Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Hier wohnen die Bürger Sarmas, vom einfachen Sklaven bis hin zum hohen Handelsherren oder angesehenem Magier. Je nach Reichtum und Machtverhältnis findet man hier kleine Barracken oder prachtvolle Anwesen aus Sandstein und Marmor.
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Darak Luthrokar
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 12. November 2011, 18:17

„Aurhh… nicht so grobb… AURHRH…“ Protestierte der Befreier Sarmas als Alma ihn zurück in seine Position bugsierte. Mit ihren dicken Pranken konnte man kaum zärtlich umgehen dieses Problem hatte Darak doch eigentlich auch. Er ächzte, doch er spürte dass diese Position seine Schmerzen deutlich bessar ertragen liess. Er kriegte Kissen hinter den Rücken gestopft so dass er aufrecht im Bett sass. Sein Blick fiel unweigerlich auf Vesta und deren Beine. Er zog scharf die Luft ein, hätte er vielleicht nicht tun sollen den der ganze Raum stank nach Ausfluss und Krankheit. Er blickte auf ihre eitrigen Beine, diese einst so schönen Beine die sich in seine Flanken geklemmt hatten so dass es kein entrinnen mehr für ihn gegeben hatte! Sie hatte ihn mit diesen Schenkeln angetrieben und ihm Einhalt geboten wenn er ihr zu Wild vorging oder sie einfach nicht wollte dass er sich zu schnell an ihr befriedigte. Dafür würden diese Beine nicht mehr in der Lage sein, zumindest sah es im Moment ganz und gar nicht danach aus. Er bekam von Alma eine Pastille zugeschoben und nahm diese auch brav ein, war sogar froh um jedes Mittel welches den Schmerz auch nur ein bisschen dämpfte. Darak sprach ausserordentlich gut auf Drogen an ein Umstand den er nicht ausreizen sollte wollte er nicht in ernsthaft Probleme damit geraten. Er nickte nur, zum Tanzen war ihm auch nicht zumute, allgemein sich Bewegen behagte ihm im Moment ganz und gar nicht was untypisch war für diesen wilden Sarmaer der sonst kaum stillhocken konnte sondern zumindest sein Becken kreisen lassen musste.

"Noch nichts Offizielles. Sie haben sich wohl entschieden, behalten das Ergebnis aber weiterhin für sich. Wahrscheinlich, weil ich ihnen gesagt habe, dass die mutmaßliche Stadtherrin und der Befreier von Sarma noch schlafen und anschließend behandelt werden. Sie warten auf euch." Er nickte. „Gut… dann werden wir es bald erfahren.“ Er sah zu Vesta hinüber, rang sich sogar ein Lächeln ab.
"Ich ... argh ... will nicht länger warten. Bring es zu Ende, Alma!" Er schaute zu Vesta hin und senkte betreten sein Haupt, er konnte ihre Verzweiflung nachvollziehen, wusste er doch wie Schmerzhaft die Prozedur des Eiterablassens war, aber da musste sie durch, die keimhaltigen Säfte mussten aus ihrem Körper getrieben werden wollte sie nicht auch noch an heftigem Fieber und einer Blutvergiftung erkranken. Fieber war ohnehin so ziemlich das schlimmste was ihr in ihrem jetzigen Zustand passieren konnte und er wusste dass sie welches hatte, so sehr glühten ihre Wangen so sehr glänzte ihre Stirn. Denn Fieber trocknete aus, sie würde Trinken müssen, essen müssen auch wenn ihr der Appetit fehlte, auch wenn ihr die Kehle schmerzte, um des Lebenswillen würde sie es tun müssen denn sonst würde ihr Körper unter den auszehrenden Belastungen des Fiebers und des Schmerzes in sich zusammenbrechen wie ein Kartenhaus.

Standen ihm selbst ähnliche Torturen ebenfalls bevor? Würde sein Knie sich ebenfalls entzünden, sein belastetes Gelenk anschwellen und eitrig werden wie das ihrige? Unwahrscheinlich war es nicht, schliesslich wurde er mit einem dreckigen, Eisenhammer geschlagen, es war anzunehmen dass einige Eisenpartikel ihren Weg in sein innerstes Gefunden hatten und sich dort langsam zersetzte mitten in Daraks Fleisch. Ausserdem war er unter den unsäglichsten Zuständen gehalten worden und er war ohnehin in einem sehr geschwächten Zustand gewesen als man ihm das Knie gebrochen hatte.
Er seufzte. Wusste dass man in diesem Moment keinen ut spenden konnte, das jeder Satz den er ihr hätte sagen können ohnehin nichts an ihrem Zustand geändert hätte. So schwieg er, senkte sein Haupt und wartete ungeduldig auf das Wirken der Pastille. Er wusste Vesta war zäh, dass würde ihr vermutlich das Leben retten, sie war trotzig und stur genug um allein aus jenem Grund am Leben zu bleiben weil SIE für sich entscheiden wollte wann sie starb und wann nicht und wenn Vesta Temna Negra als reiche alte Vettel unter den tosenden Hüften eines kräftigen Sklaven sterben wollte so würde es so sein und nicht anders, basta.

"Ich kann es SCHNELL oder RICHTIG machen" Was für eine engelsgleiche Geduld Alma mit diesen beiden bockigen Patienten doch an den Tag legte, obwohl das Wort „engelhaft“ im Bezug auf Alma wirkte wie eine kitschige Fehlübersetzung, denn nichts an Alma war engelhaft. Ihr Körperbau nicht – bei den Göttern hoffentlich nicht sonst würde niemand mehr nach dem Paradies streben! – ihre Aussprache nicht, ihre Ausdünstungen nicht – denn sie sonderte ordentlich Schweiss unter der Anstrengung der Pflege ihrer Patienten ab, nein nichts an ihr war engelsgleich auch ihr Herz nicht, doch diesbezüglich aus einem anderen Sachverhalt… Engel kamen wohl nicht an die Leistungen von Almas Herzen heran, denn Alma war eine normale Frau, keine heilige, keine göttliche Botin und doch war sie in der Lage so viel Gutes zu tun. Sie war der Inbegriff einer Heilerin ohne sich dessen vermutlich bewusst zu sein… und daraus Profit zu schlagen, denn nach einer Bezahlung h atte sie schon lange nicht mehr verlangt.

Dabei Half sie Vesta genau so konsequent wie sie es bei Darak getan hatte obwohl sie selbst gar keinen so grossen Bezug zu der Bordelldame hatte, sicherlich sie waren gemeinsam durch die Hölle der Gefangenschaft bei Darion gegangen. Aber sie halt ihr weil sie wusste wie wichtig sie auch für ihren Ollen gehörten war und der war ihr Freund. Er schaute bei der Prozedur zu und vermied es jeglichen Kommentar abzugeben, Vesta würde ohnehin nur seuerlich darauf reagieren können denn die Prozedur der sie Unterzogen wurde war so schmerzhaft dass man nur wütend sein konnte, wütend auf die eigene körperliche Versehrtheit. Also liess er es bleiben. Er schaute zu seinem eigenen Knien doch er traute sich nicht den inzwischen etwas verschrumpelten Verband anzufassen, dieser war nämlich Almas gebiet und wenn er daran herum pantschte würde es schimpfe geben, dass wusste er ganz genau. So beschäftigte er sich mit der Frage ob er nun hunger hatte oder nicht. Dann mit der Frage ob Lilith diesen Morgen nach ihm gefragt hatte oder nicht, ob sie bei Constanze genächtigt hatte oder nicht…

Er seufzte. Darak Luthrokar war wie Vesta Temna Negra nicht nur körperlich stark angegriffen sondern auch seelisch. Die beiden Busenfreunde fanden sich in einer ähnlich verheerenden Situation wieder, dafür schlugen sie sich eigentlich ganz tapfer. Diese eigentümliche Morgenstimmung wurde durch das Klopfen an der Tür unterbrochen. Darak sah auf. Sein Diener war es und er brachte eine Botschaft. "Ich bringe Neuigkeiten für die Herrin Negra und den Befreier Luthrokar." Er schaute zu Vesta hin. „Das Ergebnis.“ Meinte er als ob das nicht klar gewesen wäre, der Bote würde sicherlich nicht eine Audienz verlangen wenn es darum ginge ihm zu erzählen dass eine Taube vom Palastdach geschissen hatte und den Brunnen getroffen hatte… obwohl ihn solcherlei Neuigkeiten durchaus amüsiert hätten… Cattie wäre zumindest dazu in der Lage, da war er sich sicher. Wo sie eigentlich steckte? Offenbar war sie in der Nacht irgendwo hin geflüchtet denn in seinem Bett war sie nicht. Nun vielleicht war sie auch draussen… als Pflanzenhuhn brauchte sie doch vorallem…mhmm… Licht. Na ja vermutlich würde sie seine Körner noch immer schätzen, er musste sich dringend neue Besorgen. Darak rückte hastig seinen Helm zurecht und versuchte so entspannt und erholt wie möglich zu wirken als der Diener eintrat.

"Hohe Herrschaften, ich habe im Namen des Bundes der Wüstendiebe und der versammelten Adelsgesellschaft Sarmas das Ergebnis der Regierungsdebatte zu verkünden." Jajaja blabla komm zur Sache Dachte er ungeduldig doch er liess dieses formale palaver geschehen, denn es gehörte zu jedem Herrschershof mit dazu und zweitens besonders zu Sarma.
"Es ist nicht ganz so abgelaufen, wie es sich der Befreier wünschte" Darak runzelte die Stirn und legte seinen Kopf schief. Was sollte das heissen, nicht so ganz wie er es sich gewünscht hatte?

"Man hat zwar entschieden, dass die Herrin Negra über die Stadt regieren und ihre Minister beratend an ihrer Seite stehen sollen, aber noch immer ist Sarma von einem Kulturbild geprägt, in dem eine Frau ... nun ... nicht viel wert ist." Er schaute zu Vesta hin und lächelte. Nickte ihr zu. Hauchte ihr ein stummes „Gratuliere“ zu. Dass es auflagen geben würde, damit hatten sie rechnen müssen. Almas schnauben war berechtigt aber dies hier war Sarma, hier war der Wert der Frau ebenso alt wie der Sand in der Wüste.

"Beide Parteien haben beschlossen, offiziell die Minister Khan ben Issam und Nabil ab del Omar regieren zu lassen.“ Die beiden hatten es also tatsächlich geschafft sich zu vertragen? Nun vordergründig zumindest, Darak würde Vesta raten besonders auf Omar ein Auge zu haben. Der Kahn erschien ihm als Ehremann als Veteran der nicht so empfänglich für politische Intrigen war wie der junge Adelige.

“Den Herrn Khan als Kriegsverwalter und Stadtschützer in sämtlichen militärischen Belangen und Herrn Omar in Sachen Politik und Stadtverwaltung. Das Volk wird sich eher dem Willen zweier Männer beugen, die sich den Herrschersitz teilen als einer Frau.“ Darak nickte. Damit hatten sie vermutlich recht, es hatte ja schon in der Debatte beinahe einen Aufstand gegeben als er diesen Vorschlag getätigt hatte.

Diebe und Adel wissen es natürlich besser. Vesta wird im Herrscherpalast wohnen können, wenn sie das möchte, um von dort aus alle Entscheidungen zu treffen. Khan ben Issam und Nabil ab del Omar tragen ihre Wünsche nur nach außen. Unter Lysanthors verbrennender Sonne und beim Rauschen von Venthas salzigen Wellen sei es beschlossen, so entschied man."
Darak nickte, sah wieder zu Vesta. Es lag nun nicht an ihm zu sprechen, sie war die neue Machthaberin Sarmas und sie würde aus dem Hintergrund fungieren können, eine Regelung die der spitzfindigen Bordellherrin sicherlich gefallen würde.
"An jedem einzelnen, Herrin", bestätigte Muhammad demütig. "Das Ergebnis der Debatte ist dem Volk noch nicht verkündet worden. Man wollte auf Eure Reaktion warten, Herrin. Auch Darak war gespannt was sie nun sagen würde.

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Dienstag 15. November 2011, 20:35

"Du kommst vorerst zurecht?" Alma schaute ihn eindringlich und zugleich mit dem bohrenden Blick einer Heilerin an, der man besser nichts vorenthielt. Sie würde es ohnehin herausfinden - spätestens, wenn es an die Untersuchung ihres Patienten ging. Aber das würde noch Zeit brauchen. "Ich muss mich zuerst um sie kümmern." Kaum merklich nickte sie in Vestas Richtung und Darak brauchte selbst kein Heilkundiger zu sein, um zu wissen, dass sie Recht hatte. Die Prozedur der Eiter-Entfernung war unangenehm, aber bitter nötig. Vesta fieberte, litt Schmerzen. Darak ging es da offenbar derzeit noch besser, auch wenn seine Wangen ebenfalls glühten. Vielleicht zog Alma die Bordellherrin vor, weil er sich diese Situation schon gewöhnt war. Es war schließlich nicht das erste Mal, dass man ihm das Knie zertrümmert hatte. Vielleicht sah sie ihm auch an, dass er mit seiner natürlichen Zähigkeit doch etwas länger durchhalten konnte. Vesta mochte eine Dominanz wie keine andere an den Tag legen. Ein unbrechbarer und nicht zu bändigender Geist, aber physisch war und blieb sie eine zarte Frau. Eine durchaus reizbare Mischung.
Alma ging zu ihrer Patientin hinüber, gerade als sich Diener Muhammad ankündigte. Er hatte Neuigkeiten von erheblichem Ausmaß. Vesta würde neue Stadtherrin, die Umstände waren allerdings von besonderer Art. Und da erfuhr Darak auch, wo Cattie eigentlich steckte. Wie ein grüner Pfeil kam sie blitzschnell unter dem Bett hervor geschossen, die Flügel bedrohlich ausgebreitet und ein Gegackere veranstaltend, als wollte sich eine ganze Schar Hühner soeben auf den Eindringling stürzen.
Muhammad machte einen Satz zurück, hob beschwichtigend die Hände und schaute Hilfe suchend zu seinem Herrn und seiner Herrin. Vesta schnaubte nur: "Oh, schaff das Huhn da weg. Ich als Stadtherrin im Hintergrund befehle es!"
"Das heißt, Ihr seid mit den Bedingungen einverstanden, Herrin?", erkundigte sich der Diener. Vesta nickte. Ihr huschte sogar ein kurzes Grinsen über die Lippen. "Allerdings bin ich das. So gefällt es mir fast schon besser. Ich will nicht im Palast wohnen, wenn ich nicht muss. Lass es so aussehen, als sei ich hier für ... bestimmte hohe Herren eine gern gesehene Abwechslung. Dann kann ich weiterhin mein Bordell betreiben, denn das werde ich trotz aller Probleme in Sarma nicht aufgeben."
Der Diener räusperte sich. Man hatte Vesta ohnehin nicht die nobelsten Räume des Palastes zugestanden. So erübrigte sich das Problem, ihr dies mitteilen zu müssen. Muhammad war erleichtert. "Sehr wohl, Herrin. Ich werde alles nach Euren Wünschen arrangieren", sagte er mit einer tiefen Verbeugung. "Ein Ausrufer soll das Ergebnis der Debatte zwischen Wüstendieben und Adeligen noch heute verkünden. Über Euch wird kein Wort fallen."
"Recht so", gab Vesta zurück, winkte dem Diener mit der Hand, ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen. Er verstand auch so sehr gut, dass seine weitere Anwesenheit unerwünscht war. Also trollte er sich. Vesta atmete durch, keuchte, als Alma erneut Eiter von ihrem Knie entfernte. "Wenigstens ... sieht mich so ... keiner meiner ... Untertanen."
Alma verband ihre Beine, dann legte sie eine Decke darüber. Vesta schenkte ihr ein dankbares Lächeln. Schließlich blickte sie zu Darak herüber. "Dann ist es gleich offiziell. Vesta Tenma Negra wird niemals als Herrscherin Sarmas erwähnt, aber sie ist es, die fortan die Fäden zieht und Berater nach ihrer Pfeife tanzen lässt. Ich schätze, du solltest das auch bald tun, Darak. Lass dich zu dem Kriegsveteran - diesem Khan - schleppen. Du bist ein besserer Stratege als ich. Sprich du dich mit ihm ab, wie wir Sarma verteidigen können. Ich werde meine kostbare Zeit dann Nabil ab del Omar widmen."
"Zuerst einmal solltet ihr beide frühstücken", platzte Alma dazwischen.
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 27. November 2011, 20:28

Darak blickte zu Alma hin, sie kannte ihn, wusste wann er drohte auseinander zu brechen, einzubrechen, nicht mehr zu können. Doch noch war er nicht soweit. Er hatte offenbar noch Kraftreserven woher auch immer er diese bezog. Man musste schon bedenken wie viele Rückschläge dieser Darak Luthrokar in seinem Leben schon hatte einstecken müssen, wie oft es an ihm gelegen hatte wieder aufzustehen und weiter zumachen. Manchmal war genau diese Fähigkeit auch sein Fluch, nicht selten hatte er daran gedacht es endlich zu beenden, seinem Leben ein Ende zu setzen

Darak war oft müde geworden. Sehr müde. Des Lebens müde. Er ertrug so vieles, hatte schwere Lasten zu tragen, doch seit seinem Erlebnis dort in der Stillen Kammer, seit der Waagschale die er gesehen hatte wusste er, dass er die Welt im Moment noch nicht verlassen durfte, respektive sollte. Denn er hatte gemordet. Auch wenn der Mord in vielen Augen begründet gewesen war und auch wenn er damit sicherlich viel Leid von Sarma getilgt hatte, war es dennoch ein Mord gewesen. Ein Verbrechen in den Augen des grossen Lysanthors und Darak hatte ja gesehen dass dieser am Schluss wägen würde und was ihn erwartete wenn sich die Waage zu seinen Ungunsten bewegte, liess ihn noch immer heftig schaudern. Diese Vision hatte Darak nicht gänzlich bewusst erlebt und verarbeitet und so spielten sich auch diese Empfindungen, dieser Wille weiter zu machen, zu leben und gute Taten zu vollbringen eher in seinem Unterbewusstsein ab. Aber sie waren da und sie nötigten den ehemaligen Sklaventreiber dazu, den Schmerz auszuhalten.

"Ich muss mich zuerst um sie kümmern." Darak nickte nur und winkte Alma weg. Muhammad, der persönliche Diener der beiden meldete sich für eine Audienz an. Das Ergebnis der Debatte um den Herrschersitz von Sarma dürfte wohl somit vorliegen. Darak richtete sich noch etwas im Bett zurecht als auch schon Cattie unter dem Bett hervor preschte in voller Intention den Diener zu attackieren. Schliesslich hatte auch Cattie schreckliches durchlebt, sie hatte gesehen wie man ihrem Fütterer ans Leder gewollt hatte, dann war sie selbst enthauptet worden. Ob sie daran noch eine Erinnerung hatte? Ob sie sich ihrer eigenen veränderten Gestalt überhaupt bewusst war?
Man konnte sie schlecht danach fragen… so würde es wohl Catties Geheimnis bleiben. Wie wohl andere Hühner nun auf sie Reagierten?

Alles wartete ja eigentlich auf Vestas Entscheidung. Alle Blicke waren auf sie gerichtet, na ja Darak lugte mit einem Auge auch immer wieder auf Cattie, schliesslich wollte er nicht dass sie den Diener demnächst zerfleischte. "Oh, schaff das Huhn da weg. Ich als Stadtherrin im Hintergrund befehle es!" Darak grinste. „Cattie komm her! Na komm, sei ein feines Hühnchen na komm!“ Er wollte schleisslich nicht dass Cattie weggeschafft wurde. Sie war die einzige Frau in Daraks nähe die es sich erlauben konnte ungestraft und ohne einen bösen Blick auf sich zu ziehen, jederzeit auf Daraks Schoss zu liegen. Vermutlich erntete sie deshalb einen leichten Neid von Seiten Vestas.

"Das heißt, Ihr seid mit den Bedingungen einverstanden, Herrin?" Darak blickte auf während er Cattie zu sich auf den Schoss hob und sie beruhigend kraulte. Er musste schmunzeln als er sah wie sehr sich Vestas Gesichtsmuskulatur anspannte und ein beinahe schon erregtes Schmunzeln sich über ihre Lippen legte.

"Allerdings bin ich das. So gefällt es mir fast schon besser. Ich will nicht im Palast wohnen, wenn ich nicht muss. Lass es so aussehen, als sei ich hier für ... bestimmte hohe Herren eine gern gesehene Abwechslung. Dann kann ich weiterhin mein Bordell betreiben, denn das werde ich trotz aller Probleme in Sarma nicht aufgeben." Darak runzelte die Stirn. Eigentlich war das sogar sehr gut, Vesta musste ihr Lebenswerk nicht aufgeben, ausserdem war sie als Prostituierte optimal getarnt. Für Darak war es nämlich eine schreckliche Vorstellung wenn er daran dachte was die Dunkelelfen mit der Herrscherin Sarmas machen würden, wenn sie ihnen in die Hände fiel. Er dachte dabei weniger an sich selbst, obwohl er wohl das grössere Risiko eingehen würde wenn er sich denn tatsächlich an die Front wagen würde.

"Sehr wohl, Herrin. Ich werde alles nach Euren Wünschen arrangieren" Er grinste, war dies nicht der Traum einer jeden dominanten Persönlichkeit wie Vesta es war? Nun hatte sie „echte“ Diener, nicht solche die ihr aufgrund ihrer eigenen devoten Neigungen gehorchten. Nun war sie eine vollkommene Herrin.

"Ein Ausrufer soll das Ergebnis der Debatte zwischen Wüstendieben und Adeligen noch heute verkünden. Über Euch wird kein Wort fallen."

Es wäre vermutlich auch zu viel des Guten gewesen wenn man tatsächlich eine Frau auf dem Herrschersitz verkündet hätte. Sarmas Kultur war so alt und Konservativ wie der Sand in der Wüste. Der Prozess der „Gleichberechtigung“ würde wenn überhaupt Jahrzehnte dauern bis er gänzlich ausgereift war um die Gleichberechtigung wirklich offen durchzusetzen.
Soweit war Sarma noch nicht. Schon Pelgar tat sich diesbezüglich ja schon schwer. So schwer dass ein guter Teil der Frauen kurzerhand nach Xytras gezogen waren und dort ihren eigenen Staat gegründet hatten. Selbst die Frauen Sarmas waren dafür noch nicht emanzipiert genug. Sie beugten sich nicht selten ihrem Schicksal. Nur wenige schafften es wirklich in der Stadt als Geschäftsfrau Fuss zu fassen wie Vesta. Offiziell zumindest. Darak ahnte dass so hinter manch einem Sultan vermutlich die Gedanken ihrer Gattinnen standen. Aber natürlich würde dies nie einer zugeben.
"Wenigstens ... sieht mich so ... keiner meiner ... Untertanen." Darak seufzte. „Du wirst dich erholen. Wir werden fähige Heiler finden. Magier. Irgendwo treiben wir die schon auf!“

Meinte er verbissen und blickte eisern zu Alma hin. Sie wusste wie Stur er sein konnte. Er schaute ihr zu wie sie Vestas Beine behandelte und schliesslich die Decke darüber schlug. Sie blickte ihn direkt an. "Dann ist es gleich offiziell. Vesta Tenma Negra wird niemals als Herrscherin Sarmas erwähnt, aber sie ist es, die fortan die Fäden zieht und Berater nach ihrer Pfeife tanzen lässt.“ „Ja… der Rat hat tatsächlich eine weise Entscheidung gefällt. So wirst du Sarma optimal regieren können Vesta und du musst deine Mädchen nicht im Stich lassen.“ Er versuchte sie einwenig über ihren Zustand hinwegzutrösten, natürlich war dies schier aussichtslos aber er musste sie ja nicht permanent an die schlechten Seiten ihres Lebens erinnern. Sie hatte so viel erreicht! Aber sie hatte auch einen bitteren Preis dafür bezahlt.

“ Ich schätze, du solltest das auch bald tun, Darak. Lass dich zu dem Kriegsveteran - diesem Khan - schleppen. Du bist ein besserer Stratege als ich. Sprich du dich mit ihm ab, wie wir Sarma verteidigen können. Ich werde meine kostbare Zeit dann Nabil ab del Omar widmen."

Er nickte. Rieb sich die Hände. Darin kannte er sich wahrlich aus, schliesslich war er auf Dinge spezialisiert die weh taten. Er würde seine Fähigkeiten nun einfach dahingehend erweitern müssen dass er nun nicht nur jemandem Leid zuzufügen hatte sondern ganzen Truppenverbände. Doch er war froh mit Kahn enger zusammen zu arbeiten. Zu Omar hatte er irgendwie nicht so einen guten Draht gefunden. Der Kriegsveteran hingegen war eine Person die eine natürliche Autorität ausstrahlte und Erfahren wirkte. Er musste sich nicht mehr die Hörner abstossen wie es Omar wohl teilweise noch versuchte.

Er nickte ihr zu. „Das werde ich und bei den Ärschen der Göttern, wir werden ihnen das fürchten lehren! Ich.. möchte aber auch Constanze hinzuziehen wenn du es erlaubst, sie ist schliesslich Kommandantin der Amazonen gewesen und kennt sich sicherlich mit Inselverteidigung bestens aus.“ Er blickte eindringlich zu Alma. „Siehst du nach Lilith?“ Bittend war sein Blick. Er traute sich nicht selbst nach ihr zu sehen, wollte ihr die Zeit geben die sie gefordert hatte, doch er wollte informiert bleiben über ihr Befinden. Verständlich, denn er empfand trotz seiner Angewohnheit ab und an das Bett zu wechseln, sehr viel für diese Frau.
"Zuerst einmal solltet ihr beide frühstücken"Darak winkte ab. „Ach dass kann ich auch während der Besprechung tun. Ich will die Unterredung führen solange das Medikament wirkt und ich nicht durch den Schmerz abgelenkt werde…“ Er erhob seine Stimme. „MUHAMMAD! Ich wünsche Herrn Kahn zu sprechen, im Strategieraum… bring mich hin!“

Er war es sich nicht gewohnt solche Befehle zu erteilen, schliesslich hatte er schon lange keine Sklaven mehr unter sich gehabt. Muhammad war vermutlich nicht mal einer, eher ein Diener. So hochranginge Sklaven hatten oft das Privileg sich freizukaufen und ihre Dienste gegen Bezahlung anzubieten.

