Im Schutz des Waldes

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.
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Kazel Tenebrée
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 29. August 2011, 19:32

Talimée schluchzte noch ein paar Mal. Dann aber entschied sie, sich zusammen zu reißen. Janay wollte schließlich bleiben, es gab keinen Grund mehr, traurig zu sein. Sie wischte sich über die Augen, um den Blick der Dunkelelfe zu erwidern. Es tat gut, zu wissen, dass sie nicht allein im Wald umher streunen würde. Die Elfe hatte sich bereits einmal Sorgen um ihre Herrin gemacht und das zu Recht. Im Dunkeln hatte Janay sich nur allzu schnell verlaufen und wäre Kazel nicht gewesen, man hätte sie vielleicht nicht rechtzeitig gefunden. Aber auch Sintus galt hierbei ihr Dank. Er war mit ihr gekommen, um die beiden Vermissten zu suchen und er hatte sie zurück zur Höhle getragen. Talimée konnte zwar damals ihre Spuren verfolgen und beide schnell finden, aber allein hätte sie nicht einmal Janay in die Sicherheit des wärmenden Lagerfeuers transportieren können. Der Paladin hatte sich beide einfach über die Schulter geworfen. Sie schaute zu ihm herüber. Er konnte nett sein. Vielleicht half es, mit ihm zu reden, denn dass Janay blieb, passte ihm sicherlich nicht gut in den Kram. Zu schade, dass er ihr nicht traute.
Talimée hoffte auf eine Vorsehung. Eine Vision, die ihr bessere Zeiten zeigte. Doch beabsichtigt hervorrufen konnte sie diese Gabe nicht. Sie kam und ging, wie es ihr beliebte und noch immer grübelte die neldorethische Elfe über das letzte Omen, das ihr präsentiert worden war. Als Janay aber ein Friedensangebot an Annabelle stellte, sich die Kräuterkunde beibringen zu lassen, legte Talimée nur den Kopf schief. Vielleicht war es genau das, was ihr die Vision damit hatte mitteilen wollen. Sie würde abwarten müssen. Ihr Blick fiel kurz auf Kazel. Der Mischlings-Elf sah niedergeschlagen aus und das war auch.
Janay hatte ihm einen derart finsteren Blick zugeworfen, dass kein Zweifel zu ihrer Haltung bestand, dass sie ihm den Verrat mehr als übel nahm. Nun, da war sie nicht die einzige. Kazel hatte schließlich nicht zum ersten Mal in seinem Leben jemanden verraten, der ihm hätte näher stehen können. Für den Bruchteil einer Sekunde dachte er an Vana Erendis Morgaine. Er hatte geglaubt, sie habe ihn manipuliert und daraufhin hatte er sie verraten. Tatsächlich war es Landria Sinals Verwirrungsspiel gewesen, in das er sich wie in einem Spinnennetz verheddert hatte. Sie hatte dafür mit ihrem Leben büßen müssen. Kazel seufzte. Es war viel passiert, sehr viel. Sollte er Vana jemals wiedersehen, würde er sich bei ihr entschuldigen. Bei Janay hatte er es vor, sofern sie ihm überhaupt noch zuhören würde. Aber einen Versuch war es wenigstens wert, allerdings nicht jetzt. Die Situation entspannte sich gerade erst wieder, wenn auch nicht sonderlich schnell. Es gab genug zu besprechen, er würde sein Vorhaben auf später verschieben müssen. Es gab jetzt Wichtigeres als seine persönlichen Probleme. Allerdings schien er eine Affinität dafür zu haben, ständig für neue Komplikationen zu sorgen. Immerhin legte er sich gerade mit Juduka an. Die Nachtelfe glaubte, er wolle sie bekehren und lehnte strikt ab. Ihrer Meinung nach würden sie alle als Sklaven der dunklen Völker enden.
Kazel verschränkte die Arme vor der Brust. "Woher willst du wissen, dass sich die Morgerianer nicht auch gegen dein Volk wenden? Sie sind Dunkelelfen, Juduka." Machte Kazel hier etwa deutlich, dass man ihnen nicht trauen konnte? Damit schloss er doch auch sich und Janay mit ein. Nein, so war es nicht gemeint. Er sah sich - ebenso wie die Verratene - nicht als Teil dieses Volkes an. Nicht mehr. Früher hatte es immer ein Gefühl der Unzugehörigkeit gegeben. Weder Wald- noch Dunkelelf, niemals ganz ein Teil einer Seite. Jetzt hatte er endlich entschieden. Er wollte kein Dunkelelf sein und auch wenn dieses Blut in seinen Adern floss, hatte Kazel erkannt, dass er als Dunkelelf nicht glücklich würde. Ja, es herrschte Krieg. Ja, die Situation war mehr als verzwickt. Aber ja, unter den Menschen und vielleicht auch eines Tages unter Waldelfen fühlte er sich weit wohler. "Sie werden sich an keine Verträge halten, wenn sie die Chance wittern, auch das Nachtelfenvolk zu versklaven. Und wenn jeder so denkt wie du, werden wir wirklich untergehen." Er schaute zu Xenia, dann zu Sintus, ließ den Blick auch über Annabelle, Talimée und Janay schweifen. "Wir sind ein bunt gemischter Haufen, aber vielleicht soll es genau so sein. Wenn wir uns mit den Nachtelfen und anderen Menschenvölkern zusammenschließen - mit den Waldelfen - dann können wir möglicherweise etwas ausrichten. Morgeria kann vielleicht Pelgar belagern und überrennen, aber nicht mehrere Städte, die sich zusammenschließen."
Kazel kratzte sich am Hinterkopf und schaute wiederholt zu Xenia herüber. Er hatte hier ziemlich das Szepter in die Hand genommen, ohne zu wissen, ob er sich überhaupt so viel herausnehmen durfte. Er räusperte sich. "Das ist jedenfalls mein Vorschlag. Wir können bei Zy-ra-nus anfangen. Wo liegt das?" Er selbst kannte die Magierstadt nicht. Der gesamte Westen Celcias war ihm so fremd wie gleichfalls der Süden. Kazel hatte sein Leben lang im östlichen Teil dieser Welt verbracht. Er kannte Morgeria, die Tote Ebene, die Stille Ebene und einen kleinen Teil des Waldes Neldoreth. Darüber hinaus warteten sämtliche Länder und Städte darauf, dass er sie eines Tages entdecken würde - wenn er sich denn zum Weltenbummler entwickelte. Ja, selbst der Eldoras war ihm nicht geläufig, aber er gefiel dem Mischling. Ob sein Vater aus dieser Gegend kam?
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Dienstag 30. August 2011, 22:29

Die junge Frau verschwendete nicht einmal einen Gedanken daran, was in ihrem Körper vor sich gehen konnte. Sie wollte auch nicht einmal mehr sich daran erinnern, was sie und Kazel noch vor kurzem getan hatten, denn das Ziel des Geschehnisses war nicht eingetreten. Er hatte sie verraten, trotzdem und danach, etwas, was sie ihm weder sonderlich rasch verzeihen könnte, noch es derzeit überhaupt je wollte.
Dass sie indes schon zu lange ihre verhütenden Kräuter nicht mehr genommen hatte, das war ihr ebenfalls nicht bewusst. Denn es war in den letzten Tagen zu viel auf sie eingeprasselt, als dass sie sich um diese Lappalie hätte kümmern können. Obendrein war sie ihr derart geläufig und selbstverständlich geworden, dass sie über die Zubereitung und Einnahme absolut nicht mehr hatte nachdenken müssen, sodass sie nun es sogar vergessen konnte, zu viele anderen Dinge nahmen sie in Anspruch.
Dadurch würde sie es erst feststellen, wenn es längst zu spät wäre, denn auch wenn sie den Erzeuger nicht mehr leiden konnte, wäre sie nicht so kaltherzig, als dass sie Leben zerstören könnte. Schon einmal hatte sie den Schmerz ertragen müssen, weil sie eine Leibesfrucht verloren hatte, da würde sie nicht mutwillig ein weiteres zerstören wollen, egal, von wem. Nur der Zeitpunkt war eindeutig mehr als schlecht gewählt, doch damit würde sie dann schon irgendwie fertig werden, dessen wäre sie dann fest überzeugt. Bisher hatte sie überleben können in einem Metier, das sehr schwierig und vernichtend sein konnte, da würde ihr das auch weiterhin gelingen.
Aber von all dem ahnte sie nichts und es würde auch noch dauern, stattdessen musste sie sich mit der Gegenwart beschäftigen, die alles andere als rosig war. Sie musste sich entscheiden und wollte eigentlich nichts anderes als weg von hier und der Gruppe. Jedoch konnte sie Talimée nicht in deren Zustand zurück lassen und obendrein war es leider Realität, dass sie allein im Wald bei weitem nicht so gut voran kommen würde, wie wenn sie bei ihnen bleiben würde. Und solange Sintus sie in Ruhe lassen würde und sie den Verräter nicht beachten müsste, sollte es noch ein paar weitere Tage funktionieren. Zumindest in der Theorie...
Lautlos seufzte sie bei Annabells Reaktion auf ihre Worte. Auch ihr Blick richtete sich, wenngleich etwas widerwillig, auf Sintus und sie wartete auf eine Reaktion seinerseits.
Die auch kam und erstaunlich beherrscht ausfiel im Gegensatz zu dem vorigen Benehmen.
Ihr Gesicht verdüsterte sich schließlich jedoch wieder. "Ich kann nichts für meine Erzeuger, die hab ich mir nicht ausgesucht!", zischte sie, weil er noch immer nicht begreifen zu wollen schien mit seinem Sturschädel.
Danach musste sie wieder wegen Kosral Rede und Antwort stehen, ohne, dass sie wirklich klare Aussagen über ihre eigenen Vorhaben machte. Wie hätte sie auch erklären sollen, dass sie als Gesellschafterin und Bettwärmerin auf dem Weg ausgerechnet nach Pelgar gewesen war, ohne, dass er sich sofort auf das nächste gestürzt hätte? Sie hätte nur wieder Angriffsfläche geboten und das wollte sie nicht. Und er schien sich mit ihrer Erklärung soweit zufrieden zu geben.
"Du weißt nichts über mich, also hör auf, mich in einen Topf mit anderen zu stecken, Pelgarer!", fauchte sie. Als ob sie je wieder freiwillig mit jemanden ihres Volkes zusammen arbeiten wollen würde! Schon gar nicht in diesem Krieg, wo sie sich benutzen lassen müsste.
Natürlich hätte sie es einfacher gehabt, wenn sie Véllin zu willen und nützlich gewesen wäre, er hätte sie wohl auch vor ihrem Erzeuger geschützt und so untergebracht, dass sie diesen nicht sehen müsste. Allerdings wollte sie von den Dunkelelfen generell Abstand, weil sie ihrem Wesen nicht entsprachen und sie nicht in deren Vorstellungen passte. Nur ihre Schwester... die hätte sie gerne da raus geholt und irgendwie mit ihr Kontakt gehabt, allein um zu wissen, wie es ihr ging und ob sie etwas für sie tun könnte.
Obwohl das nicht hieß, dass sie deswegen die andere Seite bevorzugen würde. Nein, Janay war und blieb eine Einzelgängerin und wollte sich auch nicht zu Menschen, anderen Elfen, oder was es da sonst noch alles gab, schlagen. Sie wollte ihre Ruhe und ihr Auskommen ohne Schwierigkeiten haben, sonst nichts.
Den Schlagabtausch zwischen der Nachtelfe und dem Verräter beachtete sie gar nicht, weil er sie weder was anging, noch sie sonderlich interessierte. Da kümmerte sie sich wirklich lieber um Talimée, auch wenn es für sie vielleicht gar nicht so schlecht gewesen wäre, ihr Wissen um die lichtscheue Art zu erweitern.
Schließlich wurde wegen ihrer Hautfarbe schon lange vermutet, dass in ihrem Blut auch etwas davon vorhanden war. Doch sie hatte in dem Punkt nie etwas erfahren und sich auch nicht damit beschäftigt, sodass es ihr derzeit völlig gleichgültig war.
Trotzdem musste sie sich kurz darauf wieder mit der Nachtelfe beschäftigen und das wegen etwas alles anderem als erfreulichem. Bisher war sie dieser eher neutral begegnet, aber nun wurde eine Abneigung daraus, denn diese eine Bezeichnung nahm sie mehr als übel.
Ihre Augen wurden zu schmalen Schlitzen. "Und vielleicht solltest du aufhören, dich wie eine aufgeblasene Schnepfe zu verhalten, seitdem du geheilt bist. Das nächste Mal sorg ich nicht mehr dafür, dass auch du was zu essen bekommst bei der Verteilung!", fauchte sie, ehe Xenia sich einmischen und die Kampfhennen wieder trennen konnte. Vorläufig zumindest noch mit Worten.
Die junge Frau schnaubte leise und abfällig, ehe sie sich abwandte und zu der Söldnerin wie Annabelle sah, ihre Entscheidung kundgab. Jedoch auch wenn Xenia nachhakte, sie bekam keine konkretere Antwort. Damit hätte Janay vielleicht irgendetwas zugegeben, was sie eindeutig nicht wollte. Somit schenkte sie ihr lediglich noch einen Blick, ehe sie sich umwandte und endlich das Kleid aufhob, das Talimée hatte fallen lassen.
Zwar war es nun wieder leicht dreckig, doch die Erde ließ sich abklopfen. Der Stoff war noch nass und schwer, allerdings baute sie darauf, dass sie nicht lange damit würde herum stehen müssen, um sich mit Bewegung warm halten zu können. Deswegen kämpfte sie sich jetzt schon einmal in die Stofflagen, wenngleich der Rock endlich kürzer geworden war durch die Künste der Dienerin.
Dabei konnte sie, scheinbar unbeteiligt und wieder desinteressiert, zuhören, was die Söldnerin von sich gab. Man merkte deutlich, dass diese nun wieder das Zepter in die Hand nahm und zu bestimmen begann, was Sintus gewiss nicht gefallen würde. Ein Gedanke, der die Andeutung eines Lächelns über ihre Lippen huschen ließ.
Am Ende sah sie zu Talimée und nickte, als Zeichen, dass sie nur für sich allein sprach, nicht ihrer Dienerin was aufzwingen wollte. "Zyranus klingt gut... wenn man das Passwort weiß, um dort rein zu kommen. Aber es ist schön weit weg, ist nur die Frage, wie wir am Einflussbereich Kosrals unbemerkt vorbei kommen." Diese letzte Bemerkung konnte sie sich nicht verkneifen, einerseits, um Sintus etwas zu ärgern, weil sie damit andeutete, doch ein wenig mehr zu wissen. Und andererseits als Hinweis für Talimée, falls sie da was wusste, das ihnen helfen könnte.
An Zyranus indes hatte sie ja selbst schon gedacht und glaubte daran, sich spätestens dort absetzen und ein neues Leben aufbauen zu können. Zwar konnte sie sich nicht vorstellen, einen anderen Beruf dort zu erlernen, der ihr weniger Scherereien bescheren würde, allerdings würde sie das dann vor Ort entscheiden. In dieser Stadt gab es viele Magier, jedoch waren selbst diese im Grunde auch nur Männer und sie hätte garantiert ihr Auskommen in einem sauberen Wirtshaus.
Da könnte notfalls auch Talimée wo unterkommen und ein neues Zuhause finden, würde sich nicht mehr so sehr an Janay klammern, vermutete diese. Sie dachte dabei auch weiterhin nicht daran, dass es emotioneller Art war, mit welcher sie an ihr hing, weil es für sie zu unwahrscheinlich war.
Und an Kazel wollte sie sowieso nicht mehr denken, egal, ob sie nun länger in seiner Nähe zwangsläufig blieb oder nicht. Eine Entschuldigung würde sie ebenfalls kaum annehmen, wenn sie sich diese überhaupt anhören würde, wenigstens nicht, solange sie sich nicht damit abgefunden hatte, dass er sie so rasch verraten hatte.
Dass es derart glimpflich für sie ausgegangen war, schrieb sie Xenia, Annabelle und natürlich auch Talimée zu, aber den Teil, den womöglich er daran hatte, um Sintus zu beruhigen, blendete sie völlig aus. Da spielte es auch keine Rolle, dass er erkannt hatte, dass Janay nicht mehr zu der Rasse gehören wollte, mit der sie blutsverwandt war, denn davon wusste sie schließlich auch nichts.
Als er indes zugab, nicht zu wissen, wo besagte Stadt, die ihr Ziel sein sollte, lag, warf sie ihm lediglich einen kühlen, bewusst überheblichen Blick zu.
Danach sah sie wieder weg und strich über den Rock ihres Kleides. Gut, er war ein wenig kurz geworden, aber nicht zu sehr, als dass sie beim Reiten Probleme bekommen würde. Sie war zufrieden damit und schenkte der Waldelfe deswegen auch ein weiteres, flüchtiges Lächeln als Dank für die Hilfe. In ihren Fingern wäre das bestimmt nicht so positiv ausgegangen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 8. September 2011, 23:36

"Woher willst du wissen, dass sich die Morgerianer nicht auch gegen dein Volk wenden? Sie sind Dunkelelfen, Juduka." Juduka verengte ihre schönen Augen zu schlitzen. „Das haben die Morgerianer doch längstens Kazel, doch auch unter den Unterlegenen wird es die privilegierten geben. Jene welche kooperieren werden vielleicht nicht sofort vernichtet und solange wir als Volk noch existieren, gibt es für uns auch Hoffnung!“ Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust. Jedes Volk oder sogar jeder Einzelne versuchte selbst irgendwie durch diese Krise zu kommen. Der eine auf dem Weg des Widerstands, der andere erhoffte sich ein Überleben indem er sich in die Reihen der dunklen Horden eingliederte. Juduka hatte zu letzteren gehört und nun wollte Kazel sie davon überzeugen dass die Rebellion der einzig wahre Weg war. Sie musterte ihn skeptisch. Überdachte ihre Lage. Schwieg erst einen Augenblick und hörte sich Kazels weitere Argumentation an.

"Wir sind ein bunt gemischter Haufen, aber vielleicht soll es genau so sein.“ Juduka hob skeptisch eine Augenbraue. „Ja. Bunter gemischt als wir… sowas gibt’s wohl kaum.“ Schaltete sich Annabelle ein. Nun sie hatte ja auch nie das Vergnügen gehabt mit einer Truppe von Burgsteininsassen zusammen zu spannen. Was wohl aus dem Eh Eh Mann, Babsi und den anderen geworden war?
“Wenn wir uns mit den Nachtelfen und anderen Menschenvölkern zusammenschließen - mit den Waldelfen - dann können wir möglicherweise etwas ausrichten. Morgeria kann vielleicht Pelgar belagern und überrennen, aber nicht mehrere Städte, die sich zusammenschließen." Juduka seufzte. „Welche Städte denn, hier im Osten sind Andunie und Pelgar bereits gefallen, ebenso Sarma.“ Dass dieses bereits wieder befreit wurde, diese Kunde hatte die Gruppe nicht erreicht. „Kosral liegt fest in der Hand der Dunkelelfen… vermutlich fällt Dessaria als nächstes… und Zyranus… hah! Ihr erwartet doch nicht allerernstes dass diese alten Zauselbärte sich in die Geschehnisse einmischen werden? Zyranus hat sich noch nie für die Aussenwelt interessiert.“
„Dieses Mal werden sie ihre Augen nicht mehr vor der Aussenpolitik verschliessen können!“ Meinte Xenia ruhig. Juduka zweifelte daran. „Wenn ihr meint, Zyranus ist die einzige Stadt die vielleicht Standhalten könnte. Die Armee der Dunklen Horde gross und hat mit Pelgar ein wichtiges Zentrum erobert.“

"Das ist jedenfalls mein Vorschlag. Wir können bei Zy-ra-nus anfangen. Wo liegt das?" „Dummerweise hinter dem feindlichen Land“ Brummte Sintus düster. Er gesellte sich zu Talimée. Half ihr auf und führte sie zu der Gruppe. „Alles in Ordnung?“ Fragte er sie ruhig. „Weiter westlich von hier… zwei Tagesreisen entfernt… wenn wir schnell sind.“ Meinte Xenia.

"Ich kann nichts für meine Erzeuger, die hab ich mir nicht ausgesucht!" Sintus verwarf die Arme über seinem Kopf und stierte Janay nur düster entgegen. Da hatte sie ja recht, musste er eingestehen. Dennoch traute er ihr nicht über den Weg. Bisher hatte sie auch noch nichts getan was sein Vertrauen hätte fördern können. "Du weißt nichts über mich, also hör auf, mich in einen Topf mit anderen zu stecken, Pelgarer!", „Ach ja, was weisst DU denn über MICH! Morgerianerin! Steckst du mich doch ebenso in eine Schublade wie ich dich! Du hast genauso wenig Ahnung von Pelgar und der Bruderschaft wie ich offenbar von deinem Wesen!“ Knurrte er ihr entgegen. Diese beiden Streithähne würden wohl noch eine Weile brauchen bis sie sich einigermassen vertragen würden, aber wenigstens hatte sich ihr Disput auf ein vergleichsweise harmloses Geplänkel abgeschwächt. Niemand musste nun wohl im Moment fürchten dass einer der beiden eine Waffe gegen den anderen erhob. Da gerieten aber auch schon Juduka und Janay aneinander.

"Und vielleicht solltest du aufhören, dich wie eine aufgeblasene Schnepfe zu verhalten, seitdem du geheilt bist. Das nächste Mal sorg ich nicht mehr dafür, dass auch du was zu essen bekommst bei der Verteilung!" Juduka starrte die Dunkelelfe an. Doch sie biss sich auf die Lippen. „Dafür werde ich dir auch dankbar sein… dennoch hält das was wir hier machen nur ungemein die Gruppe auf.“ Sintus knurrte. Er mochte es nicht dass diese Nachtelfe jetzt auch noch ungebremst rumschwatzte. Ihm reichten schon Janay und Annabelle. Es war schliesslich Xenia welche im interesse aller dafür sorgte dass man sich um die Zukunft Gedanken machte. Zyranus schien für Kazel kein Hindernis zu sein, er kannte die Stadt nicht. Juduka bezweifelte Hilfe räumte aber ein dass dies wohl noch die mächtigste Stadt hier im westlichen Teil Celcias war. Sintus hielt Zyranus für eine mächtige Bastion die selbst für die Dunklen Horden nicht leicht zu bezwingen war. Annabelle war skeptisch. „Diese Stadt ist vieles, aber garantiert nicht für Kriegsflüchtlinge eingerichtet… sicherlich materiell schon, aber Kulturell… das sind… Magier… Zyraner… die sind eigen!“ Xenia schüttelte den Kopf. „Daran werden sie sich gewöhnen müssen, ich gehe stark davon aus dass auch der Flüchtlingsstrom sich dorthin bewegt. Die wissen ja nichts von Kosral!“ Sintus und Xenia tauschten besorgte blicke. „Vielleicht sollten wir auch versuchen den Flüchtlingsstrom zu erreichen.“ Meinte Xenia leise. „Oder Norgot.“ Brummte Sintus. „Die nächste Stadt welche vermutlich einen Angriff zu befürchten hat.“ „wir können die Flüchtlinge doch nicht einfach so im Stich lassen! Die laufen dem Feind direkt in die Arme! Eine tausendschaft von Flüchtlingen aufzuspüren wird nicht nur für uns ein leichtes sein!“


"Zyranus klingt gut... wenn man das Passwort weiß, um dort rein zu kommen. Aber es ist schön weit weg, ist nur die Frage, wie wir am Einflussbereich Kosrals unbemerkt vorbei kommen."
„Ja… das ist auch meine Sorge, obwohl ich davon ausgehe dass die Dunkelelfen eher nicht damit rechnen dass es Leute gibt welche verrückt genug sind den Weg durch ihre Linien zu suchen. Hier in den Wäldern sollten wir einigermassen sicher sein. Mit Spähtrupps werden wir schon fertig und ein grosses Heer… na ja Morgeria hat keinen Grund eine Armee in einem Wald zu verstecken. Die Truppenbewegungen werden wohl auf offenen Gelände stattfinden.“
Sintus nickte nur. „Das ist wahrscheinlicher. Ausserdem sind die Truppen eher mit den Städten beschäftigt als mit zersprengten Flüchtlingen… und ich kann mir nicht vorstellen dass diese Hundertschaften von Untoten ständig unter der Kontrolle des Wegbereiters stehen können, die werden wohl auch noch aus dem Weg geräumt werden müssen.“ Er blickte zu Juduka. „Oder?! Du hast doch mit dieser Hexermagie was zu tun gehabt! Sagt du es mir!“ Knurrte er der Nachtelfe entgegen. „Die Aufrechterhaltung der Untoten würde in der Tat sehr viel Energie erfordern. Aber bricht man den Zauber einfach so ab, wandeln die Untoten unkontrolliert herum. Ich gehe stark davon aus dass sie… nochmals… exekutiert werden.“

Sintus schnaubte. „Diese verfluchten dunklelefischen Bestien! Nichts ist denen Heilig! Nicht einmal die gefallenen Brüder!“
Xenia seufzte ebenfalls, erhob sich dann. „Nun lasst uns aufbrechen. Kazel und Janay, ihr teilt euch ein Pferd, Sintus du reitest mit Talimée… Annabelle und Juduka, ihr nehmt euch das dritte Pferd. Ich werde die Vorhut übernehmen.“
Warum wählte Xenia die Gruppen so? Sintus, mochte Talimée, er liess sich nur mit ihr unbeschwert kombinieren. Er uns Janay wäre ein Ding der Unmöglichkeit und Juduka wollte sie ihm nicht aussetzen. Sintus und Kazel auf einem Pferd machte keinen Sinn, sie wollte dass auf jedem Pferd einer der Kämpfer sass und Sintus und Annabelle… nun sie war keine Sadistin. Die beiden waren auch nicht gerade warm miteinander. Ausserdem war Annabelle die einzige welche Neutral zu Juduka stand und Kazel sowie Janay… tja die hatten ohnehin noch etwas zu bereden. Xenia wollte ihnen die Möglichkeit geben ihre Differenzen zu klären. Eine homogenisierung ihrer Gruppe war dringend erforderlich. Denn auf dem Weg zum Flüchtlingsstrom und später dann nach Zyranus, würden sie darauf angewiesen sein dass sie sich gegenseitig vertrauten.

