Die tiefen Ebenen

Hier ist der Sitz der Drachenmeisterin. Hierher kommen Bittsteller und Besucher, die ihren Rat benötigen. Aber es ist auch genug Platz für einen Drachen in den hohen Hallen. Kein Wunder, befragt Lynn doch stets ihre schuppigen Freunde bei schweren Entscheidungen.
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Die tiefen Ebenen

Beitrag von Erzähler » Montag 25. November 2019, 09:48

(Eilmana und Darna kommen von: Der Drachenzahn und seine Gäste)

Lyn schritt gemächlich in den Krater der Stadt hinab. Sie wirkte angestrengt und immer wieder huschte kurz der Regenbogen über ihre Augen. Erst im Zentrum auf dem großen Platz begann sie wieder zu sprechen.
„Euer Weg wird sich bald trennen. Vielleicht führt er euch auch wieder zusammen. Wir werden sehen...“
Sie wirkte abwesend und Fragen waren wohl gerade nicht angebracht. Sie führte ihre beiden Prüflinge hinauf zur Ratshalle und in den großen Ratssaal, den Eilmana schon kannte. Unwillkürlich fiel ihr Blick auf die kleine Tür zwischen den Beinen einer Statur, die hinab zum Königsdrachen führte, aber jetzt verschlossen war. Nein, dort ging es nicht hin. Auch wenn Eilmana dort ein paar andere Dracheneier gesehen hatte, so handelte es sich um den Hort des Königs, den außer Lyn eigentlich niemand betreten durfte. Lyn führte sie auch nicht zu dieser unscheinbaren Tür, sondern weiter durch den Saal in ein Höhlensystem hinab, dass sehr verwirrend sein konnte. Überall gab es Stufen und Abzweigungen und versuchte man sich den Weg einzuprägen, wie es z.B. Darna sicher tat, so musste man sich eine ganze Menge merken. Als erstes ging es 4 Stockwerke nach unten auch wenn es noch tiefer gehen konnte, dann durch 8 aneinander liegende Säle, dahinter kamen noch mehr, dann eine 15te schmale Wendeltreppe hinauf und einen Gang mit Türen entlang wo sie die 23 wählten um hindurch zu gehen, dann noch 42 Stufen eine Leiter hinab und seitlich in einen schmalen Gang hinein, dann endlich blieb Lyn stehen. Sie hatten eine Höhle erreicht von der nur ein Tunnel abging. Er wurde vom Licht der Drachenkristalle erleuchtet waren, doch je tiefer es ging um so dunkler wurde es. Lyn bewegte sich ein Stück weit hinein und weiter hinten begannen die Kristalle sanft zu schimmern, wie sie es taten, wenn ein Drache oder ein Bewohner Drachmas sich näherte. Sonst blieben sie schwarz.
„Ihr werdet nacheinander dort hinein gehen und euren Weg finden müssen. Geht wenn ihr bereit seid. Allein.“
Damit drehte sich Lyn um und ging. Die Kristalle um die beiden Frauen erloschen langsam und ließen sie in Dunkelheit zurück.

Dunkelheit...
schon wieder...
Für Eilmana war es schon fast ein vertrautes Gefühl, aber jetzt fehlte die sanfte Führung ihres Liebsten. Für Darna war es wie eine Erinnerung an ihre erste Begegnung mit ihrem Dämon. Die vollkommene Finsternis um sie herum öffnete ihren Geist und ließ sie in sich hinein lauschen.
Freizul war fort, aber Eilmana war bei ihr, die das Kratzen an ihren Barrieren fern hielt... und nun sollte sie allein weiter voran schreiten? War das klug?
Irgendwo knackte es in ihrer Umgebung und erinnerte sie daran, dass die Zeit voran strich. Der Berg arbeitete. Es wurde Zeit für die nächste Prüfung, nur woraus die bestand, das war dieses mal nicht ersichtlich. Sie waren blind und auf sich allein gestellt. Noch beieinander, aber ohne Anhaltspunkt, nur den, dass es gerade aus ging.

((ooc: Eli, ich erinner mich grad nicht, ob du und Marga schon ein Medaillon der Stadt von Lyn bekommen hattest, aber wenn ja, dann hat sie es dir für die Prüfung erst einmal wieder abgenommen.))
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Eilmana Silva
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Re: Die tiefen Ebenen

Beitrag von Eilmana Silva » Donnerstag 28. November 2019, 20:25

Eli sah Lyn an und wartete auf eine Reaktion, einen Blick eine Antwort ob ihre Gedanken zu der Gestellten Frage richtig waren, ob es genügte...doch es kam nichts!

Eilmana sah zu Darna und blickte der Knappin in die Augen auf der Suche nach einer Antwort.
Ihr Blick sprach Bände und die Elfe sah an Darnas Blick das es ihr genau so ging.
Lyn stand auf und Elis Zweifel wurde immer größer...doch sie wusste auch das nun nicht die Zeit für Fragen war. Sie dachte kurz an Yran und Malagen und an ihren Traum....
„Folgt mir.“ Erklang es von Lyn und Entschlossen stand Eli auf, warf sich schnell, eher etwas Hektisch den Mantel um und eilte ihr nach.
Ohne ein einziges Wort mit einander zu wechseln gingen sie auf den Platz hinaus. Eli hatte das Gefühl nicht mal Darna ansprechen zu dürfen also ging sie schweigend hinter Lyn her und warf ab und an einen etwas Fragenden Blick rüber zu Darna wohl wissend das auch sie keine Antworten hatte. Darna wirkte auf sie einfach Stark und sicher, auch wenn die Knappin sicher ihre Sorgen und Probleme hatte, sie ging mit all dem so Stark und Souverän um das Eli einfach von ihr beeindruckt war. Wäre sie als Junge Elfe unter solch einen Fluch gesetzt worden..sie wüsste nicht ob sie damit so gut hätte umgehen können.

Lyn führte sie zur Ratshalle, Eli sah sich um und staunte wieder einmal über dieses Imposante Bauwerk. Ihr Blick blieb einen Moment lang an der Türe hängen die zum Hort des Drachenkönigs führte. Sie war schon neugierig aber in der kurzen Zeit hier hatte sie gelernt das es Regeln gab die ihre Gründe hatten, wenn auch nicht direkt ersichtlich. Diese Regeln Akzeptierte Eilmana, auch wenn sie immer noch neugierig war, so würde sie niemals diese Regeln Brechen.
Lyn hatte sie derweil in ein Unterirdisches Höhlensystem geführt, zu beginn hatte sie sich noch bemüht sich den Weg zu merken doch nach den Wendeltreppen verlor sie die Orientierung. Sie verließ sich auf Lyn und sie vertraute ihr.
Wann kommen wir hier wohl wieder raus, die Gänge sind ja ewig lang...Lyn wird uns schon wieder raus führen sie kennt den Weg..!