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 1. Dezember 2011, 22:45

Cattie flatterte aufs Bett. Sie ließ einige dünne Grashalme, die wie kleine Federbüschel durch die Luft schwebten. Sie war selbst in Sarma ein kostbares Huhn, hier wuchs schließlich nicht viel und Gras galt als Luxusgut. Muhammads Blick folgte den Halmen, die langsam auf den hellen Marmorboden sanken. Cattie kümmerte sich kein bisschen darum. Sie tappste mit wackelndem Hintern auf Darak zu, machte es sich an seiner Flanke bequem und gackerte leise auffordernd. Der Fütterer konnte im Moment zwar nicht gehen, aber kraulen dürfte doch noch drin sein. Sanft schnäbelte sie mit seinem Körper. Sie war ein verschmustes Huhn.
Muhammad zog sich zurück. Das Ergebnis der Debatte würde verkündet. Etwas Normalität sollte in die Straßen der Wüstenstadt einkehren. Wenigstens genug, um sich für einen Racheakt der dunklen Völker zu rüsten. Es gab immer noch welche von ihnen in Sarma. Sie hatten die Seiten gewechselt, mussten nun ihrerseits den Menschen als Sklaven dienen oder wurden, sofern sie sich widersetzten, öffentlich hingerichtet. Im Grunde war es diesbezüglich keinen Deut besser geworden um den Ruf der Stadt, aber jetzt regierte Vesta im Hintergrund. Sie würde die richtigen Fäden ziehen. Sie würde es ein bisschen besser machen, da konnte sich Darak sicher sein. Grund genug, auch ihr Leben wieder ein wenig aufzuhellen.
Darak versuchte es jedenfalls, aber die Bordell- und Stadtherrin winkte ab. "Denken wir erst einmal nicht an Heiler", sagte sie überrascht entschlossen. Sie stellte ihr eigenes Wohl tatsächlich in den Hintergrund! "Ich habe Alma. Du wirst dich gebührlich genug um mich kümmern. Ich bezahle dich auch - aus der Staatskasse, wenn es sein muss."
Alma starrte Vesta an. Wie lange war es her, dass man sie für ihre Arbeit bezahlt hatte? Eine Ewigkeit! Man musste hierzu allerdings auch sagen, dass sie seither keine Notwendigkeit gesehen hatte, Geld zu brauchen. In den Gebieten, in denen sie mit Darak Luthrokar umher gekommen war, war Geld bisher nicht nötig gewesen. Entweder gab es nichts, was sich damit kaufen ließ oder sie hatten gute Freunde wie Lilith und Constanze an ihrer Seite gehabt, die sich um Ausgaben bereitwillig gekümmert hatten. Sie wären es, die man endlich einmal für ihre Mühen auszahlen müsste. Daher nickte die Heilerin nur, brummte ein leises: "Solange ich hier bin, seid Ihr versorgt, Stadtherrin." Sie sprach Vesta sogar mit ihrem nicht ganz so offiziellen Titel an. Es war unglaublich, was sich binnen weniger Minuten in diesem Raum entwickelte. Eine Hure regierte Sarma! Eine Heilerin unterstützte sie ohne wirklich Gegenleistungen zu verlangen. Ein Verdammter mit zertrümmertem Knie würde in eine Schlacht gegen Dunkelelfen und Orks reiten. Wer würde eine solche Geschichte glauben, wenn er nicht direkt dabei war?

Aber das Abenteuerepos, in das sie alle hinein gerutscht waren, konnte noch nicht als vollendet bezeichnet werden. Vielleicht begann es auch hier und heute erst, immerhin musste noch über eine mögliche, weitere Schlacht erzählt werden. Um diese zu Sarmas Gunsten zu schlagen, waren Strategien nötig und Gespräche. Der Befreier der Wüstenstadt hatte die Aufgabe, sich mit dem Berater Vestas in Sachen Militärkenntnissen auseinander zu setzen. Khan ben Issam würde einiges mit ihm zu bereden haben.
Also rief Darak seinen Diener herbei und ließ sich von einer Gruppe Sklaven mit einer Sänfte in einen anderen Teil des Herrscherpalastes bringen, den man kurzerhand zu einer Militärbasis umgebaut hatte. Im Grunde fanden sich in dem hellen Raum jetzt nur mehr Tische, Karten und ein hölzerner Plan von Sarma und Umgebung, auf dem man Figuren hin und her rücken konnte. Auf Zierpflanzen, kleine Brunnen oder die ablenkenden Statuen halbnackter Göttinnen hatte man hier bewusst verzichtet.
Die Sklaven setzten die Sänfte ab und hoben Darak in einen der Stühle, die rund um den Kartentisch herum standen. Anschließend zogen sie sich zurück, ebenso wie Muhammad, der sich zuvor noch einmal tief verneigte. Interessanter als die Einrichtung waren die Anwesenden im Strategieraum. Natürlich befand sich Khan ben Issam unter ihnen. Er stand über den Kartenplan gebeugt da, schob bereits einige der Figuren umher, schien sich aber noch lange nicht sicher zu sein. Er schaute nicht einmal auf, als man Darak herein brachte, sondern grüßte mit nur einem einzigen Wort: "Befreier."
Neben ihm stand eine schlanke, trainierte Gestalt, das blonde Haar zu einem Zopf zurückgebunden. Auch sie hielt den Blick über die Karte gebeugt, im Gegensatz zu Khan hob sie jedoch den Kopf und schenkte Darak ein Nicken. Ihre braunen Augen glitzerten. Sie richtete sich auf und stolzierte um den Tisch herum. Die Lederrüstung barg wie immer nur das Nötigste: Becken- und Brustbereich. Das Schwert an ihrer Hüfte glänzte und das Licht des Tages, welches durch die halbrunden Fenster fiel, erhellte ihr blau tätowiertes Gesicht. Offenbar hatte Darak nicht als einziger daran gedacht, die Amazone hinzuzuziehen. "Es tut mir leid, Darak. Ich weiß, ich habe versprochen, auf Lilith zu achten, aber ich kann unmöglich still neben ihr sitzen, wenn ich weiß, dass eine Schlacht bevorsteht. Sarma ist nicht meine Heimat, aber ich will die Frauen dieser Stadt schützen." Constanze blickte ihn entschlossen an. Dann wurden ihre Züge weicher. "Lilith geht es besser. Sie ist bei den Wüstendieben und lernt Bauchtanz. Es tut ihr gut, einmal an nichts denken zu müssen, das sie derzeit belastet."
Ein Schnauben kam aus einer anderen Ecke des Raumes, denn Amazone Constanze und General Khan waren nicht die einzigen hier. Da fehlte noch die dritte und letzte Person. Es war ein Dunkelelf, eindeutig. Man erkannte ihn sofort an der Hautfarbe, die seinem Volk den Namen gegeben hatte. Fast schwarz schimmerte sie und nur die Peitschennarben, von denen einige noch offen waren, glänzten heller. Weißes Haar fiel über spitze Elfenohren und einen düsteren, aber gehorsamen Blick. Er hatte sich offenbar bereits in sein Schicksal ergeben, das ihn hier sogar körperlich an den Stuhl fesselte. Die Füße waren mit Stricken an die Stuhlbeine gebunden worden, die Hände hielt man hinter dem Rücken in Eisenketten, welche durch eine dicke Gliederkette zu einem Eisenkragen am Hals führten. Der Elf musterte Darak finster, sagte aber kein Wort.
"Das ist ein gefangen genommener Soldat der dunklen Armee. Er wird uns Informationen über die Strategien und Taktiken aus seinen Reihen liefern. Ich habe ihm im Gegenzug zugesichert, dass er am Leben bleiben darf. Wir werden ihm anschließend nur Hände und Zunge abschneiden, damit er keine Möglichkeit mehr hat, sich zu verständigen. Das verhindert, dass er unsere Pläne verrät, sollte er es wagen zu fliehen."
"Er wird es nicht wagen, Khan", sagte Constanze eiskalt. Ihr Blick ruhte auf dem Schritt des Elfen. Ihre Methoden ihn gefügig zu machen, würden vermutlich eher fruchten. Kein Mann wollte ein Leben entmannt weiterleben, wenn er nicht musste.
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 4. Dezember 2011, 11:11

Cattie war nicht nur ein besonders wertvolles Huhn, sondern auch ein Privilegiertes. An der Seite der Befreiers von Sarma war es ihr wohl als einziges Huhn Celcias gestattet an dessen Seite an folgeträchtigen und wichtigen Sitzungen teilzunehmen. Darak schleppte sein Huhn ja überall mit, dies war vermutlich unter den Reihen der Sarmaer bereits bekannt. Man konnte es als einen Tick werten, einer sonderbaren Neigung, vielleicht machte sich der eine oder andere Befreierkritische Geist sogar darüber lustig, aber dies war Darak bekanntermassen ziemlich egal.

Er kraulte sein Huhn, erwiderte ihr Schnäbeln mit seinem grossen Finger. „Und Muhammad… besorg mir bitte ein paar Körner für meine Cattie…“ Normalerweise hatte er ja immer was für sie dabei aber die Umstände der letzten Tage hatten ihm dies nicht ermöglicht.

"Denken wir erst einmal nicht an Heiler" Darak blickte verbissen auf sein Knie. Bei ihm war nur eines kaputt gegangen. Es war sein damals „gutes“ Bein welches nun in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Heilung würde andauern auch wenn nun die Bedingungen viel besser waren als damals in den Minen wo er nur sehr rudimentär von den Wächtern zusammengeflickt worden war. Er schüttelte sich. Er wollte diese vergangene Zeit sicherlich nicht vergessen, denn sie diente als Mahnmal für seine damaligen Taten und jene die darauf gefolgt waren, aber er wollte sich auch nicht täglich daran erinnern müssen. Denn sobald er an die Mine dachte folgte eine böse Erinnerung auf die andere. Er hatte erst kürzlich wieder Folter und Gefangenschaft erlebt und so wirkten diese Erinnerung wie Salz auf die noch immer offenen Wunden seiner Seele. Er schüttelte sich. Also liess er es besser sein. Er liess sich nicht anmerken wie sehr er unter dem was in der stillen Kammer geschehen ist litt. Wie sehr er sich vor einer erneuten Gefangenschaft durch die Dunkelelfen fürchtete.

"Ich habe Alma. Du wirst dich gebührlich genug um mich kümmern. Ich bezahle dich auch - aus der Staatskasse, wenn es sein muss." Darak nickte und musste schmunzeln. Bezahlen, dass war sicherlich das Zauberwort für die dicke Heilerin. Wie oft hatte sie sich bei ihm beschwert dass er es eben nicht tat. Eigentlich hatte sie damit ja auch recht. Ohne ihre Dienste wäre er schon längstens ein kompletter Krüppel, wenn nicht sogar gestorben.

Doch alle hier im Raum waren sich sicherlich bewusst, dass sie vielleicht eine Schlacht gewonnen hatten, aber noch lange nicht der Krieg. Sarma war umgeben von Feinden. Eine Invasion stand vermutlich kurz bevor. Sie mussten sich sputen, sich reorganisieren und die grosse Insel zu einer Festung machen, wollten sie überleben. Denn eins war zumindest für Darak klar. Sollten die Dunkelelfen hier den Sieg erringen, würden sie sich für die Schmach ihres toten Führers brutal rächen.
Kriegsvorbereitungen mussten also getroffen werden und der „Befreier“ wollte sich aktiv daran beteiligen. So liess sich Darak von den Sklaven hochheben und in den Strategieraum bringen. Darak sah sich um. Er nickte Khan zu, blickte schliesslich zu Constanze. Sie hatte sich in Schale geworfen. Ihre Lederrüstung angezogen und präsentierte sich ihm in voller amazonischer Kriegsmontur. Sie war wahrlich eine Frau die zu einem Seitensprung einlud… na ja wenn man ihre politische und geschlechtliche Einstellung vernachlässigte. Er lächelte und nickte ihr zu.

"Es tut mir leid, Darak. Ich weiß, ich habe versprochen, auf Lilith zu achten, aber ich kann unmöglich still neben ihr sitzen, wenn ich weiß, dass eine Schlacht bevorsteht. Sarma ist nicht meine Heimat, aber ich will die Frauen dieser Stadt schützen." Er winkte ab. „Ich bin froh bist du hier Constanze, wir brauchen jeden fähigen Krieger für den bevorstehenden Kampf! Es geht nicht nur um Sarma als Stadt, als Nation, sondern um unser aller Leben.“ Er biss sich auf seine Lippen. Senkte sein Haupt. Es war klar an wen er gerade dachte.

"Lilith geht es besser. Sie ist bei den Wüstendieben und lernt Bauchtanz. Es tut ihr gut, einmal an nichts denken zu müssen, das sie derzeit belastet." Er nickte. „Danke.“ Diese Meldung beruhigte ihn. Sie würden reden müssen, würden einiges klarstellen müssen. Darak Luthrokar war ein Mann der es einfach nicht lassen konnte üer den einen oder anderen Schoss zu rutschen. Doch in seiner Liebe war er ihr eigentlich immer treu gewesen. Man durfte nicht vergessen dass Darak Luthrokar einen grossen Teil seines Lebens in der Schwarzen Spinne verbracht hatte und dort auch so ziemlich alle Mädchen ausprobiert hatte. Der vielfältige Sex gehörte zu ihm wie sein gehörnter Helm. Natürlich war dies für eine Frau emotional sehr schwer zu verstehen und er selbst wusste auch nicht wie er reagieren würde, wenn sie das gleiche täte. Er blickte zu Constanze. Wenn sie es wäre würde er es noch zulassen. Lilith sollte auch ihren Spass haben und wenn sie auf die Liebesdienste einer Frau nicht verzichten wollte, warum sollte er ihr dann im Weg stehen?

Doch nun war wirklich nicht der Moment um an sowas zu denken. Darak vernahm ein Schnauben und blickte in die Ecke wo der Dunkelelf hockte. Seine Augen verengten sich zu schlitzen. „Diener… einen Stock…“ Er wollte stehen, wollte um die Karte herumgehen wie die anderen auch und da war es ihm auch egal wenn Alma ihn dafür schelten würde. Ausserdem wollte er vor dem Feind stark erscheinen.

"Das ist ein gefangen genommener Soldat der dunklen Armee. Er wird uns Informationen über die Strategien und Taktiken aus seinen Reihen liefern. Ich habe ihm im Gegenzug zugesichert, dass er am Leben bleiben darf. Wir werden ihm anschließend nur Hände und Zunge abschneiden, damit er keine Möglichkeit mehr hat, sich zu verständigen. Das verhindert, dass er unsere Pläne verrät, sollte er es wagen zu fliehen." Darak funkelte ihm entgegen. Erwiderte dessen düsteren Blick. „Nein. Er soll leben… und er soll unbeschadet Leben, hier in der Sklaverei. Warum schaffen wir ihn nicht an einen Ort wo er von den anderen Dunkelelfen nicht gefunden wird und ermöglichen ihm ein würdiges Leben.“ Darak Luthrokar, der Foltermeister wurde plötzlich zum humanist? Nein, er selbst würde den Kerl am liebsten gleich sofort aufknüpfen und ihm beim verrecken zusehen. Doch er kannte die Dunkelelfen. Selbst unter stärkster Folter hielten diese dicht, also musste man vielleicht andere Anreize schaffen. „Wir können ihm nicht drohen indem wir ihm die Zunge, die Hände oder den Schwanz abschneiden… denn er weiss was ihm droht sollte er in die eigenen Reihen zurückkehren. Sie werden ihn ausquetschen wie eine Zitrone und wenn er dann alles gesagt hat was er weiss, werden sie ihn töten, besonders wenn er keine Hände und keine Zunge mehr hat. Dann ist er für sie nicht mehr von Bedeutung. Darum soll er würdig leben, damit er auch persönlich einen Grund hat uns zu helfen… vielleicht zahlte sich nun die arbeit als Foltermeister im positiven Sinne aus. „Soll er ein Halsband der Züchtigung kriegen. Lösen wir es bei ihm bereits zweimal aus so dass er genau weiss was ihm blüht sollte er auch nur an Flucht denken! Ausserdem könnten wir seinen linken Fuss zertrümmern damit er nicht wegläuft…“

Er blickte den Dunkelelfen an. „Glaub mir, damit lässt sich leben… was hältst du von meinem Angebot Dunkelelf? Berichte was du weisst. Wie gross ist die Truppenstärke im Umland? Wie viele Schiffe umfasst eure Flotte hier vor Sarma? Welche Waffen nutzt ihr? Wie viele Orks und Wargs zählt ihr in euren Reihen? Verfügt ihr über BElagerungsgerät in Andunie? Wer führt die neuen Truppen an? SPRICH!“

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 8. Dezember 2011, 01:30

Ach, hätte Darak doch nur bereits wieder laufen können! Er wäre sicher aus dem Palast und ins Stadtinnere marschiert, vielleicht auch zu Vestas Bordell. Es hätte ihm aber ebenso gut getan, einen Abstecher in eine der örtlichen Tavernen zu machen. Das glühende Gasthaus war derzeit das meist besuchte und genau dort wäre es Darak, dem Befreier Sarmas, gut ergangen. Sicherlich hätte er gegrinst über die epische Geschichte, die sie aus seinem eher bedrückenden Aufenthalt als Gefangener Da'rions gemacht hatten. Die Barden der Wüste erzählten sich, wie Darak Luthrokar jedweder Folter entkommen war, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Sie sangen über seinen verschlagenen Plan, sich selbst auszuliefern, um den Wüstendieben Tür und Tor zu öffnen. Natürlich gab es auch Versionen, in denen es die Adligen waren, die mit Darak in Kontakt getreten waren und alles organisiert hatten. Aber jede Heldenballade an ihn fand eine Stelle der Gemeinsamkeit in ihrer Geschichte. Es war die mutmaßliche Hinrichtung des Befreiers, als er auf dem Stuhl gefesselt da saß und auf sein Schicksal wartete. Dann surrten Finger über die Saiten von Lauten, Harfen oder es schlugen Stöcke auf ein elastisches Trommelfell. Es war der Moment, in dem man glorreich besang, wie sich das Lieblingstier des Befreiers - ein weißes Huhn - für ihn opferte und das gefiel den Göttern. Sie schenkten diesem Huhn neue Kräfte, mit denen es seinen Gefährten befreite, auf dass er Sarma von den Dunkelelfen erlösen konnte. Somit war nicht nur Darak Luthrokar in aller Munde, sondern auch Cattie, das tollkühne und grüne Huhn. Es existierte sogar ein fröhliches Trinklied, bei dem besungen wird, was diese Cattie wohl ist und ob ihr Name in Bezug zu der furchtlosen Piratin stünde.
Ja, die Gerüchteküchen der Tavernen brodelten und Sagen breiteten sich derzeit wie ein Lauffeuer aus. Vielleicht war das aber auch gut so. Es gab dem Volk der Wüstenstadt neuen Mut. Es schenkte ihnen Hoffnung. Sie würden beides brauchen, um mit einer guten Moral in den Krieg zu ziehen, denn dieser stand unweigerlich bevor. Die dunklen Völker würden sich nicht so leicht geschlagen geben.

So kam es, dass Darak sich statt in die nächstbeste Kneipe in den Strategenraum des Palastes bringen ließ. Dort erwartete ihn neben Khan und einem gefangenen Dunkelelfen auch noch Constanze, die Amazone. Sie sah gut aus - entschlossen und kampfbereit. Es blitzte in ihren braunen Augen und man gewann den Eindruck, dass die Tätowierungen auf ihrer Haut im Schein der Kerzen wild leuchteten. Fast so, als flöße durch ihren gesamten Körper dieser Kampfwille. Es war keine schöne Sache, in den Krieg zu ziehen, aber es weckte energetische Lebensgeister bei dieser Frau, wenn sie daran dachte, wofür sie kämpfen würde. Für sarmaer Frauen, für die Amazonen und letztendlich für eine Besondere unter ihnen: für Lilith Blütentau.
Das Verhältnis zwischen ihr und Darak schien sich gebessert zu haben. Nach dem Waffenstillstand, der auf der Schiffsreise sein jähes Ende fand, hatten beide eher eine Art Zweckgemeinschaft gebildet und nur Lilith, die zwischen ihnen stand, hatte alles zusammenhalten können wie eine liebliche Elfenform von Kitt. Nun jedoch war sie nicht anwesend und trotzdem zeigte sich Constanze betont freundlicher. Lag es daran, dass sie gesehen hatte, wofür auch Darak kämpfte? Vielleicht. Allerdings hatte sie auch ein Gespräch mit Vesta geführt, dessen Inhalt dem Gehörnten bislang unbekannt geblieben war. Woran auch immer es lag, sie stand nun locker über den Tisch gebeugt da, erwiderte Daraks Nicken mit einem schrägen Lächeln. Beinahe hätte sie ihn heran gewunken, aber im letzten Moment zog sie die Hand zurück. Er konnte von sich aus nicht laufen. Sie überging es, wie es sonst nur Mitglieder einer tiefen Männerfreundschaft taten.
"Wir reißen diesen verfluchten Dunkelelfen und ihrem Gefolge die Ärsche auf. Danach wirst du mit Lilith sprechen und das zwischen euch klären!" Hatte sie das jetzt wirklich gesagt? Ja und zwar ohne jeglichen Groll. Was bedeutete das für ihre Zukunft, sofern man noch auf eine hoffen konnte? Das war doch schon Grund genug, die Schlacht heil zu überstehen.
"Genug der Verwünschungen!", mischte sich dann Khan ben Issam ein. "Äußert sie, wenn jemand den Beweis erbracht hat, dass sie in Erfüllung gehen." Er zeigte auf die Karte. "Das ist eine zeichnerische Nachbildung der Satdt. Leider ist die Karte nicht auf dem neuesten Stand. Sie dürfte ein oder zwei Jahre alt sein, das jüngste Stück jedoch, das wir auftreiben konnten. Seht ihr diese Mauer nahe des Hafengebietes? Man hat sie vor fast einem Jahr einreißen und Sarma erweitern lassen. Das ist eine eklatante Schwachstelle, denn die neue Mauer ist noch nicht fertig errichtet. Ihr fehlen Wachtürme, die Brüstung ist noch im Bau, aber das Geld der Staatskassen wurde in die Verteidigung des Hafens selbst gesteckt."
"Den werden die dunklen Völker auch angreifen. Oder nicht?" Die Amazone hob den Kopf. Ihr Blick richtete sich nun auf den Gefangenen, der natürlich zum Verhör hier saß. Doch bislang hatte er kein einziges Wort gesprochen. Er ließ den Kopf hängen, spähte nur vereinzelt finster zu den drei Gestalten auf, die über sein Schicksal entscheiden würden. Vor allem der verhasste Befreier der Wüstenstadt hatte es nun in der Hand.
Im Grunde hielt Darak derzeit weniger sein Leben, als vielmehr einen Stock in der Hand, auf dem er sich abstützen und so halbwegs stehen und gehen konnte. Das Bein schmerzte, das Knie begann zu pochen - er kannte die Symptome. Alte Erinnerungen an seine Zeit in den Minen, als es ihm ähnlich ergangen war. Er wusste nur zu gut, was da mit seinem Bein nicht stimmte, konnte aber aus Erfahrung sprechen, wie lange er es würde belasten können. Und diese Grenze war noch nicht erreicht.

Sichtlich überrascht hob der Elf den Kopf, als Darak ihm mehr als ein Leben als stummer Krüppel zugestehen wollte. Barmherzigkeit war nichts, was einer wie er von seiner Heimat her gewohnt war. Schwächen wurden sofort getilgt, denn Morgerias Bürger zeigten sich gern als Kette ohne schwache Glieder. Und jemand, der dem Feind Informationen preisgab - ob unter Folter oder nicht - war mehr als nur ein Schwachpunkt. Er war ein Verräter, der nicht mehr getötet gehörte. Jedenfalls nicht sofort. Morgeria verlangte in diesem Fall Leid und Qualen. Da standen dem Dunkelelfen hier in Sarma bessere Zeiten bevor, wenn er jetzt sprach. Das machte ihm auch Darak sehr deutlich.
Er musterte diesen Mann. Diesen Kerl, den Befreier, den sie in die Stille Kammer hatten sperren lassen, soweit er richtig informiert gewesen war. Er wirkte kein bisschen wahnsinnig. Was musste das für ein zäher Brocken sein und doch galt es als schändlich, sich von einem Menschen besiegen zu lassen.
"Bist du sicher, sie würden ihn nicht finden?" Constanze wirkte nicht überzeugt. In dieser Hinsicht teilte sie sogar die Meinung des Elfen, aber der sprach noch immer kein Wort.
"Uninteressant", meinte der Kriegsveteran. "Was der Befreier sagt, hat seinen Reiz. Vor allem die Strafe durch das Halsband der Züchtigung wird helfen. Und wenn er sich gut mit uns stellt, wird er selbst als Sklave unter dem Schutz der sarmaer Stadtwache stehen. Das ist mein Gebiet. Ich erteile die Befehle und darauf kann sich selbst ein kleiner Drecksack wie er verlassen." Khan trat mit ausholenden Schritten bis an den Dunkelelfen heran. Er hob die rechte Hand, verpasste dem Kerl eine Ohrfeige, die er nicht so schnell vergessen würde. Khan trug seine Kettenhandschuhe.
Der Dunkelelf keuchte, Blut rann sofort aus seinem Mundwinkel. Er drehte den Kopf zur Seite, damit er niemanden anschauen musste.
"Vielleicht ... sollten wir dem Männchen doch etwas abschneiden", murmelte Constanze gedankenverloren vor sich hin. Darak ging in die Offensive und endlich erwiderte der Gefangene seinen Blick. Noch immer funkelte der eigene düster, aber wer konnte es ihm verübeln? Er würde statt Zunge und Händen die Fähigkeit zu laufen verlieren. Er würde leiden, heil kam er aus der Sache nicht heraus. Er spuckte aus. Ein blutiger Zahn landete vor Daraks Füßen. "Meine Lage wird sich durch Euer Angebot nicht bessern, Mensch. Ihr schiebt es nur auf. Sie werden kommen und eure Stadt zerschlagen. Sie werden sich mit mehr als Versklavung, schnellen Toden oder Stillen Kammern rächen. Erinnert Ihr Euch an die Folter, an die Finsternis? Was Ihr erlebt habt, war nur ein Vorspiel dessen, was Sarma nun bevorsteht. Mein Volk wird niemanden mehr verschonen. Euch nicht ... und mich nicht. Also schiebt Euch Euer Angebot dorthin, wo die Sonne Eures Gottes nicht scheint! Ich werde sterben, dann kann es auch jetzt sein." Und wieder verfiel der Elf in Schweigen.
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 11. Dezember 2011, 01:20

"Wir reißen diesen verfluchten Dunkelelfen und ihrem Gefolge die Ärsche auf. Danach wirst du mit Lilith sprechen und das zwischen euch klären!" Darak starrte Constanze überrascht an. Sein Einsatz für Sarma hatte wohl tiefen Eindruck bei der Amazone hinterlassen. Er nickte ihr dankbar zu. Verstand sehr wohl die Botschaft hinter ihren Worten. Vielleicht würde sich aus diesem einstigen Waffenstillstand doch noch sowas wie eine tiefe Freundschaft herauskristallisieren… auch wenn dies kaum vorstellbar war. Man durfte nie vergessen, dass Darak Luthrokar, der Sklaventreiber Sarmas, sie und ihre Schwester in die Sklaverei verkauft hatte… ihre Schwester hatte es nicht überlebt. Diese Schuld war nicht von sich zu weisen und diese Erinnerung würde wohl an ihm haften bleiben solange Constanze ihn ansah, mit ihm verkehrte. Denn es war unwahrscheinlich dass die Amazone den Verlust ihrer Schwester, ihrer leiblichen Schwester, je würde vergessen noch würde verziehen können.
Doch die aktuelle Situation erfordert es nur in der Gegenwart zu bleiben und ausschliesslich an die Zukunft zu denken. Denn Krieg stand bevor.