Sintus war der erste der sich aufs Pferd schwang. Er half Talimée aufzusteigen. „Halte dich ruhig an mir fest Talimée“ Meinte er ruhig. „mir ist noch immer unbegreiflich dass du so viel von ihr hältst… aber da ich dir Vertraue… werde ich Janay eine Chance geben.“ Hauchte er ihr ruhig entgegen. „Hattest du auch schon eine Vision… unserer Zukunft betreffend?“ Wollte er wissen. Sintus fühlte sich nicht sonderlich wohl. Ihr Vorhaben glich einem Himmelsfahrtskommando. Aber sie mussten aus dem Eldoras raus, hier waren sie eingekesselt. Hinter ihnen die Meere, vor ihnen der Feind.

Auch Xenia rüstete sich und ging schliesslich voran. „Na los, kommt schon! Wenn ihr könnt, so sollen die welche nicht die Zügel halten versuchen zu schlafen, damit wir schneller vorankommen!“ Annabelle und Juduka ritten in der Mitte. Sintus als Schlusslicht und Kazel sowie Janay zuvorderst. Der Tross setzte sich in Bewegung. Zeit für leise Gespräche. Xenia hielt immer einigen Abstand zur Gruppe, blieb aber immer in Sichtweite.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 9. September 2011, 08:35

Kazel verstummte. Sein Blick ruhte auf Juduka. Irgendwie verscherzte er es sich im Moment mit jeder Frau - als würden sie kleine Fallen auslegen, an denen er sich gewandt vorbei schlängelte, nur um in dieses gewaltige Fettnäpfchen zu treten, das jemand achtlos daneben hatte stehen lassen. Er seufzte, konnte die Reaktion der Nachtelfe verstehen. Andererseits könnten viele ihres Volkes durch diesen Plan unfreiwillige Opfer werden und das auch noch lebend. Hatten es nicht die Goblins auf diesem Weg versucht? Sie waren den Morgerianern neutral gegenüber getreten, hatten sich ergeben und ihnen untertänig Zugang zu diesen seltsamen Gerätschaften und Techniken gestellt, die sie mit großer Leidenschaft entwickelten. Kazel hatte als Kind einmal einem Goblintechnicus über die Schulter schauen dürfen. Interessant, aber sehr kompliziert und wohl niemals für einen Nichtgoblin zu verstehen. Doch darauf wollte er nicht hinaus.
Die Goblins hatten sich ergeben, historisch gesehen wahrscheinlich aus ähnlichen Gründen, wie Juduka sie gerade nannte. Was hatte dieses Volk davon gehabt? Auch sie hofften wohl immer noch. Auch sie bestanden Tag für Tag die Folter, die Demütigung der Dunkelelfen und Orks. Sie hatten viele Opfer zu beklagen. Wie viele von ihnen konnten behaupten, in Freiheit zu leben? Wie viele wagten heute noch einen Aufstand? Oh, es gab einige Rebellen, Kazel wusste das - man spießte ihre Köpfe gern auf Pfähle, um sie dem morgerianischen Volk zu präsentieren. Natürlich erst, nachdem die Orks mit ihnen ein Ballspiel mit jeweils elf Spielern zweier Parteien und seltsamen Konstrukten gespielt hatte, die sie Balltor nannten. Nein, er glaubte nicht daran, dass die ein Weg war, den Juduka und die Nachtelfen wirklich einschlagen wollten. Aber hatten sie eine Wahl?
Er zumindest konnte nur diese eine Wahl treffen, seine einzige Option, wenn er nicht erneut als ausgestoßener Einzelgänger sein Leben weiterführen wollte. Und selbst das ging nicht. Er würde allein sterben. Da vertraute er lieber darauf, gemeinsam mit den Menschen - mit der Bruderschaft des Lichts - für die Freiheit zu kämpfen. Vielleicht würde er dabei draufgehen. Diese Konsequenz flatterte schon eine ganze Weile wie ein nicht zu fangender Schmetterling durch seinen Geist. Aber vielleicht konnte er mit seinem Tod etwas bewirken und anderen ein besseres Leben bescheren. Sein Blick wanderte unbewusst zu Annabelle, Talimée und Janay. Er zuckte lediglich, aber entsetzt, zusammen, als er vom Fall Andunies hörte. Die Handelsstadt stand bereits auch unter dunkelelfischer Herrschaft? Er hatte sie oft von weitem beobachtet. Manchmal war er nahe genug heran gekommen, um von den Apfelbaumplantagen etwas Nahrung zu stibitzen - sie befanden sich außerhalb der Stadtmauern. Eigentlich hatte Andunie nie den Eindruck auf ihn gemacht, einen Krieg führen zu wollen. Aber wer wollte das schon, außer den dunklen Völkern?
Und Sarma? Dieser Ort sagte ihm genauso wenig wie Zyranus, ihr offensichtliches Ziel. Zwei Tagesreisen sollte es angeblich entfernt sein, wenn sie sich beeilten. Dann konnte es nicht allzu sehr weit weg sein, oder doch? Als Kazel damals in den Neldoreth gezogen war, hatte er knapp fünf Tage gebraucht und seine Gruppe war nicht minder größer gewesen. Aber ihnen hatten die Pferde gefehlt. Dafür war Kosral unbesetzt gewesen. Er konnte immer noch nicht ganz glauben, dass die Ruinen von den Dunkelelfen bewohnt wurden. Dort gab es Spinnen und andere Ungeziefer in unnatürlicher Größe.

Das Ziel stand dennoch fest. Irgendwann mussten sie sich schließlich einigen. Mehr noch: sie mussten endlich aufbrechen. Wenn sie weiter hier tatenlos im Wald herum standen, würden die Dunkelelfen sie aufspüren und vermutlich töten. Daher stimmte Kazel zu, dieses Zyranus zu besuchen. Warum auch nicht? Es war eine Stadt und wenn Xenia glaubte, dass sie einer ganzen Armee standhalten konnte, dann war er bereit, seiner Partnerin zu vertrauen. Sie besaß mehr Welterfahrung als er selbst. Vor allem aber gelang es ihr endlich, sämtliche Streitkessel soweit zur Ruhe zu bringen, dass Entscheidungen überhaupt erst getroffen werden konnten. Sie gab Befehle - einige befolgten sie. Sintus jedenfalls half der Elfe Talimée sofort auf sein Pferd und stieg anschließend selbst auf. Die beiden würden zusammen reiten. Annabelle und Juduka sollten das zweite Ross nehmen.
Kazel schielte besorgt erst zu Xenia, dann zu Janay. Er und sie gemeinsam auf ihrem Hengst? Sie hielt ihn für einen Verräter, traf damit voll ins Schwarze und hatte demnach allen Grund, jegliche beginnende Vertrautheit mit ihm zu brechen. Kazel bedauerte diesen Umstand, wusste aber, dass er sich immer wieder für den Weg zur Bruderschaft entschieden hätte. Er senkte den Blick. Vielleicht - wenn Janay ihm nur zuhörte - könnte er ihr irgendwie seine Motive klar machen. Vielleicht verzieh sie ihm. Das glaubst du doch selbst nicht, du Idiot! Nur, weil sie mit dir geschlafen hat! Leg die Verliebtheit ab, sie wird ohnehin nicht erwidert. Ein Kloß saß tief in seinem Hals und erschwerte das Atmen. Aber er verhinderte auch, dass der Mischling Einwände erhob. Er hätte ebenso gut mit Annabelle oder Juduka tauschen können. Letztere diskutierte zwar mit ihm und besaß eine andere Meinung, aber verfeindet waren sie einander nicht. Im Gegenteil, Kazel hatte die Nachtelfe gerettet, sie getragen. Er hätte sie auch einfach in der Stillen Ebene liegenlassen können. Hättest du nicht.

Derweil klammerte sich Talimée tatsächlich sofort an die Hüfte des Paladins, kaum dass dieser auf dem Pferderücken saß. Sie fürchtete, dass das Tier jederzeit lospreschen könnte, hatte sie doch den Ritt auf dem morgerianischen Hengst noch nicht ganz verarbeitet. Besser war es also, sich festzuhalten. Außerdem bot Sintus es ihr auch an. "Danke", hauchte sie ihm entgegen, hielt sich an seiner Rüstung fest. "Ich halte so viel von meiner Herrin wie von dir, Sintus. Sie kann nett sein, wenn man ihr nett begegnet. Ihr solltet Eure Differenzen beilegen." Aber sie freute sich schon einmal, dass der Paladin ihrer Herrin eine Chance geben wollte. Das war ein erster Schritt nach vorn. Vielleicht würde man sich gegenseitig nicht gleich in die Arme fallen, aber wenn sie schon einmal neutral miteinander auskamen, würde es für die ganze Gruppe leichter werden. Das war jedenfalls Talimées Vermutung. Gesehen hatte sie es schließlich nicht, genauso wenig wie den weiteren Verlauf ihrer Reise. Daher erklärte sie Sintus: "Meine Visionen kommen unregelmäßig. Ich besitze das zweite Gesicht, kann die Gabe aber nicht mutwillig einsetzen. Ich kann nur das Medium sein, durch das diese Macht spricht und sie wird sprechen, wann sie es für richtig hält. Es ... tut mir leid."

Die beiden verstanden sich offenbar noch am besten, meinte Kazel, als er zu Sintus und Talimée herüber sah. Inzwischen hatte sich Janays Pferd zu ihm gesellt. Ein eindeutiges Zeichen. Aufsitzen, losreiten. Wenn da nicht ... er wandte sich um. Sofort fand sein suchender Blick die Dunkelelfe. Er trat an sie heran, rechnete bereits bei den ersten Silben damit, dass sie ihm eine Ohrfeige verpasste. Sie war ja nicht gerade gut auf ihn zu sprechen. Dennoch streckte er ihr die Hand entgegen. "Komm, ich helfe dir aufs Pferd." Nicht, dass sie Hilfe gebraucht hätte - höchstens vielleicht mit dem Kleid, das immer noch sehr pompös wirkte, obwohl es gekürzt worden war. Kazel versuchte einfach nur, ein bisschen Konversation zu betreiben. Ihm war es lieber, als dieses Schweigen ertragen zu müssen, das immer dann entstand, wenn die Situation unangenehm wurde.
"Ich ... würde dir gern erklären ...", begann er deshalb erneut zu sprechen. "Das heißt, wenn du mich lässt ... du musst nicht ..." Seufzend brach er ab. Sein Stammeln half auch nichts. Wenn Janay ihn nicht anhören wollte, konnte er es nicht ändern. Das einzige, was ihnen blieb, war, die Reise möglichst würdevoll hinter sich zu bringen und wenn sie sich dazu die ganze Zeit anschweigen mussten, dann blieb ihm wohl nichts Anderes übrig.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 9. September 2011, 16:02

Was da zwischen Kazel und Juduka für ein Gespräch lief, interessierte sie nicht im Geringsten und sie hörte dem auch gar nicht erst zu. Es plätscherte an ihr vorbei wie etwas Unwichtiges, das es für sie ja im Prinzip auch war. Das ein oder andere Wort schnappte sie zwar dennoch auf, da es allerdings eindeutig um diesen blöden Krieg ging, machte sie sich gar nicht die Mühe, doch noch aufmerksam zu werden. Sie wollte davon erst rechts nicht hören!
Die junge Frau schaltete sich erst ein, als Xenia eine Einschätzung der Reisezeit abgab. Skeptisch hob sie eine Augenbraue und sah zu dieser. "Wohl kaum. Wir müssen durch den Neldoreth und Arus, haben nur drei Pferde und Vorsicht wäre auch geboten.", gab sie zu Bedenken und zeigte damit gleichzeitig, dass sie ein wenig mehr Ahnung von der Welt hatte als Kazel.
Was ihr innerlich schon eine gewisse Befriedigung bescherte, die sich auch in ihrem abschätzigen Blick, dem sie ihm flüchtig zuwarf, zeigte.
Dann sah sie wieder zu der Söldnerin. "Außerdem können wir nicht 24 Stunden lang reisen, brauchen Ruhezeiten.", fügte sie hinzu und dachte dabei vor allem an sich, Talimée und ausnahmsweise sogar an Annabelle.
Sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie wund ihre vier Buchstaben schon nach der ersten Etappe sein könnten! Obendrein bräuchten sie ja auch Zeit, um zu rasten und etwas zu essen, wenn eine Jagd erfolgreich gewesen wäre. Wobei sie in der Hinsicht der Dienerin mehr vertraute als dem Pelgarer, wenngleich sie am Vorabend ja erfolgreich gewesen waren, was sie trotzdem allein der Waldelfe zuschrieb. Noch dazu, wo sie mit diesem noch immer nicht versöhnt war, im Gegenteil, das würde wohl lediglich durch ein Wunder geschehen.
Sie verschränkte bei seiner Erwiderung die Arme vor der Brust und sah ihn herausfordernd an. "Ich habe genug Ahnung von Pelgar, um niemals wieder freiwillig einen Fuß in diese verfluchte Hölle zu stecken! Und die pelgarischen Männer sind mir viel zu gut bekannt, denen du verdammt ähnlich bist!", schoss sie zurück und bedachte in ihrer Aufgebrachtheit nicht ihre Wortwahl.
Denn dadurch könnten durchaus weitere Fragen aufkommen und wenn jemand richtig kombinierte mit ihrem Verhalten Kazel gegenüber, dass sie sich so rasch auf das Körperliche eingelassen hatte, könnte die Person schon auf die Wahrheit kommen. Was sie keineswegs verraten wollte, weil es niemanden hier etwas anging und sie auch so schon ausreichend Probleme allein wegen ihrer unwillkommenen Herkunft hatte.
Dann aber musste sie sich um diese Nachtelfe kümmern, deren Worte sie einfach nicht auf sich sitzen lassen konnte. Wie es der gefallen würde, wenn sie ihr mal stecken würde, dass es die Vermutung gab, sie hätte ebenfalls solches Blut in sich? Das würde ihr sicher gehörig zu schaffen machen, bei ihrer aufgeflammten Arroganz.
Janays Mundwinkel zuckten leicht, ehe sie sich das Grinsen verbeißen konnte und stattdessen mit den Schultern zuckte. "Tja, ich hab es nicht ausgelöst.", erwiderte sie kühl und spielte damit selbstverständlich auf den Verrat von Kazel an. Den sie ihm auch ewig vorhalten würde, sollte sie je wieder geruhen, mit ihm zu sprechen, das stand fest.
Danach ging es wieder um das Ziel ihres Weges und erneut hob und senkte sie ihre Schultern. "In Zyranus gehen die Bewohner vermutlich ein und aus, da kommt es auf ein paar Leute mehr oder weniger nicht mehr an. Solang niemand für Ärger sorgt..." Womit die beiden männlichen Anwesenden gemeint waren. "... sollten wir dort auch unsere Ruhe haben können." Zumindest sie wollte das und auch wenn sie tendenziell immer rasch in Schwierigkeiten gelangte, fand sie in neuen Städten meist genauso schnell Anschluss mit ihrem Beruf.
Den darauf folgenden Teil der Besprechung ignorierte sie wieder und kümmerte sich stattdessen damit, dass das Kleid endlich richtig saß. Es war kalt und schwer, jedoch baute sie noch immer darauf, dass sie es schon überstehen würde.
Trotzdem versuchte sie noch einmal, so viel Wasser wie möglich da heraus zu bekommen, indem sie den Rock stellenweise auswrang. Dabei gab sie noch etwas zu bedenken und hörte sich die Antwort an, ehe sie den Kopf schüttelte.
Während sie weiter den Stoff zerknüllte und Flüssigkeit heraus presste, meinte sie:"Zuerst einmal müssen wir durch offenes Gelände, bis wir beim Neldoreth sind. Und ja, sie scheinen Spähtrupps rund um Kosral zu haben. Sonst hätte ich auch keine... Bekanntschaft mit ihnen gemacht. Je weniger Leute wir sind, desto besser für uns. Wer weiß, wie weit die ihren Radius ausgedehnt haben." Denn für sie und ihren ehemaligen Gönner waren sie damals überraschend aus dem Unterholz aufgetaucht.
Bei der Erinnerung an den Baron hielt sie unwillkürlich inne und schluckte.
Wie es ihm ergangen war? Ob Véllin ihre Finte geschluckt und ihn weggeschickt hatte, um Lösegeld zu beschaffen? Nun, sie würde sicherlich nicht noch mal in Kosral auftauchen und den rettenden Engel spielen. Aber für ihn und seinen Diener hoffen konnte sie dennoch, immerhin hätten sie ihr versucht ein Zuhause zu bieten, obwohl zumindest der Herr gewusst hatte, welchem Geschäft sie nachging. Auch wenn sie dafür hätte nach Pelgar müssen...
Abrupt wurde sie aus ihren Gedanken gerissen und sah auf. "Bitte was?!", entkam es ihr empört.
Das glaubte Xenia doch nicht im Ernst! Niemals würde sie sich von Kazel wieder berühren lassen und schon gar kein Pferd mit ihm teilen! Die andere konnte nicht wirklich annehmen, dass sie das zulassen würde, nachdem, was dieser Kerl getan hatte!
Sie war viel zu überrumpelt von dieser Einteilung, als dass sie ihre Fassung so rasch hätte zurück erlangen können, um den anderen zuvor zu kommen. Als sie sich straffte und abwandte, um zu den Tieren zu sehen, waren zwei davon schon mehr oder weniger besetzt. Gut, weder mit Juduka, noch mit Annabelle wollte sie tatsächlich eine längere Wegzeit gemeinsam verbringen. Sintus traute sie noch immer nicht über den Weg und machte sich sogar leichte Sorgen um Talimée, dass er ihr was antun könnte. Warum konnten die beiden Elfen nicht beisammen reiten?
Sollten sich doch Kazel und der Pelgarer ein Pferd teilen, wenn ersterer ihm schon alles anvertraute! Obwohl... nein, lieber nicht, sonst müsste sie wieder Angst um ihren Kopf haben. Also blieb ihr mehr oder weniger nur diese eine Variante übrig, wenn Xenia darauf bestand, die Vorhut zu Fuß zu übernehmen. Na wunderbar... Als ob sie nicht schon genug Ärger gehabt hätte!
Und obendrein war auch noch ausgerechnet dieses Tier übergeblieben, das so gerne an ihren Haaren kaute. Großartig... Allein die Aussicht darauf, dass es bocken und Kazel ebenfalls abwerfen könnte, sodass er schmerzhaft landen würde, gewährte ihr eine leise Zufriedenheit, die sie zumindest diese Wahl akzeptieren ließ... vorläufig.
Lautlos seufzte sie und blickte noch einmal zu Talimée. Nun ja, wenigstens half Sintus ihr hoch und schien von dem eine Ahnung zu haben. Wenn sie ihm runter fiel, könnte er was erleben!
Leicht irritiert blinzelte sie.
Was war das? Entwickelte sie gerade... Beschützerinstinkte? Unsinn! Sie wollte generell nicht, dass der Dienerin was passierte, weil sie diese aus dem Höllenloch erst raus geholt hatte und das nicht umsonst hatte tun wollen. Das war alles, das redete sie sich wenigstens ein, um nicht vor sich selbst zugeben zu müssen, wie sehr sie Talimée schon mochte. Sie hatte ja jetzt schon gesehen, wie schwer ein Abschied sein könnte und mit der weiteren Zeit würde das nicht besser werden.
Diesmal war ihr Seufzen leise zu hören, als sie sich einen Ruck gab und zu dem letzten freien Hengst trat. Etwas anderes blieb ihr ja nicht übrig, wenngleich sie sich deswegen Kazel nähern musste, der das Pferd schon am Zügel hielt.
Als er sich ihr zuwandte und sie ansah, bemühte sie sich um eine arrogante Miene, um ihm gleich klar zu machen, dass er sich auf diese Gelegenheit ja nichts einbilden sollte.
Oh, gerne wäre ihr die Hand ausgerutscht und in seinem Gesicht gelandet. Allerdings war sie sich klar, dass ihr das nichts helfen würde. Ihre Wut und Enttäuschung würde dadurch nicht weniger werden und somit unterließ sie es auch.
Dafür jedoch schlug sie sein Angebot aus und ignorierte seine Hand demonstrativ. So wie schon die letzten Male griff sie nach dem vorderen und hinteren Teil des Sattels, schob ihren Fuß in den Steigbügel und zog sich hinauf.
Der Hengst schnaubte zwar unwillig durch diese plötzliche Belastung, aber das war ihr egal. Geistesabwesend tätschelte sie leicht gegen seinen Hals, ohne darüber auch nur nachzudenken.
Da er die Zügel noch hielt, widmete sie sich ihrem Kleid, dessen Rock sie so richtete, dass sie auf dem hinteren Teil saß und sich nicht so rasch wund scheuern würde hoffentlich, während das vordere Ende sie so legte, dass ihre Unterwäsche nicht wieder zu sehen war.
Ruckartig bewegte sie ihren Kopf in seine Richtung, als er weiter herum stammelte. Ihr Blick verdüsterte sich. "Was erklären? Dass du mit dunkelelfischem Blut nicht anders konntest, als mich zu verraten?!", fauchte sie und ärgerte sich gleichzeitig darüber, dass man die Bitterkeit nur zu deutlich darin heraus hören konnte.
Immerhin war er anders gewesen, nett, niedlich... und das war daraus entstanden.
Sie schnaubte abfällig und griff nach den Zügeln. "Beweg dich lieber, sonst wirst auch du zu Fuß gehen.", fügte sie beißend hinzu und drückte demonstrativ ihre Fersen minimal in den Bauch des Hengstes, damit dieser die ersten Schritte tat. Sie wären direkt hinter Xenia, da die anderen beiden Tiere hinter ihnen warten mussten.
Sie richtete sich kerzengerade auf und gewährte ihm ausnahmsweise eine flüchtige Chance, indem sie das Pferd nach drei Schritten noch einmal flüchtig anhalten ließ, falls er es wagen würde, sich tatsächlich hinter ihr in den Sattel zu schwingen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 15. September 2011, 08:24

