Mitten im Eldoras

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.
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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Samstag 15. Dezember 2007, 14:50

Der Abschied fiel Eldir leichter als gedacht, denn kaum hatte Yuki ihr Jaulen beendet, preschte sie los. Der große Bär folgte etwas gemächlicher, aber gut Schritt haltend.
So ging es eine Weile durch den Wald. Der Wind blies hier nicht so stark, aber durch das Astgewirr der blattlosen Zweige konnte Eldir erkennen wie er die Wolken über ihm weiter schob. Schnee fiel wirbelnd zu Boden, bedeckte alles mit einer pulvrigen weißen Decke. Irgendwann würde der Wald erneut erwachen, Grün würde sprießen und ein neues Jahr ankündigen. Bis zu diesem Abenteuer wollte Eldir aber schon längst einige Abenteuer erlebt haben, konnte er ja nicht ahnen, dass sich sein erstes schon sehr bald ereignen sollte.

Er ritte mehrere Stunden durch den Wald, bis Yuki ihren Lauf verlangsamte und im Schritt-Tempo weiter marschierte. Bald würde es Zeit für eine Rast werden.
Da wurden Geräusche laut. Eldir konnte ein Wiehern hören, dann Gepolter als trampele jemand auf Holz. Auch seine Wölfin spitzte die Ohren. Hinter ihnen stieß der gemütliche Boroba zu ihnen. Schnaufend bezeugte er, dass ihn diese Geräusche aus dem Wald wenig interessierten. Yuki zeigte sich da neugieriger. Mit einem leisen Winseln bat sie ihren Herren und Freund: <span style="color:FFFFFF;">"Lass uns einmal sehen, welche Beute diese Laute verursacht."</span>

Schon pirschte sie auf leisen Wolfspfoten zwischen den dunklen Stämmen des Waldes hindurch. Das dämmrige Licht dieser Jahreszeit gab in weiter Ferne wenig Aufschluss darüber, was sie erwartete. Doch Eldir konnte einen gewaltigen rechteckigen Schatten erkennen und noch weitere, die sich um dieses Objekt herum bewegten.
Dann vernahm er Stimmen. Gemurmel, leider trotz der elfischen Spitzohren kaum filterbar. Er konnte nur hören, dass es sich um mehrere Gestalten handeln musste, die sich da unterhielten.

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Sonntag 16. Dezember 2007, 13:03

Yuki verstand sofort, wartete, bis Eldir von ihrem Rücken herunter war und pirschte sich dann näher an die Schatten heran. Eldir und Boroba blieben zurück. Der Bär wirkte noch träger als üblich, was nicht unbedingt verwunderlich war. Viele seiner Artgenossen hielten um diese Zeit Winterschlaf. Ihm war es abgewöhnt worden. Dafür sah es fast jedes Mal so aus, als schlafe er bei allem, was er tat: fressen, laufen, stehen, sitzen ... schlafen. Nur wenn Eldir oder Yuki in einen Kampf gerieten und seine Unterstützung brauchten, so lockte er die letzten Wachsamkeitsreserven an die Oberfläche und dann war er der gefährliche Boroba ... der kämpferische Bär. Jetzt wirkte er eher wie ein zu groß geratenes Kuscheltier. Sein dicker Pelz war vom Schnee gepudert und er leckte sich über die Schnauze.

Eldir wartete geraume Zeit, bis Yuki endlich zurück kehrte. Eine Viertelstunde hatte die Wölfin sicher gebraucht. Ihre Zunge hing schlapp aus dem Maul, als sie bei bei ihrem Freund hielt, sich setzte und ihn aus ihren großen Wolfsaugen anschaute.

<span style="color:FFFFFF;">"Ich habe mich angeschlichen und blieb ungesehen. Menschen! Sie sind so mit sich selbst beschäftigt, dass sie mich garnicht wahrgenommen haben. Nagut, ein Zwerg war auch dabei, aber diese große beeindruckende Frau hat ihn angeschnauzt. Sie sprachen die ganze Zeit von der <i>Ware</i> – was immer das ist. Jedenfalls muss es sich in ihrem Kastenwagen befinden, mit dem sie fahren. Er hat ganz bunt bemalte Holzwände und ein flaches Dach. Vor den Wagen ist ein Ochse gespannt, aber ich habe Witterung eines Pferdes aufnehmen können ... und von Wind. Ich wusste nicht, dass Wind riechen kann. Aber ich schwör es dir, Eldir, ich habe Wind gerochen. Es riecht nach Freiheit!"</span>

Yuki wirkte sehr aufgeregt. Die Erfahrung, die sie eben gemacht hatte, ließ alles in ihr hibbelig werden, als hätte die Wölfin Schmetterlinge im Bauch. Roch Wind wirklich so sehr nach Freiheit, dass es sie so aufregte?
Yuki kratzte sich mit dem Hinterlauf hinterm Ohr und spähte wieder in die Schatten, als wollte sie noch einmal dorthin um diesen Duft schnuppern zu können.

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Montag 17. Dezember 2007, 22:19

<span style="color:FFFFFF;">"Jaja, geht nur. Wenn Gefahr droht, soll Yuki jaulen. Ich komme nach."</span> Mit diesem brummigen Worten rollten sich Boroba zusammen und döste im Schnee. Die Kälte machte ihm nichts aus.

So ließ Eldir seinen Bärenfreund zurück und näherte sich mit Yuki an der Seite dem Kastenwagen. Er war wie Yuki ihn beschrieben hatte: eckig, mit vier Speichenrädern. Das Holz war grün gestrichen und mit allerlei bunten Mustern und Bildern bemalt. Ein Schriftzug an der Seite des Wagens verriet: <i>Celestas Mysterien</i>. Aus dem Inneren rumpelte es.

Eldir fackelte nicht lange, trat zum Wagen und grüßte. Eine groß gewachsene Frau mit hochragendem Kragen, weinrotem Gewand und einem schwarzen Samtumhang wandte sich um. Ihre Haut war blass, die Augen dunkel wie das Haar. Aber sie blickte herrisch, von oben herab. Sie besaß feinde Züge, aber keine spitzen Ohren. Ansonsten hätte man sie vielleicht für eine Elfe halten können.

Neben ihr stand ein Zwerg mit blondem struppigem Haar und Bart. Seine kleinen Fäuste ruhten auf einem breiten Ledergürtel mit Goldschnalle und auf seinem Rücken trug er eine zwergische Streitaxt. Sein Blick war eher grimmig, als passte es ihm gar nicht, dass plötzlich ein Fremder hier auftauchte.
Aus dem Wagen heraus trat ein weiterer Mann, kräftig und in eine Lederrüstung gepackt. Er wirkte plump, zugleich aber auch bullig. Vermutlich dachte er eher mit den Fäusten als den Händen.

Die Frau wandte sich an Eldir: "In der Tat, wir haben eine kleine Rast eingelegt. Diese neigt sich jedoch dem Ende, so ist es uns gleich, ob Ihr Euch hier niederlassen wollt oder nicht. Was treibt Ihr im Eldoras zu dieser Jahreszeit?"

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Samstag 22. Dezember 2007, 13:24

Eldir ließ sich einen Moment Zeit mit seiner Antwort, was den Zwerg brummen ließ. Er hatte schon längst kein Interesse mehr daran, mehr über diesen fremden Elfen zu erfahren. "Wir müssen weiter", meinte er grimmig und schulterte einen Beutel, der vor ihm im Schnee gelegen hatte. Murrend stapfte er auf den Kutschbock des Wagens zu.

Die herrisch aussehende Frau aber wartete geduldig, auch wenn ihr Gesichtsausdruck etwas Anderes verlautbaren ließ. Dem zu folge hatte sie gerade in einen ganzen Korb Zitronen gebissen, so seltsam verzog sie ihren Mund. Offenbar passte ihr es wohl doch nicht so ganz, dass jemand sich an ihrem alten Lagerplatz aufhielt.

"Ihr seid also eldorischer Jäger?", wiederholte sie seine Worte. "Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen, wir sind keine Wilderer. Wir jagen nichts, was gegen die Ansichten des Phaun wäre. Lediglich ein paar Kaninchen haben wir aufgescheucht, um unsere Mägen zu füllen."
<span style="color:CC5420;">"Erzähl ihm doch gleich, was wir im Wagen mit uns führen, Brelia! Vielleicht will er das Flattervieh kaufen!"</span>, knurrte der Zwerg zu ihnen herüber. Dafür erntete er einen bissigen Blick der Frau, ehe die sich wieder höflich Eldir zuwandte.
"Verzeiht das Gebaren meines zwergischen Begleiters. Er hat es eilig und möchte wieder in die Gänge von Nogrot. Wir sind ... Händler und haben dort Ware abzuliefern."
<span style="color:CC5420;">"Sofern die Zwerge sich drüber freuen werden, Brelia! Wir müssen aufpassen. Manche sind rechtschaffener als du glaubst!"</span>

"Rastet nur hier", meinte die Frau und wies einladend auf den schon fast verlassenen Lagerplatz. "Wir werden weiterziehen. Gehabt Euch wohl."
Da wieherte es aus dem Inneren des Wagens und heftiges Poltern kündete davon, dass jemand gegen die Seitenwände trat. Ein Brüllen folgte und dann ein Knall wie der einer Peitsche. Das Wiehern erstarb.
"Wir müssen nun weiter", meinte die Frau hastig und tippelte mit schnellen Schritten zum Kutschbock.

