Sitz des dunklen Herrschers (Seiteneingang)

Inmitten Morgerias ruht der Herrschersitz des Stadtherrn. Ein dunkler Palast ist es, mit finsteren Zinnen, Türmen und düsteren Steinfratzen, die auf die Besucher des gewaltigen Anwesens blicken.
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Sitz des dunklen Herrschers (Seiteneingang)

Beitrag von Erzähler » Dienstag 30. Juni 2015, 19:12

Turnil kommt von: Für eine Hand voll Lysanthemer

Der Wagen kam rumpelnd zum stehen und Turnil beobachtete aus einiger Entfernung wie der Händler auf den Seiteneingang der Palastmauer zu ging. In dem Tor, das hier schwer bewacht wurde, öffnete sich eine kleinere Tür und eine Palastwache nahm das Schreiben entgegen, dass der Mann ihm mit einer leichten Verbeugung entgegen hielt. Der Wächter in seiner geschwärzten Rüstung, der tödlichen Klinge und dem Schild mit dem Wappen der Stadt gab ein Handzeichen nach hinten und das große Tor begann sich zu öffnen. Der Assassine konnte aus seiner vermutlich erhöhten Position gut in den kleineren, von weiteren Mauern umgebenen Hinterhof blicken. Bis der Wagen dort hinein manövriert worden wäre, wurden ein paar Minuten vergehen. Turnil beobachtete die Straße und erspähte auch andere neugierige Passanten, die jedoch unter den strengen Blicken der Wächter meist eilig weiter gingen. Es war nichts besonderes, dass hier Waren angeliefert wurden, aber trotzdem schaute man halt neugierig zu, was die Palastküche so anforderte. Es dauerte auch nicht lange, als ein Mann in schwarzer Kutte und einem merkwürdig verformten Gesicht darunter auf dem Hof erschien und sich mit dem Händler zu unterhalten begann. Auf die Entfernung hin war nicht genau zu erkennen, was mit seinem Gesicht los war, aber das etwas nicht stimmte, war sofort zu erkennen. Turnil vermutete, dass das vielleicht der Mundschenk sein könnte. Die Beschreibung seines Informanten „hässlich“ passte schon mal.
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Turnil Melwasúl
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Re: Sitz des dunklen Herrschers (Seiteneingang)

