Der Schankraum

Wir feiern 20 Jahre Celcia - eine Welt der Fantasy! In diesem Bereich könnt ihr unsere Off-Topic Taverne bespielen
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Kazel Tenebrée
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Der Schankraum

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 5. August 2026, 10:07

Der Schankraum
Die Taverne "Zur Zwanzig" ist ursprünglich als uriger Ort gedacht, um an einem der 20 Tische zu verweilen, seinen Krug zu heben oder unter einem 20-prozentigem Schnaps schnell den Kopf auf den Tisch prallen zu spüren. Von außen ein Gebäude aus Stein im Erdgeschoss und Fachwerk in den oberen Etagen, kann sie ihr Aussehen jedoch jederzeit ändern. Denn die "20" befindet sich auf einem einzigartigen magischen Knotenpunkt Celcias, aus dem alle Arten der Magie zusammenzufließen scheinen. Entsprechend reagiert sie auf die Wünsche oder Erwartungen ihrer Kundschaft, so dass sich Ecken plötzlich in eine tropische Regenwaldtaverne verwandeln, während man am Tresen eine sandige Wüstentaverne vorfindet. Manche Tische befinden sich wie durch Zauberhand unter Wasser, andere wiederum sind gar keine Tische, sondern lebendige Tiere, die einladen, auf ihren breiten Rücken zu sitzen und zu speisen.
Die Musik, die gespielt wird, ist ähnlich durch die Magie veränderbar. Es passiert sogar, dass es weder Barden noch Intrumente - manchmal nicht einmal Talent! - benötigt, um den Schankraum mit Klängen zu erfüllen. Das ursprüngliche Farbthema - schwarz, ganz nach dem Sinn des Wirtes Gevatter Tod - ändert sich auf den Kundenwunsch hin ab, so dass die Kneipe immer wieder ihr Bild wechselt. Dadurch bleibt sie bunt und vielfältig, genauso wie ihre Kundschaft!

Wer wohl heute alles in der Taverne auftauchen wird, um irgendetwas mit zwanzig zu feiern? Denn die Welt selbst ist doch viel älter, oder nicht?!

Das gesamte Celcia-Team wünscht an dieser Stelle viel Spaß mit dem Offtopic-RP und hofft, dass ihr neben eurem eigentlichen Rollenspiel auf Celcia ab und an mal hier verweilt - vielleicht für einen kleinen Plausch, vielleicht für einen von Tod gebrühten Kaffee. Jeder ist Willkommen!
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Gevatter Tod
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Gevatter Tod » Donnerstag 6. August 2026, 07:54

Drinnen waren die Vorbereitungen schon im vollen Gange. Das hübsch gemalte Banner über dem Tresen hatte in der Zugluft schon ein paar mal geflattert und die Ankunft der ersten Gäste herbei gesehnt:

**Herzlichen Glückwunsch zum 20igsten Jubiläum!**

, stand da in großen Lettern und hieß jeden der eintrat Willkommen. Unter der Decke schwebten eigens von Lysanthor erschaffene kleine Lichter zwischen bunten Laternen. Manthala hatte schattig lauschige Nischen vorbereitet, in die man sich nach Bedarf zurück ziehen konnte und Faldor hatte seinen berücht...berühmten Blutkuchen gebacken.
„Wehe er schmeckt ihnen nicht!“
, grummelte er leise und drückte die letzte der 20 Kerzen in die blutrote Glasur. Feylin fuhr mit einem kleinen Finger durch die Sahne und steckte sich zufrieden glucksend den Finger in den Mund. Florencia, die frisches Obst und eine Gemüsesuppe mitgebracht hatte, schnappte sich das 'jüngste' der unsterblichen Wesen, bevor es noch in die Torte plumpste und hob es auf den Arm. Phaun, der gerade einen Braten auf der Anrichte abstellt hatte, umschlang ihre Hüften und sie lehnten sich gemeinsam an den Tresen. Die drei gaben am ehesten das Bild einer glücklichen Familie ab, auch wenn die Götter alle mehr oder weniger Geschwister waren. Wenn nicht im Blute, so doch als Wesenheit an sich. Ventha flirtete noch kurz zwinkernd mit dem lichten Gott und überlegte, ob sie die Kerzen auf Faldors Kuchen wieder löschen sollte, einfach nur um ihn ein bissen zu necken, aber der Urgeist hakte sich gerade bei ihr unter, als ahnte er was sie vor hatte. Brocknar hatte für genügend Feuerholz im Hinterhof gesorgt und kraulte gerade Iazar auf Augenhöhe, der einige seiner Beutefelle gespendet hatte, damit die Gäste weich sitzen würden. Ilani saß derweil auf seinem Rücken und putzte ihr weiches Fell. Ihre gesammelten Nüsse standen in regelmäßigen Abständen auf dem Tresen und auf den Tischen. Alle hatten mehr oder weniger zu den Vorbereitungen beigetragen.
Alles wirkte schon sehr festlich.
Es wurde schließlich eine bunte Gästeliste erwartet und das ganze Jahr über, würden die Türen des Schankraums für jeden offen stehen, der in den letzten 20 Jahren oder auch ganz aktuell, Freude daran haben würde in der Taverne...