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Freitag 25. Januar 2008, 01:07

Der Zwerg drehte sich rasant um und starrte Eldir an. Seinem Gesichtsausdruck war abzulesen, dass er es ganz und gar nicht lustig fand, wenn der Elf die Gruppe begleiten würde. Doch der Zwerg hatte hier nicht das Sagen, dessen war er sich vollkommen bewusst. Herrin Brelia hatte ihn angeheuert und solange sie gut zahlte, würde er unter ihrem Kommando stehen, egal ob dies nun hieß, dass ein Elf ihre Gruppe begleitete oder nicht.

Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, seine Meinung zu sagen – wenn auch auf Nogret. <span style="color:CC5420;">"Wir sollten den Elfen, seinen Wolf – und da kommt ja auch noch ein Bär! – nicht mitnehmen. Brelia, bedenkt das erhöhte Risiko, wenn Ihr diesen Kerl da mitschleppt. Er könnte ... <i>es</i> entdecken und wir wissen nicht, wie er dazu steht, dass wir mit Tieren schmuggeln."</span>

Herrin Brelia strafte den Zwerg mit einem furiengleichen Blick. Eldir hatte zwar noch keinerlei Andeutungen gemacht, aber wussten sie denn, ob er Nogret verstand? Wenn er aus Eldar kam, wäre dies vielleicht sogar möglich. Einige Elfen verstanden sich sogar mit den nogroter Zwergen sehr gut.

Brelia überlegte. Das Risiko wäre in der Tat groß. Andererseits ... wären sie mit einem eldorischen Elfen unterwegs, würde kein anderer so schnell Verdacht schöpfen, wenn sie hier mit einem verhältnismäßig großem Wagen durch den Wald zogen.
"Ich bin einverstanden. Begleitet uns", entschied die Frau schließlich. "Und hört am besten gar nicht auf das Geknurre meines Begleiters Janosh Eisenklotz hier. Er ist ein fähiger Zwerg, aber im Gespräch ziehe ich doch höheres Niveau vor. Im Wagen selbst befindet sich noch mein anderer Begleiter, Kipp. Er ist ein einfacher Tagelöhner und ziemlich wortkarg. Wenn Ihr Euch also unterhalten wollt, so sprecht mit mir."

Dass sich Eldir für das Geheimnis im Wagen ganz und garnicht interessierte, stimmte Brelia noch zufriedener. Ihre Zügen waren nicht mehr ganz so verbissen und kletterte sie den Kutschbock empor zu Janosh und setzte sich neben ihn. Mit fragendem Blick schaute die Dame allerdings zu Eldir hinüber. "Wollt Ihr denn noch rasten oder können wir weiter?"

Der sonst so schläfrige Boroba wandte sich ebenfalls an den Elfen. <span style="color:FFFFFF;">"Hier riecht es seltsam. Wie bei den Stallungen in Eldar. Pferdisch ... Ich hab Hunger."</span>

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Elwin Fock » Donnerstag 15. Juli 2010, 07:36

Elwin, Wing und Timathian kommen von: Das östliche Drachengebirge --> Die Hauptstadt Pelgar --> Der Sitz des Hohen Rates --> Ein Aufstand

Elwin konnte nicht glauben, was sie da mit eigenen Ohren hörte. Der Windmagier Gideon Windhaller hatte keine guten Nachrichten vom Tor des Hohen Rates mitgebracht und nun schien es, als wäre alles vorbei. Zwar wurde vorgeschlagen, die nächst niedrigere Instanz aufzusuchen, doch auch Kommandant Carmara würde sicherlich genügend zu tun haben, als das er ihnen würde helfen können. Eben dies wurde ihr durch die Worte des Magiers aus Zyranus bestätigt. Was sollten sie jetzt tun? Sie konnten die Stadt nicht verlassen und hier herrschte das reinste Chaos, allein schon wegen den Untoten, welche noch immer in Pelgar ihr Unwesen trieben. Doch dann führte Gideon sie um eine Ecke und offenbarte ihnen, dass seine magische Kraft noch für einen letzten Zauber reichen würde und er sie damit aus der Stadt bringen konnte. Zunächst machte sich Freude in der jungen Frau breit, denn die kleine Gruppe würde außerhalb wesentlich hilfreicher sein können, als wenn sie hier eingesperrt waren, aber dann dämmerte ihr, dass der Magier nur Tima und sie selbst meinte.

Was?!? Magister Windhaller zurück lassen? Aber... das können wir doch nicht, dachte sie sich und wollte dies auch bereits in Worte fassen, aber es war eigentlich schon zu spät.

Der Windmagier war bereits in fester Konzentration und es würde wohl nur noch wenige Augenblicke dauern, bis er seinen Zauber vollendet haben würde. Elwin sollte keine Gelegenheit mehr dazu haben ihren Retter anzusprechen, ihn zu bitten, sie zu begleiten, ihm für alles zu danken, was er für sie getan hatte und schließlich ihn zur Vorsicht zu ermahnen und zu bitten auf sich acht zu geben. Würde sie ihn jemals wieder sehen? Sie hoffte es und das was auch das Einzige, was sie tun konnte.
Dann beendete Gideon Windhaller seinen Zauber und ein zunächst angenehmer und brausender Wind umschloss sowohl Timathian, als auch sie selbst. Ihr Kleid bauschte sich auf, wurde von den Boen erfasst und wild um ihren Körper herum geworfen. Ihre hochgesteckten Haare lösten sich aus ihren Klammern und fegten nun ebenfalls unaufhaltsam hin und hier, wurden ihr ins Gesicht geworfen und wieder zurück getrieben. Es war ein äußerst sonderbares Gefühl, denn schließlich wurde auch ihre Sicht getrübt, da der kleine Tornado eine Menge Staub mit aufwirbelte. Elwin spürte kaum, dass sie den Boden unter den Füßen verlor, aber als sie bereits einige Schritt über der Erde "schwebte", realisierte sie dies und nun wurde sie - genau wie zuvor ihre Kleidung und Haare - wild hin und her geschleudert. Der Wind trug sie, wirbelte sie von hier nach dort und nur das ein oder andere mal, konnte sie eine in ihrem Sichtfeld vorbei huschende Gestalt erkennen. Handelte es sich dabei um Timathian? Sie war zu keinem klaren Gedanken fähig und die Orientierung hatte sie ebenfalls längst völlig verloren - wohl verständlich in solch einer Situation. Sie schrie, schrie aus Leibeskräften, denn etwas anderes sollte und wollte ihre Kehle einfach nicht verlassen.

Es kam ihr so vor, als würde es ewig dauern, aber schließlich wurde sie an irgendetwas gestoßen und dann lies auch der Wind nach. Reflexartig griff sie nach dem Ersten, was sich ihr bot, denn sie droht das Gleichgewicht zu verlieren und zu straucheln. Zum Glück konnte sie mit ihrer Hand einen Ast der Krone des Baumes ertasten und augenblicklich schlossen sich ihre Finger um das Holz. Alles drehte sich noch vor ihren Augen und sie war nicht wirklich in der Lage irgendetwas zu erkennen. Wie durch ein Wunder hatte sie der Wirbelsturm direkt auf einen großen Ast geweht, auf welchem sie nun saß und sich festhielt. Schmerzen durchzuckten ihren Körper, denn der Aufprall war nicht ohne Folgen geblieben, aber doch konnte sie sich bei den Göttern bedanken, dass sie halbwegs sicher "gelandet" war und nicht nur gegen den Stamm des Baumes gestoßen und dann zum Erdboden gefallen war. Elwin schloss ihren Augen, sie musste sich zunächst sammeln und sortieren. So etwas hatte sie noch niemals erlebt und eigentlich wollte sie auch dieses Ereignis nicht noch einmal wiederholen.

Bei Ventha... ist mir übel... was für eine Reise..., huschten ihren Gedanken durch den Kopf und langsam schien sie sich wieder etwas zu fangen.

