Sphinx

Spieler kommen und gehen, Charaktere verschwinden spurlos oder sterben ruhmreich. Niemand soll vergessen werden. Deshalb findet ihr hier die Steckbriefe ehemaliger (Spieler-)Charaktere.
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Beitrag von Sphinx » Freitag 21. Juni 2013, 01:53

Sphinx' Steckbrief
Zweitcharakter von Juno
Name: Sphinx

Rasse: Leonide

Alter: 15 Jahre

Geschlecht: männlich

Beruf: Krieger

Heimat: Morgeria / Drachengebirge

Gesinnung: böse

Magie: keine

Sprache: eine stark gebrochene Mischung aus Lerium und Krz´ner. Celcianisch verstehend jedoch noch nicht sprechend.

Religion: keine

Aussehen:
Sphinx wirkt auf jeden, der ihm begegnet, wie eine aus dem Harax entsprungene Bestie. Da er zu 95% einem Raubtier gleicht. Die restlichen 5% die den menschlichen Teil in ihm repräsentieren sind kleinere genetische Auffälligkeiten an seinem Körper. So sind unter anderem, die fingerähnlichen Glieder an seinen vorderen Pranken länger, als bei einem gewöhnlichen Raubtier. Denn dort wo für gewöhnlich eine einfache Kralle das Fussgelenk zierte, befand sich etwas das man gut und gerne als Daumen hätte bezeichnen können. Was ihm die Möglichkeiten verschaffte, Dinge wie z.B. einen Schild oder Schwert zu ergreifen und zu halten. Dazu kommt noch seine fürs Auge verborgene hohe Intelligenz die ihn kreativ denken lässt. Ihn als eigenständiges Individuum fühlen lässt. Und ihn eigene Entscheidungen treffen lassen kann. Mit Vorliebe läuft er auf allen Vieren, beweist aber in Situationen, wie einem Kampfgeschehen, das er sich auch aufrecht stehend, wie ein echter Krieger bewegen kann.
Denn dann zeugt seine Körpergröße von beeindruckenden 2,10 Metern. Wovon jedoch 20 Zentimeter, alleine seine bürstenförmige Mähne beanspruchen. Womit er sich wie ein fleischgewordenen Albtraum, über seine Feinde erhebt. Um sie durch seinen Schatten in Dunkelheit zu hüllen. Sphinx besitzt sehr ausdrucksstarke bernsteinfarbene Katzenaugen. Aus denen man beinahe in seine innere Gefühlswelt blicken kann. So spiegeln sich oftmals klar Zorn, Trauer und Furcht wieder. Sein ganzes bisheriges Leben, verbrachte er in dunklen und schmutzigen Verliese. Wodurch sich sein Fell, welches sich wie bei jedem Raubtier über seinen ganzen Körper erstreckte. Im Laufe der Zeit, durch andauernden Schmutz immer dunkler färbte, bis es sich zu einem tiefen schwarz gewandelt hatte. Um ihm jedoch ein Gefühl für Kleidung zu vermitteln, fertigten die Orks einen Lendenschurz an, der den intimen Teil seiner Hüften bekleidete. Eine Form von Schmuck trug Sphinx zu dieser Zeit nicht, da dies für unnötig befunden und störend wirkte. Seine bürstenförmige Löwenmähne zeugt von Gefahr und soll auf Feinde abschreckend und einschüchternd wirken.
Um seiner Erscheinung noch mehr Ausdruck zu verleihen, verpassten die Orks seines Meisters, ihm vor jeder kriegerischen Handlung, bei der er beiwohnt, dem dunklen Fell des Leoniden eine weiß gestreifte Kriegsbemalung.
Welches seine kraftvolle, körperliche Erscheinung durch den ausgelösten optischen Effekt der Streifen noch bedrohlicher wirken lies. Während die Statur, seines Oberkörpers von unbändiger Kraft zeugte, lies sein Körper ab der Hüfte abwärts, Geschicklichkeit und Schnelligkeit erahnen. Sphinx wurde durch und durch, für den Kampf und das Töten gezüchtet und trainiert. So besitzt Sphinx nicht nur die Möglichkeiten sich mit den künstlich geschmiedeten Waffen im Kampf zu behaupten, sondern besitzt zusätzlich seine eigenen natürlichen Waffen wie Krallen und dolchartige Reißzähnen. Auch auch seine Instinkte und katzenhaften Reflexe sowie die ausgeprägten körperlichen Sinne sind Gaben seines animalischen Naturells.
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Persönlichkeit:
Die auffälligsten Persönlichkeitsmerkmale des dunklen Leoniden Sphinx, war wohl sein hohes Aggressionsvermögen, die damit verbundene viel zu kümmerlich ausgeprägte innere Nervenruhe und bestehende Geduldsvermögen. Er war, wie ein brodelnder Lavakessel der jederzeit überzukochen drohte. Jedoch besaß er, man mag es kaum Glauben Phasen in seinem Leben, wo er gerne mit den Gedanken für sich ist, die Ruhe genießt und verträumt, sowie gedankenversunken ins leere blickend, seiner Vergangenheit und der Zukunft bewusst werden wollte. Obwohl er äußerlich und seines Verhaltens wegen, wie ein sich überheblich aufspielendes, gefühlskaltes Raubein verhält. Hat er doch tief in seinem Inneren einen ganz weichen Kern, den es für den einen oder anderen Charakter der ihn besser kennenlernt zu entdecken und erforschen gibt.
Sphinx wurde von Geburt an wie ein Tier gehalten und unter Folter und Leid, zu einem erbarmungslosen dunklen Schrecken herangezüchtet. Dabei lernte er nie etwas anderes als zu kämpfen und wenn nötig zu töten. Diese Erfahrungen, wenn er als Sieger aus Duellen und Schlachten hervorgeht, brachten sein animalisches Blut so in Wallung, das er dies schon regelrecht, als seelisch befriedigende Leidenschaft empfand. Was möglicherweise auch auf sein genetisches Erbe, dem Blut des Leonidenvolkes zurückzuführen war. Dieses Gefühl gab ihm für wenige Augenblicke das Gefühl von Freiheit, Ehre und Macht. In umgekehrter Form war für ihn der Gedanke des Verlierens gleichzustellen mit der Gefangenschaft und der Folter durch die Peitsche. Sphinx hasste das Gefühl des eingesperrt Seins, mindestens genauso wie das Baden im Wasser. Tief in seinen Gedanken, begann er sich die Frage zu stellen, ob dies wirklich schon sein ganzer Lebensinhalt war. Oder ob es möglicherweise noch mehr gab, wofür es sich zu Kämpfen lohnte? Angefangen sich insgeheim Fragen über das Wieso und Warum zu stellen, begann, als man ihn auf qualvolle Weise von seiner Wargmutter und seinen Geschwistern wegholte und ihn isoliert und alleine in einen Käfig sperrte. Sowie die Frage, warum er ausgepeitscht wurde. Oder warum sich die anderen Völker so strickt, dagegen wehrten, von dem dunklen Volk in eine geordnetere bessere Zukunft geführt zu werden? So wie man es ihm während seiner Kampfausbildung beibrachte. Wer nicht gehorchte und sich ordnungsgemäß unterwarf, musste sterben. Dies war eine der vielen Regeln, die für den Leoniden nachzuvollziehen waren. Diese und viele andere Fragen brachten ihn dazu, seinen finsteren Meister und seine orkischen Wärter zu beobachten und zu belauschen. Und für sich selbst begann er die Worte die sie sprachen, sowie dessen Bedeutung zu imitieren und zu verstehen. Womit er sich im Laufe der Zeit und mit Hilfe seiner angeborenen kreativen Intelligenz, eine gebrochene Form der dunklen Sprachen Lerium und Krz´ner aneignete. Da diese durch ihre teilweise bestehenden Geräuschdialekte, einfacher zu sprechen waren, als die klaren, reinen Worte, der allgemeinen celcianischen Sprache. Die er zwar versteht aber noch nicht sprechen kann. Sphinx bemüht sich, diese neue Fertigkeit vor dem dunklen Volk und ihren Anhängern verborgen zu halten. So hatte er einen äußerst ehrfürchtigen Respekt vor seinem dunkelelfischen Meister Xerxes. Und zugleich einen hasserfüllten Bezug zu seinen ständig folternden orkischen Wärtern, Snarf und Orok. Sphinx träumte sich in seinem Geiste, schon die Momente zusammen, in denen er sich die beiden Orks vornehmen und für ihre jahrelangen Taten bestrafen würde. Denn Rache war ein Gericht das man am besten heiß servierte.