Dann kam Lyn vor einem Gang zum stehen...
„Ihr werdet nacheinander dort hinein gehen und euren Weg finden müssen. Geht wenn ihr bereit seid. Allein.“
Eli Blinzelte sie verdutzt an...“Ähm...“
Die Kristalle wurden dunkler und Lyn war verschwunden...Eli schluckte schwer un hörbar...sie war zwar an die Dunkelheit durch ihre Blindheit gewöhnt aber sie mochte es trotz dem nicht. Ein Schauer lief ihr über den Rücken und sie rieb sich über die Oberarme.
„Ähm...ja....dann müssen wir da wohl nun rein....ich nehme mal an das ich mir kein Licht machen darf....“
Wäre wohl eh noch keine Gute Idee mein Augenlicht ist ja gerade erst wieder zurück und meine Magie speicher haben sich nicht erholt...
„naja ich glaube das geht sowieso noch nicht...hehe“
Eli lachte verlegen und versuchte in der Dunkelheit Darna irgendwie zu erkennen aber es war wirklich kein Funken Licht der einem Chance auf Sicht gab. Dann dachte sie an ihren Lehrmeister der Lichtmagie...
Bei Meister Yaldro hatte ich mal eine ähnliche Aufgabe...aber dabei sollte ich mich auf meine Magie verlassen...damals ging es darum das ich lerne eine Lichtkugel zu erschaffen und aus einer Dunklen Höhle hinaus zu finden...
Eli seufzte laut dann fasste sie sich ein Herz.
„Ähm Darna, ich denke ich gehe vor...also wenn es dir nichts ausmacht? Ich....“
Sie drehte sich um und ein weiterer Schauer krabbelte ihr über den Rücken. Die Entführung der großen Spinnen hing ihr immer noch im Nacken, sie mochte Spinnen einfach nicht sonderlich und sie hatte aus unerfindlichen Gründen mehr Angst das etwas unerwartetes sie von Hinten Überraschte als das sie frontal in etwas hinein lief.
„Ich..mag es nicht so sehr hinter mir die Ungewissheit zu haben...aber wenn es dir eben so geht kannst du auch vorgehen!“
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Darna von Eibenau
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Re: Die tiefen Ebenen

Beitrag von Darna von Eibenau » Freitag 29. November 2019, 11:11

Die Knappin saß, während Eilmana sich antwortend auf Lyn konzentrierte, in ihrer bilderbuchhaft korrekten Haltung am Tisch und wartete ab. Für ihre Verhältnisse fühlte sie sich sogar wohl, denn es schien eine Art vertrauter Situation zu sein, auch wenn die Personen andere waren. Sie hatte nicht Eugen, Richard, Basil und Gernot um sich, sondern Eilmana. Lyn hatte die Position von einem ihrer Lehrer eingenommen und hatte sich ohnehin recht schnell als "Vorgesetzte" erwiesen. Ob es Lyn nun klar war oder nicht, sie löste mit ihren knappen, klaren Anweisungen in Darna Mechanismen aus, die die Knappin zuverlässig funktionieren ließen.
Selbst lästiges Gegrübel blieb in diesen Momenten weitgehend fern.
Sie wurde Dinge gefragt, sie antwortete nach bestem Wissen und Gewissen, es würde bewertet werden - fertig. Für das, was sie erbrachte, war einzig sie selber verantwortlich, und was andere davon hielten, lag nicht in ihrer Hand.

Auch Eilmana schien geantwortet zu haben und die beiden jungen Frauen sahen einander kurz an. Der Blick der Elfe schien... ihr irgend etwas mitteilen zu wollen? Fehlte etwas, erwartete Eilmana etwas von ihr? Prompt wurde die Knappin unruhig und schaute irritiert zurück. Was...?
"Folgt mir", sagte Lyn knapp und erleichtert schnappte sich Darna ihre Sachen und folgte ihr. Sie führte die beiden gemächlich zum Krater und zur Ratshalle, was Darna Zeit gab, die neuen eindrucksvollen Anblicke zumindest halbwegs in sich aufzunehmen. Die Dimensionen dieser Gebäude waren überwältigend! So viele Säle!
"Wie viele Menschen haben hier eigentlich gelebt?", rutschte es ihr staunend heraus, während sie durch das Gewirr der Treppen und Abzweigungen gingen. Diese Räume mussten ja mal gebraucht worden sein. Irgendwann gab selbst Darna auf. Wir sollen uns den Weg gar nicht merken..., drängte sich ihr ein Verdacht auf und ließ sie doch aufgeregter und neugierig werden.
Endlich blieb Lyn stehen. Sie hatten eine Höhle erreicht von der nur ein Tunnel abging. Er wurde vom Licht der Drachenkristalle erleuchtet, doch je tiefer es ging um so dunkler wurde es. Lyn bewegte sich ein Stück weit hinein und weiter hinten begannen die Kristalle sanft zu schimmern, wie sie es taten, wenn ein Drache oder ein Bewohner Drachmas sich näherte. Sonst blieben sie schwarz.
„Ihr werdet nacheinander dort hinein gehen und euren Weg finden müssen. Geht wenn ihr bereit seid. Allein.“
Damit drehte sich Lyn um und ging.

Für einen Moment sah Darna ihr staunend mit geöffneten Lippen nach.
Das hier war die Hauptprüfung! Hier entschied es sich!
Jetzt war sie doch aufgeregt. Vorfreudig aufgeregt. Wenn das hier klappte, war sie Drachenritter! Währenddessen erloschen um sie herum die Kristalle und ließen die beiden Frauen in völliger Dunkelheit zurück, was Darna ein mal tiefer und etwas schärfer einatmen ließ. Eli schluckte hörbar. Dort vorne irgendwo, in einigem Abstand, war lediglich das schwache Glimmen gewesen, das ihnen eine Richtung wies.

„Ähm...ja....dann müssen wir da wohl nun rein....ich nehme mal an das ich mir kein Licht machen darf....“, hörte sie neben sich Eilmana und drehte nur den Kopf in die entsprechende Richtung, um die Orientierung nicht zu verlieren. „Naja ich glaube das geht sowieso noch nicht...hehe“, fügte die Elfe an, was Darna mit einem verwunderten
"Warum nicht?" erwiderte.
Die Heilerin schien davon auszugehen, dass ihre Magie sich noch nicht wieder erholt hatte, was von der Knappin kurz begrübelt wurde.
"Ich glaube auch nicht, dass der Sinn der Prüfung darin besteht, hier jetzt Licht zu machen. Ihr könnt aber nicht völlig leer sein, immerhin kann ich spüren, dass Eure Anwesenheit den dunklen Einfluß in mir zurück drängt", erklärte die Knappin unverhohlen und war damit auch wieder ernst geworden - was wohl auch besser so war, wie ihr gleichzeitig klar wurde. Sie sollten getrennt gehen...

