Zurück in der Heimat

Kaum jemand hat die vielen Ebenen dieser Welt je gesehen und eigentlich möchte niemand jemals den Harax betreten, denn hier regieren die Dämonen.
Jene arme Seele wird als verloren betrachtet, die es in dieses finstere Reich aus Hass und Chaos verschlägt.
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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Freitag 27. Januar 2012, 21:04

Sie war eine unheimliche Erscheinung. Besonders vermutlich weil es sich bei dieser sündigen „Dämonin“ die er da vor sich stehen hatte, ausgerechnet um Mallahall di Svanwiss handelte. Jene gutherzige und reine Seele die auf Celcia keinen Schaden nehmen konnte, auch wenn ihr so viel Schreckliches und unvorstellbares widerfahren war. Doch der Harax war offensichtlich zu viel gewesen für diese unschuldige und gütige Seele. Was Asmodi zeitlebens nicht geschafft hatte war nun vermutlich durch Naamah vollzogen worden. Mallahall war verdorben worden. Diese Tatsache schmerzte Aurelius sehr und er sah sich je länger je hilfloser mit dieser Tatsache konfrontiert. Er hatte keine Ahnung wie er Mallahall helfen konnte, wie er sie da rausbringen konnte. Das Glück hatte sie definitiv verlassen. Aus diesem Höllenschlund würde es für sie kein Entkommen mehr geben, dies war das Gefühl welches sich langsam in dem Medicus breitmachte. Vielleicht sollte er es Schritt für Schritt angehen, der erste wäre sicherlich sich aus dieser Umklammerung zu befreien. So versuchte er auf Mallahall einzureden, ohne wirklichen Erfolg. Sie sprach nämlich auf die denkbar falschen Worte an. Ausserdem sendete er mit seinem Körpereinsatz wohl missverständliche Signale aus. "Ekstase. Ja, Ekstase." Aurelius Augen weiteten sich. Er blickte sich kurz um. So Lustgetränkt diese Sphäre hier war, mochte es unschwer sein zu erraten welche Form von Ekstase Mallahall wohl gerade meinte. Aurelius presste seine Lippen aufeinander. Sein Druck auf Mallahalls Arme liessen nach. Das hatte er doch gar nicht gemeint!

Sie nahm ihn weiter für sich ein. Ihre arkanen Kräften flossen durch ihre mächtigen blonden Haaren welche sich enger um seinen Körper schlangen, ihn fordernd festhielten. Er spürte wie seine Oberarme zusammengedrückt wurde, wie es eng wurde um seinen Bauch als sich eine Strähne darum wickelte und doch wurde er noch dichter an sie heran gepresst. Er versuchte abwehrend die Hände zu heben – sehr ungünstig – denn damit gerieten sie ungewollt in eine… ziemlich pikante Position, nämlich direkt auf Hohe von Mallahalls Busen. Als hätte diese Berührung irgend einen Mechanismus ausgelöst wurde es sogleich dunkel um ihn herum. „M..mall?“ Keuchte er und da erstrahlten ihre Augen. So golden und so schön, dass jedes Männerherz wohl zerschmolzen wäre. Nicht vor Verlangen… vielleicht war es dies was Mallahall als Succubi so unglaublich mächtig machte. Es war die Liebe die Aurelius empfand. Das unendlich mächtige Gefühl, von ihr geliebt werden zu wollen. War es doch mächtiger als jeglicher Trieb. Umso schlimmer dass genau jene Macht in den Händen einer Dämonenfürstin lag. Mallahall hätte Botschafterin des Lichts sein können, die heilende Fackel des Lichts, die Trägerin von Hoffnung, Güte und Frieden. Sie hätte ein Symbol für die Menschlichkeit für das Gute in der Welt sein können.

Aurelius erkannte all dies potenzial in jenem Moment. Sie wäre nicht nur imstande ihn zu Heilen, oder seine Freunde, Mallahall könnte die Heilerin der Welt sein. Die Tatsache dass ein so liebenswürdiges und erhabenes Wesen, seine Aufmerksamkeit wünschte… erfüllte ihn paradoxerweise, mit tiefsten Glück und der Sehnsucht ihr diesen einen Wunsch zu erfüllen. Dies war die dämonische Kraft von Mallahall die Svanwiss… und sie war gewaltig. Er brach in Tränen aus. Sein Gewissen war schwer gezeichnet. Wie hatte er es nur gekonnt als stattlicher und edelmütiger Mann, ihre liebenswürdigkeit auf derart schändliche Weise auf Erden zu ignorieren? Wie blind war er gewesen?! Wie unglaublich schön sie doch war…wäre Castus doch ihr Sohn gewesen…

Ein Gedanke für welchen er sich sicherlich schwere Vorwürfe machen würde, sollte er sich aus dem Bann der Dämonin Mallahall befreien können. Aurelius zweifelte nicht an der unmittelbaren Echtheit seiner Gefühle wie er es bei seiner Sehnsucht nach Naamah auch nicht getan hatte. Er war nicht geheilt worden, sondern nur von einem Bann in den nächsten gezogen…
„A..aber…Ma…“ Versuchte er noch standhaft zu bleiben doch da küsste sie ihn, und wie sie ihn küsste. Sie stellte mit ihrer Leidenschaft alles in den Schatten… selbst seine wahre Liebste…selbst seine süsse Zanraia. Aurelius, der doch noch Heiratspläne geschmiedet hatte, sah sich nun einer verbotenen Frucht gegenüber und er sehnte sich danach genau davon zu kosten. "Berühre mich" Er starrte sie an, noch immer brannte ihr Kuss auf seinen Lippen nach. Aurelius war nicht wirklich der Mann der in das Profil eines untreuen Vaters passte und alles in seinem Geist widerstrebte auch jenem Gedanken es zu werden… doch sein Herz schrie nach ihrer Nähe, seine Seele dürstete nach Verschmelzung mit diesem unendlich schönen und unverdorbenen Licht…

"Wie lange habe ich mich nach der starken Umarmung eines Mannes gesehnt ... berühre mich, mein Liebster." Er starrte ihr entgegen. Seine Gefühle drehten mit ihm durch. Doch wer Aurelius kannte wusste, dass er ein rationaler Mensch war, ein Kopfmensch. Das hatte er ja selten an sich gemocht doch nun war es sein Verstand, sein Ehrgefühl welches ihn rettete, welches ihn zwang zu widerstehen… vermutlich sogar als einzigen Sterblichen überhaupt.
"Ich bin so allein", „Das ist wahr Mallahall.“ Hauchte er. „Du warst oft allein, ich habe deine hilfe beinahe schon selbstverständlich in Anspruch genommen und dabei vergessen dass auch du deine Bedürfnisse hast…“ Sogar Etelin war ja einst verheiratet gewesen! Und er hatte seine Zanraia. Mallahall war faktisch die einzige der Leer ausgegangen war… noch schlimmer… die Vergewaltigt worden war…

„Du hast einen Mann verdient… einen Mann der dir alles geben kann was du dir ersehnst… den du lieben kannst… der dich liebt… der sich nach dir verzehrt… der alles für dich tun würde…“ Er schloss sie Fest in seine Arme, wie es nur ein Freund tun konnte. „…doch…tief in deinem Innersten…weisst du… und auch ich weiss es… dass ich nicht dieser Mann bin, Mallahall. Er ist noch irgendwo da draussen auf Celcia… und wartet vermutlich nur darauf von dir entdeckt zu werden… oder dass er dich erobert… und ja…“ Er umschlang ihre Wangen, hauchte ihr einen Kuss auf eben jene. „Ich liebe dich… wie sich nur beste Freunde lieben können….“

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Dienstag 31. Januar 2012, 00:26

Ob sich Asmodi in seinem Versteck in diesem menschlichen Körper darüber aufregte? Zog er denn derartige Schlüsse bezüglich Mallahall? Schlüsse, dass sie von einer Dämonin wie Naamah zu einer willenlosen Sklavin gemacht worden war?! Er hatte dies nicht erreicht, im Gegenteil. Er hatte ihr auch noch eine Träne geschenkt - etwas Unschuldiges, worauf er im Grunde mehr als stolz hätte sein können. Das musste ein anderer Dämon erst einmal zustande bringen! Sicher, es gab auch Dämonen, die gerade das Weinen und Heulen für sich entdeckt hatten, aber sie wandten es lediglich als Druckmittel an. Von ihnen konnte niemand aus Mitleid eine Träne vergießen.
Aurelius jedenfalls hatte nur Augen für das, was aus der Lichtmagierin geworden war und es bereitete ihm Kummer. Dabei sollte er doch auch auf sich selbst achten. Mallahall war zu einem Werkzeug der Herrin dieser Sphäre geworden. Sie hatte ihren Willen verloren, konnte ihm demnach gefährlich werden. Und wie gefährlich! Das durfte er feststellen, als sich ihr Haar um seinen Körper legte und die Distanz zwischen ihnen dahin schmolz wie Schnee in der Sonne. Mallahall schaute ihn an. Ihre Augen glänzten und funkelten wie goldene Sterne. Trotz allem waren sie leer. Es fehlte ... nun: sie. Das war nicht sie und das wusste er. Trotzdem, und das war das Bizarre daran, war sie es doch! Es roch nach Mallahall. Er konnte jedes vertraute Grübchen erkennen, jede noch so kleine Falte. Selbst die Erinnerung an die Maserung ihrer Poren auf der seidigen Haut war dieselbe. Mallahall stand vor ihm. Seine Hände lagen auf der Weichheit ihrer Brüste, die sich bei jedem tiefen Atemzug hoben und senkten. Sie legte es darauf an, tief durchzuatmen. Sie wusste, ihn zu locken. Kleinigkeiten, winzige Gesten, genügten vollkommen, aber Mallahall spielte auch ihre Trümpfe aus und so war es ihr Kuss, der heiß auf seinen Lippen brannte, als sie sich längst von ihm gelöst hatte, um ihm verführerische Befehle entgegen zu hauchen. Dass sie eine dominantes Succubus-Spielzeug würde, hatte man voraussehen können. Auch gegenüber Asmodi musste sie stets mit einer gewissen Dominanz auftreten, um ernst genommen zu werden und selbst dann war es für sie schwer. Hier im Harax schienen all diese verdorbenen Möglichkeiten weiter ausgeprägt. Was würde sie daraus machen, was mit Aurelius anstellen? Oder bereitete sie ihn nur auf etwas vor, dessen sich dann wieder Naamah annehmen würde? Sie ließ der Magierin doch sicher nicht bis zum bittersüßen Ende freie Hand! Vielleicht doch. Vielleicht war es wirklich eine Prüfung, ob ihr Spielzeug auch funktionierte, wie es sollte.
Und gerade, als man meinen konnte, dass alle Stricke rissen, zeigte sich, dass dieses Spielzeug einen Makel besaß. Sie lauschte seinen Worten, ihr Blick leer schimmerndes Gold. Ihre Hande streichelten seine Arme und den Rücken. Wellenförmig waberten sie um Aurelius herum, wobei es noch immer genug voluminöse Strähnen gab, um die Kuppel dicht zu halten. "Vereine dich mit mir", hauchte sie seinen Worten entgegen. Sie verstand nicht, was er ihr hatte sagen wollen. Sie empfing es, aber sie verstand nicht.
Als Aurelius sie in eine enge Umarmung schloss, blieb das Spielzeug der Succubus-Herrin einfach stehen. Der Kopf legte sich schief, dann sackte er leicht auf die Schulter des Medicus. "Ich liebe dich ...", hauchte sie, aber es klang monoton. Es klang fremd. So viele verwendeten diese Phrase, so wenige meinten es ernst. Mallahall gehörte nicht zu dieser Sorte, aber sie sprach auch nicht aus ihrem Herzen. "Ich verstehe nicht." Sie konnte mit diesen Worten, genauer gesagt, mit deren Bedeutung nichts anfangen. Aber Aurelius hielt sie auf diese Weise wenigstens davon ab, ihre Pläne für ihn umzusetzen. Sie stand nun einfach nur da, an ihn gelehnt und wiederholt hin und wieder diese Worte. Sie versuchte, ihnen eine Bedeutung zu geben. Die Ewigkeit würde nicht ausreichen, diese Aufgabe zu meistern. Nicht so.

