| Viro's Steckbrief |
- Versteckt:Versteckten Text anzeigen
Rasse: Mensch (Zyraner)
Alter: 36
Geschlecht: männlich
Beruf: Magier
Heimat: Zyranus (geboren und aufgewachsen), zuletzt Santros
Gesinnung: neutral mit einem Hang zum Bösen
Magie: Nekromantie (gut)
Sprache:
Melongiar (Muttersprache)
Celcianisch
Religion/Glaube: Sagen wir, ein „schönwetter“ Anhänger Faldors
Aussehen:
Man kann ihn schon als hager bezeichnen, bei einer Größe von 1,91 Meter und gerade mal 82 kg.
Viros Körper ist überzogen mit grauen Narben, wobei sein rechter Arm am auffälligsten ist, da er fast ausschließlich aus aufgerissener, brüchiger, grauer Haut besteht. Die einzige Ausnahme bilden der Zeigefinder und der Daumen und aus diesem Grund versucht er den Arm so gut wie möglich zu verstecken.
Er trägt nur langärmlige Kleidung und seine rechte Hand ist eigentlich immer von einem schwarzen Handschuh bedeckt. Generell bevorzugt er schwarze Kleidung, zum Teil auch um erwartete Klischees zu bedienen, denn wer nimmt schon einen farbenfrohen Nekromanten ernst.
So sehr sein Körper von den Ereignissen seines Lebens gezeichnet ist, hatte er das Glück, dass sein Gesicht nichts abbekommen hat. Keine Narbe, kein Kratzer und auch die Zeit und die Entbehrungen sind an ihm weitestgehend glimpflich vorüber gegangen. Er trägt sein schwarzes Haar kurz und ein schwarzer Bart. Dieser umrahmt den Mund, läuft dann die Wangenknochen hoch, um sich schließlich mit den schwarzen Koteletten zu vereinen.
Meisten sieht man auf seinem Gesicht eine ernste Miene, selten ein Lächeln und seine blauen Augen wirken meistens kalt und berechnend.
Persönlichkeit:
Viro wirket auf die meisten Leute kühl und distanziert, er legt auch nicht viel Wert auf die Gesellschaft anderer Leute, zumindest nicht, wenn er von dieser nicht profitiert.
Weshalb er sich nur mit Anderen abgibt, wenn er etwas von ihnen will oder sie ihm in naher Zukunft nützlich sein könnten. Dann kann er auch ziemlich umgänglich sein, zumindest solange er sein gegenüber als gleichwertig oder zumindest respektable erachtet. Sollte die nicht der Fall sein, kann er auch dann sehr herablassend werden.
Seit er ein Gemurmel vernimmt, wirkt er zudem sehr rastlos und nervös. Er vergisst häufig Kleinlichkeiten und muss mit unter den Inhalt von Gesprächen nachfragen, in jenen Momenten reagiert er zudem sehr gereizt.
Entgegen vieler anderer Nekromanten, ergötzt sich Viro nicht am Tod. Es ist in seinen Augen etwa gewöhnliches und gänzlich unspektakuläres, egal ob natürlich oder von fremder Hand herbeigeführt.
Ferner ist Viro alles andere als ein Rassist, er hat auch keinerlei Vorurteile gegenüber Irgendjemanden, er verachtet alle Rassen gleich stark, zumindest jene, die ihm nicht von Nutzen sind.
Es ist sehr auffällig, wie unauffällig er seinen rechten Arm zu verstecken versucht. Er schämt sich nicht für ihn, doch verspürt er Unbehagen, wenn die Leute auf sein graues Fleisch starren und hinter seinem Rücken darüber tuscheln.
Wirklich zufrieden, wenn auch nicht unbedingt glücklich, ist Viro, wenn er lesen und seine Aufzeichnungen studieren kann. Er liest viel und unspezifisch, weshalb er sich nicht nur ein sehr großes Wissen über die Nekromantie angeeignet hat, sondern auch viel differenzierte Informationen erwarb.
Stärken:
- seine gute Beherrschung der Nekromantie
- sein weit gefasstes Allgemeinwissen
Schwächen:
- das Wissen, dass der Einsatz seiner geliebten Nekromantie ihn enorme Schmerzen zufügt und sogar Töten kann, was wahrscheinlich auf die Heilung seiner Wunden, mit Hilfe von Nekromantie zurück zu führen ist.
- das Gemurmel, welches er hört und seine Konzentration erheblich stört. Die Herkunft des Gemurmels kann er nicht mit Sicherheit erklären, entweder ist es eine Nebenwirkung seiner „nekromantischen Heilung“ oder eine Strafe Faldors.
