
Dragnolin van Trynitus ist jüngster Sprössling und einziges lebendes Mitglied einer sehr alten pelgarischen Adelsfamilie, den Trynitiern. Sein Vater hieß ebenfalls van Trynitus, von ihm hat er den Nachnamen, während seine Mutter ihm den Vornamen Dragnolin gab. Allerdings bevorzugt er es, von Freunden und Bekannten einfach Dragno genannt zu werden.
Rasse
Dragnolin van Trynitus ist ein Mensch. Sein Vater war Pelgarer, seine Mutter hingegen Sarmaerin und es fließt unverkennbar Blut in ihm, welches – so unglaubwürdig es klingt – von Wüstenechsen kommen muss (Dragnolins Großvater Oktavius van Trynitus war ein Mensch-Echsen Hybrid, aber nahezu keine seiner körperlichen Eigenschaften übertrug sich sichtbar auf Dragnos Vater). Docht trotz dieser südländischen Einflüsse, fühlt Dragno sich als Pelgarer.
Alter
26 Jahre
Geschlecht
männlich
Beruf
Krieger/Abenteurer
Heimat
Ursprünglich ist Dragnolins Heimat Pelgar, was er auch jetzt noch so sieht, auch wenn er dort keinen festen Wohnsitz hat. Aufgrund seiner vielzähligen Abenteuer reist er rastlos umher und schlägt dort sein Quartier auf, wo er eines bekommt oder sich notdürftig einrichten muss. Allerdings kehrt er immer wieder nach Pelgar zurück, um für Geld Steckbrieffahndungen nachzugehen oder einfach, um seine Heimat einmal wieder zu sehen.
Gesinnung
Je nachdem, von welcher Seite man Dragno sieht, kann er zum Mörder oder zum Heiligen werden. Derjenige, der ihn nur als kaltblütigen Krieger sieht, wird wohl eher schlechtes von ihm behaupten, während der, der ihn als Retter von Ordnung und Gerechtigkeit sieht, ihn eher preist. Man könnte also sagen, er ist gut mit einem Hang zum Bösen.
Magie
In seiner Zeit bei den Dunkelelfen wurde Dragnolin in der Feuermagie ausgebildet, welche er jedoch nicht sehr weit brachte. Er beherrscht davon nur grobe Grundlagen.
Sprache
Dragnos Muttersprache ist Garmisch, wenn man natürlich hierbei auch das Celcianisch nicht außer Acht lassen darf, da dies ja gewissermaßen Muttersprache jedes celcianischen Bürgers ist. Außerdem brachte ihm seine Mutter noch Sendii bei, womit er sich im Vergleich zum Garmischen ungewöhnlich leicht tat.
Religion/Glaube
Dragno ist ein Krieger mit Leib und Seele. Er glaubt nur an das, was er gesehen (oder selbst getan) hat. Eigentlich sieht er nicht einmal ein, warum ein Gott mächtiger sein sollte als ein Mensch, und würde ihn einer der Herrn im Himmel herausfordern, würde sich der Soldat ihm wahrscheinlich auch noch siegesgewiss stellen.
Aussehen
Dragnolin van Trynitus könnte man fast schon als wandelnden Waffenschrank bezeichnen. 1,99 Meter groß und sehr muskulös, wirkt er auf den größten Teil seiner Zeitgenossen mehr wie ein Hüne, als wie ein Mensch. Natürlich weist er auch ein entsprechendes Gewicht auf, wobei er jedoch nicht schwerfällig wirkt, sondern mehr athletisch, sodass Dragno selbst schwierige Bewegungen wie Sprünge, Hechtrollen und auch ein paar Schritte an einer Wand noch problemlos durchführen kann. Außerdem befähigt ihn seine schier bestialische Muskelkraft dazu, auch einen gefährlichen Gegner im waffenlosen Kampf abzugeben. Allerdings ist ein Mann von seiner Statur nicht gerade unauffällig, weshalb heimliche Unterfangen, die Schleichen und dergleichen erfordern, auf keinen Fall seine Angelegenheit sind.