Schließlich öffnete sie ihren Augen erneut und diesmal drehte sich die Umgebung nicht mehr so stark. Sie konnte ein Meer aus Grün erkennen und nur langsam drängte sich die Erkenntnis in ihr auf, dass sie sich recht weit oben befand. Verdammt! Wo bin ich und wo ist Timathian? Offenbar konnte sie nicht recht einordnen, wo sie der Tornado hingebracht hatte, nur eines war sie sich gewiss: Sie befand sich nicht mehr in Pelgar! Dann erhaschte ihr Blick etwas anderes, als Grün. Eine andere Farbe, die Farbe ihres Elements: blau. Es handelte sich dabei um eine große Ansammlung von Wasser, war es vielleicht ein See? Allerdings hatte sie keine Zeit, darüber nachzudenken, denn nun überwog ihre Übelkeit und auch wenn sie beim Anblick und Gestank der untoten Wesen in Pelgar ihre Mahlzeiten im Körper behalten konnte, so schaffte sie es nach so einer Reise nicht mehr. Sie würgte, beugte sich leicht vorn über und schon kam es ihr hoch. Mit einem ekelerregenden Platschen tropfte ihr Mageninhalt auf den Boden unter ihr, dann war es auch schon wieder vorbei. Auch wenn sie noch weiterhin immer wieder leicht würgen musste, so war nichts mehr in ihr drin, was hätte auf diesem Wege heraus kommen können. Sie richtete sich wieder auf und wischte sich mit ihrem Arm über den Mund.

"Verdammt noch eins!", fluchte sie. "Warum musste es auch eine Flucht auf diese Art und Weise sein... Da hat Meister Windhaller wohl etwas übertrieben..."

Elwin war völlig erschöpft und so änderte sie ihre Sitzposition sehr langsam und Vorsichtig in eine angenehmere Lage. Sie lehnte ihren Rücken an den dicken Stamm des Baumes und zunächst musste sie sich etwas ausruhen. Zwar fragte sie sich immer wieder, was mit Timathian geschehen war und sie hoffte inständig, dass ihm nichts schlimmeres zugestoßen war, doch ihr Körper signalisierte ihr, dass sie jetzt nicht nach ihm suchen konnte. Er forderte seinen Tribut der letzten Zeit und der ganzen Anstrengungen des Turniers und der Untoten-Invasion ein und so blieb ihr erst einmal nicht weiter übrig, als sich auszuruhen. Dann kam ihr der Gedanke an Wing. Wo war Wing? War er ebenfalls in dem Wirbelsturm gewesen? Wenn ja, hatte er es sicher überstanden? Wenn nicht, hatte er ihnen folgen können? War er schnell genug, um sie nicht aus den Vogelaugen zu verlieren? Zu der Sorge um ihren Freund Tima gesellte sich nun auch die Sorge um ihren treusten und längsten Freund, doch dann hörte sie ein vertrautes Krächzen. Sofort schnellte ihr Blick in jene Richtung und mit großer Erleichterung erkannte sie das bekannte Federkleid des Vogels.

"Wing!", rief sie und hob ihre Hand, um dem verzauberten Tier anzuzeigen, wo sie sich befand. Als er sie endlich erreichte, fiel ihr ein Stein vom Herzen. "Wing, dir geht es gut! Du hast es geschafft! Bin ich froh..."

Kurz musste sie eine Pause einlegen, denn noch immer arbeitete ihr Verstand noch nicht in gewohnter Schärfe, doch dann rang sie sich ein paar weitere Worte ab.

"Wo... wo sind wir?", war das erste, dass sie fragte und sofort schloss ihr an: "Und... und... hast du Tima... gesehen?"

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Freitag 16. Juli 2010, 23:15

Elwins Lebensenergie sinkt aufgrund der unsanften Landung auf "verletzt" Bild Bitte im Profil aktualisieren

Wie erschütternd musste es für Elwin sein, als sie feststellte, dass Gideon Windhaller sie und Timathian Vengul retten wollte, auf sich selbst aber keine Rücksicht nahm? Sie mochte eine Kundige der Wassermagie sein, doch Zaubernde hielten bekanntlich immer zusammen - mal abgesehen von jenen Paktierern der dunklen Künste. Solchen Schwarzmagiern verdankten sie schließlich im Moment auch das Chaos innerhalb von Pelgars Mauern. Noch immer konnten die Untoten nicht zurückgedrängt, geschweige denn vertrieben werden.
Meister Windhallers Taktik erschien in diesem Fall tatsächlich die beste zu sein. Ein guter Rückzug konnte darüber entscheiden, ob man für eine nachfolgende Schlacht gut gewappnet war. Nur dass er sie nicht begleiten würde, stieß Elwin mit Sicherheit bitter auf. Doch ehe sie einschreiten konnte, hatte der Magier seinen Zauber bereits gewirkt. Die entstehenden, kleinen Tornados schnappten sich Elwin und Tima und wirbelten sie weit ins Drachengebirge hinein. Ja, sogar darüber hinaus. Elwin spürte wohl nur noch das harte Holz unter sich, als sie mit einem unsanften Krachen in einem Baum landete.
Das ewige Hin und Her würde bei ihr noch Übelkeit hinterlassen. Eine solche Flucht war nichts für schwache Mägen. Zum Glück befand sich Elwin nicht in "besonderen Umständen". Sie hätte das Kind vermutlich verloren, wäre sie schwanger gewesen. Aber über solche Fragen dachte die Wassermagierin wahrscheinlich nicht nach, sie hatte weitaus andere Sorgen - außerdem fehlte es noch an einem Partner, der mit ihr eine Familie gründen würde. Die einzigen, engen Freunde, die sie rund um die Sonnenuhr begleiteten, waren Timathian und Wing. Ersterer war dem männlichen Geschlecht zugeneigt und Letzterer befand sich noch immer in der Gestalt eines Vogels. Elwin hatte ja von Wing endlich erfahren, dass dieser nicht nur sprechen konnte, sondern zudem eigentlich ein armer Seefahrer war, den man in diese überaus schöne Vogelgestalt gebannt hatte. Vielleicht gelang es der Wassermagierin eines Tages, ihn von seinem Fluch zu erlösen.
Jetzt jedoch galt es, Pelgar zu retten - indem sie sich auf die Suche nach Hilfe machten. Doch zunächst musste sich Elwin klar darüber werden, wo sie sich überhaupt befand.

Ringsum versperrten ihr dicke, schmale, lange, kurze, dicht verzweigte und mit Laub behangene Äste die Sicht. Dass sie auf einem besonders breiten Ast irgendwo hoch oben in einem Baum hockte, war ihr bereits aufgefallen. Doch wo genau stand dieser Baum?
Sonnenstrahlen drangen keine durch das Blätterdach, aber es war hell genug, die Umgebung zu erkennen. Immerhin hatte der Tag sich noch nicht verabschiedet, es war lediglich bewölkt und für die Jahreszeit überraschend kühl. Elwin erhaschte Blicke auf weitere Bäume. Sie befand sich also in einem Wald. Vögel saßen versteckt zwischen den bunten Blättern der Zeit des Wandels. Rot, Gelb, Orange und Braun dominierten das Farbbild und tauchten so den ganzen Wald in ein von der Natur persönlich gegebenes Meisterwerk laubigen Feuers. Jedes Mal, wenn der Wind durch die Zweige fegte und Blätter mit sich auf Reisen nahm, schien es nicht nur, als tanzten sie in der Luft. Nein, sie wirbelten so wild umher, dass man sie mit fliegenden Feuerreigen vergleichen konnte. Die schönsten Bilder bot doch noch immer die Natur!
Zugleich verstärkte der sich stets drehende und wirbelnde Anblick der tanzenden Blätter weiteren Schwindel, verbunden mit Übelkeit. Elwin drehte sich wohl fast schon der Magen um, von den Schmerzen ihrer Landung gar nicht erst zu sprechen!

Der Brechreiz wurde zu stark, so dass Elwin sich übergeben musste. Ihr Magen schien sich einfach umzustülpen und sämtlichen Inhalt herausdrücken zu wollen. Und schon ergoss sich ein Schwall aus halbverdauten Mahlzeiten und Galle aus ihrer Kehle.
"Du bist stärker herumgewirbelt worden als ich gedacht habe." Das war Wing! Er hockte in ihrer Nähe auf einem schmaleren Ast, das Gefieder etwas aufgeplustert, um seinen Ekel ob ihrer Handlung zu unterstreichen. Seine Augen funkelten jedoch besorgt. Immerhin war Elwin seine Freundin.
"Meister Windhaller übertreibt nicht. Er ist ein Kenner seiner Künste, doch war er wohl schon zu geschwächt vom Kampf gegen die Untoten", fuhr der Vogel fort. "Hoffentlich kommt er durch. Hast du den Drachen am Himmel gesehen? Riesig, sage ich dir. Ein Glück hat der dich nicht erwischt. Er schien abgelenkt und kaum, dass Timathian und du fortgewirbelt wart, da leuchtete es giftig grün auf. Der halbe Himmel erstrahlte in dem Licht. Ich selbst wäre beinahe abgestürzt." Wing gab ein bedrücktes Krächzen von sich. Das war ihm nämlich noch nie passiert. Er klackerte mit dem Schnabel. "Was das wohl war ..."

Der Vogel bemerkte Elwins Erschöpfung und verfiel wieder in ein Schweigen. Er wollte sie nicht unnötig mit seinem Geplapper belasten. Sonst sprach er ja auch nicht viel mit ihr, das Überreden überließ er ihr und inzwischen auch Timathian Vengul. Beim Gedanken an den Energiemagier plusterte sich Wing erneut auf. Wo steckte er eigentlich? Der Vogel legte den Kopf schief, um seine Umgebung zu mustern. Blätter, Blätter, Blätter ...

