
Balaa Kalahari
Rasse:
Leonidin
Alter:
Balaa hat vor kurzem ein stolzes Alter von 19 Jahren erreicht.
Geschlecht:
Weiblich
Beruf:
Kopfgeldjägerin
Heimat:
Sie wohnt am Rand der verborgenen Stadt Lenonias.
Gesinnung:
Balaa Kalaharis Grundgesinnung ist Neutral, aber sie ist eine Frau, die ihre eigenen Regeln und Moralvorstellungen besitzt und sie stets treu befolgt. Selbst allerdings schreckt sie nicht davor zurück Gewalt anzuwenden, doch nur wenn es die Situation erfordert. Dennoch tut sie das, was getan werden muss, egal was es kostet.
Magie:
Sie beherrscht keinerlei Arten von Magie.
Sprache:
Die Leonidin beherrscht Celcianisch sowie ihre Muttersprache Leonia.
Religion/Glaube:
Wie die anderen Mitglieder ihrer Rasse glaubt sie nicht an irgend eine Gottheit oder besitzt eine andere Art Glauben, bis auf den, dass man sich seinen Platz auf der Welt verdienen muss.
Aussehen:
Balaa Kalahari ist ein sehr großes Weibchen für ihr Volk, sie selbst misst 1,78 Meter.
Ihr Fell, das zu ihrer Schmach bis zum vierzehnten Jahr noch Flecken aufwies, ist nun sandfarben und geschmeidig weich. Ihr Körper ist muskulöser als jene ihrer weiblichen Artgenossinnen, denn sie trainiert täglich ihre Kraft und Ausdauer. Aber sie besitzt eine gute Portion der weiblichen Attribute und ist sich dessen sehr bewusst, was sie, trotz ihrer Größe und stärker ausgeprägten Muskulatur, zu einem begehrtem Weibchen macht.
Ihre Kleidung bietet einen etwas ungewohnten Anblick, denn sie trägt eine Art Kleid, das aus weißgelblichem Leinen gewebt ist. Es besitzt unten weite Schlitze, um ihr die nötige Beinfreiheit für den Kampf zu bieten, und einen tiefen Ausschnitt, um ihre schon so gut geformte Oberweite weiter hervor zu heben.
Wäre das nicht Rassen untypisch genug, trägt sie auch noch zwei lederne Handschuhe, bei denen die Finger frei sind, damit hat sie einen besseren Halt beim Klettern und beim Halten des Schwertes hat.
Balaa steht nicht wirklich auf Schmuck, doch sie trägt eine Kette um den Hals, wo auf dem Stofffaden ein blauer Stein aufgezogen ist, der nach einer Geschichte dem Träger Kraft geben soll, und die Zähne ihres verstorbenen Vaters als eine Art Glücksbringer und Erinnerung.
Persönlichkeit:
Balaa Kalahari ist eine sehr sture Leonidin, die über die Jahre eigene Regeln entwickelt hat, geleitet von den Gesetzen der Leonidengesellschaft und dennoch leicht abgewandelt.
Obwohl sie von Grund auf ein gutes Herz besitzt, sprechen manche Taten andere Worte, denn sie will stark erscheinen, was ihr auch oft gelingt. Ihre Unabhängigkeit und Freiheit war stets ihr Ziel, was sie zu einer Außenseiterin unter den Frauen macht und sie ist eine Frau, die auch Sachen tut, die getan werden müssen, zum Wohle aller, auch wenn es Regeln der Gesellschaft bricht.
Obwohl Balaa eine Kämpfernatur ist, stets selbstbewusst und sicher, kommt ab und zu ihr Kind noch heraus und ihre Neugier, was sie schon des Öfteren in Schwierigkeiten gebracht hat.
Trotz ihres Auftretens ist sie leicht verletzbar und wünscht sich, dass einer sie mal in den Arm nimmt, was sie niemals zugeben würde, und ihr fällt es schwer Vertrauen gegenüber anderen aufzubauen. Dennoch ist sie allem offen gegenüber, selbst anderen Rassen, auch wenn man es nicht immer sieht.
Stärken:
Die Leonidin Balaa ist eine starke Frau, denn sie trainiert beinahe täglich. Sie hat sich auf den waffenlosen Nahkampf spezialisiert und den Kampf mit zwei Schwertern, was sie zu einer guten Nahkämpferin macht. Auch wenn sie nicht so kräftig wie die Männchen ihres Volkes ist, ist sie recht stark und dennoch sehr beweglich.
