Im Schutz des Waldes

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.
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Janay
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Mittwoch 22. Juni 2011, 15:14

Für die junge Frau war diese Dinge viel zu sehr gewöhnt, als dass es so etwas Besonderes für sie gewesen wäre wie vermutlich für Kazel. Auch wenn es gerade ein wenig anders war als bei ihren Kunden und es zum Teil allein auf ihrer beider Vergnügen beruhte, was sie hier taten. Trotzdem war für sie eine gewisse Routine dabei und das lag vordergründig daran, dass sie außer etwas Sympathie für ihn nichts empfand. Dass sich in ihrem Inneren Gefühle für ihn regen könnten, war ihr dabei nicht bewusst.
Somit allerdings hatte sie nicht das Bedürfnis, dass dieses Spiel zwischen ihnen ewig andauern würde. Für Janay gab es noch viele andere Dinge, über die sie nachdenken und mit denen sie sich beschäftigen müsste. Was nicht bedeutete, dass sie jetzt schon damit begann oder das Ende herbei sehnte, sondern einfach nur, dass sie wusste, es würde enden und es wäre fraglich, ob sich das wiederholen ließe. Denn noch immer war sie der Meinung, möglichst bald aufzubrechen.
Von Sintus' Reaktion, wenn er davon Wind bekommen würde, ganz zu schweigen! Auch wenn sie nicht vorhatte, es ihm zu erzählen, doch so, wie sie Kazel einschätzte, würde man es ihm bestimmt ansehen, dass er entspannt und zufrieden sein konnte. Ganz davon abgesehen, dass sie womöglich ihre gemeinsame Abwesenheit begründen müssten. Nun ja, die junge Frau selbst hätte keine Probleme damit, aber sie könnte auf einen weiteren Wutausbruch durchaus verzichten.
Jedoch war das etwas für später, jetzt wollte sie sich erst einmal darum bemühen, es für ihn schön zu machen. Dafür war sie schließlich da und damit verdiente sie ihr Geld, um Männer angenehme Stunden... oder eher Minuten zu bescheren.
Dass es Dinge an ihm gab, die sie sympathisch, wenn nicht sogar niedlich fand, hatte nichts damit zu tun, ob sie sich ihm hingeben würde oder nicht.
Gewöhnlich gab es nur ein Kriterium, das sie hätte abhalten können davor, nämlich, sollte ihr ein Mann vollkommen zuwider sein. Was sie nicht aufs Äußere allein bezog, denn sonst hätte sie es niemals geschafft, jemandem wie ihrem letzten Gönner Lust zu bereiten, es kam bei ihr auf das Gesamte an. Und obwohl das hier kein Geschäft zwar, zumindest kein reines, denn sie wollte ihn ja damit ein wenig stärker an sich binden, um sich zu schützen, hätte sie es kaum unterbunden, wenn sie nicht gewollt hätte, da Kazel in ihr Schema passte.
So hatte sie auch keine Scheu, nackt vor ihm zu stehen und ihn dazu zu bringen, es endgültig zu vollbringen. Mit dem Mund allerdings würde sie ihn nicht verwöhnen. Das hatte sie in seltenen Ausnahmefällen zwar gemacht, doch immer nur dann, wenn es der dringliche Wunsch gewesen war. Was bei Kazel ja nicht der Fall war, ihm würde das Gewöhnliche schon reichen.
Von ihrer halb liegenden und halb sitzenden Position aus sah sie zu ihm hoch, lächelte kokett und wollte ihn locken, nicht länger zu warten.
Seine bewundernden Blicke gefielen ihr natürlich, da ihr klar war, dass es bei ihm etwas Besonderes wäre. Er war kein Draufgänger oder jemand, der jede Frau so ansehen würde, somit wollte sie es ihm erst recht mit ihrem Körper danken, ihm das schenken, was sie konnte. Sie streckte sogar die Hand aus, um ihn notfalls zu ergreifen und auf sich zu ziehen, sollte er noch immer zögern wollen. Was nicht mehr nötig war, denn er kam ganz von allein.
Wieder wurde er stürmisch, sodass sie ihn beinahe davon abhalten musste, sie zu überrennen. Sie versuchte, seinen Kuss zu erwidern und seine Zunge wieder ein wenig zu lenken, um es auch für sich angenehmer zu gestalten. Die Beine hatte sie bereits für ihn geöffnet und war der Überzeugung, dass er von selbst den letzten Weg finden würde. Zumindest wollte sie ihm das Bisschen an Zeit geben.
Als er kurz von ihren Lippen ließ, beobachtete sie ihn und gab seufzende Laute von sich, die keineswegs gespielt waren. Es gefiel ihr schon, was er tat, wenngleich es noch zu unbeholfen war, um große Erfolge zu erzielen.
Ihre Hände glitten seine Oberarme hinauf zu seinen Schultern, wo sie kurz verharrten, ehe sie an seiner Seite zu seiner Hüfte hinab strichen. Dort blieben sie liegen und würden seine Bewegungen zu lenken versuchen. Sofern es dazu kommen und er nicht zu früh fertig sein würde.
Und dann schaffte er es und nahm ihren Körper in Besitz. Janay bäumte sich unter ihm mit einem Aufstöhnen auf und musste sich eingestehen, dass er wirklich gut bestückt war, es nicht nur danach ausgesehen hatte.
Sie schloss die Augen, als ein weiterer Kuss folgte, der nur ihre Nasenspitze traf. Aber auch daraufhin wollte sie sich auf ihr Gefühl verlassen, um ihre Laute nicht völlig unecht klingen zu lassen.
Wobei sie zugeben musste, dass er sich jetzt trotz allem gar nicht so schlecht anstellte. Anscheinend war er nicht ganz so unerfahren, wie sie geglaubt hatte. Vielleicht lag es jedoch auch daran, dass sie zum ersten Mal einen von der gleichen Art erleben durfte, als wären sie viel besser aufeinander abgestimmt als bei ihren sonstigen Kunden.
Sein Genuschel war kaum zu verstehen, nur das ein oder andere Wort war klar genug, dass sie ihm einen Sinn geben konnte. Ein feines, zufriedenes Grinsen huschte über ihre Lippen, während sie bewusst ihre Wange an seine schmiegte.
Mit feinem Druck dirigierte sie seine Hüfte und war selbst überrascht, welch Empfindungen durch ihre Adern rasten, sodass sie sich immer stärker und hungriger gegen ihn drückte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 24. Juni 2011, 22:22

Kazel genoss das Spiel in vollen Zügen. Er hatte zuvor in seinem Leben auch nur zweimal die Gelegenheit erhalten, sich diesen Freuden hinzugeben und beide Male waren mit derselben Frau geschehen. Nicht verwunderlich also, dass es jetzt und hier mit Janay eine vollkommen neue Erfahrung für ihn war. Er labte sich an diesem Moment, ließ sich hineinfallen und treiben. Zugleich weckte der Akt all seine Lebensgeister, mehr noch als es der See geschafft hatte. Er fühlte sich vital und gesund. Dementsprechend kraftvoll waren auch seine Stöße. Er liebte Janay energisch, genauer gesagt mit der Leidenschaft, die ihn schon immer begleitet hatte. Es war das Vermächtnis seines Vaters, das sich mit einer Spur dunkelelfischem Temperaments paarte. Daraus war etwas entstanden, das Kazel ganz zu eigen war und sich jetzt in jede seiner Bewegungen legte. Etwas, das ihn die Augen verdrehen ließ und in ihm den Wunsch weckte, sich zum erlösenden Höhepunkt vorzuarbeiten. Gleichzeitig schürten Lust und Sehnsucht nach all diesen Glücksgefühlen das Bedürfnis, es noch nicht enden lassen zu wollen. Denn es war zu wundervoll, um bereits jetzt erschöpft niederzusinken.

"Janay!" Er keuchte ihren Namen wie einen Schwur. Seine Muskeln zuckten bereits. Er bebte, weil sein Körper sich dem Ende näherte. Und sein Stöhnen war ein Flehen an die Frau unter ihm, doch auch diesen Punkt zu erreichen. Warum? Weil Kazel nicht wollte, dass er alle Freuden aus dem Akt zog und sie zu kurz käme. Da besaß er verborgene Tugenden, die er niemals so ansprechen würde, weil er sie für selbstverständlich hielt.
Leider besaß er dafür aber noch nicht genug Durchhaltevermögen. Ihm fehlte so gesehen die Übung, seine Ausdauer zu steigern und so zog es gewaltig in seinen Lenden, je weiter er sich abmühte. Er konnte nicht länger auf Janay Rücksicht nehmen, sonst würde ihm noch der Kopf platzen - oder etwas Anderes. "Ahhhrrr!" Hechelnd presste er seine schweißnasse und erhitzte Stirn an ihren Hals, während sein Becken die Geschwindigkeit erhöhte. Er ließ sich nicht mehr aufhalten. Seine Atmung steigerte sich ebenfalls und seine Schultern bebten. Schließlich erreichte er den höchsten Moment der Gefühle, als die Natur ihren Lauf nahm. Dabei hielt er unbewusst den Atem an, solange sich sein gesamter Körper anspannte. Schließlich lockerte sich jeder Muskeln. Kazel sank schlaff und jetzt schwer schnaufend auf Janay nieder. Er deckte sie zu, bedeckte sie mit seinem männlichen riechenden Körper, spürte den ihren. Sekunden lag er so, keuchte sich den Rest seiner Lust ab und rutschte dann vollkommen benommen seitlich von ihr herunter. Nahezu reflexartig zog er sie sofort an sich, um einen Arm um sie zu legen. Seine Lippen bewegten sich. Sagte er etwas? Nein, er küsste ihre Haut oder was immer er von ihr erreichen konnte. Der Mischling befand sich in einem Rausch der Gefühle. Trotz allem erinnerte sich sein Hirn daran, dass er es nicht allein erlebt hatte. Da gab es noch jemanden. Janay...

Seine Hand glitt über ihren Körper. Von der Erschöpfung her ein wenig flapsig, aber sie fand dennoch ihr Ziel, versenkte sich zwischen ihren Schenkel und in die Hitze ihres Körpers, um sie weiter zu stimulieren. Er gab sich wirklich Mühe, sehnte herbei, dass auch sie dieses Paradies fand, in dem er gerade wanderte. Wie ein Schlaftrunkener lenkte er die Finger und doch gelang es ihm, Zärtlichkeiten zu schenken.
Dass jemand seinen Höhepunkt aufgrund der Laute hätte mitbekommen haben können oder dass man ihn und Janay inzwischen ohnehin bereits vermissen könnte, diese Gedanken lagen Kazel vollkommen fern. Weg waren Xenia, die runzlige Annabelle, Talimée und Sintus. Fort waren dunkle Armeen, Fluchtgedanken und das Wissen, das Krieg herrschte. Im Augenblick gab es nur dieses erhebende Gefühl, Janay an seiner Seite und seine Hand bei ihrem Heiligtum, das er hatte besuchen dürfen. Und dann schlich sich ein Bedürfnis in seinen Geist. Er wollte alles. Wollte es voll auskosten.
Unter einem leichten Ächzen raffte er sich auf, nur um sich zu drehen und nach Janays Bein zu fassen. Sanft, aber bestimmt schob er es beiseite, legte sich erneut nieder, so dass sein Oberkörper nun von ihren Schenkeln hätte umschlungen werden können. Wo zuvor noch seine Finger gewesen waren, da erkundete nun seine Zunge ganz keck das Gebiet und auch die Lippen verteilten Küsse auf lockend duftende Hautstellen. Er schmeckte den salzigen Schweiß, aber auch die köstliche Süße eines Frauenschoßes. Es war, als kostete er von Nektar und Ambrosia - den Speisen, die nur Göttern bestimmt waren. Janay machte ihn vollkommen wahnsinnig. Er wusste, dass er Wachs in den Händen dieser Frau war, aber nichts Anderes wollte der Mischling im Augenblick sein. Sie hatte ihn in ihren Bann gezogen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Samstag 25. Juni 2011, 00:29

Auch der jungen Frau gefiel es. So unerfahren, so unverdorben er auch war, er hatte etwas an sich, das ihrem Körper und ihren Sinnen sehr zusagte. Sie vermutete noch immer, dass es daran lag, dass sie zur selben Rasse zählten. Auf jeden Fall war sie innerlich erstaunt darüber, wie wenig sie ihm etwas vorspielen musste. Er schaffte es, dass jene Laute, die ihr über die Lippen kamen, tatsächlich eine Reaktion auf sein Tun waren, ebenso wie das Winden, das Männer oft schätzten, als könne Frau es gar nicht mehr erwarten, wirklich überall berührt zu werden.
Ihre Hüfte stemmte sich ihm immer wieder entgegen und auch ihre Hormone rasten durch ihre Adern.
Er war nicht grob, aber bestimmend und gleichzeitig zeitweise zärtlich, wenn er sich darauf besinnen konnte. Eine Mischung, die ihrem derzeitigen eigenen Verlangen gut entgegen kam. Im Gegensatz zu ihm hatte sie schon viele Kunden bedient und dabei besser wie schlechtere erlebt. Kazel würde sie tatsächlich zu den besseren Liebhabern zählen und bekäme er die richtige Führung, würde aus ihm sogar ein Unwiderstehlicher werden, wenngleich sie sich noch bei weitem nicht vornahm, seine Lehrerin zu werden. Für sie war es derzeit noch etwas Einmaliges, das sich kaum wiederholen würde, aufgrund des Mangels an Gelegenheit und gemeinsamer Zeit.
Außerdem besaß er noch eine erstaunlich hohe Ausdauer, wenn sie mit einbezog, dass er kaum solcherart Erlebnisse gehabt hatte und sie ihn vorhin schon sehr gereizt hatte, womit sie nicht gerechnet hatte. Und das gefiel ihr, denn so kam auch sie ein wenig länger zu einem für sie verhältnismäßig seltenem Vergnügen.
Was er alles in ihr Ohr keuchte und stammelte, nahm sie immer weniger wahr, da auch sie sich stärker auf ihren Leib und seine Empfindungen konzentrierte.
Doch trotz allem schaffte er es nicht, es ewig heraus zu zögern. Sie merkte es an einer leichten Änderung seiner Laute und vor allem daran, dass seine Bewegungen hektischer wurde. Sie half ihm dabei, indem sie gegen seine Hüfte drückte, damit er sich schneller bewegte.
Und dann geschah es. Janay wölbte sich ihm bereitwillig entgegen und verharrte dann ruhig, bis er fertig war. Auch ihr Atem ging erheblich rascher und auf ihrer Haut hatte sich ein leichter Schweißfilm gebildet, denn auch sie hatte es angestrengt.
Dass sie ihre Befriedigung nicht völlig erhalten hatte, störte sie nicht, das war sie gewohnt. So rechnete sie auch nur noch mit ein wenig Kuscheln und dass es dann ein Ende finden würde.
Er lag schwer auf ihr, allerdings ehe es bedrückend für ihre Atmung werden konnte, rollte er bereits von ihr herunter und zog sie mit sich. Ausnahmsweise schmiegte sie sich ohne zu zögern an ihn, denn er spendete Wärme und sonst würde ihr kalt werden, wenn sie sich nicht sofort wieder ankleidete, was er schließlich als Kränkung auffassen könnte. Sie schloss sogar vertrauensvoll die Augen und lehnte ihre erhitzte Stirn gegen seinen Hals.
Da sie nachher sowieso durch den See erneut schwimmen mussten, würde sie sich dabei auch gleich reinigen können. Nichts gegen Kazel, jedoch fühlte sie sich einfach wohler, wenn sie sich danach säubern konnte und nicht unzählige Körperflüssigkeiten auf sich kleben fühlen musste.
Deutlich konnte sie seine Lippen fühlen, die mal ihre Stirn streiften und daraufhin wiederum ihr Haar erwischten, was sie lächeln ließ. Er war also einer jener anhänglichen Charaktere, die danach noch Körperkontakt brauchten. Was ihr recht war, denn sie wollte einige Momente, um verschnaufen zu können.
Es dauerte ein paar Atemzüge lang, bis sie das tastende Gefühl einer Hand zuschreiben konnte, die sich ihren Weg ihre Seite entlang hinab bahnte. Blinzelnd hob sie träge ihre Lider.
Was hatte er denn jetzt vor? Sollte sie ihn fragen oder ihn sogar ablehnen, weil sie nicht daran glaubte, dass er sofort noch einmal seinen Spaß finden könnte und sie eine Pause wollte?
Aber bevor sie dazu kam, hatte er sein Ziel schon erreicht und auch in ihrem Leib wogte noch die Lust, sodass sich ihre Schenkel wie von allein für seine Finger öffneten. Ein leises Stöhnen entrang sich ihrer Kehle und sie drückte sich instinktiv enger an ihn. Das war etwas für sie Außergewöhnliches, da es die meisten ihrer Kunden nicht interessierte, ob sie auf ihre Kosten käme oder nicht. Obendrein war sie im Moment ohnehin empfindlich, sodass sie erst recht darauf ansprechen konnte.
Es war nicht perfekt und ein wenig bewegte sie ausgleichend ihre Hüfte, doch es tat ihr trotzdem gut. Ihr Puls und Atem beschleunigten sich wieder und einen Arm schlang sie um ihn, weil sie sich festhalten wollte.
Allerdings dann geschah etwas, das sie im ersten Moment nicht glauben konnte. Sie fühlte zwar, wie er ihr Bein anhob und sich bewegte, konnte es jedoch erst begreifen, als er schon hinunter geglitten war.
Die junge Frau blinzelte wieder und sah an sich herab, wollte fragen, was er vorhatte, als er es ihr zeigte. Sie riss ihre Augen auf und bäumte sich auf, während ein ungläubiger Laut über ihre Lippen kam.
Das... war... herrlich! So etwas hatte sie noch nie zu spüren bekommen, solche Praktiken waren in ihrem Metier eher unüblich, vor allem den Frauen gegenüber, sodass es für sie in diesem Punkt das erste Mal war.
"Bei Manthala!", keuchte sie und drückte sich ihm entgegen.
Ihre Finger versenkten sich instinktiv in seinem Haar, wo sie ihn leicht dirigieren konnte, obwohl sie das kaum musste.
Und dann erreichte er, überraschend schnell sogar, das, was er bezweckt hatte. In ihr zog sich alles krampfhaft zusammen, um in einem regelrechten Feuerwerk aufzuplatzen und ihren gesamten Körper heftig durchzuschütteln, begleitet von einem eindeutigen Laut, tief in ihrer Kehle geboren und absolut echt. Es schien Ewigkeiten zu dauern und gleichzeitig viel zu schnell vorbei zu sein.
Als er aber noch nicht aufhörte, wurde es wegen ihrer erhöhten Empfindlichkeit etwas unangenehm, sodass sie ihn fester an den Haaren zog.
Ein feines, befriedigtes und dennoch anziehendes Lächeln kräuselte ihre Lippen. "Genug... genug, du überforderst mich.", gurrte sie scherzhaft, um ihn nicht zu beleidigen, weil sie eine Pause wollte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 25. Juni 2011, 10:46

Offensichtlich gefiel ihr, dass Kazel ihrem Körper weiterhin Aufmerksamkeit schenkte. Janays lustvolle Laute animierten ihn, obgleich Kazel bereits die Auswirkungen dieses wilden Spielchens spürte. Es war typisch bei den meisten Männern, dass ihre Körper nach dem Akt Hormone ausstießen, um sie zum sofortigen Einschlafen zu bringen. Möglicherweise hatte es die Natur absichtlich so eingerichtet, damit sie ihrer Partnerin nicht sofort wegliefen und diese sich entsprechend vorbereiten konnte, den Liebhaber an sich zu binden - mit Seilen oder was auch immer ihre Kreativität zuließ. Bei Kazel war das nicht nötig. Er würde vorerst nicht von Janay wegrücken. Zu schön war das Erlebnis gewesen und auch für sie sollte es auf eine ähnliche Weise enden. Daher bemühte er sich, sie zu verwöhnen, setzte alles ein, was er bereits mit Shantih kennen gelernt hatte. Sie war darauf angesprungen, aber er konnte unmöglich von ihr auf Janay schließen. Zwei Frauen, zwei verschiedener Abstammungen. Außerdem schien Janay bereits Erfahrungen in Sachen körperlicher Liebe gemacht zu haben. Sie hatte Kazel größtenteils gelenkt - mit ihrem eigenen Körper, indem sie die Hüften kreiste oder ihre Hände an sein Becke legte, um ihn zu dirigieren. Der Mischling hatte das nur zu gern zugelassen, denn schnell bemerkte er, dass sie genau wusste, welche Position für größtmögliche Empfindungen einzunehmen war.
Was er aber nun mit der Dunkelelfe anstellte, das war ihr offenbar neu. Ihre Hände gruben sich in seinen Schopf, verschwanden zwischen den schwarzen Büscheln seines Haares und kniffen sogar einmal kurz in sein Ohr. Das ließ ihn aufstöhnen, so dass heißer Atem Janays Zentrum erfüllte. Anschließend setzte er seine Zärtlichkeiten fort, spürte, dass es stetig heißer wurde. Ihr Körper reagierte intensiv auf die Liebkosungen. Dadurch nur noch mehr animiert, holte Kazel alles, was er noch an Kraftreserven besaß, aus sich heraus. Es bereitete ihm große Freuden, Janay immer intensiver zu hören. Ihr Glück bescheren zu können.
Als ihr Körper zu beben begann, fuhr Kazel mit einer Hand an ihrem Schenkel vorbei und zu ihrem Bauch hinauf. Er platzierte sie einfach auf ihrem Nabel, hielt sie ruhig, wohingegen seine Zunge umso wilder das Spiel fortsetzte. Aber Janay hatte ihren Höhepunkt bereits hinter sich. Sie zog an seinen Haaren, zerrte Kazel damit von sich fort. Er hob fragend den Kopf. Gefiel es ihr plötzlich nicht mehr? Ihre Antwort jedoch ließ ihn lächeln. Zugleich senkte er den Blick verlegen. "Dann beanspruche ich dich nicht länger." Fröhlich grinsend wie es nur ein Mann nach einer guten Portion Sex tun konnte, kroch er zurück an seinen Platz neben ihr, legte einen Arm um Janay und schmiegte sich an. Jetzt genügte es wirklich. Er war erschöpft. Glücklich, aber erschöpft. Schlaf käm ihm jetzt gerade Recht und so fiel es Kazel immer schwerer, die Augen offen zu halten. Langsam, aber sicher döste er weg.