Stärken:
Zu diesen gehörte in erster Linie die Fähigkeit, sich sowohl im Waffenlosenkampf( überdurchschnittlich ). Sowie im Kampf mit zwei Äxten( durchschnittlich) behaupten zu können.
Dazu lies alleine seine Erscheinung, viele Wesen vor Angst erzittern. Sphinx bewies in stillen Momenten, eine besondere Begabung für kreatives Denken und Improvisieren. Was ihm angesichts, seiner animalischen Erscheinung, intelligent und in gewisser Weise menschlich wirken lies.

Schwächen:
Da Sphinx noch zu einem recht jungen Exemplar seiner Rasse gehörte, neigte er aufgrund seiner Ausbildung und seiner körperlichen Fertigkeiten zu einen Form von Überheblichkeit. Da es bisher noch keinen Gegner gab, der ihm gewachsen war, hielt er sich selbst für unbesiegbar und mächtig. Was sich jedoch unter gewissen Umständen, als eine gravierende Schwäche herausstellen könnte.
Neben seiner natürlichen Abneigung gegen Wasser, fehlte ihm die Fertigkeit, sich anderen Wesen gegenüber in einer sprachlichen Form auszudrücken. Andere Lebewesen und deren Eigenschaft Gefühle zu empfinden, waren ihm unbekannt und konnten nur schwer nachvollzogen werden. Was den Umgang mit ihm, enorm schwierig darstellte.

Lebensgeschichte:
Einst … vor noch nicht allzu langer Zeit.
Ward ein Säugling geboren, der sogleich durch die Hand seiner eigenen Mutter, in den tiefen Schoß der Dunkelheit selbst gestoßen wurde. Gezeugt, empfangen und ausgetragen, von jener Frau die ihn hätte beschützen und lieben sollen, wurde es verstoßen und verkauft.

Die Erzählung von Liebe, Begehren, Selbstsucht und Verkauf.

