
Selim di Basra
Rasse
Mensch (Sarmaer)
Alter
24 Jahre
Geschlecht
männlich
Beruf
vormals angehender Akrobat, nun Diener
Geburtsort und Heimat
Wüstenstadt Sarma
Gesinnung
neutral
Magie
Dass Selim Magie beherrscht, ist wohl kaum eine Aussage, die zu treffen man wagt. Er ist lediglich in der Lage, einige wenige kleine Zauber zu wirken, die tatsächlich jedoch beinahe jedweden Nutzens entbehren. So kann er – mit einiger Willensanstrengung – einen Funken herbeirufen, um beispielsweise eine Kerze oder Fackel zu entzünden. Die Magie in ihrer Komplexität begreift er nicht, und er traf bisher auch niemanden, der sich die Mühe gemacht hätte, sie ihm näher zu bringen. Vielleicht mag sich das in der Zukunft fügen, vielleicht auch nicht, sodass das in Selim verborgene Potential, Feuer zu beeinflussen, bisher unentdeckt schlummert.
Sprachen
Selim spricht und schreibt fließend Celcianisch, Sendli und Garmisch.
Religion/Glaube:
Lysanthor und seiner Gemahlin Ventha ist Selim positiv zugetan, doch auch die anderen Götter werden von ihm respektiert, geachtet und teils gefürchtet. Er würde sich selbst zwar nicht als streng gläubig bezeichnen, doch auch nicht als ungläubig.
Aussehen
Früher schlaksig, ist Selim auch heute noch von schlankem Wuchs. Wie es den Einwohnern Sarmas zu eigen ist, hat seine Haut einen bronzefarbenen Ton. Seine Augen sind von einem dunklen Braun, unter bestimmten Lichteinfällen beinahe ebenso schwarz zu nennen wie sein Haar, und umkränzt von dichten Wimpern. So manch holde Weiblichkeit ist einem gezielt sanften Blick aus diesen Augen bereits verfallen, denn Selim weiß, dass er nicht hässlich ist. Sein Gesicht ist weder kantig noch hart, vielmehr prägen sanfte Linien sein Antlitz. Mit Aufnahme seiner Tätigkeit als rechte Hand ibn Halats ließ er sich ein Bärtchen stehen, das er sorgfältig stutzt und pflegt. Er ist der Meinung, dass es ihn reifer wirken lässt – und auf die Damenwelt vielleicht ein klein wenig verrucht. Selim ist für celcianische Verhältnisse durchschnittlich groß, beinahe sechs Fuß (rund 180cm). Am linken Schlüsselbein trägt er eine Narbe, die von einem Sturz in der Kindheit herrührt. Seine Kleidung erhielt er von ibn Halat, und wie es unter den Sarmaern weit verbreitet ist, sind die Farben von leuchtender Intensität. Selim mag vor allem kräftige Rot- und Blautöne. Im Hause ibn Halats waren kräftige, bunte Farben ein Zeichen von Wohlstand, Rang und Namen. Selim trug bei seiner Flucht, neben seinen hohen, braunen Stulpenstiefeln mit nach oben gebogener Spitze, leuchtend rote, weite Hosen, ein weißes Leinenhemd mit brauner Gürtung, sowie eine weinrote Weste unter einem safrangelben Burnus.
Persönlichkeit
Selim di Basra ist ein aufgeschlossener, freundlicher junger Mann mit einem Sinn für Ästhetik. Er hat ein großes Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten, was auch seinen Umgang mit Frauen einschließt. Er versucht stets, die Dinge objektiv zu betrachten und gibt nur wenig auf eine schlechte Meinung anderer ihm gegenüber. Gegenüber seinem Dienstherrn ist er absolut loyal und ihm treu ergeben, auch wenn Treue bisweilen ein dehnbarer Begriff für Selim ist. Er selbst würde sagen, dass er tut, was das Beste für seine Herrschaft ist – und das ist nicht immer auch das Legalste, Ungefährlichste oder Ehrlichste.