"Genug der Verwünschungen!" Es war der Veteran der die beiden wieder in die Realität zurück beorderte. Darak nickte und humpelte näher zum Tisch heran. "Äußert sie, wenn jemand den Beweis erbracht hat, dass sie in Erfüllung gehen." „Es wird“ Brummte Darak entschlossen und blickte Kahn ben Issam direkt an. Dann folgte er seinem Fingerzeig und blickte auf die Karte. Sie war nicht schlecht, vielleicht etwas veraltet aber dennoch ziemlich Detailliert. Sie war besser als keine. „Wir brauchen auch eine der ganzen Insel…“ Brummte er. Er wollte verhindern dass die dunklen Horden auf der Insel selbst überhaupt landen konnten und eine Basis errichten konnten welche sie regelmässig mit Nachschub beliefern würden. Einer solchen Belagerung würden sie nicht standhalten können. Viele der arbeitenden Bevölkerung kam schliesslich bei der Übernahme schon ums Leben. Die Wirtschaft Sarmas lag am Boden und sie hatten nicht die Zeit sie sorgsam wieder aufzurichten. Alles was nun die nächsten Wochen folgen würde wäre reinste Kriegsmaschinerie. Sie würden das Essen rationieren müssen, Kleidung, Waffen… Sklaven…
"Das ist eine zeichnerische Nachbildung der Satdt. Leider ist die Karte nicht auf dem neuesten Stand. Sie dürfte ein oder zwei Jahre alt sein, das jüngste Stück jedoch, das wir auftreiben konnten.“ Er musterte die Karte der Stadt mit ihren verwinkelten Gassen, düsteren Hinterhöfen, den Prunkgärten den grossen Villen, den Armenbaracken… Sarma hatte so viele Gesichter. Die Badehäuser, der Basar, die Marktplätze, der Hafen.

“Seht ihr diese Mauer nahe des Hafengebietes? Man hat sie vor fast einem Jahr einreißen und Sarma erweitern lassen. Das ist eine eklatante Schwachstelle, denn die neue Mauer ist noch nicht fertig errichtet. Ihr fehlen Wachtürme, die Brüstung ist noch im Bau, aber das Geld der Staatskassen wurde in die Verteidigung des Hafens selbst gesteckt." Sie waren vermutlich gar nicht genug Mann um die bestehenden Türme zu bestücken. Er blickte zu Kahn auf, dann zu Constanze.
"Den werden die dunklen Völker auch angreifen. Oder nicht?" Darak knurrte. Blickte ebenfalls finster zu dem Dunkelelfen hin.

"Bist du sicher, sie würden ihn nicht finden?“ „Und wenn schon, ich habe nicht vor ihn bei der ganzen Planung dabei sitzen zu lassen, ihr etwa schon?“ Er blickte zwischen Kahn und Constanze hin und her. „Entweder er hat uns was zu berichten… und geht auf das Angebot ein… oder aber er ist ein Narr… oder eben nur ein unbedeutender kleiner Soldat, der ohnehin nichts weiss.“ Nun griff Darak gezielt das Ehrgefühl des Dunkelelfen. Das Ego dieser Spezies galt ja als ziemlich hoch und wichtig.
"Was der Befreier sagt, hat seinen Reiz. Vor allem die Strafe durch das Halsband der Züchtigung wird helfen. Und wenn er sich gut mit uns stellt, wird er selbst als Sklave unter dem Schutz der sarmaer Stadtwache stehen. Das ist mein Gebiet. Ich erteile die Befehle und darauf kann sich selbst ein kleiner Drecksack wie er verlassen." Darak nickte. „Ihr seid ein ehrbarer Mann werter Kahn. Ich bin froh euch als starke Hand als Herrscher von Sarma zu wissen.“ Auch Darak gab natürlich in der Öffentlichkeit den Schein dass Kahn und der junge Omar die Stadt regierten. Ungerührt sah er dem Kriegsveteranen dabei zu wie er auf den Gefangenen zutrat und ihm eine heftige Ohrfeige verpasste. Er grinste. Er war Foltermeister damit auch Sadist… ihm musste ein solcher Anblick gewisse Freuden bereiten, diese war sicherlich nicht so ausgeprägt wie bei Valrock aber er trug dieses Grausame in sich, was Lilith ja schmerzlich erfahren hatte.
"Vielleicht ... sollten wir dem Männchen doch etwas abschneiden", Darak legte den Kopf schief. „Vielleicht ja…“ Meinte er nachdenklich. „Liegt ganz bei ihm.“

"Meine Lage wird sich durch Euer Angebot nicht bessern, Mensch. Ihr schiebt es nur auf. Sie werden kommen und eure Stadt zerschlagen.“ Darak schnaubte. Kam deutlich langsamer als Kahn auf den Gefangenen zu. „Das werden wir noch sehen!“ Keifte er dem Gefangenen entgegen. Er mochte diese entmutigenden Parolen nicht hören.
“Sie werden sich mit mehr als Versklavung, schnellen Toden oder Stillen Kammern rächen. Erinnert Ihr Euch an die Folter, an die Finsternis?“ Darak riss seine Augen auf. Ein heikles Thema, frische Wunden in welche der Dunkelelf gerade Salz streute, war dies geschickt? Er starrte den Gefangenen düster an. So vernichtend, dass es seinem Blick glich den er beim Mord an dem Dunkelefenfürsten gehabt hatte.

“Was Ihr erlebt habt, war nur ein Vorspiel dessen, was Sarma nun bevorsteht. Mein Volk wird niemanden mehr verschonen. Euch nicht ... und mich nicht.“ Er legte seinen Kopf schief. Dieser Elf dachte also nichts mehr zu verlieren zu haben. “Also schiebt Euch Euer Angebot dorthin, wo die Sonne Eures Gottes nicht scheint! Ich werde sterben, dann kann es auch jetzt sein." Er verstand die letzten Worte nicht… aber er beugte sich zu dem Gefangenen hin. „Ich… Gefangener… bin der Ort wo die Sonne unseres Gottes nicht hin scheint.“ Als Verdammter konnte er dies gut und gern von sich behaupten. „Du willst einem Mann, der gerade seiner fünften Hinrichtung entkommen ist was von der Unabwendbarkeit des Schicksals erzählen?! „Ob du nun sprichst oder nicht, Elf… „ Er vermeid es bewusst ihn dunkelelf zu nennen… „deine Strafe wird sein zu Leben… und weil du dich so kooperativ zeigst gestehe ich der Amazone dein rechtes Ei zu… glaub mir, die Schält dir jenes aus deinem Sack wie eine Eiskugel und zerquetscht es dann wie eine verdammte Nuss. Nicht wahr Constanze?“ Er grinste diabolisch der Amazone zu ehe er sich wieder an den Gefangenen wandte. „Du hast dein Schicksal jederzeit selbst in der Hand. Überlege schnell Dunkelelf. Eins sei dir gewiss… der Tod ist uns allen Sicher, doch du hast es nun in der Hand wie dieser sein sollte… sicherlich… fällt Sarma wirst du vermutlich von deinem eigenen Volk entehrt… beleidigst du uns weiter riskierst du an den Eiern aufgeknüpft und an einem Kamel durch die Wüste gezogen zu werden… wenn du aber Sprichst… kann es sein dass du dem Tode nochmals von der Schippe springst und als alter, sehr alter, freigekaufter Sklave irgendwo in Celcia stirbst. Also sprich… oder Schweige.“

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 15. Dezember 2011, 16:46

Constanze erwiderte Daraks Blick, ohne jegliche Regung. Sie schaute allerdings sehr eindringlich. Er würde das tun, was sie ihm eben vorgegeben hatte. Andernfalls bekäme er wohl Ärger auf höchstem Niveau mit ihr. Die Amazone konnte ein harter Brocken sein und bei weitem gefährlicher als eine ganze Horde des dunklen Volkes. Es war in den meisten Fällen besser, sie nicht zu verärgern. Aber wer wollte das schon, bei solch einem Anblick? Sie war verboten hübsch und jede Sünde wert - genauso wie Lilith oder Vesta. Darak besaß eindeutig zu viele weibliche Freunde. Sie brachten ihn allesamt unnötig in Versuchung; abgesehen von Alma vielleicht, dafür war die dicke Heilerin ihm wohl eine der engsten Freundinnen. Eine vertraute Matrone, vielleicht in gewisser Hinsicht sogar eine Mentorin. Auf jeden Fall ein gewaltiger - sehr gewaltiger! - Fels in jeder Brandung, die versuchte, ihm den Boden unter den Füßen wegzuspülen.
Und wie stand Constanze letztendlich zu ihm? Wie viel Freundschaft steckte hinter ihren Worten? Sie schienen erneut einen Waffenstillstand erzeugt zu haben. Amazone und Befreier kämpften gemeinsam um eine Stadt, die ihnen beiden vertraut war. Darak hatte wohl mehr gute, dafür umso drückendere schlechte Erinnerung an Sarma. Wie stand es um Constanze? Er wusste, was er ihr angetan hatte, indem er sie und ihre Schwester an einen Sultan dieser Stadt verkauft hatte. Sie hatte ihm erzählt, was diese Erinnerungen aus ihr gemacht hatten. Sarma hatte sie beide geprägt, aber inwieweit würde Constanze von ihren Erinnerungen abkommen und sich lösen können? Die eigene Schwester, ihr Verlust durch finstere Männer und die Schuld, die Darak daran trug, ließ sich nicht einfach so vergessen. Vielleicht wollte sie dies auch gar nicht. Es würde bedeuten, ihr Geschwisterchen zu vergessen. Das letzte Stück Familie, das ihr geblieben war, bevor sie sich den Amazonen angeschlossen hatte. Und jetzt hatte sie Lilith, die ihr im Grunde mehr als eine Schwester geworden war. Und wieder könnte Darak dafür sorgen, dass man sie ihr weg nahm. Brauchte man sich denn dann noch zu wundern, weshalb sie und er miteinander nicht so konnten wie man meinen sollte?
Aber nun hatte es offenbar diesen Sinneswandel bei der Amazone gegeben. Von welcher Dauer würde er sein? Die Zukunft allein wusste es, würde es zeigen, sobald der richtige Zeitpunkg gekommen war. Bis dahin sollte Darak einfach nur froh sein, dass sie wahrhaft an seiner Seite stand. Dass sie sich um ihn und auch um Lilith kümmerte.

Khan ben Issam wanderte einmal um den Tisch herum. Er schnappte sich eines der zusammengerollten Pergamente, hob es hoch und durchtrennte das kleine Band, welches das Stück Papier zusammengerollt gehalten hatte. Schon entfaltete er eine weitere Karte, legte sie neben die erste und nutzte eine Zinnfigur, sowie einen kleinen, aber hübsch geschliffenen Stein als Beschwerer. "Hier habt Ihr Eure Karte, Befreier", kommentierte er. Man konnte Belfa erkennen. Ringsum war das Meer, herrlich verziert mit kleinen Seemonstern, Schiffen und ein Kompass gab die Richtung vor. Auf der Insel selbst waren sowohl Sarma, die Weiten der Wüste Sar als auch das Waldgebiet des Balarus verzeichnet. Jemand hatte eine Randnotiz neben die unzähligen kleinen Bäume gekritzelt. Sie besagte, dass sich irgendwo in den Tiefen des Forstes ein Dorf befand. Eine weitere Notiz war quer über den Wüstenbereich geschrieben worden, in Sendli: Echsen, Nomaden? Kein Dorf bekannt.
"Auch diese Karte ist nicht neu. Genauer gesagt, ist sie noch älter als die der Stadt. Aber eine Insel verändert sich nicht allzu schnell." Khan blickte auf. Er fixierte den gefangenen Dunkelelfen finster. "Nicht, solange man die Gefahren abhält, die den Frieden stören." Der Elf erwiderte nichts, außer dem Blick. Er schaute jedoch gleichgültig, wenn auch weiterhin eine düstere Note in seinen Augen zu erkennen war. Khan brach den Blickkontakt ab. Was sollte er sich um das dunkle Individuum kümmern? Das stand derzeit nicht im Mittelpunkt. Er wandte sich Darak zu: "Ich weiß, was Ihr denkt, aber in der Wüste werden sie kaum eine anständige Basis errichten können. Kaum Überlebenschancen, für eine Armee erst recht nicht. Außerdem gibt es zu viele Sandstürme, um sich dort etwas auf Dauer aufzubauen. Trotzdem bleibt es mir ein Rätsel, wie sie den ersten Angriff von Landseite aus hatten erfolgreich führen können. Sie konnten unmöglich in der Wüste stationiert gewesen sein!" Er zeigte auf das Waldgebiet. "Hier werden sie sich ausbreiten, falls sie überhaupt einen Sammelpunkt errichten wollen. Geschützt und weit weg genug von Sarma, um die Truppen auszubauen. Ihnen stünde nur ein Dorf von Förstern und Holzfällern gegenüber." Er schüttelte den Kopf. Um die Bewohner Balars konnte sich Sarma derzeit nicht kümmern. Man besaß selbst zu wenig Einheiten, die wirklich noch etwas bewirken konnten. Zum Glück waren noch einige Amazonen im Hafen vor Ort. Der General unterbrach seine Rede. Erneut suchten seine Augen den Gefangenen. Dieser hatte bisher alles mitgehört. Es wäre im Grunde mehr als gefährlich, ihm nun eine Freiheit als Sklave zu versprechen. Vielleicht sollten sie ihn töten, sobald alles aus ihm herausgequetscht worden war. Aber Khan war kein solcher Mann. Er glaubte an Lysanthor und somit an Gerechtigkeit. Er würde auf Daraks Vorschlag eingehen, diesen Dunkelelfen zu verschonen, wenn er mit den richtigen Informationen auspackte. Bisher zeigte sich der Kerl jedoch mehr als stur. Allerdings besaß der Kriegsveteran eigene Bedürfnisse und es reizte ihn, gewisse Dinge anders anzupacken als andere. Daher entgegnete er, noch ehe Constanze etwas auf Daraks Frage erwidern konnte: "Er wird hier bleiben und sich die gesamte Kriegsplanung mit anhören." Zum wiederholten Mal huschten die dunklen Augen des Veterans zu seinem Gefangenen. Dieser runzelte die Stirn, schaute zum ersten Mal verwirrt drein. Der General nickte zufrieden. "Er bleibt, wird zuhören und zu einem Sklaven Sarmas, wenn er etwas Informatives preisgibt. Danach kann er sich beweisen, indem er unsere Güte nicht missbraucht."
"Haltet Ihr das für klug?", fragte die Amazone, aber Khan wischte mit seiner Hand durch die Luft. "Ich bin einer von zwei Stadtherrn geworden. Diese Entscheidung steht fest. Sollte der Elf uns verraten, haben wir nie wieder einen Grund, seiner Art auch nur ansatzweise zu vertrauen. Dann lässt sich ein Gesetz verhängen, sie alle blindlings abzuschlachten, wenn es sein muss."
"Wir werden keinen Grund mehr haben, ihnen zu vertrauen, weil wir vielleicht alle tot ..."
"Genug! Sehen wir, ob sich aus dem Elfen etwas herauskitzeln lässt." Khan wandte sich um. Er wurde jedoch selbst nicht aktiv. Dafür war schließlich Darak anwesend. Der Befreier wusste, wie man mit Dunkelelfen umzugehen hatte. Und Darak stellte sich von Anfang an ziemlich gut an. Er provozierte den Elfen durch die Blume hindurch, griff seinen Stolz an. Dunkelelfen besaßen ein hohes Selbstbewusstsein. Sie ließen sich ungern klein reden, auch dieser hier nicht, wie sich zeigte. Er knurrte über Daraks Worte, blaffte ihm irgendein Schimpfwort auf Lerium entgegen - aber leider sagte er sonst immer noch nichts von Bedeutung. Wollte er sein Leben so einfach wegwerfen? Er provozierte zurück - vor allem bei Darak traf er einen wunden Punkt. Die Stille Kammer. Noch immer hatte der Gehörnte mit niemandem darüber gesprochen. Er hätte es tun sollen, sich vielleicht bei Alma oder Vesta aussprechen sollen. Dann hätten ihn die Worte des Soldaten nun bestimmt nicht derart getroffen. Der Elf verengte seine Augen etwas, wo sich Daraks weiteten. Er hatte den Schreck im Blick des anderen bemerkt. "Muss schlimm gewesen sein, so ganz allein in absoluter Schwärze. Man hört nur sich selbst und fragt sich irgendwann: war ich das? War das Geräusch echt, meine Stimme, meine Worte? Täusch mich nicht, Mensch. Der Wahn hat dich eingeholt und er wird wiederkommen. Hast du schon versucht, zu schlafen?" Ein Grinsen legte sich auf die dunklen Lippen. "Hast du Stimmen gehört? ARHHHGGHHHH!"
Ein weitere Ohrfeige. Dieses Mal nicht von Khan. Constanze schüttelte ihre Faust aus. Sie sagte nichts, zückte nur einen kleinen Dolch, der bislang verborgen gewesen war. Gezielt rammte sie ihn zwischen die Beine des Gefangenen - haarscharf an dessen Hosenstoff vorbei. Er sog hörbar die Luft ein. Jetzt war es an ihm zu starren. "Nochmal eine solche Bemerkung und..." Constanze ließ den Satz unvollendet. Sie zog den Dolch aus dem Holz des Stuhls, nahm neben Khan Aufstellung. Somit übergab sie das Szepter zurück an Darak. Er setzte mit Drohungen fort und jetzt, da Constanze bereits gezeigt hatte, dass sie Daraks Worte durchaus in die Tat umsetzen würde, wurde es dem Dunkelelfen doch sichtlich bange. Seine Wangen verblassten ein wenig. Er schluckte. Ja, um männliche Körperteile hatte jeder Mann Angst. Immer.
Er ließ den Kopf hängen, dass die weißen Strähnen seiner Haare sein Gesicht wie ein Vorhang verdeckten. Die Ketten seiner Fesselung klimperten leicht, als er sich etwas bewegte. "Also gut." Pause. Constanze wollte schon vortreten, als er endlich zu sprechen begann: "Ich weiß nicht, wie viele kommen werden, aber rechnet mit einer Armee aus mindestens 1000 Mann. Vermutlich werden es mehr sein, wenn sich Piraten und die Menschen dieses verlausten Königreiches haben überreden lassen, mitzuziehen. Die Goblins haben uns Kriegsgerät gebaut. Es wird per Schiff kommen, wie sämtliche Einheiten. Da Andunie gefallen ist, können Truppen schnell nachrücken. Man wird Sarma belagern, bis euch Männer oder Vorräte ausgehen. Von Landseite wird das dunkle Volk stets mit frischen Truppen neu bestückt werden." Noch einmal eine Pause. Dann: "Ihr habt keine Chance, Menschen."
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 18. Dezember 2011, 23:54

Darak humpelte zwischen den beiden Karten hin und her. Nicht das beste Material aber immerhin hatten sie Karten. Die Insel war ziemlich gross im Verhältnis zu den Truppen die sie vermutlich noch hatten. Darak würde sich erst über die effektive Truppenstärke bei Kahn informieren müssen. Immer wieder fuhr er über die dicken Mauern welche das Sultansviertel umfasste. Dieser Teil der Stadt war am besten geschützt. Doch das ganze Hafenviertel war offen und führte direkt in die Stadt hinein. Man hatte wohl eher damit gerechnet die Echsen aus der Wüste würden der Stadt gefährlich werden als Mächte aus Übersee.
"Auch diese Karte ist nicht neu. Genauer gesagt, ist sie noch älter als die der Stadt. Aber eine Insel verändert sich nicht allzu schnell." Er nickte. Wissen wir inzwischen etwas über mögliche Dörfer und Völker in der Wüste? Sie könnten Verbündete werden… Er sprach absichtlich Sendli, wollte es dem Dunkelelfen ja dann doch nicht all zu leicht machen. “Wir können jeden Mann gebrauchen.“ Das Problem war nur, dass Constanze ihn so auch nicht verstehen konnte. Er blickte zu ihr auf. „Was ist mit den Amazonen, Constanze. Welche Informationen hast du bezüglich Xytras?“

"Nicht, solange man die Gefahren abhält, die den Frieden stören."

„Ganz Celcia steht unter Beschuss, werter Kahn… aber Sarma wird nicht fallen!“ Meinte er entschlossen. Unterstützung war von keiner Seite des Festlands zu erwarten, die hatten ihre eigenen Problemen mit dem Heer. Doch Darak wusste auch dass selbst Morgeria nicht unendlich Nachkommen produziert hatte. Sicherlich, Orks, Goblins und Dunkelelfen sowie sicherlich auch gewisse menschliche Gruppierungen bildeten durchaus ein beachtliches Heer, doch auch die Morgerianer würde der Verlust ganzer Truppenverbände schmerzen und zumindest bezüglich Grandessa und Pelgar würde ihnen eine feindliche Übernahme wohl schwer fallen und Verlustreich sein. Darak konnte ja nicht ahnen dass Pelgar bereits gefallen war, diese Kunde hatte das ferne Wüstengebiet noch längst nicht erreicht. Er blickte zwischen Kahn und Constanze hin und her.

"Ich weiß, was Ihr denkt, aber in der Wüste werden sie kaum eine anständige Basis errichten können.“ Er nickte. „Ausser es gibt dort eine nicht Kartographierte Oase, Kahn.“ Er traute diesen Hunden alles zu.
“Kaum Überlebenschancen, für eine Armee erst recht nicht. Außerdem gibt es zu viele Sandstürme, um sich dort etwas auf Dauer aufzubauen. Trotzdem bleibt es mir ein Rätsel, wie sie den ersten Angriff von Landseite aus hatten erfolgreich führen können. Sie konnten unmöglich in der Wüste stationiert gewesen sein!" Er blickte zu dem Dunkelelfen hin. “Schaut ihn euch an, den Gefangenen. Die Rüstung die er Trägt. Ist sie für das Leben auf Hoher See konzipiert, oder würdet ihr in so einer Rüstung Sandstürmen trotzen? Welche Waffen hat man ihm abgenommen? Buschwerkzeug wie man sie in Balar bräuchte... Spiesse um Seeungeheuer abzuwenden, oder Säbel um sich durch die Wüste zu schlagen? Wir müssen uns auch darauf achten was der Dunkelef unbewusst von sich preis gibt… von mir aus lasst sogar seine Scheisse von einem Heilkundigen überprüfen oder bringt ihn zum Kotzen damit wir wissen was er in den letzten Tagen gefressen hat! Fisch, oder doch Wüstenfrüchte? Ich will alles über diesen Kerl wissen!“

"Hier werden sie sich ausbreiten, falls sie überhaupt einen Sammelpunkt errichten wollen. Geschützt und weit weg genug von Sarma, um die Truppen auszubauen. Ihnen stünde nur ein Dorf von Förstern und Holzfällern gegenüber." Darak schaute auf.
“Ein Wald? Ich will ihn ungern roden lassen Kahn, dieser Wald ist für eine mögliche Zukunft der Stadt überlebensnotwendig… aber wir könnten Fallen stellen, rund um den Wald herum, Gruben graben. Pfähle in den Boden treiben. Sümpfe generieren… was meint ihr?“

Kahn drehte sich wieder zu dem Gefangenen um. "Er bleibt, wird zuhören und zu einem Sklaven Sarmas, wenn er etwas Informatives preisgibt. Danach kann er sich beweisen, indem er unsere Güte nicht missbraucht."
Der Befreier nickte. „Wir sind eben nicht wie die.“ Murrte er Constanze zu. „Wir wollen ja nicht eine Schreckensherrschaft durch eine andere ersetzen.“

"Ich bin einer von zwei Stadtherrn geworden. Diese Entscheidung steht fest. Sollte der Elf uns verraten, haben wir nie wieder einen Grund, seiner Art auch nur ansatzweise zu vertrauen. Dann lässt sich ein Gesetz verhängen, sie alle blindlings abzuschlachten, wenn es sein muss." Darak nickte, sah den Gefangenen düster an. „Du siehst…wir geben Dir macht, du verfügst nun über das Schicksal deiner Truppenkameraden…“

"Wir werden keinen Grund mehr haben, ihnen zu vertrauen, weil wir vielleicht alle tot ..." Der Befreier schüttelte den Kopf, es war nicht klug Kahn vor einem Gefangenen zu widersprechen, ausserdem gefielen Darak dessen Methoden durchaus.
"Genug! Sehen wir, ob sich aus dem Elfen etwas herauskitzeln lässt." Der ehemalige Foltermeister nickte und machte sich ans Werk, doch dies war nicht einfach für Darak schliesslich wusste sein Gegner sehr viel über dessen eigenes Schicksal welches er in eigener Gefangenschaft erlitten hatte. So ging es nicht lange bis Darak an einem Wunden punkt getroffen wurde und der Gefangene versäumte es nicht darauf herumzureiten.

"Muss schlimm gewesen sein, so ganz allein in absoluter Schwärze. Man hört nur sich selbst und fragt sich irgendwann: war ich das?“ Daraks Augen weiteten sich. „Schweig still Bastard! Gar nichts weisst du! GAR NICHTS!“ Oh da lag der Befreier falsch, der Gefangene wusste sehr wohl beschied.

