Ein neuer Tag beginnt...
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Re: Ein neuer Tag beginnt...
Advena verließ ihre Unterkunft nur widerwillig. Ein kalter Wind wehte vom Meer her, doch die schwarzen Wolken, die schon seit Wochen über der Stadt hingen, konnte er auch nicht vertreiben. Es war als ob die Wolken festgewachsen wären. Obwohl es nicht regnete, rechnete die junge Zigeunerin fest damit…und das jeden Tag. Doch die Wolken wollten sich nicht ausregnen, wodurch sie ja wahrscheinlich auch verschwunden wären. Die einzige Feuchtigkeit in der Stadt stammte vom Meer, sie kam mit der Dünung, die über die Kaimauer spritzte, mit dem Wind und mit dem Nebel, der gelegentlich morgens über der Stadt hing.
Sie wanderte am Hafenbecken entlang, doch leider war nicht all zuviel los. Nur wenige, meist kleinere Schiffe, lagen im Hafen. Etwas weiter entfernt erkannte sie die großen Kriegsschiffe der andunischen Flotte. Doch dort kam sie nicht hin, der Militärhafen wurde streng bewacht, und eine Zigeunerin wurde dort nicht hereingelassen. Zu groß war die Furcht der Wachen vor einem Diebstahl. Advena lächelte schwach…so unrecht hatten die Wachen mit ihrer Angst nicht.
Vor einem kleinen Schoner entdeckte sie einen alten Seebären, der ein Seil aufspleiste, wohl um es neu zusammen zu drehen und zu reparieren. Er bot einen malerischen Anblick, wie er auf dem Poller hockte an dem der Schoner festgemacht war, die Pfeife im Mund und mit schneeweißen Haaren und einem ebensolchen Vollbart. In den schwieligen Händen hielt er ein kleines Seemannsmesser, welches er benutzte um die Seilstränge voneinander zu trennen.
Als die junge Zigeunerin am Rande seines Sichtfeldes auftauchte hob er den Kopf.
„Hallo kleines Fräulein!“
meinte er mit einer vollen, freundlichen Stimme, doch etwas nuschelnd, da er die Pfeife nicht aus dem Mund nahm.
„Was führt dich denn hier runter an den Hafen? ´s ist hier kein Ort für jemanden wie dich, außerdem isses hier am Wasser zu kalt, um ohne Schuhe rumzulaufen. Da brauchste schon so was wie das hier!“
Er nahm die Pfeife aus dem Mund, schmatzte laut und deutete dann mit dem Pfeifenstiel auf seine schweren Lederstiefel.
Dann zeigte er mit dem Kopf auf eine kleine Kiste, die neben ihm stand.
„Komm, setz´ dich zu mir! Siehst hungrig aus, kriegst wohl zu Hause nich viel, oder?“
Sie wanderte am Hafenbecken entlang, doch leider war nicht all zuviel los. Nur wenige, meist kleinere Schiffe, lagen im Hafen. Etwas weiter entfernt erkannte sie die großen Kriegsschiffe der andunischen Flotte. Doch dort kam sie nicht hin, der Militärhafen wurde streng bewacht, und eine Zigeunerin wurde dort nicht hereingelassen. Zu groß war die Furcht der Wachen vor einem Diebstahl. Advena lächelte schwach…so unrecht hatten die Wachen mit ihrer Angst nicht.
Vor einem kleinen Schoner entdeckte sie einen alten Seebären, der ein Seil aufspleiste, wohl um es neu zusammen zu drehen und zu reparieren. Er bot einen malerischen Anblick, wie er auf dem Poller hockte an dem der Schoner festgemacht war, die Pfeife im Mund und mit schneeweißen Haaren und einem ebensolchen Vollbart. In den schwieligen Händen hielt er ein kleines Seemannsmesser, welches er benutzte um die Seilstränge voneinander zu trennen.
Als die junge Zigeunerin am Rande seines Sichtfeldes auftauchte hob er den Kopf.
„Hallo kleines Fräulein!“
meinte er mit einer vollen, freundlichen Stimme, doch etwas nuschelnd, da er die Pfeife nicht aus dem Mund nahm.
