Ein Neubeginn??....oder?

Dieses leblose Gebiet liegt im hohen Norden. Es ist unfruchtbar und die Pflanzen, die dort wuchern, sind genau so leblos wie das Land. Die dunkle Stadt Morgeria wurde inmitten dieser Ebene erbaut, aber auch ein Orkdorf befindet sich dort.
Antworten
Benutzeravatar
Erzähler
Nicht-Spieler-Charakter
Nicht-Spieler-Charakter
Beiträge: 4331
Registriert: Montag 4. Januar 2010, 20:11
Lebensenergie:

Ein Neubeginn??....oder?

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 15. Oktober 2014, 18:05

Ingmar kommt von:http://wp1135501.server-he.de/phpbb3/vi ... 59720//url

Leises Stimmengewirr drang zu ihm durch. Etwas lag auf ihm. Ein Fell oder eine Decke? Weich und schwer zugleich. Ein Zupfen im Gesicht. Wieder und wieder! Ein Gurrlaut, ähnlich einer Katze. Dunkelheit war im Raum, das schlagende Herz als Beweis das man lebte. Nur ein kleines Licht brannte, nicht unweit von seinem Kopf. Es raschelte Stoff. Ein Verband war dort angelegt. Es roch nach Alkohol und seltsamen Kräutern. Rauchwerk brannte in einer kleinen Schale, darüber prangte das Abbild einer Eule. Ein dunkles Zimmer, ein Krankenzimmer?
Der Körper fühlte sich gut an. Gesund und stark, wenn auch etwas geschwächt vom zu langen Liegen.
Auf der Brust hockte ein grünlicher Drache, der eindeutig zum Volk der Baumdrachen gehören musste. Frech streckte dieser seine Zunge raus. Als fragte er, na endlich wach geworden.
Stimmen drangen aus einem Nebenraum und ein seltsam süßlicher Gestank. Wie verwestes Fleisch.
"...du hast Nerven. gerade DU! Nicht das du wohl der schlitzohrigste Kerl bist, nein, du glaubst doch wirklich das ein Haufen toter Fleisch wieder ins Leben finden kann. Wie dumm kann man nur sein? Das wäre so, als würdest du mich bitten...und gerade DU...mich bitten das ich dir deinen Braten wiedererweck." keifte eine weibliche Stimme aus dem Nebenraum. Sie hatten einen starken Akzent und man konnte hören, wie ihre Absätze auf den Boden widerhallten.
"Was kümmerst es dich überhaupt..." giftete sie weiter.
"Nun, du hast dich doch immer als best Hexerin..."Konnte es tatsächlich sein? Sie klang doch irgendwie nach Adler!
"Ach halt doch dein Maul" unterbrach die Frau die irgendwie bekannt klingende Stimme.
Der kleine Drache hüpfte demonstrativ auf dem Brustkorb des Mannes rum. Mach schon, aufstehen! Eigentlich hatte Ingmar wirklich Glück, denn er hatte scheinbar einen männlichen Körper erhalten.
"....natürlich kann ich leben einhauchen....aber dann ist er ein Zombie. Genauso hohl und stumpf, wie er aussieht. Wie die meisten Männer aussehen. Der Gestank war vermutlich schon vorher da... Kommst du mit so etwas Stinkenden hier an. Selbst jetzt werde ich diesen fauligen Geruch niemals wieder rauskriegen. NEIN, SAG nichts, du Mistkerl! Ich sage dir das jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit....Ohne Herz...kein Leben....den kannst du nicht mal mit allen Reichtümern der Welt retten. Du hast ja selber gerade Glück, dass du lebst. Was kümmert es dich.... hat es doch nie! Oder entdeckst du tatsächlich dein Herz...ich meine außer für dein Federvieh" Zischte es weiter.
"selbst wenn du deine Seele verpfändest....aber...die hast du ja sowieso nicht mehr...nicht?" Zischte es. Man hörte nur ein Brummeln von ihren Gesprächspartner und das Klappern von einem Becher auf Holz.

Ingmar würde einen fremden Körper bei sich sehen. Also er war in einem ihm fremden Körper. Muskulös und kräftig, doch der Kopf war bandagiert. Die Statur eines Kriegers. Kleidung lag nicht parat, er trug nur einen Lendenschurz. Die Augen waren gesund, doch der Bart wesentlich kürzer und auch das Haupthaar war nicht so lang und alles roch gewaschen. Der kleine Drache hüpfte aufgeregt hin und her. Nicht weit vom Bett war ein kleiner Käfig, wo die Tür offen war. Kam der Drache daher?
Bild

Benutzeravatar
Ingmar Blutnase
Gast
Gast

Re: Ein Neubeginn??....oder?