Obwohl ihre Augen weiß sind, kann sie sich gut verstecken, jedenfalls in ihr bekanntem Terrain.
Balaa besitzt eine raue, aber dennoch recht klare Stimme, denn sie singt gerne, aber meist nur für sich.
Sie beherrscht die Grundkenntnisse der Späher- und der Heilkunst.
Schwächen:
Ihre Sturheit und rassentypischer Stolz hat sie des Öfteren in gefährliche Situationen gebracht und sie nehmen ihr manchmal die Sicht auf andere Lösungen als den Kampf.
Über die Jahre, in denen sie ihre Kampfkunst verfeinerte, vernachlässigte sie die Kunst des Handwerks.
Wenn sie zu lange kämpft oder zu stark verwundet ist, kann es passieren, dass sie in eine Art Blutrausch verfällt. Was dazu führt, dass sie erbarmungslos alles angreift, was ihr als Gefahr erscheint, egal ob Freund oder Feind. Doch nicht nur das, sie verliert dabei die Kontrolle und die Fähigkeit sich zu verteidigen, sie greift an, bis der Feind tot ist oder sie vor Erschöpfung zusammenbricht.
Die Leonidin Balaa unterwirft sich ungern Regeln anderer, was oft zu Problemen führt und zu ihrer zum Teil selbstverschuldeten Einsamkeit.
Fähigkeiten:
Kalahari trainiert seit ihrer Kindheit mit Schwertern und ihren Körper, um zu kämpfen. Untypisch für ihr Volk ist sie nicht wirklich talentiert, was die Jagd nach Beute angeht, was aber nicht bedeutet, dass sie das nicht kann.
Trotz ihres jungen Alters für Menschen hat sie fast ein Drittel ihres Leben schon hinter sich, doch ihr Körper zeigt keinerlei Schwäche des zunehmenden Alters.
Balaa ist mit dem Umgang des männlichen Geschlechts sehr talentiert, besonders was das bezirzen angeht, denn sie weiß es perfekt ihre weiblichen Attribute einzusetzen und die Männer, wie es der menschliche Volksmund ausdrückt, um den kleinen Finger zu wickeln.
Diese Fähigkeit nutzt sie, um ihre Ziele zu erreichen, dennoch wartet sie auf den einen Richtigen und solange lässt sie einen Mann nicht wirklich ran.
Lebensgeschichte:
Balaa Kalahari war das erste Kind von ihrer Mutter Balasai und ihrem Vater Lesand Tar, deswegen und wegen ihrer komplizierten Geburt war sie das Lieblingskind. Selbst als später mehr Weibchen in die Sippe kamen, war sie immer das beliebteste Kind, auch wenn sie schon damals einen eigenen Kopf besaß.
Ihr Vater Lesand Tar, den Balaa liebevoll Lesa nannte, war ein stolzer und sehr beeindruckender Leonide. Er überragte viele der anderen Männchen um fast einen ganzen Kopf und seine Kraft schien unbegrenzt, jedenfalls in den Augen einer Tochter, die ihren Vater vergötterte.
Lesand Tar nahm sich viel Zeit für Balaa, mehr Zeit als für seine anderen Kinder, denn beide verband etwas seit ihrer Geburt, er hatte es ihr mal bei einem Spaziergang erzählt.
