Im Schutz des Waldes

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Samstag 10. Dezember 2011, 19:57

Noch ehe der Warg zum finalen Biss ausholen konnte griff Kazel beherzt in die Szenerie ein. Dies nicht ohne erhebliches persönliches Risiko, er hatte Glück denn als er mit seinem Arm nach der Pranke des Wargs schlug erwischte er diese gerade über den scharfen Krallen der Bestie. Die tosenden Augen des Viechs richteten sich auf Kazel und weiteten sich sogleich als dessen Klinge tief in den Körper des Tieres getrieben wurde. Er knurrte das Viech unbeeindruckt auf als hätte es den Hieb gar nicht bemerkt, doch dann gab das Tier ein seltsames Winseln von sich und wich humpelnd zurück, während es die linke Pranke anhob. Das Schwert hatte die Kehle des Wargs verfehlt und sich unterhalb der linken Vorderpranke in das Fleisch des Tieres gebohrt. Eine schwere Verwundung welche das Tier in die Defensive zwang. Die Pfoten des Wargs bluteten ja ohnehin schon durch die kleinen Pfähle die man ihm hineingetrieben hatte um ihn noch wütender zu machen, nun sorgten diese dafür dass der Warg selbst im Sitzen keine Ruhe fand und sich deshalb peinvoll winselnd auf den Rücken warf ehe er sich zur unverletzten Seite drehte und hechelnd liegen blieb. Dunkles, beinahe schon tiefschwarzes Blut quoll unter der Pranke hervor. Ganz im Gegensatz zu jenem welches durch das Kettenhemd des Paladins hindurch spritzte. Dieses war Hellrot und erfolgte in pulsierenden Schwallen. Seine Tunika war bereits vollgesprenkelt. Der Paladin nicht mehr bei Bewusstsein. Seine Augen waren nach oben hin verdreht. Seine Haut beinahe schon grau. Unter dem Kettenhemd blutete er so stark dass es ihm sogar schon bei den Händen unten herausrann.

Es mussten grosse Gefässe verletzt sein. Xenia war sofort bei ihm. „Verdammt Sintus, mach mir nicht solchen Ärger!“ Krächzte sie sichtlich betroffen, dennoch blieb sie handlungsfähig wie man es von einer Söldnerkönigin erwarten konnte. Sie packte nach dem Wappenrock des Paladins und riss einen Stofffetzen ab. Doch die Wunde des Paladins war schwer zu erreichen, befand sie sich ja unter dem zerbissenen Kettenhemd. Doch noch lebte Sintus, er reagierte sogar als sie ihn mehrfach ohrfeigte. Er verzog schmerzerfüllt sein Gesicht und begann am ganzen Leib zu zittern. Seine Lippen verfärbten sich allmählich weiss, dann blau.

„Wach bleiben Sintus!“ Befahl Xenia ihm in einem Tonfall der keine Widerrede zuliess. „X..e..rnr..“ „Schon gut…wir kriegen das hin!“ Unterbrach sie ihn gehetzt.

Sie blickte auf als sie den Warg röcheln hörte. Schaute dann kurz zu Kazel hin ehe sie sich wieder über Sintus beugte und diesen in eine sitzende Position beförderte. Doch dieser Brüllte gequält auf bei jedem ihrer Versuche ihn aus dem Kettenhemd zu befördern. So dass sie ihn wieder hinlegte, seien Kopf auf ihrem Schoss abgestützt. „Scheisse Sintus, was vernachlässigst du auch deine Deckung!“ Tadelte sie ihn, während sie zu Plan B überging und den Stofffetzen um die Schulter des Verwundeten band. Sie drehte ebenfalls einen Ast hinein, machte denselben Trick wie zuvor die Löwin, diesmal jedoch um Druck auf die Wunde auszuüben. Auch dies Tolerierte der Paladin schlecht aber immerhin spritzte ihm das Blut nicht mehr zwischen den Kettengliedern hervor. Sie legte ihre Hände auf SIntus Wangen. Beugte sich über ihn und sprach ihm leise Mut zu. Jene Floskeln die jedem Verwundeten helfen sollen. „Wir lassen dich nicht allein… wir finden einen Weg hier raus… das wird schon…“ Solche Phrasen eben. Doch sie waren hier nicht auf einem Kriegsfeld. Sie konnte sich nicht zum nächsten Lazarett oder Sanitäter flüchten… Sanitäter ja… Juduka!

Diese stand noch immer Abseits, blickte ungerührt auf den am Boden liegenden Paladin. Langsam trat sie näher. Blieb vor dem Schwerverletzen stehen und blickte auf ihn herab. Xenia schaute sie direkt an. Sagte aber nichts. Sintus ächzte. Zitterte heftig in Xenias Armen. Jeder Atemzug schien mit unsäglicher Anstrengung verbunden zu sein. Dem Tode nahe starrte er verzweifelt zu Juduka hoch. Juduka war nicht dumm. Natürlich könnte sie sich nun an dem Paladin rächen und ihn hier sterben lassen, doch dies würde unweigerlich der Zorn von Xenia und Kazel auf sich ziehen. Also kniete sie sich neben ihn. Legte ihre Hände auf dessen Schulter und schloss ihre Augen. Heilendes Licht erstrahlte aus ihren Händen. Sie suchte erst die Verletzung ab. „Der Muskel ist bis zur Hälfte durchtrennt… die Arterie sogar ganz…“ Sie schaute kurz zu Xenia auf. „Ich kann ihn stabilisieren… aber hier sicherlich nicht schnell genug heilen…“
Man durfte ja nicht vergessen dass sie noch immer die Jäger im Nacken hatten welche den Wargen folgten.
Direkt hinter Kazel röchelte noch immer der Warg, winselte leise vor sich hin.

Gleichzeitig, einige hundert Meter tiefer im Wald lag die vom Pferd gestürzte Janay und drohte ebenfalls das Bewusstsein zu verlieren. Doch dies liess Annabelle nicht zu, schliesslich kam da gerade eine Fremde auf die beiden zu und sie wusste nicht was sie machen sollte! Nervös rüttelte sie an Janay herum. „Bleib wach Janay… bitte bleib wach!“ Hauchte sie ängstlich und begann an ihr rumzufummeln und verzweifelt nach dem Dolch zu suchen. Doch die Löwin war schneller. Sie blieb vor den beiden stehen, verlagerte ihr Gewicht auf ihr rechtes Bein und verschränkte ihre Arme. Sie war schon eine ziemlich erotische Erscheinung, doch im Moment fehlte es an Männer welche die Zeit dafür hatten diesen Umstand zu bemeren. Sie legte ihren Kopf schief und musterte Annabelle neugierig. „Hör auf nach einer Waffe zu suchen Menschin, hätte ich dich töten wollen, hättest du mich gar nicht kommen sehen.“ Sie trat elegant und geschmeidig auf Janay und Annabelle zu die sich nicht mehr rührte. Die Hexe starrte die Löwin ängstlich an. Sie hatte noch nie so ein Wesen gesehen. Was war die für eine Gestalt? Noch ein Versuchskaninchen des Wegbereiters? Auch sie kam also zum gleichen Schluss wie Kazel, es war ihr nicht zu verübeln. Sie hatte Zombies gesehen, Untote, Menschen die zu Tieren gemacht worden waren durch diesen schrecklichen Kreigsherrn. Aber einer Leonidin war sie noch nicht begegnet.