Beitrag von Turnil Melwasúl » Montag 24. August 2015, 11:40

Ob das hier jemals anders sein wird? Fragte sich der Dunkelelf, als er den Marktplatz betrat und das geschäftige Treiben beobachtete. Seine Handhaltung veränderte sich umgehend als er den gepflasterten Platz betrat so das er jederzeit einen Taschendieb stoppen konnte. Denn dieses Pack war hier überall. Er hatte schon in den ersten zehn Sekunden zwei von ihnen bei der Arbeit gesehen. Aber sie gehört hier genauso hin wie die Marktstände. Ein Morgerischer Marktplatz ohne Taschendiebe wäre ungefähr so wie eine Sklavenauktion ohne Sklaven.
Der Auftragsmörder lief in aller Seelenruhe die verschiedenen Stände ab, denn Auffälligkeit war die beste Tarnung in Morgeria, denn die Schatten der Stadt waren schon vollkommen verstopft mit Mördern und Spionen, vor allem hier auf diesem Platz. Das wusste der Elf aus eigener Erfahrung nur zur gut. Da sich hier die ganze Stadt traf, sei es um sich mit Vorräten zu versorgen oder einfach nur um den neuen Tratsch zu hören.
„BESTE WEINE, EDLE TROPFEN, SELTENE BRÄNDE UND VOLLMUNDIGE LIQUERE! HERRSCHAFTEN KOMMT NÄHER UND GENIESST MEINE PROBEN!“
Turnli passte diese Aufforderung nur zu gut, schließlich hatte er diesen Weinhändler schon früh ins Auge gefasst und da ihn der Marktschreier so nett angeschrien hatte, musste er schließlich der Aufforderung nachkommen. Ein anderer Elf, in dessen Gruppe der Auftragsmörder kurz untergetaucht war, ging ebenfalls zu dem Stand. Besser konnte es ja für ihn heute überhaupt nicht laufen. Somit konnte er den Anderen das Reden überlassen und er selbst konnte sich ungestört umsehen und lauschen. Denn es heißt doch schließlich nicht umsonst „der der schweigt hört mehr als der der nur redet“.
„Meine Herren, was darf ich ihnen anbieten? Etwas aromatisches für die Geliebte, oder etwas mit Kraft für die Siegesfeier?“
Der Dunkelelf neben Turnil grinste schmal und düster, wie es fast alle taten.
„Habt ihr Andunischen Apfelwein?“
Während der Weinhändler den Aufforderungen seines Kunden nachkam, konnte der Auftragsmörder sich in alle ruhe die Auslage anschauen. Es dauerte auch nicht lange bis ihn ein kleines Fass ins Auge sprang, das wesentlich älter aussah als die Anderen und dazu noch mit einen purpurnem Wachsstopfen versehen war. Das dieses ebenfalls nicht beschriftet war, wie die anderen Fässer, war irrelevant, schließlich schreibt man ja auch nicht auf einen wertvollen Gegenstand „Lieber Dieb, bitte nicht stehlen, es hat ein halbes Vermögen gekostet“.
Die beiden Orkwachen die Rücken an Rücken standen und die Ware des Händlers bewachten schienen nicht die hellsten zu sein, aber das musste eine Orkwache auch nicht sein. Jedenfalls nicht wenn man die billige Variante des Wächters bevorzugte. Die nur zuschlagen musste und so wie die Jungs aussahen, konnten sie dies auch. Wahrscheinlich reichte den Weinhändler dieser simple Schutz für seine Ware.
Der kleine Goblin, der wie aus dem nichts auftauchte, so schien es jedenfalls, überraschte selbst den erfahrenen Meuchelmörder, der immer seine Umgebung genauestens im Auge behielt. Aber diese kleinen Mistkerle hatte schon immer das Talent gehabt, wie aus dem Nichts aufzutauchen und dafür hasste und beneidete sie der Auftragsmörder. Wobei er das mit dem Beneiden niemals zugeben würde.
Na du kleine Ratte, zu wem willst du? Dachte sich Turnil und beobachtet den Goblin genau, wie sich dieser immer weiter dem Händler näherte. Irgendwann konnte er nur noch die Ohrspitzen von diesen hässlichen Wesen erkennen, die über den Tresen reichten. Der Händler nahm von dem Winzling ein Schreiben entgegen und brach das purpurne Wachssiegel, das dieses verschloss, hastig auf. Ein kleiner Teil des Siegels viel so günstig vor Turnil das der Elf einen Blick auf die Überreste werfen konnte und was er sah, gefiel ihn!
Naaa sieh mal einer an! Dachte er sich, als er teilweise das Symbol des Herrscherpalastes erkennen konnte. Der Händler wirkte auch wie überfahren und wickelte das Geschäft mit den Herren der neben Turnil war eilig ab. Er verkaufte ihn das Fass für einen Spottpreis und räumte dann eilig zusammen, mit der Hilfe seiner Wache. Der Auftragsmörder zog sich zusammen mit dem Käufer des Apfelweins zurück und schlenderte weiter über den Markt, behielt aber weiterhin den Weinhändler im Auge. Als dieser dann endlich fertig gepackt hatte, verfolgte Turnil den Karren und schlenderte ihn gemütlich hinterher. Schließlich benutze er ja einen offiziellen Weg, den jeden Tag hunderte kauflustige Elfen und andere Wesen nahmen.
Als sie den Palast erreichten, lief Turnil immer noch total entspannt den Wagen hinterher. Dem Händler war nicht entgangen, dass er wahrscheinlich verfolgt wurde aber dieser blieb ganz entspannt, genauso wie der Dunkelelf. Er wollte ja auch die Aufmerksamkeit des Weinhändlers. Beim Seiteneingang des Palastes drehte der Dunkelelf schnell ab und verschwand in einer Seitengasse um sich auf eine erhöhte Position zu begeben, von wo aus er den Hinterhof gut im Blick hatte.
Durch seine lange Berufserfahrung kannte er auch ein Haus, was dafür perfekt geeignet war und was durch seine architektonische Begebenheit so angelegt war, dass man innerhalb weniger Wimpernschläge aufs Dach gelangen konnte. Einmal kurz am Fensterrahmen festhalten, dann ein Sprung zum Hauswappen, das hervorragte und dann konnte man schon den Vorstand des Daches greifen und sich hochziehen. Dieser kleine Parkour hatte den Elf nicht mal zum Schwitzen gebracht. Er hockte sich neben einen Wasserspeier, der onanierend auf das Haus des Palastes blickte. Der Besitzer dieses Hauses hielt dieser Statur nach zu urteilen nicht viel vom Herrscher. Der Dunkelelf musste jedes Mal den Kopf schütteln, wenn er die Statur kurz betrachtete. Aber nur weil er so eine öffentliche zur schau Stellung der Ablehnung der Herrscherfamilie mehr als idiotisch fand.
Von seiner Position aus konnte der Auftragsmörder erkennen wie sich der Weinhändler mit einem Mann unterhielt der… Turnil verengte seine Augen zu schlitzen, um besser sehen zu können, …wie es schien ein verformtes Gesicht hatte. Wahrscheinlich war dies der Mundschenk!
Der Dunkelelf beschloss zu warten, bis der Weinhändler sich vom Palast zurückzog. Er würde dann den Weinhändler weiter beschatten, bis dieser sich in sein Gemach begab und ihn dann einen kleinen Besuch abstatten.