Einerseits hatte Darna die eindeutige Vermutung, dass das daran lag, dass eben jede von ihnen zu "ihrem" Drachen finden sollte und es damit wichtig war, andererseits ergäbe sich daraus eine gefährliche Zwischenzeit, in der sie ohne Barriere wäre? Oder standen sie bereits unter der Aufsicht und dem Einfluß des Königsdrachen?
Darna sah ergebnislos wieder in den Gang, in die vermutete Richtung. Dort vorne müssen also die Eier sein. Das ist alles, was sie im Moment beschützen! Wenn der Königsdrache hier also keinen Einfluss hat, dann braucht der auch nirgendwo anders sein, analysierte die Knappin nüchtern und etwas soldatisch salopp. Kurz musste sie wieder an den Teich in der Therme denken, als Chasin gegangen war und sie damit allein gelassen hatte...
"Allein."
Genau.
Nur die vage Andeutung eines Schmunzelns grub sich in ihren linken Mundwinkel.
Eli seufzte laut, dann fasste sie sich ein Herz. Abgelenkt sah Darna in die Richtung des Geräusches. „Ähm Darna, ich denke ich gehe vor...also wenn es dir nichts ausmacht? Ich.... Ich..mag es nicht so sehr hinter mir die Ungewissheit zu haben...aber wenn es dir ebenso geht, kannst du auch vorgehen!“
Die Elfe sprach teils hastig und klang nervös. Die Knappin furchte die Stirn. Was meinte sie mit 'hinter ihr die Ungewissheit'?
"Vor Euch liegt doch im Prinzip auch Ungewissheit?", erwiderte sie stocknüchtern und arglos.
"Aber Ihr dürft gerne zuerst gehen. Es ist mir eine Ehre, wenn Ihr Euch durch meine Anwesenheit hier sicherer fühlt", fügte sie im Brustton der Überzeugung hinzu und klang dabei erstaunlich entspannt, ihr Tonfall fast mild, was die sonst hochtrabenden Worte nicht so klingen ließ. Ja, sie mochte es in der Tat, wenn Eli ihr das Gefühl gab, mit ihrem Warten etwas Gutes zu tun, indem sie aufpasste. Das machte die nachfolgende Zeit erträglicher.

Die nachfolgenden...
langen...
und immer länger werdenden...
fünf Minuten.

Darna sah, wie Eilmana sich voran tastete - beziehungsweise, sie sah es nicht. Bestenfalls hörte sie Geräusche, wobei sie auch registrierte, wie leichtfüßig sich die Elfe bewegte. Darna wäre daneben im Vergleich wohl eher ein Trampeltier. Schließlich blieb ihr nichts weiter übrig, als die Richtung zu behalten, damit sie sich nicht völlig orientierungslos verlor.
Sie stand zunächst aufrecht, die Hände auf dem Rücken, als würde sie tatsächlich hier Wache halten. Nach einer Weile ließ die körperliche Anspannung allerdings nach und sie stand bequemer, ohne ihre Haltung groß zu verändern. Fünf Minuten Warten war nun eigentlich nichts, was sie auch nur ansatzweise herausforderte.
Die Dunkelheit aber tat es. Es war so undurchdringliches Schwarz, wie in ihrer Ohnmacht, als sie Freizul das erste Mal "begegnete". Ihr Blick schweifte. Es gab hier aber kein bedrohliches Lauern. Höchstens dem in ihr selbst, diesem "kalten Kratzen". Und für einen Moment vermisste sie Ihn wieder.
Es gab einen "König" des Harax? Und der Zugang zu ihm wurde von einem gefallenen Königsdrachen bewacht... puh. Das war heftig. Und wer wusste das schon?
Ich. Der Wächter war eine zeitlang an mich gekettet, stellte sie sich eine saloppe Antwort von sich vor und ihr lief ein heftiger Schauer über den Rücken. Wah! Was sie schon alles erlebt hatte!
"..Vielleicht zu viel...", hallte eine verwaschene Erinnerung an Lyns Worte nach und Darna atmete tief durch und sehnte sich das schwache Leuchten zurück. Würde es da vorne einen Drachen geben, der es akzeptierte, dass sie einen Wächter des Harax... gemocht... mehr als gemocht hatte?
"Denk nicht an die Vergangenheit. Denk an die Zukunft." - Tarmas.
Still nickte sie für sich. Wenn es einen Drachen da vorne für sie gab, dann würde er es akzeptieren müssen, denn es war eben so. Immerhin: selbst ein Wesen wie Freizul hatte auch sie gemocht und ihr vertraut, und das nicht wegen ihrer Boshaftigkeit!
"Groß... Sehr groß..." - Yran.
"..mit einer mächtigen Seele... vollständig verbunden..." - Chasin.
Eine Art vorfreudiges Lauern legte sich in ihren Blick. Da vorne lag ihre Zukunft!
Fühlte sie sich bereit? Ja. Fühlte sie sich eines Drachens würdig? Naja. Sie hatte einiges zu bieten, das war wohl so. Und einige Macken zu bieten hatte sie auch. Wäre "Drachenritter" eine Ausbildung, sie sähe sich selbst nicht als fertig an, weder emotional, noch was das Wissen und Können betraf.
Die Vorstellung eines Dracheneis schob sich in ihre Gedanken und sie zuckte leicht die Schultern: Aber 'fertig' bist du ja auch noch nicht.
Ich pass auf dich auf.
Wollen wir zusammen Abenteuer erleben?

Fast glaubte sie, das begeisterte "Jaaaaaa!" von der kleinen Elli Bromer wieder zu hören, aber vor allem zu fühlen. Unter einer dünnen Decke aus Vorsicht machte sich kaum kontrollierbar Vorfreude breit.
Sie machte die ersten paar Schritte, klein und tastend, und sie "suchte". Mit Augen und Geist. Hier irgendwo musste er oder sie sein, "ihr" Drache...

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Re: Die tiefen Ebenen

Beitrag von Erzähler » Freitag 29. November 2019, 14:11

Eilmana und Darna sprachen sich kurz ab, dann machte sich die Elfe als erstes auf den Weg ins Ungewisse obwohl sie sogar diejenige war, die sich selbst noch am unsichersten war. So bewies sie doch ungeahnten Mut. Vorsichtig schritt sie voran. Seit Lyn sie allein gelassen hatte, waren alle Lichter erloschen und sie umfing absolute Finsternis. Es war unangenehm die Augen offen zu halten, da es nicht gab, was sie fixieren konnten, also war es besser sie zu schließen und sich auf seine anderen Sinne zu konzentrieren. Darna hatte Eilmana den Vortritt gelassen und so fühlte sie die Knappin noch eine ganze Weile in ihrem Rücken. Die Hände nach vorne gestreckt, orientierte sich die Elfe an den steinernen Grenzen des Ganges. Die Tunnelwand war der einzige Hinweis auf den Weg und so tastete sie sich langsam vorwärts.

Derweil stand Darna stoisch auf der Stelle und „hielt“ so quasi der Elfe den Rücken frei. Ohne beieinander zu sein halfen sie sich trotzdem, jeder dem anderen auf seine Weise. Eilmana gab Darna das Gefühl ihr geholfen zu haben und so war es auch anders herum. Auch wenn sie sich noch nicht lange kannten, war es doch wichtig, dieses Gemeinschaftsgefühl im Angesicht einer Aufgabe. Darna fühlte sich an ihre Vergangenheit erinnert, die Prüfungen, die sie hatte schon bestehen müssen und Vorfreude auf ihre Zukunft begann in ihrer Seele zu kitzeln.

Doch bald hörte keiner der beiden mehr etwas von dem jeweils Anderen. Eilmanas Schritte hallten einsam gegen den Stein und der Schall warf ihn hallend von den Wänden zurück.

Auch Darna setzte sich bald darauf in Bewegung und tastete sich durch die Finsternis. Irgendwo dort vorne lag die nächste Prüfung vor ihr und dahinter würde ein Drachenei auf sie warten.