Diese hockte sich vor Janay auf alle Viere und sah nunmehr wirklich sehr Katzenhaft aus. Sie legte abermals ihren Kopf schief und ihre grünen Augen musterten neugierig Janays Körper. Sie begann beruhigend zu Schnurren, strich mit ihrer Hand über ihr Ohr und leckte sich ihre „Pfote“ ab ehe sie wieder zu Janay hinblickte. „Du musst stark sein… Elfe. Ein Mitglied deines Rudels ist bereits schwer Verletzt…“ Annabelle blickte hoch. „Schwer verletzt?!“ „Er wird sterben wenn eure Maga nichts unternimmt.“ Meinte die Löwin schulterzuckend und krabbelte zu Janays Fuss. Mit ihren scharfen Krallen schlitzte sie Janays Stiefel auf. Durch das plötzliche Nachlassen des Druckes durchzuckte nur noch mehr schmerz Janays Bein. Dann sprang die Löwin zurück und kletterte auf den nächsten Baum. Witterte in die Luft. Gab dann ein seltsames Brüllen von sich. „RUHAHRRHRH! RUha…RUHARR¨..RUha..RAHRHRH!“ Annabelle starrte Fassungslos zu der Fremden auf und blickte zu Talimée, dann wieder zu Janay. Entweder hatte es Kazel oder Sintus erwischt, soviel war klar. Für eine der beiden würde also eine harte Zeit folgen. Annabelle war davon überzeugt dass Janay noch immer für Kazel empfand auch wenn sie sich gestritten haben… und bei Talimée… nun sie war mit SIntus auf der Jagd gewesen und hatten sich auch sonst oft unterhalten, auch wenn sie eher das Gefühl hatte dass die Avancen von Sintus ausgegangen waren konnte sie sich doch vorstellen dass Talimée den stattlichen Krieger mochte. Sie blickte nervös zur Löwenfrau auf die doch alles auf sich aufmerksam machte! Aber genau dies war auch ihre Absicht… nun nicht alle, aber ganz bestimmte Personen wollte sie tatsächlich zu sich rufen. Sie sprang vom Baum runter… und markierte diesen… sie verhielt sich deutlich animalischer als Kazel…deutlich… doch sie verzichtete auf das „eigentliche“ Markieren denn als Weltoffene Leonidin wusste die Fremde, dass man sich damit in der sogenannten „zivilisierten Welt“ keine Freunde machte, so hatte sie ihre ganz persönliche Duftnote in einem Flakon gesammelt von welchem sie nun etwas des Duftstoffes entnahm und damit den Baum markierte. Dann eilte sie wieder zu den beiden hin. „Nimm du die Pferde Menschin… auch mich werden sie nur nervös reagieren… ich nehme deine Freundin hier…“ Sie blickte zu Talimée. „Kannst du laufen, Elfe?“
Sie trat zu Janay hin und zog diese – ob sie wollte oder nicht, auf die Beine. Was alles andere als angenehm war.

[Janay verliert aufgrund des Sturzes vom Pferd 15% ihrer Lebensenergie und kann den betroffenen Fuss nicht belasten]
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 13. Dezember 2011, 14:59

Ob man ihn für seine Atkion loben würde? Sie war riskant gewesen, überaus riskant. Kazel hatte sein eigenes Leben achtlos aufs Spiel gesetzt, als er sich zwischen den Warg und den verwundeten Sintus geworfen hatte, um die Klinge durch die Bestie zu treiben. Aber irgendein Gott, Zufall oder Schicksal hatte ein Nachsehen. Er spürte noch den Schwung der Pranke, welcher abrupt unterbrochen wurde. Dann folgte dieses gefühlte Hindernis. Das Schwert war auf Gegenwehr gestoßen, genauer gesagt, es hatte sich tief in die Vorderpfote des Wargs gegraben. Heißer Atem schoss Kazel aus tierischen Nasenlöchern entgegen. Das Vieh schnaubte, offenbar ungläubig über das, was ihm gerade passiert war. Kazel versuchte, die Klinge noch tiefer zu zwängen, ruckte und drehte daran, was dem Warg wohl nur zusätzlichen Schmerz verursachte. Winselnd wich er zurück, während der Mischling ihn anstarrte. Seine Beine wurden weich. Er spürte ein heftiges Zittern am ganzen Körper und jede Menge Adrenalin, das durch seine Adern schoss, als wollte es sämtliches Blut verdrängen. Er konnte sich nicht rühren, fühlte zugleich eine unsagbare Aufgewühltheit. Er fühlte sich gehetzt, wäre am liebsten aufgesprungen, um dem Ganzen ein Ende zu machen. Aber dann brach der Bann, als Kazel hinter sich Xenias Stimme hörte. Die Worte klangen nach Wut, aber der Tonfall war echte Besorgnis. Ihr Kampfpartner wandte sich um.
Sintus machte einen schrecklichen Eindruck. Kazels Augen weiteren sich vor Entsetzen. Er mochte den Paladin vor einem weiteren Hieb oder einer Bissattacke der Bestie gerettet haben, aber jetzt würde dieser tapfere Mann einfach verbluten, wenn nicht schnell etwas unternommen wurde. Kazel sprang auf. Ihm fielen Juduka und ihre lichtmagischen Heilkräfte wohl schneller ein als Xenia, aber die Söldnerkönigin reagierte besser. Sie rief die Nachtelfe herbei, anstatt sich auf die Beine hochzureißen. Sie warf Kazel einen kurzen Blick zu, der ihn zusammenzucken ließ. Oder war es Sintus' Brüllen, das ihm da durch Mark und Bein ging? Er keuchte, taumelte kurz, fing sich aber wieder. Dann suchte er den Platz nach Juduka ab. Wo steckte sie? Der Paladin brauchte sie! "Ju-"
Da tauchte sie auf. Oh, sie ließ sich verdammt viel Zeit! Schneller, schneller! Er stirbt! Kazels Finger zitterten. Er ballte die Hände zu Fäusten, trat nun auch näher, jedoch wesentlich eiligeren Schrittes als die Nachtelfe zuvor. Sie hatte sich bereits zu ihm gekniet, ihre Worte machten allerdings wenig Hoffnung. Kazel, noch immer in einem Adrenalinrausch gefangen und verzweifelt wie gleichermaßen voller Angst um Sintus' Leben, tat etwas Dummes. Jedenfalls würde es nicht helfen, das Leben des Paladins zu retten. Er stieß Juduka an der Schulter an - unsanft, wie er sie bisher nicht behandelt hatte und ziemlich energisch, wie Xenia ihn so nicht kannte. "Du heilst ihn. Hier. Jetzt. Oder, bei Lysanthor und Manthala, ich sorge dafür, dass du ihm folgen wirst!" Seine Worte waren eiskalt, bedrohlich und finster. Seine Augen überschattete ein tintenblauer Sturm, der mit jeder Woge heftiger zu werden schien. Jene Augen blickten nun Xenia fest entschlossen an. Kazel wusste, was noch kommen und dass Sintus sterben würde, wenn man ihm jetzt nicht half. Er sagte grollend: "Bleib bei ihm, Xenia. Da kommen noch Dunkelelfen. Ich halte sie auf. Ich reiß ihnen die Kehlen eigenhändig heraus."
Dann packte Kazel nach Sintus' Schild. Er brauchte etwas, um sich zu verteidigen. Er hob es an und ... ließ es wieder fallen, schüttelte den Kopf. Er war kein Paladin, viel zu schwach um dieses Ding mit sich herum zu schleppen. Er würde mit bloßem Schwert kämpfen müssen. Das Schwert! Hastig drehte er sich zu dem winselnden Warg um, ging auf ihn zu. "Warge, die winseln, beißen nicht. Ich hoffe, du kennst diese Redewendung." Er wollte sich das Schwert schnappen. Die Bestie würde daraufhin hoffentlich nicht mehr angreifen. Sie verlor gerade ziemlich viel Blut. Vielleicht genug, um zu schwach zu sein, noch zu handeln. Genug, um zu sterben wie jene Häscher, mit denen Kazel es nun allein aufnehmen wollte. Er würde ihnen entgegenstürmen. Er würde Juduka, Xenia und Sintus genug Zeit geben. Und Janay, Annabelle, Talimée - diesem armen Katzenexperiment Raxtians. Seine Gedanken waren bei ihnen. Seine Entschlossenheit richtete er nach vorn. Er war bereit, sie alle zu schützen, egal wie.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Mittwoch 21. Dezember 2011, 12:05

