| Igrasts Steckbrief |
Igrast Wandelerde Krak ist ihr Name, welcher an den erdmagischen Großmeister Krak no Ikrasen angelehnt ist. Es war der erste Name, der ihrer Mutter spontan einfiel: „Es rumsen in meinem Bauch. Ob der Großmeister persönlich darin?“
Rasse:
Igrast ist ein Riesentroll, wie unschwer zu erkennen ist, vorausgesetzt man nimmt sie wahr, denn sie weiß sich, trotz ihrer Größe, der Umgebung anzupassen.
Alter:
Die Trollfrau ist 26 Jahre alt, wirkt jedoch älter, da ihre dicke Haut schon starke Falten wirft. Das kommt wohl von der sandigen Erde, die ständig in ihrem Gesicht klebt.
Geschlecht:
Igrast ist eine Frau und betont ihre Weiblichkeit, indem sie ab und zu ihre Zotteln flechtet und sich die langen Krallen mit purpurner Farbe tönt. Nichtsdestotrotz erkennen meist nur Vertreter ihrer Rasse ihr wahres Geschlecht, da diese Versuche viel zu unbeholfen wirken, um wirklich aufzufallen.
Beruf:
Meist übt Igrast Tätigkeiten als Lastenträgerin für schwächere Rassen aus. Sie arbeitet in Andunie oder schließt sich Reisezügen an.
Heimat:
Igrast haust im östlichen Celcia in der Nähe der Hafenstadt Andunie. Hier besitzt sie eine kleine Schlafmulde im Wald Eldoras, die durch einen Felsvorsprung vor Regen geschützt ist. Ihre Habseligkeiten verstaut sie in einer alten Eiche oder vergräbt sie im Boden.
Gesinnung:
Igrasts Gesinnung ist neutral mit einem Hang zum Bösen. Sie ist nicht abgrundtief böse oder gehässig, doch wenn sie die Möglichkeit zu einem kleinen, üblen Scherz hat, nutzt sie diese mit großer Schadenfreude. Generell ist es der Trollin egal, ob sie auf der guten oder bösen Seite steht, solange sie einen Nutzen daraus ziehen kann. Ihrer Meinung nach, bedarf es der Fähigkeit, sich der herrschenden Strömung anzupassen, um zu überleben: „Wie eine Faaaaaaaahne im Winde, ich sagen. Huch, das mein Furz?“
Magie:
Es wäre geradezu peinlich, wenn Igrast bei ihrem Namen, der an den großen Erdmagier angelehnt ist, diese Magieart nicht beherrschen würde. Ihre Trollmutter hat sie die Erdmagie gelehrt, die sie nun auf einem guten Level anwenden kann.
Sprache:
Sie spricht ihre Muttersprache Terkin, die Sprache der Trolle, und die Tiersprache der Mäuse.
Religion/Glaube:
Wie alle Trolle, glaubt sie an den Urgeist, den sie als ihren Beschützer ansieht. Obwohl keine Opfergaben bei ihrem Glauben nötig sind, sammelt sie kleine Steinchen und vergräbt diese wieder in einem komplizierten Ritual, um ihm zu huldigen. Dabei tanzt sie erstaunlich leichtfüßig um die Gaben und schlägt mit ihrer Keule rhytmisch auf den Boden.
Um sich nicht den Unmut des Urgeistes zuzuziehen, möchte sie in ihrem Leben auf jeden Fall eine Pilgerreise zu seinem Tempel in Kroar unternehmen. Dies ist Pflicht für jeden Troll.
Aussehen:
Habt ihr gesehen? Der Erdhügel hat sich bewegt und es scheint, er schnarcht sogar!