Das unvermeidliche beim Bewegen durch absolute Dunkelheit war nun einmal, dass man seinen Weg nicht sah. Man musste ihn sprichwörtlich finden und sah eben auch keine Abzweigungen, wenn man z.B. immer nur auf einer Seite des Ganges sich entlang tastete. Einzig das Gehör konnte einem an sich verändernden Echos verraten, dass die Umgebung nicht immer gleich war. So war es auch für beide Frauen, jede für sich, nicht gerade einfach sich zurecht zu finden, oder auch jeden Abzweig zu bemerken. Wo Eilmana mit ihren spitzen Ohren sich mehr nach dem Hall der Gänge orientierte, da wählte ein Mensch doch eher unbewusst nach dem Gefühl der Steine und deren Oberfläche. Ohne es zu wissen entfernten sich so die beiden Frauen schon sehr bald weit von einander und jede begann ihrer eigene Suche...

Ihr beider Weg war lang und teilweise auch steinig. Mal stieß Eilmana, dann auch Darna auf unterschiedliche Hindernisse. So war es zum Beispiel eine vor Adrenalin prickelnde Erfahrung, plötzlich den vorderen Fuß auf eine Schräge zu setzten, egal ob sie hinauf, oder hinab führte. Man kniete sich hin, tastete sich auf allen vieren voran, löste sich auch so mal von der leitenden Wand und fand sie nicht wieder. Ebenso waren lose herum liegende Steine oft eine Stolperfalle oder plötzlich war es, als sei der Gang zu Ende und man hatte eine Wand vor sich, tastete sie entlang um kurz darauf an der gegenüberliegenden Wand „zurück“ zu laufen? Wenn sie noch nicht durch den geführten Weg mit Lyn die Orientierung verloren hatten, so taten sie es auf jeden Fall in den nächsten Minuten... oder Stunden? Auch das Zeitgefühl wurde immer schwerer einzuschätzen. Nicht einmal dem eigenen Herzschlag konnte man als Zeitmesser vertrauen, da er mal schnell rannte und mal drohte ganz auszusetzen.

So war es vollkommen irrelevant geworden, wo sie entlang gegangen waren oder wie viel Zeit sie dafür gebraucht hatten, wer die Stelle als erster erreicht hatte oder ob es vielleicht zwei sehr ähnliche dieser Orte gab. Eilmana wie auch Darna kamen jeweils allein in einen Bereich, in dem ihre Augen wieder etwas wahrnahmen.
Anfänglich war es tatsächlich nur ein sanftes Schimmern, das sich mit jedem Schritt weg von dem bloßen Wunsch nach Licht in eine tatsächliche Wahrnehmung verwandelte. Beide Frauen hatten einen einsamen kleinen Gang erreicht, der in einer Höhle endete. An der Decke hing ein einzelner leuchtender sehr kleiner Drachenkristall, der alles in schummriges Licht tauchte. Doch was es dort zu sehen gab, war mehr als enttäuschend.
Kaum hatten sie den Raum (jeder allein und für sich) betreten, sahen sie das gewaltige Loch im Boden. Die Höhle hatte um diesen Krater nur einen kleinen Rand geformt und der kleine Kristall vermochte nicht einmal mehr als zwei Fuß in die Tiefe zu leichten, womit das Loch bodenlos erschien. Der „Sims“ war gerade so breit, dass man auf ihm das Loch umrunden könnte, aber sonst gab es auch keinen Ausgang aus der Höhle, auch wenn man die Wände alle untersuchte. Das wenige Licht war wie Balsam für die Augen und doch ging es hier anscheinend nicht weiter.. oder doch?... eben nur ...abwärts?
Was ging ihnen durch den Kopf. Gab es noch andere Wege? Würden sie umdrehen und weiter suchen?

Selbst wenn sie sich für letzteres entschieden und wieder die Höhle verließen, sich wieder der langen Finsternis übergaben, so war es schon schicksalhaft, dass sie trotzdem immer wieder hier landeten. Wie oft sie diese Erfahrung machten, das entschied jeder für sich, aber das Ergebnis war immer das selbe.

Die nächste Prüfung fand in einer Höhle mit einem bodenlosen Loch statt.
Selbst wenn es selbe Höhle war, so liefen sich Darna und Eilmana nicht über den Weg. Vielleicht war immer gerade eine von ihnen nicht da, wenn die Andere eintraf. Vielleicht gab es zwei dieser Orte oder noch mehr? Vielleicht war das Tunnelsystem magisch und führte sie immer wieder hier her? Vielleicht vielleicht vielleicht. Es war wie es war und die nächste Prüfung begann an diesem Ort.

Sie waren schon eine Weile unterwegs und Durst kratzte in ihren Hälsen, so wie auch die ein oder andere Schramme, die man sich auf dem Weg hier her zugezogen hatte. Der kleine unerreichbare Kristall an der Deck mitten über dem Loch, er spendete nur wenig Trost.
Eilmana:
Hatte sie sich verlaufen?
Darna:
War sie vielleicht doch noch nicht so weit?
Eilmana:
Hatte sie sich getäuscht?
Darna:
War dies ihr Ende?
War ihr Enthusiasmus noch da oder war er verpufft in der langen Dunkelheit? Zweifelten sie an sich und ihrer Bestimmung? An ihren Fähigkeiten und an ihren Herzen? Gab es noch andere Wege, als den offensichtlichen? Allein mit sich und ihren Gedanken mussten sie ihren Weg hier heraus finden.
Nur wie?

Worauf zielte dieses Prüfung ab?
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Re: Die tiefen Ebenen

Beitrag von Eilmana Silva » Samstag 30. November 2019, 23:12

Eli stand in völliger Dunkelheit mit Darna vor dem Gang, das Darna ihr antwortete gab ihr ein Gefühl von Sicherheit. Sie war nicht alleine, es war noch jemand hier: "Ich glaube auch nicht, dass der Sinn der Prüfung darin besteht, hier jetzt Licht zu machen. Ihr könnt aber nicht völlig leer sein, immerhin kann ich spüren, dass Eure Anwesenheit den dunklen Einfluß in mir zurück drängt"
Eli hob ihre Hand ein Stück, ohne sie sehen zu können, sie ballte eine Faust und öffnete sie wieder um es mehrmals zu wiederholen. Sie spürte in sich hinein und lächelte. Darna konnte es nicht sehen aber Eli freute sich über ihre Worte und hatte nun auch selbst das Gefühl das ihre Magie langsam wieder zurück kehrte. Dennoch, die Knappin hatte recht, der Sinn einer Prüfung lag darin sie so zu bestehen wie es die Aufgabe war, und diese Aufgabe bestand nun mal aus Dunkelheit.
Nach dem Eilmana erwähnte das sie vorgehen wollte blinzelte sie glücklich in die Finsternis als Darna Antwortete: "Vor Euch liegt doch im Prinzip auch Ungewissheit?"
"Aber Ihr dürft gerne zuerst gehen. Es ist mir eine Ehre, wenn Ihr Euch durch meine Anwesenheit hier sicherer fühlt"
Darnas Stimme klang ruhig und milder als sonst und Eli spürte das sie einander vertrauen konnten.
Dann fasste sich Eli ein Herz: „ Danke..“
Ohne weitere Worte tastete sie sich in der Dunkelheit voran immer an der Wand entlang.
Vorsichtig und leise ging sie Schritt für Schritt weiter, manchmal trafen ihre Füße einen Stein der von ihnen davon rollte und einen lauten Hall an den Wänden des Ganges erzeugte.
Nach einer Weile trat Elis Fuß plötzlich beinah ins Lehre, sie machte einen Ausfallschritt und hatte für den Bruchteil einer Sekunde das Gefühl zu Fallen bis ihr Fuß wieder Boden unter sich Spürte.
Der Gang schien anzufallen nach unten...Eli hatte die Augen geschlossen, sie Atmete zwei mal tief und ruhig durch bevor sie sich hinkniete und auf allen Vieren weiter Kroch.
Nach einigen Metern wollte sie Aufstehen und spürte das der Ganz über ihr niedriger geworden war....ein beklemmendes Gefühl. Sie schauerte einen Moment...
Angst Kroch in ihr hoch und für einige Augenblicke lang konnte sie nicht weiter gehen..sie überlegte ob sie zurück gehen sollte....dort hin wo sie wusste das der gang breiter und höher war...

