Sardush

Spieler kommen und gehen, Charaktere verschwinden spurlos oder sterben ruhmreich. Niemand soll vergessen werden. Deshalb findet ihr hier die Steckbriefe ehemaliger (Spieler-)Charaktere.
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Sardush

Beitrag von Sardush » Freitag 3. September 2010, 16:08

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Name:

Sardush vom Klan der Goblinquetscher

Rasse:

Ork (Oger)

Alter:

25

Geschlecht:

männlich

Beruf:

Schmied / Krieger

Heimat:

Orkdorf / Die Tote Ebene

Gesinnung:

Böse, Sardush nimmt sich, was er braucht, verhält sich jedoch gegenüber seinem Klan respektvoll und gut.

Magie:

keine

Sprache:

Kr'zner, Terkin

Glaube:

Sardush betet keinen besonderen Gott an, was daran liegen kann, dass er bis auf Faldor keinen der eigentlichen Götter kennt. Stattdessen ist in ihm einer eher schamanistischer Glaube, genährt durch seine Klanbrüder und seine Frau, verankert. Jedes Element, jeder Landstrich und jedes Gebäude hat einen mächtigen Geist, dem Opfer gebracht werden müssen, um sie sich gefügig zu machen. Auch jedem Lebewesen lebt ein solcher Geist inne. Stirbt man, entweicht der Geist, so nach Sardushs Glauben, und bindet sich an die Gegenstände, die er zu Lebzeiten besessen hat. Aus diesem Grund opfert Sardush jedem Gegenstand, den er einem Toten oder einem Totgeglaubten entwedet, um so den Geist des früheren Besitzers zu beschwichtigen.

Aussehen:

Wäre Sardush ein Gegenstand, wäre er wohl ein Vorschlaghammer. Grob, mächtig und in den richtigen Händen tödlich. Ganze 2.49m misst Sardush und überragt damit sogar die meisten anderen Oger. Doch nicht nur in die Höhe nimmt er übermenschliche Dimensionen an, sondern auch in der horizontale Ebene misst er das Vielfache eines jeden Menschen oder Orks, was auch an seinem Gewicht von 150 kg abzulesen ist. Sein Gang ist aufrecht und man sieht ihm an, dass er stolz auf seine Ausmaße und seine Kraft ist. Er ist äußerst muskulös gebaut, wobei sein leicht klobiger Gang verrät, dass es mehr Kraft ist, als er überhaupt bündeln kann. Jeder Schritt von ihm scheint ein Stückchen zu kräftig und unkoordiniert.
Sardush besitzt eine sehr hellgrüne Hautfarbe und unterscheidet sich somit von seinen Ogerbrüdern, deren Haut meist fleischrosafarben ist. Sein Körper ist übersät mit alten Kampfverletzungen. Auf seinem Rücken befinden zwei Wunden früherer Pfeileinschüße, eine im Bereich des rechten Schulterblatts, eine rechts, knapp über seiner Hüfte. Eine lange Narbe ziert seinen linken Oberschenkel und eine weitere befindet sich dicht unter seinem Hals. Alle Narben scheinen gut verheilt zu sein und behindern Sardush nicht.
Ansonsten strahlt seine Gestalt eine unbändige Kraft und Wut aus, die wohl allen Orks innewohnt, bei Sardush jedoch durch seine Größe um einiges einschüchternder und dämonischer wirkt. Verbunden mit seinen rotglühenden Augen ist der erster Eindruck anderer nicht-orkischer Rassen oftmals ein schlechter bis panischer, da ihn manche wohl für eine Ausgeburt Harax halten würden.
Sein wettergegerbtes Gesicht ist geprägt von seinen großen, rot glühenden Augen, die, wenn man zu lange in sie starrt, gerade zu pulsieren scheinen. Seine Haare sind von schwarzer Farbe und hängen meist schlaff herunter, was daran liegt, dass er nicht sehr viel wert auf Hygiene legt. Sonst wären noch seine zwei Hauer und seine platte, breite Nase erwähnenswert, die neben seinen Augen wohl das Markanteste in seinem Gesicht ausmachen.

Sardush trägt eine abgetragene, lederne Unterhose und darüber einen ledernen Lendenschurz. Um seinen Bauch hat er sich eine einfache Fellschnur gegürtet, an der seine Pelzschuhe und -handschuhe für die kalte Jahreszeit hängen. An Ersatzkleidung besitzt Sardush nur einen Stoffkilt und eine zweite Unterhose, die er jedoch im Orkdorf deponiert hat.

Persönlichkeit:

Nach außen hin verhält sich Sardush wie jeder andere Ork: Wild, unzivilisiert, unbeherrscht und mörderisch. Wie seine Artgenossen versetzt der Kampf Sardush in einen wahren Blutrausch, der bei ihm oft über den eigentlichen Kampf hinausreicht.
Andere Orks behandelt Sardush mit Respekt, egal ob es Frauen, Kinder, Arbeiter oder Klanoberhäupter sind. Auch Goblins, die einzige Rasse, die er neben den Orks noch kennt, behandelt er ganz untypisch mit großem Respekt und Ehrfurcht vor ihrem Intellekt. Obwohl er keiner anderen Rasse begegnet ist, ist er doch durch die Erzählung seiner Klanbrüder mit Vorurteilen behaftet. So glaubt er, dass alle 'guten' Rassen, wie Menschen und Elfen, dreckige Schwächlinge sind, die man entweder tötet oder versklavt, während die Dunkelelfen ein verräterisches Pack sind, dem man nicht über den Weg trauen kann.