Kazel fragte sich, wo Janay bereits überall herum gekommen war, seit sie Morgeria den Rücken gekehrt hatte. Ihn selbst hatte es gerade mal in die Stille Ebene verschlagen. Vielleicht war er aber auch deshalb zwei Jahre dort geblieben und verhältnismäßig glücklich gewesen, weil er sich in der weiträumigen Ebene zwischen Gräsern und unter freiem Himmel wohler gefühlt hatte als in den düsteren Kellergewölben seiner Heimat. Tagsüber hatte er im weichen Gras gelegen, über den Tag nachgedacht und seine Freiheit genossen. Nachts betrachtete er die Sterne, die - ebenfalls vollkommen frei - von Manthalas Himmel herab schauten, ihm funkelnd zuzwinkerten und sich fragten, was das Schicksal noch alles für ihn bereit hielt. Janay hingegen schien eine halbe Weltreise hinter sich zu haben. Kazel musterte sie und senkte reflexartig den Blick, als sich seiner mit dem ihren kreuzte. Sie schaute so verachtend zu ihm herüber. Verräter, hallte es in seinem Kopf, doch Kazel wischte den Gedanken fort. Er durfte sich seinen eigenen Sorgen im Augenblick nicht hingeben. Zwar würde er sich früher oder später damit beschäftigen müssen, aber nun war nicht der richtige Zeitpunkt. Es sollte nach Zyranus gehen, in einer Gruppe, in der sich kaum zwei fanden, die einander verstanden. Es würde nicht leicht werden. Zudem gab der Mischling Janay Recht, was die Reisedauer anging. Dazu musste er nicht einmal wissen, wie weit Zyranus entfernt lag. Dass sie nicht volle 24 Stunden pro Tag reiten konnten, müsste doch auch Xenia klar sein. Vielleicht hatte die Söldnerkönigin es aber auch nicht so hart ausdrücken wollen. Annabelle hatte bereits einen Ausbruch gehabt, Juduka gab sich unnahbar und beide Männer waren auf die Dunkelelfe denkbar schlecht zu sprechen. Wenn alle sich an dem Gedanken festhielten, dass es nicht mehr weit war, machte das die bevorstehende Reise erträglicher.
Kazel konnte dazu nichts sagen. Er konnte schließlich schlecht in den Kopf der Söldnerkönigin hinein schauen, auch wenn sie seine Partnerin war. Dafür erweiterte sich seine Vorstellung mehr und mehr, wo Janay inzwischen schon gewesen sein musste. Zyranus kannte sie offenbar, wusste zumindest, wo es lag. Und auch Pelgar schien ihr geläufiger als ihr lieb war. Als sie die Neigungen pelgarischer Männer erwähnte, runzelte Kazel die Stirn. Jetzt musste er doch noch einmal einen Blick riskieren. Janay war nicht sofort anzusehen, dass sie dunkelelfisches Blut in ihren Adern führte. Ganz und gar nicht, weswegen sie auch ohne Kazels Verrat vermutlich nicht aufgeflogen wäre. Er seufzte tonlos, bedauerte, wie alles gelaufen war. Er würde dringend mit ihr reden und sich erklären müssen.
Doch zurück zu den Pelgarern. Was mochten die ihr, mehr als Frauen es konnten, angetan haben, dass sie so schlecht von ihnen sprach? Kazel dachte weder an den Beruf, dem sie tatsächlich nachging noch an eine Misshandlung oder dergleichen. Ihm fiel sein eigenes Schicksal ein, als er sich nach zwei Jahren in die Hauptstadt gewagt hatte, um dort ein neues Leben zu beginnen. Schon am ersten Tag war er des Diebstahls bezichtigt worden, den ein Mensch begangen hatte. Doch es war leichter, einen dunkelelfischen Sündenbock am Galgen aufzuknüpfen als seinesgleichen. Der Mischling erinnerte sich zwar an die Pelgarerinnen, die teilweise schon faules Obst bereitgehalten hatten. Letztendlich waren es aber Männer gewesen, welche ihn in den Kerker sperrten, verurteilten und zum Galgen führten. Daher glaubte er fast instinktiv, dass es Janay ähnlich ergangen sein musste. Im Grunde war es bizarr, dass er nun versuchte, in einer Vereinigung für die Heimatstadt jener Menschen zu kämpfen, die sich seinen Tod gewünscht hatten. Und trotzdem würde sich Kazel freiwillig auf keine andere Seite schlagen wollen. Er fühlte sich den Pelgarern, vor allem aber der Bruderschaft des Lichts, mehr verbunden als jedem einzelnen verdammten Dunkelelfen aus Morgeria! Das war verräterisches Pack. So wie du!

Der Mischling zuckte zusammen, ob seines eigenen Gewissens. Er fühlte sich elend. Vor allem, als er Janays Reaktion mitbekam, nachdem Xenia die Plätze auf den Pferden verteilt hatte. Nicht nur, dass sie erneut das Tier zugeteilt bekam, das sie abgeworfen, angesabbert und an ihren Haaren geknabbert hatte. Sie sollte es sich auch noch mit Kazel teilen. Er sah ihr die Begeisterung buchstäblich an. Sie würde ihm den Hals umdrehen. Kazel schluckte, wollte gar nicht mehr reiten. Hilfe suchend wandte er den Kopf in Xenias Richtung um, aber diese machte sich schon zum Aufbruch bereit.
Es half wohl nichts. Er konnte nicht ewig versuchen, Janay aus dem Weg zu gehen, nur weil diese ihn fortan hasste. Allein der Gedanke daran ließ sein Herz schwerer schlagen. Jetzt war wohl die Zeit für klärende Gespräche gekommen. Also bot er ihr seine Hand zum Aufsteigen an - die prompt ignoriert wurde. Er ließ die Schultern hängen. Das konnte ja etwas werden ... Und wie er es schon ahnte, setzte es sich auch um. In Lerium machte Janay erneut auf seinen Verrat aufmerksam. Kazel spürte, wie ihm die Wangen erröteten. Scham und Reue färbten sie. Es tat ihm leid. Er wusste nicht, ob das Blut tatsächlich eine Rolle spielte. Möglich wäre es. Galten Sarmaer nicht allgemein als heißblütiges Volk? Waren Waldelfen nicht stets sanfter als der Mensch und bevorzugten Zwerge nicht den kalten Stein der Berge, weil in ihren Adern angeblich kleine Mineralsbrocken flossen anstatt roten Blutes?
Er wusste es nicht, kannte keines der genannten Völker gut genug, um sich eine Meinung zu bilden. Er wusste nur, was Dunkelelfen waren und schloss darauf, dass diese Ausrede durchaus berechtigt sein könnte. Dunkelelfisches Blut schuf Verräter? Möglich ... aber nein, er wollte sich nicht darauf ausruhen. Er wollte sich erklären. Er musste! Janay war so bitter enttäuscht.

Der Mischling stieg nicht zu ihr aufs Pferd. Noch nicht. Solange er laufen konnte, würde er es tun - weder sie noch ihm die ganze Situation unnötig unangenehmer gestalten. Obwohl, konnte es denn noch schlimmer werden, wenn er sich hinter sie auf dem Pferderücken niederließ? Definitiv! Also schritt Kazel an der Seite des Hengstes entlang, hin und wieder eine Hand auf seinen muskulösen Körper legend und ihn tätschelnd. Es sollte eher ihn als das Tier beruhigen. Schließlich sagte er: "Ich möchte dir erklären, warum ich das Geheimnis deiner Herkunft preisgegeben habe. U-und nur das, Janay." Er schaute auf. "Ich hab niemandem etwas von Arina oder dem Gespräch am Lagerfeuer erzählt. Das musst du mir glauben." Kazel seufzte. Er sammelte innerlich Kraft für die Erklärung, die er abgeben wollte. Er konnte nur hoffen, dass Janay seine Beweggründe verstand. Dazu musste er aber weiter ausholen. Nun war es an ihm, sich ihr anzuvertrauen. "Die haben mich zum Tod verurteilt - die Pelgarer. Xenia und die Bruderschaft haben mich gerettet. Ich ... weiß eigentlich immer noch nicht, weshalb." Seiner Meinung nach hatte er das Urteil verdient. Er hatte Shantih auf dem Gewissen. "Die pelgarischen Bürger mögen sehr dunkelelfenfeindlich sein, das stimmt. Aber die Bruderschaft scheint anders, irgendwie. Jedenfalls fühle ich mich dort gut aufgehoben. Es ... sie sind die erste richtige Familie, die ich habe. Jedenfalls glaube ich, dass sich Familie so anfühlt." Daraus ließ sich schließen, wie Kazels Leben in der Vergangenheit abgelaufen sein musste, wenn er nicht einmal das kannte. "Ich vertraue der Bruderschaft, sogar Sintus. Ich möchte ein Teil von ihnen sein und hatte daher keine Sorge, ihnen zu sagen, was du bist. Ich hatte gehofft, sie würden dich ebenso herzlich empfangen wie mich damals. Ich verstehe nicht, warum sie es nicht getan haben - oder genauer: warum sie bei mir eine Ausnahme machten. Janay, es tut mir wirklich leid. Ich hatte dich niemals verraten, sondern dir nur zusätzlichen Schutz vor deinesgleichen gewähren wollen. Durch die Bruderschaft. Ich wusste nicht, dass es sich so entwickelt." Mehr konnte er dazu nicht sagen. Nun war es ihre Sache, ob sie ihm vergeben konnte oder nicht. Kazel vermutete ja Letzteres, denn er hatte ihr Vertrauen missbraucht. Das ließ sich nicht durch ein paar Erklärungen und Worte aus der Welt schaffen.
Jetzt hatte er sich ausgesprochen, doch dieses elende Gefühl wollte noch immer nicht von ihm weichen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Montag 19. September 2011, 12:20

Die junge Frau war viel gereist in den letzten vier Jahren, größtenteils zwangsläufig, weil sie zu sehr in Verruf geraten war durch ihren Beruf. Andererseits jedoch auch, da es sie noch nie lange an einem Ort gehalten hatte. Ihr Leben war nicht dazu geeignet, sich ein Zuhause zu schaffen und sesshaft zu werden. Aber viel größer als ihre persönliche Erfahrung war dadurch auch ihr geographisches Wissen geworden, das sie durch Erzählungen hatte erwerben können. In Zyranus selbst hingegen war sie noch nie gewesen, wusste lediglich wo es lag, da sie schon in der Nähe vorbei gefahren war. Hinein gewagt hatte sie sich bisher noch nicht, dazu fehlte ihr das Passwort und die Motivation, da ihr dort zu viel Magie geübt wurde. Sie war in so etwas nicht geübt und wusste nicht, wie rasch ihre Deckung in dieser Stadt aufgeflogen wäre. Auf weiteren Ärger konnte und wollte sie im Prinzip getrost verzichten.
Auch wenn sie nun anscheinend nicht mehr da herum kam, um sich selbst ein wenig in Sicherheit zu bringen so wie Talimée. Wie es dort für sie weiter gehen würde, würde sich dann schon zeigen, dessen war sie sich sicher. Sie müsste lediglich die Reise überstehen in der Gegenwart eines Pelgarers und eines Verräters.
Was sie erneut leise seufzen und ihr die Kehle eng werden ließ. Er war so anders gewesen und hatte ihr Hoffnungen gemacht, dass es doch noch Kerle geben könnte, die tatsächlich nett wären. Allerdings auch sie konnte sich täuschen, wie man sah, und das bereute sie nun bitter. Vor allem, weil sie ihn tatsächlich gemocht hatte. Seit langer Zeit war da jemand gewesen, den sie hätte sympathisch finden und in guter Erinnerung behalten können, ohne dass dieser sich ihre Zuneigung hatte erkaufen müssen. Anscheinend wäre es ein für alle mal klug, sich von solchen Phantastereien zu verabschieden. Sie konnte sich mit der ein oder anderen weiblichen Person verstehen, jedoch mit männlichen Wesen war so etwas nicht zu bewerkstelligen.
Oh ja, sie kannte Pelgar und besonders die Männer dieser Stadt, viel mehr sogar, als ihr lieb war. Und natürlich hatte sie hauptsächlich deren negative Seiten kennen gelernt, das war ihr auch durchaus bewusst. Aber gerade deswegen auch blieb ihre Meinung entsprechend gefärbt, weil sie diese Schattenseiten zu gut kannte. Wie hatte sie nur so dumm sein können zu glauben, es könnte doch auch anders gehen? Sie wusste es nicht und wollte das Kapitel Kazel einfach nur noch abhaken sowie schleunigst vergessen, vor allem den Schmerz in ihrem Inneren.
Entsprechend steif und betont unnahbar, regelrecht arrogant saß sie auf dem Rücken des Hengstes und wappnete sich innerlich schon gegen die Berührung von ihm, die wohl zwangsläufig folgen musste, sollte er sich hinter ihr in den Sattel schwingen.
Hass... verspürte sie das denn? Nein... eigentlich nicht, soweit sie es wusste. Die Pelgarer verabscheute sie, Männer waren ihr zuwider mit Ausnahme des Körperlichen, allerdings hassen... Nein, das konnte sie lediglich drei Personen und diesen wäre es vollkommen egal. Das betraf ihre Erzeuger und Véllin, wobei letzterer ihr großteils eher Angst einjagte. Von Kazel hingegen war sie enttäuscht, ja, sogar in ihren Hoffnungen und Gedanken gedemütigt, weil sie so dumm gewesen war, daran zu glauben, jedoch war es das auch schon gewesen. Sie hatte keine großen Gefühle für ihn gehegt, die in Hass hätten umschlagen können. Trotzdem würde sie ihn seinen Verrat jeden Moment spüren und ihn nie wieder an sich heran kommen lassen, nicht einmal mehr körperlich.
So unbeholfen er auch gewesen war, hatte es ihr zwar bis zu einem gewissen Grad gefallen, aber es würde sich nie wiederholen können, dessen war sie sich sicher. Zwar wegen anderen Voraussetzungen, doch das würde nichts an dem Ergebnis ändern, von daher wäre es in der Theorie unerheblich, weswegen es keinen weiteren Kontakt zwischen ihnen geben würde in dieser Art.
Entsprechend reagierte sie auch auf sein Hilfsangebot und machte danach deutlich, was sie von seinem Gestammel hielt. Dabei sah sie ihn allerdings nicht mehr an, lediglich aus den Augenwinkeln konnte sie erkennen, wie er rot wurde. Gut so, sollte er sich schämen, dazu hatte er schließlich auch allen Grund. Allerdings würde es sie nicht mehr erweichen, das nahm sie sich fest vor.
Wenigstens war er klug genug, dass er sich gegen das Reiten entschied. So musste sie seine Nähe nicht ganz so deutlich ertragen.
Ihr Kreuz bog sie durch, dass es fast schon weh tat, jedoch blieb dadurch ihre Haltung aufrecht, ließ sie sich auf diese Art hoffentlich weniger anmerken, wie tief sein Verrat sie in Wahrheit getroffen hatte.
Gerne hätte sie seine Worte ignoriert, so wie seine gesamte Anwesenheit überhaupt, aber das war ihr nicht möglich. Ohne ihren Kopf zu drehen, schnaubte sie leise und verächtlich. "So, muss ich das?", erwiderte sie schnippisch, als er eine kleine Pause einlegte.
Innerlich atmete sie zwar auf, dass er angeblich nur über das Blut in ihren Adern gesprochen hatte. Jedoch gleichzeitig musste sie sich fragen, wie lange das noch so bleiben würde. Sie konnte und wollte ihm nicht mehr vertrauen.
Seine darauf folgende Leier interessierte sie nicht im Geringste, geschweige denn, dass sie die Informationen dahinter wahrnehmen wollte. Für sie war und blieb er ein Verräter, Punkt. Sie wollte nichts verstehen oder nachvollziehen können, sie wollte nur noch ihre Ruhe vor ihm.
Bitter und freudlos lachte sie auf und gewährte ihm tatsächlich noch einen Blick, wenngleich er von oben herab und alles andere als versöhnlich war. "Schutz? Von einer pelgarischen Oragnisation auf der Flucht vor derselben Rasse, der ich entspringe? Oh ja, ich fühle mich ja so sicher!", erwiderte sie beißend vor Spott.
Sie stieß einen verächtlichen Laut aus und blickte wieder stur gerade aus.
"Danke, verzichte. Ich kann auf mich selbst aufpassen und habe gelernt, mich auch vor den scheinbar netten Kerlen zu hüten. Insofern sollte ich dir fast schon dankbar sein, dieser Fehler wird mir nicht noch einmal passieren." Ihre Worte würden ihn verletzen, aber das lag sogar in ihrer Absicht. Er sollte sich schämen und an seinem schlechten Gewissen vergehen, sie würde ihm keine Absolution erteilen, nur weil er sich in dieser sogenannten Bruderschaft wohl fühlte.
Natürlich hätte sie es noch heftiger formulieren und darauf anspielen können, dass sie für ihn lediglich die Beine breit gemacht hatte, damit er den Mund hielt. Jedoch leider war da immer noch Sintus, dessen Schwert sehr schnell in ihrem Nacken landen könnte, also musste sie sich zurück halten. Außerdem könnte sie selbst Reue empfinden, wenn sie es zu weit trieb.
Also beschloss sie, ihrem Tier lieber die Sporen zu geben und zu verdeutlichen, dass sie keine weitere Unterhaltung mit dem Verräter wünschte, als dass sie ihn noch stärker und nachhaltiger verletzte.
Er sollte sie nicht mehr kümmern, nie wieder, somit wäre er es auch gar nicht wert, dass sie sich zu Dingen ereiferte, die ihr später noch leid tun könnten. Hoffentlich kämen sie auf dieser Reise gut voran, sonst würde sie noch durchdrehen oder heimlich verschwinden müssen. Was sie an sich nicht wollte, weil es Talimée weh tun würde, und sie wollte wenigstens mit dieser Person im Guten auseinander gehen. Dadurch war sie vorerst noch gezwungen zu bleiben und seine Gegenwart zu ertragen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Freitag 23. September 2011, 19:21

Sintus fühlte sich nicht sonderlich wohl in seiner Haut. Natürlich war ihm die aktuelle Gesellschaft von Talimée, welche ihre weichen Händchen um seinen muskulösen Bauch schlangen durchaus willkommen und er genoss es auch sehr. Aber es wawr ja auch nicht der Augenblick welcher jenes Unbehagen auslöste sondern seine Situation. Nicht nur seine, jene des gesamten Festlands. Er malte sich die Zukunft aus und bei jenem Gemälde musste er feststellen dass er nur wenige Farben zu Verfügung hatte. Schwarz, Grau und Rot. Denn es zeichnete sich ein vernichtender Sieg der Dunklen Horde ab und unter einer solchen Herrschaft würde es keine Zukunft für einen Paladin Lysanthors geben. Entweder man würde ihn sofort hinrichten was wohl am wahrscheinlichsten war oder aber er würde in die Sklaverei geschickt werden. Beides keine sonderlich angenehmen vorstellungen. Alles wofür er kämpfte, woran er glaubte drohte von den Dunklen Horden vom Sockel gestossen zu werden und es gab kaum etwas, was er dagegen unternehmen konnte. Selbst wenn es ihnen tatsächlich gelingen würde, die Flüchtlinge zu erreichen und diese nach Zyranus in Sicherheit zu bringen würde dies nichts an der Tatsache ändern, dass Celcia nicht mehr das Land war welches er einst lieben und schätzen gelernt hatte. Die ganze Politik würde sich verändern, die Macht neu Verteilt und zu Gunsten der Dunkelelfen ausfallen. Ausgerechnet die Dunkelelfen, deren grösste kulturelle Errungenschaft die systematische Barbarei war!

Zuletzt hatte er sich derart hilflos gefühlt als er noch ein kleiner Junge gewesen war und böse Schulkameraden zu sechst sein Steckenpferd in Brand gesetzt hatten. Er schnaubte. Wurde erst durch Talimée aus seinen düsteren Gedanken gerissen. Talimée sprach sich erneut für ihre Herrin aus. Sintus bewunderte ja ihre Loyalität obwohl er nicht ganz verstehen konnte, wie sie diese einer Frau wie Janay bieten konnte. Eine Waldelfe wie sie, welche doch eigentlich als höchstes Gut die Harmonie und die gesundheit der Natur haben, sollten sich doch von einer Vertreterin eines Volkes, welches eben jene Werte mutwillig zerstört, mehr als nur fernhalten. Tja, was sagte dies über Janay aus? Entweder war sie eine verdammt gute Schauspielerin die es sogar schaffte eine Elfe wie Talimée um den Finger zu wickeln, oder aber… sie war wirklich so wie Talimée es ihm weiss machen wollte. Sintus tendierte eher zu ersterer Theorie.

Er musste lächeln als sie sich dafür entschuldigte ihre Visionen nicht kontrollieren zu können. Er schüttelte den Kopf. Sie war wirklich süss. „Dafür könnt ihr doch nichts, dennoch scheint es eine wundervolle Gabe zu sein. Seid wann habt ihr das denn?“ Fragte er sanft nach. Schliesslich würde sich die Reise ziehen und so war es nicht schlecht einwenig ins Gespräch zu kommen. Seinen eigenen Gedanken nachzuhängen frustrierte ihn nämlich zunehmend. Wie sehr sich die Reise ziehen würde, benannte auch Janay.
"Wohl kaum. Wir müssen durch den Neldoreth und Arus, haben nur drei Pferde und Vorsicht wäre auch geboten."
Xenia nickte. „Ja, ihr habt recht. Das war wohl sehr optimistisch Geschätzt.“ Meinte die Kriegerin nüchtern. Dies hier waren keine Soldaten, sie konnte sie nicht marschieren lassen, Tag und Nacht.
"Außerdem können wir nicht 24 Stunden lang reisen, brauchen Ruhezeiten.", Sie nickte. „Ja…“ Xenia hatte eigentlich keine Ahnung von der Geographie Celcias. Sie war Paladinin in der Reihen Pelgars. „Wir müssen nicht nur Kosral passieren, sondern zuerst auch Pelgar… entweder wir umgehen es über das Land der Zwerge und dem Gebirge… der aber wir folgen dem grossen Fluss zum Fischerdorf und schlagen uns so nach Zyranus durch.“ Meinte die Nachtelfe schliesslich. Offenbar kannten sich die Pelgarer hier so gar nicht aus. Sie rollte mit den Augen und gesellte sich zu Annabelle aufs Pferd wo sie auch gleich die Arme verschränkte und kühl nach vorne sah. Annabelle guckte die Nachtelfe an ehe sie sich ebenfalls in den Sattel schwang. „Nur nicht so viel Euphorie, das bringt ja noch euren Zyklus durcheinander.“ Meinte sie brummig. Juduka reagierte nicht auf die Provokation, sondern nahm die Zügel in die Hände und gab dem Gaul die Hacken. Dieser setzte sich gemächlich in Bewegung.
"Ich habe genug Ahnung von Pelgar, um niemals wieder freiwillig einen Fuß in diese verfluchte Hölle zu stecken! Und die pelgarischen Männer sind mir viel zu gut bekannt, denen du verdammt ähnlich bist!" „Tja… hast du ein Glück dass es dieses Pelgar nicht mehr gibt!“Knurrte Sintus düster und lotste sein Pferd hinter jenes von Janay und Kazel. Er würde ja das Schlusslicht bilden mit Talimée. Er verkniff sich die bemerkung dass sie sich jetzt ja dort mit ihres gleichen herumtoben können würde auf dem Blut der Pelgarer die sie ja ach so sehr verachtete. „Ist einer Schlecht sind sie es gleich alle was?“ Brummte Annabelle missgestimmt. „Hört doch alle auf mit euren Vorurteilen!“ Forderte sie deshalb nachdrücklich. Sie kamen wieder auf Zyranus zu sprechen. "In Zyranus gehen die Bewohner vermutlich ein und aus, da kommt es auf ein paar Leute mehr oder weniger nicht mehr an. Solang niemand für Ärger sorgt..." „dumm nur dass sich dazwischen, wie gesagt, Pelgar und Kosral befindet.“ Gab Juduka nochmals zu bedenken. „Ja aber genau dieses Vorhaben mitten durch das feindliche Lager streifen ist doch eben genial!“ Meinte Sintus. „Die suchen doch an den vordersten Fronten nach den Flüchtlingen und Feinden… und nicht mitten in ihrem Herz.“

„Dann können wir ja gleich nach Morgeria reisen!“ Meinte Juduka sarkastisch. Zuerst einmal müssen wir durch offenes Gelände, bis wir beim Neldoreth sindUnd ja, sie scheinen Spähtrupps rund um Kosral zu haben. Sonst hätte ich auch keine... Bekanntschaft mit ihnen gemacht. Je weniger Leute wir sind, desto besser für uns. Wer weiß, wie weit die ihren Radius ausgedehnt haben."