“War das Geräusch echt, meine Stimme, meine Worte? Täusch mich nicht, Mensch. Der Wahn hat dich eingeholt und er wird wiederkommen.“ „WIRD ER NICHT!“ Brüllte er ihm wütend entgegen und schlug nach ihm. “ Hast du schon versucht, zu schlafen?" „Ich schlafe bestens, impertinentes Arschloch!“ Das war nicht ganz richtig, er schlief im Moment nur dank Schlaf und Schmerzmittel die bekanntlich das Träumen ausschalteten aber auch nur eine Illusion von erholsamen Schlaf boten. Auf dauer konnte er diese Präparate nicht zum Schlafen nehmen.

„Hast du Stimmen gehört? ARHHHGGHHHH!" Darak wäre selbst auf ihn losgegangen wenn Constanze ihm nicht zuvor gekommen wäre. Er starrte zu Constanze, erblickte den Dolch der auf den Gefangen zuraste. Er durchschlitzte den Stoff ohne die empfindliche Männerhaut zu verletzen doch dessen Geschlecht glitt zwischen dem Schlitz hindurch als hätte Constanze die Schale einer hässlichen Frucht aufgeschnitten. Darak hob eine Augenbraue. „Viel hast du ja nicht zu verlieren.“ Brummte er beiläufig und humpelte von dem Gefangenen weg. Seine Hände zitterten. Er spürte wie aufgelöst er war.

"Ich weiß nicht, wie viele kommen werden, aber rechnet mit einer Armee aus mindestens 1000 Mann. Vermutlich werden es mehr sein, wenn sich Piraten und die Menschen dieses verlausten Königreiches haben überreden lassen, mitzuziehen.“ „WELCHES KÖNIGREICH?!“Brüllte Darak ihm nervös aus der Ferne entgegen und humpelte wieder zu den Karten. „Grandessa, nicht wahr?!“ Er blickte zu Kahn. Wie viele Truppen haben wir… und wie viele Bewohner?“
Die Goblins haben uns Kriegsgerät gebaut. Es wird per Schiff kommen, wie sämtliche Einheiten. Da Andunie gefallen ist, können Truppen schnell nachrücken. Man wird Sarma belagern, bis euch Männer oder Vorräte ausgehen. Von Landseite wird das dunkle Volk stets mit frischen Truppen neu bestückt werden."

„Blödsinn… so wichtig kann Sarma für euer Invasionsstreben nicht sein, ihr konzentriert euch doch auf Pelgar, die hasst ihr doch am meisten!“ Er humpelte auf den Gefangenen zu. „Wir werden Kämpfen Gefangener… wer kämpft, hat immer eine Chance.“

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 22. Dezember 2011, 08:02

"Na wunderbar!" Constanze riss die Arme hoch, ehe sie sie verschränkte und Darak einen vernichtenden Blick zu warf. "Ich darf als Frau wohl nicht von den geheimen Plänen des Militärs erfahren ... schon gut, schon gut, ich weiß, warum du Sendli sprichst." Sie seufzte. "Muss ich es wohl auch lernen oder wir schaffen endlich den Dunkelelfen hier heraus." Doch wie Khan bereits bekannt gegeben hatte, würde der Gefangene bleiben. Er zeigte, dass es Unterschiede gab und das beeindruckte selbst die Amazone. Insgeheim wünschte sie sich, man würde Frauen in Sarma auch mehr Rechte zugestehen, aber vielleicht wurde eine solche Brücke durch Vesta Tenma Negra endlich geschaffen. So schwieg Constanze, verstand sie doch ohnehin kaum ein Wort, das zwischen Darak und dem Kriegsveteran gewechselt wurde.
"In der Wüste finden wir höchstens ein paar umherziehende Nomaden oder Echsen. Letztere werden sich aber aus allem heraus halten wollen, was zu einem weiteren Feind für sie werden könnte. Nein. Keine Verbündeten." Khan wies auf den Wald. "Wenn wir die Holzfäller Balars ebenfalls schützen könnten, wären sie jedoch eine Unterstützung für die Stadt. Sie beliefern uns seit Jahren mit Holz und pflanzen sogar Lebensmittel an. Belfa ist im Norden noch fruchtbar." Es würde allerdings nicht leicht werden, Balar genug Einheiten zum Schutz zur Verfügung zu stellen. Sarmas Militär war geschwächt, besaß ohnehin genug Lücken, die irgendwie gefüllt werden mussten. Vielleicht konnten die Amazonen etwas ausrichten. Darak hakte nach.
"Uns werden nur die helfen, die mit uns auf dem Schiff waren. Mehr sind wir nicht und du hast gesehen, dass einige meiner Schwestern soch sogar bereitwillig den Piraten angeschlossen haben. Ich befürchte, Verstärkung zu ordern, könnte die Aufmerksamkeit dieser Säbel schwingenden Männchen auf sie lenken." Die Piraten würden die Amazonenschiffe angreifen, so viel stand fest. Sie attackierten bereits jetzt schon alles, was sich auf den Meeren Celcias nicht als Verbündeter auszeichnen konnte. Sarma besaß schlechte Karten. Man musste nehmen, was man zur Verfügung hatte. Auf Hilfe von außen konnte die Wüstenstadt derzeit wahrlich nicht hoffen.
Ein Grund mehr, sich mit dem Feind nur umso vertrauter zu machen. Khan kratzte sich am Kinn. Er schritt zu dem Gefangenen hinüber, ohne in anzusprechen. Er musterte dessen Rüstung. Sie war überraschend leicht gehalten. Er hatte sich zwar als Soldat der morgerianischen Armee ausgegeben, aber er sah nicht wie ein Krieger der vordersten Reihen aus. Die trugen harte Platte oder solide Kettenhemden. Dieser Elf trug hauptsächlich Leder, lediglich auf der Brust und an den Beinen war er mit einem feingliedrigen Kettenschutz bestückt. Vielleicht war er ein Plänkler oder Meuchler.
"Wir prüfen alles an ihm. Ich lasse Anweisungen geben, dass man jegliche Ausscheidung des Bastards aufbewahren soll. Alles andere wird er uns sagen müssen."
"Du siehst ... wir geben dir Macht, du verfügst nun über das Schicksal deiner Truppenkameraden..." Der Dunkelelf schaute auf. Es stimmte, was der Mensch sagte, das wusste er. Allerdings beschränkte sich sein Kameradschaftssinn auf das Nötigste. Es gab nicht viele in seinen Reihen, die er Freunde nennen konnte - wenn man bei Dunkelelfen überhaupt von Freundschaft sprechen konnte. Passender wäre wohl, es gab nicht viele in seinen Reihen, die ihm den Tod wünschten und selbst dazu konnte er nun keine Aussage mehr machen. Er war Gefangener des Feindes. Er hatte versagt. Man würde ihn lynchen. Sollte er dann noch an einem guten Schicksal für jene arbeiten, die ihn ermorden würden?
Noch war er nicht bereit zu kooperieren. Er griff nach dem letzten Strohhalm. Er versuchte, Daraks Ängste zu schüren. Die Stille Kammer ging an niemandem spurlos vorbei. Das bemerkten sogar Khan und Constanze. Die Amazone warf Darak einen besorgten - ja, wirklich! - Blick zu, als sie seiner Reaktion gewahr wurde. Und noch immer stichelte der Dunkelelf. Sie schritt ein, setzte seinen Worten ein rasches Ende. Sie beäugte allerdings nicht den Dunkelelfen, den sie beinahe kastriert hätte, sondern schaute zu Darak. Dieser starrte zurück. Wir müssen reden, sagte ihr Blick aus. Er war eindringlich, aber selbst sie wusste, dass im Moment keine Zeit für Gespräche war. Noch nicht. Aber Darak würde reden müssen, so viel stand fest. Doch noch musste man Informationen aus dem Dunkelelf heraus quetschen. Darak kümmerte sich darum.
"Es kann nur Grandessa sein", meldete sich Khan auch mal wieder zu Wort. "Jorsan würde sich nicht den dunklen Völkern verbünden. Dort steht die Akademie des Lichts. Das sind gute Magier, lysanthorgläubig. Wenn sie sich auf die Seite der Finsternis schlügen, dann bräche jegliche Hoffnung entzwei. Nein. Er meint gewiss Grandessa." Der Veteran kratzte sich erneut am Kinn. Sein Bart war dort schon ganz zerzaust, was ihm aber irgendwie ein rebellisches Äußeres bescherte. Darak erkundigte sich derweil nach der Truppenstärke - ein Thema, auf das Khan natürlich eingehen musste, wenn auch mit Unbehagen. Er seufzte. Dies entging dem Dunkelelfen zumindest nicht. "Wenn ich höre, dass die dunklen Völker vermutlich nur etwa 1000 Mann schicken, beruhigt es mich. Allerdings glaube ich nicht, dass sie es dabei belassen werden. Wir - Ihr! - habt ihnen ziemlich den Tag verdorben. Wir werden jeden fähigen Mann und Burschen einziehen müssen und kommen dann wahrscheinlich auf gut 4000 Mann, wenn wir Glück haben. Sarma ist keine kleine Stadt, aber wir haben große Verluste machen müssen. Die meisten Menschen, vor allem Soldaten, sind von der Sklaverei und Folterungen derart geschwächt, dass sie nur noch zu Hause hocken und den Stuhl warm halten können. Oder sie sind verletzt - wie Ihr - kaum fähig, zu kämpfen. Mit den Amazonen haben wir allerdings eine Elite-Einheit von rund 50 tapferen Frauen. Ich bin froh, dass sie an unserer Seite kämpfen werden."

Das bedeutete allerdings auch, dass es mehr Nahrungsmittel bedurfte. Die Frauen wollten schließlich auch versorgt sein. Auf diesen Umstand spielte der Gefangene an. Er glaubte, die Taktik seines Volkes zu kennen, gab sie preis. Es war schließlich kein Geheimnis. Viele Armeen ließen die Belagerten aushungern, bis sie aufgeben mussten. Darak glaubte jedoch nicht daran. Aus seiner Sicht war Sarma für die dunklen Völker nicht wichtig genug.
"Pelgar", lachte der Gefangene. Er war informiert, galt er doch nicht als so kleines Licht unter den seinen. Das wussten Khan, Constanze und der Befreier natürlich nicht. Sie hatten aus ihm noch lange nicht alles heraus geholt, was sie wissen sollten. "Die Haupstadt wurde bereits belagert. Sie ist eingenommen, Truppen sind wieder frei für den Rest des celcianischen Ostens und Sarma zusammen mit Andunie zu beherrschen wird unserem Volk eine Übermacht, vor allem für die Seewege, bescheren." Da hatte er Recht. Wenn von zwei Seiten des Sonnenmeeres Dunkelelfen mit ihrer Flotte auf Durchreisende warteten, gab es für Feinde keine Möglichkeit in den Norden zu schippern und von Ozeanseite aus, die Tote Ebene zu erreichen. Sie schützten Morgeria, sie würden einen gewaltigen Seestützpunkt errichten können. So unwichtig war Sarma nicht. Außerdem hatten die dunklen Völker mit Darak noch eine Rechnung offen und Rachsucht zählte zu einer ihrer negativen Eigenschaften.
Darak wollte sich trotzdem nicht einschüchtern lassen. Er beharrte darauf, für seine Freiheit zu kämpfen, ebenso wie der Rest der Wüstenstadt. Khan nickte zu seinen Worten. "Wir werden kämpfen", sprach er, nun ebenfalls auf Celcianisch. Denn er hatte einen Plan. "Ich nehme eine kleine Änderung in meinem Angebot vor, Dunkelelf. Du kennst die deinen am besten. Das könnte an der Front für einen Vortel sorgen, wo möglicherweise die Taktik schnell geändert werden muss. Du wirst an des Befreiers Seite in die Schlacht ziehen und ihm ein Berater und Leibwächter sein."
"WAS?!", drang es sowohl aus Constanzes als auch des Dunkelelfen Mund. Letzterer starrte den Veteran ungläubig an. "Ich könnte ihm in den Rücken fallen", warnte er. Da zog Khan ben Issam seinen Krummsäbel. Er legte die Schneide dicht an den dunklen Hals des Gefangenen. Er zog sie darüber, so dass ein hauchdünner Schnitt die Haut trennte. Ein feines Rinnsal Blut führte nun quer über den Hals des Mannes. Es würde ihn nicht umbringen, nicht einmal groß behindern, aber es hatte mehr als symbolischen Wert.
"Ich rate dir, nicht einmal daran zu denken. Ein Hauch von Verrat und mein Angebot ist nichtig. Dann treffe ich lieber mit deinesgleichen Vereinbarungen, über dein jämmerliches Schicksal zu entscheiden. Obwohl ich Lysanthors Art, mit Kriegsverbrechern umzugehen, ebenfalls gut heiße. Ist dir das Rad bekannt, teurer Freund? Dort landen nur die Schlimmsten der Schlimmen. Und Kriegsverbrecher können von Priestern zu Verdammten erklärt werden. Dann landest du mit Sicherheit dort!"
Da schluckte selbst der Dunkelelf. Offenbar war ihm das Rad bekannt, immerhin war er anwesend, als man Darak hatte hinrichten wollen. Ein solches Schicksal wünschte sich niemand für sich selbst. "Und was soll ich tun?!", keifte er zurück. "Auf euren Menschen aufpassen, dass er nicht vom Pferd stürzt oder ihm die Hand halten, wenn der Wahn der Stillen Kammer ihn während des Angriffs befällt?!"
"Das wäre ein Anfang", meinte Constanze unbeflissen, aber Khan sagte nur: "Das wird dir der Befreier dann persönlich mitteilen." Er warf Darak einen Blick zu. Dieser hatte nun offenbar einen Sklaven für sich gewonnen.
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 26. Dezember 2011, 20:20

"Ich darf als Frau wohl nicht von den geheimen Plänen des Militärs erfahren ... schon gut, schon gut, ich weiß, warum du Sendli sprichst." Darak sah sie entschuldigend an. So war das natürlich nicht gemeint und dies wusste sie, dennoch war es ihr nicht zu verübeln. Erstens, sie war eine Amazone, zweitens befanden sie sich hier in Sarma der Symbolstadt für weibliche Unterdrückung. Vermutlich war es sowas wie ein Reflex von der Amazone gewesen.

"Muss ich es wohl auch lernen oder wir schaffen endlich den Dunkelelfen hier heraus." Er nickte und blickte finster zu dem Dunkelelfen hin. Trotz allem war ihm diese Kerl hier im Raum tatsächlich auch nicht sonderlich geheuer. Er sollte endlich mit seinen Informationen rausrücken oder vor die Hunde gehen.

"In der Wüste finden wir höchstens ein paar umherziehende Nomaden oder Echsen. Letztere werden sich aber aus allem heraus halten wollen, was zu einem weiteren Feind für sie werden könnte. Nein. Keine Verbündeten." Darak nickte, dies war nicht unbedingt das was er hören wollte. Er rieb sich über das Kinn. Er konnte die möglichen Echsenstämme ja verstehen obwohl er daran Zweifelte dass die Dunkelelfen jemals Handel mit ihnen Treiben würden. “Wir sollten dennoch Boten zu den Echsen schicken mit denen wir Handel treiben. Falls sie Waffen haben, oder Nahrungsmittel. Auch können wir ihnen Schutz bieten… und vielleicht… stellen sie uns ja dennoch eine Truppe… oder vielleicht Architekten für den Bau der Verteidigungslinie… bedenkt Kahn, wir können jeden Mann gebrauchen. Jeden.“

"Wenn wir die Holzfäller Balars ebenfalls schützen könnten, wären sie jedoch eine Unterstützung für die Stadt. Sie beliefern uns seit Jahren mit Holz und pflanzen sogar Lebensmittel an. Belfa ist im Norden noch fruchtbar." Er nickte. „Zu gross…“ Brummte er in celcianisch und deutete auf die Karte. Wie soll er die spärlichen Truppen denn auf ein so grosses Gebiet aufteilen? “Was haltet ihr von einer Guerillataktik werter Kahn? Wir ziehen uns in den Sultansviertel zurück… konzentrieren unsere Kräfte auf den Kampf in der Stadt selbst… indem wir die Bogenschützen auf die Häuser verteilen… an engen Knotenpunkten Frauen mit kochendem Öl positionieren… Die Wüstendiebe haben die ganze Stadt untergraben, wir könnten die Kanäle nutzen um den in die Stadt eingedrungenen Feind in den Rücken zu fallen.“

Wer eine kleine Armee führte und einer Belagerung entgegensah musste jeden ortskundigen Vorteil für sich nutzen.
"Uns werden nur die helfen, die mit uns auf dem Schiff waren. Mehr sind wir nicht und du hast gesehen, dass einige meiner Schwestern soch sogar bereitwillig den Piraten angeschlossen haben. Ich befürchte, Verstärkung zu ordern, könnte die Aufmerksamkeit dieser Säbel schwingenden Männchen auf sie lenken." Er blickte auf. „Sind die Frauen denn bereit gegen ihres Gleichen zu kämpfen? Glaubst du nicht, Constanze, dass diese feigen Bastarde von Dunkelelfen erst ihre Verbündenden gegen Sarma schicken werden um die Fronten zu schwächen?“ Er seufzte. Eine schreckliche Vorstellung. Er wollte nicht gegen die Amazonen Xytras kämpfen müssen doch er wusste auch dass einige ihn, als den Befreier Sarmas, noch immer als jenen Schlächter sahen der er ja war. Jener Mann der viele Frauenschicksale besiegelt hatte. Aber er wusste auch wie die Amazonen kämpften.. und ihm schwante böses. Hoffentlich würden die Frauen die sich mit den Piraten verbündet hatten auch dort bleiben. Auf Hoher See. Immerhin, Constanze kannte die Amazonen gut, wusste wohl wer abtrünnig war und kannte deren üblichen Taktiken, die Dunkelelfen waren da eher ein Unbeschriebenes Blatt für Darak. Er kannte sie nicht und er glaubte auch nicht dass Kahn dieses Volk gut kannte. Dunkelelfen waren nicht gerade das typische Volk für die Wüste. Aber der strategische Wert der Insel hatte die Dunklen wohl hierhin getrieben.

"Wir prüfen alles an ihm. Ich lasse Anweisungen geben, dass man jegliche Ausscheidung des Bastards aufbewahren soll. Alles andere wird er uns sagen müssen." Er nickte. „Ja. Und er wird.“ Darak blickte den Dunkelelfen direkt an. Doch dieser geizte nicht damit ihm ordentlich zuzusetzen. Es war Darak anzusehen dass er die Stille Kammer noch ganz und gar nicht verarbeitet hatte. Constanzes Blick schmerzte ihn und er wich ihm aus. Die Amazone kannte wohl solche Blicke, hatte sie diese doch bei so vielen traumatisierten Frauen auch gesehen. Sie würde ihn stellen müssen, wenn sie mit ihm sprechen wollte. Denn er wich aus.
"Es kann nur Grandessa sein" Darak schnaubte. „Diese in Platten gepackte Möchtegerns?“ Selbst wenn man nicht in Jorsan oder Grandessa lebte sympathisierte man in der Regel rein schon vom Hörensagen entweder für die eine oder andere Stadt. Diesbezüglich war Darak eher Jorsaner. „Was ist mit Jorsan…?“ Sicherlich diese Stadt hatte im Moment bestimmt gerade eigene Probleme. „Ist die Stadt schon gefallen?“ Er blickte zu dem Dunkelelf. „Sprich!“

"Jorsan würde sich nicht den dunklen Völkern verbünden. Dort steht die Akademie des Lichts. Das sind gute Magier, lysanthorgläubig. Wenn sie sich auf die Seite der Finsternis schlügen, dann bräche jegliche Hoffnung entzwei. Nein. Er meint gewiss Grandessa." Darak wollte auch dort einen Boten. „Was meint ihr werter Kahn, ist es zu schaffen Jorsan zu kontaktieren? Besteht eine Brieftaubenverbindung zu der Stadt? Wir brauchen noch immer einer dieser Lichtheiler, dass wisst ihr doch Kahn? Und wenn Jorsan schon Belagert wird, können sie uns vielleicht wichtige Kriegsinformationen zukommen lassen.“ Schliesslich musste man bei dieser Krise global denken. Jede Stadt die nicht mit den Dunkelelfen paktierten waren automatisch verbündete.

"Wenn ich höre, dass die dunklen Völker vermutlich nur etwa 1000 Mann schicken, beruhigt es mich. Allerdings glaube ich nicht, dass sie es dabei belassen werden. Wir - Ihr! - habt ihnen ziemlich den Tag verdorben.“ Darak lachte auf. „Und wie wir euch Mistsäcken den Tag verdorben haben nicht wahr? Elf!“ Knurrte er dem Gefangenen entgegen.

“ Wir werden jeden fähigen Mann und Burschen einziehen müssen und kommen dann wahrscheinlich auf gut 4000 Mann, wenn wir Glück haben. Sarma ist keine kleine Stadt, aber wir haben große Verluste machen müssen.“ Das waren keine gute Nachrichten. Darak schwieg. Er wusste dass nicht alle Bürger der Stadt fähige Soldaten sein würden. Viele der Sultane waren Fett und ungelenk geworden und ein grosser Teil ihres Vermögens war von Darion bereits weggeschafft worden… und die Sklaven, geschlagene Hunde die vermutlich in ihrem Leben Waffen nur als Strafwerkzeuge erlebt hatten aber nie selbst welche in den Händen gehalten hatten.

Die meisten Menschen, vor allem Soldaten, sind von der Sklaverei und Folterungen derart geschwächt, dass sie nur noch zu Hause hocken und den Stuhl warm halten können. Oder sie sind verletzt - wie Ihr - kaum fähig, zu kämpfen. Mit den Amazonen haben wir allerdings eine Elite-Einheit von rund 50 tapferen Frauen. Ich bin froh, dass sie an unserer Seite kämpfen werden." „Ich auch… ich bin wirklich auch froh um sie… und Conny an ihrer Spitze.“ Er lächelte der Amazone zu. Wusste dass sie nicht genau wissen konnte was die beiden soeben gesagt hatten. Dennoch sein anerkennendes Nicken sprach Bände…
"Die Haupstadt wurde bereits belagert. Sie ist eingenommen, Truppen sind wieder frei für den Rest des celcianischen Ostens und Sarma zusammen mit Andunie zu beherrschen wird unserem Volk eine Übermacht, vor allem für die Seewege, bescheren." Darak knirschte mit den Zähnen. Nicht dass es um Pelgar traurig war, aber wenn dieses Bollwerk gefallen war… war dies ein demoralisierendes Omen für seine eigenen Truppen. Denn Pelgar war ein ganz anderes Kaliber als Sarma.
. "Ich nehme eine kleine Änderung in meinem Angebot vor, Dunkelelf. Du kennst die deinen am besten. Das könnte an der Front für einen Vortel sorgen, wo möglicherweise die Taktik schnell geändert werden muss. Du wirst an des Befreiers Seite in die Schlacht ziehen und ihm ein Berater und Leibwächter sein." „WAS?!“ Auch Darak gesellte sich zur allgemeinen Verwunderung dazu. Er starrte Kahn fassungslos an. „Leibwächter?“ Er ist der Feind! Der wird mir doch den nächsten Dolch in den Rücken rammen dieser kleine Bastard!“ Knurrte er düster. Der Dunkelelf äusserte die gleiche Idee.
"Ich rate dir, nicht einmal daran zu denken. Ein Hauch von Verrat und mein Angebot ist nichtig. „ Darak schnaubte. Er wollte keiner dieser Bastarde in seiner Nähe wissen. Die hatten ihm genug angetan!

“Dann treffe ich lieber mit deinesgleichen Vereinbarungen, über dein jämmerliches Schicksal zu entscheiden. Obwohl ich Lysanthors Art, mit Kriegsverbrechern umzugehen, ebenfalls gut heiße. Ist dir das Rad bekannt, teurer Freund? Dort landen nur die Schlimmsten der Schlimmen. Und Kriegsverbrecher können von Priestern zu Verdammten erklärt werden. Dann landest du mit Sicherheit dort!" Er starrte Kahn an. Dieser Drohte dem Kerl doch tatsächlich mit einem Schicksal welches dem Befreier schon ereilt hatte. Auch ihn hätte eigentlich das Rad erwartet, zumindest in Pelgar… aber diese Stadt hatte nun ganz andere Sorgen als einen alten Verbrecher.

Darak verschränkte seine Arme. „Mir gefällt die Idee nicht, werter Kahn.“
"Auf euren Menschen aufpassen, dass er nicht vom Pferd stürzt oder ihm die Hand halten, wenn der Wahn der Stillen Kammer ihn während des Angriffs befällt?!" „ERWÄHNE DIESE VERFLUCHTE SCHEISS KAMMER NIE WIEDER IN MEINER GEGENWART GEFANGENER!“ Brüllte Darak den Elfen ungehalten an und krallte sich an dem Tisch fest. Es reichte ihm, wollte nicht ständig daran Erinnert werden.

