| Uriels Steckbrief |
Rasse: früher shyánischer Elf, nun ein Rabenhybrid
Alter: 72 Jahre
Geschlecht: männlich
Beruf: Bote
Heimat: Früher lebte Uriel in der Elfenstadt Shyána, doch nun führt er ein Nomadenleben.
Gesinnung: neutral mit einem Hang zum Guten
Magie: Feuermagie gut
Sprache: Lyrintha, Rabe
Religion/Glaube: Hauptsächlich betet Uriel Phaun an, doch auch an Florencia richtet er manchmal seine Gebete. In gefährlichen und verzweifelten Situationen greift er aber auch mal auf ein Gebet an Iaszar zurück, dessen Glaubensrichtung er im Urwald Kapayu begegnet ist.
Aussehen:

Doch neben dem ungewöhnlichen Aussehen eines Rabenhybriden besitzt Uriel noch andere körperliche Merkmale. Seine Bewegungen besitzen eine natürliche Eleganz und die spitzen Ohren verraten, dass er einst ein Elf gewesen war. Auch seine etwas schmächtige Statur lässt dies vermuten, auch wenn das harte Leben in der Wildnis dazu geführt haben, dass sich Uriels Körper eine gewisse Sehnigkeit angeeignet hat. Ansonsten besitzt der Hybrid immer noch eine jugendliche Ausstrahlung, auch wenn er älter ist als mancher Mensch. Auch dies ist auf seine elfische Abstammung zurückzuführen. Die rot-braunen Haare, die er früher zwar sorgfältig hatte schneiden lassen und nun aber fröhlich wachsen lässt, und seine rötlichen Augen geben Uriel eine warme Aura.
An Kleidung trägt der Hybrid ein schwarzes, ärmelloses Hemd mit aufgestellten Kragen, wobei er am Rücken Öffnungen für seine Flügel hineingeschnitten hat. Passend dazu eine schwarze Lederhose und ebenfalls schwarze Handschuhe, welche hoch bis zu seinen Oberarmen gehen. An Gepäck trägt Uriel nur das Nötigste bei sich. Nur von seinem Schwert kann er sich nicht trennen.
Persönlichkeit: Früher war Uriel ein äußerst angenehmer Zeitgenosse. Freundlich und zuvorkommend, dazu eine Prise Charisma, und keiner konnte ihm widerstehen. Beliebt und aus gutem Hause kommend standen ihm in Shyána alle Wege offen. Doch diese Tage sind vorbei. Die Ereignisse während und nach seiner Krankheit haben Uriel verändert. Aus dem freundlichen und weltoffenen Elfen ist ein verbitterter und misstrauischer Mann geworden. Vertrauen ist ein Wort, was für Uriel mit keinen guten Erinnerungen verbunden ist und dementsprechend fällt es ihm schwer Freundschaften zu schließen. Offene Feindseligkeiten der anderen Völker und ständige Verfolgung haben ihn dazu gezwungen einen emotionalen Schutzschild hochzuziehen. Versteckt hinter Sarkasmus und Ironie schottet sich Uriel von allem ab, was er für schmerzhaft hält. Doch sollte jemals jemand durch diesen Wall aus Zynismus dringen, so würde er dahinter dasselbe verletzte Kind entdecken, was vor 50 Jahren aus seiner Heimat vertrieben wurde.
Ein weiteres charakterliches Merkmal Uriels ist sein Gewissen. Denn auch wenn er in seinem Leben oft betrogen und enttäuscht wurde, so kann er dasselbe nicht bei anderen tun. Jemanden im Stich lassen und zu hintergehen, der zuvor freundlich zu ihm gewesen ist, kann er nicht übers Herz bringen. Dennoch heißt dies nicht, dass Uriel nicht zu Grausamkeiten fähig ist. Vor allem wenn er wütend ist, scheut er sich nicht anderen weh zu tun. Man kann ihn am besten mit einem Lagerfeuer vergleichen. Je nach dem, wie viel Holz man hinzu gibt, um so höher und gefräßiger wird die Flamme. Ähnlich verhält sich Uriel. Solange man ihm keinen Grund gibt, ist er friedlich. Doch sollte man ihn oder seine Freunde bedrohen, ist er zu allem fähig.
Stärken: Uriels wohl größte und nützlichste Fähigkeit ist sein Umgang mit der Feuermagie. Neben einer Ausbildung in Shyána ist Uriel bei einem Wandermagier aus Zyranus in die Lehre gegangen, der ihm weitere Zauber beigebracht hatte. Dazu ein wenig Selbststudium und ein bisschen Talent führten schließlich dazu, dass Uriel die Feuermagie gut beherrscht. Ansonsten übt er sich noch ein bisschen im Schwertkampf, kann da aber nur als durchschnittlich bezeichnet werden. Fliegen ist ihm nicht möglich, da er viel zu schwer ist.