Zur gleichen Zeit setzte sich ein Q'lalar mit etwas - oder jemand - auseinander, das genauso wenig in diese Welt gehörte wie Asmodeus oder Mallahall.
"Da! Für dich!"
"Ich... oh! Es hat eine Schleife! Und was ist das?" Der Dämon kratzte über das Papier, in dem das Päckchen eingewickelt war. "Da sind ja rote Mützen drauf."
"Jep jep jep! Mit weißem Zipfel. Pack es in Ruhe aus, ich kenne meinen Weg." Der Überbringer des Päckchens watschelte mit kleinen Schritten zu einem der Portale herüber. Sofort öffnete sich ein Zugang in eine andere Sphäre. Zufällig handelte es sich um Naamahs Ebene. Der Q'lalar ließ das Wesen gewähren. Es hatte bezahlt und das zu seiner Zufriedenheit. Fröhlich ließ er das hölzerne Rentier über den Boden seiner kleinen Insel hoppeln und lachte lauthals, als Magie es schweben ließ und die Nase rot zu leuchten begann.
Das Wesen sprang, landete in Naamahs Sphäre und es sah Dämonen. Eine ganze Ansammlung von ihnen, die nicht ihrer ewig währenden Aufgabe nachgingen, das Leben aus ihren Opfern zu ... "saugen", sondern die sich um eine Kuppel goldener Haare reihten. Einige versuchten, hinein zu lugen, doch wollte es ihnen irgendwie nicht gelingen. Die magischen Zeichen, welche um die Kuppel herum tanzten, hielten sie davon ab. Nicht aber das Wesen, das sich bahnbrechend auf den Weg machte. "Platz da! Vorsicht! Heiß und fettig! Aus dem Weg, jep jep jep!" Es erreichte die Kuppel mit Leichtigkeit, schob ein paar Strähnen beiseite. Kichernd warf es einen Blick nach innen. Da entschied es, dass geholfen werden musste. Deswegen war es schließlich hier. Weil es Spaß bereitete, zu helfen, aber was konnte er für diese armen Seelen darin tun.
"Seelen? Natürlich! Hier wird es wohl einen geben, der sich damit auskennt." Noch einmal lugte es hinein. "Einen anderen als den Blauschopf. Aha!" Es rannte zu einer Gruppe Kristalle, brach diese nacheinander ab. Es öffnete sich ein seltsam waberndes Loch und das Geschöpf fasste hinein. Etwas fauchte, langte nach ihm. "Heee, du musst helfen. Reiß dich mal zusammen, jep?!" Mit dem fauchenden Ball, der nicht minder haarig als die Kuppel war, kehrte es zu selbiger zurück. Es öffnete einen Spalt, warf das Geschenk hinein und hopste davon. Inzwischen drängten die übrigen Dämonen nämlich noch näher. Sie wollten dem kleinen Männchen auch ein Geschenk bereiten, in Form purer Lust. Es schluckte leer und machte sich sogleich wieder aus dem Staub.

Der haarige Ball, im Innern der Kuppel nun, entrollte sich. Er schmatzte, blickte sich dann um. Gelbe Augen begannen zu leuchten, ebenso wie die Streifen im orangebraunen Fell. Noch heller aber leuchtete der kleine Edelstein auf der Stirn des Wesens. Er war oval und funkelte in einem feinen Türkis. Das Geschöpf bertrachtete sich die Szenerie. Es sah zwei Menschen. In einem davon steckte ein Dämon, aber tief zurückgezogen, kaum spürbar. Der andere gehörte einem Dämon, derzeit nicht anwesend, aber die Markierungen waren unübersehbar. Naamah. Das erste Geschöpf war interessanter.
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"Sie versteht dich nicht, sie trägt ihre Seele derzeit nicht mit sich herum", erklang die samtene, von leichtem Vibireren durchsetzte Stimme. Das Wesen kam auf Aurelius zu. Es handelte sich um eine Katze, gelbe Augen und ein leicht zerrupft wirkendes Fell, in dem sich Nuancen von Rot, Braun und Orange wiederfanden. Der Schwanz war lang und geschmeidig, ebenso wie die Bewegungen des Tieres. Aber unter den Tatzen rauchte es leicht und auch das geflochtene Bärtchen am Kinn der Katze unterschied ihn von üblichen Artgenossen. Dämon. Ein Katzendämon? Er ließ sich gemächlich nieder, begann - einer normalen Katze gleich - Schnurrhaare und Fell zu putzen. "Ich weiß, wo ihre Seele ist. Wenn du meine Hilfe in Anspruch nehmen möchtest, Mensch..."


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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Samstag 4. Februar 2012, 22:49

Oh mit welch Unglück sich Aurelius Herz doch gerade füllte. Hatte er denn nur noch die Hülle von Mallahall vor sich. Eine Hülle, die all ihre Grazie, all ihre Schönheit ausstrahlte aber nicht mehr jene einzigartige Wärme mehr besass die sie doch ausmachte! Es war eben jene Mischung aus Härte und Sanftmütigkeit und dieses unendlich grosse Herz, diese Glocke der Welt welche im Sonnenlicht glitzerte, nicht weil sie aus Gold war, sondern weil ein kleines tränengrosses Steinchen an der Mitte ihre Flanke. Jene Glocke… schien verloren zu sein. Nein… nicht verloren, nicht die Glocke. Als wäre nur noch die Gusseisenform übrig geblieben, deren Metall die Geschichte dieser Frau und ihre Taten kannte, aber darüber schwieg, weil es keinen Klöppel mehr gab der dagegen schlagen konnte um das Metall zum singen zu bringen. So kam es ihm vor. Der Klöppel fehlte. Namaah hatte ihn ihr entrissen… und weil es so unmöglich war dass einem Menschen jenes essenzielle Stück gestohlen würde… schien sich Mallahall dem Fehlen des eigenen Klöppels… der eigenen Seele… nicht bewusst zu sein. Was Seelen betraf war ja Aurelius ohnehin eine Art experte. Steckten in seinem Körper doch deren Zwei. Kein Wunder dass „seine“ Glocke, teilweise sehr verwirrende Töne ovn sich gab.

Nun sah er sich hoffnungslos diesem geliebten Menschen gegenüber dem er so fern war wie schon lange nicht mehr und selbst sein scharfer Verstand und sein Ehrgeiz konnte ihn nicht darüber hinwegtäuschen… dass er rat und hilflos war… dass ihm jegliche Idee für einen Fluchtplan im Moment entsagt war. Der Fluch eines rational Denkenden Menschen war nämlich, dass er auch sehr schnell und mit aller ernüchternder Konsequenz feststellen konnte… wann er verloren hatte und dies mit der Gewissheit gar, nichts aber auch gar nichts tun zu können um diese Niederlage doch noch abzuwenden. Aurelius wusste weder ein, noch aus. Sein letzter Plan war mit seinen Worten die auf keine Resonanz gestossen waren am Metall dieser leeren Glocke zerborsten.
. "Vereine dich mit mir" „Das ist nicht nötig, Mallahall…“ Seufzte er, ahnend dass sie nicht verstehen würde. „Wir waren schon so oft vereint gewesen. Im Geiste, in Freundschaft… in Sorge… und in Hoffnung. Wir führen ein Verhältnis welches vielleicht sogar mächtiger ist als die Liebe… und sicherlich mächtiger als jeden Trieb… und dies ist eine tiefe…. Innige Freundschaft…“ Es schmerzte ihn diese Worte nun zu sagen, nun wo sein Gegenüber sie vermutlich nicht mal verstehen konnte. Er hatte es nie zu ihr gesagt. Sich nie für ihr Opfer die sie für ihn aufgebracht hatte bedankt. Ihr ohnehin stets wenig beistand und Anerkennung gegeben. Was für ein miserabler Freund er ihr doch gewesen war… sie hatte ihm alles gegeben, ihr Leben für ihn riskiert. Die Bürde auf sich genommen Dämonenherrin zu werden, sie hatte ihm… und seinem Dämon verziehen… ohne je eine Gegenleistung von ihm zu verlangen….

Und nun würde er sie verlieren… „Bleib bei mir!“ Keuchte er in einem Anflug emotionaler Verzweiflung. „Bei den Göttern… was soll ich nur tun…“ Hauchte er. Ob ihn da wirklich die Götter erhört hatten sei dahingestellt. Ragte ihr übersinnlichen Hörvermögen überhaupt bis in die verworrenen Sphären des Harax? Konnten die Götter hören was die Dämonen so trieben und dachten… Eine Frage die sicherlich so manch einen Priester und Haraxforscher für eine lange Zeit beschäftigen könnte, denn wenn die Götter allmächtig waren, warum horchten sie dann nicht in die Pläne ihrer Feinde hinein um deren zerstörerische Auflehnung nicht bereits im Keim zu ersticken? Befürwortete man also als Priester die Fähigkeit der Götter in den Harax zu lauschen… musste er wohl oder übel Rede und Antwort stehen warum sie diese Fähigkeit nicht zum Wohle ihrer Schöpfung und somit auch zur Abwendung möglicher Gefahren nutzte… würde ein Priester jedoch die Möglichkeit der Götter in den Harax zu hören verneinen, so musste er sich wohl der unbequemen Infragestellung der absoluten Macht der Götter aussetzen.
Priester… hatten es allgemeinhin wohl auch nicht leicht… doch Aurelius hatte im Moment kein Problem religiöser Art…auch wenn er einen an die Götter gerichteten Hilferuf entsendet hatte… Fakt war nur… dass irgendwer… oder irgendetwas… ihn erhört hatte.

Aurelius bemerkte den Eindringling nicht. Niemand schien wirklich Notitz von dem Eindringling zu nehmen. Deshalb wird es wohl ungeklärt bleiben, wer es gewesen war, was dazu geführt hatte dass es in diese Sphäre gelangt war… doch der Eindringling hatte etwas in die Sphäre hinein geworfen… etwas dass die Geschichte beeinflussen würde. Aurelius, Asmodis, Mallahalls und vielleicht sogar auch Naamahs Schicksal ändern würde… oder aber war der „eingedrungene Helfer“ gar geschickt worden damit sich eben jenes Schicksal welches für die Gruppe hier vorgesehen war… erfüllte?
Auch diese Frage sei den Gelehrten Celcias als Nahrungsquelle für endlose Debatten überlassen.
Aktuell interessierte nur der Auftritt des neuen Spielers in dieser Symphonie des Grauens. Aurelius nahm erst Notiz von dem Kater als dieser ihn ansprach.

"Sie versteht dich nicht, sie trägt ihre Seele derzeit nicht mit sich herum", Noch während Aurelius sich mit seinen Händen leicht gegen Mallahall stemmte um sie von sich fern zu halten richtete sich sein Blick auf den pelzigen Dämonen. Aurelius ging davon aus dass er ein Dämon war, was hätte denn eine „normale“ Katze hier verloren und welche „normale“ Katze konnte schon sprechen… Er starrte die Katze an. Das Fell. Doch sein Blick blieb beim Edelstein haften. Dieser hatte irgendwie etwas hypnotisierendes ansich wie er da zwischen den gelben Augen der Katze funkelte.

„Ich weiß, wo ihre Seele ist. Wenn du meine Hilfe in Anspruch nehmen möchtest, Mensch..." Im Moment befand sich Aurelius in einer Lage… in dem er wohl jede erdenkliche Hilfe fraglos annehmen musste, auch wenn dies ganz und gar nicht seinem Wesen entsprechen wollte. Sein skeptischer Geist hätte natürlich zuerst gefragt warum ein Dämon ihm überhaupt helfen wollte, handelten diese doch nicht selten ausschliesslich eigennützig. Doch seine Not trieb ihn dazu zu nicken. „Wo? Bitte! Ich muss sie wohlbehalten zurück nach Celcia kriegen… ! Sie gehört nicht hier her... hörst du Mallahall... du gehörst nicht hier her!"

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Sonntag 5. Februar 2012, 13:49

Aurelius war verzweifelt. Wie sollte er Mallahall nur helfen, sie retten? Die Situation schien absolut aussichtslos zu sein. Er hatte sie verloren, obgleicht sie in seinen Armen lag. Ihre Hülle, aber etwas fehlte. Sie war nicht mehr sie selbst. In seiner Verzweiflung schickte er eine Hilferuf an die Götter. Mochten sie ihn hören?
"Die Götter können dir nicht helfen, Mensch - ich schon." Der seltsame Dämonenkater, welcher wie aus dem Nichts erschienen war, kam auf ihn zu. Für ihn schien es ein Leichtes, sich in Mallahalls Kreis aus magischen Sündenzeichen zu bewegen. Die übrigen Dämonen dieser Ebene - abgesehen von Naamah - scheuten davor zurück. Der Kater jedoch nicht. Grazil und elegant tappste er auf Samtpfoten an Medicus und Magierin heran. Sein Schwanz war kerzengerade aufgerichtet, den Kopf hielt er stolz in die Höhe gereckt und doch verrieten seine wachsamen Augen weder Arroganz noch Eitelkeit. Er drückte den Kopf gegen Mallahalls Bein. Ihre Kettchen und Reife klirrten leise, als sich die Katze an ihrem Knöchel rieb. Dann zog sie weiter zu Aurelius, umgarnte ihn, während sie zwischen seinen Beinen hindurch glitt. Immer und immer wieder formte das Tier eine Achterschleife, lehnte sich mit dem gesamten Gewicht gegen den Medicus. Blacky, seine erste Katze, hatte dies ebenfalls gern getan. Wo das schwarze Kätzchen wohl stecken mochte?
Dieser Kater hier linste nach oben. Sein Blick funkelte gleichermaßen wie der Edelstein auf seiner pelzigen Stirn. Der Zopf aus geflochtenen Barthaaren baumelte leicht hin und her. Kurz blitzten weiße, scharfe Fangzähne auf. Der Kater grinste. "Sie und ich haben etwas gemeinsam und damit meine ich nicht den Verlust unserer Seelen. Wir gehören beide nicht hierher. Du bist klug und hast das schnell erkannt, Mensch."
Mallahall rührte sich nicht. Sie umarmte Aurelius weiterhin, strich immer wieder über seine Arme und Hände. Sehnsüchtig blickte sie ihn an, lockte ihn mit leisem Stöhnen und Säuseln. Hin und wieder hauchte sie ihm verführerische Angebote zu, doch der Fokus des Medicus' lag nun offenbar auf dem Dämonenkater. "Weißt du, das Erringen ihrer Seele und ein Weg aus dem Harax heraus ist für dich ganz einfach. Du bist nämlich kein Dämon. Nur Sterbliche können diesen Weg ebnen ... auch für mich. Ich mache dir ein Angebot und rate dir zugleich, es nicht auszuschlagen. Es ist deine einzige Möglichkeit." Der Kater ließ sich nieder, leckte sich die rechte Vorderpfote. Dann fuhr er sich damit über das Gesicht. Er putzte sich gemächlich, vollkommen bewusst, dass seine Kunstpause Aurelius nur nervöser machen könnte. Endlich sprach er wieder: "Ich verlange nicht viel. Lass mich auf deiner Schulter sitzen. Ich führe dich dann zum Tor, das in die Freiheit führt und gleichzeitig die Seele dieser Frau verborgen hält. Das ist alles. Nicht mehr, nicht weniger. Du würdest eine so einfache Kleinigkeit doch sicherlich nicht ausschlagen? Du bist doch ein kluger Mensch und möchtest deine Freundin retten. Du möchtest nach Hause zurück, weg von diesem Ort und fort von den Fängen der Dämonin Naamah. Ich sage dir, sie wird dir die Lebensenergie bis auf den letzten Tropfen aussaugen und das ist wirklich nicht angenehm."
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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Dienstag 14. Februar 2012, 22:44