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Re: Sitz des dunklen Herrschers (Seiteneingang)

Beitrag von Erzähler » Montag 24. August 2015, 21:14

Turnil verengte seine Augen zu schlitzen, um besser sehen zu können, …wie es schien, hatte der Mann dort hinten ein verformtes Gesicht und trug eine Art Maske. Wahrscheinlich war dies der Mundschenk! Der Dunkelelf beschloss zu warten, bis der Weinhändler sich vom Palast zurückzog. Er wollte dann den Weinhändler weiter beschatten, bis dieser sich in sein Gemach begab und ihn dann einen kleinen Besuch abstatten, doch etwas anderes ereignete sich zuvor.

(Link zum Stern)


Es war kaum weniger als das Funkeln eines fernen Sterns, dass Turnils Aufmerksamkeit nach oben zog. Es war selten, dass ein Elf nach oben sah, wenn er über erhöhte Dächer lief, doch dieses Funkeln war anders, drängend und kam näher. Gerade eben noch war er dem Zwiegespräch der Männer dort unten ganz gebannt gefolgt, doch nun blendete etwas helles in der Dunkelheit des Himmels. In einer langsam größer werdenden spiralförmigen Flugbahn, nein, nicht gerade, denn das wäre ja zu noch normal gewesen, wenn ein Stern vom Himmel fällt, nein, dieser zog es vor seinen letzten großen Bogen neben Turnil auf dem Dach des Anwesens enden zu lassen. Er schlug nicht ein, er machte nicht mal einen Laut, er landete leise und glühte vor Begeisterung. Eigentlich glühte er auch so, aber das Licht, dass sein Fall begleitet hatte erlosch schnell und der kleine Stern lag reglos neben Turnil, zumindest so lange bis sich dieser ihm näherte, denn der Stern war etwas besonderes. Nicht nur ein Geschenk, des Himmels, der Götter mochte man meinen, er war auch wunderschön und sehr wertvoll, denn seine graue Oberfläche hatte einen kleinen Spalt bei seinem Fall bekommen und sein Innerstes funkelte in allen Farben. Der Spalt hatte die Form eines Lächelns und war dem dunklen Elfen zugewandt. An der Stelle wo zwei Augen hätten sein können, klafften kleine Löcher. Da lag er nun, kaum einen halben Schritt von ihm entfernt und grinste das Fleischding an, für das er gerufen worden war. Die Fingerdinger streckten sich nach ihm aus und er rollte ein Stück beiseite und wieder zurück.