Während die anderen mit den Wargen kämpften und Annabelle mit den Pferden, hatte sie ihr ganz eigenes Gefecht auszutragen. Wäre sie erfolgreich, würde sie bei Bewusstsein bleiben, würde sie scheitern, würde gnädige Dunkelheit sie umhüllen. Wäre die Situation eine andere gewesen und hätte sie nicht Talimées Angst gespürt, hätte sie womöglich sofort aufgegeben, um nicht das erleiden zu müssen, was ihr im Wachsein bevor stünde, nämlich Schmerzen ohne Ende. Hinzu kam ein Rütteln an ihr, das nicht zuließ, dass sie völlig wegdämmern konnte.
Sinn geben konnte sie den Worten von der Alten keinen, aber die Stimme hielt sie soweit bei Bewusstsein, dass sie einen Teil ihrer Umgebung noch wahrnehmen konnte. Gegen die Hände an ihrem Körper konnte sie sich indes nicht wehren, so unangenehm sie ihr auch waren, was sie durch wiederholte Stöhnen kund gab.
Abrupt jedoch hörten die Berührungen auf und sie sackte wieder mit einem Seufzen in sich zusammen, bemerkte kaum das neue Wesen, das sich nun daran machte, sich um sie zu kümmern.
Ihre Augenlider flatterten und ihr Blickfeld wurde schon enger, erneut griff die Dunkelheit stärker und vehementer nach ihr. Wäre es anders gewesen, wäre sie bestimmt ebenfalls starr vor Angst gewesen. Sie hatte zwar schon einiges gesehen, auch einen Orkjungen kennen gelernt, der gar nicht so furchteinflößend gewesen war, wie man es gewöhnlich behauptete. Aber ein Löwenwesen war selbst ihr noch nicht unter gekommen.
Beinahe trieb sie ab in die Ohnmacht, als ein leises, andauerndes, knatterndes Geräusch an ihre Ohren drang und sie langsam wieder in die Wirklichkeit zurück holte. Es war ein seltsamer Laut, der nicht enden zu wollen schien, und dennoch ein beruhigender.
Ein weiteres Seufzen entkam ihr über die Lippen, während sich ihre Finger zu bewegen begannen, als wolle sie etwas greifen. Die Worte hingegen begriff sie wieder nicht, dazu war sie noch nicht wach genug. All ihre Gedanken waren wie in Watte gehüllt und schwirrten zäh wie Nebel durch ihren Kopf.
So konnte sie auch nicht in Sorge über den Umstand sein, dass einer von ihnen verletzt war und bei dem sie automatisch an Kazel denken würde. Außerdem gab es kurz darauf etwas ganz anderes, das ihre volle Aufmerksamkeit erforderte, soweit sie überhaupt schon vorhanden war.
Das plötzliche Nachlassen des Drucks um ihren Knöchel ließ sie aufschreien, denn es tat viel mehr weh von einer Sekunde auf die andere. Es trieb ihr sogar Tränen in die Augen, während es heftig dort pochte und sie obendrein das Gefühl hatte, als würde es ihren gesamten Körper durchschütteln.
Sie war dadurch viel zu stark mit sich selbst beschäftigt, als auf das Rufen oder Markieren zu achten, so nahe es auch geschah. Erst ein Griff ließ sie blinzeln und aufsehen.
Zum ersten Mal nahm sie das Löwengesicht direkt wahr und das hatte seine Konsequenzen. Ihre Augen weiteten sich und sie begann zu schreien, laut und voller aufkeimender Panik, da sie durch den Schmerz nur zu deutlich wusste, wie hilflos sie gerade war. Natürlich versuchte sie sich zu wehren, jedoch brachte das nichts, sodass ihre Schreie nur noch lauter und verzweifelter wurden und bestimmt unendlich weit zu hören wären, vielleicht sogar bis zu Kazel und den anderen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Sonntag 8. Januar 2012, 13:21

Juduka war ja eigentlich bereits mit Heilen beschäftigt als Kazel wildschnaubend und vollgepumpt mit dem Adrenalin des Kampfes auf sie zugestapft kam und sie unsanft anstiess. Juduka keuchte auf und geriet für einen Moment aus der magischen Konzentration. Sie war eine zierliche Frau, wie für Nachtelfinnen üblich.
Xenia schaute zu Kazel hin doch sie war damit beschäftig Sintus zu halten. Sie schaute ihn lange an. „Kazel..beruhige dich… kümmere dich um den Warg…und dann lauf zu den Andern…wir…kommen hier zurecht.“ Damit wurde wohl deutlich dass Xenia ihn im Moment nicht als Hilfe betrachtete, zumindest nicht wenn es um Juduka und die Heilung von Sintus ging. Hier würde er mit seiner aufgewühlten und drohenden Art wohl eher schaden als helfen. Also versuchte sie ihn abzulenken indem sie ihm andere Aufgaben zuwies.

"Du heilst ihn. Hier. Jetzt. Oder, bei Lysanthor und Manthala, ich sorge dafür, dass du ihm folgen wirst!" Juduka knurrte. „Dann lass mich mein Werk tun du vermaledeiter Bastard!“ Knurrte sie. Diese Art der Heilung erforderte sehr viel ihrer arkanen Kräfte und es war für eine Lichtmaga sehr unangenehm so aus der Konzentration gerissen zu werden. Nun konnte sie wieder von vorn Anfangen. Damit waren bereits wertvolle Sekunden verloren.

"Bleib bei ihm, Xenia. Da kommen noch Dunkelelfen. Ich halte sie auf. Ich reiß ihnen die Kehlen eigenhändig heraus." „Kazel, nein!“ Nun war es Xenias Stimme die schneidend war… und wie schneidend sie war. Xenia erlebte man ja selten so. Doch sie war eine geborene Anführerin und wusste wann es an der Zeit war hart durchzugreifen. „Du kümmerst dich um den Warg… dann um die anderen Frauen. Wir werden fliehen. Wir können uns nicht den Dunkelelfen stellen. Wir haben einen Schwerverletzten, kaum Waffen… und drei Frauen die nicht Kämpfen können.“ Juduka schnaubte. Wenn die wüssten zu was sie in der Lage wäre… Sie schüttelte den Kopf und konzentrierte sich auf die Heilung dieses verfluchten Paladins. Wenn die anderen beiden wüssten was dieser ihr in der Höhle ins Ohr geflüstert hatte, seine Drohung, würden sie dann nicht verstehen können warum sie ihn am liebsten verrecken lassen hätte?
Sie zweifelte nämlich deutlich daran dass Sintus irgendwas an seiner Aversion ihr gegenüber ändern würde, sollte er diese Attacke überleben. Vielleicht… sollte sie ihm die Arterie offen lassen, nur halb schliessen so dass er in den nächsten Tagen verblutet…

Juduka war eine begnadete Heilerin ja, aber keine barmherzige. Sie heilte nicht um jeden Preis, sie folgte nicht diesem ehrenwerten Heilerkodex allen und jedem Hilfe zu leisten. Davon hatte sie sich getrennt als sie in Raxtians Dienste getreten war. Er hatte ihr vieles über Macht erklärt… und ja ein Heiler hatte macht wenn er sich durch diesen dämlichen Kodex nicht behindern liess. Schliesslich lag es an ihr ob Sintus lebte oder starb. Sie hatte es in der Hand. Doch aktuell war es definitiv sinnvoller dem Paladin zu helfen auch wenn es ihr widerstrebte.

