Flucht durch Sarma

Hier wohnen die Bürger Sarmas, vom einfachen Sklaven bis hin zum hohen Handelsherren oder angesehenem Magier. Je nach Reichtum und Machtverhältnis findet man hier kleine Barracken oder prachtvolle Anwesen aus Sandstein und Marmor.
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Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Samstag 19. April 2008, 13:24

[Chanda kommt mit NPC Ronar und Allira von "zum glühendem Gasthaus--> Der Schankraum]

Allira stoß die Tür am Ende der Küche auf und glitt leise hindurch, wobei sie diese noch für Ronar und Chanda aufhielt, die ihr ebenfalls hindurch folgten. Kühle Luft schlug ihnen entgegen, was nach der heißen, stickigen Atmosphäre in der Schenke merkwürdig wirkte.
Sie befanden sich in einer Art Nebengasse; Müll stapelte sich an den Wänden, zwei Hunde wühlten darin nach Futter und eine erbärmliche Gestalt, von der man nicht erkennen konnte, welches Geschlecht sie wohl hatte, sah so aus als wolle sie sich den Tieren anschließen. Die Straße war staubig, und voller Dreck und Sand. Ronar und Allira schien das in keinster Weise zu beeindrucken; es war ihre Stadt, sie waren hier Zuhause und kannten sich gut aus.
Die Wüstendiebin führte sie zielstrebig durch die Gassen und Ecken Sarmas; sie ließ sich keinerlei Unruhe anmerken. Ronar blickte immer wieder zu Chanda, vielleicht um sich zu vergewissern, dass sie mitkam. Er achtete kaum auf den Weg, den sie einschlugen, er kannte sich hier aus und würde sich selbst dann nicht verirren wenn er mit verbundenen Augen durch die Stadt hätte irren müssen.
Nach kurzer Zeit sprach der Wüstendieb mit gedämpfter Stimme zu ihr.

"Wir werden mit ein paar 'Freunden' zusammen treffen. Ich wollte es dir sagen, damit du nicht erschreckst. Unsere Flucht ist bestens geplant; wir hatten zwar gehofft ein paar Tage mehr Zeit zu haben, aber anscheinend ist irgendetwas dazwischen gekommen. Aber das spielt keine Rolle. Jedenfalls musst du keine Angst haben; dir wird nichts passieren. Aber sicherlich hattest du das eh nicht. Du hättest eine Gute Wüstendiebin abgegeben, wenn du bei uns in Sarma geboren wärest."

Er bedeutete ihr mit einer schnellen Geste zu schweigen, als Allira plötzlich stehen blieb. Am Straßenrand kauerte eine vermummte Gestalt. Auf den ersten Blick wirkte er wie ein Bettler; als er aber seine Kapuze nach hinten schlug erkannte man an seinem Gesicht, auf dem ein harter Ausdruck lag, dass dies nicht sein konnte. Der Mann war ungefähr um die dreißig und hatte braune Haare. Seine Nase war ein wenig gekrümmt und sein Kinn stach deutlich aus dem Gesicht hervor. Seine Augen blicken Wild aus seinem Gesicht und sein ungeschnittener Bart verstärkte diesen Ausdruck noch.Er nickte zuerst Allira und Ronar zu, dann glitt sein Blick fragend zu Chanda und er führte einige schnelle Bewegungen mit seinen Händen aus. Die Wüstendiebin blickte zuerst erbost, dann nickte sie begreifend.

"Gadur, lass das! Sie ist eine Freundin. Du brauchst keine Angst zu haben, sie wird uns nicht verraten. In ihrer Gegenwart kannst du ruhig sprechen... Ronar hat den heutigen Tag mit ihr verbracht und wir können sie nicht hängen lassen."

Der Mann namens Gadur sah immer noch sehr abschätzend aus. Geschmeidig erhob er sich und beäugte Chanda misstrauisch von allen Seiten wie ein Tier. Dann nickte er und benutzte wieder seine Hände. Diesmal schüttelte Ronar den Kopf und antwortete ebenso schnell wie lautlos. Allira schüttelte nur den Kopf und flüsterte Chanda nur zu: "Männer"

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Sonntag 20. April 2008, 00:10

Verdammt, Chanda konnte sich nicht entsinnen jemals durch so schmale Gassen gegangen zu sein. Verwinkelt und schmutzig waren sie dazu auch noch! Allein das Beschreiten des Bodens hatte zur Folge, dass sich bald schon eine Staubschicht auf ihre Stiefel legte und ihnen dadurch eine eher sandige Farbe verlieh. Ihr Weg beschrieb mehrere Kurven und Abkürzungen, Chanda hatte ziemlich Probleme überhaupt noch eine Orientierung zu finden. Alsbald hatte sie diese auch ganz verloren, was sie mit einem unwohlen Gefühl in der Magegengend zur Kenntnis nahm. Normalerweise wusste sie, wo sie sich ungefähr aufhielt, diese verschlungenen Wege machten es ihr aber fast unmöglich sich zu orientieren.
Da sie das Schlusslicht bildete und Ronar vor ihr herlief, blieb ihr nichts anderes auf seinen Rücken zu starren und ab und an einen Rückblick über die Schultern zu werfen. Nur um sich zu vergewissern, dass man ihnen auch nicht folgte.
War das überhaupt in diesem Labyrinth möglich?
Natürlich, Allira und Ronar fanden sich auch prächtig zurecht, irgendwie musste das ja machbar sein.
Mit leiser Stimme sprach Ronar zu ihr und erklärte ihr, dass sie noch auf weitere Menschen treffen würden. <b>Ein ausgeklügelter Plan also. Und wieso gerate ich da hinein? Ich umgebe mich anscheinend immer mit den falschen Leuten.</b> Auf seinen Kommentar hin, sie wäre eine gute Wüstendiebin geworden, hob sie nur eine Augenbraue. Das anscheinend auch Frauen bei den Wüstendieben waren, war aufgrund der Tatsache, dass Allira ebenso zu ihnen gehörte, ja bekannt. Aber wie Chanda zuvor auch schon gedachte hatte: Sie wäre zu eigenwillig gewesen um sich einer größten Organisation anzuschließen. Wie es ausgesehen hätte, wenn sie hier geboren wäre, konnte sie natürlich nicht sagen, aber eigentlich war sie nur froh drum. Diese Insel war ein Ort der Unterdrückung und Sklaverei. Es würde ein schönes Gefühl sein wieder das Festland unter den Fußsohlen zu spüren!

Die Gruppe blieb stehen, angefolgt von Allira. Vor ihnen befand sich eine vermummte Gestalt, welche sich allerdings enttarnte und einen Mann zum Vorschein brachte, der alles andere wie ein Straßenbettler aussah, was man zuerst vielleicht vermutet hätte. <b>Soso, langsam sammeln wir alle verlorenen Kücken ein, interessant.</b>
Man musterte sie scharf, dann schien man sich mithilfe einiger Handbewegungen zu verständigen. Rendinea! Wie gern würde sie auch diese Sprache aus verschiedenen Gesten beherrschen! Aber Chanda blieb ungerührt und wartete ab, wie man ihr entgegen kommen würde - das man sie allerdings umkreise wie es ein Geier über einem Kadaver tat, gefiel ihr nicht gerade. Ihre Miene verzog sich und ein Funkeln in ihren Augen warnte vor den folgenden Worten.
"Ich bin kein Beschauungsobjekt, meine Herren. Ich denke es gilt wichtigeres zu tun als mich zu begutachten. Mehr als das, was ihr jetzt von mir seht, werdet ihr weder jetzt, noch zu späteren Zeitpunkt vor Augen bekommen. Macht euch also keine Hoffnungen."
Worüber die Männer eigentlich gesprochen hatten, wusste sie natürlich nicht, aber es schadete nie von vornherein zu demonstrieren, dass man sich mit ihr nicht anlegen sollte. Egal, was dieser Krähenvogel von ihrem losen Mundwerk hielt.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Sonntag 20. April 2008, 10:37

Der Wüstendieb der sie so misstrauisch beäugt hatte grinste leicht verlegen schief. Ronar klopfte Chanda auf die Schulter und deutete auf Gadur.
"Du hast bei ihr keine Chance, sie lässt sich so leicht nichts gefallen." Zu Chanda meinte er mit einem spöttischen Blick zu dem anderen Mann. "Er kennt nur Frauen, die vor ihm kriechen und alles machen, was er will. Ich hoffe doch, du machst mir die Freude und erweist ihm diesen Gefallen nicht?!"

Gadur blickte verwirrt zu Chanda und schüttelte dann abwesend den Kopf. "Wir müssen hier weiter. Die anderen warten am Hafen auf uns... Bis auf Zonen. Der Kerl war so schlau und hat sich vom Bund erwischen lassen. Theoretisch müsste er innerhalb der nächsten Minuten zu uns stoßen. Wir warten nur so lange wie nötig auf ihn, sollte er nicht rechtzeitig kommen, müssen wir ohne ihn los."
Er zog die Kapuze seines Mantels über seinen Kopf und ging schnellen Schrittes weiter. Ronar beeilte sich schnell neben ihn zu kommen und leise redeten sie über etwas, was weder Chanda, noch Allira, die ihre Freundin vorsichtig am Ärmel zupfte, verstehen konnten.