"Das wird dir der Befreier dann persönlich mitteilen." Dummerweise hörte der Befreier gerade nicht hin sondern war wieder zu den Karten gehumpelt. „Wir werden sie alle vernichten. ALLE. Die ganze Führungsspitze dieser verfluchten Bastarde werden wir gepfählt vor der Stadt aufstellen! Wir werden mit den Häuten der Dunkelelfen in der Wüste ein Mahnmal errichten auf dass jedes Volk sich tief verinnerlicht was mit Völkern passiert die nach der Weltherrschaft streben! DAS werden wir tun! Und wenn du noch einmal die Stille Kammer erwähnst… Sklave… wirst DU der Grundstein dieses Mahnmals sein!“

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 5. Januar 2012, 12:28

Stadtherr des Militärs, Khan ben Issam, verschränkte die Arme vor der Brust. Das Licht der Kerzen reflektierte von seiner Rüstung. Er trug Metall, unüblich für Sarma, wo man Leder bevorzugte. Nicht der Bequemlichkeit wegen, sondern weil Leder nicht so heiß wurde unter der prallen Sonne. Dieser Mann aber zeigte deutlich, dass er selbst das ertragen würde, wenn es darum ging, seine Stadt zu verteidigen. Er wollte sie nicht wiederholt an die dunklen Völker verlieren. Trotzdem ging er lange nicht so rücksichtslos und rassistisch vor wie beispielsweise der alte Kommandant Pelgars. Und was hatte es diesem Mann gebracht? Seine Hauptstadt war gefallen, wenn man den Worten des Dunkelelfen glauben konnte. Dies durfte für Sarma nicht geschehen!
"Es lassen sich bestimmt Boten auftreiben, die bereit sind, jetzt in die Wüste zu gehen. Allerdings haben sich die Echsen stets nur als Händler gezeigt. Sie sind keine Krieger. Trotzdem werde ich Eurem Vorschlag nachkommen, Befreier. Wir können jede Hilfe brauchen. Eure ... Taktik lehne ich allerdings ab." Er seufzte, dann sprach er auf celcianisch weiter: "Die Idee ist nicht schlecht. Sarma bietet sich sogar dafür an, denn dieses Viertel ist gut vom Rest der Stadt abgetrennt. Jedoch ... ist es nicht lysanthorgefällig. Ich werde keinen Krieg auf Manthalas Schultern austragen."
Der Dunkelelf schnaubte abfällig. Er sprach es nicht aus, aber sie alle wussten, dass dieses ehrenhafte Verhalten Sarma zum Verhängnis werden könnte. Vermutlich war sich Khan selbst dessen sehr gut bewusst. Dennoch rückte er nicht von diesem Entschluss ab. Er war sehr lysanthorgläubig. Überraschend für einen Sarmaer, denn diese verfluchten den Lichtgott, der ihr Land ausdörrte, und kaum jemand besuchte seinen Tempel. "Wir treten ihnen stolz entgegen. Lysanthor liebt Mut und Ehre. Unsere Schützen werden sie von den Mauern aus unter Beschuss nehmen. Wir öffnen die Tore erst, wenn der Zeitpunkt günstig ist. Allerdings könnten wir einen Flankenangriff wagen - wir haben gut ausgebildete Kamelreiter. Sie sind schneller als jedes Pferd in der Wüste. Eure Idee mit dem Öl gefällt mir. Die Frauen könnten uns gut unterstützen, nur ... was machen wir mit unserer Spezialtruppe?" Sein Blick wanderte zu Constanze. Sie wusste, dass er sie und ihre Amazonen meinte. Diese Frauen konnten kämpfen, manche sogar besser als ihr geschlechtlicher Gegenpart. Aber wie stellten sie sich auf sandigem Untergrund an? Wie gut hielten sie gegen die dunklen Horden stand? Und zwar nur gegen diese. Constanze machte sofort deutlich, wer der Feind war, als sie sich an Darak wandte. "Meine Schwestern werden nicht gegen ihre Schwestern kämpfen, selbst dann nicht, wenn wir auf verschiedenen Seiten stehen. Sollten die Piraten ebenfalls Sarma überfallen und Amazonen unter sich haben, werden wir die Klingen nicht gegen sie erheben." Als die Hauptfrau aus Xytras das Grinsen des Dunkelelfen einfing, kaum dass dieser ihre Worte hörte, stemmte sie die Hände in die Hüften. Ihr triumphaler Blick wischte ihm das gehässige Grinsen vom Gesicht. "Du brauchst garnicht so zu gucken!" Erneut spielte sie mit ihrem Dolch. Das genügte, um den Dunklen sofort einzuschüchtern. Er wandte den Blick ab, aber das verräterische Zucken an den Beinfesseln machte klar, dass er um seine Männlichkeit bangte. Nur zu verständlich vermutlich, zumindest für Khan und Darak. Der Veteran jedenfalls schaute mit einer Spur Mitleid zu seinem Kriegsgefangenen herüber.
Aber Constanze wollte ihn nur reizen. Sie erklärte: "An diesen Kodex halten sich alle Amazonen. Jene auf Seiten der Piraten werden unseren Trupp demnach ebenfalls nicht angreifen. Wir werden einander aber auch nicht helfen, also vergesst Pläne, bei denen ich meine Schwestern auf feindliche Schiffe bringen könnte oder Ähnliches. Wir erheben einfach nicht die Klingen, ignorieren uns im Kampf, haben aber keine Skrupel, den Feind abzustechen, wenn es sein muss." Ein seltsamer Kodex, aber durchaus vorteilhaft für ihresgleichen. Eine Amazone würde nur vom Feind je getötet werden, niemals von einer der ihren. Sie hielten selbst im Krieg und zwischen den Fronten noch irgendwo zusammen. Somit waren Daraks Befürchtungen wohl ebenfalls aufgelöst. Selbst wenn die dunklen Völker die Amazonen als Kanonenfutter vorschickten, man würde entsprechend handeln können. Notfalls müsste man sie gefangennehmen und überreden, auf die Seite ihrer Schwestern überzuwechseln. Das würde sich vielleicht einfacher gestalten als ein Gespräch unter vier Augen mit Darak - über Stille Kammern - über das, was sie in ihm ausgelöst hatten. Er mied es, auch nur ansatzweise darauf einzugehen.

Darak lenkte ab, indem er Erkundigungen über Jorsan einholen wollte. Der Dunkelelf zuckte mit den Schultern. "Darüber weiß ich nichts", antwortete er und klang durchaus glaubwürdig. Er schien keiner der großen, morgerianischen Kriegsherrn zu sein, der sofort Nachricht über Eroberungen und Belagerungen erhielt. Wahrscheinlich hatte er alle bisher augeplauderten Informationen auch nur irgendwo aufgeschnappt. Möglicherweise war er ein höherer Hauptmann oder einfach eine Leibwache hochrangiger Offiziere. Diese schnappten ja allein schon durch die Schutzmaßnahmen ihrer Vorgesetzten einiges auf. Natürlich hatten sie darüber zu schweigen. Dem Dunkelelfen stand kein gutes Schicksal bevor, sollte er je wieder unter die Finger der seinen geraten.
"Wir versuchen, Kontakt mit Jorsan aufzunehmen. Brieftauben sind unser einziges Kommunikationsmittel. Beten wir zum Lichtgott, er möge sie an ihr Ziel bringen. Ich nehme an, wir hätten dann gute Chancen. Wenn sich Grandessa mit den Dunkelelfen verbündet hat und Eroberungszügen nachgeht, werden sie sich nicht auf das andere Königreich konzentrieren. Somit könnte Jorsan bestimmt Truppenverstärkungen aussenden. Sie wären nicht nur uns hilfreich. Vielleicht ließe sich Andunie zurückerobern ... und Pelgar ..." Er schlug mit der behandschuhten Faust auf den Tisch, dass das Holz unter dem Aufprall knarrte. "Beim Schein des gerechten Gottes! Ich kann immer noch nicht glauben, dass die Hauptstadt gefallen ist. Celcia steht dunklen Zeiten gegenüber. Wir müssen um unserer Freiheit Willen standhaft bleiben. Wir müssen erst uns selbst und dann das Festland retten. Oh ja und das werden wir, bei Lysanthor!"
Constanze, die natürlich nichts von den bewegenden Worten Khans verstand, hob eine Braue, als sie einen Blick mit Darak tauschte. Dann rollte sie kaum merklich mit den Augen. Was immer der Kriegsveteran gesagt hatte, er musste es immer dramatisch halten - Männchen! Alle gleich. Sie schmunzelte. "Werdet Ihr eine Motivationsansprache für unsere Truppen halten, Stadtherr?"
Der Sarmaer schüttelte den Kopf. "Aus meinem Munde wäre es nicht halb so moralisierend, wie aus der Kehle des Mannes, der Sarma gerettet hat. Darak Luthrokar - Befreier - ich erwarte eine Ansprache von Euch, wenn Ihr nachher ins Feld zieht. Stärkt die Herzen unserer Männer, schürt ihren Mut und zeigt ihnen, dass Ihr an den Sieg glaubt. Allein schon, dass Ihr einen des dunklen Volkes an Eurer Seite führen werdet ohne Furcht in den Augen, wird sie in ihrer Loyalität und Kampfbereitschaft kräftigen." Ja, dieser Mann hatte Pläne. Pläne, die offenbar nicht jeder so ganz nachvollziehen konnte. Constanze, Darak und selbst der Kriegsgefangene waren jedenfalls mehr als überrascht, als er Letzteren Darak als persönlichen Sklaven zuwies.
Groß, nahezu erhaben, marschierte Khan mit einer Lässigkeit zu dem Dunkelelfen herüber, die schon unheimlich wirkte. Er löste dessen Beinfesseln, so dass er aufstehen konnte. Die Hände blieben jedoch an der Kette - noch. "Du wirst dem Befreier dienen. Eine Fehltat und es kostet dich deinen Kopf. Wir werden dich nicht töten, nicht einmal foltern. Aber ich persönlich werde dich zu deinesgleichen zurückschicken und verkünden, was du uns alles hast wissen lassen. Ich überlasse dich dann ihrem sadistischen Geist."
Das wirkte. Der Dunkelelf starrte Khan entgegen. Offensichtlich fürchtete er den Zorn seiner eigenen Rasse mehr als jenen eines Menschen. Sein Volk verspottete alle Nicht-Dunkelelfen, weich und harmlos zu sein. Vor den eigenen Leuten hatten sie demzufolge am meisten Angst. Sie wussten, welche Folter dort wartete. Sie waren es, die diese Methoden entwickelt und perfektioniert hatten. Sie spielten mit ihren Opfern, empfanden Freude und Befriedigung. Aber niemals überlegten sie, einmal deren Platz einnehmen zu können. Diesem einen hier stand das möglicherweise bevor und jetzt wurde es ihm bewusst. Er funkelte Darak entgegen. "Leibwache also...", brummte er.
Khan schob ihn auf Darak zu. "Gib dem Kerl einen Namen, damit er weiß, wann er gemeint ist, wenn du einen Fluch ausstößt." Der Veteran grinste. Diese Entscheidung bereitete ihm einen gehörigen Spaß, im Gegensatz zu Darak. Aber der Mann ließ sich nicht beirren. "Ihr mögt der Befreier sein, aber ich bin einer von zwei Stadtherrn. Haltet Euch an meinen Vorschlag, Sahib Luthrokar. Es wird gelingen."

Und schon machte Darak von dieser neugewonnenen Macht Gebrauch. Als er brüllte, zuckte sogar Constanze zusammen. Sie musterte den Gehörnten eine ganze Weile, allerdings mehr als kritisch. Die Stille Kammer hatte starke Spuren an ihm hinterlassen. Sie musste mit ihm darüber reden. Das konnte nicht unerwähnt bleiben. Aber jetzt hatten sie andere Sorgen und die sollte auch der neue Sklave haben. Er gab sich nicht ganz störrisch, stand er doch widerstandslos vor seinem neuen Herrn. Aber er zeigte sich rebellisch, indem er ihm nicht antwortete, ja nicht einmal eines Blickes würdigte.
"Begebt Euch zur Kaserne, Befreier. Lasst Euch Rüstung, Waffe und ein Kamel geben. Dann zieht Ihr aufs Schlachtfeld. Lernt die Männer kennen, redet mit ihnen und teilt sie nach Euren Vorstellungen ein. Ich stoße später zu Euch." Khan nickte Darak zu, dann Constanze. "Befreier, Amazone ... wir sehen uns."
"Ich folge dir, Darak. Wo soll es hingehen?" Sie schaute ihn an, dann blickte sie zur Tür. "Du brauchst wieder eine Sänfte?"
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 15. Januar 2012, 18:54

"Die Idee ist nicht schlecht. Sarma bietet sich sogar dafür an, denn dieses Viertel ist gut vom Rest der Stadt abgetrennt. Jedoch ... ist es nicht lysanthorgefällig. Ich werde keinen Krieg auf Manthalas Schultern austragen." Darak schnaubte. Nicht Lysanthorgefällig? Das durfte doch nicht wahr sein! Es war sicherlich auch nicht lysanthorgefällig dass ein Verdammter der Befreier Sarmas war. Dies glich ja beinahe schon an einem direkten Hohn gegenüber dem Lichtgott. Aber sollte Kahn sich tatsächlich als solch gottesfürchtiger Patriot erweisen wie er sich gerade darstellte so würde Darak ihn nicht davon überzeugen können andere taktische Wege einzuschlagen. So beliess er es vorerst dabei. Er traute Kahn nämlich gleichzeitig auch zu dass es eine Finte war gegenüber dem Dunkelelfen, da er schliesslich nun ins neutrale celcianisch gewechselt hatte.
Letztere Gedanken bezüglich Kahns vorgehen wurden aber beinahe shcon durch die darauf nachfolgenden Worte des Kriegsministers widerlegt und verworfen. Er schien tatsächlich sehr gläubig zu sein. Verdammt. Glaube konnte im Krieg Segen und Fluch zugleich sein. Ein geeinter Glaube stärkte die Truppenmoral, dämpfte die Angst vor dem Tod, hob Tugenden hervor, allerdings machte die strikte Einhaltung der Kodexe und Sitten einer Religion den Feind in derer Ausübung berechenbar und angreifbar.

Er wusste dass die Dunkelelfen keine Skrupel hätten gezielt an einem geheiligten Tag Lysanthors einen Angriff zu lancieren wenn sie sich dadurch einen Vorteil erhofften. Faldor setzte diesbezüglich nicht sonderlich hohe Massstäbe, man huldigte ihm schliesslich genügend wenn man Brandschatzte, Mordete und Krieg führte.

„Meine Schwestern werden nicht gegen ihre Schwestern kämpfen, selbst dann nicht, wenn wir auf verschiedenen Seiten stehen. Sollten die Piraten ebenfalls Sarma überfallen und Amazonen unter sich haben, werden wir die Klingen nicht gegen sie erheben." Darak nickte, rieb sich über das Kinn. „Gut, dann sollten wir dafür sorgen dass die Amazonenschiffe von anderen Amazonen abgefangen und an ihrem Vorhaben gehindert werden können. Wir werden die Schiffe ausschliesslich mit Amazonen besatzen und können nur hoffen dass es auf der Gegenseite nicht der Fall ist. Vielleicht ist es möglich die anderen Amazonen gegen die männliche Besatzung aufzubringen und sie sich so auf unsere Seite schlagen.“ Er blickte zu Constanze hin. „Was meinst du, könnte diese Taktik fruchten?“

Er würde um jeden möglichen Verbündeten kämpfen. Er beobachtete den Dunkelelfen als dieser erst Grinste, jedoch sofort von Constanze eingeschüchtert wurde, oh ja, um Amazonen lohnte es sich zu kämpfen die könnten sich als äusserst wirkungsvolle Elite gegen die Dunkle Horde erweisen. Ausgebildete Schützinnen die vermochten einem Dunkelelfen oder Ork direkt ins Geschlecht zu schiessen konnten die Soldaten der Dunklen Horde auf eine Art und Weise entehren mit welcher sie wohl auch in den eigenen Reihen einen gewaltigen sozialen Abstieg erleiden lassen würde. Dies könnte die Gegnerischen Truppen an der Front zermürben und Unruhe in den Frontreihen des Feindes stiften. Er wollte die selbstzerstörerischen Kultureigenschaften der Dunkelelfen möglichst effizient gegen sie einsetzen und sie auf jede erdenkliche Art provozieren.
„Mir wäre es am liebsten, wenn wir die ganze Insel Sarma zu einem Krieger machen könnten!“

"Darüber weiß ich nichts" „Viel weiss er ja nicht…“ Brummte Darak unzufrieden. Die Nachricht dass sowohl Andunie als auch Pelgar bereits gefallen waren war erdrückend und lag schwer auf den Seelen der beiden Kriegsherren die nun das Schicksal der eigenen Stadt versuchten auf eine gute und zukunftsträchtige Bahn zu lenken. „Ich fürchte, werter Kahn…dass wir uns in diesem Kampf nicht auf die Götter verlassen sollten… Faldor scheint mit den Dunkelelfen zu sein… aber Lysanthor war es nicht mal mit seiner eigens erwählten Stadt, erwartet also nicht dass er sich um diese von ihm verfluchte Insel bemüht. Er biss sich auf die Lippen. Hoffentlich widerstand Jorsan aktuell noch den Bedrohungen. Vielleicht würden sie sich wirklich gegenseitig Hilfe zukommen lassen können, Darak erhoffte sich natürlich vor allem einen Heiler.

"Werdet Ihr eine Motivationsansprache für unsere Truppen halten, Stadtherr?" Darak blickte zu Kahn hin. Warum nicht, Kahn war ein hochgeachteter Kriegsveteran, er würde die Truppen sicherlich heiss auf den Kampf machen können. Doch dieser lehnte ab. Er wollte das Wort lieber einem zum Tode Verurteilten Wahlsarmaer übergeben der sich als berüchtigster Sklaventreiber der Stadt seinerzeit einen Namen gemacht hatte und durch sein waghalsigen Einsatz zusammen mit seinen Freunden und dem Bund der Wüstendieben die Stadt befreit hatte.

"Aus meinem Munde wäre es nicht halb so moralisierend, wie aus der Kehle des Mannes, der Sarma gerettet hat. Darak Luthrokar - Befreier - ich erwarte eine Ansprache von Euch, wenn Ihr nachher ins Feld zieht. Stärkt die Herzen unserer Männer, schürt ihren Mut und zeigt ihnen, dass Ihr an den Sieg glaubt. Allein schon, dass Ihr einen des dunklen Volkes an Eurer Seite führen werdet ohne Furcht in den Augen, wird sie in ihrer Loyalität und Kampfbereitschaft kräftigen." Darak senkte sein Haupt. Er empfand sich nicht wirklich als grosser Redner. Sicherlich er hatte sich in Rethorik geübt schliesslich hatte er seine Ware sehr erfolgreich an den Mann gebracht, aber ein ganzes Heer zu motivieren? Er schluckte leer. Eine grosse Verantwortung, eine grosse Aufgabe. Darak würde sich somit definitiv zur Symbolfigur des Widerstands hier auf der Wüsteninsel machen. Die Moral würde sich halten solange er mit ihnen ins Feld zog und sie würde einen Dämpfer erleiden sollte er Fallen oder noch schlimmer in die Hände des Feindes geraten.

Ausserdem würde er sich wohl dringend so schnell wie möglich in einen Sattel hieven müssen. Wer wollte schon einen Krüppel der nur per Sänfte in die Schlacht ziehen konnte anführen lassen? Nein, Darak gehörte auf ein Pferd. Soviel stand für ihn persönlich fest. Er würde mit Alma darüber sprechen müssen, es war ihm letztendlich egal was sie ihm in die Venen pumpte, Hauptsache es hielt ihn aufrecht im Sattel.
„Du wirst dem Befreier dienen. Eine Fehltat und es kostet dich deinen Kopf. Wir werden dich nicht töten, nicht einmal foltern. Aber ich persönlich werde dich zu deinesgleichen zurückschicken und verkünden, was du uns alles hast wissen lassen. Ich überlasse dich dann ihrem sadistischen Geist."

Kahn wusste genau wie er den Dunkelelfen anzugehen hatte. Seine Drohung wirkte, dies sah man dem Elfen deutlich an. Dennoch fühlte sich Darak bei dem Gedanken einen Dunkelelfen um sich zu haben nicht sonderlich wohl. Besonders nicht einen, der die Stille Kammer kannte. Er schnaubte unzufrieden, würde sich aber Kahns Willen beugen.
"Leibwache also…" Darak funkelte dem Dunkelelfen entgegen. Ihm fielen viele abwertende Namen ein, doch er sah davon ab, wollte den Stolz dieses Kerls nicht unnötig ankratzen. Er war eben keiner von ihren. Er musterte ihn lange. „Ich werde dich Wolf nennen.“ Brummte er. Ein Wolf in der Wüste? Tja er konnte ihn schlecht Kamel nennen und Köter wollte er nicht.
"Ihr mögt der Befreier sein, aber ich bin einer von zwei Stadtherrn. Haltet Euch an meinen Vorschlag, Sahib Luthrokar. Es wird gelingen." „Natürlich Herr. Dies vergesse ich nicht und respektiere ich. Ich werde euch vertrauen, wie ihr mir vertraut habt.“
Ein echter loyalitätsbeweis. Doch die Stimmung des Gehörnten schlug schlagartig um als der Gefangene wieder die Kammer erwähnte. Dies kam gar nicht gut an und der Befreier machte dies auch lautstark deutlich. Wuchtig schlug er seine Faust auf den Tisch so dass die kleinen Kriegsfigürchen umgeworfen wurden. "Begebt Euch zur Kaserne, Befreier. Lasst Euch Rüstung, Waffe und ein Kamel geben. Dann zieht Ihr aufs Schlachtfeld. Lernt die Männer kennen, redet mit ihnen und teilt sie nach Euren Vorstellungen ein. Ich stoße später zu Euch." Er keuchte. So weit war er noch nicht. Er konnte doch kaum gehen, wie sollte er sich also auf einem Kamel halten. „Ich muss erst mit Alma sprechen, werter Kahn!“

Er brauchte diese Droge. Für ihn schien dies im Moment die einzige Möglichkeit zu sein den Schmerz zu betäuben. Er musste mit Alma sprechen. Dringend. „Dann werde ich kommen.“ Der Kahn verabschiedete sich. Darak funkelte dem Dunkelelfen düster entgegen.

"Ich folge dir, Darak. Wo soll es hingehen? Du brauchst wieder eine Sänfte?"

„RAHRHRH! Nein ich brauche diese verfluchte Sänfte nicht!!!“ Keifte er ihr entgegen. Diese verfluchten Knie machten ihm zu schaffen, seine aktuelle Behinderung, die dritte dieser Art in seinem Leben, machte ihm deutlich zu schaffen. Darak war eine schwer verletzte Seele die erneut massiven Traumen ausgesetzt gewesen war. Wolf… bring mir Stöcke! Aber plötzlich!“ Knurrte er seinem neugewonnen Sklaven entgegen. Er seufzte. Senkte sein Haupt und rieb sich die Stirn. Die Schmerzen in seinen Knien hatten wieder dieses eklige Pulsieren angenommen. Würde er der Aufgabe die ihm als Befreier zukam überhaupt gerecht werden können. Sie hatten eine Schlacht gewonnen, aber nun tobte der Krieg weiter!

Er blickte verbissen zu Constanze auf. "Wir dürfen nicht scheitern!"

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 19. Januar 2012, 14:55

Entweder war Khan ben Issam neu in Sarma und kannte den Sklaventreiber Darak Luthrokar nicht oder die Geschichten, die sich um seine Verdammten-Vergangenheit rankten, waren noch nicht zu diesem Mann durchgedrungen. Es konnte kaum sein, dass er sie kannte und angesichts seiner offen gelegten Lysanthorgläubigkeit ignorierte. Das würde er nicht, wenn er so vehement darauf bestand, dem Feind keinen Hinterhalt zu legen. Er schien mit dem Schwert in der Hand geboren worden zu sein, allerdings auch mit einem Schild der tugendhaften Ehre in der anderen Hand. Da würde er nicht zulassen, dass sich ein von seinem gepriesenen Lichtgott Verdammter in die Politik einer Stadt einmischte, die er als Heimat ansah. Andererseits - wieviel zählte der Glaube an Lysanthor so weitab von Pelgar? Wie legte Khan ihn aus? War er nur streng gläubig, wenn es um den Kampf ging, der ja immerhin sein Spezielgebiet war? Hielt er sich sonst mit seiner Religion zurück und tolerierte es, dass Darak ihm beratend zur Seite stand? Immerhin wünschte er, dass dieser gehörnte Kerl mit dem verkrüppelten Knie eine Ansprache vor seinen Männern hielt!
Nein, das würde er doch niemals einem Verdammten zugestehen!
Dieser Mann war besaß für einen typischen Sarmaer aber auch sehr individuelle Moralvorstellungen. So entschied er des Weiteren, dass die wenigen Amazonen auf der Seite der Wüstenstadt zur Elite-Einheit selbiger wurden. Somit rückten Frauen stark in der Hierarchie dieser von Männern beherrschten Stadt auf. Sie könnten das Zünglein an der Waage sein, um die dunklen Völker ein für alle Mal zu vertreiben. Das erkannte auch Darak, vor allem aufgrund des Umstandes, dass sich Amazonen nicht direkt bekämpfen würden. Er schlug vor, an die gegnerischen Schwestern zu appellieren, sollten sie sich in diese Schlacht einmischen. "Wie viele Schiffe haben wir, Stadtherr?", wandte sich Constanze sehr diplomatisch an Khan. Dieser gab die Anzahl der Schiffe bekannt. Es waren nicht viele, im Grunde nur eine ganze Flotte. Für eine Wüstenstadt durften 12 Schiffe aber durchaus eine Zahl sein, auf die man stolz sein konnte.
"Wenige davon sind richtige Kriegsschiffe. Von denen haben wir vermutlich höchstens vier zur Verfügung. Hinzu kommen zwei kleine, sehr wendige Reparaturschiffe. Sie können von gerade einmal drei Leuten gefahren werden, sind dementsprechend aber auch keineswegs für eine Seeschlacht ausgestattet. Normalerweise werden sie eingesetzt, schnell bei den anderen Schiffen zu sein, um ihnen Werkzeug und Material für eine Reparatur zu liefern. Man nutzt sie aber auch manchmal als Botenjungen der See." Er kratzte sich das Kinn. "Tja, der Rest sind sarmaer Handelsschiffe. Vielleicht finden wir noch den ein oder anderen Sklaventreiber, der sein privates Schiff für die Schlacht einsetzen will. Sklavenschiffe eignen sich manchmal auch ganz gut für einen Kampf. In erster Linie könnte man sie aber als Transportgefährte für Kriegsgefangene verwenden." Er blickte zu dem dunkelelfischen Soldaten hinüber. "Glaub mir, du wirst nicht der einzige sein, den ich in naher Zukunft noch deutlicher verhören werde!"
Der Soldat schnaubte.
Constanze hingegen kehrte zum Kern des Themas zurück und bestätigte so Daraks Idee: "Wir besatzen die Kriegsschiffe mit jeweils zwei Amazonen. Ich lasse keine Schwester allein auf See, umringt von sarmaer Männchen! Damit blieben eine Land-Amazonen-Truppe von 42 Frauen. Zwölf davon könnten unser eigenes Schiff steuern, also könnten 30 mit uns in die Schlacht ziehen." Sie schaute zu Darak. Ja, sie würde mitgehen, ins Feld, auch wenn er sie eigentlich gebeten hatte, auf Lilith achtzugeben. Aber Constanze war die Hauptfrau ihres Trupps. Ihre Schwestern brauchten ihre Erfahrung und Führung. Die Befehlsgewalt ließ sie sich nicht nehmen. Am Ende erteilte vielleicht noch ein Männchen ihren Schwestern Befehle! Nein, da sträubte sie sich.
Ihre Kampfbereitschaft lernte auch der Dunkelelf kennen und vor Constanze schien er gehörigen Respekt zu haben - aber wer hatte das nicht, nachdem sie so demonstrativ gezeigt hatte, was sie mit seinen Genitalien im Falle von Widerstand anstellen würde? Auf jeden Fall wäre die Rache der Amazone präsenter als es Lysanthor war, in den Khan doch so viel Vertrauen setzte und deshalb hinterhältige Taktiken ausschlug. Er winkte auch ab, als Darak meinte, die Schlacht ohne den Gedanken an den Lichtgott zu führen.
"Das Einschreiten oder Abwarten der Götter, all ihr Handeln, hat immer einen konkreten Sinn. Ich nehme an, dass Lysanthors Wille bei der Wandlung Sarmas in einen trockenen und heißen Ort Gründe hatte. Wichtige Gründe. Dass Sarma nicht gerade fruchtbares Land ist, dass es die Wüste Sar gibt - er bezweckt etwas damit und daher werde ich dem Gott nicht in den Rücken fallen, dem ich diene. Ihr solltet das ebenfalls nicht tun, Befreier." Er sprach bewusst nun auf Sendli. Er wollte Darak vor niemandem beschämen und Diskussionen über den Glauben nicht vor anderen austragen. Da er wusste, dass weder Constanze noch der Dunkelelf Sendli verstanden, wechselte er in seine Muttersprache. Das sollte es dann aber auch von Lysanthor, Religion und Glaube gewesen sein. Darak hatte Vorbereitungen zu treffen und sich an seinen neuen Sklaven zu gewöhnen. Auch Khan musste noch dringende Dinge erledigen, Entscheidungen treffen. Ihre Zusammenkunft neigte sich dem Ende zu und es wurde Zeit, zu gehen.