Kazel indessen näherte sich dem Warg. Xenia liess ihn nicht aus den Augen. Der Warg winselte herzzerreissend und versuchte sich von Kazel zurückzuziehen. Selbst abgerichtete Viecher wie dieses hier kannte Todesängste… und Kazel machte ihm Angst, schliesslich hatte er ihm sehr weh getan. Schmerz war jene Empfindung mit welchem dunkelelfische Wargs am intensivsten Bekannt gemacht wurden. Ihre ganze Dressur erfolgte über Schmerz. Wieder winselte er und rollte sich abermals unterwürfig auf den Rücken. Dabei konnte Kazel erkennen dass beim Halsband des Tieres eine kleine Box befestigt war. Die Box war nicht grösster als eine Schmuckschatulle…. Kurz darauf hörte Kazel Schreie. Schreie von einer Stimme die er kannte. Janay.

… Janay, diese schrie sich gerade die Seele aus dem Leib als sie sich die Gegenwart der Leonidin bewusst geworden war. Eine Leonidin war ja auch nichts anderes als eine Raubkatze und Katzen waren ja bekannt für ihre Sanftpfotigkeit, ihren eigenwilligen Charakter, ihre Nachtsichtigkeit… und ihre guten Ohren. Gerade jene wurden arg durch Janay strapaziert. Die Leonidin fauchte und dies hinterliess Eindruck. Janay konnte in eine wütende Löwinnenfratze sehen, die Reisszähne blitzten unheilvoll auf und das Fauchen ging durch Mark und Bein. Sie legte ihre Ohren zurück. Sie fauchte weil das Geschrei der Dunkelelfe ihr unsäglich weh taten in den empfindlichen Gehörgängen.
Annabelle… tat ihren Beitrag. Sie schrie mit. „Neinnrhr! NICHT HÖRT AUF!!“ Selbst sie glaubte dass dieses Wesen gerade eine Art aggressiven Anfall hatte und sich vielleicht doch gerade dazu entschlossen hatte Janay zu fressen. Sie fasste ihren ganzen Mut und sprang die Raubkatze an. „RHARHHH!“ Nun hatten es die beiden Frauen geschafft die Leonidin wahrlich wütend zu machen. Es entstand ein heilloses Durcheinander. Einzig Talimée hielt sich aus der ganzen Geschichte zurück und bat leise darum sie mögen doch alle zur Besinnung kommen. Doch ihre gut gemeinten Worte gingen im Chaos unter.

Im Gegensatz zu Annabelle war die Leonidin eine Kreatur mit einem ausgesprochen guten Gleichgewichtssinn und so war es für sie ein leichtes die Hexe abzuwerfen. Diese stürzte zu Boden, wollte sich sogleich wieder ins Gefecht stürzen doch Talimée hielt sie zurück. Sie hatte die Aura der Frau in ihrer Vision gesehen und dabei war keine Gefahr von ihr ausgegangen, irgendwas tief in ihr verriet ihr dass sie dieser Leonidin vertrauen konnte.

Janay kriegte indessen eine pelzige Hybridenpranke aufs Maul gedrückt. „Hör auf, beruhige dich! Hör auf zu schreien!“ Fauchte ihr die Leonidin entgegen. „ „Ich bin kein Feind!“ Redete sie eindringlich auf sie ein und beförderte Janay wieder zu Boden indem sie sie mit ihrem Körpergewicht Runterdrückte, interessanterweise ging dies noch relativ sanft denn die Leonidin stützte die verletzte Frau mit ihrer anderen Pranke und geleitete sie zu Boden. „ „Beruuuhige dich… ich fresse nicht gern…“ Sie schnupperte an Janay.. „Mischlinge. Ausserdem müssen wir dem Rest des Rudels helfen… verstehst du Mischlingskind?“ Natürlich verstand sie nicht, auch die Leonidin war aufgeregt und wechselte so unbemerkt in ihre Sprache, sie sprach so selten celcianisch dass ihr diese Worte kaum geläufig waren und sie sich schwer damit tat. Ausserdem verkehrte sie beinahe ausschliesslich unter ihresgleichen und so war sie es sich gewohnt dass sie verstanden wurde. Janay hatte also eine ausgewachsene Leonidin über ihr die sie anknurrte, maunzte und grummelte, wie eine aufgeregte Katze die ihr was zu erzählen versuchte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 12. Januar 2012, 21:42