Die Geschichte begann, als eine äußerst attraktive leonidische Schankmaid namens Ria. Sie stach besonders durch ihren langen, goldblondgeflochtenen Zopf welcher sich über ihre schmale linke Schulter, sowie dem Oberkörper, bis hin zu den Hüften erstreckte. Ebenso mit ihrem ebenmäßig zarten Antlitz, mit den großen bernsteinfarbenen Augen, welches großteils menschliche Züge trug und ihrer sportlich schlanken Figur.
Es geschah zur Zeit der dunklen Tage, als Ria nicht´s ahnend ihren Pflichten im brüllenden Löwen nachging und dort beim Anblick eines besonders stattlichen Männchen namens Roa ihr Herz verlor. Dieser kam täglich nach der Kampfausbildung mit seinen Mitstreitern in die Schänke, um sich die Kehle mit köstlich gebrautem Gerstensaft zu befeuchten. Und den gefolterten Muskeln, welche beeindruckende Ausmaße vorwiesen, eine wohlverdiente Erholung zu gönnen. Sobald er auftauchte und sie ihn erblickte, schlug das Herz in ihrer Brust stärker und schneller denn je. Ließ sie kaum noch einen klaren Gedanken fassen und ihren Körper vor Erregung und Vorfreude ihm nahe sein zu dürfen erzittern. Dies führte sogar so weit, das sie aus heiterem Himmel, die Kontrolle über ihre sonst so geschmeidigen Bewegungen verlor und sich plötzlich unaufmerksam und tollpatschig verhielt. Woraufhin das geschah, vor dem sie sich am meisten fürchtete. Ausgerechnet beim bedienen jenes Männchens, das sie so sehr begehrte, stolpert sie ungeschickt über ihre eigenen Füße und stürzte ihm, mit samt des köstlichen Gerstensaftes entgegen. Dabei landete sie ungewollt, jedoch zielgerichtet mit ihrem hübschen Gesicht in seinem Schoß. Der Gerstensaft verteilte sich auf die Krieger in unmittelbarer Nähe, während die Krüge am Fußboden zerschellten. Doch statt Aggression und Wut über dieses Missgeschick breitete sich ein amüsiertes Gelächter unter den anwesenden Kriegern in der Schenke aus, welches für außenstehende Leoniden, dem Namen des Wirtshauses alle Ehre machte. Durch diesen unvorhergesehenen Vorfall überrascht, erblickte der junge Krieger, zum ersten Mal die bezaubernden Seelenspiegel jener Schankmaid, welche ihm mit geröteten Wangen, peinlich berührt entgegenblickte. Dieser verlor sich sogleich mit fasziniertem Blick in dem hübschen Mal der jungen Leonidin.
“Hallo!” War in diesem Moment alles, was er herausbrachte.
Erst einige Augenblicke nach dem unvorhergesehenen Vorfall zeichnete sich auch in seinen markanten Gesichtszügen, ein amüsiertes Lächeln ab. Ria war diese ganze Situation jedoch furchtbar peinlich, sodass sie sich mit gedemütigtem Blick und Tränen gefüllten Augen erhob und bitterlich weinend aus der Schenke hinausstürmte. Seit diesem, für sie peinlichstem Ereignisses, ihres noch jungen Lebens, traute sie sich nicht mehr ihren Pflichten im brüllenden Löwen nach zu kommen. In der Befürchtung, jenem stolzen Krieger wieder unter die Augen treten zu müssen, vor dem sie sich so blamiert hatte. Immer wieder beschäftigte ihr aufgewühltes Inneres nur eine Frage! Was wird er jetzt wohl von mir denken! Dieser Gedanke traf sie so hart und wühlte sie so sehr auf, dass sie nach und nach in ihrem stillen Kämmerlein, verzehrt durch die Gefühle, welche sie für den Leoniden hegte, ihren eigenen wirren Gedanken und Empfindungen verfiel. Sie schleuderte Gegenstände durch ihr Zimmer und schrie ihren Schmerz mit perlend glänzenden Augen hinaus. Sie beschloss, während sich immer mehr der Irrsinn in ihren bernsteinfarbenen Augen widerspiegelte, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die vergangenen Ereignisse ungeschehen zu machen und sein Herz zu erobern. Dabei war ihr in diesem Zustand jedes Mittel recht. Sie erinnerte sich daran, vor nicht all zu langer Zeit, eine Gruppe leonidischer Späher bewirtet zu haben, die von einem gefährlichen, dunklen Ort namens Morgeria sprachen. Dessen Unterhaltung sie eher unfreiwillig, jedoch mit großem Interesse belauschte. Sie sprachen unter anderem von trügerisch wirkenden dunklen Gestalten, die in letzter Zeit immer mehr von dort mit Handelskarren hinein und wieder hinauskamen. Dieser Ort wurde von den Spähern als überaus gefährlich eingestuft. Auch eine kurze Andeutung über den Lagepunkt viel in deren Gespräch. Sie solle sich hinter den Mashmoorsümpfen und dem dahinter liegenden Drachengebirge befinden hieß es. Manchmal war es vielleicht sogar von Vorteil in einer Schenke mit betrunkenen Soldaten ein offenes Ohr zuhaben, dachte sich Ria und spann sich einen durchaus waghalsigen Plan in ihrem Köpfchen zurecht. Doch so einfach würde es ihr alleine nicht gelingen dort hinzugelangen. Da sie jemanden brauchte, der sich zumindest ein wenig in der Welt außerhalb der verborgenen Stadt zurecht fand. Sie benötigte Hilfe, von jemanden der ihr uneingeschränktes Vertrauen genoss. Jemanden auf den sie sich blind verlassen und der ihr im Ernstfall zur Seite stand, musste sie begleiten. Da fiel ihr sogleich der Name jener ein auf die in der Vergangenheit all diese Eigenschaften zutrafen. Frala! … die beste Freundin und Seelenverwandte, die Ria seit Kindheitsbeinen an kannte. Diese hatte sich im Laufe ihres noch jungen Lebens schnell zu einer der besten Jägerinnen ihrer Sippe gemausert und stand Ria in bisher jeder Lebenslage helfend zur Seite. Sogar wenn Rias Ideen nicht immer von Verstand und Logik dominiert wurden wie in diesem Falle auch, blieb Frala uneingeschränkt und vertrauensvoll an ihrer Seite. Sogleich begann Ria ihr Antlitz unter einem dunkelbraunen Kapuzenmantel zu verbergen. Sie schlich sich unentdeckt mit einer kleinen Tasche voller Münzen, Schmuck und Proviant zur Versorgung zu jener Stelle, an der Frala lebte. Nachdem die Jägerin Ria an der nächtlichen Tür empfing und sich ihre Reisepläne angehört hatte, packte Frala in gutem Gewissen, da sich diskutieren mit Ria nicht lohnte. Ihren Dolch und Jagdbogen im Gepäck habend, machte sich mit der jungen Schankmaid heimlich auf die lange Reise.
Ihr Ziel lag klar vor ihren Augen, die dunkle Stadt Morgeria. Aufenthaltsort der skrupellosesten und finstersten Händler und Gestalten die es auf dem Kontinent Celcia zu finden gab. Um dort hinzugelangen, mussten Frala und Ria eine mehrtägige beschwerliche Reise, durch die schier endlose Weite der stillen Ebene auf sich nehmen. Die Reise war beschwerlich und voller Hindernisse. Sie suchten sich einen Weg durch den unheimlichen Sumpf Mashmoor, überwanden das östliche Drachengebirge und brachten die tote Ebene unbeschadet hinter sich. In der wimmelte es von frei herumlaufenden Riesenwölfen, den so genannten Wargen. So mussten die liebeshungrige Schankmaid und die Jägerin immer öfter besonders vorsichtig, schleichend und Umwege in Kauf nehmend die unterschiedlichen Passagen ihres Weges überwinden. Doch der Gedanke an ihre große Liebe und ihr Wunsch nach seiner Nähe zu ihr, trieben sie und die Jägerin unaufhörlich weiter voran. Ria wusste aus den Erzählungen der Späher, wie gefährlich dieser Ort war, doch lies sie es nicht zu, das sich ihr irgendetwas in den Weg stellte. Sie war eine Leonidin. Stolz und Tapferkeit lagen ihr und Frala im Blut. Wer es wagen würde seine falschen Spielchen mit ihnen zu treiben, den würde sie gnadenlos umbringen, so schwor sie sich geblendet durch den Wahnsinn der ihr innewohnte. Endlich war es vollbracht ... oder doch nicht? Eine im wahrsten Sinne des Wortes letzte große Hürde hinderte die beiden Leonidinnen am Weiterkommen.
“Davon haben die Späher aber nicht´s erzählt!“, flüsterte Ria der Jägerin Frala zu.
“Na toll und jetzt!?”, erwiderte Frala sichtlich genervt.
Ein riesiger Ork bewachte ein gigantisches Tor, welches als Pforte in die Stadt Morgeria führte. Wie sollten die beiden Freundinnen nur ohne großes Aufsehen dort hineingelangen?
Ria begann zu grübeln und schaute sich in der Umgebung um.
Als sie wie von höheren Mächten gesandt, einen von einem Warg gezogenen Handelskarren erblickte, der sich direkt auf das große Hinderniss zubewegte.