Constanze war es, die die Fesseln löste, welche die Beine des Dunkelelfen mit dem Stuhl verbanden, auf dem er saß. Von einer Befreiung von seinen Handfesseln sah sie jedoch ab. Er würde so Kleinigkeiten erledigen können, wie beispielsweise eine Schale zu tragen oder eine Tür zu öffnen. Aber um eine Waffe zu schwingen oder die Arme weit genug für einen Schlag zu heben, waren die Ketten zu kurz, die bis zu seinem eisernen Halskragen herauf führten. Der Elf reckte sich stolz, als er sich erhob. Sein finsterer Blick aus nachtblauen Augen legte sich zuerst auf die Amazone, dann auf Darak. Spöttisch hob sich ein Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen an, als Darak ihm den Namen Wolf verpasste.
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"Ist das eine Anspielung auf den Köter, den ich ab sofort präsentiere? Schoßhündchen des sarmaer Befreiers?" Das Grinsen schwand. Erneut schnaubte der Elf. "Widerlicher Bastard."
KLATSCH! Es folgte ein mehr überraschter, denn von Schmerz erfüllter Laut. Wolf starrte Constanzes Hand an. Sie schüttelte diese gerade. Ihr Abdruck glühte noch auf der Wange des Soldaten. "Was soll das?!", herrschte er sie ungehalten an, bekam es aber mit gleicher Münze zurückgezahlt. "Was immer du gesagt hast - Wolf - ich glaube, es rechtfertigt die Ohrfeige. Behandle Darak gefälligst anständig. Er bildet eine Männchenausnahme und hat Respekt verdient ... ein kleines bisschen ... sehr klein ..." Sie warf Darak einen flüchtigen Blick zu, dann stellte sie sich neben ihn. Ob er gleich nach seinem Diener rief, um sich mit der Sänfte zu Alma bringen zu lassen? Irgendwie glaubte die Amazone nicht daran. Daraks Mimik hatte sich gewandelt. Noch immer zuckte so mancher Muskel, wenn der Schmerz von seinem Knie herauf pochte, aber entschlossen blitzte es zugleich auch in seinen Augen. Und beinahe etwas zu gereizt verkündete er, ab sofort auf die Sänfte zu verzichten.
"Wolf ... bring mir Stöcke! Aber plötzlich!"
"Ich heiße nicht so", knurrte der Soldat zurück, wandte sich aber ab, um etwas zu finden, mit dem Darak würde selbstständig laufen können. Während sein neuer Sklave unterwegs und Khan bereits gegangen war, warf Constanze erneut einen Blick auf Darak. Sie verschränkte die Arme. "Sklaverei ist falsch, ganz gleich, ob es nun Frauen oder Männchen sind, die man sich gefügig macht." Es folgte ein Schaudern. Constanze wusste wie keine, wovon sie sprach. Sie war selbst Sklavin gewesen. Darak hatte sie zu einer gemacht und ihre Schwester war unter diesem Schicksal gestorben. Doch darüber wollte sie jetzt nicht sprechen. "Die Stille Kammer ... was genau ist das? Ich habe mich zwar mit Alma in den Harem Da'rions geschlichen und wir erfuhren auch, dass du dich an diesem Ort befindest, aber ich habe nie erfahren, was so schrecklich daran ist - und jetzt spiel es nicht herunter! Ich erkenne die Furcht in deiner Haltung, deinem Blick, Männchen. Du fürchtest diese Kammer. War es ein Folterraum? Rede mit mir darüber. Du musst es dir von der Seele reden und ich bin gerade da." Vom Sieg oder der Niederlage gegen die Dunkelelfen in der bevorstehenden Konfrontation wollte sie jetzt erst einmal nichts wissen.
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 25. Januar 2012, 16:43

Der Kampf auf dem Schiff war bekanntlich nicht gerade Darak Luthrokars stärke und er war froh Amazonen in den eigenen Reihen zu wissen die sich mit der Hochseefahrt auskannten. Keine Zehn Pferde würden ihn momentan auf so einen schwimmenden Riesen befördern können. Früher oder Später vermutlich würde er es tun müssen, spätestens dann wenn Sarma befreit war, die Belagerung zurückgeschlagen und die Wüstenkrieger bereit für den Gegenschlag. Auf dem Festland könnten sie sich dann mit dem mächtigen Jorsan verbünden und gemeinsam gegen die Dunkle Horde ins Feld ziehen. Ein toller Schlachtplan, dummerweise setzte er schlicht weg einen Sieg gegen die Belagerung voraus. Keine leichte Sache.

Was Darak sicher wusste und er auch Kahn sogleich mitteilte war, dass sich Götter oft als sehr unzuverlässige Partner in einer Schlacht erwiesen. "Das Einschreiten oder Abwarten der Götter, all ihr Handeln, hat immer einen konkreten Sinn. Ich nehme an, dass Lysanthors Wille bei der Wandlung Sarmas in einen trockenen und heißen Ort Gründe hatte. Wichtige Gründe. „ Darak schnaubte. Was waren schon wichtige Gründe für einen Gott? Jeder wusste doch dass diese genau so Launisch waren wie ihre menschlichen Schäfchen. Vielleicht hatte Lysanthor auch einfach eine Wette gegen einen anderen Gott verloren und Sarma deshalb in eine Wüste verwandelt, das waren Götter! Die konnten sich doch jegliche Form der Dekadenz leisten! Daraks Erinnerung an die Stille Kammer, an die Schicksalswaage verblasste mit jedem fortschreitenden Tag. Vermutlich musste dies so sein, Darak sollte sich für den Rechten Weg entscheiden – aus eigenen Antrieb heraus und nicht weil er seine mögliche Zukunft in der Nachwelt gesehen hatte.

Darak wusste dass diese Form der Verdrängung eine natürliche Stressreaktion war. Vermutlich konnte er sich an sehr viele Dinge die tatsächlich in der Stillen Kammern geschehen waren überhaupt nicht mehr erinnern. War er mehr gefoltert und gedemütigt worden als er es sich je bewusst gewesen war? Er wusste es nicht, konnte es nicht wissen.

Dass Sarma nicht gerade fruchtbares Land ist, dass es die Wüste Sar gibt - er bezweckt etwas damit und daher werde ich dem Gott nicht in den Rücken fallen, dem ich diene. Ihr solltet das ebenfalls nicht tun, Befreier." Darak zuckte mit dem Schultern.
„Ich habe nicht die Absicht einen Streit mit Lysanthor anzufangen… nicht schonwieder.“ Brummte er. Nur weil ein Gott nicht mit ihm war, musste er es ja auch nicht gerade Provozieren dass er endgültig gegen ihn agierte. Sie hatten schon genügend mächtige Feinde.
Die Zeit war reif endlich zur Tat zu schreiten. Zeit war im Moment ein wertvolles Gut und wenn sie die Insel zu einer Festung des Widerstands machen wollten mussten sie schnellstmöglich damit beginnen.

"Ist das eine Anspielung auf den Köter, den ich ab sofort präsentiere? Schoßhündchen des sarmaer Befreiers?" Darak drehte sich dem Elfen zu. Der Elf war gross, aber nicht so massig wie Darak – selbst wenn der Gehörnte etwas an Kampfgewicht verloren hatte in der Stillen Kammer. Ungerührt sah er dabei zu wie Constanze dem Sklaven für seinen offensichtlichen Frevel eine Backpfeife verpasste und zwar eine die sich gewaschen hatte. Es war ein seltsames Gefühl von dieser Amazone, der gegenüber er so viel zu Schuld kommen gelassen hatte, beschützt zu werden.

"Ist das eine Anspielung auf den Köter, den ich ab sofort präsentiere? Schoßhündchen des sarmaer Befreiers?" Darak legte seinen Kopf schief, strich sich übers Kinn.
"Was immer du gesagt hast - Wolf - ich glaube, es rechtfertigt die Ohrfeige. Behandle Darak gefälligst anständig. Er bildet eine Männchenausnahme und hat Respekt verdient ... ein kleines bisschen ... sehr klein ..." Er blickte zu Constanze. Nickte anerkennend. Er wusste um die Bedeutung ihrer Worte. Um die Bedeutung ihrer… Kameradschaft.

„Wenn ich dich wie ein Köter benannt haben wollte… hätte ich dich wohl wie einen Köter benannt oder Struppi?“
Brummte er nur und schickte Wolf ihm Stöcke zu holen. „Wie heisst du denn? Sklave?“ Wollte er nun doch wissen. Er deutete eine Verneigung an als Kahn sich abwandte und den Kartenraum verliess. Darak würde bald folgen. Erst würde er wohl zu Alma gehen um sich mit Heilkräutern einzudecken. Hoffentlich hatte Cattie wieder etwas… effizientes Produziert.

"Sklaverei ist falsch, ganz gleich, ob es nun Frauen oder Männchen sind, die man sich gefügig macht." „Eine Invasion auf Sarma und die freie Welt Celcias ebenso… Wenn wir die Sklaverei bekämpfen wollen.. . müssen wir Sarma befreien auf dass die Herrscher die Möglichkeit erhalten sie abzuschaffen, Constanze. Unter den Dunklen… würde dies ohnehin nie der Fall sein.“

Ruhe kehrte in den Raum ein… doch dann erhob Constanze erneut das Wort und sprach eines aus… welches Darak durch Mark und Bein ging.
"Die Stille Kammer ... „ Seine Augen funkelten Unruhig auf. Seine Körperhaltung verspannte sich.
“was genau ist das? Ich habe mich zwar mit Alma in den Harem Da'rions geschlichen und wir erfuhren auch, dass du dich an diesem Ort befindest, aber ich habe nie erfahren, was so schrecklich daran ist - und jetzt spiel es nicht herunter! Darak drehte sich ab. Wollte nicht darüber sprechen. Konnte es nicht. Seine Fäuste zitterten. Sein Herz pochte schmerzlich in seiner Brust.

Ich erkenne die Furcht in deiner Haltung, deinem Blick, Männchen. Du fürchtest diese Kammer. War es ein Folterraum? Rede mit mir darüber.
Er schnaubte. „Für was soll das gut sein? Reden? Es macht nichts ungeschehen!“
„Du musst es dir von der Seele reden und ich bin gerade da." Er drehte sich zu ihr hin . Starrte ihr entgegen. Sein Blick war seltsam. Erschrocken, Wütend, Ohnmächtig, Aggressiv, unsäglich Traurig.

„Du willst wissen was es für ein Ort ist?“ Er keuchte. Schluckte schwer. „Dieser Ort… sorgt dafür dass der Samen des Wahnsinns in deinen Geist gepflanzt wird, Constanze…und dann bricht er mit dir durch, in der Dunkelheit, in der Stille…“ Sein Mund fühlte sich trocken an, seine Stimme bebte. „Doch auch wenn du draussen bist, wenn du es überlebt hast… bleibt…diese Gewissheit… den Wahn noch immer in sich zu tragen, wie eine schlummernde Krankheit… die irgendwann…ausbrechen wird… kannst du dir vorstellen welche Unsicherheit dies Verursacht… welche… Angst?“ Der Dunkelelf hatte mit seinen Aussagen ins Schwarze getroffen. Oh ja, Darak hatte grosse Angst wahnsinnig zu werden. Er war es ja gewesen, unter diesen Drogen. Alma hatte ja gesagt dass die Drogen keinen Wahnsinn verursachten…. Keine Mordlust… keine Grausamkeiten… es war die Saat der Stillen Kammer gewesen… die Frucht des Wahnsinns tief in seinem Geist!

Gab es dafür eine Heilung? Er zweifelte. Er wusste von den armen Seelen die in Pelgar im Sanatorium verrotteten. Burgstein hiess die Institution. Viele Minenhäftlinge kannten die Einrichtung und viele meinten, dass die Minen dagegen ein friedlicher Ort sei. Er wollte nicht verwahrt werden, weil er zur Gefahr für sich und seinen Freunden würde…
Er wollte nicht durchdrehen, beim Arsch von Lysanthor das wollte er nicht… aber er spürte wie es in seinem innersten schwelte und brodelte.
„Damit… können wir uns jetzt nicht befassen Constanze. Ich sollte zu Alma gehen damit sie mich bereit macht um auf ein Pferd sitzen zu können. Da draussen nämlich, wartet der wahre Wahnsinn. Der Krieg!“ In Zeiten des Krieges waren Einzelschicksale doch kaum von interesse. War das so? Vielleicht, wenn es sich um einfache Bauern und Soldaten handelten… aber Darak war der Befreier. Eine Symbolgestalt. Sein Schicksal würde den Krieg um Sarma beeinflussen. Denn er war Symbol des Widerstandes. Hoffnungsträger. Ein Held widerwillen.

"Die Stille Kammer muss warten... damit kann ich mich in meinen Träumen... weiter befassen" Dass Darak ohne Hilfmittel von Almas Kräuterbeutelchen schlecht schlief... war nicht verwunderlich.

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Samstag 28. Januar 2012, 00:04

Constanze stand in Daraks Nähe. Sie verschränkte die Arme vor der Brust. Oh, in ihrer Amazonenrüstung sah sie einfach nur exotisch aus. Sicherlich würden einige Dunkelelfen die Waffen senken, weil sie etwas derart erotisch Schönes nicht beschädigen wollten. Einem solchen Anblick konnte doch niemand widerstehen! Allerdings, sobald sie den Mund öffnete, verschwamm ein wenig die Illusion von er puren Erotik in Leder, die sich willens nach einem Mann sehnte. "Nur weil ich die Versklavung von Männchen ebenfalls als falsch empfinde, heißt es nicht, dass ich etwas dagegen tun werde. Xytras' tapfere Kämpferinnen haben schon genug damit zu tun, hilflos versklavte Frauen zu retten." Sie blickte Darak direkt an. "Aber du hast Recht. Wenn wir die dunklen Völker nicht zurückschlagen, wird es bald niemanden mehr geben, der irgendjemanden rettet." Da waren sich selbst Mann und Amazone einig.
"Ich hoffe nur, dein Struppi-Zuwachs haut nicht gerade durch eines der Palastfenster ab. Ich traue ihm nicht." Wahrscheinlich aus dem Grund, weil auch er ein so genanntes Dreibein darstellte. Hätte man Darak eine dunkelhäutige Elfe zugeteilt, wäre sie möglicherweise bereits Händchen haltend mit Constanze abgezogen. Nun, vielleicht auch nicht. Der amazonischen Hauptfrau lag schließlich sehr viel an Lilith und bisher hatte man nicht gesehen, dass sie eine so freie Beziehung führten, dass man sich jederzeit auf eine andere einließ. Ganz im Gegensatz zu Darak, der wohl darauf hoffte, Lilith als Partnerin und Vesta als Liebesspielgefährtin behalten zu können. Aber wie sollte er auch Anderes gewohnt sein? Sarma mit all seiner niederen Moral und den Haremsdamen hatte selbst bei Darak seine Spuren hinterlassen.
Genauso wie die Stille Kammer. Constanze kam darauf zu sprechen. Sie spürte instinktiv, dass mit diesem Männchen seither etwas nicht stimmte und sie hatte gelernt, dass es gut tun konnte, darüber zu sprechen. Es benötigte allerdings nicht ihren Instinkt, sondern nur ein Paar aufmerksamer Augen, um zu erkennen, dass sie da ein heikles Thema anschnitt. Darak wandte sich ab. Sie sah, dass seine Hände zitterten und er es zu verbergen versuchte, indem er sie zu Fäusten ballte. Doch ihrem Blick entging das nicht.
Constanze machte einen Schritt auf ihn zu. Ihre Stimme klang stark, vielleicht ein wenig forsch. Lilith hätte ihn mit Samthandschuhen angefasst, wo die Amazone ihn mit Furienkrallen zu packen schien. "Ich erzähl dir jetzt mal etwas. Als ich zu den Amazonen fand, habe ich mit ihnen geredet. Es hat nichts von alledem ungeschehen gemacht, was mir widerfahren ist. Ich bin trotz allem von dir als Sklavin verkauft worden. Ich musste ihm körperlich gefügig sein und mit ansehen, wie meine Schwester unter dieser Qual ihr Leben ließ!" Es trat eine Pause ein. Constanze atmete tief durch. Ihre Stimme hatte zu zittern begonnen, aber jetzt da sie sich wieder beherrschte, klang sie kräftig wie zuvor. "Geteiltes Leid ist halbes Leid. Diese Aussage stimmt. Das Reden hat mir geholfen, mich damit auseinander zu setzen. Es hat meine Seele ein wenig befreit und der Trost, den ich von meinen Zuhörerinnen empfing, hat mich davor bewahrt, mir schlimme Dinge anzutun. Wenn du nicht mit mir darüber sprechen willst, kann ich das verstehen. Wir haben uns grundsätzlich eigentlich auch nicht viel zu sagen, obgleich du wohl eines der wenigen Männchen bist, mit denen ich überhaupt friedlich rede. Aber dann such dir jemanden, von dem du weißt, dass es gut tun wird, mit dieser Person darüber zu sprechen. Alma, Vesta Tenma Negra oder Lilith. Vielleicht sogar Struppi-Wolf. Manchmal hilft es, wenn es Außenstehende sind, die sich unsere Geschichte anhören."
Tatsächlich begann er zu erzählen und mit jeder weiteren Information, die ihm wie ein unerlaubter Fluch von den Lippen sprang, trat Constanze dichter an ihn heran. Sie musterte Darak, betrachtete sich seine Mimik und Gestik. Es war nicht leicht gewesen, nicht einmal für ihn. Besonders nicht für ihn. "Du solltest Alma davon erzählen", entschied sie dann. "Und lass jeden einzelnen Dunkelelfen dafür büßen. Lass sie sich in diese Kammer wünschen, Befreier von Sarma." Sie legte ihm die Hand an den Arm. Kurz drückte sie ihn, dann sank die Hand wieder an ihre Seite. Diese Geste mochte vielleicht mehr bewirkt haben als ihr vorweg gegangener Monolog, doch das konnte letztendlich nur Darak selbst entscheiden.
Constanze konnte nur, um sein Seelenheil Willen, darauf bauen, dass er sich an Alma wandte. Wenn ihm jemand aus seinem engsten Umkreis helfen konnte, dann sie. Vielleicht kannte sie Heiler, die sich mit der Genesung von Seelen beschäftigten. So etwas musste es schließlich auch geben. In Xytras gab es die ein oder andere Priesterin, die sich einer solchen Aufgabe widmete. Doch die Stadt der Amazonen lag fern. Wieviel Wert wurde in Sarma auf das eigene Seelenheil gelegt?
Selbst wenn es jemanden gäbe, blieb dafür keine Zeit. Dieses Gut war ohnehin knapp. Darak würde sich nicht lange mit Alma unterhalten können. Er musste an die Front, eine Ansprache halten. Das erkannte auch der Gehörnte und wies die Gesprächsversuche der Amazone ab. Er verschob es auf später. Wenn es denn ein Später für sie alle gab. Die dunkle Armee würde Rache nehmen, so viel stand fest. Sarma musste auf diesen Schlag vorbereitet sein. Sie durften nicht unnötig trödeln.
Die Amazone nickte. "Gut, halten wie ein Plauderstündchen bei Gebäck und Tee, wenn wieder Frieden herrscht. Aber wir können nicht hier weg, solange du nicht doch eine Sänfte rufst oder Dunkelelf Wuff-Wuff zurück ist."
Ein Knurren. Zumindest das klang wölfisch. "Ich heiße weder Wuff-Wuff noch Wolf oder Sklave." Der Elf tauchte wieder auf. Er kam tatsächlich zurück, fügte sie offensichtlich in seine derzeitige Rolle - vorerst. Es war vermutlich besser als den Kriegsgefangenen in einer Folterkammer zu geben - oder zu sterben. Er schaute Darak, seinen Herrn, giftig an. "Mein Name ist Rhiven Nocturn. Merk dir das, Mensch!" Viel Respekt gegenüber Darak zeigte er immer noch nicht. Er warf ihm die Gehhilfe, die er gefunden hatte, vor die Füße. Keine Stöcke, sondern Metallstangen mit jeweils einem Haken am unteren Ende. Damit ließen sich die großen Vorhänge der Palastfenster auf- und zuziehen. Als improvisierte Krücken würden sie vorerst reichen.
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Donnerstag 9. Februar 2012, 20:19

Nur weil ich die Versklavung von Männchen ebenfalls als falsch empfinde, heißt es nicht, dass ich etwas dagegen tun werde. Xytras' tapfere Kämpferinnen haben schon genug damit zu tun, hilflos versklavte Frauen zu retten." Er blickte Constanze an. Nickte nur. Was sollte er sagen? Er hatte Jahrelang von der Sklaverei gelebt und gutes Geld damit verdient. Es war ein lukratives, wenn auch dreckiges Geschäft. War er wirklich, von ganzem herzen dagegen? Heute ja, doch würde dies auch in Zukunft so bleiben? Er hatte sich in den letzten Monaten durchaus gebessert, sowas wie ein Ehrgefühl entwickelt. Doch die Umstände waren schlecht, die Aussichten düster und die Wahrscheinlichkeit dass Darak Luthrokar wieder in seine alten Verhaltensmuster zurückfiel nicht gerade gering. Das Morden schliesslich, konnte er ja offensichtlich auch noch nicht lassen, wie es das schreckliche Ende von D’arion bewies. Und ja… es hatte ihm gefallen, diese Macht zu spüren ein Leben zu vernichten.

Aber du hast Recht. Wenn wir die dunklen Völker nicht zurückschlagen, wird es bald niemanden mehr geben, der irgendjemanden rettet." „Ja… wir dürfen sie nicht nur zurückschlagen… wir… müssen sie vernichten…“
Damit dachte er ähnlich wie seine eigenen Häscher. Die Inquisition war es nämlich die das Gleiche Gedankengut in sich trug, allerdings machte diese auch gnadenlos jagt auf Verdammte.

"Ich hoffe nur, dein Struppi-Zuwachs haut nicht gerade durch eines der Palastfenster ab. Ich traue ihm nicht." Darak schaute abschätzig zu seinem Sklaven. Er hatte ihn gar nicht als solches gewollt. Das war nicht auf seinem Mist gewachsen. Ihm wäre es eigentlich Recht wenn sich der Kerl aus dem Staub zu machen versuchte, dann hätte er nämlich einen Grund ihn hinrichten zu lassen.
Ihm war der Dunkelelf so dicht an seiner Seite nämlich auch nicht wirklich geheuer. Dieses verschrobene Volk hatte doch auch ihre verqueren Prinzipien. Wenn sie an die Front gehen würden, und die anderen sehen würden dass ein Dunkelelf sich so nahe an dem verhassten Anführer des Feindes aufhielt… würden sie doch erwarten dass dieser seine Chance ergreift und ihn meuchelt… ohne sich über das eigene Schicksal irgendwelche Gedanken zu machen. Ja, für so fanatisch hielt er diese Brut. Das einzelne Individuum der Dunklen zählte doch nicht.
Dann sollte er reden. Über die Stille Kammer. Dies passte ihm ganz und gar nicht und er versuchte auszuweichen.
"Ich erzähl dir jetzt mal etwas.“ Darak blickte nervös auf. “ Als ich zu den Amazonen fand, habe ich mit ihnen geredet. Es hat nichts von alledem ungeschehen gemacht, was mir widerfahren ist. Ich bin trotz allem von dir als Sklavin verkauft worden. Ich musste ihm körperlich gefügig sein und mit ansehen, wie meine Schwester unter dieser Qual ihr Leben ließ!" Er keuchte. Diese Schuld lastete noch immer auf seinen Schultern und diese Schuld würde wohl nie von seinen Schultern weichen. Schon bei Samantha hatte es Jahrzehnte der Sühne gebraucht… ausserdem hatte er nichts mit der Familie von Samantha mehr zu tun, im gegensatz zu jener von Mia, mit deren Schwester er nun eng zusammenarbeitete. Vielleicht, wenn es die Umstände so ergaben würde sie sich doch noch an ihm rächen. Wer wusste dies schon? Der Krieg… konnte alles verändern. Das Gemüt eines Menschen wie auch dessen Verhalten und dessen Vorstellungen von Rache und Sühne.

"Geteiltes Leid ist halbes Leid. Diese Aussage stimmt. Das Reden hat mir geholfen, mich damit auseinander zu setzen. „ Er hob abwerhend die Hände. Er wollte nicht darüber reden. Nicht jetzt. Nicht heuten. Er zweifelte nicht daran dass sie nicht die richtige dafür sein konnte. Alma war wirklich eine gute Freundin und ein herzliches Gemüt… aber… ihre Gesprächsfähigkeiten hielten sich in grenzen, ging sie manchmal doch ordentlich unsensibel ans Werk. Nicht mit böser Absicht natürlich, aber Darak fürchtete dass diese Wunde nicht mit ein bisschen gutem zureden und ein paar Schulterklopfern heilen würde.