Juduka verwarf die Hände. „Wunderbar. Wir gegen eine ganze Armee.“ „Du kannst auch laufen wenn es dir nicht passt! Oder wir schicken dich als kleine Opfergabe nach Pelgar, der Wegbereiter würde sich bestimmt freuen oder?“ Knurrte Sintus Juduka düster an und brachte sie so zum Schweigen, denn auch wenn sie es in ihrem Stolz nicht zugeben wollte, aber der Paladin machte ihr Angst. „Lasst uns keine Zeit verlieren.“ Schloss Xenia und untermauerte so das Vorhaben der Gruppe den Durchbruch nach Zyranus tatsächlich zu wagen. „mit ein paar Spähern werden wir schon fertig.“ Meinte sie selbstbewusst – konnte sie auch sein.

Sie pirschte sich voran und führte die Truppe tiefer in den Wald hinein. Selbst Janays Pferd konzentrierte sich ausnahmsweise mal auf den Weg und nicht auf ihre Haare, an welche er im Moment ohnehin nicht herankam. Dafür beinahe an jene des Pferdes vor ihnen wonach er auch immer wieder schnappte. Sintus lächelte. Ihm gefiel das Pferd ausserordentlich ausserdem hatte er keine Lust der Unterredung der beiden Streithähne zu folgen.

Juduka schwieg eisern und Annabelle zog es vor ein wenig zu Dösen. Überraschenderweise tolerierte die Nachtelfe sogar den Kopf der Hexe auf ihrer Schulter. Vermutlich würde sie schliesslich auch mal froh sein wenn sie sich würde anlehnen können. Xenia ging mit gezogenem Schwert und Schild voran. Sintus hingegen hatte sein Schwert in die Scheide gesteckt und seinen Schild ans Pferd gebunden. Er rechnete (noch) nicht mit einem Angriff.

„Willst du nicht reiten Kazel.“ Fragte der Paladin nach einer Weile. „Wenn du schon läufst Novize, könntest du ja die Nachhut bilden und unsere Spuren verwischen. Was denkst du?“ Wer schon seine Extrawurst haben wollte sollte auch was dafür tun.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 27. September 2011, 11:31

Kazel seufzte. Es half wohl alles nichts, sie wollte nicht einmal versuchen, seine Motive nachzuvollziehen. Sie verstand nicht, was ihn bewegt hatte, dieses Geheimnis zu offenbaren. Vielleicht wäre es früher oder später sogar von selbst herausgekommen und die Folgen tiefer ins Gewicht gefallen. Man würde es nie erfahren. Fakt war, dass sich Janay auf keine Erklärung von Seiten des Mischlings länger einließ, als nötig war, um sie von sich abprallen zu lassen wie einen gegen eine massive Stadtmauer geschleuderten Zweig. Er brach und landete auf dem Boden, wo er zertreten und vergessen wurde.
Nein, es hatte wohl wirklich keinen Sinn und das tat Kazel in der Seele weh. Er verlangte nicht von ihr, ihm zu verzeihen. Vielleicht hatte er es gar nicht anders verdient, immerhin war es ein Verrat gewesen. Er hatte ihr Vertrauen missbraucht, da gab es eigentlich keine Entschuldigung für. Andererseits vermisste Kazel die Harmonie, die zwischen ihnen geherrscht hatte. Es würde nicht mehr soweit kommen, dass sie einfach miteinander sprechen und ein wenig scherzen konnten. Obgleich ihm all die Situationen doch schon sehr peinlich gewesen waren - schließlich hatte sich oft genug etwas seinem Schritt genähert; eine Hand, ein Schwert - trotz allem hatte er Janays ungezwungene Art doch sehr gemocht. Sie war offen und ein wenig verrückt gewesen, auf charmante Weise. Keck, könnte man sagen und welcher Mann ließ sich nicht auf solche Avancen ein? Kazel war auch nicht aus Stein.
Er vermisste es, denn er hatte Sympathie zu der Dunkelelfe aufgebaut. Spätestens seit ihren gemeinsamen Stunden am See jedoch hatte sich da noch mehr entwickelt. Jugendliche Schwärmerei, die man allenfalls einem Jüngling zugestanden hätte. Doch man sollte nicht vergessen, wie jung Kazel für elfische Verhältnisse doch war. Sehr jung. Da verliebte man sich Hals über Kopf und ziemlich schnell. Sein Herz schlug auf jeden Fall für Janay, die das vermutlich allein aufgrund der Abgestumpftheit ihres Berufes nicht teilen konnte. Doch der Mischling empfand etwas für sie, bereits jetzt und obwohl er nicht wirklich viel von ihr wusste. Umso schwerer schlug die Pumpe in seiner Brust, als sie auf seine Erklärungen noch immer mit Verachtung und sehr abweisend reagierte.
Sie wollte ihm weder glauben, noch versuchen, weiterhin auf einer freundlichen Basis mit ihm auszukommen. Zwischen ihnen würde es höflich ablaufen, aber gezwungen. Es war nichts Anderes als eine Art Waffenstillstand. Vermutlich löste sich Janay von der Gruppe, sobald sie konnte. Ihm schien es plötzlich ohnehin so, dass Talimée der einzige Grund war, weshalb sie sich noch unter ihnen befand. In Zyranus würden beide Frauen sicher ihres Weges gehen können. Sie würden sich trennen. Der Gedanke daran ließ in Kazels Hals einen dicken Kloß entstehen, welcher nicht herunter zu schlucken war. Betreten ließ er die Schultern hängen, sagte nichts mehr. Was sollte er auch schon noch sagen? Es gab nichts mehr zu reden. Die anderen besprachen sich zwar wegen Zyranus und einer Möglichkeit, überhaupt erst dorthin zu gelangen, aber Kazel hörte nicht einmal mit halbem Spitzohr mit. Er war vollkommen in seine trübseligen Gedanken vertieft, wenn sich Sintus nicht eingemischt hätte.
Nie zuvor war Kazel dem Mann so dankbar gewesen, dass er ihn mit einem Befehl von Janays Seite abkommandierte. Aber der Paladin hatte Recht. Es war klug, ihre Spuren zu verwischen, diese Aufgabe war wichtig. Kazel schaute noch einmal kurz zu Janay auf. Nein. Keine Worte mehr. Er ließ die Zügel los und stapfte nach hinten, an Sintus' Pferd vorbei. Die Elfe Talimée warf ihm einen traurigen Blick zu. Sie hatte Janay schließlich über ihn reden hören. Dass es sich so entwickelte ... warum hatte sie diesbezüglich keine Vision bekommen? Zu bedauerlich. Sie lehnte sich dichter gegen den Rücken des Paladins. Sintus war ein gut gebauter Mann. Sie spürte jeden einzelnen Muskel, glaubte, das Zusammenspiel selbst durch seine Rüstung fühlen zu können. Sicher konnte er allein durch Körperkraft und Auftreten eine ganze Menge bewirken. Seine Arme vermochten zu schützen. Talimée fühlte sich geborgen. Wenn er doch nur ein wenig netter mit ihrer Herrin umspränge! Er fragte noch einmal nach ihrer Gabe. "Es ist ebenso ein Fluch und ich scheine seit meiner Kindheit das zweite Gesicht zu besitzen. Meine Mutter erzählte mir, ich habe oft Dinge vorhersagen können, ohne deren Bedeutung überhaupt zu wissen. So konnte ich Neryan einmal rechtzeitig vor einem Rudel Wölfe warnen, das der Tollwut zum Opfer gefallen war. Die Elfen verbarrikadierten ihre Türen und es kamen nur ein paar Rebhühner zu Schaden. Ein anderes Mal konnte ich einen Sturm vorhersagen, auf den sich die Dörfler vorbereiten konnten. Von da an kamen viele Elfen zu mir. Stets wollten sie ihre Zukunft erfahren. Als ich ihnen endlich erklären konnte, dass meine Visionen nicht mutwillig herauf beschwörbar waren, fand ich wieder Frieden in meiner Heimat. Ja, es kann eine Gabe sein, aber man sollte sich nicht zu sehr auf sie verlassen." Kurz schwieg die Elfe. "Kraft und der Umgang mit einem Schwert helfen gegen den Krieg vermutlich mehr." Sie lächelte, strich scheinbar unbewusst über Sintus' Bauch. Zwischen ihm und ihr lief es harmonisch. Die beiden verstanden sich, was man von Kazel und Janay nicht mehr behaupten konnte.
Der Novize der Bruderschaft schritt am Pferd des Paladins vorbei. "Danke", hauchte er ihm zu. Dies galt der Rettung aus dieser ausweglosen Situation, in die er geraten war. Die Weiterreise würde sich erschweren, zumindest für ihn. Unangenehm, aber machbar. Es war nicht so schlimm wie der Krieg, in dem sie sich alles befanden, aber es war näher. Kazel würde sich mit Janay beschäftigen müssen und wusste bereits von vorneherein, dass sie sich fortan wohl größtenteils anschweigen würden. Wie gut, konnte er dieser Situation im Moment durch Sintus' Befehl entkommen. Er ließ die Gruppe vorbeiziehen, so dass er ein Stück weit hinter ihnen lag. Viele Spuren hinterließen sie nicht, wie er feststellte. Das Laub des Waldes verwischte bereits das meiste. Hin und wieder sah man den Abdruck eines Hufs oder Stiefels.
Kazel stürzte sich in seine Aufgabe. Er suchte Zweige zusammen, an denen noch reichlich Blätter hingen. Wie einen Fächer legte er sie übereinander und faltete sie schließlich aus. Dann ging er seitwärts, den Blick immer wieder kurz nach vorn und dann wieder nach hinten werfend. Mit dem Laubfächer verwischte er die hinterlassenen Spuren. Sintus würde zufrieden mit ihm sein und er konnte sich auf diese Aufgabe konzentrieren, seine Gedanken in andere Bahnen lenken.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Mittwoch 28. September 2011, 15:34

Auch Janay war die derzeitige Lage, in der sie steckte, mehr als unangenehm. Sie war enttäuscht und verletzt, obendrein fühlte sie sich gezwungen, noch immer in Gesellschaft zweier männlicher Wesen zu bleiben, die längst gerne verlassen hätte. Aber anscheinend war jetzt noch nicht der rechte Zeitpunkt dafür gekommen und auch Talimée hatte sie nicht so einfach alleine lassen können. Somit musste sie da jetzt durch, zumindest bis Zyranus. Vorher könnte sie sich nicht absetzen, überall waren auch ihre Feinde der eigenen Rasse.
Und vielleicht, wenngleich natürlich nur sehr minimal, hätte sie in der Gruppe ein bisschen mehr Schutz, als wenn sie allein aufgegriffen werden würde. Dann könnte sie wenigstens noch so tun, als wäre ihre Mission längst nicht abgeschlossen, und versuchen, so viele wie möglich von ihnen heraus zu hauen... Oder zumindest die Hälfte, denn ob sie sich für Juduka, Sintus und Kazel tatsächlich einsetzen würde, bezweifelte sie im Moment sehr stark.
Wie auch immer, sie musste jetzt die Zähne zusammen beißen und Haltung bewahren, damit niemand ihre wahren Gefühle erkennen könnte. Nicht einmal sie selbst... Denn die junge Frau hatte die Erfahrung gemacht, dass Verdrängung ihr am raschesten dabei half, unangenehme Erfahrungen zu vergessen. Obwohl es nur oberflächlich und ein zweischneidiges Schwert war, doch das wollte sie nicht wahrhaben. Es war ihre Methode und die wollte sie nicht aufgeben, auch wenn sie dafür ab und zu Alpträume heimsuchten.
Welche Gedanken sich hinter ihr Sintus aufgrund von den Worten ihrer Dienerin machte, interessierte sie einstweilen überhaupt nicht. Sie hatte schließlich ihre eigenen Sorgen und Probleme und solange er sie weiterhin in Ruhe ließ, könnte sie ihn gut ignorieren.
Dabei erinnerte sie sich auch daran, dass Xenia ihre Einschätzung der Wegzeit korrigieren ließ. Und auch daran, wie Juduka zuvor gemeint hatte, welche Route sie einschlagen sollten. Ihr war es im Prinzip gleichgültig, solange sie in kein Scharmützel oder ärgeres hinein gezogen werden würden.
Ebenfalls Sintus' Knurren über Pelgars Zustand hörte sie erneut in ihrem Bewusstsein und es interessierte sie nicht. Sie hatte keine Beziehung zu dieser Stadt und kümmerte sich nicht um deren Bewohner. Lediglich eine Frage beschäftigte sie einen Atemzug lang, ehe sie diese hastig wieder aus ihrem Kopf verbannte. Nämlich, was wohl aus dem Pelgarer geworden war, der ihr einst so viel bedeutet hatte. Allerdings würde sie eher nach Kosral freiwillig zurück gehen, als Sintus danach zu fragen, ob er diesen vielleicht kannte und auch noch etwas über seinen Verbleib wusste. Das war vergangen und sollte es auch eindeutig bleiben!
Worüber sie sich daraufhin unterhielten, verfolgte Janay nicht mehr, nachdem sie noch ein paar Informationen in ihre Bemerkungen verpackt hatte, die sie sicherlich interessieren würden. Sie hatte genug damit zu tun, dass sie ihre Haltung bewahrte. Es ging schließlich auch keinen etwas an, wie tief der Verrat sie tatsächlich getroffen hatte. Und das war alles andere als ein leichtes Unterfangen.
Als nach einiger Zeit und ihrem Disput mit Kazel plötzlich von hinten wieder Sintus' Stimme erklang, zuckte sie tatsächlich minimal zusammen. Worüber sie sich schon wieder ärgerte.
Nun ja, sie hatten in Lerium gesprochen, der Pelgarer würde das wohl kaum verstehen. Jedoch... was hatte Talimée davon alles gehört? Sie, die vermutlich nach Harmonie auch jetzt noch strebte und der jungen Dunkelelfe vermutlich gerne nahelegen würde, sich mit dem Verräter trotz allem zu versöhnen. Was sie eindeutig nicht konnte und schon gar nicht wollte.
Dennoch fühlte sie ein leises Unbehagen, als Kazel sich von ihr entfernen sollte. Was sie nicht verstand und am liebsten ebenfalls verdrängt hätte. Schließlich hatte auch sie es genossen, bis zu dem entscheidenden Moment, ihn zu necken und zu reizen. Sogar ihn zu umarmen, ohne direkt auf das Eine hinaus zu wollen, war auf eine gewisse Art und Weise schön gewesen. Es war immerhin lange her gewesen, dass sie so etwas zugelassen hatte. Aber diese warmen Gefühle, die er ihr vermittelt hatte, waren nur Lug und Trug gewesen, denn hätte er es ehrlich gemeint, hätte er sie nicht verraten.
Bei dieser Erkenntnis begannen ihre Augen zu brennen und ihre Hände krampften sich regelrecht um die Zügel, wodurch der Hengst leise protestiertend schnaubte. Sie wandte den Blick in die entgegen gesetzte Richtung von Kazel und fauchte leise:"Ja, sei ein braves Hündchen und folge deinem Meister. Das kannst du ja so gut." Ihre Stimme zitterte vor Schmerz und sie hatte wirklich Mühe, den Rest ihrer Beherrschung soweit aufrecht zu halten, dass sie sich allmählich wieder fassen konnte.
Auch Janay war immerhin noch recht jung und kindlich für ihre Rasse, so erwachsen sie meist tat und körperlich wirkte. Da war es für sie eine viel größere Tragödie, als sie es in einigen Jahren wohl empfunden hätte, wenn sie sich auf ihre Erfahrung und nicht auf die Hoffnung auf die Ausnahme der Regel verlassen hätte.
Warum auch hatte sie darauf gebaut, dass es tatsächlich jemanden gab, der nett zu ihr wäre, ohne sie zu benutzen? Noch dazu jemand ihrer eigenen Rasse! Und Talimée... nein, die hatte sich eindeutig geirrt, so wie sie es schon von Anfang an geglaubt hatte. Kazel solle ihr Schicksal sein? Er hätte es beinahe besiegelt, weil er sie an Sintus verraten hatte, das war alles! Und obendrein eine sehr bittere Erkenntnis, die sie da zu schlucken hatte...
Als er sich dann tatsächlich von ihrer Seite regelrecht wegschlich, konnte sie nicht anders und sah ihm kurz nach, drehte sich sogar halb im Sattel. Leise seufzte sie und einen Moment lang konnte man an ihren Augen jene traurigen Gefühle erkennen, die in ihrem Inneren tobten und sich nicht so leicht verdrängen ließen.
Einen Atemzug später allerdings wurde ihr das bewusst, vor allem, dass Sintus sie ebenfalls sehen konnte, sodass sie sich rasch straffte und abrupt wieder nach vorne drehte.
Flüchtig wischte sie sich über ihre Augen, wenngleich diese trocken geblieben waren bisher, ehe sie sich dazu zwang, sich lediglich auf den Weg zu konzentrieren. Das Pferd fand den sicheren Tritt zwar von alleine, jedoch war es die einzige mögliche Beschäftigung, die sie derzeit hatte und mit der sie sich hoffentlich ablenken könnte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Samstag 8. Oktober 2011, 21:24

Die Reise zog sich, Zeit genug sich etwas zu unterhalten. Kazel versuchte sich erneut an Janay, Sintus unterhielt sich leise mit Talimée… nur auf dem vordersten Pferd herrschte Stille, da Annabelle schlief und Juduka nicht gerade den Anschein erweckte sehr redselig zu sein. Die Nachtelfe zog gerade ihre Kapuze tiefer übers Gesicht, denn vereinzelte Sonnenstrahlen fanden den Weg durchs Dickicht des Waldes und beschienen ihren Rücken. Der Nachtelfe behagte der Gedanke gar nicht den sicheren Wald zu verlassen. Doch noch hatten sie den Eldoras längst nicht durchquert. Ohnehin konnten sie doch im Moment nur von Stunde zu Stunde planen, zu unsicher war doch ihre Situation! So war sie nicht sonderlich zuversichtlich, aber was hatte sie schon für eine Alternative? ¨
Annabelle schlief, sie hatte die Ruhe bitternötig, von allen anwesenden war sie die einzige die keinerlei Kampferfahrung oder ähnliches hatte, sie war einfach nur eine Kräuterfrau! Diesbezüglich hielt sie sich ja noch relativ gut, aber auch sie konnte nicht unendlich weit über sich hinauswachsen, zumal sie schon lange nicht mehr die jüngste war.

Sintus hörte derweil der Seherin zu welche über ihre Begabung sprach.
"Es ist ebenso ein Fluch und ich scheine seit meiner Kindheit das zweite Gesicht zu besitzen.“ Er nickte. Konnte sich gut vorstellen dass es als Kind nicht einfach war eine solche Gabe zu haben. Schliesslich war es schwer ein Sonderling zu sein, wenn man ein Kind war. Zu schnell wurde man ausgeschlossen.
“Meine Mutter erzählte mir, ich habe oft Dinge vorhersagen können, ohne deren Bedeutung überhaupt zu wissen. So konnte ich Neryan einmal rechtzeitig vor einem Rudel Wölfe warnen, das der Tollwut zum Opfer gefallen war.“ Er hob eine Augenbraue. Hoffentlich würde sie auch in dieser Gruppe rechtzeitig gewarnt werden. Er ahnte ja nicht…

Die Elfen verbarrikadierten ihre Türen und es kamen nur ein paar Rebhühner zu Schaden. Ein anderes Mal konnte ich einen Sturm vorhersagen, auf den sich die Dörfler vorbereiten konnten. Von da an kamen viele Elfen zu mir. Stets wollten sie ihre Zukunft erfahren.“ Er nickte. „Es würde sehr vieles erleichtern, doch treffen deine Visionen auch immer ein Talimée?
Als ich ihnen endlich erklären konnte, dass meine Visionen nicht mutwillig herauf beschwörbar waren, fand ich wieder Frieden in meiner Heimat. Ja, es kann eine Gabe sein, aber man sollte sich nicht zu sehr auf sie verlassen."

Er nickte nachdenklich. „Ja. Vielleicht lassen sie einem auch mal im Stich… aber du würdest es uns doch mitteilen wenn du was siehst? Es könnte wichtig sein.“

"Kraft und der Umgang mit einem Schwert helfen gegen den Krieg vermutlich mehr." Er seufzte, rückte seine Haltung gerade. „Meinst du? Sind dies nicht die Zutaten die einen Krieg so blutig machen? Manchmal verfluche ich es, dass ich die Kriegskunst erlernt habe… und Lysanthor möge mir vergeben aber manchmal zweifle ich auch daran ob der Weg des urteilenden Lichts wie sie die Inquisition lehrt der richtige ist.“ Er biss sich auf die Lippen. Kaute darauf rum, liess sich aber durch Talimées Streicheleinheiten beruhigen. Ihm ging es mit seiner weiblichen Gesellschaft weit besser als Kazel der grosse Schwierigkeiten hatte. Janay konnte sich glücklich schätzen dass Sintus gerade nicht lauschte was sie da murmelte. Ihre Muttersprache zu sprechen würde bei dem Paladin sicherlich nicht gerade für Begeisterung sorgen.

Xenia befand sich etwa 10 Meter vor der Gruppe. Es war erstaunlich ruhig in dem Wald. Die Zeit zog sich. Der Wald schien nicht enden zu wollen. Müdigkeit schlich sich langsam in die Gemüter der Gruppe. Einzig Janays Pferd schien munter zu sein und versuchte immer wieder zu jenem von Juduka und Annabelle aufzuholen um an dem Schweif des vorderen Pferdes zu knabbern. Janay war also nicht das einzige Opfer dieses Viechs. „Habt ihr ihm schon einen Namen gegeben?“ Wollte Sintus darauf wissen und musste abermals schmunzeln. ER liebte dieses Pferd.

Doch dann…

Zuckte Talimée sichtlich zusammen als sie eine Vision durchfuhr:
Nackte Füsse rannten durchs Dickicht. Frauenfüsse. Die Frau trug ein zerschlissenes Kleid. Sie keuchte. Talimée konnte spüren wie ihr Herz raste. Immer wieder sah sie sich über ihre Schulter nach ihren Verfolgern um die sie durch den Wald hetzten. Hilfe… HILFE!Ertönte es laut in Talimées Geist. Doch die Vision liess sie noch nicht los. Das Herz der Fremden schlug viel schneller als es gesund sein konnte, dann plötzlich setzte sie zu einem mächtigen Sprung an. Ein knurren. Rote Glühenden Augen die zwischen den Bäumen auftauchten. Trompeten. Gelächter. Hatz. Flucht. Lauf… LAUF! Speichel troff den Verfolgern aus dem Mund. Es waren denen Sieben. Kehliges Keuchen. Düsteres Grollen. Gefletschte Reisszähne. Aufgestellte Haare, gekrümmte Rücken, massige Körper! Schwärze!