Dragnos Augen sind durch einen Geburtsfehler von glutroter Färbung, was ihn auf Seiten der Priester und Gläubigen schon oftmals alles andere als gute Freunde bereitet hat. Da diese einschüchternde Färbung den selben Grund zur Ursache hat, wie es beim Albinismus, wo auch rote Augen auftreten, der Fall ist, trägt Drangolin meistens eine Kapuze oder ein spezielles Tuch, welches zwar von innen durchsichtig ist, aber die meisten Sonnenstrahlen abhält, vor den Augen, denn zu starke Sonneneinstrahlung würde seine Sehkraft schwächen oder seine Augen bleibend schädigen. Das Haar des Kriegers ist pechschwarz und fällt ihm in glatten, aber dicken und struppigen Strähnen bis in den Nacken. Da seine Haare vergleichbar schnell fettig werden, hat er sich angewöhnt, diese mehrmals am Tag zu waschen. Ein weiterer wichtiger Punkt des Äußeren von Dragnolin ist seine Haut. Diese ist bei weitem dunkler als die Haut seines Vaters, wobei aber der Braunton nicht so dunkel ist, wie die Haut seiner Mutter. Die ungewöhnliche Färbung kommt vermutlich einerseits von seiner Mutter und andererseits von dem Wüstenechsenblut, das in Drangos Adern fließt. Dies hat auch bewirkt, dass seine Haut, wenn man sie näher betrachtet, ein deutliches Schuppenmuster aufweist. Außerdem ist sie ungewöhnlich dicker und widerstandsfähiger als normale Menschenhaut und abgestorbene Hautteile lösen sich nicht in kleinen Partikeln ab, sondern fallen immer, wenn er ein Stück gewachsen ist, in Fetzen herab, die von Handflächengröße bis zu einer ganzen Armlänge reichen können. Die Tatsache, dass Dragno so muskulös ist, kommt vermutlich davon, dass er als Krieger ein äußerst hartes Training durchmacht und sich zusätzlich – sofern ihm Zeit bleibt – selbst noch fit hält. Möglicherweise könnte auch zum Teil Vererbung dahinterstecken, denn bereits Dragnos Vater und Großvater waren sehr kräftig gebaute Männer. Eine weitere Tatsache, die wohl auf das Erbe seines Großvaters zurückzuführen ist, ist die, dass Dragno etwas spitzere Zähne als normale Menschen hat und äußerst gerne Fleisch, bevorzugt blutiges, isst.
Etwas, das auffällig ist, sind drei besondere Narben, die er am Körper hat. Die erste verläuft leicht schräg über sein rechtes Auge und stammt von der Dämonenklinge, mit der ihn einst sein Widersacher Zhân verwundet hat. Sie ist sehr schmal, scheint aber dennoch von einer tiefen Wunde herzurühren. Die zweite Narbe verläuft diagonal über seinen Rücken und wurde ihm im Kampf von dem Rattenhybriden Morshan beigebracht. Die dritte Narbe stammt von einem vergifteten Pfeil, den einst ein unbekannter Attentäter auf ihn abschoss und verläuft über Dragnos linke Schulter. Die Narbe ist sehr breit und weist an den Rändern leichte Verbrennungsmerkmale auf. Des weiteren hat er noch ein paar kleinere Narben, die von Training und Kampf herrühren, aber diese sind weit weniger auffällig. Im Gesicht zeigen harte Züge, dass dieser junge Mann schon so einiges erlebt hat und dass er einiges davon vielleicht lieber nicht erlebt hätte. Eine spitze Nase und strenge Augenbrauen vermitteln einen ernsteren Eindruck, als in der Wirklichkeit vorliegt. Zwar scheint die Akne praktisch spurlos an dem Menschen vorübergegangen zu sein (vermutlich auch dank seines Großvaters Genen), aber die Erlebnisse, die er hatte, haben bereits einige Sorgenfalten auf seiner Stirn hinterlassen. Allerdings sind diese nur selten zu sehen, da Dragnos schwarze Haare meist tief ins Gesicht hängen und so die Stirn und nicht selten auch einmal die Augen verbergen.