„Was führt dich denn hier runter an den Hafen? ´s ist hier kein Ort für jemanden wie dich, außerdem isses hier am Wasser zu kalt, um ohne Schuhe rumzulaufen. Da brauchste schon so was wie das hier!“
Er nahm die Pfeife aus dem Mund, schmatzte laut und deutete dann mit dem Pfeifenstiel auf seine schweren Lederstiefel.
Dann zeigte er mit dem Kopf auf eine kleine Kiste, die neben ihm stand.
„Komm, setz´ dich zu mir! Siehst hungrig aus, kriegst wohl zu Hause nich viel, oder?“
Zuletzt geändert von Erzähler am Donnerstag 22. März 2007, 18:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein neuer Tag beginnt...
Der alte Seemann brummte etwas Unverständliches vor sich hin und schob sich die Pfeife wieder in den Mund. Er griff hinter sich und brachte eine kleine Ledertasche zum Vorschein, die er Advena in die Hand drückte.
„Hier,“
nuschelte er,
„Da drin ist etwas Brot und eine Flasche Wasser. Du kannst alles aufessen, aber bitte gib mir Tasche und Flasche wieder.“
Er sah sie aus zusammengekniffenen Augen an, und die Zigeunerin stellte überrascht fest, dass seine wasserblauen Augen trotz der vielen Falten und Krähenfüße um sie herum wach und intelligent wirkten, beinahe wie bei einem Wiesel.
„Was ich hier mache? Nun, ich repariere das Seil. Seile sind teuer, und der Alte, ich mein´, der Kap´tän von dem Kahn hier, der will nur ungern neue kaufen. Also dreh´ ich die Seile auf, entferne die kaputten Fasern, setz´ neue rein und dreh´ das Ganze wieder zusammen…und schwupp, das Seil ist wie neu. Was machst du denn hier? ´n Seemann bist du nich, dass is ja mal klar!“
er lachte fröhlich.
„Du siehst aber auch nich´ aus als wärste eins von den leichten Mädels, die hier im Hafen rumstreunen um alten Seeleuten wie mir die letzten Goldstücke abzuluchsen. Also?“
Während er auf eine Antwort wartete sah er Advena nicht an, sondern arbeitete konzentriert an seinem Seil. Mit flinken Fingern drehte er das Seil auf, zerschnitt verwirrte Stränge mit seinem Seemannsmesser und ordnete sie Stränge in sechs kleine Haufen aus Schnüren.
„Hier,“
nuschelte er,
„Da drin ist etwas Brot und eine Flasche Wasser. Du kannst alles aufessen, aber bitte gib mir Tasche und Flasche wieder.“
Er sah sie aus zusammengekniffenen Augen an, und die Zigeunerin stellte überrascht fest, dass seine wasserblauen Augen trotz der vielen Falten und Krähenfüße um sie herum wach und intelligent wirkten, beinahe wie bei einem Wiesel.
„Was ich hier mache? Nun, ich repariere das Seil. Seile sind teuer, und der Alte, ich mein´, der Kap´tän von dem Kahn hier, der will nur ungern neue kaufen. Also dreh´ ich die Seile auf, entferne die kaputten Fasern, setz´ neue rein und dreh´ das Ganze wieder zusammen…und schwupp, das Seil ist wie neu. Was machst du denn hier? ´n Seemann bist du nich, dass is ja mal klar!“
er lachte fröhlich.
„Du siehst aber auch nich´ aus als wärste eins von den leichten Mädels, die hier im Hafen rumstreunen um alten Seeleuten wie mir die letzten Goldstücke abzuluchsen. Also?“
Während er auf eine Antwort wartete sah er Advena nicht an, sondern arbeitete konzentriert an seinem Seil. Mit flinken Fingern drehte er das Seil auf, zerschnitt verwirrte Stränge mit seinem Seemannsmesser und ordnete sie Stränge in sechs kleine Haufen aus Schnüren.
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Re: Ein neuer Tag beginnt...
„Hm…“
machte der Seemann nur. Eine Zeitlang arbeitete er konzentriert vor sich hin, ohne Advena auch nur eines Blickes zu würdigen. Er schien sie gar nicht mehr wahr zu nehmen. Doch als sie bereits aufstehen und gehen wollte hob er wieder den Kopf.