Er konnte nicht glauben, worum Xenia ihn da bat. Er sollte zu den anderen gehen und sie hier zurücklassen? Sintus war dem Tode nahe, Juduka schien ohne Aufforderung nicht einmal gewillt zu sein, ihm zu helfen und niemals würde er Xenia ganz allein gegen das kämpfen lassen, was da noch unterwegs gewesen war. Er hatte sie gesehen - mit diesen veränderten Augen von diesem verdammten Bastard Raxtian Tausendtod. Da kamen Dunkelelfen, bewaffnet. Die Warge wären beinahe zu viel geworden, wenn dieses Katzenexperiment nicht gewesen wäre. "Ich lasse euch hier nicht zurück", sagte er mit scharfem Blick. Seine Brust hob und senkte sich noch immer unter der Anspannung, die in sämtlichen Gliedern lag. Der Kampf gegen diese morgerianische Bestie hatte ihn aufgewühlt, aber auch kriegerischen Kampfgeist in ihm geweckt. Leider passte der nun ganz und garnicht hierher. Kazel war das nicht bewusst. Er überlegte nur fieberhaft, wie er die kleine Gruppe schützen konnte, die er ansatzweise als Familie bezeichnen durfte. Selbst Sintus zählte dazu, wenngleich er ihn im Grunde kaum kannte und sich beide eher auf Kriegsfuß zu stehen schienen. Aber mit Juduka ging er im Moment auch nicht anders um. Wahrscheinlich kam deshalb eine derart schnippige Antwort von ihr, für die sie vom Mischling nur einen düsteren Blick erntete. "Heil ihn einfach!" Er wirbelte herum und auch wenn Xenia versuchte, ihn mit einem schneidenden Befehl zur Ruhe zu bringen, ließ er sich dieses Mal wohl nicht aufhalten.
Kazel ignorierte ihren Ruf. Sie sollte bei Sintus bleiben und er würde bei ihnen bleiben - in Gedanken. Tatsächlich aber wollte er allein gegen die Dunkelelfen ziehen. Ein Selbstmordkommando war das, aber wie immer erkannte der von Emotionen getriebene Jungspund eines Elfenmischlings das nicht. Er trat an den Warg heran. Kümmere dich um den Warg..., hallten Xenias Worte durch seinen Kopf. Er ballte die Hände zu Fäusten, damit das Zittern nicht auffiel. Er war so wütend auf diese Bestie. Er war wütend auf die Dunkelelfen, aber er hielt sich noch im Zaum. Landria Sinal hatte ganze Arbeit geleistet, was seine Ausbrüche anging. Trotz allem bebte der Zorn in ihm. Er war selbst eine Bestie wie die, die vor ihm kauerte und winselte. Nur seine wollte heraus. Wollte reißen.
Er griff sich die Klinge. Da das Tier sich duckte und leise winselte, schwand Kazels Unsicherheit ihm gegenüber. Es war geschlagen und bereit für den Gnadenstoß. Etwas Anderes konnte Xenia wohl kaum mit ihren Worten gemeint haben. Kazel bewegte seinen Schwertarm. Bei Manthala, ruhig! Er sah, wie das Metall zitterte. Er schloss die Augen, obwohl ihm der Riesenwolf gegenüber hockte. Er atmete tief durch. Es half nicht wirklich, dass er sich sammelte. Wie sollte er so gegen die Dunkelelfen kämpfen? Seine Lider hoben sich. Kazel fokussierte den Warg, entdeckte die kleine Box, aber sie kümmerte ihn nicht. Vielleicht brachte ihn der Tod dieses Wesens etwas zur Ruhe. Möglicherweise gewann er auf diese Weise seine Fassung wieder. Er hob das Schwert.
Zuerst dachte er, es wäre der Todesschrei des Ungeheuers, aber er hatte die Schneide noch nicht einmal auf ihn niedersausen lassen. Außerdem kannte er den Klang der Stimme. Der Schrei an sich war ihm dermaßen vertraut, dass er dem Mischling durch Mark und Bein ging. Er keuchte auf, wich einen halben Schritt vor dem Warg zurück. Dann wandte er den Kopf um. Seine Augen weiteten sich, als er einfach in den Wald hinein starrte. Es gab keinen Zweifel für ihn. Da hatte Janay eben geschrien.
"Verdammt!" Er warf einen Blick zu Xenia. Nein, er konnte doch nicht ... aber er musste ... sie hatte selbst gesagt, er sollte ... aber ... "Ich muss zu ihnen!", rief er der Söldnerkönigin zu, seine Augen hatten ihre aber etwas ganz Anderes verraten: Lasst euch nicht umbringen! Er könnte es sich niemals verzeihen, wenn er jetzt zu Janay, Annabelle und Talimée sprintete, nur um im Gegenzug dafür die drei anderen einfach im Stich zu lassen. Wenn ihnen etwas geschah, würde er sich ewig Vorwürfe machen. Wie viele Morde auf seine Kosten hielt seine Seele aus?
Er lief. Er bemerkte es erst jetzt, da er schon eine beachtliche Strecke zurückgelegt hatte. Bäume und Zweige flogen nur so an ihm vorbei. Sie verwandelten sich in eine verschwommene Masse eines dreckigen Farbgemischs. Mehrfach trat er auf spitze Steine oder rammte sich einen vorstehenden Ast in den Fuß. Der Schmerz ließ ihn nur vehementer rennen, bis es so sehr wehtat, dass er leicht humpelte. Was für ein Bild das abgeben musste. Da tauchte Kazel endlich auf der Lichtung auf: leicht hinkend, die halbe Robe, Arme und Schwert mit dem Blut des Warges überströmt, den er getötet hatte und dann auch noch einen Blick drauf, aus dem der Blutdurst sprach. Er würde hier jeden gottverdammten Kerl umbringen, der es wagte, Annabelle, Talimée, Janay oder sogar den Pferden etwas anzutung. Er ... blieb stehen und starrte in die Szenerie.

"Was zum ...?" Am Rande seines Blickfeldes entdeckte er die Elfenfreundin von Janay. Zusammengekauert saß sie da, mit großen Augen und leise bittend, das Ganze zu beenden. Die Worte drangen natürlich nicht an Kazels Ohren, da konnten sie noch so spitz zulaufen. Annabelle lag am Boden, als hätte jemand sie umgestoßen. Ihr Ächzen und Stöhnen ließ darauf schließen, dass die Landung alles andere als sanft verlaufen war. Und schließlich war da noch Janay. Kazel erinnerte sich, dass die Katzenfrau in die Richtung der drei gelaufen war. Aber doch nicht, um diese anzugreifen! "Heee!", konnte Kazel noch rufen. Für alles weitere war er einfach zu perplex. Zum Glück hatte er sich mit dieser Gefühlslage nicht zu den Dunkelelfen aufgemacht.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 13. Januar 2012, 23:25

Sie konnte einfach nicht anders. Bisher war sie zu benommen gewesen, um wirklich begreifen zu können, was um sie herum geschah. Das änderte sich und prompt stieg Panik in ihr auf, gemeinsam mit der Erkenntnis, dass sie nicht einmal zum Weglaufen in der Lage wäre aufgrund ihres Fußes. Dessen schmerzhaftes Pochen rückte gerade in den Hintergrund, vor allem, als sie zum ersten Mal in ihrem Leben eine Leonidin zu Gesicht bekam. Und natürlich hatte sie Angst davor, da es eindeutig als Raubtier zu erkennen war.
Somit reagierte sie, indem sie zu schreien begann und es nicht so einfach abstellen konnte. Wie stark sie damit die Ohren der Leonidin in Mitleidenschaft zog, ahnte sie nicht, geschweige denn, dass sie sich die Wahrheit hätte ausmalen können.
Stattdessen presste sie sich immer mehr mit dem Rücken gegen den Stamm und versuchte, irgendwie auf die Beine zu kommen. Was sich rasch wieder gab, als sie einmal den Fehler machte, den verletzten Fuß zu belasten. Ihr Schreien wurde noch etwas spitzer vor Schmerz.
Kaum hockte sie erneut am Boden und konnte die wutverzerrte Fratze ausmachen, begann sie heftig zu zittern und Tränen stiegen ihr in die Augen, die sie fest zusammen kniff, in Erwartung, so den zwangsläufig kommenden Biss nicht sehen zu müssen.
Dadurch bekam sie die mutige Tat von Annabelle gar nicht mit, sondern war weiterhin ein panisches Häufchen Elend. Talimée indes registrierte sie gerade überhaupt nicht, da diese sich zu unauffällig dafür verhielt.
Der Tumult dauerte noch kurz an, sodass sie allmählich zu begreifen begann, dass da was nicht stimmte. Es kam kein Biss, keine unendliche Dunkelheit und Schmerzlosigkeit.
Also wurde ihre Stimme allmählich leiser, ein Auge öffnete sich bereits minimal, um die Lage zu peilen. Was erwidert wurde, indem plötzlich eine Pranke direkt auf ihren Mund gepresst wurde und jeden weiteren Ton ihrerseits erstickte.
Dadurch riss sie die Augen erst recht auf, atmete hastig und starrte panisch in die Fratze ihres Gegenübers.
Dann bekam sie auch noch alles andere als beruhigende Laute zu hören und wurde zu Boden gepresst, was erst recht Angst steigernd wirkte. Ihr Atem wurde noch schneller, sie war nahe daran zu hyperventilieren, ihr wurde bereits schwindelig. Ihr Blick wurde schon glasig und sie stand kurz davor, doch noch ohnmächtig zu werden.
Sie konnte nicht einmal mehr Kazel ausmachen, dass er gekommen war, weil er sie gehört hatte, und ihr helfen wollte. Wie von weit her hörte sie noch etwas, von dem sie sich einzubilden glaubte, dass es seine Stimme gewesen war.
Und dann wurde es wirklich mal wieder dunkel um sie herum.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Sonntag 22. Januar 2012, 20:18