"Die Götter können dir nicht helfen, Mensch - ich schon." Aurelius drehte seinen Kopf zu dem Kater hin so gut es ging, denn noch immer befand er sich fest im Griff von Mallahalls magischem, nein dämonischem haar. Asmodi hätte sicherlich gefragt wer denn dieser Flohsack überhaupt sei der behauptete ihn aus diesem hoffnungslosen Schlammassel zu helfen. Aber Asmodi war gerade nicht am Zug und Aurelius inzwischen in einer dermassen verzwickten Situation dass er sich gezwungen sah nach jedem Strohhalm ohen Rücksicht auf mögliche Konsequenzen zu greifen. Denn würde er die Hilfe von diesem Kater ausschlagen war sein Schicksal ohnehin besiegelt, daran zweifelte sein Verstand inzwischen nicht mehr.

Als würde es nicht reichen dass Mallahall ihn umgarnte begann nun auch dieser Dämonenkater damit ihm um die Beine zu streichen. Aurelius mochte dieses Gefühl ja eigentlich und musste unweigerlich an Blacky denken. Wo steckte dieser verspielte Kater nur? Erschreckenderweise war er im Eifer des Gefechts…tatsächlich untergegangen. Eine grässliche vorstellung, wie konnte man nur! Er würde noch daran zu nagen haben doch aktuell musste er seinen und Mallahalls Pelz retten.

"Sie und ich haben etwas gemeinsam und damit meine ich nicht den Verlust unserer Seelen. Wir gehören beide nicht hierher. Du bist klug und hast das schnell erkannt, Mensch." Asmodi regte sich nicht, dass hätte er sicherlich getan hätte er dieses Wesen gekannt… andererseits war er lange nicht mehr im Harax gewesen und hatte keine Ahnung über die aktuelle politische Lage. Handelte es sich also bei dem Kater wirklich um einen Dämon oder nicht? Diese Frage musste vorerst wohl ungeklärt bleiben.

"Weißt du, das Erringen ihrer Seele und ein Weg aus dem Harax heraus ist für dich ganz einfach. Du bist nämlich kein Dämon. Nur Sterbliche können diesen Weg ebnen ... auch für mich. Ich mache dir ein Angebot und rate dir zugleich, es nicht auszuschlagen. Es ist deine einzige Möglichkeit." Er starrte das Viech irritiert an. „Was?! Was willst du?!“ Er war es eigentlich leid irgenwdelche Handel zu begehen, er war nicht gut darin und zog zu oft den Kürzeren bei solchen Aktionen. Ausserdem schien ihn ohenhin Zeit seines Lebens irgendwie das Pech zu verfolgen so dass er ernsthaft fürchtete wohl den Weltuntergang herbeizubeschwören wenn er diesem seltsamen Wesen nun half… aber sicherere Rettung für ihn und Mallahall jetzt… wirkte auf seinen Verstand noch immer atraktiver als eine mögliche Apokalypse später. Denn jetzt hawtte er im Gegensatz zu später keine Zeit um Gegenmassnahmen zu ergreifen. Seine Möglichkeiten waren schlicht und ergreifend mehr als nur begrenzt und der Kater seine letzte Hoffnung.

Am liebsten hätte er tatsächlich dieses Tier für die kleine Kunstpause gewürgt die er sehr wohl als solche erkannte – wie der Kater schon sagte, Aurelius war ein kluges Kerlchen – aber ihm fiel es auch immer schwerer den Lockungen und süssen Versuchungen die ihm Mallahall zusäuselte länger zu widerstehen, denn er war ja schlicht und ergreifend auch noch ein Mann.

"Ich verlange nicht viel. Lass mich auf deiner Schulter sitzen.“ Er musste eingreifen, Mallahalls Hände packen und sie von seinen empfindlichsten Stellen fernhalten, sie schien dies eher als anreizendes Spiel des wehrhaften Männchens zu interpretieren, denn es tat ihrer Werbung keinen Abbruch, im Gegenteil, die Worte welche sie ihm zuhauchte wurden noch Schlüpfriger, noch verbotener und noch durchtriebener… Das was sie ihm da zuhauchte musste doch auch irgendwo in ihr geschlummert haben…

“ Ich führe dich dann zum Tor, das in die Freiheit führt und gleichzeitig die Seele dieser Frau verborgen hält. Das ist alles. Nicht mehr, nicht weniger. Du würdest eine so einfache Kleinigkeit doch sicherlich nicht ausschlagen?“ Sein Verstand warnte ihn. Wie konnte eine einzelne Tür, gleichzietig Freiheit und Mallahalls Seele verbergen. War der Harax als solches nicht viel Komplexer gestaltet? Oder entsprach es eben genau dem Chaos des Harax plötzlich solch beinahe schon lächerlich simplen Lösungen zu offerieren? Hatte er überhaupt die Zeit zum Wählen, die Zeit zum zweifeln? Nein.

“Du bist doch ein kluger Mensch und möchtest deine Freundin retten. Du möchtest nach Hause zurück, weg von diesem Ort und fort von den Fängen der Dämonin Naamah. Ich sage dir, sie wird dir die Lebensenergie bis auf den letzten Tropfen aussaugen und das ist wirklich nicht angenehm."

„Dann spring auf und führe mich zu diesem Tor!!“ Drängte er den Kater nervös, packte Mallahall fest in seinen Griff damit er sie mit sich zerren konnte. Eine erfolgreiche Flucht würde sicherlich den Zorn von der mächtigen Namaah auf ihn ziehen… die Probleme würden nicht weniger werden, wo auch immer dieses Tor hinführte. Aber vielleicht konnten sie sich tatsächlich etwas Zeit verschaffen…

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 23. Februar 2012, 07:31

War das nun ein Kater oder ein Dämon? Letzteres wäre zu vermuten, denn weshalb sollte sich eine einfache Katze im Harax herumtreiben und selbst wenn, dann wäre sie bestimmt längst Opfer eines Dämons geworden. Möglicherweise war das hier aber auch der Fall. Der Kater konnte schließlich sprechen! War er wie Aurelius nur ein Gefäß für einen Haraxbewohner? "Du kannst mich Geisbart nennen", maunzte das Tier, während es den Medicus mit leuchtenden Augen musterte. Auch der mysteriöse Stein auf der Stirn des Katers begann zu funkeln. Das Fell hingegen nahm an Leuchten ab, doch noch immer hinterließ Geisbart mit jedem Schritt, den er machte, rauchige Pfotenspuren auf dem Grund. Er kam näher, da es dem Menschen ganz offensichtlich nicht gelang, sich aus der fließenden Haarpracht der Frau zu lösen. Noch immer betörte sie ihn, strich sowohl mit den goldenen Strähnen als auch ihren Fingerspitzen über seine nackte Haut. Ihr Raunen verhieß Stunden voll lüsterner Spielereien, doch genau dies war Aurelius von Mallahall di Svanwiss vermutlich nicht gewohnt. Stets hatte sie sich in Zurückhaltung geübt, immerhin war sie Magierin. Es gab nur wenige, die man nicht prüde nennen konnte und Mallahall zählte da schon dazu. Sie hatte nie offen Avancen gegenüber Aurelius ausgesprochen. Beide waren Freunde, obgleich möglicherweise Interesse auf einer anderen Ebene hätte bestehen können. Doch die Lichtmagierin wusste ja, dass er zu Zanraia gehörte. Im Augenblick schien nicht einmal der Name seiner Liebsten präsent zu sein. Aber Mallahall selbst war es auch nicht. Ihr musste geholfen werden.
Geisbart behauptete, ihre Seele steckte nicht in ihrem Körper und der Fluchtweg aus dem Harax barg sie. Im Gegenzug für die Enthüllung seines Wissens wollte er sich nur auf Aurelius' Schulter niederlassen. Es war zu einfach, die Sache musste einen Haken haben. Das müsste sogar der Medicus erkennen. Bei Asmodi hätten vermutlich alle Alarmglocken geläutet und Seelenfeuer wäre aufgeflammt, um sich dem Angebot des Katers zu entledigen. Doch Asmodi steckte tief verborgen im Innern seines Wirtes. Aurelius war auf sich gestellt. Natürlich nahm er das Angebot des Katers dann an. Er wollte hier weg, er musste! Allein schon, um Mallahall zu retten. Sie hatte ein solches Schicksal nicht verdient. Daher ging er auf Geisbart ein. Der Kater maunzte sichtlich zufrieden. Breitete sich da ein Grinsen über dem gezwirbelten und ineinander verdrehten Bärtchen aus? Die Schnurrhaare wippten, als er zum Sprung ansetzte. Schon erklomm der Kater Aurelius' Rücken, legte sich wie ein natürlicher Pelzkragen um seinen Hals. Die Pfoten drückten sich gegen die Schulter. Aurelius konnte es leicht pieken spüren, als sich die Spitzen der Krallen durch den Stoff seiner Kleidung leicht in die Haut gruben. Sanft rieb Geisbart sein Gesicht an der Wange des Medicus.
"Ich helfe dir nun, du brauchst dich nicht zu sorgen." Er blickte an Aurelius vorbei, um Mallahall zu fixieren. Ein Maunzen genügte, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Sie musterte das Tier, das sich plötzlich auf der Schulter des Mannes befand, den sie zu verführen gedachte. Sie legte den Kopf schief. Die Schatten auf ihrem Gesicht nahmen einen türkis farbenen Stich an, als Geisbarts Edelstein zu leuchten begann. Er säuselte: "Das hast du gut gemacht. Er ist dir doch längst verfallen. Seine Energie wird sich dir einverleiben. Schau es dir an. Naamah hat einen Spiegel."
Zuerst reagierte Mallahall nicht, aber nach einer halben Ewigkeit nickte sie schließlich. "Spiegel", wiederholte sie auf celcianisch. Das Haar löste sich von Aurelius, es zog sich zurück. Die Kuppel schwand. Sie standen jedoch inzwischen allein in der Ebene. Die Dämonen, die sich bei Naamahs Erscheinen versammelt hatten, waren ihrer Wege gezogen. Es gab nur noch Mallahall, Asmodeus und den Katzendämon. Letzterer streckte eine Pfote aus. "In diese Richtung. Die schöne Frau wird uns führen." Erneut nickte Mallahall, dann setzte sie sich in Bewegung. Der Weg war nicht weit, führte an fließenden Strömen, dampfenden Kratern und seltsamen Gewächsen aus purem Kristall vorbei.
Als die Gruppe um eine Kurve bog, erhob sich, was Aurelius bereits einmal erblickt hatte: Naamahs Spiegel mit dem erotisch angehauchten Rahmen. Dieser sollte Mittel zur Flucht sein und die Seele der Lichtmagierin beherbergen? Geisbart schnurrte in Aurelius' Ohr. Sein buschiger Katzenschwanz schwang hin und her. "Da ist er. Du musst den Weg ebnen, Mensch. Er führt durch den Spiegel, kannst du es sehen? Unterwegs reißen wir die Seele der Frau an uns, aber wir dürfen keinen Moment lang zurückblicken. Das ist wichtig. Es gibt kein Zurück, wenn du erst einen Fuß auf diesen Pfad gesetzt hast. Du musst es dann durchziehen ... oder wirst sterben. Ich rate dir, meinen Worten Glauben zu schenken und nun öffne den Weg."
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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Sonntag 1. April 2012, 20:17

"Du kannst mich Geisbart nennen", „Geisbart also, nun gut…“ Meinte der Medicus nachdenklich, immer noch ging er seine Optionen durch, doch was blieb ihm schon für eine andere Wahl? Ausserdem, bei dem was Mallahall gerade alles mit ihm anzustellen versuchte fiel es ihm ordentlich schwer klare Gedankengänge zu verfolgen, um nicht unmöglich zu sagen. Natürlich waren sie Freunde, aber sie war auf der anderen Seite auch eine sehr attraktive Frau... und selbst wenn er ein Medicus war, der ja schon allein von Berufswegen oft mit nackten Körpern konfrontiert wurde, so war er in seiner Freizeit trotz allem auch ein Mann. Ausserdem gab es genug fortschrittliche Menschen die Sexualität von Liebe trennen konnte. Warum konnte man nicht Freunde sein und gleichzeitig aber auch die Körper miteinander teilen? Was dachte er da nur? Er war Vater… ausserdem teilte er sich bereits seine Frau mit einem Dämonen… noch mehr verkomplizieren sollte er seine Situation vermutlich wirklich nicht…

Kompliziert genug war diese haraxische Ebene hier ja allemal. Er wusste dass er keinen guten Handel einging, er wusste dass es weitreichende Konsequenzen haben würde wenn er diesen Kater mit nach Celcia schleppte, aber er konnte Mallahall hier unten nicht einfach so zurücklassen! Nach all dem was sie für ihn aufgegeben und geopfert hatte, konnte er doch nicht so herzlos sein und sie einfach so zurücklassen… auch er musste Opfer bringen und er war bereit dies zu tun.