- sein rechter Arm fällt für alle feinmotorischen Aktionen aus, er kann ja noch nicht einmal richtig zugreifen, und die Tatsache, das er als Rechtshänder geboren wurde, zwang ihn dazu mühsam auf Links umzulernen. Ein Unterfangen, das ihm eher schlecht, als recht gelungen ist.
Lebensgeschichte:
Geburt bis Eintritt in die Akademie von Zyranus
Viros erste Lebensjahre waren die eines gewöhnlichen jungen Zyraners, ihm wurde früh Disziplin und Besonnenheit gelehrt und das Elternhaus wartete nur darauf, dass endlich die magische Veranlagung ihres Sprosses ans Tageslicht kommt. Als diese jedoch selbst mit Vollendung des dreizehnten Lebensjahres noch nicht der Fall war, wurde vor allem sein Vater nervös und übte einen erheblichen Druck auf den Jungen aus. Jener Druck, der in körperlicher Züchtigung seinen Höhepunkt fand, sollte dazu führen, das Viro, nach dem ein halbes Jahr später endlich sein magisches Potential hervortrat, sein Elternhaus verließ und nie wieder zurück kam. Ferner sorgte der raue Ton jener letzten Tage vor seiner Abreise dafür, dass es Viro schwer viel, Bindung zu anderen Personen aufzubauen und seitdem alles in allem Recht verschlossen ist.
Das Studium
Sein neues Zuhause fand er im Studentendorf, in dem er sich aber nur wenig Freunde machte und recht zurück gezogen lebte.
Auch verliefen seine ersten Studienjahre nicht mustergültig, was an zwei Punkten fest zu machen war:
Zunächst einmal war er in der Regel drei bis fünf Jahre älter als seine Mitstudierenden, was ihn Spott und Hohn einbrachte.
Zum anderen lag es daran, dass der junge Viro kein natürliches Talent für Magie an den Tag legte. Die simpelsten Grundkurse der angewandten Magie, forderten ihn körperlich und geistig alles ab, was ihn zusätzlichen und vor allem stärkeren Spott und Häme einbrachte.
Das war der Grund dafür, dass der tiefe, unbändige Groll, den er zunächst nur gegen seinen Vater verspürte, auf die Allgemeinheit projiziert wurde.
Nun hätte ein solches Fehlen von magischer Begabung sicherlich zur Exmatrikulation geführt, doch was Viro an praktischem Geschick fehlte, machte er durch theoretisches Verständnis der Magie wieder wett.
So ergab es sich, der er nach zwei Jahren, immer noch viele praktische Grundkurse belegt, jedoch auf dem theoretischen Gebiet bereits mit den höheren Fachsemestern studierte und in einigen Kursen sogar mit Abstand der Jüngste war.
Dies führte dazu, das sein angeknackstes Ego, einen Schub erlebte und er eine gewisse Arroganz entwickelte, die sich sein weiteres Studium und Leben festigte und verstärkte.
Zu Beginn war es noch keine wirkliche Arroganz, es mehr eine Mischung aus Zufriedenheit und Stolz, endlich mal gut in etwas zu sein und dafür auch noch Anerkennung zu bekommen. Er ließ sich auf Fachgesprächen mit Dozenten und Professoren der theoretischen Fachbereiche ein und fachsimpelte auf einen Niveau, das alle seine Mitstudenten in den Hintergrund treten ließ.
Doch wurden bald aus jenen Fachgespräche, hitzige Diskussionen, bei denen sich der junge Viro viel heraus nahm und sie endeten damit, dass er viele Dogmen anzweifelte. Dies war mit ein Grund dafür, dass man ihm pure Arroganz oder sogar Wahnsinn andichtete.
Gerade letzteres, das Anzweifeln seines Geisteszustands, ließ Viro immer wieder in Rage verfallen, was in der Regel mit einem wutentbrannten Hinausstürmen aus dem Raum und ein Verkriechen in der Bibliothek, mit einem Stapel theoretischer Bücher zur Folge hatte.
Der Meisterschüler
Nun sollte Viro ein Riegel vorgeschoben werden, er nahm sich in den Augen vieler, zu viel heraus. Er sollte auf den Boden der Tatsachen gebracht werden, nämlich das Wissen schön und gut ist, aber dass es, wenn man es nicht anwenden konnte, unnütz war.
Der Dumme und der Untalentierte sind gleich.
Diese sollte er erkennen. Um das zu erreichen und ihm sein Ungemach vor Augen zu führen, Zwang man ihn im Alter von sechzehn, eine magische Richtung zu wählen. Mit der Auflage, in jener Richtung, schnell Fortschritte zu erzielen.