Der Warg starrte Kazel entgegen, doch er wehrte sich nicht mehr, ergab sich ganz offensichtlich seinem Schicksal. Ein Tier wusste wohl instinktiv wann es geschlagen war und dies war bei diesem Exemplar definitiv der Fall. Noch immer sickerte Blut unter dem Bein des Tieres hervor. Das Röcheln des Wolfen hatte ebenfalls stark zugenommen. Es würde vermutlich ein Gnadeakt darstellen für das Tier es nun von seinem Leiden zu erlösen. Wer weiss ob es die Verletzung überleben würde, es war zu bezweifeln dass die nachrückenden Dunkellefen sich in irgend einer Form um das Viech kümmern würden. Das entspräche nicht ihrer Kultur. Schwachen und Geschlagenen wurde in den Reihen der Dunkelelfen für gewöhnlich nicht geholfen, sie folgten dabei einem einfachen Prinzip: Die Starken überlebten, die Schwachen starben. Einem Schwachen zu helfen würde nur dem eigenen Blut, der eigenen Art Schaden zufügen. Schwache gehörten ausgemerzt, seien es Dunkelefen, oder Warge.

Sogar dieses dunkle und böse Viech stellte kurz, obwohl es den Tod vor Augen hatte, die Ohren auf als Janays Schrei ertönte. Es war jener Schrei der ihm das Leben rettete, zumindest vorerst. Denn Kazel wandte sich unvollendeter Dinge ab. Xenia nickte Kazel nur zu. Sie konnte aktuell nicht weg, musste sich um ihren Kameraden kümmern. Ausserdem war selbst sie nicht bereit Juduka ihn alleine Anzuvertrauen. Ausserdem wäre die Heilerin und der Schwerverletzte ohne sie komplett ungeschützt.
"Ich muss zu ihnen!" Xenia nickte nur. Sie registrierte wohl dass die Klinge von Kazel nicht mit frischem Blut beneztzt war und er vermutlich den Warg noch nicht getötet hatte, aber von diesem schien im Moment ohnehin keine wirkliche Gefahr auszugehen. Wirklich gegen sie spielte nur eine, die Zeit.

Gegen diese rannte Kazel gerade an und er war schnell. Obwohl sein Herz pochte wie verrückt trieb er seinen eigenen Körper ungnädig voran und der Körper trug ihn eilends durch das Dickicht, nicht ohne Kollateralschäden die er bei diesem Tempo einfach in Kauf nehmen musste. Ein Ast grub sich unbarmherzig in seinen Fuss und brach beim nächsten Schritt den er tat ab. Er blieb stecken und piekte nun bei jedem weiteren Schritt.

So machte er inzwischen einen erschreckenden und skurillen Eindruck zugleich. Talimée schrie erschrocken auf, sie erkannte in der Eile des Gefechts und in dem Chaos der um sie herum tobte im ersten Moment nicht, dass sich unter dieser schwarzen Blutkruste Kazel verbarg! Für einen Moment wähnte sie sich mit einem rasenden Dunkelefensöldner konfrontiert. Kein Wunder riss sie an Annabells Arme und versuchte sie aus der Kampflinie zu zerren.
Die Leonidin indessen bewies nicht unbedingt gerade ein Glückliches Händchen gegenüber Janay. Durch ihren vermeintlichen Beruhigungsversuch wurde erst recht die Angst der Mischlingsdame geschürt die sich so sehr potenzierte dass diese sogar das Bewusstsein verlor. Das hatte ihnen gerade noch gefehlt! „RHARHRHRH!“ Knurrte die Leonidin wütend, doch Janay nahm nichts mehr davon wahr.

Nichts als Schwärze umgab sie. Leere hinter den Augen. Kein Traum. Kein Empfinden. Nur ihr Herz schlug aufgeregt weiter… ebenso wie jenes winzige Herzchen, tief verborgen in ihrem Körper. Welch Aufregung bereits, für dieses kleine Wesen welches erst einen Hauch von Leben darstellte.

Die Leonidin legte irritiert ihren Kopf schief als der Körper unter ihr erschlaffte. Sie hockte sich auf ihren Hintern. Legte den Kopf schief und drückte Janay die Haarige Tatze mehrmals ins Gesicht, wie Katzen es eben taten wenn sie prüften ob ihr unfreiwilliger „Spielgefährte“ noch lebte. Sie wurde von Kazel unterbrochen der ihr laut zurief. Dennoch liess sie es sich nicht nehmen ihr seltsames „Katzenprüfritual“ noch zweimal an Janay durchzuführen was wohl auf Kazel einen ziemlich bizarren Eindruck machen musste. Es sah offensichtlich aus seiner Perspektive danach aus, dass die Leonidin über Janay hergefallen sein musste und sie offensichtlich sogar verletzt oder getötet hatte.

Es war Talimée die den Ernst der Lage erkannte und die Stimme erhob um die Leonidin zu entlasten die sehr wohl bedrohlich wirkte, aber Janay faktisch nichts angetan hatte. Auch sie hatte sich vor dem Auftritt der Leonidin erst gefürchtet, doch Talimée wusste dass sie auf ihre Intuition vertrauen konnte und ihr innerstes Wissen vermittelte ihr die Sicherheit, keine Bedrohung vor sich stehen zu haben.

„Kazel! Gut bist du da! Janay ist verletzt… sie ist vom Pferd gefallen! Eines der Pferde ist durchgebrannt! Sie… wollte sie beruhigen… doch dann ist sie Ohnmächtig geworden!“ Sie selbst hatte sich zumindest in der Zwischenzeit etwas von ihrer Vision erholt. Sie kümmerte sich um Anabelle und half der Hexe wieder auf die Beine zu kommen. Während diese sich fluchend daran machte das verbleibende Pferd zu beruhigen stiess Talimée zu der Leonidin um Janay zu helfen.
Diese blickte zu Kazel hin. „Du hast ein sehr geschwächtes Rudel, Mischlingsblut! Keine gute Jagdzusammensetzung…“ Nun selbst sie erkannte, dass sie hier wohl kaum Jäger vor sich hatte sondern eher Beute.

Wieder wurde die Ruhe des Waldes durchschnitten. Tief im Dickicht hörte man ein unheilvolles Brüllen. Die Leonidin spitzte die Ohren und kletterte auf den nächsten Baum um den Ruf zu erwidern. „Mein Rudel kommt.“ Sie musterte Kazel scharf. „Wir nehmen euch mit, wenn ihr schnell seid. Wir sollten also zusehen dieses trächtige Weibchen sicher auf das Pferd zu hieven… und zu den anderen Stossen.“

Dass die Leonidin gerade eine sehr pikante Information preisgegeben hatte war ihr keineswegs bewusst. Sie hatte ein ausgezeichnetes Riechorgan und trächtige Weibchen setzten numal andere Duftstoffe ab, vor allem dann, wenn sie sich ängstigten. Sie legte ihren Kopf schief und musterte Kazels Fuss. „Bist du schwer verletzt Mischlingsblut?“ Der nun auch noch. Wer in diesem Rudel war eigentlich nicht ramponiert? „Nimm du das bewusstlose Weibchen… und deine Freundinnen sollten sich um die Pferde kümmern. Mein Rudel wird bald da sein, dann sollten wir bei den anderen Sein um… weitere Missverständnisse zu vermeiden!“ Schliesslich hatte die Leonidin eine Art Notruf abgesetzt. Es wäre also besser wenn das Rudel nicht Sintus und Xenia sowie Juduka für die vermeintlichen „Angreifer“ hielt.