Schwächen: Der Umstand, dass er keine Rüstung tragen kann, macht Uriel sehr verletzlich. Auch ist er nicht der Stärkste, so dass er gegen schwer gerüstete Gegner im Nahkampf nur wenig ausrichten kann. Zudem ist Uriel auch sehr auffällig. Sich verstecken oder jemanden unauffällig folgen ist für ihn nur schwer zu bewältigen. Uriel ist recht zynisch, was ihn nicht gerade für soziale Kompetenzen spricht. Doch seine größte Schwäche ist seine wiederkehrende Schlaflosigkeit. Albträume und ähnliches lassen ihn manchmal nicht einschlafen, was dann zu akutem Schlafmangel führt. So kann es dazu kommen, dass nach solch einer Nacht Uriel am nächsten Tag kaum zu gebrauchen ist und sogar im Stehen einschlafen kann. Auch sind die Albträume nicht gut für seine geistige Gesundheit.
Lebensgeschichte:
Glückliche Kindheit
Uriel wurde vor 72 Jahren in dem geehrten Hause Fíanors in Shyána geboren. Als Sohn eines berühmten Magiers und seiner Frau Náthia legte man große Hoffnungen in den jüngsten Sprössling der Familie. Ein jedes seiner Geschwister war ein respektiertes und wertvolles Mitglied der Gesellschaft geworden. Seine älteste Schwester erforschte mit der Naturmagie die Züchtung neuer Nutzpflanzen, untersuchte nebenbei auch zahlreiche Krankheiten, und seine beiden Brüder hatten mit ihren Schneidereien der Familie viel Geld eingebracht. Nun erwartete man von Uriel gleiche, wenn nicht sogar bessere Leistungen. Und man wurde nicht enttäuscht.Kurz nach seinem fünften Geburtstag enthüllte sich Uriels Talent für die Feuermagie. Eine wunderbare Nachricht für seinen Vater, der seinen Jüngsten auch gleich unter seine Fittiche nahm. Die schnelle Auffassungsgabe des Jungen sorgte für einen raschen Fortschritt und zehn Jahre später gab man ihn in die Obhut eines Meistermagiers. Dank seiner freundlichen und zuvorkommenden Art fand Uriel auch bald Freunde. Ständig war er mit seiner Clique zusammen und vergnügte sich in Shyána. Nur beim Unterricht oder zu Hause trennte sich Uriel von seinen Freunden. Während dieser Zeit arbeite fleißig an seinen magischen Fähigkeiten. Sein Lehrer war begeistert und die Eltern stolz. Alle waren sich darin einig, dass aus diesem Jungen noch etwas Großes werden würde.
Wie sehr man sich doch täuschen kann...
Der Wandel
In seinem zwanzigsten Lebensjahr war Uriel auf dem Höhepunkt seines bisherigen Lebens angelangt. Sein Meister wollte nun die Grundausbildung abschließen und mit der fortgeschrittenen Magie fortfahren. Sein Freundeskreis erstreckte sich über die ganze Stadt und seine Eltern blühten auf vor Stolz auf ihren jüngsten Sohn. An seinem zwanzigsten Geburtstag wurde ein großes Fest veranstaltet. Die ganze Familie war anwesend und ein Großteil seiner Freunde waren ebenfalls gekommen. Zahlreiche Geschenke wurden überreicht. Neben wunderschönen Gewändern, einem Stab aus Esche und einigen anderen wertvollen Dingen war auch ein merkwürdiger Kasten. Er war schmucklos und voller Löcher. Ab und zu war ein Rascheln zu hören. Uriels Schwester hatte ihn mitgebracht und auf die Fragen, was da drin sei, nur verschmitzt gelächelt und Andeutungen gemacht, dass es sich hierbei um ihre neueste Forschung handelte, welche sie während des Festes vorstellen wollte. Über diese Aussage wurde allgemein hin geschmunzelt. Uriels Schwester war bekannt dafür, dass sie die Ergebnisse ihrer Forschungen an die Öffentlichkeit brachte, um Unterstützer oder Finanzierer an Land zu ziehen. Die Geburtstagsfeier ihres Bruder war eine Gelegenheit gewesen, der sie nicht hatte widerstehen können.An diesem Abend nahm das Unglück seinen Lauf. Nachdem er endlos Gratulationen entgegen genommen und zahlreiche Geschenke ausgepackt hatte, sehnte sich Uriel nun nach ein bisschen Ruhe. Also stellte er sich leise ein wenig abseits der Feierlichkeiten hin und genoss die kurze Entspannung. Dann bemerkte er den Kasten. Leicht angetrunken und in Feierlaune, nahm er fälschlicherweise an, dass es ebenfalls ein Geschenk für ihn war. Die Andeutungen seiner Schwester hatte er in diesem Moment vergessen und so tat Uriel das Dümmste, was er zu diesem Zeitpunkt hatte tun können. Er öffnete den Kasten.