Innerlich ist Sardush einfach gestrickt und seine Bedürfnisse beschränken sich auf das Grundlegendste: Essen, trinken, eine feste Heimat und Frauen. Höhere Ziele oder Ambitionen hegt er im Moment nicht. Zwar will er, was jeder Ork will, nämlich Macht, sieht dies zur Zeit jedoch pragmatisch: Es werden sich immer Möglichkeiten ergeben mächtiger zu werden.
Auch Intelligenztechnisch ist Sardush nicht der klügste Ork im Dorf. Zwar beherrscht er sein Handwerk und hat ein intuitives Verständnis von Technik und Waffenkunst, tut sich aber schwer anderes zu erlernen. Hochgestochene Worte verwirren ihn und bei jedem Anzeichen von logischer Begründung oder gar philosophischen Fragen, schaltet sein Verstand ab. Dies führt dazu, dass er sich relativ leicht von anderen beeinflussen lässt und hat wohl verhindert, dass er Klansprecher oder gar Klanführer wurde.

Stärken:

Wie jeder Ork kann Sardush den Umgang mit neuen oder unbekannten Waffen leicht erlernen und sie instinktiv verstehen und anwenden. Bis jetzt hat er aber nur die orkische Schwertkunst auf ein gutes Niveau gebracht. Als Schmied hat er über den Lauf seines Lebens außerdem überdurchnittliche Fähigkeiten als Waffen- und durchnittliche Fähigkeiten als Werkzeugschmied entwickelt.
Seine physische Kraft und Ausdauer ist selbst für orkische Verhältnisse riesig und es gibt wohl kaum Orks, die es mit ihm in diesem Feld aufnehmen könnten. Trotzdem musste er im Laufe seines Lebens immer wieder gegen andere kämpfen, was seine Fähigkeiten im orkischen Nahkampf (mit Klauen, Hauern und Zähnen) auf eine überdurchschnittliche Stufe steigerte. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass er diese Kampfart wohl solange nicht steigern kann, bis er gelernt hat, nicht nur mit seiner exorbitanten Stärke vorzugehen. Da er der Sklave von Piraten war und das ein oder andere unfreiwillige Bad genommen hat, hat er ein rudimentäres Verständnis vom Schwimmen und Wundpflege.
Wie die meisten Orks besitzt er zudem einen gut ausgeprägten Geruchssinn.

Schwächen:

An erster Stelle ist hier seine geringe Intelligenz zu nennen. Er tut sich sehr schwer damit komplizierte Sachverhalte zu verstehen, was ihn oft als langsam und dümmlich erscheinen lässt. Auch wenn er sehr kräftig und ausdauernd ist, so fehlt ihm dennoch das Geschick, diese Kraft zur Gänze auszuschöpfen. Stattdessen scheint immer ein gewisser Teil davon ins Leere zu gehen, was ihn von Zeit zu Zeit äußerst ungeschickt und unbeholfen werden lässt.
Zudem ist Sardush sehr anfällig für Wutausbrüche. Ist er angespannt, führen selbst kleinste Provokation zu einem regelrechten Blutrausch, in dem er wild um sich schlägt und jeden angreift, der es auch nur wagt sich ihm in den Weg zu stellen.
Wie schon erwähnt, ist Sardush abergläubisch. Besonders der Tod hat es ihm dabei angetan. So glaubt er, dass den persönlichen Gegenständen von Toten ihr Geist innewohnt, was dazu führt, dass er sich mit verschiedenen Totems ausgestattet hat, von denen er glaubt, dass die innewohnenden Geister ihn schützen werden. Dies ist verbunden mit einer ihm angeborenen Leichtgläubigkeit, die ihn anfällig gegenüber Lügengeschichten macht.

Lebensgeschichte:

Der Klan der Goblinquetscher:

Es ist ein kleiner Klan von knapp 30 Mitgliedern. Den Namen Goblinquetscher haben sie nicht etwa verdient, weil sie besonders grob mit Goblins umgehen, sondern im Gegensatz dazu sogar sehr gute Beziehung zu diesen pflegen. Dies hat dazu geführt, dass dieser Klan sehr viele Handwerker und Schmiede hervorgebracht hat, da die Goblins ihnen als Lehrmeister zur Verfügung standen. Trotzdem wird der Klan wegen seiner innigen Beziehung zu den Goblins oft von den anderen Klans asugelacht, was zu einer gewissen Distanz zwischen dem Klan der Goblinquetscher und den anderen Klans des Orkdorfes geführt hat. Ihr Zeichen ist eine Orkhand, die eine winzige Goblinhand ergreift.

Kinderjahre:

Vor ungefähr 25 Jahren kam ein kleiner Riese im Orkdorf zur Welt. Ein Orkling, von hellgrüner Farbe, größer als jeder andere seines Jahrgangs. Sardush war sein Name.
Im Orklingsnest des Goblinquetscherklans aufwachsend, wurde bald klar, dass Sardush kein gewöhnlicher Ork werden würden, sondern zu einem der äußerst seltenen Oger heranwachsen würde. Keiner seiner Jahrgangsgenossen konnte ihn an Kraft übertreffen, aber ein Führer wurde er nicht. Zwar machte ihm keiner der anderen Orklinge während der Futterzeit das Essen streitig (von dem er große Mengen benötigte), doch hatte er auch wenig Freunde unter seinen Artgenossen. Bald aber waren diese Kinderjahre vorbei, aus kleinen Orklingen wurden Trainingssubjekte, dem Willen ihrer Klanbrüder unterworfen.

"Kampf! Kampf! Kampf!"

Blitze zuckten über den Himmel und tauchten die tote Ebene in ein unheimliches Licht. Doch obwohl mächtige Gewitterwolken am Himmel standen, fiel kein einziger Regentropfen zu Boden. Nur Donner und Blitze.
In der Nähe des Orkdorfes versammelte sich zu dieser Zeit eine kleine Schar Orks. Eine fleckige Fahne mit zwei aufgemalten Händen wies die Orks als Mitglieder des Goblinquetscherklans aus. Es waren insgesamt sieben Orks. Einer von ihnen schien älter und erfahrener zu sein, als die restlichen sechs, die alle noch in der Blüte ihrer Jugend standen. Es war ganz offensichtliche eine Trainingsstunde.