"Lesa, Vater, danke, dass du gewartet hast." Balaa kam gerade aus der Stadt auf ihren Vater zu gerannt, der draußen vor den Toren auf sie gewartet hatte. Dieser drehte sich zu ihr um und lächelte warm. "Natürlich habe ich auf dich gewartet. Es wäre wenig sinnvoll, einen Spaziergang mit der Tochter alleine zu beschreiten, nicht wahr?" Seine tiefe Stimme unterstrich sein warmes Lächeln. Lesand Tar kniete sich hin und umarmte seine kleine Tochter liebevoll, die die Umarmung erwiderte. Nach fast einer ganzen Minute lösten sich die beiden und der Vater nahm seine Tochter auf die Schultern. Dann rannte er los und Balaa lachte und rief immer wieder:"Schneller, Vater, schneller!" Sie liebte es auf den Schultern ihres Vaters zu reiten. Es war ein herrliches Gefühl für Balaa, sie lachte, vergaß die Sorgen, die sie den ganzen Tag geplagt hatten, sie vergaß das kraftraubende Training, das sie heute bestritten hatte, sie genoss einfach den Moment mit ihrem Vater in vollen Zügen. Nach einer unbestimmten Zeit nahm Lesand Tar seine Tochter von den Schultern. "Erzähl mir von deinem Tag, Balaa, was hast du heute denn so alles gemacht?" Die schaute etwas beschämt zu Boden, denn heute hatte sie keine Tat vollbracht, worauf er stolz sein könnte, was sie unbedingt wollte. Als sie nicht antwortete, hakte er nach:"Erzähl mir bitte von deinem Tag, meine Tochter." Dabei behielt er sein Lächeln auf den Lippen. "Nun ja, das Training selbst war heute sehr anstrengend, die Hitze machte mir leider zu schaffen." Obwohl Leoniden die Hitze teilweise gewöhnt waren, war es an dem Tage unnatürlich heiß gewesen. Balaas Vater schaute sie an. "Ja, du hast recht, heute war es sehr heiß, aber mach dir keine Sorgen, nicht nur du hast heute darunter gelitten. Auch die erwachsenen Krieger und Jäger haben Probleme damit gehabt." Balaas Gesicht hellte sich wieder auf. "Wirklich?" "Natürlich und denk daran, du bist immer noch ein Kind, bald, wenn auch du groß und stark bist, wirst du denen zeigen, was es heißt zu kämpfen, nicht wahr?" Die netten Worte ihres Vaters waren wie Balsam für ihre Seele und ihr Gemüt, das sich sofort verbesserte. "Ja, Vater, ich werde dich stolz machen, eines Tages werde ich so groß und stark sein wie du." Lesand Tar lachte und streichelte das Haupt seiner Tochter. "Ich bin jetzt schon stolz auf dich und ich weiß, du wirst es schaffen."
Während sie langsam über die stille Ebene entlang gingen, kam Balaa eine Frage in den Sinn. "Lesa, woher weißt du das?" "Was? Dass du es schaffen wirst?" Die Tochter nickte. "Nun ja, an dem Tage, als du geboren wurdest, wütete ein schlimmer Sturm über unserer Heimat und deine Mutter wurde von einem umfallenden Karren getroffen und verletzt."
Balaa starrte wie gebannt auf die Lippen ihres Vaters. "Die Wehen setzten ein und die Hebamme sagte nichts Gutes voraus, denn deine Mutter hatte sich damals ein Paar Knochen gebrochen, außerdem warst du zu früh dran." "Was? Ich war ein Frühchen?" "Ja, das warst du, lass mich bitte weiter erzählen." "Oh, tut mir leid, Vater." Er lachte leise, kratzte sich am Kinn und sprach weiter:"Deine Mutter hatte zu kämpfen, du warst schon damals stur und wolltest nicht herauskommen. Doch irgendwie überredete deine Mutter dich, aber anfangs hast du nicht geatmet, alle haben versucht dich dazu zu bringen, allerdings half es nichts."
Lesand Tar blieb stehen, setzte sich hin und nahm seine Tochter auf den Schoß. "Deine Mutter weinte, denn ihr erstes Kind, du, schien tot zu sein. Doch als ich dich in den Arm nahm, sah ich, wie du langsam deine Lungen mit Luft fülltest und anstatt zu schreien, hast du deine Augen geöffnet und in meine geschaut. Ich sah eine Stärke darin, die ich noch in keinem anderen Leoniden gesehen habe, ich sah deinen festen Willen. Mir war klar, aus dir wird mal was ganz besonderes, vielleicht sogar die erste Königin unserer schönen Stadt?" Ihr Vater setzte wieder sein warmes Lächeln auf, das Balaa so liebte, und nahm sie fest in den Arm. "Ich verspreche dir, Vater, ich werde dich stolz machen." "Ich weiß, meine Kleine, ich weiß." Und langsam schlief sie in den kräftigen Armen ihres Vaters ein.
Seit diesem Tage strengte sich Balaa doppelt an und wurde zur Besten im Training, sie schlug nicht nur die Frauen, sondern auch einen großen Teil der Männer, was nicht gerade zu ihrer Beliebtheit beitrug, doch das interessierte sie nicht. Sie wollte nur, dass ihr Vater, Lesand Tar Kalahari, stolz auf sie war.
Obwohl alle Weibchen in ihrer Sippe Sammlerinnen oder Jägerinnen waren, entschied Balaa sich einen anderen Pfad einzuschlagen. Sie wollte die Welt erkunden, sie wollte raus aus den Mauern ihrer Heimatstadt und nur ihr Vater unterstützte sie.