„Kannst du anpacken? Hör zu, du scheinst mir ein aufgewecktes Ding zu sein, und du hast sicher besseres verdient. Unser Smut hat gestern abgeheuert, und der Alte sucht händeringend nach ´nem Neuen. Vielleicht würde er dich anheuern lassen. Wenn du Interesse hättest natürlich. Dein Job wäre es, Verpflegung für die Mannschaft zu organisieren, zu kochen und so weiter. Wenn du magst kannst du auch was über das Seemannshandwerk lernen. Ein Patent als Leichtmatrose hat noch keinem geschadet, und Seeleute werden immer gesucht. Und die Zeiten als nur Männer diese Arbeit gemacht haben, die sind eh vorbei.
Die Heuer gilt immer nur von einem Hafen bis zum anderen. Ob du für die nächste Fahrt dabei bist hängt von dir ab, und davon ob du in den Augen des Alten ordentliche Arbeit gemacht hast. Was sagst du? Interesse?“
Der Seemann sah sie aufmerksam an und kaute auf seiner Pfeife herum.
„Ach ja…ein paar ordentliche Klamotten würden auch rausspringen!“
Er zwinkerte.
machte der Seemann nur. Eine Zeitlang arbeitete er konzentriert vor sich hin, ohne Advena auch nur eines Blickes zu würdigen. Er schien sie gar nicht mehr wahr zu nehmen. Doch als sie bereits aufstehen und gehen wollte hob er wieder den Kopf.
„Kannst du anpacken? Hör zu, du scheinst mir ein aufgewecktes Ding zu sein, und du hast sicher besseres verdient. Unser Smut hat gestern abgeheuert, und der Alte sucht händeringend nach ´nem Neuen. Vielleicht würde er dich anheuern lassen. Wenn du Interesse hättest natürlich. Dein Job wäre es, Verpflegung für die Mannschaft zu organisieren, zu kochen und so weiter. Wenn du magst kannst du auch was über das Seemannshandwerk lernen. Ein Patent als Leichtmatrose hat noch keinem geschadet, und Seeleute werden immer gesucht. Und die Zeiten als nur Männer diese Arbeit gemacht haben, die sind eh vorbei.
Die Heuer gilt immer nur von einem Hafen bis zum anderen. Ob du für die nächste Fahrt dabei bist hängt von dir ab, und davon ob du in den Augen des Alten ordentliche Arbeit gemacht hast. Was sagst du? Interesse?“
Der Seemann sah sie aufmerksam an und kaute auf seiner Pfeife herum.
„Ach ja…ein paar ordentliche Klamotten würden auch rausspringen!“
Er zwinkerte.
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Re: Ein neuer Tag beginnt...
Der alte Seemann lächelte, doch bevor er antworten konnte, wurde er von einem riesigen glatzköpfigen Kerl mit einem muskelbepackten, nackten Oberkörper angesprochen.
„Bootsmann! Ich habe mit den Händlern gesprochen. Sie werden unsere Fracht morgen bei Tagesanbruch bringen.“
Der Riese stapfte ohne Advena auch nur anzusehen an dem Alten vorbei, nachdem dieser genickt hatte, und lief erstaunlich geschickt über die schmale Planke an Bord des Schoners. Advena starrte ihm nach und bewunderte die verspielten und verschnörkelten schwarzen Tätowierungen auf dem Rücken des Riesen. Der Seemann deutete ihm mit dem Kopf hinterher.
„Das war Krondos, einer der Matrosen. Stark wie ein Ochse, aber ein bisschen weich im Kopf. Eigentlich ein netter Kerl, wenn man ihn kennt. Komm aber nicht auf die Idee ihn zu reizen! Die Muskeln sind nicht nur zum Prahlen gut. Er hat einmal einen gut bewaffneten und gerüsteten Piraten mit den bloßen Händen erschlagen. Aber zurück zu deiner Frage: Ich werde dich dem Kapitän vorstellen. Angus Parnam heißt er, aber die Mannschaft nennt ihn nur „den Alten“. Dabei ist er noch gar nicht so alt. Fünfzig, sagt er.“
Der Seemann zuckte mit den Schultern.
„Ach ja, und ich bin Bors, der Bootsmann. Wenn du anheuerst, bin ich dein Ansprechpartner. Ich rate dir nicht mit jeder kleinen Frage zum Alten zu rennen. Er ist ein wenig ungeduldig mit neuen Besatzungsmitgliedern. Dass nicht jeder ein geborener Seemann ist, hat er noch nicht begriffen. Naja, dann komm mal mit!“
Bors steckte sein Messer weg und winkte Advena ihm zu folgen, während er über die schmale Planke an Bord des Schoners balancierte.
