Ritual im Hain

Das Umland beherbergt kristallklare Seen, bunte Wiesen und kleine Haine. Pinien und Weiden wachsen rundum die Seen und viele Elfen gehen hier gern spazieren oder ruhen sich vom Tagwerk aus.
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Ritual im Hain

Beitrag von Erzähler » Sonntag 17. Juli 2011, 06:49

Asmodeus kommt von Elfenstadt Shyána -> Die Universitätsklinik -> Shyáner Heilmethoden

"Natürlich kann ich dir nicht die nötige Finsternis bieten. Aber ich kann dir welche beschaffen. Warte es ab, Asmodi." Mehr hatte der Lich nicht zu ihm gesagt und Mallahall ließ er noch weiter im Dunkeln tappen. Sie verließen die Elfenstadt durch eines der gigantischen Tore, die gar nicht als solche zu erkennen waren. Am Rand eines Wäldchens lag es und man konnte meinen, sich schon außerhalb der Stadt selbst zu befinden, aber dem war nicht so. Sie wanderten ein Stück weit über Wiesen. Blumen blühten, Insekten schwirrten umher, die Luft war geschwängert vom Duft all der schönen Pflanzen, die fernab jeglicher Jahreszeitenzyklen zu wachsen schienen. Sie gediehen hier prächtig, zusammen mit Gräsern und Kräutern. Nicht gerade förderlich für den ohnehin angeschlagenen Dämon.
"Vielleicht solltest du noch einmal mit Aurelius tauschen", schlug Mallahall vor, die das Elend ihres Haraxwesens deutlich erkannte. "Wenigstens bis wir die Stelle erreichen, die Etelin für was-auch-immer passend findet."
"Wir brauchen einen Hain. Möglichst fern von der Elfenstadt und dicht. Ein geschützter Hain wie ... oh, dieser dort sieht gut aus." Er zeigte auf ein Wäldchen aus großen Weiden. Sie ließen ihre peitschenartigen Zweige hängen, dass ein undurchdringlicher Vorhang grünen Blattwerks entstand. Er reichte fast bis zum Boden. Im Hain selbst würde es wohl schattig und trüb sein, aber selbst das reichte dem Dämon doch nicht mehr. Was hatte Etelin nur vor?
"Es wird gefährlich, nicht wahr?"
Der kleine Mann nickte auf Mallahalls Frage hin. "Es kann nicht harmlos sein, wenn wir mit einem Dämon unterwegs sind." Da hatte er gewissermaßen Recht. Man betrat den Weidenhain. Etelin schob die Zweige mit dem oberen Ende seines Knorrenstabes beiseite. Wie vorauszuahnen barg das Wäldchen Zwielich und jede Menge Schatten. Hier am Boden wuchsen keine Kräuter und Gräser. Nur einige wenige Moosteppiche hatten sich zusammen mit vielen kleinen Pilzfarmen gebildet. Ja, Pilze gediehen hier im Überfluss! Schwämme, die sich an den dicken Stämmen der Weiden festklammerten wie Parasiten. Lange, dünne Pilze mit spitzen Hüten in Purpur und Rot. Breite Pilze, die Kröten als Sitzfläche dienten, wenn ihre Schirme nicht gerade am Ende des Halsstiels abbrachen. Fliegenpilze, Pfifferlinge und einige andere Sorten, die nur von Kundigen dieses Pflanzengebiets benannt werden konnten. Und dazwischen schwirrten Mücken umher, um Besucher des Hains ein wenig zu ärgern. Mallahall schlug gerade nach einem der frechen Exemplare. "Autsch! Mich hat eine gestochen!"
"Das wird noch unser geringstes Problem sein", sagte Etelin. Er trat weiter in den Hain hinein, bis er eine Stelle erreichte, die etwas frei von all den Pilzen war. Hier musste vor Jahren ein Blitz in einen Weidenbaum eingeschlagen sein. Der Stamm lag quer auf der Lichtung, von Moos und weiteren Pilzen geradezu überwuchert. Kleine Tierchen wimmelten über der Rinde umher. Sicherlich gab es noch mehr von ihnen unter dem morschen Holz. Der geschwärzte Stumpf war geblieben. Die Wurzeln hielten ihn immer noch fest im Boden verankert. Etelin blieb davor stehen. Er nickte. Das war ein guter Platz. Er lehnte seinen Stab gegen den Stumpf, rollte die Ärmel seiner Robe zurück. Seine roten Augen suchten Mallahalls Blick. Sie würde nicht einverstanden sein, das wusste er. Aber der Zeitpunkt war gekommen, es ihr zu beichten.
"Ich mache das jetzt zum ersten Mal. Ich habe bereits erwähnt, dass ich kein Ritualmagier bin, aber ich glaube, ich entwickle mich gerade zu einem. Hoffentlich reichen meine nekromantischen Magiekenntnisse aus, auch dieses Ritual durchzuziehen."
"Ritual? Wovon sprichst du, Etelin? Was hast du vor?"
"Ich öffne jetzt ein Tor zum Harax."
Mallahall konnte nicht einmal aufkeuchen. Ihre Kinnlade klappte herunter. Ihre Augen weiteten sich. Was Etelin hier im Begriff war zu tun, widersprach allem, was sie als Lichtmagierin gelernt hatte. Der Harax war eine finstere Welt, voll von Dämonen. Sie alle strebten an, nach Celcia zu gelangen, um auch diese Welt zu unterjochen. Mehr Land bedeutete mehr Macht, das galt auch für Dämonen. In Zyranus waren solche Zauber verboten! Man duldete Ritualmagier dort nur, wenn sie sich darauf beschränkten, gerade solche Rituale zu verhindern! Magier, die versuchten, Dämonen zu bannen und nicht sie zu rufen oder ihnen Pforten zu öffnen."Etelin!"
"Nein!" Es kam schneidend. Der Lich hob die Hand. "Wir werden ihm helfen. Ich öffne nur ein ganz kleines Loch. Gerade genug, dass Asmodi einen tiefen Atemzug tun und sich stärken kann. Danach versiegle ich es wieder."
"Und wie, du .... du .... bei Lysanthor, das kann nicht gut ausgehen!"
Etelin blinzelte. "Ich fange jetzt an. Bist du bereit, Asmodeus?" Er hob die Hände für das Ritual, von dem er nur einmal vor einigen Jahren und auch nur beiläufig gelesen hatte.
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Re: Ritual im Hain

