Felder, Wiesen und Seen

Das Umland beherbergt kristallklare Seen, bunte Wiesen und kleine Haine. Pinien und Weiden wachsen rundum die Seen und viele Elfen gehen hier gern spazieren oder ruhen sich vom Tagwerk aus.
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Pavati
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Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Samstag 14. Mai 2011, 23:56

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Pavati war wirklich jemand, der nicht unter Langeweile litt, so kam es, dass sie sich manchmal die seltsamsten Beschäftigungen suchte. Gerade war sie dabei, sich mit ihrem neuen Körper ans Wasser zu gewöhnen. Wer sagt, dass Katzen wasserscheu sind, der hat recht. Wer sagt, dass Tiger wasserscheu sind, gehört eingesperrt, denn Pavati genoss das Schwimmen mehr als sie es früher getan hatte. Auch wenn sie sich wirklich schwer darin tat, denn sie musste ihre Arme nicht froschähnlich bewegen, sondern sich an das Hundekraulen gewöhnen. Sie schluckte manchmal Wasser und war sich beim letzten mal nicht sicher gewesen, ob sie gerade einen Frosch erwischt hatte. Hustend paddelte sie zurück an den Strand und legte sich an das Ufer.
Kein Frosch fand den Weg nach draußen, als sie weiter hustete, also war es wohl auch keiner gewesen... Für Pavati war es noch immer nicht ganz ersichtlich, warum alles so war, wie es eben war. Sie war zwar damit zufrieden, wie sie jetzt lebte, aber es war wirklich nicht einfach, sich ohne fremde Hilfe zurecht zu finden. Schwimmen war für sie nicht nur eine wichtige Sache, die sie neu erlernen musste, es machte Spaß und sie würde danach nicht mehr so muffig riechen, auch wenn sie sich der wortwörtlichen Katzenwäsche bediente, war das nicht effektiver, als ein Bad zu nehmen.
Die große, weiße Katze schnaubte und legte dann den Kopf auf den Boden, zu gerne würde sie jetzt arbeiten und nicht ... schwimme, auch wenn es Spaß machte. Wäre es nicht viel schöner, jetzt den See zu zeichnen?! dachte sie sich und rollte auf die Seite. Es war nicht ihre Art, so unmotiviert herumzuliegen und genau das dachte sie sich auch gerade. Der gewünschte Effekt trat ein, sie stand auf und schüttelte sich, denn der nasse Pelz war um einiges schwerer, als der trockene. Tropfend und mi der einen oder anderen Alge im Unterfell trabte sie den Sandweg entlang, dessen Wg durch einen sonnigen Laubwald führte. Morgen würde sie sich nochmal zu dem klaren See begeben, aber für heute war genug. Man sollte es nicht übertreiben.
Der Wald war ein wundervoller Ort, frische Luft und die Schönheit der Pflanzenwelt um sie herum waren verblüffend. Sie hielt sich gern hier auf, sei es nur drum, um in Form zu bleiben und etwas zu laufen. Heute aber war sie ratlos, denn an einem Tag wie diesem gab es für sie nichts zu tun. Sie wäre ja auch in die Akademie gelaufen und hätte den Kleineren Musikunterricht erteilt, aber das funktioniert nicht, wenn man kein Instrument mehr spielen kann, und blanke Theorie ist wirklich langweilig. Auch wenn man noch so motiviert ist.
Pavati war gerade im Schatten eines Baumes angekommen, als sie sich dafür entschied, an diesem hoch zu klettern, bei ihrem Glück würde es drei Versuche brauchen, aber sie hatte Zeit und blaue Flecken sah man ihr nicht mehr an. Sie setzte also am Stamm zum Sprung an, so weit so gut, denn sie hatte sie vom Boden gelöst. Hätte sie vielleicht vorher mal nach oben geguckt, dann hätte sie gesehen, welcher Ast es war, der ihr am Boden den Schatten gespendet hatte. So donnerte mit ihrem Schädel voll gegen besagten Ast und landete dann unsanft auf den Hinterteil. "Auaa!" meckerte sie auf Lyrintha, während sie sich mit ihrer Tatze an die scherzende Stelle fasste. Schnell schaute sie nach links und rechts, wäre ja wirklich peinlich, wenn das jemand gesehen hätte. Neuer Versuch, neues Glück, sie ging ein wenig weiter um den Baum herum, schaute nach oben, ob dort ein Ast war und versuchte es erneut, als sie keinen sah. Ihre Krallen bohrten sich in die Rinde, wie das heiße Messer in die Butter. Keuchend zog sie sich weiter nach oben und stemmte den Körper mit den Hinterbeinen gen Baumkrone. Erstaun darüber, dass sie nicht abgerutscht war, kletterte sie auf einen starken Ast und legte sich hin. Ich langer Schwanz hing nach unten und die Tiger Dame begann etwas zu dösen.

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 19. Mai 2011, 12:13

Da lag nun die große Tigerdame. Gemütlich auf einen breiten Ast und die Sonne schien ihr auf den dicken Pelz. Ein Friedliches Bild voll ungestörter Harmonie.
In den ästen des Baumes konnte sie ein Zwitschern hören. Der Vogel wusste nur zu gut, dass sie es hier nicht hoch schaffen würde.
Der Wind wehte sacht über die Halme der Gräser und spielte mit den Blättern. So war ein leises rauschen zu hören.
Doch nach etwas konnte sie hören. Ein leiser Gesang nahm mehr und mehr an Lautstärke zu. Aus dem Wald kam mit unsicheren Schritten und einem Wandelstab in den Händen eine Gestalt in ihre Richtung. Oder eher zu ihrem Baum.
Je näher die Gestalt trat umso besser konnte sie erkannt werden. Es war ein Elf, kein Kind aber auch noch nicht alt. Ein junger Erwachsener, der langes blauweißes Haar hatte.
Sein Gesicht war markant und doch sehr schön. Er trug schlichte Wandelkleidung, welche sich jedoch durch die Farben blau und Grün auszeichnete. Am auffälligsten war aber sein Blick. Leer und suchend schienen die Augen in nur eine Richtung zu starren, während er das Endstück seinen Wandelstab immer ein Stück voraus über den Boden gleiten ließ. Der Elf war wohl blind. Sein Stab berührte den Baum und ein Lächeln über kam ihn.
„ genau dort, wo du sein solltest….doch mein Freund, du läufst ja nicht weg.“ Seine Stimme lang sanft und sehr melodisch.
Pavati , die ja viele aus ihrer Heimat kannte, kannte diesen Elf nicht.
Seine Hand glitt zu dem Stamm und er atmete tief durch. Fast schon zärtlich strich er über den Stamm. Dann runzelte er die Stirn. Seine Finger ertasteten die Spuren von Pavatis Krallen. „Oh!, wer war denn das?“ Dass über ihm ein 200 Kilo schwerer Tiger lag, bemerkte er wohl nicht.
Erwartete er jetzt eine Antwort von dem Baum?
Der Elf setzte sich zu Füßen des Baumes, lehnte seinen Rücken an diesem und schloss die Augen. Dann begann er wieder zu singen. Pavati kannte die Melodie. Es war eins der Stücke, welche sie selber schon auf Klavier vorgetragen hatte.
Kurz darauf folgte eine weitere gestalt aus dem Wald. Pavati kannte diesen Elf sofort. Es war der Jäger, der ihr mit ihren Krallen geholfen hatte. Sein braunes Haar hatte er zu einem Zopf zusammengebunden und er trug den Oberkörper frei.
„ Silvarius! …Hier bist du…was? Hallo Pavati!“ er bremste vor den sitzenden Elfen, der seinen Kopf in die Richtung des anderen regte.
Der Elf kannte wohl ihren Namen. Er lachte. Vermutlich wegen der etwas seltsamen Situation. Jetzt konnte Pavati auch erkennen, dass die beiden wohl verwandt miteinander waren. Geschwister?
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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Donnerstag 19. Mai 2011, 17:03