Bis zum Beginn ihres elften Lebensjahres verlief ihr Leben recht ereignislos, sie trainierte beinahe täglich und versuchte so viel Zeit mit ihrem Vater zu verbringen wie möglich.
Doch am besagten Tag wurde ihr Vater krank, schwer krank, keiner wusste, was ihn getroffen hatte. Sein Fell war grau, sein schneller und flacher Atem faulig und seine Augen milchig.
Keiner durfte zu ihm, man vermutete, dass er eine neue Art von Krankheit in sich trug, und man wollte nicht das Risiko eingehen, dass auch andere ihres Volkes sich womöglich ansteckten. Keiner durfte zu ihm, man vermutete, dass er eine neue Art von Krankheit in sich trug, und man wollte nicht das Risiko eingehen, dass auch andere ihres Volkes sich womöglich anstecken.
Aber Balaa konnte es nicht hinnehmen, sie wollte nicht, dass ihr Vater an einer lächerlichen Krankheit starb. Er war der stärkste Leonide, den sie kannte, und sie liebte ihn. So entschloss sie sich alles zu tun, um diese Krankheit zu besiegen. Balaa befragte alle Heiler und Heilerinnen der Stadt, doch keiner kannte ein Mittel gegen die Krankheit und der Zustand ihres Vaters verschlimmerte sich. Er begann wirres Zeug zu reden und er wirkte schwach, gebrechlich.
Eine alte, etwas kauzige Frau aus dem Ostbezirk der Stadt kam zu Balaa und sagte ihr etwas.
"Mein Kind, warte." Balaa drehte sich um und sah eine alte Frau, deren Fell schon ergraut und deren krumme Haltung ein Dauerzustand war. "Ja, bitte?" Sie erkannte die Frau, es war Lasia Nial, die Verrückte, so nannten sie jedenfalls die anderen. "Dein Vater ist krank, nicht wahr?"
"Ja, aber das weiß jeder in der Stadt, das ist das einzige Thema hier.", fauchte Balaa beinahe. "Nicht so forsch, meine Kleine..." Die alte Frau schmatzte nach jedem Satz. "Dein Vater leidet an der Nimrockrankheit." "Nimroc?" Balaa sah Lasia verwundert und zweifelnd an. "Ja, ja, Nimroc... Nimroc? Ja, Nimroc, daran ist dein Vater erkrankt." "Das hast du bereits gesagt." Balaa verlor langsam die Geduld. "Also, mein Kind..." "Ich bin nicht dein Kind.", knurrte sie und legte die Ohren an. Lasia kicherte, drehte sich einmal um die eigene Achse und sprach weiter:"Nimroc, ja, ja, Nimroc, es gibt nur ein Heilmittel, ja, ja, Nimroc." Sofort stellten sich die Ohren von Balaa wieder auf. "Was? Ein Heilmittel? Wo?" "Ja, Nimroc, da gibt es ein Heilmittel." "Ja, das sagtest du bereits, aber wo? Wo kann ich es finden? Bitte, sag es mir." "Nein... nein, nein, nicht sagen, ich werde es dir nicht sagen..." "Was? Aber warum nicht? Was willst du dafür haben?" Die verrückte Frau sah auf einmal mit halb gedrehtem Kopf hoch zu ihr. "Geben?" "Ja, was soll ich dir geben? Ich muss wissen, wo dieses Heilmittel ist!" In Balaa flammte Hoffnung auf. "Ja, ja, geben, ich brauch was..." "Was? Sag es mir!" Sie fasste Lasia an. Die kreischte auf einmal und rannte ein paar Meter weg. "Nein, nicht anfassen, nein, nein, nicht gut, anfassen böse, nein." In Balaa stieg Verzweiflung auf und Wut, Wut auf die Krankheit, die ihren Vater so demütigte, und auf die verrückte Frau, die ihr nicht sagen wollte, wo sie das Heilmittel finden konnte. Doch sie musste sich konzentrieren. "Bitte, Lasia, ich muss wissen, wo ich das Heilmittel finde, ich gebe dir, was du willst."
Die Frau sah auf und zeigte kurz auf Balaa. "Was mich?" "Nein, nein, nein..." Dann zeigte sie wieder kurz mit einem Finger auf die Hand von Balaa. "Meine Handschuhe? Willst du meine Handschuhe haben?" Lasia nickte und kauerte sich zusammen. "In Ordnung, ich gebe dir mein Handschuhe und du sagst mir, wo es das Heilmittel gibt." "Ja, ja, ja."