"Chanda, ich hab eine Idee. Es sieht ja so aus, als würdest du noch länger bei uns bleiben und... naja, ich dachte ich bringe dir ein bisschen Rendinea bei. Du musst es können wenn wir wieder auf dem Festland sind, jedenfalls so weit, dass du dich mit uns verständigen kannst. Natürlich nur wenn du willst und vielleicht magst du uns ja gar nicht mehr begleiten, wenn wir wieder vom Schiff weg sind. Aber ich würde mich freuen. Die Jungs können manchmal echt nerven, da hab ich mir schon oft gewünscht, ich hätte eine Freundin dabei."
Sie blieb kurz stehen und kramte in einem Beutel und zog ein Stoffbündel heraus, das sich bei näherem hinsehen als ein langes Tuch entpuppte.
"Das solltest du überziehen; ich helfe dir dabei, es um deinen Kopf zu wickeln. Aber deine hellen Haare fallen zu sehr auf. Nicht jeder aus dem Bund weiß, wie wir aussehen, aber es kann gut sein, dass man eine Beschreibung durchgegeben hat. "
Sie warf Chanda ein bedrücktes Lächeln zu, blickte dann aber wieder fröhlich.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Sonntag 20. April 2008, 12:15

Bei Ronars Worten bezüglich Gadurs Frauenansicht huschte ein kurzes Grinsen über ihre Lippen, welches im nächsten Moment auch schon wieder verblasst war. "Soso, mit solch einer Einstellung werdet Ihr auf dem Festland aber nicht viel Glück bei den Frauen haben." Diese Worte richtete sie an Gadur, auf Ronars letzten Worte hin schenkte sie einem vielsagenden Blick. Natürlich würde sie sich nicht auf so einen Sklavenhändler einlassen! Hatte Ronar etwa Angst, Chanda könnte an einem der Männer Gefallen finden? Der Gedanke amüsierte sie, sie sähe es gerne, wenn man sich um ihr Wohlgefallen prügeln würde. Am besten eine ganze Mannschaft aus hinterweltlerischen Wüstendieben, allesamt darauf begierig, die blonde Schönheit mit dem losen Mundwerk für sich zu beanspruchen.
Aber alle würden sie leer ausgehen.
Mit diesen Gedanken warf sie einen Blick gen Himmel, die folgenden Worte Gadurs interessierten sie nicht mehr und als Ronar sich neben ihn gesellte und beide vorgingen, heftete Chanda ihre grünen Augen auf die Rücken beider Männer. Ehe Allira sie ansprach.
Wie passend, dass diese ihr gerade dann das Angebot machte, als Chanda darüber nachgedacht hatte, wie praktisch es wäre, wenn sie ein wenig Rendinea könnte. Sie schenkte dem Mädchen ein Lächeln. "Sehr gerne würde ich etwas von dir lernen." Sie warf den beiden vorausgehenden Männern noch einen Blick zu, als Allira erzählte, dass es ganz schön anstrengend sei, sie ständig um sich zu haben.
"Das kann ich nur allzu gut verstehen. Du musst dir sicherlich einen dicken Pelz angelegt haben um bei diesen Rüpeln überhaupt wahrgenommen zu werden."
Wahrscheinlich war allein die Tatsache, dass Allira Ronars kleine Schwester war, der alleinige Grund, weshalb man sie überhaupt duldete.

Ihre Begleiterin blieb plötzlich stehen und kramte etwas aus ihrer Tasche heraus. Ein Tuch, ganz eindeutig eines für den Kopf. Es bedurfte keine Erklärung, wofür es bestimmt war. Seufzend nahm Chanda es entgegen und verabschiedete sich für den Moment von ihren Haaren, die sie so sehr liebte. Bevor es allerdings umwickelt werden konnte, musste Chanda ihre Haarpracht zusammenbinden um sie auf Kürze zu bringen. Es war erstaunlich, aus welchen Ecken und Winkeln sie alles Haarnadeln und Bänder hervorholte und mit welch geschickten, schnellen Fingern sie es schaffte, das gesamte Haar in einen Knoten zu verwandeln, der in ihrem Nacken lag. Dann legte sie das Tuch auf, konnte aber weiter nichts damit anfangen.
"Ja bitte, ich habe keine Ahnung wie man so ein Tuch um den Kopf bindet."
Sie ging etwas in die Knie um es Allira leichter zu machen, an ihren Kopf zu kommen, denn Chanda war um einiges größer als die junge Frau.
Größer als die meisten Frauen auf Sarma.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Sonntag 20. April 2008, 18:15

Allira umfasste das Tuch mit beiden Händen und wickelte es kunstvoll um Chandas Haar und Kopf. Ihre zarten Hände erwiesen dabei unerwartetes Geschick und Fingerfertigkeit. Geübt verknotete sie es an einigen Stellen noch, damit es hielt und strich dann nur noch eine widerspenstige Strähne nach hinten.
"So, nun erkennt euch keiner mehr; abgesehen von euren Augen und eurer Hautfarbe, aber das können wir nun nicht ändern; ich jedenfalls würde euch kein Tuch über beides binden, damit würdet ihr noch viel mehr auffallen und außerdem nichts mehr sehen. Kommt schnell weiter, sonst verlieren wir die Anderen noch."

Sie griff Chanda bei der Hand und zog sie hinter sich her. Ronar und Gadur waren bereits um die nächste Ecke verschwunden doch Allira kannte sich gut genug aus um sie schnell wieder einzuholen. Die Beiden standen in einem Häusereingang und bedeuteten den Frauen, leise zu sein, während Ronar sie zu sich zog.
"Seid ganz leise, wir haben gerade etwas gehört; es kann gut sein, dass wir verfolgt werden... Psst!"
Einen Moment sah es so aus, als wolle er ihnen eine Hand auf den Mund legen, überlegte es sch dann aber doch anders.

Ein leisen, unheimliches Kichern erklang von irgendwo überhalb ihnen. Erschrocken sog Allira die Luft ein und Ronar sah so aus, als bereue er es, ihr den Mund nicht mit einem dicken Klebeband verbunden zu haben. Ein knacksen, das auf brechendes Holz hindeute und eine krächzende Stimme, die schaurig klang.
"Hab ich euch endlich gefunden... ihr werdet nun kein ruhiges Stündchen mehr haben. hihihi... der Bund hat eine schön hohe Summe für denjenigen, der euch findet und ausliefert! Ich bin ja eigentlich nicht so, aber sonst muss ich verhungern und das mag ich noch weniger."

Ronar blickte kurz zu Chanda und legte einen Finger auf seine Lippen. Sein Blick besagte 'sei bloß leise und keine Angst. Es wird nichts passieren.', aber hatte er wirklich recht?

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Montag 21. April 2008, 13:20

Gerne hätte Chanda sich in einem Spiegel betrachtet um zu sehen, was Allira auf ihrem Kopf bewerkstelligt hatte, aber leider ergab sich gerade keine Gelegenheit dazu. Sie richtete sich wieder auf und tastete vorsichtig mit den Fingern auf dem Stoff um zumindest zu erahnen, was sich auf ihren Haaren befand. Alliras Kommentar bezüglich der verbundenen Augen erinnerte sie an eine Trainingsmethode, damals im Kloster des Neldoreth, als die Mönche sie in der Energiemagie unterrichteten; Man hatte ihr die Augen verbunden und sie hatte verschiedene Personen oder Gegenstände erraten müssen, die sich im Raum befanden. Auch, wo sie sich befanden. Eine sehr effektive und lehrreiche Übung um sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren und störende Einflüsse, die das Auge wahrnahm, auszuschalten.
Dann wurde Chanda allerdings schon an der Hand gepackt und mitgezogen, ansonsten würden sie wahrscheinlich den Anschluss verlieren. Hinter einer Ecke realisierte sie schon anhand der beiden Männer, die sich in einem Hauseingang befanden, dass etwas nicht stimmte. Schnell wurde sie ebenfalls zur Seite gezogen und ermahnt, ruhig zu sein. Sie warf einen Blick zu Ronar hoch, der sie am Arm festhielt und Anstalten machte ihr den Mund zuzuhalten, sich allerdings anders entschied.
Sie hörte keinen Atemzug aus seinem Mund oder Nase dringen.
Dafür spürte sie allerdings seine Körperwärme und in dem Moment hätte sie ihm am liebsten noch einmal geküsst. Die Gefahr, in der sie steckten, beflügelte Chanda geradezu sich noch mehr ins Unheil zu stürzen. Aber sie beherrschte sich, das konnte sie gut, wenn sie es denn wollte.
Die unheimlichen Worte, die in der engen Gasse überdeutlich zu ihnen getragen wurden, verursachten einen sachten Schauder über Chandas Nackenhaut. Ronar bedeutete ihr allerdings weiter still zu sein, etwas anderes kam ihr auch gar nicht in den Sinn.
Es wurde von einem Kopfgeld gesprochen. So konnte man sich zumindest sicher sein, dass man ihren Fluchtplan anscheinend weit verbreitet hatte - und dass man viel wert auf ihre Festnahme legte. Sicherlich kein beruhigender Umstand. Kurz fragte sich Chanda, wie weit sie den Wüstendieben trauen konnte. Wer versicherte ihr, dass man sie nicht auslieferte um sich dann selbst aus dem Staub zu machen? Eins stand fest: Sie würde nicht zulassen, dass man sie irgendwo hinschickte mit dem Vorwand, sie würden sich wieder treffen. Eine beliebte Methode jemanden aus dem Weg zu räumen.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Montag 21. April 2008, 15:59

Wieder knackste es, doch das Lachen das nun von oben erklang hatte nichts gespenstiges oder gar krächziges mehr an sich; auch wenn es ganz eindeutig noch die selbe Person war.
"Ihr seid so was von ängstlich... echt schlimm." Wieder ein Lachen, diesmal noch lauter.