Stärken
Eine von Selims Stärken ist seine Wortgewandtheit. Er schafft es oft, selbst in den kuriosesten Situationen um den heißen Brei herumzureden oder aber andere von (s)einer Sache zu überzeugen. Diese Fähigkeit brachte ihn als Diener seines Herrn schon in die höchsten Häuser Sarmas (und auch in so manches Frauenbett). Selim kann recht passabel reiten, zudem gut mit Kindern und Tieren (und Frauen) umgehen. Gibt Selim jemandem sein Wort, so wird er unter allen Umständen versuchen, es auch zu halten. Allerdings vergibt er diese Gunst nicht leichtfertig.
Schwächen
Mit sechs Jahren fiel Selim beim Balancieren von einem zu lasch gespannten Seil und brach sich das linke Schlüsselbein. Wie es Kindern eigen ist, heilte der Bruch nach dem Richten recht schnell aus, doch sieht man auch heute noch die Narbe über seinem Herzen, denn der Knochen hatte Fleisch und Haut durchstoßen. Doch machen Narben Männer interessant, und nach diesem Gedanken lebt Selim. Bei all seiner blumigen Artikulation indes gibt es auch etwas, das Selim di Basra so manches Mal in Schwierigkeiten bringt: Er unterschätzt andere. Selim weiß, dass er ein Meister der Worte ist, und das lässt ihn hinwieder vergessen, dass auch andere Intrigen spinnen, Komplimente verteilen und meisterlich lügen können. Nicht nur einmal hat ihn das bereits in die Bredouille gebracht, doch bisher hat er sich stets wieder entziehen können – nicht zuletzt mit Hilfe seines Herrn, der schließlich nicht gänzlich ohne Einfluss war.
Ob auch das unentdeckte, ungeförderte magische Potential Selims als Schwäche gelten mag, vermag er natürlich nicht zu beurteilen, weiß er doch nichts darum. Vermutlich könnte er seinen Worten noch mehr Gewicht verleihen, spräche er sie mit magischer Unterstützung aus, vielleicht würde er Magie beherrschen, die ihn lossagte als Diener, und doch würde er dann der bleiben, der er ist, denn Selim lebte schon zu lange in dieser Situation. Doch dies sind Dinge, die verborgen schlummern und wohl besser in der Zukunft ihren Platz finden.
Selim kann nicht gut schwimmen, was vermutlich auch an seiner Abneigung größeren Wassermassen gegenüber liegt.
Lebensgeschichte
Selims Mutter war eine Sklavin. Er erinnert sich nur mehr verschwommen an sie, denn sie starb nach einem schlimmen, aber kurzen Kampf an einer Krankheit, als er fünf Jahre alt war. Sie hatte nie von Selims Vater gesprochen und er hatte sie nie danach gefragt. Zeit seines Lebens gab es für Selim nur seine Mutter und ihn, die beide mit vielen anderen Sklaven im Haus des Armin ibn Halat lebten – bis Selims Mutter starb und der Hausherr ihn fort gab. Der junge Selim verstand zu diesem Zeitpunkt nicht die Gründe noch die Umstände, doch er fand sich in einer kleinen Schaustellertruppe wieder und musste sich dort durchbeißen. Er war dort sehr beliebt, machte mit seinem Wissensdurst zwar nicht die mangelnde Kunstfertigkeit des Akrobatendaseins wett, zeigte jedoch Interesse an allem und jedem und gewann mit seiner einnehmenden Art viele Freunde. Von einem pelgarischen Seiltänzer erlernte er nicht nur dessen Profession, sondern beherrschte an seinem zwölften Geburtstag gleichsam auch dessen Sprache nahezu perfekt. Ein anderer Schausteller, ein Feuerspucker, versuchte vergeblich, dem Jungen auch seine Kunst näher zu bringen, doch über mehr als simple, kaum publikumsfördernde Tricks kam Selim nie hinaus.