„Talimée… was habt ihr?“ Inmitten der Vision diese Stimme. Nein.. Verlass mich nicht Elfe! Verlass mich nicht! Die Frau in der Vision fauchte. Starrte jenem Standpunkt von Talimées geistigem Auge direkt entgegen, gelb geschlitzte Augen. Fell im Gesicht. Sie Fauchte. Verlass mich nicht! Hilf mir!
Dann endete die Vision abrupt.

Zur gleichen Zeit während Talimées fast 15 Minütiger Vision. Sintus schreckte zusammen als die Seherin plötzlich zu zucken Begann, die Augen weit aufriss und nicht mehr auf seine Rufe reagierte. „Janay!“ Er ritt neben ihr Pferd hin. „Talimée… mit ihr stimmt was nicht!“ Besorgt starrte er nun der Dunkelelfe entgegen. Er kannte Talimée noch nicht so lange wie die Dunkelelfe. „Was hat sie?! Kennt ihr das?!“ Er pfiff nach Xenia und Kazel. Stoppte dann sein Pferd und nahm die Seherin fest in den Arm.

Xenia blieb stehen wandte. Sich um und verschaffte sich erst einen Überblick ehe sie zur Gruppe stiess. „Was ist los?“ Hauchte sie leise, auch Juduka drehte sich um. „Was sitzt du so blöd rum! Du bist hier doch die Lichtmagierin!“ Keifte Sintus die Nachtelfe sofort an, dadurch wurde auch Annabelle wieder geweckt. Xenia zischte Sintus scharf entgegen. „Nicht so laut! Bewahrt Ruhe!“ Juduka brummte. Sah Sintus kühl an und musterte Talimée eingehend ohne sich von ihrem Pferd herunter zu bewegen. „Sie scheint einen Anfall zu haben. Der geht gleich vorbei…“ Aber nach 2 Minuten war Talimée noch immer in diesem Zustand…

Kazel, der am weitesten noch von der Gruppe entfernt war... hörte entfernt ein seltsames Geräusch welches er nicht dem Wald zuordnen konnte... dafür hörte es sich zu... metallen an... zu trötend... wie... Trompeten...
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 10. Oktober 2011, 16:09

Vielleicht hätte Talimée den Paladin gebeten, das eigene Pferd dichter an Janays heran zu lenken. Vielleicht hätte sie dann mit ihrer Herrin, die nicht so genannt werden mochte, über ihre kleine Diskussion mit Kazel gesprochen. Denn das hatte Talimée aus der Gefangenschaft bei den Dunkelelfen wenigstens ein wenig gelernt: ihre Sprache. Vielleicht hätte sie im Gegensatz zu dem Mischling etwas in Janay bewegen können. Harmonie war für die Elfe sehr wichtig.
Doch all das sollte so nicht geschehen. Nicht jetzt, vermutlich nicht einmal mehr heute. Das Schicksal spielte nach eigenen Regeln.
Gerade hatte Talimée sich noch eng an Sintus' breiten Rücken geschmiegt, so dass er ihr Kopfnicken bezüglich der Frage, ob sie jede Vision mitteilen würde, deutlich spüren konnte. Da ereilte sie eine dieser besagten Vorhersagen und sie zuckte kurz, aber heftig zusammen. Schon versteifte sich ihr Körper, die Augen nahmen eine milchige Farbe an. Sie atmete im Rhythmus des rasenden Herzschlags der Fremden, die sie vor ihrem geistigen Auge durch den Wald hetzen sah. Es war ein Hecheln, denn das Herz hämmerte wie unter einem Trommelwirbel.
Sie wiederholte den Hilferuf der Frau. Laut schreien wollte sie, doch stieß sie lediglich ein heiseres Krächzen aus, zudem auf Lerium. "Hilfe ... Hilfe!"
Ihr prophezeiischer Anfall könnte Janay bekannt vorkommen, aber dieses Mal war er wesentlich intensiver. Vielleicht, weil die Zukunft so unmittelbar nahe war...

Kazel ahnte nichts davon. Er war tief mit seinen Gedanken beschäftigt, obwohl er sie durch die harte Arbeit der Spurenbeseitigung zu verdrängen suchte. Er hatte Janays Worte noch gehört. Sei ein braves Hündchen und folge deinem Meister. Das kannst du ja so gut. Noch immer lähmte ihn die Erinnerung daran. Sie konnte ja nicht wissen, wie richtig sie mit dieser Aussage lag - nicht in Bezug auf Sintus. Zum Paladin hegte Kazel ein ganz anderes Verhältnis, das hätte er selbst nicht einmal richtig beschreiben können. In seinen Geist kehrten Erinnerungen an ein Trauma zurück, von dem Juduka wohl ihre eigene Version der Geschichte erzählen könnte. Diese schmerzenden Operationen, die Hilf- und Machtlosigkeit. Er als Experiment des Mannes, der sich Raxtian Tausendtod nannte, Wegbereiter der Untoten.
Kazel schauderte. Es lief ihm eiskalt den Rücken herunter. Er keuchte und fasste hoch zu seinem Kopf, um sich die Schläfen zu massieren. Das Bündel Zweige, mit dem er eben noch die Spuren zu verwischen versucht hatte, fiel zu Boden. Es knisterte leise, als die trockenen Äste auf Erde und altes Laub trafen.
Nein! "Nein!" Er gemahnte sich nicht nur im Geist, sondern stieß das Wort regelrecht bellend aus. "NEIN!" Er war niemandes Hündchen! Er war kein Experiment und hatte keinen Meister, dem er dienen musste. Niemals wieder! Er war endlich sein eigener Herr. Keine Manipulationen mehr. Er war stark und ein Novize der Bruderschaft des Lichts. "Ich bin der Sturmadler!", rief er, um daraus neuen Mut zu schöpfen. Er rief es so laut, dass es ihm in den Ohren klingelte. Nein ... das ... Trompeten?
Es kam nicht aus seinem Kopf. Diese Geräusche waren echt und sie wurden lauter, wuchsen heran. Kazel wandte sich um, starrte in die Richtung, aus der diese Geräuschquelle bis zu ihm durch drang. Alle Alarmglocken meldeten sich jetzt, um sich in die Trompetensinfonie einzufügen. Die Muskeln des Mischlings spannten sich an. Etwas kam dort. Es war schnell und es würde ihn erreichen. Die Frage war nur: Bedeutete es Gefahr?
Kazel hatte zwei Möglichkeiten. Er konnte nun entweder darauf warten, um es herauszufinden oder er lief eilig vor zu seiner Gruppe, um diese zu warnen. Er entschied sich gegen Letzteres. Es waren in letzter Zeit schon zu viele Missgeschicke passiert. Sintus besaß nicht unendlich Geduld. Dieses Mal wollte Kazel auf der sicheren Seite stehen.
Er löste das Bündel Zweige auf und warf sie willkürlich in verschiedene Richtungen. Dann erklomm er einen der Bäume. Die ausfahrbaren Adlerklauen sowie die Krallen der Raubkatze an seinen Füßen kamen ihm hierbei ausnahmsweise mal gelegen. Das Klettern war ein leichtes. Du bist ein Monster. Er schüttelte den Kopf und somit die Gedanken von sich. Konzentration auf das Wesentliche! Er musste nun funktionieren, als Kundschafter seiner kleinen Gruppe.
Kazel schob sich auf einen breiten Ast vor und drückte sich flach an das Holz. Die Rinde kratzte, besaß eine unkomfortable Maserung. Sie roch stark nach Harz. Trotzdem ließ er sich nicht ablenken. Sein Blick wanderte in die Ferne, zwischen die Bäume. Wer verursachte die Trompetengeräusche?
Sobald er etwas erkennen konnte, wollte er von dem Baum herunter und laufen. Das war sein Plan.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 14. Oktober 2011, 04:28

Die junge Frau hatte im Prinzip nichts zu tun und genau das war in ihrer derzeitigen Situation absolut das Verkehrte. Je weniger sie hatte, woran sie ihre Gedanken festmachen konnte, desto mehr wollten sie zu kreisen beginnen. Und da gab es natürlich nur ein Thema, um das sich alles drehte: Kazel. Sie wollte sich nicht länger mit der Enttäuschung und dem Schmerz beschäftigen, wollte es einfach nur verdrängen. So richtete sie ihre Konzentration auf ihre Umgebung, zwang sich dazu, die verschiedenen Blätter und Grashalme zu mustern, ob sie auf Unterschiede zwischen den Pflanzen käme. Das lenkte wenigstens oberflächlich ausreichend ab, um nicht wieder die bittere Galle hochsteigen zu spüren.
Wie viel Gefahr allerdings um sie herum lauern könnte, wollte und konnte sie sich nicht ausmalen. Sie war oft genug schon auf Reisen gewesen, nicht immer in einer Gruppe, sodass es für sie kein riesig großes, neues Abenteuer war, das ihr Herz beständig schneller schlagen und sie unsicher sein ließ.
Vor sich hatte sie kein Gespräch, das sie belauschen könnte, und hinter ihr war da jemand beteiligt, dem sie nicht zuhören wollte. Somit hatte sie in dem Punkt auch kein Interesse daran, was der Paladin mit Talimée zu besprechen hatte. Wodurch sie jedoch auch nicht die Zweifel mitbekam, die sie einem Pelgarer niemals zugetraut hätte, schon gar nicht diesem, der so rasch sein Schwert immer in der Hand hatte in ihrer Gegenwart.
Eine Abwechslung brachte erst der Umstand, dass ihr Pferd seinen Willen wieder durchsetzen musste und einige Schritte schneller lief. Unbeeindruckt von ihrem festeren Griff in die Zügel, holte es zu seinem Vorgänger auf und begann, dort am Schweif zu knabbern.
Janay seufzte lautlos und genervt, blödes Vieh! Dass das Sintus hinter ihr hingegen gefiel, hätte sie sich denken können.
Leise schnaufte sie und warf dem Mann einen Blick über die Schulter zu. "Kein Bedarf.", murrte sie missgelaunt, denn er erinnerte sie wieder daran, zu wem Kazel sofort gelaufen war.
Die Waldelfe konnte sie indes bei dieser Gelegenheit nicht sehen, da diese von dem Körper des Paladins vollständig verdeckt wurde. Sonst hätte sie womöglich rascher reagieren können, stattdessen aber wandte sie sich erneut nach vorne und versuchte, das Tier unter ihren Willen zu bringen. Erfolglos, wie bei jemand anderem...
Erst Sintus' besorgter Tonfall, da sie auf seine Worte ein weiteres Mal kaum achtete, ließ sie wieder aufmerksam werden. Sie drehte erneut den Kopf. "Was ist los?", fragte sie und versuchte, das Pferd langsamer werden zu lassen.
Was er auf seine Art bereits übernahm und bewies, dass er solche Wesen viel besser zu handhaben wusste.
Besorgt sah sie ihm entgegen und blickte zu der Dienerin, kaum, dass sie im rechten Winkel dazu sich befand. Hilf- und ratlos schüttelte sie den Kopf und zuckte gleichzeitig mit den Schultern.
"Gib sie mir.", sprach sie leise, als hätte sie Angst davor, Talimée Schaden zu zufügen, wenn sie lauter wäre und sie gewaltsam zurück holen würde.
Die Pferde wurden eng zusammen gerückt und die junge Frau griff nach der anderen, während sie sich darauf verließ, dass Sintus auch ihre Zügel halten würde. Wie ein Kind setzte sie die Waldelfe zwischen sich und den Hals des Tieres, die Beine seitlich, beide Arme um sie geschlungen. Dabei konnte sie auch die hellen, verdrehten Augen erkennen, die ihr bekannt vorkamen.
Als die Sprache auf einen Anfall kam, ruckte ihr Kopf in die Höhe und sie schüttelte ihn entschieden. "Das wirkt wie eine Vision... aber ich habe bisher nicht erlebt, dass sie so lange anhält und sie einschließt... oder so was in der Art."
Sie strich sanft über Talimées Oberarm, als könne das helfen. Der hektische Atem bereitete ihr mindestens genauso viele Sorgen wie die Dauer, da hätte es des Wortes in Lerium nicht mehr bedurft. Janay schluckte und fühlte sich noch hilfloser.
"Talimée... hörst du mich? Hörst du meine Stimme? Komm... komm wieder zu mir zurück... bitte, komm zurück!", wisperte sie direkt in das Ohr der Dienerin, in der Hoffnung, damit etwas bewirken zu können. Wenngleich sie nicht darüber nachdachte, dass sie in ihre Geburtssprache gewechselt hatte.
Allein der Anblick schnürte ihr die Kehle zu und verursachte ihr Schmerzen, die sie so nur bei ihrer Schwester gekannt hatte. Die junge Frau machte sich Sorgen und litt mit der anderen mit, der es merklich schlecht ging. Sanft, regelrecht behutsam strich sie ihr übers Haar.
"Talimée, bitte..., setzte sie noch einmal an und wurde erstaunlich vertraut in ihrer Gefühlslage, indem sie die weichen Lippen leicht wie einen Hauch auf die Schläfe der Waldelfe legte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 20. Oktober 2011, 23:46

Sintus rüttelte Hilflos an Talimée herum. „Wach auf Talimée du träumst! Wach auf!“ Annabelle wurde durch die plötzliche Aufregung geweckt. Verwirrt blinzelte sie und gähnte. „Sagt..d.enn…Dunkelelfen…sie sollen erst morgen angreifen ich bin zuuu müde dafür…“ Nuschelte sie verschlafen. Juduka rollte nur mit den Augen als sie die Worte der Hexe vernahm. „Natürlich, die nehmen sicherlich auf uns Rücksicht… doch halte ein…es…ist was mit der Waldelfe.“ Informierte sie Annabelle kurz. Diese schüttelte sich, blinzelte Talimée entgegen. Sintus sah ihr vernichtend entgegen aufgrund ihrer patzigen Antwort. „Vonwegen gleich vorbei! Wenn ihr was zustösst…“ Er knurrte. Beherrschte sich aber als er Xenias mahnenden Blick vernahm.
Sie war nur eine Kräuterfrau keine Heilerin, sie wusste auch nicht was mit ihr war. Ausserdem waren Xenia, Janay und Sintus bereits bei ihr. Da wollte sie sich nicht auch noch einmischen. Sintus gab Talimée nur ungern aus seinen Armen doch Janay kannte die Elfe definitiv länger und er traute ihr mehr Erfahrung mit Talimées Visionen zu.
„Vorsichtig…sie zittert….stark.“ Er hob die zitternde Frau von seinem eigenen Pferd und schob sie zu Janay hinüber, während er mit der anderen Hand die Zügel der beiden Pferde hielt. Ausnahmsweise verhielt sich Janays Gaul ausgesprochen brav. Offenbar schien das Tier gemerkt zu haben dass aktuell nicht der richtige Zeitpunkt für irgend einen Schalk war. Er unterliess es sogar am Schweif des vorderen Pferdes zu kauen.

"Das wirkt wie eine Vision... aber ich habe bisher nicht erlebt, dass sie so lange anhält und sie einschließt... oder so was in der Art." Das war nicht gerade beruhigend. „Was… können wir tun Janay?“ In seiner Sorge hatte sich sein Tonfall völlig verändert, er sprach aussergewöhnlich sanft zu Janay. Doch sein Blick blieb starr auf Talimée gerichtet. Xenia erkannte dass sich bereits beide u Talimée kümmern würden, Kazel war noch immer die Nachhut und da sie so im Moment gerade nicht weiterreisen konnten beschloss die Söldnerinn die Umgebung zu sichern. Sie zückte ihr Schwert, streifte im Radius von einigen Metern durch das nahe Dickicht und horchte in den Wald. Vögel wurden ganz in der Nähe aufgeschreckt, kein gutes Zeichen. „Wir müssen uns bereithalten… irgendwas… kommt auf uns zu…“ Was bei Xenia erst eine vage Ahnung war wurde bei Kazel schon deutlich konkreter. Er konnte Trompeten hören.

Noch konkreter jedoch war die Situation die sich wenige hundert Meter vor ihnen Abspielte für Talimée, welche die Hatz der fremden Person quasi gerade Miterleben musste. Sie spürte das Hecheln des Fremden Körpers, das gehetzte Schlagen des Herzens, immer wieder schaute sich die Fremde über die Schultern. Rote und gelbe Augenpaare verfolgten sie und verloren an Distanz. Umrundet von schwärze und blanken Reisszähne. Die Viecher waren riesig, weit grösser und mächtiger als sie selbst. Die Viecher rochen nach nassem Hund. Die Sicht der Fremden war schlecht, und die Trompeten dröhnten förmlich in ihren äusserst empfindlichen Gehörgängen. So dass sie die Ohren nach hinten legte.

Plötzlich entfernte sich Talimées Bewusstsein von der Fremden, raste den Weg entlang nach vorne, folgte zwei Duftspuren. Die eine war wesentlich prägnanter und vermischter, die eine Teilte sich plötzlich und mündete auf einem Baum… Talimée konnte auf dem Bald einen Adler feststellen. Dann raste ihr Bewusstsein weiter, ortete Pferde, Menschen, Elfen und Magie… mächtige gleissende Magie… und dann raste ihr Bewusstsein in ihren eigenen Körper und sie riss ihre Augen auf. War wieder bei der Gruppe. Juduka deutete auf sie „Seht ihr… hab ich doch gesagt ist gleich vorbei…“ Meinte sie Schulterzuckend. Juduka war völlig entspannt, auch Annabelle schien sich mit den Worten der Heilerin zufrieden zu geben. „Wir sollten uns kampfbereit machen!“ Meldete sich Xenia nochmals mit Nachdruck. Sintus schaute sie an… und sich dann um. Sofort nahm er seinen Schild vom Pferd, zückte sein Schwert. Wenn die Söldnerkönigin Gefahr roch, konnte man sich sicher sein dass auch welche sich anbahnte. „Haltet euch bereit! Janay… pass auf Talimée auf… reite mit ihr und Annabelle voran… Juduka… du bleibst hier“ Befahl Sintus. Er war hellwach, denn sein Körper war in Alarmbereitschaft. Doch immer wieder blickte er auch zu Talimée hin. Schaute Janay nachdrücklich an. Sie sollte für die Sicherheit der Frauen sorgen.

Kazel welcher sich noch immer einige Meter vor der Gruppe befand konnte als erster – Talimée mal ausgenommen – die Szenerie erfassen. Mit seinen scharfen Augen konnte er schon weit vor sich eine weibliche Gestalt durch den Wald hetzen sehen. Sie bewegte sich schnell, schneller als es Menschen konnten. Ihr Bewegungsmuster hatte die Anmut eines Jägers. Mehrmals wandte sie ihren Kopf um... sie hatte langes wallendes Haar... aber... dennoch wirkte sie weder elfisch noch menschlich. Einige Meter hinter ihr kamen riesige schwarze Bestien angerast. Hechelnd, nach ihr lechzend, knurrend. Wargs. Grosse Wölfe die nur zu gerne von den Dunklen Horden abgerichtet wurden um Flüchtlinge zu verfolgen. Auch das Trompetengetöse kam nähre, doch dürften die Jäger selbst noch einige hundert Meter, wenn nicht sogar ein zwei Kilometer entfernt sein. Sie schienen keinen Hehl daraus zu machen dass sie den Wald durchstreiften.

Kazel musste einsehen dass sein Vorsprung auf die Fremde schwindend gering wurde. Was sollte er also tun?
Bei der Gruppe wollte Annabelle von Janay wissen was eigentlich los war. Denn sie hatte sehr wohl – trotz überwältigender Müdigkeit wie sie mehrmals betont hatte – mitbekommen dass Juduka vom Pferd hat steigen müssen um Sintus Beistand leisten zu müssen – ausgerechnet die beiden sollten sich in der Stunde der Not gegenseitige Stütze sein? Die Hexe blickte zu Talimée. Sie ritt näher an die beiden heran. „Geht es dir gut Herzchen?“ Hauchte sie Talimée entgegen. Während sich weiter vorne Xenia und Sintus kurt beratschlagten. Falls hier wirklich etwas grösseres herankam mussten sie fliehen, doch waren sie dafür auch schnell genug? Kazel befand sich noch vorne im Feld, Talimée war angeschlagen und mit den Pferden kamen sie hier im Dickicht auch nicht wirklich schnell vorwärts. Aber einen Kampf riskieren? Mit einer unbekannten Zahl möglicher feinde? Und wenn es doch Flüchtlinge waren…? Die Trompetenkonnten sie noch nicht hören.
Aus der Vogelperspektive ergab sich aktuell folgendes Bild:

Janay, Annabelle und Talimée weilten an der Spitze der Gruppen mitten im Dickicht des Waldes. Sie hatten zwei Pferde bei sich. Etwa 10 Meter von ihnen Entfernt befanden sich Sintus – hoch zu Ross – Xenia und Juduka. Weitere 100 Meter weiter nach vorn hockte Kazel auf seinen Baum dessen Abstand zur Fremden in einer Luftlinie wohl kaum noch 50 Meter betraf wobei die beiden Wargs immer weiter aufholten. Xenia drehte sich zu Janay um. „Wenn ich Pfeiffe… oder Rufe… gebt den Pferden die Spuren und flieht. Verstanden?“ Es war immer gut einen Notfallplan zu haben wenn alle Stricke reissen. Auch wenn dieser Bedeuten würde, dass nur noch die vorderste Gruppe der drei Frauen überleben würde.
Talimée war noch immer sehr erschöpft und verwirrt als wollte sie nicht recht aus der Vision erwachen, doch langsam ordneten sich ihre Gedanken…. Und sie erinnerte sich an die Eindrücke…

Annabelle musterte die beiden. „Und was sollen WIR tun?!“ Wollte sie nervös wissen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 21. Oktober 2011, 16:36

Seit Jahren hatte er keinen mehr von ihnen gesehen, erkannte die Bestien aber sofort wieder. "Wargs", hauchte Kazel die Bezeichnung für die gefährlichen Riesenwölfe, die in Morgeria gezüchtet und sogar als Reittiere genutzt wurden. Vor allem aber verwendete man sie bei der Jagd, denn sie waren klug und besaßen im Grunde keine natürlichen Feinde - abgesehen vielleicht von überhungrigen Trollen, Riesenspinnen oder Drachen. Doch von denen hielten sie sich fern, wussten die wölfischen Tötungsmaschinen doch, dass sie gegen einen ausgewachsenen Geschuppten keine Chance hatten. Die Gestalt, die allerdings vor ihnen floh, schien ein Kinderspiel für die Bestien zu sein.
Kazel schauderte. Er fragte sich, wann sich Dunkelelfen angewöhnt hatten, eine Hetzjagd mit Trompeten zu beginnen, wollte es aber eigentlich gar nicht herausfinden. Das würde bedeuten, dass man sich begegnete und sie ihn vermutlich umbrachten, nachdem sie ihm eine Erklärung geliefert hatten. Wenn sie derzeit Lebewesen mit Wargs durch die Wälder hetzten, waren sie auf Blut, zerrissene Körper und den Geruch des Todes aus. Ihnen wollte er nicht begegnen. Ich muss die anderen warnen und dann ... Seine Gedanken rasten, sein Verstand arbeitete fieberhaft an einer Lösung für diese Notlage. Die Fliehende hielt direkt auf die Richtung zu, in die seine Gruppe gegangen war. Wo sich Xenia, Sintus und die anderen derzeit genau befanden, wusste Kazel nicht. Voraus, das war seine einzige Information. Sollte er vorstürmen und sie vor der heran nahenden Gefahr warnen?
Nein.
Die Antwort kam so klar wie kristallenes Wasser aus einem Bergquell und ebenso kalt klang sie auch, aber er wusste, eine andere Entscheidung wäre definitiv Selbstmord. Wenn er jetzt von seinem Baum sprang, würde er seine Gefährten mit Sicherheit vor den Ungeheuern aufspüren. Er würde sie warnen können, aber was dann? Wenn es hier in der unmittelbaren Umgebung keinen Fluss gab, in dem man seine Spuren verwischen konnte, würden die Wargs sie aufspüren. Sie waren ausgezeichnete Jäger und konnten eine Witterung unter schlechtesten Bedingungen aufnehmen. Zumindest hatte Kazel diesen Eindruck in jungen Jahren gewonnen. Das bedeutete dann, man würde kämpfen müssen. Er selbst war waffenlos, blieben also nur noch Sintus und Xenia. Letztere war noch immer verwundet, der Paladin sicherlich trotz ein wenig Schlaf erschöpft. Das wäre ein Himmelfahrtskommando.
Zudem würde er auf der anderen Seite auch noch die flüchtende Gestalt im Stich lassen. Er wusste zwar absolut nicht, um wen es sich handelte, aber irgendwie hatte Kazel das Gefühl, dieser Person helfen zu müssen. Ganz nach der alten Redewendung: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Vielleicht entpuppte sich die Flüchtige als weitere Verbündete. Vielleicht bringt sie dir genauso viele Scherereien ein wie Janay. Er zuckte zusammen. Wie viele willst du noch einsammeln und zu Sintus schleppen wie sein kleiner Schoßhund, der du bist? "Mindestens einen noch", murmelte er, obwohl ihm der Gedanke einen Stich versetzte. Es würde Ärger geben, aber konnte er deshalb ein Leben einfach so sich selbst überlassen? Ein Leben, das keine Chance hatte, wenn er nicht eingriff?