“Das ist unsere Eintrittskarte Frala!”, flüstere die Schankmaid ihrer Freundin hinzu und begab sich sogleich vorsichtig schleichend zu dem Gefährt. Frala folgte ihr, beobachtete und lauschte wie sie es gelernt hatte nach allem, was ungewöhnlich zu sein schien. Immer darauf bedacht, vorsicht walten zu lassen. Was in Fralas Augen schon waghalsig und verrückt wirkte, gelang. Unentdeckt näherten sie sich dem Handelstransporter und versteckten sich unentdeckt, unter einer darin befindlichen Decke, zwischen die angelieferten Waren. Während der Dunkelelf damit beschäftigt war, den Wächterork um Einlass zu bitten, harrten die beiden Frauen still und regungslos aus, bis sie in die Stadt Morgeria einfuhren.
“Du bist absolut verrückt Ria! Ich frag mich echt, was in deinem Kopf immer vor sich geht und warum ich mich ständig auf deine Pläne einlasse?”, lies Frala ihre Freundin belehrend Wissen.
“Weil du willst, dass ich glücklich bin!", antwortete Ria daraufhin kurz und knapp.
Die Jägerin seufzte frustriert, erkannte jedoch zu ihrem Unglück die Wahrheit in Rias Worten.
Als sie daraufhin die letzte Hürde am Stadttor hinter sich brachten und die dunkle Metropole erreichten, warteten sie bis der Handelskarren stoppte, um diesen genauso heimlich zu verlassen, wie sie ihn betreten hatten. Woraufhin sie, über den Marktplatz schlenderten, wo sich das korrupteste Händlergesindel versammelte, welches Celcia je gesehen hatte. Diebe, Glücksspieler, Betrüger, Mörder und noch vieles mehr lauerten hinter jeder Ecke und in jeder Gasse. Ria und Frala mussten sehr vorsichtig sein, wenn sie hier unbeschadet wieder herauskommen wollten. Ria lies ihre Blicke über viele Marktstände schweifen, in der Hoffnung etwas zu finden was ihr helfen könnte, die Gefühle Roas für sie zu wecken. Doch alles, was ihr unter die Augen kam, war unnützer Ramsch und Trödel. Nicht´s was sie hätte gebrauchen könnte. Als sie plötzlich einen seltsamen Laut mit ihrem feinen Gehör vernahm.
“Psst!”, woher kam nur dieser Laut? Aufmerksam suchten die Augen und Ohren Rias und Fralas die Quelle des Geräusches. Da war es wieder!
“Psst!" ... Hey Ihr zwei! ... Ihr seht so aus, als wärt ihr auf der Suche nach etwas bestimmten ... nicht wahr!?”
Ria fand schnell den Ursprung der in ihren Ohren krächzend klingenden, schleimigen Stimme. Ein, in alten Lumpen gehüllter Händler hielt sie mit seinen Blicken gefangen und rief sie heranlockend, durch eine Bewegung seines dürren Zeigefingers zu sich. Sogleich trat die Leonidin an jene heran, der mit krächzender Stimme zu ihr sprach.
“Ich habe euch beobachtet Fremde! Egal was Ihr sucht, ich kann es beschaffen. Sag mir nur was dein Herz begehrt.”
“Die unsterbliche Liebe eines Kriegers meiner Lande alter Mann!”, antwortete sie mit leiser doch hoffnungsvoll lieblicher Stimme.
“Ahhh!" ... Du suchst also etwas, das dir hilft jenen den du begehrst, für dich zu gewinnen!”
“So ist es!”
“Dann habe ich genau das Richtige für dich, warte einen Moment!”, lies der alte schmierige Händler sie wissen, welcher sich nach und nach unter seiner Kleidung als Ork entpuppte. Er begann sogleich in seiner abgenutzten Ledertasche und unter seinem angebotenen Warensortiment zu wühlen.
Ria bat ihre Begleiterin Frala währenddessen sie für einen kurzen Moment alleine zu lassen. Welcher Forderung die Jägerin nur widerwillig nachkam und sich bis auf Sichtweite von Ria und dem Händler entfernte.
Kurz darauf holte dieser eine Phiole, mit einer pinkfarbenen Flüssigkeit hervor, welche einen seltsamen, fast schon betörenden Duftstoff erzeugte, der sich wie ein feiner Nebel unter dem Verschluss sammelte und zirkulierte.
“Hier ist es Fremde”
“Was ist das?" fragte Ria.
Der Händler schmunzelte amüsiert über die unwissenden Worte der Leonidin.
“Das mein Kind ist mit Abstand die machtvollste Essenz, die es zu erwerben gibt. Ein Zauberelixier, das in jedem der davon kostet, unsterbliche Gefühle und Begierden weckt. Glaub mir ... damit wird dir jeder Mann zu Füßen liegen, ja sogar für dich Sterben nur um dich zu besitzen.”
Rias funkelnde, bernsteinfarbene Augen weiteten sich, als sie von der Macht der Essenz in der Phiole erfuhr.
“Wie viel kostet das Fläschchen?”, wollte Ria wissen und begann bereits eifrig in ihrer Tasche nach ihrem Erspartem und dem kostbarem Schmuck zu wühlen.
“100 Drachmen!”
Als Ria die Summe für das Fläschchen vernahm, schwand jede Freude, jede Hoffnung in ihren Augen und Enttäuschung machte sich sichtbar in ihrem hübschen Antlitz breit.
“100 Drachmen!”, wiederholte sie.
“Soviel besitze ich leider nicht!”
Sie seufzte betrübt über ihre Situation auf, löste damit jedoch einen vom Händler vorgespielten Funken Mitgefühl aus. Sie war gerade dabei sich von dem kleinen hageren Orkhändler abzuwenden, als dieser sie ein letztes Mal ansprach.
“Ich sehe die Enttäuschung in deinem Gesicht Kind und kann es kaum ertragen, dich so zu sehen. Darum schlage ich dir ein Geschäft vor, hast du Interesse?”
Ria wandte sich interessiert wieder zu der alten grünhäutigen Gestalt um.
“Was für ein Geschäft?”
Der Händler schenkte der in seinen Augen unglücklichen, jedoch mit fachkundigem Blick identifizierten Leonidin ein warmes, wenn auch schlecht gepflegtes Lächeln.
“Ich werde dir das Fläschchen schenken, dafür verlange ich lediglich eins von dir!”
Misstrauisch blickte Ria den Alten an.
“Was verlangt ihr?”
“Ein Spross deines Leibes ... ein Symbol deiner Liebe!”
“Mein Erstgeborenes!”, wieder holte Ria ungläubig.
“Ja! ... bring es mir, sobald es das Licht der Welt erblickt. Ich weiß, es ist ein großes Opfer! Welches dir jedoch Wert sein sollte, wenn du ein Leben voller Liebe, Glück und Anerkennung anstreben möchtest. Ist das nicht ein kleines Opfer deiner selbst wert?”
Ria überlegte einige Augenblicke. Sie soll ihr noch ungeborenes Kind, dieser Gestalt versprechen!?!
War es das wirklich wert?
Sie dachte an jenen Leoniden, nach dem sich ihr Herz, ja ihr gesamtes innerstes so sehr verzehrte. Welches Leid sie durchmachen musste, als sie sich vor ihm und seinen Artgenossen blamierte.
Ein Spross meines Leibes, eine Frucht jener Lenden, die ich so sehr begehre!
Nach längerem hin und her überlegen, teilte Ria dem Alten ihre Entscheidung mit.
“Einverstanden! ... Mein Erstgeborenes also für dein Elixier.”
“Eine kleine Opfergabe ... für lebenslanges Glück!”, fügte der Händler philosophisch hinzu. Der Ork griff erneut in seine Tasche und holte ein vorgefertigtes Schriftstück sowie eine scharfe Klinge hervor. Auf denen die Bedingungen des Handels niedergeschrieben standen und nur noch unterzeichnet werden mussten. Dies musste Ria jedoch mit ihrem eigenen Blut tun. Somit ergriff sie die Klinge und ritzte sich leicht in den Zeigefinger, mit dem sie ihr Geschäft rechtskräftig besiegelte.
Dann übergab der Händler der Leonidin die Phiole und wünschte ihr für die Zukunft Glück und Gesundheit.
Endlich wird alles gut, bald gehörst du mir mein schöner Krieger! Erfreute sich Ria gedanklich und machte sich eilig und freudestrahlend auf den langen Heimweg.
Der alte orkische Händler beobachtete noch für wenige Augenblicke ihr verschwinden, bevor sich ein Furcht einflößend, trügerischer Blick und ein hinterhältiges Grinsen auf sein Antlitz stahl.
Als Ria und Frala nach einigen Mondzyklen wieder nach Lenonia zurückkehrte, begann die Schankmaid sogleich ihren lang ersehnten Plan in die Tat umzusetzen. Denn als Schankmaid war es ihr ein leichtes, das erworbene Fläschchen mit der geheimnisvollen Essenz unter das Getränk ihres Angebeteten zu mischen. Dieses Mal hatte sie sogar Glück, denn jener leonidsche Krieger saß an diesem Nachmittag allein an seinem Tisch. Ria machte ihm wie sonst auch sein Gebräu in einem großen Krug zurecht, gab die Flüssigkeit hinein und brachte es ihm. Schon kurz darauf nahm Roa einen großen Schluck und verlor sich Augenblicke später in dem Antlitz der jungen Schankmaid, die ihm erwartungsvoll lächelnd am Tisch gegenübersaß. Der lang ersehnte Erfolg stellte sich ein und bescherte Ria von diesem Tage an ein Leben voller sinnlicher Freuden und Genüsse. Doch zu welchem furchtbaren Preis, sollte ihr erst zu einem späteren Zeitpunkt bewusst werden!
Denn was die Leonidin nicht wusste war, dass sie mit dem Geschäft was sie abgeschlossen hatte, nicht nur ihr Kind sondern auch ein Stück ihrer reinen Seele her gegeben hatte.

