Der Schankraum

Diese Schenke verdankt ihrem Namen der Hitze im Innern. Die Wüste Sar ist nichts dagegen. Manch einer fragt sich, wie es die Gäste überhaupt aushalten. Mit viel Wein und Wasser lautet die Antwort.
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Erzähler » Samstag 19. April 2008, 13:23

[weiter in: Wohnvirtel Sarmas ->"Flucht durch Sarma" (Thema steht gleich ^.-) ]

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Re: Der Schankraum

Beitrag von Erzähler » Sonntag 21. November 2010, 13:39

Quietschend öffnete sich die Tür zum Schankhaus und begrüßte die zwei Neuankömmlinge mit einer Wärme, die selbst in der Wüste nicht hätte größer sein können. Geblendet von der Hitze und den schwärenden Dämpfen im Inneren konnten Famina und Erasmus nur wenig sehen - Sicher war nur, dass der Duft von frischen Nüssen und die Süße der Wasserpfeifen in der Luft lagen. Nur wenige interessierten sich für die Frau und ihren recht ungewöhnlich gekleideten Begleiter. Jeder hatte mit sich oder seinen eigenen Frauen zu tun. Erst als sich das Wüstenmädchen an die Umstände gewöhnt hatte, ergriff sie die Hand des Jägers und zerrte ihn in den Raum hinein - Von Außen, dass musste Erasmus bereits bemerkt haben, war die glühende Schenke ein beeindrucknes Gebäude, doch aufgrund der vielen Gäste schien die anfänglich erhoffte Geräumigkeit rasch zu schwinden. "Es ist lange her, dass ich das letzte Mal hier war. Diese Wärme überwältigt einen immer wieder.", meinte Famina etwas kleinlaut und balancierte zwischen den Sitzkissen, Tischen und tanzenden Frauen hindurch.
Für den Jäger sollte es etwas schwieriger werden, denn er kannte solche Fülle nicht und auch nicht die betäubenden Dämpfe unter der Decke. Nach einigen Metern schaffte es Famina einen verlassenen Sitzbereich zu ergattern und ließ sich sofort und vielleicht sogar etwas zu wild darauf fallen. Ein erleichtertes Seufzen entglitt ihr und veranlasste einige der Herrschaften zu einem missbilligendem Blick. Dem Mädchen viel auf, dass an diesem Tage sehr viel mehr Landadel zum Rauchen gekommen war, als es üblicherweise normal gewesen wöre. Als der Jägersmann in der Nähe war, gebot sie ihm sich zu setzen. "Die meisten hier kommen aus höheren Schichten und einige davon sind mit Sicherheit Vasallen der Dunkelelfen. Pass also auf, was du sagst ...", meinte Famina geheimnisvoll und blickte sich misstrauisch um. Musik spielte auf und die gekauften Mädchen begannen ihren verführerischen Tanz, um ihren Herren jeder erdenkliche Lustbarkeit schmackhaft zu machen. Famina störte sich nicht daran, sie schien es gewohnt zu sein und blickte er gelangweilt drein, um dem Schauspiel nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken zu müssen.
Einer der Schankdiener eilte heran. Ein sehr dürrer, junger Mann mit dem Gesicht eines Esels. Es war lang und wirkte dümmlich - Solange er keine langen Finger machte, der perfekte Sklave für den hiesigen Wirt. Die alte, fettige Kleidung benutzend, um sich die dreckigen Finger abzuwischen, eilte er zur Sitzecke der beiden Gäste und nestelte nervös an seinen Haaren herum. "Was darf ich bringen, der Herr?", meinte er geschwollen, um seine niedere Herkunft zu verbergen. Er sprach selbstverständlich Erasmus an, denn Frauen wie Famina waren in der Gesellschaft Sarmas nicht besonders anerkannt. In Wahrheit standen sie nur eine Fingerspitze über den Sklaven. Famina musste ein Lachen unterdrücken, denn Erasmus verstand kein Wort Sendli. Vorsichtig nahm sie seine Hand und neigte das Haupt, denn der Diener sollte keinen Verdacht schöpfen. Wie eine gute Sklavin, zeigte sie Demut und flüsterte in einem verführerisch, zischelndem Ton. "Der Kerl will wissen, ob er etwas zu Trinken oder zu Essen auftischen soll? Sag einfach etwas, ich mache dann den Rest.", meinte sie daher und wartete auf Erasmus Entscheidung. Der Schankdiener wirkte recht verwirrt, denn er hatte vermutlich einen so kleinen Bildungsstand, dass er gerade einmal Sendli verstand. Ein einzigartiger Zufall, so konnte man sich ungehindert unterhalten, wenn man es richtig anging. Sie hob also die Stimme, blickte den schmalzigen 'Ober' in die Augen. "Der Herr Erasmus wünscht einen Kräutertee für sich und entbietet mir seine Großzügigkeit, in dem er seiner Dienerin ein Glas frischen Wassers zukommen lässt, hinfort. Und sobald ihr dies gebracht habt, wünscht der Herr nicht länger gestört.", scheuchte sie in gebieterischen Ton davon. Darauf bedacht, dem scheinbar hohen Herren dienlich zu sein, eilte er davon und verschwand alsbald in der Küche. Jetzt erst musste Famina hell auflachen. Die Musik war laut und so ging das freudige Kichern im schnellen Spiel der Instrumente verloren.
"Was ein Dummkopf - Wir halten das Spiel aufrecht, dass du ein hoher Herr bist, Erasmus. Das sollte uns die Neugier vom Leib halten.", sagte sie belustigt und grinste dabei breit. "Wir müssen hier etwas warten, bis Tisho erscheint - Er wird dich zu meiner Mutter bringen können."
Ihre Augen untersuchten die Schatten in den Ecken. Ab und an blitze eine Klinge auf. "So wie es aussieht, wurde er wohl schon unterrichtet.", meinte sie leise und drehte sich wieder lächelnd zu Erasmus. "Und? Wie gefällt dir die Stadt? Zumindest der HAfen - Den Rest zeige ich dir bei Gelegenheit."
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Erasmus Weidenfels » Samstag 27. November 2010, 22:49