Beitrag von Asmodeus » Samstag 6. August 2011, 23:49

Hechelnd jagte der Dämon dem Lich hinterher. Er keifte und knurrte als sie die Stadt verliessen und hineintraten ins Umland, wo Kräuter und Blumen zu Hauf wuchsen und vor sich hin stanken. „RHARHRHRH!“ Asmodi gefiel dies gar nicht, überaus gereizt schlug er nach jeder Pflanze die auch nur in die Nähe von ihm kam. Einmal machte er sogar den Fehler in einen blühenden Löwenzahn zu beissen. Er fauchte auf, wälzte sich mehrmals und würgte das Zeug aus seinem Maul „Wääärärärärkrkrärärärk!!!!“
Die einzelnen Samenfallschirmchen stoben um ihn herum so dass sich Asmodi genötigt sah eilends ein paar Sprünge nach vorn zu unternehmen. Bockend drehte er sich abrupt um und starrte dem Lich nervös entgegen um zu erahnen wohin der Weg führen sollte.

"Vielleicht solltest du noch einmal mit Aurelius tauschen" „NEIIIIIIIIINRHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!“ Brüllte er ihr entgegen. Es würde Aurelius nur zerreissen. Der Dämon konnte sich nicht verstecken, nicht vor diesem zehrenden Hunger. „Wenigstens bis wir die Stelle erreichen, die Etelin für was-auch-immer passend findet." „Pwwwhääää!!“ Zornig spuckte er seiner Herrin entgegen ehe er sich wieder von ihr entfernte. So ungestüm war Asmodi zu seinen schlimmsten Zeiten nicht gewesen. Seine ganze Existenz war in Aufruhr. Er musste zerstören, leid Provozieren und wenn es sich dabei nur um das Töten kleiner Insekten handelte so war dies im Moment doch besser als gar nichts.

"Wir brauchen einen Hain. Möglichst fern von der Elfenstadt und dicht. Ein geschützter Hain wie ... oh, dieser dort sieht gut aus." Gehetzt starrte er auf den Hain und jagte voran. Er rücksichtlos preschte er durch die Zweige bis hin zum Stamm und blieb dort nervös hechelnd hocken. Er sah sich um. Was sollte dieser unnütze Ort ihm denn bringen?! „IHR VERDAMMTEN VERSAGER! WAS BIST DU FÜR EINE HERRIN WENN DU NICHT MAL FÜR NAHRUNG SORGEN KANNST… UND DU LICH..WAS BIST DU EIGENTLICH AUSSER EIN GESCHEITERTER VATER!“ Warum ging Asmodi so auf die beiden los? Weil er hunger hatte und sie die einzigen zwei Individuen in seiner näheren Umgebung waren. Er durfte sie nicht anfallen, denn dies war ihm verboten worden durch Mallahall. Er konnte nicht sein Seelenfeuer durch Mallahalls süssen Körper jagen und sich an ihren Zweifeln und Ängsten laben, aber vielleicht konnte er den einen oder anderen Stich versetzen um wenigstens ein bisschen von dem süssen Nektar einer gequälten Seele zu erhaschen.

"Es kann nicht harmlos sein, wenn wir mit einem Dämon unterwegs sind." „HAHHA HAT DAS ADELMUND AUCH GESAGT MALLAHALL? MHRM?“ Wütend fiel er die Pilze an. Zerstörte sie mit seinen Klauen, richtete ein Bild der Verwüstung an und dies in nur kürzester Zeit. Er verletzte den Hain mit seinen Klauen wie ein Wildgewordenes Raubtier.
"Autsch! Mich hat eine gestochen!" „JAHAHARR! FRESST DIE HURE AUF! HAHAHAhaarhrrr.r.“ Das lachen mochte nicht überzeugen. Ruhelos kratzte er sich hinterm Ohr.
""Ich mache das jetzt zum ersten Mal. Ich habe bereits erwähnt, dass ich kein Ritualmagier bin, aber ich glaube, ich entwickle mich gerade zu einem. Hoffentlich reichen meine nekromantischen Magiekenntnisse aus, auch dieses Ritual durchzuziehen." „Was machst du eigentlich nicht zum ersten Mal du inkompetenter Bock! Hast doch nicht alles wiederkriegt was sie dir aus dem Gehirn gesaugt haben!“ Keifte Asmodi ihm schäumend entgegen. Doch seine Kräfte schwanden rapide.
"Ich öffne jetzt ein Tor zum Harax." Asmodis Augen weiteten sich, das blaue Seelenfeuer züngelte nervös aus den Höhlen. „Der Harax?!“ Asmodi schien ganz und gar nicht begeistert zu sein – erstaunlicherweise -. Er krabbelte einwenig zurück. „Neinrrhrhrhrh!“ Knurrte er .