Inzwischen waren Pavati einige Male die Augen zugefallen, das Schwimmen hat doch mehr Kraft gekostet, als sie zu erst dachte. Irgendwann war es dann die Stimme eines Mannes, die ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Normalerweise war hier nicht sehr viel los, ab und an, hüpfte mal ein Hase zwischen den Bäumen umher, aber selten waren hier Elfen unterwegs. Als Pavati dann einen hörte, viel es ihr leicht, diesen zu orten. Erst war er recht weit entfernt, sodass sein Gesicht nur ein Umriss war und sie noch keine genauen Details erkennen konnte. Schließlich war er nahe genug und Pavati konnte mit sicherheit sagen, dass sie ihn nicht kannte, im Allgemeinen war sie noch keinem Blinden begegnet. Der Stab in seiner rechten Hand, welcher ab und an den Kontakt zum Boden suche war es, der ihn verriet. Schließlich kam er an ihrem Baum an, jedoch hielt sie es für den Moment irgendwie für klüger, ihn nicht zu erschrecken und still liegen zu bleiben. Er schien mit dem Baum zu reden, was an sich zwar etwas ungewöhnlich, aber für Pavati durchaus okay war. Schließlich kann jeder tun und lassen, was er will... Ich rede auch manchmal mit mir selbst. dachte sie sich und musterte ihn von oben. er setzte sich schließlich, nachdem er den Baum gefragt hatte, wer denn die Kratzer in seiner Rinde verursacht hatte. Am liebsten hätte sie sich sofort entschuldigt, aber er schien irgendwie noch immer nicht bemerkt zu haben, das sie da war. Wieder ein eindeutiger Hinweis, das er blind war - einen weißen Tiger auf einem grünen Baum übersehen? Schwer zu schaffen. Er begann wieder zu singen und gedanklich stimmte Pavati sofort ein, es war das Lied der Slefa. Ein eigenwilliges Lied, dessen freundlich ruhige Melodie in Begleitung des Klaviers eine sehr entspannende Wirkung auf den Zuhörer hat. Vielleicht hatte die Melodie einen starke Zusammenhang mit der Wirkung der Pflanze, jedoch war die Melodie etwas, dass einem ausschließlich gute Gedanken in den Kopf kommen ließ. Pavati war in Gedanken versunken und spielte gedanklich die Noten zu dem Gesang des Mannes. Es war ein guter Sänger, das musste man ihm wirklich lassen.
Gerade, als der junge Mann den letzten Takt des Hauptteils mit einem C, statt einem cis begonnen hatte, tauchte ein vertrautes Gesicht auf. Es war Awaco, der Jäger, welcher Pavati geholfen hatte, sich mit ihren scharfen Krallen zu arrangieren. "Silvarius! …Hier bist du…was? Hallo Pavati!" sagte er und schaute kurz zu der Tigerdame hoch. "Hallo Awaco." antwortete sie dann etwas peinlich berührt. "Jetzt ist die Katze wohl aus dem Sack." murmelte sie dann, um dann neugierig hinunter zu schauen. Silvarius hieß der blinde Sänger also. einen kurzen Blickaustausch zwischen Awaco und Pavati und jetzt verstand sie gar nichts mehr. Wieso war ein blinder, singender Elf hier um Wald unterwegs und warum rannte Awaco, der sonst doch so viel mit seiner Arbeit beschäftigt ist, ihm hinterher. Sie sagen sich recht ähnlich, was auf eine Verwandschaft schließ. "Darf ich fragen, was ihr hier macht?... Also nicht, das ich Gesellschaft nicht würdigen würde, aber es wundert mich schon etwas." sie lächelte und legte den Kopf schief, was mit dem Fell irgendwie niedlich aussah. Wenn sie nicht so tollpatschig wäre, würde sie vom Ast herunter springen, aber die Gefahr, auf dem Blinden unter ihr zu landen war einfach zu groß.

(out: ich hoffe der Name Awaco ist okay^^)

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Samstag 21. Mai 2011, 17:51

Der Blinde elf, drehte sich verwundert zu Awaco um.
„Warum sollte ich nicht hier sein…ich gehe gerne hierher…Oh..ich bin nicht alleine?“ Er wurde leicht rot, während sich Awaco ihn hoch half. Etwas unbeholfen ließ sich dieser von den kräftigen Armen des anderen Elfen hochziehen. Körperlich waren sie ebenfalls von ähnlicher Statur, doch sah man Awaco deutlich die krafttreibende Arbeit im Wald an. Bei Silvarius war dies schwer zu sagen, er trug Gewänder die nicht viel vom Körper zeigten. Verlegen senkte der blauhaarige Elf den Kopf und machte eine Verbeugung in die Richtung, wo er Pavati vermutete..
„Verzeiht, werte Dame, dass ich euch gestört habe…ich habe euch nicht bemerkt“
Awaco schüttelte den Kopf, so dass sein Zopf nur so rum schlug. Vielleicht war es die Situation oder es war die Tatsache, dass Silvarius nicht wusste, dass Pavati jetzt ein riesiger Tiger anstatt eine Elfe war.
Tatsächlich war Silvarius der Bruder von Awaco, der erst vor kurzem das Augenlicht verloren hatte. Doch ähnlich wie Pavati ließ er sich durch nichts entmutigen. Was würde es ihm auch bringen. Er war ein schöner Elf, der bestimmt viele weibliche Bewunderer hatte.
Awaco umarmte den blinden Elfen und grinste zu Pavati hoch.
„ich habe ihn gesucht. Unsere Mutter machte sich schnell Sorgen um ihn…“
„Was nicht nötig ist, ich kenne die Wege“ kam der Einspruch von Silvarius.
„ wenn eine Gefahr gekommen wäre, dann hätte mich die Natur gewarnt…ich höre sie immerhin.“
Doch Awaco ignorierte ihn einfach. Er war wohl der Ältere der beiden.
„ wie ich sehe, kommst ihr immer besser mit euren Krallen zurecht. Immerhin liegst ihr auf einen Ast. …Bruder, wenn du das Bild gesehen hättest, da liegt über dir ein riesiger Tiger, während du hier singst. Ein seltsames Bild…ach, damit du weißt, wer da mit dir spricht, darf ich dir vorstellen, dies ist Pavati, …na klingelt es…die Götter haben einen eigenartigen Sinn für Humor“ Er grinste und knuffte seinen Bruder in die Seite. Silvarius Miene schien ein reges Gefühlsleben zu zeigen. Von Erstaunen und Trotz, zu verletzt, Neugier doch zuletzt wurde er jedoch einfach rot. Was die junge Hybridin nicht wusste, das Silvarius ein großer Verehrer der Kunst von Pavati war.
Er hatte oft ihre Klavierstücke gelauscht und im Heimlichen sie gemalt. Dies wusste Awaco nur zu gut. Oft hatte er seinen Bruder geneckt, dass dieser einfach zu schüchtern war, sie anzusprechen. Aber selbst als er erblindete, litt er mehr als er von ihrer Krankheit erfuhr.
„Oh!“ bekam der blinde Elf gerade noch raus, dann prustete sein Bruder vor lachen los. Genervt verzog Silvarius das Gesicht.
„…doch komm doch bitte runter, sonst verrenke ich mir noch den Hals“bekam Awaco noch zwischen einer Pause heraus.
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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Sonntag 22. Mai 2011, 15:41