Beim eintreten in das Haus kam den beiden eine wolke aus rauch, wärme und dem süßen Geruch von Wasserpfeifen entgegen, ihm wurde leicht schwindelig so das er Famina, die ihn durch den Raum zog, nicht wirklich so elegant folgen konnte. Er stieß ausversehen den einen oder anderen an bekam zum Glück aber nur ein paar böse Blicke. Er lies sich etwas unsanft auf das Kissen fallen und war froh endlich den dunklen Spitzohren aus dem weg zu sein.
”Ich habe eindeutig bemerkt das besetzte Städte einfach nichts für mich sind...” meinte Erasmus etwas leiser zu seiner weiblichen Begleitung. Er fand es amüsant das Famina sich von niederer Herkunft ausgab, damit sie nicht weiter auffiel. Er war froh das Famina den Diener schnellst möglichst wieder abwimelte, denn Sendil beherschte Erasmus noch keines und hatte keine Ahnung was der Kellner von ihm wollte. Der Jäger blickte lächelnd zu Famina, ”Was hast du ihm gesagt ? Er wollte sicherlich die bestellung von mir hören oder ? Ich bin recht froh das ich dich momentan bei mir habe, ohne dich wäre ich wirklich aufgeschmissen.” sagte er zu ihr und schaute sich im Gasthaus um.
Er wusste nichts über die Sitten und Bräuche hier unten, vielleicht sollte er Famina mal nach den wichtigsten dingen fragen. Aber dafür blieb sicherlich genug Zeit und so lange wollte Erasmus nun auch nicht hier verbringen.
Erneut kam der Schankdiener und stellte dem Jäger einen Becher hin und gab Famina ein Glas mit Wasser, Erasmus nickte und der junge Diener schaute wartend auf ihn.
Was will der jetzt noch von mir ? Ach ja, bezahlen sollte ich vielleicht noch
Doch da hatte Famina berreits etwas Geld in der Hand und ssprach etwas in Sendil, ”Der Rest ist für dich, von meinem Herren”. Dann verschwand der Kellner lächelnt.
Er nahm den Becher und roch dran, schienen Kräuter zu sein. Er schaute zu Famina, diese nickte nur und dann probierte der Jäger den Tee. Er schmeckte gut, aber ihm kam der Geschmack unbekannt vor, durch die Kräuter hatte er aber was bekanntes, in ihm regte sich das Gefühl von Heimat. Er hatte zu Hause auch immer Tee getrunken, besonders in den kalten Tagen des Schnees hatte er oft Tee.
Plötzlich schaute Famina zur Tür, diese wurde gerade geöffnet und ein Mann kam herein, er blickte direkt zu Famina herüber und ging auf sie zu. Die beiden sprachen etwas in Sendil und der Mann schaute etwas skeptisch auf Erasmus.