"Wo... wo sind wir? Und... und... hast du Tima... gesehen?" "Wir sind im Eldoras, der Heimat der Waldelfen. Zumindest habe ich davon gehört, hab nie einen gesehen. Vielleicht ist's auch nur Seemannsgarn." Zuckte Wing gerade mit den Flügeln? Richtige Schultern besaß er ja nicht. "Timathian hab ich nicht entdecken können. Ich sah seinen Wirbelwind aber auch hier über dem Wald herunter gehen. Er muss also hier irgendwo sein." Kurz musterte der Vogel seine Freundin, dann wackelte er mehrmals mit dem Kopf.
"Du wirst ihn nicht suchen. Du wirst dich ausruhen, verstanden? Kletter von dem Baum und leg dich irgendwo hin. Es hilft niemanden, wenn du dich so erschöpft durch den Wald schleppst. Lass mich nach ihm suchen. Ich kann fliegen und finde den Magier bestimmt ganz schnell. Ich beeile mich und bin vor Sonnenuntergang zurück. Ob mit oder ohne Timathian, ich komme wieder, versprochen." Dann erhob sich Wing in die Lüfte, um Kreise über dem Wald zu ziehen.

Im Eldoras befand sie sich also. Dann war das Wasser, welches sie zwischen den Bäumen hatte glänzen sehen, wahrscheinlich der Sternensee! Man sagte ihm heilmagische Kräfte nach. Sollten sie Tima also finden und sollte er verletzt sein, so konnte sie sich vom See vielleicht Hilfe erhoffen. Doch zunächst mussten sie ihn erst einmal finden. Nein. Wing musste ihn finden. Elwin brauchte Ruhe, das spürte sie. Ein letztes Mal würde sie allerdings noch ihre Knochen anstrengen müssen, um vom Baum herunter zu kommen.
Sie ahnte ja nicht, dass am Boden bereits jemand auf sie wartete. Es handelte sich nicht um den Energiemagier. Ein Hirsch stand dort, kräftig und stolz mit einem hoch ragenden Geweih und reinweißem Fell. Seine dunklen Augen bargen die Weisheit der Wälder und das Sinnbild allen Lebens.
Es lag in seiner Art, Besucher seines Waldes zu begrüßen. Denn es war bekannt, dass sich das Götterpaar vor allem im Eldoras zeigte. Jene, die nicht an ihre Existenz glaubten, hielten Florencias und Phauns Botengestalten einfach nur für fabelhafte Geschöpfe, die in diesen Wäldern hausten. Doch die Elfen des Eldoras bestätigten oft genug, dass das Götterpaar existierte und über sie wachte.
Der Hirsch spähte nach oben. Sein Blick erfasste die Wassermagierin. Sanft schaute er ihr bei jeder Bewegung zu und trat anschließend ein Stück weit zurück. Schon der herab stürzende Mageninhalt hatte ihn etwas erschreckt, jetzt ging er doch umsichtiger vor.
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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Elwin Fock » Montag 19. Juli 2010, 07:35

"Du bist stärker herumgewirbelt worden als ich gedacht habe.", gab Wing von sich, als sich Elwin dem immer stärker werdenden Brechreiz nachgab und ihren gesamten Mageninhalt wieder aus sich heraus holte.

Es war einfach nur eklig, als sich in kleinen Brocken die letzte Mahlzeit halb verdaut noch einmal meldete und nun mit einem Klatschen auf dem mit Gras und Laub bedeckten Boden des Eldoras tropfte. Danach lehnte sie sich mit ihrem Rücken an den dicken Stamm des Baumes, auf welchem sie sich nach der Reise im Inneren von Meister Windhallers Wirbelsturms befand. Sie war erschöpft und das noch mehr als sie es nach ihrem finalen Kampf des pelgarischen Turniers gewesen war. Zunächst einmal musste die junge Frau ein paar mal tief durchatmen. Dabei schloss sie ihre Augen und versuchte den Geräuschen der Umgebung zu lauschen, was ihr allerdings nicht wirklich gelang. Ihre Sinne waren nicht mehr so scharf, wie einst - was wohl bedingt durch die Erlebnisse und Anstrengungen der letzten Zeit kam. Das Konzentrieren viel ihr derzeit schwer und sie musste etwas Ruhe finden, ihr Körper schrie förmlich danach.

Schließlich jedoch fragte sie ihren treuen, gefiederten Freund, wo sie sich befanden und wo Timathian Vengul steckte. Sie hatte den Mann seit dem Beginn der Reise nicht mehr gesehen und langsam machte sich etwas Sorge in ihr breit. Natürlich wusste die Magierin, dass ihr Kamerad sich sehrwohl verteidigen und selbst beschützen konnte, denn er war zum Teil Magier und zum Teil Krieger, was nur sehr selten vorkam und unglaubliche Vorteile bot.
"Wir sind im Eldoras, der Heimat der Waldelfen. Zumindest habe ich davon gehört, hab nie einen gesehen. Vielleicht ist's auch nur Seemannsgarn.", begann der kleine Vogel mit seiner Antwort auf die gestellten Fragen und Elwin öffnete wieder ihre Augen, schaute ihn direkt an, denn er hatte sich auf den Ast vor ihr begeben. "Timathian hab ich nicht entdecken können. Ich sah seinen Wirbelwind aber auch hier über dem Wald herunter gehen. Er muss also hier irgendwo sein."

"Na, das ist doch mal beruhigend zu Wissen, dass Tima nicht in eine völlig andere Richtig geweht wurde.", gab Elwin von sich und atmete noch einmal tief ein. Langsam aber stetig spürte sie, wie die Ruhe, welche sie sich gönnte, dazu führte, dass ihre Kräfte zurückkehrten - jedoch würde es noch eine ganze Weile dauern, bis sie wieder völlig erholt sein würde und so lange konnte sie unmöglich hier auf einem Baum hocken. Schon machten sich in ihren Gedanken die ersten Pläne breit, wie sie bei der Suche nach Timathian vorgehen würde, als Wing sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holte.
"Du wirst ihn nicht suchen.", meinte er mit bestimmendem Zwitschern. "Du wirst dich ausruhen, verstanden? Kletter von dem Baum und leg dich irgendwo hin. Es hilft niemanden, wenn du dich so erschöpft durch den Wald schleppst. Lass mich nach ihm suchen. Ich kann fliegen und finde den Magier bestimmt ganz schnell. Ich beeile mich und bin vor Sonnenuntergang zurück. Ob mit oder ohne Timathian, ich komme wieder, versprochen."

Mit diesen Worten hob der kleine Vogel von seinem Platz auf dem Ast ab und begab sie erneut in die Lüfte. Er drehte noch ein paar Kreise über seiner Freundin und verschwand dann unter dem dichten Blätterdach des Waldes. Elwin war ihm noch mit ihrem Blick soweit gefolgt, bis er nicht mehr zu sehen gewesen war und nun war sie erneut ganz allein. Nun ja, das stimmte nicht ganz, aber noch hatte sie den weißen Hirsch nicht erkannt, der unter ihrem Baum stand und offenbar darauf wartete, dass sie herunter kam. Die junge Frau schloss noch einmal ihre Augen, holte tief Luft, sodass ihre Lungen vollkommen damit ausgefüllte waren und atmete wieder sehr langsam aus. Dann öffnete sie ihre Augen und hatte einen Entschluss gefasst. Es war an der Zeit, von ihrem Landeplatz hinab zu steigen. Nur wie sollte sie das anstellen? Sie war noch nie eine gute Kletterin gewesen, denn ihre Stärke hatte sich bereits in frühen Jahren in ihrer Magie gezeigt. Aber es half nichts, sie musste ja irgendwie nach unten. Also erhob sie sich sehr vorsichtig und hielt sich immer mit ihren Händen an dem dicken Stamm fest. Dann blickte Elwin kurz nach unten und entdeckte, dass dort weitere Äste waren, auf welche sie sich vielleicht hinab lassen konnte. Also ging sie vorsichtig in die Hocke, packte mit ihren Händen den Ast unter ihren Füßen und begann damit sich langsam hinab zu lassen. Ihre Arme zitterten bereits nach den ersten paar Sekunden, denn sie war derart körperliche Betätigung einfach nicht gewohnt und nun rächte sich diese Vernachlässigung. Den ersten Abstieg jedoch schaffte sie ohne weitere große Probleme und stand sie bereits über eine Körpergröße weiter unten. Nun galt es weiter zu machen und so den Erdboden zu erreichen. Sie suchte sich erneut einen Punkt, an welchem sie diese Prozedur wiederholte und schon nach wenigen Augenblicken, war sie noch ein Stück näher am Erdreich. Zwischendurch legte sie immer wieder eine kleine Pause ein, um wieder etwas Kraft zu schöpfen, doch dann, als sie etwas mehr als die Hälfte bereits hinter sich hatte, rutschte sie mit ihren Füßen ab und hing nun, sich am vorherigem Ast festhaltend, im Baum. Verzweifelt blickte sie sich nach Hilfe um, konnte jedoch niemanden erkennen - zugegeben ihr Sichtfeld war auch etwas eingeschränkt durch ihre Situation. Ihre Kräfte begannen wieder zu schwinden und nun blieb ihr wohl nur noch ein Ausweg:

"HILFE!", rief sie aus voller Kehle. "ZU HILFE! BITTE HELFT MIR!"