Pavati wäre wohl ebenfalls rot geworden, als Silvarius sie bemerkte. Sie war so still gewesen um ihn nicht zu stören, aber das sie entdeckt worden war, war schon etwas peinlich. Obwohl Awaco ein gutes Auge hatte, er hätte sie auch bemerkt, wenn sie ein kleines Kätzchen gewesen wäre.
"Entschuldigt Silvarius, ich habe euch nicht stören wollen, ihr habt so schön gesungen" die Betonung lag auf dem Wort 'euch' denn er hatte sie nicht wirklich gestört. Pavati war jemand, der nicht lügte, es war unaufrichtig und nicht ihre Art. Sie würde nur mit der Wahrheit lügen, um jemanden nicht zu verletzen. Es folgte eine kleine Diskussion zwischen den beiden Männern, welche darauf schließen ließ, dass Silvarius nicht blind geboren wurde, er sagte ja schließlich er kannte die Wege.
Der blinde Elf war Pavati früher nicht wirklich aufgefallen, sie hatte ihn zwar einige Male gesehen, aber nicht weiter auf ihn geachtet, es kam ihr immer so vor, als würde er nicht so gerne mit ihr reden. Das er einfach nur schüchtern war, war für die Hybridin nicht in Frage gekommen, schließlich war er vom äußeren nicht der Typ, bei dem man auf so einen Charakterzug schloss. Awaco ergriff das Wort, nachdem er Silvarius ignorierte, er sprach Pavati an und etwas verlegen kicherte sie. "Ja, hehe, Übung und ein guter Lehrmeister sind mein Erfolgsrezept." antwortete sie dann und dachte über seine weitern Worte nach, das muss wirklich lustig ausgesehen haben. Pavati hatte sich hingelegt und der blinde Elf saß am Stamm des Baumes. Das wäre ein wunderhübsches Bildmotiv gewesen. Die Tiger-Dame seufzte und wünschte sich für einen Moment, wieder Pinsel oder Stift greifen zu können. Hier waren so viele schöne Motive. Den Teil mit dem eigenartigen Humor der Götter ließ sie einfach mal so im Raum stehen. Sie wusste nicht was er meinte und sie wollte da nicht weiter nachharken. Jedoch wurde sie einige Gedanken nicht los, die damit im Zusammenhang stehen.
"Oh ja, natürlich, einen steifen Nacken kann ein Jäger nicht gebrauchen." sie lächelte und stand dann auf, in der Hoffnung, nicht zu fallen und statt dessen auf ihren Pfoten zu landen sprang sie einfach hinunter. Mit einem Rumpsen kam sie auf dem Boden auf und taumelte nur einmal leicht zur Seite, bis sie wieder ihr Gleichgewicht gefunden hatte. Der Ast klagte etwas und knarrte kurz, bis er wieder seine normale Position erreicht hatte. Erleichtert schaute sie einmal nach oben und lächelte dann 'geschafft!' dachte sie und musterte dann die beiden Männer. Nun war sie ja kleiner als die beiden und musste nach oben schauen. Sie kniff die Augen zusammen und blieb bei Silvarius hängen "Verzeiht..." begann sie dann etwas zögerlich "Ich bin mir nicht sicher, aber ich bin euch schon einige Male begegnet, oder? früher jedenfalls." Mit früher meinte sie natürlich die Zeit, bevor sie verwandelt worden war. Sie ging einige Schritte und setzte sich dann in den Schatten, es war ziemlich warm unter dem Pelz. Pavati mochte zwar den schönen Frühlingsgeruch, der in der Luft lag zu dieser Zeit, aber im Winter war es nicht so warm. Geduldig schaute sie die beiden Männer an und wartete auf eine Antwort.

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 26. Mai 2011, 23:34

Awaco trat mit seinem Bruder etwas vom Baum weg. Silvarius passte das Herumziehen gar nicht.
Er war zwar blind, aber nicht hilfsbedürftig.
Das schien Awaco genauso oft zu vergessen, wie deren beider Mutter. Nach ihr, so würde sie Silvarius am besten schnell einer fähigen Frau übergeben, die ihn umsorgen würde.
Mal nebenbei, dass er der Dame seines Herzen gegenüberstand. Auch wenn sie inzwischen ein ziemlich langes Fell hatte und nicht mehr als Elf angesehen werden konnte.
Die Stimme war noch immer so schön wie zuvor
Pavati landete tatsächlich eleganter und es blieb eine peinliche Wiederholung von ihrem ersten Kletterversuch aus. Das leichte Taumeln wurde von einem ungeübten glatt übersehen.
Die Sonne schien auf ihr Fell und eine leichte Brise wehte darüber.
Es roch nach frischen Kräutern, Blumen Wald und Wasser. Früher wäre ihr so was nicht aufgefallen.
Als die schöne Tigerhybriden ihre Frage an Silvarius richtete, errötete dieser wieder. Awaco drehte sich grinsend weg, die eine Hand vor das Gesicht haltend. Bebende Schultern verrieten ihn. Wenn er nicht gerade die Hand auf der Schulter seines Bruders gelegt hätte, so hätte er sie wohl losprustend auf seinen Oberschenkel geschlagen. Seiner Meinung nach konnte es nur immer besser werden.
Silvarius hörte jedoch das unterdruckte Kichern seines Bruders, er stieß fast beiläufig seinen Ellenbogen in den Magen seines Bruders. Geschwisterliebe eben.
„ Ja…“ Seine Gesicht wandte er ihrem zu, dass er jetzt mehr zu Boden schauen musste, störte ihn dabei nicht.
Er hatte ein sehr schönes Gesicht, nur die Augen waren seltsam milchig.
„ ich habe eure Musik oft angehört…ihr habt mich bestimmt bei einem Konzert gesehen“
Awaco ergriff die Schultern seines Bruders von Hinten und lugte frech zu Pavati rum.
„Er war bei jedem eurer Konzerte…autsch“ Diesmal traf der Blindenstab sein Bein. Awaco lies von seinen Bruder ab und rieb sich die Stelle, bevor er sich ins Gras fallen lies.
„ „ Verzeiht, doch mein Bruder ist manchmal ein Idiot:….Und er hat euch tatsächlich was gelehrt?
„ Was soll das denn heißen“ protestierte Awaco halbstark.
„…aber er hat recht. Ich habe eure Kunst verfolgt, doch freue ich mich mehr, dass ihr die Krankheit überlebt habt….Ich hörte, das ist nicht unbedingt üblich, man könnte dabei sterben…wurde der Täter eigentlich erwischt?“verlegen strich er sich immer wieder durch das lange blaue Haar.
„ verzeiht, ich rede zuviel….ach danke, für das Kompliment was das singen betrifft“ fügte er dann noch zu.
Awaco hatte inzwischen grinsend die Augen geschlossen und kaute auf einem Grashalm rum.
Der Jäger konnte seinen Bruder nicht verstehen. Er machte es sich oft viel zu schwer. Die Damen , die von Silvarius etwas wollten, die schien Silvarius nicht zu bemerken.
Bei Awaco war dies nie der Fall gewesen. Er liebte es den Frauen zu gefallen und mal hier mal da eine Liebschaft zu haben.
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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Montag 30. Mai 2011, 19:25

Etwas erstaunt über die plötzliche Redseligkeit der beiden Männer verfolgte Pavati das Geschehen. Sie hatte keine Schwester, konnte sich aber nicht vorstellen, ein solches ... Verhalten zu zeigen, wenn sie eine gehabt hätte. Nun ja, bei Männern war das ja wieder eine andere Sache, als bei ihr. "Geschisterliebe eben." murmelte sie "Awaco ist gut in dem, was er beruflich tut." sagte sie schließlich und wusste um den Hintergedanken bescheid, dass die Aussage nicht beinhaltete, das er sonst besondere Talente aufwies. Ein kleines Necken am Rande. Sie kicherte, erstarrte aber, als Silvarius über die Krankheit sprach. Es schien ihr, als würde er um ihr Äußeres nicht bescheid wissen und ebenso wenig, dass sie der Musik als solcher nicht mehr gewahr werden könnte. Sie seufzte, sie konnte es ihm nicht vorhalten, er war blind und er war zu schüchtern, um sie zu berühren. Es war also logisch, dass er, wenn es ihm keiner gesagt hatte, nicht wusste was geschehen war. "Nein, gestorben bin ich nicht... Schlimmer" sie verdrängte den aufkommenden, schlechten Gedanken und versuchte sich durch weiteres Reden abzulenken "... .... Der Täter, ja.... ich weiß nicht, was mit ihm geschehen ist, ich habe ihn nicht mehr gesehen und er hatte sich mir auch nicht vorgestellt." Sie seufzte, denn auch das weitere Sprechen brachte ihr nicht den gewünschten Erfolg der guten Laune. Sie stand auf und schaute den Weg weiter hinunter. "Doch würde mich sein Motiv sehr interessieren." ein Blick hinter sich, zu den beiden Männern und erst jetzt bemerkte sie, dass Awaco es sich einen Grashalm geschnappt hatte und darauf herumkaute, wie ein Pferd.