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Re: Der Schankraum

Beitrag von Erzähler » Sonntag 28. November 2010, 13:33

Ruhig nahm Famina einen Schluck Wasser und genoss die kostbare Flüssigkeit - Das kühle und erfrischende Nass war ein Segen für jeden Gast, der vor wenigen Momenten noch mitten in einem Sandsturm geraten war. Draußen hörte man die Sandkörner an der Fensterscheibe kratzen. Die hübsche Tochter der Wüste wollte Erasmus gerade von den Eigenarten der Stadt berichten und ihn ein wenig über die Sitten aufklären, als jemand die Tür aufstieß und vor dem Sturm fliehend in das Gasthaus polterte. Die meisten würdigten dem Fremden nicht mal eines Blickes - Die anderen hatten noch nicht genug Frauen und berauschende Mittel zu sich genommen. Dennoch verflog das Interesse schnell, denn die meisten flohen aus Standstürmen schnell und unelegant. Allerdings sorgte der Auftritt bei Famina für Aufsehen, denn handelte es ich dabei um Tisho. Der vermummte Mann schlenderte durch die Reihen und bewegte sich dabei sehr geschickt. Sogar dem plötzlich aufstehenden Wachmann eines sehr reich aussehenden Herren konnte der Neuankömmling mit einer Drehung ausweichen. Nach einem Augenaufschlag stand er vor Famina und Erasmus, neigte den Kopf und flüsterte: "Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich hier noch einmal wiedersehe, Famina, nach dem letzten Mal, hast du eigentlich Hausverbot!" Das Mädchen grinste und deutete auf Erasmus, der nun unweigerlich verdutzt aussehen musste, denn Tisho musterte den jungen Mann sehr gründlich. Es schien Stunden zu dauern, bis er endlich nickte und sich auf einem Kissen am selben Tisch niederließ.
"Also Freund, was willst du von Wüstenrose?", fragte Tisho den Jäger direkt und ohne Umschweife, allerdings achtete er sehr darauf, leise zu sprechen und möglichst keine Aufmerksamkeit zu erzeugen - Obwohl die Tatsache, dass er seinen Kopfschutz noch trug, verdächtig genug war. Selbstverständlich verstand Erasmus kein Wort und nur durch Faminas beherztes Eingreifen, stnd er nicht wie dumm da. "Er spricht kein Sendli, Tisho ... er kommt von der nördlichen Insel!" Sofort schien der Mann aufmerksam und schaute faziniert drein. "Von der Insel, ja? Hätte mir beinahe klar sein müssen, so komisch wie er rumläuft. Mein Name ist Tisho, Junge. Ich bin der Wächter.", meinte er als Begrüßung und nickte freundlich. Famina half zu verstehen. "Tisho ist so etwas wie ein Empfangsherr ... wer nicht zu uns gehört und meine Mutter dennoch sehen will, muss an ihm vorbei.", meinte sie und rollte mit den Augen, damit Erasmus sehen konnte, dass es eine lästige Routine war. Tisho jedoch rieb sich die Hände und schien etwas im Kopf nach zu zählen. Nach einem kurzen Moment klopte er auf den Tisch und grinste breit. "Ich denke, wir sollten den üblichen Preis ausmachen! Das sind dann zweihundert Goldmünzen und du darfst passieren!" Man konnte das Gesicht des Wächters nicht sehen, aber die Falten an seinen Augen verrieten, dass er beim Nennen des Preises zu grinsen angefangen hatte. Famina verpasste ihm dafür einen Schlag mit der Faust gegen den Arm. Tisho blickte sie an und zuckte mit den Schultern. "Was denn? Er ist nicht mal Samaer und du schleppst ihn mit an ... du weißt, dass du jederzeit herein kommst, aber so jemand nicht." Famina war scheinbar wütend und zog die Brauen zusammen. "Weißt du wer das ist? Er hat den Schänder von Bashi' Arrus erlegt!" Der vermummte schien überrascht und musterte Erasmus noch einmal gründlich. Er lachte laut auf. "Was hat er getan? Sich vor den schänder gestellt, so dass dieser sich totlachen musste?! Haha!" Der Mann wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel und Famina berichtete die Geschichte vom Kampf in den Wäldern. Tisho verlor mit jedem Wort mehr von seiner Arroganz und wirkte am Ende recht beeindruckt. "Nagut Famina. Dann machen wir das so. Er darf mit, für einen Anteil von deinem nächsten Beutzug! Dreißig Prozent!, meinte er und grinst wieder. " Zwanzig Prozent, Tisho, nicht frech werden!" - "Fünfundzwanzig sonst bleibt dein Freund hier und schlürft weiter Kräutertee!"
Famina überlegte und blickte Erasmus dabei in die Augen. Sie fragte sich höhstwahrscheinlich ob er es wert wäre eine solche Summe zu bezahlen. Doch schlussendlich nickte sie langsam und schlug ein. Tisho nickte freundlich und wie ein Geschäftsmann klopfte er wieder auf den Tisch. "Gut, ich muss noch einige Dinge regeln, bis dahin bleibt ihr hier ... ich komme dann zurück, wenn ich fertig bin." Mit einer kleinen Verbeugung entfernte er sich wieder und ließ den gerade anrückenden Kellner mit einer langen Miene zurück, denn leider gab es keine weitere Bestellung vom großzügigem Tisch in der Ecke.

Als Tisho außer Hörweite war, seufzte Famina und hielt sich den Kopf. "Das waren fünfundzwanzig Prozent Gewinnabschlag an diesen Halsabschneider. Ich frage mich manchmal warum meine Mutter ihn eingestellt hat?! Wah, höhstwahrscheinlich aus eben diesem Grund ... wer keinen dringenden Grund hat mit Mutter zu reden, der würde solche Preise niemals zahlen." Sie schüttelte den Kopf, aber setzte kurz darauf ihr verführerisches Lächlen wieder auf.
"Erasmus ... das wichtigste, wenn du meiner Mutter begegnest: Respekt. Sie hat sicherlich keinen Skrupel dir direkt den Schädel von den Schultern zu schlagen! Immer den Kopf unten halten, bis sie dir gestattet aufrecht zu gehen." Sie dachte kurz nach, aber fand wohl nichts mehr, was hilfreich genug wäre es zu vermitteln. Stattdessen nahm sie noch einen Schluck Wasser und sah dem Jäger tief in die Augen. "Sag mal, hast du eine Familie, Erasmus? Frau und Kind meine ich"