Lasia, die Verrückte, zögerte erst, als ihr die Handschuhe geboten wurden, dann, blitzartig, schlug sie zu und packte das Paar. Als sie dieses angezogen hatte, wandte sie sich zu Balaa, doch diesmal wirkte ihr Blick nicht verrückt, sondern klar. "Du musst nach dem Nimrocdornbusch suchen, am Ilfar. Vorsicht, die Pflanze brennt." Dann setzte wieder der verrückte Blick ein und sie ging mit sich selbst redend wieder weg.
"Also, ich muss zum Ilfar, verdammt, wie sieht die Pflanze aus... Nimrocdornbusch, den Namen habe ich noch nie gehört." In Gedanken versunken, ging sie zu ihrem Haus. Obwohl darin mehr als zehn Geschwister und Tanten waren, herrschte eine unnatürliche Stille und Balaa wusste, warum. "Wie geht es Vater?" "Nicht sehr gut, die Heiler glauben, dass er keine sechs Tage mehr durchhält, du solltest dich verabschieden, Balaa." Es war ihr Bruder, Senro Tar, der mit ihr sprach. "Nein, das werde ich nicht, Vater stirbt nicht." Ihr war nach weinen zumute, doch sie unterdrückte ihre Tränen. "Sei nicht immer so stur." "Senro, ich sage es dir ein letztes Mal, Vater stirbt nicht, ich weiß, wie ich ihm helfen kann." Einige sahen auf. "Und wie?" "Es gibt eine Pflanze, einen Dornenbusch, Nimroc, am Ilfar, der soll diese Krankheit heilen. Ich werde diese Pflanze holen und Vater damit helfen." "Am Ilfar? Bist du von allen guten Geistern verlassen?" Diese Worte gehörten ihrer Mutter. "Nein, Mutter, ich werde hingehen und diese Pflanzen finden und Vater heilen." "Balaa Kalahari, du bist stur wie ein... ein..., ach, dafür gibt es keinen Vergleich. Der Ilfar ist ein Fluss, den die Menschen benutzen. Erinnerst du dich nicht daran, was die Menschen uns angetan haben?" Die strenge Stimme der Mutter hallte im ganzen Haus wider, doch in ihr war auch Trauer. "Doch, aber..." "
"Nichts aber, sie würden dich, ohne mit der Wimper zu zucken, töten. Woher hast du überhaupt das Wissen über diese Pflanze? Keiner der Heiler hat von ihr gesprochen und auch mir ist sie nicht bekannt." Jetzt kam der Part, vor dem Balaa sich gefürchtet hatte. "Lasia hat es mir gesagt." "Warte, Lasia Nial? Die Verrückte?" "Ja, genau die!" Balaas Wut und Schmerz wuchsen in ihr. Warum konnte ihre Mutter nicht verstehen, dass sie doch nur das Leben ihres Vaters retten wollte? Tränen flossen ihr über das Gesicht. "Balaa, so versteh doch, diese Pflanze gibt es nicht, sie hat sich das nur ausgedacht, sie ist verrückt. Du würdest dich umbringen, wenn du dort hingehst." Balaa rannte weinend aus dem Haus, raus aus der Stadt, auf einen kleinen Hügel. Dort hatte sie immer mit ihrem Vater gesessen und den Himmel betrachtet. Langsam ging die Sonne unter und der Sternen reiche Nachthimmel forderte nun die Herrschaft, der Wind wurde langsam stärker und kälter. Balaa wollte es nicht wahr haben, dass ihr Vater starb, einer musste doch was dagegen tun und ihr wurde klar, dass nur sie das machen konnte. Sie stand auf, klopfte den Sand aus ihrem Fell und wollte losmarschieren, als plötzlich jemand hinter ihr stand und sie festhielt. Es war einer ihrer Brüder, Senro Tar, der vorhin gesagt hatte, dass sie sich damit abfinden sollte.
"Was willst du hier?", fauchte sie ihn an. "Ich wollte dir das hier nur bringen." Er hielt einen Wasserschlauch, einen kleinen Beutel, etwas Fleisch und ein kleines Messer in der Hand. "Wofür ist das?" "Ich kenne dich, Schwester, ich weiß, du wirst zu diesem Fluss gehen, auch wenn hier draußen eine Armee stehen würde. Darum will ich, dass du auch das überlebst. Nimm diese Sachen, sie werden dir auf deiner Reise nützlich sein. Ich werde hierbleiben und mich um Vater und den Rest der Familie kümmern. Pass bitte auf dich auf." Ihr Bruder küsste sie auf die Stirn und ging langsam wieder in die Stadt.