Ein erschrockener Aufschrei ließ die Köpfe der Feiernden herumfahren. Sie sahen, wie etwas Schwarzgefiedertes auf Uriel einhackte, während der junge Elf schützend die Hände über den Kopf hielt. Sogleich brach Chaos aus. Zahlreiche Gäste schrien auf. Ein, zwei Damen fielen sogar in Ohnmacht. Einzig Uriels Meister behielt einen kühlen Kopf und verscheuchte den Raben mit ein paar Flammen. Nachdem sich der ganze Aufruhr gelegt hatte, fragte man Uriel besorgt nach seinem Wohlbefinden. Insbesondere seine Schwester schien aufgewühlt, als sie ihn aufgeregt fragte, warum er den Kasten geöffnet hatte. Uriel behauptete, es ginge ihm gut, er hätte nur einen leichten Schrecken und paar Kratzer davon getragen. Wie um seine Worte Lügen zu strafen, wurde sein Gesicht auf einmal bleich und ein plötzlicher Krampf ließ ihn zu Boden stürzen. Wieder brach Panik aus und die Gäste stoben auseinander. Man brachte Uriel, so schnell es ging, zu einem Heiler. Dieser versuchte so gut wie möglich, dem von Krämpfen und Fieber geplagten Uriel zu helfen, doch keine seiner Heiltechniken schien zu wirken. Stattdessen schien es nur schlimmer zu werden.
Mitten in der Nacht wachte Uriel plötzlich auf. Das Fieber und die Schmerzen waren verschwunden und er fühlte sich gut. Ja, fast wie neugeboren. Sogleich stand er auf. Zu diesem Zeitpunkt bemerkte er ein merkwürdiges Rascheln hinter ihm und ein leichtes Gewicht an seinem Rücken, doch er achtete nicht darauf. Stattdessen ging er in das Zimmer des Heilers, um sich zu bedanken. Als dieser ihn erblickte, schrie er erschrocken auf. Verwundert über dessen Erschrecken, fragte Uriel diesen, was denn los sei. Der Heiler hielt ihm einen Spiegel hin und mit Entsetzen sah Uriel, wie er sich verändert hatte. Flügel wuchsen ihm aus dem Rücken. Und als er nach unten blickte, sah er, wie seine Füße zu einer Mischung aus Elfenfüßen und Vogelkrallen geworden waren. Am nächsten Morgen kamen seine Eltern und seine Geschwister, um Rat zu halten. Noch hatte man öffentlich nichts über Uriels Zustand verlauten lassen und den Heiler hatte man zum Schweigen verpflichtet. Bei dieser Familiensitzung gestand Uriels Schwester, dass sie schon seit geraumer Zeit an einem Heilmittel der Hybridenkrankheit arbeitete. Zu diesem Zweck hatte sie nach Tieren gesucht, die die Krankheit in sich trugen. Der Rabe in dem Kasten, den Uriel geöffnet hatte, war so ein infiziertes Tier gewesen. Wie es schien, hatte er Uriel angesteckt.
Man beschloss, Uriel nicht mehr nach draußen zu lassen. Die Inakzeptanz der anderen Elfen wäre zu groß, als dass Uriel auf Dauer in der Gesellschaft leben könnte. Öffentlich behauptete man, dass der junge Elf seine Krankheit noch nicht überwunden habe und sehr schwach sei. Doch allen war klar, dass diese Ausrede nicht auf Dauer zu halten war. Dann kam es zum Streit zwischen Uriels Eltern und seiner Schwester. Man machte ihr Vorwürfe für den Zustand ihres kleinen Bruders. Ihre Experimente seien der Auslöser der Katastrophe gewesen. Voller Zorn und im Streit verließ sie das Haus und kehrte ihrer Familie den Rücken zu. Angesichts dieser Ereignisse begann die Gerüchteküche nur so zu brodeln. Inzwischen traute sich Uriels Mutter kaum noch aus dem Haus, da sie die Blicke und Tratschereien der anderen nicht ertrug. Vor allem Uriel selbst plagten die Tage der Gefangenschaft. Das Tier in ihm wollte raus, wollte frei sein. Also stahl er sich eines Nachts davon und ging zum Haus seines Lehrmeister. Uriel erhoffte sich Rat, von dem weisen Elfen. Tatsächlich schien dieser nicht überrascht über Uriels Zustand zu sein. Er hatte sich schon so etwas Ähnliches zusammengereimt. Als der junge Hybrid ihm seine Situation schilderte, schwieg er eine Weile und sagte schließlich: "Verlasse die Stadt, Uriel. Der, der du jetzt bist, darfst du nicht sein. Suche dein Glück woanders. Hier wirst du es nicht finden."