"Ihr Drecksäcke! Nächste Woche wollt ihr zur großen Orka aufbrechen und zu echten Orks werden. Ich sehe aber nur schwächliche, kleine und weinerliche Orklinge vor mir!"
Wie immer schrie sie Broof, ein alter Veteran des Klans, an. Wie immer erntete er von allen Blicke ehrlichen Respekts, aber vereinzelt blickte ihn einer der Jünglinge auch einfach nur hasserfüllt an. Broof seufzte innerlich. Er bildete diesen Haufen schon seit ihrem 7. Lebensjahr aus, ihr Kampftraining hatte natürlich schon viel früher begonnen, doch nun, da sie fast das 12. Lebensjahr erreicht hatten und zum ersten Mal zur großen Orka zugelassen wurden, kamen ihm Zweifel an ihrer Kampftauglichkeit. Sein Blick taxierte jeden der jungen Orks, die vor ihm standen.

Kraark war ein formidabler Axtkämpfer und er hatte Hirn. Für ihn hegte Broof noch die größte Hoffnung. Als nächster in der Reihe kam Br'utha. Ein Schwächling. Broof wunderte sich, warum er überhaupt solange überlebt hatte. Dann kam ein ganz Besonderer. Sardush. Einer der wenigen Oger, die der Klan hervor gebracht hatte. Schon jetzt reichte der Oger Broof bis auf Augenhöhe und es sah nicht so aus, als wolle er aufhören zu wachsen. Zudem hatte er sich über die letzten Jahre beachtenswerte Fähigkeiten mit dem Schwert antrainiert, doch sein Verstand ließ zu wünschen übrig. Die restlichen drei Orks, Graglo, Sarut und Mamakt, waren eher unscheinbare Genossen. Sie zeichneten sich weder durch Stärken noch durch Schwächen aus, aber Broof bezweifelte, dass sie die große Orka überleben würden.

Broof schritt die Reihe ab und blieb schließlich bei Kraark stehen.
"Die große Orka! Das bedeutet Tod! Das bedeutet Ehre! Das bedeutet Stärke!" Plötzlich zog er sein Orkschwert und stieß es in Richtung Kraarks. Dieser, in Erwartung eines Angriffs, sprang zurück. Der Schlag wäre ins Leere gegangen, wenn Broof nicht durch eine geschickte Drehung den Angriff in Richtung Br'utha umlenkte. Ohne das Br'utha überhaupt Zeit hatte zu reagieren, fraß sich das Schwert auf Höhe seines Halses durch Fleisch und Knochen. Blut bespritzte Sardush, als ein nun toter Ork neben ihm zu Boden sank. Er leckte das Blut von seinem Gesicht und knurrte hungrig, was ihm einen nachdenklichen Blick einbrachte.
"STÄRKE! TOD! EHRE!", schrie Broof und wie um seine Worte zu unterstreichen, schlug ein Blitz hinter ihm irgendwo in die tote Ebene.

Sardush erwacht mit dem Geschmack von Erde im Mund. Er lag mit dem Kopf nach unten in der toten Ebene, so viel konnte er sagen. Wo er war und wie er dorthin gekommen war, entfloh seinen Sinnen zum jetzigen Zeitpunkt. Stöhnend erhob er sich und ließ seinen Blick über die Fläche rings um ihn streifen. Aufgebrochene, trockene Erde und ein paar abgestorbene Bäume konnte Sardush ausmachen. Nicht mehr, nicht weniger. Außerdem lagen neben ihm zwei Artgenossen, die noch nicht aufgewacht waren. Da er sie nicht kannte, schlussfolgerte er, dass sie von einem anderen Klan abstammen mussten.
Seine Kopfschmerzen meldeten sich erneut bei ihm und er rieb sich den Kopf. Wie war er hier hergekommen und warum hatte er außer seiner Unterhose nichts mehr an? Langsam aber sicher kamen die Erinnerungen zurück. Er hatte sich gestern früher auf seine Bettstatt gelegt, um ausgeruht zu sein, denn schließlich war heute ... der Tag der großen Orka. Anscheinend hatte man ihm, obwohl er geschlafen hatte, einen kräftigen Hieb auf den Kopf gegeben, um so dafür zu sorgen, dass er sich nicht den Weg zurück zum Orkdorf merken könnte. Noch einmal fuhr sich Sardush über den Kopf und blickte dann in den Himmel. Die Sonne würde ihren Zenit so schnell nicht erreichen, was hieß, dass es wohl noch ein paar wenige kühle Stunden geben würde.
Sardush trat an die zwei Bewusstlosen heran. Er gab beiden einen kräftigen Tritt in die Seite, was jeweils eine kleine, blutende Wunde hinterließ. Nur Einer der beiden stöhnte und erwachte. Der Andere schien völlig weggetreten zu sein. "Steht auf!", brüllte Sardush die beiden Orks an. Kilug, so war der Name des Erwachten, zuckte zusammen und dreht sich zu Sardush um.
"Wie, was ...!" "Große Orka, komm! Wir müssen eine Fährte finden, die uns zurück ins Orkdorf führt!" Der angesprochene Ork schien kurz verwirrt zu sein, wurde dann aber bald wieder Herr über seine Sinne. Mit einem schnellen Blick schätzte er die Situation und Sardush ein, um sich dann in eine aufrechte Position zu bringen.. "Wir sollten ihn essen." Kilug zeigte auf den noch bewusstlosen Ork. "Wenn wir auf ihn warten, verlieren wir kostbare Stunden. Schlachten wir ihn, müssen wir uns erst mal nicht um Essen und Trinken kümmern." Instinktiv nickte Sardush. Er hatte schon selbst darüber nachgedacht und so wie der andere Ork es sagte, machte es ja auch Sinn. Sie mussten es tun, um zu überleben. Kilug, der jetzt aufgestanden war, sah den mörderischen Funken in Sardushs Augen aufblitzen und lachte in sich hinein. Mit dem Oger hatte er wahrlich einen guten Fang gemacht.
"Töte ihn!" Sardush trat zu dem bewusstlosen Ork hinüber, kniete, umfasste seinen Kopf mit beiden Händen, lockerte das Gelenk und brach ihm dann mit einem schnellen Ruck das Genick. Der Oger bleckte sich die Zähne, als er an das bevorstehende Mahl dachte ...