Beitrag von Ingmar Blutnase » Montag 17. November 2014, 17:59

Als hätte er sich gen Harax und wieder zurück betrunken, quer durch alle Biere und Schnäpse, die sich nur die gestörtesten aller Brauleute ausgedacht haben mochten, erwachte Ingmar aus seiner Totenruhe. Tatsächlich war sein erster Gedanke im lebenden Körper wenig ritterlich oder euphorisch.

Verdammt, warum kann die Wiedergeburt nicht so klasse wie das Abtreten sein... Das ging runter wie Öl... Glaube ich.

Was war das für ein Geräusch? Und was für ein Gefühl? Wo war er hier überhaupt?! Blinzelnd öffneten sich die Augen des Kriegers gen der Quelle des leisen, zugegeben nicht unangenehmen, Geräusches und offenbar auch der Ursache des Kitzelns an seiner Nase. Zum Glück war Ingmar wie viele Zwerge niesfest.
Es war schwierig etwas auszumachen, da das Licht fahl und sein Blick wie der eines Trunkenboldes verschwommen war. Dennoch vermochte er die grüne, gurrende Gestalt auszumachen, die da auf seiner Brust hockte und ihn anzustarren schien. Ingmar ächzte und raunte.

"Wo zum gesprenkelten Felsengeier [der Name einer finsteren Spelunke, in der Ingmar sich einmal grässlich betrunken und dann geprügelt hatte] bin ich hier?"

Ingmars Hand fuhr ihm durchs Gesicht, ertastete den Verband, der um seinen Kopf gewickelt war und den er - zusammen mit der stickigen Luft - für seine infernalischen Kopfschmerzen verantwortlich machte. Dabei fuhr er sich auch über die Nase, deren Form sich etwas gewandelt und den Bart, der sich ebenfalls merklich verändert hatte. Von den langen, eher filzigen Zotteln war lediglich ein getrimmter - im Vergleich zu dessen Vorgänger - nahezu schneidiger Bart geblieben.
Ferner schienen seine Augen beide intakt zu sein, als hätte er sein eines Auge nie verloren, Moment, konnte es sein, dass das hier nicht sein Körper war? Es würde einiges erklären, so dachte Ingmar zumindest, ehe ihm einfiel, wie Tölpelhaft es war, angesichts der geschehenen Dinge überrascht zu sein, sich nicht in seinem eigenen Körper wieder zu finden. Nun, dem ertasteten Bart nach zu urteilen, schienen die meisten Dinge mit diesem Körper zu stimmen... Die wichtigsten Dinge, auch wenn der Halbzwerg nicht mit einem derart schicksalhaften Schabernack gerechnet hatte, sich plötzlich als Frau unter den Lebenden einzufinden. Unvorstellbar für ihn, nicht nur angesichts des morbiden Schepperns unter seiner Schädeldecke.

Just, als in Ingmar der Wunsch aufkeimte, sich in einem Fass Met zu ertränken, drangen Stimmen an das Gehör des Halbzwerges. Die erste Stimme war die einer Frau, sie wirkte giftig und bergziegisch [zwergisches Adjektiv für keifende Zwergenfrauen], nahezu zänkisch. Sie kam Ingmar nicht bekannt vor, er hätte sich bestimmt an die Art erinnert, wie die Frau sprach. Ihre Vokale waren vollmundig, nicht so kahl und sachlich, wie man es von zB. den Menschen kannte, es hatte etwas exotisches, interessantes und wurde von einem weich gerollten "R" abgerundet. Äußerst interessant.
Vor seiner kleinen Reise ins Reich der Toten wäre er spätestens jetzt aufgesprungen und hätte versucht, durch den Türspalt nach draußen zu spähen, hoffend, einen Blick auf das Weibsbild zu erhaschen, das hier offenbar den Ton angab. Ingmar stand immer schon auf starke Frauen.
Jetzt allerdings zog er es vor, dem Spektakel vor der Tür zu lauschen und erst einmal zu begreifen, was hier um ihn herum geschah. Der Leichengestank, der in den Raum sickerte, fiel ihm dabei kaum auf, da das Räucherwerk die Luft gradezu mit seinem Gestank schwängerte, dass es einem fast die Sinne zu nehmen vermochte.