An Dragnos riesigem Körper oft etwas unbemerkt, sind der kupferne Siegelring der Familie van Trynitus, den er an der rechten Hand trägt, sowie das Amulett aus Kettenhemdgliedern von der Militärakademie, das er um den Hals trägt. Normalerweise passt Dragnolin seine Kleidung zu jedem neuen Abenteuer, das er bestehen will, zweckbedingt an und verwendet so beispielsweise eine Rüstung, sollte es gegen eine Bestie gehen, oder aber leichte Leinenkleider, wenn mehr Bewegungsfreiheit gefragt ist. Da dies alles jedoch auch immer eine Kostenfrage ist, hat er sich eine Art ‚Grundsortiment’ zusammengestellt, das er für den Großteil seiner Aktionen bevorzugt. Dieses besteht zum Ersten aus einer Lederrüstung, die er speziell hat anfertigen lassen. Sie ist genau den Maßen des Kriegers angepasst und aus dunkelroten und schwarzen Lederteilen gefertigt, die im Design eines Muskelpanzers geformt sind. Auffällig sind die besonders großen Schulterstücke, die in der Form von riesigen Drachenschuppen gehalten sind und bei der sich auf jeder Schulter fünf (immer abwechselnd rot und schwarz, beginnend mit rot) Stück überlappen, sowie die abwechselnd schwarzen und roten Schuppen, die wie ein breites Band in der Mitte des Rückenteils herabreichen und somit die Wirbelsäule zusätzlich schützen, was ein wenig an ein Exoskelett erinnert. Außerdem wurde auf jeder Brustseite ein stilisierter Drache eingebrannt. Zum Zweiten besteht das Sortiment aus ledernen Armpanzern und bequemen Lederstiefeln, die im selben Design wie der Brustpanzer gehalten sind. Die Stiefel sind kniehoch und aus weichem Wildleder gefertigt, das auch über längere Zeit angenehm zu tragen ist. Sie werden zusätzlich mit ledernen Beinschienen im selben Design verstärkt. Dies alles trägt Dragno über einfachem, schwarzem Gewand aus festem, schwarzem Leinen, das aus einem langärmligen Oberteil im Stil einer Tunika und einer einfachen Hose besteht. Zusätzlich trägt Dragnolin immer lederne Handschuhe, die nur die Hälfte der Finger bedecken, was für einen sichereren und angenehmeren Griff am Schwert sorgt und einen Kapuzenumhang aus dem selben Stoff wie sein Untergewand, dessen Kapuze tief genug reicht, um sowohl seine Augen vor der Sonne, als auch seine Identität vor unliebsamen Blicken zu schützen.
Als hauptberuflicher Krieger trägt Dragnolin van Trynitus natürlich mehrere Waffen. In seinem Fall handelt es sich dabei jedoch nur um Schwerter. Einerseits trägt er seinen wertvollsten Besitz, ein wunderbares, zwergengefertigtes Schwert von gigantischen Ausmaßen. Dieses Kriegsschwert ist ein Familienerbstück seit die Trynititer gedenken und es hat seine Dienste bisher immer gut erfüllt. Traditionell gehört es dem derzeitigen Familienoberhaupt und wird in gleicher Blutlinie weiter vererbt. Das gesamte Schwert ist 163 Zentimeter lang, wobei die Klinge alleine 120 Zentimeter lang ist. Es ist von Zwergenhand geschmiedet und hat bereits im Besitz von Dragnos Vater noch nie den Dienst versagt. Es trägt den Namen „Dingator das Drachenfeuer“, welcher in zwergischer Schrift auf beiden Seiten der Klinge eingeätzt ist. Diese ist in Griffnähe beidseitig mit Zähnen ausgestattet und für ein solches Schwert sehr scharf und verfügt aufgrund ihrer Breite über eine doppelte Blutrinne, eine über und eine unter der zwergischen Schrift. Der Griff des Schwertes ist mit rotem Leder umwickelt (aufgrund der Tatsache, dass es sich schon über viele Generationen gehalten hat, könnte es sich um Drachenleder handeln) und im Knauf ist ein faustgroßer Rubin eingelassen, der auch Energiestein sein könnte, jedoch hat Dragno nicht die nötigen Fähigkeiten, um es zu überprüfen. Die Parierstange dieser Waffe ist ebenfalls mit kleinen Rubinen verziert und so wie der ganze Griff mit einer dünnen Goldschicht überzogen. Die Klinge dagegen ist blutrot und hinterlässt – vermutlich wegen einer Zauberbelegung (die möglicherweise durch den Energiestein im Knauf, falls es einer ist, gespeist wird) – brandwundenartige Schnitte, als käme die Klinge aus frischer Esse. Dieses Schwert ist an einer dunkelroten Lederscheide auf Dragnos Rücken befestigt. Des weiteren besitzt der Krieger zwei einfache Einhandschwerter, welche kupferfarbene Parierstangen haben und in einfachen Schwertscheiden mit Schwertgehänge an Dragnos Waffengürtel befestigt sind. Diese beiden Schwerter verwendet Dragno meistens gleichzeitig, was natürlich auch das entsprechende Können voraussetzt. All dies kann auf jemanden, der Dragno nicht, wohl kaum anders als einschüchternd wirken. Wer diesen Mann sieht, hat eine wahre Kampfmaschine vor sich.