"Wir werden ihm helfen. Ich öffne nur ein ganz kleines Loch. Gerade genug, dass Asmodi einen tiefen Atemzug tun und sich stärken kann. Danach versiegle ich es wieder." „NEINRHRRRRRRRRRRR ICH WILL NICHTS VOM HARAX!“ Er benahm sich noch auffälliger als vorhin. Er hatte Angst. Asmodi hatte tatsächlich Angst. Weil er nicht in den Harax wollte, nicht konnte, nicht durfte. Liebe klebte an seiner Existenz und würde im Harax so intensiv auf sich aufmerksam machen dass sie ihn wohl zerfetzen würden.

"Und wie, du .... du .... bei Lysanthor, das kann nicht gut ausgehen!" „JAHRRR DU HAST GAR NICHT DIE MACHT DIES ZU STEUERN! UND ICH WILL NICHTS VOM HARAX!! RHARHRHRH!“ Er rückte nicht raus mit dem Grund, er wollte nämlich nicht zugeben dass er Zanraia…mochte. So hässlich dieses Wort für ihn auch war, aber er mochte sie. Doch für sowas war im Harax definitiv kein Platz. Er konnte weder hier bestehen, noch dort.
"Ich fange jetzt an. Bist du bereit, Asmodeus?" „NEINRHRHR!“ Er sprang weg. Hechtete einige Meter von Etelin weg und blieb düster guckend dort hocken wie ein aufgescheuchtes Tier. „Gebt mir was zum Quäääääääääääääleeeennn.“ Forderte er energisch.