Nein...das hat keinen Zweck...ich muss weiter..solang es geht..immer weiter....Du schaffst das Eli...du kannst das!

Sie sammelte erneut ihren Mut zusammen presste die Lippen aufeinander und kroch weiter. Es dauerte nicht lange da spürte sie das der Gang wieder hoch genug war um zu stehen, sie Stand auf, tastete nach einer seitlichen Wand und ging weiter....

Wie lange bin ich jetzt wohl ungefähr unterwegs...10 Minuten...nein Darna muss schon länger unterwegs sein....20 Minuten vielleicht...oder noch Länger?

Die Zeit verschwamm immer mehr! in der Dunkelheit verlor man zunehmend sein Gefühl für Raum und Zeit. Sie musste einfach weiter gehen...immer weiter...und das tat Eli auch!

Ob Darna schon an einem Ausgang angekommen ist...ich hoffe es geht ihr gut.....

Eli Blieb stehen und horchte ob sie noch etwas von Darna hören konnte.....Doch um sie herum war absolute Stille....

Immer wieder öffnete Eilmana ihre Augen, in der Hoffnung ein kleines Licht wahrzunehmen. Manchmal spielten ihre Sinne ihr einen Streich und sie hatte den Eindruck ein licht in der ferne zu sehen, doch meist entpuppte es sich als Täuschung ihrer Sinne..vielleicht war es ihre Innere Magie die ihr unbewusst helfen wollte und In ihrem Kopf das Bild eines Lichtscheins zauberte?
Eilmana wusste es nicht, doch nach einer ganzen weile hatte sie plötzlich den Eindruck wirklich ein Licht zu sehen...sie ging darauf zu und kam in einer Höhle an, die nur aus einem großen Loch am Boden und dem Kristall darüber bestand. Das Licht tat gut und Eli lies ihre Augen durch die Höhle schweifen.
Sie Betrachtete die Wände, den Boden und das Loch....es gab keinen anderen Gang?!
Verwirrt umrundete sie das Loch und suchte nach einem Gang...ohne Erfolg!

„Aber...das kann doch nicht sein...oder?....“
Sie Kniete sich an den Rand des Loches sah hinunter und schluckte...eine Gänsehaut krabbelte über ihre Haut und etwas verzweifelt sah sie erst nach oben, dann in den Gang aus dem sie kam.
Dunkel....wieder zurück in die Dunkelheit oder in dieses Loch?....Aber wenn ich Falle...Was ist wenn diese Höhle nicht der richtige Weg ist...vielleicht soll sie mich ablenken...das Licht soll mir vielleicht nur eine falsche Sicherheit geben...
Eilmana begann zu weinen, einige Minuten lang weinte sie einfach nur vor sich hin starrte in das dunkle Loch und wieder in den dunklen Gang aus dem sie kam. Sie wusste nicht was sie tun sollte, sie wünschte Yran wäre jetzt bei ihr und würde ihr helfen...oder wenigstens Darna...aber sie war alleine...einen Zustand den Eli am aller wenigsten mochte! Sie hatte nie viele Freunde gehabt, aber sie hatte immer einen Gefährten...ihren Raben gehabt. Mit ihm konnte sie damals immer reden...seid er Verschwunden ist war Eilmana noch nie so richtig und lang alleine gewesen es war immer jemand in der nähe...doch Jetzt?
Niemand war hier...sie musste diese Endscheidung alleine treffen...
"Wenn ich hier sitzen bleibe...wird es auch nicht besser...." sie redete mit sich selbst und schniefte laut.
Dann Wischte sie sich die Träne ab und schluckte, sie ging wieder zurück in die Dunkelheit!
Eine ganze weile wanderte sie wieder durch die Gänge zwischen durch wollten die Tränen wieder hervor kommen doch sie schluckte sie hinunter, bekämpfte den Klos in ihrem hals mit aller Kraft und ging weiter...Sie wusste das Stehen bleiben die schlechteste Aller Optionen war...dennoch hatte sie Angst, sie hatte Durst, ihr wurde langsam kalt und sie fühlte sich alleine.

Dennoch ging sie weiter bis die Dunkelheit sie wieder in diese Höhle entließ. Völlig verwirrt schaute sie sich um, kniete sich erneut an den Rand des Abgrunds und schluckte schwer.

„...Okay...dann soll ich wohl doch hier entlang...? Okay....!

Wieder wollten Tränen sich nach oben Kämpfen doch sie schüttelte diesmal den Kopf, entschlossen blickte sie in die Tiefe.
„Ich werde Springen....!“

Sie Stand auf und sprang mit einem großen Sprung ins Ungewisse!
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Re: Die tiefen Ebenen

Beitrag von Darna von Eibenau » Montag 2. Dezember 2019, 08:04

Die Knappin tastete sich zunächst an der rechten Wand entlang. Sie wusste vom ersten Anblick beim Betreten des Tunnels, dass es zunächst ja offenbar geradeaus gehen sollte, also hielt sie sich an diese Richtung und plante mit ein, dass die Strecke ihr aufgrund der deutlich kleineren Schritte in der Dunkelheit länger vorkommen würde, als sie eigentlich war.
So ging sie anfangs sehr zuversichtlich, trotz der beklemmenden Düsternis. Es würde gleich heller werden. Da vorne waren die Eier. Ganz bestimmt.
Der Gang kam ihr ziemlich lang vor.
Aber das war ja in Ordnung. Also weiter.
Dann knickte die Wand rechts zur Seite ab - ah, sie hatte also den angestrebten Raum erreicht? Aber es war immernoch dunkel. Irritiert stand sie kurz herum. "Hallo?", flüsterte sie sinnloserweise sogar in das Nichts, dann ging sie einen Schritt zurück, um theoretische Gewissheit zu haben, dass sie zu beiden Seiten im Gang war. Dann verbreiterte sie ihren Stand und streckte den linken Arm aus, um nach der linken Wand des Ganges zu tasten... fand aber nichts. Hatte der Gang sich verbreitert? Schluckend ließ sie die rechte Wand los und schob sich seitlich weiter, pendelte mit dem Arm tastend vor und zurück, fand aber immer noch nichts. Wo war sie, zum Kuckuck? Sie wollte zurück - und fand die rechte Wand nicht wieder. Je mehr sie ihre Richtung "korrigierte", desto mehr hatte sie das Gefühl, völlig die Orientierung zu verlieren!
Dann, endlich, war da wieder Wand. Aber war das überhaupt noch "ihre"? Ihr Herz raste und sie senkte schnaufend einmal den Kopf. "Das ist Absicht, oder?", wisperte sie jetzt schon frustriert in die Finsternis, raffte dann aber neuen Mut zusammen und tastete sich weiter.
Ein bisschen hatte sie ja Angst, gleich wieder einfach draußen an dem Punkt zu stehen, wo Lyn sie in den Gang geführt hatte... das wäre dann wohl ein deutliches Signal: rein, und prompt wieder raus!