Zur gleichen Zeit zuckte Talimée auf der anderen Uferseite zusammen. Sie blinzelte. Ihre Augen nahmen einen milchigen Glanz an. Sie hatte erneut eine Vision. Sie war kurz, aber deutlich. Die Elfe sah ein Samenkorn, umgeben von warmer, feuchter Erde. Nährstoffreich und schützend hielt sie den Kern, bis er aufplatzte und ein junger Halm sich deinen Weg an die Oberfläche bahnte. Weiß, beinahe durchsichtig war er. Erst im Sonnenlicht, das auf den kleinen Erdhaufen fiel, gewann er an saftig grüner Farbe. Die Erde wurde einem Paar Hände gehalten. Dann entdeckte Talimée in ihrer Vision das Gesicht dazu. Es war ihre Herrin, Janay.
Rasch schüttelte sie den Kopf. Was sollte das nun bedeuten? "Herrin", hauchte sie und kehrte in die Realität zurück. Ihr Blick huschte über den See. Wo steckte die Dunkelelfe?
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Samstag 25. Juni 2011, 18:53

Oh ja, der jungen Frau gefiel es eindeutig, was er weiter mit ihr machte, eben weil es für sie im Gegensatz zum Vorherigen keine Normalität war. Außerdem war er schließlich ungeübt, wodurch es bestimmt noch ungewöhnlicher war. Deswegen wusste sie es erst recht zu schätzen und zu genießen, was er mit ihr anstellte. Noch dazu, wo sie ihn dazu nicht einmal hatte auffordern oder animieren müssen.
Sie wand sich unter ihm und gab eindeutige Laute von sich, Kazel vorhin nicht unähnlich, wenngleich den ihren die gestammelten Liebesbeteuerungen fehlten.
Ihr Körper war schon angeregt und durch diese ungewohnten Berührungen ging alles fast schon zu schnell.
Er schenkte ihr eine derart heftige Erlösung, dass er sie sogar still halten musste, um es vollenden zu können. Doch auch das ging vorbei, ließ sie in wohliger Mattigkeit zurück und sorgte dafür, dass sich ihre angespannten Muskeln wieder entspannten, bis sie keuchend halbwegs ruhig lag und tatsächlich eine Verschnaufpause wollte.
Deswegen brachte sie ihn auch dazu aufzuhören, mit einem Lächeln auf den Lippen. Dabei musste sie ihn nicht einmal grob anlügen, weil sie sich unter ihm schon so gelangweilt hätte, wie es bei einigen ihrer Kunden vorgekommen war. Zwar wollte sie ihm nicht erklären, dass sie jetzt zu empfindlich für Zärtlichkeiten war, weil er es nicht hätte verstehen können vielleicht. Somit griff sie zu einer anderen Lösung, die keine Fragen und auch keine Gekränktheit hervor rufen würde.
Was auch klappte, denn er gab sich damit zufrieden und grinste sogar selig. Ein weiteres deutliches Zeichen für sie, wie sehr er noch ein Jüngling war, denn bei erwachsenen Männern hatte sie so etwas noch nicht oder nur äußerst selten zu sehen bekommen.
Auch in ihr wollten sich allmählich ermüdende Gefühle breit machen, sodass sie ebenfalls nichts dagegen hatte, wieder mit ihm zu kuscheln und noch ein wenig sich zu erholen.
Janay schmiegte sich erneut an ihn, legte sogar ein Bein über seine Oberschenkel sowie einen Arm über seinen Oberkörper, sodass sie noch mehr von seiner Körperwärme abbekam. Ihr Kopf ruhte auf seiner Schulter und ihre Augen schlossen sich.
Allmählich gewannen ihre Gedanken wieder an Klarheit und sie hätte im Prinzip daran gehen können, ihre weiteren Schritte zu überlegen. Allerdings war sie dafür nun selbst zu erschöpft, sodass ihr sämtliche Überlegungen im selben Moment, in dem sie aufkamen, schon entglitten. Sie dämmerte in einem Zwischenstadium, befand sich weder völlig in der Realität, noch in einer Traumwelt. Lediglich sein regelmäßiger Herzschlag, den sie gedämpft hören konnte, stellte für sie so etwas wie ein Zeitgefühl dar, ohne es wirklich messen zu können.
So verstrichen die Minuten und vielleicht döste sie auch wirklich vollkommen ein, denn sie wachte durch ein leises Grummeln in ihrem Bauch auf. Träge blinzelnd hob sie ihre Lider an und lag noch immer halb auf Kazel drauf.
Trotzdem musste ihr Magen ein zweites Mal sich melden, bis sie begriff, was sie überhaupt geweckt hatte. Außerdem wurde ihr allmählich kalt, über ihre Haut rieselten beständig Schauer. Es würde ihr nichts anderes übrig bleiben, als ihre Position vorerst aufzugeben.
Mit einem leisen Seufzen setzte sie sich auf und streckte sich, legte ihren Kopf zur rechten wie danach zur linken Seite, da ihr Genick ein wenig steif geworden war.
Dann sah sie zu ihm herab und lächelte fein. Er schlief noch und schien von ihrer Bewegung nichts mitbekommen zu haben. Natürlich könnte sie ihn jetzt sanft aus dem Traumland zurück holen, mit einem Kuss oder Streichelheiten, jedoch stieg in ihr ein weiteres Mal der Schalk auf.
Lautlos glitt sie in die Höhe und zog sich ihre noch klamme Unterwäsche wieder an, die noch ein wenig an ihrer Haut kleben wollte, aber nicht mehr so arg durchsichtig war wie zuvor.
Daraufhin schlich sie sich zu dem sehr nahen Ufer, schöpfte in ihre Handflächen etwas Wasser und trank davon. Es schmeckte und wirkte belebend, ließ allerdings auch wieder ihren Magen knurren, da sie allmählich Hunger bekam.
Zum zweiten Mal ließ sie etwas von dem kühlen Nass in ihre Handflächen rinnen, erhob sich, drehte sich um, machte ein paar wenige Schritte und öffnete die Kuhle.
Grinsend konnte sie zusehen, wie das Wasser genau sein Gesicht traf und bestimmt eine großartige Wirkung auf seinen Zustand zeitigen würde. Wäre sie noch fieser gewesen, hätte sie es auf seine Hüfte gegossen, doch das hätte sie vermutlich nur getan, hätte er ihr nicht ebenfalls einen Höhepunkt beschert. So war sie zumindest ein bisschen gnädig zu ihm.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 26. Juni 2011, 12:32

Selig schlief der Mischling neben Janay, jene Frau, die sein Leben um einen unsagbar schönen Moment bereichert hatte. Doch nun war er erschöpft, brauchte Ruhe. Sein Körper holte sich diese und ließ ihn dösen. Er träumte von dem jüngst Erlebten, malte es sich in seinem Kopf noch herrlicher, noch bunter aus. Wenn es nach Kazel gegangen wäre, hätte sich das Erlebnis noch mehrere Dutzend Mal wiederholen können. Noch vollkommen im Land der Träume weilend, bemerkte er nicht, dass sich seine Angebetete nach einer Weile langsam löste. Trotz der Körperwärme, die sie sich gegenseitig schenkten, wurde es eben irgendwann kühl. Es war Zeit, zu den anderen zurück zu kehren, aber vorher hieß es für Janay, den Mischling zu wecken. Natürlich wandte sie ihre ganz eigenen Methoden an.

So riss es Kazel schlagartig hoch, als er Nässe spürte. In seinem Traum war er gerade wieder zwischen Janays Schenkel getaucht, liebte und vergötterte sie, aber dann presste sie jene zusammen. Die Luft ging ihm aus und er drohte, in ihrem Nektar aus Lust und Leidenschaft zu ertrinken. Prustend starrte er umher, auf allen Vieren hockend und war noch nicht ganz bei Sinnen. Aber wach war keine, zweifellos. Das Adrenalin pumpte durch seinen Körper, das Herz schlug kräftig und sämtliche Sinne waren darauf ausgerichtet, die Gefahr zu finden, ihr gegebenenfalls zu entkommen oder in der schlimmsten Not anzugreifen, um sich zu verteidigen. Zumindest galt dies, bis Kazel Janay entdeckte. Ihr Gesichtsausdruck genügte ihm, um die Situation als harmlos einzustufen. Aber auch er musste langsam grinsen, konnte es ihr doch nicht übel nehmen. Nicht nach ihrem gemeinsamen Moment absoluter Glückseligkeit. "Oh, du...", grinste er ihr entgegen. Dann sprang er auf. Sie hatte es ja nicht anders gewollt. Schon versuchte Kazel, sie zu fangen, um sie mit einer erneuten Kitzelattacke außer Gefecht zu setzen. Er haschte nach ihr, zwickte spielerisch oder schnappte wie ein kläffender Hund. Es weckte seine Lebensgeister mit ihr so herum zu tollen und die Bewegungen vertrieben die Steifheit aus seinen Gliedern. Schließlich hatte er eine ganze Weile auf sandig-hartem Untergrund geschlafen. Da verspannte sich schon so einiges. Kazel war das zwar gewohnt, nach zwei Jahren, in denen er nichts als die Stille Ebene sein Heim genannt hatte, aber es tat doch immer wieder gut, sich zu lockern.

"Dich krieg ich!", lachte er vergnügt. Nie zuvor hatte er sich so unbeschwert und frei gefühlt. "Komm her, dann kitzel ich dich, bis mich kichernd anflehst aufzuhören." Übermütig wie ein junger Rehbock sprang er ihr nach und achtete in keinem Augenblick auf seine Umgebung. Wer auch immer sie gerade beobachten könnte, Kazel würde diese Person nicht bemerken. Es war zu schön, mit Janay herum zu albern, als dass er sich dies von der Umwelt kaputt machen lassen wollte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Sonntag 26. Juni 2011, 14:46

Auch sie hatte sich erholen können in der Zeitspanne und konnte ihm an seinem entspannten Gesicht ansehen, dass er noch schlief. Obendrein war da ein seliges Grinsen auf seinen Lippen und sein bestes Stück zeigte bereits an, dass er angenehm träumte. Da konnte sie einfach nicht anders, als ihn etwas unsanft zu wecken.
Kichernd beobachtete sie seine Reaktion und freute sich wirklich drüber wie ein kleines Kind, das einen großen Coup gemacht hatte.
Hastig sprang sie zur Seite, als er sich aufrappelte und nach Luft schnappte, damit er auch den Platz dazu hatte. Schadenfroh grinsend sah sie ihm zu und legte den Kopf ein wenig schief.
"Hast du schön geträumt?", fragte sie frech und baute sich sogar breitbeinig über ihm auf, weil er sich kaum noch rührte, um das Nass los zu werden und um Luft zu bekommen. Die Hände stemmte sie dabei in die Hüfte und beugte sich grinsend vor, um ihn teilweise mit ihrem Anblick abzulenken.
Als er sie dann endgültig ansah und ebenfalls zu grinsen begann, wappnete sie sich innerlich schon dafür, seiner Rache zu entgehen, die bestimmt folgen würde. Da waren seine beiden Worte lediglich eine Warnung, sodass sie schon wegspringen konnte aus seiner Reichweite, als er in die Höhe kam.
Lachend wich sie ihm aus und blieb gerade so lange an einem Fleckchen stehen, bis er sie beinahe erwischt hätte. "Oooh, hab ich dich so erschöpft? Oder bist du immer so langsam?", neckte sie ihn und versuchte, ihn damit anzuspornen, obwohl es ihr auf dem begrenzten Raum schon ein wenig schwer fiel, ihm stets rechtzeitig zu entkommen.
Aber es war lustig und ihr Lachen nicht gekünstelt, vor allem, wenn sie schon durchs seichte Ufer platschte, weil sie sonst keinen Weg gefunden hätte.
Jedes Mal, sobald seine Finger sie streiften, quietschte sie noch mehr auf vor Vergnügen und bemühte sich um noch mehr Tempo.
Über die Schulter warf sie einen Blick zurück und lachte fröhlich. "Du solltest lieber wieder träumen, wenn du mich erwischen und so was von mir hören willst!", hielt sie frech dagegen und hätte sie lieber voraus sehen sollen.
Sie erwischte wieder die seichte Stelle und stolperte über einen kleinen Ast, sodass sie strauchelte und nur mit Mühe noch das Gleichgewicht halten konnte. Jedoch allein zu dem Zweck, dass er plötzlich von hinten gegen sie prallte und sie beide zu Boden gingen.
Hastig setzte sie noch alles daran, sich umdrehen zu können, um nicht mit dem Gesicht unters Wasser zu geraten.
Keuchend lag sie unter ihm, lachte und schlang Arme wie Beine um ihn, um ihn wenigstens von dem Vorhaben, sie zu kitzeln, abzulenken. "Na gut, hast mich doch erwischt. Und was jetzt, du großer, starker Mann? Wirst du meine Lage schamlos ausnützen?", gurrte sie und stupste mit ihrer Nase gegen sein Kinn, während sie die Brandung leicht fühlen konnte.
Durch das Laufen war sie erhitzt, sodass sie die Kühle des Wassers nur als erfrischend empfand.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 26. Juni 2011, 22:29

Wie kleine Kinder alberten sie herum, aber waren sie das nicht irgendwie für dunkelelfische Verhältnisse? Auf jeden Fall galten sie da beide als noch sehr jung. Jugendliche, die gerade das Leben voll auszukosten begannen und das taten sie. Kazel jagte Janay, so dass sie gezwungen war, schon durch das seichte Wasser zu tappsen. Er spritzte sogar einmal mit dem erfrischenden Nass nach ihr, verfehlte sie jedoch. Als sie ihn daraufhin keck verspottete, musste er lachen. Sie ihn erschöpft? Ja, ganz eindeutig, denn von Natur aus langsam war Kazel nicht. War nicht gerade seine Flinkheit eine besondere Stärke an ihm? Eine der wenigen, die er benennen konnte, denn Kraft wie ein Sintus besaß er nicht. Und doch hatte Xenia etwas in ihm gesehen. Irgendein Potenzial, das sie und auch Echzechiel bestätigte, dass Kazel ein gutes Mitglied der Bruderschaft sein könnte. Ja, seine Schnelligkeit musste doch dazu zählen.
Und nun bezichtigte ihn Janay der Langsamkeit? "Du hast alle meine Reserven aufgebraucht!", grinste er ihr mit gespieltem Vorwurf entgegen. Dann zeigte er aber das Gegenteil und sprang lauthals noch einmal auf sie zu. Erneut bekam er sie nicht zu fassen, berührte lediglich ihre Haut, was sie quieken ließ. Ihm gefiel ihr Geschrei immer mehr. Es war so heiter und unbeschwert. Wie lange hatte er selbst nicht so sein können und nun? Um sie herum herrschte Krieg, aber die bieden ließen sich im Moment nicht davon beeinflussen. Sie lebten, wie man leben sollte.
Er hechtete ihr aufs Neue nach. Sie schlug ihm im Lauf vor, dass er sich lieber den Träumen hingeben sollte, wenn er sie in flehender Haltung erleben wollte und diese Aussage spiegelte voll und ganz ihren Charakter wider. Janay war kein zartes Blümchen, das man betütteln und vor der großen, bösen Welt da draußen schützen musste. Auch dann nicht, wenn ein schwärmerischer Kazel das Bedürfnis dazu hatte. Er wäre im Augenblick sehr gern ihr Beschützer, denn Leibwachen standen jenen dicht zur Seite, die sie zu schützen hatten. Der Mischling musste sich eingestehen, dass er es mehr als genoss, Janay nahe zu sein. Sie ließ ihn alles Dunkle und Schlechte vergessen. Wenn er bei ihr war, fühlte er sich ... wohl.
"Ich will nicht mehr träumen. Dann verpass ich doch das hier!", rief er ihr zu. Entweder lenkte dies sie ab oder sie achtete einfach nicht auf den Grund. Plötzlich strauchelte Janay. Kazel erkannte, dass dies ein ungeplanter Unfall war und keine weitere falsche Spielerie, ihn zu necken. Er stürmte vor. Er wusste selbst nicht, warum ihn das so in Aufruhr brachte, aber er wollte Janay nun nicht mehr schnappen, sondern rettend auffangen, damit sie nicht zu Boden fiel. Doch anstatt ihm dies gelang, schaffte sie es, ihn zu packen, so dass sie beide zu Fall kamen. Kazel landete auf ihr, so war der Aufprall zumindest für ihn nicht ganz so unsanft. Aber vermutlich presste er Janay erst einmal die Luft aus de Lungen. Sodann richtete er sich gleich wieder auf, saß nun auf ihr und konnte auf ihren bezaubernden Körper herab schauen.
Schon nahm sie ihn in die Beinzange, was ihm ein ersticktes Keuchen abrang. Warum wurde er zu allem Überfluss auch noch rot? Langsam sollte er diese Verlegenheitsbekundung ablegen. Er schämte sich ja nicht einmal wirklich, es war ... er war einfach schüchtern! Aber sie ließ ihm ja auch nicht die Möglichkeit aufzustehen. Erneut befanden sich ihre Körper dicht beieinander und erneut wurde es Kazel unsagbar warm. Aber dann starrte er sie entsetzt an, dass sich das Licht des Tages in seinen großen, meerblauen Augen widerspiegelte.
"N-niemals würde ich ...! W-was ... denkst du denn von mir? Janay, ich könnte nie...!" Er war derart schockiert über ihren kleinen Scherz, den er leider etwas zu ernst nahm, dass sich seine Stimme während des Gestammels fast überschlug. Sofort wich er ihrem Blick aus. Dachte sie denn wirklich, er wäre einer von denen? Sein Körper wollte die Situation ausnutzen. Sie machte ihn fast wahnsinnig. Er begehrte sie schon wieder! Aber sein Verstand stand unter Schock und der obsiegte über den Instinkt. Kazel löste ihre Beine, stand auf. "Ich würde dir nie ein Leid zufügen." Große Worte.
Er reckte ihr die Hand entgegen, damit sie aufstehen konnte. "Vielleicht sollten wir langsam zurück."
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 29. Juni 2011, 16:36

Xenia musterte die beiden Turteltauben im See. Kazel ging hier ein ganz schönes Risiko ein. Sie blickte zu Sintus hin, der zum Glück für die beiden ruhig schlafend auf dem See herumtrieb. Sie legte ihren Kopf schief. Spielten die Hormone erstmals verrückt war es eben schwierig sich denen zu entziehen. Natürlich hätte man genau dies von einem Mitglied der Bruderschaft erwarten dürfen. Sicherlich ihre Regeln und Sitten waren nicht so keusch und streng wie jene ihrer radikaleren Brüdern – den Templern. Aber auch bei ihnen wurde viel Wert auf die ritterliche Disziplin gelegt. Besonders Sintus, der eigentlich schon lange sich seinen Platz bei den Templern hatte sichern wollen… doch nun war ihm der Krieg dazwischen gekommen. Dieser Krieg ging nicht nur die Bruderschaft und die Inquisition an, dieser Krieg ging alle freien Rassen Celcias an. Da war sich Xenia sicher. Ein Angriff allein auf Pelgar hätte keinen Sinn ergeben. Sie war davon überzeugt dass eine Invasion des Festlandes stattgefunden hatte. Alle Zeichen sprachen dafür, die Erzählungen der beiden Frauen über die Wiederherrichtung von Kosral zum Beispiel passte diesbezüglich perfekt ins Bild. Wie dachte sie eigentlich über das neue Pärchen in ihrer Gruppe?

Es war ihr egal. Solange sie nicht ständig ein Gezanke untereinander haben würden und Kazel trotz aller Hormonüberschüsse dennoch aufmerksam blieb, interessierte es sie wenig was die beiden taten. Obwohl es ihr schon seltsam vorkam wie schnell die beiden miteinander angebandelt hatten.
Sie wollte wieder nach den Beiden sehen aber sie waren hinter einer kleinen Bucht verschwunden. „Na prima.“ Murmelte sie. Wenigstens zwei die in Zeiten von Krieg, Folter und Vernichtung noch an Liebe denken konnten. Die Paladinin blickte zu Juduka hin, welche mit verschränkten Armen am Strand stand. Die Paladinin erhob sich. Rüstete sich wieder. Es tat gut wieder im Besitz der vollen Körperkraft zu sein. Verwundungen standen ihr schlecht.

Sie trat auf die Nachtelfe zu. Stellte sich neben sie hin und folgte ihrem düsteren Blick zu Sintus und den beiden anderen Frauen die noch im Wasser verweilten. Xenia schaute sie an. „Ihr habt mir das Leben gerettet Juduka, dass vergesse ich euch nie… und ich werde auch dafür sorgen dass es die Bruderschaft nicht vergisst.“ Juduka lachte auf ohne Xenia anzusehen. „Werden sie mir dafür in ihrer Gnade nur einem Bein die pelgarischen Stiefel überziehen?! Freilich ich mag keine Dunkelelfe sein…“ Nicht so wie die beiden dort im Wasser. Oh ja, während die drei Menschen diesbezüglich eine ziemlich schlechte Wahrnehmung hatte funktionierte diese bei Juduka sehr gut. Waldelfe… von wegen. Sie hatte gehört wie sie Lerium gesprochen hatte… als sie in der Höhle geträumt hatte. Sie war in der Nähe gelegen… und alle hatten sie für schlafend gehalten.
Aber sie hatte nicht die Intention dies der Menschin zu erzählen. Vielleicht würde ihr Janay noch von Nutzen sein. Erst musste sie herausfinden was genau sie von der Gruppe wollte. Eine Dunkelefe die von Kosral her kam. Das war doch kein Zufall. Vermutlich hatte sie einen Auftrag. Juduka war lange an Raxtian Tausendods Seite gewesen. Sie wusste beinahe alles über die anstehenden Truppenbewegungen und die Besetzungen. Ein Umstand der Gefährlich war. Denn sobald sie in einer noch freien Stadt oder einem Ort waren wo sich der Widerstand zusammenrottete würde Sintus wohl jegliche Information aus ihr hinausprügeln.
Sie musste rechtzeitig das Weite suchen. Soviel war klar.

Xenia liess sich durch Judukas gehässige Antwort nicht aus der Ruhe bringen. „Man wird nicht nach eurem Leben trachten, darauf habt ihr mein Wort. Wie kommt es überhaupt dass eine Nachthelfe die Invasion unterstützt?“ Judukas Lippen pressten sich aufeinander. „Krieg ist eine hässliche Krankheit mit vielen Auswucherungen. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber ich habe überlebt.“

Ganz so freiwillig war ihr Aufenthalt auf der Seiten der Dunklen Horde also nicht gewesen. Doch dies war eine andere Geschichte und Juduka befand dass diese Geschichte keinen was anging. Schon gar nicht die Bruderschaft. Sie würden es ohnehin nicht verstehen. Ausserdem war Juduka nicht der Typ der in der Vergangenheit lebte. Sie musste sich darum kümmern die Zukunft zu überleben.

Xenia nickte nur und wollte etwas anfügen, aber die Lichtmagierin hatte sich bereits abgewendet. Sie wollte nicht reden. Xenia liess es gut sein. Winkte Annabelle zu. Sie mögen doch langsam aus dem Wasser kommen. Die Rast hatte bestimmt allen gut getan, doch nun würden sie besprechen müssen wie es weiterging. „WO SIND DENN DIE ANDEREN?“ Rief sie Annabelle entgegen. Die zuckt nur mit den Schultern. „Kommen schon wieder…“ War ihre knappe Antwort. „Man sollte ja meinen sie sind erwachsen.“ Fügte sie hinzu. „Ja… sollte man meinen… “ Sie lächelte. Nur verhielten sie sich nicht immer so im Moment.

Sie sah davon ab Juduka zu fesseln. Für sie war die Nachtelfe keine Gefangene. Sicherlich hatte sie wichtige Informationen. Aber sie glaubte nicht dass die Nachtelfe wahnsinnig genug war alleine durch den Wald zu fliehen. Ohne Nahrung, ohne Proviant und vermutlich auch ohne Orientierung, schliesslich war sie nicht gerade im besten Zustand gewesen in letzter Zeit und ob sie jemals am Sternensee war bezweifelte sie.

Sintus war inzwischen ganz an den Strand angespült worden. Er schlief noch immer. Xenia trat auf ihn zu. Zog ihr Schwert und tippte ihn mit der Spitze leicht an. Sintus reagierte prompt. Riss seine Augen auf, packte die Schwertscheide mit den flachen Händen, drehte das Schwert weg und erhob sich schlagartig. „Wohlan denn Paladin, es ist Zeit die Rast zu beenden“ Meinte Xenia amüsiert über seinen Reflex. Sintus sah sich blinzelnd um. Entspannte sich endlich als er die Situation erkannte. Dann streckte er sich. „Ich fühl mich als hätte ich tausend Jahre geschlafen.“

„Wirklich?“ Erwiderte die Kriegerin überrascht. „Dann fühlst du dich ja bestimmt schrecklich alt?“
„Haha!“ Brummte Sintus und gab ihr das Schwert zurück. Xenia lächelte. Schlenderte zurück zum Baumstumpf während Sintus sich daran machte sich wieder zu rüsten. Dies dauerte seine Zeit.
Annabelle stiess einen lauten Pfiff aus. Ein Signal für die Turteltauben langsam hinne zu machen. Dann schwamm sie gemeinsam mit Talimée zurück ans Ufer. Annabelle brauchte nicht mal zu fordern dass Sintus wegguckte als sie nackt aus dem See stieg. Er tat es schon von alleine.