Sie blickte ihm ungeduldig entgegen. „Was ist nun…? Kommst du?!“ Knurrte sie ihm entgegen. Talimée trat an Kazel heran. Legte ihm die Hand auf die Schulter. „Sie… hat sich vielleicht den Fuss gebrochen Kazel.. aber ich glaube sie ist nicht schwerer verletzt.“ Die Seherin war sich sehr wohl bewusst dass der Anblick der Regunglosen Janay ein grauenhaftes Bild für den ohnehin schon arg strapazierten Kazel sein musste. Deshalb versuchte sie ihn zu beschwichtigen. Sie spürte den Vulkan in Kazel und sie wusste dass ein Ausbruch eben jenes Vulkans nichts gutes bewirken würde. Nicht jetzt… und schon gar nicht wenn er sich gegenüber der Leonidin entlud die keine Feindin zu sein schien.


Aufgrund des Astes im Fuß ändert sich Kazels Lebensenergie auf: Bild
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 26. Januar 2012, 10:26

Es gab Individuen in Celcia, die den Schmerz ausschalten konnten, wenn etwas Wichtigeres höhere Priorität hatte. Sie spürten dann weder den noch so kleinsten Kratzer noch eine tiefe Fleischwunde. Berserker nannte man solche Individuen. Kazel gehörte eindeutig nicht dazu. Er war in einen Ast gelaufen, der zu allem Überfluss noch abgebrochen war und so hinkte er nun voran. Dabei hatte ich Annabelle versprochen, mich nicht mehr zu verletzen. Seltsam, dass ihm ausgerechnet jetzt dieser Gedanke kam. Seine eigene Gesundheit war zar ebenfalls sehr wichtig, doch um das Wohlergehen der zurückgelassenen Frauen sorgte sich der Mischling im Augenblick mehr. Vor allem Janays greller Schrei hatte seinen Körper mit Angst, Adrenalin und Besorgnis durchflutet. Wenn ihr oder ihnen allen etwas zugestoßen wäre, könnte er sich das nicht verzeihen. Wo steckte eigentlich die Katzenfrau? Wollte sie nicht zurück und ...? Seine unbeendet gedachte Frage wurde beantwortet, als Kazel die nächste Lichtung erreichte. Perplex blieb er stehen. Diese Szenerie hatte er beim besten Willen nicht erwartet.
Es war Talimées Schrei, der ihn aus diesem Bann heraus riss. Hastig blickte Kazel sich um und fixierte sie. Schon hoben sich seine Arme in dem Versuch, einen beschwichtigenden Eindruck zu erwecken. Mit all dem Wargblut auf Haut und Kleidung war das gar nicht so einfach. "Ruhig, ich bin es. Kazel! Was ist hier los?" Talimée, halb hinter Annabelle verborgen, schaute ein zweites Mal hin. Dankbar füllten sich ihre Augen mit kleinen Tränenperlen. "Bei Florencia, ich fürchtete schon, die Dunkelelfen hätten uns gefunden." Ihre Stimme war kaum ein Windhauch, sie zitterte ein bisschen. Sofort kümmerte sich Annabelle um die einst versklavte Elfe.
Auf der anderen Seite erhob sich ein Brüllen. Kazels Alarmglocken schlugen laut. Er starrte zum Katzenexperiment herüber, fürchtete schon, sie hätte einen Ausnahmezustand erreicht und Janay unter sich zerfetzt. Seine Hand schloss sich enger um den Griff des Schwertes. Sein Herz raste. Verbissenheit kehrte in seine Züge zurück und jetzt ließ sich Kazel ebenfalls nicht mehr vom Stechen bei jedem Schritt beeindrucken. Er hinkte zu der Löwin und der Dunkelelfe herüber. Er würde der Katze den Pelz abziehen, wenn sie Janay etwas angetan und so sein Vertrauen missbraucht hatte. Da ertönte hinter ihm Talimées Stimme. Sie erklärte die Situation und bewirkte, dass ein Teil der Anspannung von dem Mischling abfiel. Er atmete tief durch.
"Du hast ein sehr geschwächtes Rudel, Mischlingsblut! Keine gute Jagdzusammensetzung..." "Im Moment sind wir auch eher die Gejagten", erwiderte er. "Aber das werden wir nicht bleiben, wenn wir nicht schnell von hier verschwinden. Die Dunkelelfen kommen und ohne Sintus fehlt uns ein weiterer Mann zum kämpfen." Noch immer war Kazel sehr aufgewühlt ob der schweren Verletzung des Paladins. Er hoffte, Juduka würde genug Kraft haben, ihn zu heilen. Immerhin verletzte sie sich als Nachtelfe durch die Lichtmagieanwendung auch irgendwie selbst. So genau konnte Kazel das nicht sagen, er war kein Kenner von Magie. Aber er hatte es ja bereits erlebt, als Juduka Xenias Verletzung geheilt hatte.
Plötzlich dieses Brüllen, das ihn aus seinen Gedanken zog. Es kam nicht von der Katzenfrau, aber ihrer Aussage nach zu urteilen, kam es von ihren Gefährten. Kazel starrte einen Moment. Wenn das auch ein Katzenwesen war - wie viele Experimente gingen dann eigentlich auf Raxtians Kosten?! So viele Unschuldide Seelen, deren Körper er verändert hatte. Wütend ballte Kazel die Fäuste, dass die Adlerkrallen zum Vorschein kamen. Er würde diesen Wegbereiter finden und töten. Nein, erst sollte er alles rückgängig machen. Dann würde er sterben und ... Kazel riss seine Augen auf. Er starrte die Katze an. "W...?!" Trächtig?!
Vor den Kopf gestoßen stand er da, spürte nur, dass seine Knie weich wurden. Er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, außer: Trächtig! Er reagierte weder auf ihre Frage bezüglich seiner Verletzung noch auf den Befehl, Janay zu tragen. Er bekam im Grunde nichts mehr von dem mit, was nun in aller Eile geplant und umgesetzt wurde. Seine Ohren zuckten zwar, als man ihn ansprach, doch Kazels Blick glitt in die Leere. Er fühlte nicht einmal Talimées Hand, die sich auf seine Schulter niederlegte. Trächtig ... das heißt schwanger. Sie ist schwanger ... Noch immer reagierte er kein Stück, stand einfach nur da. Die Fäuste an den Seiten, in einer davon das Schwert, dessen Klinge leicht zitterte. Man konnte die Anspannung um Kazel herum förmlich riechen. Jedoch war ihr Auslöser nun ein anderer. Sie ist schwanger.
"Kazel, wir sollten aufbrechen. Bitte", flehte Talimée, die schon versuchte, Janay anzuheben.
"Vorsicht!", rief der Angesprochene mit einem Mal. Er trat zu ihr hin und hob Janay behutsam auf. So viel Zeit musste sein. "Lass mich das machen." Er hielt sie, schlang beschützend einen Arm um ihren Körper und blickte auf ihren flachen Bauch herab. Der würde sich in den nächsten Monaten wölben - vorausgesetzt, sie wollte das Kind austragen. Kazel blinzelte. Dann lächelte er, lächelte so selig, dass Talimée verwirrt seine Arm strich. Offenbar hatte sie nicht ganz mitbekommen, was die Leonidin zu ihm gesagt hatte. "Na komm, bringen wir meine Herrin zum Pferd und dich auch. Ich weiß nicht, wie es mit Annabelle steht, aber wenn sie laufen kann, sind wir beide derzeit wohl schneller als du und Herrin Janay."
Kazel nickte nur. Er strich sanft über die Wange der Bewusstlosen. Er trug sie zum Pferd, das sich hoffentlich unter dem Zutun der Kräuterhexe inzwischen beruhigt hatte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 27. Januar 2012, 11:13