Ronar atmete erleichtert auf ließ Chandas Arm los und zog sich an einem Balken ebenfalls aufs Dach.
"Verflucht sollst du sein, du Ausgeburt der finstersten Götter Celcias! Uns so zu erschrecken, Zonen sieht dir ähnlich."
Auf einmal fiel eine Gestalt von oben herab und landete hart auf dem Rücken. Stöhnend richtete sie sich auf, während Ronar leichtfüssig wieder zu ihnen heruntergesprungen kam. Die Gestalt stellte sich nun als Mann heraus; etwa in Ronars alter, dennoch sah er ihm nur in einem Punkt ähnlich... er hatte ebenfalls braune Haare. Doch seine Haut war viel heller als die der anderen Menschen in Sarma. Seine Ohren waren sehr viel spitzer als die normaler Menschen; er war ein Elf!
"Verdammt, dass musste nun wirklich nicht sein, oder?" Zonen schimpfte und sah wütend zu Ronar, der nur leicht lächelnd dastand; eine gewisse Befriedigung in seinen Augen.

Der Elf blickte sich kurz um, wobei er nur kurz Chanda streifte und dann auf sie zuging. Jedoch beachtete er sie gar nicht weiter, sondern umarmte Allira nur, die neben ihr stand. Diese erwiderte die Umarmung nicht, wehrte sich allerdings auch in keinster Weise, sondern legte ihren Kopf nur auf Zonens Schulter.
"Du Mistkerl" ,flüsterte sie leise, "Was meinst du, was für einen Schock ich bekommen habe, als Gadur gesagt hat, dass sie dich erwischt haben?"
Zonen schwieg kurz und strich ihr nur über die braunen Haare.

Ronar stellte sich neben Chanda und flüsterte ihr leise ins Ohr: "Das ist Zonen; ein richtiges Bist! Es freut ihn, andere so richtig zu erschrecken. Kein Wunder das er mein bester Freund ist." Er grinste kurz, fuhr dann fort. "Er ist auch kein ganzer Elf und lebt schon sein ganzes Leben auf Sarma. Bis meine Schwester ihm verfallen war hat es ziemlich lange gedauert, aber wie man sieht, war sein Werben erfolgreich. "

Zonen warf ihm einen gereizten Blick zu, löste sich dann aber schließlich seufzend von Allira. "Wir sollten weiter; sonst kriegen sie uns wirklich noch. Ach, wer bist du übrigens?" Meinte er an Chanda gewandt. "Mir scheint, dass ich dich noch nicht kenne; das ist mal wieder typisch Ronar... man denkt, der Plan sei völlig klar und alles stehe schon fest und dann bringt er einem doch noch eine Überraschung!"

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Montag 21. April 2008, 18:00

Die nächsten Worte klangen längst nicht so furchteinflößend wie zuvor. Wollte man sie etwa auf den Arm nehmen? Es schien fast so. Ronar ließ endlich von Chanda ab und kletterte auf das Dach. Anscheinend hatte er mehr Ahnung, was da vor sich ging. Kurz darauf landete eine Gestalt vor Chandas Füßen und rappelte sich mit sandiger Kleidung auf. Einen Augenblick machte sich Chanda auf einen Angriff gefasst und tastete nach dem Dolch, den sie mit ihren Rucksack auch wieder besaß und nun an einem Lederband zwischen den Rockfalten versteckt hielt. Aber schnell erkannte sie ihren Irrtum.
Dieser Mann rappelte sich nur fluchend auf, während Ronar geschickt neben ihm landete und mit gewisser Genugtuung den Sturz beobachtet hatte. Dieser Mann, Zonen sein Namen, sah so ganz unsarmisch aus. Auf den zweiten Blick erriet man auch, wieso. Elfische, feine Züge waren es, die Chanda unbeachtet ließen und Allira seine Aufmerksamkeit schenkten.
Ronar klärte sie erneut auf. Ganz eindeutig hatte er seine Fittiche um sie gelegt und schien ihr gegenüber ein gewisses Verantwortungsbewusstsein entwickelt zu haben. Das ließ Chanda trotzdem ihre Vorsicht nicht vergessen.
"Soso, ein Biest also. Macht ihn doch gleich sympathischer," sagte sie mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Zonen löste sich von Allira und fragte Chanda, wer sie sei. Erst jetzt beachtete er sie, was die Blonde allerdings nicht groß störte. "Chanda mein Name. Nachdem ich von Ronar entführt und gefoltert wurde, benutzt er mich als seine Geisel um mich im Falle eines Angriff als lebendes Schutzschild zu verwenden." Sie zuckte die Schultern ohne eine Miene zu verziehen. "Ich glaube, ich bin ihm schutzlos ausgeliefert. Oder wollt Euch erbarmen einer armen, geschunden Seele die Freiheit zu schenken?"
Sie schlug die Augen auf und im ersten Moment schien es wirklich so, als blicke den Halbelfen ein verängstigtes 'Mädchen' entgegen, dann schlich sich ein listiges Funkeln in die giftgrünen Augen und verriet ihre Schauspielerei. Das folgende, breite Grinsen tat sein Übriges dazu um sie als Lügnerin zu enttarnen. Schließlich wandte sie ihren Kopf in Ronars Richtung strich ihm neckisch über das Kinn.
"Nein, in Wirklichkeit ist er ganz harmlos, mh?"
Anscheinend schien sie ihren Spaß daran zu machen, die ganze männliche Mannschaft aufzuwühlen.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Samstag 26. April 2008, 23:52

Ronar lächelte Chanda spöttisch zu, als ihr ihm über sein Kinn fuhr und strich mit seiner Hand über ihre Kopfbedeckung.
"Natürlich, denkst du, ich könnte dir irgendetwas antun? Nein, ich bin der netteste aus unserer Gruppe..."

Er warf Zonen einen kurzen Blick zu, der nachlässig grinste, sich dann aber zu Chanda wandte.
"Sag, können wir dir vertrauen? Ich habe keine Lust nachher den Wüstendieben ausgeliefert zu sein, das ich nämlich nicht sehr angenehm und es würde dir nichts bringen; sie halten nichts von Leuten, die ihre Kameraden verraten. Aber ich glaube schon, sonst hätte Ronar dich ja nicht angeschleppt, oder?"

Fragen warf er ihr einen kurzen Blick zu, wobei Allira ihn neckisch am Kopf schlug.
"Hey, sie ist meine Freundin! Sei nicht so gemein zu ihr, selbstverständlich können wir ihr trauen, was denkst du denn?"

Aber auch sie sah jetzt nachdenklicher zu Chanda. Obwohl sie eher ungläubig wirkte, schien es, als wolle sie es von ihr noch einmal bestätigt wissen. Ronar jedenfalls schien wohl zu merken, in was für eine Lage sich die junge Frau nun befand, da auch Gadur zusehenst misstrauischer wirkte, und legte schützend einen Arm um ihre Schulter.
"Ich hätte sie nicht zu euch gebracht, wenn ich nicht glauben würde, dass man ihr vertrauen kann. Vielleicht sollten wir das alles an Bord besprechen, sonst findet man uns hier noch und das ist wirklich das letzte, was ich will!"