“Es hat meine Seele ein wenig befreit und der Trost, den ich von meinen Zuhörerinnen empfing, hat mich davor bewahrt, mir schlimme Dinge anzutun. Wenn du nicht mit mir darüber sprechen willst, kann ich das verstehen. Wir haben uns grundsätzlich eigentlich auch nicht viel zu sagen, obgleich du wohl eines der wenigen Männchen bist, mit denen ich überhaupt friedlich rede.“ er senkte sein Haupt. Das war ja das eigentlich grösste Paradoxon das er im Moment kannte. Er hatte ihr alles genommen und doch vertrugen sie sich einigermassen.
Aber dann such dir jemanden, von dem du weißt, dass es gut tun wird, mit dieser Person darüber zu sprechen. Alma, Vesta Tenma Negra oder Lilith. Vielleicht sogar Struppi-Wolf. Manchmal hilft es, wenn es Außenstehende sind, die sich unsere Geschichte anhören." „HAH! Diesem Bastard meine Qualen noch auf dem Silbertablett servieren?! Niemals!“ Schnaubte er und dann brachen doch einige Sätze aus ihm heraus. Er ballte seine Faust. Knurrte. Schnaubte. Und lass jeden einzelnen Dunkelelfen dafür büßen. Lass sie sich in diese Kammer wünschen, Befreier von Sarma." „Oh ja… das werde ich… jeden einzelnen…dieser dunklen Bastarde! Allein schon die Nennung meines Namens, Darak Luthrokar… wird die tiefsten Albträume in ihnen heraufberschwören!“ Knurrte er mit zusammengebissenen Zähnen. Doch dann seufzte er. „Ich glaube nicht… dass es Liliths Herz für mich erwärmen wird… wenn ich zum gnadenlosen Kriegsherren mutiere… aber genau so einer ist gefordert!“
Er wäre gerne nur für sie da gewesen, doch es herrschte Krieg und er war zu einer wichtigen Symbolfigur geworden. Er hatte seine verpflichtungen gegenüber der Stadt.

"Gut, halten wie ein Plauderstündchen bei Gebäck und Tee, wenn wieder Frieden herrscht. Aber wir können nicht hier weg, solange du nicht doch eine Sänfte rufst oder Dunkelelf Wuff-Wuff zurück ist." „So ist es!“ Er vernahm das Knurren und drehte sich zu dem Sklaven um der sich noch immer alles andere als unterwürfig zeigte.
"Ich heiße weder Wuff-Wuff noch Wolf oder Sklave." Darak sah ihn kühl an. "Mein Name ist Rhiven Nocturn. Merk dir das, Mensch!" „Deinen Namen wirst du dir hier verdienen W-O-L-F“ Meinte er nachdrücklich und schnappte sich die improvisierten Krücken. „Und nun tritt zur Seite…“

Er machte erste Gehversuche mit seinen „krücken“. Nun bis er auf einem Pferd sass würden sie ihren Zweck erfüllen. Er machte sich sodann auf den Weg zu Alma…

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Montag 13. Februar 2012, 00:58

Darak hatte immer nur Samanthas Stimme gehört, wie sie ihn als Mörder beschimpfte. Laut und deutlich. Im Hintergrund wurde sie stets von einem Orchester aus Klagesängen begleitet, die ihre Worte wie ein Echo wiederholten. Aber es war immer nur Samantha als aktiver Part aufgetreten. Wie eine Opernsängerin, der nun die Arie gewidmet wurde, die Kernstück des ganzen Spektakels war.
Constanzes jüngere Schwester - Mia mit Namen - hatte sich niemals offen gezeigt. Es war nicht einmal klar, ob sie sich überhaupt jemals den Klagegesängen angeschlossen hatte und doch lastete die Schuld an ihrem Tod nun schwerer auf Darak als der Mord an Samantha. Vielleicht, weil er diesen aus einer Not heraus begangen hatte. Das Kind war damals einfach nicht still gewesen und seine Pranke hatte sich zu fest gegen ihren kleinen Mund gepresst. Mia aber hatte er verkauft. Er hatte ihr Schicksal bewusst in die Hände eines Sarmaers gegeben, von dem er hätte ahnen können, was dieser für Frauen und junge Mädchen bereit hielt. Sarmas Sultane sahen sie nicht als Individuen an, sondern als Objekte, beispielsweise einem Bild in einem kostbaren Rahmen gleich. Fiel es herunter und ging kaputt, wurde es durch ein anderes Bild ersetzt. Man machte sich bis auf die Beschaffungskosten wenig Gedanken darum, ergötzte sich nur an der Schönheit des Gemäldes, ignorierte es aber, wenn man ihm keine Aufmerksamkeit widmete. Darak hatte sie bewusst verkauft. Das war die Schuld, die ihn belastete.
Vielleicht könnte er all das wenigstens in Constanzes Augen wiedergutmachen, wenn er Sarma siegreich in und wieder aus der Schlacht heraus führen würde. Sie war jedenfalls bereit, an seiner Seite zu kämpfen und das trotz ihres Schicksals, für das er den Grundstein gelegt hatte.

Er würde jedoch weder reiten noch kämpfen oder Befehle brüllen können, wenn man nichts gegen seine Schmerzen unternahm. Sie kehrten unter Pochen und Pulsieren zurück. Er konnte es nun sehr deutlich in seinem Knie spüren. Möglicherweise lag es aber auch daran, dass er es im Augenblick belastete. Die Krücken waren nicht schlecht. Er würde mit ihnen vorankommen. Kraft genug besaß er.
Überraschend, dass sich Rhiven Nocturn damit so viel Mühe gegeben hatte. Trotzdem wollte Darak ihm nicht zu viel Lob zukommen lassen. Der Dunkelelf zeigte sich schließlich weiterhin mehr als störrisch. Es würde nicht leichter mit ihm werden. Türmen schien er aber nicht zu wollen, jedenfalls nicht jetzt. Relativ ergeben folgte er seinem zugeteilten Herrn und dessen Gefährtin durch den Palast. Es ging zurück zu Alma, die sich noch immer in Vestas und Daraks Schlafgemach aufhielt. Die Stadtherrin Sarmas war inzwischen verschwunden. Jedenfalls glänzte sie mit Abwesenheit, als es Darak endlich in den marmorierten Raum schaffte.
Alma war tatsächlich noch da. Sie saß mit überkreuzten Beinen - oder eher: dem Versuch - auf einem dieser weichen und reich verzierten Samtkissen. Diese waren für ihre Figur wie geschaffen. Das lag nur daran, weil es recht viele Sultane ihrer Masse gab und diese ihre fetten Backen schließlich irgendwo abladen mussten. Alma genoss diesen Umstand sichtlich. Sie hämmerte mit einem kleinen Stößel in einer Mörserschale herum. Es roch im Raum bereits leicht nach diesem medizinischen Kräutergemisch. Ob das ein Schmerzmittel für Darak war?
Cattie hatte es sich neben Alma auf einem kleineren Kissen bequem gemacht. Ihr grünes Pflanzengefieder war aufgeplustert und sie zupfte an einem der Pommelquasten des Kissens herum. Überall am Boden lagen bereits goldene Fäden verstreut. Teilweise zierten sie auch Catties Kopf, doch etwas viel Interessanteres zeigte sich dort. Auf Catties Haupt prangte eine gewaltige Blume mit tiefroten Blütenblättern und dicken, goldenen Blütenstaubpollen auf langen Stängeln. Sie wippten jedes Mal, wenn das Huhn den Kopf neigte. Ruckartig riss sie diesen jedoch nach oben, als sie vertraute Geräusche hörte. Sie mochte Darak nicht am Gang erkennen - er ging schließlich derzeit nicht wirklich - aber ihr waren seine Atemlaute und überhaupt die Geräusche jeder seiner Bewegungen inzwischen mehr als vertraut. Cattie legte den Kopf schief. Ihr Hühnerauge richtete sich zur Tür aus. Mit wildem Gegacker sprang sie auf und jagte auf Darak zu, dass dünne Grashalme hinter ihr her segelten. Freudig tanzte sie um ihn herum wie es nur ein Huhn konnte, rieb dann ihren Kopf an seinem wehen Bein und schnäbelte geradezu rührend damit.
Nun bemerkte auch Alma die Präsenz ihres Lieblingspatienten und Freundes. "Du hast dir Krücken besorgt." Alma nickte zufrieden. "Wenn dir das Gehen so keine Schmerzen bereitet, ist es nicht schlecht. Würdest du nur in der Sänfte sitzen, könnte dein Knie irgendwann steif werden. Du musst es schon belasten und benutzen, wenn es heilen soll - auch wenn mir viele diese Theorie NICHT glauben!" Sie schnaubte. Das sagte aus, was sie von den Zweiflern hielt. Plötzlich verfinsterte sich ihr Blick. Sie hatte den Dunkelelfensklaven entdeckt. "Wer ist das? Ein Kriegsgefangener? Sollte ich auf Garmisch weitersprechen? JA, die Sprache beherrsche ich! Bin nicht so dumm wie manche mich halten." Sie lachte. Dann reckte sie die Hände nach vorn. "MIIIST!" Aus eigenem Antrieb heraus würde es Alma niemals wieder aus dem Sitzkissen schaffen. Zum Glück gab es da noch Constanze. Die Amazone eilte sich, bei der Heilerin zu sein, um ihre Arme zu packen. Unter Ächzen und enormer Kraftanstrengung versuchte sie, Alma auf die Beine zu hieven. Ihre Mühe genügte der dicken Heilerin. Sie kam tatsächlich zum Stehen, aber der Schweiß glänzte auf ihrer fettigen Stirn. Rasch wischte sie mit dem Unterarm darüber.
"Dein Huhn ist übrigens eine wandelnde Apotheke. Sehr nützlich, die liebe Cattie. Sie lässt einfach etwas wachsen, wenn ich es brauche. Könnte ich mir dein Huhn regelmäßig ausleihen, Darak? Sie wäre eine Bereicherung für meine Heilertasche - keine Sorge, ich stecke sie da nicht hinein! Für wen hältst du mich, ha!"
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 26. Februar 2012, 19:10

Darak hielt sich nicht damit zurück seinen Schmerz durch Fluchwörter zu kanalisieren… und bei den Göttern man merkte in welchen Kreisen dieser Kerl alles verkehrt hatte, er verbalisierte von den hochstehendsten, tiefsarkastischen Flüchen bis hin zu den tiefsten und verruchtesten Gassenschweinereien so ziemlich alles um sich abzulenken. Glücklicherweise brummelte er sie vor sich hin, nur Rhiven würde sie wohl einigermassen hören können doch die meisten waren entweder Garmisch oder entsprachen der Wüstensprache. In einem Dialekt zu Fluchen, er es selbst kannte wusste, dass man da einfach viel die besseren Ausdrücke fand. Garmisch und Sendil waren zudem Sprachen vollkommen unterschiedlicher Herkünfte. Sendil war Heissblütiger, Bildhafter, während Garmisch automatisch irgendwie sauberer, ordentlicher wirkte. Rein schon die Grammatik war in Garmisch viel einfacher als Sendil. Sendil kannte zum Beispiel dutzende Bezeichnungen für Sand. Die Sprache war lokaler gebunden als jene der Königsstädte. Garmisch war nicht selten auch die Diplomatensprache.

Wie auch immer…. Darak betrat in mehreren Sprachen fluchend nun endlich das Zimmer. Almas Masse hatte sich perfekt an das Samtkissen angepasst… nun wohl eher umgekehrt, aber diese Kissen waren sich ja so einiges an Gewicht von gewissen Sultaten und anderen Adeligen Sarmas gewöhnt so dass es ihr diesbezüglich eigentlich gefallen musste in dieser Stadt. Sarma war die Dickenfreundlichste Stadt Celcias, zu diesem Eindruck musste man zumindest bei ihrem Anblick kommen, denn dies war bisher das einzige Sitzmöbel welches bisher imstande war um die almsche Hinterbäckchen vollumfänglich zu stützen.
Sicherlich hatte auch sie nicht damit gerechnet Darak in Begleitung dieses Dunkelelfenschergen zu empfangen. Sie war ja auch noch nicht wirklich über dessen Funktion aufgeklärt.

Noch bevor Alma jedoch Darak danach fragen konnte, wurde letzterer von seinem treuen Huhn begrüsst. Es war das erste Mal seit langem dass man den alten Luthrokar wieder lächeln sah, ja… alten Luthrokar. Mit diesen Krücken saah er wirklich gleich ein paar jahre älter aus. „Heehehee… meine Kleine… nicht so stürmisch, du stolperst ja noch über deine eigenen Füsschenn..ha.a.a..ha…jaa hallooo..ja…“ Es scherte ihn einen Dreck was der Dunkelef denken mochte. Cattie hatte die komplette Daseinsberechtigung neben Darak und er würde sie keineswegs verleugnen. Ja, dann war er eben der Wüstenfuchs mit dem Huhn an seiner Seite. Der Befreier und sein Huhn. Sicherlich ein Unikum in der Geschichte, war es doch meistens eine Frau an seiner Seite die beworben und besungen wurde… jene treuen und Bescheidenen Herzen die den Helden bei Krankheit und Gebrechen pflegten, welche ihnen durch ihre loyalität und bedingungslose Liebe den Rücken freihielten und ihnen in dunklen Stunden mut machten… doch um Daraks Herzensdame stand es im Moment nicht sonderlich gut. Lilith und er, muss sich im klaren werden und sich entscheiden ob ihre gegenseitgen Vorstellungen eines gemeinsamen Liebeenslebens wirklich übereinstimmten.
"Du hast dir Krücken besorgt." „Rhiven…hat sie besorgt.“ Korrigierte er mit zusammengebissenen Zähnen. Darak war ausf Laufen konzentriert.

"Wenn dir das Gehen so keine Schmerzen bereitet, ist es nicht schlecht. Würdest du nur in der Sänfte sitzen, könnte dein Knie irgendwann steif werden. Du musst es schon belasten und benutzen, wenn es heilen soll - auch wenn mir viele diese Theorie NICHT glauben!" Er schaute auf. Schweiss perlte sich an seiner Stirn. Die Frage stand ungestellt im Raum. Was WENN es weh tut?
Das tat es nämlich. Gewaltig. Das gehen fiel ihm wahrlich nicht leicht. Ein Steifes Knie? Bei Darak Luthrokar… gab es ein Monopol bezüglich irgendewlcher Fähigkeiten Steif zu werden und dieses besass effektiv nicht sein Knie.

"Wer ist das? Ein Kriegsgefangener? Sollte ich auf Garmisch weitersprechen? JA, die Sprache beherrsche ich! Bin nicht so dumm wie manche mich halten." Darak nickte. „Ja. Ein Kriegsgefangerner. Er heisst Rhiven. Er… ist mein…Leibwächter…“ Man konnte Darak ansehen dass dies definitiv nicht seine Idee gewesen war.

Ja…das wäre gut… er muss nichts über meinen effektiven Zustand wissen.“ Schliesslich waren dies höchstsensible Informationen die den Feind sehr interessieren würden. Er wollte es dem Dunkelelfen nicht noch absichtlich schmackhaft machen einen Fluchtversuch zu wagen. Um dies zu Verhindern musste er den Wert dessen Informationen so tief wie möglich halten.
"Dein Huhn ist übrigens eine wandelnde Apotheke. Sehr nützlich, die liebe Cattie. Sie lässt einfach etwas wachsen, wenn ich es brauche. Könnte ich mir dein Huhn regelmäßig ausleihen, Darak? Sie wäre eine Bereicherung für meine Heilertasche - keine Sorge, ich stecke sie da nicht hinein! Für wen hältst du mich, ha!" Er sah sie skeptisch an. „Tut… ihr dass denn nicht weh?“ Wollte er wissen. Er blickte zu Cattie. „Möchtest du denn Apothekerin werden uhhm?“ Die Bedeutung von Cattie war augenscheinlich klar. Dies würde er von dem Sklaven nicht verbergen können.

"Nun Gut." Meinte er." Dann soll es so sein." Er schnäbelte wieder mit Cattie. Dann blickte er zu Alma. "Nun... ich bin hier... weil du mich fit machen musst für den Krieg..." Sein Blick verfinsterte sich, seine Mine wurde ernst... und entshclossen.

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Dienstag 28. Februar 2012, 21:27

Was hätten die dunklen Völker dieses kleine Wesen gefoltert, um Informationen aus ihm heraus zu bekommen! Wie war es nach Sarma und noch dazu in den Königspalast eingedrungen, der derzeit Sitz zweier Minister war, die sich als Stadtherren ausgaben. Die tatsächliche Führerin der Wüstenstadt hatte sich zurückgezogen. Nicht einmal Darak wusste, wo Vesta derzeit steckte. In dem Gemach, in dem er mit ihr zur Ruhe gebettet worden war, befand sie sich nicht mehr. Dort war nur Alma, die es sich auf einem der enorm breiten Sitzkissen bequem gemacht hatte. Das Wesen lugte unter dem Bett hervor, beobachtete die dicke Heilerin. Es freute sich, war es doch seine Magie gewesen, die das Kissen herbei gezaubert hatte. Danach hatte es eine Weile - still und heimlich natürlich - mit dem Huhn gespielt, welches den Mann mit dem Hornhelm nun stürmisch begrüßte. Ja, dieser grobklotzige Kerl mochte das grüne Huhn offenbar sehr. Dem Wesen kam eine Idee, aber dazu müsste es herüber zu der kleinen Anrichte, neben der die große schwarze Tasche der Heilerin stand...

Cattie konnte derweil nicht aufhören, ihren Fütterer zu schnäbeln. Sie hatte Darak wirklich vermisst, denn selbst dem Huhn war sein gesundheitlicher Zustand nicht entgangen. Es sorgte sich ganz offensichtlich um die Hand, die es versorgte und ihr Gefieder so wundervoll zu lockern vermochte. Daher passte sie jetzt besonders stark auf Darak auf. Den Neuzugang, den Dunkelelfen, gackerte sie daher mahnend an. Doch Rhiven hielt sich zurück. Er beäugte das seltsame Tier lediglich mit mäßigem Interesse. Nie zuvor hatte er ein Huhn gesehen, dem Pflanzenanteile statt Federn sprossen und das scheinbar Früchte und andere pflanzliche Produkte hervor brachte. Vermutlich legte es keine Eier, sondern kleine Nüsse oder Beeren. Welch seltsames Tier! Aber es würde dem Elfen auch nicht aus seiner verkappten Lagen heraus helfen, obgleich er sich doch glücklich schätzen konnte. Welcher Kriegsgefangene wurde schon zum Sklaven eines feindlichen Helden ernannt und durfte in dessen Schatten sich einer derart freundlichen Behandlung erfreuen? Dankbar zeigte sich Rhiven dafür aber nicht. Jedenfalls sagte er es nicht. Auch so schwieg er, sofern er nicht direkt angesprochen wurde. Womöglich scheute er noch immer eine Konsequenz von Seiten Constanzes, die ihn wachsam im Auge behielt. Die Amazone stand schräg hinter dem Dunkelelfen und nickte, als Alma sie auf gleiche Weise grüßte.
"Rhiven", wiederholte Alma den Namen des Elfen, der daraufhin einen Deut finsterer dreinschaute. "Hast du ein Problem damit, menschliches Auffangbecken für alle Arten von Fressalien?!" Constanze ließ ihr Schwert bereits ein Stück weit aus der Scheide gleiten, doch Alma hob die flache Hand und bedeutete ihr so, dass sie dieses Problem auf eigene Weise klären würde. Sie schob sich an Darak vorbei, der dadurch beinahe eine Krücke lassen musste. Almas Leibesumfang war eben nicht für das Vorbeischieben an anderen Menschen geeignet. Der Griff der Krücke verhakte sich bereits in ihrer halb durchgeschwitzten Kleidung, konnte sich im letzten Moment allerdings lösen. Die Heilerin baute sich vor dem Dunkelelfen auf. Und da gab es eine ganze Menge, was sich aufbauen konnte. Der Speck türmte sich scheinbar übereinander. Wo er vorher in die horizontale Breite geschlagen hatte, schob er sich nun in die Vertikale, um Alma noch gewaltiger erscheinen zu lassen. Selbst Rhiven musste nun zu ihr aufblicken. Er schluckte. Konnte es möglich sein, dass eine fette Frau ihm mehr Furcht einjagte als eine durchtrainierte und bewaffnete Amazone?
"Jetzt hör mal zu, Freundchen!", blaffte Alma mit noch einigermaßen ruhiger Stimme. "Ich hab weder ein Problem mit deiner Herkunft noch mit der Tatsache, dass du nur ein armer Wicht gewesen bist, der die Befehle eines noch größeren Wichts befolgt hat. Bist eben Soldat und die DENKEN NICHT VON ALLEIN! Aber jetzt solltest du endlich mal dein Hirn einschalten! Wir können das hier nämlich auf zwei Arten regeln: auf die unangenehme, schmerzhafte Art ... oder ... auf MEINE Art! Verstanden?!"
"Welche soll das sein?", wagte Rhiven zu fragen. Alma packte ihn am Spitzohr. Ihre fetten Wurstfinger quetschten den Knorpel dunkler Haut, der sich zwischen ihnen befand, dass Rhiven aufkeuchte und sich leicht krümmte. Doch niemand entkam einem alma'schen Schraubstockgriff. "DAS willst du lieber nicht wissen", sagte sie und ließ los. Sofort hielt sich der Elf sein Ohr und nickte. Er hatte verstanden. Alma wandte sich um. "Das das nun geklärt ist ..." Sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf Darak und stieß einen kleinen Fluch aus. Der Elf hatte sie dermaßen abgelenkt, dass sie seinen Zustand unberücksichtigt gelassen hatte. Dabei sah man ihm an, welche Schmerzen er bereits erdulden musste und wie tapfer er versuchte, sie herunter zu schlucken.

Die Heilerin hob die Hand bis zu Daraks Wange, um diese zu tätscheln. "Zu viel laufen ist allerdings genauso schlecht. Du musst das richtige Maß finden." Sie schaute erst zu dem Dunkelelfen, dann zu Constanze. Letzterer vertraute sie mehr, weshalb sie sie auch anwies, Darak zu dem Hocker zu bringen, der nahe der Anrichte stand. Sie würde ihm das Knie erneut reinigen, eine lindernde Paste drauf schmieren und anschließend die Verbände wechseln und alles neu schienen. Das waren die Aufgaben einer Frau ihres Standes und darum würde sie sich auch gewissenhaft kümmern. Mit zwei ausholenden Schritten erreichte Alma ihre Tasche. Schon war sie mit dem halben Kopf darin versunken, kramte wie eine Besessene im Inneren herum. "Ich hab hier drin noch Gazestreifen. Augenblick!" Sie wühlte wild in den Utensilien ihrer Tasche herum. Mit einer Hand zeigte sie zur Anrichte herauf. "Schau mal, da müssen irgendwo Schmerz stillende Beeren liegen, die ich von Cattie abgezwackt habe. Was für ein Huhn! Sie ist FANTASTISCH! Und nein, ich glaube, es tut ihr kein bisschen weh, wenn ich etwas von ihr pflücke. Das ist wie wenn du eine Kuh melkst. Das muss sein, sonst entwickeln sie zu viel Milch, das Euter schwillt an und DANN haben sie Schmerzen. Cattie muss eben ... hm ... regelmäßig geerntet werden."
Noch ehe Constanze den Befreier zum Hocker hatte bringen können, sah das kleine Wesen unter dem Bett seine Stunde gekommen. Es rauschte los, nur noch ein rötlicher Fleck, der über den Marmor huschte. Cattie schaute kurz auf. Sie hatte das Kerlchen gesehen, meldete aber keinen Alarm. Beide waren schließlich schon Freunde und von ihm ging aus Sicht des Huhns keine Gefahr aus. Da behielt sie lieber den dunklen Großen im Auge. Der stand zwar schweigend und artig da, doch man konnte nie wissen. Das Huhn scharrte über den Marmorboden, dass kratzige Laute entstanden.
Derweil hatte es das Wesen bis zur Anrichte geschafft. Almas breiter Hintern gab ihm genug Deckung, bis es die Theke hinauf geklettert war. Dort standen ein Tiegelchen, wenige kleine Dosen und auf einem Teller lagen winzige, rote Beeren. Das Wesen kannte die Früchtchen. Ja, die würden Schmerzen lindern, aber nicht genug. Der große Gehörnte sah so gequält drein, der spürte vermutlich nicht einmal die Essenz der Beeren. Da musste etwas Besseres her. Das Wesen grübelte. Ihm kam eine Idee, doch es wusste um die Nebenwirkungen. Aber würde es den Mann stören? Wär ja nicht von Dauer. Wichtig war, dass er erst einmal wieder lachen konnte. Jawohl! Als grabschte das Wesen sämtliche roten Beeren und schob sie hinter die Anrichte, wo es sie eine nach der anderen herab purzeln ließ. Sie verschwanden in einer dunklen Nische, die nur ein putzender Sklave vielleicht entdecken würde. Anschließend nahm das Kerlchen seine Zipfelmütze vom Kopf und griff hinein. Es holte drei blaue Beeren von der Größe einer ungeknackten Walnuss hervor, legte diese auf dem Teller ab. Haha, das würde dem kräftigen Burschen gefallen, wenn er wieder hüpfen und springen könnte. Was machten da schon die paar Nebenwirkungen? Es war ja nicht so, dass sie sonderlich gefährlich wären ...


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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 25. März 2012, 10:31

„Na ist ja gut meine Kleine. Haha.“ Cattie vermochte immer wieder den grossen Gehörnten zum Lachen zu bewegen, was angesichts seines körperlichen und seelischen Zustands durchaus eine beachtliche Leistung war. Er war einfach ganz vernarrt in dieses Huhn und war Florencia sowie Phaun für jede Sekunde dankbar in dem er sie noch haben durfte. Die beiden Gottheiten hatten definitiv einen neuen Gläubigen gefunden. Ihm entging nicht wie Cattie auf den Sklaven reagierte. „Ruuhig Süsse… alles ist in Ordnung… ruuhig…“ Er versuchte sie mit bestechendem Kraulen gnädig zu stimmen. Darak blickte zu Alma auf. Diese beschäftigte sich gerade mit dem Dunkelelfen, der ihr eine mehr als nur Patzige Antwort spendierte. Darak knurrte und wollte sich bereits nach ihm umwenden, doch er war der langsamste der Gruppe mit seinen improvisierten Krücken. Als sie sich an ihm vorbeizwängte – eine Alma musste sich beinahe überall durchzwängen, selbst in einer Werftshalle… geriet er beinahe aus dem Gleichgewicht und musste sich mit müh und Not stabil auf den Beinen halten. Er verzog schmerzerfüllt sein Gesicht. Von dem Kleinen Wesen welches sich in den Raum geschlichen hatte, nahm er keine Notiz.