Advena entdeckte aus den Augenwinkeln am Bug des Schiffes den Namen. <i>Seewolf</i> stand dort in großen schwarzen Lettern.
„Bootsmann! Ich habe mit den Händlern gesprochen. Sie werden unsere Fracht morgen bei Tagesanbruch bringen.“
Der Riese stapfte ohne Advena auch nur anzusehen an dem Alten vorbei, nachdem dieser genickt hatte, und lief erstaunlich geschickt über die schmale Planke an Bord des Schoners. Advena starrte ihm nach und bewunderte die verspielten und verschnörkelten schwarzen Tätowierungen auf dem Rücken des Riesen. Der Seemann deutete ihm mit dem Kopf hinterher.
„Das war Krondos, einer der Matrosen. Stark wie ein Ochse, aber ein bisschen weich im Kopf. Eigentlich ein netter Kerl, wenn man ihn kennt. Komm aber nicht auf die Idee ihn zu reizen! Die Muskeln sind nicht nur zum Prahlen gut. Er hat einmal einen gut bewaffneten und gerüsteten Piraten mit den bloßen Händen erschlagen. Aber zurück zu deiner Frage: Ich werde dich dem Kapitän vorstellen. Angus Parnam heißt er, aber die Mannschaft nennt ihn nur „den Alten“. Dabei ist er noch gar nicht so alt. Fünfzig, sagt er.“
Der Seemann zuckte mit den Schultern.
„Ach ja, und ich bin Bors, der Bootsmann. Wenn du anheuerst, bin ich dein Ansprechpartner. Ich rate dir nicht mit jeder kleinen Frage zum Alten zu rennen. Er ist ein wenig ungeduldig mit neuen Besatzungsmitgliedern. Dass nicht jeder ein geborener Seemann ist, hat er noch nicht begriffen. Naja, dann komm mal mit!“
Bors steckte sein Messer weg und winkte Advena ihm zu folgen, während er über die schmale Planke an Bord des Schoners balancierte.
Advena entdeckte aus den Augenwinkeln am Bug des Schiffes den Namen. <i>Seewolf</i> stand dort in großen schwarzen Lettern.
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Re: Ein neuer Tag beginnt...
Bors führte Advena eine kleine Treppe hinunter, dann einen schmalen Gang entlang und blieb schließlich vor einer Tür stehen.
„Das ist die Kajüte des Kap´täns. Bitteschön, und viel Erfolg!“
Der Bootsmann lächelte aufmunternd und quetschte sich dann an Advena vorbei, um wieder zurück auf das Oberdeck des Schoners zu kommen. Nun stand sie alleine in dem engen, dunklen Gang, der nur von einer Tranlampe notdürftig erleuchtet wurde. Die junge Zigeunerin atmete kurz durch und klopfte dann an die Tür der Kajüte.
„Nur herein!“
tönte eine tiefe, dunkle Stimme aus der Kajüte. Advena drückte die Klinke herunter und betrat die Kajüte. Sie war geschmackvoll eingerichtet, mit dunklem Holz getäfelt und relativ geräumig. Auf einem Tisch lagen Seekarten und merkwürdige, messingfarbene Instrumente herum, dann gab es zwei bequeme Polstersessel und zwischen ihnen ein niedriges Tischlein, auf dem ein Schachspiel aufgebaut war.
Und mitten im Raum stand der Kapitän der <i>Seewolf</i>. Auf den ersten Blick hätte er der ältere Bruder des Bootsmannes sein können. Oder der des riesigen Matrosen, je nachdem von welcher Seite man es betrachtete.
Der Kapitän war ein Mann von gewaltiger Größe, er musste sich in der niedrigen Kajüte ducken, um nicht mit dem Kopf an die Spanten anzustoßen, die an der Decke quer durch den Raum liefen. Auch der Leibesumfang des Mannes war gewaltig, und doch wirkte er nicht fett, sondern eher wie ein riesiger Bär. Sein Gesicht war von einem prachtvollen weißen Vollbart eingerahmt, den Kopf bedeckten ebensolche Haare. Bekleidet war er mit schwerer Lederkleidung, die offenbar ebenso gut gegen das Wetter als auch gegen Waffen schützte. An der Seite trug er einen riesigen Säbel, welcher dem Mann ein äußerst wehrhaftes Aussehen verlieh.