Als er vierzehn Sommer zählte, sah er seinen ehemaligen Herren wieder. Inzwischen hatte er herausgefunden, dass die Schausteller von Armin ibn Halat finanziert wurden und ihm verdankten, als feste Akrobatengruppe Sarmas etabliert zu sein, doch hatte Selim die Tragweite dessen nie so recht begriffen. Ibn Halat jedenfalls, einer der angesehensten Schmuckhändler Sarmas, entwurzelte ihn abermals und holte Selim zu sich zurück. Er gab ihm mehr als ein Dach über dem Kopf, er kleidete ihn ein und erlaubte ihm, die Schrift zu erlernen. Ibn Halat gab ihm den Beinamen di Basra, damit man erkennen mochte, dass er nicht dem Sklavenstand entstammte, und machte ihn zur rechten Hand des Ersten Dieners, damit jener ihn lehrte. Selim verstand all dies nicht, hatte jedoch gelernt, mit der Situation zurecht zu kommen. Und wieso auch nicht? Es ging ihm deutlich besser denn als durchschnittlicher Akrobat, er lernte lesen und schreiben und eine Unmenge neuer Worte obendrein, und man lehrte ihn viel Neues.
Einige Jahre darauf erlag der Erste Diener des Hausherren einem Giftanschlag, der eigentlich wohl ibn Halat galt. Jener erkor Selim dazu aus, diese entstandene Lücke zu schließen, und was sollte Selim auch anderes tun, als diese Anweisung zu befolgen? So befand er sich mit zwanzig Sommern an der Seite seines Herrn und Meisters, wann immer jener sich in Verhandlungen oder wichtige Gesprächsrunden begab, und Selim lernte, lernte und lernte. Er saugte die Dinge auf wie ein Schwamm, schaute sich Verhaltensweisen ab und integrierte sie in sein eigenes Gebaren, kurzum: Selim diente seinem Brotherren derart trefflich, dass dieser ihn bald allein fortschickte, um Angebote einzuholen, Botschaften zu übermitteln oder Waren zu überbringen – sehr zum Missfallen des ältesten Sohnes des Hausherren. Selim entwickelte in dieser Zeit sein eigenes Selbstbewusstsein weiter, und ibn Halat belohnte seinen loyalen Diener mit hier und dort einer Münze extra.
Es hätte ein gutes Leben sein können, wäre nicht der Neid des Sohnes zu solch garstigem Hass angewachsen. Und jener Hass im Wesen des Erstgeborenen war es, der in einer der immer öfter und immer ärger vorkommenden Auseinandersetzungen mit seinem Vater dazu führte, dass ibn Halat im Zorne von Enterbung und einem treueren, verdienteren Sohne sprach, der seine Angelegenheiten auch nach dem Tode des reichen Händlers fortführen sollte. Armin ibn Halat starb noch an demselben Abend. Er ertrank wohl in seinem Bade, wo sein trauernder Sohn ihn fand, kaum dass es passiert war. Doch war die Trauer nur aufgesetzt. Der neue Herr befahl Selim zu sich, den Dolch parat, der dem verhassten Stiefbruder, dem Bastard, das Leben nehmen sollte, doch kam es anders, denn selten gehen Pläne auf, die im Hass geschmiedet wurden, wenn die Götter großes Unrecht sehen. Und so fand der Dolch nicht das Herz Selims, sondern einen weitaus weniger gefährlichen Fleck dicht daneben. Ein Umstand, der ihm das Leben rettete.
Inventar
In Selims Besitz befinden sich diverse Dinge, die ihm geschenkt oder vererbt wurden:
- Lederner Rucksack mit vielen kleinen Taschen
- Wasserschlauch (unabdingbar in der Wüste)
- Abgenutzter Würfelbecher mit sechs Knochenwürfeln
- Anhänger in Form eines Löwen aus geschnitztem Bein an einem Lederband (wohl von seiner Mutter)
- eine Schlafmatte samt Decke
Darüber hinaus hat er sich selbst von seinem schmalen Brot einige Kleinigkeiten zugelegt:
- einfaches Messer (- 2F)
- einfacher Dolch (- 12F)
- Beutel mit Erspartem (beinhaltet 86 Fuchsmünzen)
Tierische Begleiter
Ein Rappe begleitet Selim. Er hat das Pferd bei seiner Flucht aus den Stallungen seines ehemaligen Herren gestohlen. Selim nennt das Tier Qamar – Mond. Es gehörte einst dem Hausherren selbst und ist ein stolzes, schnelles Ross.
Einstiegspost
Insel Belfa > Wüstenstadt Sarma > Wohnviertel > Anwesen des Armin ibn Halat