"Das soll es sein, Faen? Das beschäftigt dich?" Lucifer´s Stimme hatte einen sehr unglaubwürdigen Ton angenommen und er dachte daran, dass sich die Elfe einen gefährlichen Spaß mit ihm erlaubte. Der Dämon würdigte seiner Begleiterin nicht einmal eines Blickes und setzte seinen Weg unbeirrt fort. Ein kurzer Lacher war seine einzige Antwort und enttäuscht von Faens, seiner Meinung nach mangelnder Intelligenz, schüttelte er den Kopf. Erst jetzt fiel der Dunklen auf, dass die Haare des Dämonen um ein paar Fingerbreit gewachsen waren - Jetzt erinnerte die golden-rote Pracht sehr viel mehr an die Mähne der wahren Form des Ifrits. Er selbst hatte dieses Wachstum noch nicht bemerkt oder es war vollkommen normal. Je länger die Elfe ihn betrachtete desto mehr viel auf, dass sich das Wesen auch sehr viel eleganter bewegte. Wenn es wahr war, was Lucifus erzählte, dann konnte man in dieser Situation sehr gut erkennen, dass er in seinem Reich wirklich auf einem Thron saß. Vermutlich, so würde es Faen auffallen, brauchte etwas so Massiges, wie ein Ifrit, einige Zeit um in einen zarten Elfenkörper ausreichend 'Platz' zu schaffen. Während der Dämon schwieg kamen ihre jedoch weitere, seltsame Gedanken und einige Teile des Puzzles schlossen sich zusammen. Doch bevor die Dunkelelfe die Einzelteil zusammenfügen konnte, erhob Lucifus erneut die Stimme. "Ich weiß es nicht. Aber du machst dir Sorgen um deine Seele. Unnötig. Wenn ich dich töte, dann reißt der Pakt und sämtliche Bänder die uns verbinden - Du würdest von deinem Gott gerichtet werden und wärst damit weit von mir entfernt." Mit einer lässigen Handbewegung tat der Dämon jede weitere Frage ab, behielt allerdings den Finger nach oben gerichtet. Sein Kopf wandte er im Gehen um und fixierte Faen mit einem breiten, diabolischen Grinsen. "Es sei denn, du willst freiwillig mit mir gehen?" Er lachte. Laut und voller Freude über sein recht ernüchterndes Angebot. Die beiden Gefährten erreichten die Abzweigung, welche von der Menschenfrau benannt wurde und bogen folgsam in linker Richtung ab.
Während Lucifus sich gelöst von allen Sorgen die Bauwerke anschaute und bei jedem zweiten heftig den Kopf schüttelte, versuchte sich Faen wieder an die Zusammenhänge zu erinnern, die sie vor wenigen Momenten noch vor sich hatte. Mit der Zeit jedoch kam ihr der Gedanke, dass ihr wesentliche Lehren in Sachen Dämonologie fehlten - Eine Magae würde in diesem Fall mehr als hilfreich sein, aber als Kriegerin beschäftigte man sich nicht mit den Ammenmärchen der Zauberwerfer. Dennoch taten sich Fragen auf. Warum zum Beispiel hatte Lucifer zu großen Hunger, aber hatte sich in seiner wahren Form nicht über die Wächter im Kerker hergemacht - Dort hatte er nur gewütet und wie eine Bestie alles in Stücke gerissen. Im Nachhinein erkannte Faen, dass er nur in seinen beiden Wirten Ratten und dann Fledermäuse verspeist hatte. Die Dunkelefe dachte kurz nach und erinnerte sich dabei an ein paar Zeilen aus einem alten Kinderbuch, dass für die Züchtigung der Jungen gedacht war. Der Seelenfresser teilte sich die Schwächen seines Wirts. Ohne Zweifel brauchte Lucifus genauso wie jeder andere Elf normale Nahrung, um am Leben zu bleiben. Ob sich dies jedoch auf alle erdenklichen Nachteile von sterblichen Wesen anwenden ließ, wollte die Elfe lieber nicht austesten und versteifte sich darauf, den Dämonen etwas genauer zu beobachten - Wenn er einen Fehler machte und sei es auch ein noch so kleiner, könnte er am Ende hilfreich sein. Sie war längst dahinter gestiegen, dass sich dieser Ifrit nicht nur durch reine Körperkraft auszeichnete, sondern auch gerissen und hinterhältig war: Also musste die Kriegerin mit äußerster Sorgfalt vorgehen. Vielleicht würde es eines Tages nützlich sein, dass er sie unterschätzte. Vielleicht.
"Wir sind da. Das Gebäude dort sollte es sein.", meinte Lucifus plötzlich und nickte zu einem Gebäude, dass nur eine Eingangstür besaß und mit sehr hohen Fenstern versehen war. Die meisten davon waren mit violetten oder roten Stoffen verdeckt worden. Je mehr die Schatten der Gasse verblichen, desto deutlicher wurde, dass die Gäste dieses Etablissements wenig oder nur sehr ungerne Fremde empfingen. Zumindest wollte man nicht gefunden werden. Eine kleine Treppe führte in die Tiefe und weg von der belebten Straße. "Wir sollten gehen ... einen Moment noch.", hielt der Dämon mitten in der Bewegung vor und bremste Faen mit der flachen Hand ab, legte diese ohne Umschweife auf ihren Busen und ohne zu fragen, ging ein unangenehmer Sog vom ihm aus. So sehr sich Faen auch gegen den Zug wehrte, sie schaffte es nicht, sich von ihm zu lösen. Langsam spürte die Elfe ein Kribbeln auf der Haut und das trockene Blut an ihrem Körper wurde plötzlich flüssig. Rote Flecken und Strieben krochen auf die schmalen Finger des Dämonen zu, verschwanden auf dessen Haut und nach einem kurzen Augenaufschlag war Faen vollkommen von jeder Spur Lebenssaft befreit. "Ich liebe große Auftritte, aber eine Panik kann ich im Moment nicht wirklich gebrauchen - Nur wenn sie der Sache dienlich ist." Er lächelte zufrieden und zog den Arm zurück. Erstaunlicherweise fiel der Dunklen jetzt erst auf, dass Lucifer keinen einzigen Tropfen Blut am Körper hatte, obwohl er wie ein räuberisches Tier über Artgenossen und Tiere hergefallen war. Was auch immer einen Dämon in seiner Welt auszeichnete, die Kräfte schienen sich nicht so einfach einteilen zu lassen.
Es klapperte etwas, als der Ifrit die Stufen zur Eingangstür herabging und mit einem leichten Druck die schwere Eichentür zur Seite schob. Eine Wolke aus süßen Rauchwolken und großer Hitze trat den Neuankömmlingen entgegen. Genüßlich atmete der Dämon ein. Ihm gefiel die Wärme und der Geruch eindeutig.
Allerdings wurde der Auftritt der beiden Dunklen sehr viel auffälliger als es Lucifus gefiel. Seine Augne erfassten auf den ersten Blick aufblitzende Klingen, wutverzogene Gesichter und die plötzliche Stille im Raum. Die Tänzerinnen hatten damit geendet die Anwesenden zu erregen und starrten schreckenverzerrt zum Eingang der Schenke. Ein kleiner und schmächtiger Diner bahnte sich seinen Weg durch die Reihen der Gäste, baute sich vor Lucifus auf und verschränkte die Arme. Scheinbar fühlte er sich mächtig oder in einer Position, die für seinen Leib keine Gefahr bedeutete. "Was soll das hier werden? Feldherr Ach'Ray Da'rion versicherte uns, dass wir für die Mitarbeit an seiner Regentschaft eine gewissen Immunität in diesen Räumen genießen - Das bedeutet, dass wir hier keine Dunkelelfen sehen wollen, ihr könnt also wieder gehen!" Seine Stimme war piepsig und nicht gerade sehr furchteinflößend. Beinahe mitleidig warf Lucifus einen Blick nach hinten und hob eine Braue. Seine Fangzähne entblößten sich und er wandte sich wieder nach Vorne. "Töte ihn!", meinte der Dämon und warf den kleinen Mann ohne große Umschweife hinter sich. Sofort erhoben sich einige, breite Gestalten und legten die Hände an die Waffen. Lucifus beeindruckte das Spiel kein bisschen. Doch etwas ließ ihn mitten in seinem Weg anhalten. Eine Stimme, die sich über all' die anderen aufkommenden Geräusche legte: ... "Wüstenrose" ... Die gelben Augen fixierten einen Tisch direkt in der hintersten Ecke. Dort saß ein Mann mit einem Mantel und eindeutig nordischen Zügen, ein vermummter Kerl und seine drei bulligen Begleiter, sowie ein junges, sehr hübsches Mädchen. In diesem Moment drehte sich die Dame zum Ifrit und blickte ihm mit ihren grünen Iren ins Gesicht. Binnen eines Augenaufschlags erkannte das Wesen aus der Finsternis, wen er dort vor sich hatte: "Famina!"