„Zur Zwanzig“

...vorbei zu schauen.
„Es wird keiner kommen, solange ihr euch hier herum treibt.“
, moserte Tod, der sich heute Todd nannte, die herum lungernden Götter an.
„Ihr solltet langsam mal verschwinden.“
Sofort erntete er einige unwillige Blicke, aber das war ihm herzlich egal. Was sollten sie ihm schon antun?! Ihn töten? Breit grinsend warf er schwungvoll seine Kutte von sich, so dass sie am Kleiderhaken landete und marschierte nackt und knöchern hinter den Tresen.
„Herjeh, bedecke dich!“
„Ist das ein drittes Bein? RESPEEEKT!“
„Igitt!“
*Glucksen*
„Muss das vor dem Kind sein?“
„Schatz, er will nur angeben.“
„Was? Ich sehe nichts!“
*knurrendes Geräusch*
*fiepsen*
Todd verschwand hölzern lachend im hinteren Lagerraum, wo er etwas ganz besonderes für diesen Tag vorbereitet hatte. Der Gevatter hatte sich für heute eine Auswahl an besonders hübschen Fleischsäcken aufgehoben. Schon Wochen zuvor war er immer wieder ins Reich der Lebenden gehuscht und hatte hier und da frisch Verstorbene inspiziert. Jetzt hingen sie wie Rinderhälften in der Kühlkammer und warteten auf ihren Auftritt. Eine Rückkehr ins Leben, sei es auch nur für dieses Jahr, für einen Tag, oder auch nur eine Stunde war für jede Seele immer eine willkommene Ablenkung zur Ewigkeit. Der Gevatter rieb sich die Hände und schob einen besonders großen Körper erst mal beiseite. Der Körper war sogar noch warm und seine Seele klebte äußerst anhänglich an ihm. Sicher war er sich noch nicht mal bewusst, dass er schon verstorben war.
„Du bist erst später dran, Asahi.“
Todd suchte nach etwas filigranem, freundlich und schillernd schön, so sollte sein erster Auftritt sein.
„Ah. Da bist du ja.“
Diese Seele war schon eine Weile ins Reich der Vergessenen verband worden, aber für diesen Anlass würde sie sicher gern noch mal ihr Tanzbein schwingen wollen. Todd berührte ihn zwischen den Brauen an der Stirn und er schlug die Augen auf.
„Nar'Zissus de Quis, erlauchter Paradisvogel und einstiger Hofgärtner des Königsmachers, Haushofmeister und Verwalter seines Erbes und Wächter über die verlorenen Seelen von Morgeria.“
„Zissus reicht vollkommen. Danke.“
Todd gluckste.
„Dann also Zissus. Sobald die ersten Gäste da sind, wird Musik aufspielen und es wäre eine Freude, dich tanzen zu sehen.“
„Es wird mir eine Ehre sein.“
Der Dunkelelf mit der vogelähnlichen Nase verbeugte sich, streckte sich und begann sich schon mal warm zu machen. Todd suchte derweil weiter.
„Hm... und was zieh ich an?
Eine Weile hatte er überlegt als er selbst zu gehen und seinen Gesellen als Kellner einzuspannen, aber das könnte doch die ein oder andere Seele zu sehr verstören hier als Skelett hinter dem Tresen zu stehen. Auch das Erscheinen der Götter war vielleicht etwas zu viel für den Anfang. Deshalb hatte er sie ja auch raus geschmissen. Es sollte ein gemütliches Zusammensein werden und bei den Göttern waren Chaos, Katastrophen und die nächste Kataklypse vorprogrammiert, sobald sie zusammen kamen. Aber es gab so viele Seelen, deren Körper noch in seiner Sammlung baumelten und deren Seelen bereits weiter gegangen waren. Todd 'blätterte' in seiner Kartei, als sei sie eine Menükarte:
„Hm...Mia, Sam, Sethiel, Viro Mentis, Viconia Kyrrenthia, Turnil, Thomas Mercer, Sophia, Solas Soul, Roac Adair, Omniel, Naella, Miriel Lefay, Marga, Kjartan, Janay, Juno, Gwynn, Gunther Bockhardt, Grumm, Gin, Eleazar, Earane Felfalas, Brovi Bockstein, Bilgar Schneeblick, Baltos, Balian, Aurelia Eichenherz, ...hm.“
An manche erinnerte er sich mehr, an andere kaum noch. Und dann gab es ja noch die ganzen „Nebenrollen“, die das Leben einfach vergessen hatte:
„Marukatze, Erd-Maru, ...die Aktuelle, Marukan der Schmied, Marukan der Barde... Da war eber jemand nicht sehr kreativ mit seinen Namen...tz.“
Er blätterte weiter:
„Kasan, Verano – Der Barde der Königing, Chasin Halona de Mondragil, Androkan – Der Krieger mit dem gläsernen Herzen, Malina...Chastiel, blonder lecker Diener (Wache in Ausbildung), Oliv, Neroma, Azariel, Keona, Mandavar Amraén der Blaue, Nikani und Kanina, Starle, Juduka, Talimée, Anabell, Sintus...“