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Freitag 3. Juni 2011, 18:35

Silvarius zuckte bei den Worten Pavatis zusammen. Er konnte förmlich ihren Schmerz sehen.
"Motiv?...war bestimmt ein Mensch, nur dieses Volk neigt zu solch rachlustigen Werk" brummte Awaco aus dem Gras hervor.
" Zorn, lässt oft Wesen falsch reagieren..."
Pavati war zwar im Glauben, dass er nicht wusste, dass sie inzwischen einem Tiger glich, doch das stimmte so nicht. Er hatte seinen Bruder gelöchert, als dieser es vorsichtig erzählen wollte. Awaco wollte Silvarius diesbezüglich nicht verletzen. Er hatte doch selber mit seiner Blindheit noch zu kämpfen.
„Awaco bitte, lass mich mit ihr einen Moment allein…bitte“ bat er seinem im Gras liegenden Bruder. Dieser öffnete erst das eine und dann das Andere Auge. Langsam erhob er sich und streckte sich. „soll mir recht sein…ich bin beim See…“ Er sah Pavati an und strich ihr über den Rücken. „Pavati, führst du ihn dann dorthin. Er…“
„Bruder, geh!...ich kenn den Weg“ Jetzt stampfte Silvarius seinen Stab mit Kraft auf den Boden. Awaco hob abwehrend die Hände, ließ sie dann aber wieder sinken, da Silvarius es ja nicht sah.
„ habe verstanden“ Er salutierte gespielt und schritt dann gemütlich davon, die Hände auf den Rücken und dem Grashalm im Mund.
„ Er hatte bestimmt wieder salutiert, oder“ seufzte der Elf kopfschüttelnd auf und atmete dann tief durch.
Silvarius trat einen Schritt vor Pavati. Seine Hand streckte er langsam aus.
„ Wenn ich euch verletzt habe, verzeiht…ich habe gehört, dass ihr seit der Krankheit in der Gestalt eines Tigers wandelt. Ich habe nach den Täter gefragt, vielleicht könnte man so den Ursprung von allen ergründen….Bitte, darf ich euch berühren?...Ein Tiger ist ein mächtiges Wesen…und wunderschön. Ich habe nur einmal einen gesehen...und da war ich noch ein Kind. ....doch ich wollte euch etwas sagen, es hatte mir mein großvater einst erzählt. Es ist nicht wichtig, was du bist, sondern das was du aus dir machst.….verzeiht, es hört sich furchtbar kitschig an.“ Wieder strich eine Hand durch sein blaues Haar.
„ Die reden eines alten Elfen....ich vermute, dass es für euch hart ist, nicht mehr der üblichen Kunst nachzugehen zu können. Ich versteh dies selbst…“
Sein Blick wurde eine Spur wehmütig, dann schüttelte er den Kopf und der Ausdruck war verschwunden.
„Wisst ihr, mein Bruder amüsierte sich deswegen, weil ich …ich kann’s einfach nicht“ Er seufzte und ließ sich jetzt ebenfalls in das Gras fallen.
„ ich glaube, das es ein Heilmittel gibt…wenn es tatsächlich etwas zum Heilen gibt….Ihr habt etwas überlebt, woran viele sterben würden…wir könnten uns gemeinsam auf den Weg machen. Falls es euch nicht stört, wenn ihr mich manchmal leiten müsstet.“ Er lächelte. Es war ein sehr schönes und fröhliches Lächeln.
Er erhob sich, tastete nach seinen Stab und stand dann vollkommen aus. Seine Schritte gingen Richtung des Sees.
„ Ach übrigens, es war nicht nur die Musik, die ich an euch mochte…ich habt eine unglaubliche Ausstrahlung….die habt ihr auch jetzt noch“ Er drehte sich rasch weg, um die aufkommende Röte zu verbergen.
„ Kommt ihr mit zum See?“
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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Freitag 3. Juni 2011, 22:26

Perplex war nicht mal annähern der richtige Ausdruck für das, was Pavati gerade fühlte. Silvarius war von einen auf den anderen Moment ein völlig anderer Typ. Eben noch der schüchterne Bruder von Awaco und im nächsten Moment jemand, der seinen älteren Bruder dazu verdonnerte, sich zu verziehen. Schon zu dem Zeitpunkt war Pavati ziemlich geschockt gewesen. Silvarius hatte Pavati gerade mehr Komplimente gemacht, als sie jemals zuvor erhalten hatte, nicht mal von ihren Verlobten.... Ex-Verlobten. Der Tiger als mächtiges Wesen? Darüber hatte sie noch nicht nachgedacht, eigentlich hatte sie sich eher als trotteliges, tapsiges Etwas betrachtet, welches meistens den Unterschied zwischen Oben und Unten suchen musste. Silvarius begann zu reden, wie ein Wasserfall, was aber auch nicht weiter schlimm war, denn er hatte eine angenehme Stimme, der man gerne zuhörte. Eine Stimme, die sich Kinder gerne für ihre Eltern wünschen, wenn sie ihnen eine Gute-Nacht Geschichte vorlesen.
Wieder sprach er davon, dass Pavati etwas überlebt hatte, woran andere gestorben wären. Auch wenn sie sich auf dem Gebiet der Kräuterheilkunde bestens auskannte, hatte sie nie von der Krankheit der Hybriden gelesen. Also war es ihr weder klar, was sie da genau durchgemacht hatte, noch, das es eventuell ein Heilmittel gab. Irgendwie konnte sie sich das aber auch nicht vorstellen, sonst hätte sie doch darüber gelesen... Auch wenn sie verwundert war, hörte sie weiter aufmerksam zu. Er würde ihr sogar helfen, danach zu suchen. So viel Nettigkeit war etwas wundervolles, etwas, was Pavati nun mehr und mehr an Silvarius zu schätzen wusste. Sie lächelte, auch wenn er es nicht sehen konnte. Er war anscheinend jemand, der aufrichtig genug war, um mit seinem Problem umgehen zu können. Denn er sagte auch, dass Pavati ihn das eine oder andere mal führen müsse. Das wäre kein Problem, wenn er das Risiko einging, dass sie gegen einen Baum lief. Lustig wäre es ja, denn sie beide würden dann dagegen laufen, nur aus unterschiedlichen Grünen. Sie lachte leise und folgte dem Elfen dann Richtung See. Die 'Unglaubliche Ausstrahlung' ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Glaubte er das wirklich von ihr? Sie war doch eigentlich nichts besonderes, nur ein ... Mutant oder sowas. Schließlich war sie nicht mehr die zweibeinige Kreatur, als die sie geboren wurde. Ihre Ausstrahlung konnte doch nichts besonderes oder gar unglaubliches sein... Selbstzweifel plagten die Hybridin oft, vor allem, wenn es um ihr Aussehen ging, welches ja dicht mit der Ausstrahlung verbunden war. Hm, aber er konnte ja nicht über ihr Aussehen urteilen, er sah sie ja schließlich nicht mal. Verwirrung breitete sich kurz in ihren Gedanken aus, bis sie sie beiseite schon und der Aufforderung des Elfen folgte.
"Wartet mal Silvarius." sagte sie dann und trabte zu ihm "ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.... Ihr ... also ähm, es scheint mir, als würde ich euch schon ewig kennen. Ihr seit mir so vertraut." sie ging neben ihm, sodass er ihre Gegenwart spüren konnte. "Hmm wisst ihr, manchmal juckt es hinter meinem linken Ohr, da komm ich nicht so gut ran..." sie stupste ihn vorsichtig an, um ihn nicht um zu schubsen "Also mit anderen Worten, wenn ihr gerne den Tiger streicheln wollt, wird sie nicht beißen. .... Ich würde mich freuen, etwas rum zu kommen und um so mehr Freude würde es mir bereiten, nicht allein reisen zu müssen."

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 8. Juni 2011, 18:08

So viel Nettigkeit schien die große Hybridin zu überrumpeln. Wenn man bedachte, dass sie noch nicht mal von ihren Ex-Verlobten so viel an Komplimente gekommen hatte, konnte Pavati nachdenklich machen. Hatte ihr Elain sie wirklich so geliebt, oder war es nur ihres früheren Aussehens. Er hatte nicht mal den Mut gehabt, ihr persönlich entgegen zu treten. War das ein Elf mit dem sie ihr Leben auf ewig hätte teilen wollen. Sie hatte ihn geliebt.