"Lucifer?!" Famina konnte sich nicht bewegen. Ihr Körper war wie erstart und sie fragte sich, wie bei allen Göttern sich diese Kreatur hatte befreien können. Erst als ihr Blick auf die zweite Elfe traf, welche gerade den jungen Diener ermordete, erkannte ihr geschärftes Auge die weiße Zeichnung an ihrem Oberschenkel. Der Ifrit hatte sich eine neue Anhängerin gesucht. Wie war das alles passiert? Vor wenigen Minuten unterhielten sich Erasmus und die junge Wüstentochter über Familie und das Leben im Norden, dann kam plötzlich Tisho an ihren Tisch und meldete, dass zwei Dunkelelfen auf dem Weg in ihre Richtung waren. Ihr alter Bekannter hatte bereits einen Begleitschutz für die beiden Reisenden bereitsgestellt und jetzt, dass sie diese ungewöhnlichen Haare sah, wusste sie, dass selbst eine Armee nichts nützen würde. "Erasmus, wir müssen hier raus und zwar schnell! Tisho, dieser Dunkelef da, halte ihn auf, ich bringe meinen Freund hier raus!" Ihre Worten waren eindringlich und Erasmus musste einsehen, dass er die junge Frau während ihrer Bekanntschaft noch nie so beunruhigt gesehen hatte. Auch sein Blick fiel auf das Spitzohr, welches das Mädchen so beunruhigte. Erstaunt stellte der Jäger fest, dass die Haare nicht weiß, sondern golden-rot waren und beinahe bis zur Mitte seines Rücken reichte. Was auch immer es war, es war nicht normal und der Vorschlag Faminas, den Laden sehr schnell zu verlassen, schien mit jedem verstrichenem Moment attraktiver zu werden. Famina stand auf und zog den Jäger mit sich. Sie blickten sich um, doch es schien nur den einen Ausgang zu geben. "Wo ist der Hinterausgang, Tisho?!", fragte sie panisch und untersuchte die Umgebung. Inzwischen unterhielten sich die beiden Elfen und Lucifer deutete auf das ungleiche Paar. Die weibliche Elfe schien überrascht, aber sehr zufrieden. Hatte man etwa nach ihr und Weidenfels gesucht? Hatte man aus diesem Grund einen Dämon auf die Welt losgelassen? Sie wusste es nicht und es war dringend notwendig, dass sie schnell entkamen. Tisho war Herr der Lage und deutete mit einer Handbewegung in die Ecke. Sofort reagierte die Kämpferin und zog Erasmus mit sich. Hinter einem großen Vorhang versteckte sich eine kleine Holztür, gerade groß genug um sich hindurch zu quetschen. Ihr Blick wanderte zurück zu Tisho und sah, wie er sich auf die beiden Elfen stürzte - Dann schlüpfte das Mädchen durch den Ausgang, dicht gefolgt von Erasmus. Aus dem Inneren hörte man Schreie und das Klirren von Metall. Schmatzende Geräusche zeugten von tiefen Wunden, doch die junge Frau verließ sich nicht auf die Kampkraft ihrer Gefährten. Eilig rannte sie zur Wand und machte eine Räuberleiter. "Erasmus, schnell, wir müssen über die Dächer raus - Ich erkläre es dir später, aber wir müssen weg von hier!" In ihren Augen stand der Ernst und auch Erasmus wusste, dass es hier inzwischen um das nackte Überleben ging. Als er ihre hilfe in Anspruch nahm und sich auf das dachgezogen hatte, sprang die Frau mit einigen akrobatischen Leistungen nach oben und landete etwas ungeschickt neben dem jungen Mann. "Weiter, wir müssen ...", begann sie, doch da brach die kleine Tür im Hof aus den Angeln und der Elf mit den roten Haaren zwängte sich aus dem Inneren. Sein Körper triefte vor Lebenssaft und in seiner Hand hielt er einen Zweihänder. Kurz nach ihm erschien die Frau (etwas eleganter) neben ihm und klopfte sich milde lächelnd den Dreck von der Kleidung. Jagend schaute Lucifer umher und entdeckte die beiden Flüchtenden auf dem Dach. Er brüllte leicht und fletschte dabei die Zähne. "Los!!", kreischte Famina und scheuchte Erasmus weiter. Geschickt übersprang die junge Kriegerin Gassen und Torbögen, während sie Erasmus bei einigen Sachen Hilfestellung gab, kamen sie relativ gut voran. Sie erklommen gerade einen Baukran, als am weiter entfernten Ende die weibliche Elfe nach obne geschleudert wurde - Lucifus musste das Frauenzimmer nach oben geworfen zu haben. Nur einen Moment danach, stand auch der Dämon neben ihr und beide nahmen die Verfolgung auf.