So ging er den Handel ein und Griesbard dankte es ihm indem er sich kurz an seine Wange schmuste… was die ganze situation noch bizarrer werden liess, eine rollige und willige Mallahall zu seiner rechten und ein kuschelnder Dämonenkater zu seiner linken, noch abstruser konnte es ja kaum werden.

Mallahall kam ihm indessen immer nähre, fasste ihm bereits an bereiche seines Körpers der nicht für Magahände bestimmt war. „Schnell… Griesbart….“ Denn er geriet definitiv in die Reichweiter ihres betörenden dämonischen Zaubers und hier wurde es gefährlich, denn er drohte den Verstand zu verlieren und seine Gedanken ein paar Etagen tiefer zu verlagern.
Aurelius verstand nicht was der Kater zu Mallahall sagte, ausserdem konnte er aufgrund der Tatsache dass Griesbart auf seiner Schulter hockte auch nicht erkennen, dass dessen Stein seltsam zu leuchten begann. Er sah nur wie ein seltsames Licht auf Mallahalls Haut zu schimmern begann. Beunruhigend, denn er konnte dieses Schimmern nicht einordnen was ein verdammt unangenehmes Gefühl für einen Mediziner war.

Der Kater wies ihn an Mallahall zu folgen. Aurelius gehorchte. Er schaute sich um, bemerkte dass diese unzüchtigen Liebesdämonen sich in der Zwischenzeit verzogen hatten. Auch von dieser Namaah, die angeblich Asmodis Mutter sein sollte war nichts zu sehen. Na toll, sein Sohn trug also das genetische Erbe eines Seelendämons und Succubis in seinen Adern, ausserdem jene verrückten und nekromantischen von Zanraia und dann auch noch vielleicht den komplexen und verkorksten Charakter von einem Vollblut Medicus wie Aurelius… Das dürfte eine interessante Pubertät werden bei dem kleinen, doch wenn er diese erleben wollte dann musste er hier erst seine Haut retten`!

Mallahall führte die beiden, nicht ohne auf ihren verführerischen Hüftschwung zu verzichten, direkt zu Naamahs Spiegel. Dass es sich bei diesem Konstrukt um etwas magisches handeln musste war klar, eigentlich bestand der ganze Harax aus magischer Energie, so zumindest Aurelius Eindruck.

"Da ist er. Du musst den Weg ebnen, Mensch. Er führt durch den Spiegel, kannst du es sehen? Unterwegs reißen wir die Seele der Frau an uns, aber wir dürfen keinen Moment lang zurückblicken. Das ist wichtig. Es gibt kein Zurück, wenn du erst einen Fuß auf diesen Pfad gesetzt hast. Du musst es dann durchziehen ... oder wirst sterben. Ich rate dir, meinen Worten Glauben zu schenken und nun öffne den Weg." Was wenn es eine Falle war? Aber warum sollte Naamah einen solchen Aufwand betreiben nur um ihn in diesen Spiegel zu kriegen, nein das war nicht logisch denn es wäre ein leichtes für sie gewesen ihn einfach hineinzuzwingen. Er glaubte nicht dass der Kater mit dieser Succubi unter einer Decke steckte, dafür gab es einfach keinen rational nachvollziehbaren Beweis. Doch woher wusste dieser Dämonenkater was sich hinter diesem Spiegel verbarg?

Er musste es erfahren, eine andere Chance hatte er nämlich nicht. „Gut. Aber wie werde ich Mallahalls Seele erkennen?“ Wollte er noch wissen ehe er sich aufmachte den Spiegel zu betreten. Er bewegte sich auf den Spiegel zu, fasste hinein… und sprang… und rannte…und rannte… Blickte nicht zurück.

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Sonntag 8. April 2012, 17:04

"Gefällt dir mein Name nicht? Wie wirst du denn genannt, mein Freund?" Der Kater machte es sich im Nacken des Medicus bequem. Seine Krallen piekten ein wenig, als er sich mit den Vorderpfoten an der Schulter und mit den Hinterpfoten am Rücken festhielt. Er leckte sich zweimal über die Schnauze, während Mallahall die beiden wie unter einem Bann stehend lotste. Das Ziel war der seltsam anmutende Spiegel dieser Succubus-Königin Naamah. Für den interessierte sich Mallahall allerdings nur sehr kurz. Ihn konnte man nicht verführen und das Spiegelbild ging nicht auf sie ein. Was dem Medicus sicherlich sofort auffiel, wäre die Tatsache, dass man weder Geisbart noch die Lichtmagierin als Reflektion auf der spiegelnden Oberfläche erkennen konnte. Lediglich ihn sah man - ein stattlicher Mann mit blauem Schopf und Ziegenbärtchen, gesund und vital, aber seine Augen waren noch vorhanden und anders als jetzt. Große, schöne Augen - menschlich - und kein bisschen rauchend. Als befände sich Asmodi gar nicht in seinem Körper.
"Schnell ... Griesbart..." "Ich heiße Geisbart, Freund, mraaaaooouuuu!" Der Kater ließ ein lautes Maunzen von sich, als die Oberfläche des Spiegels sich veränderte und Aurelius' Ebenbild darin verschwamm. Der Durchgang war offen und rasch kam der Befehl, zu laufen. Nur Zurückblicken durfte der Medicus nicht. Einzig nach Mallahalls Seele sollte er Ausschau halten, aber was geschah, wenn er an ihr vorüber zog? Dann müsste er doch zurückschauen! Diese zweifelnden Fragen stellte er sich gar nicht erst, sondern sprang sofort in den Spiegel hinein, ohne Rücksicht auf jegliche Konsequenzen zu nehmen.

Es war ganz leicht. Weder prallte er gegen diese verschwommene Fläche, die zuvor das Glas des Spiegels gebildet hatte, noch fiel er hindurch und in den Rachen irgendeines anderen Dämonen. Er lief einfach wie durch einen Torbogen. Lediglich ein leichtes Kribbeln auf der Haut war zu spüren, doch es dauerte nicht einmal einen Wimpernschlag an. Direkt neben ihm erschien Mallahall, noch immer mehr nackt denn bekleidet und noch immer mit diesem sehnsüchtigen, leeren Blick, der ihre Seelenlosigkeit verhieß. Kater Geisbart wickelte sich wie ein lebendiger Schal um den Hals des Medicus. Vor ihm lag etwas, das weder mit Celcia noch dem Harax zu vergleichen war.
Diese Ebene oder wo auch immer er sich jetzt aufhielt besaß keine bekannte Form. Vielmehr stand er inmitten eines wabernden Nichts. Ein Farbenspiel aus Violett, Blau und gelegentlich Schwarz strömte um ihn herum. Es bildete unbekannte Wirbel, formte sich zu Kreisen und zugleich zu Sternen, Quadraten oder Dreiecken, nur um diese Form sofort wieder vernichtet zu sehen, ehe sie sich schließlich vollendet hatte. Schriftzeichen flogen durch den Raum. Wahrhaftig, dies musste schlimmer als der Harax oder die faldorische Hölle sein. Nur ein Gnom hätte sich an all den Zahlenkombinationen unter und über Bruchstrichen, Wurzeln und zwischen Buchstaben, die als Platzhalter dienten, wohl gefühlt. Wo war er gelandet? In einer farbenfrohen Welt der Mathematik? Sah so das Umfeld eines drogensüchtigen Gnoms aus?
"Nicht zurückblicken", erinnerte der Kater, drückte seine Krallen bewusst fester ins Fleisch des Medicus, um ihn nicht an all die seltsamen Formen und Symbole zu verlieren. Mallahall hing ihm ohnehin am Arm. Sie klammerte sich an Aurelius fest, leckte über dessen Haut und flüsterte ihm weiterhin betörende Worte entgegen, obgleich sie stiller würde, je weiter er voran schritt. Denn die Nähe zum Harax ging mit jedem weiteren Schritt verloren.
Das Farbenspiel änderte sich, ebenso die Symbolik. Plötzlich war alles extrem bunt und es roch fruchtig. Bunte Kugeln aus einer creme-artigen Massen schwebten zusammen mit kleinen Waffeltüten durch den Raum. Kinderlachen erfüllte die Luft. "Kennst du deine Magierin gut, mein Freund? Ignoriere, was sie nur mag oder was sie hasst. Schreite zu etwas, das sie liebt. Denke daran, dann finden wir ihre Seele." Geisbart ließ nicht erkennen, woher er dies wusste oder die Informationen überhaupt besaß. Im Moment konnte sich Aurelius einfach nur glücklich schätzen, dass es so war, denn ansonsten hätte er wohl einen sehr orientierungslosen Pfad eingeschlagen. Er musste sich genau überlegen, was Mallahalls Herz begehrte, was ihr gefiel und vor allem - ob er dies über sie tatsächlich kannte und nicht mit seinen eigenen Wünschen verwechselte. Diese seltsame Sphäre mochte gefährlicher sein als Naamah, denn so leicht konnte man sich in ihr verlieren.
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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Freitag 20. April 2012, 23:14

„Ich bin kein Kratzbaum Geisbart!“ Mahnte Aurelius den Kater als dieser ihn in den Nacken piekte. Aurelius zog Reflexartig die Schultern hoch. „Aurelius Templar heisse ich… doch ich bin unter dem Namen Asmodeus inzwischen bekannter…“ Es war wahr, seine wahre Identität war beinahe schon verloren gegangen, kein Wunder. Aurelius Templar hatte seine Blütezeit als Arzt von über 120 Jahren gehabt. Es gab keine Zeitzeugen mehr die ihn hätten identifizieren können, vielleicht der eine oder andere Elf der mit ihm in der Pelgarischen Klinik gearbeitet hatte, aber ansonsten waren sie alle inzwischen verstorben. Verwandte ebenso wie Freunde. Sein Nachname war praktisch gänzlich in Vergessenheit geraten. Eigentlich bewegte er sich wie ein Geist durch die Gesellschaft. Einmal war er Mediziner in Pelgar gewesen, dann einfach einer von vielen Sanitätern im Krieg – eine Tarnung die er oft verwendet hatte. An den Fronten fragte man nicht lange nach Herkunft und Geschichte wenn Not am Mann war. So hatte Asmodeus Jahrelang gelebt ohne wirklich gelebt zu haben.

Der Medicus hielt den Arm der Maga fest umschlossen, um nichts in der Welt würde er sie in dieser verwirrenden Ebene loslassen. „Wo sind wir hier?!“ Aurelius war ein Naturwissenschaftler durch und durch, er scheute sich nicht von der Logik und der Mathematik, dennoch war diese Sphäre selbst für ihn verwirrend und er hatte definitiv nicht die Zeit herauszufinden ob die vorbeiziehenden Formeln irgend ein bisher noch unentdeckter Beweis für eine Theorie darstellten. Doch wieso sollte sich Mallahalls Seele in einem Gewirr aus geometrischen Formen und Mustern verbergen?

Plötzlich veränderte sich diese seltsame Welt in ein Paradies für jedes Schleckmaul. Wo waren sie nur? Hatten diese Bilder direkt etwas mit Mallahall zu tun? Aurelius war sich sicher dass sie die Mathematik definitiv nicht mochte, wenige Frauen taten dies und sie heilte ohnehin mit Gefühl, nicht mit technischem Verstand. Die Lichtmagie funktionierte auf Basis ganz anderer Grundlagen als seine Form der naturwissenschaftlichen Medizin. Sie renkte Gelenke intuitiv ein und nicht wie er anhand von Winkeln.