Seine braunen Augen blitzten, als er Advena ansah.
„Nun, schönes Kind, was kann ich für dich tun?“
fragte er mit einem volltönenden Bass.
Advena stellte sich vor und erklärte, dass der Bootsmann sie gefragt hatte ob sie nicht als Smut hier auf dem Schoner anheuern wollte. Nun wäre sie hier und wollte mit dem Kapitän über die Heuer sprechen.
Als sie den Sachverhalt dargelegt hatte, huschte ein Lächeln über das Gesicht des Mannes.
„Hm…du wärst die einzige Frau auf der Seewolf, dass muss dir klar sein. Aber das ist kein Problem, ich kann dich in einer der Passagierkabinen unterbringen. Wirst nicht auf dem Mannschaftsdeck schlafen müssen. Die Heuer beträgt eine Goldmünze pro Seetag, wenn wir im Hafen liegen bekommst du eine halbe Goldmünze pro Tag, also alle zwei Tage eine. Ich weiß, dass ist nicht viel, aber du bist nun mal kein ausgebildeter Seemann. Du wirst für die Mannschaft kochen. Es gibt vier Mahlzeiten am Tag. Frühstück, Mittagessen, Abendessen und den Mittelwächter um Mitternacht für die Nachtwache. Du hast natürlich Hilfe in der Kombüse. Zwei Matrosen, die schon dem alten Smut geholfen haben, werden dich unterstützen. Die Heuer gilt pro Reise. Das bedeutet vom Laden im Hafen über die Fahrt bis zum vollständigen Entladen im nächsten Hafen. Danach kannst du jederzeit abmustern. Oder aber an Bord bleiben, wenn es dir gefällt. Achja, ich biete dir die Möglichkeit, Leichtmatrose zu werden. Das bedeutet, müsstest neben den Arbeiten in der Kombüse noch Aufgaben im Decksdienst übernehmen. Bors würde dich dann anleiten. Also, was sagst du?“
„Das ist die Kajüte des Kap´täns. Bitteschön, und viel Erfolg!“
Der Bootsmann lächelte aufmunternd und quetschte sich dann an Advena vorbei, um wieder zurück auf das Oberdeck des Schoners zu kommen. Nun stand sie alleine in dem engen, dunklen Gang, der nur von einer Tranlampe notdürftig erleuchtet wurde. Die junge Zigeunerin atmete kurz durch und klopfte dann an die Tür der Kajüte.
„Nur herein!“
tönte eine tiefe, dunkle Stimme aus der Kajüte. Advena drückte die Klinke herunter und betrat die Kajüte. Sie war geschmackvoll eingerichtet, mit dunklem Holz getäfelt und relativ geräumig. Auf einem Tisch lagen Seekarten und merkwürdige, messingfarbene Instrumente herum, dann gab es zwei bequeme Polstersessel und zwischen ihnen ein niedriges Tischlein, auf dem ein Schachspiel aufgebaut war.
Und mitten im Raum stand der Kapitän der <i>Seewolf</i>. Auf den ersten Blick hätte er der ältere Bruder des Bootsmannes sein können. Oder der des riesigen Matrosen, je nachdem von welcher Seite man es betrachtete.
Der Kapitän war ein Mann von gewaltiger Größe, er musste sich in der niedrigen Kajüte ducken, um nicht mit dem Kopf an die Spanten anzustoßen, die an der Decke quer durch den Raum liefen. Auch der Leibesumfang des Mannes war gewaltig, und doch wirkte er nicht fett, sondern eher wie ein riesiger Bär. Sein Gesicht war von einem prachtvollen weißen Vollbart eingerahmt, den Kopf bedeckten ebensolche Haare. Bekleidet war er mit schwerer Lederkleidung, die offenbar ebenso gut gegen das Wetter als auch gegen Waffen schützte. An der Seite trug er einen riesigen Säbel, welcher dem Mann ein äußerst wehrhaftes Aussehen verlieh.
Seine braunen Augen blitzten, als er Advena ansah.