Igrast hat die einzigartige Gabe mit ihrer natürlichen Umgebung zu verschmelzen. Da an ihrem stark behaartem Körper immer massenhaft Erde hängt und teilweise Pflanzen daraus sprießen, wirkt sie wie ein wandelnder Waldboden, der im hockenden Zustand kaum von der Landschaft zu unterscheiden ist. Teilweise sind ihre etwa 15 Zentimeter langen Zotteln nachlässig geflochten. Einzig ihr faltiges Gesicht, die dicken Fußsohlen und die Handflächen sind unbehaart, sodass man die dunkelbraune, ledrige Haut sehen kann. Die prankenartigen Hände sind riesig und mit langen Krallen versehen, die in einer purpurnen Farbe glänzen und sehr ungepflegt wirken. Für Riesentrolle wichtig, denn danach richten sie ihren Status, ist die Daumenlänge, die bei Igrast stattlich ist. Demnach hat sie mit Artgenossen wenige Schwierigkeiten.
Ein Hals, der den großen Kopf tragen könnte, ist nicht zu erkennen. Zur Verwunderung der anderen Trolle kann Igrast ihren Kopf trotzdem recht weit drehen und ist auch allgemein beweglicher, als man es vermuten würde. Das Gesicht gleicht einer runzligen Fratze, deren fleischige Lippen immer leicht zu lächeln scheinen, sodass man Igrasts gelbe, in alle Richtungen stehende Zähne sehen kann, die nicht mehr ganz vollständig sind. Die platte Nase bebt beim Atmen und ist häufig schmutzverkrustet. Unter ihren drahtigen Augenbrauen befinden sich große dunkle Augen, welche immer ein bisschen verloren in die Gegend starren. Entgegen des schwerfälligen Eindrucks, den die Trollin auf den Betrachter macht, sind ihre Sinne geschärft. Igrasts kleine spitze Ohren sind meistens aufgerichtet und drehen sich leicht zur jeweiligen Geräuschquelle.
Mit einer stolzen Größe von 3,5 Metern und ihrem kräftigen Körper wirkt Igrast aufgerichtet massiv und bedrohlich. Weibliche Formen sind nicht erkennbar. Im Gegensatz zu anderen Riesentrollen, deren Körpermitte meist sehr wuchtig und die Gliedmaßen eher schlank sind, hat sich Igrasts zahlreiches Körperfett relativ gleichmäßig und harmonisch verteilt. Ihr Gewicht beträgt etwa 400 Kilogramm, wobei man jenes nur schätzen kann, denn gewogen hat sie sich nie. Aufgrund ihrer Körpermasse, der leicht gekrümmten Körperhaltung und dem schleifenden Gang vermutet man auf den ersten Blick, dass sie behäbig und langsam ist, doch es verhält sich gegenteilig: Igrast kann sehr flink sein, wenn sie es für nötig hält.
Kleidung benötigt die wetterunemfindliche Trollin nicht. Einst legte sie sich einen ledernen Schulterumhang zu, dessen Reste noch zwischen ihrem dicken Fell heraushängen. Zum Schutz ihrer Füße trägt sie derbe Lederstiefel, die sich mittlerweile auch in ihre Einzelteile auflösen. Wenn sie mit Gesellschaft rechnet, bindet sie sich manchmal einen Lendenschurz um die Hüften, aber sie vergisst dies oft.
Ihren Artgenossen fällt dieser Umstand nicht auf, doch Igrast stinkt zum Gotterbarmen, weshalb sie in Reisezügen hinter den übrigen Reisenden platziert wird. Diesen Umstand hat sie bisher noch nie verstanden, benutzt sie doch ein kleines Duftwässerchen, das nach besten Rosen riecht. Auch die Tatsache, dass sie beim Essen sabbert, rülpst und furzt, macht sie nicht zu dem angenehmstem Zeitgenossen.
An ihrem linken Arm trägt sie eine bisswundenförmige Narbe, die von einem Kampf mit einem aggressiven Wolf stammt, den sie für tot hielt und fressen wollte. Er war jedoch nur verletzt und griff die überraschte Trollin an. Sie konnte das Tier letztendlich überwältigen, trug jedoch die genannte Narbe davon, die in ihrem dichten Fell ein kleines Loch hinterließ.