Persönlichkeit
Dragnolin van Trynitus ist vermutlich das, was jeder erwartet, der ihn sieht: Ein Soldat mit Leib und Seele. Er macht keine Kompromisse und löst die Dinge auf seine Art – doch er löst sie. Zwar verursacht er damit nicht selten noch weitere Probleme, doch scheinbar unermüdlich macht er sich auch daran, diese zu lösen. Dragnolin van Trynitus lebt für den Moment. Wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen, so wählt er jene Option, die ihm momentan die Beste erscheint. Er tut einfach Dinge, die ihm Spaß machen, auch wenn er vielleicht schon ahnt, was diese Dinge vielleicht an Konsequenzen haben könnten. Doch meistens blickt er nicht so weit voraus, dass er derartiges erkennen könnte, sondern lebt einfach so vor sich hin. Diese Art zu leben mag vielen missfallen, doch es ist eine Art, sein Leben sorgenfrei zu halten: Man denkt einfach nicht über mögliche Sorgen nach.
Natürlich ist Dragno nicht der größte Denker. Er hat zwar ein unglaubliches strategisches und taktisches Geschick, konnte sich aber noch nie so recht mit politischem Ränkespiel auseinandersetzen und bedenkt so auch oft nicht, ob er sich möglicherweise mit seinen Taten Feinde machen könnte. Er versucht immer alles so einzurichten, dass es vorübergehend passt, dass er Spaß am Leben hat und das tun kann, was ihm beliebt. Daher ist er auch sehr extrovertiert, denn er denkt gar nicht so weit, um darauf zu kommen, wie der andere möglicherweise (auch negativ) reagieren könnte, was ihm die Schüchternheit erspart. Eine Ausnahme hat dies jedoch und diese Ausnahme stellt das weibliche Geschlecht dar. Daher, dass Dragno bisher wenig Erfahrung mit Frauen hatte, traut er sich selten, Mädchen anzusprechen und wenn, dann reduziert er sich auf das Nötigste oder das Geschäftliche. Es sei denn, ein Mädchen gewinnt sein Vertrauen, dann kann er sich ganz freundschaftlich mit ihr unterhalten, als würden sie sich seit jeher kennen.
Eine weitere Eigenschaft, die Dragno besonders kennzeichnet, ist die dauerhafte Siegesgewissheit und eine gewisse Überlegenheit, die von ihm ausgeht. Es gibt nichts, was Dragno glaubt, nicht bewältigen zu können und es gibt auch fast niemanden, der ihm das wieder ausreden kann. Dies wiederum führt dazu, dass Dragno einen sensationellen Mut entwickelt hat, er sich durch nichts und niemanden aufhalten lässt und auch die auswegloseste Situation keine Angst bei ihm auszulösen vermag. Dadurch verfügt er natürlich über einen starken Willen und ein ebenso großes Durchsetzungsvermögen, was ihm wiederum die Fähigkeit verleiht, ein guter Anführer zu sein (wenn auch nicht unbedingt ein weiser). Eine weitere wichtige Eigenschaft ist der ungetrübte Humor. Selbst wenn die Situation noch so aussichtslos ist, weiß Dragno immer noch einen Spruch, der zumindest von so gnadenloser Direktheit (oder ab und zu auch Blödheit) geprägt ist, dass man wieder darüber lachen muss. Auch wenn er in seiner Kindheit schlimmes erlebt hat, ist dies für ihn kein Grund, sein Leben in Trauer und Angst zu leben. Im Gegenteil lebt er nach der Idee „Wenn es schon schlimm war, kann es ja nur noch besser werden!“. Dies gibt seinem Tun auch eine Sorglosigkeit und Leichtigkeit (die jedoch oft beim Anblick seines körperlichen Aussehens einfach nur grotesk wirkt).