In den Augen vieler eine unmögliche Aufgabe für den jungen Viro, doch der entschloss sich schnell für die Nekromantie, eine verpönte, komplizierte und nur unter Aufsicht tolerierte Form der Magie. Doch wurde seinem Wusch nachgegeben, man sagte sich wohl, wenn er schon versagen soll, warum dann nicht mit Totenmagie.
Was seinem „Aufpasser“, in den ersten Monaten seines Stadiums der Nekromantie erwartete, war wenig überraschend. Viro wälzte theoretische Bücher, die sich direkt aber auch nur am Rande mit der Nekromantie befassten, aber auch Bücher, die fernab der Materie anzusiedeln waren. Dies wurde von vielen mit einer Resignation Viros gewertet, da er wusste, dass er durchfallen würde und lediglich seinen Wissendurst stillen wolle, ehe ihm diese Tore für immer verschlossen blieben.
Doch Viro bewies allen, dass dies nicht ferner der Wahrheit hätte sein können, die Wochen vor seiner Endprüfung zeigte er erstaunliche Fortschritte und verblüffte all seine Kritiker mit einer vollkommen neuen Auslegung der Nekromantie.
So nutzte er die bis dato vollkommen als destruktive geltende Magie zum Heilen von Wunden. Obwohl in diesem Zusammenhang von Heilung im engeren Sinne, keine Rede sein konnte, er verwendete die magischen Aspekte, die Zombies zusammenhielt und wand sie auf noch lebendes Fleisch an. Zwar blieben Narben zurück, die eine gräuliche Färbung annahm und sämtliches Gefühl aus der geheilten Stelle verschwinden lies, doch war dies eine erstaunliche Leistung und brachte ihm Ansehen ein, welches sein Ego wieder stärkte.
Auch versuchte er sich erfolgreich an den Standardzaubern, die an der Akademie bereitgestellt wurden.
Die Verbannung und das Leben in der Wildnis
Während sich Viro im Glanz seines Ruhmes sonnte, wurde seine Person im Hohen Rat Thema, die Frage war, sollte jetzt gehandelt werden, wo er noch unbedeutend war. Sollte ihm ein Verstoß gegen die Gesetze von Zyranus angedichtet werden und solle man ihn still und heimlich verschwinden lassen? Jedoch entschied man sich für eine nicht ganz so extreme Maßnahme. Man machte eine schlichte Verleumdungskampagne und bezichtigte ihn der verbotenen Künste, der Überschreitung mehrerer Gesetze und Verbannte ihn aus Zyranus.
Ein Schock für den jungen Viro, der fluchtartig seine Heimat verlassen musste.
Mit nur wenigen Habseligkeiten, zwei Zauberbüchern und ein paar Utensilien, suchte Viro im Wald Arus Unterschlupf.
Die Jahre im Arus haben Viros Körper zugesetzt.
Er war kein Kämpfer und ist es bis heute nicht und der Arus ist alles andere als ein sicherer Ort. Zu den wilden Tieren, trifft man dort auch hin und wieder Wegelagerer und der Gleichen an. Gerade am Anfang brachten jene Zwischenfälle ihm mitunter recht schwere Wunden ein.
Wunden die sich durch graue Narben über seinen Körper erstrecken, doch besonders präsent an seinem rechten Arm sind.
Da er mit ihm seine Zauber wirkte, wurde er das Ziel vieler Angriffe und das Heilen mit der Nekromantie führte dazu, dass der gesamte Arm grau wurde und er nur noch Gefühl im Zeigefinger und Daumen hat. Somit fiel Rechts für Feinmotorik weitestgehend aus, weshalb Viro vieles neu mit Links erlernen musste.
Doch lernte er auch, seinen gefühllosen rechten Arm zu seinem Vorteil zu nutzen, indem er ihn im Kampf feilbietet, lässt Zähne und auch Klingen der Gegner in ihn bohren, um sie dann aus nächster Nähe via Magie zur Strecke zu bringen.
Unterschlupf fand Viro in einer kleinen Höhle im Wald. Sie bot ihm ein Obdach und ein wenig Schutz, doch würde er hier so ohne weiteres nicht zu etwas kommen. Die Gefahr war allgegenwärtig, so dass er sich auf nichts anderes Konzentrieren konnte.
Doch auch hier bewies Viro Einfallsreichtum, er machte sich bereits kurz nach seiner Ankunft auf die Suche nach Körpern. Von was war ihm vorerst egal, er hatte es auf Schädel abgesehen und so nahm er sich jeden, den die Natur und Umgebung ihm Anbot. Von erlegten Beutetieren, verendeten Jägern und auch armen Seelen, die hier ihr Ende gefunden hatten.