Dann folgte die Frage die kommen musste. „Wo sind die anderen beiden?“ „Sie kommen gleich.“ Meinte Annabelle knapp. Sintus nickte brummend. Blickte zu Juduka hin die etwas abseits stand. Er schaute zu Xenia hin. Diese schüttelte leicht den Kopf. Die beiden verstanden sich so wohl.
Xenia führte die Pferde zum See um sie trinken zu lassen. Juduka half ihr dabei. Dann war sie wenigstens weg von Sintus.
Annabelle trocknete sich ab und schlüpfte wieder in ihre Kleider. Man wartete auf die beiden letzten Gruppenmitgliedern.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Mittwoch 29. Juni 2011, 20:07

Janay empfand es als entspannend, wie sie sich in Kazels Nähe geben konnte. Da war niemand, der ihr ihre helle Hautfarbe vorwarf oder vor dem sie ihre Ohren verbergen müsste, keiner, der von ihr erwartete, sich züchtiger oder williger zu geben, oder der sie aus der Stadt jagen wollte. Somit konnte sie sich auf das kleine Jagdspiel zwischen ihnen auch völlig einlassen, lachte und lockte ihn, ohne über sonstiges nachzudenken. Bei ihm fühlte sie sich wenige Momente frei, ehe sie wieder darüber nachgrübeln müsste, wann er sie verraten würde an Sintus oder an jemand anderen.
So konnte sie auch ehrlich lachen, als er ihr den Vorwurf machte. "Oh, dann hast du aber eine sehr schlechte Kondition!", hielt sie dagegen und wollte ihm weiterhin entkommen.
Nur leider machte sie den Fehler, zu ihm zu sehen, anstatt vor sich, sodass sie strauchelte und sie beide zu Boden gingen. Wenigstens konnte sie verhindern, dass ihr Gesicht unter die Wasseroberfläche kam, und in dieser Stellung gleichzeitig ihre Beine um ihn schlingen.
Sie war außer Atem und entsprechend keuchend klang ihr Kichern, als sie ihm trotz allem verspätet eine Antwort geben konnte. "Oh, wie süß. Ich mache also deine Träume wahr?", neckte sie ihn weiter, als wäre der Sturz nicht passiert. Dabei bewegte sie ihre Hand und strich mit ihren Fingerspitzen über seine nasse Wange, als wolle sie seine Röte nachzeichnen, die sich schon wieder zeigte.
Auf ihren Lippen lag ein feines Lächeln. Er war noch immer so niedlich und schüchtern, obwohl sie sich inzwischen miteinander vergnügt hatten. Wie lange es wohl dauern würde, bis er sie nicht mehr so zuvorkommend und freundlich behandeln würde? Nun ja, sie würde es wahrscheinlich nie erfahren, weil sie zuvor das Weite suchen würde. War bestimmt besser so und würde auch ihr den ein oder anderen Traum ermöglichen, wie es hätte sein können.
Dann allerdings schien sie das Falsche zu sagen, denn seine Augen weiteten sich entsetzt, sodass sie innerlich schon seufzte. Er hatte sie falsch verstanden... Die junge Frau musste sich einfach wieder in Erinnerung rufen, wie unerfahren er in diesem Spiel noch war und dass er ihr Kokettieren nicht jedes Mal nachvollziehen konnte, weil er es nicht kannte.
Sie entließ ihn aus ihrer Beinumklammerung, als er sich lösen wollte, und ergriff danach seine helfende Hand, ließ sich in die Höhe ziehen. "Ach, Kazel...", seufzte sie milde, trat dichter an ihn heran und hauchte ihm ein Küsschen auf die Wange.
"Das war ein Scherz von mir. Was ich von dir denke, ist einfach, dass du noch unerfahren und niedlich bist, was du mit schüchterner Freundlichkeit kompensierst. Das ist selten und du solltest dir diese Eigenschaft behalten.", erwiderte sie ehrlich, was ihr nun selbst ein wenig unangenehm war.
So ließ sie ihm auch keine Zeit zum Antworten, sondern trat von ihm zurück und zwang ein Grinsen zurück auf ihre Lippen. "Doch jetzt zieh dir lieber was an. Ich hab Hunger und ich weiß nicht, ob du allen zeigen willst, was du gerade denkst."
Sie zwinkerte ihm zu und ging voraus ins Wasser, um in Richtung der anderen zu schwimmen. Dabei sah sie bewusst nicht zu ihm zurück, um sich nicht zu verraten, dass sie nicht so viel hatte preis geben wollen von ihrer Ansicht. Stattdessen suchten ihre Augen nach Talimée, von der sie noch was wissen wollte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 30. Juni 2011, 21:03

Janay und Kazel verband mehr als nur der Sex. Sie wussten es nicht und doch fühlte sich der Mischling aus nicht minderen Gründen in ihrer Nähe wohl, wie sie es in seiner Nähe empfand. Er konnte frei sein und das obwohl sie eine Dunkelelfe war. Es war bizarr und hatte lange gedauert, dass Kazel sich in der Nähe seinesgleichen aufhalten konnte, ohne sie in blinder Wut zu attackieren. Die Geisteswissenschaftlerin Landria hatte ihm hierbei mehr als geholfen. All sein Hass auf das dunkle Volk entlud sich nun nicht mehr gegen jeden des dunklen Volkes. Er konnte es fokussieren und auf solche abladen, die es verdienten: auf die wahren Feinde. Jene, die Pelgar angriffen und Krieg führten. Nicht aber auf Janay. In ihrer Gegenwart konnte er sich ganz normal verhalten und vor allem das tun, was sein Herz ihm sagte. Er brauchte keine Waffe in die Hand zu nehmen, sich nicht zu beweisen oder zu schützen, obwohl er selbst Angst hatte. Er brauchte überhaupt nichts als er selbst zu sein. Es gefiel ihm ungemein und doch gab es eben dieses scheue, unbeholfene Seite an ihm, die ebenfalls Teil dieser Freiheit war. Eine Seite, die weibliche Neckereien zweideutiger Art nicht begriff, was Janay aber umso niedlicher empfand. Es war Kazel. Er spielte ihr nichts vor. Sein Gemüt war so. Er war im Grunde ein guter Elf und trotz seiner Kindheit und Jugendjahre in Morgeria hatte er sich nicht der Gesellschaft angepasst. Er nutzte niemanden aus, war er doch selbst oft genug Opfer der Ausnutzung gewesen. Das machte ihn vielleicht ein wenig naiv, aber war es nicht besser als wenn er aus Eigennutz sogar über Leichen ging? Es gab so viele Dunkelelfen, die in diesem Fall verständnislos über sein Verhalten den Kopf geschüttelt hätten. Oder die versucht hätten, ihn aus dem Weg zu räumen. In ihren Augen war er eine Schande, ebenso wie Janay. Hagen Véllin, der Kommandant, der in Kosral stationiert und mit Janays Vater befreundet war, hatte es ihr erst vor kurzem sehr deutlich gemacht. Eine kleine äußere Abweichung genügte den meisten vom dunklen Volk schon, diesen Makel aus der Welt schaffen zu wollen.
Hier spielten derzeit zwei dieser mit Makeln behafteten Kinder Morgerias vergnügt am Ufer. Unvoreingenommen, sorglos und mindestens eines dieser beiden Kinder hegte bereits tiefere Gefühle für das andere. Kazel schaute Janay aus einem rot glühenden Gesicht heraus an. Er lächelte verlegen, als sie seine Wange berührte. Er wusste, dass er knallrot war, spürte die Hitze. Es stimmte, sie erfüllte ihm seine Träume. Träume, von denen er nicht wusste, dass er sie hatte oder dass Janay Teil davon war. So wundervolle und süße Träume. Seine Augen strahlten. Ob Janay wusste, was sie hier mit ihm anstellte? Das ging über gegenseitige Lustbefriedigung hinaus. Kazel verliebte sich. Mitunter ein Grund, warum er ihr niemals etwas antun oder sie ausnutzen würde, aber so hatte es Janay auch gar nicht gemeint. Sie versuchte, ihn zu beruhigen, was sehr gut funktionierte, wenn man es mit einem freundliche Kuss auf die Wange unterstrich. Er schloss kurz die Augen, um die Berührung ihrer Lippen noch intensiver spüren zu können und sich nicht vom Anblick der Umgebung ablenken zu lassen. Ihre Geste bescherte ihm einen angenehmen, warmen Schauer. Und dann spitzte er die Ohren aufmerksam.
Niedlich? Kazel lächelte schief, wollte etwas erwidern, aber Janay ließ es nicht zu. Grinsend wies sie darauf hin, dass er sich anziehen sollte, wenn sie wirklich jetzt schon zurück wollten. Sintus sollte schließlich keinen Verdacht schöpfen und die Frauen sich nicht erschrecken. Nicht, weil da etwas im Argen lag, zu groß oder klein oder überhaupt vorhanden war, sondern weil man sie ja langsam Sorgen machen konnte über die hoch aktuelle Potenz des Mischlings. Sie würden ihn noch für einen Triebhaften halten, wenn sie ihn ständig so ... standhaft erlebten.
Verlegen stieß er ein Lachen aus. "In Ordnung, ich verhülle ... den ungestümen Krieger." Schmunzelnd suchte er nach seinem Schurz. Wo steckte der denn überhaupt. Hatte er ihn in wilder Leidenschaft von sich geworfen? Nein, der war doch nur seine Beine herab und in den Sand der Uferböschung gerutscht. Kazel brauchte eine Weile, doch seine Suche sollte nicht unbelohnt bleiben. "Nun schau dir das mal an. Janay!" Unter einem Gebüsch ragte etwas Spitzes hervor. Er griff danach und förderte einen Stiefel zu Tage. Der zweite lag ganz in der Nähe. Es waren Janays Stiefel, die sie in der Nacht am See zurückgelassen haben musste. Sie hatten sich offenbar heute von einer anderen Seite genähert.
Der Mischling musterte das Schuhwerk. Es war noch gut erhalten, kaum verdreckt. Der Strauch hatte das Leder mit seinen dichten Zweigen und dem Blattwerk geschützt. Fröhlich, die guten Stücke - denn sie machten einen teuren Eindruck - gefunden zu haben und nun Janay zum Geschenk machen zu können überreichte er ihr die Stiefel. Dann überlegte er einen Moment, schüttelte den Kopf. "Gib sie zurück, die sollten besser nicht nass werden. Ich trage sie, dann kannst du besser schwimmen."

Anschließend ging es zurück zu den anderen. Diese hatten sich bereits aufbruchsfertig gemacht. Der allgemeine Gesundheitsstand hatte sich gebessert. Nicht nur Xenia hatte sich von ihren Verwundungen erholt, auch Juduka strotzte vor neuer Lebensenergie. Sintus hatte sich die Rüsung wieder angelegt und Annabelle die Ausrüstung zusammengepackt, außerdem scheinbar ihre Kräutervorräte erweitert. Talimée stand noch am Rand des Sees, blickte über diesen hinweg. Ihre Vision ließ ihr keine Ruhe. Sie hatte einen Keimling gesehen, der aufgequollen war und sich durch Erde ans Licht gegraben hatte, um in einem saftig grünen Spross zu enden. Janay hatte den kleinen Setzling gehalten. So verworren waren ihre Zukunftsgesichte noch nie gewesen oder zeigten die Bilder genau das, was sie gesehen hatte? In dem Fall würde ihre Herrin vermutlich demnächst ein wenig gärtnern. Aber was wollte das zweite Gesicht ihr damit sagen?
Noch verstand sie nicht, was sich anbahnte und doch wusste sie bereits wesentlich mehr als die Betroffenen. Jene beiden, die soeben aus dem Wasser stiegen. "Da kommen sie", rief Talimée aus und zeigte auf Janay und Kazel. "Oh Herrin, Herrin! Wo wart Ihr nur? Ich ... habe mir Sorgen gemacht." Das hatte sie wirklich. Es war beinahe so seltsam wie die Tatsache, wie schnell die beiden Elfen miteinander angebandelt hatten. Talimée müsste Janay nicht mehr dienen. Sie war befreit, was einen gewaltigen Unterschied zu sämtlichen anderen Elfen aus Neryan ausmachte. Und doch folgte sie ihr, gab ihr weiterhin den höheren Standestitel und beschwerte sich nicht einmal. Im Gegenteil. Die Waldelfe legte eine überaus hohe Loyalität an den Tag. "Wir wollen aufbrechen, Herrin. Lasst uns ein Pferd gemeinsam nutzen, dann können Annabelle und Juduka ebenfalls wieder reiten."

Kazel rieb sich die Füße über eine kleine Moosfläche in der Nähe, um sie zu trocknen. Dann trat er an Annabelle heran, die ihm seine Robe reichte. Dankend nahm er sie entgegen, stülpte sie über den Kopf und schaute zu Janay herüber. Sie befand sich in einer Unterhaltung mit Talimée, hatte also keine Zeit für ihn. Er sollte sich ohnehin auch mal den anderen widmen. So schritt er an Juduka vorbei, schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. Er hatte sie nicht vergessen und auch nicht die Worte des Paladins. Die Bruderschaft macht keine Kriegsgefangenen. Er musste mit Xenia sprechen, auch über Janay. Würde er sie verraten, jetzt, nachdem er mit ihr geschlafen hatte? War er doch nicht so freundlich und niedlich, wie sie ihm eben noch lobend vorgehalten hatte?
"Magier wäre ich wohl auch nicht geworden, wenn sich bei mir Potenzial gezeigt hätte", versuchte er es im Plauderton und ließ die Robe schlackern. "Ein Lederharnisch ist mir wirklich lieber. Wie geht es dir - Partnerin? Und wie soll es weitergehen?" Er blickte zu Sintus. "Soll ich weiter versuchen, die Gruppe durch den Wald zu führen? Ich könnte zumindest Wege finden, die den Pferden keine unnötigen Hindernisse bieten."
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 1. Juli 2011, 22:00

Für die junge Frau bestand bisher keine Verbindung, weder zu Kazel, noch zu Talimée. Sie mochte beide, durchaus, und es war von ihrer Seite auch gewiss nicht so böse gemeint, wie es klingen würde, wenn sie es aussprechen würde. Es lag einfach daran, dass Janay sich nicht binden möchte, an niemanden und auf keine Art und Weise.
Dass es hingegen andere Umstände geben könnte, die sie zu etwas mehr Sesshaftigkeit zwingen könnten, war ihr natürlich noch nicht bewusst. Sie dachte ja nicht einmal mehr daran, dass sie ihre verhütenden Kräuter viel zu lange nicht mehr genommen hatte, ja, sie nicht mal bei sich hatte. Es war viel zu viel geschehen in der letzten Zeit, als dass sie sich daran erinnert hätte. Denn dieser Vorgang, dass sie sich daraus einen kleinen Aufguss gemacht und ihn getrunken hatte, war viel zu gewöhnlich für sie geworden, als dass sie noch bewusst daran gedacht hatte. Noch dazu jetzt, wo sie außer Kazel es nicht auf Kunden anlegte und ihre Dienste anbot.
Der Mischling war einfach eine Ausnahme gewesen, um ihn stärker an sich zu binden und ihre Haut zu schonen, weil sie Angst vor Verrat hatte, solange sie in Greifweite von Sintus war. Und dass sie ihn noch mehr mögen könnte, als ihn nur niedlich zu finden, wollte sie sich nicht einmal in ihren Träumen eingestehen. Es wäre für sie mit einer großen Menge Gefahren verbunden, weil sie einfach angreifbarer wäre, als wenn sie der Welt die kalte Schulter zeigen könnte, da ihr niemand etwas bedeutete. So jedoch müsste sie dann Rücksicht nehmen, könnte nicht egoistisch ihre eigenen Wege gehen und hätte ständig Angst davor, dass ihre Vergangenheit ans Licht kommen könnte.
Dadurch wollte sie sich nun mal nicht binden und hatte es auch nicht vor. Dass es ihr hingegen passieren könnte, wollte sie ebenfalls nicht wahrhaben. Was allerdings nicht bedeutete, dass sie sich jetzt nicht erst mal ausgelassen zeigte und das nicht vorspielen musste, weil er sie zum Lachen brachte und ihre Beherrschtheit vergessen ließ.
Sie war zwar schon 18 und in menschlichen Maßstäben erwachsen, als Dunkelelfe jedoch war sie noch fast ein Kind. Was sie viel zu lange hatte aufgeben müssen, sodass es ihr jetzt umso wohler tat, es wieder heraus lassen zu können.
Wie viel Glück sie gehabt hatte, Kazel erst jetzt zu begegnen, ahnte sie nicht. Vielleicht würde sie es von ihm später hören, dass er früher sofort jedem von seiner Rasse an die Gurgel gegangen wäre, vielleicht aber auch nicht. Und er achtete nicht darauf, dass sie nicht vollkommen so aussah und sich gab wie jemand ihrer Art. Das war mehr als angenehm für ihr Gemüt. Andere würden keinen Unterschied machen, doch immerhin hatte sie es kennen lernen dürfen von zwei Personen normal behandelt zu werden, obwohl sie einen Teil der Wahrheit kannten.
Eigentlich hätte gerade das sie veranlassen sollen, zu überlegen, ob sie trotz allem länger bei ihnen bleiben könnte. Allerdings soweit war sie noch nicht. Hinzu kam seine erfrischende, schüchterne Art, die sich so sehr von den übrigen Männern unterschied, die sie erlebt hatte. Er gefiel ihr dadurch umso mehr, ohne jedoch ein schlechtes Gewissen zu bekommen, weil sie ihn ein wenig manipulierte, um sich selbst Sicherheit zu gewähren. Dafür hatte sie ihm ein wenig Vergnügen bereitet und es ebenfalls genossen, auch wenn es einmalig sein sollte laut ihrem Plan.
Aber auch sie hatte trotz ihrer Herkunft keinen Charakter, der über Leichen ging. Wenn es nötig war, konnte sie sehr eigennützig sein und manchmal ein bisschen skrupellos, doch sie machte so etwas nur in höchster Not und wenn es sich nicht vermeiden ließ.
Was genau sie alles in ihm auslöste, wusste sie natürlich nicht, allerdings hatte sie ein wenig Erfahrung und konnte sich einiges vorstellen. Dennoch an die Wahrheit kam es nicht völlig heran, da es für sie unvorstellbar war, dass er durch dieses Abenteuer tiefere Gefühle entwickeln könnte. Hätte sie es hingegen auch nur im Mindesten geahnt, hätte sie sich vermutlich zweimal überlegt, ob sie weiterhin mit ihm kokettierte und ihm so nahe kam, um es nicht noch schlimmer zu machen in ihren Augen. Ja, sie war selbstverständlich dazu da, um Männerträume zu wecken und zu befriedigen, jedoch nicht, um ein Herz zu erwärmen. Das war nicht ihre Welt und verband sie allein mit Schwäche. Diesen Fehler hatte sie einmal begangen und nicht vor, ihn zu wiederholen, egal, wie anders Kazel war.
Um so etwas aber machte sie sich jetzt gewiss keine Gedanken, sodass sie ihn eher beruhigen wollte und ihm deswegen auch ein Küsschen auf die Wange gab. Danach gestand sie ihm mehr von ihren Empfindungen, als sie vorgehabt hatte. Deswegen wollte sie auch rasch zu den anderen zurück, um sich diese Peinlichkeit nicht anmerken lassen zu müssen.
So kicherte sie lediglich flüchtig und war schon im Wasser, als er sie noch einmal zurück rief. Sie drehte sich um und blieb an der Stelle, doch sie war noch nahe genug, um mit ihm reden zu können.
Als sie dann ihre Stiefel sah, schwamm sie dennoch erneut zu ihm und kam halb heraus. "Oh, wo hast du die denn gefunden? Ich hab gar nicht mitbekommen, dass du sie mir ausgezogen hattest.", erwiderte sie ehrlich, denn sie hatte gedacht, es wäre später jemand in der Höhle gewesen und hätte sie an einem der Sättel befestigt, wo sie diese nicht mehr beachtet hatte bisher.
Als er ihr das Schuhwerk zurück geben konnte, konnte sie die Freude in seinem Gesicht erkennen, vermutlich, weil er sie entdeckt hatte.
Sie lächelte dankbar und nahm sie entgegen, warf einen kurzen Blick hinein und sah den Dolch wieder, den sie erhalten hatte, um sich verteidigen und etwas nützlich machen zu können.
Seine Worte ließen sie aufsehen und fein grinsen. Knapp nickte sie, zögerte aber noch kurz und sah dann die Stiefel an. "Hört ihr? Kazel wird euch tragen. Passt gut drauf auf, dass er über Wasser bleibt.", sprach sie zu ihnen, als wären sie lebendige Wesen, und musste selbst leise über ihre Neckerei lachen, als sie das Schuhwerk wieder in seine Hände drückte. Wobei sie es nicht lassen konnte, mit ihren Fingern kurz die seinen zu berühren.
Dann schwamm sie ihm wieder voraus und konnte sich dabei gleichzeitig reinigen. Janay kümmerte es recht wenig, was die anderen derzeit taten, sie suchte mit ihren Blicken Talimée.
Diese stand am Ufer und schien schon auf sie zu warten. Ein Lächeln kräuselte ihre Lippen und sie winkte einmal kurz, um die Augen in ihre Richtung zu lenken. Sie und Kazel hinter ihr wurden entdeckt und näherten sich dem Ufer.
Als sie gerade heraus stieg, ohne sich um ihre offenherzige Aufmachung durch die nasse Seide an ihrem Leib zu kümmern, hörte sie schon die Dienerin sprechen. Ihre Augenbraue hob sich leicht an, allerdings blieb das Lächeln auf ihren Lippen.
"Keine Sorge, ich hatte einen großen Krieger bei mir, der auf mich aufgepasst hat.", erwiderte sie gelassen und zwinkerte der anderen sogar zu, ehe sie nickte. "Können wir machen. Jedoch zuvor wollte ich dich was fragen, komm mit."
Sie griff sich die Stiefel, die Kazel auf den Boden gestellt hatte, und ging mit der Waldelfe zu dem Stoffberg, der ihr Kleid war.
Daneben stellte sie ihre Schuhe ab und hielt das Stück hoch. "Denkst du, können wir den Rock etwas kürzen? So ungefähr auf Kniehöhe wäre sehr gut, dann hätte ich mehr Bewegungsfreiheit. Und es ist staubig..." Sie seufzte leise und grinste leidend. "Wäre die Magie in dem See wohl böse, wenn ich darin meine Sachen wasche?" Ihre Stimme hatte einen lockeren Plauderton angenommen, ein Ergebnis der Zeit, die sie mit dem Mischling allein verbracht hatte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. Juli 2011, 22:01

Sintus musterte die beiden kühl als diese gerade zur Gruppe stiessen. Sein Blick blieb auf Janay Körper haften. Ihre Brüste waren durch den nassen Stoff hindurch ziemlich… deutlich zu sehen. Sowas hinterliess selbst bei einem gestandenen Paladin wie Sintus ein gewisses ziehen in den Lenden. Er lenkte sich damit von ihrem Anblick ab, dass er sich über die beiden zu ärgern begann.

Natürlich waren die mal wieder die letzten, wer denn sonst? Sie würden warten müssen bis die beiden einigermassen trocken waren. Er selbst fühlte sich ausgeruht und aufgetankt und er hatte für ein paar Minuten von seinen Sorgen völlig abkommen können. Doch nun waren sie zurückgekehrt. Denn sie würden nicht ewig an diesem See verweilen können. Wenn er die beiden so beobachtete, fragte er sich, ob der ganze Kontakt mit Janay für Kazel wirklich nur ein Auftrag war, oder ob da bereits schon mehr dahinter steckte. Er hoffte letzteres nicht. Kazel hatte seine zweite Chance für die Bruderschaft bekommen… er würde die Konsequenzen zu tragen haben wenn er sie nicht nutzte. Seine Brauen zogen sich zusammen. Immerhin war Kazel ein Mörder. Er hatte Landria Sinal getötet. Ein angesehenes Mitglied der Bruderschaft. Keine würde ihre Dienste ersetzen können. Ihr Tod hatte einen herben Rückschlag für die Bruderschaft bedeutet. Gerade jetzt, in Zeiten wie diesen. Er schnaubte. Er hatte Landria gemocht. Natürlich, sie waren keine Waffengefährten oder etwas ähnliches gewesen. Aber wenn man zur Bruderschaft gehörte, besonders zu den höheren Rängen, dann kannte man sich eben einfach. Sie hatte ihm einiges über ihre zwei Kinder erzählt die fern ab von ihr aufwachsen mussten. Es würde wohl an ihm liegen sie darüber aufzuklären dass Mutter nie wieder auf Besuch kommen würde.
Er knirschte mit den Zähnen. Ballte seine Pranken zu Fäusten. Er hatte das Gefühl dass sich der Mischling gar nicht bewusst war wie froh er sein konnte überhaupt eine zweite Chance bekommen zu haben. Äusserst dankbar zeigte er sich diesbezüglich ja nicht gerade. Na ja, es war sein Leben. Sintus hatte nur dafür zu sorgen nicht plötzlich ein Messer in den Rücken gestossen zu kriegen.

Judukas Blick war wach und forschend als Kazel an ihr vorbeitrat. Sie schaute ihm lange nach. Sagte aber nichts. Die Gedanken der mysteriösen Nachtelfe, blieben geheimnisvoll und für die anderen der Gruppe unergründlich.
Xenia stand bequem, mit verschränkten Armen in der Nähe des Ufers und blickte auf den Sternensee. Sie schien nachdenklich zu sein. Auch sie überlegte sich bereits die nächsten Schritte. Ein Merkmal der Bruderschaft, sei immer zwei Schritte voraus!