Silvarius lächelte und sah zu ihr. Die Aufforderung kam er nur zu gerne nach. Besonders als sie ihn vorsichtig anstubste. Doch ihre Kraft war gewaltiger als angenommen. Er kam kurz ins Straucheln, fing sich jedoch schnell wieder.
„ Keine Sorge nichts passiert…ich bin gestolpert.“ Log er sie an. Tatsächlich war er es nicht, doch er schien zu wissen, dass sie noch etwas ungelenkt mit ihrem neuen Körper war.
„ Wenn ich euch in Verlegenheit gebracht habe, dann verzeiht. … ich komme euch wahrscheinlich so vertraut vor, weil ihr mich vielleicht öfters gesehen habt als ihr annahmt. …ach und vielen Dank, dass ich euch streicheln darf…klingt nicht so gut…berühren darf. Ich wäre euch auch früher gerne Mal begegnet und hätte mich euch vorgestellt, doch ich konnte es nicht….Auch ein Vorteil, wenn man blind ist, man sieht ein Gesicht nicht und brauch sich nicht zu schämen, wenn man etwas Törichtes sagt..“ Wieder stahl sich dieses Strahlen in sein Gesicht.
Seine Finger suchten nach ihr und strichen durch ihr weiches Fell. Vorsichtig und sehr behutsam. Da er sie nicht sah, tastete er sich langsam zu ihrem Kopf hoch und zu den Ohren.
Seine Finger erreichten ihr linkes Ohr und er begann es zu kraulen.
Einem Kind hätte man ebenfalls keine größere Freude machen können.
„ ich denke, wir können beide bei so einer Reise etwas lernen. Ihr und ich, jeder auf seine Weise.“ Dann seufzte er.
Er blickte zu ihr runter, kraulte weiter ihr Ohr.
„ ich vermute nur, dass mich meine Eltern nicht weglassen wollen. Da bin ich ein erwachsener Elf und sie behandeln mich als wäre ich gerade zur Welt gekommen… Aber ich werde mich nicht aufhalten lassen. Außerdem wären wir gemeinsam nicht alleine unterwegs, oder?“
Sein Blick war energisch. Es war schon seltsam, doch konnte Pavati eindeutig eine Energie spüren, die von Silvarius ausging, welche mehr als ungewöhnlich war.Ob sie Awaco diesbezüglich fragen sollte? Oder sie Fragte Silvarius selber.
Tatsächlich war die Energie so ungewöhnlich, dass sich davon wohl die Natur neigte. Denn deutlich konnte sie sehen, wie das Gras sich zur Seite bog. Und zog sich nicht da sogar gerade eine kleine Wurzel in die Erde zurück?
Als half die Natur, dass Silvarius seinen Weg fand. Sie schien ihn nicht zu schaden wollen.
Er strich ihr über das kurze Fell auf den Kopf.
„ Ich würde gerne so schnell wie möglich aufbrechen, lieber heute als morgen…was meint ihr?...ähm, das ist überrumpeln, oder?“
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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Samstag 25. Juni 2011, 15:34

Pavati lauschte gespannt den Worten des blinden Elfs. Er hatte mit vielem Recht, was er sagte. So war Pavati auch der Meinung, dass er eine erwachsener Elf, tun und lassen konnte, was er wollte, auch wenn er nichts sehen konnte. Es war doch meistens so, dass die Personen mit solchen Beeinträchtigungen ihre anderen Sinne viel besser nutzen können, als normale Leute. Er würde Dinge wahrnehmen, von denen Pavati als Mensch nur geträumt hatte. Jetzt war es wieder eine andere geschichte, aber daran mochte sie nicht immer denken. Es war eben, wie es war und so sollte man es akzeptieren.
Sivarius hatte so seine Eigenarten, die sich schnell zeigten, er war, wenn er erst einmal Fuß gefasst hatte auch jemand, der schnell Vertrauen fassen konnte, jedenfalls kam Pavati das ganze so vor. Oder sie war einfach jemand, dem man schnell vertraute. Einem Plüschtier, wie ich zu vertrauen würde aber auch einfacher sein, als einem Plütschtier wie ihr mit Krallen. Sie war ein friedliches Wesen und deswegen wäre sie auch zufrieden, wieder ohne Krallen zu leben. Eigentlich war es immer eine schöne Beschäftigung, wenn einen die Langeweile plagte, sich die Nägel zu machen ... Wären sie zu lang gewesen, hätten sie die Tasten des Klaviers berührt und immer ein blödes Klappern verursacht. Das war jetzt aber weniger ihre Sorge.

Warum genau die Natur dem Burschen half wusste Pavati nicht und es machte sie unwahrscheinlich neugierig, nachdem eine Wurzel sich blitzschnell unter den Erdboden verzogen hatte. Erst zuckte sie kurz zusammen und hielt kurz an. Mit schief gelegtem Kopf murmelte sie ein entschuldige und ging dann weiter. Awaco war am See noch einige Schritte entfernt und würde noch nichts hören, was die beiden redeten. Pavati ging kurz in ihren Gedanken Silvarius Idee durch, so schnell es ginge aufzubrechen. Er hatte schon recht, es wäre eigentlich mal ganz schön, etwas spontanes zu tun und einfach auf und davon zu laufen. Alleine wäre das immer etwas zu langweilig und irgendwie auf zu gruselig gewesen. Jetzt wollte Pavati nämlich nicht mehr so gerne alleine in den Urwald spazieren, wo sie doch das letzte mal so unangenehm überrascht worden war.
"Das ist doch nicht überrumpelnd. Nur ein recht spontaner, vielleicht auch ein bisschen überraschender Vorschlag, Silvarius." das Kraulen des Elfs war irgendwie fesselnd und für einen Moment wünschte sie sich, er würde nicht aufhören. "Ich habe nicht viel Hab und Gut, das ich mitnehmen müsste, eigentlich habe ich bereits jetzt schon alles beisammen. Wisst ihr, ich würde mich sogar freuen, wenn wir erstmal euren Bruder ins Wasser schubsen und dann abhauen." sie scherzte ein wenig. Würde der Jäger ins Wasser geschubst, wäre es doch logisch, dass er den beiden nachlaufen würde. Und einen Jäger wie ihn abschütteln war nicht sehr leicht. Eigentlich unmöglich für einen blinden Elf und eine tollpatschige Tigerin. "Aber mal im ernst. Ich würde auch gerne mal mehr von der Welt sehen. Wie wäre es, wenn wir erstmal euren Bruder abwimmeln und dann aufbrechen? Die Nacht bringt bald an und im Dunkeln kann ich ganz gut sehen." das die Tageszeit für ihn keinen Unterschied machen würde, war Pavati schon klar, deswegen war es ja auch egal, ob es hell oder dunkel war. Letzteres bot sich nur eher an, da man weniger beobachter haben würde.