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Mittwoch 30. April 2008, 18:17

"Wenn du der Netteste in der Gruppe bist, kann es sich um deine Begleiter ja nur um Langweiler handeln."
Ein kurzer, herausfordender Blick in die Gruppe, dann aber wurde sie wieder ernster, als man direkt das Wort an sie erhob. Zonen, dieser Halbelf, fragte sie nun, ob man ihr trauen könnte. Am liebsten hätte sie alles dafür gegeben um den Anschein zu erwecken, dass man es <b>nicht</b> könnte -allein nur um die Gruppe in Unruhe zu versetzen- aber als schließlich alle sie anblickten, selbst Allira, erkannte Chanda, dass sie anscheinend eine ehrliche Antwort erwarteten.
Kurz legte sich ein ernstes Schweigen in die Runde, dann spürte Chanda Ronars Arm um ihre Schulter liegen. Merkwürdig, sie fühlte sich so beinahe geborgen.
Nicht nur das; Er verteidigte sie sogar.
Normalerweise müsste Chanda nun nichts mehr sagen, jetzt, da er alle aufforderte weiter zu gehen. Aber täte sie nichts, sondern ließ das Misstrauen -und sei es auch nur ein kleiner Funken- im Raum stehen, wusste sie, dass die Weiterreise unangenehm werden würde.
Also erhob sie doch das Wort, dieses Mal ohne diesen neckischen Unterton.
"Ihr könnt mir vertrauen. Ich will nur zurück nach Andunie, weiter nichts. Außerdem seid ihr die einzigen Wüstendiebe, die ich kenne. Oder Ex-Wüstendiebe, wie man ja schon sagen muss."
Nachdem diese Worte ausgesprochen waren, schwang sich wieder eine Augenbraue in die Höhe und sie meinte wieder gleich viel lässiger: "Auf diesem sandigen Boden lassen sich nur schlecht Wurzeln schlagen, also...?"
Für sie war die Angelegenheit nun geklärt. Wer jetzt noch misstrauisch war, sollte es direkt heraus sagen oder schweigen. An Bord konnten sie sich immer noch die Köpfe einschlagen.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Montag 5. Mai 2008, 23:07

Ronar nickte und Zonen blickte Chanda nur noch einmal kurz dann, dann nickte auch er.
"In Ordnung, wir vertrauen dir. Aber eigentlich hatten wir nicht vor, nach Andunie zu fahren; es ist zu nah. Wir hatten eher an Rumdett gedacht. Dort gibt es ein paar Leute, die uns weiterhelfen können, während wir uns in Andunie nur die ganze Zeit in Angst verstecken müssen."

Einen Moment zögerte er, dann fügte er noch hinzu: "Entscheide dich jetzt: willst du weiter mit uns kommen; oder lieber schauen, dass du alleine nach Andunie kommst? Wir können dich jetzt nicht dorthin bringen, unter anderen Bedingungen vielleicht, aber so..."

Fragend blickten nun schon wieder alle Chanda an. Hatten sie doch tatsächlich die Wüstendiebe vergessen, die ihnen noch auf den Fersen waren? Oder warum trödelten sie so?
Allira jedenfalls sah die andere Frau beinahe flehend an. "Du kommst mit uns, nicht wahr? Rumdett soll ganz... amüsant sein. Und was willst du schon in Andunie? So ganz alleine? Oder gibt es da etwa jemanden..."
Sie warf Ronar einen kurzen Blick zu, der kurzzeitig merkwürdig gequält aussah, so als würde ihm die Vorstellung, dass Chanda schon jemanden anderen hatte, nicht gefallen. Instinktiv drückte er sie ein bisschen fester an sich.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Mittwoch 7. Mai 2008, 19:39

Sie wäre beinahe schon voran gegangen, aber Ronar hielt sie immer noch fest und man machte keine Anstalten weiter zu gehen. Verwirrt sah sie auf, wollten sie solange hier warten bis man sie fangen würde?
Die nächsten Worte Zonens machten sie stutzig. "Nicht nach Andunie?" Sie wandte den Kopf in Ronars Richtung und als dieser keine Anzeichen machte, dass es sich vielleicht um einen Scherz handeln könnte, schluckt Chanda. Man ließ ihr gar keine andere Wahl! Ihre anfängliche Verwunderung wurde zur Seite geschoben und machten einer aufbrausenden Wut Platz.
Da konnten Alliras flehenden Augen auch nichts ausrichten.
Chanda entwandt sich Ronars Arm und trat einen Schritt zurück. Das blitzartige Funkeln in den Augen kündigte den Sturm an.
"Ihr verfluchten Mistkerle! Ihr lasst mir gar keine andere Wahl als mit euch zu kommen! Mich sucht man wahrscheinlich genauso wie euch und ihr wisst genauso gut wie ich, dass man alleine... als Nicht-Ortskundiger verloren ist!"
Ihre Stimme war nun laut, man würde sie auch sicherlich auch eine Gasse weiter hören. Aber damit war nicht genug: Ein Knistern lag in der Luft, hauchdünne silberne Fäden waren für einen Moment zu erahnen, dann stampfte Chanda mit einem Fuß wütend auf den Boden auf und eine Erschütterung der Erde folgte darauf, die bis zur Hauswand weiter verlief und einen Riss in dem Stein schlug.
Dann war dieser 'Anfall' so schnell verschwunden, wie er gekommen war und Chandas Gesichtszüge glätteten sich.
"Gut, nach Rumdett. Große klasse. Ich freu mich schon. Von der Sklaverei zur Piraterie. Welch eine Leistung."
Damit wandte sie sich abrupt ab und stapfte los. Dank ihrer großen Selbstdisziplin schluckte sie all die üblen Beschimpfungen einfach runter und verhinderte, dass ganze Häuser von ihren Energieschlägen dem Boden gleich gemacht werden würden. <b>Na wartet, das werde ich euch heimzahlen...</b>

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 7. Mai 2008, 21:46

Chandas Wutausbruch schien sich ebenso schnell zu verflüchtigen, wie er gekommen war, doch merkte man ihr ihre Ironie deutlich an. Keiner schien von dem Riss im Stein besonders beeindruckt, hatte man doch schon von ihren Fähigkeiten in der Magie erfahren.
Niemand hielt sie zurück, als sie wütend davon stampfte, nicht einmal Ronar machte Anstalten dazu. Er stand nur achselzuckend da und blickte ihr hinterher. Die Anderen hatten sich bereits umgedreht und gingen davon.

"Leb wohl, Chanda. Dein Temperament war wohl zu aufbrausend um bei uns zu bleiben. Doch haben wir nie etwas davon gesagt, dass wir nach Andunie wollen. Geh einfach nur geradeaus, dann kommst du zum Marktplatz zurück."

Leise zog er sich an einem Balken nach oben auf eines der Häuserdächer und selbst wenn Chanda sich nun umgedreht hätte, wäre keine Spur mehr von den Wüstendieben zu sehen gewesen. Es war als wären sie allesamt vom Erdboden verschluckt. In gewisser Weise hatte die junge Frau sich das selber zuzuschreiben; immerhin hatte sie gemeint man hätte ihr keine andere Wahl gelassen. Nun, man hatte sie ihr gelassen; sie hatte sich dagegen entschieden mit nach Rumdett zu kommen und anscheinend hatte man dies akzeptiert.
Nun musste sie wohl oder übel ihrerseits akzeptieren, dass niemand von der Gruppe weiter bereit schien, in ihrer Nähe zu bleiben. Wer noch weiter mit ihr zu tun hatte ließ anscheinend die Gruppe im Stich und das konnte keiner, da sie alle bereits zu tief in ihrer Sache hingen, und wollte auch niemand, nur wegen einer dahergelaufenen mit einem Temperament dass nicht zuließ sich um zu entscheiden. Doch das war in einer Gruppe das wichtigste. Man musste auf die Anderen Rücksicht nehmen.

Was würde Chanda nun machen? Die Diebe waren weg, das war ganz offensichtlich... sie konnte lediglich zum Hafen laufen in der Hoffnung, dass dort noch jemand sein würde, aber wollte sie das wirklich oder sich lieber rächen?

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Donnerstag 8. Mai 2008, 20:42

Während ihre Füße sie noch ein ganzes Stück bis zum Ende der Gasse trugen, waren ihre Gefühle ein einziges Durcheinander. Aber als sie stehen blieb und ungewollt aber gezwungenermaßen zurück sah und niemanden mehr erblickte, sank ihr das Herz in die Hose.
Weg waren sie.
Einfach so.
Sie ballte die Hände zu Fäusten, denn eigentlich hatte sie gehofft... was? Das man sie aufhalten würde? Wahrscheinlich. <b>Wie naiv von mir zu glauben, sie würden sich etwas aus mir machen. Elende Sausäcke, dreckiges Gesindel, Hurensöh-</b> Sie unterbrach ihr stummes Gezeter und holte tief Luft. So hatte das alles keinen Sinn. Sie musste schnell etwas unternehmen. Also verdrängte sie all die aufgewühlten und auch enttäuschten Gefühle und versuchte ihren logischen Verstand anzuschalten.
<b>Zurück zum Hafen und das Schiff nach Andunie nehmen. Sollen die Säcke doch nach Rumdett schippern!</b>
Sie folgte Ronars letzte Anweisung und ging Richtung Marktplatz. Dabei hallten ihr noch seine Worte wieder. Zu temparementvoll! Jetzt taten sie so, als erschrecke sie das! Und was sollte die Aussage, sie hätten niemals von Andunie gesprochen? Gerade weil Chanda von Andunie gesprochen hatte, war herausgekommen, dass Ronar und Allira eine Flucht planten. Sie war sich sicher gewesen, dass es nach Andunie gehen sollte.
Ihr Gang wurde schneller und als sich vor ihr der Markplatz erstreckte, versuchte sie diesen möglichst unauffällig aber schnell zu überqueren. Kurz kam ihr der Gedanke, dass sie die Gruppe am Hafen wahrscheinlich wieder sehen würde. Vielleicht ergab sich ja eine passende Möglichkeit sie an die Stadtwache oder dergleichen zu verraten. Wieso? Aus Boshaftigkeit. Aber sie zweifelte selbst an ihren eigenen Plan.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. Mai 2008, 21:42

Chanda kam nun zum Marktplatz; Ronars Anweisung hatte sich tatsächlich als richtig erwiesen. Sie wälzte einen Gedanken nach dem anderen in ihrem Kopf; vor allem wie sie ihre Rache am besten ausführen könnte. Gerade als sie überlegte, ob sie die Wüstendiebe an die Stadtwachen verraten sollte, und den Plan fast wieder verwarf, hielt etwas sie am Ärmel fest und ein Arm legte sie um ihre Schulter. Die verführerische Stimme eines Mannes hauchte an ihr Ohr. Sein Kopf war neben dem ihren.