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Re: Ritual im Hain

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 11. August 2011, 15:17

Etelin hatte einen verhältnismäßig passenden Hain ausgesucht. Hier wuchsen nicht so viele Kräuter wie im übrigen Umland, was ein Zugeständnis für Asmodi war. Dem ging es ohnehin nicht sehr gut und der Lich war niemand, der einen anderen bewusst leiden sehen wollte. Schon gar nicht einen Gefährten, Dämon hin oder her. Immerhin hatte er vor, hier ein Ritual abzuhalten, um diesem zu helfen. Ein dunkles und sehr gefährliches Ritual, noch dazu als gelernter Nekromant und nicht etwa Ritualmagier. Ob es ihm überhaupt gelingen sollte? Mallahall hielt dies für keine gute Idee. Sie ignorierte die beleidigenden Worte ihres Dämons - er konnte sie jetzt nicht erschüttern, ganz zu seinem eigenen Verdruss. Auch von Mallahall würde er im Augenblick keine Spur dunkler Essenz abbekommen, die seinen Hunger hätte stillen können. Doch Etelins Vorhaben sollte dieses Gefühl aus der Welt schaffen.
"Du willst ein Tor in den Harax öffnen? Etelin, weißt du, was du da sagst?" Die Lichtmagierin war entsetzt. "Das kannst du nicht tun! Es ist zu gefährlich. Etelin, hör mir gefälligst zu!" Sie stampfte mit dem Fuß auf, eine unter Frauen beliebte, aber gleichermaßen erfolglose Geste. Auch der Lich ignorierte sie. Er begann, einen kleinen Kreis in der Mitte der Lichtung platt zu treten. Er wusste nicht, welchen Teil des Harax er erreichen würde. Vielleicht einen, erfüllt von Feuer. Besser war es, kein Risiko einzugehen. Es war sowieso schon schwierig genug. Etelin versuchte, sich an die Formeln zu erinnern, an die Voraussetzungen und alles, was er über den Zauber zu einem solchen Weltentor gelesen hatte. Viel war es ja nicht gewesen. Wie konnte er nur auf diesen irren Gedanken gekommen sein und sich entschieden haben, es durchzuziehen?!
"Etelin, ich möchte ihm auch helfen. Aber doch nicht so! Du bringst uns alle in Gefahr!"
"Ich schätze deine Anwesenheit, Mallahall. Du bist seine Dämonenherrin und deine Befehlsgewalt würde mich sicherlich mehr als unterstützen, aber wenn du Angst hast, kannst du nach Shyána zurückkehren. Asmodi und ich werden ..." Doch der Dämon keifte dazwischen. Nicht mit einer weiteren Beleidigung, aus seiner Stimme quoll Furcht wie Blut aus einer klaffenden Wunde. Es tropfte schwer zu Boden, bildete eine Lache, hinter die er sich langsam zurückzog. Der Lich wandte sich um. "Doch, Asmodi. Es ist deine letzte Chance. Wir haben keine Wahl. An diesem Ort gibt es keine Schatten für dich."
Aber sogar das Haraxwesen sträubte sich. Es wollte nicht, dass sich ein Zugang in seine Heimat öffnete. Es wollte nicht in seine alte Welt. Mallahall schaute ihn mitleidig an. Konnte er nicht einmal dorthin zurück oder fürchtete er, sie würden ihn ein für allemal dorthin abschieben? War es Aurelius, dessen Furcht da bis an die Oberfläche drang? Könnte er tatsächlich glauben, sie gaben ihn auf? Die Magierin näherte sich Asmodeus mit kleinen Schritten. Ihre Hände hob sie beschwichtigend. "Wir finden einen anderen Weg. Beruhige dich. Niemand wird dich in den Harax stoßen, das lasse ich nicht zu, in Ordnung?" Sie drehte den Kopf. "Warum fürchtet er seine Welt?"
"Weil es ein grauenhafter Ort ist", antwortete Etelin. Er bereitete alles weiter für das Ritual vor. Mallahall biss sich auf die Unterlippe. "Tu es nicht. Siehst du nicht, dass sogar er sich fürchtet? Etelin, das ist blanker Wahnsinn. Bitte! Lass es!" Aber diesem kleinen Mann konnte sie nichts befehlen. Auch der Lich wusste, was er tat. Er wusste, dass es Wahnsinn war, aber wie er bereits sagte, war es zugleich Asmodis letzte Möglichkeit. In allen anderen Fällen würde er verhungern, was auch zur Folge hätte, dass er vermutlich zu schwach wäre, den menschlichen Wirt weiter mit haraxischer Energie zu versorgen. Aurelius würde in seinem eigenen Körper vergehen, zusammen mit seinem Parasiten. Etelin tat es demnach nicht nur für den Dämon, sondern auch für den Menschen. Beide sollten von seiner Wahnsinnsaktion profitieren. Er musste es einfach versuchen und Etelin war schließlich bereits in Zyranus dafür bekannt gewesen, jegliche Methoden anzuwenden, um ein Ziel zu erreichen. Die Zyraner hatten ihn und seine Art Magie zu praktizieren gehasst. Sicherlich waren nicht wenige unglücklich darüber, als man entschied, seinen Verstand lahm zu legen. Wenn sie nur wüssten, was er im Begriff war zu tun. Es könnte funktionieren, aber gleichermaßen könnte es auch erheblich schiefgehen.
"Ich bitte dich ein letztes Mal: Beende es, bevor es kein Zurück mehr gibt, Etelin." Mallahall stand in Asmodis Nähe. Sie wollte nicht gehen, das konnte sie nicht. Aber sie wollte auch nicht tatenlos zusehen, wenn der Lich versuchte, einen Weg zum Harax zu öffnen. Er musste die Aktion abbrechen, ehe Unschuldige zu Schaden kamen. Er musste es beenden!
"Mallahall, ich bitte dich jetzt, zu schweigen. Ich muss mich konzentrieren." Dieser sture, kleine Mann! Er zückte ein Säcklein, in dem sich gemahlene Kreide befand. Diese streute er nach und nach auf den Boden, bis sich ein Kreis aus weißem Kreidepulver um ihn herum gebildet hatte. In diesen Kreis legte er aus trockenen Zweigen ein Pentagramm, das er anschließend mit Feuerstein und Zunder anzündete. Das Feuer loderte nicht hoch, schwelte nur. Die Zweige sollten verkohlen. Lebende Substanzen halfen nicht, wenn man sich Zugang zum Harax machen wollte. Er achtete nicht mehr auf Mallahall und auch nicht auf Asmodi, der nach einer anderen Möglichkeit forderte. Er wollte etwas oder jemanden quälen. "Das genügt nicht mehr, dein Hunger ist zu groß", murmelte Etelin. Er wusste nicht einmal, ob der Dämon ihn hören konnte. Vielleicht versuchte er nur, sich vor sich selbst zu rechtfertigen, indem er die Fakten offen aussprach. "Hör in dich hinein. Du weißt, dass ein bisschen Qual dich nicht mehr sättigen kann. Du brauchst Finsternis. Ich bringe sie dir." Er riss die Arme hoch. "ICH BRINGE SIE DIR BEI FALDOR UND MANTHALA, BEI ALLEN FINSTEREN MÄCHTEN, DIE MIR ZU EIGEN SIND!" Er begann um den Kreis herum zu gehen. Dabei streute er weitere Utensilien auf die Erde. Es handelte sich nicht um Kreide, denn diese kleinen Partikel vergingen in glitzernden Flammen, ehe sie den Boden berührten. Dann sprühten winzige Funken.
Mallahall wich noch weiter zurück. Es gab jetzt wirklich kein Zurück mehr. Sie schwieg. Sie wusste, nun einzuschreiten, wäre verheerend. Ihre einzige Möglichkeit blieb, still zu bleiben und zu beobachten. Sollte etwas schiefgehen, musste sie mit ihrer Lichtmagie schlimmstes verhindern. Es war ihre einzige Option. Etelin setzte das Ritual fort. Er streckte beide Arme aus, dass seine Gewänder vom leichten Wind auf der Lichtung aufgebauscht wurden. "Mächte der Finsternis, des Hasses, andere Welten, hört meinen Ruf. Harax, ich rufe dich! Nur du sollst mich hören und nur du sollst dich öffnen, wenn ich die Formel spreche. Beuge dich meinem Willen, grenzenlose Welt absoluten Chaos. Beuge dich meiner Forderung, Schleier, der Harax und Celcia trennt. Ich löse deine Fäden. Ich bin der Entwirrer. Ich schaffe ein Loch. Dein Stoff reißt. ÖFFNE DICH! ÖFFNE DEN WEG ZUM HARAX!"
Über dem Hain blitzte es. Dunkle Wolken hatten sich gebildet, aber so zentral, dass man nicht von einem plötzlich auftauchenden Gewitter sprechen konnte. Die gesamte Lichtung lag im Dunkeln. Der Wind wurde stärker, er zehrte an der Kleidung beider Magier. Asmodi mochte einen Geschmack auf der Zunge spüren, der ihm vertraut vorkam. Er schmeckte bitter, zugleich aber auch nach Heimat. Und dann geschah es. Inmitten des Pentagramms aus verkohlten Zweigen, als Grenze nur einen Kreis magischer Kreide, tat sich ein ovales Loch auf. Das Weltengefüge erzitterte und die Luft selbst schien zu zerreißen. Die Ränder dieses Zugangs hingen in Fetzen, dabei waren sie doch Teil dieser Welt. Es war Materie. Ein Stück von Celcia hing in Fetzen! Auf der anderen Seite explodierten Vulkane. Sie spuckten grünes und blaues Feuer in einen glühenden Himmel. Felsgestein, in dem verzerrte Fratzen des Wahnsinns zu erkennen waren, türmten sich zu einem nicht enden wollenden Gebirge purer Qualen auf. Rauch waberte aus diesem Weltenloch. Wo er auf celcianischen Boden traf, vergingen die Pflanzen. Köstlicher Rauch. Er lockte Dämonen, denn Finsternis war sein Grundbestand. Ihm folgten blaue Flammenzungen, die nichts Stoffliches verbrannten. Nein, dieses Feuer ließ Seelen lodern.
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Re: Ritual im Hain