Er musste sich ducken um nicht von einer Cremekugel getroffen zu werden, schliesslich konnte man ja nie wissen was bei einer Kollision dieser Art effektiv geschehen würde. Diese Sphäre schienen weder den Gesetzen des Harax noch jenen Celcias zu gehorchen, also wäre es potenziell Möglich dass er sich in einen stinkenden Scheisshaufen verwandeln könnte wenn er etwas von dem berührte was hier so herumflog. "Kennst du deine Magierin gut, mein Freund? Ignoriere, was sie nur mag oder was sie hasst. Schreite zu etwas, das sie liebt. Denke daran, dann finden wir ihre Seele."
„Sie….“ Ja, kannte er Mallahall di Svanwiss gut? Was wusste er über sie? Sie war in Zyranus aufgewachsen, hatte dort sehr wohlhabend aber auch unter strenger Erziehung gelebt. Schon früh wurde sie in die Kunst der Magie eingeweiht, ihr Lehrmeister war Adelmund gewesen…. „Adelmund… ein zyranischer Lichtmagier, er war ihr Mentor… ich glaube sie hatte eine Art…geistige Liebe miteinander verbunden…“ Aurelius sah sich um. „Sie liebt die Magie über alles… Menschen zu heilen, ihnen helfen zu können…gutes zu tun…“ Dies war die eine Wahrheit, doch dies hätte sie auch innerhalb von Zyranus tun können. Mallahall war ausgerissen und zu Zigeunern gestossen mit welchen sie schliesslich durch die Lande gezogen war, so waren sie sich ja schliesslich auch begegnet. „Sie….liebt das einfache Leben, die Freiheit, die Freiheit tun und lassen zu können was sie möchte!“¨

Immer weiter drang er in die Ebene ein, ohne sich umzudrehen. „Es gibt so vieles was sie liebt Geisbart! Nach was suchen wir nur… nach was…“ Er merkte wie viel Aufmerksamkeit der Dämon eigentlich immer auf sich gezogen hatte, so viel dass seine Gefährten kaum über ihr eigenes Leben hatten sprechen können oder man sich um ihre Belange hätte kümmern können. Mallahall war eine Junge und aufstrebende Magierin, vermutlich eine der talentiertesten Lichtmaga die Zyranus hervorgebracht hatte, doch genau dies würde wohl auch ihr Problem sein. Sie war ausgerissen von Zuhause wurde ja sogar in ihrer Heimat wegen Beihilfe zur Befreiung eines Dämons gesucht! Sie hatte ihre ganzen Wurzeln gekappt, ihr Ruf in der Magierstadt würde wohl nie wieder gänzlich reingewaschen werden können, sie war ausgezogen und hatte das Fürchten gelehrt. Ihr Auszug aus Zyranus hatte ihr nicht nur die Bekanntschaft mit einem Dämon beschert sondern auch dazu geführt dass ihr Mentor durch diese Bekanntschaft hatte sterben müssen, sie sich zur Verbrecherin in ihrer Heimat hat machen müssen, sie beinahe Opfer von Dämonenjägern wurde und schliesslich in die Hände dieses Bastards von Hagen geraten war der sie Vergewaltigt hatte….

Aurelius schnaubte und verlor allmählich sein Ziel aus den Augen indem er sich an all diese Dunklen Seiten erinnerte. „Sie…liebte Seelchen… Oh wie hatte sie es geliebt…“ Aurelius war ihm ja sozusagen nicht persönlich begegnet… er kannte Seelchen nicht, genau so wenig wie Asmodi es kannte. Sie liebt reines, gutes, barmherziges!“

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. April 2012, 17:40

Der Kater schnurrte kurz, aber beruhigend auf, als sich Asmodeus beschwerte. Er hatte es sich um Hals und Nacken des Medicus bequem gemacht. "Ahhh", hauchte er mit einer Ruhe verströmenden Stimme, wie man sie nur von einem Kater erwartete. Sie besaß ein leichtes Vibrieren, dass sich die Haare auf den Unterarmen aufrichteten, ohne dadurch Unbehagen auszulösen. Das beherrschten nur Katzen. "Du bist so viel mehr, mein Freund - Aurelius Templar - Asmodeus. Welchen Namen bevorzugst du?" Geisbart beobachtete die Umgebung von seinem erwählten Platz aus. Es ging in andere Ebenen, jenseits des Harax und weitab von Celcia. Dies waren seltsame Zauberwelten, die wohl kaum ein Lebewesen zuvor jemals entdeckt hatten. Seelen, die im Harax eingefangen wurden, tauchten hier aber häufig auf und es gab Wege zurück in bekannte Gebiete. Deshalb hatte Geisbart sich für diesen Pfad entschieden. Für ihn gäbe es nur noch eine Möglichkeit nach Celcia zu gelangen: durch eine Beschwörung. Aber Asmodeus beharrte ja darauf, Mallahalls Seele mitnehmen zu wollen. Er würde sie bekommen, sollten sie diese finden. Dazu war es jedoch nötig, mehr über die Lichtmagierin in Erfahrung zu bringen. Diese Sphäre war groß, veränderte sich. Wer nicht gezielt suchte, würde hier selbst verloren gehen.
So hielt Aurelius Mallahalls Hand fest im Griff, was im Grunde nicht wirklich nötig war, denn die Magierin schmiegte sich geradezu an ihn. Ihr Körper verströmte eine liebliche Wärme, die Sehnsucht wecken konnte. Noch immer war sie nicht sie selbst. Noch immer fehlte ihre Seele, um sie zu retten. Ihre Augen hatten den Glanz der Saphire verloren. "Ist es wichtig, wo wir sind?", hauchte sie eine Gegenfrage, als Aurelius sich verwirrt umschaute. Sie berührte seine Wange. "Wichtig ist, dass wir zusammen sind. Dass du bei mir bist und mich wärmst. Wärme mich, mein Liebster. Bring mein Blut in Wallung. Ich begehre dich so." Sie raunte ihm immer wieder verlockende Angebote zu. Er musste rasch handeln, denn Aurelius war und blieb auch nur ein Mann. Wie lange er Mallahalls Avancen noch würde widerstehen können, blieb ungewiss.
"Wir sind in der Nähe ihrer Seele", kommentierte Geistbart. Seine Schnurrhaare wippten leicht, berührten ebenfalls Aurelius' Wange. "Wenn du weißt, wonach du genau suchen musst, wirst du ihre Seele auch finden. Also such, Menschenfreund! Und lass dich nicht ablenken. Von nichts." Der Kater drückte Mallahalls Lippen mit einer Pfote fort. Sie zog einen Schmollmund, stieß ein verärgertes Knurren aus, hielt aber den Mund. So kuschelte sie sich nur enger an Aurelius, küsste seinen Arm. "Leg die Katze weg und lieb mich", forderte sie säuselnd.

Ja, lieben war das Stichwort. Aurelius musste etwas finden, das Mallahall von ganzem Herzen liebte. Dort würde sich auch ihre Seele wohlfühlen. Dorthin würde sie flüchten. Aber was war "dorthin"? Der Medicus überlegte. Ihm fielen mehrere Dinge ein und allein, weil er daran dachte, gelang es, dass sich die Umgebung veränderte. Schließlich wandelte sie sich zu einem neuen Raum, der am Rand einfach in Finsternis führte. Dort war nichts. Der Raum war klein, schenkte aber Geborgenheit, obwohl man es im Grunde nicht vermuten mochte. Aurelius war diese Umgebung ebenso vertraut wie Mallahall vermutlich. Er erkannte wohl eher am Geruch und am Klang, wo er sich befand, ehe seine Augen ihm die Informationen zuteil werden ließen.
Er fand sich an einem eigentlich kummervollen Ort wieder. Ein Schlachtfeld - furchtbar viel Blut und noch mehr Tote. So viele Körper, sie türmten sich zu Haufen. Sie wurden von gesichtslosen Gestalten in eine ausgehobene Grube geworfen oder verbrannt. Es stank nach vom Feuer geschwärztem Fleisch. Aber es roch auch nach Tod und Krankheit. Einen Unterstand gab es hier. Die eigentlich weiße Plane, die man über vier aufgerichtete Pfähle gespannt hatte, war an vielen Stellen vom Blut verschmiert. Unterhalb dieses Pavillons schleppten weitere Gesichtslose in Soldatenkluft Verletzte heran. Die Menschen kauerten zusammen, husteten, weinten, hielten sich ihre gebrochenen Glieder. In der Mitte des Unterstands befand sich ein Behandlungstisch. Er bestand aus Holz, das sich inzwischen rotbraun verfärbt hatte von all dem Blut, welches das Holz hatte aufsaugen können. Derzeit lag etwas Kleines, Blauschwarzes auf diesem Tisch. Es kauerte sich zusammen wie ein Fötus. Krallen und scharfe Stacheln bedeckten einen schimmernden Körper, doch erstrahlte dieses Wesen in einer leicht hellen Aura. Und es weinte. Die Kreatur winselte, dass es durch Mark und Bein ging.
Am Tisch standen zwei Personen. Eine davon wie eine kantige Statue modelliert, die noch im Bearbeitungsstadium stand, aber Aurelius würde ihn erkennen. Adelmund war da, bewegte die klobigen Hände und hatte eine ernste Miene in dem wie eine Holzpuppe geformten Gesicht aufgesetzt. Daneben fand er, wonach er gesucht hatte. Ein seltsamer Schatten, der nur die weiblichen Konturen einer Frau andeutete und immer wieder in sich selbst verging, nur um sich neu zu formen. Wie Rauch, ohne rauchig zu sein. Wie ein Schatten, ohne dass er selbigen spendete. Nur eines davon war asugeprägt, klar und hell, dass es Tränen in die Augen treiben konnte. Es war ein paar leuchtender Augen, so blau und wunderschön. Sie waren groß, richteten sich auf das kauernde Krallenwesen, während die formlosen Hände der Gestalt nur darüber streichen konnten, es aber nicht zu fassen bekamen. Der Mund dieses Gestalt bewegte sich, doch kein Laut drang hervor. Ganz im Gegensatz zu Adelmunds klobigem Strich, der einen Mund darstellen sollte. "Versuch es weiter. Du kannst ihn retten."
Das Wesen hob den Kopf, winselte und nun erkannte Aurelius, dass es sich um eine extrem verniedlichte Form seines Dämons handelte. Da lag Asmodi, ein Gemisch aus seiner wahren Gestalt und etwas, das an Seelchen erinnerte. Er hatte Schmerzen, dicke Tränen kullerten ihm über die Wangen, verwandelten sich in blauen Rauch und stiegen zur Plane hinauf, die die Decke bildete.
"Interessant, wo sich die Seele deiner lüsternen Freundin so wohl fühlt", schnurrte Geisbart.
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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Freitag 11. Mai 2012, 22:36

Aurelius begab sich gemeinsam mit seinem Pelzigen „Freund“ durch diese seltsame Ebene von deren Gesetzmässigkeiten der Medicus eigentlich gar nichts wirklich wusste. Irgendein unbestimmter Impuls drängte ihn gr dazu kurz nach Hinten zu sehen um zu erkennen ob Namaah ihm folgt, doch die war ihm untersagt. Geisbart hatte sich diesbezüglich ja überdeutlich ausgedrückt. Derweil verschlug es die Gruppe auf ein Schlachtfeld. Aurelius biss sich auf die Lippen, solche Szenarien kannte er doch er war sich nicht sicher ob Mallahall sie wirklich gesehen hatte, sie haben verhältnismässig wenig Zeit gehabt sich fachlich auszutauschen, Asmodi hatte immer für reichlich Arbeit gesorgt. Aurelius wusste wohin er sich zu begeben hatte als er das Lazarett erblickte. Mallahall würde man an diesem Ort nämlich nicht an der Front finden, sie verabscheute das kämpfen und griff nur zu Kampfhandlungen wenn sie ihr Leben oder das ihrer Freunde verteidigen musste. Ihre Fähigkeiten bestanden eher darin Verwundete zu versorgen, dabei machte sie in der Regel kaum einen Unterschied bei den Patienten. Patient war Patient, egal ob Mensch oder Dunkelelf. Ob sich dieser Umstand durch das was dieser schmierige Hagen ihr angetan hatte inzwischen geändert hatte? Bei Aurelius hatte es etwas verändert. Er verabscheute dieses Volk. Es löste bei ihm nur noch Bestürzung und Zorn aus. Doch Aurelius war – abgesehen von seinem Dämon natürlich – kein Gewalttätiger Mensch. Nach Rache trachtete es ihm nicht.