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 5. August 2010, 17:42

Äste waren grundsätzlich nicht rutschig, aber verschwitzte und vor Anstrengung zitternde Finger schon. Vielleicht fehlte Elwin auch nur die Kraft, sich am Ast genug Halt zu suchen. Jedenfalls glitten ihre Finger widerstandslos von der Rinde ab und sie rutschte in die Tiefe. Wäre nicht ein weiterer Ast gewesen, an dem sie sich mit letzter Kraft fest krallte, wäre sie einige Meter bis zu Boden gestürzt.
Hilfe rufend musste sie nun auf Rettung hoffen, ehe ihre Reserven endgültig nachließen. Denn dann würde sie definitiv unsanft landen, sich vielleicht sogar einen Fuß verstauchen oder eine Rippe brechen. Sie war keine Katze und so konnte ein unglücklicher Sturz sehr schmerzhaft werden. Bedauerlicherweise schien niemand sie zu hören. Timathian zeigte sich ebenso wenig wie ihr treuer Gefährte Wing. Lediglich der weiße Hirsch blickte von unten in das Laubdach hinauf, die Ohren neugierig gereckt und die dunklen, fast schwarzen Augen auf Elwin gerichtet. Wenigstens zappelte sie nicht, das würde sie nur schneller ermüden.
Sanft schabte der Hirsch mit dem Geweih am Baumstamm. Elwin würde sich schon nichts tun, wenn sie sich gerade fallen ließ. Nun, er vertrat zumindest diese Meinung. Aber er erkannte auch, dass er in dieser Gestalt nicht mit der Magierin würde diskutieren können. Es gab nämlich nur einen einzigen weißen Hirsch auf Celcia und dieser war entweder Bote des Waldgottes oder Phaun selbst. Der Gott galt als lebensbejahend, weshalb er sich den Lebenden gern und offen zeigte, vor allem in seiner Heimat. Der Eldoras war dafür bekannt, dass sich Florencia und Phaun gern unter Farnen im Mondschein liebten. Elfengeschichten berichteten davon und angeblich sollte Götterkind Feylin dem Sternensee entsprungen sein. Wieviel davon der Wahrheit entsprach wusste niemand.

Der Hirsch röhrte leise, um Elwin auf sich aufmerksam zu machen. Sein Geweih hob einen niedrig hängenden Ast an und ließ auf diese Weise das Laub rascheln. Anschließend folgte ein weiterer Blick aus diesen tiefdunklen Augen. Der Hirsch suchte Kontakt zur Wassermagierin, doch plötzlich wich er langsam zurück.
Seine Hufe klackerten, als sie über einen Stein rutschten und schon sprang der Herr des Waldes ins Dickicht davon. Wollte nicht einmal er Elwin zu Hilfe eilen?
Die Arme der Magierin wurden langsam schwer. Lange würde sie sich nicht mehr halten können. Der Untergrund machte keinen einladenden Eindruck. Blätter könnten ihren Sturz zwar abfangen, doch darunter konnten sich ebenso harte Wurzeln verbergen, welche ihr möglicherweise das Genick brachen. Sie musste aushalten.

Da! Ein Geräusch!
Es kam nicht aus der Luft, Wing konnte es nicht sein. Vielleicht war Tima unterwegs. Elwin vernahm Schritte und leises Gemurmel. Das Rasseln von Kettengliedern erfüllte den Wald. Seit wann trugen Elfen des Eldoras Kettenhemden?
"... unbedingt Pilze haben muss. Ausgerechnet aus den übergrünen Wäldern. Dabei mag ich Steinpilze viel lieber."
"Bewahre Ruhe, Durin. Umso kühler wird das Bier sein, das dein Weib für dich zapft und umso wilder die Nacht. Du vergisst, welche Wirkung die guten alten Pfifferlinge auf unsere Frauen haben."
"Jahahaha, das hast du wohl Recht! Na dann, suchen wir weiter, ehe sich noch mehr Ungeziefer in meinem Bart verfängt."

Brummiges Gelächter war auszumachen. Dann tauchten zwei behelmte Hügelchen zwischen den Büschen auf. Sie bewegten sich plump, doch strotzten vor Kraft. Zudem waren sie haarig und trugen funkelnde Kettenhemden und Lederschürzen. Die Helme besaßen Hörner, über den Schultern lagen eine zweiblättrige Axt und ein schwerer Kriegshammer, mit dem man sicherlich einen Kopf wie eine Melone zertrümmern konnte. Das Ergebnis wäre dasselbe.
Die Gestalten waren gedungen, viel kleiner als Elwin und sehr bärtig. Einer hatte seine blonde Mähne mit den grauen Strähnen zu mehreren Zöpfen geflochten, die sorgsam zierend an den Ohren vorbei in den ebenso langen Bart übergingen. Die andere Gestalt zog es vor, den grauen Bart eher gestutzt zu tragen. Dafür war der dicke Schnäuzer mit Schmalz zu zwei schön geschwungenen Kringeln geformt worden. Bei einem solchen Anblick bestanden keinerlei Zweifel mehr. Dort unten marschierten Zwerge durch den Eldoras und sie blieben gerade unterhalb von Elwins Baum stehen.
"Schau dir mal den Pilz hier an. Ist das ein Pfifferling?"
"Hmmm, zeig mal."
Der graue Zwerg beugte sich über einen kleinen Pilz, welcher vorwitzig seine Kappe aus einem Blätterberg reckte.
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Elwin Fock
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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Elwin Fock » Sonntag 19. September 2010, 11:57

Elwin hing nun einsam und allein an einem der vielen Äste des Baumes, welcher zu ihrem Landeplatz geworden war. Beim Versuch hinab zu klettern, war sie abgerutscht und hatte sich gerade noch an einem der Arme des Gewächses festhalten können. Ihre Laune hatte sich binnen weniger Augenblicke von gleichgültiger Erschöpfung zu wilder Verärgerung gewandelt. So baumelte sie nun in der Luft, noch einige Meter über dem Boden und wusste nicht mehr weiter. Es war kein passender Ast unter ihr, welchen sie als eventuellen Tritt hätte benutzen können, um so wieder halt unter ihren Füßen zu erhalten. Sie sah keinen anderen Ausweg, als endlich um Hilfe zu rufen, aber selbst als sie dies tat, kam keine Antwort zurück.

Zwar befand sich der weiße Hirsch noch bei ihr, aber diesen konnte sie aus ihrer derzeitigen Situation nicht sehen. Nur ein plötzliches Kratzen vernahm sie, als das Tier damit begann seine Hörner an dem Baum zu schaben. "Hallo? Ist das wer?", rief sie, konnte den Ursprung des Geräusches allerdings nicht ausmachen und als sie versuchte ihren Kopf zu drehen, begannen ihre Arme dermaßen zu zittern, dass sie schon Angst bekam, sich nicht mehr halten zu können und den restlichen Weg zum Erdboden hinab zu stürzen. So kehrte sie in ihre Ausgangsposition zurück. Auch dachte sie gar nicht daran, dass ein Fall hinab vielleicht gar keine so schlechte Idee war, denn sie befand sich schließlich in einem Wald, wo auf dem Boden Gras, Moos und viele Blätter lagen, welche den Sturz abfedern mochten. Dann erklang ein weiteres Geräusch, ein Klackern, als würden Hufe eines Pferdes auf steinigem Untergrund traben, aber schon herrschte wieder Stille um sie herum. Der Hirsch war im Dickicht des Waldes verschwunden, was mochte ihn vertrieben haben?

Sie kam sie regelrecht hilflos vor. Sie mochte zwar das Turnier in Pelgar gewonnen haben und vielleicht auch eine recht starke Magierin sein, aber was nutzten ihr in diesem Augenblick ihre Kräfte über das Wasser, wenn keines in der Nähe war, das sie beherrschen konnte. Und selbst wenn etwas flüssiges Nass da gewesen wäre, was hätte sie damit anstellen sollen. Sie konnte ihre Arme nicht zum zaubern nutzen und so hätte sie auch nichts zu ihrer Rettung unternehmen können, mal ganz davon abgesehen, dass sie dermaßen Erschöpft was, dass ihre Magier mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso nicht funktioniert hätte. Die Verärgerung wurde langsam aber stetig durch Resignation abgelöst und so musste sie sich wohl damit abfinden, dass es keinen anderen Ausweg gab, sollte ihre keine Hilfe zukommen, als einfach hinab zu fallen und hoffen, dass sie sich nicht das Genick brechen würde.