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 28. Juni 2011, 22:30

Silvarius lachte auf, als sie ihm die verlockende Idee mit seinen Bruder mitteilte. Früher hätte er es gemacht und wäre dann so schnell er konnte davon gelaufen. Jetzt überstürzte er es nicht. Mal nebenbei, dass er kein Kind mehr war und sein Bruder ihn damals schon ohne Probleme überholen konnte.
Und heute?
Würde er es nicht tun.
Immerhin wollte er nicht, schon nach einem Meter, Bekanntschaft mit den Boden, Strauch oder Baum machen. Und sich damit eher vor Pavati zu blamieren.
“Viel an Gepäck werde ich auch nicht mitnehmen. Nur das Wichtigste”
Sie könnten nur das aufgeregte Quacken von Enten hören. Beim See war Awaco und ärgerte ganz auf Elfenart die Enten. Oder eher auf Art der Elfischen Jägers. Das hieß er tauchte an einer Seite ins Wasser. Dann näherte man sich unter Wasser den Enten und zog sie ein Stück runter. Nicht um ihnen zu schaden, sondern nur um sie aufzuschrecken. Der Protest in lauten Geschnatter war weit zu hören.
“mein Bruder ärgert die Enten” schüttelte Awaco den Kopf amüsiert.
Er hatte die hand noch immer an ihrem Fell und Kraulte sie zwischen zeitlich weiter. Seinen Schritt hatte er ihren angepasst. So sah es von weiten doch so aus, als würde sie ihn führen. In der anderen freien Hand hielt er seinen Stab den er gleichmäßig auf den Boden aufkommen ließ. Ein rhythmisches Stampfen auf erdigen Boden.
“nun dann sollten wir noch heute aufbrechen, …er hat eine Verabredung, da ist er dann abgelenkt genug. Im Dunkeln…” er stockte kurz. Trauer war zu sehen. Doch ebenso schnell wie dies sich zeigte, verschwand es wieder.
Er lächelte zu ihr rüber.
“Jeder hat etwas, was ihn stört , oder?…Ich werde um Mitternacht hierherkommen. Auch ich erhoffe Neues zu erlernen… Neues wahrzunehmen.”
Sie waren jetzt nicht weit vom See entfernt. Die Enten hatten inzwischen aufgeben und waren wild flatternd davon geflogen. Awaco lachte und scheuchte auch die Letzte mit einer kleinen Welle davon.
Tatsächlich konnte man nun sehen, dass sich der Waldelf gerne zeigte und präsentierte. Er stand im Wasser, dass gerade noch so bis zur Hüfte reichte. Sein durchtrainierter Körper glänzte im untergehenden Licht der Sonne. Er war ein Elf, der gerne sich präsentierte und die Blicke auch genoss.
“Hi, ihr beiden!” Winkte er ihnen rüber.
Das sein Bruder ich nicht sah, störte ihn nicht. Silvarius nahm seine Hand aus Pavatis Fell. Mit beiden Händen hielt er seinen Stab und lehnte sein Gesicht an diesen.
“ich brauche ihn nicht zu sehen um zu wissen, dass er wieder angibt” er seufzte.
Awaco trat aus den Wasser raus und kam durch dichtes Schilf. Plötzlich schien sich aus diesen kleine glänzende Punkte zu lösen. Awaco lachte auf.
“Hier, gebt acht ihr beiden…Sturmangriff!...wartet, ich komm mit.“
Er machte sich auf den Weg zu seiner Kleidung und zog sich an. darauf kam er ihnen endgegen.
Diese Punkte düsten wild umher. Dann kamen sie direkt auf die beiden zu. Es waren winzige Vögel.
“ich kenne mich mit Pflanzen aus…also ich kann sie zwar nicht am Aussehen erkennen, aber am Geruch und so…oh”
Sie stoben an den beiden vorbei. Aber nicht alle.
Vor Silvarius flatterte ein kleiner Kolibri. Silvarius sah diesen nicht, doch konnte er das Flattern seiner Flügeln spüren. Er streckte die Hand aus und der Vogel setzte sich. Behutsam führte er seine Hand zu Pavati.
“Welche Farbe hat er?…ich mag die Tiere”
Die Frage zu definieren war schwer. Das Tier schimmerte wie ein Diamant.
Oder eher in den Farben des vergehenden Tages.
Silvarius war mehr als ungewöhnlich.
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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Freitag 1. Juli 2011, 10:17

Pavati dachte darüber nach, was mit Sivarius, mal abgesehen von seiner Blindheit, nicht stimmte. Es war nichts schlimmes, aber sehr ungewöhnlich, dass die Natur ihm so untergeben war. Die Hybridin war neugierig geworden und würde dieses Phänomen weiterhin beobachten, vielleicht würde sie dadurch ja die eine oder andere Antwort finden, obgleich sie den Elf auch fragen könnte, wenn es der Zeitpunkt zuließ.
Etwa gegen Mitternacht wollte der Elf aubrechen und Pavati nickte dem Vorschlag zu, er konnte ja spüren, wenn ihr Kopf sich bewegte, da er seine Hand an ihrem Ohr hielt. Es war weder unangenehm, noch gewohnt, so behandelt zu werden, aber die junge Tigerdame fand die Vorstellung nicht abschreckend, da sie neben dem kraulenden Effekt auch eine Hilfe für ihn darstellte. Schließlich führte sie ihn mehr oder weniger. Sie konnte sich gut vorstellen, diese Rolle der führenden Person zu übernehmen. "Ich werde hier auf euch warten." sagte sie, nachdem Silvarius seinen Vorschlag sagte.

Auf dem Weg zu Awaco, dem Jäger, hörte man schon aus einiger Entfernung, wie die Enten sich über den Elf beschwerten. Er war gut in seinem Beruf, aber ein absolutes Spielkind, wenn es darum ging, still zu warten. Pavati selbst hätte den süßen Entchen nicht so aufgelauert und sie geärgert, aber Awaco war nunmal so und er würde früher oder später einmal von den Enten einen auf den Deckel bekommen, als Rache.
Nachdem die Enten unter lautem Geschnatter aufgegeben hatten, sich weiterhin in dem Gewässer aufzuhalten, kam der Jäger aus dem Wasser... Pavati war in dieser hinsicht eher schüchtern und schaute den nackten Oberkörper des Mannes nicht an, schließlich war sie nicht der Typ, der den ganzen Tag nur an Dinge diesbezüglich dachte. Abgesehen davon war sie gerade mit ihrem Gednaken ganz so anders.
Nachdem Awaco sich angezogen hatte und nach seiner Ansage "Stumangriff" auf den Weg zu den beiden machte, zuckte Pavati augenblicklich zusammen, sie hüpfte sogar einmal kurz hoch, da sie sich so erschrocken hatte. Die kleinen Vögel huschten so flink und schnell an ihnen vorbei, dass Pavati etwas Zeit brauchte um festzustellen, dass es sich überhaupt um Kolibris handelte. Einer der kleinen Flitzer war von dem blinden Elf völlig angetan und flog um ihn herum. Welche Farbe hatte er? Das war mehr als schwer zu sagen, eigentlich hatte er im richtigen Licht sogar alle Farben. "So genau kann ich das auch nicht sagen, eine Mischung aus allen Farben in jedem Licht. Könnt ihr denn etwas von dem kleinen Vogel spüren, ich möchte damit nicht unhööflich klingen, aber dennoch würde ich gerne eure Art zu sehen verstehen." sagte sie dann und schaute nach oben, dem kleinen Tier hinterher. Silvarius sagte, er mag Tiere, vielleicht mochte er die Hybridin deswegen auch recht gern, da sie eben nun mehr Tier, als Elf war.Aber sie zweifelte nicht daran, dass der aufrichtige Elf sie auch wegen ihres Charakters mochte. Seine Schüchternheit und sein zurückhaltenes, dennoch aber ehrliches Auftreten waren tolle Eigenschaften. "Awaco, wo habt ihr denn diese kleinen Begleiter her? Mal abgesehen davon, irgendwann werdet ihr ganz sicher mal mit einer wütenden Ente im Genick aufwachen." sie schaute gespielt böse zu dem Jäger, lächelte dann aber wieder, soweit es ihre neue Form eben zuließ.