Das Erwachen der Sphinx

Ein Jahr war inzwischen vergangen und die Zeit des Erwachens hatte ihren natürlichen Zauber über Celcia entfaltet. Zu dieser Zeit hatte sich das glückliche Leonidenpärrchen vieler prickelnder Momente zu zweit hingegeben und die Nähe des anderen genossen. Aus ihrer Liebe keimte ein Spross der sich in Rias Bauch entwickelte und letztlich, das Glück des Pärchens zu vervollständigen schien. Währen da nicht wieder diese Gedanken und Befürchtungen gewesen, die gemeinsam mit dem ungeborenen Kind in ihrem Leib heranwuchsen. Trauer und ein schlechtes Gewissen legten sich wie ein dunkler Schleier über das Antlitz der Leonidin. Sie wollte ihren noch ungeborenen Schatz nicht hergeben.
An jenem verregneten Tag war es endlich so weit. Ria gebar ihr Kind unter der Obhut und fürsorglichen Pflege der anderen Löwinnen ihres Heimatortes. Es war ein gesunder strammer Knabe, der an diesem Tage das Licht der Welt erblickte und zugleich ein großartiges Exemplar seiner Rasse darstellte. Äußerlich wirkte dieses noch hilflose Geschöpf wie eine reingeborene Raubkatze. Nur für ein geschultes Auge sichtbar, erkannte man auch die humanoiden Merkmale in ihm. Doch lange Zeit hatte Ria nicht, sich an ihrem neugeborenen Sohn zu erfreuen. Denn schon kurz nach dessen Geburt musste sie ihren Teil des Vertrages, mit sowohl schwerem Herzens als auch schmerzvollen Trennungsängsten erfüllen. Denn eine Weisheit die ihr seit jeher überliefert wurde, das man seine Versprechen steht´s einhalten sollte. Denn dies war eine Sache, die ihr Volk von den anderen Völkern unterschied. Heimlich und ohne Absprache mit einem Mitglied ihrer Sippe, ja nicht einmal mit ihrer engsten anvertrauten Leidensgenossin Frala, verschwand sie mit ihrem Neugeborenem aus der Stadt. Sie hatte sich bereits darauf eingestellt in ihrer schlechten Verfassung die lange Reise nach Morgeria erneut und diesmal alleine im strömenden Regen anzutreten, als ihr des Nachts, kurz nach ihrem Verschwinden aus der verborgenen Stadt Lenonia, eine Händlerkutsche mit Warggespann entgegen kam und sie einsammelte. Verwundert und überrascht sah sie dem Führer des Fahrzeugs ins Antlitz. Dann als hätte es diese vorausgesehen, machte sich der hager wirkende Ork auf dem Weg. Sichtlich überrascht über sein plötzliches Erscheinen in der stillen Ebene, unterhielten sie sich.
“Ihr hier!? ... woher wusstet ihr?”
“Das tut nicht´s zur Sache mein Kind ... Ich bin hier um zu holen, was mir zusteht!”
Sein Blick schweifte auf das wohlbehütete Bündel in den armen Rias. Sein langer knochiger Finger reckte sich langsam dem Neugeborenen entgegen.
“Dein Kind! ... Gib es mir wie vereinbart und dann kehre in dein glückliches Leben zurück. Wenn jemand fragt?, du kennst mich nicht ...Hast mich niemals gesehen!”, beschwor er sie.
“Können wir nicht eine andere Bezahlung aushandeln? ... Ich möchte mein Kind nicht verlieren."
“Nein! ... Dein Kind ... so war es vereinbahrt. Du hast mit deinem Blut unterzeichnet!”
Sogleich, als hätte er die Widerspenstigkeit der Leonidin erahnt, zog er das Schriftstück hervor und hielt es Ria vor die Augen.
Sie lass die Zeilen und erblickte ihre Unterschrift.
Schweren Herzens blickte sie ihrem neugeborenen Sohn ins unschuldige Gesicht, streichelte seine Wange und hauchte ihm ihre letzten Worte entgegen. Ehe sie ihr Kind dem Händler mit Tränen schimmernden Augen übergab.
“Ich werde dich nie vergessen ... Sphinx!”
Das Bündel begann aufgeregt zu schreien, als hätte es die Worte seiner Mutter und dessen Bedeutung verstanden.
Sofort darauf stieg die Leonidin aus dem Gefährt des Orks und schaute ihm so lange hinterher, bis er unter dem Nachthimmel der Stillen Ebene immer kleiner werdend, verschwand. Was sich darauf folgend in der Stadt Lenonia und unter dem Leonidenpaar Roa und Ria abspielte, würde wohl für immer im Verborgenem bleiben.

Denn wo eine Geschichte endet, nimmt eine anderen ihren Anfang.