Als allerdings die Stimme Adlers zu hören war - oder Ingmar zumindest glaubte, diese als solche zu erkennen - kehrte schon etwas mehr Leben in den Körper des Räubers ein und ließ ihn seinen Kopf gen der Tür drehen, von deren Spalt her ein kleiner Lichtstrahl in den Raum fiel. Dabei fiel dessen Blick auch auf den kleinen Käfig, der sich in seiner Nähe befand und immer besser auszumachen war, je mehr sich der Blick des Wiedergeborenen klärte.
Sein Blick glitt zurück zu dem Wesen, das auf seiner Brust gesessen hatte und das sich nun als kleiner Drache zu etablieren schien. Man konnte die Verwunderung in Ingmars Augen förmlich spüren, ehe er sich vornahm, sich um solche Dinge erstmal nur tertiär zu sorgen, denn das kleine Wesen wirkte alles andere als feindlich. Es hatte eher etwas... Seltsam Verspieltes an sich, dass Ingmar näher zu hinterfragen noch nicht gewillt war.

Den Großteil der Schimpftirade der Frau entging Ingmar dabei, ihm war es wichtiger, ersteinmal auf die Beine zu kommen... Irgendwie.

Benutzeravatar
Erzähler
Nicht-Spieler-Charakter
Nicht-Spieler-Charakter
Beiträge: 4331
Registriert: Montag 4. Januar 2010, 20:11
Lebensenergie:

Re: Ein Neubeginn??....oder?

Beitrag von Erzähler » Samstag 21. März 2015, 02:57

Der kleine Drache war erfreut, dass sich endlich mal Leben in dem Mann zeigte. Das war ja kaum zum Aushalten, was waren die Zweibeiner nur für sensible und vor allem langsame Wesen, dass sie für alles soooooooooo lange brauchten. Und das, obwohl ihre Lebensspanne äußerst kurz und damit ziemlich übersichtlich war. Kurz hielt das kleine, geschuppte Wesen inne und grübelte. Sollte und konnte man dann nicht erwarten, dass sie schneller agieren würden?! Theoretisch müsste man doch aus dem Bett springen, sobald sie wieder merkten, dass das Leben sie doch nicht verlassen hatte. Aber nein! Sie benötigten wie immer eine Extraeinladung. Der kleine Drache seufzte auf und sprang von der Brust des erwachten Toten.
Vielleicht würde er ja jetzt aufstehen. Das kleine Wesen beäugte den Mann ungeduldig und seine Blicke sagten bereits alles. Aber nein, der Mann tat einfach gar nichts - er lag weiterhin einfach rum! Ungeduld erfasste das kleine Tier und hätte es auf hartem Untergrund gestanden, so hätte man seine Krallen ungeduldig auf dem Boden hören können. So schnappte es sich mit seinem kleinen Mäulchen mühselig die Decke, die ein wenig über die Bettkante hang und zog mit Leibeskraft dran. Sehr zu seiner Enttäuschung, brachte das nicht wirklich viel, was es wiederum anstachelte. Empört gurrte es auf und stemmte seinen Vorderpranken an seine Seite, wie es mit verengten Augen zu dem Zwerg aufsah. Komm schon, aufstehen! Drängte der Blick und das Gefiepe, was nicht gerade leise war und zunehmend penetranter wurde. Erfreulicherweise bewirkten genau diese Laute, dass das Gezeter aufhörte.
„… trink aus … und murre nicht. Was will das das Tier?! ….“ Die Tür schlug fast krachend gegen die Wand, mit solcher Wucht war sie geöffnet worden. Der kleine Drache erschrak sich, machte einen Satz in die Luft, flatterte wie wild mit seinen Flügeln und landete dann neben Ingmar, eher er sich augenblicklich hinter dessen liegendem Körper kauerte und mit großen Augen Richtung Tür starrte.
Was er dort sah, ließ dessen Mäulchen einen kurzen Moment offen stehen.
Im Türrahmen stand herrisch eine Dunkelelfe - ihre Mimik sprach Bände.
Ihr blick lag mit einer Mischung aus Überraschung und Verachtung auf dem Gesicht des Halbzwerges.
„Bei Manthala! Wird mir nur noch übel mitgespielt?! … du solltest doch ‘tot’ bleiben!“, warf sie verärgert mit starkem Akzent in den Raum.
Da die Tür immer noch speerangelweit offen stand, wehten nun auch noch allerlei mehr oder weniger angenehme Gerüche in den Raum und Ingmar konnte einen Tisch sehen, an dem ein stark bandagierter und erschöpft aussehender Adler vor einem Krug saß. Er blickte trotzdem mit wachsamen Augen in den Raum, doch ob er den Hintern der Frau inspizierte oder zu dem Verletzten sah. war nicht ganz klar.
„… vielleicht habe ich mich ja auch in dir getäuscht“, knallte sie dem Bandagierten schnaubend an den Kopf. „Vergiss es Adler, da ist nichts zu machen“, keifte sie über die Schulter zu dem anderen Mann rüber.
Den kleinen Drachen jedenfalls hatte die Bergziege noch nicht gesehen und der Kleine tat auch ein sein Bestes daran, dass dem erstmal so blieb. Ingmar konnte ihn leise Knurren hören - fehlte nur noch, dass er die Frau giftig anfauchte.
Bild