Allerdings ist auch bei ihm irgendwann das Maß voll. Dragno kann sehr viel ertragen, seien es körperliche Schmerzen oder Beleidigungen, denn er lässt sich nicht leicht provozieren (wobei er sich selbst immer wieder bissige Kommentare gegenüber anderen nicht verkneifen kann). Bis zu einer gewissen Grenze steckt er beiderlei fast unmerklich weg, doch wenn diese Grenze erreicht ist, kann man sich auf einen Tobsuchtsanfall gefasst machen, der, ohne zu übertreiben, mit einem ausgewachsenen Warg konkurrieren könnte. Ist dieser Punkt erreicht, ist er praktisch nicht mehr aufzuhalten und versucht die Ursache des Zorns ohne Rücksicht auf Verluste zu beseitigen. Ist er einmal in Fahrt geraten, braucht es schon mehr als eine Person, um ihn wieder zu beruhigen.
Weiterhin hat Dragno sich selbst zahlreiche Ziele gesetzt, von denen er viele aber noch nicht erreicht hat. Das für ihn wichtigste und auch schwierigste Ziel lautet, dass Dragno der beste Schwertkämpfer von ganz Celcia werden möchte – ein Wunsch, der allein schon deshalb schwer zu realisieren ist, weil Dragno dazu jeden Schwertkämpfer Celcias in einem fairen Kampf besiegen müsste und von denen gibt es doch eine größere Anzahl.
Viel mehr eine Folge einer Eigenschaft, als eine einzelne Persönlichkeitsfacette Dragnos, sind seine Leichtsinnigkeit und seine Selbstüberschätzung. Dadurch, dass er sein Leben so leichtfertig nimmt und so sorglos vor sich hin lebt, sieht er oftmals nicht, wie leichtsinnig eine Idee oder Aktion seinerseits ist, selbst wenn ihm das Problem direkt vor Augen gehalten wird. Außerdem überschätzt er sich oftmals dadurch, dass er glaubt, alles schaffen zu können. Es gibt wahrlich wenig, was ihn aufhalten kann, doch wenn er auf so etwas stößt, erkennt er es oft nicht – oder will es nicht erkennen. Hat man jedoch das Vertrauen und die Freundschaft des Soldaten gewonnen, so wird er einem immer mit Rat und Tat – wobei letzteres meistens überwiegen wird – zur Seite stehen. Wenn man ihm nichts Böses tut und ihm keinen Grund gibt, Schlechtes von einem zu denken, ist dies auch eigentlich nicht weiter schwer. Wer ihn zu seinen Freunden zählen kann, kann sich glücklich schätzen, einen solch treuen Gefährten zu haben, der alles aufbringen wird, was nötig ist und alles opfern wird, was das Schicksal von ihm fordert, wenn man es will. Dies kommt hauptsächlich daher, weil er in seiner Kindheit keine richtigen Freunde hatte. Wer ihn jedoch kaum kennt, dem wird er – je nachdem, wie es ihm gerade beliebt – mit Freundlichkeit, Misstrauen, Unfreundlichkeit oder gänzlicher Gefühlskälte begegnen, je nachdem, wie er gelaunt ist und was er von einem denkt – der erste Eindruck ist hierbei besonders bestimmend.
Was hier noch erwähnenswert ist, ist die Tatsache, dass Dragno eine allgemeine Abneigung gegen Wesen der Dunkelheit und des Bösen, gegen Kälte und den Winter, sowie gegen tiefe Gewässer und den Transport auf selbigen hegt. Ebenso wenig mag er Papierkram und dicke Schriftrollen, denn diese würden seinem ‚Weg zur Lösung’ widerstreben, der meistens auf körperlichen Fähigkeiten basiert. Freude dagegen bereiten ihm Wärme und der Sommer, sein Training, ab und zu sogar der Kampf an sich (man hat das Gefühl, etwas für seine Ideale zu tun), gutes Essen und Trinken, schöne Handwerksarbeiten und die freie Natur. Was er von Grund aus nicht leiden kann, sind Würdenträger, die auf ihrem Amt herumsitzen und andere die Arbeit für sich erledigen lassen, und seinen sie noch so hochrangig.