Meistens trägt Igrast eine bunte Muschelkette um den nichtvorhandenen Hals. Sie drückt damit ihre Verwunderung über kleine Lebewesen aus und fragt sich oft, wie etwas so klein sein kann, dass es in einer solchen Schale leben kann. Ein weiteres Schmuckstück ist ihr Ring, ein Familienerbstück der Kraks. Er besteht aus Hartholz und trägt das kunstvoll eingearbeitete Emblem einer Weide.
Ihre einzige Waffe besteht in einer überdimensionalen Keule. Wenn sie diese mit sich führt, trägt sie das meterlange, tödliche Instrument lässig über der Schulter. An der Tragestelle ist ihr Fell bereits stark zerdrückt. Alternativ schleift sie die Keule hinter sich her, findet sich dabei aber nicht halb so elegant: „Keule in die Luft winken muss! Jaaaaaha!“
Ihre wichtigsten Habseligkeiten versteckt sie in einem kleinen Beutel, der in ihren Brustzotteln versteckt ist. Den Rest stopft sie entweder in ihre Stiefel oder trägt bei Reisen ein Bündel mit sich.
Persönlichkeit:
Nur wer bereit ist, sich von seinen Vorurteilen zu lösen und hinter die Fassade des Trolls zu schauen, wird erkennen, dass Igrast im Grunde sehr verständig und nachdenklich ist, diese Merkmale sich dem Betrachter jedoch nicht unbedingt erschließen, da Igrast häufig unüberlegte Bemerkungen von sich gibt und auch insgesamt eine dümmliche Erscheinung darstellt. In Wirklichkeit, hat die Trollin ein tiefes Verständnis von der sie umgebenden Natur, den kleinen und großen Kräften und weiß auch Einiges über Kräuter. Blöderweise weiß sie ihre Überlegungen nicht geschickt in Worte zu fassen, sodass sie üblicherweise für dumm gehalten wird.
Üblicherweise verhält sich Igrast extrovertiert und freundlich. Sie ist humorvoll und dabei auch etwas vulgär, wie es sich für einen richtigen Riesentroll gehört. Dabei findet sie sich selbst unglaublich komisch und lacht manchmal lange über ihre eigenen Witze, auch wenn ihr Gesprächspartner nicht in ihr albernes Gelächter einstimmt. Vermutlich hält man sie entweder für ulkig oder für peinlich, denn manchmal können ihre Scherze ein wenig unverschämt sein. Fremden gegenüber ist sie aufgeschlossen.
Die Trollin ist abenteuerlustig und schreckt vor nichts zurück. Sie ist nicht nur mutig, sondern auch leicht für etwas zu begeistern und auch für den ein oder anderen spontanen Scherz zu haben. Fröhliche Runden in der Taverne und durchzechte Nächte sind bei Igrast keine Seltenheit. Dabei schaut sie gerne mal zu tief ins Glas und verbringt den darauffolgenden Tag im Halbschlaf.
Igrast liebt Stadt und Natur in derselben Weise und braucht immer einen Ausgleich zwischen beidem. Deswegen verweilt sie nicht lange an ihrem Zuhause im Wald Eldoras, sondern sucht häufig die Stadt auf, um ihrem Beruf nachzugehen und Bekannte zu treffen. Dabei ist sie immer auf der Suche nach ihrem Erzeuger, denn sie hofft, ihn wiederzusehen, trotz der verstrichenen Zeit. Zumindest innerlich hat sie diese Gedanken, denn zugeben würde sie es nie.
Generell ist sie geduldig und lässt sich nicht schnell aus der Ruhe bringen. Sie kann stundenlang die Landschaft betrachten oder Vögeln beim Zwitschern zuhören. Dabei wird sie aufgrund ihrer erdigen Gestalt kaum wahrgenommen und versinkt gerne in Fantasien, gerät dabei sogar in eine Art Trance.