"Magier wäre ich wohl auch nicht geworden, wenn sich bei mir Potenzial gezeigt hätte", Sie drehte sich zu ihm herum. Lächelte ihm zunickend entgegen. Sie strahlte wieder ihre alte Grösse aus… und die war gewaltig. Eine Festung von einer Frau. Sie blickte wieder zum Wasser. Kramte dann in ihren Taschen. „Man sollte sein Potenzial immer erkennen und ausschöpfen. Manchmal könnte es von Nutzen sein.“ Sie zückte eine kleine Nähnadel. Nun sie hätte Janays Rock sicherlich weniger heftig verunstaltet wie Talimée es gerade tat. Aber ihr ging es nicht ums Nähen. Sie hielt die Nadel in die Sonne. „Dieses Ding in den Rachen gestossen. Verheerend. Meine kleine Geheimwaffe. So eine Nadel wird praktisch nie entdeckt.“ Meinte sie schliesslich. „Manchmal zwingt einem das Schicksal dazu, plötzlich neue Wege einzuschlagen.“
"Ein Lederharnisch ist mir wirklich lieber. Wie geht es dir - Partnerin? Und wie soll es weitergehen?" Sie schaute zu ihm hin. „Im Moment würde die Robe aber…mehr…kaschieren… na ja… wenn sie trocken wäre.“ Sie machte eine kurze Pause. „Danke der Nachfrage. Mir geht es gut. Ich bin vollständig wiederhergestellt und zu allem entschlossen. Die nächsten Schritte? Nun, wir müssen Verstärkung für Pelgar organisieren. Doch die Wege nach Norgot sind nicht sicher. Über Andunie gab es berichte von den Flüchtlingen, dass dieses bereits eingenommen wurde. Mein Vorschlag wird sein nach Zyranus zu ziehen um die hiesigen Magier für unsere Sache zu gewinnen. Das Heer ist sehr gross. Grandessa und Jorsan allein können da nicht helfen… und zusammen werden sie sich nicht verbrüdern, die haben ihre eigene Fehde. Zyranus ist somit das nächste zu erreichende Ziel.“
Sintus näherte sich den beiden.

"Soll ich weiter versuchen, die Gruppe durch den Wald zu führen? Ich könnte zumindest Wege finden, die den Pferden keine unnötigen Hindernisse bieten." „Wir werden uns nachher kurz absprechen wie wir weiter verfahren wollen.“ Meinte er knapp. Er nahm Kazel auf die Seite. „Hast du mir was zu berichten. Wie ich hörte hast du viel…Zeit mit ihr verbracht. Ich will alles wissen.“ Er schaute ihn erwartungsvoll an. Die beiden waren schliesslich seit der Ankunft am Sternensee immer beieinander gewesen und Sintus konnte sich schlecht vorstellen dass sie sich ausschliesslich um die Körperpflege gekümmert hatten. Er ahnte ja nicht was die beiden wirklich gemacht hatten während er geschlafen hatte.

Janay wurde inzwischen von Talimée abgefangen und zur Seite genommen.

"Euer großer Krieger wirkt zufrieden", stellte siemit einem Blick in Kazels Richtung fest, als dieser an ihr und Janay vorbei zog. "Konnte er sich beweisen?" Sie zückte einen Stoffstreifen, der eindeutig von ihren Gewändern stammte, um Janays Haut damit trocken zu reiben. Das hatte sie offensichtlich bereits bei sich selbst getan. Es mangelte der Gruppe doch an Ausrüstung, einfachen Kleinigkeiten, die eine solche Reise erleichtert hätten. Doch Janay ließ sich jetzt nicht an Ort und Stelle trocknen, sie wollte mit Talimée sprechen. Artig folgte die Elfe, bis beide Frauen etwas abseits standen. Sie lauschte der Bitte ihrer Herrin, dann nickte sie.
"Macht Euch keine Sorgen, Herrin. Lasst mich nur machen. Ich kriege das im Nu hin. Setzt Euch, ich mache das." Sie griff nach dem Kleid und begann mit flinken Fingern, die Nähte aufzuzupfen. Sie war wirklich sehr geschickt. Mit einer Schere oder einem kleinen Messer hätte es allerdings noch besser geklappt. Aber Talimée machte ihre Sache gut und sogar schnell. Es dauerte nicht lange, da hatte sie einen Großteil des Stoffes abgetrennt. Leider nicht ganz auf Kniehöhe, sondern etwas kürzer geraten, aber daran ließ sich nun nichts mehr ändern. "Den Reststoff sollten wir nicht fortwerfen", meinte sie, während sie ihn schon wieder zum See brachte, um ihn zu waschen. Ihre Herrin sollte keinen Finger unnötig krümmen, dies war die Aufgabe einer Dienerin. "Der Stoff kann in kalten Nächten als Überwurf für Euch dienen, Herrin." Sie senkte den Blick. Doch dann fragte sie: "Herrin? Ist in Euren Händen jemals ein Schößling aufgegangen? Beherrscht Ihr Naturmagie?" Noch immer musste sie an ihre Vision denken, versuchte, diese zu deuten.

Annabelle und Juduka hockten sich auf einen Baumstumpf und warteten. Xenia stiess bald darauf zu ihnen und begann bereits mit ihnen über die nächsten Schritte zu debattieren.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 7. Juli 2011, 11:54

Nun war die Gruppe wieder beisammen, aber Sintus hatte mit seinen Überlegungen schon Recht, wenn er meinte, dass sie nun Zeit verlören. Allerdings schien er mit dieser Meinung vollkommen allein da zu stehen. Jedenfalls beklagte sich niemand darüber, dass Kazel und Janay ein wenig länger fort gewesen waren und nun erst einmal trocknen mussten. Genug Zeit aber auch, um die weitere Lage zu besprechen und Pläne zu schmieden. Der Mischling begab sich zu seiner Kriegspartnerin und gewissermaßen auch Mentorin unter der Bruderschaft. Echzechiel mochte diesen Stellenwert zwar ebenso einnehmen, aber er war nicht hier. Hoffentlich fanden sie ihn und die Flüchtlinge irgendwann. So groß konnte dieser Wald doch nicht sein!
Als Kazel noch unter freiem Himmel in der Stillen Ebene gelebt hatte, war ihm der Eldoras nur als dunkelgrüner Landstreifen am Rand der Eben bekannt gewesen. Eine natürliche Grenze, die er niemals übertreten hatte, genauso wenig wie den Neldoreth im Westen oder das Drachengebirge im Norden. Die Stille Ebene hatte einen von der Natur geschaffenen Zaun besessen und Kazel hatte sich in "seinem" Territorium eigentlich immer recht wohl gefühlt. Manchmal war er gezwungen gewesen, die Fischer oder umher ziehende Reisende zu überfallen, aber niemals war er dabei so skrupellos vorgegangen, als dass er jemanden getötet hätte.
Inzwischen hatte sich einiges verändert. Er war zum Mörder geworden - schon wieder. Die Liste wuchs und er wusste, sie würde sich noch um einige Einträge erweitern. Er konnte nur hoffen, dass diese Einträge den dunklen Völkern zugeschrieben werden konnten. Kazel hatte vor, auf der Seite der Menschen zu kämpfen. Für die Bruderschaft, die ihm mehr als eine Familie geworden war, obgleich er noch nicht lange unter ihnen weilte. Umso wichtiger, dass er diese Bande nicht reißen ließ. So bemühte er sich nun auch, die Kontakte zu pflegen, die er aufgebaut hatte. Natürlich konnte er niemals allen die gleiche Aufmerksamkeit widmen. Jetzt allerdings verdiente Xenia, dass er auch einmal wieder etwas Zeit mit ihr verbrachte. Es tat ohnehin gut, sie wieder putzmunter zu sehen - unüberwindbar. Sie war eine so starke Persönlichkeit. Kazel bewunderte diese Frau bereits im Stillen.
"Magisches Potenzial ist bei mir nicht vorhanden, war es nie. Seltsam, nicht wahr? Wo ich doch ein Elf bin und gerade die als sehr magisch begabt gelten." Er schmunzelte, doch es wandelte sich schnell in ein altbekanntes Glühen seiner Wangen um, als Xenia eine sichtbare Ausbuchtung seiner Robe ansprach. Verlegen schaute er zur Seite. "Janay und ich ... sind uns ... näher gekommen", murmelte er, ziemlich leise. Aber die Worte waren eindeutig. Kein Wunder, waren die beiden so lange fort gewesen. Xenia würde sich schon ihren Teil dazu denken können. "Stimmt es, was Sintus mir sagte? Macht die Bruderschaft keine Gefangenen?" Zum einen stellte Kazel die Frage, um von seinen Körperreaktionen abzulenken. Zum anderen fürchtete er sich vor der Konfrontation mit dem Paladin. Diesem war er nämlich noch einen erledigten Auftrag schuldig. Er würde Janay verraten müssen und das hieß, dass sie von Sintus garantiert sofort zum Feind erklärt würde. Die Bruderschaft macht keine Gefangenen.
Oder sollte er sich weigern? Das hieß, die Bruderschaft des Lichts zu verraten. Er schielte zu Xenia herüber. Damit würde er auch sie hintergehen. Er steckte tief in einer Zwickmühle fest und wusste sich nicht zu helfen. Diese Gedanken lasteten schwer auf ihm. Langsam wurde es zur Gewohnheit, dass er andere verriet. Man zwang es ihm auf, aber warum geriet er auch immer wieder in eine solche Position? Es war zum Haare raufen! Vor allem nagten die Gedanken so stark an ihm, dass er darüber hinaus die Konzentration für das Wesentliche verlor. Er musste dringend eine Entscheidugn treffen.
Dieses Los nahm ihm Sintus ab, als er sich zu den beiden gesellte und Kazel beiseite nahm. Dieser schluckte leer. Jetzt war der Moment also gekommen. Er fühlte sich schlagartig furchtbar elend. Es gab keine Ausweichmöglichkeit mehr. Kazel starrte Sintus an. Der Paladin sprach ruhig zu ihm. Offenbar hatte er sich auch endlich einmal etwas Erholung gegönnt. Gleich würde sein Blutdruck steigen. Der Mischling konnte ihm nicht alles erzählen und außerdem hatte er seinen Auftrag im Grunde nicht einmal erledigt. Was wusste er nun schon mehr von Janay? Abgesehen von den vielen Stellen ihres Körpers, die er hatte kennen lernen dürfen, war da nichts. Er hatte sie nicht weiter nach ihrem Grund gefragt, bei der Gruppe zu sein. Er kannte nur Tatsachen, die auf der Kenntnis beruhten, dass sie eine Dunkelelfe war. Sie hatte ihm gedroht, dieses Geheimnis nicht preiszugeben und eigentlich wollte er es nicht tun. Er ahnte, was man mit ihr anstellen würde. Ein gnadenvoller, schneller Tod wäre schon eine Sonderbehandlung. Kazels Magen verkrampfte sich.
Doch Sintus stand da, erwartungsvoll, dass ihn das junge Bruderschaftsmitglied endlich aufklärte. Man hatte ihm diese Chance eigneräumt - die letzte in seinem Leben? "Sie ist keine Gefahr, dessen bin ich mir sicher." Konnte er das so einfach sagen? Wie konnte sich Kazel überhaupt seiner Sache sicher sein? Er wusste nichts von Janay! Oder doch? Sie hatte ihm indirekt vieles anvertraut, Andeutungen gemacht, dass auch ihr Leben nicht einfach gewesen war. Sie hatte sich keinen Moment lang skrupellos gezeigt, im Gegenteil. So wie sie sich benahm, ließ sie sich nicht in den Rahmen pressen, den Kazel für Dunkelelfen aufgehängt hatte. Sie passte ebenso wenig in das Volk wie er und doch zählten sie beide dazu.
Er atmete durch. "In Ordnung, Sintus. Du willst alles wissen. Gut. Aber behalte bitte im Hinterkopf, was ich bereits gesagt habe. Sie ist keine Gefahr für uns. Ich weiß es." Noch einmal holte er Luft, ließ den Paladin ganz schön zappeln. Aber dann kam alles heraus. Kazel verriet Janay an die Bruderschaft.
"Sie stammt aus Morgeria. Sie ist eine Dunkelelfe und offenbar von dort geflohen. Mit dem Krieg hat sie nichts zu schaffen, sie ist ein Opfer der aktuellen Umstände. Ich nehme an, deshalb hat sie gelogen und sich als Waldelfe ausgegeben. Auf ihresgleichen ist momentan niemand gut zu sprechen. Ein Umstand, für den sie nichts kann. Und diese Dinge sage ich nicht, weil ich sie inzwischen lieb gewonnen habe. Es sind Tatsachen, Sintus, wie auch immer meine Empfindungen ihr gegenüber sind, weil ... weil ..." Jetzt stammelte er. Die zuvor noch vorhandene Festigkeit und Bestimmtheit, die Kazel an den Tag gelegt hatte, zerfiel wie ein Kartenhaus. Er schaute zu Boden, konnte dem Paladin nicht in die Augen sehen. Darin würden nämlich gleich Zornesfeuer explodieren. Er schloss kurz die Augen, dann gab er auch noch die letzte Information preis: "Wir haben miteinander geschlafen. Aber das hat nichts mit der Erfüllung meines Auftrages zu tun. Sie steht nicht auf dunkelelfischer Seite oder glaubst du, sie würde dann mit einer Waldelfe reisen und diese auf gleicher Ebene behandeln? Nein, sie ist anders als die Dunkelelfen, die ich kenne. Und ich kenne einige, ich habe in Morgeria gelebt." Er seufzte, drehte sich von dem Paladin ab. Die Entschlossenheit kehrte zu ihm zurück. Der Mischlingself straffte die Schultern. Ein letzter Blick aus meerblauen, funkelnden Augen zu Sintus. "Ich finde es gut, dass die Bruderschaft keine Gefangenen macht. Als Verbündete ist mir Janay nämlich viel lieber. Und jetzt werde ich zu ihr gehen und beichten, dass ich sie verraten habe." Er wandte sich endgültig ab.
Seine Gedanken rasten. In seinem Kopf herrschte Chaos. Was würde Janay davon halten? Er hatte ihr ein Versprechen gegeben, das Geheimnis zu wahren. Er hatte es nicht gehalten. Hoffentlich würde sie seine Entscheidung verstehen und akzeptieren. Kazel beschleunigte seine Schritte. Es hatte keinen Sinn, sich davor zu drücken. Er musste sie erreichen und ihr alles sagen, ehe Sintus handelte. Er musste sie vor dem Zorn des Paladins schützen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Donnerstag 7. Juli 2011, 14:58

Die junge Frau wusste um ihre Wirkung, hatte sie auch oft genug geübt, um es besser einschätzen zu können, und im Moment kümmerte es sie nicht sonderlich. Da sie nicht schamhaft war und außerdem es sowieso nicht ändern konnte, benahm sie sich nicht schreckhaft in ihrer nassen Unterwäsche. Stattdessen behielt sie den Kopf oben und tat, als wäre überhaupt nichts und sie trüge ganz normale, blickdichte Kleidung.
Dass die anderen schon fertig zum Aufbruch waren, war ihr ebenfalls relativ gleich. Sie würde erst einmal in Erfahrung bringen wollen, wohin es nun gehen sollte, und auch, wann sie sich wieder um Essen kümmern würden. Janay hatte ihren grummelnden Magen nicht vergessen.
Obendrein wollte sie sich um ihre Kleidung kümmern, weswegen sie Talimée mit sich nahm zu dem Stoffberg, wo Kazel ihn hatte fallen lassen wegen ihres Lockens. Auch sie war dabei, sich ihre nächsten Schritte zu überlegen, wobei sie erst einmal damit beginnen wollte, das Kleid etwas praktikabler zu gestalten. Da sie in Handarbeiten noch nie sonderlich gut gewesen war und es außerdem ein waldelfisches Kleid war, wollte sie die Hilfe ihrer Dienerin natürlich nützen.
Über die Dunkle Armee oder gar über Pelgar machte sie sich hingegen überhaupt keine Gedanken. Es interessierte sie auch nicht, solange sie nicht mittendrin steckte und einen Ausweg finden müsste.
Lediglich aus Zufall dachte sie genau wie Xenia an Zyranus, weil die Gefahr dorthin noch nicht gedrungen war, soweit sie wusste. Und sie würde sich sehr vehement verstecken müssen, um weder von ihrem Erzeuger, noch von Véllin und seinen Häschern je gefunden werden zu können. In Zyranus würden auch ihre Ohren nicht auffallen, sodass sie nicht ständig darauf achten müsste, und sie könnte sich dort womöglich auf eine gewisse Zeit ein neues Leben aufbauen können.
Allerdings würde sie nicht sofort aufbrechen, sondern ihren Weggang diesmal besser einplanen, damit weder Talimée, noch Kazel einen Grund hätten, sie diesmal aufzuhalten. Außerdem war sie inzwischen vernünftig genug, dass sie der anderen erst klar machen wollte, dass sie in dieser Gruppe trotz allem besser aufgehoben wäre, als wenn sie bei ihr bleiben würde. Vielleicht hätten sie nachher ein bisschen Privatsphäre, wenn sie gemeinsam auf einem Pferd reiten würden, sodass sie die Chance nützen könnte.
All das schoss ihr durch den Kopf, bis die Dienerin sie ansprach. Janay lachte leise und bekam ein amüsiertes Funkeln sogar in den Augen. "Ja, konnte er. Und ich will auch meinen, dass er zufrieden ist." Sie zwinkerte ihr frech, fast schon übermütig zu, als wäre es in der Gesellschaft gewöhnlich, so rasch sich mit jemanden zu vergnügen. Für die junge Frau war es das schließlich auch und im Moment war sie noch zu heiter gestimmt, als dass sie sich in die Normen wieder hinein gepresst hätte.
Auf dem Weg zu dem Kleid bemerkte sie aus dem Augenwinkel den Stoffstreifen und nahm ihn auch entgegen, nachdem sie ihr eigenes Vorhaben erwähnt hatte, um sich selbstständig abzutrocknen, zumindest Gesicht und Haare ein wenig. Sie war noch immer viel zu unabhängig, als dass sie jemanden dauernd um sich haben wollen würde, der sich für sie Arbeit machte.
Deswegen seufzte sie auch leise, als Talimée darauf bestand, das mit dem Kleid selbst und allein zu machen.
Janay lächelte schmal und fand tatsächlich einen Stein in unmittelbarer Nähe. "Du weißt, dass du mich nicht länger bedienen musst.", sprach sie gerade laut genug, dass die Waldelfe es hören konnte. So sehr das auch zur Tarnung gehörte, sie wollte die andere nicht ausnützen, das erinnerte sie zu sehr an ihre Eltern und Véllin.
Auch wenn sie eingestehen musste, dass sie die flinken Finger der anderen bewunderte, denn sie hätte das niemals so hinbekommen. Bei Kazel hatte sich gezeigt, dass sie geschickt sein konnte mit ihren Händen, jedoch bei so etwas wäre sie eher ein Trampeltier.
Dass sie noch den Dolch hatte und der helfen könnte, daran dachte sie in ihrem Beobachten gar nicht. Stattdessen wischte sie ihre Füße ab und schlüpfe schon mal in ihre Schuhe.
Zu der Bemerkung nickte sie lächelnd und folgte ihr zum Wasser, einfach aus Neugier, ob sie den Stoff anders und gründlicher reinigte, als sie es gewöhnlich gemacht hatte. "Ja, das habe ich mir auch gedacht. Der Stoff kann uns bei einigem hilfreich sein." Nicht nur für ihre eigene Wärme, da hätte sie schließlich vorerst sogar Kazel zum Wärmen.
Sie stand neben der Dienerin und sah zu, bis sie ihre Augenbraue skeptisch anhob. Schließlich musste sie bei der Vorstellung von ihr und Pflanzen leise kichern und schüttelte den Kopf. "Ich hab keine Ahnung, ob ich irgendeine Art von Magie in mir trage, aber glaub mir, könnten Blumen laufen, würden sie Reißaus vor mir nehmen!", spöttelte sie gutmütig und gleichzeitig ehrlich.
Sie hatte mit der Natur im Prinzip nichts am Hut und war froh, wenn sie davor geschützt in einem Haus oder einer Höhle sich aufhalten konnte. An Gärtnerei war da für sie gewiss nicht zu denken.
Doch hätte sie geahnt, was in ihrer Nähe gerade geschah, dass sie verraten wurde, hätte sie gewiss niemals so entspannt neben Talimée stehen, leicht vorgebeugt, um besser zusehen zu können, und mit ihr ruhig plaudern können, schon gar nicht losgelöst kichern. Vielleicht hätte sie das Unheil kommen sehen, hätte sie in Kazels Richtung geblickt, allerdings tat sie es nicht.
Erst, als sie rasche Schritte sich nähern hörte und eine Bewegung im Augenwinkel wahrnahm, richtete sie sich wieder auf und drehte ihren Kopf. Das Lächeln jedoch schwand rasch von ihren Lippen bei Kazels Gesichtsausdruck. Ihre Augenbraue hob sich und etwas in ihrem Magen wollte sich zu einem Klumpen bilden, als hätte sie eine böse Vorahnung.
Irgendetwas war geschehen und ihr Instinkt sagte ihr, dass es mit ihr zu tun hatte. Was war passiert? Was sollte jetzt auf sie zukommen? Betraf es wirklich sie oder würde es sie eher indirekt streifen?
Wie auch immer, Janay straffte intuitiv ihre Schultern ein wenig und schluckte schwer, als wolle sie sich schon jetzt gegen das wappnen, was kommen würde. Die gute Laune war definitiv dahin.
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Streiter des Guten
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Streiter des Guten » Sonntag 10. Juli 2011, 22:57

"Magisches Potenzial ist bei mir nicht vorhanden, war es nie. Seltsam, nicht wahr? Wo ich doch ein Elf bin und gerade die als sehr magisch begabt gelten."

Xenia hob eine Augenbraue. „Kazel…“ Begann sie ruhig. Ihre Stimme war sanft, nicht tadelnd. Eher aufmunternd. „Gerade du bist doch das beste Beispiel dafür… dass nicht immer alles so ist, wie die Vorurteile es einem glauben lassen wollen.“ Sie meinte seine Abwendung des Dunklen Volkes zu der Bruderschaft hin und sein Wesen dass sich doch deutlich vom Durchschnitt der Morgarier abhob. Sie blickte zu Juduka hin. Diese stand etwas abseits der Gruppe und schaute wieder in die See hinein. Ob es bei ihr auch so sein würde?

"Janay und ich ... sind uns ... näher gekommen" Sie schaute ihn lange an. „Du hast ein sonderbares Talent Situationen zu verkomplizieren Kazel. Sintus Worte waren deutlich gewesen… ich werde Dir zur Seite stehen so gut ich kann, aber ich kann nicht seine Befehle untergraben, das musst du verstehen…ausserdem…“ Sie sah ihn lange an. Legte ihre Hand auf seine Schulte. „Was weisst du wirklich über sie Kazel? Du warst lange allein… es herrscht Krieg… es ging dir eine Zeitlang ziemlich schlecht… du bist aufgewühlt gewesen…und du bist ein Mann…ich verstehe ja dass sich da schnell was regt… aber… pass auf dich auf Partner. Bedenke… dein Schild schützt deinen Nachbarn.“

Dies war eine Kriegsweisheit. Typischerweise war es nämlich so dass bei Einheiten die in engen Formationen kämpften jeweils mit ihrem Schild den Mann neben sich schützten. Die Formation nannte man Phalanx und war nur effizient wenn ein jeder den Schutz des anderen auch wirklich gewissenhaft durchführte. Xenia brauchte einen sicheren Partner an ihrer Seite. Jemand, auf den sie sich würde verlassen können.
"Stimmt es, was Sintus mir sagte? Macht die Bruderschaft keine Gefangenen?" Sie schüttelte den Kopf. „Ja… wir geben unsere Gefangenen meistens frei… und wenn wir dies nicht tun können weil sie weiterhin eine Gefahr sind für das Land oder die Menschen, dann werden sie den Templern der Inquisition überstellt.“ Sie schaute sich um. „Im Moment haben wir aber keinen Zugang zu den Templern… der Krieg hier, wird ohnehin vermutlich alles verändern… und ich denke die Templer haben im Moment andere Prioritäten als ein paar Flüchtlinge.“

Obwohl die persönliche Dienerin des Wegbereiters der Toten schon ein grosser Fisch war. Aber um ihr Verhör würde sich Xenia persönlich kümmern sobald es die Zeit es zuliess.
Just in jenem Moment trat Sintus zu den beiden hin und wollte Antworten und Berichte von Kazel einholen. Dieser hatte ja damit rechnen müssen dass Sintus ihn früher oder später danach fragen würde, das Problem war wohl nur, dass er es früher getan hatte.

Erwartungsvoll schaute der Paladin seinen Anwärter an. Kazel tat sich ordentlich schwer mit einer Antwort. „Nuun…“ Wollte Sintus nun endlich was hören. Er klang nicht ungeduldig. Aber er war es sich gewohnt Antworten zu kriegen wenn er Antworten wollte. Bruderschaftsmitglieder waren es sich gewöhnt sofort Bericht zu erstatten wenn sie dazu aufgefordert wurden. Kazel würde dies noch lernen müssen.
"Sie ist keine Gefahr, dessen bin ich mir sicher." Sintus legte seinen Kopf schief. Das war jetzt aber eine etwas dünne Antwort. In seinen Augen war KAzel noch ein Anwärter, ein kleiner Knappe der Bruderschaft und daher noch nicht in der Kompetenz solche Einschätzungen vorzunehmen. „Was macht dich dessen so Sicher Kazel?“ Er wollte Fakten hören, keine Vermutungen.