Modanmerkung:
Faen und Erasmus posten jetzt zusammen. Ihr befindet euch auf der Flucht über die Dächer der Stadt. Ich werde eingreifen, nachdem jeder von euch einen Post geschrieben hat. Bei Fragen zum Beginn wendet euch an mich. Ich wünsche euch viel Spaß zusammen.
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Erasmus Weidenfels » Dienstag 30. November 2010, 23:55

Noch bevor der Jäger die wirkliche Bedrohung der Situation erkannt hatte, wurde er von Famina durch einen Hinterausgang auf die Dächer der blühenden Wüstenmetropole gezehrt und begannen auch schnellst möglichst sich von dem Gasthaus zu entfernen.
Nicht nur im Haus hatte das auftreten der beiden Dunkelelfen für aufsehen gesorgt, auch unten in den Straßen liefen Menschen und andere Dunkelelfen umher, die einen um ihr Leben zu retten, die anderen um zu sehen was passiert war. Der Anblick war für den Jäger überwältigend, er kannte nur die einfachen Lichter aus seinem Dorf, die große Stadt von den Dächern aus gesehen, wirkte wie eine Insektenkolonie die er als Kind oft beobachtet hatte. Jeder wusste was zu tun ist und bei Gefahr flohen die Arbeiter und die Krieger übernahmen die Gefahr
Als Famina zum nächsten Haus sprang, konnte der Jäger ohne Probleme folgen, er war das springen und laufen von der Jagd gewohnt. Das einzige was ihn stoppen konnte, war die alte Verletzung, er durfte nicht mit dem falschen Bein aufkommen, sonst würde die Stelle wieder Schmerzen und wahrscheinlich sogar lähmen für eine kurze Zeit.
Erasmus achtete bei allen Manövern, mit oder ohne Hilfe seiner einheimischen Begleitung, das er keine Fehler machte.
Nachdem sie die ersten Hindernisse überwunden hatten, hörte man ein krachen und die Tür wurde aus ihrer Befestigung gerissen, der rot haarige Dunkelelf stand nun dort und hielt einen blutigen Bihänder. Erasmus dachte kurz an Tisho, obwohl er ihn nicht lange kannte und durch seine Halsabscheider-preise auch nicht gerade sympathisch, hoffte das er diese kurze Begegnung mit dem Dunkelelfen heil überstanden hatte.
Aber es blieb keine Zeit sich darum weitere Gedanken zu machen, Famina war bereits auf das nächste Haus gesprungen und der Jäger eilte hinterher. Durch einen kurzen Blick nach hinten sah er auch schon, dass die dunkel häutigen Spitzohren keine Pause eingelegt hatten, sondern sie zielstrebig verfolgten.
„Was wollen die ?“ fragte Erasmus während er nach Luft schnappte, er verlangte keine Lange Antwort, nur ein Stichwort würde reichen. Aber trotzdem kam es dem jungen Mann aus dem Norden immer seltsamer vor.
Spätesten jetzt, sollte ich mir überlegen meine Reise mit ihr fortzusetzen oder nicht... Aber ohne sie komme ich hier wohl nie raus. Also Augen zu und durch

Während ihrer Jagd über die Dächer der Stadt, fiel ihm aus das es hinter ihnen heller geworden ist. Er schaute nun ein letztes mal zurück und sah hinter ihren Verfolgern flammen lodern.
Anscheinend hatte bei al der Aufruhr eines der Häuser Feuer gefangen und nun zogen Rauchschwaden aus der Richtung des Hafens. Unten auf der Straße sah er dementsprechend auch Dunkelelfen und andere ''Freiwillige'' zu dem Unglücksort eilen, ob sich das Feuer weiter ausbreitet oder nicht, war Erasmus gerade recht egal. Aber trotzdem hoffte er das es bald unter Kontrolle gebracht wurde.

Das leiden wird bald ein Ende haben, die Bevölkerung merkt den Wandel. Die Besetzer werden hart Kämpfen aber gnadenlos untergehen
Das waren noch die letzten Gedanken, bevor sich der Jäger wieder auf das Rennen konzentrierte und darauf nicht zwischen den Häusern zu landen.

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Re: Der Schankraum

Beitrag von Faen » Mittwoch 1. Dezember 2010, 00:44

Faen hatte ihre Frage gestellt und obwohl Lucifus offensichtlich dachte sie würde sich einen Scherz erlauben war es ihr tot ernst damit. Sie wollte nicht dass irgendwer die völlige Kontrolle über sie hatte, egal ob sie nun tot oder lebendig war. Doch vorerst blieb er ihr eine Antwort schuldig und schenkte ihr nur einen mitleidigen Lacher. Faen schnaufte und beobachtete ihn genauer. Seine Haare hatten sich sehr geändert. Diese seltsame Mischung der schönen dunklen Haut und den roten Haaren hatte Faen so noch nicht gesehen. Im ersten Moment wollte es ihr auch nicht zusagen, aber je länger sie den falschen Dunkelelf beobachtete desto besser gefiel ihr dieser Kontrast. Seine eleganten, fließenden Bewegungen rundeten das Bild ab und Faen wusste das sie schwach werden würde wenn er es darauf anlegen würde. Aber die Dunkle bezweifelte das der Ifrit solche Absichten hegte, aber trotzdem konnte sie sich diesem Gedanken nicht gänzlich entziehen. Während sie so ihren Gedanken nach hing und langsam anfing einige Teile dieses Rätsels zusammenzusetzen riss Lucifus sie aus ihren Gedanken.