"Wen haben wir denn da? Ist das nicht die Kleine, die zusammen mit Ronar gesehen wurde?! Das freut mich aber, dass wir dich nun gefunden haben, meine Liebe. Haben sie dich etwa allein gelassen? Das hätte ich tatsächlich nicht erwartet; einen Kameraden einfach so im Stich zu lassen. Anscheinend haben sie alle unseren guten Grundsätze vergessen..."

Er machte eine kurze Pause, wobei er sie jedoch am Handgelenk festhielt und mit der anderen Hand ihren Kopf umfasst hatte und sie festhielt, sodass sie sein Gesicht nicht sehen konnte. Das war allerdings auch nicht nötig, denn vor ihr wurde sie nun eines Mannes gewahr, der mit einem Messer in der Hand spielte und alles andere als freundlich aussah.

"Wir mögen keine Ausstößigen, und noch weniger mögen wir ihre Komplizen...", flüsterte nun wieder der Mann an ihr Ohr, wobei er ihr Handgelenk noch fester umfasste und wie unabsichtlich auf ihren Fuß trat.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Samstag 10. Mai 2008, 17:37

Die Idee mit dem Verrat wurde wieder verworfen. Jemanden die Freiheit zu rauben, nur weil man im Stich gelassen wurde? Nein, dazu fehlte es ihr an Gewissenlosigkeit, auch wenn sie den guten Engel auf ihrer rechten Schulter schon recht gut zum Schweigen bringen konnte, wenn es denn sein musste. Kurz hatte sie im Schatten eines Hauses verharrt auf ihren Weg Richtung Hafen, da packte sie jemand am Ärmel. Chanda reagierte schnell, aber anscheinend nicht schnell genug: Eben als sie die andere Hand heben wollte um sich zu wehren, wurde diese ebenfalls festgehalten.
Eine nicht gerade unangenehme Stimme drang so dicht an ihr Ohr, dass sie erschrak. Den Kopf in die Richtung der Quelle zu drehen ergab sich als sinnlos, denn man zwang sie geradeaus zu sehen. Ein wütendes Schnauben war ihrerseits zu hören und kurz begehrte sie auf, indem sie sich wand und versuchte aus dem Griff zu entfliehen, doch dann ließ sie es sein.
Sie würde ihre Kräfte brauchen.
Komischerweise hatte sie diese Situation voraus gesehen. Es war klar gewesen, dass sie allein nicht weit kommen würde, nur hatte ihr Stolz und Egoismus es verheimlicht. Aber sie hatte es gewusst. Nur das sie gerade in die Hände der Wüstendiebe gefallen war, war ein Umstand, der alles ein wenig komplizierter machte.
Oder auch nicht.
Vor ihr tauchte ein zweiter Mann auf, der mit einem Messer spielte. Schon verrückt, sie befanden sich nur am Rande des Marktplatzes, aber niemand kam um ihr zu helfen. Anscheinend wusste man, in welche Angelegenheiten man sich einmischte und in welche nicht.
"Verflucht, Ihr tut mir weh!", fauchte Chanda und funkelte den Mann ihr gegenüber an, auch wenn der Andere eigentlich gesprochen hatte und zusätzlich auf ihren Fuß getreten war.
"Lasst mich los, ich habe mit dieser ganzen Sache nichts zu tun! Und mit Ronar und seinem Gesindel auch nicht..."
<b>Jetzt habe ich einen Grund sie alle zu hassen. Wäre mir niemals Ronar vorgestellt worden, hätte ich niemals von diesen Wüstendieben gehört... ich säße schon im Schiff nach Andunie. Verdammten Dreckskerle! Männer!</b>

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Montag 19. Mai 2008, 23:16

"Oh, hast du Schmerzen, Kleine? Das wollte ich nicht, Prinzessin. Aber du bist schon etwas zart beseitet, wenn du nicht einmal das ertragen kannst."

Diese Worte waren reinste Ironie, denn der Mann, der Chanda festhielt verstärkte seinen Druck um ihre Handgelenke weiter. Der Andere spielte nur seelenruhig mit seinem Messer weiter und sprach immer noch kein Wort. Allerdings verdüsterte sich seine Miene immer mehr zu einem hämischen Grinsen, das voller Mordlust durchzogen war. Dieser Mensch liebte es zu töten, das musste jedem sofort klar werden, der diesen Ausdruck sah.

"Tut mir leid, selbst wenn es wahr ist, dass du nicht mit in der Sache darin steckst...", der Mann hörte sich in keiner Weise so an, als würde ihm in seinem Leben irgendwann jemals etwas Leid tun; "Du hast dein Leben verwirkt und zwar in dem Moment, als du zusammen mit Ronar gesehen wurdest."

Ein leichter Luftzug verriet, dass er eine Handbewegung ausführte und der Mann mit dem Messer trat mit unglaublicher Wendigkeit auf die junge Frau zu, wobei er Anstalten machte, sie zu töten.

Ein Dolch flog durch die Luft und streifte gerade noch seinen Arm, da er schnell zurücksprang, als das leise sirrende Geräusch erklang. Es war nur ein kurzer Augenblick, aber der Druck an Chandas Händen ließ nach. Vielleicht würde sie wissen, ihn auszunützen?

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Dienstag 20. Mai 2008, 20:14

Ihre wahnsinnige Idee, die sich insgeheim doch schon gehegt hatte, stellte sich in nur wenigen Augenblicken als sinnlos heraus, da sie anhand der Miene des bulligen Mannes ihr Gegenüber schon ablesen konnte, das er sie töten <b>wollte</b>. Was sollte Chanda da groß verhandeln können?
Die Worte, die man ihr zusprach, wurden kaum wahrgenommen, denn langsam zog sich ihr Herz zu einem schmerzdurchzogenen Knäuel zusammen und es war das erste Mal seit Langem, dass sie Angst hatte.
Todesangst.
Selbst wenn sie etwas sagen wollen würde, es käme kein Laut aus ihrer Kehle. Trocken und leblos klebte ihr die Zunge am Gaumen und sie schloss schon die Augen, als das Messer auf sie niedersauste.
<i>Drei... zwei ...</i>
Sie wartete auf den Schmerz, wo er auch sein möge. Vielleicht eine zerschnittene Halsschlagader oder ein kaltes Gefühl im zerteilten Herzen? Wer konnte das schon sagen? Aber es trat kein Schmerz ein, abgesehen von dem Griff an ihrem Arm, der erstaunlicherweise sogar abnahm. Sie blinzelte und erkannte, dass der Hüne etwas ausgewichen war. Es dauerte leider einige Sekundenbruchteile, bis Chanda ihre Chance erkannte, aber sie reagierte.
Sie rammte ihren Hinterkopf ruckartig nach hinten in das Gesicht des Mannes, der sie festhielt. Gut, es tat ihr auch weh, aber sie konnte sich immerhin auf den Schmerz vorbereiten und ein Schädelknochen war bealstbarer als ein Nasenbein. Gleichzeitig entwand sie ihre Arme aus dem Hebel und schaffte es sofort zugriff auf ihr Energiereservoir zu haben.
Und dieses Mal wollte sie alles mit einem Schlag loswerden.
Die Energiebahnen, für sie spürbar, aber für sonst niemanden sichtbar, breiteten sich von ihr über den Boden aus, erfassten die beiden Angreifer und krochen über deren Körper. Sie krümmte ihre Finger als wolle sie einen Schwamm ausdrücken und gleichzeitig schnürten die Energiefäden in das Fleisch der Männer. Sie wollte sie in Einzelteile da vor sich liegen sehen! Ohja, ihr Blut würde den schmutzigen Boden tränken ... Dreck zu Dreck. Sie spürte, wie eine Macht sie packte, die anziehend und sogleich furchterregend war. Mit jeder vergehenden Sekunde entglitt ihr die Beherrschung, so sehr war sie auf Rache versessen. Wie sie so dastand, unnatürlich hell leuchtende Augen, eine verzerrte Miene und den gekrümmten Fingern wirkte sie mehr als wahnsinnig.
Alleine würde sie wohl kaum aus diesem Griff heraus kommen, eher würde sie all ihre Lebensenergie verbrauchen und schließlich ebenfalls mausetot am Boden liegen.
Gestorben um zu töten.
Ironie des Schicksals... ?