Turnil staunte sicher nicht schlecht über die Dinge die hier vor sich gingen und sein natürliches Misstrauen machte ihn mehr als nur vorsichtig. Tatsächlich war eben, gegen alle Gesetzte der Natur, soweit er von ihnen wusste, ein Stern neben ihm gelandet und als er erstaunlich schnell aufgehört hatte zu glühen und er ihn berühren wollte, war er erst ein Stück weg und dann wieder auf ihn zu gerollt. Das Ding schien ein eigenartiges Eigenleben zu besitzen. Gerade in dem Moment als er die Räder des Händlerwagens hörte, wie sie sich wieder in Bewegung setzten, das Tor wieder geschlossen wurde und und er den Mundschenk noch einmal sah und im stillen darüber nachdachte, wie er an diesen Mann heran kommen konnte, hüpfte der Stein einmal kurz in die Höhe und rollte los. Wieder jeder Vernunft, denn diese mochte er dem Ding sicher lieber nicht zuschreiben, benahm es sich, als wollte es, dass er ihm folgte. Und das tat es auch noch ziemlich hartnäckig, so dass Turnil befürchten musste, folgte er ihm nicht, würde bald jemand auf ihn aufmerksam werden. Das erstaunlichste war jedoch der Weg, den dieser Stein einschlug und das „Wie“. Erst rollte er die Fassade hinab, tatsächlich seitlich an der Wand entlang, die Turnil beim hinauf klettern genommen hatte, dann ging es weiter durch die Seitengasse, durch ein Tor auf einem Hinterhof und ein paar Treppen hinab bis zur Hauptstraße. In der Deckung des vorbei fahr endenden Händlerwagens wechselten sie die Seite. Er wartete schaukelnd, biss die Palastwache auf der Mauer ihnen den Rücken zu wandte und rollte dann eilig in den Schatten darunter. Dann wurde es noch merkwürdiger! Er rollte drei Mal gegen den Stein und „klopfte“ auf diese Weise leise an, dann begannen sich die Steine zu verschieben und gaben einen kleinen Durchgang frei. In diesem Moment brauchte es tatsächlich etwas Mut, denn sobald Turnil in den kleinen Gang hinein kroch, schloss er sich wieder hinter ihm. Dann ging es unterirdisch weiter. Manchmal warteten sie an bestimmten Stellen, an denen hinter den Mauern Geräusche dumpf durch den Stein klangen, dann ging es wieder voran. Nach einigem Herumgekrabbel hielt der Stern an und formte eine größere Höhle, in der Turnil aufrecht stehen konnte. Vielleicht konnte er sich des Eindrucks nicht erwehren, lebendig in einer Wand eingemauert worden zu sein, denn die Fugen vor ihm waren nicht mehr all zu dicht. So mussten sich die Widersacher seiner Mutter vorgekommen sein, als sie sich ihrer entledigte. Er hörte entfernt zwei Frauenstimmen durch das Gemäuer hallen, konnte aber außer Laute der Verzückung nichts genaueres entnehmen. Als es still geworden war, wartete der Stern noch eine Weile, dann öffnete er die Wand und Turnil fand sich in einem großen Lager voller Lebensmittel und … einem ausgesprochen gut bestücktem Weinkeller wieder. Es gab eine verschlossene Gittertür, sonst war das Lager ein einziger Raum. Kisten, Fässer, Regale voller kulinarischer Köstlichkeiten warteten hier auf ihre Verköstigung. Besonders die Weine waren von erlesener Qualität und manche konnten sogar sprechen:
"Hallo? Mundschenk, bist du es?"
, wenngleich er den elfischen Dialekt nicht kannte.
"HALLO!"
Die Stimme, wohl ein weiblicher Jahrgang, kam aus einer dunkelroten Kristallflasche. Stein rollte vor dem entsprechenden Regal hin und her, bis eine Motte sich auf ihn setzte und das Innere Funkeln dahin schmolz.

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