn zu reiben und blickte sie, zugegeben etwas verspätet, empört an.
„Woah, habe ich dich richtig verstanden? Nachdem du dich nicht nur vor Wonne auf der Couch geräkelt hast, sondern mir diese Information auch noch aus erster Hand in meinen Kopf gehämmert hast.“
Er stocke, als sich ein äußerst unangenehmes Gefühl in seiner Brust regte und ihm erneut Angstschweiß auf die Stirn zu treten drohte.
Nicht daran denken, konzentriere dich auf, auf … du bist toll!
Er legte Chasin fast väterlich eine Hand auf die Schulter.
„Eisprinzessin, mir ist klar, dass diese Erfahrung für dich unglaublich überwältigend gewesen sein muss!“
Er kicherte vergnügt über seine Großartigkeit.
„Und ich verstehe, wenn du meine atemberaubende … Größe,“
Er machte eine Kunstpause und wackelte unter der Maske vielversprechend mit den Augenbrauen,
„Und meine geschickten Hände nur in kleinen dosen Verträgst. Wir gehen es langsam an! Aber flüchte dich doch nicht wieder in deinen Eispanzer!“
Das wohlwollende Lächeln war unter seiner Maske nicht zu sehen, aber trotzdem schenkte er es ihr. Die Geste allein zählte.
„Weist du was? Du wolltest mich doch zeichnen! Dann kannst du dich mir wieder langsam annähern, siehst was dir entgeht und wir machen da weiter, wo wir Aufgehört haben!“
Zanfar kam nicht umhin, sich für unglaublich schlau, eloquent und unwiderstehlich zu halten. Allein sein rücksichtsvolles Wesen hielt ihn davon ab, sich die Kleider vom Leib zu reißen um Chasin mit nonverbalen Argumenten zu überzeugen.

(ooc: Die Inhalte dieses Textes spiegeln nicht die Meinung der Autorin wieder und dienen ausschließlich der Unterhaltung.)

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Re: Die Gemächer der roten Dame

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Donnerstag 18. August 2016, 18:26

Könnte sie sich nicht auch in ein Buch verwandeln? Dann könnte ich jetzt nochmal lesen, was sie da alles von sich gegeben hat!
Er rieb sich etwas entnervt die Stirn.
Ich könnte es noch einmal Wort für Wort wiederholen und die Geschwindigkeit anpassen...
Ungleichgewicht an Emotionalität … die Untertreibung des Jahres, und wenn auch nur irgendetwas an diesem Satz nur ein Fünkchen Emotion in sich hatte, fresse ich einen Besen …
Einen Besen...?
Unannehmlichkeit bla, voraussehbar … übersetzt: Oups! Aber ist bald vorbei? Will ich hoffen, wenn ich Kälte will, reise ich nach Mantron … über Gefühle reden … Mindestmaß an sexueller Erregbarkeit … mehr Sex? Wiederauffüllen?! Was meint sie jetzt damit … und nur Freunde sein?! War das ein KORB!
Korb: geflochtener Behälter, üblicher Weise aus Weiden hergestellt und auch oft unter Bauern als Maßeinheit verwendet - auch wenn ich vermute, dass Zanfar die Erwähnung dieses Gegenstandes eher in einem anderen Zusammenhang klassifiziert hat. Es könnte sich um die Metapher der Zurückweisung handeln.