Nur die wenigsten Schädel seiner „Sammlung“ hatte er selbst getötet, dafür fehlten ihm neben dem Können, das entsprechende Werkzeug. Er hatte lediglich ein fast stumpfes Messer, welches er im Unterholz gefunden hatte, um seine „Beute“ zu präparieren.
Es begann am vierten Tag, nachdem er einen toten Fuchs gefunden hatte, der irgendeinem größeren Räuber zum Opfer gefallen war. Er schaffte ihn in seine Höhle und es gelang ihm mit viel Müh und Not, den nahezu unversehrten Schädel von verstümmelten Rumpf zu trennen.
Dann versuchte er, das Leben in den Schädel zurück zu holen. Zugute kam ihm, dass die partielle Nekromantie wesentlich unkomplizierter ist, als die Vollständige, immer noch nicht einfach, aber man musste nur eine überschaubare Anzahl von Muskeln mit Leben und Energie füllen.
Nach mehreren Versuchen, begann endlich der Kopf leise in seine Richtung zu röcheln. Zufrieden platzierte er ihn fünfzig Meter vom Höhleneingang entfernt.
So gesellten sich immer mehr Schädel zu dem ersten und nach einiger Zeit, hatte er in einem Umkreis von fünfzig bis hundert Metern dutzende Schädel platziert. Auch wurde seine Nekromantie besser, die Laute, die sie Abgaben variierte von einem Röcheln, über ein Stöhnen, bis hin zu ein paar knurrenden Schädeln.
Es waren Geräusche, die in den folgenden Jahren, ungebetenen Besuch verhalten sollten.
Mit Erfolg, den zu den unheimlichen Geräuschen gesellte sich ein konsistenter Gestank des Todes, denn Viro irgendwann nur noch peripher vernahm.
Was er nie verdrängen konnte, waren die Augen, gerade die der Schädel, die er als letztes zurückgeholt hatte. Sie fixierten ihn immer, wenn er an ihnen vorbei schritt und erfüllten ihn mit einem gewissen Unbehagen.
Sonst konnte Viro seine Nekromantie nicht wesentlich verbessern, er war recht gut damit, Totengewebe wieder Leben ein zu hauchen, doch gelang es ihm nicht, die Magie offensiv zu nutzen.
Er konnte zwar via Berührung lebendes Gewebe in totes verwandeln, doch breitete es sich vom Berührungspunkt sehr langsam aus. Es führt früher oder später zum Tod, doch erst nach mehreren Stunden, also vollkommen unnütz bei einem Angriff, es sei denn, er erreichte einen Vitalpunkt, doch auch dann dauerte es.
Zurück in die Zivilisation und die Qualen
So verbrachte Viro etwa fünf weitere Jahre seines Lebens im Arus und erweiterte sein Repertoire der Nekromantie. Im Alter von etwa einundzwanzig verließ Viro den Arus und machte sich auf den Weg ins Trockenland, genauer nach Santros. Er sehnte sich nach all den Jahren wieder nach Zivilisation, welche er in der Hafenstadt fand.
Hier knüpfter er jedoch nur rege Kontakte und lebte alles in allem sehr zurückgezogen, immer nur auf seine Studien bedacht. Ebenfalls begann er auch damit, seinen rechten Arm vor der Öffentlichkeit zu verstecken, er trug immer schwarze, langärmlige Kleidung und einen schwarzen Lederhandschuh über der rechten Hand.
So hätte er bis ans Ende seines Lebens weiter machen können, doch sollte sein unbekümmerter Gebrauch der Nekromantie bald ihren Preis fordern.
Zwei Jahre nachdem er in Santros angekommen war, begann es, zuerst ein Kribbeln in den Spitzen seiner tauben Finger, doch bald schmerzt ihm der gesamte rechte graue Arm und letztendlich über alle grauen Narben. Es war, als wären alle Wunden wieder offen, schlimmer noch, als würden Dolche und Zähne in ihnen stecken und in der Wunde gedreht werden, zugleich schienen die Knochen darunter ununterbrochen zu bersten.
Die Schmerzen, die von seinem bis dato gefühllosen Arm ausgingen, waren überwältigend und ließen ihn beinahe den Verstand verlieren und auch keiner seiner Zauber wollte helfen. Das Gegenteil war der Fall, der Einsatz jeglicher Form der Nekromantie schienen die Schmerzen nur noch zu verstärken oder neue zu verursachen und so kam es vor, das seine Lunge tagelang wie Feuer brannte, er vorübergehend erblindete oder Blut hustete, während all seine Organe zu sieden schienen.