Die Reise des orkischen Händlers nach Morgeria verlief schnell und ohne große Komplikationen, da dieser sich in seinem Lande auskannte und die kürzesten und sichersten Strecken kannte. Gut organisiert legte er lediglich mehrere kurze Rastperioden ein, um das Neugeborene, welches er erworben hatte, mit Milch seiner eigens gezüchteten Warge zu nähren, es ab und an trocken zu legen und dann seine Reise fort zusetzten. Nach wenigen Tagen erreichte er Morgeria und durchquerte mit seinem Handelsgefährt mehrere schmale Gassen und dunkle Stadtstraßen. Wo er letztendlich, in tiefster Dunkelheit von zwei finsteren Gestalten, auf dem Hof eines prächtigen adligen Anwesens erwartet wurde. Der Warg, sowie das Handelsgefährt das er zog, wurden sogleich von kleinen schmächtigen Orks entgegen genommen und an die zugewiesenen Plätze gebracht. Der Ork, welches das neugeborene Leonidenbaby bei sich trug, sprang kurz davor vom Kutschbock und näherte sich den beiden Gestalten, welche sich als großgewachsener, in edler Tracht gekleidete Dunkelelfen präsentierte. Dieser wirkte augenscheinlich, wie die meisten adligen Dunkelelfen und stach besonders durch seine sportlich schlanke Figur und den schneeweißen hüftlangen Haaren hervor. Die trug er stets offen und lediglich mit zwei markanten fein geflochtenen Haarsträhnen auf jeder Seite, in Höhe der spitzen Ohren. Zu seiner linken, stand ein großer, kräftiger, typisch aussehender, kriegerischer Ork, dessen oberkörperzierendes Ledergeschirr, sowie den antik wirkenden Lendenschurz die barbarische Herkunft sowie den niederen Rang eines Dieners widerspiegelte.
Sofort drang die fein wirkende ruhige Stimme des Dunkelelfen, sich begrüßend erkundigend an das Ohr des hager wirkenden kleinen Orks.
“Da bist du ja Snarf! ... und ich sehe du hast mitgebracht, worauf ich gewartet habe!”
“Ja mein Meister ... hier ist das Kind, wonach ihr verlangt habt!”, antwortete der Ork mit untertäniger Stimme.
Dieser streckte die dürren Arme hervor und präsentierte dem Dunkelelfen das leonidsche Bündel. Dieser nahm es behutsam und unter prüfenden Blicken an sich. Dabei schaute er ihm gedankenverloren, in die reinen, unschuldigen Katzenaugen und durchlebte nochmals in seinem Geiste, wie er zu diesem besonderen Geschenk gekommen war. Denn es schien ein Zeichen seines Gottes Faldor gewesen zu sein, das ihm eines Abends beim Studieren seiner alten Schriften, auf den niedergeschriebenen Mythos der Tiermenschen, kam, mit besonderem Augenmerk auf das kriegerische Leonidenvolk. Welches durch seine animalisch wilde, katzenhafte Genetik, das Potenzial erhielt, neben dem Volke der Amazonen und Mantroner zu den größten Kriegern und Jägern Celcias zu gehören. Allein schon die ausgeglichene Mischung aus Kraft, Gewandtheit und Schnelligkeit, beeindruckten Xerxes und ließen seine dunklen Augen glänzen. Seit diesem Tage konnte er an nichts anderes mehr denken, als einmal selbst in den Besitz eines solchen Wesens zu gelangen. So schickte er immer wieder seine untertänigen Orkspäher aus, um den Ursprungsort dieser Kreaturen ausfindig zu machen. Lange Zeit kamen diese jedoch mit negativen Ergebnissen zu ihrem Meister zurück. Als Snarf ihm eines Abends berichtete, das ihm auf Mogerias Marktplatz, zwei weibliche Leonidinnen aufgefallen waren. Es gelang ihm, mit einer geschickt ausgespielten List, eine Phiole mit gewöhnlichem Himbeerkonzentrat als Liebestrank, welches sie begehrte, aufzuschwatzen. Und es ihr als Tauschgeschäft für ihr erstgeborenes untergejubelt hatte. Diese Nachricht und die Überraschung, dass nicht alle seine Orks dämliche Kreaturen waren, ließen in seinem Antlitz, ein hinterhältiges Lächeln entstehen. Jetzt musste er sich nur noch gedulden und abwarten. Die Leonidin ließ er durch den Spähzauber eines dunkelelfischen Magiers, den er für seine Dienste Bezahlte heimlich beobachten. Und vergewisserte sich dadurch stets vom Wohlergehen der Leonidin. Wodurch er im Stande war, rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein wenn das Kind das Licht der Welt erblickte. Als er daraufhin wieder aus seiner Gedankenwelt ins Hier und Jetzt zurückkehrte, übergab er dem, ihm zur linken stehenden orkischen Krieger, das Bündel.
Dieser schaute seinen Meister verwundert an und sprach mit tiefer grausiger Stimme.
“Was soll ich damit Meister?”
Der Dunkelelf, welcher den Namen Xerxes, trug strafte diesen sogleich mit seinen Blicken.
“Du ... werter Gorok, wirst dich gemeinsam mit Snarf um den Leoniden kümmern. Ihr werdet es füttern und aufziehen, trainieren und belehren, bis er bereit für die Prüfungen und sein Schicksal ist!”
Wie sollen wir ihn Füttern Meister? ... es hat keine Zähne! ... es kann kein Fleisch zerreißen!" ”.
Xerxes legte jeweils einen Zeigefinger jeder Hand, an die Schläfen und massierte diese, um nicht die Kontrolle über seine Nerven zu verlieren.
Dann betrachtete er die beiden untertänigen Diener.
“Manchmal seid ihr Orks so sagenhaft dämlich, das ich euch am liebsten tagelang foltern lassen würde. Denk doch mal nach, du riesige dumme Schweineschnauze. Was nimmt ein Säugling zu sich?”
“Ähh ... Milch?”
“So ist es!”
Sein Blick fiel wieder auf den kleineren Ork namens Snarf.
“ Hey Snarf ... Du hast doch nach meinem Wissen das Kind mit Wargmilch auf deiner Reise versorgt nicht wahr?”
"Ja Herr!”
"Woher stammte diese?”
“Diese stammte von einer meiner Wargweibchen, die neuerlich ein paar Junge geworfen hat Herr.”
“Wunderbar! ... Du und Orok sorgt dafür, dass das Weibchen den Knaben annimmt und versorgt. Wenn es stark genug ist, teile ich euch das weitere Vorgehen mit. Ich werde ab und zu bei euch vorbeischauen und ein Auge auf die Ergebnisse unserer neuen Kreation werfen. Habt ihr alles verstanden?”
“Ja Herr!”, antworteten beide Diener synchron.”
“Fantastisch! ... Dann dürft ihr jetzt gehen.”
Mit diesen Worten verließen Snarf und Gorok, gemeinsam mit dem Leonidenbaby, ihren Meister und verschwanden in den tiefen Kellergewölben des Anwesens.
Dort war es finster und lediglich durch Fackeln beleuchtet. Als eine Mischung aus Kerker und Werkstätte, für allerhand Rüstungen und Waffen, währe dieser Ort wohl am besten zu beschreiben gewesen. Dort unten, wo kaum ein frisches Lüftchen wehte und wie im Harax stank, befand sich in einem verstärkten Käfig, das Wargweibchen mit ihren Jungen. Diese wirkte bereits sehr alt und hatte rein äußerlich ihre besten Tage bereits hinter sich. Der monströse Kopf des Wargweibchens war mit Narben übersät und das Alter, schien ihre Augen sichtlich getrübt zu haben. So das diese sich im Laufe der Zeit, mehr auf ihre anderen Sinne wie das Riechen und Hören beschränken musste. Die beiden Orks standen vor dem verschlossenen Käfig und haderten einen Moment mit ihrer Entscheidung.
So ließ es sich Orok nicht nehmen, seinem kleineren Partner Snarf, seine Bedenken mitzuteilen.
“Glaubst du, es ist eine gut Entscheidung von unserem Meister?”
“Was meinst du Gorok?”
“Naja, was ist wenn das Wargweibchen das Baby verspeist?”
“Hmm ... das ist allerdings ein Problem! ... Warte lass mich nach denken!”
Snarf grübelte angestrengt und richtete aufmerksam begutachtend seinen Blick auf das Wargweibchen.
“Ich denke, ich habe die Lösung!”
Snarf ergriff den silbernen Käfigschlüssel und öffnete die Tür, ging vorsichtig hinein und griff sich eines der Welpen, woraufhin das Wargweibchen gereizt reagierte und nach Snarf schnappte. Orok, der das Leonidenkind auf dem nahegelegenen Tisch abgelegt hatte, sprang sofort dazwischen und strafte das Weibchen mit einem Klammergriff um den Kopf und zwei kräftigen Schlägen mit der Faust. Diese sackte daraufhin benommen in sich zusammen, dann verließen die beiden Orks mit dem Welpen den Käfig und verschlossen die Tür hinter sich.
“Was hast du vor Snarf?”
“Geduld Orok! ... Sieh zu und lerne!”

