Mit einem Mistwetter die schönen Sachen genießen.

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Re: Mit einem Mistwetter die schönen Sachen genießen.

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 23. August 2007, 19:09

Hier auf dem Marktplatz war es doch schon bedeutend ruhiger als in der Taver <i>Zum Seemann</i>. Naja, nicht wirklich, denn Verkäufer hockten und standen hinter ihren Ständen und priesen schreiend ihre Waren an. Aber wenigstens tanzte hier niemand auf den Tischen.

Die allgemeinen Passanten und Besucher des Marktes hielten sich auch in Grenzen. Die meisten feierten jetzt wohl mit ihren Familien und auch wenn noch immer ein paar graue Wolken nun am Himmel hingen, so wusste jeder Andunier, dass es sich nicht mehr um Faldors finstere Wolken handelte. Denn es regnete. Nur leicht, aber die Tröpfchen gelangten zur Erde. Ein gutes Zeichen und ein Beweis, dass die Sonne auch bald wiederkehrte. Folgte denn auf Regen nicht immer Sonnenschein?

Der Markt erstreckte sich vor Julia und Marcon bis ans Ende des riesigen Platzes. In einer Ecke spielten Kinder mit einer Kröte. Sie ließen sie durch einen kleinen Reifen springen.
Ein Bettler hockte in der Nähe, sah ihnen zu, vergaß aber nicht, brav die Vorbeiziehenden anzuflehen, ihm doch eine Münze zu schenken. Auf dem andunischen Markt gab es scheinbar alles zu kaufen, was das Herz begehrte. Julia und Marcon entdeckten Stände mit kleinen Käfigtieren, Obst, Gemüse, Brot, Fleisch, Stoffen, Musikinstrumenten und sogar eine Schaustellertruppe hatte hier ihre winzige Puppentheaterbühne aufgebaut. Im Augenblick schienen sie noch ihr Stück einzustudieren, aber es würde sicher bald losgehen und dann ließen die Kinder garantiert die Kröte außer Acht.

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Re: Mit einem Mistwetter die schönen Sachen genießen.

Beitrag von fremder Mann » Freitag 24. August 2007, 18:26

Der Verkäufer am Stoffstand witterte eine Gelegenheit, als er Julia und Marcon sah. <b>Ein junges Paar und die Frau interessiert sich für ein Kleid ... na, das wird was. Kein Mann kann seiner Liebsten etwas abschlagen.</b>

"Ich grüße Euch. Euer Gefährte hat Recht. Nachtblau oder frisches Maigrün würden Euch bestens stehen. Beides betont Euer liebliches Schmunzeln, wertes Fräulein. Seht Euch nur um und begutachtet die Ware. Ich bin sicher, dass Ihr bei mir finden werdet, was Euer Herz begehrt – zumindest was Stoffe betrifft." Der Verkäufer lächelte.

Gryl flüsterte Julia aus seinem Versteck aus zu: "Muss dir denn jeder männliche Großmensch schmeicheln?! Ist ja nicht zum Aushalten." Der kleine Feen-Mann imitierte ein paar Würgegeräusche und knurrte in sich hinein.

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Re: Mit einem Mistwetter die schönen Sachen genießen.

Beitrag von fremder Mann » Freitag 24. August 2007, 19:37

Der Händler grinste in sich hinein. Jaja, was ein paar freundliche Worte doch bewirken konnten. Er freute sich sehr darüber, einen potenziellen Käufer – respektive Käuferin – gefunden zu haben. Die pechschwarzen Wolken hatten lange genug dafür gesorgt, dass sich die Bürger in ihren Häusern verkrochen. Endlich kamen sie wieder an die frische Luft und auf den Markt. Endlich schauten sie sich wieder seine Waren an. Seine Frau würde sich ebenso freuen.

"Meine Gattin ist Schneiderin", plauderte der Händler drauf los. "Sie hat das Rosenmustert in den Stoff eingearbeitet. Sie weiß eben, was Damen gefällt."

Der Händler nahm das Kleid wieder entgegen. "Soll ich es einpacken? Für nur 20 Goldmünzen gehört es Euch, wertes Fräulein. Ein wahres Schnäppchen für ein so schönes Stück."
Er schaute zu Marcon. "Zahlt Ihr Eurer Freundin das Kleid oder greift sie in die eigene Tasche, werter Herr?"

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Re: Mit einem Mistwetter die schönen Sachen genießen.

Beitrag von Erzähler » Freitag 24. August 2007, 22:29

Der Händler lächelte freundlich. "Natürlich dürft Ihr das gute Stück einmal probehalber anziehen! Ich habe für solche Momente immer <i>das</i> hier dabei!" Der Stoffhändler wandte sich kurz von seinem Stand ab. Die perfekte Gelegenheit für Langfinger. Er öffnete eine längliche Kiste und holte ein in sich zusammengefaltetes Stück Holz heraus. Es ließ sich aufklappen und entpuppte sich als ein Raumtrenner. "Den hier kann man auch rundlich stellen, dahinter könnt Ihr Euch dann bedenkenlos umziehen."
Der Händler stellte den Raumteiler auf, damit Julia das Kleid anprobieren konnte.

Gryl wisperte: "He, ich weiß zwar, wie Menschlinge ohne ihre Kleidung ausehen. Einen großen Unterschied zu uns Feen gebt ihr nicht – von den Flügeln mal abgesehen. Aber ich muss mir das nicht anschauen. Ich hab Anstand, jawohl! Ich bin kein Gaffer! Also lass dir was einfallen, wie ich weg gucken kann, ohne dass dein neuer <i>Freund</i> oder dieser Stoff-Großling mich sehen müssen. Ich lege keinen Wert darauf, wieder in einem Käfig zu landen, Julia!"

Inzwischen zupfte etwas oder genauer gesagt jemand an Marcons Hosenbein herum. "He, hast du den Bürgermeister gefunden?" Ein neugieriges Stimmchen? Es war Marian, das kleine, diebische Mädchen aus der Gasse, welches Marcon gegen das Schienbein getreten hatte, um zu flüchten.

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Re: Mit einem Mistwetter die schönen Sachen genießen.

Beitrag von Erzähler » Freitag 24. August 2007, 23:41

"He, ich bin nicht Kleine. Ich hab einen Namen! Ich heiße Marian und das weißt du", erwiderte das Mädchen trotzig, war gewillt, Marcon erneut gegen das Schienbein zu treten. Doch dieses Mal war der Dunkelelf schneller. Er hatte seine Hand erhoben und nun hing diese in Marians Haaren fest, griff ihre braunen, dreckverkrusteten Haarbüschel, dass sie quietschte.

"Lass mich los, du böser Mann! Fass mich nicht an!" Marian zappelte und zerrte. "Ich hab Euch nichts getan, geholfen hab ich Euch! Ich hab Euch den Weg zum Rathaus gezeigt. Seht, da vorn ist es doch!"

Der Stoffhändler sah auf. "He, hat das kleine Gör Euch versucht, zu bestehlen? Liefert es den Wachen aus, die kümmern sich um solche Bälger. Manchmal streicht man auch ein gutes Sümmchen für sie ein, besonders für Mädchen." Der Händler wusste, wovon er sprach. Bettler und Diebe galten als sogenanntes Freiwild und das nicht nur in Andunie. Auch wenn sie nicht steckbrieflich aushangen, so konnte es ab und an eine Belohnung für ihr Ergreifen geben. Eine saubere Stadt ohne Verbrecher wüsnchte sich schließlich jeder, mal abgesehen von den Verbrechern.

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