In jenen Momenten spielte Viro mit dem Gedanken sein Leben zu beenden oder zumindest den rechten Arm ab zu trennen, damit dieser Schmerz nachließ, doch zeigte ihm ein Experiment, in dem er seinen kleinen Finger abschnitt, dass der Finger zwar ab war, der Schmerz jedoch bleib, weshalb er den Arm in Ruhe ließ und mit Hilfe seiner „nekromantischen Heilungsmagie“ Fleisch und Knochen des Fingers wieder mit der Hand verband.
Vielmehr suchte er andere Lösungsmöglichkeiten und fand in der Alchemie und Kräuterkunde ein Mittel, das zumindest vorerst die Schmerzen linderte, jedoch nicht stoppte.
Parallel suchte er nach einer Heilung, Jahre lang, fand jedoch nichts.
Ein Leben für Faldor
Als nach drei Jahren, nach dem ersten Auftreten der Schmerzen, nichts mehr vermochte, sie merklich zu lindern, verließ Viro Santros und machte sich auf die Suche nach einer Heilung jenseits seiner Bücher.
Während dieser Reise war Viro gezwungen sich auf Menschen einzulassen, um Information und Hilfe zu erhalten. Ein Unterfangen, das sich anfangs als schwer erwies, er konnte nicht gut mit anderen und der anhaltende Schmerz ließ ihn immer gereizt erscheinen und doch sollte er auf einen Mann treffen, der ihm helfen konnte.
Der Mann hieß Malo Rabidus, war ein Anhänger Faldors und eine sehr verquere Person, in einem Alter von Ende achtzig.
Malo war nicht im klassischen Sinne wahnsinnig, viel mehr war er ein dermaßen fanatischer Anhänger von Faldor, das er dessen Lehren auf ziemlich obskure Arten ausübte.
Er lebte abgeschieden und auch hier definierte er diesen Lebensstil vollkommen neu. Es war ein Tempel irgendwo im Drachengebirge, so fern ab allem Lebens, das keine Reisenden vorbei kamen und es auch sonst nichts gab, weshalb er alle vier Wochen, mit einem Handkarren die beschwerliche Reise runter in die Zivilisation antreten musste. Dort deckte er sich mit neuen Vorräten ein, die für die nächsten 4 Wochen reichen mussten. Wobei zu den Vorräten, neben Lebensmitteln und dergleichen, auch Opfergaben für Faldor zählten, die er sich entweder von Wegelagerern holte oder in dem Ort, indem er war, auch mal ein, zwei Personen verschwinden ließ.
Bei einer dieser Versorgungsreisen traf er auf Viro und war von dessen Arm fasziniert, er erkannt sofort die nekromantischen Wurzeln, die dafür verantwortlich waren und interpretierte sie als Segnung Faldors, weshalb er vorerst nicht von Viros Seite wich und alles über ihn und wie er zu seinem Arm gekommen war, wissen wollte.
Doch Viro ignorierte vorerst den nervigen Alten, aber Malo ließ nicht locker und eines Abends, in der Nacht vor seinem Aufbruch zurück zum Tempel, konfrontierte er Viro ein letztes Mal und behauptete, einen Weg zu kennen, der seinen Schmerzen beseitigen könne.
Die Antwort wäre der große Faldor und wie beiläufig sagte er, Faldor hätte schon weitaus schwierigeres hin bekommen und begann daraufhin heiser zulachen und stupste Viro mehrmals in die Seite.
Dies missfiel Viro, dochhatte der Alte vielleicht in einem Punkt recht, möglicherweise könnte ihm nur der Segen eines Gottes Linderung verschaffen.
So entschloss sich der wenig religiöse Viro, dem mysteriösen Malo zu folgenund sie begannen den beschwerlichen Aufstieg, den Viro die nächsten Jahre häufiger absolvieren musste, als ihm lieb war. Es ging über enge Bergpässe, die, abgesehen von Malo, seit Jahrzehnten von niemanden benutzt worden zu sein schienen, über eine sehr steile Treppe, durch einen, teils natürlichen teils angelegten, Tunnelkomplex, hin zum Tempel von Faldor.
Genauer einem vergessenen Tempel von Faldor, denn er hatte seine besten Tage bereits hinter sich.
Er war recht groß, bot früher mit Sicherheit hundert Mann unterschlupft, doch waren mittlerweile weite Teile eingestürzt oder drohten es zumindest. Weiterhin war auffällig, das Malo der Einzige war, der in dem zugigen Gemäuer lebte.