Beitrag von Asmodeus » Samstag 20. August 2011, 22:54

"Wir finden einen anderen Weg. Beruhige dich. Niemand wird dich in den Harax stoßen, das lasse ich nicht zu, in Ordnung?" Asmodi starrte sie an. „MRhrhr!“ Knurrte er unruhig. Wälzte sich am Boden rum. Ehe er wieder unruhig zu Etelin blickte.

"Warum fürchtet er seine Welt?" „ICH FÜRCHTE MICH NICHT!“ Keifte er ihr wütend entgegen. Was für eine Unterstellung! Er, ein Wesen des Harax fürchtete sich vor gar nichts! Dämonen kannten keine Angst! Zumindest wollte sich Asmodi dies gerade einreden. Im Harax würde man ihn zerfetzen, an seinen Erzeuger wollte er schon gar nicht denken. Besonders weil er einen Sohn gezeugt hatte, ja, gezeugt und nun nicht mal in der Lage war ihn mit in den Harax zu nehmen. Castus war ein Wertvolles Wesen, denn er war vermutlich der einzige, echte Nachkomme eines Dämons der seinen Wirtskörper zur Paarung genutzt hatte. Castus konnte der erste Spross einer Generation neuer Dämonen sein, einer Dämonenart die sich an die Gegebenheiten von Celcia anpassen konnte und keinen Wirtskörper mehr brauchen würde. Ja, sein Sohn würde eines Tages der Herr Celcias sein… und er jener über seinen Sohn. Hoffentlich hatte er nicht die elendige Sterblichkeit geerbt bekommen von seinem schwächlichen menschlichen Vater und seiner Mutter.
"Weil es ein grauenhafter Ort ist"

„WAS WEISST DU ELENDIGER LICH DENN SCHON ÜBER DEN HARAX? Warst du jemals dort?! Häääääääääh?“ Keifte er ihm unruhig entgegen. "Tu es nicht. Siehst du nicht, dass sogar er sich fürchtet? Etelin, das ist blanker Wahnsinn. Bitte! Lass es!" „ICH Fürchte mich nicht!“ Brüllte er ihr geifernd entgegen. „Aber dieser Halbpatzige möchtegern Ritualmagier legt sich mit Dingen an welche er nicht beherrscht, von welchen er keine Ahnung hat!“ Da erging es Asmodi nicht anders, er wandelte für einen Dämon schon überdurchschnittlich lange auf Celcia und hatte sich selten an den Harax zurückerinnert.

"Ich bitte dich ein letztes Mal: Beende es, bevor es kein Zurück mehr gibt, Etelin." „Jaaarhrhr!“ Da war er sich ausnahmsweise mal mit Mallahall einig. "Das genügt nicht mehr, dein Hunger ist zu groß" „Hungerrrhrrhrh! Jaaaaaaaaaaaarhrhrhrh!“ Keifte er geifernd. „Seeeeleeeen! Ich will Seeeeleeeen! Gib mir doch deine du verkrüppelter alter Mann!“ Schlug der Dämon vor. Seine sticheleien waren auch schon von besserer Qualität gewesen, aber es ging dem Dämon tatsächlich einfach nicht gut. Schliesslich zehrte es ihn beinahe aus vor Hunger.

"Hör in dich hinein. Du weißt, dass ein bisschen Qual dich nicht mehr sättigen kann. Du brauchst Finsternis. Ich bringe sie dir." „warum gehen wir nicht einfach ins Dorf… schnappen uns ein kleines Elfenmädchen, schänden es, demütigen es und verstümmeln es! Das wäre süsse Finsternis genuuuuuuuuuuuuuuug!“ Vielleicht war Mallahal bei dieser Alternative der Harax doch lieber. Der Dämon hockte sich unruhig in den Kreis. Hechelnd. Abwartend. Er musterte Etelin unruhig. Er hatte recht. Verdammt er hatte Hunger, brauchte Finsternis. Brauchte sie dringend! Er wollte ja den Harax nicht gänzlich eröffnen sondern nur so weit und so lange damit Asmodi einen tiefen Atemzug würde nehmen können – soweit der Plan. Nur war das Problem dass in letzter Zeit ihre Pläne nie wirklich so verliefen wie sie sich dies vornahmen.