Stärken:
Ihre Mutter Edna lehrte sie die Erdmagie und die Kräuterkunde. Beide Disziplinen beherrscht Igrast auf einem guten Level. Sie hat einen grünen Daumen und besitzt einen Kräutergarten im Wald, der zwar teils austrocknet, wenn sie unterwegs ist, aber von ihr immer wiederbelebt wird, wenn sie längere Zeit in der Nähe ist. Dabei ist sie unermüdlich und glaubt, dass aus dem kümmerlichsten Pflänzchen einmal ein stattliches Gewächs wird, womit sie nicht selten Recht hat.
Im Umgang mit der Keule ist sie eher durchschnittlich. Sie hat sich den Nahkampf selbst beigebracht und beherrscht von daher keine besondere Technik. Was sie weiß, reicht um zu überleben und sich die meisten Feinde vom Leib zu halten. Vorteilhaft ist natürlich ihre Muskelstärke im Kampf, mit der sie die fehlende Technik kompensiert.
Igrast ist sehr anpassungsfähig. Sie liebt die Natur und die Stadt gleichermaßen und macht sich zudem wenig aus der allgemeinen Ablehnung von Trollen. Das macht ihr das Leben oft leichter, denn sie begegnet oft Vorurteilen über Trolle. Viele Wesen verhalten sich Igrast gegenüber arrogant oder meiden ihre Nähe. Allgemein sieht sie trotzdem in jedem Geschöpf das Beste und begegnet besonders kleinen Kreaturen mit viel Aufmerksamkeit (siehe Punkt „Tierische Begleiter“).
Schwächen:
Igrast hat furchtbare Angst vor Wasser. Mit einem Eimer Wasser kann man ihr mehr Angst einjagen, als mit einer gefährlichen Waffe. Über Brücken geht sie zwar, aber tut dies nur sehr widerwillig, vor allem, wenn die Brücke nicht so aussieht, als ob sie einen 400 Kilo schweren Troll tragen könnte. Wenn sie mit zu viel Wasser in Kontakt kommt, fühlt sie sich tagelang fremd in ihrer Haut … Irgendwie puschelig und sauber …
Schiffe meidet sie, so gut es geht. Es ist ihr ungeheuer, wankenden Boden unter sich zu spüren. In der Hafenstadt Andunie hat man sie einmal dazu überreden können, an Bord eines Schiffes zu gehen und diese Erfahrung hat sie gelehrt, diese Teufelsdinger höchstens aus der Ferne zu betrachten.
Igrast kann außer der Keule kaum Waffen bedienen. Mit einem Dolch würde sie sich wahrscheinlich selbst mehr Schaden zufügen als dem Gegner.
Sie ist handwerklich völlig unbegabt. Igrast ist ein Mädchen für das Grobe, das selbst beim Schnitzen von den einfachsten Dingen Probleme bekommt.
Sie kann weder Schreiben noch Lesen.
Lebensgeschichte:
Zwei Riesentrolle verlieben sich im Drachengebirge …
Alles begann mit einer Liebesgeschichte … Romantisch, bis auf den klitzekleinen Gesichtspunkt, dass es sich um zwei Trolle handelte. Der stolze Ilias „Schlurfnich“ Krak und Edna Sauklau, eine magisch begabte Trollin, trafen zufällig auf einem einsamen Plateau im Drachengebirge aufeinander, als sie durch die Landschaft streiften. Edna war auf der Suche nach Aas. Ilias dagegen war schon lange durch das Drachengebirge gereist, rastlos und verirrt. Nun war er hundemüde und bedauerte seinen voreiligen, dummen Entschluss aufzubrechen. Natürlich hatte er das Leben im Gebirge satt und er hatte gehört, dass das Leben im Wald Eldoras für Trolle angenehmer sein sollte, doch irgendwie hatte er sich die Reise dahin weniger beschwerlich vorgestellt. Voller Scham, weil er aufzugeben drohte, schickte er sich grunzend an, ein kleines Feuer zu entfachen, als hinter ihm einige Zweige raschelten. Schüchtern trat Edna hervor.