Senro Tar war ihr Lieblingsbruder, er war nicht sehr viel jünger als sie. Auch wenn beide oft aneinander gerieten, verstanden sich die beiden und mochten einander.
Dankend sah Balaa zu ihrem Bruder, der langsam in der Dunkelheit verschwand, und legte die Sachen an, die sie bekommen hatte. Aus den Lehren wusste sie, dass der Fluss Ilfar westlich ihrer Stadt war und dass man am besten am Rand des Waldes Neldoreth entlang schreiten sollte, um sich nicht zu verirren. Sie wusste auch, wie man aus der Stadt hinaus und wie man auch wieder hineinkam, und so machte Balaa sich auf, das Heilmittel zu finden.
Der Weg war bei weitem beschwerlicher, als sie angenommen hatte, sie musste oft Umwege laufen. Dass sie auf Kreaturen stieß, die sie noch nie zuvor gesehen hatte. Außerdem bekam das junge Mädchen es mit der Angst zu tun, sie war noch nie so weit von ihrer Heimat entfernt gewesen. Noch dazu wusste sie, dass ihre Mutter sich nun große Sorgen machte um sie und sie würde bestimmt viel Ärger bekommen. Doch auch das war es ihr wert, wenn sie so das Leben ihres Vaters retten konnte.
Nach fast drei Tagesmärschen kam ihr ein feuchter Wind entgegen und sie roch Dinge, die sie vorher noch nie wahrgenommen hatte. Zu ihrem Bedauern war ihre Nase nicht wirklich gut, aber das war nebensächlich. Wenn ihr Vater geheilt war und sie erwachsen, würde sie die Schönheit der Natur bewundern, doch jetzt musste sie die Pflanze finden und das Leben ihres Vaters retten.
Als sie dem Fluss näher kam, wuchs ihre Vorsicht. Sie hatte aus Geschichten gehört, dass hier Menschen lebten und sie würden ihr das Fell bei lebendigem Leibe abziehen, wenn sie sie fangen würden.
Den letzten Kilometer beschritt sie beinahe schleichend und als sie am Fluss ankam, kam die erste Enttäuschung. Sie fand die Pflanze nicht, aber was hatte sie gedacht? Dass die Pflanze von einem Sonnenschein erhellt wäre, um gleich gefunden zu werden? Innerlich lachte sie über ihre Naivität, doch war bestürzt zugleich, aber sie fing sofort an zu suchen.
Balaa suchte und suchte, die Stunden vergingen und ihre Hoffnung schwand. Kurz bevor sie aufgeben wollte, fand sie einen Dornenbusch, rot, feuerrot, so rot, dass selbst sie es sehen konnte. "Das muss der Busch sein.", sagte sie mit aufgeregter Stimme, nahm das Messer zur Hand und wollte die Pflanze abschneiden. Aber als ihre Hand den Busch berührte, durchfuhr sie ein heftiger, beinahe brennender Schmerz und Balaa schrie laut auf. Es fühlte sich an, als würde sie ihre Hand in ein offenes Feuer halten. "Was?", keuchte sie und versuchte die Tränen zu unterdrücken, aber sie wusste, das war der richtige Busch, es musste der sein. Lasia, die Verrückte, hatte gesagt, dass die Pflanze brannte, und das tat sie wirklich. Also biss Balaa die Zähne zusammen und schnitt die Pflanze ab, verstaute sie in dem Beutel und schnürte diesen zu. Während dessen rannen ihr immer mehr Tränen über die Wangen, sie wollte schreien, weinen, doch das durfte sie nicht. Sie musste die Pflanze so schnell wie möglich nach Hause bringen zu ihrem Vater, sie hatte nicht mehr viel Zeit. Kurz bevor sie aufbrach, ging sie zum Fluss, füllte ihren Wasserschlauch sowie ihren Magen mit Wasser und versuchte darin auch ihre Hand zu kühlen. Aber es half nicht, der Schmerz blieb. "Verdammt.", sagte sie leise und begann los zu laufen. Aus dem Laufen wurde ein Rennen und sie rannte fast die ganze Zeit. Sie schlief nicht, sie rastete nicht, um zu trinken oder zu essen, sie wollte nur noch nach Hause, ihren Vater retten und von dem Schmerz erlöst werden.