Snarf ging mit dem Welpen an einen der Tische, an dem die Orks für gewöhnlich fraßen, griff sich eines der dort befindlichen Messer und verkündete:
“Nur ein kleines Opfer, für einen großen Zweck!”
Dann versenkte er die Spitze des Messers sogleich in dem Leib des Welpen. Dieser jaulte kurz schmerzerfüllt auf, bevor der Ork ihn einmal längs am Bauch aufschlitzte.
“Bring mir das Baby Orok!”
Der riesige Ork tat wie ihm befohlen und brachte den Säugling an die Richtstätte des Todes. Häutete das tote Tier, reinigte das Fell vom Blut des Welpen und band es mit etwas Schnurr schützend um den Leib des Säuglings.
“Ahh, ich verstehe Snarf So nimmt das Baby den Geruch der Welpen an und wird nicht gefressen ... raffiniert" grunzte er.
“Ich weiss! ... Lass uns herausfinden, ob es funktioniert.”
Wieder gingen die beiden zu dem Käfig, öffneten die Tür und legten das in Fell und Unrat gewälzte Leonidenbaby hinein. In Folge dessen sich das Wargweibchen zu diesem begab und anfing das neue Ding in ihrem Käfig begutachtend zu beschnüffeln. Es vergingen einige Augenblicke des Bangens der beiden Orks. Doch ihr Plan ging auf. Das Weibchen erkannte das Leonidenbaby als ihr eigenes an und trug es vorsichtig in ihrem Maul zu den anderen Welpen, wo es gemeinsam mit seinen neuen Geschwistern begann, sich an den Zitzen des Weibchens zu nähren. Die Orks erfreuten sich ihres genialen Planes und überließen nun, für die ersten drei Jahre, dem Weibchen die Aufzucht ihres Findelkindes.
In diesen drei Jahren entwickelte sich der Säugling zu einem immer größer werdenden Knaben. Seine Statur wurde kräftiger und er erlernte auf natürliche Weise, durch seine Geschwister, was es hieß ein Warg zu sein. Dabei lernte er in seinen ersten Lebensjahren, was Rangordnung bedeutet, Unterwürfigkeit und wie man sich auf gnadenlose Weise sein Futter sicherte. Denn in der Tierwelt gab es nur wenige Gesetze und die lauteten, kämpfe oder stirb, fresse oder werde gefressen. Alle paar Monate betrat Xerxes die Kellergewölbe um nach der Entwicklung des Leoniden zu schauen. Als er diesen begutachtete und zugleich interessiert studierte, befand er ihn dafür bereit, den nächsten Schritt zu gehen.

Lehren und Formen von Körper und Geist.