"ICH BRINGE SIE DIR BEI FALDOR UND MANTHALA, BEI ALLEN FINSTEREN MÄCHTEN, DIE MIR ZU EIGEN SIND!"“ HAH! Stümper! Götter! HAHAH! Der Harax liegt WEIT über den GötterN! Diese Mächte bringen dir gar nichts!“
Asmodi gesellte sich zu seiner Herrin. Als würde er unbewusst bei ihr Schutz suchen. Er hockte sich neben sie hin. Kauerte, lauerte. Sah angespannt und unruhig dem Treiben zu.

"Mächte der Finsternis, des Hasses, andere Welten, hört meinen Ruf. Harax, ich rufe dich! Nur du sollst mich hören und nur du sollst dich öffnen, wenn ich die Formel spreche.“ Der Dämon sah sich um. Noch fühlte er gar nichts. Kein Portal welches sich zu öffnen gedachte. Den Portaldämonen würde es nicht gefallen was Etelin hier gerade tat. Der Harax war kein verfluchtes Fenster welches man öffnen und schliessen konnte wie man wollte. Der Harax hatte seine eigenen Gesetze und die waren so gar nicht mit Celcia verwandt.

“ Beuge dich meinem Willen, grenzenlose Welt absoluten Chaos. Beuge dich meiner Forderung, Schleier, der Harax und Celcia trennt. Ich löse deine Fäden. Ich bin der Entwirrer. Ich schaffe ein Loch. Dein Stoff reißt. ÖFFNE DICH! ÖFFNE DEN WEG ZUM HARAX!" Gebannt starrte der Dämon zum Kreis. Plötzlich blitzte es über dem Hain und Asmodi konnte einen vertrauten Geschmack auf seiner Zunge spüren. Sofort sprang er in den Kreis. Reckte seinen Haupt empor. „RHrhrhahRHRHR!“

Grollte er laut. Starrte in das Ovale Loch welches sich auftat. Dieser wunderbar köstlich duftende Rauch. Fressen! Das war etwas an was es im Harax nie gemangelt hatte. Dort gab es immer genügend Fressen für alle. Er konnte sich nicht zurückhalten, zu verlockend war der Duft des Harax, zu süsse Qualen warteten dort auf ihn. Er sprang darauf zu. Zog tief die Luft ein. „Jahrhrrhrhhr!“

In seiner Not, in seinem Hunger und seiner Gier liess er jegliche Vorsicht fallen - nicht dass er prinzipiell Vorsichtig war.