Nach zwei weiteren Tagen sah sie ihre Heimatstadt und ihr Herz machte ein Sprung. 'Vater, halte bitte durch, ich bin bald da.', sagte sie in Gedanken und obwohl ihr Körper darum bettelte eine Pause einzulegen, legte sie einen Zahn zu und beschleunigte ihre Schritte.
Keinen halben Tag später, in der Abenddämmerung erreichte sie die Mauern und kurz darauf das Zimmer, worin ihr Vater lag. Schwer keuchend und der Ohnmacht nahe, ging sie hinein. Sein Gesicht war eingefallen, sein Atem kaum noch zu spüren, sein Fell trocken, brüchig und hart. Seine Augen waren beinahe ganz weiß und seine Lippen formten Wörter, die er sinnlos aneinander reihte. "Vater, ich habe deine Medizin.", sagte sie und brauchte für jedes Wort eine kleine Pause, denn sie war fast ununterbrochen vom Ilfar bis hier her gelaufen, ja beinahe gerannt. "Kauen..." Balaa zuckte zusammen und drehte sich um, die Verrückte stand im Eingang und starrte sie an. "Kauen, Heilmittel, kauen und auf Brust..." "Ich soll die Pflanze kauen und auf der Brust verstreichen?" Die Frau nickte und verschwand.
Würde die Zeit nicht so drängen und sie nicht so außer Atem sein, hätte sie sich über das seltsame Verhalten gerade gewundert, doch sie nahm den Beutel und sah hinein. Die Pflanzen leuchtete immer noch rot und sofort kam die Erinnerung an die Schmerzen hoch. Damals hatte sie die Pflanze nur berührt, was würde passieren, wenn sie diese jetzt kauen würde? Aber sie musste es tun, sie musste es für ihren Vater tun.
Sie nahm das Messer und schnitt ein Stück ab. Der brennende Schmerz fuhr ihr sofort durch die Hand und als sie es in den Mund stecken wollte, sträubte sich jedes einzelne Haar davor, doch sie tat es und wäre beinahe in Ohnmacht gefallen. Der Schmerz war unbeschreiblich, es war, als würde ihr Körper in Flammen stehen, doch sie kaute weiter. Das Gekaute strich sie sanft auf die Brust ihres Vaters, der zu ihrer Verwunderung nichts sagte, kein Laut des Klagens von sich gab, sondern weiter in sich hinein murmelte.
Balaa schaffte es die ganze Pflanze zu zerkauen und über die Brust ihres Vaters zu streichen. Als sie fertig war, fiel sie zu Boden und dann in eine tiefe, schmerzlose Schwärze.
Als Balaa ihre Augen öffnete, sah sie nur eine Kerze, die neben ihr leicht flackerte. Als sie ihren Kopf drehte, sah sie eine Gestalt neben sich. Ihre Augen brauchten einige Momente, um sich anzupassen. Sie merkte, dass sie in einem Bett lag und die Person, die neben ihr war, war ihr Vater, der eingeschlafen war. "Vater?", fragte sie schwach und seine Ohren zuckten. "Balaa?" Er öffnete die Augen, die voller Sorge waren. "Du lebst?" Ihre Stimme war rau und heiser. "BALAA! MEINE TOCHTER!" Ihr Vater umarmte sie fest und weinte, es waren Tränen der Freude. "Balaa, du lebst." Er küsste sie, ein dutzend Mal oder mehr. Seine Tochter hätte es am liebsten erwidert, doch sie war schwach. "Was ist passiert?", fragte sie. "Die Pflanze, die mich geheilt hat, ist giftig, wenn man sie isst. Du hast dein Leben riskiert und die Heiler haben nicht geglaubt, dass du es schaffst. Aber ich habe an dich geglaubt... danke, dass du mich gerettet hast... danke..."
Es war das Schönste, was Balaa jemals erlebt hatte, ihr Vater lebte, dank ihr, dank ihres Mutes, dank ihrer Tat lebte er wieder.
Ihr Vater blieb die ganze Zeit über an ihrem Bett und wartete darauf, bis seine Tochter wieder auf den Beinen war.
Seit dem Tage war die Verbindung zwischen Balaa und ihrem Vater enger denn je.
Das letzte Jahr ihrer Kindheit verbrachte sie damit, mit ihrem Vater zu trainieren und mit ihm auf die Jagd zu gehen. Er bereitete sie auf die Weihe vor und erzählte ihr viel über die anderen Völker, der Geschichte der Leoniden und die Welt, auf der sie lebten.