Oftmals wird Dragnolin gebeten, von seinen Abenteuern und Erlebnissen zu erzählen, doch meistens winkt er nur ab oder meint, es gäbe nicht viel zu erzählen. Hat es doch jemand geschafft, ihn auf einen guten Tropfen einzuladen, löst sich nach der einen oder anderen Flasche Wein (er verträgt etwas) seine Zunge und er berichtet von seinen ‚Heldentaten’ – auf den Wahrheitsgehalt dieser Geschichten kann man jedoch nicht gerade vertrauen, doch einen wahren Kern haben sie zumindest immer. Diese Geschichten werden sich auch nie wiederholen, denn aufgrund von Dragnos Abenteuerlust, gepaart mit seiner Unnachgiebigkeit und der Tatsache, dass ihm schnell einmal langweilig wird, setzt er sich selbst immer neue gefährliche Ziele. Wenn es ein Gerücht von einem mordenden Dämonen gibt, ist er zur Stelle, um dem auf den Grund zu gehen; wenn die Geschichte von einem plündernden Troll umgeht, macht Dragno sich auf, die Gefahr zu vernichten. Selbst die noch so mystische Legende bewegt ihn zum Handeln – auch wenn er dabei Kopf und Kragen riskiert und am Ende anstatt eines wütenden Feuerdrachen ‚nur’ einen wilden Ka Gosh findet, liefert er sich noch einen möglichst heldenhaften Kampf mit ihm und zieht dann trotzdem zufrieden weiter.
Stärken
Dragnolin van Trynitus’ größte Stärke sind wahrscheinlich seine Fähigkeiten als Krieger. Durch nahezu perfekte körperliche Voraussetzungen begünstigt und mit einer Ausbildung versehen, von der manche nicht einmal ahnen können, ist er praktisch der perfekte Mann für diesen Beruf. Hinzu kommt sein Talent und seine Freude am Schwertkampf. Die Kombination dieser beider Faktoren zusammen mit seiner Ausbildung hat einen Schwertkämpfer geschaffen, der tödlicher ist als fast jeder andere. Mit einer Präzision, Schnelligkeit und Durchschlagskraft, die einen jeden Feind vor Angst erbleichen lässt führt er die Klinge und ist, mit der richtigen Waffe versehen, nahezu unaufhaltsam. Außerdem hat er eine Grundausbildung im Reiten. Weiterhin verfügt er über Reflexe, die bei manchen den Eindruck erwecken, er wüsste schon im Voraus, was sie tun wollten. Und dazu besitzt er eine Körperbeherrschung, die ihm Bewegungen und Tricks erlauben, die einem Angst machen können. So hat er sich eine körperliche Ausdauer verschafft, die das Gewicht, welches er bei seiner Größe und Statur anfällt, nahezu unerheblich und ihn selbst äußerst zäh macht.
Außerdem hat er hervorragende Kenntnisse über Waffen, Rüstungen und allgemeines Kriegshandwerk sowie ein gutes Taktikdenken und einen Sinn für Strategie. Dragnos Überlebenskünste und seine Findigkeit haben ihm schon in vielen Lebenslagen geholfen (wenn auch oftmals nur vorübergehend), ebenso die Tatsache, dass er die Wüstensprache Sendii beherrscht. Dass er des Garmischen mächtig ist, erweist sich natürlich besonders bei Besuchen in Pelgar als nützlich. Als gute Ergänzung zu seinen übrigen Fertigkeiten erweisen sich seine grundlegenden Kenntnisse der Feuermagie. Diese setzt er sowohl im Kampf, als auch im Alltag ein, soweit es ihm möglich ist, doch aufgrund seiner eher niedrigen Ausbildungsstufe, kann er sie nicht besonders weitgehend nutzen. Allerdings hat er sich für die Zukunft vorgenommen, diese noch zu erweitern.
Was ihm in manchen Situationen, besonders in brenzligen, die auf einen Kampf hinauszulaufen droht oder in Situationen, bei denen ein Machtwort gefragt ist, ist seine einschüchternde Gestalt und seine dazu passende Stimme, die sich am besten mit einem Donnerschlag vergleichen lässt. Außerdem gibt es noch einige Leute in Celcia, die Dragno noch einen Gefallen schulden oder bei denen er ‚etwas gut hat’, da er sie (meistens durch seine Kampfkünste) von irgendwelchem Übel befreit hat. Eine Sache, die ihm seine lange Zeit bei den Dunkelelfen eingebracht hat, ist die Fähigkeit, im Dunkeln besser sehen zu können als andere Menschen, da sein Lehrmeister im Schwertkampf nur bei voller Dunkelheit trainieren wollte.