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Re: Ritual im Hain

Beitrag von Erzähler » Dienstag 23. August 2011, 07:26

Für Asmodi nahm die Welt eine andere Form an. Gerüche strömten aus diesem kleinen Riss, verlockend finster und mit einem Beigeschmack an Qual. Das waren Düfte wie sie ein hungriger Mensch aufsaugen würde, der nach Hause an einen reich gedeckten Tisch einkehrte. Mit ihnen kam der Qualm. Dünne Rauchschwaden, die sich ihren Weg nach Celcia suchten wie eine schleichende Krankheit. Sie breiteten sich langsam auf der Lichtung aus, hüllten sie in einen tief hängenden, schweren Nebel. Es war ein Dunst, der nicht mit dem natürlichen Nebel der Göttin Manthala zu vergleichen war. Er besaß einen purpurnen sowie nachtblauen Akzent, im steten Wechsel zwischen Grau und Schwarz.
Bizarre Schreie drangen aus dem ovalen Loch in diese Welt. Ein magisch geschaffener Durchgang, gerade groß genug für einen Mann oder eine Frau, um sich hindurch zu zwängen. Dahinter lag der Harax, Reich so vieler Dämonen, dass man sie nicht zählen konnte. Asmodi, gelockt von all dem Finsteren dieser anderen Seite, erreichte den Zugang. Er erhaschte einen Blick in diese zweite Welt. Sie war bizarr, so bizarr wie er selbst.
Die meisten celcianischen Ritualmagier durften einen ähnlichen Blick genießen, ehe es ihnen gelang, mittels ihrer Kräfte an diesem Part des Harax vorüber zu ziehen und sich jene Ebene zu suchen, auf der ein Dämon nach ihren Wünschen hauste - sofern ihre Anrufung überhaupt gelungen war. Denn die meisten Ritualmagier, so auch Etelin und dieser war im Grunde Nekromant, öffneten einen Weg in den Harax auf die Ebene der Q'lalar. Das war ein neutrales Dämonenvolk. Ja, Dämonen galten als dermaßen chaotisch, dass sie sogar neutrale Wesenheiten hervor brachten, nur um sich der Ordnung des Chaos zu widersetzen. Die Q'lalar waren eine solche Schöpfung. Sie waren Wächter, Wegbereiter. Sie öffneten die Portale zu anderen Ebenen, anderen Teilen des Harax, in denen sich die grausigsten Geschöpfe tummelten. Gestalten und Monstren, die sich kein Mensch so wirklich vorstellen konnte. Die Q'lalar kamen großen Ungeheuern gleich, mit allerlei Hörnern und schwarzen Lederschwingen, die ihnen sogar das Fliegen ermöglichten.
Das derzeitige Exemplar eines solchen Vertreters trug die Schwingen wie einen Umhang. Kleine Endkrallen hielten ihn um den Körper, als seien sie eine Fibel, die sich über der Brust zusammenhaken ließ. So verdeckten die sonst ausgebreiteten, mächtigen Schwingen den gesamten Körper, der von einem bleichen Grau war. Auf dem Kopf der Bestie thronte ein Paar gewaltiger Hörner, größer noch als die eines Stieres. Damit allein könnte er jemanden mehr als tötlich verletzen - wenn er denn wollte. Doch wie bereits erwähnt, die Q'lalar waren neutral. Dass man jedoch unerlaubt ein Portal auf ihre Ebene öffnete, gefiel keinem dieser Wesen.
Die Bestie wandte sich um. Den ersten, den sie erblickte, war Asmodi, aber der interessierte sie nicht. Ein Paar geschlitzter, gelb glühender Augen richtete sich auf Etelin. "Menschling, du wagst es, einen Weg zum Harax zu öffnen?"
Etelins Augen weiteten sich, aber das war auch die einzige Reaktion, die der Dämon zu seiner unheimlichen Erscheinung bekommen sollte. Der Lich machte einen Schritt auf den Riss zu, aber der Q'lalar hob im selben Augenblick seine Hand. Es handelte sich um eine Pranke, größer als Etelins Kopf und mit Krallen, die geschärften Dolchen gleich kamen. "Das ist nah genug. Beantworte meine Frage, Mensch." Der Lich nickte. Es war besser, mit dieser Bestie zu kommunizieren und sich zu erklären. Er konnte nicht auf Vernunft hoffen, kannte er doch Asmodi und trotzdem schien dieses Haraxwesen mehr Ruhe als der eigene Dämon auszustrahlen. "Wir beabsichtigen nicht, euch in eurer Welt lange zu stören. Gewährt unserem Freund nur einen Moment der haraxischen Finsternis. Danach werde ich das Loch wieder schließen."
Der Q'lalar wandte sich um. Nun richtete sich seine Aufmerksamkeit auf Asmodi. Er beäugte ihn lange, erkannte, was er war. Da hockte kein Dämon. Das war er nicht. Es war ein Parasit, eine Niedergeburt einstiger haraxischer Schönheit. Er hüllte sich in Menschengestalt, obgleich er doch einen eigenen Körper besaß. Entweder war er nicht mächtig genug, diesen auf Celcia zu tragen - Q'lalar konnten dies als neutrale Individuen - oder er wollte es gar nicht. In den Augen anderer Haraxianer wäre er ein schwaches Gewürm, auf das sie sich stürzen und das sie vernichten sollten. Im Harax konnten sich Dämonen gegenseitig fressen. Doch aus Sicht des Q'lalar war es nur ein Dämon in einem Menschenkörper. Er bildete sich kein Urteil, blieb neutral. Doch eines verlangte er: "Du kennst den Preis für Zugang zum Harax, wohin auch immer, Mensch."
"Ich ... nein"
, gestand Etelin. Er war kein Ritualmagier. Von einem zu zahlenden Preis wusste er nichts. Der Q'lalar grinste. Jetzt war es an ihm, diesen Preis einzufordern und das würde er auch tun. Er hatte längst etwas entdeckt, das dem Moment für Asmodis kleine haraxische Mahlzeit aus Finsternis von der Wertigkeit her gleich kam. Seine gelben Augen funkelten, als sich besagter Preis darin widerspiegelte. Er nickte. "Der Dämon soll nochmal einen tiefen Zug nehmen. Du wirst das Loch verschließen, aonsonsten werde ich es tun. Ich habe meinen Lohn erhalten. Stört nun das Chaos des Harax nicht länger, Mensch!" Der Q'lalar zog sich in den Riss zurück, wobei er Asmodi kurz mit einer seiner Schwingen streifte. Es ging so viel Dunkelheit davon aus, dass sich der Parasit in seinem Wirt ausgeglichen und satt fühlte, allein von dieser einen Berührung. Der Riss begann sich zu schließen. Offenbar war der Q'lalar zufrieden, aber was hatte er eingefordert?
"ETELIN! ASMODEUS!" Wie war sie in den Harax gekommen? Mallahall stand dicht neben der dämonischen Bestie, umgeben von einer Fesselung aus schwarzem Rauch. Der Schreck stand auch ihr ins Gesicht geschrieben, die Augen waren weit geöffnet, das Haar fiel ihr über die Schultern. "Ich fordere immer etwas Magisches", antwortete der Q'lalar, als sich das Loch mit einer einzigen Bewegung seiner Hand zu schließen begann.
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Re: Ritual im Hain

Beitrag von Asmodeus » Freitag 2. September 2011, 20:10

Asmodi krabbelte immer näher auf das Loch zu. Der Harax war seine Heimat, ein Nest unerschöpflicher Nahrung. Für einen ausgehungerten Dämon ein wahres Paradies.Sicherlich, er hatte nicht die Absicht zurückzukehren, würde ihm vermutlich nicht gut bekommen. Schon gar nicht wenn er seinen Wirtskörper mit sich trug. Aber dennoch lockte ihn die Heimat. Welcher Mann konnte schon von sich behaupten dass er nicht schwach wurde wenn es frisch nach von seiner Mutter gebackenem Kuchen roch? Etwa so fühlte sich gerade der Dämon.
Er blickte zu den Portaldämon. Er kannte sie, jedes Wesen des Harax kannte sie und im Gegensatz offenbar zu Etelin wusste Asmodi auch dass man den Harax nie ohne Gegenleistung bemühen durfte. Was konnten sie ihm bieten?