Die beiden Trolle sahen einander, fanden sich anziehend und vergaßen vor Aufregung sogar, ihre Daumengrößen zu vergleichen, um festzustellen, wer das Sagen hatte. Das war nicht wichtig.
Einige Wochen verbrachten sie gemeinsam, bis Ilias den Drang hatte weiterzureisen. Der verliebte Troll schenkte seiner Geliebten einen Ring und versprach ihr, bald zu ihr zurückzukehren. Edna blieb bei ihrem kleinen Clan zurück, denn sie hatte eine starke Bindung zu ihrer Familie. Als sie bemerkte, dass ihr Bauch dicker wurde, freute sie sich umso mehr auf die Rückkehr ihres Geliebten und sehnte den Zeitpunkt herbei, wenn dieser wieder vor ihr stehen würde. Doch dazu kam es nie. Die Jahre strichen ins Land, ihre Tochter Igrast wuchs langsam heran und Ilias kehrte niemals mehr zurück.
Was war geschehen? Wurde er aufgehalten? Diese Gedanken quälten die Mutter immer mehr. Sie trennte sich unter Tränen von ihrem Clan und reiste mit der kleinen Igrast zum Wald Eldoras, um nach ihm zu suchen. Bis zu ihrem Tod verblieb sie dort und gab niemals die Hoffnung auf, ihn wiederzusehen.
Das Leben im Wald Eldoras
„Iggi, reich mir einen Pfeil!“, rief das blonde Elfenmädchen fordernd und blickte hochmütig auf ihre Spielkameradin. Vorsichtig legte Igrast einen hölzernen Pfeil in Olas vollkommene Elfenhände und trat vorsichtig zurück. Sie fand ihre neue Freundin beeindruckend, wie sie den Bogen spannte und ein weiteres Mal die Markierung am Baum genau in der Mitte traf. Schüchtern fragte das Trollmädchen, ob sie auch einmal schießen dürfte. Wortlos legte ihr Ola Pfeil und Bogen in die Hände und betrachtete, wie Igrast konzentriert die Waffe umklammerte und langsam die Sehne spannte. Plötzlich zerbarst das Holz des in elfischer Handarbeit geschnitzten Bogens und die Mädchen schauten fassungslos auf die Holzsplitter.
„Es … es nicht meine Schuld sein! Bogen einfach gebrochen!“, jammerte die ungeschickte Trollin. Sie wollte sich bei Ola entschuldigen, doch die Elfe lief einfach davon. Entgeistert schaute sie auf die Stelle im Gebüsch, hinter der Ola verschwunden war. Wie Sturzbäche rannen die Tränen über ihre Wangen, die damals noch nicht so behaart waren wie heute. Verzweifelt sammelte sie die Holzstückchen auf und versuchte die Splitter zusammenzusetzen, doch ihre zitternden Hände brachten nichts zustande, sodass sie schließlich weinen sitzen blieb und traurig ins Leere starrte.
Am nächsten Tag lief Igrast zu den Unterkünften der Eldorischen Elfen, um die Hütte von Olas Eltern zu suchen. Doch die Elfe wollte nicht mit ihr sprechen und war seit dem Erlebnis wie ausgewechselt. Sie erzählte jedem, wie dumm und unfreundlich das Trollmädchen wäre. Viele Wesen schenkten der hübschen Ola Glauben und fortan hatte Igrast noch weniger Freunde als ohnehin schon.