Aber nein...
es blieb dunkel. Sie tastete sich um einen schroffen Felsvorsprung herum und hatte von dieser Finsternis zunehmend die Nase voll. "Eilmana?", flüsterte sie irgendwann ebenso sinnlos, aber es war gut, die eigene Stimme zu hören. Oder? Die Stille sägte ebenfalls an ihren Nerven. Wie hielt so ein kleiner Drache das in seinem Ei überhaupt aus, wenn er anfing, länger aufs Schlüpfen warten zu müssen, als es normal war? Lyn hatte etwas von Drachen erwähnt, die schon "sehr lange warteten"... armes Ding. Ich komme!, spornte sie sich an, weiter zu gehen. Du könntest nur langsam mal Licht machen...
Wah! Plötzlich drohte sie, ins Leere zu treten. Ein Absatz. Dann noch weitere.
Stufen?!
Ja, Stufen. Unregelmäßige Stufen auch noch. Darna setzte sich und hangelte nach einer weiteren, die fast kniehoch, beziehungsweise -tief war. Stufen in absoluter Dunkelheit!
"Was soll der Quark?", schimpfte sie in gedämpfter Lautstärke, was ihr viel zu laut vorkam. Hier hingen aber nicht fröhlich Fackeln an der Wand, weil sie sich zu stark selbst beschränkten und inzwischen Licht haben dürften, nein? Ihr Arm glitt eine Weile nach oben gestreckt die Wand entlang, aber ratschte sich bloß an einer hervor stehenden Steinspitze. Nichts. Sie "sah" auf ihre Hand und musste an das noch nicht angezündete Lagerfeuer am Turm der Weisheit denken. An Seine Einladung, ihr beizubringen, ohne Hilfsmittel Feuer zu machen: **Es ist ganz einfach...** Ob das jetzt noch möglich war? War die Chance ohne Ihn vertan, weil sie diese Kraft nicht mehr hatte? Hätte sie sie mit einem Feuerdrachen als Partner? Hatten alle Drachenreiter die Magie zur Verfügung, die ihr Drache wirkte? Dass Yran Naturmagie wirkte, hatte sie gesehen. Wobei, zauberten die Drachen überhaupt? Plau'Rens Odem hatte sie gesehen, aber nicht, dass sie im herkömmlichen Sinne zauberte. Auch bei Tarmas und Malagen hatte sie noch keine Magie beobachtet.
Du lässt dich ablenken, rief sie sich selbst zur Ordnung. Ja. Eigentlich hatte sie gerade eine Pause gebraucht. Das Starren in die Dunkelheit und das Herumgeirre wurden anstrengend. Es war angenehmer, die Augen zu schließen, aber Darna hatte Sorge, dass sie dann das lotsende Leuchten ihres Eis übersehen könnte, irgend ein Schimmern, das ihr den Weg wies. Also hielt sie ihre Augen die meiste Zeit krampfhaft offen, was irgendwann weh tat.

Und nach einer gefühlten Ewigkeit sah sie auch endlich ein schwaches Leuchten! Umso größer waren die Ernüchterung und auch der Schrecken, denn fast hätte sie den Raum zu enthusiastisch zügig betreten und ruderte mit den Armen erstmal zurück, um das Gleichgewicht auf dem schmalen Sims zu wahren. In der Höhle war lediglich ein gewaltiges Loch im Boden. Darna sah an die Decke, wo der kleine leuchtende Kristall hing und atmete durch. "Danke für die Warnung", murmelte sie und wischte sich mit dem Unterarm über die Stirn. Was sollte das hier sein, eine tödliche Falle? Dann wäre ja aber die Lichtquelle nicht hier. Die junge Frau umrundete den Krater und stellte fest, dass der Raum definitiv eine Sackgasse war. Mit gefurchter Stirn starrte sie das Loch an. Was war das jetzt, des Königsdrachen Abort? Schulterzuckend verließ sie den komischen Raum.
... Um etwas später erneut hier zu landen. "Was..?" Das war doch die gleiche Höhle, oder? War sie so simpel im Kreis gelaufen? Sie merkte sich einen bestimmten Kantenverlauf am Rand, um Verwechslungen auszuschließen. Dann versuchte sie abermals, einen anderen Weg zu finden, und einem unguten Bauchgefühl folgend, sammelte sie unterwegs einen nicht ganz faustgroßen losen Stein auf und nahm ihn mit.
Wieder die Höhle. Definitiv die gleiche. Darna sah nochmal zum Kristall, der wie ein Hinweis mittig über dem Loch hing. "Das ist nicht euer Ernst...", murrte die Knappin, spähte über den Rand und warf den Stein mittig ins Dunkel.

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Re: Die tiefen Ebenen

Beitrag von Erzähler » Montag 2. Dezember 2019, 17:25

- An dieser Stelle, melde ich mich mal als Erzähler zu Wort:
**Die Geschichte endet hier für Eilmana und wir schauen zurück auf ein Leben voller Abenteuer, Widrigkeiten, aber auch Liebe und Hoffnung... ENDE!**
- Nein, so endet die Geschichte nicht. Ein neuer Versuch:
** Eilmana fiel in die Dunkelheit und erwachte im weichen Sand der Toteninsel Kata Mayan...**
- Auch das würde der Handlung vieles vorweg greifen. Um an dieser Stelle dem Spannungsbogen gerecht zu werden, so muss wohl die holde Elfe ein bisschen warten und erst einmal die Geschichte der Knappin weiter erzählt werden:

...

Frustration bekam hier eine ganz neue Bedeutung!
Darna fand die Höhle, verließ sie, fand sie erneut und markierte sie. Sie ging systematisch vor und versuchte es mit Logik, doch genau diese ließ sie hier im Stich. Sie brachte einen Stein mit und erinnerte sich an eine der Lektion die die Menschen so gerne ihren hochwohlgeborenen Kindern bei brachten und von denen eben jene Kinder gern behaupteten, dass sie sie niemals brauchen würden!
Pah! Da war sie die Situation!
Jetzt ging es um höhere Mathematik und Darna hörte im Geiste einen ihrer alten Lehrer sprechen, der Eben jenes Fallbeispiel vom fallenden Stein in einen Brunnen nach acht Sekunden poltern hörte:
„Nach einer Sekunde hat der Stein eine Geschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde, bei 0 Sekunden war auch die Geschwindigkeit 0.
Die Beschleunigung ist linear, also hat der Stein in der ersten Sekunde durchschnittlich 5m/s zurückgelegt. Also ist er nach einer Sekunde 5 Meter gefallen.
Jetzt die zweite Sekunde, er startet mit 10m/s, am Ende der Sekunde ist er 20m/s schnell. Durchschnittlich ist er also 15m/s gefallen, hat also 15 Meter in der zweiten Sekunde zurückgelegt. Er ist also nach 2 Sekunden 20 Meter weit gefallen.
Die 3. Sekunde beginnt mit 20m/s und endet mit 30m/s, durchschnittliche Geschwindigkeit 25m/s. Also 25+20=45m nach 3 Sekunden.
So geht das weiter bis 8.
Überlegen wie mal ob es schneller geht ..
Nach 3 Sekunden ist er 3*10m/s schnell, also 30m/s, begonnen hat er bei 0, also war er durchschnittlich 15m/s schnell und das 3 Sekunde lang.
Also ist er 3*15m = 45 Meter.
Stimmt auffallend mit der Zahl des ersten Rechenwegs überein .. das ist kein Zufall.
Also 8 Sekunden fällt der Stein. Er beschleunigt also auf 80m/s, von 0 aus. Er ist durchschnittlich 40m/s schnell und das 8 Sekunden lang.
Also ist der Brunnen 40*8=320m tief!"