Er knurrte als der Q’lalar ihn lange musterte. Der Rauch in seinen Augen flackerte unruhig auf. Er spürte wie dieses Wesen ihn abtastete, ihn musterte. Asmodi machte sich gross. Sein blauer Haarkamm stellte sich bedrohlich auf. Sicherlich, seine menschliche Gestalt war nicht im geringsten so beeindruckend wie seine echte Form, doch mit dieser konnte er hier in Celcia nicht herum wandeln. Nur die Q’alar konnten dies aber welches Interesse sollten sie haben? Sie waren nur die Torwärter, sie hatten keinen Drang nach Expansion. Im Vergleich zur Grösse des Harax war Celcia ja nicht einmal ein Garten.

“Ich entstamme dem ehrenwerten Gezücht des grossen Ashmodai Daeva!“ Brüstete sich der Dämon weil er merkte dass er für geringwertig beurteilt wurde. Nicht weil dies für die Q’alar in irgend einer Weise relevant gewesen wäre, doch sie waren nicht nur neutrale sondern auch neugierige Wesen und sie hatten offenbar gerade die Überlebenswahrscheinlichkeit von Asmodi eingeschätzt ä und ihn für niederwertig empfunden. Das passte dem Dämon natürlich ganz und gar nicht. „Keiner vor mir konnte so lange auf dieser wiederlichen grünen Welt wandern wie ich! Keiner hatte auch je einen menschlichen Sohn gezeugt der sein dämonisches Erbe trug. Vermutlich wäre diese Information eindrücklicher gewesen. Aber damit ging Asmodi nicht hausieren. Er wollte sein Erbe schützen. Ein natürlicher Instinkt, vielleicht mehr menschlich denn Dämonisch. Sein eigener Erzeuger hatte sich schliesslich auch nicht wirklich um Asmodis Wohl geschert, aber dies auch nur weil Dämonen sehr schnell für sich selbst sorgen mussten. Sie mussten in der Lage sein selbst zu überleben, ansonsten würden die Bestien des Harax sie verschlingen.

""Der Dämon soll nochmal einen tiefen Zug nehmen. Du wirst das Loch verschließen, aonsonsten werde ich es tun. Ich habe meinen Lohn erhalten. Stört nun das Chaos des Harax nicht länger, Mensch!" „ICH BIN ASMODI! NICHT DER DÄMON!“ Es passte ihm gar nicht dass die Q’alar ihn beinahe schon gänzlich ignorierten. Selbst die schienen ihn als den Köter der Menschen anzusehen! Wie ärgerlich! Ausserdem machte ihn die pulsierende Energie des Harax unruhig. Brachte seine dämonische Existenz in förmliche Wallung. Er sprang auf den Q’alar zu, wusste nicht was für einen Lohn er meinte. Sie hatten ihm doch gar nichts gegeben .Doch dann wurde er von den Schwingen des Dämons berührt und in jenen Momenten war ihm alles egal. Er atmete tief durch. „MRHRHRHRHRHRH!“ Grollte wunderbar dämonisch auf.

„JAAAAAAAAAAAAAAAAARHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!“ Knurrte er voller Wonne. „MEHHHHHHHHHHHHRR!R!!!!“ Er frass sich satt innert Sekunden. „HAHAHAHRHRHR!“ Er wetzte wohlig seine Klauen am toten Hain. Fühlte sich unendlich wohl und mächtig. Die düstere Energie pulsierte in seinen Adern. Er war voller finsterem Tatendrang. Oh ja er hatte lust Völker zu zerstören, zu Morden zu Lynchen zu Quälen. Er schwelgte in seinen genüsslichen Gedanken bis er jäh unterbrochen wurde.

"ETELIN! ASMODEUS!" Etwas zwickte tief in ihm. Seine Herrin brauchte ihn. Er brüllte auf. Starrte in den Riss hinein. „NEINRHRRRRRRRRRR!“ Keifte der Dämon. „HEEEEEEEEEERRRRRRRRRRINNNN!“ Mit seiner Träne hatte er sich an sie gebunden. Er musste ihr folgen wenn sie nach ihm rief und musste ihr helfen wenn sie in Not war… und ja, in den Harax gerissen zu werden, sowas war eine grosse Not für einen Menschen! Asmodi dachte über nichts mehr nach. Sondern sprang dem Q’alar hinterher. Nicht mal seine menschliche Hülle liess er zurück. Er versuchte in den Harax zu springen, so wie er gerade war. Schwächlich, in der Form des Menschen gefangen… und dennoch, er musste seiner Herrin beistehen. Er musste. Dies Band konnte er nicht brechen, hatte er es doch selbst geknüpft.

Welch törrichter Narr dieser verfluchte Lich doch war! Würde er nun alleine zurückbleiben müssen und mit ansehen müssen wie der Harax seine Begleiterin und liebgewonnene Freundin Mallahall verschlang… und vielleicht auch den kleinen, viel zu menschlich gewordenen Dämon der gerade hinterher sprang und noch versuchte durch den Riss zu schlüpfen

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Re: Ritual im Hain

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 7. September 2011, 08:17

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