„Nun, schönes Kind, was kann ich für dich tun?“
fragte er mit einem volltönenden Bass.
Advena stellte sich vor und erklärte, dass der Bootsmann sie gefragt hatte ob sie nicht als Smut hier auf dem Schoner anheuern wollte. Nun wäre sie hier und wollte mit dem Kapitän über die Heuer sprechen.
Als sie den Sachverhalt dargelegt hatte, huschte ein Lächeln über das Gesicht des Mannes.
„Hm…du wärst die einzige Frau auf der Seewolf, dass muss dir klar sein. Aber das ist kein Problem, ich kann dich in einer der Passagierkabinen unterbringen. Wirst nicht auf dem Mannschaftsdeck schlafen müssen. Die Heuer beträgt eine Goldmünze pro Seetag, wenn wir im Hafen liegen bekommst du eine halbe Goldmünze pro Tag, also alle zwei Tage eine. Ich weiß, dass ist nicht viel, aber du bist nun mal kein ausgebildeter Seemann. Du wirst für die Mannschaft kochen. Es gibt vier Mahlzeiten am Tag. Frühstück, Mittagessen, Abendessen und den Mittelwächter um Mitternacht für die Nachtwache. Du hast natürlich Hilfe in der Kombüse. Zwei Matrosen, die schon dem alten Smut geholfen haben, werden dich unterstützen. Die Heuer gilt pro Reise. Das bedeutet vom Laden im Hafen über die Fahrt bis zum vollständigen Entladen im nächsten Hafen. Danach kannst du jederzeit abmustern. Oder aber an Bord bleiben, wenn es dir gefällt. Achja, ich biete dir die Möglichkeit, Leichtmatrose zu werden. Das bedeutet, müsstest neben den Arbeiten in der Kombüse noch Aufgaben im Decksdienst übernehmen. Bors würde dich dann anleiten. Also, was sagst du?“
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Erzähler
- Gast

Re: Ein neuer Tag beginnt...
Angus Parnam musterte sie einige Sekunden, bevor er antwortete.
„Schlimmer als der letzte Smut kannst du nicht sein. Alles was er gekocht hat schmeckte nach alter Schuhsohle…insofern kann es nur besser werden. Gut, also bist du ab sofort der neue Smut der Seewolf. Ich hab auch direkt den ersten Auftrag für dich, sobald wir die Sache besiegelt haben.“
Er hielt Advena eine riesige Pranke hin und erwartete offenbar, dass sie einschlug.
„Auf gute Zusammenarbeit!“
meinte er grinsend.
„Schlimmer als der letzte Smut kannst du nicht sein. Alles was er gekocht hat schmeckte nach alter Schuhsohle…insofern kann es nur besser werden. Gut, also bist du ab sofort der neue Smut der Seewolf. Ich hab auch direkt den ersten Auftrag für dich, sobald wir die Sache besiegelt haben.“
Er hielt Advena eine riesige Pranke hin und erwartete offenbar, dass sie einschlug.
„Auf gute Zusammenarbeit!“
meinte er grinsend.
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Erzähler
- Gast

Re: Ein neuer Tag beginnt...
@ Shaleya
Bors, der Bootsmann der Seewolf, hatte nachdem er Advena beim Kapitän abgeliefert hatte, den Schoner wieder verlassen.
Fast alles war bereit. Die Händler würden ihre Waren am morgigen Tag bringen, einen Smut hatten sie auch wieder, die Decksmannschaft war komplett, nun fehlte nur noch eine Sache…und Bors hoffte, nicht all zu lange danach suchen zu müssen. Er wandte sich, nachdem er das Schiff verlassen hatte, nach links und steuerte auf die Hafenkneipen zu, als er am Kai direkt neben der Seewolf eine Gestalt sitzen sah. Zunächst maß er der komplett in schwarz gehüllten Person keine größere Bedeutung bei. Wahrscheinlich ein Bettler oder -worauf die Verhüllung hinwies- ein Aussätziger. Er war schob beinahe vorbeigelaufen, als sein Blick auf das Schwert an der Seite der Person fiel. Ein Bettler mit einem Schwert? Wohl kaum! Sollte seine Suche so schnell erfolgreich sein?