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 21. Mai 2008, 22:03

Chanda sog mehr Energie an sich, als sie verkraften konnte, doch sie konnte sie nun nicht mehr loslassen. Wenn ihr niemand half, würde sie wohl oder übel sterben, das wusste sie. Wahrscheinlich stand sie zu lange in dieser Position da, denn zumindest der Mann, der ihr gedroht hatte, befreite sich langsam von den Energieschnüren, die Chanda um seinen Körper gebunden hatte. Der Andere sank jedoch, sich vor Schmerzen krümmend, auf dem Boden, während merkwürdiger Weise an mehreren Stellen seines Körpers Blut empor spritzte.
Der erste Wüstendieb blickte sie hasserfüllt an; nun konnte sie auch seine Augen sehen... das linke fehlte ihm.

"Du verdammte kleine Hexe. Das ich mich befreie hättest du wohl nicht gedacht, oder? Nun, auch ich bin ein Magier; ich war Schüler auf der Feuerakademie. Nun wirst du wirklich sterben, du hast es nicht anders gewollt."
Seine Stimme klang merkwürdig verzehrt, nicht mehr so gelassen, wie noch vor einem Augenblick. Doch das bekam die junge Frau nicht mehr so richtig mit; wie in einer Starre stand sie da, unfähig sich zu rühren, nur in dem Wissen, dass gleich alle Magie aus ihr herausfließen würde, sie ausbrennen würde.

Auf einmal erschien am Rand ihres Sichtfeldes ein kleiner, alter Mann, der einen langen Stab in der Hand hielt. Er war wohl das Klischee eines Zauberers. Sein langes weißes Haar und der Bart verliehen ihm ein würdiges Aussehen, doch ihm fehlte der Hut und das lange Gewand. Stattdessen trug er eine bequeme Hose und ein kurzärmliges Leinenhemd, weswegen auch seine Arme bereits einen roten Sonnenbrand vorwiesen.
Seine Stimme ließ ein jüngeres Alter vermuten, als er tatsächlich hatte.

"Könnt ihr mich hören, werte Dame? Na, da habt ihr euch ja in eine schöne Lage gebracht. Die Magie, die ihr haltet könnt ihr nicht mehr lange zurückweisen."

Er wollte noch weiterreden, aber der Wüstendieb fuhr ihn wütend an:
"Das hier ist unsere Sache; haltet euch da raus, alter Mann! Oder Ihr werdet noch den Zorn unseres Bundes zu spüren bekommen... diese Frau hat Verrätern geholfen und nun muss sie sterben."

Der Alte zog eine Augenbraue hoch.
"Nun, wenn ihr sie in diesem Zustand lasst, werdet ihr ebenfalls sterben, selbst wenn ihr Zaubern könnt. Lasst mich das mal machen!"
Mit diesen Worten schob er den Mann heftig zur Seite und stellte sich direkt vor Chanda.
"Nun hört mir zu. Ihr müsst die Magie langsam entgleiten lassen. Konzentriert euch auf mich; lasst alle Kraft auf mich strömen, aber so langsam wie ihr könnt. Von mir aus, bildet ein Kraftfeld um mich herum und lasst so die Magie ab, bis nicht mehr viel übrig ist, doch behaltet UNBEDINGT einen Teil eurer Magie bei euch, außer ihr wollt sterben. Konzentriert euch, und denkt daran, in der Ruhe liegt die Kraft!"

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Chanda » Freitag 23. Mai 2008, 20:16

Das einer ihrer Widersacher ihren Fesseln entkommen war, bekam Chanda nur am Rande mit. Alles rauschte um sie herum wie der Wellenschlag einer rauhen See. Es war weniger, dass sie Engerie aus anderen Orten oder Personen zog, sondern mehr, dass sie alles aus sich selbst herauschleuderte und somit auch ihr eigenes Leben gefährdete.
Das jemand anderes erschienen war, wurde ihr gar nicht mehr richtig bewusst, es drangen nur verzerrt Stimmen an ihr Ohr. Ein Befehl, aber nicht von einen der Angreifer. Ein weiterer Gegner? Aber wieso sprach er so zu ihr? Wollte er ihr helfen oder sie nur außer Gefecht setzen? Ihre Knie begannen weich zu werden, ihre Hände zitterten schon und ihr war heiß und kalt zugleich.
Sie versuchte sich auf die gesprochenen Worte zu konzentrierten und lenkte ihre Kraft auf dessen Quelle. Langsam konnte sie die Energie abklingen lassen, aber als sie spürte, dass die magischen Fesseln sich auch von ihr lösten, verlor sie alle Kraft um auch ihren Körper noch beherrschen zu können.
Im gleichen Augenblick, wo ihre Magie versiegte und nicht mehr wirkte, erschlafften all ihre Glieder und sie sackte ohnmächtig zusammen ...

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Dienstag 27. Mai 2008, 21:03

[weiter: die Feuerakademie Cassandras - Erholung]

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Beitrag von Erzähler » Mittwoch 1. Dezember 2010, 12:17

Das erste Mal, seit Erasmus sie im Wald getroffen hatte, waren Famina´s Augen vor Angst weitaufgerissen und er war sich sicher, dass man nackte Panik darin erkennen konnte. Ihre Muskeln zitterten und waren bis auf das Äußerste gespannt. Sie waren schnell und unvorbereitet losgelaufen - Ihre Körper gewöhnten sich zwar schnell an die Flucht, aber beide Keuchten aufgebracht. Die Wüstentochter überblickte die Häuser des Wohnviertels und erspähte die aufälligen Haarpracht beider Vervolger in der Ferne. Beinahe hätte sie die Frage ihres Begleiters überhört: "Mutter ... sie wollen meine Mutter. Tisho hat Sie im Gasthaus kurz erwähnt und das blieb unglücklicherweise nicht unbemerkt." Sie wandte sich an den jungen Mann und packte ihm beim Kragen - Erst jetzt bemerkte Erasmus, dass Famina für ihren Körperbau tatsächlich ungewöhnlich viel Kraft besaß. Ihr Gesicht war todernst und jedes Wort war mit soviel Tiefe gesprochen, dass es keinen Zweifel an deren Wahrheit gab: "Wenn sie uns erwischen, werden wir solange gefolter bis wir unseren Tod erflehen - Sie dürfen uns nicht kriegen!" Ihr Blick fixierte erneut das hintere Ende der Dächerebene - Der rothaarige Dunkelelf hatte sich in Bewegung gesetzt und erklomm den ersten Simms, dicht gefolgt von seiner Begleiterin. Famina hätte bei all' den Göttern niemals daran geglaubt, dass jemand wie Lucifus zurückkehren könnte und dennoch war er nun unter den Sterblichen. Sie ließ Erasmus los und deutete auf ein erhöhtes Gebäude mit vielen Balkonen und einer breiten Balustrade. "Los!" rief sie und ließ sich vom nächsten Dach auf einen kleinen Verkaufsstand fallen. Von dort aus erklomm sie die, durch viele fehlenden Steine gut zu besteigene, Wand hinauf zu einem Verwaltungsbäude. Es zeichnete sich durch kleinre Türme und verschiedene Erker aus. Immer wieder hatte sie einen Blick auf Erasmusund half ihm, wenn er Probleme hatte oder langsamer wurde. Schnaufend erreichten sie die Spitze eines Turm und geschickt balancierte das junge Mädchen darauf herum. Mit dem Finger deutete sie auf ein Seil, welches zwischen dem Ausguck und einem entfernten Wohnblock gespannt wurde. Hier wurden von Zeit zu Zeit Flaggen, Fahnen oder Wimpel drapiert, um Handelsreisende, Könige oder andere wichtige Personen und Erreignisse zu feiern. Doch in diesem Moment, würde es dem, Jäger und der Krieger die Möglichkeit geben zu fliehen. "Komm schon Erasmus, wir haben keine Wahl!" Sie stellte ein Bein auf das schwankende Steil und bewegte sich langsam vorwärts. Es würde Zeit kosten, aber selbst Lucifer und seine Begleiterin würde nicht sehr viel schnell über über die Gassen kommen. Stück für Stück rückten die Beiden vorran. Währenddessen ...