Niemals, ja wirklich niemals, so hatte Basil behauptet, würde jemand im Leben dieses Wissen brauchen! Und Darna stand nun am Rand des schwarzen Lochs und warf den Stein.
1

2

3

4

5

6

7

8
Schon 320m!
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10

11
Noch immer war kein Plonk, Platsch, Klong oder sonst ein Geräusch zu hören.
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14
Darna zählte fleißig weiter.
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17

22

35

67

105
Verdammt!
Der Stein war im Nichts verschwunden und gab keinen Laut von sich. Wenn das Loch also so tief war, dass der Schall es nicht mehr zu ihr hinauf schaffte, war es eben so tief, dass ein Sprung sie ziemlich sicher das Leben kosten könnte... allerdings war es dass eigentlich schon nach zwei Sekunden. Nach über einer Minute war es eigentlich vollkommen egal, was dort unten war. Aber vielleicht gab es noch eine andere Theorie, warum der Stein keinen Ton gemacht hatte? Sie war hier in der Welt der Drachen, die voller Magie war...
Was wenn das Loch garnicht tief war, aber die Magie seine Tiefe vor ihren Sinnen verbarg? Konnte sie das testen? Nichts leichter als das. Darna hockte sich an den Rand und streckte ihren Arm in die Dunkelheit, mitsamt einem neuen Stein um diesen an die steinerne Wand zu schlagen. Sie sah schon nach 10 cm ihre Finger nicht mehr und bald verschwand ihr Arm bis zum Ellenbogen im Nichts. Sie bewegte ihn und schlug gegen die Wand.

Nichts.

Magie konnte manchmal auch frustrierend sein. Die Schatten im Loch verschluckten jedes Geräusch und auch ihre Hand war schlicht in der Dunkelheit verschwunden. Schattenmagie. Etwas, das Fiddatan, dem Silberdrachen zu eigen war.
Etwas schlauer, aber immer noch am gleichen Punkt, stand sie am Kraterrand des Lochs.
Wie also weiter?
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Re: Die tiefen Ebenen

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 3. Dezember 2019, 21:53

Darna zählte. Und zählte. Schon nach wenigen Sekunden presste sie die Lippen zu einem schmalen Strich und nickte, aber so aus Neugier zählte sie akkurat weiter, bis sie es dann doch aufgab. Zumindest das Zählen, ihre Untersuchungen nicht. Und so fand sie auch heraus, dass die Finsternis nicht einfach nur so Dunkelheit war, sondern tatsächlich Magie, Geräusche schluckende Magie. Damit hatte sie zumindest ein verlässliches Ergebnis:
Dies hier war die nächste Prüfung - oder der größte und aufwendigste Abfalleimer, den sie je gesehen hatte.
Sie starrte in das Dunkel. Vielleicht ist das eine Grube, in der die gescheiterten Drachenreiter-Anwärter landen. Freundlicherweise springen sie sogar selbst.
Irgendwie fand sie diese Vorstellung lustig, denn eigentlich wusste sie es besser. Bindet dieser Schatten auch Gerüche? Vielleicht ist es ja doch ein Drachen-Abort. Und sie wollte hinein springen... Die Knappin kicherte tatsächlich vor sich hin. Sie machte sich darüber nicht einmal große Sorgen - hier war Drachenmagie. Und sie glaubte auch zu wissen, um welche Prüfung es hier ging: Vertrauen...
Ich soll da rein springen, ja?
...
Ouh mann...

Sie wurde rasch wieder ernster und setzte sich gegen die Höhlenwand.

Es musste um Vertrauen gehen. Sie hatte die Begriffe doch in der Erzählung von Chasin gehört: Freundschaft, Ehre - Ehre war ja bereits abgefragt worden - Vertrauen und.. öh.. verflixt, was war da noch gewesen? Ach ja! Wahrhaftigkeit, beziehungsweise "Wahrheit" eben. In großen Teilen waren all diese Werte deckungsgleich mit den Tugenden, die man ihnen als Knappe beigebracht hatte, auch deshalb war sie bei der Ankündigung von Prüfungen so gelassen geblieben. Und jetzt? Sie starrte rüber zu der dunklen Grube und musste ihre Gedanken sortieren.
Eilmanas Unbehagen ging ihr durch den Kopf: „Ich..mag es nicht so sehr hinter mir die Ungewissheit zu haben..." und ihren eigenen lapidaren Kommentar, dass vor ihr doch auch Ungewissheit lag? Wo war der Unterschied?
Die Knappin lachte humorlos, kurz und bitter auf, als ihr unmissverständlich klar wurde, dass sie die Klappe mal nicht so weit hätte aufreißen sollen, denn es musste offensichtlich einen Unterschied geben, immerhin stellte sich jetzt heraus, dass sie offensichtlich Probleme mit einer Ungewissheit hatte, die vor ihr lag!
War das feige?
War sie etwa feige?
"..es ist doch offensichtlich, dass Tapferkeit die höchste Tugend ist, der ein Ritter sich verschreiben sollte!", erinnerte sie sich an einen der höhnenden Kommentare von Gernot. Darna hatte Wahrhaftigkeit als die höchste genannt. Da wartete die Grube.
War es tapfer, da rein zu springen? Klar. Einfach so ohne Grund in so etwas rein zu springen, war natürlich einfach bloß dämlich, aber hier gab es ja einen Grund. Also, zumindest einen Handlungsrahmen, der das Ganze nicht als bloßen Irrsinn erscheinen ließ.
Waren Tapferkeit und Vertrauen deckungsgleich, oder würde sie das Ziel der Prüfung verfehlen, wenn sie sich einfach bloß todesmutig da rein stürzte? Ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken und sie schlang die Arme um sich.
Sie hatte kein Problem damit gehabt, sich auf einen untoten Dämon zu stürzen, der den sicheren Tod bedeutete... - sie hätte von sich nicht behauptet, dass es ihr an Tapferkeit mangelte. Aber das, was jetzt auf sie zu warten schien, bedeutete für sie einen Horror, den sie kaum in Worte fassen konnte. Wo war der Haken?