Außer seinem Schlafplatz, gab es zwei weitere, mehr oder weniger unbeschädigte Schlafgemächer. Eines davon bezog Viro.
Zudem gab es eine Bibliothek und einen Altar für Faldor, beides verstörte Viro.
Zum einen der Altar. Es waren nicht nur die Leichenteile, die sich auf ihm Stapelten, vielmehr die Fülle an Insignien und Relikten, die den Raum ausfüllten, da viele von ihnen nicht einmal mit Faldor in Verbindung gebracht werden konnten.
Auf eine Frage diesbezüglich, hatte ihn Malo einmal geantwortet, es käme nicht auf das Symbol an sich an, sondern um die Geste. Was auch erklärte, weshalb das Amulett, um Malos Hals, nicht die schwarze Sonne war, sondern etwas, das an ein O erinnert, welches auf einem T ruht.
Was die Bibliothek anging, sie war voller handgeschriebener Werke, was nicht ungewöhnlich war, die Bibliothek in Zyranus sah ähnlich aus, doch die Werke an sich waren seltsam.
Sie waren nicht nur alt, sie waren zudem in Sprachen geschrieben, die Viro nur entfernt bekannt vorkamen. Als er Malo einmal darauf ansprach, lachte dieser und antwortet: „Wer ein Geheimnis hat, Spricht es nicht direkt aus!“
Da wurde es ihm klar, viele der Werke waren in drei, vier oder noch mehr Sprachen geschrieben, was es nahezu unmöglich machte sie zu lesen.
Nun verbrachte Viro fast 3 Jahre im Temple und das Leben dort erwies sich als eintöniger, als er gedacht hätte. Anscheinend legte Faldor keinen Wert auf pompöse Huldigungszeremonien oder der Gleichen oder zumindest praktizierte Malo sie nicht. Er betete nur zwei Mal am Tag, morgens und abends und auch dann nur ein paar Zeilen. Genau so hielt es Viro auch, zudem wurde immer mal wieder ein Leichenteil geopfert, was auch recht lieblos geschah.
Den Rest des Tages hatte Viro Zeit zu lesen, wobei er sich zum ersten Mal in seinem Leben dabei schwer tat. Er brauchte teilweise Tage, um nur eine Seite halbwegs verständlich zu übersetzen und selbst dann fehlten ihm meistens
noch zehn bis zwanzig Prozent des Inhalts.
Und doch machte ihm das Leben im Temple irgendwie Spaß, abgesehen von den anhaltenden Schmerzen.
Dafür hatte Malo erstaunlicherweise ein Rezept, nun muss man sagen, das Malo recht viele Rezepte hatte. Er warf von Ratten, über Rind bis hin zu Mensch in den Kochtopf, was halt griff bereit war. Wobei sich Viro bei letzterem sehr zurückhielt.
Malos Meisterwerk war jedoch ein Kräutertrank, der aus so vielen giftigen Pflanzen hergestellt wurde, das alleine der Geruch tödlich sein sollte. Jedoch neutralisierten sich die Gifte irgendwie gegenseitig und eine höchsteffektive, schmerzlindernde Flüssigkeit bleib zurück.
Viro verstand bis zuletzt nicht, wieso sie wirkte, doch sie tat es und erleichterte sein Leben ungemein.
Doch erwartete Malo auch von Viro etwas, nämlich das er hin und wieder Opfergaben beschaffen und vorbereiten sollte. Bei ersterem erwies sich Viro als wenig geschickt, er war wie gesagt kein Kämpfer, weshalb er lediglich Alte und Schwache zum Temple bringen konnte. Personen halt, die keine große Gegenwehr leisten konnten. Doch hielt Malo diese für unwürdig, weshalb Viro es auch nur dreimal tun musste.
Doch das Zweite, das Vorbereiten, war etwas, das Viro gut konnte, auch weil er es zu seinem eigenen Vorteil nutzte.
Er erprobte seine Sprüche an den Leichen und manipulierte das tote Fleisch in verschiedensten Formen. Viro durchzog es mit neuem Leben und ließ es dann langsam vom Knochen krauchen, ein Trick der Malo sehr gefiel. Ihm störte es das Knochen nicht verrotteten, weshalb er sie immer mühsam entfernte.
Nun war Viro das balsamieren mit Kräutern und Ölen, sowie die vielen andere Prozeduren, auf die Malo bestand, zu zeitaufwendig, weshalb er eine der Leichen vollkommen zum Leben erweckte.