Kazel schaute sich um. Es musste hier doch eine potenzielle Waffe geben. Nein, ausgeschlossen. Wenn er schon Sintus und Xenia einen Kampf gegen zwei Warge nicht zutraute - und beide besaßen Schwerter! - dann konnte er kaum etwas mit einem dicken Ast ausrichten. Und Steine lagen, wenn überhaupt, auf dem Boden, verborgen unter dem Laub von Jahrzehnten. Ein Kampf war keine Option. Es blieb also nur noch eine letzte Möglichkeit. Damit machst du sie auf dich aufmerksam. Das wusste er. Aber er würde die Bestien auch von seiner Gruppe ablenken. Wenigstens eine Weile.
Kazel schluckte. War das hier ein Todesurteil? Schaufelte er sich soeben sein eigenes Grab? Für wen überhaupt? Er kannte diese fremde Gestalt nicht. Trotzdem drängte ihn etwas dazu, einzuschreiten. Vielleicht weil ich doch bereits mehr zur Bruderschaft gehöre als ich angenommen hatte. Möglicherweise war dies schon das Denken eines Paladins. Er schüttelte den Kopf, durfte sich jetzt nicht weiter von seinen Gedanken ablenken lassen. Die Jäger und ihre Beute kamen näher.

Der Mischling rutschte noch ein stück auf dem Ast vor. Nicht zu weit, damit dieser nicht brechen würde, aber weit genug, dass er seine Beine fest um das borkige Holz schlingen konnte. Dass dabei seine Robe bis zu einem gewissen Grad hoch rutschte, musste er in Kauf nehmen - auch wenn es verdammt zwickte und piekte. Gleich wirst du dir die Beine aufreißen, wenn die Rinde auch nur an einer Stelle unangenehm spitz ist. Er holte tief Luft, gönnte sich diesen letzten kleinen Augenblick, um noch einmal Mut zu schöpfen. Dann ließ er sich seitlich vom Ast gleiten.
Kopfüber tauchte er nun zwischen den herab hängenden Zweigen auf. Hoffentlich war er überhaupt groß und kräftig genug, die Fremde mit auf den Baum zu befördern. Anschließend, sofern sein Plan aufging, würden sie klettern müssen, damit die Warge sie nicht mehr erreichten. Die weitere Flucht gestaltete sich dann von Ast zu Ast. Hoffentlich ging das gut. Die Welt vollkommen verkehrt wahrnehmend sah er die Gestalt auf sich zukommen. Kazel streckte die Arme aus. "Hierher!", rief er laut. "Pack meine Arme!"
Wenn der Ast brach, wären sie beide Wargfutter ...
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Sonntag 23. Oktober 2011, 00:36

Janay hielt sich zurück, um seine Sorge nicht wieder un Wut und Angriffslust zu verwandeln, aber wenn sie ehrlich war, hielt sie Sintus' Schütteln für alles, nur nicht klug. Zumindest hatte sie das Gefühl, als würde das helfen können, sondern vielleicht sogar eher Talimée schaden, wenn sie zu abrupt aus ihrer Vision gezwungen werden würde.
Allein seine Reaktion auf Judukas Worte reichten ihr schon. Sie hatte von ihm bereits genug erlebt, außerdem wurde ihr ebenfalls die Kehle eng bei dem Anblick der Dienerin. Da stimmte was nicht, das dauerte schon viel zu lange.
Womöglich wäre es besser, wenn sie die andere im Arm hielt, sie beide kannten sich schon etwas länger und die Waldelfe hatte schließlich erst vor kurzem gezeigt, wie sehr sie an der jungen Frau bereits hing. Eventuell gäbe es da ein Band, mit dem sie leichter zurück geholt werden könnte. Also wollte sie das in die Tat umsetzen und übernahm Talimée behutsam von dem Pelgarer.
Zwar konnte sie seiner Mimik ansehen, dass es ihm nicht sonderlich passte, doch darum scherte sie sich nicht. Er hatte es nicht geschafft, ihr zu helfen, also wollte Janay es auf ihre Art versuchen.
Seine Bemerkung über das starke Zittern hätte sie bei weitem nicht gebraucht, denn das konnte sie sofort selbst fühlen. Umso behutsamer war ihr Griff, mit dem sie die Dienerin an sich drückte und versuchte, mit ihrem eigenen Körper Wärme zu spenden. Trotzdem sagte sie nichts, so viele Bemerkungen ihr auch auf der Zunge lagen, vor allem jene, dass er auf ihr Pferd achten sollte. Sie konnte jetzt eindeutig keinen durchgehenden Gaul gebrauchen!
Aber von solchen Tieren verstand der Paladin ausnahmsweise tatsächlich was, sodass der Hengst auch ruhig stehen blieb, nicht einmal leicht tänzelte. So konnte sie sich allein auf die Waldelfe konzentrieren und bemühte sich darum, diese zurück zu holen. Wie, davon hatte sie selbst keine Ahnung, sondern ließ einfach ihren Instinkt handeln.
Bei seiner Frage auf ihre Worte sah sie auf und hob erstaunt eine Augenbraue an. Vielleicht... vielleicht hatte sie sich ein kleines Bisschen geirrt in ihrer Einschätzung von ihm. Talimée schien ihm wirklich am Herzen zu liegen. Nun ja, kein Wunder, diese war auch gutmütig und freundlich, man musste sie einfach mögen, wenn man nicht total verdreht war wie die meisten der dunklen Rasse.
Lautlos seufzte sie und zuckte hilflos mit den Schultern. "Ich weiß es auch nicht. Ich kann es nur probieren.", erwiderte sie ehrlich. Das war ihre Art, ihm zu zeigen, dass sie seine Sorge ernst nahm und zu würdigen wusste.
Danach widmete sie sich jedoch wirklich nur noch der Waldelfe. Dabei wollte sie sich auch nicht von Xenia oder einer möglichen Gefahr ablenken lassen. Sie musste und wollte ruhig bleiben, damit Talimée keine Hektik spürte und sich womöglich nur schwerer zurück holen ließ.
Es schien Ewigkeiten zu dauern, bis plötzlich eine heftige Reaktion auf ihr Handeln folgte. Die Dienerin riss ihre Augen förmlich auf und an deren Farbe konnte die junge Frau erkennen, dass sie auch in die Realität zurück gekommen war, nicht mehr fremde Bilder sah.
Ein erleichtertes Lächeln zuckte in ihren Mundwinkeln.
Dennoch wirkte ihr Blick selbst noch gehetzt und so, als würden die Schatten der Vision sie nicht völlig los lassen wollen.
Sanft drückte sie die andere noch eine Spur weit enger an sich. "Sch, ganz ruhig, Talimée, ganz ruhig. Hier passiert dir nichts, du bist nicht in Gefahr.", murmelte sie beruhigend und ohne groß darüber nach zu denken.
Sie machte einfach, was sie öfters nach einem Alptraum erlebt hatte, wenn sie zu ihrer Schwester ins Bett gekrochen war. Da hatte ihr eine ruhige Stimme ebenfalls geholfen, vielmehr sogar als die Worte an sich, es war hauptsächlich um den Tonfall gegangen, für den das aufgewühlte Innere anscheinend empfänglicher war.
Umso störender empfand sie selbst Sintus' Timbre, der klar und knapp seit neuestem wieder Befehle erteilte. Sie ahnte ja nicht, wie nahe die Gefahr tatsächlich schon an sie heran gekommen war, sonst hätte sie gewiss anders reagiert.
Ihr Kopf ruckte hoch und sie sah ihn böse an. Natürlich wollte sie ihm Widerworte entgegen schleudern, allerdings hielt sein Blick sie davon ab.
Irgendwas... stimmte nicht und jagte ihr einen Schauer über den Rücken. Instinktiv hielt sie sich an Talimée an, als wäre sie diejenige, die Janay schützen würde und nicht gerade umgekehrt.
"Was ist los?", fragte sie ein weiteres Mal, nur diesmal weit weniger überzeugt und beinahe so, als wolle sie die Antwort gar nicht wissen. Dass sie hingegen von ihm gerade die Verantwortung für sich, die Dienerin und Annabelle übertragen bekommen hatte, war ihr dabei nicht bewusst.
Letztere lenkte sie auch ab mit ihrer Frage. "Ich weiß es auch noch nicht. Sie hatte eine Vision und die war heftiger als sonst.", erklärte sie, ohne den Blick von Sintus abzuwenden.
Erst, als sich Annabelle direkt an die Waldelfe wandte, richtete auch die junge Frau ihre Aufmerksamkeit wieder auf diese und strich ihr eine kleine Haarsträhne aus der verschwitzten Stirn. "Ich glaube nicht. Sie zittert noch immer und ist sehr kühl.", seufzte sie, da sie annahm, dass Talimée noch nicht so weit war, um wieder reden zu können.
Sie wollte schon zu einem weiteren Vorschlag ansetzen, der in ihren Augen dem Zustand der Dienerin angemessen war, als Xenia sich an sie wandte. Ruckartig sah Janay diese an, spürte, dass sie dabei blass und ihr die Kehle eng wurde. "Wa... was... was soll das heißen?", hauchte sie und fühlte Angst in sich aufsteigen.
Zuerst das seltsame Verhalten der Waldelfe, die viel heftigere Reaktion, dann Sintus' und jetzt auch noch Xenias Verhalten... Hier stimmte was gewaltig nicht und die junge Frau bekam den hoffnungslosen Wunsch, weit weg von hier zu sein!
Doch bevor sie in Panik ausbrechen konnte, war da Annabelles Stimme, die ihre Gedanken zum Arbeiten brachte, weg von der Furcht. Schwer schluckte sie und sah zu der alten Frau. "Ich... ich weiß nicht... Ist es denn klug, wenn wir uns einen Unterschlupf suchen? Talimées Haut ist zu kühl und ein Feuer wäre für sie sicher gut... Aber ob wir das jetzt machen können?"
Sie war mit dieser Situation ebenfalls überfordert. Noch nie war sie in einer derartigen Lage, sie war keine Kämpferin, auch keine Anführerin und sie suchte instinktiv nach jemandem mit mehr Erfahrung bei so was. Bittend war ihr Blick, mit dem sie Annabelle ansah, und hoffend, dass diese eine sinnvolle Idee hatte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Freitag 28. Oktober 2011, 22:01

Kazel hatte verdammtes Glück dass der Ast an welchem er seine akrobatischen Fähigkeiten einsetzte ein gesunder war, ohne Kanten und Ecken. So dass er sich umdrehen konnte ohne sich aufzuschlitzen – das war wirklich grosses Glück wenn man bedachte WAS er sich da alles hätte Aufreissen können. Doch würde seine Kraft ausreichen um eine Frau in vollem Lauf aufzufangen? Schliesslich würde so auch ihr gesamtes Gewicht aus seinen Beinen lasten die ja ohnehin schon einen schweren Halt fanden am Ast.

Erst jetzt konnte Kazel wirklich erkennen wie schnell sich die Frau eigentlich bewegte, gelbe, geschlitzte Augen funkelten ihm entgegen als er nach ihr rief. Sie sah sich über die Schulter zurück, gab ein gestresstes Fauchen von sich und setzte zum Sprung an. Die beiden Warge stoben ihr hinterher, die einen schleuderten sogar im feuchten dickicht des Waldes doch um so einen Warg zu Fall zu bringen brauchte es weit mehr als feuchtes Moos. Kazel kannte die Tiere offenbar aus seiner Jugendzeit, ob Janay sie auch kannte? Diese Viecher waren äusserst aggressiv, zäh und meist einer harten Abrichtung unterworfen. Diese Exemplare hier schienen besonders aggressiv. Sie bellten grollten, geiferten vor Blutdurst und rasten auf den Baum zu.
Die Fremde sprang hoch, höher als Kazel vermutlich gerechnet hatte denn sie verkrallte sich direkt an Kazels Schenkel und verkrallen konnte durchaus wörtlich genommen werden denn tatsächlich drangen Krallen durch den Stoff seiner Robe und piekten ihm unangenehm in die Haut. Wieder fauchte sie, ihre Hinterläufen – ja Läufen – strampelten gegen seine Nase und sein Gesicht und auch diese kratzten. Doch sie krabbelte an ihm hoch auf den Ast. Die Wargs jedoch hatten die Stelle bald erreicht und auch sie begannen hochzuspringen. „WAHRHRRHRHRHR!! WARRRKRKKRK!!“ Bellten sie Kazel bedrohlich entgegen, doch dieser wurde gerade am Rücken gepackt und von der Fremden auf den Ast gehoben der sich bedrohlich zu den Wargs hin beugte.
„Zurück! Zurück!“ Eine schneidende, weiblich tiefe Stimme erklang. Hastig zog sie sich auf dem Ast zurück, krabbelte am Baumstamm hoch bis in die Krone, dabei hinterliess sie deutliche Kratzspuren am Stamm. Sie war mehr Löwin als Frau, soviel hatte Kazel erkennen können. Vielleicht noch ein geflohenes Experiment des Wegbereiters? Sie trug ein einfaches zerschlissenes Kleid, doch man konnte nun bei ihren Füssen erkennen dass die Zehen anderes geformt waren als bei Menschen und mit einem leichten Fell überzogen waren, dazwischen kamen Krallen hervor mit welchen sie mühelos kletterte.

Die Wargs blieben bellend und springend am Fuss des Baumes stehen und bellten hoch. Sie wedelten nervös mit den Schwänzen, kein Zeichen grosser Verzückung sondern eher ihres Zornes. Ewig würden sie aber nicht auf diesem Baum bleiben können denn die Trompetenlaute kamen immer näher und wo Trompeten waren, da waren bestimmt keine weiteren Wargs, sondern Dunkelelfen.

Wenige Hundert Meter vom besagten Baum entfernt war die Sorge um Talimée gross, doch auch den verbleibenden Kriegern der Gruppe war nicht entgangen das ein Unheil sich auf sie zubewegte. Sintus musste wohl oder Übel Talimée an Janay anvertrauen, seine Schwerthand wurde an der Front gebraucht und er war sich bewusst dass er auch nur so der Waldelfe wirklich würde helfen können. Bei ihr zu kleben sie zu Halten bis der Feind sie umzingelt hatte war keine Alternative für den Paladin. So wies er Janay an für die Sicherheit der Frauen zu sorgen während Juduka mit ihm vorstossen sollte, auch Xenia gesellte sich zu den beiden und gemeinsam pirschten sie dem Gebell entgegen. „Das hört sich verdammt nochmal nicht gut an“ Hauchte Xenia Sintus zu. Juduka die eher unfreiwillig an die Front getrieben wurde hielt sich als Schlusslicht der beiden Krieger. Sie genoss noch weniger das Vertrauen von Sintus und so würde er die Nachtelfe niemals alleine bei den Frauen zurücklassen. Ausserdem war Juduka lichtmagisch begabt, die Paladine kannten sich natürlich mit dieser von Lysanthor geweihten Magieform aus und wussten dass diese Magie durchaus auch als Waffe eingesetzt werden konnte.

Zurück blieben also Annabelle, Talimée, Janay und zwei der Pferde. Janay sah indessen hilfesuchend zu Annabelle hin. "Ich... ich weiß nicht... Ist es denn klug, wenn wir uns einen Unterschlupf suchen? Talimées Haut ist zu kühl und ein Feuer wäre für sie sicher gut... Aber ob wir das jetzt machen können?" Annabelle zuckte mit den Schultern. Auch sie war mit der Situation überfordert, wer konnte es ihr verübeln, sie war Kräuterfrau und Flüchtling aus Pelgar, nicht mehr. Sie schaute zu Talimée hin. „Magst du uns denn deine Vision erzählen liebes?“ Auch sie verspürte den Drang die noch immer benommene Elfe zu tätscheln. Doch sie zügelte sich. „Vielleicht sollten wir Waffen suchen, Knüppel… irgendwas womit wir uns wehren können! Aber… vielleicht auch nicht, denn wir sollten auch zusammen bleiben… wir… vielleicht sollten wir auch einfach nichts tun und hier warten und verflucht nochmal zu Lysanthor beten dass es nur Wölfe sind… Wölfe… die gerne musizieren…“ Fügte sie nervös hinzu als auch sie das Trompeten vernahm.

Die „Löwin“ Oben in der Baumkrone richtete ihr Haupt erst in die Ferne. „Es sind sechs von ihnen, 5 Dunkelelfen und 1 Ork. Die Dunkelelfen kommen auf Huftieren, aber der Ork ist schon sehr weit zurückgefallen, ihre Nasen sind schlecht, er sollte bald die Fährte verlieren…“

Sie schnupperte, jene der nahenden Krieger hingegen war ziemlich deutlich auszumachen denn Xenia Sintus und Juduka mussten sich mit dem Wind bewegen. „Bist du ein Freund oder Feind der Dunkelelfen Fremder?“ Sie hatte seine auffallende Hautfarbe bemerkt und war skeptisch geworden. Sie rechte ihre Nase der Witterung der Menschen entgegen. „Und sind sie es? Denn sie rennen direkt auf die Warge zu! Wir können den Dunkelelfen entkommen, wenn wir die Warge schnell töten! “
Auch diese nahmen Witterung auf. Sie wandten sich vom Baum ab. Knurrten, duckten sich und legten sich auf die Lauer. Die Fremde kam wieder auf Kazels Ast runter. Sie fixierte einer der Wargs. Sie hob ihre Pranken, spitze Krallen blitzten auf… sie wollte doch nicht etwa auf die Warge springen?! Genau dies schien jedoch ihr Plan zu sein…
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 29. Oktober 2011, 15:35

Kazel schüttelte den Kopf und blinzelte. Trotz seiner Adleraugen hatte er die Frau bisher nicht als das ausgemacht, was sie war. Sie schaute wie eine zweibeinige Raubkatze aus. Katzenohren, spitze aufblitzende Zähne, pelzig und mit Krallen ausgestattet. Letzteres musste Kazel schmerzhaft entdecken, als sie sich nur teilweise mit seiner Hilfe einen Weg auf den Baum ermöglichte. Sie nutzte den Mischling als herab hängenden Ast und erklomm die oberen Äste. "Ahrrr", keuchte Kazel auf, als Krallen sich nicht nur in das Fleisch seiner Beine stießen, sondern ihn auch noch im Gesicht kratzten. Es brannte. Sie hatte ganz offensichtlich ihre Spuren auf ihm hinterlassen, aber er durfte sich davon jetzt nicht ablenken lassen. Die Warge kamen zielstrebig näher und er musst selbst jetzt wieder an Höhe gewinnen. Schon wurde er von der Fremden hochgezogen.
Mechanisch folgte er ihrer Forderung, noch weiter zurück zu weichen und kletterte der Krone des Baumes entgegen. Unten bei den Wurzeln standen die Warge, sprangen am Stamm hinauf, gelangten aber nicht nach oben. Ihr Bellen war beinahe lauter als die Trompetenstöße, die den Wald in Aufruhr versetzten. Kazel kam auf einem breiten Ast zum Sitzen, atmete sich den Schreck von der Seele. Anschließend starrte er die Fremde an. Geschlitzte Augen, Pelz, Krallen, eine Katze. Dieser Wegbereiter ist wahnsinnig! Er keuchte. Wie konnte jemand das Leben eines anderen nur so verändern. Unbewusst ballten sich seine Hände zu Fäusten, so dass die kleinen Adlerkrallen zum Vorschein kamen. Sie schabten über die Rinde des Stammes. Als Kazel das Geräusch bewusst wurde, streckte er die Finger durch. Die Krallen schwanden. Hier saßen zwei unfreiwillig zu Monstern Gemachte auf einem Baum, gejagt von gebürtigen Monstern.
Kazel konnte nicht aufhören, die Raubkatzenfrau anzustarren. Raxtian Tausendtod hatte scheinbar alles an ihr verändert. Er wollte gar nicht wissen, wie sie zu dem Pelz gelangt war. Ob sie ein älteres oder neueres Experiment als Kazel darstellte? Bei ihr schien er darauf geachtet zu haben, ein Tier nach Möglichkeit präzise zu kopieren. Sie glich fast vollends einer Löwin. Das Bild wäre perfekt, hätte sie ihre Flucht auf vier Pfoten unternommen. Ansonsten machte Kazel kaum einen Unterschied aus. Bei mir hat er lieber die Fähigkeiten mehrerer, unterschiedlicher Tiere vereint. Seine Zunge strich über die Eckzähne, welche Gift absondern konnten und er bewegte die Zehen, an denen man ihn ebenfalls zur Katze gemacht hatte.
Plötzlich blinzelte er, als die leicht fauchende Stimme der Frau an seine spitzen Ohren drang. Berittene Dunkelelfen. Sie wären schneller als die Gruppe, er musste seine Leute warnen - oder die heran nahenden Jäger von ihnen ablenken.
"Bist du ein Freund oder Feind der Dunkelelfen, Fremder?" "Ich würde niemals freiwillig mit ihnen zusammenarbeiten", entgegnete Kazel. Gezwungenermaßen war er ja schon einmal auf die Seite des Feindes übergegangen. Raxtian hatte dafür gesorgt, doch sein Experiment hatte sich von ihm gelöst. Genauso wie dieses hier? Kazel hielt die Fremde noch immer für ein Opfer des Wegbereiters. Umso überzeugter war er über die Richtigkeit ihr zu helfen. "Dort hinten befinden sich meine Gefährten. Wir fliehen vor den Dunkelelfen, ebenso wie ... was meinst du damit, sie rennen auf die Warge zur?! Wir müssen sie aufhalten!"
Töten lautete die Antwort, die die Katzenfrau darauf parat hatte. Ihre Krallen blitzten bedrohlich auf. Glaubte sie etwa, mit Kazels Hilfe gegen diese Bestien nun anzukommen? Kazel schaute wiederholt auf seine Hände, ließ die Adlerkrallen vorspringen. "Könnten wir es schaffen? Ich bin kein ... ich bin mit denen hier absolut unerfahren." Notfalls würde aber auch er springen. Xenia, Echzechiel, Sintus, Annabelle ... sie alle hatten ihm das Leben gerettet. Talimée war unschuldig, sie hatte es nicht verdient hier zu sterben und Janay wollte er aus Prinzip beschützen. Kazel war noch immer verliebt, ob sie ihn weiterhin mochte oder nicht.