In ihrer Zeit am Hof hatte es eine Phase gegeben, in der sie alle üben sollten, von einem Geländer aus auf den Rücken eines Pferdes zu springen. Alle Knappen waren begeistert von der Sache, war das doch eines DER heroischen Elemente, von denen man sich in Geschichten gerne erzählte!
Sie hatte oben am Geländer gestanden, auf dieses Pferd hinunter gestarrt und gezögert, bis sie ausgelacht worden war. Sie hatte die Übung so selten mit gemacht, wie sie irgend konnte. Sie hatte zu erklären versucht, dass es ihr um den Rücken des armen Tieres leid tat. "Ja, klar! Das bricht zusammen! Bist du so fett?", hatten sie gejohlt. Darnas Zähne pressten sich zusammen. Wo war der Unterschied, wenn sie aber noch vor wenigen Stunden im Schankraum am Geländer gehangen und sich ohne Probleme oder Zaudern etwa zwei Meter hatte fallen lassen?
Das Pferd, wurde ihr klar. Sie hatte auf das Pferd gestarrt und Angst gehabt, dass es sich im entscheidenden Moment bewegte. Immer, wenn jemand anderes mit im Spiel war...
Die junge Frau schloß die Augen, atmete tief aus und lehnte den Kopf an die Wand.
Das war eine schlechte Voraussetzung, nicht?
Sie musste an Yran denken, wie er mit ausgebreiteten Armen über den Platz gelaufen war - eine völlig absurd aussehende Geste, bis Malagen ihn nahtlos schnappte und schneller weiter trug, als Yran je hätte laufen können. So eine wunderschöne Harmonie, dass das Gefühl, selber zu so etwas unfähig zu sein, ihr die Tränen in die Augen trieb. Wenn sie mit einem Drachen zusammen arbeiten wollte, musste sie in der Lage sein, ihm zu vertrauen. Musste!
Er musste ihr doch auch vertrauen!

"Ich überlasse mich deinem Geist", hatte Chasin gesagt und sich einfach über das Geländer des Balkons vom Schloss fallen lassen. Der Schrecken über diesen Anblick war ihr selbst jetzt noch erstaunlich klar gegenwärtig.
Aber sie hatte es ebenfalls gesagt. Leon hatte die Arme ausgebreitet und war zu einem liebevollen Vermittler geworden. Ein wehmütiges Lächeln schlich sich auf ihre Züge.
Was möchtest du?, hatte sie Freizul gefragt und ihm die Entscheidung über ihrer beider Schicksal in die Hände gelegt - sie hatte ihm vertraut.
"Du wirst Entscheidungen treffen müssen, ohne alles zu wissen", hatte so oder so ähnlich Lyn gesagt. Wieder starrte sie zur Grube.
Wusste sie, was passieren würde?
Nein.
Nicht genau.
Sie hatte einiges sogar schon erlebt, um eine Ahnung zu haben, was passieren konnte, aber das machte es nur unwesentlich einfacher. Eigentlich schien sie sogar schon eine ganze Menge Vorwissen zu haben, ohne dass sie mit einer solchen Art der Prüfung gerechnet hätte. Andere Menschen, Wesen und Kreaturen hatten ihr Erfahrungen mitgegeben, die ihr bereits bewiesen hatten, wie es anders ging. Wie Vertrauen funktionierte.
Vertraute sie Drachma?
Lyn, Tarmas, Malagen, Plau'Ren, Eilmana und ja, auch Yran, mit dem sie komischerweise irgendwie am wenigsten was anfangen konnte - ja... keinem von ihnen hätte sie unterstellt, ihr was Böses zu wollen, im Gegenteil. Seibst dem Drachenkönig vertraute sie auf eine eigene Weise. Darna rutschte mit dem Hosenboden bis an den Rand der Grube, bis sie dort saß und ihre Unterschenkel im Dunkel verschwanden. Ihre Unterarme zitterten.
Konnte sie einem Ei vertrauen, das sie noch nicht mal gefunden hatte, konnte sie einem Drachen vertrauen, von dem sie nicht einmal sicher wusste, ob es ihn gab?
Das war vielleicht etwas viel verlangt. Aber sie wusste etwas anderes: wenn es einen solchen gab, konnte und würde sie es lernen.

"Ich überlasse mich deinem Geist...", sagte sie leise und stieß sich mit den Füßen von der Grubenwand ab, dass sie wenigstens nicht zwangsläufig an dieser längs schrammen würde.

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Re: Die tiefen Ebenen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 5. Dezember 2019, 12:11

Eilmana hatte die Höhle gefunden und war hinaus gegangen um sie wieder zu finden. Völlig verwirrt schaute sie sich um, kniete sich erneut an den Rand des Abgrunds und schluckte schwer.
„...Okay...dann soll ich wohl doch hier entlang...? Okay....!“
Tränen wollten sich nach oben kämpfen doch sie schüttelte diesmal den Kopf, entschlossen blickte sie in die Tiefe.
„Ich werde springen....!“
Sie stand auf und sprang mit einem großen Sprung ins Ungewisse!

Darna rutschte mit dem Hosenboden bis an den Rand der Grube, bis sie dort saß und ihre Unterschenkel im Dunkel verschwanden. Ihre Unterarme zitterten. Konnte sie einem Ei vertrauen, das sie noch nicht mal gefunden hatte, konnte sie einem Drachen vertrauen, von dem sie nicht einmal sicher wusste, ob es ihn gab? Das war vielleicht etwas viel verlangt. Aber sie wusste etwas anderes: Wenn es einen solchen gab, konnte und würde sie es lernen.
"Ich überlasse mich deinem Geist..."
, sagte sie leise und stieß sich mit den Füßen von der Grubenwand ab.



Was dann für beide folgte, dass kann man nur schwerlich mit Worten erklären. Beide hatten den Mut und vor allem das Vertrauen in sich und ihren Willen gefunden um diesen Schritt zu tun.
Das Schlimmste dabei war jedoch, der Urinstinkt allen Lebens, der einen an solchen Dingen hindern sollte. Das Gefühl, wenn einem kaltes Eis in die Venen schießt, wenn man einen falschen Schritt macht, das Adrenalin, das plötzliche Kribbeln, dass jede Nervenzelle unter Strom setzt, wenn der Körper einen warnt und sich bereit macht um sein Überleben zu kämpfen. Dieses galt es ebenso zu überwinden wie alle Zweifel und Ängste.
Eilmana hatte da wohl einen kleinen Vorteil. Sie hatte in Yran ihren Anker, ihre Liebe gefunden und ihr Vertrauen in ihn machte es ihr leichter den letzten Schritt über den Abgrund zu gehen. Auch hatte sie schon die Erfahrung gemacht, wie es war, sich von einem Ei leiten zu lassen, auch wenn es nicht ihres war. Sie verstand die Träume der letzten Nächte und das Gefühl, dass sie hier gebraucht wurde.
Darna tat sich da deutlich schwerer, haderte länger mit sich, aber auch sie fand ausgerechnet ihren Halt in der Vorstellung einer ungewissen Zukunft, einer Möglichkeit, einem Ei, dass irgendwo einsam in der Dunkelheit auf sie wartete. Das Gefühl gebraucht zu werden, WIRKLICH gebraucht zu werden war mächtig und gab ihr die nötige Kraft sich von der Kante abzustoßen und in ein ungewisses neues Leben zu springen...

...oder doch in den Tod?

(Darna und Eilmana weiter bei: Das Licht am Ende)
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