Schwächen
Ebenso wie Dragno körperliche Vorteile hat, hat er auch einige Nachteile. Ein besonders schwerwiegender unter diesen ist der Fehler, den die Augen des Soldaten seit seiner Geburt haben: Die Sonnenunverträglichkeit. Trägt Dragno seine Binde um die Augen oder seine tiefgezogene Kapuze, bereitet ihm diese keine Beschwerden, ebenso wie bei Nacht, doch wenn er tagsüber die Kapuze oder die Binde verliert (oder sie ihm abgenommen wird) und er ins Sonnenlicht blickt, erblindet er vorübergehend, was zwischen einigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern kann, je nachdem, wie direkt er dem Sonnenlicht ausgesetzt war.
Eine weitere körperliche Schwäche seinerseits sind zwei seiner Narben. Jene, die von einem vergifteten Pfeil verursacht wurde, bereitet ihm immer noch in unvorhersehbaren Abständen krampfartige Schmerzen, die sich von der betroffenen Schulter aus bis ins linke Handgelenk ausbreiten und das ganze Schulterblatt mit einschließen können. Die Narbe über seinem rechten Auge, die von einer magisch belegten Waffe verursacht wurde, fängt immer wieder aus heiterem Himmel an zu bluten, was in einem Kampf für ungleiche Verhältnisse sorgen könnte.
Besonders gravierend ist natürlich auch sein Mangel an Geistesstärke. Oftmals kann er Zusammenhänge und Gegebenheiten nicht verstehen, weil bisher noch niemand da war, der ihm erklärt hat, wie das Leben wirklich ist: Hinterhältig und betrügerisch. Besonders schwerwiegend wird dieser Umstand dann, wenn er aus irgendwelchen Gründen mit hochrangigen Vorgesetzten oder allgemein Personen von großem Einfluss zu tun hat. Denn ohne es zu wollen, kann es geschehen, dass Dragnolin sich durch sein unbedachtes Auftreten Feinde macht, deren Böswilligkeit der Krieger nicht nachvollziehen kann.
Eine andere Schwäche Dragnolins ist, dass er nie wirklich etwas anderes gelernt hat, als zu Kämpfen. Vorübergehend, so lange es genügend Konflikte und genügend Leute, die ihre Konflikte nicht selbst austragen wollen gibt, stellt dies für ihn kein Problem dar, was sich jedoch mit zunehmendem Alter ändern wird. Weiterhin gereicht ihm seine übermütige und oft nicht ganz wahrheitsgemäße Beredsamkeit im Zuge von übermäßigem Alkoholgenuss zum Nachteil. Viele glauben ihm zwar, aber bei jenen, die ihm nicht glauben, sinkt sein Ansehen unverzüglich in die tiefsten Kellergewölbe und dementsprechend wird er dann auch von ihnen behandelt. Es kam sogar schon ein paar wenige Male vor, dass ihm ein mutiger Wirt eines Gasthauses die Tür wies, weil er die Geschichten des Soldaten nicht mehr hören mochte.
Eine jedoch viel schlimmere Gefahr als das, sind die Halluzinationen und Krämpfe, die ihn immer wieder an den Tag erinnern, als der Dämon Zhân von ihm Besitz ergreifen wollte. Dies ist wohl die Situation, vor der er sich merklich fürchtet, da sie ihn an die schlimmsten Momente seines Lebens erinnert.
Die wohl größte Gefahr stellt Dragnolin van Trynitus wohl für sich selbst dar. In seinen fortwährenden Versuchen, sich durch immer neue Heldentaten selbst zu beweisen und seiner Selbstverwirklichung als bester Schwertkämpfer Celcias nachzukommen, stürzt er sich immer wieder in alle erdenklichen Gefahren, von denen wohl die meisten tödlich sein könnten. Die Chance ist also sehr hoch, dass er irgendwann einmal einen Fehler begeht und sich selbst den Tod bringt.
Eine Schwäche, die Dragnolin sehr oft in gefährliche Situationen bringt, ist sein Wutrausch, in den er oftmals im Kampf oder im Streit gerät. Wenn er einen Feind bekämpft, versucht er oftmals diesen ohne Rücksicht auf Verluste zu vernichten, was seine Defensive leicht zu überwinden macht, da er sie schlicht und einfach vernachlässigt oder sogar gänzlich aufgibt. Er muss seinen Gegner also sehr schnell überwinden, wenn er nicht aufgrund dieser Schwäche eine schmerzhafte Erfahrung machen möchte.