„Verzeiht, junger Herr!“
sprach er die Gestalt an,
„würdet ihr mir für einen Moment euer Gehör schenken?“
Bors, der Bootsmann der Seewolf, hatte nachdem er Advena beim Kapitän abgeliefert hatte, den Schoner wieder verlassen.
Fast alles war bereit. Die Händler würden ihre Waren am morgigen Tag bringen, einen Smut hatten sie auch wieder, die Decksmannschaft war komplett, nun fehlte nur noch eine Sache…und Bors hoffte, nicht all zu lange danach suchen zu müssen. Er wandte sich, nachdem er das Schiff verlassen hatte, nach links und steuerte auf die Hafenkneipen zu, als er am Kai direkt neben der Seewolf eine Gestalt sitzen sah. Zunächst maß er der komplett in schwarz gehüllten Person keine größere Bedeutung bei. Wahrscheinlich ein Bettler oder -worauf die Verhüllung hinwies- ein Aussätziger. Er war schob beinahe vorbeigelaufen, als sein Blick auf das Schwert an der Seite der Person fiel. Ein Bettler mit einem Schwert? Wohl kaum! Sollte seine Suche so schnell erfolgreich sein?
„Verzeiht, junger Herr!“
sprach er die Gestalt an,
„würdet ihr mir für einen Moment euer Gehör schenken?“
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Erzähler
- Gast

Re: Ein neuer Tag beginnt...
@Shaleya:
Bors zog überrascht die Augenbrauen nach oben als er erkannte dass er eine Frau angesprochen hatte. Doch er fing sich schnell wieder. Die Zeiten hatten sich geändert seit er jung war. Frauen fuhren zur See, wie der neue Smut bewies, warum sollten sie also keine Waffe schwingen können?
„Äh…nun, ich komme von dem Schoner dort hinten,“
er wies zurück zum „Seewolf“,
„Wir laufen morgen abend nach Sarma aus, und der Kap´tän sucht noch jemanden, der geschickt mit dem Schwert ist. Wir hatten einige Probleme mit Piraten, und bevor wir wieder eine komplette Ladung verlieren, wollte der Kap´tän diesmal einen Söldner anheuern. Was denkt ihr?“
@Advena
Angus Parnam grinste breit als Advena einschlug. Er drückte ihre Hand fest, ließ sie dann los und setzte sich hinter seinen Schreibtisch.
„In Ordnung, Smut. Hier ist dein erster Auftrag. Geh in die Stadt und kauf Verpflegung für 15 Mann und eine Woche. Hier sind 250 Goldstücke, damit solltest du auskommen. Achja, und lass dir von Bors zwei Matrosen zuteilen, die dir beim tragen helfen.“
Der Kapitän reichte ihr einen schweren Beutel, nickte und vertiefte sich in einige Unterlagen auf seinem Schreibtisch, was Advena als Aufforderung zum gehen verstand. Sie verließ die Kabine und stand wieder in dem schummrig beleuchteten Gang davor. In welche Richtung war Bors noch verschwunden?
[Advena bekommt 250 GM vom Kapitän]
Bors zog überrascht die Augenbrauen nach oben als er erkannte dass er eine Frau angesprochen hatte. Doch er fing sich schnell wieder. Die Zeiten hatten sich geändert seit er jung war. Frauen fuhren zur See, wie der neue Smut bewies, warum sollten sie also keine Waffe schwingen können?
„Äh…nun, ich komme von dem Schoner dort hinten,“
er wies zurück zum „Seewolf“,
„Wir laufen morgen abend nach Sarma aus, und der Kap´tän sucht noch jemanden, der geschickt mit dem Schwert ist. Wir hatten einige Probleme mit Piraten, und bevor wir wieder eine komplette Ladung verlieren, wollte der Kap´tän diesmal einen Söldner anheuern. Was denkt ihr?“
@Advena
Angus Parnam grinste breit als Advena einschlug. Er drückte ihre Hand fest, ließ sie dann los und setzte sich hinter seinen Schreibtisch.
„In Ordnung, Smut. Hier ist dein erster Auftrag. Geh in die Stadt und kauf Verpflegung für 15 Mann und eine Woche. Hier sind 250 Goldstücke, damit solltest du auskommen. Achja, und lass dir von Bors zwei Matrosen zuteilen, die dir beim tragen helfen.“
Der Kapitän reichte ihr einen schweren Beutel, nickte und vertiefte sich in einige Unterlagen auf seinem Schreibtisch, was Advena als Aufforderung zum gehen verstand. Sie verließ die Kabine und stand wieder in dem schummrig beleuchteten Gang davor. In welche Richtung war Bors noch verschwunden?