Aber was war das? Hatte sie gerade wieder etwas vernommen? Hatte sie da nicht eben Stimmen gehört? Waren da eventuell sogar Leute im Wald unterwegs? Vielleicht Elfen oder aber auch Menschen? Vielleicht bekam sie doch noch Hilfe. Kurz meinte sie sich verhört zu haben, einfach irgendetwas wahrgenommen zu haben, was gar nicht vorhanden war. Dass ihr Verstand ihr vielleicht sogar einfach nur einen Streich gespielt hatte, doch dann hörte sie es wieder. Es waren eindeutig Stimmen, welche sich in einer ihr fremden Sprache unterhielten. Es waren tiefe und raue Stimmen, welche sie da vernahm, aber das war ihr ganz egal und schließlich konnte sie die Besitzer der Stimmen auch sehen. Zwei gedrungene Gestalten waren aus dem Dickicht hervor getreten und standen nun direkt unter ihrem Baum. Sie unterhielten sich einfach weiter und schienen gar nicht zu ahnen, dass sie über ihren Köpfen hing. Nun ja, warum sollten sie auch. Es war ja nicht unbedingt alltäglich, dass sich Menschen in dieser Höhe an einem Ast festhielten und drohten hinabzustürzen.

Gerade wollte sie erneut um Hilfe rufen, als ihre Arme wieder dermaßen anfingen zu zittern, als würde sie jeden Moment ihren Dienst verweigern. Das wichtige Wort blieb der jungen Magierin im Halse stecken und furchtbare Angst breitete sich in Sekundenbruchteilen in ihr aus. Bevor sie irgendetwas unternehmen konnte, war es auch schon zu spät und die Kraft wich ihr aus den Armen und Fingern. Sie konnte sich nicht mehr halten und die durch ihren Schweiß benetzten Hände rutschten von dem Ast. Verzweifelt versuchte sie sich weiter zu halten, aber es war unmöglich und sie begann zu fallen.
"AHHHHHHHHHH!", war das Einzige, was ihrer Kehle entrann, dann spürte sie nur noch den harten Aufschlag auf dem Erdboden, alles wurde schwarz. Dass sie direkt auf den Pilz gefallen war, welchen die beiden Zwerge gerade begutachteten, nahm sie schon gar nicht mehr wahr, ihr Bewusstsein verweigerte ihr seinen Dienst.

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Montag 20. September 2010, 17:07

weiter geht's in das östliche Drachengebirge -> Die Zwergenstadt Nogrot -> Wohnhöhlen -> Der stolze Clan der Kieselzwerge
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Thalina Tínendâl
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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Thalina Tínendâl » Mittwoch 1. Dezember 2010, 19:32

Thalina fiel der Abschied von Rinoval schwer, auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollte. Ihn so davon gehen zu sehen kam ihr so merkwürdig, fast falsch, vor. Über den südlichen Kurs war sie froh, der See wäre zum Verhängnis ihrer Pläne geworden. Sie blieb stehen und sah ihrem Freund nach, bis er zwischen den verschneiten Bäumen nicht mehr auszumachen war. Langsam kroch ihr die Kälte in die Glieder und machte sich in den Fingern und der Nase bemerkbar. Sie schüttelte sich innerlich und wandte dann den Blick ab. Sie ging los, während sie die Karte studierte die er ihr gegeben hatte. Sie würde sich entlang der Bucht bewegen, oder zumindest in deren Hörweite, dann konnte sie Andunie gar nicht verfehlen. Doch darum machte sie ich weniger Gedanken, die Kälte war im Moment ihre größte Sorge. Noch hatte sie den Wald um sich herum, noch boten die Bäume Schutz vor Wind, der um diese Jahreszeit stellenweise fürchterlich beißend war, und vor unliebsamen Blicken.

Dass es genügend Stinkstiefel auf dieser Welt gab, hatte sie in den Erzählungen mancher Reisender schon gehört, und sie hoffte nicht gerade eben jenen Zeitgenossen über den Weg zu laufen. Leise vor sich hin summend ging sie weiter, während sie die Karte zusammen faltete und in einer Tasche ihres Mantels verstaute. Gerade als sie die Hand in die Tasche steckte, berührte sie das Amulett, und sie zog es heraus. Ihr war gar nicht bewusst, dass sie den anderen im Dorf doch aufgefallen war. Wenn aber Meister Menovin ein Geschenk für sie hatte, dann musste er entweder sehr feine Fühler für ihre Gedanken haben, oder aber – was wohl doch wahrscheinlicher war – Rinoval hatte sich verplappert. Gedankenverloren ließ sie ihre Finger über die Runen gleiten. Magie… welch wunderbare Essenz. Schade das Meister Línarion nicht mehr war, gerne hätte sie ihre Fähigkeiten noch verbessert. Vielleicht würde sie aber auch einen neuen Lehrer finden, irgendwann… wenn sie wieder zurück war. Wenn…

Sie seufzte leise und band sich das Amulett um. Es beruhigte sie zu wissen, dass jemand sich die Mühe machte sie schützen zu wollen. Als die silberne Fassung des Steines Kontakt mit ihrer Haut machte zitterte sie kurz, das Metall war kalt geworden.
„Wieder selbst nicht aufgepasst…“, murmelte sie zu sich und kicherte dann kurz über ihre eigene Dummheit. Sie sah auf und betrachtete die Bäume um sich herum. Einige waren nur leicht überzuckert, an anderen war mehr Schnee hängen geblieben. Die weiße Pracht schluckte die meisten Geräusche, so schien es ihr manchmal, als würde nur sie mit ihren Schritten die Stille des Waldes stören. Sie wollte so viel Laufen wie sie konnte, um nicht zu viele Tage in der Kälte ohne wärmendes schützendes Dach über dem Kopf verbringen zu müssen. Doch schwirrten ihr bereits jetzt die Gedanken durch den Kopf, wo und wie sie ihr Nachtlager aufschlagen sollte. Wäre Rin doch nur mitgegangen...

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Samstag 11. Dezember 2010, 12:55

Ein beißender Wind frischte auf und schien die junge Wanderin peinigen zu wollen. Er ließ ihre Kleider wirbeln und wehen, stahl sich unter ihre Kleidung und entzog dem Körper einen kleinen Teil der so dringend benötigten Wärme. Ihr Körper würde bald zu zittern anfangen. Sie lief noch einige Stunden durch den Wald und beobachtete die Sonne, welche sich dem Horizont annährte und die weiße Winterlandschaft in ein tiefes Blutrot tauchte. Knirschend brachen vereiste Pfützen unter ihrem Schritt oder der Schnee knirschte, wenn der Wind ihn auf den Pfad geweht hatte. Es war eine wirklich ungünstige Zeit zu reisen, aber ohne den Willen es zu tun, wäre selbst der Sommer ein Hindernis gewesen. Bald würde das junge Mädchen den Wald verlassen und der Witterung im vollen Umfang ausgesetzt sein - Noch wusste sie nicht um die Zustände außerhalb des Waldes, noch war ihre Seele unschuldig, unberührt. Schatten wurde länger und verwandelten einstige Schönheiten in ein Spiel aus Dunkelheit und Licht. Abstruse Formen und Gestalten erschufen und zerstörten sich selbst. Das all' abendlich aufgeführte Stück des Sonnenuntergangs herrschte über dem Eldoras. Leidenschaftlich war das Farbenspiel und leise begannen die Nachtvögel ihre Musik, um der Aufführung ihren eigenen Klang zu geben.

Plötzlich jedoch raschelte etwas unweit ihres Weges und Thalína verhaarte einen Moment, lauschte und erkannte alsbald piepsende Geräusche. Sie konnte es nicht genau einordnen, aber etwas Kleines versteckte sich im dichten Unterholz der Wälder. Gerade in dem Moment, als sich die Elfe entschied dem Geräusch auf den Grund zu gehen, brach etwas winzige aus dem Forst und wetzte über die Pfad. Zuerst erkannte die elfe es nicht, doch dnan nahm sie den Eon wahr. Kurz darauf brach ein Wolf aus dem Wald und hetzte hinter dem kleinen Tier her. Das junge Mädchen konnte sehen, dass sich das katzeähnliche Wesen in einen Baum drckte und keine Möglichkeit mehr sah, sich zu retten. Sein Jäger kam langsam näher und fletschte die Zähne. Es war ein gewaltiuges Exemplar und reichte der Elfe wahrscheinlich bis zum Bauch. Sie konnte nicht mit ansehen, dass ein solches tier von einer Bestie gefressen werden würde - Sie musste etwas tun.
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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Thalina Tínendâl » Samstag 11. Dezember 2010, 20:55

Thalina sah zwischen dem kleinen Wesen und dem Wolf hin und her. Zwar hatte sie einst gelernt, sie solle sich nicht in die Jagd einmischen, doch irgendwie konnte sie nicht anders. Sie nahm ihren Bogen in die eine Hand, ein paar Pfeile in die Andere. Dann hielt sie beides hoch in die Luft um sich größer zu machen und fing an laut zu schreien. Sie machte einen großen Satz nach vorn und trat etwas Schnee in die Luft, um die Aufmerksamkeit des Wolfes auf sich zu lenken. Sie wusste dass es unsinnig – gar töricht war – doch sie konnte ja schlecht daneben stehen und zusehen, wie das possierliche Tierchen zur Vorspeise des Wolfes wurde.