Sie betraten das Lazarett wie stille Beobachter, dabei war Aurelius bemüht den seelenlosen, dafür umso wollüsternen Anteil von Mallahall von sich fern zu halten. Automatisch fiel sein Blick auf dieses winselnde und heulende Wesen. Man konnte es nicht ignorieren, so herzzerreissend heulte es. Hätte Aurelius noch so was wie menschliche Augen gehabt, er hätte sie wohl weit aufgerissen als er das Wesen richtig betrachten konnte. Doch dann fiel sein Blick zuerst noch kurz auf Adelmund… und Mallahall. Oder ein Teil von Mallahall. Ihre Seele? „Ist sie das?“ Hauchte er zu Geisbart. Die Szenerie war mehr als nur Bizarr. Man hörte noch die Schreie der Soldaten – oder man bildete sich diese zumindest ein. Man roch das tote Fleisch um sich herum. Sah wie diese Holzifugrenähnliche Kopie von Adelmund an dem Tisch stand und auf Mallahall einredete, konkret wohl auf Mallahalls Seele, denn ihre Hülle schmeigte sich bereits wieder an Aurelius auf dessen Schultern eine Dämonenkatze hockte. Skurril und Bizarr! Aurelius trat näher. Wie würde sich nun die Seele wieder mit Mallahall vereinen? Er starrte auf das Abbild des Dämons. Es war Asmodi keine Frage, aber der Dämon war in eine Art und Weise entstellt wie es wohl nur Träume zu tun vermochten – oder eben diese Sphäre hier. „Sie… liebt den guten Kern den sie in allen Wesen vermutet… daran glaubt sie, dies Treibt sie an. Dieser Glaube in das Gute im Leben…“ Er horchte Adelmunds Worten. „sie… will ihm helfen, ihm, einem Dämon… mir…sie hat immer daran geglaubt dass er es schaffen könnte seine dämonische Seite zu überwinden… ein ziemlich ehrgeiziges Ziel findest du nicht?“

"Interessant, wo sich die Seele deiner lüsternen Freundin so wohl fühlt" „Mhrmm.“ Machte Aurelius nur. Das Bild vor sich irritierte ihn. Ging es wirklich um den Dämon… oder um diese Seele die vom Körper des Dämons verschlungen war. Versuchte sie das Viech zu retten oder die Seele welche Opfer dieses Parasites geworden ist? Lag das Interesse der Dämonenherrin auf Asmodi, oder auf ihm, Aurelius? Er hatte längst aufgehört sich solche Dinge zu fragen, da er sich gewissermassen mit seinem dämon versöhnt hat, zumal er einige erstaunliche Leistungen vollbracht hatte. Schliesslich war es Asmodi gewesen der in den Harax gestiegen war nur um seine Herrin zu retten. Er führte Mallahall an den Schatten heran. „Schau, Süsse… hier ist jemand der dich kennenlernen möchte, dich begehrt… dich braucht…“ Er hoffte die Vereinigung würde sich ohne sein zutun ergeben, denn er hatte keine Ahnung was er zu tun hatte. Er betete – ja er- zu Lysanthor er möge doch helfen und sie alle Wohlbehalten hier aus dieser Sphäre geleiten… doch hörten die Götter an diesem Ort überhaupt die Stossgebete ihrer Untergebenen? Zumal Aurelius nicht unbedingt sonderlich religiös war. Er glaubte an Recht und Ordnung aber eben auch eher an Wissenschaft und Fakten. Spirituelles und religiöses waren nicht wirklich seine Sparten. Aber in der Not, nahm man jede Hilfe an die man kriegen konnte, sei es nun von einem potenziellen Dämonenkater, oder einer Gottheit. Nervös blickte Aurelius zu Mallahall hin. Selbst wenn sie sich vereinigen würde mit der Seele, wie würde ihnen die Flucht gelingen? Wieder verspürte er den Drang sich nach möglichen Verfolgern umzudrehen. Namahh würde sicherlich nicht gerade sehr erfreut darüber sein dass Aurelius sie um ihren Schatz gebracht hatte.

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 16. Mai 2012, 11:35

Wo Aurelius sich beim Anblick des Schlachtfeldes fragte, ob Mallahall solche Szenen tatsächlich kannte, denn Asmodi hatte viel ihrer Zeit in Anspruch genommen, war das auch jetzt der Fall. Selbst, wenn der kleinrere Asmodi auf dem Behandlungstisch nicht so wirklich seinem Ebenbild glich. Er wimmerte, winselte und vergoss einen Sturzbach an Tränen. Derweil stand ein hölzerner Adelmund daneben, reichte Medizinerwerkzeuge weiter und tätschelte dem wimmernden Wesen die Pranke. Das, was nur Mallahalls Seele sein konnte - niemand sonst besaß so saphirblaue Augen - werkelte hochkonzentriert. Aber bewirkte dieser schattenhafte Geist überhaupt etwas oder war sie in dieser Ebene in einer ewig währenden Aufgabe gefangen? Wie auch immer, Aurelius musste sie retten und auch sich selbst, denn Mallahalls seelenloser Körper schmiegte sich noch immer eng an ihn - weckte Reize.

Niemand schaute auf, als Aurelius unter die Plane des Lazarett-Unterstandes trat. Die Personen, die sich in Schmerzen hier wanden, verschmolzen mit der Umgebung zu einem undeutlichen und schwammigen Hintergrund. Man war sich ihrer bewusst, aber sie schienen nicht zugänglich. Sie waren da, wie Fliegen an der Wand anwesend waren - bis man hinsah und sie aus dem Sichtfeld schwirrten. Ähnlich verhielt es sich fast mit Adelmund. Seite holzige Anwesenheit war zwar präsenter, aber er verstummte und werkelte still vor sich hin, sobald Aurelius näher trat. Sein Kopf beugte sich tief über den Fötus, den Asmodi darstellte, ohne dass er es wirklich war. Diese Ebene war so bizarr, so seltsam. Mallahalls Seele und der Dämonenkater Geisbart schienen sich aber lange nicht daran zu stören. Bei letzterem erkundigte er sich auch genauer, ob es sich wirklich um Mallahall handelte. Der Kater gab ein bestätigendes Maunzen von sich. "Ohja, das ist sie. Rein und wunderschön. Weißt du, manche Dämonen lieben es, diese Reinheit zu zerstören. Sie ergötzen sich daran, sie vernichten zu können. Ich schaue lieber zu. Ich sehe mir sterbliche Seelen gern an." Er beobachtete Mallahalls Seele mit großen gelben Katzenaugen, die nach haraxischer Art glühten. Das erregte bereits die Aufmerksamkeit der Seele. Sie hob den schattenhaften Kopf ein wenig, blickte sich um, ohne etwas zu sehen. Dabei zeigten sich an ihr doch nur die Augen wirklich konsistent. Als niemand direkt mit ihr interagierte, widmete sie sich wieder ihrer Arbeit. Sanft streichelte sie das Wesen auf dem Behandlungstisch, welches sofort den Kopf gegen ihre rauchig dunkle Hand drückte. Das Winseln nahm eine ruhigere Tonlage an. Das Wesen fühlte sich bei der Seele wohl, während Aurelius die Szene analysierte.
Erneut maunzte der Kater. "Wer ist dieser Dämon?" Schließlich hatte sich Asmodi bislang in Aurelius zurückgezogen. Eine dünne Spur seiner Aura haftete zwar wie ein Geruch am Medicus, doch da er sich nun schon eine Weile im Harax aufgehalten hatte, klebten auch Gerüche anderer Dämonen - besonders jener von Naamah - an ihm. Der Kater konnte offenbar nicht entdecken, dass in diesem Körper noch ein Dämon hauste. Bislang jedenfalls nicht. Dafür entdeckte er etwas, das Aurelius vielleicht nicht erwartet hatte. "Sie will ihm gar nicht helfen, seine dämonische Seite zu überwinden. Wollte sie nie, das sehe ich am Leuchten der Augen. Sie hat erkannt, dass dieser Dämon - so seltsam es selbst mir erscheinen mag - wirklich aus eigener Kraft heraus einen Kern besitzt, der zumindest ihr gegenüber Gutes will. Ein tränenförmiger Kern. Die Seele deiner Freundin hat ihn akzeptiert und appelliert nun an diese wimmernde Bestie, sich des Kerns bewusst zu werden. Sie akzeptiert sein Dasein, wenn er den Kern akzeptiert. Brrrr, da stellen sich mir alle Nackenhaare auf. Diese Seele ist bizarrer als die Ebene!" Der Kater stieß ein leises Fauchen aus. Seine Schnurrhaare kitzelten an Aurelius' Hals. "Willst du so etwas wirklich mitnehmen?", fragte er nach einer Kunstpause.
Aber für Aurelius stand es wohl längst fest. Die Entscheidung war getroffen, als sich Asmodi in den Harax begeben hatte - freiwillig, um seine Herrin zu retten. Es steckte wirklich etwas in ihm, das ihn von anderen Dämonen unterschied. So führte er Mallahall, die Seelenlose, an Mallahall, die Seele, heran. "Wer will mich kennen lernen und warum? Ich gehöre dir, schöner Mann. Verein dich mit mir, hier und jetzt! Schieben wir die Leichen und Verletzten beiseite und paaren uns in ihren verkümmerten Eingeweiden. Wälzen wir uns im Blut, während du mir Lustlaute entlockst." Ihr Raunen nahm zu, ein Bein legte sich um den Leib des Medicus. Sie knabberte an seinem Arm, denn auf den Schultern lag der Dämonenkater. Ihre Hand strich begehrend über Aurelius' Brust. Sie hatte jetzt gewiss etwas Besseres vor als jemanden kennen zu lernen. "Ich brauche nur dich, du starke, gesunde und energiegeladene Menschenseele." An Seelen war sie also interessiert, bisher jedoch an der Falschen.
Die Seele Mallahalls wurde aber in jenem Augenblick ebenfalls auf Aurelius aufmerksam. Ihre Hände, die wir Schattenrauch wirbelten und sich immer wieder neu formten, lösten sich von dem Fötus. Der begann zunächst zu wimmern, rückte dann aber mit dem Holz-Adelmund in den Hintergrund wie bereits zuvor die Verletzten und Soldaten. Die Aufmerksamkeit der Seele lag auf den Eindringlingen, die in ihren Traum - in diese Ebene - gekommen waren. Ein überdimensional großes Augenpaar blauer Seen blickte den Medicus an. Es blinzelte, kniff sich zusammen, nur um sich dann noch größer zu weiten. Das Augenpaar starrte. Der Schattenkörper näherte sich. Die Augen blickten Aurelius an und nur ihn, aber Mallahalls Seele sprach kein Wort. Sie besaß keinen Mund.
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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Donnerstag 31. Mai 2012, 19:07

"Ohja, das ist sie. Rein und wunderschön. Weißt du, manche Dämonen lieben es, diese Reinheit zu zerstören. Sie ergötzen sich daran, sie vernichten zu können. Ich schaue lieber zu. Ich sehe mir sterbliche Seelen gern an." Sieh einer an, ein Dämon in Katzengestalt mit einem Seelenfetisch! Es war das erste was Asmodi seit geraumer Zeit von sich gab, wieso aber meldete er sich gerade jetzt? Vermutlich weil er sich durch die Bemerkung des Katers angesprochen und provoziert fühlte. Ja, er liebte es Seelen zu zerstören, ihre Reinheit zu verderben und sich daran zu ergötzen und ihm passte die Art und Weise nicht, wie dieser Griesbart über solche Dämonen sprach. Als wären sie Wesen niedererer Art. Das war es letztendlich was ihn gestört hatte. Was typisch für ihn war. Alles was seine Persönlichkeit, seine Macht in Frage stellte versuchte er mit vehementem Eifer zu negieren. Wer soll das überhaupt sein? Er ist im Harax nicht bekannt und auf Celcia genau so wenig, sonst wüsste ich von ihm. Er ist nur ein Wurm, ein machtloser Dämon der dir etwas vorgaukelt!
Aurelius schüttelte den Kopf. Es ärgerte ihn dass Asmodi, gerade bei dem Anblick der sich ihnen gerade bot auf nichts anderes Fokussierte als auf Griesbarts vermeintlichen Diskreditierungen seiner Macht. Keine zwei Meter vor ihm offenbarte Mallahalls Seele doch eine sehr ergreifende und tief berührende Wahrheit über die Beziehung die sie zu dem Dämonen empfand… doch dieser schien dafür nicht wirklich empfänglich zu sein. Asmodi hatte ihre ganze Aufopferung, ihre ganze Hoffnung in sein Wesen vermutlich gar nicht verdient.