Xerxes wies Orok und Snarf nach seiner letzten Begutachtung des Leoniden, diesen von seiner Mutter und dem Rudel zu isolieren, um ihn nun für sein weiteres Vorhaben vorzubereiten. Denn es war die Zeit gekommen, den Körper des Knaben durch harte Arbeit zu formen und zu stählen, was oftmals mit körperlichen Schmerzen, Blut, Wasser und Erschöpfungszuständen des Leoniden verbunden war. Dabei sorgten die Orks unter der Anleitung durch Xerxes jahrelange Aufzeichnungen dafür, das der Leonide zur Steigerung des Muskelaufbaus und der Kondition, eine gesunde und reichhaltig gemischte Ernährung aus Fleisch, Milch, Eiweiß und Brot verabreicht bekam. Damit der adlige Dunkelelf und seine Diener im Laufe der körperlichen Entwicklungzeit ihrer Schöpfung, nicht die Kontrolle über sein animalisches Temperament und dessen immer wieder aufkeimenden Willen nach Rebellion gegen seine Arbeit und die damit verbundenen Zustände verloren, musste er hin und wieder, durch die Peitschen schwingende Hand Oroks gezüchtigt, gebrochen und kontrollierbar gemacht werden. Nur, um dessen Körper und Geist unter qualvoller Folter zur absoluten Vollendung zu führen. Dies war unumgänglich und gehörte in Morgeria zur Form der Erziehung. Die Narben die bei seiner Erziehung sowie in folgenden Kämpfen entstanden und seinen Leib zierten, wurden durch das übrige, drumherum wachsende Fell fast vollkommen überdeckt.
So musste der junge Leonide für die Brennöfen im Keller Brennmaterial heranschaffen. Diese mit einer Axt zerkleinern und in dessen kaum zu ertragende Hitze befördern sowie an der heißen Esse einer Schmiedeeinrichtung stehen und das dunkle Eisen, welches für Waffen und Rüstungen geformt wurde, mit dem schweren Schmiedehammer bearbeiten. Wodurch er in groben Ansätzen die Arbeitsweise des Schmiedens erlernte und so geschah es, das innerhalb der darauf folgenden drei Jahre, aus einem wenig eindrucksvollen Käter, ein ansehnlicher Löwe geformt wurde. Mit seinen jungen zehn Jahren war er nun endlich so weit, mit der Kampfausbildung zu beginnen. So geschah es, dass Xerxes forderte, das seine Schöpfung in der Kriegskunst unterwiesen wurde. Sphinx! Wie Snarf ihn, inspiriert durch dessen Mutter, nannte, wurde erst von Orok persönlich im waffenlosen orkischen Kampfstil geschult. Dieser beruht im Grunde auf purem körperlichen Kräftemessen, gegenseitig erniedrigenden Einschüchterungsversuchen, Ringen und auf körperlich überlegenden Prügeleien. Dann im späteren Verlauf, durch Xerxes selbst, erlernte er die Geschicklichkeit und die Kampffertigkeiten der Dunkelelfen. Dieser hatte, man mag es kaum glauben, im Laufe seiner 235 Lebenszyklen, selber der Dunklen Armee, als aktiver Heerführer gedient.
Sphinx entpuppte sich zur Freude seines Meisters und dank seines genetischen und über Generationen weiter gegebenen Erbes, als talentierter und lernbegieriger Schüler im Umgang mit Schwert und Schild. Denn während sich der erfahrene Dunkelelf in seiner eigenen schwarzen Rüstung und bewaffnet mit einer Klinge aus schwarzem Eisen, dem Leoniden entgegen stellte, lehrte er seinen Schüler direkt, was es bedeutete, schnell und agil, einer sich nähernden Stichwaffe auszuweichen. Dann die Angriffsstärke seines Gegners für sich zu nutzen, um wiederum schnell und standhaft mit der eigenen Klinge zu parieren und den Kampf für sich zu entscheiden. Denn Xerxes demonstrierte zu Sphinx Erstaunen, das nicht nur Kraft alleine einen wahren Krieger ausmacht, sondern auch die Technik ausschlaggebend für Leben und Tod sein konnte. Ähnlich verhielt es sich auch mit dem Schild, welches nicht nur zur Abwehr, sondern auch zum Angriff geeignet war. Nach mehreren Trainingseinheiten jedoch, wechselte der Leonide seinerseits zu zwei Einhandäxten, da ihm diese von der Handhabung und vom Gewicht mehr zusagten als das Schwert. Als äußerst angenehme Nebenerscheinung stellte sich auch heraus, dass die Sphinx wie die Orks ihn nannten, nie auch nur ein Wort sprach und sich somit unnötigen Diskussionen oder unangebrachten Fragen entzog. Dies wurde ihm, im Laufe seines noch jungen Lebens, nie gelehrt. Was jedoch nicht hieß, dass sich der Leonide nicht auszudrücken vermochte. Insgeheim, wenn er nach einem harten, fordernden Ausbildungstag allein und unbeobachtet in seinem Verlies war, verbrachte er die Zeit damit, aufmerksam lauschend und beobachtend, die gesprochenen Worte der Orks, sowie seines Meisters zu imitieren und den Inhalt zu begreifen.

Die Nacht des Blutes.

Mit dem Beginn des 15. Lebensjahres seiner, im verborgenen gehaltenen, Schöpfung, entschied Xerxes, dass es nun Zeit wäre, diese der Öffentlichkeit zu präsentieren und den Leoniden somit vor seine persönliche Reifeprüfung zu stellen. Wenn er erfolgreich wäre, würde er zu einem der gefürchtetsten Krieger im gesamten dunklen Reich aufzusteigen.
So organisierte der reiche und mächtige Xerxes, eine Untergrundkampfveranstaltung, in der angefertigten Gewölbearena des Anwesens, die von seinen Orks erbaut worden war. In der jeder Adlige, der etwas auf sich hielt, seine besten Kämpfer auf Leben und Tod gegen die neue unbekannte Schöpfung des Hausherren antreten lassen konnte. Neben Sphinx, besaß Xerxes nur noch Orok als möglichen Kämpfer für seine Gladiatorenspiele. Sicher hätte er auch diesen gerne in der Arena gesehen, doch war dies nicht die Stunde des Orks, sondern stand einzig und allein unter dem Sternzeichen des Löwen. Dieses Ereignis sprach sich wie ein Lauffeuer in Morgeria herum und ließ sogleich in den darauf folgenden Tagen viele schaulustige und nach Blut und Gewalt dürstende Gestalten, in Xerxes Anwesen eintreffen. Diese Veranstaltung wurde im großen Stil geplant und schon Tage zuvor, von seinen Untertanen vorbereitet. So empfing Xerxes seine adligen Gäste mit den kostspieligsten Getränken und bot ihnen neben einem reichhaltigen Buffet, gute musikalische Unterhaltung. Im späteren Verlauf führte er seine Gäste zu der im Keller verborgenen Arena, wo sie Platz nehmen durften und sowohl ihre Gladiatoren, als auch ihre Wetten anmelden konnten. Das Kellergewölbe bot genug Platz um sowohl den Gästen genug Freiraum zu lassen, sowie den auserwählten Kämpfern einen eigenen Bereich zur Verfügung zu stellen, in der sie hautnah der Umsetzung der einzelnen Kämpfe beiwohnen durften. Xerxes verfolgte das Schauspiel aus denselben Reihen, in denen sich auch die anderen dunklen Adligen befanden, um nach Lust und Laune über seine Landsmänner herziehen zu können und mit großem Interesse die Kämpfe mitzuverfolgen.
Sphinx hatte man vor Beginn der Feierlichkeiten an eine Kette gefesselt und für die Augen der anwesenden Gäste verborgen. Dieser war in einem separaten Raum untergebracht um die Spannung im Gewölbe zu erhöhen und ihm eine aus schwarzem Metall hergestellte, leichte Rüstung an. Die so geschmiedet und auf seinen Kampfstil angefertigt war, dass sie ihm genug Bewegungsfreiheit für schnelle Angriffe lies und zugleich ausreichend Schutz vor gegnerischen Waffen bot. Noch dazu trug er einen dunklen schwarzen Helm, dessen Visier einer erschreckenden Dämonenfratze glich. In der Arena selbst befand sich ein metallener Waffenständer, an dem sich die Gladiatoren ihrer zuvor ausgewählten Lieblingswaffen und schilde bemächtigen durften. Den kämpferischen Parteien, stand frei zu wählen, ob sie mit oder ohne Waffe kämpfen wollten. Sphinx befand sich erwartungsfreudig in der Dunkelheit, welche ihm seit Kindheit an, schützend umfing und zu dem geschmiedet hatte, was er in dieser Nacht war. Er erwartete mit animalisch kochendem Blut, dass sich die Tore die ihn verbargen öffneten und die bevorstehende Schlacht begrüßen durfte.


Inventar:

2* Einhandäxte
Bild
Bild
1* Dämonisch aussehender Helm und schwarze leicht abgwandelte Dunkelelfenrüstung, geschmiedet für Tiermenschen.
Zuletzt geändert von Sphinx am Sonntag 18. August 2013, 12:40, insgesamt 48-mal geändert.

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