Der Kopf des Tieres schnappte regelrecht in ihre Richtung, und es zog seine Lefzen zurück und bleckte seine Zähne in ihre Richtung. Tief knurrend senkte er den Kopf und stellte seine Nackenhaare auf. Doch sie blieb standhaft und versuchte keine Angst zu zeigen. Wütend schnappte er nach ihr, doch als sie stehen blieb, schien er zu überlegen, ob es sich lohnte einen Kampf mit ihr zu wagen. Er taxierte sie berechnend, drehte sich dann aber um und trollte sich dann aber. Anscheinend war es ihm zu kalt und der Kampf mit ihr schien ihm wohl als Energieverschwendung. Sie blieb noch einige Zeit so stehen, ihr Herz fing erst verspätet an zu rasen, als ihr klar wurde was sie da gerade getan hatte. Sie schluckte schwer und blinzelte, doch dann atmete sie hörbar aus und lies die Arme sinken. Zittrig sank sie auf die Knie und sammelte sich, bevor sie über ihre Schulter auf das kleine Wesen blickte, das sich noch immer ängstlich gegen den Baum drückte.
„Na du Kleines… ich glaube er hat uns beiden einen großen Schrecken eingejagt.“, ihre Stimme zitterte noch leicht, und es würde wohl noch ein paar Minuten dauern, bis sie sich wieder beruhigt hatte.

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Dienstag 14. Dezember 2010, 15:34

Das Eon jedoch löste sich nicht vom Baum, sondern versuchte stattdessen panisch zu fliehen. Thalína konnte sich dieses Verhalten nicht erklären, aber als ein bedrohliches Knurren in ihrem Rücken laut wurde, lag der Grund plötzlich näher als gewünscht. Die Elfe wandte sich um und blickte in die augen von einem halben Dutzend Wälfe, die im Schatten der verschneiten Bäume standen und bedrohlich ihre Zähne fletschten. Das junge Mädchen hatte vergessen, dass diese Räuber niemals alleine durch den Wald streiften und was anfänglich wie eine Flucht wirkte, war nur die Rückkehr zum Rudel. Dieser Fehler rächte sich Augenblicklich und Thalína musste sich davor fürchten, am Ende ihrer Reise angekommen zu sein, lange bevor sie richtig angefangen hatte. Sabbernd und jaulend schritten die wilden Hunde aus dem Forst und hinterließen tiefe Abdrücke im pulvrigen Schnee. Sie fächerten auf und umzingelten die beiden Beutetiere - Thalína und das Eon.
Jetzt war guter Rat teuer und das nackte Überleben stand auf dem Spiel. Niemand würde sie mehr retten können, den Schutz des Heims hatte sie aufgegeben und fand sich nun der ersten Herausforderung der "freien" Welt gegenüber. Das dies jedoch gleichsam gefährlich war, gehörte nicht gerade in die Vorstellung des Mädchens.
Sie blickte sich um und wollte nach dem Eon sehen, doch da war nichts mehr. Überrascht blickte sich die Elfe um und erkannte das possierliche Tierchen auf einem Ast, weit oben im Geäst des Baums. Die einzig vernüftige Lösung für einen winzigen Waldbewohner, so fand Thalína. Doch immernoch stand sie dort unten und damit war es für die Wölfe nun sehr viel dringender sich die noch verbliebende Beute zu schnappen. Ihr Schritt beschleundigte sich und schon verfielen sie in einen Lauf - Es würde nicht mehr lange dauern, dann gab es für Thalína keine Möglichkeit mehr sich in Sicherheit zu bringen. Sie musste schnell entscheiden.
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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Thalina Tínendâl » Dienstag 14. Dezember 2010, 21:46

„Gemach, gemach, ihr Graupelze… ich schmecke euch bestimmt nicht.“, sagte sie schnell, doch die Wölfe ließen sich nicht beeindrucken. So hatte sie sich den ersten Tag ihrer Reise sicherlich nicht vorgestellt. Ihre Blicke huschten über das nahende Rudel, und was sie vor so vielen Jahren gelernt hatte fand seinen Weg zurück in ihr Bewusstsein. Davon laufen konnte sie nicht, bei einem Wolf war das schon unmöglich, von einem ganzen Rudel dann ganz zu schweigen.

Der Weg den das Eon gewählt hatte, schien ihr im Moment die einzig sinnvolle Entscheidung.
Schnell steckte sie ihre Sachen weg, nicht das die Wölfe sie zerbissen, und machte dann einen Sprung nach oben. Sie bekam einen Ast zu fassen, konnte sich aber erst nicht richtig festhalten und plumpste zurück auf ihren Hintern. Doch die Angst um ihr Leben verlieh ihr nahezu Flügel. Sie stand auf und sprang erneut, diesmal bekam sie den Ast aber besser zu fassen und zog sich hoch. Gerade noch rechtzeitig, wie sie feststellte. Geräuschvoll klappten ein paar Kiefer in der nun leeren Luft zusammen. Thalina kletterte ängstlich noch höher, wäre aber fast abgestürzt.
*So kann es doch nicht enden…*, dachte sie sich und klammerte sich am Baumstamm fest, während sie nach unten blickte und die Wölfe beobachtete.
*Geht doch etwas anderes zu Fressen suchen…*
Wie gebannt sah sie auf die Graupelze hinunter, von denen immer noch einige nach oben sprangen und wütend schnappten und knurrten. Innerlich hoffte sie nur, dass sie für den Ast auf dem sie saß nicht zu schwer wurde. Mitten in dem wütenden Rudel wollte sie nicht landen. Jetzt konnte sie ohnehin nur abwarten.

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 15. Dezember 2010, 12:14

Die sanften Worte der Elfe trafen bei den Wölfen nur auf wenig Gehör. Vermutlich waren die Tiere halb verhungert und der Winter zwang sie dazu, auch größere Beute zu jagen, selbst wenn es sich dabei um eine Elfe handelte. Hungrig und hartnäckig umstreiften die Graupelze den Stamm, dazu bereit, jede sich bietende Gelegenheit auszunutzen um an das saftige Mädchen zu gelangen. Ein leises Mauzen echote von oben wieder und als die Elfe durch das Geäst blickte, sah sie das kleine Eon nur wenige Äste weiter in der Krone des Baums sitzen. Es war noch realtiv jung, was man daran erkannte, dass der Schweif nur zwei Kringel aufwies. Der Schwanz eines augewachsenen Eon war durchzogen mit diesen Farbakzenten. Das Tier fühlte sich wohl sicher und die Kälte störte es nicht sonderlich - Vermutlich lag dies an dem dicken Pelz. So etwas könnte Thalína auch gebrauchen, aber für den Moment bissen die Winde in die Knochen und zwickten das Fleisch des Mädchens.

Das winzige Waldtier sprang von Zweig zu Zweig. Plötzlich knackte es laut unter der Elfe und der Ast auf dem sie sich gerettet hatte, began nzu brechen - Sie hatte sich nicht nur einen ungünstigen Reisetag erwählt, sondern auch einen mehr als morschen Baum. Mit einem riesen Getöse brach das Holz und unter einem Regen aus Splittern sauste die blonde Waldelfe dem Boden entgegen. Eine Schneewolke kündete von ihrem Auftreffen und als sich das Weiß gelegt hatte, sah sie in die wilden Augen der Wölfe vor sich. Eine Bestie nährte sich und öffnete bereits das Maul, da durchschnitt etwas die Luft und bohrte sich von der Seite in den Schädel des Angreifers. Blut verteilte sich auf der weißen Schneedecke und versank warm in den kalten Wehen. Sofort sackte der Räuber nieder und bevor ein anderer Wolf hätte reagieren können flogen bereits zwei Neue Geschosse durch die kalte Winterluft. Schmatzend trafen sie ihre Ziele ebenso präzise wie der Erste - Der Schütze war ein Meister, ganz ohne Frage. Die restlichen Graupelze waren wohl eingeschüchtert, denn sie zogen sich ohne Umschweife zurück. Als die Elfe, befreit von der Gefahr, nach Rechts, und damit in die Richtung der Schüsse, blickte, sah sie eine in weiße Pelze gekleidete Gestalt stehen. Nur die Haare schauten wild und umgezähmt aus seinem Kopfschutz hervor - Das tiefe Braun erinnerte an die Augen der Rehe des Waldes. Knirschend nährte sich der Retter in der Not und blieb kurz vor der Elfe stehen. "Ich hoffe, es ist alles in Ordnung?", fragte er und hielt Thalina die Hand entgegen.