"In Ordnung, Sintus. Du willst alles wissen. Gut. Aber behalte bitte im Hinterkopf, was ich bereits gesagt habe. Sie ist keine Gefahr für uns. Ich weiß es." Sintus runzelte die Stirn. Was würde denn nun kommen? Er verlagerte sein Gewicht auf seinen linken Fuss. Sintus war voll gerüstet, das Schwert war griffbereit. Jenes Schwert welches Kazel zu spüren angedroht bekommen hatte, sollte er seines ins falsche Loch versenken.
"Sie stammt aus Morgeria. Sie ist eine Dunkelelfe und offenbar von dort geflohen.“ Sogar Xenia schaute überrascht. „Eine Dunkelelfe?! „ Zischte Sintus und biss sich so sehr auf die Zähne dass es knirschte.
“Mit dem Krieg hat sie nichts zu schaffen, sie ist ein Opfer der aktuellen Umstände.“ „Woher willst du das wissen?!“ Herrschte er ihn an. Verdammt. Nun waren sie nur noch zwei wirkliche Paladine, eine Dunkelelfe, eine Nachtelfe die jenen gedient hatte, eine Hexe von denen keiner so recht wissen konnte auf welcher Seite die eigentlich stand, die angebliche Dienerin der Dunkelelfe und Kazel… Ziemlich unübersichtlicher Haufen.
“Ich nehme an, deshalb hat sie gelogen und sich als Waldelfe ausgegeben. Auf ihresgleichen ist momentan niemand gut zu sprechen. Ein Umstand, für den sie nichts kann. Und diese Dinge sage ich nicht, weil ich sie inzwischen lieb gewonnen habe.“ „Du hast was?!“ Er schnaubte. Verdammt nochmal wie hatte dieser Bastard es geschafft sich so schnell zu verlieben?! Da war doch was faul an der Sache!

“Es sind Tatsachen, Sintus, wie auch immer meine Empfindungen ihr gegenüber sind, weil ... weil ..." Seine Augen verengten sich zu schlitzen. Er ahnte welche Beichte noch kommen würde. Seine Hand ballte sich zu einer zitternden Faust.

"Wir haben miteinander geschlafen.“ „VERDAMMT NOCHMAL!“ Keifte er ihm entgegen.
“Aber das hat nichts mit der Erfüllung meines Auftrages zu tun.“ „JA… natürlich nicht! Das hat überhaupt nichts mehr mit dem Auftrag zu tun… offenbar war dir der Auftrag scheissegal!!“ Knurrte er ihm entgegen. Seine Recherchen würden kaum unvoreingenommen sein. Wenn dessen Schwanz sich in deren Schoss verliebt hatte dann würde es für sie ein leichtes sein ihn zu blenden, ihn zu täuschen! Er war ab sofort als Informant völlig unbrauchbar was Janay betraf.

“Sie steht nicht auf dunkelelfischer Seite oder glaubst du, sie würde dann mit einer Waldelfe reisen und diese auf gleicher Ebene behandeln?“ „Oh… da bist du dir also sooo sicher?! Warum schmeisst sie sich denn an dich heran mhrm? Vielleicht will sie Informationen beschaffen über dich… über uns! Ihre ganze Geschichte ist gelogen. Sie ist keine Waldelfe, also war sie auch nie eine Gefangene Kosrals! Scheisse KAzel denk mal nach du Idiot!“
“Nein, sie ist anders als die Dunkelelfen, die ich kenne. Und ich kenne einige, ich habe in Morgeria gelebt." „Schweig still!“ Knurrte er. Er wollte nichts mehr hören. Sogar Xenia sah überraschend ernüchtert aus. Dass Janay eine Dunkelelfe sein könnte, darauf wäre sie selbst nicht gekommen. Janay sah ja nicht wirklich wie eine aus. „Verflucht.“ Brummte sie. Auch sie witterte Verrat.

"Ich finde es gut, dass die Bruderschaft keine Gefangenen macht. Als Verbündete ist mir Janay nämlich viel lieber. Und jetzt werde ich zu ihr gehen und beichten, dass ich sie verraten habe." Sintus starrte ihn an als dieser ihm einfach den Rücken kehrte. „Wie kannst du es wagen?!“
Dies liess der Paladin nicht auf sich sitzen. Die Szenerie lenkte natürlich auch die Aufmerksamkeit der anderen beiden Frauen auf sich. Annabelle schaute eher irritiert auf. Judukas Blick war funkelnd und düster. Janay soll eine Dunkelelfe sein. Sie blickte zu ihr hin. Das fand sie durchaus interessant.

„Sintus… ruhig Blut, Freund. Tu nichts Unüberlegtes.“ Sprach Xenia ruhig auf Sintus ein.
„Ich bin Ruhig… so ruhig wie ein Vollstrecker zu sein hat“ Er zog sein Schwert mit einem Ruck aus der Scheide und jagte Kazel hinterher. Janay bekam erst den gehetzten Kazel zu Gesicht und dann den wütenden Sintus der ihm hinterherjagte. Oh ja, sie hatte allen Grund um schlechte Laune zu kriegen. Hier war wohl gewaltig etwas schief gelaufen.

„STEHENBLEIBEN! ALLE DREI!“ Er kam angestapft, schwang sein Schwert und liess Kazel seine Breitseite ins Kreuz spüren. „Auf die Knie mit dir!!“ Knurrte er ihm entgegen. Die Bruderschaft duldete keinen Ungehorsam… und eben jener wurde hart bestraft. „Knien bleiben und Kopf gesenkt halten Novize!“ Sintus stemmte seinen Stiefel gegen Kazels Rücken und drückte ihn tiefer in die Knie. Er blickte wütend zu Janay hin, richtete das Schwert auf sie aus. Würde er sie jetzt einfach erstechen?! Nein… Sintus war zwar wütend, aber er hatte sich deutlich besser unter Kontrolle als vorhin, als er übermüdet gewesen war. „Talimée… tretet von dieser Dunkelelfe zurück… sofort! Sie ist eine potenzielle Gefahr für die Gruppe.“ Sein Blick duldete keine Widerrede. ABer war Talimée dies nicht genauso? Schliesslich war sie mit Janay gekommen. Er baute sich vor den beiden auf, liess von Kazel ab. Er starrte zu Talimée hin. „Wer seid ihr?! Wer seid ihr wirklich verdammt?!“ Fragte er sie überraschend leise. War er enttäuscht? Verbittert? Ja. Denn er hatte Talimée gemocht, fand sie sympathisch und nun stellte sich heraus dass sie alles Lügnerinnen waren?!

„Erklärt euch… ihr beide!... und diesmal… versucht ihr es mit der WAHRHEIT!“

„Was ist denn hier lo…“ „RUHE!“ Unterbrach Sintus Annabelle sofort als diese irritiert zu den dreien Hintrat. Auch Xenia stiess dazu. Doch sie war geschult genug auch ein Auge auf Juduka zu haben die sich gerade verdünnisieren wollte. „Tut das lieber nicht.“ Hauchte sie der Nachtelfe ruhig zu… und diese Verstand. Trotzig verschränkte sie ihre Arme vor der Brust.

Xenia hielt sich bereit. Sie wollte nicht dass das hier in ein Blutbad ausartete... denn auch sie wollte Antworten hören.

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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 11. Juli 2011, 10:38

Dass sich in Janays Kopf bereits Zukunftspläne entwickelten, die Talimées Anwesenheit nicht beinhalteten, darüber dachte die Elfe gar nicht erst nach. Für sie stand fest, dass sie ihrer Herrin überall hin folgen würde. Sie gehörten zusammen und so würde es bleiben. Jedenfalls solange sie keine Vision hatte, die das Gegenteil behauptete. Dann wusste sie, dass es irgendwann zur Trennung käme. Aber das war noch nicht geschehen. Die einzige Vision, die sich jüngst gezeigt hatte, war jene mit Janay und dem Samenkorn, das aus ihren Händen wuchs. Sehr seltsam. Solche Traumgesichte hatte sie noch nie gehabt. Sie würde ihre Herrin fragen müssen, zuerst war aber die Verkürzung ihres Kleides dran. Talimée ging mit vollem Eifer an die Arbeit.
Janay erinnerte sie daran, dass sie längst nicht mehr die Sklavin sein musste, die man ihr in Kosral zugewiesen hatte. Sie war frei, konnte hingehen, wohin sie wollte. War das ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass sie eine Trennung von der Waldelfe durchaus in Erwägung zog? Talimée bemerkte dies nicht. Sie erwiderte nur: "Aber ich diene Euch gern, Herrin. Lasst mir diese Aufgabe, bis ich wieder bei meinen Lieben bin oder mir das Schicksal eine andere Aufgabe zuteilt." Sie wusste ja nicht, wohin sie sonst gehen und was sie tun sollte. Die übrige Gruppe konnte ihr den Halt nicht geben, den Janay ihr bereits mehrfach geschenkt hatte. In den goldenen Augen der Elfe, die wie flüssiger Honig schimmerten, war Janay nicht nur die Herrin, der sie freiwillig diente, sondern inzwischen auch eine Freundin geworden. Sie genoss die Nähe und einige ruhige Momente mit ihr. Und sie unterhielt sich gern mit der getarnten Dunkelelfe. Dass diese Tarnung gerade aufflog, ahnte Talimée noch nicht.

Kazel hatte ja kaum eine andere Wahl. Zudem fühlte er sich tatsächlich verpflichtet, die Bruderschaft einzuweihen. Xenia war es, die ihm dieses Gefühl gab, dass man Janay als Dunkelelfe in ihren Reihen möglicherweise akzeptieren würde. Sie selbst hatte gesagt, dass er ein gutes Beispiel dafür wäre, dass nicht jeder des dunklen Volkes automatisch in dieses Schema gesteckt werden konnte. Seiner Meinung nach traf das auch auf Janay zu und selbst, als seine Partnerin fragte, ob er denn wirklich so viel über sie wusste, wäre Kazel nicht von seiner Meinung abgerückt. Er brauchte nicht mehr zu wissen, er vertraute darauf. Und das lag nicht an den Gefühlen, die er für die Dunkelelfe entwickelte. Sie gab sich weitaus anders als andere ihrer gemeinsamen Art. Sie hatte ihm ihr Herz ausgeschüttet, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch nicht mal ansatzweise Zuneigung für Kazel gezeigt hatte. Welcher Dunkelelf erzählte schon von seinen Sorgen, Ängsten und seiner Trauer?
In Morgeria tat das niemand. Die geringste Schwäche zu zeigen bedeutete, dass man auch schwach war - solche Glieder wurden eliminiert, ehe sie die Kette sprengten, in der sie sich einfügten. Es war eine simple, aber seit Jahrhunderten bestehende Methode, nur die Stärksten einer Blutlinie hervor zu bringen.
Außerdem hatte Janay ihm erzählt, geflohen zu sein und er glaubte ihr. Sie sah ebenfalls nicht wie eine typische Vertreterin ihres Volkes aus. Es gab also neben den Verhaltensweisen mindestens noch einen Grund, sie als Dunkelelf loswerden zu wollen. Kazel hatte keinen Zweifel daran, sie könnte eine Gefahr für die Gruppe darstellen. Nein, unter keinen Umständen. Er hatte in ihre Seele geschaut. Und weil er instinktiv wusste, dass diese Seele nicht so verdorben war wie seine eigene - immerhin beging er hier gerade einen Verrat an Janay - vertraute er sich der Bruderschaft an. Doch weder Sintus noch Xenia zeigten sich begeistert. Nun, das war abzusehen. Welcher Mensch, dessen Heimat gerade von einer Armee aus Dunkelelfen angegriffen worden war, wollte einen von ihnen unter sich wissen?
Dementsprechend reagierte Sintus auch mehr als verstimmt, als Kazel das Fass zum Überlaufen brachte. Er hatte mit Janay geschlafen, mit der Dunkelelfe! Kazel zuckte nicht zusammen, als ihn die der erste Ausbruch des Paladins ins Gesicht traf. Die gebrüllten Worte zogen über ihn hinweg. Er hatte sie längst erwartet, trotzdem behielt er seinen Standpunkt. Und der Auftrag war ihm keineswegs scheißegal. "Ich hab dir das nicht alles erzählt, um dich zu erzürnen, Sintus. Ich sollte diese Frau nicht aushorchen. Du solltest sie einfach fragen, was du wissen willst! Wenn wir zu Verbündeten werden, dann..." Aber Sintus ließ Kazel in seiner Wut nicht weiter ausformulieren, was er zu sagen hatte. Er glaubte nicht einmal daran, dass Janay ihm gegenüber auch nur ansatzweise etwas entwickelt hätte wie er seinerseits für sie. Sie spielte mit dem Herzen des Mischlings. Für sie war alles nur eine List und tatsächlich täuschte sich der Paladin in dieser Hinsicht nicht vollkommen. Kazel jedoch erschütterten seine Worte kurzfristig. Er schaute über die Schulter hinweg zurück zu Janay. Diese unterhielt sich noch immer mit ihrer Dienerin. Stimmte, was der Paladin sagte? Hatte sie ihn nur benutzt? Aber so ganz ohne Gefühle konnte es nicht abgelaufen sein! Sicher, sie würde ihn nicht lieben, aber vielleicht hatte sie ihn ja gern. Kazel traute ihr einfach nicht zu, so kaltherzig zu sein, ihm nahe gekommen zu sein, nur um ein wenig Spaß zu haben und ihn anschließend einfach komplett fallen zu lassen. Und aus diesem Gedanken gewann er neuen Mut, der seine Zweifel fort wischte.
Er hob den Blick, schaute von dem wütenden Sintus zu Xenia, aber diese hatte auch nur ein leichtes Fluchen über die Situation übrig. Sie verstanden nicht, was er ihnen hatte sagen wollen. Sie waren doch Mitglieder der Bruderschaft, viel länger schon als er selbst! Es herrschte Krieg. Pelgar fiel unter dem Ansturm, das konnten sie nicht mehr verhindern. Sie brauchten Verbündete, jeden, der zu Verfügung stand. Sahen Xenia und Sintus denn nicht, dass genau eine solche Person unter ihnen war - unabhängig von ihrer Herkunft? Seufzend wandte er sich ab. Sie würden schon noch verstehen. Jetzt musste er erst einmal seinen Verrat beichten. Er hatte gehofft, auf Verständnis zu treffen und dass Janay ihm anschließend verzeihen könnte. Vielleicht, weil auch sie von der Bruderschaft aufgenommen werden würde. Das waren Kazels Pläne gewesen. Dann stünde sie unter dem Schutz der Paladine und müsste sich nicht vor ihresgleichen fürchten. Nicht mehr als er oder irgendein anderer Flüchtling. Doch Pläne schienen nie dazu da zu sein, dass sie erfolgreich umgesetzt wurden. Er musste zu Janay und ihr alles sagen - sich entschuldigen. Ob es am dunkelelfischen Part liegt, dass ich jeden verrate? Würde Janay dann, als Volldunkelelfe, uns hintergehen? Nein, das glaub ich nicht!

Er trat auf Janay und Talimée zu. Die Dienerin hatte ihrer Herrin soeben von ihrer Vision berichtet, aber damit konnte diese nichts anfangen. SIe kannte sich nicht mit Pflanzen aus. Ratlos ließ Talimée die Schultern hängen. "Dann hoffe ich, dass es eine weitere Vision geben wird. Eine, die mir deutlicher macht, was die Zukunft für Euch bereit hält, Herrin. Vielleicht sollte ich Euch einfach noch einmal berüh..." Und wieder wurde ein Gespräch unterbrochen. Hinter den beiden wurde es laut. Kazel kam auf sie zu, gefolgt von einem sehr zornig aussehenden Paladin. Sintus schwang sein Schwert. Die Breitseite der Klinge knallte geräuschvoll gegen Kazels Rücken.
"Arrrhhhhrrrr!" Der Mischling stolperte und krachte zu Boden. "Auuhhrrr, Scheiße!" Der See mochte mit Magie oder anderen Mitteln die meisten Narben vertrieben haben, doch noch immer schmerzte der Rücken, wenn er getroffen wurde oder schweres Gewicht auf ihm lastete. Gewicht wie der gerüstete Fuß eines Paladins, welcher soeben nach drückte. Kazel gab nach und kam dem Boden näher. Wie ein gehorsamer Sklave kniete er, die Arme auf dem Erdboden abstützend, den Kopf gesenkt. Von seinem Rücken aus züngelte ein brennendes Feuer aus Schmerz über seinen gesamten Körper. Er ächzte. Doch über diesen Schmerz hinweg hörte er weiterhin Sintus' Worte und wunderte sich. "No-vize?!" Der Paladin sah ihn noch immer als Teil der Bruderschaft an. Warum nur? Was unterschied ihn denn von Janay, von der er offensichtlich nichts mehr hielt?
"Verdammt, Sintus! Wirf deine Vorurteile beiseite!", keuchte er. Schweigen war nicht gerade Kazels Stärke - nicht mehr. "Ich bin genauso von dunklem Blut. Ich bin Teil der Bruderschaft. Euer Verbündeter! Warum kann das nicht auch für sie zutreffen?!" Aber Sintus ignorierte ihn wohl. Er verlangte soeben von Talimée beiseite zu treten, aber auch die Neldoreth-Elfe zeigte sich loyal. Sie griff nach Janays Arm, umklammerte ihn und hielt sich an ihrer Herrin fest. Ihre Haltung, ihr Blick mochten von Furcht sprechen. Talimée bibberte sogar, denn auch auf sie war nun das Schwert gerichtet. Aber ihre Stimme klang ruhig, als sie dem Befehl des Paladins, endlich zu reden, Folge leistete.

"Ich habe stets die Wahrheit gesagt, Herr. Ich kann doch gar nicht anders." Allerdings hatte sie ein paar Details einfach nicht angesprochen. Etwas, das sie von Janay gelernt hatte, um sie beide zu schützen, ohne ihren persönlichen Wahrheitskodex zu verletzen. Jetzt musste sie aber mit allem heraus. Es ging nicht anders. Hoffentlich würde ihre Herrin ihr das verzeihen. Noch ein Verrat? Wie viel würde Talimée preisgeben?
"Ich heiße Talimée Regenpfad, bin eine Elfe des Neldoreth und stamme aus dem Dorf Neryan, das von den Dunkelelfen überfallen worden ist. All meine Freunde und Verwandten sind nach Kosral verschleppt worden. Die Überlebenden wurden versklavt. Ich traf dort Janay als einen Gast des dunkelelfischen Kommandanten. Sie wurde mir als Herrin zugeteilt, aber sie zeigte sich überaus freundlich. Nicht einmal wurde ich geschlagen. Janay ist eine gütige Frau, entgegenkommend und war bestrebt, auch mich aus Kosral fortzubringen, um wenigstens mein Leben zu retten. Ich weiß nicht, ob die Herrin den Auftrag des Kommandanten wirklich durchführen wird. Eigentlich wollen wir nur so weit wie möglich fort von den Dunkelelfen." Auf den Auftrag ging sie also nicht weiter ein. Sollte Janay davon erzählen, Talimée hatte beschlossen, darüber zu schweigen. Sie wollte weder die Wahrheit erzählen, noch darüber lügen müssen. Denn das konnte sie nicht.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Montag 11. Juli 2011, 19:44

So wenig, wie Talimée darüber nachdachte, dass Janay sie bald allein lassen könnte, erging es letzteren in dem Fall, wie sehr die Dienerin bereits an ihr hing. Es war für die junge Frau einfach zu ungewöhnlich, dass sie jemand ernsthaft mögen und in ihrer Nähe bleiben wollte. Zwar hatte sie den ein oder anderen Kunden erlebt, der immer wieder zu ihr gekommen war, doch das hatte ihren Dienstleistungen gegolten, nicht ihr als Person. Ganz davon abgesehen, dass sie das bisher nur für ihre Schwester empfand und sich davor hütete, es auf andere zu übertragen. Wie sich zeigen sollte, war das auch weiterhin die gute, bewährte Methode für sie.
Dass die Waldelfe indes beschlossen hatte, solange bei Janay bleiben zu wollen, bis eine Vision ihr einen anderen Weg wies, auf diese Idee kam sie gar nicht. Es wäre für sie auch zu absurd gewesen. Talimée war frei und konnte gehen, wohin sie wollte. Dass sie ihre Heimat wegen der Dunklen Armee verloren hatte, hieß schließlich noch lange nicht, dass es keinen anderen Ort gäbe, wo man sich eine Existenz als Elfe aufbauen konnte. Die junge Frau hatte es in den letzten vier Jahren ja auch häufig genug so gemacht und damit relativ gut leben können. Ihr fehlte nun mal eine gewisse Heimatverbundenheit, die ihrer Dienerin womöglich zu eigen sein könnte.
Doch sie hatte nicht danach gefragt und wollte es irgendwie auch nicht. Ihr Interesse könnte dazu führen, dass sie die andere mehr würde mögen können und das würde sie noch weiter binden.
Lautlos seufzte sie, als die Waldelfe nur deutlich machte, dass sie ihre Aufgabe gerne ausführte. Janay konnte das nicht wirklich glauben, sie hatte noch nie mit Freuden jemanden bedient. Zumindest nicht, was alltägliche Dinge betraf, im Bett sah es natürlich trotz allem anders aus. Deswegen verstand sie auch nicht, warum Talimée es freiwillig und mit solchem Eifer tat. Nur, weil die junge Frau sie aus Kosral fortgeholt hatte? Das konnte sie sich nicht vorstellen. Dankbarkeit schön und gut, aber war das nicht schon ein wenig zu übertrieben in ihren Augen, weil sie es einfach nicht nachvollziehen konnte.
Jedoch sagte sie nichts dazu und mit ein bisschen Überlegen kam sie zu einem anderen Schluss. Bis sie wieder bei ihren Lieben wäre... Ob es lediglich Ablenkung für sie war? Ja, vermutlich war es das, dass sie dadurch ihre Gedanken vertreiben konnte. Nun, damit konnte die Dunkelelfe eindeutig leben und wollte es ihr auch nicht sofort wegnehmen. Sie war schließlich nicht grausam und wenn es der Dienerin somit besser ging... dann sollte es eben vorerst so sein. Zumindest, bis sie sich trennen würden.
Dadurch ließ sie ihr auch das Kleid zum Waschen und beobachtete sie lediglich neugierig.
Wobei sie sich in ihren Gedanken erst einmal nicht länger mit Kazel beschäftigte, ihre Überlegungen auch nicht zu ihm zurück wanderten, denn sie fühlte sich sicher. Dass sie ihm einige private Dinge verraten hatte, blendete sie nur zu gerne aus, da es ihr noch immer unangenehm war. Aber was hätte sie tun sollen, nach diesen Alpträumen? Und er hatte etwas an sich, das ihr Vertrauen eingeflößt hatte. Ein wenig zumindest, was sie bis jetzt noch nicht bereut hatte, wenngleich es ihr auch nicht willkommen war, barg es immerhin viele Risiken in sich. Die sich erfüllen sollten...
Genauso wenig, wie sie daran denken wollte, weswegen sie Kazel um den Finger gewickelt hatte. Für sie hatte das nichts mit Sympathie zu tun gehabt, nicht vordergründig. Es war ein Pluspunkt für ihn gewesen, dass sie ihn niedlich und körperlich sogar ein bisschen anziehend fand, jedoch war es gewiss nicht ausschlaggebend gewesen. Viel wichtiger war, ihn etwas einzuwickeln, um ihr Geheimnis bei ihm noch sicherer zu versperren, wo sie es nun einmal nicht hatte für sich behalten können. Und einen Mann... oder eher Jungen wie ihn gewann man am besten, indem man ihm etwas für ihn besonderes schenkte. Das hatte sie getan und baute darauf, dass er zu tief darin verstrickt war in seinen Empfindungen, als dass er auf die Idee käme, was auszuplaudern.
Wie sehr sie sich irren sollte, ahnte sie nicht, da sie noch keine Vorstellung davon hatte, wie wichtig die Bruderschaft für ihn war und was Sintus hinter ihrem Rücken bereits in Gang gesetzt hatte. Somit wähnte sie sich noch in Sicherheit, wenigstens solange, bis sie Bewegungen wahrnahm und auch die Dienerin sich in ihren Worten unterbrach.
Janay richtete sich auf und sah Kazel mit fragend hochgezogener Braue entgegen.
Diese wanderte noch höher, als hinter ihm plötzlich Sintus herbei gestürzt kam. Ihr drohte sogar das Herz stehen zu bleiben, als er hinter Kazel plötzlich das Schwert zog und es tatsächlich nach ihm schwang.
"Nein!", stieß sie entsetzt aus, als die Waffe den Mischling traf. Instinktiv wollte sie zu ihm und ihm helfen, als sie sehen konnte, dass ihn lediglich die Breitseite erwischt hatte und er in die Knie ging. Trotzdem wollte sie zu ihm und ihn sogar ein wenig schützen.
Wäre da nicht die Schwertspitze gewesen, die sich nun auf sie richtete. Ihre Haltung straffte sich automatisch und sie reckte auch ihr Kinn leicht nach vorne, als wolle sie ihn heraus fordern. Der Blick verfinsterte sich so wie ihre gesamte Miene und sie funkelte den Paladin wütend an.
"Was soll das? Bist du jetzt endgültig verrückt geworden?! Lass ihn gefälligst los und steck dein Spielzeug weg!", fauchte sie, ohne darüber nachzudenken, dass es auch für sie gefährlich werden könnte.
Zumindest solange, bis er den Grund erwähnte, mit einem einzigen Wort. Dunkelelfe...
Janay zuckte wie unter einem Peitschenhieb zusammen. Woher...?
Ihre Augen wanderten von dem Schwert zu Kazel, der auf dem Boden kniete. Er hatte nicht... nein, er hätte nicht nach diesem... Oder doch?!
Was Sintus noch brüllte, strich an ihr vorbei wie ein Lufthauch.
Sie fixierte den Mischling, suchte nach einem Zeichen, das ihn verriet, ob er es getan hatte oder nicht. Er hatte... es deutete alles darauf hin, als er klar machte, dass es sich hier um Vorurteile handeln musste.
Ihr wurde mit einem Mal schlecht. Enttäuschung krampfte ihren Magen zusammen und kroch ihr die Kehle hoch. Der finstere Gesichtsausdruck musste diesem neuen Gefühl weichen. "So ist das also...", wisperte sie beinahe lautlos, instinktiv in der Sprache ihrer Geburt, da sie sich jetzt ohnehin nicht mehr verkleiden musste.
Und sie hatte schon Hoffnung gehabt, einmal einen Mann zu treffen, der sie nicht ausnützte, sobald es sich ergab.
"Du hast also doch etwas von den Dunkelelfen.", fügte sie noch, wieder in der allgemeinen Sprache, hinzu.
Dann straffte sie sich und riss sich zusammen, um Sintus wieder anzufunkeln. "Du rührst Talimée nicht an. Ich habe sie nicht hierher genommen, um sie von einem arroganten Pelgarer wie dir angreifen zu lassen!", fuhr sie ihn angriffslustig an. Die Dienerin war die Einzige, die sie bisher nicht verraten und sich darum sogar bemüht hatte, da sie von der Wahrheitsliebe bereits wusste. Die andere hatte sich zu Herzen genommen, was sie ihr gesagt hatte, dass etwas verschweigen nicht gleich hieß, auch zu lügen.
Dann sprach die Waldelfe und erzählte ihre Version. Janay verzieh ihr. Nicht, weil sie dabei gelobt und positiv beschrieben wurde, sondern weil sie vorbereitet darauf war, dass es irgendwann dazu hatte kommen können. Nur hatte sie nicht geplant gehabt, in dieser Situation noch hier zu sein. Außerdem war es nun endgültig soweit, dass sie gehen sollte. Irgendwie würde sie Sintus abschütteln können und danach würde sie verschwinden, nach Zyranus oder sonst wohin.
Sie hatte kein Interesse daran, ihr eigenes Wissen preis zu geben oder mehr zu erklären. Es ging ihn nichts an und basta.
So drehte sie sich wortlos, ungeachtet der Schwertspitze, zu Talimée und nahm ihr das tropfende, schwere Kleid ab.
"Rede mit Annabelle und Xenia. Ich nehme an, sie werden für deine Sicherheit sorgen. Ich werde keine weitere Zeit in der Gegenwart von Verrätern..." Womit sie Kazel und nicht Talimée meinte. "... verbringen und weiß, dass du es bei diesen Frauen gut haben wirst. Hüte dich vor anderen Dunkelelfen und vor allem vor Pelgarern. Sie sind in ihrer Arroganz verblendet, so wie der hier zeigt. Trau ihnen nicht und häng erst gar nicht dein Herz an sie. Pass auf dich auf und verlauf dich nicht." Ihre Stimme klang erstaunlich gefasst und gleichzeitig trotzdem ein wenig bedauernd bei diesen als Abschied gemeinten Worten. Die Umstände zwangen sie zu diesem abrupten Schritt, doch sie konnte einfach nicht anders.
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Streiter des Guten
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Streiter des Guten » Dienstag 19. Juli 2011, 21:37