"Wer ist dieser Dämon?" WAS FRAGT DER SO BLÖD?! WAS HAT ES IHN ZU INTERESSIEREN WER ICH BIN! „Du führst dich auf wie ein trotziges Kind!“ Knurrte Aurelius in sich hinein. HAH! Und was ist mit dir? Du führst dich auf wie ein junger geiler Bock… glaubst du ich merke nicht was sie beim Körper auslöst, welches Verlangen du bereits für sie hegst? Kümmere dich lieber um deinen Dreck! Aurelius schnaubte, er hatte jetzt weder die Zeit noch die Kraft sich auch noch mit Asmodi herumzubalgen. Es war Griesbart der Asmodi unbewusst zum Schweigen brachte. "Sie will ihm gar nicht helfen, seine dämonische Seite zu überwinden. Nicht nur Aurelius horchte nämlich nun auf. Diese Äusserung entsprach eher Asmodis Geschmack. Alles was seine Art, seine dämonenhaftigkeit Unterstützte stärkte ihn. Endlich hatte seine Herrin erkannt welch mächtiges und vollkommenes Wesen sie erwählt hatte. Vielleicht würde sie sich nun endlich dieser Ehre bewusst werden…

“Wollte sie nie, das sehe ich am Leuchten der Augen. Sie hat erkannt, dass dieser Dämon - so seltsam es selbst mir erscheinen mag - wirklich aus eigener Kraft heraus einen Kern besitzt, der zumindest ihr gegenüber Gutes will.“ HAHR! Stümper! Keine Ahnung hat er! Geisteswissenschaftler aus Pelgar hatten schon seit längerem die Vermutung dass intelligente Wesen Dinge, Wünsche und Triebe die sie aus verschiedenen Gründen nicht offen ausleben wollten oder konnten es aber doch in irgend einer Form taten, bei direkter konfrontation damit heftig ablehnend reagierten. Niemals würden sie es sich selbst eingestehen. So tat es auch Asmodi. Kaum auszudenken was der Harax von ihm denken würde, käme tatsächlich heraus dass Asmodi Mallahall inzwischen… m…m..o..ch…..t…Wääärk! Wääääääääääärk! Schändliche Unterstellung! WUARRHRHK!!! Darüber konnte Aurelius abermals nur den Kopf schütteln. Sie waren sich zwischenzeitlich wirklich etwas näher gekommen, doch nun verhielt sich Asmodi wieder dermassen unerträglich dass es ihm kaum möglich war irgendwelche freundschaftliche Gefühle zu dem Dämon zu hegen. Mallahall war ihm da mit ihrer Akzeptanz weit voraus. Er hatte noch vieles von Mallahall zu lernen. Sie war ihm eine teure Freundin und auch ein Vorbild geworden. Er musste sie einfach retten, er musste sie aus den Fängen des Harax befreien, dies war er ihr schlicht schuldig.
Ein tränenförmiger Kern. Die Seele deiner Freundin hat ihn akzeptiert und appelliert nun an diese wimmernde Bestie, sich des Kerns bewusst zu werden. Wahhr! Was ist dieser Kerl ein Geisteswissenschaftler der besonderen Art?
Sie akzeptiert sein Dasein, wenn er den Kern akzeptiert. Brrr! Brrrr, da stellen sich mir alle Nackenhaare auf. da war sich Aurelius ausnahmsweise mit dem anderen Dämon einig, auch er ekelte sich vor dieser Aussage und er ekelte sich doppelt aufgrund der Tatsache, dass Griesbart mit seiner Einschätzung vermutlich recht lag.
Diese Seele ist bizarrer als die Ebene!" Er beleidigt die Herrin! Wie kannst du zulassen dass dieser Flohhaufen die Herrin beleidigt! Die Seele der Herrin! Aber siehst du es Aurelius, siehst du es…selbst ihre Seele…ist Schwarz wie die Nacht! Hahah! Weil ihr alles Sünder seid! Ihr mit eurer Moral und all diesem Schwachsinn versucht diesen Umstand ständig zu verleugnen! Asmodi befand sich definitiv in einem ganz anderen Film als sein Wirt.
Willst du so etwas wirklich mitnehmen?" „Natürlich.“ Brummte Aurelius nur, denn der körperliche Teil von Mallahall machte ihm wirklich zu schaffen. Seine eigene verbotene Begierte wurde stärker, denn auch er konnte nicht abstreiten dass ihn die Sünden welche Mallahall mit ihm zu begehen gedachte…erregten.

„Wir…müssen uns beeilen.“ Hauchte er deshalb etwas hilflos und versuchte Mallahalls Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken. "Wer will mich kennen lernen und warum? Ich gehöre dir, schöner Mann. Verein dich mit mir, hier und jetzt! Schieben wir die Leichen und Verletzten beiseite und paaren uns in ihren verkümmerten Eingeweiden. Wo kamen diese Aussagen nur her? Auch wenn ihre Seele nicht gerade in ihr steckte so war es dennoch irgendwie Mall die da zu ihm sprach. Vielleicht war der ganze unterdrückte und verdrängte Teil ihrer Gelüste in dieser Hülle haften geblieben. Wer sich ab der Art jener Gelüste gerade brüskierte durfte sich wohl überlegen ob er selbst so was ähnliches nicht jemals zumindest gedacht hatte. In diesem Bezug hatte Asmodi recht… gedanklich waren wir noch die grösseren Sünder. Wer begehrte nicht verbotenes Fleisch? Wer führte keine gedankliche Morde aus? Wer stellte sich nicht die unzüchtigsten Dinge vor?
“Wälzen wir uns im Blut, während du mir Lustlaute entlockst." Er starrte sie an. Aus Mallahalls Munde war es eben doch überraschend sowas zu hören. Seit er sie kannte hatte sie nie einen Freund gehabt, ausser Adelmund doch auch dort war die Liebe welche sie zu diesem Menschen empfunden hatte wohl eher geistig gewesen als auf Basis körperlicher Begierde. Auch Mallahall hatte ihre Bedürfnisse und diese lebten sich wohl einerseits im goldenen Käfig Zyranus und andererseits in ständiger Gesellschaft eines Dämons nicht gerade gut aus… und dann… war da noch dieses unermessliche Leid welches ihr von diesem furchtbaren Dunkelelfen angetan worden war. Aurelius schauderte. Ballte die Fäuste, über dieses Verbrechen war er selbst noch nicht weg und er verspürte diesbezüglich ähnliche Rachegelüste wie sein Dämon. Man trifft sich immer zweimal… wir werden unsere Rache kriegen! Ahrharhrhr

Ich brauche nur dich, du starke, gesunde und energiegeladene Menschenseele." „Du irrst Mallahall… du brauchst was Besseres… und ich biete dir was Besseres… sieh nur!“ Er versuchte die Aufmerksamkeit der Lustbesessenen abermals auf die Seele zu lenken. Gleichzeitig wurde die Seele selbst aber auf den Medicus aufmerksam… und als sie ihn anschaute… vergass er alles um ihn herum, sogar die lustvollen Versprechungen die ihm unentwegt ins Ohr geraunt wurden. Diese Augen, diese klaren, reinen Augen waren so mächtig dass sie ihn Augenblicklich in ihren Bann zogen. Nicht nur ihn, sondern auch sein Dämon. Beide erstarrten. Schauten in diese Augen, taten nichts anderes mehr, so mächtig war dieser Blick. Unfähig sich zu bewegen, unfähig seinen Blick abzuwenden starrten diese beiden Seelen welche in einem Körper hausten zu jener von Mallahall di Svanwiss

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Samstag 9. Juni 2012, 01:35

Geisbart hatte Asmodi bislang nicht gespürt. Der Dämon hatte sich sehr gut in seinem Wirt verborgen und daher war der Hinweis, dass es Dämonen gab, die sich an der Zerstörung von Seelen ergötzten, ausnahmsweise nicht gezielt an ihn gerichtet gewesen. Geisbart kannte sich eben nur sehr gut mit anderen Dämonen aus. Er war ein Haraxkater, ein Beobachter, der sich Dinge und Entdeckungen einprägte, von ihnen lernte und daher ziemlich gefährlich werden konnte, denn er hatte das Wissen für sich entdeckt. Wo andere Bewohner des Harax es auf simple Gewalt reduzierten oder sich den Sinnen der Opfer widmeten, wie Naamah es tat, da setzte Geisbart ganz andere Mittel und Wege ein. Er war kein gewöhnlicher Dämon. Das sollte Aurelius noch bemerken. Zunächst aber bemerkte der Kater seinerseits etwas, genauer gesagt: jemanden. Asmodi begann sich zu regen und vor allem, sich aufzuregen. Das spürte der andere Dämon geradezu instinktiv und seine Ohren richteten sich zu harten, dreieckigen Spitzen auf. Er drehte sie, als hätte Asmodi laut und mit einem eigenen Mund offen gesprochen, in die Richtung seines Wirtes. Dann neigte der Kater den Kopf. "Oho", raunte er, "entweder ein Meister der Tarnung oder aber feige, dass er sich tief in diesem Körper versteckt. Dämon, ich höre dich. Hast du einen Namen?" Für haraxische Verhältnisse blieb Geisbart noch äußerst höflich. Es gab wesentlich schlimmere Exemplare als ihn, erheblich Schlimmere. Mit einem davon unterhielt er sich gerade. Der Kater reckte den Hals, bewegte das Schnäuzchen, als könnte er keiner Fliege etwas zu Leide tun und putzte sich dann mit einer Pfote gemächlich die Schnurrhaare. Er kommunizierte direkt mit dem Dämon ... dabei dürfte er ihn gar nicht hören können! Oder lag es an dieser Ebene, dieser seltsamen Zwischensphäre, dass er Asmodis Worte wahrnahm? War es seine Fähigkeit? Wie Asmodi bereits erwähnte, war ihm dieses Wesen unbekannt, aber er hatte auch schon über ein Jahrhundert seine Heimat nicht mehr aufgesucht.
"Soso, du müsstest mich also kennen, Herr Fremd-Dämon? Glaube mir, wenn ich dir sage, dass es derer viele von uns gibt, die kein so großes Ego haben, dass sie ihren Namen in die Welt hinaus posaunen. Namen sind mächtig. Wer sie kennt, hat Macht über dich. Ich halte mich lieber bedeckt. Je weniger man von mir weiß, umso weniger kennt man auch meine Schwächen. Deine scheine ich nämlich gerade zu entdecken, einzig weil du dich jetzt erst gemeldet hast." Geisbarts Augen blitzten zusammen mit dem Steinchen auf seiner Stirn kurz in einem leuchtenden Gelb auf. Er wandte den Kopf rum, zu der in Schatten sich immer wieder neu formenden Gestalt von Mallahalls Seele, deren wunderschöne, große Augen sich auf die Fremdlinge gerichtet hatte. Er leckte sich das Schnäuzchen. An Aurelius gewandt meinte er: "Piesackt dich der Dämon in deinem Inneren immer auf diese Art und Weise? Du musst einen starken Geist haben, ihn auszuhalten, mein Freund." Dann rollte sich Geisbart etwas enger um den Hals seines Begleiters und schwieg wieder. Er wollte nicht länger schwatzen, sondern die Szenerie beobachten. Mallahalls Seele und ihr Körper ... sie unterschieden sich. Im Körper waren gewisse Sünden, geheime Wünsche und tiefe Sehnsüchte zurückgeblieben. All das, was die gute und reine Seele dieser Frau nicht an die Oberfläche dringen ließ. Es gab keine Sterblichen, von denen man behaupten konnte, dass sie solche inneren Wünsche nicht besaßen. Kein Lebewesen Celcias war derart rein. Aber Mallahall hatte bisher immer gut gelebt. Sie kannte ihre Heimlichkeiten, hatte aber gelernt, sich diesen nicht hinzugeben. Sie hatte ein gutes und selbstbeherrschtes Leben geführt. Erst Asmodis Bekanntschaft trieb sie nach und nach an ihre Grenzen. Warum sonst wünschte sie sich selbst als Seele, dass dieses verkümmerte Abbild ihres haraxischen Freundes akzeptierte, dass er sich schon seit einiger Zeit von typischen Haraxbewohnern unterschied? Er hatte geweint, er hatte menschliche Züge angenommen, wie es die Dämonen nicht kannten, die Celcia noch niemals betreten hatten. "Man muss keine Wissenschaft daraus machen, um zu erkennen, was du fühlst, Dämon. Ha, es ist so simpel, ein Säugling könnte es an deinen Ausdünstungen riechen und wüsste Bescheid. Berechenbar bist du ... eine Eigenart der Menschen." Geisbart maunzte. schmiegt den Kopf an Aurelius' Wange und rieb sich kurz daran. Er war irgendwo doch ein Kater, so wie Blacky, aber er blieb letztendlich auch Dämon. Das sollte der Medicus nicht vergessen. Dieser konzentrierte sich aktuell aber weniger auf Asmodi und die Zwistigkeiten, die gerade mit dem Dämon auf seinen Schultern entstanden, sondern wollte nur eines: Mallahall retten.