Eindeutig ein Mann. Er hatte einen leichten Akzent und kam wohl nicht aus der Gegend. Unter den Pelzen konnte die Elfe nichts weiter erkennen, nur dass seine Waffe ein Schnitzwerk war, für das keine Eldorasbäume verwendet wurden. Der Fremde schaute aus einem kleinen Sehschlitz auf das Mädchen im Schnee, wie sie dort saß, mitten im einem Meer aus kaputten Holz. Seine Iren waren von einem sehr hellen Blau, ähnlich dem Meer. "Kannst du mich verstehen?", fragte der Mann noch einmal.
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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Thalina Tínendâl » Mittwoch 15. Dezember 2010, 22:24

Bevor Thalina wirklich begriff was vor sich ging, hatte der Ast nachgegeben und sie fiel nach unten. Der Schnee bremste die unsanfte Landung etwas ab, doch war ein eventuell schmerzender Hintern im Moment kein Problem. Noch bevor der durch ihre Landung aufgewirbelte Schnee sich auch nur annähernd setzen konnte, sah sie die Wölfe näher kommen. Sie waren hungrig, sehr hungrig. Und sie war wohl leichte Beute. Am liebsten hätte sie losgeheult, doch was brachte das? Sie sah, wie einer der Wölfe – vielleicht war es auch jener, den sie verjagt hatte - mit aufgerissenem Maul auf sie zu kam. Ihre Augen weiteten sich, und sie sah nur noch die spitzen Reißzähne vor sich, als plötzlich etwas durch die Luft zischte und sich deutlich hörbar in den Wolfskopf bohrte. Blut spritzte in den Schnee, und wäre sie nicht so steif vor Angst, hätte sie bestimmt aufgeschrien. Stattdessen saß sie nur da und starrte wie gebannt auf den toten Wolf vor sich, dessen Blut den rein weißen Schnee rot verfärbte. Zwei weitere folgten, bis sich das Rudel verzog.

Irgendwie taten sie ihr Leid. War sie es doch gewesen, die ihnen einen kleinen Happen vergällt hatte. Mit drei Tieren weniger würden die Jagderfolge wohl auch kleiner ausfallen. Sie schluckte schwer und begriff mit Verzögerung, dass ihr jemand ihren wohl frühzeitigen Tod vereitelt hatte. Langsam wandte sie ihren Kopf nach rechts, von wo aus die Pfeile offensichtlich geflogen waren. Ganz in weiße Felle gekleidet fiel er im Schnee kaum auf, lediglich seine Haare verrieten ihn. Befremdet sah sie ihn an, ihre Gedanken noch immer damit beschäftigt, das gerade eben geschehene zu verarbeiten. Sie sah ihn zwar an, doch bemerkte sie dennoch nicht sofort, das er sich auf sie zu bewegte. Als dann seine Hand vor ihrer Nase erschien, sah sie sie überrascht an.

Er sprach mit ihr, das hörte sie, doch dauerte es dank des Schreckens etwas, bis seine Worte ihren Weg in ihren Kopf fanden. Ihr fiel sein Bogen auf, der ganz anders als der ihre war. Dann wanderte ihr Blick wieder nach oben, wo sich hinter der ganzen Vermummung gegen die Kälte sein Gesicht befinden musste. Seine Augen waren von so hellem Blau, wie sie es noch nicht gesehen hatte. Als er ein zweites Mal fragte, schüttelte sie kurz den Kopf und blinzelte verwirrt, bevor sie schnell und kurz nickte. Sie schloss die Augen um nicht zu stottern – und wenn möglich ein Erröten zu vermeiden – und atmete kurz durch.
„Ich… ja. Danke.“, sagte sie kurz und kam sich unheimlich dumm dabei vor. Sie zögerte, ob sie seine Hand als Hilfe annehmen sollte, tat es dann aber doch. Immerhin hatte er die Wölfe vertrieben und sie wollte nicht unhöflich sein.

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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Erzähler » Samstag 18. Dezember 2010, 16:18

Der Mann hatte ausreichend Kraft und schaffte es, die zierliche Elfe mit einem kleinen Ruck wieder auf die Beine zu ziehen. Er lächelte wohl, denn die Grübchen um seine Augen zogen sich zusammen. "Du sprichst meine Sprache. Sehr gut." Seine Stimme war etwas tief und man spürte das Alter darin. Der Mann legte sich den Bogen um die Brust und klopfte sich etwas Schnee von den Fellen. Tahlína kannte diese Prozedur - Felle wurde durch den schmelzenden Schnee nass und rochen dann stark, was das Jagdwild verscheuchen konnte. "Hmm. Keine Ursache, ich habe dich schon eine ganze Weile beobachet." Er verschränkte die Arme vor der Brust und fixierte die Elfe. "Ich hätte früher eingegriffen, aber ich habe auch gedacht, dass Elfen sich mit den Tieren hier im Wald verstehen würden. Falsch gedacht, was?" Der Bogenschütze musste lachen und entfernte sich wieder vom Baum. Das blonde Mädchen schaute ihm hinterher und musste bereits glauben, er würde einfach wieder verschwinden, doch dann griff er sich eine Art Holzgitter und legte sich das Gerüst auf den Rücken - An den einzelnen Streben waren Felle und Fleisch angebunden. Ohne Zweifel war dieser Mann ein Jäger - Thalína kannte dieses Gebilde von den Waldläufern ihres Dorfes. Dennoch fragte sie sich, wer der Fremde genau war und warum er so weit im Norden nach Wild suchte, obwohl die nächste Stadt mehre Tagesreisen entfernt lag.

"Mein Name ist Olan Smilim, aber die meisten nennen mich: 'Slim'. Das spricht sich leicher aus." Wieder lachte er kurz auf und löste seinen Mundschutz etwas. Weiße Atemwolken stiegen auf und bildeten einen dünnen Nebelfilm vor dem Gesicht Olan´s. "Hast du auch einen Namen? Und was wichtiger ist ... was tust du hier draußen, so alleine ... da nächste Elfendorf ist doch sehr viel weiter im Norden." Plötzlich überkam den Jäger etwas und er blickte sich rasch in der Gegend um, vermutlich war er im Glauben, in das Jagdgebiet der Elfen eingedrungen zu sein und ängstigte sich davor, bald selbst die Beute zu sein. Er hatte wohl einige Gerüchte und Legenden vernommen. Das Eon jedoch war froh der Gefahr entkommen zu sein und hatte nicht vergessen, wer ihm das Leben gerettet hatte. Es hüpfte auf Thalína zu und schmiegte sich eng an den Körper der Blonden. "Du hast ein Eon, hu? Netter Tier!", meinte Olan etwas zittrig und erhoffte sich durch seine Aussage wohl, dass die vermeidlichen anderen Elfen ihn nicht als Bedrohnung ansagen.

Mod Eintrag:
Thalína erhält ein Eon als tierischen Begleiter
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Re: Mitten im Eldoras

Beitrag von Thalina Tínendâl » Samstag 18. Dezember 2010, 23:14

Thalina war erstaunt wie leicht er sie wieder auf die Beine stellte. Sie klopfte sich den Schnee von der Kleidung und beobachtete ihn, wie er sich ein paar Schritte entfernte.
„Ich verstehe dich.“, sagte sie langsam. „Doch fehlt mir… die Übung in der Sprache.“
Sie ordnete ihre Kleidung, während sie in ihren Gedanken versuchte, sprichwörtlich den Staub von ihren Sprachkenntnissen zu pusten. Sie hob ihren Bogen auf und verstaute die verstreuten Pfeile wieder in ihrem Köcher, nachdem sie sie alle auf Unversehrtheit hin untersucht hatte.

„Den Tieren ist ihr Überleben wichtiger, als das Gerede einer Elfe.“, sagte sie und schulterte ihr Bündel. Langsam wurde es ihr kalt, und jetzt – wo der erste Schreck langsam verflog – fing sie leicht an zu zittern. Wer war er und was tat er hier, so weit ab jeder Siedlung. Nach einem Elfen klang er zumindest nicht, und seine Bewegungen sahen auch etwas… anders aus.
„Wer könnte es ihnen auch… verübeln.“, sie runzelte die Stirn, fast wäre ihr das Wort nicht eingefallen. „Ich finde es dennoch traurig um die Wölfe, auch wenn es sonst mich getroffen hätte. Doch um deine Frage zu beantworten, natürlich habe auch ich einen Namen. Verzeih mir meine Unhöflichkeit. Thalina Tínendâl ist mein Name.“

Sie verbeugte sich leicht. „Mich trieb der Ruf der Wanderung nach draußen. Wenn es einen ereilt, dann sollte man folgen, egal zu welcher Jahreszeit.“
Die Elfe sah überrascht nach unten, als sich das Eon an sie drückte. Ein kurzes Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie streichelte dem Tier den Kopf.
„Nun ja, mein Tier würde ich es nicht nennen. Es wäre beinahe ein Zwischenhappen für einen der Wölfe geworden.“ Sie bemerkte seine Unruhe und sah ihn fragend an.
„Was beunruhigt dich?“

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