Drei Tage waren vergangen seit sich Kilug und Sardush getroffen hatten. Sie hatten die Fährte einer anderen Orkgruppe aufgenommen und waren ihr unablässig gefolgt. Wie sie an den Abdrücken festgestellt hatten, waren es ebenfalls Jungorks, die, so hofften sie, auch an der großen Orka teilnahmen. Es wären exzellente Trophäen, um die Reife von Kilug und Sardush zu beweisen. Schließlich, einen weiteren Tag später, also am finalen Tag der großen Orka, hatten sie die Orkgruppe eingeholt. Wie sie ebenfalls festgestellt hatten, häuften sich die Fährten älterer Orks, was Kilug zu dem Schluss führte, dass sie auch dem Orkdorf näher kamen. Es war nahe Mitternacht, als sie die anderen Orks erreichten. Sie rochen sie, bevor sie sie sahen. Der Angriff kam unerwartet, Kilug und Sardush waren jedoch nicht unvorbereitet. Bewaffnet mit den Oberschenkelknochen des verspeisten Ork, fühlten sie sich stark genug, um die Orks abzuwehren.
Einer der anderen Orklinge sprang Kilug an, er schien aus dem Nichts erschienen zu sein, doch Kilug begriff, dass er sich im Dreck versteckt hatte. "Sardush, pass auf, sie sind im Boden!", schrie Kilug, während er mit dem anderen Ork kämpfte.
Ein weiterer Ork brach vor Sardush aus dem Boden, wurde aber sofort von jenem niedergeschlagen. Es war Musik in Sardushs Ohren, als der Oberschenkelknochen den Schädel des anderen Ork zermalmten und er wurde noch erregter, als er endlich den Geschmack von Blut in der Nase hatte. Sardush führte den Knochen zum Mund und leckte ihn ab, um Blut zu schmecken, als plötzlich ein Geschoss in seinem Rücken einschlug. Sardush grunzte vor Schmerzen und warf den Kopf wild um her, als ihn ein weiteres Geschoss in den Rücken traf. Jetzt schrie er auf vor Schmerzen vor Wut im Kreis drehend. Schließlich sah er den Ork, der ihn mit einem improvisierten Hornbogen beschoss. Er stand einige Meter entfernt und legte gerade einen weiteren Pfeil in den Bogen ein. Geschickt warf sich Sardush in seine Richtung und entging so dem nächsten Schuss, der nur wenige Centimeter über seinen Kopf hinweg segelte. Mit einem gewaltigen Sprung brachte Sardush das letzte Stück Weg hinter sich. Der andere Ork ließ den Bogen fallen und sprang ihm entgegen. Beide klatschten zusammen, ein unschönes Geräusch produzierend. Sardush ließ den Knochen fallen und die beiden Orks rollten, beiden tödlich inneinander verkeilt, auf dem Boden herum, jeder den anderen zu überwältigen versuchend. Schließlich beendete Sardush den Kampf, indem er seine Zähne in den Hals des Anderen grub und ihm die Kehle herausriss. Blut spritze in sein Gesicht und ließ ihn völlig in eine Berserkerwut hinab sinken. Er grub seine Klauen in den Körper des Toten, riss Fleisch heraus und begann den Körper langsam aber sicher zu verspeisen. Es war ihm egal, was mit Kilug geschah, solang er nur seinen Blutdurst stillen konnte.

Wenigen Minuten später saßen Kilug und Sardush neben den erschlagenen Körpern der anderen Orkgruppe. Noch immer zermalmte Sardush einen Knochen in seinem Mund und Blut lief seine Mundwinkel herunter, doch sein Blutdurst war abgeebbt und er war ansprechbar.
"Morgen früh werden wir zu echten Orks." Sardush nickte zustimmend. Beide schwiegen sich an. Nur Kilug schielte immer und immer wieder hinüber zu Sardush. Er hatte in den letzten fünf Tagen viel gelernt über seinen Partner. Sardush hatte eine ungute Neigung zum Kannibalismus, was jedoch auch seinen Nutzen hatte. Er war, so meinte Kilug, ein ausgezeichnetes Werkzeug. Treu zu dem, der ihn führte, stark wie ein echter Krieger und verführbar wie ein Sklave. Kilug musste grinsen. Wie immer hatten die Geister des Bärenclans ihm beigestanden.

Das Handwerk des Friedens

Es war nun fünf Jahre her seit Sardush die große Orka bestanden hatte. Es war ein Tag gewesen, an dem er sich stolz gefühlt hatte. Stolz, endlich ein vollwertiges Mitglied des Klans zu sein, stolz, ein Krieger geworden zu sein. Wie es üblich im Klan der Goblinquetscher war, sollte auch Sardush ein Handwerker werden. Er wurde einem Goblinschmied namens Garod Eisenklopper unterstellt, um bei ihm zu lernen. In diesen fünf Jahren lernte Sardush wie man Waffen schmiedete, aber auch wie man einfaches Werkzeug anfertigte. So sehr ihn das Waffenschmieden erfreute, so schwerr fiel es ihm Werkzeuge herzustellen. Auch brachte ihm Garod Eisenklopper ein wenig Terkin bei, eine Sprache, die von jedem Goblinquetscher beherrscht werden musste.