Unterdessen erging es Talimée bei ihrer Gruppe nicht besser. Sie erholte sich zwar langsam von ihrer Vision, die schon lange nicht mehr so heftig über sie gekommen war wie eben, aber noch immer spürte sie diese Hektik. Nur langsam beruhigte sich ihr Atem und sie hörte auf zu schwitzen. Janay konnte man diese Besserung ihres Zustandes zusprechen. Die Geborgenheit in ihren Armen und die sanft klingende Stimme trugen dazu bei, dass sich die Elfe den Nachwirkungen ihrer Vision leichter entziehen konnte.
Dass Janay allerdings Lerium sprach, schürte in ihr die Angst. "S-sie ... dieselbe Sprache", hauchte sie. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Umso kräftiger war ihr Griff, als sich die filigranen Finger um Janays Handgelenk legten. Sie klammerte sich geradezu an ihr fest, drehte sich auch in ihre Richtung und Annabelle somit den Rücken zu. Das Gesicht vergrub sie dicht an Janays Brust, als wäre sie ein Kleinkind, das unsichtbare Nachtmonster unter dem Bett geweckt hätten. "Gefahr ... ja ... doch ..." So ganz beruhigen wollte sie sich offenbar noch nicht. "Wir sind in Gefahr." Dies war der einzige vollständige Satz seit ihrer Vision und umso ernster machte dies die Worte. Sie wurde still, als sich die anderen mit Xenia unterhielten - genauer gesagt, als die Söldnerkönigin Anweisungen gab. Aber Talimée klammerte sich noch fester an Janay. In ihren Armen fühlte sie sich irgendwie sicher, aber Sintus hätte möglicherweise einen ähnlichen Einfluss auf sie ausüben können. Nur konnte er ihr im Augenblick nicht auf diese Weise dienen. Da kam etwas und er musste sie alle beschützen, zusammen mit jenen, die kämpfen konnten.
"K-kein Feuer", erhob die Elfe schließlich wieder ihre Stimme. Das durfte sie nicht zulassen, es war hier viel zu gefährlich. Die Bilder, die sie gesehen hatte, zeugten von großer Gefahr. "Wir müssen ... weg. Die Riesenhunde und überall der Geruch von ... Herrin, sie riechen wie du. Sie haben jemanden gehetzt. Sie kommen, ich habe Teile des Waldes wiedererkannt. Sie kommen hierher und sie werden uns finden. Bitte, Herrin, ich möchte nicht wieder ihre Sklavin werden ... oder sterben."
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Sonntag 30. Oktober 2011, 22:48

Die junge Frau hatte nicht den Hauch einer Ahnung davon, was in nicht allzuweiter Ferne geschah. Und selbst wenn, hätte sie vermutlich ebenso viel Angst gezeigt, denn im Gegensatz zu Kazel kannte sie solche Wesen, die man Wargs nannte, nicht. Sie hatte mit Soldaten außer Véllin keinerlei Berührungspunkte gehabt, sodass sie deren Kampftiere nie gesehen oder gar erlebt hatte. Außerdem hatte sie niemals ein Haustier besessen, sodass sie im Umgang damit völlig unbedarft und unerfahren wäre, sollten solche Kreaturen überhaupt etwas anderes tun, als auch sie als Dunkelelfe angreifen zu wollen. Doch damit könnte sie sich im Moment nicht mal beschäftigen, da sie sich um Talimée kümmern musste und es auch wollte.
Sie machte sich Sorgen um die andere und das sogar mit dem Herzen, nicht nur, weil sie ihr nützlich sein könnte, wie bei manch anderen Bekanntschaften, die sie in ihrem bisherigen Leben getan hatte.
Trotzdem war sie mit dieser Situation überfordert und konnte das nicht einmal verbergen. Sintus' Verhalten und die Heftigkeit der Vision waren derzeit einfach zu viel für sie. Da war ihr Annabelle auch keine große Hilfe, denn der schien es ähnlich zu ergehen, zumindest klangen ihre Worte ganz danach.
"Knüppel? Ich... ich habe ja diesen Dolch, aber... ich glaub nicht, dass das viel gegen... gegen Wölfe bringen würde...", murmelte sie und spürte, wie sich ihre Kehle allmählich zu zuschnüren begann.
Verdammt, das durfte doch nicht wahr sein! Sie hatte schon so viel geschafft, auch brenzlige Situationen überstanden... warum machte ihr dann der Wald schon zum zweiten Mal derartige Angst? Menschen und vor allem Dunkelelfen konnten ebenfalls höchst gefährlich werden. Und trotzdem fürchtete sie die Kreaturen der Natur um vieles mehr, vielleicht, weil sie instinktiv wusste, dass sie gegen diese viel machtloser wäre, als wenn sie gegenüber anderen Wesen ihren Körper und ihre Sprache einsetzen konnte.
Janay musste stark an sich halten, um nicht zu zittern anzufangen. Da war schließlich immer noch die Waldelfe, die jetzt ihre Stärke als Trost brauchte. Auch wenn sie blass wurde und hart schluckte, als auch sie allmählich die Trompetenklänge wahrnehmen konnte. Die verhießen nichts Gutes, eindeutig nicht!
Plötzlich... oder besser gesagt, endlich gab die Dienerin wieder etwas von sich.
Die junge Frau blinzelte und brauchte ein paar Sekunden, um diese unvorbereitete Bemerkung überhaupt begreifen zu können. "Wie? Dieselbe Sprache? Was meinst du?", hakte sie nach und musste tief durchatmen, um ihre eigene Stimme wieder unter Kontrolle zu bringen.
Talimée wurde indes um einiges nervöser, sodass Janay ihr beruhigend übers Haar strich. "Sch, sch, dir passiert hier nichts.", murmelte sie und hoffte, dass sie jetzt erneut einen positiven Einfluss auf die andere hätte.
Diesmal allerdings schien sie das Gegenteil damit zu bewirken, denn die Dienerin steigerte sich zurück in ihre Angst, redete schnell und so, dass sie dem Zusammenhang nicht folgen konnte. Dazu konnte sie sich nun auch nicht die Zeit nehmen.
"Sch, ganz ruhig, Talimée, ganz ruhig. Dir wird nichts geschehen, du weißt, das lass ich nicht zu. Schau, wir werden uns jetzt ein Versteck suchen und dort ein kleines Feuerchen machen. Du bist ganz kalt und du brauchst Wärme. Dort warten wir, bis die anderen zu uns stoßen, ja? Und dort ruhst du dich auch aus und erzählst uns nachher in Ruhe, was du gesehen hast.", sprach sie sanft und versuchte, ihre Schwester zu imitieren, wie sie damals immer geklungen hatte. Etwas bessers allerdings fiel ihr im Moment auch nicht ein.
Blieb ihr nur zu hoffen, dass die Waldelfe ihren hastigen Herzschlag nicht zu deutlich spürte und sie das Zittern noch immer halbwegs erfolgreich unterdrücken konnte. Die Drei aus ihrer Gruppe, die kämpfen konnten, hatten sich von ihnen entfernt, sie wären auf sich allein gestellt.
Und auch Kazel war noch verschwunden. Ob ihm etwas zugestoßen war? Rasch, regelrecht hektisch verscheuchte sie diesen Gedanken, der zu viel andere Gefühle mit sich zu bringen drohte, als dass sie sich derzeit damit beschäftigen könnte. Wichtig war erst einmal Talimée und die Sicherheit von ihnen dreien.
Hilfesuchend und gleichzeitig absichernd sah sie zu Annabelle, was sie von dem Ganzen hielt und ob sie die selbe Meinung vertrat wie die Dunkelelfe.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Samstag 5. November 2011, 14:13

Annabelle musterte Talimée nervös. Was sagte sie da? Riesenhunde? Hatz? Wesen die so rochen wie Janay. Sie wurde blass. Die bisherigen Begegnungen mit den Dunkelelfen reichten ihr eigentlich für ein Leben. „Dunkelelfen…. Wie viele?“ So genau war Talimées Vision nicht gewesen als dass sie dies beantworten können würde. Annabelle setzte sich in Bewegung, packte Juduka am Arm da sie die letzte war die vorpreschen musste. Diese wandte sich um. „Es sind Dunkelelfen… und Riesenhunde…“ Die Heilerin nickte. „Warge.“ Meinte sie finster. Nun musste sie sich entscheiden. Würde sie sich auf die Seite der Gruppe schlagen…. Oder versuchen zu den Dunkelelfen durchzubrechen. Aber würde man ihr überhaupt glauben? Und wollte sie wirklich zurück zum Wegbereiter, der sie einfach liegen gelassen hatte? Sie schnaubte und stürmte voran. „Xenia… es sind Warge!“ Rief sie ihr entgegen. Diese nickte nur und verschwand hinter dem Dickicht, zusammen mit Sintus und Juduka.

Annabelle schaute unruhig zu Talmée hin die gerade etwas von „kein Feuer“ brabbelte. Nervös blickte sie zu Janay… und dann zu den Pferden. „Wir müssen die Pferde schützen, wenn wir schnell von hier verschwinden müssen sind sie unsere einzige Chance! Und selbst mit Pferden würde es schwierig werden, Wölfen zu entkommen. Um jene Pferde zu verteidigen schlug sie vor sich Waffen zu besorgen. Annabelle dachte da an Knüppel doch Janay hatte was besseres. "Knüppel? Ich... ich habe ja diesen Dolch, aber... ich glaub nicht, dass das viel gegen... gegen Wölfe bringen würde...", „Du hast einen Dolch?! Das ist sehr gut!“ Na ja ganz so euphorisch konnte man dies wohl nicht sehen und so korrigierte sich Annabelle auch gleich als sie Janays zweifelnden Blick vernahm. Sie seufzte hörbar. Es ist besser als nichts… oder als einen Ast oder meine drei Kräuter die ich in meinem Beutelchen habe!“ Sie verstummte als Talimée sich wieder regte. Ausserdem ging sie zu den Pferden und nahm sie bei den Zügeln, nicht dass noch eines Durchbrannte, denn zumindest jener Gaul bei dem sich Janay weigerte ihm einen Namen zu geben und der am liebsten Haare frass stellte sich allmählich leichte Unruhe ein. Er schlackerte mit den Ohren, trabte unruhig auf der Stelle. „Ruuuuhig… hooooohhh!“ Versuchte Annabelle sich in Tierpsychologie. "Wie? Dieselbe Sprache? Was meinst du?" Sie schaute immer wieder zu der Waldelfe hin. "Sch, ganz ruhig, Talimée, ganz ruhig. Dir wird nichts geschehen, du weißt, das lass ich nicht zu. Schau, wir werden uns jetzt ein Versteck suchen und dort ein kleines Feuerchen machen. Du bist ganz kalt und du brauchst Wärme. Dort warten wir, bis die anderen zu uns stoßen, ja? Und dort ruhst du dich auch aus und erzählst uns nachher in Ruhe, was du gesehen hast." „Aber Xenia hat doch gesagt wir sollten hier warten und fliehen wenn wir sie Pfeifen hören!“ Meinte Annabelle unschlüssig. „WAS wenn wir uns ein Versteck suchen und sie uns dann nicht mehr finden, ich meine Sintus, Xenia, Juduka und Kazel! Dann sind wir ganz alleine!“ Der Hexe gefiel die Idee mit dem Verstecken nicht. „Wir sollten doch voranreiten… ein bisschen Abstand gewinnen.“ Wir könnten auch zwei der Pferde hier lassen damit sie ein Fluchtmittel zur Verfügung hätten und wir uns mit einem weiter entfernen…“ Annabelle nahm die Zügel des Pferdes und versuchte diese an einen Baum zu befestigen, dies gefiel dem ollen Gaul ganz und gar nicht und es stieg wiehernd hoch. Annabelle duckte sich panisch weg. „Nicht! Beruhige dich!“ Doch der Gaul hörte nicht, stampfte panisch auf und trabte unruhig im Kreis „ACH SCHEISSE!“ Brüllte die Hexe frustriert und versuchte es an den Zügeln zu packen. Der Gaul drehte sich zu Janay und Talimée hin. Die AUgen weit aufgerissen vor Panik und es stieg erneut empor... die Hufen drohten Janay und Talimée zu treffen...

"PASS AUF! NICHT!" Hörte man Annabelle noch krächzen wärend sie verzweifelt an den Zügeln des Tieres zerrte...


Zur gleichen Zeit mehrere hundert Meter weiter vorne…

Die Löwenfrau legte ihre Ohren zurück und fauchte Kazel nervös entgegen als dieser sie unentwegt anstarrte. Sein gebaren verunsicherte sie und sie wog offenbar gerade ab ob sie ihm Vertrauen sollte oder doch besser einen Angriff wagen würde. Wenn sie ihn vom Baum stossen würde wären die Warge für ein paar Minuten beschäftigt…Sie roch sein Mischlingsblut doch sie roch auch Düfte anderer Tiere die an ihm klebten und nicht zu ihm gehörten. Jener eines Vogels. Darum hatte sie ja auch zuerst die Fährte eines Vogels aufgenommen und nicht unbedingt das erwartet was sie nun vor sich sah. Während dem Lauf hatte sie sich voll und ganz auf jene Duftmarke der Waldelfe konzentriert und jene, mächtige der Nachtelfe. Von diesen beiden hatte sie sich vor allem Hilfe erhofft, denn die beiden Völker standen ihrem eigenen neutral, wenn nicht sogar freundschaftlich gegenüber.
Doch von diesem Mischlingsblut wollte sie erst noch persönlich hören ob er ein Freund oder Feind war. Sie war leider in der unkomfortablen Situation , dass ihr sein Wort genügen musste. Für mehr blieb keine Zeit.

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Kazel konnte sie nun endlich in ihrer ganzen Gestalt erfassen. Tatsächlich dominierten bei ihr die Löwenmerkmale obwohl sie die Körperform einer menschlichen Frau besass. Auch ihre rote Mähne fiel ihr über das Gesicht wie bei einer Menschenfrau. Besonders menschlich wirkte ihr Gesicht weil sie typisch weiblich geformte Wangenknochen besass und einen humanoiden Mund. Ihre Augen waren Grün, was er erst jetzt – wo er sie genauer betrachten konnte sah, vorhin hatten sie in den dunklen Schatten der Bäume gelblich fluorisiert. Ihr Fell war hellbraun, um den Mund noch etwas heller ebenso wie an ihrem Oberkörper doch dies konnte Kazel nur erahnen, da die Frau eine einfache zerschlissene Tunika trug. Ihre Hände ähnelten stark der Löwenpranke, dennoch besass sie Fingerglieder die aber vorne zusammenliefen und völlig mit Fell überzogen waren, dazwischen befanden sich ihre Krallen. Ausserdem hatte sie einen Löwinnenschwanz – warum auch immer Raxtian darauf bestanden hatten ihr so einen zu verpassen. Tatsächlich wirkte sie wesentlich vollendeter als Kazel. Vielleicht stellte sie eine neue Gattung seiner Kriegerinnen dar.

"Ich würde niemals freiwillig mit ihnen zusammenarbeiten" „Das muss reichen!“ Nickte sie ihm entgegen und richtete ihre volle Aufmerksamkeit wieder den Wargs zu. „Sie riechen nach Blut…“ Sie legte ihren Kopf schief. Musterte ihren Gegner. Sie folgte dabei ihrem natürlichen Jagdinstinkt. Löwinnen griffen die Kehlen ihrer Opfer an um sie schnell zu erdrosseln. Aber jene der Wargs waren kräftig und pelzig, ausserdem würde es schwierig werden sie dort zu erwischen. Erst jetzt als die Löwin ihn auf das Blut aufmerksam gemacht hatte entdeckte er mit seinen scharfen Augen dass die Wargs tatsächlich an den Hinterläufen bluteten. Eine bekannte und häufig angewendete Technik der Warghalter. Sie trieben Spiesse in deren Pfoten um sie noch aggressiver und unruhiger zu machen. Nur wenn sie erfolgreich waren wurden ihnen die Spiesse nach der Jagd wieder entfernt… wenn nicht… dann trieb man sie ihnen tiefer hinein und liess sie drinn bis zur nächsten. Ausserdem konnte er nun erkennen dass sie beiden Warge dicke Halsketten trugen. Würgeketten mit welchen sie wohl geführt worden waren ehe man sie auf die Beute losgehetzt hatte. Die Abrichtung von Wargen war unter den Dunkelelfen eine blutige und brutale Kunst. Sie arbeiteten nicht nach dem Belohnungssystem sondern machten sich die wilden und aggressiven Tiere durch Schmerz und Hunger gefügig. Ein Warg konnte nur als Welpe so auf einen Dunkelfen geprägt werden dass er ihnen auch gehorchen würde. Dafür wurde der Welpe der Mutter entrissen und so lange durch die Dunkelelfen auf den Rücken gelegt und unterworfen bis dieser seine Position im Rudel anerkannte. Reiften die Tiere dann heran und wurden sie selbstsicherer kam es durchaus vor dass ein aufstrebender Warg seinen Besitzer versuchte von dessen Alphaposition zu verdrängen. Auch hier wurde mit äusserster Brutalität durchgegriffen um die Stellung zu behaupten. Dies zumindest war die gängigste Erziehungsmethode von Wargs, natürlich gab es vermutlich auch andere Taktiken.

"Dort hinten befinden sich meine Gefährten. Wir fliehen vor den Dunkelelfen, ebenso wie ... was meinst du damit, sie rennen auf die Warge zur?! Wir müssen sie aufhalten!" „Dann bleibt uns keine andere Wahl!“ Tatsächlich machte sie sich zum Sprung bereit. „Ich nehme den linken.“ Doch noch sprang sie nicht. Sie wartete den richtigen Moment ab. "Dort hinten befinden sich meine Gefährten. Wir fliehen vor den Dunkelelfen, ebenso wie ... was meinst du damit, sie rennen auf die Warge zur?! Wir müssen sie aufhalten!" „Sie werden deine Angst riechen und dich wird sie lähmen!“ Fauchte sie ihm mahnend entgegen. Sie war ein Raubtier, eine Löwin, sie musste sich auf die Fähigkeiten ihres Rudels verlassen können bei einem Angriff. Kazel war im Moment ihr Rudel. „Die Halsketten…“ Sie wandte sich nochmals zurück. Hatte den Körper des Wargs wohl genug analysiert, sie packte einen dicken und stabil wirkenden Ast und riss denn ab, entblätterte ihn rudimentär. Dann brach sie ihn entzwei. Es ging schlecht denn das Holz war feucht. Diesen Umstand schien die Katze zufrieden zu stimmen. Sie reichte den zweiten an Kazel weiter. Er war etwa so lange wie ein etwas zu gross geratener Schlagstock und gut eineinhalb Finger dick. Damit würden sie einen Warg aber nicht wirklich ernsthaft verprügeln können… dies musste ihr doch bewusst sein.
In jenem Moment als Sintus und Xenia nach vorne preschten und die Warge sich ihnen knurrend zudrehten sprang die Löwin auf den Rücken des ersten Warges und versuchte den Ast unter dessen Halskette zu treiben. Der Warg knurrte auf und auch der andere richtete seine Aufmerksamkeit nun auf die attackierende Löwin… während von vorne Xenia, Sintus und Juduka in die Szenerie eintraten. „Los! ANGRIFF!“ Brüllte Sintus und begann damit den attackierten Wolf anzugreifen, er warf Xenia seinen Schild zu, diese fing ihn auf und wehrte gerade noch so einen Bissangriff des zweiten Warges ab. Juduka… hielt sich unschlüssig zurück.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 6. November 2011, 23:31

Und mir wollte er weismachen, das perfekte Experiment zu sein. Kazel blinzelte. Warum erinnerte er sich ausgerechnet jetzt daran, nur weil er diese Raubkatze anschaute? Und weshalb klang es, als sei er eifersüchtig. Im Grunde konnte er froh sein, nicht dermaßen intensiv verändert worden zu sein. Andererseits - bei dieser Löwin schien alles am richtigen Platz und jedes Detail begründet zu sein. Wofür sie den pelzigen Schweif brauchte, war dem Mischling zwar nicht ganz klar, aber zum Gesamtbild passte er ungemein. Kazel hingegen wirkte da mehr wie ein Zusammenspiel zuvor aussortierter Bauteile. Ein Spielzeug aus geschusterten Flicken. Ob sie ebenfalls ihre Seele verloren hat? Diese Frage konnte er sich mit einem eindeutigen Nein beantworten. Dazu wirkte die Fremde viel zu lebendig. Sie strotzte vor Vitalität und eigenständiger Entschlossenheit. Denn sie besaß den Willen, ihren Verfolgern zu entkommen und dazu wollte sie die Warge außer Gefecht setzen. Kazel sollte ihr dabei helfen, hatte er sich doch nicht als ihr Feind vorgestellt. Aber er blieb noch unschlüssig. Xenia hatte er schon gesagt, kein Krieger zu sein und da wurden ihm noch Schwert und Schild in die Hand gedrückt. Im Augenblick war er waffenlos, abgesehen von den Fremdanteilen, die auf unnatürliche Weise in seinen Körper gepflanzt worden waren. Er hatte sie schon zum Kampf benutzt, aber zu dem Zeitpunkt war Kazel seelenlos auf Celcia gewandelt. Da hatte alles wie von selbst funktioniert, geradezu mechanisch. Es war nicht seine Aufgabe gewesen, über seinen Kampfstil nachzudenken. Jetzt jedoch raste sein Verstand und er überlegte fieberhaft. Hatten sie gegen die Warge denn überhaupt eine Chance?
"Sie riechen nach Blut..." Wieder blinzelte er. Die Katzenfrau musste einen sehr ausgeprägten Geruchssinn haben, immerhin hockten sie auf einem Baum. Das einzige, was Kazel diesbezüglich wahrnahm, waren das Harz und die holzige Würze der Rinde, sowie eine leichte Note nassen Hundes. Die konnte zwar nur von den Wargen stammen, aber mit Blut hatte das nichts zu tun. Doch er sah es. Seine veränderten Augen, denen eine Raubvogelschärfe gegeben worden war, zeigten ihm schon bei einem flüchtigen Blick auf die Hinterläufe der Tiere, dass sie verletzt waren. Er schauderte. Nur Dunkelelfen und Orks waren imstande, derart brutale Methoden zur Abrichtung anzuwenden. Nein, mit solchen Wesen wollte er nichts zu tun haben! Dann lieber mit einem weiteren Experiment aus Raxtians Reihen, das sich offenbar für die Flucht entschieden hatte. Er ahnte ja noch immer nicht, was sie wirklich war.