"Ich hab dir das nicht alles erzählt, um dich zu erzürnen, Sintus. Ich sollte diese Frau nicht aushorchen. Du solltest sie einfach fragen, was du wissen willst! Wenn wir zu Verbündeten werden, dann..." „Verbündete… Verbündete für was… Verbündete deren Fundament eine verdammte LÜGE ist Kazel?!“ Keifte der Paladin ihm entgegen. Ganz unrecht hatte er nüchtern betrachtet damit nicht. Ein Bündnis basierte auf Vertrauen und dieses war wohl nur schwer aufzubauen wenn am Anfang dieses Verhältnisses eine Lüge stand die entlarvt worden war… und zu allem Überdruss sogar schon erste Keimlinge hervorgebracht hat und schon einzelne Mitglieder der Gruppe beeinflusste. War der Samen der Zwietracht erst gesät so würde todbringendes Unkraut gedeihen. Doch Schluss mit der metaphorischen Ausschlachtung der Botanik. Fakt war dass Janay offenbar nicht wirklich jene war die sie vorgegeben hatte. Fakt war sogar, dass sie der Rasse ihrer aktuellen Feinde angehörten und Fakt war dass sie selbst keine Intention gehabt hatte dies von sich aus irgendwie offen zu legen sondern es verheimlicht hatten. Des Templers Interpretation dazu war: Wer etwas verschwieg, der hatte etwas zu verbergen, das was sie verbergen war entweder zum Nachteil der Gruppe oder für sich selbst. Sie war ein potenzieller Feind und er konnte sich mit dem, was er nun über sie wusste, nicht mehr sicher sein ob sie nicht auch eine Mission zu erfüllen hatte. Eine Mission die seine und die Sicherheit seiner anvertrauten Gruppe gefährden könnte und noch wesentlich mehr. Vielleicht war sie hier Eingeschleust worden in der Hoffnung die versprengte Gruppe würde sie zum Flüchtlingslager führen… Mit irgendwelchen Zeichen könnte sie so ihre Artgenossen auf die Gruppe aufmerksam machen und der Eldoras würde von einem grässlichen Blutbad durchzogen werden. Es waren Sorgervolle Gedanken eines Paladins der versuchte seine Leute zu schützen. Seine Leute und die ehemaligen Bürger jener Stadt die er zu beschützen gelobt hatte.

"Verdammt, Sintus! Wirf deine Vorurteile beiseite!" „VERDAMMT KAZEL, Hör auf mit deinem Schwanz zu denken sondern denk so wie ein Paladin! Verflucht nochmal! Du hast Verantwortung zu tragen… für die ganze Gruppe also steck deine eigenen Triebe zurück!“

"Ich bin genauso von dunklem Blut. Ich bin Teil der Bruderschaft. Euer Verbündeter! Warum kann das nicht auch für sie zutreffen?!" Er funkelte Janay entgegen. „WEIL AUS IHREM MUND IN DIESER KURZEN ZEIT MEHR LÜGEN ENTSPRUNGEN SIND ALS ES TÜRME IN PELGAR GEGEBEN HATTE!“ Brüllte er und drückte fester mit seinem Stiefel auf Kazels Rücken. „Du hast dir dein Vertrauen erarbeitet, dich unter Beweis gestellt. Gleiches Blut, heisst nicht gleiche Art, dass solltest DU doch wissen!“

Sein enttäuschter Blick glitt zu Talimée. Er verlangte endlich nach Wahrheit.
"Ich habe stets die Wahrheit gesagt, Herr. Ich kann doch gar nicht anders." „Soo?!“ Knurrte er misstrauisch. Sie war ihm sympathisch gewesen… alles nur eine Farce?

"Ich heiße Talimée Regenpfad, bin eine Elfe des Neldoreth und stamme aus dem Dorf Neryan, das von den Dunkelelfen überfallen worden ist. All meine Freunde und Verwandten sind nach Kosral verschleppt worden. Die Überlebenden wurden versklavt.“ Er senkte sein Schwert. Sein Blick strahlte finstere Entschlossenheit aus dieses verdammte Dunkelelfenpack zu vernichten, die so viel Leid über die Menschen und die friedfertigen Elfen gebracht hatten.

“Ich traf dort Janay als einen Gast des dunkelelfischen Kommandanten.“ Er runzelte die Stirn. „Sooo?!“ Knurrte er. Als Gast eines dunkelelfischen Kommandanten… ja… das hörte sich doch SEHR verdächtig an.
“Sie wurde mir als Herrin zugeteilt, aber sie zeigte sich überaus freundlich. Nicht einmal wurde ich geschlagen.“ „Sie hält euch als ihren Sklaven?!“ Er funkelte Janay düster entgegen. „Talimée… was sagt ihr da, ihr bedankt euch bei ihr dass sie euch nicht geschlagen habt… aber ihr habt eure Freiheit verloren!“
“Janay ist eine gütige Frau, entgegenkommend und war bestrebt, auch mich aus Kosral fortzubringen, um wenigstens mein Leben zu retten. Ich weiß nicht, ob die Herrin den Auftrag des Kommandanten wirklich durchführen wird. Eigentlich wollen wir nur so weit wie möglich fort von den Dunkelelfen." „Was für ein Auftrag Talimée? Was ist der Auftrag deiner Herrin?“ Tja, sie musste die Wahrheit erzählten wie sie selbst gesagt hatte, Sintus wäre ein Narr würde er diesen Umstand nicht nutzen, denn Janay war eine Lügnerin und hatte sich als solche erkennen geben müssen.

"Was soll das? Bist du jetzt endgültig verrückt geworden?! Lass ihn gefälligst los und steck dein Spielzeug weg!", „SAG MIR NICHT WIE ICH MIT MEINEN SCHÜLERN UMZUGEHEN HABE DU FALSCHES WEIB!“ Brüllte er ihr entgegen.

"Du rührst Talimée nicht an. Ich habe sie nicht hierher genommen, um sie von einem arroganten Pelgarer wie dir angreifen zu lassen!", „Ooh.. und wo wolltest du sie hinbringen? Nach Morgeria, wo sie vergewaltigt und gedemütigt wird du grosse Wohltäterin?! Für dich ist sie doch nur ein Ding, welches du fallen lassen kannst sobald sich deine Pläne ändern!“ Janay war hier nicht die einzige die Austeilen konnte.
"Rede mit Annabelle und Xenia. Ich nehme an, sie werden für deine Sicherheit sorgen. Ich werde keine weitere Zeit in der Gegenwart von Verrätern..."“ Sintus verschränkte die Arme. Er fühlte sich in dem was er gerade gesagt hat so ziemlich bestätigt. „Siehst du Talimée… sie lässt euch fallen wie ein abgenutztes Spielzeug. Kaum wird’s mal ein bisschen unangenehm.“
"... verbringen und weiß, dass du es bei diesen Frauen gut haben wirst. Hüte dich vor anderen Dunkelelfen und vor allem vor Pelgarern. Sie sind in ihrer Arroganz verblendet, so wie der hier zeigt. Trau ihnen nicht und häng erst gar nicht dein Herz an sie. Pass auf dich auf und verlauf dich nicht." Er funkelte ihr entgegen. Er war nicht in der Position sich Rechtfertigen zu müssen. „Ja… scher dich weg! Wenn du nicht bereit bist die Wahrheit zu sagen Weib!“ Sintus gab oft mehrere Chancen. Kazel musste dies doch wissen, schliesslich hatte er sogar ein Mitglied der Bruderschaft getötet… und dennoch war er nicht verstossen worden. Aber Janay war drauf und drann auch diese letzte Chance zu vertun…

Annabelle räusperte sich. „Ist die Wahrheit denn so schlimm?“ Wollte sie wissen. Sintus hob seine Hand sie möge schweigen. Er würde mit dieser Dunkelelfe nicht weiter verhandeln. Nicht wenn sie keine Initiative zeigte. Er würde sie weder aufhalten zu gehen, noch hier lassen ohne Erklärungen.

So jedoch wie sie sich jetzt präsentierte, war sie hier in der Gruppe nicht mehr willkommen. Xenia schüttelte den Kopf. „Dieser Wald ist gefährlich für eine einzige Person.“ Bemerkte sie nüchtern. Juduka rollte genervt mit den Augen. Sie würde die Gruppe nicht gehen lassen, denn sie wurde gebraucht als Heilerin. Das wusste sie. Andererseits wollte sie nicht unbedingt dass Janay ging, denn dann würde Sintus seine ganze destruktive Aufmerksamkeit wieder auf sie richten. So stand sie etwas im Hintergrund und beobachtete. Annabelle wusste nicht recht was dieses ganze Drama sollte. „Reisst euch zusammen. Ist doch egal wohin der Junge sein Würstchen steckt und ist doch egal warum die Kleine gelogen hat. Wir hocken hier alle in der Pampa… und wir sollte uns endlich Gedanken darüber machen wohin wir gehen sollten…“
„Amen“ Meinte Juduka zynisch.

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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 21. Juli 2011, 18:10

Es tat weh. Nicht Sintus' Stiefel, obwohl der sich mit viel Druck auf seine Narben presste und Kazel daran hinderte, aufzustehen. Was aber wirklich schmerzte, war, in Janays Gesicht zu schauen. Ihr Unglaube darüber, dass er sie verraten hatte und die Erkenntnis, dass es der bitteren Wahrheit entsprach, funkelten in ihren Augen. Es brannte Kazel auf der Seele. Diesen Blick würde er in seinem Leben nicht mehr vergessen. Beschämt senkte er den Kopf, um ihm auszuweichen. Doch ihre Worte in Lerium erreichten ihn trotzdem. Es tut mir leid, wollte er sagen, aber seine Kehle war wie zugeschnürt. Ausgedörrt und vertrocknet, außerdem stauchte der Paladin ihn gerade zusammen. Er hätte brüllen müssen, um sich Gehör zu verschaffen. Er schämte sich zutiefst, aber es blieb ein kleiner Funke in seinem Hinterkopf. Er hatte das Richtige getan, keine Wahl gehabt. Nicht, wenn er er bei der Bruderschaft bleiben wollte. Dass Sintus jedoch dermaßen schlecht auf den Umstand reagierte, dass Janay eine Dunkelelfe war, hätte er nicht erwartet. Sie waren zusammen gereist, hatten aus einem gemeinsamen Topf - Helm! - gegessen. Niemand hatte versucht, den anderen hinterrücks zu meucheln. Janay war nicht böse! Kazel war der festen Überzeugung, aber er wusste auch noch etwas mehr über sie als der Rest der Gruppe. Von ihrer Schwester hatte er niemandem erzählt, ebensowenig von ihrer Einsamkeit und dem Grund ihrer Flucht aus Morgeria. Jedenfalls in dem Maße, in dem Kazel selbst darüber Bescheid wusste. Allzu viel war das ja auch nicht. Und doch! Sie hatte sich ihm anvertraut, er hatte sie hintergangen. Kazel kam sich schmutzig vor. Es war kein gutes Gefühl, der Bruderschaft einen Dienst erwiesen zu haben, ganz und gar nicht.
Betreten hörte er sich das Streitgespräch und natürlich auch den Tadel an, der von Sintus kam und an ihn gerichtet war. Der Paladin würde keinem seiner Argumente weiter mit der nötigen Ernsthaftigkeit zuhören. Er hatte den Mischling bereits mehrmals abgewürgt. Mit ihm ließ sich im Augenblick nicht reden, dabei gab es doch einen gewichtigen Grund, warum sie gelogen hatte. Erkannte Sintus das nicht? Als Dunkelelfe, die sich nicht dem Krieg anschließen wollte - weil es auch anders Denkende gab - hatte sie doch diesseits des Drachengebirges keine Chance. Das hatte der Mischling vor Monaten bereits selbst erkennen müssen, zu Zeiten als kein Krieg herrschte. Als er entschlossen hatte, der Einsamkeit den Rücken zu kehren, um sich in Pelgar ein Leben unter Menschen aufzubauen. Mit Verachtung war er gestraft worden, hätte sein Leben beinahe am Galgen ausgehaucht. Und jetzt sprach Sintus davon, dass man ihn als Verbündeten sah, weil er sich bewiesen hatte. Janay bekam nicht einmal die Möglichkeit dazu! Sie konnte jetzt nur noch gestehen und müsste sich vielleicht wie eine Gefangene fühlen, ähnlich wie Juduka. Oder sie ging. Letzteres schien ihr die bessere Option zu sein. Kazel schaute betreten zu Boden. Dass es so kam, hatte er nicht gewollt. Er hatte gehofft, die Bruderschaft würde auch sie aufnehmen. Eine Dunkelelfe unter pelgarischem Schutz. Sie brauchte Schutz. Allein konnte sie unter ihresgleichen nicht bestehen, die würden riechen, dass sie mit Menschen gereist war. Man würde sie hinrichten, darin waren beide Völker sehr gut und vor allem schnell. Fragen konnten hinterher gestellt werden.

Der Druck des Stiefels, der sich fester gegen seinen Rücken stemmte, schleuderte Kazel in die Wirklichkeit zurück. Er keuchte auf, als der Schmerz in einer Welle über ihn hinweg schwappte. Sintus sprach mit ihm noch immer als Mitglied der Bruderschaft. Als Schüler. Sein Schüler? Der Mischling schielte zu Xenia herüber. Die hatte sich bisher größtenteils aus allem heraus gehalten und sich mehr um Juduka gekümmert. Offenbar war die Nachtelfe wieder genesen und wollte nun ebenfalls die Gruppe verlassen. Die Gefährten würden schrumpfen, aber somit auch potenzielle Gefahr. Immerhin wollten nur jene gehen, denen man aus Sicht pelgarischer Paladine nicht trauen konnte.

Sintus verlangte derweil Antworten und war welche, die der Wahrheit entsprachen. Talimée gestand ihren Teil der Geschichte und plauderte auch ein wenig über Janay aus. Sie konnte nicht anders. Als neldorethische Elfe folgte sie einem persönlichen Ehrenkodex, der bei der Bruderschaft sicher für Respekt und Ansehen gesorgt hätte. Neldorethische Elfen sprachen stets die Wahrheit, obgleich diese eine hier von Janay schon etwas gelernt hatte. Es war keine Lüge, wenn man eben nicht die ganze Wahrheit sagte. Und so schwieg sie über Details zum Auftrag ihrer Herrin. Stattdessen redete sie nur gut von ihr.
"Oh, Ihr versteht das falsch, Sintus. Die anderen Dunkelelfen halten uns als Sklaven. Meine Herrin hatte keine Wahl. Ich wurde ihr zugestellt, aber sie hat eigentlich niemals etwas verlangt, mich nie schlecht behandelt und mich sogar gerettet. Sie ist nicht wie die anderen Dunkelelfen aus Kosral, Herr. Sie zeigt Güte und sie meinte bereits mehrmals, dass ich frei wäre, zu gehen." Talimée stellte sich etwas näher an Janay heran. Sie machte deutlich, dass sie ihre freie Entscheidung darüber getroffen hatte. Sie würde die Dunkelelfe nicht verlassen. In ihrer Gegenwart fühlte sie sich geborgen und sicher. Dass sie sie nun auch gleich verraten würde - müsste - das erschreckte die Elfe. Aber sie hatte keine Wahl, glaubte sie zunächst. Denn Sintus hakte nach. "Was für ein Auftrag, Talimée? Was ist der Auftrag deiner Herrin?"
Der Elfe lag nichts an der Bruderschaft. Sie war Janay loyal ergeben. Also sagte sie: "Ich möchte und darf nicht lügen, aber ich will meine Herrin ebenso wenig Euch ausliefern. Es gibt bereits jetzt starke Schwierigkeiten. Daher schweige ich. Wenn meine Herrin euch das Geheimnis ihrer Mission preisgeben will, wird sie es selbst tun." Endlich einmal Vertrauen, das nicht missbraucht wurde! Vielleicht hätte Janay bei Frauen statt Männern suchen sollen. Ihre Schwester hatte es ihr in der Vergangenheit ja bereits bewiesen. Jetzt war es Talimée. Vielleicht sollte sie sich einfach nicht auf Männer einlassen - die machten Ärger.

Leider wurde es ihr nicht gedankt. Janay entschied, dass es das Beste wäre, Talimée bei der Gruppe zu belassen, wohingegen sie selbst weiterreisen wollte. Vollkommen allein. Die Elfe starrte die Dunkelelfe fassungslos an. "A-aber Herrin..." Das bestärkte Sintus Argumente nur umso mehr. Ließ Janay sie wirklich fallen? Talimée tat es. Sie sank auf den Waldboden. Noch immer hielt sie das gewaschene, gekürzte Kleid in Händen. Der Saum wurde jetzt gerade wieder schmutzig, doch es war ihr egal. Ihre Gefährtin wollte sie nicht mitnehmen, das Kleid nahm sie allerdings. "Lasst mich nicht hier, Herrin..." Ihre Schultern bebten. Das nahm sie wirklich mit. Aber Talimée war nicht die Sorte Frau, die eine andere am Weggehen hinderte. Janay würde gehen können, wenn sie es wollte. Die Elfe hielt sie nicht auf, so untröstlich sie über diese Aktion auch wäre.