... kämpfte sich Lucifer von Faen frei und fletschte die Zähne. "Das geht dich nichts an, Närrin!" Wütend und voller Blutdurst richtete sich der Ifrit auf und lief los. Schnell war auch die Elfe an seiner Seite und beide halfen sprangen viel leichter von Dach zu Dach als es die beiden Menschen taten. Während der Dämon allein durch seine Stärke Wände übersprang oder sich an Gerüsten mit zwei Zügen emporhievte, glich Faen die Strecke durch für ihr Volk geschickte Bewegungen aus. Salti, Schwünge oder Drehungen konnten sehr gut mit der rohen Gewalt des Rothaarigen mithalten. "Famina!", wiederholte der Ifrit zornig und brüllte über sämtliche Dächer hinweg. Schnell erklomm er einen der vielen Baukräne. Von hier oben konnte man sehr gut erkennen, dass die Stadt damit begonnen hatte die Schäden durch den Dunkelelf überfall wieder zu beheben. Jetzt halfen diese Baugeräte dabei, den Verfolgern und Verfolgten eine bessere Verbindungsmöglichkeit zu bieten. Oben angekommen lief Lucifer auf dem Arm entlang und ließ sich kurz vor dem Ende nach unten fallen. Gerade als man dachte, er würde auf dem Boden zerschellen, griff er sich das Ende des Zugseils und schwang sich auf die andere Seite der breiten Gasse. Seine gelben Augen richtete sich auf Faen: "Beweg dich endlich, Elfe!", war seine knappe Forderung und sein Kopf reckte sich in die Luft. Seine Beute war nicht mehr zu sehen, aber deutlich zu riechen. Der Mann bei Famina stank nach Schweiß und Tierausscheidungen. Er trug den Geruch des Nordes mit sich - Kälte, Schnee und Wald. Unverwechselbar. Lange ließ die Dunkle nicht auf sich warten. Sehr viel eleganter als der Dämon landet sie neben ihm und blickte sich um. Auf ihre Frage hin, was sie jetzt tun sollten, richtete der Ifrit breit grinsend den Finger nach oben. Und tatsächlich ...

... hatte es dieser rothaarige Elf geschafft das Verwaltungsgebäudezu erreichen, bevor sich Famina und ihr Begleiter hatten in Sicherheit bringen können. Kurz darauf erschien auch das weißhaarige Frauenzimmer und die akrobatischen Fähigkeiten der Spitzohren ließen Famina leicht zittern - Es war kaum möglich den Wesen zu entkommen, wenn sie sich nicht schneller bewegten. Sie beobachtete wie Lucifer sein Schwert langsam in eine Rückenhalterung einführte, die er wohl einem Krieger in der Schenke abgenommen hatte. In der Ferne brannte der Hafen. Rauchschwaden stiegen auf und der Zorn in ihr stieg - Die Dunkelelfen waren das größte Übel, dass die Stadt jemals erleiden musste. Wo auch immer sie waren, gab es nur Mord, Raub und Todschlag. Sarma war noch nie eine wirklich gute und friedvolle Stadt, aber sie hatte nur mit eigenen Probemen zu kämpfen. Doch nun schien alles in einem Sumpf auf Hass und Tod zuversinken. Zwischen den grauen und schwarzen Rauchschwaden steig aber bereits weißer Dampf auf zeugte von den erfolgreichen Löschversuchen. "Erasmus, sie sind da, wir müssen uns beeilen!" Plötzlich ertönte eine seltsae Stimme von oben, so dass ich der Jäger wundern musste. Es klang beinahe so, als würden der Mann und die Frau gleichzeitig reden - Es war sogar in einer anderen Sprache, doch Erasmus hatte inzwischen einige Worte Sendli gehört und hier fand er keinen Vergleich. Erneut wiederholte das seltsame Spitzohr die Worte ...

"Komm, Famina ... du weißt, dass dir die Flucht nichts bringt. Ich finde dich überall!", ein boshaftes Lachen erfüllte die aufkeimende Nacht. Die Sonne verschwand mit den letzten Strahlen gerade am Horizont und tauchte ds Wüstenland in die kalte Nacht. In wenigen Minuten würde Sarma von einem Sternenhimmel bedenkt werden. Doch das alles störte Lucifer nicht länger. Trotz seiner Aufforderung kam das Mädchen ihm nich nach, aber es wäre auch seltsam gewesen, würde jemand auf der Flucht eine solche Ansage nicht gerade zum stehen bleiben brachte. Der Dämon schnaufte zornig und wandte sich um, während er nochma den Halt seiner Waffe im Rückenhalfter kontrollierte. "Geh hinten herum, ich werde mich darum kümmern, beide weiter zu verfolgen - Schneide den beiden ihren Weg ab." Kurz bevor die Elfe loslaufen konnte, hielt ersie am Arm fest. "Und Faen, wehe du versagst!" Er gab ihr einen Ruck und schickte sie fort. Jetzt erst krallte er sich in der Wand des Turms fest und zog sich Stück für Stück nach oben. Seine Zähne funkelten im tiefer werdenden Schatten. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, aber dann ...

... erreichten Famina und Erasmus das rettende Ende des Daches. Auf der anderen Seite zog sich einer ihrer Verfolger nach oben. Von der Frau fehlte jede Spur. "Erasmus. Deine Waffen - Ab hier gibt es nichts mehr zu klettern, wir können nur noch laufen ... ich weiß nicht, wo sich die Elfe versteckt, aber ich habe gelernt, bei diesen Kreaturen mit allem zu rechnen!" Sie rannte los, zog ihre Dolche und forderte den Jäger auf ihr zu folgen. Sie schlängelten sich vorbei an Dachgärten, Schornsteinen und kleineren Türmen. Geschickt sprangen sie dabei von Dach zu Dach und nährten immer mehr einem kleinen Park mitten im Wohngebiet der besser verdienenden. Wenn sie dort waren, konnten sie ihre Verfolger vielleicht durch die Privatwachen der hohen Verwalter der Stadt ablenken lassen. Wenn sie soweit kamen.
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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Faen » Montag 6. Dezember 2010, 11:12

Die Dunkelelfe rannte hinter Lucifus her und musste zwangsläufig über seine Worte nachdenken.
Sie hatte wissen wollen woher er die Frau kannte doch er hatte sich nur wütend von ihr los gerissen und ihr gesagt es sie nichts angehe. Das er sie eine Närrin genannt hatte, hatte Faen ganz bewusst überhört.
Während sie nun über Dächer hüpfte, sich an Wänden herauf zog und dergleichen Spielchen tat achtete sie darauf weder Lucifus noch die beiden Menschen aus den Augen zu verlieren. Was Lucifus an Kraft auf brachte glich Faen durch Geschicklichkeit aus und so fiel es ihr relativ leicht ihm zu folgen.
Trotz allem musste sie versuchen ihre Gedanken auf ihre Umgebung zu richten. Es war nun keine Zeit um wieder einmal über Lucifus nachzudenken. Wenn sie ihre Konzentration nicht auf das legte was sie gerade tat würde vielleicht der nächste Sprung ihr letzter sein…und darauf verspürte Faen wenig Lust.

Plötzlich brüllte der Dämon wütend und kletterte auf eine der Baukräne herauf. Faen blieb stehen und holte tief Luft. Ihr Blick glitt hinauf zum Kran. Die Sonne stand mittlerweile sehr tief und so war es ihr möglich Lucifus gut zu sehen. Er lief über den Arm des Baukrans und lies sich dann in die Tiefe fallen. Faens Blick folgte ihm und kurz bevor er auf den Boden knallte griff er nach dem Seil und schwang sich in eine der breiten Gassen. Faen beobachtete seine Handlung kopfschüttelend. So viel Leichtsinnigkeit mit dem eigenen Leben konnte sie nicht nachvollziehen.

"Beweg dich endlich, Elfe!"

Faen schaute ihn kühl an und schwang sich zu ihm herunter. Als sie auf dem sandigen Boden aufkam und sich aufrichtete hatte Lucifus den Kopf nach oben geregt und es wirkte auf Faen als würde er schnüffeln. Dann sprach er etwas und ein boshaftes Lachen erklang und zerriss die Ruhe der beginnenden Nacht.
Faen folgte seinem Blick und konnte erahnen das die beiden Menschen sich irgendwo auf den Dächern aufhielten.

Geh hinten herum, ich werde mich darum kümmern, beide weiter zu verfolgen - Schneide den beiden ihren Weg ab."

Faen nickte nur knapp und wollte sich auf den Weg machen als Lucifus sie noch einmal festhielt. Sein Griff war unangenehm und sagte eigentlich alles und seine Worte verliehen ihrem Griff nur noch den nötigen Nachdruck: "Und Faen, wehe du versagst!"