Gerade wollte sich Kazel erkundigen, was sie nun tun sollten - schließlich meinte die Raubkatzenfrau, seine Gefährten seien auf dem Weg hierher - da gab sie von sich aus Antwort und zugleich das Zeichen zum Angriff. Sie würde den linken Warg übernehmen. Kazel starrte den Baum herab. Blieb ihm also der Rechte. Der würde ihn eiskalt in der Luft zerfetzen! Er konnte doch nicht einfach ... Ja, er war bereits gelähmt vor Angst und dass die Biester ihn wittern konnten, war ihm herzlich egal. Die hatten ihn auch so schon gerochen. Er schluckte. Verdammt, verdammt, verdammt!
Xenia und Sintus waren es, die ihn aus seiner Starre holten, indem sie plötzlich aus dem Dickicht gesprungen kamen, die Waffen bereit haltend für einen Kampf. Der stünde beiden auch bevor, wenn er nun nicht eingriff. Er musste es tun. Wie die Katzenfrau schon sagte, ihnen blieb keine Wahl. Also schaltete Kazel erstmals sein zweifelndes Denken aus, gleich nachdem er den abgebrochenen Ast in die Hand gedrückt bekam und handelte - wie es Krieger taten. Er sprang, die krallenbewährten Hände mit der Waffe und die Füße voran, damit sie sich ins Fleisch der Bestie bohrten, sobald er mit Wucht auf ihr landete. Zusammen mit Sintus' Befehl zum Angriff erreichte Kazel den borstig behaarten Rücken der morgerianischen Bestie. Der Aufprall war dumpf, er wusste nicht, ob und wo sich das Holzstück verkeilt hatte, aber es saß irgendwo fest. Mit seinen Füßen scharrte er, hoffte, das Fleisch des Tieres aufzureißen und ihn so abzulenken. Das gäbe Sintus und Xenia die Möglichkeit, gezielte Treffer zu landen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Dienstag 15. November 2011, 19:18

Für die junge Frau war das alles viel zu viel auf einmal, sodass sie nicht alle Details begreifen und wahrnehmen konnte. So dauerte es und bedurfte der Wiederholung, bis sie ungläubig ein Wort murmelte. "Warge?"
Dunkel konnte sie sich zwar an die Bedeutung dieser Bezeichnung erinnern, war jedoch nie soweit damit in Berührung gekommen, dass sie damit wirklich etwas anfangen konnte. Geschweige denn, dass sie so was einmal gesehen hatte.
Trotzdem stellte sich ihr die Frage, woher diese Wesen überhaupt kamen und warum sie unterwegs waren. Außerdem, wieso konnten sie Talimée so viel Angst einjagen, was genau hatte sie gesehen? Wollte Janay das wirklich auch wissen?
Da war es tatsächlich besser, praktisch zu denken und sich in Sicherheit zu bringen, soweit das in diesem Wald überhaupt möglich war. So wollte sie sich auch lieber darauf konzentrieren, was Annabelle sagte, auf die sie sich stützen wollte und es auch musste, um nicht selbst in Panik zu geraten und der Dienerin weiterhin eine Hilfe sein zu können.
Dadurch entkam ihr auch die Information, dass ihr ein Dolch zur Verfügung stand. Damit konnte sie sich notfalls zwar gegen menschliche oder ähnliche Personen wehren, aber gegen Warge...? Sie plagten da Zweifel, sodass sie von der plötzlichen Euphorie nicht so recht teilen konnte. Trotzdem nickte sie zustimmend.
Ja, trotz allem war es bestimmt besser als nichts und die Klinge könnte auch wirklich verletzen. Sofern man eine Gelegenheit dazu bekam, die Waffe überhaupt einzusetzen...
Erst jetzt, als die alte Frau sie drauf aufmerksam machte, weil sie sich selbst den Tieren zuwandte, bemerkte sie das Tänzeln ihres Pferdes, das sie bisher hatte erstaunlich gut mit ihrer Balance ausgleichen können. Auch wenn sie davon noch mal abgelenkt wurde, griff sie automatisch die Zügel etwas strammer, um ihn wieder unter Kontrolle zu bekommen. Während sie sich natürlich dennoch darum bemühte, Talimée Ruhe zu spenden.
Ihre Worte wurden kommentiert, sodass sie Annabelle wieder ansah. "Es muss ja nicht weit weg sein und wenn alles wieder ruhig ist, sehen wir nach, wo die anderen sind und holen sie ins Versteck.", hielt sie dagegen, obwohl sie lieber eine Höhle weiter entfernt gesucht hätte.
Sie wollte sich zumindest selbst weismachen, dass Idee realisierbar und besser war, als hier zu bleiben und zu warten. Noch dazu, wo auch sie gerne von diesem immer unruhiger werdenden Gaul runter wäre. Dass dies schneller möglich sein würde, als sie gedacht hatte, ahnte sie nicht.
Denn plötzlich überschlugen sich die Ereignisse. Die Alte schien doch nicht so viel von Pferden zu verstehen, denn mit ihrem Getue brachte sie das Fass zum Überlaufen.
Als das Tier zu steigen begann, schrie Janay automatisch auf. Ihre Augen weiteten sich, als sich alles noch verschlimmerte, sie sah die Hufe kommen und war ihnen hilflos ausgeliefert. Hätte nicht das Pferd, das ihr immer so viele Scherereien bereitet hatte, rechtzeitig reagiert.
Es wieherte ebenfalls auf und sprang kurzerhand zur Seite, sodass die anderen Hufe haarscharf an dem Ohr der jungen Frau vorbeisausten. So knapp, dass sie den Luftzug spürte und das andere Tier noch an der Flanke traf. Dadurch bäumte es sich auf und begann instinktiv, vor allem aber impulsiv zu buckeln.
Das war zu viel, Janay konnte sich nicht mehr halten. Schräg nach links vor flog sie, überschlug sich in der Luft einmal und prallte mit dem Kreuz schmerzhaft gegen einen Baumstamm. Sie schrie auf bei der Berührung und konnte nicht verhindern, dass sie zu Boden fiel und sich bei der Wurzel noch mal an ihrer Kehrseite weh tat. Benommen und zitternd blieb sie an Ort und Stelle, ihr linker Fuß war seltsam verdreht und der Knöchel schwoll innerhalb von Sekunden in dem Stiefel an, um bald äußerst peinvoll zu drücken.
Lediglich ihre Arme hatten sich so verkrampft, dass Talimée halb auf ihr lag, die sie intuitiv nicht losgelassen hatte, um sie zu schützen. Ob ihr das wirklich gelungen war, war fraglich, auf jeden Fall hatte sich zusätzlich noch ein Ellbogen schmerzlich in ihre Rippen gebohrt.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Montag 28. November 2011, 00:06

Die Löwenfrau hatte sich auf dem Warg festgeklammert, dieser nahm die Attacke erwartungsgemäss wenig erfreut auf und begann auch sofort bellend hochzuspringen, er schüttelte sich und bellte wütend, versuchte den Feind von seinem Rücken zu werfen. Die Löwin hingegen trieb den Ast tief unter die Halskette, packte nach den beiden Enden des Astes und begann ihn um die eigene Achse zu drehen so dass sich die Halskette anzog. Der Warg röchelte, doch es gelang der Löwin nicht die Halskette so stark anzuziehen dass der schwarze Wolf wirklich keine Luft mehr bekam, dafür war dessen Hals zu dick und die Muskulatur zu stark. Aber ihre Aktion störte das Tier empfindlich so dass Xenia zur Attacke übergehen konnte nachdem sie mit Sintus Schild den ersten Bissangriff abgewehrt hatte, dieses liess sie nun fallen und rannte direkt auf den Warg zu, sprang im letzten Moment mit einem gewaltigen Satz in die Lüfte, machte eine Schraube, drehte sich in der Luft und landete auf dem Nacken des Warges, direkt vor der Löwin. „Nett dich kennen zu lernen.“ Meinte sie nur und trieb dem Tier ihr Schwert in den Schädel. Da war sie wieder, die Kriegerkönigin. Zur alten Form zurückgelangt.

Der Warg gab ein ersticktes Jaulen von sich und sackte schliesslich in sich zusammen. Die Augen noch immer offen, die Zunge heraushängend. Das Ende war für dieses Tier so plötzlich gekommen dass die die Wut des eigenen Angriffs ihm noch ins Gesicht geschrieben stand. Offensichtlich war das Tier noch nicht mal gänzlich tot denn noch immer röchelte das Viech obwohl ihm das Blut in Strömen aus dem Maul rann. Einzelne Muskelglieder zuckten sogar noch im Todeskampf.

Die Löwin bleckte ihre Reisszähne als Xenia sich zu ihr umgedreht und sie kurz begrüss hatte. Sie fauchte ihr entgegen. Offenbar passte es der Löwin nicht dass sich eine andere Jägerin an ihre Beute gewagt hatte, eigentlich sollte sie doch froh sein, denn mit ihrer Taktik wäre sie wohl in Schwierigkeiten geraten. Doch dafür war die Löwin vermutlich zu stolz um sich dies Einzugestehen. Die Löwin sprang vom halbtoten Warg hinunter, sie hatte keine brauchbare Waffe bei sich, dies musste auch Xenia erkennen, doch sie konnte nichts tun. Sie hatte selbst auch nur ihr Schwert. Die Löwin richtete ihre Aufmerksamkeit nun jedoch auf Juduka. Diese stand noch immer etwas abseits der Gruppe und beobachtete das Treiben. Sie blickte wieder zu dem Warg hin, dann zu Xenia und schliesslich wieder zu Juduka. Dann fauchte sie abermals. Xenia zog es vor sich zurück zu ziehen und Sintus zu Hilfe zu eilen, sie hatte im Moment keine Zeit um zu überlegen was mit der Fremden zu tun war. Es reichte dass sie Momentan das gleiche Ziel zu haben schienen. Die Warge.
Während der erste sehr schnell zu Boden gegangen war bereitete der zweite, welcher übrigens auch der grössere war, mehr sorgen.

Sintus und Kazel hatten in der Zwischenzeit nämlich deutlich weniger Glück. Obwohl es Kazel gelungen war seinen Ast unter das Halsband zu treiben reagierte dieses Vieh deutlich anders als sein „Kamerad.“ Denn als Kazel damit begann mit seinen Krallen auf dessen Haut herum zu scharren entschied sich der Warg dazu sich zu wälzen. Kazel sah sich also plötzlich in der unkomfortablen Situation dass sich das Monstrum wuchtig und bellend auf die Seite warf. Auch für Sintus kam dieses Manöver deutlich überraschend so dass sein Angriff vorerst danebenging. Ausserdem wurde Kazel von dem Tier geworfen. Immerhin schaffte er es noch rechtzeitig abzurollen bevor, er unter dem massigen Körper des Vieches begraben und zerdrückt wurde.

„Na komm her du Mistviech!“ Sintus griff weiter an und versuchte den Bauch des Tieres aufzuschlitzen, doch der Warg war weniger und schneller als der Paladin dachte, just in jenem Moment als er selbst mit seinem Schwert ausholte, fasste der Warg wieder Fuss und hob seinerseits die todbringende Pranke. „KAZEL HIER!“ Xenia hatte die Situation erkannt, aber auch die Tatsache dass sie selbst zu weit weg war um selbst einzugreifen zu können, so warf sie Kazel ihr Schwert zu. Doch noch während dieser in der Luft war sauste die Pranke des Viechs über Sintus Schulter herab. Die rasiermesserscharfen Krallen gruben sich durch sein Kettenhemd hindurch und zerfetzten das darunterliegende Gewebe. Sintus schrie auf, ein Schrei der sogar Annabelle, Janay und Talimée erreichte.

Irrsinniger Schmerz durchzuckte den Paladin, er wurde zu Boden gerissen und verlor sein Schwert. „Arhrhrghgh.“ Brüllte er auf als der Warg erneut Angriff und nach seiner Kehle packte. „SINTUS NEIINR!“ Irgendwie schien die Gruppe das Pech zu verfolgen, es verging kein ein Angriff der unbeschadet von statten ging. Der Widerstand des Paladins brach abrupt ab als der Warg heftig seinen Kopf hin und her schüttelte und so ungnädig an Sintus Kehle riss. Ein Glück hatte er auch dort sein Kettenhemd doch wie gut würde es gegen diese Attacke halten?
„KAZEL NA LOOOS!“ Brüllte Xenia ihm entgegen, während sie selbst losrannte um Sintus da rauszuholen. Die Löwenfrau sah sich das Szenario an. Sprang dann auf und fauchte Juduka entgegen. „Du kannst helfen! Tu es Magierin!“ Die Maga blickte zu dem Warg hin. Schüttelte dann den Kopf. „Zu gefährlich .“ Meinte sie nur und sah ungerührt zu wie die anderen um Sintus Leben kämpften….

Die Löwin starrte ihr mit ihren grünen Augen entgegen. Blankes Unverständnis lag in ihrem Blick. Wie konnte sie ihr eigenes Rudel nur dermassen im Stich lassen?! Nie würde sie sich auf sie verlassen, wenn sie in ihrem Rücken sein würde. Niemals. Dabei spürte sie doch die Macht die von dieser Frau ausging. Für sie wäre es ein leichtes diesen ganzen Kampf zu beenden! Die Löwin konnte es spüren. Doch sie spürte auch etwas anderes. Sie witterte Angstschweiss. Panik. Nicht nur jene von Sintus und jene des sterbenden Wargs, sondern weiter weg. Pferdeangst. Sie blickte zu den anderen, hier konnte sie im Moment nicht viel tun. Kazel und Xenia würden schon nach dem Fremden sehen und diese Maga… die schien ohnehin nicht wirklich zum Rudel zu gehören. Aber sie konnten nicht noch mehr Verluste verkraften, ausserdem würden sie Pferde brauchen wenn sie möglichst schnell hier weg wollten. Zumindest die Menschen, sie selbst wäre schnell genug, doch ihr Instinkt riet ihr, den Fremden in dieser Situation beizustehen. Also rannte sie los, rempelte Juduka dabei unsanft an und verschwand schliesslich im Dickicht.


Dort ereignete sich ebenfalls eine Katastrophe. Denn das eine Schlachtpferd stieg nervös und trat dabei den anderen Hengst. Dieser bockte auf und begann nach allen Seiten auszuschlagen, so dass sich Janay samt der Seherin nicht mehr auf dem Rücken des Pferdes halten konnte. Die beiden fielen ziemlich unsanft. Schliesslich hatten sie auch auf einem stattlichen Ross gesessen und da kam doch eine beträchtliche Höhe zusammen, ausserdem verdrehte sich Janay beim Sturz den Fuss im Steigbügel woran sie bei ihrem Sturz erst hängen blieb.

Janay spürte einen dumpfen, bohrenden Schmerz in ihrem Kreuz und in ihren Beinen kribbelte es unangenehm nach dem Sturz. Talimée erging es da wesentlich glimpflicher, denn sie landete weich… auf Janay. Ihr Ellenbogen stiess sich dabei unangenehm in Janays Rippen. „JANAY!“ Brüllte Annabelle erschrocken. „Taliméee!“ Sie musste Abstand halten denn das eine Pferd brannte durch, während sich jenes mit dem Haarkaufetish wieder beruhigte, jedoch immer noch unruhig auf der Stelle tänzelte und angestrengt wieherte. Die Hexe keuchte frustriert auf und verwarf die Hände über dem Kopf. „Komm zurück du dummer GauL!“ Schnaubte sie in den Wald und wandte sich verzweifelt zu Janay und Talimée um denn erkannte dass Janay nicht mehr auf die Beine kam und wollte ihr helfen. Sie machte einen grossen Bogen um das tänzelnde und schnaubende Pferd und erreichte die beiden Frauen schliesslich. Talimée hatte sich in der Zwischenzeit von Janay weggedrückt und hockte am Boden, noch immer geschwächt von der Vision und nun auch noch von der Aufregung des Sturzes… und dennoch ihre erste Sorgen galten Janay. „Herrin… ihr seid verletzt!“ Eine Feststellung die Janay sicherlich bereits für sich selbst getroffen hatte. Der Schmerz um ihren Knöchel steigerte sich rasend und wurde zu einem energischen Stechen, jegliche noch so kleine Bewegung sorgte schliesslich für noch mehr Pein. Talimée rieb sich ihren Ellenbogen, schien jedoch ansonsten völlig unverletzt.

„Lass mich sehen.“ Meinte die Hexe und kauerte sich zu Janay hin. Besorgt blickte sie zu deren Fuss und begann sofort in ihrer Kräutertasche zu wühlen. Eigentlich hatten sie nicht die Zeit sie hier zu verarzten doch Annabelle wollte sie mit dieser verletzung auch nicht durch den Wald schleifen und auf das Pferd konnte Annabelle Janay nicht alleine hochhieven. Selbst mit Talimées Hilfe würde dies wohl ein sehr schmerzhafter Akt für JAnay sein und das Pferd schien ihr ohnehin nach wie vor zu unruhig… und dann kam da auch noch dieses Wesen auf sie zugerannt. Eine grossgewachsene Frau, mit roter Mähne… und seltsamen Gesichtszügen, war es überhaupt eine Frau? Sie bewegte sich schnell auf die Gruppe zu, grüne Augen funkelten ihnen entgegen. Annabelle wurde blass. „Janay.. deinen Dolch schnell!“ Krächzte sie.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 2. Dezember 2011, 11:38

Aus dem Augenwinkel heraus erhaschte Kazel einen kurzen Blick auf einen um sich selbst wirbelnden Schatten, dann hockte Xenia auch schon auf dem Rücken des Wargs, den die Katzenfrau angegriffen hatte. Er blinzelte für den Bruchteil einer Sekunde. Nun zeigte sich erstmals, dass sie wirklich eine Söldnerkönigin war. Wie konnte jemand mit einer Verletzung so agil sein? Beachtlich! Doch er durfte sich selbst nicht ablenken lassen. Auch er attackierte einen Warg und es würde um den Mischling geschehen sein, wenn er jetzt nur nach den anderen schaute.
Seine Adlerkrallen bohrten sich in den Rücken der Bestie. Leider waren Fell und Haut zu dick, um ihm so wirklichen Schaden zu verursachen. Sein Plan schlug an dieser Stelle fehl. Verdammt! Fieberhaft krallte sich Kazel an dem Tier fest, überlegte, wie er es überwältigen könnte. Eine Luftschraube, wie Xenia sie vollführt hatte, würde ihm nicht gelingen und bewaffnet war er auch nicht. Wenigstens war Sintus bei ihm. Ja, Kazel war wirklich dankbar dafür, denn der Paladin war nicht nur mit Schwert und Schild ausgerüstet, sondern besaß auch weit mehr Kampferfahrung. Er würde ihm helfen können. Dass es ganz anders kommen sollte, hatte keiner von beiden ahnen können.
Kazel musste mit seinen Krallen doch etwas bewirkt haben, jedenfalls störte es den gewaltigen Warg überaus, dass jemand ihm über den Rücken schabte. Kurzerhand warf er sich auf den Rücken, hätte seinen ungewollten Reiter zerquetscht, wäre dieser nicht durch den Schwung bereits zuvor hinfort geschleudert worden. Unsanft landete Kazel auf dem harten Boden, wobei er ein paar Blätter alter Jahreszeiten aufwirbelte. Er raffte sich, so schnell wie möglich, wieder auf und ließ den Blick rasend schweifen. Er musste einen Überblick behalten. Da sah er Juduka am Rand der Szene. Sie rührte keinen Finger, doch er konnte sie nicht durch Rufen dazu auffordern, zu helfen. Es ging einfach alles zu schnell. Er erhaschte einen Blick auf die Raubkatzenfrau, in ihrer Nähe befand sich Xenia und dann ...

Der Mischling wusste im Nachhinein nicht mehr zu sagen, ob es das Schwert Xenias war, das er zuerst fing oder ob es Sintus' Schrei war, den seine Ohren vernahmen. Wahrscheinlich geschah es gleichzeitig, aber das Brüllen des sonst so kühnen Mannes jagte ihm durch Mark und Bein. Er zuckte zusammen, seine Finger spürten den warmen Griff der Waffe. Er legte sie fest darum, seine Augen aber suchten nach dem Paladin. Endlich entdeckte er ihn, ein blutendes Bündel unter der Pranke des Wargs. Kazels Augen weiteten sich. Seine Kinnlade klappte kurzzeitig herunter. Er starrte auf die Szenerie.
Dann sprang er vor. Seine Gedanken waren ruhig gestellt, er überlegte nicht, was er nun tat. Er handelte einfach und preschte mit gezücktem Schwert nach vorn. In jenen blauen Augen, in denen sich eben noch der Schrecken verirrt hatte, türmte sich nun eine dunklere Nuance zu einem wahren Sturmgewitter des Zorns. "DU VERDAMMTE MISTBESTIE!", schrie er dem Warg entgegen, bemerkte nicht einmal, dass er in seiner Muttersprache fluchte. Noch ehe das Vieh Sintus auch noch an der Kehle packen konnte, war Kazel da. Er hatte sich auf ein Knie gesenkt und durch die Geschwindigkeit seines Laufes darauf gesetzt, rechtzeitig zwischen den Paladin und den Warg zu schlittern. Todesmutig riss er dabei die unbewaffnete Hand nach oben, um die gefährliche Pranke mit dem Arm einfach weg zu schlagen. Mit der anderen Hand führte er die Klinge der Söldnerkönigin. Er versuchte, sie tief ins Fleisch des Monstrums zu stoßen. "Verrecke!", keifte er dem Biest entgegen und spürte nur noch, dass das Schwert auf Widerstand traf. Wo genau er es versenkte, konnte Kazel nicht sagen, aber er wusste, es musste jetzt tief sitzen, ganz tief. Also legte er die freie Hand auch noch an den Griff und rammte die Klinge bis zum Heft nach vorn. Anschließend wandte er alle verbliebenen Kräfte auf, um sie zu drehen. Schmerz, er wollte Schmerz verursachen und Tod.
Kazel war wie von Sinnen. Er bekam auch nicht wirklich mit, was um ihn herum geschah. Der Blutdurst hatte ihn gepackt. So hatten ihn nur seine alten Freunde einst gesehen, als sie auf die verhassten Dunkelelfen gestoßen waren. Da war er auch zum Berserker geworden, wenngleich seine Statur dies im Grunde nicht wirklich zuließ. Aber die Geistesheilmethoden der verstorbenen Landria Sinal hatten offensichtlich doch etwas bewirkt. Kazel schien in der Lage, seinen Zorn für entscheidende Kämpfe bündeln zu können. So wie es im Moment der Fall war. Oder aber es war durch den Angriff auf Sintus und dessen Schrei ausgelöst worden. Im Augenblick interessierte dies ohnehin wenig. Es ging nur noch darum, den Warg zur Strecke zu bringen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Samstag 3. Dezember 2011, 21:09

Wenn Janay derzeit etwas war, dann zweifellos überfordert und das gleich in mehrer Hinsicht. Allerdings wäre nichts davon auch nur im Ansatz so schmerzhaft, wie der Umstand, dass sie überhaupt keine gute Reiterin war, schon gar nicht, wenn sie ein verschreckte Waldelfe vor sich im Sattel hatte, die sie auch noch halten sollte, damit diese sich nicht verletzte.
Es ging alles viel zu schnell, als dass sie hätte reagieren und sich obendrein noch auf die Umgebung konzentrieren können, sodass Sintus' Schrei sie nicht einmal richtig erreichte. Irgendwo in ihrem Unterbewusstsein nahm sie ihn vermutlich trotz allem wahr, doch darauf besinnen oder daran erinnern könnte sie sich später nicht mehr.
Selbst den eigenen Schrei konnte sie nicht ernsthaft vernehmen, er rauschte an ihr vorbei, als würde er nicht aus ihrer eigenen Kehle kommen, geboren aus der Panik, die sie umklammerte, als die Pferde durchgingen. Er klang lediglich gedämpft an ihre Ohren und sie würde ihn stattdessen vermutlich allein im Nachhinein als Kratzen im Hals spüren, wo er durch die Lautstärke gewiss seine Spuren hinterlassen und ihre Stimmbänder arg strapazieren würde.
Was genau alles mit ihrem Körper geschah, würde sie ebenfalls allein später als deren Folgen ausmachen können. Obendrein war ihr Aufprall gegen den Stamm heftig genug, dass sie benommen an Ort und Stelle hocken blieb, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn, auf ihre Umgebung reagieren zu können.
Währenddessen schwoll ihr Fuß in dem Stiefel an, dessen Material schon bald schmerzhaft gegen die Verletzung drückte und alles nur noch schlimmer machte, weil die Blutzufuhr immer stärker unterbrochen wurde, was zu einem heftigen, qualvollen Pochen führte. Das einzige, bei dem sie halbwegs Glück hatte, war, dass nicht auf dieser Seite der Dolch in ihrem Schuh steckte, sonst hätte noch viel mehr passieren können.
Zusätzliche Pein schoss durch ihren Rücken bis in ihren Kopf hinauf, der regelrecht dröhnte und wo es bestimmt eine große Beule später geben würde.
Auch das Atmen fiel ihr schwerer, sodass sie leicht nach Luft japste, die Augen zwar aufgerissen, wenngleich sie nichts um sich herum ausmachen, geschweige denn erkennen konnte.
Die Stimmen perlten an ihr vorbei, die Bewegungen waren lediglich schemenhaft und ihr Geist hatte sich noch nicht entschieden, ob er in Ohnmacht gleiten wollte oder wach bleiben und sich wieder klären würde. So blieb sie nur hilflos in ihrer derzeitigen Lage und konnte nichts tun, nicht mal begreifen, dass eine rasche Reaktion jetzt vonnöten gewesen wäre.
Sie konnte nicht mal andeuten, wo sie den Dolch an ihrem Körper verborgen trug. Stattdessen stöhnte sie vor Schmerz auf und drohte, endgültig bewusstlos zu werden und zur Seite zu kippen.
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