In seinem 17. Lebensjahr wurde Sardush schließlich von der Klanschamanin zu einer Unterredung gerufen. Breda war eine blutjunge Schamanin von gerade mal 16 Jahren, doch sie war, nach dem Tod des alten Schamanen, die einzige Schamanin des Klans. Trotzdem versprühte sie schon jetzt eine Aura der Erhabenheit und der Autorität. Selbst Sardush, der größte Ork des Klans, verspürte Ehrfurcht vor der gerade mal 1,72m großen Frau und auch an diesem Tag sollte Sardush ihre Autorität kennenlernen. Breda hatte Sardush in ihr Zelt beordert und beide saßen sich an einem kleinen, groben Holztisch gegenüber.
"Wie ich höre, hast du dich noch immer nicht nach einer Braut umgesehen, Sardush." "Mhmm." Sardush! Ich jage die Geister der Ahnen auf dich, also hör mir zu!" "Ich will einfach ..." "Mir ist egal, was du willst oder nicht willst! Der Klan geht vor! DU BIST DER STÄRKSTE KRIEGER DIESES KLANS! ALSO WIRD DIR WOHL KEINE FRAU ANGST EINJAGEN!" Sardush versuchte sich bei diesen Worten wegzuducken, vielleicht hätte er damit einem Schwertstich ausweichen können, Breda entkam er nicht.
"Morgen ... nein, heute wirst du um eine Braut werben. Unser Klan ist klein und unsere Männer müssen ihren Samen in die Welt hinaus tragen auf das wir stark werden. Also such dir eine Frau ODER VERSCHWINDE!"
Sardush wusste, dass es zurzeit nur wenige freie Orkfrauen gab und das diese wohl schon bald vergeben sein würden, wenn er sich jetzt nicht ins Zeug legen würde. Er grummelte und grunzte vor sich hin, als er sich auf den Weg zurück in sein Zelt machte, als jemand ihm auf den Rücken klopfte. Verärgert drehte er sich um, um dann zu erstarren. Vor ihm stand Breda. In Erwartung einer erneuten Strafpredigt stolperte Sardush zwei Schritte rückwärts. "Du bist jetzt mein Mann." Sardush riss die Augen auf und blickte Breda verdutzt an. "Was ..." "Ich hatte noch keinen Mann. Du bist jetzt meiner!" Sardush versuchte sich klar zu werden, was gerade passiert war, doch er verstand es einfach nicht. Jahrelang hatte man ihm beigebracht, dass der Orkmann seine Orkfrau wählte, aber vielleicht war es mit Schamaninen anders. Er verstand es einfach nicht. Noch einmal setzte Sardush zu einem Widerspruch an:
„Aber du selbst hast ….“ „Wir wohnen ab jetzt in meinem Zelt!“, und damit ließ Breda Sardush stehen und stampfte zurück zu ihrem Zelt. Eine zeitlang starrte der Oger noch in die Richtung, in die Breda abgegangen war, um dann in größter Verwirrung den Kopf zu schütteln und zu seinem Zelt zu gehen. Es galt schließlich ein neues Heim einzurichten.

So also wurde Breda zur Gefährtin Sardush oder besser gesagt, er wurde ihr Gespiele. Es dauert nur ein Jahr, dann war das erste Kind auf der Welt. Tikla, ein hübsches kleines Orkmädchen. Ein weiteres Jahr später und ein Orkjunge erblickte das Licht der Welt. Haaguk tauften ihn seine Eltern. Noch ein Jahr später kam schließlich das vorerst letzte Kind, ein weiteres Mädchen, namens Vrara auf die Welt.

Tarbald

Drei Jahre nach dem Vrara zur Welt kam, betrat eines Morgens ein grüner Goblin das Zelt von Sardush und Breda. Er war in eine leichte Lederrüstung gehüllt und trug darüber einen leichten Kapuzenmantel, der seinen kleinen, aber muskulösen Körper verdeckte. Graue, fahle Haare hing seinen Kopf herunter. Breda und Sardush waren gerade am fressen und griffen abwechselnd in einen Topf, um gekochte, zähe Fleischstücke herauszuholen.
„Gegrüßt sei Breda, Schamanin der Goblinquetscher. Ich bin Tarbald.“ Breda blickte auf, um den Goblin zu mustern. Nach kurzer Pause erwiderte sie den Gruß: „Der Klan grüßt dich, Tarbald.“ Mit einem Kopfnicken bedeutete die Schamanin dem Goblin Platz zu nehmen. Dieser nahm die Einladung dankbar an und setzte sich neben Sardush, um auch an diesem Mahl teilzuhaben. Erst jetzt bemerkte Sardush, der sich hauptsächlich mit dem Fleisch beschäftigt hatte, den kleinen Goblin und er ließ den Blick des Kriegers über ihn schweifen. Er kannte Goblins, hatte er doch schließlich mehrere Jahre unter Meister Eisenklopper das Schmieden gelernt, und er hatte sie zu mögen gelernt, da sie sehr begabte Handwerker waren und sie immer zu wissen schienen, nicht so wie er, der oftmals im dunkel des Unwissen herum torkelte.
Dieser Goblin jedoch war seltsam. Seine Kleidung verriet dem Krieger Sardush, dass er durchaus auf eine Konfrontation gefasst war. Zudem verrieten kleine Beulen in seinem Mantel, dass er eine Waffe trug. Aber seine Bewegungen war nicht die eines Kriegers, um genau zu sein waren sie nicht einmal die eines normalen Goblins. Seine Bewegungen waren … unbeständig. Sie schienen keinem besonderen Muster zu folgen, sondern zuckten vor Sardushs Augen hin und her, vor und zurück. Trotzdem schien seine Sprache nicht davon beeinflusst zu sein, denn alles war klar formuliert und verständlich, als er sein Wort an Breda richtete.
„Ich habe gehört, dass dein Mann der stärkste Ork des Klans ist. Außerdem soll er ein ganz passabler Schmied sein. Ich brauche so jemand.“ Sardush hatte die ganze Zeit langsam genickt und schielte nun zu seiner Frau.
Diese kaute, als wäre sie völlig unbeteiligt, weiter an ihrem Happen und schluckte, um sich dann erneut einen Bissen zu genehmigen. Nach ihrem dritten Stück Fleisch richtete sie schließlich das Wort an den Goblin. „600 Fuchsmünzen pro Jahr.“ „200 Fuchsmünzen und er darf behalten, was er findet.“ „500“, „300“, „300, er darf behalten was er findet und ihr verpflegt ihn!“ „Fantastisch! Wir sind uns einig.“
Sardush hatte dem Feilschen unbewegt beigewohnt. Er hatte es über die letzten drei Jahre öfters erlebt, dass seine Frau seine Dienste verkaufte. Natürlich vertraute er ihr, schließlich war sie eine Schamanin und wusste, was gut für ihn war, dennoch mochte er lieber bei Frau und Klan verbleiben, als umher zu ziehen.