Auch Kazel war betroffen. "Geh nicht." Seine Bitte war leise. Vermutlich würde Janay ihn gar nicht hören, höchstens Sintus. Sein Herz wog schwer. Seiner Meinung nach waren die Konsequenzen zu hoch und was Xenia sagte, versetzte ihm einen Ruck, der durch Mark und Bein ging. Zugleich schoss ihm verlegene Röte ins Gesicht, als sich auch noch Annabelle einmischte. Wusste denn jeder über sein Liebesleben Bescheid? Er machte sich instinktiv klein. Dass die Gruppe ständig über seinen Genitalbereich sprach, diesen sah oder ... mit der kalten Klinge berührte ... es war furchtbar unangenehm.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Montag 1. August 2011, 02:18

Janay hingegen hatte nicht sonderlich viel Interesse an einem Bündnis. Das war nichts für sie und so, wie das Verhalten in dieser Gruppe bisher gewesen war, bestätigte das lediglich ihre Ansicht, ihre Zeit hier so kurz wie möglich zu halten. Auch wenn sie Talimée in der Obhut vor allem der Frauen lassen würde, für sie war das nichts. Sie brauchte das Alleinsein, um Schwierigkeiten zu vermeiden, und sie wollte nicht wirklich etwas daran ändern, schon gar nicht, wenn dadurch wieder nur Verrat und Enttäuschung heraus kommen würde. Somit gäbe es hier auch kein Fundament, über das sich Sintus aufregen könnte, sofern er sie dazu gefragt hätte und zwar in einem ruhigen Tonfall.
Die junge Frau war in der Tat nicht diejenige, als die sie in der Gruppe in Erscheinung getreten war, gezwungenermaßen. Sie war auch auf keinen Fall diese Person, die Véllin in ihr hatte sehen wollen. Wer genau sie war... wer wusste das schon? Wusste sie es selbst denn? Vielleicht, ganz tief in sich drin, jedoch hatte sie schon so viele Masken tragen müssen, dass ihr der Zugang zu ihrem tatsächlichen Wesen mit jeder weiteren unbemerkt ein Stück mehr entglitt.
Dass sie allerdings nichts verraten hatte, zumindest nicht allen, dass sie zu der dunklen Art gehörte, war reiner, logischer Selbstschutz. Sie hatte keine Lust, gelyncht zu werden, ehe sie hätte zeigen können, dass sie anders war als die allgemeine Meinung... oder bevor sie hätte fliehen können.
Was ihr hingegen absolut nicht im Sinn lag, war, der Gruppe zu schaden. Nicht, weil sie es nicht könnte, sondern schlichtweg, weil es sie nicht interessierte. Was würde es ihr bringen, wenn sie Véllins Auftrag erfüllen würde? Nicht einmal Sicherheit unter ihresgleichen. Somit war es für sie von Anfang an unerheblich gewesen, was sie tun sollte, sie wollte einfach nur weg und an einen Ort, wo sie vielleicht wieder ein paar Wochen unbehelligt bleiben könnte. Das war ihr Ziel.
Doch wie sollte sie das einem aufgebrachten, arroganten Pelgarer so erklären, dass selbst der es verstehen würde? Ein Ding der Unmöglichkeit!
Hätte sie hingegen von seinen Sorgen mehr gewusst und die Ruhe gehabt, um sich in seine Lage zu versetzen, hätte sie höchstwahrscheinlich weniger bockig reagiert, sondern es mit etwas Offenheit versucht. Aber der Paladin hatte die typisch pelgarische Art, die ihr so gegen den Strich ging, sodass sie erst recht unwillig war, ihm entgegen zu kommen.
Ihr Kinn reckte sich nach vorne und sie schnaubte abfällig. Er hatte sich gerade selbst widersprochen. Ihr wollte er vorwerfen, eine Dunkelelfe und deswegen böse zu sein, jedoch gleichzeitig behauptete er, dass gleiches Blut nicht dieselbe Art bedeutete.
Gegen Talimées ehrliche Antwort konnte und würde sie indes nicht einschreiten. Es war deren Entscheidung und immerhin wusste sie im Vorhinein schon, dass sie nicht lügen würde. Wenigstens ließ sie ein paar Details weg, das war ein Fortschritt in ihren Augen. Die Wahrheit war schön und gut, allerdings manchmal war das Schweigen klüger.
Ohne sonderliche Mühe konnte sie seinem plötzlich noch finsteren Blick, der sich direkt auf ihre Augen richtete, entgegen treten und konnte bei ihrer abweisenden Haltung bleiben. "Ich habe ihr nicht die Freiheit genommen, ich habe sie ihr zurück gegeben. Auch wenn das in dein verbohrtes Hirn wohl kaum reingehen wird.", stellte sie fauchend klar.
Dann wollte sie Kazel verteidigen, wenigstens solange, bis sie die Wahrheit heraus fand. Danach war es für sie besser, sich lediglich noch um Talimée zu kümmern.
Ihre Augen wurden zu schmalen Schlitzen bei seinem Vorwurf und sie ballte die Hände zu Fäusten. "Wenn ich nicht wüsste, dass du ein Pelgarer bist, würde ich dich fast für einen Dunkelelf halten, diese Vorstellungen allein sind krank!", schoss sie scharf zurück.
Tief musste sie durchatmen, ehe sie sich der Dienerin zuwandte und ihr riet, was als nächstes für diese geschehen sollte.
Als er sich wieder einmischte, zischte sie:"Halt den Mund, wenn du von etwas keine Ahnung hast!" Denn sie ließ die andere nicht fallen, sie wollte sie in Sicherheit wissen, sofern es diese in Celcia überhaupt gab.
Betont ruhig fuhr sie fort und versuchte, ihn künftig zu ignorieren. Bei seiner Bemerkung würdigte sie ihn nicht einmal mehr eines Atemzuges.
Sie hatte kein Verlangen danach, eine Chance bei ihm wahrzunehmen, denn er interessierte sie nicht und sie wollte seine Gegenwart nicht länger ertragen müssen.
Bei Annabelles Frage hingegen wollte sie noch reagieren. Sie sah die Ältere an und seufzte leise. "Wenn schon ein Teil der Wahrheit zu so etwas führt, was bringt dann noch mehr davon?", hielt sie dagegen, ohne zu verraten, dass es tatsächlich schlimmer noch ausfallen könnte.
Nicht sie selbst würde das so sehen, denn sie hatte sich dafür freiwillig entschieden. Doch sie kannte die Reaktionen zur Genüge, als dass sie diese erneut erleben wollte.
Daraufhin mischte sich auch Xenia ein, sodass sie nicht anders konnte, als die Augen ihrerseits zu verdrehen. "Ich halte den Wald im Moment für wesentlich sicherer.", erwiderte sie ironisch und deutete demonstrativ auf Sintus' Schwert.
Danach seufzte sie ein weiteres Mal und schüttelte in Annabelles Richtung den Kopf. "Ich hatte nie vor, lange bei euch zu bleiben. Wohin ihr geht, ist eure Sache, solange ihr auf Talimée aufpasst und sie vor dem da bewahrt." Das war ihr Anliegen, sonst wollte sie die Verbindungen kappen.
Sogar, wie es in Kazel aussah, wollte sie nicht mehr wissen. Er hatte sie enttäuscht, hatte ihr genau die Hoffnung zunichte gemacht, die er zuvor geweckt hatte. Ganz wie ein Dunkelelf... Nein, sie wollte ihn nicht einmal mehr ansehen. Mochte ja sein, dass er darauf gebaut hätte, dass sie ebenfalls, wie er, aufgenommen werden würde, trotz der Rasse. Aber hätte er sie einmal gefragt, hätte sie ihm schon gesagt, dass sie an Pelgar oder dessen Organisationen kein Interesse hatte. Sie wollte mit dieser Stadt so wenig wie möglich zu tun haben, ihre bisherigen Erfahrungen hatten ihr eindeutig gereicht!
Und wieder musste sie seufzen, als die Waldelfe sich bemühte, dem Paladin die Wahrheit so zu erklären, dass selbst er es begreifen würde... ja, wenn er nicht so verbohrt gewesen wäre.
Janay schüttelte den Kopf. "Lass es, Talimée, das bringt nichts. Er ist viel zu verblendet, als dass er die Möglichkeit in Erwägung zieht, es könnte etwas nicht so sein, wie er es sich einbildet."
Was dann allerdings folgte, sorgte dafür, dass der jungen Frau die Kehle eng wurde. Sie wandte sich völlig der Dienerin zu, damit hoffentlich nur sie den flüchtigen Blick, aus dem ehrliche Dankbarkeit sprach, erkennen könnte, den sie ihr schenkte. Es tat gut, dass wenigstens eine Person sie nicht verriet und hinterging, auch wenn es ein Einzelereignis bleiben würde, sollte sie wirklich gehen müssen, was sie schließlich auch wollte.
Das versuchte sie ihr auch sanft klar zu machen. Die Reaktion erschreckte sie, sodass sie einen Moment lang wahrhaftig ihre Umgebung vergaß und hastig nach Talimées Schultern griff. "Nein, nicht... tu das nicht. Bitte, komm wieder auf die Beine.", stammelte sie eine Spur hilflos, da sie solch ein Verhalten nicht erwartet hatte, geschweige denn gewöhnt war.
Sie bemühte sich, der anderen nicht weh zu tun, als sie diese zurück auf die Füße zu ziehen versuchte. "Du siehst doch, ich ziehe nur Ärger an. Das sollst du nicht mitmachen müssen.", murmelte sie und hoffte, dass es diesmal richtig verstanden würde.
Kazels Gemurmel hörte sie zwar, wollte es jedoch gar nicht verstehen, sodass sie auf ihn nicht reagierte. Stattdessen bemühte sie sich, in Talimées Blick zu lesen, ob sie begreifen konnte, dass diese Lösung für beide das Beste wäre.
Janay wäre wieder nur für sich, müsste niemandem die Wahrheit vorenthalten und eine Maske tragen, bis sie an ihrem Ziel wäre. Und die Dienerin wäre in relativer Sicherheit, mehr als an ihrer Seite.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 18. August 2011, 10:22

Vor dem Bad war Sintus Blick unruhig und voller Zorn gewesen, dies hatte ihn zu einem Impulsiven und Gefährlichen Ritter gemacht, nun jedoch war sein Blick klar, besonnen und ruhig… und vielleicht war dies beinahe noch ein grösserer Grund zur Sorge als vorhin wo viele seiner Reaktionen auf den Mangel von Schlaf und allgemeine Erschöpfung geschoben werden konnte. Der Paladin wollte Antworten hören und die Seherin begann damit, ihn mit jener zu versorgen.

"Oh, Ihr versteht das falsch, Sintus. Die anderen Dunkelelfen halten uns als Sklaven. Meine Herrin hatte keine Wahl. Ich wurde ihr zugestellt, aber sie hat eigentlich niemals etwas verlangt, mich nie schlecht behandelt und mich sogar gerettet.“ Sintus Augen verengten sich zu schlitzen. Skeptisch musterte er Janay. Man konnte bei dieser Dunkelelfenbrut ja nie wissen. Hatten sie sich nicht in Pelgar sogar verstellt, sich als gute Gäste benommen nur um in das Herz der Stadt vordringen zu können an einem Fest welches die Völker einen und nicht in den Krieg stürzen sollte? Dunkelelfen war nicht zu trauen!

“ Sie ist nicht wie die anderen Dunkelelfen aus Kosral, Herr. Sie zeigt Güte und sie meinte bereits mehrmals, dass ich frei wäre, zu gehen." „Vermutlich nur weil sie weiss dass ihr früher oder später wieder in Gefangenschaft geratet werte Talimée.“ Brummte Sintus misstrauisch. Er war noch nicht überzeugt. Sobald sich die Seherin Janay näherte senkte Sintus sein Schwert. Er wollte hier kein Blutbad anrichten, aber er wollte auch nicht von allen Seiten belogen und hintergangen werden. Wenigstens Kazel hatte sich in diesem Punkt als lernfähig erwiesen. Eigentlich konnte es Sintus ja nur recht sein, wenn sich der Mischling in eine Vertreterin seinesgleichen verliebte. So würde sich sein dunkelelfisches Blut nicht mit jenem einer Menschenfrau vermischen um eine weitere Ahnenreihe von schwer zu identifizierenden Dunkelelfen zu zeugen. Doch die potenziellen Nachkommen der Dunkelelfen waren im Moment Sintus kleinstes Problem, mussten sie sich doch im Moment mit der aktuellen Generation dieser Brut auseinandersetzen. Sintus wollte Janays Auftrag erfahren, es war nicht fair dass er dazu Talimée Rede und Antwort stehen liess, aber ihr vertraute er im Gegensatz zu Janay.
"Ich möchte und darf nicht lügen, aber ich will meine Herrin ebenso wenig Euch ausliefern. Es gibt bereits jetzt starke Schwierigkeiten. Daher schweige ich. Wenn meine Herrin euch das Geheimnis ihrer Mission preisgeben will, wird sie es selbst tun."Er hob seine Hand.“ Ich will euch nicht verhören Talimée, verzeiht.“ Er konnte ja schon ein anständiger Edelmann sein, wenn er denn wollte.

Umso ernüchternder war es, dass sich seine Vorwürfe zu bestätigen schienen, Janay wollte Talimée fallen lassen, sie bei den ihr eigentlich noch nicht sehr vertrauten Personen. Ein Umstand welcher die Seherin nicht akzeptieren wollte. Verzweiflung machte sich in ihrem Blick breit. Sintus verwunderte die Reaktion. Aber Sklavinnen die lange Zeit in Gefangenschaft gehalten wurden entwickelten nicht selten eine eigenartige Beziehung zu ihren Peinigern. Man gewöhnte sich eben an alles und eine Veränderung – und wenn es sich auch um eine Befreiung handelt – ist immer noch schwerer zu ertragen als schlechte, aber gewohnte Umstände.

Lasst mich nicht hier, Herrin..." Sintus seufzte. Eigentlich hatten sie keine Zeit für diese ganze Dramatik.
"Wenn ich nicht wüsste, dass du ein Pelgarer bist, würde ich dich fast für einen Dunkelelf halten, diese Vorstellungen allein sind krank!" Sintus Augen weiteten sich. Er hob sein Schwert wieder an. Mit dieser Art provokation sollte Janay zukünftig sehr vorsichtig sein, wenn sie es mit Paladinen der Bruderschaft zu tun hatte. „Zügle deine Zunge oder ich schneide sie dir ab Janay!“ Knurrte er ihr drohend entgegen. Xenia stand schräg hinter Sintus. Mit einem Handzeichen gab sie Janay zu verstehen dass sie einen Gang runter schalten sollte. Langsam… Formte sie tonlos. Sie würde sicherlich keinen Übergriff von Seiten Sintus zulassen, soviel war vermutlich klar. Aber auch sie wollte Antworten hören.
Annabelle verschränkte trotzig die Arme. Sie mochte es nicht wenn sie ignoriert wurde. „Nun hört aber mal auf!“ Brummte sie. Janay sollte einfach mit der Wahrheit auspacken, Sintus sollte sie schlucken und weiter gings im Programm…

"Wenn schon ein Teil der Wahrheit zu so etwas führt, was bringt dann noch mehr davon?" „Weil man so weiss was man frisst.“ Murrte sie angesäuert. Für sie artete diese ganze Unterredung hier in einen Kindergarten aus und sie wunderte sich über Xenias Passivität in der ganzen Sache.
"Ich halte den Wald im Moment für wesentlich sicherer." „Kaum.“ Meinte Xenia nüchtern. „Hier kennst du deinen Kontrahenten… und du magst mit Worten den Kampf fechten können, gegenüber einem Bären oder einem Augenteufel würde dies wohl schwieriger werden.“

"Ich hatte nie vor, lange bei euch zu bleiben. Wohin ihr geht, ist eure Sache, solange ihr auf Talimée aufpasst und sie vor dem da bewahrt." Nun lag es an Annabelle die Nerven zu verlieren. „NUN SEI DOCH MAL VERNÜNFTIG UND SIEH DICH UM! Meinst du ICH wollte in dieser Gruppe landen? Ich wurde von meinem Zuhause vertrieben, alle meine Freunde und Bekannte die ich in Pelgar hatte sind entweder tot oder, wenn sie denn verdammtes Glück hatten mit dem Flüchtlingsstrom geflohen, welcher die Paladine überhaupt erst möglich gemacht haben! NIEMAND will hier sein! Ich will nicht durch diesen verschissenen Wald stiefeln, mir den Rücken zerstören weil ich die Kräutervorräte für alle von euch, die ihr so schlecht auf eure Gesundheit achtet, ständig aufstocken müssen! Wir alle würden am liebsten in unseren Häusern in Pelgar hocken, Stricken, Kochen, Waschen uns nett unterhalten… aber es herrscht KRIEG! Ein Krieg der vom Volk der Dunkelelfen angezettelt wurde dessen Ausmasse uns allen vielleicht noch nicht bewusst sind… ausser euch. Wir wissen nicht woher ihr kommt, was ihr über die Invasion wisst, wir wissen nur bescheid über das verfluchte Leichenfeld vor Pelgar!!! Also ist ein bisschen Skepsis einer Dunkelelfe gegenüber die offenbar irgend eine Mission zu erfüllen hat, die so brisant ist dass sie den Zorn der Gruppe hier auf sich ziehen könnte schon angebracht! Wenn ihr gar nicht vor habt sie zu erfüllen, dann könnt ihr sie uns ja verraten!“
Juduka starrte Annabelle an. So viel Emotion hätte sie von Seite dieser seltsamen Hexe jetzt nicht erwartet. Auch sie dachte an die Leichenfelder zurück, an den „Garten des Wegbereiters“ wie sie dieses Feld genannt hatten. Sie verschränkte ihre Arme.

Sintus betrachtete sich das Schauspiel zwischen den beiden Frauen und nahm endlich seinen Stiefel von Kazels Rücken. „Auf die Beine mit dir, Bruder.“ Brummte er nur.
„Kosral ist ein Sammlungsposten unserer Armee… von da aus wurden die Angriffe auf Andunie koordiniert. Die Stadt ist ebenfalls gefallen, genauso wie Sarma.“ Begann Juduka überraschend. Dass Sarma bereits wieder zurückerobert war, davon wusste sie nichts. Die Nachrichten eilten ja auch sehr verzögert durch die Welt. „Jorsan wird als nächstes Fallen und schliesslich ganz Celcia… sind dass nicht unangenehme Pläne genug? Was wollt ihr denn, ein verrückter Paladin, eine Kriegerfürstin ohne Armee, eine Hofdame die es in ihrer Karriere bis zur Hexe gebracht hat, eine Sklavenseherin die sich an den stupiden Ehrenkodex ihres Volkes hält, eine Dunkelelfe die weich ist, sich von ihrem Volk abwendet und wohl nur Meuchel zu erwarten hat in den eigenen Reihen… und…“ Sie blickte zu Kazel hin. „Ein… missratenes Experiment, denn dagegen tun mhm?“ Sintus drehte sich um. Stapfte auf Juduka zu, hob sein Schwert und war drauf und drann ihr eins mit dem Knauf überzubraten. Juduka funkelte ihm entgegen. Es war Xenia die sich dazwischen stellte. Ihre Hände gegen seine Brust drückte und ihn zurückstiess. „Lass es. Sie hat recht… wir müssen dafür sorgen dass wir hier durchkommen und uns nützlich machen können Sintus…wir haben keine Zeit für diese Scharaden.“
Juduka schnaubte. Verschränkte abermals ihre Arme. „Verzieht sich das Gör nun oder kommt sie mit?“ Wollte sie ungeduldig wissen.
Die allgemeine Stimmung erlangte einen neuen Tiefpunkt. Nun lag es an Xenia das Zepter zu übernehmen, denn Sintus stand zähneknirschend da. Er wusste nicht mehr weiter.

"Nun Janay... entweder setzt du dich nun mit zu uns und besprichst mit uns das weitere Vorgehen... oder aber du gehst. Entscheide dich. Wir müssen nach vorn schauen... und wir sind nicht in der Situation um uns auszusuchen mit wem wir reisen."

Annabelle trat zu Kazel hin, tätschelte seine Schulter. "Ist schon gut junge... vielleicht wird sie es irgendwann vestehen, dass die Wahrheit wichtig ist." Hauchte sie ihm entgegen und musterte seinen Rücken. "GEhts?"
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 19. August 2011, 18:25

Die Elfe hockte am Boden und konnte kaum atmen. Auch konnte sie nicht wieder aufstehen, nicht einmal, als Janay darum bat. Die Berührung an ihren Schultern nahm sie kaum wahr. Es erschütterte sie, dass ihre Herrin Janay sie tatsächlich einfach zurücklassen wollte. Nicht, dass sie sich mit den Personen in der Gruppe nicht verstand - sie mochte sogar einige unter ihnen und dazu zählte doch tatsächlich auch der Paladin. Aber sie machte sich Sorgen. Die Herrin war aufgebracht, sollte nicht allein im Wald umher irren. Wer sagte ihr denn, dass es hier keine Dunkelelfen wie die in Kosral gab? Jene finster denkenden Männer und Frauen, die einsperrten, aushungern und auspeitschen ließen. Die folterten, um den Willen zu brechen. Talimée schauderte. Sie wollte nie wieder in die Kerker dieser Stadt zurück. Sie sehnte sich nur noch nach einem ruhigen Leben in Freiheit, am liebsten noch nach ihrem alten, denn das war ruhig und frei gewesen. Doch dazu müsste sie all ihre Lieben, Freunde und Verwandte, aus Kosral befreien. Dazu war eine einfache Floristin nicht in der Lage, nicht einmal, wenn sie hellseherische Fähigkeiten besaß. So blieb ihr keine andere Option. Sie musste einfach bei Janay bleiben, nur in ihrer Nähe fühlte sie sich noch geborgen. Aber jetzt wollte diese sie verlassen. Das Herz der Elfe drohte zu brechen wie einst ihr Wille. Sie drückte ihre schwieligen Hände gegen die Brust, damit es nicht herausspringen mochte. Sie konnte kaum glauben, was geschah. Die Worte des Paladins hallten in ihrem Kopf. Ließ Janay sie einfach im Stich? Es wäre ihre erste Handlung gegenüber Talimée, mit der sie der Elfe wirklich schaden würde. Dieser Gedanke schmerzte sehr.
"Bitte - Herrin, Herr Paladin - einigt euch doch", flehte sie, ihre Stimme leiser als das scheue Zwitschern eines frisch geschlüpften Vögelchens. "Ich glaube nicht, dass auch nur einer von euch beiden wirklich Schlechtes im Sinn hat." Betreten senkte sie den Kopf. Würden ihre Worte überhaupt noch fruchten oder auf taube Ohren stoßen? Sie konnte Janay nicht aufhalten, wenn diese tatsächlich gehen wollte. Sie würde es nicht tun. Vielleicht musste ihre Herrin auch gehen, vielleicht war dies die Kernaussage ihrer Vision. Janays Hände, die eine wachsende Pflanze beherbergten. Eine Waldpflanze? Schweren Herzens erhob sie ein letztes Mal ihre Stimme: "Ihr entscheidet, Herrin. Wenn Ihr mich wirklich verlassen wollt, müsst Ihr gehen. Bitte ... passt auf Euch auf." Nun verfiel sie in Schweigen, kauerte sich klein an Ort und Stelle zusammen. Sie kämpfte doch wahrhaft mit den Tränen, Janay bedeutete ihr viel.

Kazel beobachtete die Szene, die sich zwischen den beiden Elfen abspielte. Hatte er sich richtig entschieden, Bericht zu erstatten? Verrat war niemals richtig, aber egal wie er es drehte und wendete, Verrat wäre das Ergebnis gewesen. Entweder ihr oder der Bruderschaft gegenüber. Es enttäuschte ihn nur, dass man der Dunkelelfe keine Chance gab. Vielleicht war es das, was die spitzohrigen Rassen letztendlich von den Menschen unterschied. Er wollte sich über derlei philosophische Fragen nicht den Kopf zerbrechen, er fände ohnehin keine Antwort darauf. Außerdem lenkte die vorherrschende Szene vom Denken ab. Trotz allem hielt er sich zurück, ähnlich Xenia, ohne sich dessen bewusst zu sein. Er wusste einfach nicht, ob und was er hätte sagen sollen. Also beobachtete der Mischling schweigend.
Es verdeutlichte sich immer mehr, dass Sintus und Janay einander mehr als nicht leiden konnten. Sie würde nicht hierbleiben. Sie würde sich stur zeigen gegenüber jeglicher Argumentation und in die Wälder verschwinden. Vielleicht sah Kazel sie niemals wieder. Sein Herz wog schwerer. So schwer, dass es ihm die Kehle zu schnürte. Annabelle war es, die ihre Stimme erhob. Kazel schaute zu der Hexe herüber. Sie hatte ihre Arme verschränkt. War sie im Wasser gewesen? Ja. Aber offenbar hatte sie sich nicht so gut erholen können wie alle anderen. Irgendwann war wohl auch ihr Nervenkostüm ausgeleiert. Wie weit ließ sich der Stoff noch dehnen, fragte sich der Mischling für den Bruchteil einer Sekunde. Dass er die Antwort darauf noch früh genug erfahren sollte, ahnte er zu diesem Zeitpunkt nicht im entferntesten.
Doch dann platzte die Bombe und die Frau schimpfte los. Verzweiflung schoss aus ihren gespieenen Worten. Jetzt wurde wohl jedem der Gruppe klar, dass sie keine Nebendarstellerin eines Bühnenspektakels war. Auch Annabelle hatte Gefühle - Änste und Sorgen. Auch in ihr wuchs die Verzweiflung, sie erlebten hier alle einen Krieg mit. Das ging an niemandem spurlos vorüber. Kazel starrte die ehemalige Hofdame an. Er schluckte, empfand Mitleid mit dieser Frau. Aber er brachte keinen Ton heraus. Die Überraschung, dass eine Annabelle Rosenheim derart wütend los zetern konnte, steckte ihm noch in allen Knochen. Vor allem aber im Rücken oder war das Sintus' Stiefel, der noch immer gegen seinen Körper drückte? Nein, der zog sich nämlich gerade zurück.
"Auf die Beine mit dir, Bruder." Vollkommen mechanisch erhob sich Kazel, als sei er auf Sintus' Befehle geeicht worden. Unheimlich, wenn man sich zurück erinnerte, wie er Raxtian Tausendtod gehorcht hatte. Er streckte sich, um den Schmerz aus dem Rücken zu bannen. Seine Aufmerksamkeit wollte sich schon wieder auf Annabelle richten, als nach langem Schweigen Juduka zu sprechen begann. Jedoch, was sie sagte, hinterließ blankes Entsetzen in dem Elfen. Das entsprach doch nicht wirklich der Wahrheit! Ihm klappte der Mund auf. Sie log doch! Nein, das konnte nicht möglich sein!
Er mochte sich nie für die Städte der Menschen interessiert haben, war Andunie immer fern geblieben und Sarma sagte ihm nicht einmal was. Aber Kazel vermutete dahinter ebenfalls eine kleine Metropole menschlichen Herrschens. Wenn beides unter die Knute der Dunkelelfen gefallen war, wie weit hatte sich dieser Krieg schon ausgebreitet? Sie beherrschten die Ruinen Kosrals im Neldoreth? Unvorstellbar! Wer konnte denn am Tag unter Höhlen- und Giftspinnen und des Nachts im Angesicht schauerlicher Geisterwesen leben - wenn diese Legenden überhaupt stimmten? Dann schüttelte Kazel den Kopf. Natürlich, das waren Dunkelelfen. Ausgebildete Krieger. Wenn sie die Bestien der Ruinen nicht töteten, zähmten sie sie bestimmt und zogen noch mit ihnen in die nächste Schlacht. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, während sich seine Nackenhaare aufstellten. Die sturmblauen Augen waren weiterhin auf Juduka gerichtet. Und wo er vor kurzem vermutlich noch betreten den Blick gesenkt hätte, weil man ihn als missraten bezeichnet hätte, da funkelte es plötzlich in seinen Augen. Er hielt Judukas Blick stand, antwortete ihr verbissen: "Ein Paladin der Bruderschaft, eine Schneiderin, die zur Söldnerkönigin geworden ist, eine kräuterkundige Hofdame, die sich selbst waffenlos durchsetzen kann, eine Seherin mit Jagdfertigkeiten, Janay, die ... einfach unwerfend ist ... ein missratenes Experiment auf dem Weg der Besserung und vergiss nicht: eine lichtmagisch begabte Nachtelfe, die die Pläne des Feindes zu kennen scheint. Es klingt wirklich bizarr, aber sind es nicht meist solche Zusammenstellungen, die etwas bewirken, Juduka? Vergiss nicht, Raxtian Tausendtod hat dich ebenfalls fallen lassen. Vielleicht bist du für ihn ebenso missratenes Experiment wie ich, also stell dich auf unsere Seite!" Er hatte sich in Rage geredet, bemerkte es jetzt und trat einen Schritt zurück, keuchte. Sie musste doch einsehen, dass sie bei ihnen besser aufgehoben war. Genauso wie Janay es einsehen musste. Er wollte nicht, dass sie ging. Jetzt senkte Kazel den Blick, das Feuer hatte gebrannt und nun glomm nur noch Glut.
Er lauschte dem fortwährenden Gespräch nicht mehr. Erst als Annabelle neben ihn trat und ihn ansprach, reagierte er wieder auf seine Umwelt. "Es geht. Annabelle ... es tut mir leid. Wegen all den Kräutern und so. Ich achte in Zukunft besser auf mich." Er holte tief Luft. Wie ging es nun weiter? Würde Janay gehen? Sie durften wirklich keine Zeit mehr verlieren, mussten endlich handeln. Nur wie? Ganz unrecht hatte Juduka nicht.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 19. August 2011, 22:13