Es war ein junges Mädchen, das zu Lebzeiten blind war. Jetzt übernahm sie alle Aufgaben die Viro zu lästig waren. Ihr Blick war immer noch leer und sie bewegte sich sehr plump und unbeholfen und außer einem leisen Stöhnen hin und wieder war auch nichts von ihr zu vernehmen, doch war Viro irgendwie von ihr fasziniert. Vor allem von den völlig weißen Augen, die in dem grauen, jedoch glatten Gesicht ruhten, umrahmt von schulterlangem schwarzem Haar.
Viro wusste nichts von ihr, nicht einmal ihren Namen. Er gab ihr den Namen Kathy.
Kathy war also sein „guter Geist“, der alles machte, was Malo ihm aufhalste und wozu er keine Lust hatte. Wenn es nichts zu tun gab und er sich wieder in die Bibliothek zurück gezogen hatte, saß sie meist in einer dunklen Ecke und starrte vor sich hin.
Am Ende seines zweiten Jahres bei Malo, es war die Zeit der dunklen Tage, wurde Malo schwer Krank und sollte nach nur wenigen Tagen dahin scheiden.
In jenen Tagen las Viro sehr wenig, er vollzog die Routinen des Alten und blieb auch sonst in dessen Nähe, nicht aus Nächstenliebe oder der Gleichen. Viro mochte ihn zwar mittlerweile, doch hatte er selbst immer noch nicht, weshalb er vor all den Jahren mit Malo mitgegangen war.
Als der Alte im Begriff war, seinen letzten Atemzug zu tun und der Zorn langsam in Viro hochkochte, lachte Malo und gab ihm sein Amulett mit den Worten: „Der Dunkle Herr hatte gemeint, du solltest ab jetzt, seinen Schutz genießen.“
Wenige Atemzüge später war Malo nicht mehr und Viro hielt sein goldenes Amulett in der Hand. Skeptisch beäugter er es und frage sich innerlich, war Malo am Ende doch nur ein Wahnsinniger?
Das erste Anlegen zweigte jedoch, dass dem nicht so war. Viro fühlte sich umgehend wie an jenem Tag, an dem er Zyranus verlassen hatte, schmerzfrei.
Da er jetzt hatte, weswegen er solange im Drachengebirge verweilt hatte, packte Viro. Vorher opferte er noch Malos Körper an Faldor, ganz wie dieser es sich gewünscht hatte und das ganz ohne Kathys Hilfe, diese Ehre wollte er ihm noch erweisen. Er fügte seinen wenigen Habseligkeiten noch etwas von Malos Reisekasse hinzu, so wie ein Buch aus der Bibliothek, das er zwar bis zum heutigen Tag, nicht entziffern konnte, jedoch übte es eine seltsame Anziehung auf ihn aus.
Somit verließ er das Drachengebirge und ließ Kathy allein im dunklen, zerfallen Temple zurück, mit Malos Überresten und dem Schrein Faldors.
Ein neuer Anfang
Jene wiedergewonnene Freiheit führte dazu, dass sich Viro fast vollständig von Faldor abwandte und sich seinem alten Zeitvertreib wieder vollends zu verschrieben, denn Studium der Nekromantie.
Jedoch anders als zuvor. Er verkroch sich in keine Bibliotheken und erarbeitete Theoretisches, sondern er zog in die Welt hinaus. Anders als seiner Jahre im Arus, in denen er seine Magie nur einsetzte, wenn er musste, wollte er seine Magie im Felde erproben.
Er suchte Gefahr und er suchte auch die Nähe von anderen Personen, immerhin war er ja immer noch kein Kämpfer, weshalb er allein nicht zu Recht kommen würde.
Letztendlich fand er Gesellschaft in einer Gruppe von Söldnern, drei an der Zahl. Die Geschwister Ulrika und Ulfrik und ihren Jungenfreund Janos, alle drei waren sie Mantroner.
Bis heute ist Viro nicht genau klar, wie es zu jener Freundschaft kam, die sie kurz verband.
Es war eines Abends in einer kleinen Taverne, irgendwo in einem kleinen Dorf im Eisreich. Viro hatte über Umwege hier Unterschlupf für die Nacht gefunden, als die Drei in die fast menschenleere Bar stürmten, im Auftrag von irgendjemanden. Sie schlugen einen Mann zusammen und verhörten ihn. Obwohl verhören das falsche Wort war, vielmehr stellten sie wage Fragen und schlugen immer wieder auf den Mann ein. Dieser jedoch antwortete auf keine einzige der Fragen.