Ab diesem Zeitpunkt war Igrast nachdenklicher geworden und hatte ihre Naivität verloren. Sie ließ sich jedoch nicht ihre Lebensfreude nehmen, denn der Glaube an den Urgeist und das Erlernen der Erdmagie erfüllten sie mit einer Ausgeglichenheit, die für ihr junges Alter sehr untypisch war. Edna steckte sehr viel Zeit in die magische Ausbildung ihrer Tochter und lehrte sie auch die Kräuterkunde. Mutter und Tochter pflegten eine innige Beziehung, meditierten oft stundenlang zusammen oder streiften durch den wunderschönen Eldorischen Wald, der in jeder Jahreszeit in einer anderen Farbenpracht schimmerte. Dabei bemerkte Igrast, dass Edna immer nach irgendetwas suchte, und fragte sie eines Tages beim Beerensammeln danach. Edna entschied, dass ihre Tochter nun alt genug wäre, und erzählte ihr von ihrem Vater.
Zerstörte Idylle
Als Igrast 20 Jahre alt war, starb ihre Mutter an einem plötzlichen Herzstillstand. Das verstörte sie zutiefst, denn ihre engste Vertraute und einzig bekannte Familienangehörige zu verlieren war eine schmerzhafte Angelegenheit. Von diesem Tag an fühlte sie sich etwas einsam im Wald Eldoras. Die Pracht der Natur schien ihr seltsam vergänglich und heuchlerisch.
Die Trollin hatte von Reisenden, die sich in den Wald verirrten, gehört, dass es eine große Hafenstadt gibt, nur zwei Tagesreisen entfernt, in der die verschiedensten Wesen leben. Sie entschied sich, der Stadt einen Besuch abzustatten, und es sollte nicht ihr letzter Besuch gewesen sein. Bei jedem Besuch war sie von neuem begeistert von den vielen Menschen und den Waren. Da sie Geld benötigte, um in Städten irgendetwas zu kaufen, bot sie sich fortan als Lastenträgerin an. Bisher war sie nur in der näheren Umgebung Andunies gewesen, doch je mehr sie von Celcia hört, umso mehr möchte sie davon sehen.
Vor Kurzem hat Igrast gehört, dass Andunie von Dunkelelfen, Orks und grandessanische Soldaten erobert wurde. Sie möchte bald wieder in die Stadt reisen, um sich ein Bild davon zu machen.
Inventar:
- naturfarbener Baumwolllendenschurz
- Reste eines Lederumhangs
- abgewetzte, dunkelbraune Lederstiefel
- bunte Muschelkette, selbstgebastelt
- Holzring mit Weidenmotiv, Familienerbstück
- überdimensionale Keule, mit Erdmagie erstellt
- Beutel mit 100 Fuchsmünzen
- 100 Milliliter Arnikatinktur im Glasbehälter
- ein Bündel Bockkraut
- Kräutermischung aus Lindenblüten, Salbei und Fenchel
- Kürbisflasche zur Aufbewahrung von Wasser, Fassungsvermögen: 1 Liter
- einfacher Kupferkessel, Fassungsvermögen: 10 Liter

"Fiiiiiep, ich hungrig!"
Tierische Begleiter:
Rolli, die Wühlmaus, ist Igrast ein treuer Begleiter auf Celcia. Zumeist sieht man von ihr nur einige Erdhaufen, da sie unterirdisch lebt. Wenn sie mit Igrast in der Stadt ist, versteckt sie sich irgendwo bei ihr am Körper. Rolli ist 15 Zentimeter lang und mit einem dichten, rotbraunen Fell bewachsen. Sie ist etwas eigen und kommt nicht immer auf Zuruf, schließlich hält sie sich nicht für ein Haustier, sondern sieht sich eher als Freundin, die dafür sorgt, dass Igrast nichts passiert. Sie ist verfressen und neugierig. Mittlerweile müffelt sie ein bisschen nach Troll. Das scheint die anderen Wühlmäuse jedoch nicht zu stören.
Einstiegspost:
[Igrast startet bei Stille Ebene/ Nördliche Stille Ebene]