[Advena bekommt 250 GM vom Kapitän]
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- Gast

Re: Ein neuer Tag beginnt...
Bors lächelte…offenbar hatte man sich verstanden.
„So hatte ich mir das gedacht. Vielleicht möchtet ihr mit dem Kapitän der Seewolf über die Einzelheiten sprechen. Dann könnt ihr auch euren Sold aushandeln, und wie lange ihr an Bord bleiben möchtet.“
Noch bevor die geheimnisvolle Fremde antworten konnte, wurde das Gespräch von Advena unterbrochen, die offenbar gerade von ihrem Gespräch mit dem Kapitän zurückgekehrt war. Und so wie sich verhielt, schien das Gespräch positiv verlaufen zu sein. Bors grinste.
„Nun Smut, <i>so</i> kann ich dich aber nicht losschicken…du siehst nicht aus wie ein Seemann, da würde dich auf dem Markt keiner ernst nehmen und sie würden denken, du hättest das Geld mit dem du das Essen kaufen sollst gestohlen. Ich muss diese Dame“
er wies auf Shaleya,
„ohnehin zum Kapitän bringen, am besten kommst du direkt mit, dann wird ich dir ein paar andere Klamotten und zwei Matrosen mitgeben.“
Dann wandte er sich wieder der Nachtelfe zu.
„Wenn ihr mich bitte begleiten wollt, ich werde euch dem Kommandanten vorstellen.“
Bors machte eine einladende Geste und setzte sich dann wieder in Richtung der Seewolf in Bewegung.
„So hatte ich mir das gedacht. Vielleicht möchtet ihr mit dem Kapitän der Seewolf über die Einzelheiten sprechen. Dann könnt ihr auch euren Sold aushandeln, und wie lange ihr an Bord bleiben möchtet.“
Noch bevor die geheimnisvolle Fremde antworten konnte, wurde das Gespräch von Advena unterbrochen, die offenbar gerade von ihrem Gespräch mit dem Kapitän zurückgekehrt war. Und so wie sich verhielt, schien das Gespräch positiv verlaufen zu sein. Bors grinste.
„Nun Smut, <i>so</i> kann ich dich aber nicht losschicken…du siehst nicht aus wie ein Seemann, da würde dich auf dem Markt keiner ernst nehmen und sie würden denken, du hättest das Geld mit dem du das Essen kaufen sollst gestohlen. Ich muss diese Dame“
er wies auf Shaleya,
„ohnehin zum Kapitän bringen, am besten kommst du direkt mit, dann wird ich dir ein paar andere Klamotten und zwei Matrosen mitgeben.“
Dann wandte er sich wieder der Nachtelfe zu.
„Wenn ihr mich bitte begleiten wollt, ich werde euch dem Kommandanten vorstellen.“
Bors machte eine einladende Geste und setzte sich dann wieder in Richtung der Seewolf in Bewegung.
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Erzähler
- Gast

Re: Ein neuer Tag beginnt...
Bors führte die beiden Frauen an Bord der Seewolf. Er verbeugte sich kurz vor der Nachtelfe und meinte:
„Wenn ich euch kurz alleine lassen darf, ich muss zwei Besatzungsmitglieder organisieren die unserem Smut helfen, die Vorräte für die nächste Reise zu organisieren.“
Schon verschwand der Bootsmann durch eine Luke unter Deck und ließ die beiden Frauen allein auf dem Oberdeck zurück. Vielleicht würde sich ein Gespräch entwickeln, schließlich waren sie die beiden einzigen Frauen auf dem Schoner.
„Wenn ich euch kurz alleine lassen darf, ich muss zwei Besatzungsmitglieder organisieren die unserem Smut helfen, die Vorräte für die nächste Reise zu organisieren.“
Schon verschwand der Bootsmann durch eine Luke unter Deck und ließ die beiden Frauen allein auf dem Oberdeck zurück. Vielleicht würde sich ein Gespräch entwickeln, schließlich waren sie die beiden einzigen Frauen auf dem Schoner.