Mit diesen Worten verwies ihn sein Meister des Hauses. Nun stand Uriel alleine in der Dunkelheit und auch wenn er es nicht wahrhaben wollte, ein Teil von ihm wusste, dass der Meister Recht hatte. Also verließ der Rabenhybrid Shyána und suchte sein Glück woanders.
Die Reise
Die nächsten Jahre waren für Uriel die schwersten. Er gewöhnte sich nur langsam an seinen neuen Körper und der Urwald war grausam. Trotzdem gelang es ihm zu überleben und aus seiner Umgebung auszubrechen. Die nachfolgenden Jahre waren geprägt von erfolglosen Versuchen, eine Heimat zu finden. Wohin er auch kam, die Leute schreckten vor Uriel zurück oder jagten ihn sogar. Selbst die, die freundlich zu ihm waren, versuchten ihn letzten Endes zu fangen und als Kuriosität zu verkaufen. Wahre Freunde waren selten und so verbitterte Uriel nach und nach und legte sich seine harte Panzerung aus Sarkasmus zu. Im Alter von 34 Jahren traf er auf einen alten zyrianischen Magier, der bereit war, ihn in der Feuermagie weiter zu unterweisen, wenn Uriel ihm im Gegenzug bei Dingen half, die der Alte nicht mehr alleine erledigen konnte. Der alte Magier lehrte dem Hybriden, dass Magie einen klugen Umgang vorraussetzte. Wie wild mit Feuer um sich zu werfen, sei keine Art sich zu verteidigen. Uriel lernte seine Magie erst als letztes Mittel einzusetzen und sich sonst anderweitig zu behelfen. Zu diesem Zweck gab der Alte ihm ein Schwert, welches einst einem Freund von ihm gehört hatte. Auf die Frage, warum er denn ein Andenken verschenke, meinte der Alte nur: "In deinen Händen ist es besser aufgehoben, als in der klapprigen eines Greisen." Uriel blieb bei dem Alten, bis dieser schließlich starb. Als Dank für seine Lehren errichtete er ein Grabmal für den Magier und zog weiter.
Schließlich machte er Botendienste. Anfangs war es nicht einfach für den Hybriden Kundschaft zu finden, doch irgendwann traf er auf Personen, die sich nicht allzu sehr an seinem merkwürdigen Äußeren störten. Zwerge waren bevorzugte Auftraggeber, aber auch etwas tolerantere Menschen oder Elfen nutzten Uriels Dienste. Bald hatte er sich einen Ruf als zuverlässiger Kurier erarbeitet. Natürlich musste er häufig zwielichtige Nachrichten überbringen und es kam nicht selten vor, dass er dabei auf der falschen Seite des Gesetzes arbeiten musste. Doch man musste nehmen, was man kriegte. Derzeit hat er eine Nachricht an eine Person aus irgendeiner "Bruderschaft" in Pelgar zu überbringen. Der Auftraggeber war ein Mensch gewesen, ein Ritter. Er hatte nicht viel verraten, nur den Namen der Person, wo Uriel ihn finden konnte und dass er keine unnötigen Fragen stellen sollte. Die Nachricht, die Uriel überbringen sollte war in einer Pergamentrolle festgehalten, mit der Anweisung, sie nicht zu öffnen. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch brach der Hybrid auf. Er wusste, dass Pelgar belagert wurde und die Tatsache, dass die Stadt voller Menschen war, machte die Angelegenheit nicht besser. Aber ein Dienst war ein Dienst und er sollte verflucht sein, wenn er diesen Auftrag nicht schaffen könnte.
Inventar: Ein Schwert
Tierische Begleiter: keine
Einstiegspost:
Anmerkung: Ich hoffe, dass dieser Steckbrief, so in Ordung ist. Ich hab mir echt Mühe gegeben.