Benutzeravatar
Ingmar Blutnase
Gast
Gast

Re: Ein Neubeginn??....oder?

Beitrag von Ingmar Blutnase » Montag 6. April 2015, 19:19

Dass Ingmar sich bisher nicht gerührt hatte, war wohl in erster Linie den Kopfschmerzen zu verdanken, die ihn seit seinem Erwachen plagten und auf welche er auch die Laute des kleinen Drachen schob. Als plötzlich die Tür aufgestoßen wurde und zusätzliches Licht in den erst schummrigen Raum fiel, öffneten sich die Augen des Halbzwerges augenblicklich bis zum Anschlag, wohingegen sich die Pupillen verengten und schnell von kräftigen Zwergenpranken geschützt wurden.
Dabei ächzte er gequält. "Beim Harax! Kann man nicht von den verdammten Toten auferstehen, ohne dass man geblendet wird?!"
Die Stimme des Halbzwergs klang befremdlich in seinen Ohren, was ihn in diesem Augenblick allerdings wenig kümmerte. Dabei nahm er durchaus wahr, dass sich etwas hinter ihm verkrochen hatte, unternahm auch nichts, um das Wesen zu entblößen. Dennoch richtete Ingmar sich auf, sein Gesicht wirkte dabei mehr als ärgerlich. "Verdammt, Weib, mir wurde das Herz heraus gerissen, ehe ich in einem elysischen Wald gegen einen verfluchten Drachen um meine Wiedergeburt gekämpft habe, ist es da zu viel verlangt, nicht wie ein verdammter Pestkranker behandelt zu werden? Bei allem was spuckt und speit!" Der alte Ingmar wäre jetzt vermutlich richtig aus der Haut gefahren, doch jetzt wirkte er keinesfalls wie ein Berserker, eher wie ein Hufschmied, der sich auf den Finger gehauen hatte.

So saß er nun auf der Pritsche, mit dem Drachen hinter sich, die dünne Decke hatte sich unterdes selbst zurückgedrängt, weshalb der Halbzwerg nun unbedeckt dasaß, in keinster Weise daran interessiert, ob er Kleider am Leib trug, oder nicht. Stattdessen hielt er sich den Kopf. Die 'frische Luft' die die Elfe hinter sich her gezogen hatte vermochte nicht, etwas an der ohnehin schwer zu atmenden Atmosphäre zu ändern, wirkte sich aber auch nicht verschlimmernd aus. Ingmar hatte bereits in Sümpfen kampiert, in denen es schlimmer gestunken hatte als hier. Als sich die Augen des Halbzwergs von dem plötzlichen Lichteinbruch erholt zu haben schienen, sah dieser sein Gegenüber an, die Augen immer noch zu Schlitzen verengt. Sie musste die Priesterin, oder war es eine Hexe? Ingmar war sich jedenfalls fast sicher, dass dies die Elfe war, die Adler vor dem Tod des Halbzwerges erwähnt hatte, zumindest würde es ihn nicht überraschen, wenn seine Vermutung stimmte.
Auch wenn sie - seiner Meinung nach - absolut nicht wie eine Hexe aussah, sondern vielmehr mit der klassischen Attraktivität gesegnet war, die klischeehafterweise allen weiblichen Elfen anhaftete. Eine knappe und leicht abschätzige Musterung später, schielte der Neugeborene an der Hexe vorbei hinüber zu demjenigen, den er für seinen Feld-Freund Adler hielt und warf diesem ein skeptisches Nicken zu. Wie war er hier her gekommen? Wie lange hatte er hier herum gelegen und was noch viel wichtiger war: WO WAR ER HIER EIGENTLICH?!

Antworten

Zurück zu „Die Tote Ebene“