Am Tag ihrer Weihe ging Balaa hinaus in die Wildnis, um zu beweisen, dass sie nun ein vollwertiges Mitglied ihrer Kultur war. Sie wollte ihren Vater stolz machen, stolzer denn je, darum wollte sie ein großes Tier erlegen.
Aber es gelang ihr nicht ein einziges Tier zu töten und Balaa wollte nicht mit leeren Händen nach Hause kommen. Darum wollte sie vom Jäger zum Gejagten werden, sie wollte ihre Beute, einen anderen Jäger, anlocken, indem sie so tat, als wäre sie verletzt. Mit ihren Krallen schnitt Balaa sich einige Wunden in das Bein und ließ das Blut auf den Boden hinab tropfen.
Ein Warg nahm die Fährte auf und begann die junge Leonidin zu jagen. Balaa, die so ein Tier nicht kannte, war anfangs überfordert und ergriff die Flucht, aber Wargen sind intelligente Wesen, worüber sie sich nicht bewusst war und so wurde Balaa hinterrücks von dem Tier angegriffen. Der Warg fügte ihr einige tiefe Biss- und Kratzwunden zu, doch die Leonidin gab sich nicht geschlagen und in einem letzten, verzweifelten Akt der Verteidigung biss sie dem Tier ein Teil seiner Kehle heraus. Es erstickte qualvoll noch an Ort und Stelle.
Verwundet und geschwächt, aber dennoch zufrieden mit sich selbst, sah sie auf ihre Beute hinab und war sich sicher, damit würde sie ihren Vater sehr stolz machen.
Ein anderer Leonide, der auch gerade seine Weihe absolviert hatte, hatte eine unglaubliche Beute gemacht und war nun im Zentrum des Interesses, auch wenn man Balaa viel Lob zusprach, war sie gekränkt in ihrem Stolz und wollte zu ihrem Vater. Doch sie musste erfahren, dass er tot war. Er war bei einem Mondschein Duell getötet worden, von einem Heißsporn, der seinen Sieg in der Schenke feierte. Balaa hätte am liebsten diesem Leoniden die Kehle ebenfalls herausgerissen, doch ihr Bruder verhinderte das.
Als man ihren Vater zu Grabe trug, überreichte man ihr seine Eckzähne, die schön weiß in der Sonne glänzten und an ihrer Schärfe nichts eingebüßt hatten.
Sie machte sich daraus eine Kette und nutzte sie seitdem als Glücksbringer.
Als sie endlich ihr richtiges Fell bekam und die Flecken los wurde, entschied sich Balaa für den Weg der Kopfgeldjäger. Sie wollte raus aus dieser Stadt, sie wollte raus aus diesem Ort, der sie an ihren Vater erinnerte. Da es keine wirkliche Ausbildung für Kopfgeldjäger gab, ließ sie sich in den Grundkenntnissen der Späherkunst ausbilden, um sich besser tarnen und Feinde früher ausmachen zu können. Dazu ließ sie sich noch in der Kunst des Heilens unterrichten, so dass sie kleinere Wunden versorgen konnte, mit Hilfe von Pflanzen und anderen Hilfsmitteln. Aber dabei verfeinerte sie täglich ihre Kampfkunst mit den Schwertern und dem waffenlosen Nahkampf.
Bald würde sie hinaus ziehen, Balaa würde nicht mehr lange warten, sie hatte noch eine Rechnung offen mit einem gewissen Leoniden, die würde sie in naher Zukunft begleichen.
Inventar:
Balaa ist eine Person, die nicht viel auf materielle Dinge gibt, auch wenn sie Schmuck mag, sieht sie es als Ballast an und als sperrig im Kampf. Darum trägt sie so gut wie nichts bis auf einen kleinen, rucksackartigen Stoffbeutel. Darin ist ein kleines Messer, um Beute zu zerlegen oder etwas fürs Kochen zuzubereiten.
Bewaffnung:
Ihr Köper selbst ist schon beinahe eine Waffe, ihre Krallen sind scharf sowie ihre spitzen Reißzähne.
Um im Schwertkampf gewappnet zu sein, trägt sie zwei, beinahe schon Langschwerter bei sich, die fest in zwei Scheiden auf den Rücken geschnallt sind.
Tierische Begleiter:
Zu ihrem Bedauern hat sie keinen tierischen Begleiter.
Einstiegspost:
Die stille Ebene-> Die verborgene Stadt Leonia-> Übungsplatz -> Übungsplatz der Schwerter