Einen Tag später wollte Tarbald abreisen. Sardush hatte sich schon von Breda verabschiedet und befand sich noch bei der Orklingskoppel. Er sah, wie seine drei Kinder um ein größeres Stück Fleisch rangelten. Wie es für ihn aussah, hatte Vrara, obwohl die Jüngste, die Oberhand. Hagguk und Tikla waren in einem wilden Kampf verwickelt, während Vrara sich geschickt das Fleisch zwischen den beiden Streithähnen schnappte. Sie lachte voller Stolz, als sie in eine Ecke der Koppel rannte, um das Fleisch zu verzehren. Währenddessen wälzten sich Sardush übrige Kinder auf dem Boden, als sie feststellten, dass kein Fleisch mehr da war. Wütend stürzten sich beide auf einen anderen Orkling, der gerade an einem Knochen nagte, um ihm sein Essen zu entwinden. Es sind kluge und starke Kinder! Ha! Sie werden mich stolz machen!“
„Komm schon Sardush. Wir müssen los.“ Die hohe Stimme Tarbalds riss Sardush aus der Betrachtung seiner Kinder und erinnerte ihn daran, dass er aufbrechen musste.

Als Erstes nahm Tarbald eine Route nach Osten. Neben Sardush hatte er einen weiteren Kumpanen an seiner Seite. Einen Packesel namens Klippi. Auf ihm war das Hab und Gut Tarbalds verstaut: Eine hölzerne Truhe, in der Sardush Geld vermutete, einen Kleidersack, eine Waffentasche, in dem mehrere Kurzspeere untergebracht waren und schließlich noch kleinere Lederbeutel und Flaschen, die mit unbekannten Substanzen gefüllt waren.
So reisten sie einen ganzen Tag, ohne auch nur ein Wort zu wechseln. Obwohl Sardush versuchte, den Goblin zu sondieren, ließ dieser alle Versuche abblitzen. Jede Konversation, die der riesige Ork anfing, endete in peinlichem Schweigen, ohne das Sardush auch nur die winzigste Information erhalten hatte. Auch die Vorhersage, wohin er seinen Fuß als nächstes setzten wollte, war unmöglich auszumachen. Seine Gangart ließ jedwedes Muster missen. Manchmal schien er über den Boden zu gleiten, ein anderes Mal kam es Sardush so vor, als ob er abwechselnd auf einem Bein springen würde. Trotzdem schien es ihm ein Leichtes mit dem Maultier und Sardush mitzuhalten, denn sie konnten den ganzen Tag marschieren, ohne eine Rast einlegen zu müssen.
Als die Nacht hereinbrach und die beiden Reisegefährten am Lagerfeuer saßen, richtete Tarbald das erste Mal das Wort an ihn.
„Kannst du lesen?“ „Nein. Ein Krieger muss nicht lesen können.“ „Wenn du das Geld willst, wirst du bei mir lesen lernen.“ „Aber … es ist schwierig!“ „Und?“ „Ich bin ein Krieger. Für was muss ich lesen können! Mein Schwert übernimmt das Reden!“
Sardush sah den Schlag nicht kommen. Er fühlte nur den Schmerz, als der Dolch über seinen linken Oberschenkel fuhr und ihn oberflächlich aufritzte. Das Seltsame daran war, dass er danach nichts mehr spürte. Gar nichts. Ein kurzer, heftiger Schmerz, als der Dolch die Wunde schlug und dann Leere.
„Was ...“ Sardush stellte einigermaßen verwirrt fest, dass er alle Kraft aufwenden musste, um nur seinen Mund bewegen zu können. Plötzlich flüsterte ihm jemand ins Ohr: „Du wirst lesen lernen ….“ Die Stimme, er konnte nicht zu ordnen, wem sie gehörte, wurde lauter, dann wieder leise. Sie schien sich zu entfernen, dann wieder näher zu kommen, einmal schien sie sogar AUS Sardush heraus zu kommen, obwohl er nicht sprach. Immer und immer wieder wiederholte sie : „Du wirst lesen lernen.“ Nach dem 10. Mal wurde Sardush wütend, nach dem 30. Mal rasend, nach dem 75. Mal verpuffte seine Wut. Als der Satz sich zum 100. Mal wiederholt hatte, fiel Sardush in einen tiefen Schlaf.
Als er aufwachte, hatte er Kopfweh und die Erinnerung an den vorherigen Abend war verblasst. Es war noch frühster Morgen und die Sonne schien noch nicht lang ihre Reise aufgenommen zu haben. Der Goblin war schon wach und hatte ein einfaches Frühstück bestehend aus Beeren und verschiedenen Wurzeln gesammelt. Er war gerade dabei, es zu verspeisen, als der Oger erwachte. Er warf Sardush eine handvoll Wurzeln zu.
„Wir fangen heute mit deinen Lesestunden an.“ Sardush nickte zustimmend, auch wenn er nicht wusste, warum. Es schien einfach … richtig zu sein. Tarbald stand auf und schlenderte zu seinem Packesel, um ein Buch aus einem der unzähligen Beutel zu holen. Mit diesem kam er zurück und setzte sich neben Sardush: „Dieses Ding, wir nennen es Buchstabe, ist ein A …..“