"Ich weiß es nicht. Aber du machst dir Sorgen um deine Seele. Unnötig. Wenn ich dich töte, dann reißt der Pakt und sämtliche Bänder die uns verbinden - Du würdest von deinem Gott gerichtet werden und wärst damit weit von mir entfernt."

Einen Moment stockte Faen, erst dann fiel ihr auf das er ihr tatsächlich noch die Antwort nach geliefert hatte. Aber als ihr ins Bewusstsein trat das er sie zuvor angelogen hatte und sie sich völlig umsonst Sorgen gemacht hatte wollte sie schon lautstark zum Protest ansetzen. Doch mit einer lässigen Handbewegung schnitt er ihr das Wort ab. Faen schluckte ihren Protest herunter und ärgert sich im nächsten Herzschlag schon darüber. Warum nur ließ sie sich von diesem Dämon so herum schupsen?! Sie verschränkte trotzig die Arme vor der Brust und schaute zu ihm herüber. Einen Moment später blickte er ebenso zu ihr, zeigte ein breites, fieses Grinsen und meinte zu ihr: "Es sei denn, du willst freiwillig mit mir gehen?"

Faen blieb kurz stehen nur um ihm dann wie ein kleiner Hund hinter her zu eilen. Um ihrem Frust Luft zu machen fing sie dann auch gleich an zu meckern:

„Du musst ja verrückt sein wenn du denkst dass ich mit dir kommen würde. Dann stinkt alles nach Schwefel und es ist unerträglich heiß und ich müsste andauernd deine Gesellschaft genießen. Außerdem hälst du mich eh ja für dumm, also warum würdest du mich bei dir haben wollen?

Doch statt einer Antwort lachte er nur und ging weiter. Faen schmollte vor sich hin und ging neben ihm her. Bis sie die Gaststätte erreichten versuchte sie wieder ihre Gedanken neu zu ordnen. Einige Sachen ergaben langsam einen Sinn, anderes wiederum blieb ihr weiterhin verschlossen. Es würde einiges Fingerspitzengefühl erfordern um mehr über ihn zu erfahren. Das er in vielerlei Hinsicht gefährlich war musste ihr spätestens seit ihrer eigenen Verletzung klar sein. Umso wichtiger war es mehr von ihm zu wissen. Wo seine Schwächen lagen. Vielleicht waren sie irgendwann einmal sehr wichtig für sie. Wieder einmal war es Lucifus der sie aus ihren Gedanken riss, diesmal nur um ihr mit zuteilen das sie da waren. Faen blieb stehen und schaute sich das Gebäude an. Besonders einladend sah es nicht aus, ganz im Gegenteil. Es machte ihr mehr den Eindruck das Besucher lieber vor dem Haus gesehen wurden als darin. Aber gerade in solchen Spelunken konnte man Informationen finden. Faen wollte an Lucifus schon vorbei gehen als er sich zu ihr drehte.

"Wir sollten gehen ... einen Moment noch."

Faen blieb abrupt stehen als er sie mit der flachen Hand ausbremste. Sie schaute ihn an und im nächsten Augenblick, ohne zu zögern oder zu fragen, spürte sie seine Hand auf ihrem Busen. Ihr erster Impuls war sich von ihm weg zu drehen. Doch ein unheimlicher Zug hielt sie an Ort und Stelle. Sie schaute ihn an und es dauerte nicht lange da war ihr die Berührung gar nicht unangenehm mehr. Mit Gewalt drängte sie ihre aufkeimenden Gedanken wieder zurück und das plötzlich auftretende kribbelnde Gefühl auf ihrer Haut trug dazu bei das es ihr gut gelang.
Mit Erstaunen schaute sie zu wie das getrocknete Blut auf ihrer Haut wieder flüssig wurde und zu ihm lief.

"Ich liebe große Auftritte, aber eine Panik kann ich im Moment nicht wirklich gebrauchen - Nur wenn sie der Sache dienlich ist."