Die Aufreihung von Namen, Seelen die mal mehr Bedeutung in dieser Welt gehabt hatten wurde immer länger. Also entschied er sich für etwas umgängliches. Die Mantroner standen steht's im Ruf trinkfest und gesellig zu sein und in all den Jahren waren viele gekommen und waren weiter gegangen, wie eben das Leben so spielte:
„Baltos Bestientod.“
Das Leben dieses Charakters war schon lange so vergangen und kaum einer erinnerte sich noch an ihn, was in dieser Situation auch gut so war. Niemand würde ihn wieder erkennen. Der Körper des Mantroners war dafür um so beeindruckender. Todd musterte das Prachtexemplar wohlwollend:
„Ach, wenn ich noch mal jung wäre...“
Baltos Aussehen bediente sich aller Klischees die es über Mantroner zu sagen gab. Mit seinen 18 Jahren hatte er schon die stolze Größe von 1,95 Metern erreicht. Typisch für sein Volk besaß auch er die veranlagte Muskelmasse sowie die bleiche Haut. Sollte man seinen Körper nach Fett absuchen, würde man nicht fündig werden. Jede Faser seines Körper war trainiert, inklusive Stiernacken und breiten Schultern. Die enorme Narbe über seinem linken Auge offenbarte, dass er von einem wilden Tier mit der Pranke verletzt wurde. Das unversehrte Auge war von eisblauer Farbe. Auch seine breite Nase hatte wohl schon einige Schläge einstecken müssen. Im Gesamteindruck ließ ihn das wesentlich älter wirken als er eigentlich zum Zeitpunkt seines Todes war, was vermutlich auch an seiner wettergegerbten Haut lag, sowie an dem blonden Bart, der sein Gesicht umwucherte. Sein ebenfalls blondes, wildes Haupthaar war zu einem Kriegerzopf gebunden, an seiner linken Schläfe drei kleine geflochtene Strähnen, die mit Perlen aus Tierknochen versehen, sein wildes Aussehen noch etwas unterstrichen. Die Kleidung, eine braune Lederweste, bedeckte knapp seinen Oberkörper. Ein Gürtel, der mit einer Metalllasche in Form eines geöffneten Wolfsmauls versehen war, fixierte die lederne Hose. Die Füße stecken in festen Stiefeln mit denen Todd auch den ein oder anderen Gast notfalls hinaus treten könnte.
So für die Eröffnung bestens gewappnet, betrat er den plötzlich wie leer gefegten Schankraum. Nur von der Hintertür erklang plötzlich ein heiseres Lachen, gepaart mit einem bockigen Hustenanfall und einhergehendem langsam wie Nebel über den Boden kriechenden Mief.
„Da hat sich aber jemand feingemacht! HAHA *hust* haha.“
„Rukulla! Ab nach hinten! Du verscheuchst mir die Gäste!“
„Ich wollt nur nach schauen was du so treibst. Der Kerl, den du da trägst, der kannte mich übrigens, als ich noch am Leben war.“
Todd hob die Brauen.
„Und dann bist du ihm begegnet. ENDE!“
„So passiert es vielen. Hihihihrhrrh.“
Rukulla kicherte wie ein junges Mädchen, das sich verschluckt hatte und dann röchelnd den Löffel abgab, drehte sich im Kreise, dass ihre Röcke nur so schwangen und er schnell den Blick hob. Man sollte niemals zu tief bei ihr schauen! Sie beugte sich nach vorne machte einen Knicks. Dabei fiel ihr irgendwas aus dem faltigen Dekolletee, was... zuckte.
Hat sie echt diesen kleinen Wurm mitgebracht???
„NIMM DAS MIT!“
„Ups.“
Todd in seinem Baltos-Kostüm, schnappte sich einen Lappen, sobald die schrullige Alte das was sie verloren hatte, eingesammelt und gegangen war und polierte die verunreinigte, verdorbene, verfluchte Stelle am Boden. Die Diele, die sie getroffen hatte, begann sich schon zu zersetzten und so schnell wie es passierte, bildete sich Humus und plötzlich keimte da ein Zweig aus dem Astloch.
„Na toll. Jetzt muss ich auch noch bald ne Heckenschere holen, weil diese verfluchte Alte nichts bei sich behalten kann!“
Todd beendete seine Schimpftirade, schritt quer durch den Schankraum, öffnete die Tür nach draußen und spähte den Weg hinunter. Noch war niemand zu sehen.
Ob mein Geselle mich so erkennt?
Die Frage war obligatorisch, denn seinen Meister würde Kazel immer erkennen, egal welchen Fleischsack er gerade trug.
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