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. Juli 2011, 17:09

Der kleine Kolibri flatterte wild um die beiden herum. Stoppte in der Luft und schien genau vor der Nase von Pavati zu stehen. Seine kleinen Flügel sah man nicht. Die Bewegung der Flügel war zu schnell. Dann huschte er an ihr Ohr, zwitscherte etwas und war wieder bei Silvarius, der seine Hand ausstreckte. Der Vogel schilpte leise.
„Keine erkennbare Farbe?..hmm, dann wird dies Esantiell sein. „ Der Kolebri setzte sich ab und Silvarius ließ ihn auf seiner Hand krabbeln. Diese hielt er dann Pavati hin, wo er ihren Kopf vermutete.
Mit einem kleinen Hopser war der Vogel auf ihrer Schnauze gelandet. Und begann sich zu putzen. Es war wirklich ein hübsches Tier, wo sich das Licht im Gefieder brach. Aus der nähe hatte es eine leicht grünliche Färbung.
„ Silvarius legte behutsam seine Hand wieder auf den Kopf von Pavati.
„Dann ist es für heute Abend abgemacht…und was das sehen meinerseits betrifft. Nun, ich spüre das Tier einfach. Den Windzug und höre den Flügelschlag. Ich sage gerne, es ist vergleichbar mit einer tiefen Nacht, wo für mich die Tiere Sterne sind, die mir begegnen. Das ist aber nur bei Tieren so…Elfen nehme ich durch Geräusch war. Vermutlich hatte euch deswegen nicht bemerkt. „ Er lächelte wieder geheimnisvoll.
„das stimmt ja gar nicht“ kam der plötzliche Einwand von Awaco. Er hatte sich durch das hohe Gras gekämpft. Noch während des Gehens band er sich die Hose noch richtig zu. Der Knoten war genau dann fertig als er vor den beiden stand.
Der Kolebri erhob sich und schwirrte, einer Biene gleich, um den Jäger herum.
„Du solltest sie angreifen“ tadelte er den kleinen Vogel. Dieser schien den Kopf kurz hängen zu lassen und schwirrte zu einer Blume ab, wo er gierig seinen langen Schnabel in den Blütenkelch tauchte.
„Enten meckern nur. Und wenn sich tatsächlich eine mal rächen sollte und mich erwischt“ er verschwörerisch einen Finger.
„Dann habe ich wohl in meinen Künsten nachgelassen“ jetzt schnippte er gegen den Oberarm seines Bruders. Er neckte ihn wohl gerne.
Silvarius strich darüber.
„ ich habe sie gefunden. Aus dem Nest gefallen, naja und da dachte ich, dass kann ich doch nicht so geschehen lassen“ Dabei grinste er Pavati verschmitzt an.
Ihr Grinsen hatte er also richtig gedeutet. Vermutlich konnte er die Mimik der Tiere ebenso gut deuten, wie er die richtige Jagdtechnik beherrschte.
. Silvarius räusperte sich
„ist ja gut. Diese Eifersucht“ Ein empörtes Schnauben von Silvarius. Die Röte stieg ihm ins Gesicht. Schnell wandte er sich ab.
„So, habt ihr genug gequatscht?... Dann kann ich ja Silvarius nach Hause begleiten…“ Er beugte sich zu Pavati runter und legte dabei ebenfalls eine Hand auf ihren Kopf. Mit gesenkter Stimme fügte er noch hinzu.
„ Der denkt nämlich, er wäre in der Lage blind durch die Gegend zu ziehen. Bei dir würde ich mir keine Sorgen machen, aber wer weiß was alles an Gefahren in den Wäldern lauert. Nicht wahr?“ Sein Grinsen war schon beängstigen breit geworden. Es passte fast gar nicht in sein Gesicht.
Wusste er was?
Er richtete sich wieder auf und knuffte seinen Bruder wieder in die Seite. Silvarius ließ ein tiefes genervtes Seufzen ertönen.
„Und mit so was bin ich verwand“
Awaco drehte eine Runde um die beiden und hackte sich lachend bei Silvarius ein. Den Protest seines Bruders ignorierend.
„Komm, ab nach Hause. Esantiell, komm!“
Der Kolibri blickte auf und schwirrte rasch hinterdrein.
Der ältere zog den Jüngeren förmlich davon.
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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Freitag 8. Juli 2011, 13:48

Silvarius mochte Tiere und das Leben um sich herum wirklich gern. Das konnte man schon allein daran merken, wie er darüber sprach. Pavati mochte den Jungen Mann immer mehr, da er ein so sanftes Wesen hatte. Er und sein Bruder waren völlig unterschiedlich. Aber so wie Awaco zu sein, war wirklich schwer, denn er war ein ganz eigener Charakter.
Dass Pavati von Silvarius öfters mal auf dem Kopf getätschelt wurde, fand sie angenehm, schließlich mochte sie es, wenn man ihren Kopf kraulte.
Als Awaco dann bei den beiden ankam, machte er auch gleich die Ansage, dass er aufbrechen wollte. Pavati hatte nichts weiter dagegen, schließlich würde sie heute Nacht mit Silvarius eine Reise antreten, für die sie sich noch stärken sollte. Und sie wusste noch nicht ganz, ob sie sich von ihrer Familie verabschieden sollte. Auch wenn sie anders war, als früher, war sie doch noch immer ein Mitglied der Familie und ihre Eltern und Verwandten würden sie sicherlich vermissen. Für einen Moment haderte sie mit sich selbst, ob sie das ganze noch wollte, denn sie wusste einfach nicht, ob sie unter Heimweh leiden würde. Jedenfalls würde sie sich oft Gedanken machen und Sorgen darüber, wie es ihrer Familie erging.
Aber jetzt, wo die beiden Elfen noch da waren, sollte sie sich um andere Dinge kümmern.
Der Jäger beugte sich zu Pavati hinunter und sagte, dass er sich Sorgen um seinen Bruder machen würde. Weniger um Pavat. Diese konnte die Sorge des Elfen nur zu gut verstehen, aber ein Schmunzeln ließ sich nicht unterdrücken, denn sie war schließlich selbst nicht die Beste darin, sich unbemerkt durch Wälder zu schleichen oder an einem Raubtier vorbei zu gehen, ohne es auf sich aufmerksam zu machen. Auch wenn sie selber nun mehr ein Raubtier war, als ein Elf, sie war schließlich immer noch im Herzen die Gleiche, wie früher.
Auch wenn Awaco etwas seltsam grinste, sogar etwas bösartig, verging Pavati das Schmunzeln erst nach einigen Momenten, als der Moment vorüber war. "Awaco, ihr seit einfach nur zu zimperlich." Er richtete sich auf und zog Silvarius hinter sich her. "Machts gut und grüßt mir die Bäckersfrau Anah." sagte sie dann mit einem sehnsüchtigen Blick den beiden hinterher. Auch wenn es irgendwie ulkig war, die beiden so zu sehen ging Pavati die Tatsache nicht aus dem Kopf, dass Silvarius etwas übernatürliches an sich hatte und das Awaco irgendetwas wusste. Als die beiden bereits aus ihrem Sichtfeld verschwunden waren, schaute Pavati sich um. Sie ging zu dem See, aus dem der Jäger eben noch die Enten verscheucht hatte und trank einen Schluck. Nachdenklich trabte sie schließlich weiter, den Rest des Tages würde sie noch damit verbringen, etwas zu essen zu suchen. Auch wenn sie einfach nach Hause hätte gehen können, wusste sie nicht, ob sie sich den Blicken ihrer Großmutter aussetzen konnte. Nicht ohne ihr von ihrem Vorhaben zu erzählen und anlügen konnte sie die alte Dame auch nicht. Dafür liebte sie sie einfach zu sehr.
Also führte Pavatis Weg sie zu einer kleinen Lichtung, in dessen Mitte das Gras sich mit blühendem Gewächs vermischte. Neben einigen rot orangen Ringelblumen fand sich auch eine Manadistel an diesem Ort wieder. Seltsam, denn diese Pflanzen hatten an einem solchen Ort - weit und breit doch eigentlich nur Wald - nichts zu suchen. Der großteil der Farbgebung jedoch kam durch die Weißdorn Pflanzen, die sich hier auf der Wiesenähnlichen Fläche sehr wohlfühlten.
Pavati ließ es sich nicht nehmen und schnupperte an der gesunden Pflanze und letztlich aß sie auf die eine oder andere ihre Früchte. Sie mochte den mehligen Geschmack schon immer gerne.
Nachdem sie sich zwischen der bunten Farbenpracht niedergelassen hatte, schloss sie irgendwann die Augen und der sanfte Schein der Sonne war schließlich dafür verantwortlich, dass sie zu schlafen begann.

Am Abend, als die Sonne sich schon hinter den Baumwipfeln versteckte, wachte sie auf und ging ruhigen Schrittes zurück zum See, an dem sie Silvarius erwarten würde.