Sie verbrachten 24 Wochen in der toten Ebene. Während dieser Zeit lehrte Tarbald Sardush das Lesen. Natürlich war es nicht das Einzige was er tat. Er schien etwas Bestimmtes zu suchen, befahl Sardush hier und dort Grabungen vorzunehmen oder er hielt an einer bestimmten Stelle, ließ die kleine Gruppe haltmachen und baute verschiedene alchemistische Gerätschaften auf. Dann verbrachte er meist mehrere Tage damit Wurzeln zu verkochen, zu destillieren und zu zubereiten, die er entweder aus einem der zahlreichen Säckchen zog oder die Sardush ausgegraben hatte. Über diese 24 Woche hinweg bekam Sardush seltsamerweise immer die gleiche Wurzel zu essen. Manchmal musste er auch einen der Tränke Tarbalds zu sich nehmen, doch immer schienen sie ohne Effekt auf Sardush zu sein, obwohl Tarbald mit dem scheinbaren Ergebnis zufrieden zu sein schien. Sardush war zufrieden damit, er bekam Essen und durfte seinen Blutdurst dann und wann mit einer erregenden Tierjagd stillen. Das Einzige was er seltsam fand war der Umstand, dass sie nie ins Orkdorf zurückkehrten, obwohl es so nah war. Er hinterfragte Tarbalds Gründe nicht, schließlich war er ein kluger Goblin und wusste, was er tat.
Nach diesen sechs Monaten unternahmen sie einen Ausflug an die Küste. Tarbald schien nach einer bestimmten Stelle zu suchen und, als sie an einer Stelle an der sich zwei verdorrte Bäume zu umarmen schienen, angekommen waren, hielten sie und errichteten ihr Lager. Das Meer war ruhig und nur eine leichte Brise wehte landeinwärts. Sardush kannte das Meer, schließlich war er mit seinen Orkbrüder einige Male auf Raubzug gewesen, und er hatte es zu respektieren gelernt. Er vermutete, dass dem Meer ein wahrlich zorniger Geist innewohnte, denn er hatte gesehen, wie es einige Orks verschlungen hatte, ohne das diese eine Chance gehabt hatten, wie es Schiffe zerstörte, die sonst seine Wellen wie mächtige Haie durchpflügten. Er glaubte jedoch, dass diese Toten gerechtfertigt waren, denn schließlich musste den Geistern geopfert werden.

Als sich der Tag zum Abend neigte, tauchte plötzlich ein Segel am Horizont auf. Es wurde größer und größer und bald konnte man ein Schiff erkennen. Es hatte schwarze Flaggen gehisst. Es hielt in einer Entfernung von der Küste und Sardush konnte sehen, wie ein Beiboot zu Wasser gelassen wurde und dieses dann in ihre Richtung ruderte. Wenige Minuten später setzte die kleine Nussschale auf der Küste auf und ein bärbeißiger Ork sprang heraus. Er trug eine Augenklappe über dem rechten Auge und an seiner Seite baumelte ein orkischer Säbel. Seine Ruderer bestanden aus zwei orkischen Piraten. Der Kapitän, das war dieser Ork, trug ein leichtes Kettenhemd, das von der langen Zeit auf See stark verrostet war. Außerdem hatte er Pluderhose an, die so geschnitten war, dass er sich möglichst frei bewegen konnte. Seine zwei Matrosen waren oberkörperfrei und trugen keine Waffen bei sich. Die Narben der drei Piraten wiesen sie als äußerst kampferfahrene Gruppe aus. Tarbald schritt nun auf diese Gruppe zu, Sardush im Schlepptau.
„Willkommen Kapitän Blutreißer. Ich hoffe ihr hattet eine angenehme Fahrt hierher.“ Der Ork antwortete ihm mit unverständlichem Grunzen. „Wie versprochen habe ich euch einen Schmied besorgt. Zahm, wie immer.“ Tarbald lies ein breites Grinsen sehen, was der Kapitän jedoch nicht erwiderte.
„Er sieht wie gute Ware aus. Aber ist er auch wirklich zahm?“ „Wie immer Kapitän, wie immer.“ Um seine Worte zu unterstreichen, schlenderte Tarbald zurück zu seinem Packesel, entnahm seine Reitpeitsche, schritt auf Sardush zu und schlug ihm dann quer über den Rücken. Sardush zuckte nicht zusammen, um genau zu sein, lies er jede Reaktion missen. Vor sechs Monaten wäre er jetzt ausgerastet und hätte dem Goblin vermutlich alle Glieder einzeln ausgerissen, um sie dann genüsslich zu verspeisen. Die Drogen, die ihm Tarbald jedoch über die letzten sechs Monate gegeben hatte, hatten seine Instinkte unterdrückt und ihn gleichgültig gemacht. Er war ein willenloser Sklave geworden. Jetzt begann auch der Kapitän zu grinsen. „Großartig! Los Jungs, nehmt ihm sein Schwert ab und bringt ihn aufs Schiff, wir haben uns einen Schmied geangelt!“ „Wartet noch Kapitän. Sardush. Nimm dieses Buch, du sollst weiterlernen! Wie ihr es doch wolltet, oder Blutreißer. Lesen muss er können.“ „Natürlich, einer muss doch schließlich das Zeug entziffern, welches wir immer mit an Bord nehmen.“ Tarbald gab dem willenlosen Oger ein Buch. Es war nicht das, aus dem Sardush gelernt hatte - nach zwei Monaten hatte er endlich den Titel lesen können, er lautete „Alchemie, die Kunst einen Oger zu Fall zu bringen“ - sondern ein anderes, ihm unbekanntes Buch. Er starrte das Buch kurz an, um sich dann zu Tarbald umzudrehen. Dieser war aber schon in ein Gespräch mit Blutreißer vertieft, an dessen Ende 50 Lysanthemer ihren Besitzer wechselten. Es schien so, als hätte Sardushs Leben als Sklave begonnen.