Er gab ihr einen Ruck und Faen schaute ihn böse an. Dennoch ließ sie es bleiben irgendetwas dazu zu sagen. Seine derzeitige Stimmung war für Faen nicht einzuschätzen und ihr war noch lebhaft in Erinnerung wie es sich äußern konnte wenn er wütend war. Sie lief los um das Haus herum und in die Richtung die Lucifus ihr gewiesen hatte. Ihr Blick huschte immer wieder zu den Dächern, nach rechts und links. Irgendwann mussten sie ja herunter kommen und Faen wollte es unbedingt vermeiden die beiden zu verlieren. Sie wollte sich lieber nicht ausmalen wie Lucifus Laune dann sein würde und wie sie darunter zu leiden hatte. Ihr Bein meldete sich kurz aber schmerzhaft…eine Erinnerung die sich im richtigen Moment meldete aber eigentlich unnötig war. So schnell würde die Dunkelelfe diese Erfahrung nicht vergessen. Sie lief vorsichtig weiter, lauschte auf irgendwelche Geräusche oder Bewegungen in den langsam immer dunkler werdenden Gassen.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erasmus Weidenfels » Montag 6. Dezember 2010, 12:34

Erasmus tat es der jungen Dame nach und zog seine Waffe, obwohl er nicht wirklich mit dem Schwert umgehen konnte, reichte es um sich zu verteidigen. Er folgte Famina und sah in der Ferne den beschriebenen Park. Dann wollen wir doch mal hoffen das die Wachen unsere Verfolger aufhalten und nicht uns Während sie liefen schaute sich der Jäger noch einmal um, sah aber nur noch den rothaarigen Dunkelelfen, der irgendwie leicht anders war als jene Dunkelelfen unten am Hafen. Momentan ist es auch egal, Hauptsache wir werden ihn los!
Erasmus schaute dann auf die Straßen unter sie, denn er glaubte er wusste wo die weibliche Begleitung seines Verfolgers hin war. Sie versuchte wahrscheinlich Hilfe zu holen oder sie kannte einen schnelleren weg. Na gut, alles war schneller als über die Dächer.
Zwischendurch hörte der Jäger immer wieder eine merkwürdige Stimme, die nach mehreren Stimmen klang. Diese ertönte von überall und wiederholte immer den gleichen Satz :

"Komm, Famina ... du weißt, dass dir die Flucht nichts bringt. Ich finde dich überall!

Zwar wusste er nicht was dieser Satz bedeutete, aber er konnte eindeutig hören das es keine Sprache war die er schon mal gehört hatte. Weder Sendil noch die Sprache der Dunkelelfen klang so.
Mit Raschen schritten näherten sie sich endlich dem gehobenen Viertel der Stadt, die Menschen auf den Straßen wurden immer weniger. Dann kamen sie zum Ende der Häuser, vor ihnen lag eine Straße dahinter ein kleiner Wall zum abtrennen des reichen Viertel zu den anderen. Etwas recht von ihnen an der Mauer war ein Tor eingebaut, dort standen einige Wachen vor.
Famina schaute kurz runter um sich dann elegant auf einen Vorsprung an einem Fenster fallen zu lassen und von dort direkt auf die Straße.
Verdammt... Nun hoffentlich nicht mit dem falschen Bein aufkommen dachte der Jäger kurz um direkt danach Famina es gleich zu tun.Er stellte sich etwas schwieriger damit den Vorsprung am Fenster zu erreichen und sprang dann nach unten auf die Straße. Beim aufkommen zog der Schmerz seiner alten Wunde einmal durch den gesamten Körper. Erasmus war aber durch die Aufregung der Verfolgungsjagd leicht betäubt und er konnte die Schmerzen schneller ignorieren als er jemals zuvor für möglich gehalten hatte.

Dann lief Famina gleich weiter Richtung Tor, noch während sie darauf zu liefen bemerkten die Wachen sie und hinter ihnen kam der Dunkelelf auf die Straße gesprungen.
Dann kam plötzlich aus einer Straße die Dunkelelfin und stellte sich zwischen ihnen und dem Tor.

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Re: Flucht durch Sarma

Beitrag von Erzähler » Samstag 11. Dezember 2010, 12:41

Rufe wurden Laut und auf den Mauern des herrschaftlichen Anwesens erwachten die Feuer von Fackeln, welche von den Wachen sehr schnell verteilt worden waren. Man hatte das seltsame Gespann bemerkt. Knarzend öffnete sich das gewaltige Tor und einige wenige Krieger verteilten sich vor dem Eingang zum Haus ihres Herren. Jeder war bewaffnet mit einer langen Lanze um sich die Angreifer vom Leib zu halten - Wie ein Igel richteten sie ihre Spitzen gegen die Spitzohren und menschlichen Eindringlinge. Ohne es zu merken waren Famina und Erasmus in den Garten des Adligen gerannt, der diesen Komplex sein eigen nannte. Ein großer Fehler, aber er wurde zu spät bemerkt, denn eigentlich war die Wüstendiebin darauf versessen gewesen die Dunkelelfen mittem im Gebäude abzuhängen, doch jetzt war sie und ihr Begleiter in der eigenen Falle gelandet. Unter normalen Umständen wäre sie einfach geflohen, aber gerade als sie sich umdrehen wollte, sprang eine schattige Gestalt hinter dem Paar von den Dächern. Der Haarschopf schien in der Schwärze der Nacht zu brennen und die Augen funkelten wie die einer jagenden Bestie. Man konnte bereits aus großer Entfernung die Freude darin erkennen, die Beute endlich in die Enge getrieben zu haben. Langsam hob sich eine Hand des Verfolgers und legte sich gemächlich um den Griff des Zweihänders auf seinem Rücken. Das Metall sang leise als er die Waffe aus seiner Schneide zog. Eine Reihe weißer Fangzähne blitzte auf als Lucifer zufrieden lächelte. Für Famina schien es nur die Möglichkeit zu geben, sich durch die Wachen zu kämpfen und dann mitten durch das Anwesen in die Freiheit zu entkommen. Schnell wandte sie sich um und blickte leicht erschrocken in das Gesicht der Dunkelelfe - Ihrer zweiten Verfolgerin. Die Wüstentochter hatte viel über das Geschick und die Wendigkeit der Spitzohren gehört, aber wohl wenig mit einem solchen Manöver. Eigentlich hatte Famina darauf vertraut, dass sich die Elfen auf ihre Fähigkeiten verlassen und dank ihrer Arroganz nur Wert auf eine Verfolgung legen würden. Das sich dieses Päärchen mit taktischen Maßnahmen beschäftigte und daher eine gewwisse Vorsicht vor Menschen bewiesen, erinnerte das Mädchen schmerzlich, welche Begleitung die weißhaarige Hure besaß. In ihren Augen konnte es keinen anderen Grund für die Anwesenheit der Frau geben, denn soweit sie es in Erinnerung hatte, war Lucifus niemals dafür bekannt mit anderen Lebewesen zu reisen.

"Erasmus ... ich glaube wir haben ein kleines Problem.", flüsterte Famina in einem ruhigen Ton und ließ die beiden Kriegsmesser in ihren Händen rotieren. Ein pfeifender Ton erhob sich über den Parkgarten und hallte von teilweise von den hohen Wänden wieder. Egal wie sich die beiden Entschieden, eine Flucht wäre jetzt nicht mehr möglich. Die Mauern um die Anlage herum war zu hoch für einen einfachen Sprung und sie hatte gesehen, dass Erasmus eine Verletzung am Bein hatte und somit kaum für akrobatische Leistungen zu haben war. Als sie den Jäger aus dem Norden mit sich nahm, hatte sie nicht gedacht, dass all' dies passieren würde. Aber im Moment ließ alles auf einen Kampf hinaus. Ihre grünen Augen fixierten die Elfe vor sich. "Rücken an Rücken Erasmus. Wenn wir die Elfe zu den Soldaten treiben, dann nehmen diese Schwachköpfe uns vielleicht einen Teil der Arbeit ab. Pass du auf den Kerl hinter uns auf, ich werde mein Bestes geben.", mit diesen Worten trat sie einen Schritt auf Faen zu und machte einen Ausfallschritt um die große Entfernung überraschend geschickt zu überwinden. Es schien als würden die Messer der Wüstenfrau von zwei unterschiedlichen Personen geführt werden. Eine Waffe schien von oben auf den Kopf der Kriegerin zu zielen, wobei die andere den ungeschützen Bauch attackierte.
Erasmus stand nun dem anderen Angreifer gegenüber. Sein Schritt verlangsamte sich nicht und er hielt gnadenlos auf den Nordländer zu. Erasmus musste sich entscheiden was er tun wollte. Es war mehr als deutlich, dass der Fremde sich eher für Famina interessierte als für den Jäger, aber konnte dieser einfach zulassen, dass seine Retterin und nun schon Begleiterin auf einem großen teil seiner Reise von einem Spitzohr getötet würde. hinter sich hörte der junge Mann das klirrten von Metall, scheinbar hatte sich Famina mit der Dunkelelfe in einen Kampf gestürzt, aber einen Blick zu riskieren war zu gefährlich. Famina hatte Angst verspürt, dass bemerkte auch Erasmus und es machte ihn stutzig. Schließlich hatte er gesehen, wie sich das zarte Frauenzimmer gegen eine ganze Bande rauer und gut trainierter Sklavenhändler behauptete. So oder so, es schien mehr als nur ein einfacher Kampf zu werden. Jetzt hob der rothaarige Elf seine Waffe und ließ sie mit brachialer Gewalt auf den Jäger niedersausen.
Auf der Mauer hörte man nun, wie sich Sehnen spannten und Pfeile auf Bögen gelegt wurden. Jetzt wurde es riskant für jeden - Die Wachen waren scheibnar nicht mehr bereit ein Risiko einzugehen und jeden zu erschießen, der nicht teil des Haushaltes war.
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