"Jetzt hör mal zu, Freundchen!" Darak konnte Alma nur hören. Den Dunkelelfen sah er nicht mehr, denn der war gänzlich hinter Almas Masse verschwunden. So konnte er nur erahnen was sie mit ihm machte… nein eigentlich konnte er es nicht, eine ALMA konnte man nicht berechnen. So grosse Zahlen waren nämlich nicht bekannt um ihren Umfang auch nur annähernd zu erfassen.

"Ich hab weder ein Problem mit deiner Herkunft noch mit der Tatsache, dass du nur ein armer Wicht gewesen bist, der die Befehle eines noch größeren Wichts befolgt hat. Bist eben Soldat und die DENKEN NICHT VON ALLEIN! Aber jetzt solltest du endlich mal dein Hirn einschalten! Wir können das hier nämlich auf zwei Arten regeln: auf die unangenehme, schmerzhafte Art ... oder ... auf MEINE Art! Verstanden?!" Oh diesen Ton kannte Darak nur zu gut, diesen Ton schlug sie nämlich an wenn er sich wieder äusserst stur stellte und sich ihrer Behandlung zu verweigern ersuchte. Alma war durchaus kompromissbereit aber nur bis zu einem gewissen Grad, wenn man diesen überschritten hatte wandelte sich dieses ganze nachgiebige Fett welches sie umfing zu Titan um. undurchdringbar, unverrückbar. Er hörte nur noch wie der sonst so vorlaute Elf zu jammern und winseln begann, was immer Alma mit ihm machte es hinterliess offenbar Eindruck. Doch dann wandte sich die Heilerin zu ihm um. Er starrte ihr nervös entgegen. Sah mit seinen Krücken doch gebrechlicher aus als ihm lieb war. „H…hallo“. Hauchte er kleinlaut. Ihm ging es tatsächlich beschissen. Man sah es ihm an, er war blass, das Gesicht fahl und leicht eingefallen, seine Augen müde und schwer, seine Haut war kaltschweissig, seine Atmung beschleunigt. Ein peinerfüllter Körper und eine zu tiefst verwundete Seele stand da vor ihr.

Er blinzelte als sie seine Wange patschte, beinahe brachte sie ihn allein schon damit aus dem Gelichgewicht, ein wirkliches Bollwerk des sarmischen Widerstands stellte er so natürlich nicht dar. Er nickte nur. Kaute verbissen auf seinen Lippen herum. Wieder gebrochene Knie. Wieder dieses Schicksal. Es war kaum zu ertragen.
Constanze half ihm zu einem Hocker. Darak fieberte leicht, wie Vesta auch, denn beide hatten ziemlich entzündete Beine. Eigentlich gehörte er sonst wohin in eine Rehabilitation vielleicht irgendwo im Urwald aber sicherlich nicht an die Front.

"Schau mal, da müssen irgendwo Schmerz stillende Beeren liegen, die ich von Cattie abgezwackt habe. Was für ein Huhn! Sie ist FANTASTISCH! „Mhmmm.“ Darak nickte. Er schaute zu seiner Cattie, nahm sie zu sich hoch und streichelte sie. „Das ist sie…“ Er schloss seine Augen und schluckte leer, noch immer hatte er vor Augen wie sie enthauptet worden war. Der Blick von Lilith…ja Lilith, wo steckte sie nur. Er seufzte. Liebeskummer war eine schreckliche Krankheit.

“Und nein, ich glaube, es tut ihr kein bisschen weh, wenn ich etwas von ihr pflücke. Das ist wie wenn du eine Kuh melkst. Das muss sein, sonst entwickeln sie zu viel Milch, das Euter schwillt an und DANN haben sie Schmerzen. Cattie muss eben ... hm ... regelmäßig geerntet werden." „Mhmm.“ Er musterte Catties Haupt aufmerksam. Schaute sei fragend an und kraulte sie direkt hinter der Blüte. Sie beruhigte ihn. Sie zu streicheln war wie Balsam für seine angegriffene Seele. Er versuchte sein Bein so auszustrecken damit Alma daran arbeiten konnte, ja ein Verbandswechsel war nötig, denn die Wundflüssigkeit erreichte bereits wieder die äusserste Schicht. Darak schnaubte mit aufkommender Verzweiflung bei dem Anblick.
Niemand der Gruppe ahnte wohl, dass sie noch einen weiteren „Heiler“ im Raum anwesend hatte, der soeben entschlossen hatte Daraks Schicksal ein Stück weit selbst zu beeinflussen…
„Flick…mich einfach so weit zusammen dass ich auf ein Pferd sitzen kann…Alma…“ Hauchte er. Daraks Mut und Tapferkeit war doch beachtenswert, doch vielleicht stürzte sich der Mann auch derart in den Widerstand weil er sonst kaum mehr eine eigene Identität hatte. So war er der Befreier, Held Sarmas… ansonsten… wäre er nur ein Kriegsversehrter, ein Krüppel…

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 28. März 2012, 01:16

Rhiven Nocturn beobachtete, wie Darak mit seinem grünen Huhn schmuste. Er rieb sich das Ohr. Diese fette Wachtel von einer Menschenfrau hatte ordentlich hinein gekniffen. Mit der würde er sich nicht anlegen, ihr am besten aus dem Weg gehen. Selbst ein Dunkelelf wusste, wann er zu kuschen hatte - zumindest dieser hier. Er brauchte sich nicht unnötigem Schmerz auszusetzen, nur weil er provozieren wollte. Das führte zu nichts. In dieser Hinsicht gab sich Rhiven klüger als so manch anderer seiner Sorte. Er achtete lieber auf Kleinigkeiten und Hinweise, die ihm möglicherweise zu einer Flucht oder eben anderen Vorteilen verhelfen könnten.
Constanze fiel auf, mit welcher Faszination der Elf vor allem Cattie beäugte und sie stellte sich wortlos in sein Sichtfeld. "Hättest wohl auch gern eine Glucke", brummte die Amazone gehässig. Rhiven schnaubte nur zurück, aber auch bei ihr verhielt er sich relativ ruhig. Er konnte nicht genau sagen, welches Weibsstück schlimmer war: die Fette mit den Kneifzangenfingern oder die Amazone mit der geschickten Klinge. Er stellte lediglich fest, dass sich der Befreier von Sarma mit allerlei skurrilen Frauen umgab - diese waren gefährlicher als Soldaten!

Derweil hatte es Darak auf seinen Hocker geschafft. Dort saß er nun und wartete darauf, dass sich Alma seinem Knie widmete. Inzwischen hatte die Heilerin ja reichlich Übung darin, vor allem auch, weil Vesta sie gleich doppelt in Anspruch nahm mit zwei zertrümmerten Knien dieser Sorte. Es war im Grunde einfach nur eine Tragödie, doch beide Charaktere stellten Kämpfer dar: Vesta wie Darak. Aber auch die Heilerin gab ihr Bestes, um den Schmerz so gering wie möglich zu halten. Sie wusste, dass dieser einen zur Verzweiflung treiben konnte. Umso weniger verstand sie, dass Darak es tatsächlich auf sich nehmen wollte, mit in die bevorstehende Schlacht zu reiten. Es war Wahnsinn! Am liebsten hätte sie ja etwas dagegen gehalten, aber ein Blick in seine fiebrig wirkenden Augen verriet die dahinter liegende Sturheit. Er besaß eine übermenschliche Willenskraft, wenn sein störrischer Geist ihn antrieb. Da konnte nicht einmal ein Bollwerk wie Alma etwas dagegen ausrichten. Sie war ja schon froh darüber, dass er dieses Mal überhaupt zu ihr kam und vorsorglich Maßnahmen gegen seine Schmerzen ergreifen wollte. Außerdem konnte sie ihm jetzt noch einmal den Verband wechseln und so viel Heilpaste wie möglich auf sein Knie klatschen. Nicht, dass es dadurch schneller besser würde oder die Menge es effektiver machte, aber es beruhigte ihren Geist, wenn sie an ihren Freund und Lieblingspatienten dachte.

So bot sie ihm auch Beeren aus Catties eigenem Anbau an, die sie bereits gepflückt und auf einem Teller bereit gelegt hatte. Dass inzwischen ein vorwitziges, kleines Männlein ihre Beeren mit einer Eigenkomposition ausgetauscht hatte, ahnten weder sie noch jemand anderes der Anwesenden im Raum. Lediglich Cattie hatte das Wesen gesehen, legte den Kopf schief, um es mit einem ihrer Hühneraugen einzufangen, aber als Darak sie hinter ihrer großen, roten Blüte kraulte, gluckte sie nur zufrieden und lullte sich auf seinem Schoß ein. Cattie war für diesen Mann einfach die beste Therapie, warum also sollten ihre Beeren ihm nicht auch zu Diensten sein?
"Nimm ruhig, die hab ich speziell für dich und Vesta aufgehoben. Cattie produziert sicherlich noch mehr davon." Alma entfernte den alten Verband. Das Knie sah nicht gut aus, aber der Zustand hatte sich auch nicht verschlechtert. Sicher, es war entzündet und eiterte, aber wenigstens blutete es nicht mehr. So konnte der Eiter zumindest nicht in die Blutbahn gelangen und noch mehr Schaden anrichten. Trotzdem würde sie Darak noch einen Fieber stillenden Trunk mit auf den Weg geben. Seine grauen Augen wirkten so glasig, da wollte Alma auf Nummer sicher gehen.
"Auf einem PFERD will er sitzen ..." Sie schnaubte. "Unterschätz das hier nicht, Darak. Ich meine es wirklich im Guten mit ... ach, was soll's! Achte auf dich. Sobald du irgendwas hast, kommst du mit deinem tollen Pferd zum Stadttor zurück geritten. Ich baue dort ein Lazarett für die Verwundeten auf und WEHE DIR, du bleibst stur an der Front." Die Heilerin warf Constanze einen Blick zu. "Pass du ja auf ihn auf, als wäre er die amazonische Sexgöttin schlechthin. Als wäre er Lilith!"
"Schon gut, ich hab verstanden. Sobald er niest, schleife ich ihn an seinem besten Stück bis zu dir ins Zelt zurück." Sie hob beschwichtigend die Arme. Alma grinste. Constanze und sie verstanden sich. "Natürlich braucht er dann aber auch ein Pferd, das es mit ihm aufnehmen kann. Wie kommen Pferde in der Wüste voran? Ich stamme nicht aus Sarma, auch wenn ich lange Zeit hier verbracht habe." Constanze warf Darak einen Blick zu. Dieser indirekte Vorwurf galt ihm. Aber gleichermaßen wollte sie sich auch bei ihm erkundigen. Er kannte sich am besten in der Wüstenstadt aus. Er würde wissen, dass das beste Fortbewegungsmittel im Sand nicht das Pferd, sondern das Kamel war und von denen gab es speziell Abgerichtete. Sie waren schnell und ihre Reiter eine Art Elite unter den Sarmaern.
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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 9. April 2012, 21:23

Darak ächzte, der Gedanke daran dass Alma gleich den Verband entfernen würde und an seiner übel aussehenden Verwundung herumhantieren würde sorgte bereits dafür, dass er das pulsieren seines Knies umso mehr wahrnahm. Wieder war ihm dieses Stigma angetan worden, wieder trug er den Bruch eines Verbrechers, den sonst bekam doch niemand pelgarische Stiefel. Solch ein blutiger Schuh bekam kaum einer unverdient und genau dies würden viele auf dem Festland Celcias denken, wenn sie den Befreier zum ersten Mal sehen. Eben jener verbrecher war es aber auch, der Sarma aktuell aus dem Sumpf der Verzweiflung zu retten versuchte, der versuchte einer todbringenden Übermacht zu trotzen. Nicht weil er ein unbedingter Patriot war, nicht weil Sarma Heimat einer allfälligen Familie war, nicht einmal aus eigenem Egoismus heraus ein Held zu werden, nein. Darak war mit diesem obsessiven Eifer an der Sache weil er erlebt hatte wie in Sarma, mitten in dieser Flut aus Verzweiflung und Terror ein Samen gepflanzt worden war. Ein Samen der bei guter Pflege gedeihen würde und ein neues Weltbild schaffen könnte. Er hatte die Geburtsstunde einer Idee erlebt, einer Idee die besagte, dass selbst ein Mörder wie er zu einem Helden aufsteigen konnte, dass selbst er ein Befreier sein konnte. Nun galt es eben jene noch immer leise Idee zu schützen damit sie alsbald in die ganze Welt geschrien werden konnte. Sein überleben war seine zweite Chance die Waagschale des Schicksals doch noch auf die gute Seite kippen zu können. Noch war selbst für einen Verdammten wie ihn, das Paradies noch nicht in unerreichbare Ferne gerückt. Sicherlich, seine Chancen waren gering, doch er hatte immerhin wieder eine. Darak Luthrokar hatte wieder eine Perspektive… für diese kämpfte er. All sein überlebenstrotz, sein sturer Wille noch so schreckliche Wunden und Situationen zu überstehen könnten sich dann letztendlich doch noch für ihn auszahlen, all sein Pein, seine Mühe, seine Läuterung würden nicht umsonst gewesen sein!
Seit er im Kontakt mit Lilith und Alma stand, seit Constanze zu ihrer Gruppe gehörte keimte in Darak das schier unstillbare Verlangen nach Busse, dies war nicht unbedingt neu, Darak wollte schon damals in Andunie aufrichtig büssen, doch diesmal schien die Zeit auch wirklich reif dafür zu sein.

Er atmete tief durch, blickte zu den blauen Beeren die ihm von Alma angeboten wurden. Er kannte diese nicht, hatte sie noch nie gesehen, doch er vertraute darauf dass Alma schon wusste was gut für ihn war und was nicht. Sie wachte ja immer mit Argusaugen darauf dass er sich auch ja brav an die von ihr verordneten Therapien hielt und ja nicht zu viel Medikamente zu essen begann. Wenn Alma also sagte er sollte doch eine nehmen, dann sollte er diesbezüglich nicht zögern. So griff er nach den Beeren und schob sie sich zwischen die Zähne, nichts ahnen dass sie ihm von einem seltsamen Wesen aus einer vermutlich anderen Welt zum Geschenk an ihn hierher gebracht wurden. Er nahm mehrere davon ein. Zerkaute sie. Sie schmeckten nicht sonderlich, aber Medizin war selten schmackhaft. Er lehnte sich in seinem Stuhl etwas zurück damit Alma seinen Fuss auf einen kleinen Bock heben konnte damit sie besser zu dem Knie kam ohne sich noch mehr bücken zu müssen.

Es dauerte bis ein Medikament wirkte, Darak spürte noch nicht sonderlich viel von den Beeren. .. doch dies konnte sich rasend schnell ändern. Dabei war es gerade jetzt wichtig dass Darak einen klaren Verstand behielt. Alma nahm von seinem Plan Notiz sich auf ein Pferd setzen zu lassen. Natürlich war diese Idee in einer Stadt die von Sand umgegeben war absurd, jeder hier wusste doch dass die Kamele die waren Wüstenschiffe waren. Vielleicht entsprach es einfach eher Daraks Bild von einem Helden, dass dieser auch auf einem Pferd angeritten kam, wer kann es ihm verübeln? Sicherlich auch Kamele waren stattliche und grosse Tiere, aber sie strahlten nunmal nicht die gleiche Kraft, Stärke und Schnelligkeit aus wie ein wilder schwarzer Hengst es tat. Nicht dass Darak Luthrokar eines schwarzen Hengstes bedurfte um eindrucksvoll zu erscheinen, mit seiner Körpergrösse, seiner Masse und besonders auch seiner Männlichkeit gab er auch so schon ein stattliches Bild von sich ab, gepaart mit seinem gesunden Selbstbewusstsein konnte er einen Raum allein mit seiner Anwesenheit zum Schweigen bringen… nun in Sarma lag dies vermutlich eher auch an seinem Ruf den er damals hatte. Heute würden sie ihm wohl zujubeln: „Der Befreier ist da, der Befreier ist da! Trinkt auf ihn, auf den Befreier!“

In weiten Teilen Celcias war er ein gesuchter Verbrecher… und hier in Sarma? Hier war er ein Held. Ja, ein Krieg veränderte wahrlich alles. Hohe Männer fielen, Gefallene schafften es wieder auf ihr Podest emporzuklettern. Waren es also die Umstände die dafür sorge ob einer Halunke oder Held wurde? Darak war sich dessen nicht sicher, viele hatten ihm bereits gesagt dass er einen guten Kern in sich trug… doch Darak zweifelte daran. Er war ein Mörder. Dies war nicht jeder. Irgendwo in ihm drinnen keimte das Böse. Böses von welchem er sich endlich reinwaschen wollte… doch noch war die Zeit dafür nicht reif. Die Zeit der Busse konnte erst nach dem Krieg anbrechen. Denn im Krieg waren besonders die Fähigkeiten eines heimtückischen und kompromisslosen Halunken gefragt… genau dieses Profil hatte er.

Constanze holte ihn mit ihrem, nicht gerade sehr angenehm klingendem Versprechen an Alma bezüglich seiner allfälligen Rückkehr im Krankheitsfall wieder in die Realität zurück. Er blinzelte. Irgendwas war anders als vorher… aber was?
Er blickte auf. Nickte. „Natürlich… ein Kamel… ihr habt natürlich recht…nur ein Kamel kommt für die Front in Frage… nur so bin ich schnell genug dort…“ Irgendwie…. Fühlte er sich…seltsam… er begann immer häufiger zu blinzeln, schüttelte leicht seinen Kopf.

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Freitag 13. April 2012, 15:39

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Re: Im Sultansviertel - Der Herrscherpalast

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 25. Februar 2015, 10:10

Darak Luthrokar kommt von Das Stadttor Sarmas -> Blut und Sand

Wie ruhig es hier doch war! Das Sultansviertel lag fern genug vom Kampfgeschehen vor den Toren, um den größten Lärm bis an seine Grenzen zu tragen. Gedämpft mochte man die Kriegsschreie noch wahrnehmen, vor allem aber Fauchs mächtiges Brüllen, aber es klang wie ein Donnergrollen, das baldigen Regen verkündete. Klänge, die nur wenigen Sarmaern vertraut waren. Wann brach über der Wüstenstadt schon einmal ein Gewitter herein?
So unwahrscheinlich jenes Naturschauspiel allgemein sein mochte, so schwer konnte man sich an der Pforte des Herrscherpalastes nun einen Krieg vor den Toren vorstellen. Hier schien alles noch oder wieder seine Ordnung zu haben. Man sah selbst dem Palastgebäude die kurze Regentenzeit der dunklen Völker an und doch versuchte man gerade hier eine Stärke an den Tag zu legen, die davon kündete, dass ein Sarmaer sich von niemandem unterdrücken ließ. Ob Vesta dies arrangiert hatte?
Vor den Toren zum Palast und auf den Wegen entlang der Gärten fanden sich vereinzelt aber wohl positioniert Wachen vor. Diese Männer mochten insgeheim dankbar sein, sich hier die Füße platt zu stehen und nicht beim übrigen Volk vor den Stadttoren ihr Leben zu lassen. Den meisten sah man es an. Gelegentlich passierte die Sänfte, in der jener Befreier von Sarma durch die Palastgärten getragen wurde, eine Gruppe Frauen. Sie waren verhüllt, trugen schwarze Schleier und neigten das Haupt, wenn der ungesehen Gast vorbei zog. Manch eine verschluckte sich an einem erstickten Laut. Diese Reaktion war Rhivens Anwesenheit zu verdanken. Aber da der Dunkelelf ganz ruhig blieb, die Verhüllten ignorierte, schien die Angst derer nur von kurzer Dauer. Sie wussten, wer im Herrscherpalast das Szepter in Händen trug. Unter Vestas Herrschaft wähnten sie sich ungemein sicher, dabei musste es der heimlichen Stadtherrin doch einstweilen unglaublich schlecht gehen. Oder hatte Alma sie so gut versorgt, dass sie ob ihrer zertrümmerten Beine schmerzfrei war? Man mochte es kaum glauben. Die Antwort würde Darak erst in wenigen Momenten erhalten. Bis dahin setzte die Sänfte ihren Weg fort und er unterhielt sich mit seinem Sklaven. Denn noch immer gab es für beide Themen, über die sie abseits der Schlacht sprechen konnten. Nicht zuletzt, weil die Umstände für neuen Gesprächsstoff sorgten. Dieses sichelförmige Amulett beispielsweise. Es regte Darak dazu an, über die Götter zu philosphieren. Vielleicht hatten ihn die Gebete an Lysanthor auf dem Weg zum Palast auch ein wenig inspiriert. Und wenn Darak über Götter nachdachte, da musste er ja früher oder später auf Manthala zu sprechen kommen. In seinen Augen wohl die erotischste Gottheit, die sich die humanoiden Völker je geschaffen hatten. Und wenn man an weibliche Schönheiten dachte, dann kamen einem Frauen im Allgemeinen in den Sinn. Kein Wunder also, dass er selbst Rhiven fragte, ob der ein Mädchen hatte. Seine Antwort weckte jedoch weitere Fragen.
"Nicht in dem Sinn heißt .... dass ich kein Mädchen habe. Nein. Ich hab keines. Fragt mich etwas Anderes, Herr!" Darak musste da ein besonderes Thema gestreift haben. Rhiven verhaspelte sich zusehendst in seinen Emotionen. Erst zeigte er dieses Erstaunen über fallenden Schnee und jetzt das. Ob der Krieg ihm langsam doch zusetzte? Ob seine Wunden aufgebrochen waren? Blutverlust führte manchmal zu Halluzinationen. Dann sprach man im Delirium schwachsinniges Zeug oder auch Dinge, über die man in wachem Zustand den Mund hielt. Der Elf wirkte jedoch nicht, als würde ihm seine Verletzung schwer zu schaffen machen. Eisern marschierte er neben der Sänfte her, wagte es nun aber nicht, zu Darak zwischen die Vorhanghälften zu schmulen. Vermutlich zum stillen Dank desselben kehrte Darak zu Frauen mit Namen zurück: zu Manthala. Somit stellte er seinem Kriegsgefangenen eben neue Fragen bezüglich seines Glaubens dieses Mal.
Rhiven, der noch immer keinen Blickkontakt suchte, nickte langsam. "Erzogen im Glauben an den einzigen. Ich diene Faldor." Morgerianische Soldaten wurden dem blutrünstigen Gott aus besagten Gründen generell näher gebracht als der verschlagenen Manthala. Ihre dunklen Anhänger der Elfen waren zumeist Spione, Scharlatane, Assassinen und tückische Händler. Aber auch so manche intrigante Adlige fand Gnade in ihrem Schoß der Nacht, wenn sie den Gatten aus frivolen Gründen mit Gift einen raschen Tod bescherte. "Aber Manthala ist mir auch ein Begriff, natürlich." Er wies erneut auf das Amulett, das Darak auf die Brust gefallen war, von wo auch immer. "Das ist ein Zeichen. Sie ist mit dir." Diese Worte drückten wohl weitaus mehr über Rhivens Glauben aus als seine Erklärung zu Beginn es vermochte. Ein verkappter Manthala-Anhänger und warum auch nicht? Wer konnte dieser Göttin schon widerstehen? Sie war schön! So schön wie Vesta ...

... zu der Daraks Sänfte nun geführt wurde. Die Pforten des Palastes öffneten sich. Es ging durch ein Atrium. Das Wasser der Becken war noch immer rot von Blut. Hier hatten die Wüstendiebe gewütet und Dunkelelfen vernichtet. Ihre Leichen waren bereits weggeschafft worden, aber die wenigen Sklavinnen des Palastes waren noch immer mit dessen Säuberung beschäftigt. Rhiven leckte sich die Lippen, als er an den Blutbecken vorbei kam.
Die Sänftenträger ließen jedoch wenig Zeit, um den Anblick zu "genießen". Man vermutete Vesta Tenma Negra, respektive ihre stellvertretenden Minister, die ja augenscheinlich die neue Regierung Sarmas darstellten, in einem Audienzsaal des damaliten Sultansherrschers. So brachten sie Darak genau dorthin. Seine Sänfte stellten sie am Fuß des Sultansthrones ab und verließen den Raum. Was immer hier besprochen wurde, ging einfache Bürger nichts an. Sie würden wphl in den Palastgärten warten, bis man sie brauchte. Derweil hatten sie sich Wasser und Früchte verdient. So blieb nur Rhiven übrig, der sich niederbeugte, um Darak erst die Krücken zu reichen und ihm dann aus seinem Transportmittel zu helfen.
Der Thronsaal war leer. Noch.
"Darak!" Nur eine besaß diese trällernde Stimme. Darak wusste, wer da durch die Seitenpforten tänzelte, noch ehe sich die Flügeltüren öffneten. Beschwingt und voller Glück wie ein Nebelgeist inmitten der blutigen Szenerie Sarmas tänzelte Lilith Blütentau barfüßig und in körpergefälligen Gewändern aus Taft und Seide über den Marmorboden. Sie verursachte kaum Geräusche und ihre Augen füllten sich nebst dem violetten Leuchten dieser Amethyste mit saphirblauen Tränen. Wie weich sie doch war, als ihre Arme sich zwart und doch sehnsüchtig um Daraks Halsmuskeln legten. "Du lebst!" So viel Liebe, Freude und Herz lag in dieser Nachricht. So viel Dankbarkeit, ihr den Wunsch erfüllt zu haben.
Wesentlich gefasster und distanzierter betrat Vesta den Thronsaal. Wobei man kaum von betreten sprechen konnte. Auch sie wurde in einer offenen Sänfte, die einem Brett mit Tragegriffen glich, auf der man einen weichen Teppich und jede Menge Kissen gelegt hatte, hereingebracht. Ihre Dienerschaft setzte sie behutsam auf den ehemaligen Sultanatsthron. Mit einer herrischen Handbewegung schickte sie jene Frauen fort. Ja, sie ließ sich ausschließlich von Frauen transportieren. Ob da etwas von den Amazonen abfärbte?
"Willkommen", drang ihre Stimme zu dem verliebten Paar und dem Elfensklaven durch. Nur Darak kannte die Bordellherrin lang genug, um das Zittern heraus zu hören. So ruhig sie sich auch gab, es war kaschiert. Sie rang um Beherrschung und auch ihre Oberschenkel zitterten leicht, während man glauben mochte, die Ungeduldg ließ sie ihre Finger immer wieder trippelnd auf die Lehne des Thrones senken. Nein, es war Ablenkung von Schmerzen. Darak kannte diese Frau zu gut, um anderes zu glauben.
Und Lilith, die nun ihre sanften Lippen dicht an sein gesundes Ohr schob, bestätigte es ihm mit leisen Worten: "Sie weint, wenn sie sich unbeobachtet fühlt."
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