Dieses „Verhör“ wurde vom Wirt geduldet, immerhin hatte der Mann bereits für die Nacht bezahlt und es war alles andere als Leise. Was Viro störte, der seine Ruhe haben wollte. So ging er zu den Dreien, drückte Janos zur Seite, nahm den Handschuh von seiner rechten Hand und drückte seinen Zeigefinger auf den rechten Handrücken des Mannes. Nach wenigen Augenblicken Konzentration und leise gemurmelten Worten, begann die Haut unter der Druckstelle zu verfaulen und es breitete sich langsam über die Hand aus. Dies ließ den Mann schmerzerfüllt aufschreien. Die Konzentration beibehaltend sagt Viro leise: „Das ist erst der Anfang, wenn du nicht redest geht es erst richtig los!“
Kurz darauf redete er und Viro entfernte sich von den Vieren und setze sich wieder allein an seinen Tisch.
Dennoch sollte er für diesen und viele folgende Abende, keine Ruhe mehr finden. Nach dem die drei hatten, weshalb sie gekommen waren, gingen sie zu Viros Tisch, setzten sich und wollten wissen, wer er war, wie er das gemacht hatte, was mit seinem Arm war und vieles mehr.
Viro ließ das Fragengewitter über sich ergehen und einige Zeit später war er plötzlich Mitglied ihrer Truppe. Während die Drei grob und direkt waren, war Viro gediegen und zurückhaltend, sie ergänzten sich perfekt. Während sie sich in den Kampf warfen, konnte Viro von außen in aller Ruhe seine Magie wirken und im Nachhinein etwas rum experimentieren.
Die Jahre, die sie zusammen verbrachten, waren lehrreich für Viro, jedoch sollte er abermals einen hohen Preis für seine Experimente bezahlen.
Das Gemurmel und der Rückkehr der Qualen
Viro war etwa dreiunddreißig, als ihm das Gemurmel bewusst wurde. Es war wie Stimmen, undeutlich und weit entfernt und doch störten sie seine Konzentration. Nahezu Zeitgleich, kam der Schmerz in seinen Körper zurück, zwar nur wenn er Magie wirkte, dafür aber schlimmer denn je. Kurz nach dem Auftreten der Schmerzen, trennte er sich von Janos und den Geschwistern, um in ruhe fest zu stellen, was jetzt der Auslöser war.
Es kostete ihn nur wenig Zeit, um zu erkennen, was geschehen war. Der Verfall seines Körpers durch die Nekromantie wurde durch das Amulett nicht gestoppt, es hatte ihn auch nicht davor geschützt, es hatte alles lediglich hinaus gezögert und die Symptome abgeschwächt, zumindest nach außen.
Sein Körper war nun dermaßen am Ende, das selbst das Amulett dies nicht mehr verbergen konnte. Was das Gemurmel angeht, entweder ging das mit seinem Zustand einher oder es war die Strafe Faldors, weil er sich von ihm abgewandt hatte, Viro wusste es nicht.
Die Verzweiflung und neuer Mut
Nach den jüngsten Ereignissen verfiel er zunächst in einen Zustand der Verzweiflung und des Selbstmitleids, der dann, wahrscheinlich begünstigt durch das Gemurmel, in eine Schizophrenie ausartete. Viro gab nahezu alles und jedem die Schuld an seinem Zustand, nur sich selbst ließ er aus. Er zog sich zurück, mehr als je zuvor. Abermals lebte er in Santros, vollkommen in sich gekehrt, grübelte über alles nach und wälzte seine Aufzeichnungen.
Dies betrieb er bis vor einige Wochen, als er sich endlich entschloss, etwas zu unternehmen. Seine Schriften führten ihn nirgendwo hin und auch sonst, fand er in den Texten weder Trost noch Rat.
So entschloss er sich zu handeln, eine Reise sollte es werden, vielleicht die Letzte seines Lebens, denn seine Leiden wurden nicht besser und das Abwarten wurde ihm zu viel.
Zwar hatte Viro keine Ahnung, wie er sein Leiden überwinden konnte, doch war er sich sicher, dass wenn es eine Antwort gab, sie im Turm der Weisheit zu finden war.
Inventar:
- Amulett von Faldor
- Geldbeutel
- Unterwäsche + Strümpfe (weiß) (Wolle)
- Hemd (weiß) (Wolle)
- Hose (schwarz) (Leinen)
- Robe(schwarz) (Wolle)
- rechter Handschuh (schwarz) (Leder)
- Schuhe (schwarz) (Leder)
- Altes codiertes Buch
- Trinkschlauch 3,0 l
- Decke (grau) (Wolle)
Einstiegspost:
Foren-Übersicht ‹ Der westliche Teil Celcias ‹ Das Trockenland ‹ Die Handelsstadt Santros ‹ Das Stadttor von Santros