Es war vermutlich eher ein Glück, denn großes Pech und Missgeschick, dass Janay gar nicht in der Lage war, etwas anderes in ihrer Panik wahrzunehmen, als dieses fellbesetzte Raubtier vor sich. Sonst hätte sie sich womöglich ebenso vor Kazel erschrecken können, wie es Talimée passiert.
Doch die junge Frau hatte indes allein Augen für das Wesen vor sich, dessen geruchsintensiven Atem sie zusätzlich zu allem noch wahrnehmen konnte. Dagegen verblasste sogar ein wenig der pochende Schmerz in ihrem Knöchel.
Dafür brach sich ihre Angst bahn, kaum, dass dieser Beruhigungsversuch definitiv durch die fremde Sprache zum Scheitern verurteilt war, indem sie zu schreien begann. Sie konnte gar nicht anders, die schrillen, lauten Töne mussten einfach raus, sonst würde sie womöglich daran zerspringen. Und zumindest ihr Bewusstsein tat es etwas, denn es konnte sich gegen die Dunkelheit nicht wehren und verlor diesen Kampf diesmal wirklich.
Hatte sie sich zuvor noch der Ohnmacht mit Mühe entziehen können, war sie nun dieser völlig ausgeliefert. Mit einem Mal wurde alles um sie herum finster und es herrschte Stille, während ihre Stimme erstarb und ihr Körper in sich zusammen sackte.
Das Herz hämmerte zwar heftig und vielleicht wäre ihr vor Angst sowie aus jenem anderen, verborgenen Grund schlecht geworden, allerdings geschah dies ebenfalls in einer Ebene, die sie nicht mehr wahrnehmen konnte, nicht in diesem bewusstlosen Zustand.
Jetzt war es passiert, sie wäre dem Raubtier völlig hilflos ausgeliefert und dieses könnte sie zerfetzen oder mit ihr spielen, ohne, dass sie auch nur die geringste Möglichkeit hätte, sich dagegen zu sträuben oder wenigstens auszuweichen. Jedoch auch diese Gewissheit konnte die Finsternis nicht durchdringen, die sie erst einmal fest im Griff hatte.
Sie spürte auch nicht, wie immer wieder eine Tatze gegen ihr Gesicht drückte, obwohl dadurch der katzenartige Geruch in ihre Nase dringen konnte und zeitweise die Luftzufuhr unterbrach.
Das selbe galt für die viele Bewegung, der sie ausgesetzt war, als sie hoch gehoben und getragen wurde. Wie leblos hing sie in Kazels Arme, dessen Nähe sie unter anderen Umständen kaum zu gelassen hätte, nicht nach seinem Verrat. Wäre es nicht sichtlich gewesen, dass sie atmete, und ihr heftiges Herzklopfen so deutlich zu fühlen, wenn jemand hingreifen würde, hätte man sie tatsächlich für tot halten können.
Doch das war sie zum Glück nicht und auch nicht jenes Wesen, das sich in ihr angepflanzt hatte und von dem sie noch nicht einmal etwas ahnte. Sogar, wenn sie wach gewesen wäre und hätte klar denken können, hätte sie nicht an so etwas gedacht, geschweige denn, dass es von Kazel stammen würde.
An ihre verhütenden Kräuter, dass sie diese längst wieder hätte nehmen müssen für einen effektiven Schutz, hatte sie nicht mehr gedacht. Schon länger nicht und trotzdem könnte sie, sobald sie es ebenfalls erfahren würde, zurück rechnen und feststellen, dass es nur von dem Mischling sein könnte. Denn als der Baron sie beansprucht hatte, war die Wirkung noch vorhanden gewesen, gemessen an dem Zeitpunkt, seit sie ihre Kräuter das letzte Mal genommen hatte. Was die ganze Sache jedoch alles andere als einfacher machen würde...
Allerdings war sie jetzt erst einmal ohnmächtig und ahnte von alledem absolut gar nichts.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Montag 13. Februar 2012, 12:18

"Im Moment sind wir auch eher die Gejagten", „jarhrhrh!“ Knurrte die Leonidin. Sie war ja vor kurzem auch gejagte gewesen. Ihre Beutezüge waren jäh unterbrochen worden durch die Dunkelelfen und irgendwie war es leider geschehen dass sie von ihrem Rudel getrennt worden war. Das war schon ein schreckliches Gefühl für eine Leonidin. Den Männern fiel dies weniger schwer, sie konnten teilweise Tagelang alleine durch ihr Revier streifen und ihre Marken setzen… aber als Weibchen… nein. Ausserdem waren sie nur als Gruppe wirklich effizient bei der Jagd.

"Aber das werden wir nicht bleiben, wenn wir nicht schnell von hier verschwinden. Die Dunkelelfen kommen und ohne Sintus fehlt uns ein weiterer Mann zum kämpfen." Die Leonidin reckte ihren Kopf in die Luft. Witterte. „Mein Rudel nähert sich rasant. Sie werden vor den Spitzohren hier sein.“

Sie witterte so vieles. Feine Urinspuren von Wild welches sich versteckt hielt, das Blut toter und sterbender Wargs, die Angstausdünstungen von Sintus, die Stresshormone von Xenia, die schwindenden Lebenskräfte von Juduka… all diese Dinge rochen, hatten ihre eigene Duftnote und die Leonidin war in der Lage darin zu lesen wie in einem Buch.

Sie registrierte ebenfalls dass Kazel sich plötzlich seltsam verhielt. Ihre Katzenaugen verengten sich zu schlitzen. Für ihr Volk war es selbstverständlich dass kaum eine Trächtigkeit verbrogen blieb, dafür sandte der Körper einfach zu klare Signale aus. Der Urin von Schwangeren roch anders, ihren Schweiss, die Brüste. Einfach alles passte sich der Schwangerschaft an. Sie war noch nicht oft mit fremden Völkern in Kontakt gekommen und so war Kazels Verhalten für sie unverständlich, da sie einfach davon ausging er wüsste bereits um die Trächtigkeit des Mädchens.

Es sei nun den Fokus auf eben jenes trächtige Mädchen gelegt. In ihrem Gedächtnis fehlten mehrere Stunden denn genau so lange hatte ihre Bewusstlosigkeit gedauert. Sie hatte im Gegensatz zu den anderen nicht mitbekommen wie das Rudel sie gefunden hatte, wie sie durch den Wald geführt worden waren, wie sie den verletzten Warg mit sich gezerrt hatten, wie Kazel und den anderen die Augen verbunden worden war als sie das geheime Tor zu der unsichtbaren Stadt durchschritten hatten. Sie wusste auch nicht wie es Sintus und Juduka ergangen war…
All dies entzog sich ihren Sinnen, doch auch Kazel war es nicht besser ergangen. Der Gedanken um die Schwangerschaft von Janay hatte seine Sinne eingeengt so dass der ganze Weg in die Stadt der Löwen wie ein verwischter und unscharfer Traum an ihm vorbeigezogen war.

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