Sklavenjahre

Er war vielleicht fünf Tage auf dem Schiff, als es zum ersten Mal anlegte. Seine neuen Herren hatten ihm befohlen unter Deck zu bleiben und er gehorchte. Von draußen hörte er das kehlige Lachen der Männer, etwas gedämpfter hörte er die Geräusche eines geschäftigen Hafens. Es war heiß und Sand begann das obere Deck zu bedecke, um dann schließlich in den Bauch des Schiffes zu rieseln. Sie blieben nicht lange. Einen Tag später legte das Schiff ab, die Piraten hatten es auf den Namen "Orka Griff" getauft, und segelte in Richtung Süden. Nicht ein einziges Mal wurde Sardush an die frische Luft gelassen, was sein Zeitgefühl durcheinander brachte. Nach, er wusste nicht wie vielen Tagen, warf das Schiff erneut den Anker aus. Er wurde an Deck gezerrt und er sah zum ersten Mal eine grüne, saftige Landschaft. Es sollte für die nächsten zwei Jahre sein Gefängnis werden.
Die Piraten hatten eine kleine Bucht nahe Rumdetts zu ihre Basis erkoren und dorthin brachten sie Sardush. Ihr 'Piratennest' war eine traurige Ansammlung aus halb verfallenen Zelten. Nur ihre Schmiede,bestehend aus Esse, Amboss und jedem erdenklichen Schmiedewerkzeug, schien von guter Qualität zu sein. Der Platz, an dem die Schmiede eingerichtet war, es war der Mittelpunkt des Lagers, wurde Sardushs neues Zuhause. Hier musste er seine Handwerkskunst zur Geltung bringen. Am Tag musste er niedere Arbeiten wie den Latrinendienst, Schiffsputz, Schiffsausbesserungen und Ähnliches ausführen. In der Nacht war Schmiedezeit, denn schließlich wollten die Piraten, so ihre Logik, sich nicht am Tag durch den Rauch verraten. So schmiedete Sardush tagein tagaus, ohne sich je zu beschweren, ohne je in eine Raserei ob seiner Versklavung zu fallen. Immer wieder verließen die Piraten die Bucht, um auf Jagd zu gehen. In diesen Zeiträumen hatte Sardush nichts anderes zu tun, als neue Waffen zu schmieden und das Lager instand zu halten. Denn er verließ das Lager nie. Tarbalds Drogen hatten ihn so willenlos werden lassen, dass die Piraten ihn nicht einmal anketten mussten. Wenn sie gingen, war er da, wenn sie wiederkamen, war er noch immer da. Nur eine Sache erinnert an sein früheres Leben: Tarbalds Buch „Der (Waffen-)schmied – der Freund des findigen Goblins“. Es war eine Ansammlung von Anleitungen für Waffen und Bauteile für die verschiedensten Kriegsgeräte. Es war vollständig in Terkin geschrieben und enthielt, neben dessen eigentlich Inhalt, ein kleines, in einer anderen Handschrift als das eigentliche Buch verfasstes Gedicht:

„Mit Slefa für den armen Tropf,
mach leicht dir seinen Kopf.
Willst Freiheit du auch noch erlangen,
Bohnenkraut hilft sie dir zu fangen.“

So gingen zwei Jahre ins Land, ohne dass sich Sardushs Tagesablauf groß änderte. Bis zu dem Tag, als die Piraten nicht mehr zurückkamen. Wie üblich waren sie auf Kaperfahrt, doch sie dauerte schon zwei Tage länger, als sie im Durchschnitt dauern sollte. Weitere Tage zogen ins Land, die Piraten kamen nicht zurück. Sardush verrichtete währenddessen stoisch seine Arbeit, reparierte Zelte, schärfte Waffen und begann neue zu schmieden. Dann und wann, wenn er keine Pflicht zu erfüllen hatte, las er in seinem Buch, verbesserte seine Lesefertigkeiten und lernte die ein oder andere neue Waffe kennen. Kein einziges Mal verließ er das Lager, denn Tarbalds Droge hatte ihn zu einem willenlosen Sklaven gemacht ...

Inventar:

lederner Lendenschurz
lederne Unterhose
Pelzhandschuhe
Pelzschuhe
Lederband
Knochentotem (abgeschlagener Fingerknochen eines Orks)
Haartotem (das Haar seiner Frau Breda)
Buch: „Der (Waffen-) Schmied – der Freund des findigen Goblins“ (Inhalt wird nachgeliefert)

Tierische Begleiter: keine

Einstiegspost:

Beziehungen:

Breda:
Alter: 24
Sardushs Frau. Sie ist eine ausgebildete Schamanin und Klanschamanin des Goblinquetscherklans. Sehr intelligent. Autoritäres Auftreten. Sardush hat sehr großen Respekt vor seiner Frau und folgt ihren Befehlen. Ist von ihr eingeschüchtert, da sie eine Schamanin ist.

Tikla, Haaguk, Vrara
Alter: 5, 4, 3
Sardushs Kinder. Tikla und Haaguk sind kämpferische Naturen. Sehr aufbrausend und frech. Vrara beweist mehr Hirnschmalz, mögliche magische Begabung. Sardush liebt seine Kinder.

Tarbald
Alter: unbekannt
Sardushs 'Arbeitgeber'. Goblin. Ist eine zwielichtige Gestalt, die Sardush über Drogen in einen Sklaven verwandelt hat. Sardush hat dies nicht erkannt und hegt keinen Groll gegen ihn.
Zuletzt geändert von Sardush am Freitag 10. September 2010, 22:47, insgesamt 5-mal geändert.

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