Auch Janay ging es alles andere als gut in dieser Situation. Es schmerzte sie, diese Enttäuschung erleben zu müssen, weil Kazel sie verraten hatte. Und auch, dass Talimée es ihr so schwer machte, zehrte ebenfalls an ihren Nerven. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass diese sich so sehr dagegen sträuben und nicht einsehen würde, dass es so einfach besser für sie wäre. Die junge Frau selbst zog nur Unheil an, da wollte sie niemanden sonst mit hinein ziehen. Warum wollte die andere es nicht verstehen? Es war ihr schon unangenehm genug, dass das alles vor der gesamten Gruppe stattfinden musste, da sollte die Dienerin es doch nicht auch noch in die Länge ziehen!
Längst hatte sie es aufgegeben, dem Paladin etwas zu erklären zu versuchen, das dieser Sturkopf sowieso nicht begreifen wollte, weil er viel zu verbohrt war in seiner pelgarischen Arroganz. Dass sie es mit einer anderen Wortwahl sowie einem geduldigeren Unterton eher geschafft hätte, bei ihm etwas zu erreichen, darauf kam sie in ihrem verfestigten, vorurteilbehafteten Denken nicht.
Deswegen unterließ sie es auch, weiter auf Talimées Worte einzugehen, die sie ausschließlich positiv bewerteten. Zwar waren ihre Hintergründe bei weitem nicht nur selbstlos und so ehrenhaft gewesen, wie es der Waldelfe erschienen war, aber zum Teil hatte sie ihr tatsächlich helfen wollen.
Dass er allerdings behauptete, sie würde der Dienerin lediglich die Freiheit schenken wollte, um sie in die nächste Gefangenschaft zu führen, trieb die Zornesröte in ihr Gesicht. Wütend funkelte sie ihn an. "Wer Niedertracht anderen zutraut, ist selbst nicht frei davon!", fauchte sie angriffslustig, denn auf solch eine Idee wäre sie gar nicht gekommen.
Ihr war ihre Freiheit selbst viel zu wichtig und außerdem wollte sie mit denen ihrer Rasse so wenig wie möglich zu tun haben, geschweige denn andere in deren Nähe zu bringen.
Umso fragwürdiger erschien ihr sein plötzliches Einlenken, sodass sich zwar ihre Züge ein wenig entspannten und die rote Farbe wieder nachließ, dafür ihre Augenbraue jedoch zurück in die Höhe wanderte. Nun war es an ihr, ihn skeptisch anzusehen.
Zu mehr kam sie hingegen nicht mehr, da sie sich erst recht um Talimée kümmern musste. Hätte er sie nicht dazu gezwungen, ihm noch einmal ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Dass er dadurch sein Schwert wieder anhob, beeindruckte sie nicht im Mindesten. Kühl und distanziert sah sie ihn an und schrak nicht einmal bei seiner Drohung zurück. Sie hatte in ihrem Leben gelernt, dass Personen, die etwas Negatives versprachen, es nur selten auch ausführten. Gefährlicher waren jene, die erst im Nachhinein drohten, was sie zuvor angetan hatten.
Xenia wollte sie ignorieren und auch sonst nichts mehr dazu sagen, hätte sich nicht auch noch Annabelle gemeldet.
Leise schnaufte Janay. "Es ist doch wahr! Was würde es mir bringen, Talimée noch mehr Schmerz und Leid geschehen zu lassen... oder euch zu verraten, wo ihr selbst nicht mal wirklich viel wisst und es den Soldaten in Kosral nichts bringen würde? Ich will nichts mit Morgeria und seinen Schergen mehr zu tun haben, verdammt noch mal!", brauste sie auf.
Der Wortwechsel danach endete für sie mit einem Schulterzucken ihrerseits. Einem Bären oder Wolf gedachte sie ausweichen zu können, während sie solche Duelle mit dem Paladin eher ermüdeten. Vor allem, wo sie es satt hatte, in der Nähe eines Verräters zu bleiben.
Mit einem Mal allerdings platzte Annabelle der Kragen, sodass Janay sie beinahe schon entsetzt ansah.
Ehe sich ihr Gesicht wieder verfinsterte und sich sogar ihre linke Hand zur Faust ballte, nachdem ihre Rechte noch immer auf Talimées Schulter ruhte. "Ein verdammter Krieg, mit dem ich bei weitem nichts zu tun haben will! Durch den mir jedoch trotzdem mal wieder etwas vorgeworfen wird, wofür ich nichts kann. Ich habe nichts mit dem dunklen Volk zu schaffen und daran hatte ich nie vor was zu ändern. Ihr wollt wissen, warum ich als Gast behandelt wurde in Kosral?! Weil ich dem Kommandanten dort in den Kram passte, als Frau und als Botenjunge, nichts weiter! Ich will davon nichts mehr hören und schon gar nicht irgendwas dazu beitragen. Was mir aufgetragen wurde, kann euch egal sein, ich werde es nicht ausführen, glaubt mir oder nicht, es ist so, Punkt!", hielt sie, nicht minder aufgeregt und lautstark, dagegen.
Mochte ja sein, dass alle hier einiges hinter sich und gelitten haben, aber das ging sie nichts an und damit wollte sie sich auch nicht beschäftigen. Mitleid würde sie nicht heucheln, denn auch sie hatte viel durchgemacht, was für sie selbst reichte. Sie hatte kein Zuhause, keine Familie, wurde oft genug vertrieben wegen ihres Berufs, kannte keine Liebe und noch vieles mehr. Ja, die junge Frau hatte ausreichend eigene Probleme, als dass sie sich noch mit weiteren, von anderen belasten wollte.
Als dann auch noch Juduka mit Kriegsberichten anfing, verdrehte sie die Augen und wandte sich wieder ausschließlich der Waldelfe zu, sank vor ihr in die Hocke, um mit ihr auf einer Augenhöhe zu sein.
"Talimée, bitte... du sollst es gut haben und auch wenn die hier allesamt schräg sind... es ist noch immer besser als bei mir. Du weißt nicht, auf was du dich einlässt, wenn du bei mir bleiben willst.", wisperte sie ihr zu, sodass es hoffentlich nur sie hören konnte.
Kurz vernahm sie einen Ausschnitt aus Judukas Bericht, ihre Lippen pressten sich zusammen und sie deutete ein knappes Nicken an. Jorsan würde angegriffen werden und leiden, gut so. Das hatte sich der Mob, der sie damals verfolgt hatte, durchaus verdient!
Danach blinzelte sie und sah wieder der Dienerin in die Augen, mit einer stummen Bitte, sie zu verstehen.
Wäre ihr nicht etwas zu Ohren gekommen, was sie in die Höhe und herum fahren ließ.
Wütend funkelte sie die Nachtelfe an. "Nenn mich noch einmal Gör und ich zeige dir, wie sich Sonnenlicht auf der Haut anfühlt!", fauchte sie. So hatte sie ihre Mutter oft bezeichnet und sie war regelrecht allergisch auf dieses Wort geworden, deswegen auch die Heftigkeit ihrer Reaktion.
So dauerte es jedoch auch einige Momente, ehe sie sich straffen und auf Xenias Bemerkung besinnen konnte. Sie blickte zu der Kriegerin hin und man konnte ihr ansehen, wie sie zu überlegen begann.
Eigentlich wollte und sollte sie gehen, am besten jetzt sofort. Andererseits...
Lautlos seufzend sah sie mal wieder zu Talimée.
Sie hatte nicht erreichen wollen, dass diese derart litt, ja, sie hatte nicht mal damit gerechnet. Und wenn sie sich so die Mitglieder der Gruppe ins Gedächtnis rief... Nein, mit ruhigem Gewissen konnte sie die Waldelfe nicht bei ihnen lassen. Mitnehmen aber konnte sie diese auch nicht, wollte es auch nicht, damit sie nicht erfahren könnte, wer Janay wirklich war. Sie wollte nicht schon wieder eine Enttäuschung erleben müssen, weil ein Stück Wahrheit ans Licht kam. Und vielleicht könnte sie sogar ein bisschen was lernen... Natürlich nicht, was das Zusammenleben mit anderen betraf, das wollte sie gar nicht wissen. Doch Annabelle kannte sich mit Kräutern aus, die junge Frau wusste auch ein bisschen was, vor allem für die Verhütung, da könnte sie womöglich das ein oder andere in Erfahrung bringen. Erneut seufzte sie, diesmal hörbar. Es war wirklich schwierig.
Endlich meldete sich auch die Dienerin wieder zu Wort, wenngleich mit einem Sinn dahinter, der Janay doch sehr zweifeln ließ. Sie traute dem Pelgarer nicht und so war es vermutlich besser, sie schwieg dazu.
Was darauf noch folgte nach einigen Sekunden, schnürte ihr regelrecht die Kehle zu. Die junge Frau wusste selbst nicht, wie sehr sie Talimée inzwischen mochte, und sie wollte es sich schon gar nicht eingestehen. Allerdings traf sie diese Bemerkung und ließ sie mehrmals schwer schlucken.
So dauerte es seine Zeit, bis sie sich leise räuspern konnte und ihrer Stimme halbwegs wieder traute.
Sie beugte sich vor zu dem Ohr der anderen und wisperte in dieses:"Hör auf, mich Herrin zu nennen, ja? Du kennst meinen Namen." Damit richtete sie sich erneut ein wenig auf und sah ihr noch einmal ernst in die Augen.
Dann erhob sie sich geschmeidig und wandte sich Xenia zu. Gerade wollte sie Luft für ihre Entscheidung holen, als sich Kazel unbedingt melden musste.
Obwohl er ihr mit seinen Worten ein Kompliment machte, warf sie ihm einen finsteren Blick zu, ehe sie sich wieder auf Xenia besann. "Ich bleibe dabei, ich will nichts vom Kriegsgeschehen wissen oder davon hören."
Damit sah sie zwar wieder in Kazels Richtung, wenngleich versuchte sie, seine Anwesenheit auszublenden, und nur Annabelle dabei im Auge zu haben. "Ich weiß noch nicht sonderlich viel über Kräuter, aber ich bin lernfähig." Das war ihre Art, ein Friedensangebot zu machen und gleichzeitig zu symbolisieren, dass sie noch eine gewisse Zeit zu bleiben gedachte. Auch für Talimée, damit diese es besser erkennen konnte, dass sie sich trennen sollten.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 25. August 2011, 23:51

Die Überlegenheit des Stärkeren. Das Naturrecht. Ein Konzept welches unter vielen Philosophen jener Zeit Zustimmung fand und von genau so vielen abgelehnt wurde. Doch im Moment tobte weit abseits von den Schauplätzen Sarmas, Andunies, Grandessas, Jorsans und schlussendlich Pelgars ein Kampf, der viel älter war, viel mächtiger und viel Relevanter als es ein irdischer Krieg je hätte sein können. Es war ein Krieg welcher schlussendlich alle Völker Celcias und sogar jedes Tier einte, denn er tobte in jeder Rasse.

Der benannte Krieg gehörte zu einem der wenigen, in welchem eine Frucht die Hauptrolle spielte. In diese Frucht konnte nur der stärkste, der schnellste, der wendigste eindringen. Hatte der Stärkste die Frucht infiltriert und sein Erbmaterial darin abgegeben – so verändert sie sich, damit der zweitstärkste bis hin zu dem schwächsten keine Chance mehr bekommt ebenfalls das erstrebte Ziel zu erreichen. Ihr Schicksal war der Tod… und in diesem Krieg starben mehr Individuen als in jenem der zurzeit in Pelgar tobte. Der Kampf war vorbei, das Los war gefallen. Nun kam die Zeit der Reifung. Die Seherin hat jene Zeit in Form eines Blütensames mit ihrem dritten Auge gesehen. Ihre Vision zeigte nicht den Kampf, sondern das was daraus wachsen konnte. Ja, in Janays Körper wuchs ein Individuum heran. Im Moment nur ein Zellklumpen. Noch würde man nicht definieren können ob aus diesem Zellklumpen ein Fisch, Vogel, Tiger, Dunkelelf oder Mensch entstehen würde. Denn all diese Rassen trugen die gleichen Bausteine in ihrem Sein. Doch durch die Erzeuger würde das Individum welches in ihr heranwuchs geprägt sein. Es würde ein kleiner Mischling entstehen. In 9 Monaten würde er ausgereift sein. Er, der stärkste von vielen.

Noch blieb der Verlauf und das Ergebnis dieses Kampfes bei Janay völlig unbemerkt. Noch. Doch sie hatte im Moment ja auch andere Sorgen. Sie musste den Weg ebnen den sie gehen wollte. Würde er sich hier von jenem der Gruppe trennen, oder würde sie wider den Befürchtungen Kazels dazu durchringen können ihn weiter mit der Gruppe zu bestreiten?

Alle drängten auf eine Entscheidung – sie wollten Klarheit. Denn sie mussten weiter, mit Janay oder ohne.
Alle Augen waren zuerst auf Janay gerichtet. Annabelle erholte sich gerade von ihrem Ausbruch. Sie rieb sich die Stirn. Entschloss sich schliesslich ihre Kräuter zu überprüfen. Selbst Sintus schien von dem überschwappenden Termperament der Hofdame überrascht zu sein. Denn für einen Moment schwieg er.

"Es ist doch wahr! Was würde es mir bringen, Talimée noch mehr Schmerz und Leid geschehen zu lassen... oder euch zu verraten, wo ihr selbst nicht mal wirklich viel wisst und es den Soldaten in Kosral nichts bringen würde? Ich will nichts mit Morgeria und seinen Schergen mehr zu tun haben, verdammt noch mal!" „Schön!“ Brummte Annabelle. „Dann hätten wir dies doch nun endlich geklärt!“ Meinte sie fordernd in Sintus Richtung. Nun lag es wieder an ihm zu schnauben. Die Situation war ziemlich aufgeladen und verzwickt. Er musterte sie noch immer Skeptisch. So ganz überzeugt war er noch nicht.

"Ein verdammter Krieg, mit dem ich bei weitem nichts zu tun haben will!“ „Hah!“ Schnaubte Sintus. „Dies wirst du nun unweigerlich, wir sind mitten in feindlichem Gebiet! Niemand wollte etwas damit zu tun haben und doch stecken wir nun alle in einem Kampf, der über unsere Existenz entscheidet! Das ist kein politischer Zwist zwischen zwei, sich rivalisierenden Städten. Hier geht es darum dass die dunkle Horden danach streben ganz Celcia zu unterjochen! Unsere Rasse ist gefährdet, durch eure!“

Durch den mir jedoch trotzdem mal wieder etwas vorgeworfen wird, wofür ich nichts kann. Ich habe nichts mit dem dunklen Volk zu schaffen und daran hatte ich nie vor was zu ändern.“ Er knurrte unruhig. „Warum also Kosral, warum wart ihr dort in Gesellschaft des Kommandanten?“
2 Ihr wollt wissen, warum ich als Gast behandelt wurde in Kosral?! Weil ich dem Kommandanten dort in den Kram passte, als Frau und als Botenjunge, nichts weiter! Ich will davon nichts mehr hören und schon gar nicht irgendwas dazu beitragen. Was mir aufgetragen wurde, kann euch egal sein, ich werde es nicht ausführen, glaubt mir oder nicht, es ist so, Punkt!",

„Können wir nur hoffen dass ihr eure Meinung diesbezüglich nicht ändert!“ Brummte er finster. Sintus traute es der Dunkelelfe zu dass sie im Moment von ihrer Mission absah, weil sie vielleicht nicht jenen Profit daraus schlagen konnte welche sie sich vielleicht erhofte, aber was wenn sich die Zeiten wieder änderten? Sie als Dunkelelfe tat sich in der Momentanen Situation eigentlich besser wenn sie sich der dunklen Horde anschloss, schliesslich waren diese im Begriff Celcia zu überrennen und im Moment waren sie auch, so schmerzlich dies für einen Paladin auch sein mochte, die wesentlich stärkere Fraktion.

Für sie und möglicherweise auch noch für Kazel würde es ein leichtes sein von dieser Überlegenheit ihres Volkes zu profitieren und in deren Kreise zu gelangen. In die Kreise der Siegermacht. Nun Janay zumindest sicherlich, bei Kazel konnte die Tatsache dass er sich der Armee widersetzt und Raxtian herausgefordert hatte verheerend erweisen. Sein Weg musste wohl jener der Menschen sein. Der andere war mehr als Riskant. Ausserdem hatte er in der Bruderschaft etwas gefunden, was er unter seinesgleichen schmerzlich vermisst hatte. Eine Verbundenheit, eine Familie.

Juduka schaltete sich gerade ein und dies ermöglichte Janay, ruhig auf Talimée einzureden. Die Worte der Nachtelfe jedoch lockten Kazel aus der Stille.
"Ein Paladin der Bruderschaft, eine Schneiderin, die zur Söldnerkönigin geworden ist, eine kräuterkundige Hofdame, die sich selbst waffenlos durchsetzen kann, eine Seherin mit Jagdfertigkeiten, Janay, die ... einfach unwerfend ist ... ein missratenes Experiment auf dem Weg der Besserung und vergiss nicht: eine lichtmagisch begabte Nachtelfe, die die Pläne des Feindes zu kennen scheint.“ Juduka hob eine Augenbraue. Was würde nun kommen?

Es klingt wirklich bizarr, aber sind es nicht meist solche Zusammenstellungen, die etwas bewirken, Juduka? Vergiss nicht, Raxtian Tausendtod hat dich ebenfalls fallen lassen. Vielleicht bist du für ihn ebenso missratenes Experiment wie ich, also stell dich auf unsere Seite!" „Du willst mich bekehren? Du willst mich ernsthaft überzeugen mich zukünftigen Sklaven der dunklen Horde anzuschliessen? Ihr werdet nicht nur geknechtet werden, sondern eure ganze Kultur wird zerstört werden, wenn es nach den Plänen des dunklen Führers geht. Alle Völker ausser den Dunkelelfen und Orks sollen zu reinen Sklavenrassen heranerzogen werden… dies wollen sie erreichen indem sie jegliche Form kultureller Errungenschaften zerstören. Schriften, Bücher, Tempel, Gemäuer, Familien… Das Ausmass dieses Krieges ist schwer einzuschätzen Kazel, aber die Welt, Celcia, wird definitiv nicht mehr so wie vorher sein. Die Grundfeste des Fundamentes auf welchem wir leben werden erschüttert sein. Sind sie vermutlich jetzt schon! Ich als Nachkomme eines kleinen Stammes von Nachtelfen…will meine Art erhalten und nicht im eifer einer dummsinnigen und sinnlosen Rebellion sterben! Und wenn ich zum überleben einen Pakt mit diesen Dämonen der dunklen Horden schliessen muss… so werde ich dies tun, denn ich will meine Art erhalten!“
Juduka wusste nichts über das Schicksal der Nachtelfen. Keine Informationen diesbezüglich waren bis zu ihr durchgedrungen. Aber sie fürchtete um die Zukunft ihrer Rasse, denn sie waren nur wenige und ihr Lebensraum sehr beschränkt, leider befand sich dieser gerade im Epizentrum der Invasion. Hoffentlich war die Stadt noch nicht gefunden und erobert. Denn die Nachtelfen waren keine Verbündete der Dunklen Armee. Sie waren ebenso bedroht wie alle anderen Rassen auch. Juduka hatte ihren Weg gewählt diese Bedrohung abzuwehren.
Annabelle hatte sich in der Zwischenzeit zu Kazel gewandt, fragte nach seinem Befinden. "Es geht. Annabelle ... es tut mir leid. Wegen all den Kräutern und so. Ich achte in Zukunft besser auf mich." Sie nickte. „Ich nehm dich beim Wort, und wehe du verletzt dich dennoch!“ Murrte sie.

Juduka wurde jäh ins Wort gefahren als sie wissen wollte ob Janay nun kam oder nicht. Dabei wurde ihr der Ausdruck „Gör“ zum Verhängnis. "Nenn mich noch einmal Gör und ich zeige dir, wie sich Sonnenlicht auf der Haut anfühlt!" Juduka widerstand Janay funkelnden Blick. Sie konnte diese Dunkelelfe nicht leiden, dass einzig gute an ihr war, dass sich Sintus so sehr mit ihr beschäftigen musste. Dadurch blieb sie verschont. Aber ansonsten hielt sie nichts von dieser Frau welche die Gruppe ständig aufhielt und verlangsamte. Sie lachte auf. „Vielleicht solltest du aufhören dich wie ein Gör zu verhalten, dann würde ich dich nicht als solches Bezeichnen!“ Zischte sie zurück. „Nun ist Schluss, allebeide!“ Erhob Xenia bestimmt die Stimme. „So kommen wir nicht weiter. „ Sie wollte antworten hören. Eine Entscheidung.

"Ich bleibe dabei, ich will nichts vom Kriegsgeschehen wissen oder davon hören." Xenia musterte sie, noch konnte sie diese Worte nicht richtig einordnen, hiess das sie würde sich von der Gruppe trennen?
"Ich weiß noch nicht sonderlich viel über Kräuter, aber ich bin lernfähig." „Was?“ Xenia mochte es gerne Konkret. Auch sie selbst war ja schliesslich stets ziemlich direkt wenn es darum ging irgendwelche Informationen weiterzugeben und mitzuteilen. Xenia richtete sich auf. Hob ihre Hand, denn Sintus wollte schon was anmerken – sicherlich nichts konstruktives – aber dies liess die Kriegerfürstin gerade nicht zu. „Na schön Janay, du wirst deine Stimme haben, gleichberechtig mit jeder anderen in der Gruppe auch, dies gilt auch für dich Juduka. Du hast dich entschlossen in der Gruppe zu bleiben gut… aber dann erwarte ich auch dass ihr euch ein für alle Mal an die Beschlüsse der Gruppe haltet, alle.“ Damit waren vorallem Sintus, Kazel und Janay angesprochen.
„Juduka und Janay, ihr werdet NICHT austesten wie gut Juduka licht verträgt… Sintus, Juduka ist nicht mehr länger Kriegsgefangene sondern Teil der Gruppe und niemand der Gruppe sollte sich ohne Kenntnis der anderen einfach so entfernen…wenn wir zusammenarbeiten haben wir die grösste Chance um zu überleben!“
Xenia hatte wieder die Führung übernommen, dies war deutlich spürbar. „Mein Vorschlag ist, dass wir versuchen nach Zyranus durchzubrechen, von allen Städten Celcias ist sie sicherlich jene die am schwersten einzunehmen ist.“ Sintus nickte. „Dort können wir Verstärkung für die Flüchtlinge anfordern, Zyranus hätte die Kapazität um sie aufzunehmen und zu versorgen.“
Xenia nickte und schaute zur Gruppe. „Andere Vorschläge?“
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