Er lächelte zufrieden und Faen ertappte sich dabei wie sie ihn anlächelte. Und auch erst jetzt bemerkte sie dass er vollkommen sauber war obwohl er gewütet hatte wie ein wildes Tier.
Nachdem er sie los ließ blieb eine leichte Gänsehaut auf ihrer Haut zurück und sie ärgerte sich darüber so auf ihn zureagieren. Als sie ihm brav in die Schenke folgte ermahnte sie sich zum xten Mal das er kein Dunkelelf war sondern ein Dämon. Doch viel Zeit zum nachdenken blieb ihr nicht. In der Schenke erregten sie gleich furchtbares Aufsehen. Jede Unterhaltung erstarb, die freizügigen Damen hielten in ihren Tätigkeiten inne und einige griffen nach ihren Waffen. Faen zog erstaunt die Augenbrauen hoch, mit so etwas hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Ihre Hand glitt zu ihrem Schwert, einfach war ihr wohler damit war. Ein schmächtiger, kleiner Mann kam auf Lucifus zu und sagte zu ihm etwas. Erst jetzt kam Faen die Frage in den Sinn ob Ifrit alle Sprachen verstand und sprechen konnte. Sie für ihren Teil wusste nicht was gesprochen wurde. Aber sie verstand sehr wohl Lucifus Worte als er den Mann packte und nach hinten zu ihr warf. Sie schaute den Mann zu ihren Füßen kurz an und zog ihr Schwert. Ohne weitere Fragen zu stellen jagte sie das Schwert durch seinen Hals. Als sie den Blick von den Angstgeweiteten, leeren Augen abwandte hatten sich schon einige Menschen erhoben und kampfbereit gemacht. Faen machte sich wenig Sorgen diesen Kampf zu verlieren. Da sie den Pakt mit Lucifus hatte stand sie eindeutig auf der richtigen Seite. Doch Lucifus schien von irgendetwas abgelenkt. Sie verfolgte seinen Blick und erkannte eine junge Frau und einen vermummten Mann der nicht nach einem Bewohner Sarmas aussah. Offensichtlich kannten Lucifus und die Frau sich. Beide starrten sich an, bis die Frau reagierte und ihren Begleiter gehetzt ansprach: "Erasmus, wir müssen hier raus und zwar schnell! Was sie danach sprach entzog sie Faen wieder, aber offensichtlich war es nicht an diesen Erasmus gerichtet. Faen trat näher an Lucifus heran. Es würde zum Kampf kommen, daran zweifelte Faen gar nicht.
Als sie neben Lucifus trat sagte er ihr dass sie die Frau und den Mann verfolgen würden. Sein Plan stand schnell fest, durch die Schenke kämpfen und dem Paar hinterher jagen. Faen nickte und wollte gerade fragen woher er die Frau kannte, aber da brauch auch schon der Kampf los. Sie sah noch wie das Pärchen hinter einem Vorhang verschwanden, offenbar eine Hintertür. Dann stürzte ein Mann auf Faen und Lucifus schreiend zu. Auch die anderen Besucher der Schenke gaben sich nun der Kampfeslust hin. Die Frauen verschwanden schreiend und kreischend was Faen kein Stück wunderte. Schließlich war Sarma allgemein bekannt dafür die Frauen zu unterdrücken, für solch ein Leben würde Faen auch keine Waffe erheben um ihrem Peiniger zu helfen. Höchstens gegen ihren Peiniger.
Der Mann der schreiend auf sie zugelaufen kam wurde von Lucifus gepackt und einfach durch den Raum geworfen. Der Dämon bahnte sich seinen Weg durch die Kneipe, zielstrebig auf die Hintertür zu. Faen folgte ihm. Sie wusste dass sie sich keine Gedanken um ihn machen musste. Sie hatte noch lebhaft in Erinnerung wie er im Kerker gewütet hatte, da würde die Schenke ihm wenige Probleme bereiten. Bei den Männern die sich ihr in den Weg stellten verschwendete sie keine Zeit damit zu überprüfen ob sie alle tot waren. Obwohl ihr in der Ausbildung immer wieder eingetrichtert wurde war genau darauf zu achten das jeder Gegner tot war, verzichtete sie diesmal darauf. Lucifus wollte die zwei verfolgen und je länger sie sich hier unten austobten umso geringer war die Wahrscheinlichkeit sie zu erwischen. Als sie sich zu Lucifus drehte musste sie neidisch feststellen dass er sehr viel einfacher Verletzungen zufügen konnte. Als würden seine dämonischen Fähigkeiten nicht reichen schlug er nun mit einem Zweihänder um sich und fügte einem der Männer eine so tiefe Schnittwunde am Brustkorb zu das Faen nicht daran zweifelte das der Mann sofort tot war. Mittlerweile sah er aus als hätte er wieder im Blut gebadet. Sie grummelte und stieß genervt ihr Schwert einem Mann in den Brustkorb.
Die Schreie wurden leiser und als Lucifus den Vorhang weg riss hörte Faen noch gequältes Stöhnen hinter sich.
Er begnügte sich nicht damit die Tür aufzustoßen sondern riss sie gleich aus den Angeln. Faen folgte ihm ins Sonnenlicht und klopfte sich grinsend den Dreck von der Kleidung. So etwas würde in Erinnerung bleiben, zwei Dunkelelfen durch querten eine gut besuchte Schenke in kürzester Zeit und hinterließen nichts als Chaos und Tod. Lucifus war über und über voll mit Blut. Faen konnte sich lebhaft vorstellen was er in der Schenke angestellt hatte. Er war immer noch das Pärchen am jagen, sein Blick jagte umher und auch Faen schaute sich um. Dann plötzlich drang das knurren des Dämons an ihr Ohr und sie folgte seinem Blick. Auf den Dächern. Faen seufzte. Welch unnötige Flucht. Im Endeffekt würden sie die beiden doch bekommen.
Sie schaute Lucifus an und drehte sich zu ihm. Ohne weiter darüber zu reden, packte er sie an der Hüfte und warf sie hinauf. Faen landete auf dem Flachdach und rollte ab. Sie grummelte und schnauzte ihn an als er kurz darauf neben ihr erschien:

„Mit ein bisschen mehr Schwung hättest du mich auch vom Dach werfen können.“

Ihr Blick folgte dem Pärchen und sah sie bei einem Baukran. Bevor Lucifus hinterher jagen konnte fasste sie ihn am Arm. Seine Haut war furchtbar warm und das Blut auf seiner Haut schon getrocknet.

„Wer ist das Lucifus? Du kennst diese Frau doch, sonst hättet ihr euch nicht so angestarrt!“

Sie schaute ihm in die Augen, steckte das Schwert weg und lief dann los. Die Waffe würde sie bei Sprüngen nur behindern, in diesen Höhen brauchte sie beide Hände frei um das Gleichgewicht zu halten. Sie schaute immer wieder wo sich ihre Beute befand, Vorsprung hatten die beiden schon genug und Faen hatte wenig Lust auf eine Antwort von Lucifus zu warten. Das konnte er entweder beim laufen oder hinterher machen.

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Re: Der Schankraum

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 1. Dezember 2010, 11:27

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