Er hörte auf sich die Stirn zu reiben und blickte sie, etwas verspätet, empört an.
„Woah, habe ich dich richtig verstanden? Das, nachdem du dich nicht nur vor Wonne auf der Couch geräkelt hast, sondern mir diese Information auch noch aus erster Hand in meinen Kopf gehämmert hast.“
Er stocke.
Nicht daran denken, konzentriere dich auf, auf … du bist toll!
Er legte Chasin fast väterlich eine Hand auf die Schulter.
„Eisprinzessin, mir ist klar, dass diese Erfahrung für dich unglaublich überwältigend gewesen sein muss!“
Er kicherte vergnügt und Chasin verstand nicht so recht, was ihn daran so erfreute.
„Und ich verstehe, wenn du meine atemberaubende … Größe ...“
Er machte eine Kunstpause und wackelte unter der Maske vielversprechend mit den Augenbrauen,
„...und meine geschickten Hände nur in kleinen Dosen verträgst. Wir gehen es langsam an! Aber flüchte dich doch nicht wieder in deinen Eispanzer!“
Eisprinzessin? In meinen Eispanzer flüchten? Und was meint er mit atemberaubender 'Größe'? So groß ist er doch gar nicht. Die Funktionalität seiner kognitiven Leistungen scheinen durch den emotionalen Transfer gelitten zu haben.
Doch das wohlwollende Lächeln was nicht wirklich unter seiner Maske nicht zu sehen war, aber er ihr trotzdem schenkte, kam trotzdem an. Die Geste allein zählte und Chasin kannte ihn so gut, dass das leichte Heben seines Haaransatzes und der Winkel seiner Ohren ihr sehr wohl verrieten, dass er lächelte. Und es war wichtig, dass sie das sah, denn das zeigte ihr mehr als alles Andere, dass sie immernoch befreundet waren. Trotz der ganzen Verwirrtheiten, Missverständnisse und verdrehten Emotionalitäten war das immernoch diese ganz besondere Zuneigung zwischen ihnen, die alles überwinden konnte. Das Buch ihrer Freundschaft konnte erneut aufgeschlagen werden und Chasins Lippen zuckten leicht, als könnten sie sich noch nicht ganz dazu überwinden, diese überschwängliche, freundschaftliche Geste zu erwidern.
„Weist du was? Du wolltest mich doch zeichnen! Dann kannst du dich mir wieder langsam annähern, siehst was dir entgeht und wir machen da weiter, wo wir Aufgehört haben!“
Chasin dachte einen Moment laut über diesen Vorschlag nach und griff dabei auf ihre theoretischen Wissensbestand zurück:
„Du könntest Recht haben... In einigen dokumentieren Fällen ist es von Vorteil gewesen, dass nach einem emotional belasteten Vorfall, einem Trauma, die Rückkehr zu gewohnten Tätigkeiten und bekannten Abläufen wieder aufgenommen wurde um dem Heilungsprozess zu fördern. In diesem Prozess spricht man gegenständlich auch vom 'reinigenden zweiten Mal' als Therapiemittel. Eine ähnliche Situation oder Ereignis des Vorlebens wird nachgestellt, bzw. nachempfunden um verschütt gegangene Ressourcen zu bündeln. In diesem unseren Entwicklungsstand hätte ein äußerer Stimulus sicher einen beübenden Effekt auf die geschwächten Sequenzbereiche. Ich halte also deinen Vorschlag für annehmbar und empfehle eine sofortige Überprüfung.“
Damit setzte sie sich auf, schwang die Beine aus dem Bett und ging zu ihrem Schreibtisch um die notwendigen Hilfsmittel zusammen zu suchen. Fein säuberlich legte sie Papier, Griffel und ein Spitzmesser zurecht, dann nahm sie auf dem kleinen Hocker platz, schlug die Beine übereinander und fragte:
„Welche Pose würdest du bevorzugt wählen? Ich halte ein Portrait, sowie eine Ganzkörperstudie für angemessen.“
Ihr Kopf zuckte kurz und sie blinzelte zweimal schnell. Irgendwo in ihrem Unterbewusstseins regte sich bei der Erwähnung bei einem der letzten Wörter eine unterdrückte Erinnerung, aber kam nicht zu Tage. Sie zuckte noch einmal mit dem Kinn und sah dann konzentriert Zanfar voll intensivster Sachlichkeit an. Irgendetwas in ihr sagte ihr, dass sie vor wenigen Stunden diese Situation ganz anders wahrgenommen hätte und diese Diskrepanz zwischen der Vergangenheit und dem Jetzt missfiel ihr zunehmend. In gleichem Maße wurde aber auch ihr ungeminderter Ehrgeiz geweckt, dieses Missverhältnis so schnell wie möglich wieder auszuräumen.
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