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Freitag 15. Juli 2011, 19:20

Es war endlich abends. Die Sonne war schon lange verschwunden und immer stärker konnte man im Dunkel die Lichter der Nachts sehen. Sternenklar war der Himmel. Alles war für die Reise wie geschaffen. Ein Stern strahlte besonders hell und er spiegelte sich im Wasser des Sees wieder. Irgendwo sang eine Nachtigal mit einer Eule um die Wette.
Grillen zirpten und wurden nur beim Rauschen der Gräser im Wind ruhig. Dann konnte sie ihn hören. Silvarius war schon da. Er war ganz na bei den großen Bäumen, welche zum Wald grenzten. Er sang leise vor sich hin,
fast könnte man meinen, dass er ein wenig Angst hatte.
Würde sich ihm jemand nähern, so würde er es überhören. Jedenfalls wenn man auf leisen Pfoten kam. Für den Elfen herrschte zwar seit seiner Erblindung ständig Dunkelheit aber des Nachts waren die Geräusche eben doch anders. Sein langes gewand, hatte er gegen eine praktischere kürzere Tunika gewechselt. Einen Rucksack trug er auf den Rücken. Die haare hatte er zu einen losen Zopft gebunden. Bei ihm sah dieser viel zu streng aus. An seiner Seite hing ein Dolch.
Er lief auf und ab. Dann hörte sein Gesang auf.
„Wer ist da?..NEIN!“ Silvarius drehte sich schlagartig um. Mehrere unsichere Schritte trat er zurück.
Bewegung ging durch das Hohe Gras genau auf ihn zu. Irgendetwas war da. Plötzlich erhob sich etwas aus dem Gras. Es war eine fellige Gestalt, die an eine große mächtige Katze erinnerte. Obwohl die Nacht klar war, schien dies Wesen selber das Licht zu verschlucken.
„Sie gehört mir, blinder Narr“
Grollte eine Stimme.
„bestimmt nicht!“
Das Wesen sprang auf Silvarius zu. Mit einem Aufschrie fiel der Elf zu Boden. Ob die gestalt noch da war, konnte man nicht sagen. Augen einer Katze würde das Wesen jedoch im Schatten eines der Bäume sehen. Silvarius lag am Boden, Stützte seine Hände am Boden ab. Worte seltsam fremd klingend entwichen seinen Mund. Das Wesen hob eine Pranke, wo sich gefährliche Krallen zeigen und war im Inbegriff zu zuschlagen. Was konnte unternommen werden?
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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Pavati » Sonntag 17. Juli 2011, 02:16

Pavati war nicht einmal wirklich am See angekommen, als sie den Gesang des Mannes bereits hören konnte. Die leise Stimme hallte durch die Luft und bezauberte ihr Ohr. Ein altes Volkslied, oft gesungen im Kreis von Freunden, abends am Lagerfeuer. Erinnerungen keimten in der jungen Dame auf, welche sich dann aber nicht mehr als wichtig herausstellten, als sie die gegenwart eines anderen Wesens wahrnahm. Und egal wer oder was es war, es war nicht auf einen freundlichen Plausch oder für ein Konzert gekommen.
Pavati begann zu traben, als der Gesang stockte und rannte wie angestochen, als der Elf aufschrie. Pavati war von Grund auf ein nettes Wesen, jemand, der versuchte immer das Gute in anderen zu sehen. Aber egal wie sehr sie sich anstrengte, wenn jemand einem anderen schadete, zudem auch noch jemandem, der blind war, war sie nicht annähernd so wohlwollend, wie sie es bei klarem Verstand gewesen wäre.
Das die beiden noch kurz etwas sagten hörte sie nicht, ihre Pranken schlugen auf dem Boden, wie der Hammer auf den glühenden Stahl.
Das Knurren, welches den Ausgang ihre Kehle hinauf suchte, fand den Weg, als sie zum Sprung ansetzte und das unbekannte Tier vom am Boden liegenden Silvarius riss. Das dunkle Wesen war größer als die Tigerdame und wohl auch bei weitem nicht so tollpatschig - Instinkte hin oder her. Wieder knurrte sie den anderen tief und warnend an. Ihre weißen Zähne blitzten auf, als sie sich schützend zwischen Silvarius und den Kater stellte. Er ließ nicht lange auf eine Reaktion warten und knurrte ebenfalls. Wenn Pavati schlau gewesen wäre, wäre sie einfach geflüchtet, das Problem war aber, dass sie nicht schlau war. Nicht in diesem Zusammenhang jedenfalls.
Der große Kater stemmte seine Hinterläufe in den Boden und prallte mit ungeheurer Kraft auf Pavati auf, um sich schließlich in ihrem Nacken zu verbeißen. Pavati quiekte auf und versuchte sich zu drehen, um ihn abzuschütteln, als Reaktion biss er nur fester zu. Verzieh dich du Parasit! dachte sie sich und drehte sich erneut, jedoch mit mehr Energie und erreichte, dass er ihr Blut schlucken durfte, sie jedoch war frei und konterte seine Attacke mit einem Biss in seine Brust. Da sie kleiner als er war, war es klar, dass sie von unten bessere Chancen hatte. Es würde ihr nichts bringen, ihm ebenfalls auf den Rücken zu springen. Ihre Krallen schlugen sich in seine Schultern und ihr Kiefer schloss sich, bis ihre zähne einander berührten. Die Wunde an ihrem Rücken färbte ihr weißes Fell rot und sorgte für schmerzen, die sie noch einige Zeit begleiten würden, wenn sie nicht eine passende Pflanze finden würde.

Er schlug sie mit seinen Pranken zurück, sodass Pavati zurück geschleudert und auf den Boden geworfen wurde. Mit einem Blick zu Silvarius prüfte sie, ob es dem Elf noch gut ging.
....

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Re: Felder, Wiesen und Seen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 21. Juli 2011, 15:16

Silvarius lag am Boden. Verletzt war er nicht doch er suchte mit einer Hand den Boden ab. Sein Stab lag etwas weiter entfernt. Die Haare lagen ihm wild im Gesicht.
Obwohl er nur die Tiere hörte, wusste er, das das eine Tier Pavati war. Aber sie war ja immerhin kein richtiges Tier. Nicht für ihn. Er spürte ihre Anwesenheit, so wie er den Geruch dieses Wesens roch.
„..mir geht es gut“ antwortete er noch bevor sie fragen konnte.
„Bitte pass auf…“ Silvarius hätte vermutlich, wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre, laut aufgelacht. Hätte er nicht die Frau seines Herzens retten müssen und nicht sie ihn?
Aber er würde ihr helfen. Sie war gekommen als er sie brauchte.
Die Augen geschlossen, flüsterte er leise in die Nacht.
„ Bei Phaun und Florencia, ich bitte euch, nicht für mich, doch lasse mich die Kraft wirken, um zu schützen was mich leiten wird“
Doch wieweit das Pavati mitbekam, konnte man nur raten. Sie hatte ihren ersten Kampf gehabt.
Nie zuvor war dies der Fall gewesen.
Sie hatte etwas angegriffen, was sie sogar nicht einschätzen konnte. Und der Gegner war gefährlich.
Und es stank!
Verwesung und Krankheit.
Vor Pavati stand sein dunkles Vieh. Kein einfacher Kater, nein, es war eher ein gigantischer Panther mit teerschwarzen Fell. Die Augen glühten in einem unnatürlichen grün und seine gewaltigen Pranken waren so lang, dass sie sich in den Boden gruben.
Aus seinem maul tropfte Geifer und Blut. Das Blut von Pavati.
Dort wo pavati ihn verletzt hatte war das Fell blutgetränkt und man konnte sehen, dass dort auch Schuppen waren.
Das Fell ging zu den muskulösen Beinen in Schuppen über. Es kniff die Augen zusammen.
„ Wenn das nicht passend ist… da kommt das Kätzchen von alleine“ die Stimme war rau und hart. Es legte den Kopf schief und machte sich sprungbereit.
„ Dann eben doch zuerst sie und dann du, hah!“ Das Maul weit aufgerissen machte es einen riesigen Sprung.
„NEIN!!!“ Silvarius Schrei hallte durch die Nacht. Eine starke Windbö kam.
Dann sprang das Vieh unter einen schrillen Gebrüll auf Pavati und …
verfehlte sie .
Seine Pfoten setzen sich noch im Dunklen auf und dann war das Tier plötzlich verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt.
Keine Spur.
Die Grillen begannen plötzlich zu zirpen.
Hatten sie zuvor aufgehört?
„nein, …das darf nicht sein…warum?“ Tiefe Atemzüge kamen von Silvarius. Mühselig stemmte er sich hoch. Pavati konnte es sehen. Überall auf seiner Haut waren die Adern hervorgetreten. Sie schimmerten wie Silber. Und je mehr er sich aufrichtete desto mehr schwanden sie auch. Mit zitternden Händen strich er sich das Haar aus dem Gesicht. Um ihn herum blühten die Blumen, die sonst am Tag blühten.
„Ist mit dir alles in Ordnung…es eilt , ich muß endlich hier weg“
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