Er wusste, dass er endlich handeln musste, denn Mallahalls seelenloser Körper drängte sich immer intensiver an ihn, begann, ihn zu berühren und zu streicheln. Sie flüsterte ihm Dinge ein, denen kein Mann dauerhaft würde widerstehen können. Sie appellierte an seine natürlichsten Instinkte, indem sie Träume weckte und die Vorstellung von ganz besonders intensiven, erotischen Erfahrungen weckte. Naamah hatte wirklich beinahe eine Dämonin aus ihr gemacht. Es fehlte nur noch ein kleiner Rest. Wenn sie sich mit Aurelius hier und jetzt vereinte, wäre diese Grenze überschritten und Mallahall eine von vielen Succubi, die für Naamah arbeiteten, ihr dienten und ... Aurelius vernichten würden. Etwas, das nicht einmal dem Dämon in ihm gelungen war. Er durfte es nicht zulassen, also sprach er zu ihr, zur seelenlosen Mallahall. Sie ließ sich tatsächlich darauf ein. Neugier schien noch immer ein Teil von ihr zu sein. Sie schaute - sah diesen Schatten, der sich immer wieder zu einer Frauengestalt formte, zerfiel und von neuem formte. Nur die Augen, blaue Saphire in einem grauschwarten Schattenschleier, blieben gleichermaßen schwebend. Und sie erwiderten den Blick, der auf ihnen ruhte. Seele und Körper schauten einander an. Erstere legte den Kopf schief, so dass ein Auge über dem anderen hing. Letztere reckte den Hals. Dann aber verlor sie den Kontakt, denn der Fokus der Seelenaugen Mallahalls lag nun auf Aurelius selbst. Das blaue Strahlen lächelte ihn geradezu an. Dieser Blick ... sie freute sich, ihn zu sehen. Erkannte sie ihn etwa?
Die Seele kam näher. Obwohl sie auf Untergrund schritt, waren ihre Bewegungen dermaßen fließend, als schwebte sie durch den Raum. Die Geräusche des Schlachtfeldes, des Lazaretts schwanden. Der hölzerne Adelmund, sowie der Behandlungstisch mit dem verkrüppelten Asmodi rückten weit in den Hintergrund. Jetzt gab es nur noch die Seele der Lichtmagierin und ihre unerwarteten Eindringlinge. Zentimeter trennten ihre Augen von denen Aurelius', der ja keine wirklichen Augen mehr besaß. Vielleicht faszinierte Mallahall dies so, dass sie sich näher schob. Ihren eigenen Köprer nahm sie nicht wahr. Ein Blinzeln, dass es unter die Haut ging. Dass Augen so lächeln konnten. Aurelius ... Asmodi ... Asmodeus. Sie sprach zu ihm, obwohl sie keinen Mund besaß, der sich hätte öffnen können. Sie erkannte sie, beide. Zwei alte Freunde. Wo wart ihr nur? Ich vermisse euch... Die Augen füllten sich mit etwas, das Tränen hätten sein können. Asmodi würde es sehr deutlich wieder erkennen. Es waren kleine, tropfenförmige Kristalle, die wie ein Glasregen aus Seele Mallahalls Augen prasselten und zu ihren Füßen zersplitterten. Nehmt mich mit, flehte sie, ohne dass sie sich weiter rührte. Aber wie sollten sie das anstellen?
Da meldete sich Geisbart: "Mein Freund, es gibt Mittel und Wege. Wähle einen klugen ... egal wie, sie sollte sich mit ihrem Körper wieder vereinen. Was auch immer nötig ist. Danach müssen wir weiter - in deine Welt. Eil dich, mein Freund."
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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Donnerstag 14. Juni 2012, 18:38

"Entweder ein Meister der Tarnung oder aber feige, dass er sich tief in diesem Körper versteckt. Dämon, ich höre dich. Hast du einen Namen?" Chhhrhrhrrhrh! Fauchte Asmodi nur. Ihm gefiel die Art und Weise wie dieser Flohknäuel zu ihm sprach ganz und gar nicht. Dieses pseudohöfliche Getue womit er sich von den anderen Dämonen versuchte abzuheben! Widerlich! In der Luft zerfetzen könnte ich dich du elendes kleines Gewürm! Diese Seelen die du hier vor dir siehst gehören mir! Du tätest gut daran dich von ihnen fern zu halten! Der Kater war in sein Revier eingedrungen, dies ertrug Asmodi nur sehr schlecht. Noch schwerer würde es ihm wohl fallen sich einzugestehen, dass sie nur dank Geissbart aus dieser Lusthölle hatten fliehen können während er selbst sich versteckt hatte. Was immer du für Absichten hegst, du magst vielleicht diese schwächlichen Menschen täuschen, aber mich nicht! Was willst du in Celcia?! Asmodi war sicherlich sehr impulsiv und reagierte nicht selten übertrieben gehässig, doch ein dumpfer dummer Dämon war er auch wieder nicht, auch wenn seine Aktionen bisher nicht immer wirklich von Erfolg gekrönt gewesen sind. Ausserdem war vermutlich Asmodis grösste Schwäche seine Unfähigkeit unheilige Allianzen zu bilden. Andere Dämonen waren für ihn nichts anderes als lästige Konkurrenten. Ein Kernproblem des Harax.

Mein Name ist Asnmodi und es wird jener Name sein der Celcia in Angst und Schrecken versetzen wird, wenn man ihn nur schon wispert! Wie immer trug Asmodi ziemlich dick auf wenn es darum ging Werbung für sich selbst zu machen.
"Soso, du müsstest mich also kennen, Herr Fremd-Dämon? Glaube mir, wenn ich dir sage, dass es derer viele von uns gibt, die kein so großes Ego haben, dass sie ihren Namen in die Welt hinaus posaunen. Rhrhrhrh! Asmodi wurde deutlich unruhig, dieser Kater scheuerte in ihm die Lust ihn zu zerfetzen und zu zerreissen. Namen sind mächtig. Wer sie kennt, hat Macht über dich. Welch unsinniges und dummes Zeugs du da von dir gibst! Sag mir von welcher Gattung du Abstammst! Ich halte mich lieber bedeckt. Je weniger man von mir weiß, umso weniger kennt man auch meine Schwächen. Aurelius bemerkte natürlich dass sich die beiden unterhielten, allerdings beherrschte er kein haraxisch. Doch anhand von Asmodis unruhigen Schwingungen die er in seinen Körper aussendete konnte er zumindest erahnen dass sich sein Dämon überhaupt nicht über die Unterhaltung freute, geschweige denn sich gerade amüsierte.

Deine scheine ich nämlich gerade zu entdecken, einzig weil du dich jetzt erst gemeldet hast." Rhrhrhr! Willst du mir drohen du kleines Gewürm?! Willst du mich herausfordern?! Asmodi dachte nicht daran sich aus seinem Nest zu erheben. Er drängte nicht an die Oberfläche sondern hielt sich weiterhin tief in Aurelius verborgen. Dennoch reagierte er nicht anders als ein aufgescheuchtes Tier.

"Piesackt dich der Dämon in deinem Inneren immer auf diese Art und Weise? Du musst einen starken Geist haben, ihn auszuhalten, mein Freund." Aurelius blickte auf. Er kannte Dämonen inzwischen zu gut als dass er tatsächlich Greisbart als seinen Freund betrachten würde. Dämonen und alles was auf Celcia lebte waren natürliche Feinde. Sie waren keine Freunde, sie bildeten höchstens Zweckgemeinschaften. Aber Freunde? Selbst Asmodi war kein Freund… er war Asmodi, genau so wie Asmodi Aureilus war, sie waren eins geworden, ihre Seelen miteinander verknüpft. Asmodi war ein Teil seiner Persönlichkeit geworden, irgendwie. Sie waren Asmodeus.
Er zuckte nur mit den Schultern. „Man gewöhnt sich an alles Greisbart.“ Meinte er nur. Ohnehin hatte er im Moment ganz andere Sorgen als die Neckereien von Asmodi.

"Man muss keine Wissenschaft daraus machen, um zu erkennen, was du fühlst, Dämon. Ha, es ist so simpel, ein Säugling könnte es an deinen Ausdünstungen riechen und wüsste Bescheid. Berechenbar bist du ... eine Eigenart der Menschen.“ „Hah! Du weisst nur so viel wie man dir sagt Greisbart! Du bist nicht allmächtig, du bist nicht wissend, gar nichts bist du! Höchstens ein Gewürm! Alles andere ist Interpretation! Asmodi spürte dass Greisbart kein Dämon der Gattung von Seelenfresser war. Asmodi war einer, er hatte sich darauf spezialisiert die Ängste und Sorgen eines Lebewesens zu lesen. Das war sein Gebiet! Aber jenes Gebiet beschränkte sich auf celcianische Wesen. Dämonen waren Immun gegen sein Seelenfeuer, ausser vielleicht er selbst… denn er hatte gelernt zu fühlen – Menschlich zu fühlen. Er war ein Tier welches sich an seinem eigenen Gift verletzen könnte. Doch dessen war er sich selbst nicht bewusst.

Derweil richtete sich Aurelius Aufmerksamkeit wieder voll und ganz auf Mallahall, Seele und Körper kamen einander näher, betrachteten sich und doch schien dies allein noch nicht auszureichen um sie endlich wieder zu vereinen. Etwas störte die Begegnung… er störte, die Seele fühlte sich offenbar stärker zu Aurelius hingezogen als zu ihrem sündig gewordenen Körper. Sie blickte ihn an und tief in ihn hinein. Diese saphirblauen Augen blickten direkt ins Herz eines Menschen und wärmten es auf sonderbare Weise. Asmodeus – ja Asmodeus als ganzes, war tief gerührt von diesem Anblick. Dämon und Mensch schwiegen. Es war als streifte etwas Warmes, etwas Hoffnungsvolles ihre Seelen und streichelte sie sanft. Ihr Blick löste ein tiefes Gefühl von geborgenheit aus, von Zuflucht, Heimat und Liebe.

Es trieb Asmodeus Tränen in die Augen. „Mallahall…“ Hauchte er tief in ihren Bann gezogen. So gross die Liebe, die Hoffnung und die Schönheit ihres Blickes war, so sehr schmerzte es ihn auch. Denn sie war hier in einer verlorenen Ebene, getrennt von ihrem Angestammten Körper, herausgerissen aus ihrer Welt, allein und formlos… sie drohte gar zu zerfallen. All dies löste eine schier unendliche Verzweiflung in seinem Herzen aus… und da begann sie auch schon zu weinen. Jenes Weinen welches nur Seelen zu tun vermochten. Jenes Weinen welches zur Auflösung jener Seelen führen würde konnte man ihm nicht Einhalt gebieten, wie damals bei Seelchen. Aurelius hatte so geweint – und Asmodi. Schnell, unternimm was bevor sie stirbt! Man wusste nur soviel wie man ihm sagte, dies hatte Asmodi vor kurzem gerade noch Hochmütig zu Greisbart gesagt, wie viel verriet er also dem Katzendämon gerade? Die Antwort war einfach. Sehr viel. Zu viel. Das waren keine Worte eines Dämons. Das waren Worte eines besorgten Freundes.
"Mein Freund, es gibt Mittel und Wege. Wähle einen klugen ... egal wie, sie sollte sich mit ihrem Körper wieder vereinen. Was auch immer nötig ist. Danach müssen wir weiter - in deine Welt. Eil dich, mein Freund."

Aurelius starrte unbeholfen auf dieses Weinende Seelchen, während er wieder von dem seelenlosen Körper verführt wurde. Es war höchste Zeit zu handeln, doch was war der kluge Weg von welchem Greisbart sprach? Irgendwie mussten Körper und Seele wieder zueinander finden. Als Mediziner wählte Aurelius den direktesten und physischsten Weg. Er packte Mallahallskörper etwas grob, so grob dass diese aufjauchzte in fröhlicher Erwartung einer stürmischen und dominanten Besteigung. Er drängte sie auf die Seele zu und in jenem als die Hände von Mallahalls Körper in jene schwarze Masse ihrer Seele tauchte ergriff er sie, hielt sie fest als wollte er sie miteinander versiegeln und dann küsste er sie, als ob er ihren Mund ebenfalls versiegeln wollte damit die Seele nicht daraus entweichen konnte. Sein Körper beherbergte schliesslich schon zwei Seelen, er war kein Haus für eine weitere Seele, sein Körper war voll, sein Haus besetzt. Er hoffte dass die Seele so die Existenz des leeren Gefässes spürte indem sie die Berührung von Aurelius mit Mallahalls Körper registrierte, denn er hatte den Eindruck erhalten, dass die Seele ihren Körper gar nicht wahrnehmen konnte ohne eine Verbindung zu etwas beseeltem. Er wollte jene Brücke bilden. Das war alles sehr hypothetisch und wer Aurelius kannte der wusste, dass er sehr vieles darum gegeben hätte mehr Zeit zur Ausarbeitung seiner These zu haben… doch hier war nunmal spontanes Handeln gefragt gewesen… die Konsequenzen daraus würden sich zeigen.

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Samstag 23. Juni 2012, 17:59

Wo sich Asmodi tierisch über den Kater Geisbart aufregte, reagierte dieser kaum. Seine Schwanzspitze zuckte nicht einmal, lediglich seine Barthaare wippten leicht, als sich der Dämon im menschlichen Wirt immer ungehaltener ereiferte. Der Kater sah aus, als würde er grinsen. Das fiel aber nur demnjenigen auf, der ihm tief in die Augen blickte, denn sein Maul blieb in neutraler Haltung geschlossen. Die katzenhaften Augen aber blitzten immer wieder nahezu belustigt auf, wenn Asmodi eine weitere Beleidigung vom Stapel ließ. Was Asmodi aber wohl wirklich in Rage brachte, war, dass Geisbart ihm nicht einmal antwortete. Die Drohungen ignorierte er ebenso gekonnt wie alles andere, das Asmodi Wut schnaubend von sich gab. Lediglich auf den letzten Kommentar hin antwortete der Kater, dieses Mal in haraxisch, denn die Worte galten Asmodi allein: "Wenn ich Menschen täuschen wollte, würde ich mir welche suchen, die nicht schon ... besetzt sind durch mindere Dämonen. Was ich in Celcia will? Diese Frage ist lächerlich! Was wollen Dämonen in einer anderen Welt? Beantworte es dir selbst." Dann schwieg er und ging nicht einmal mehr auf Asmodi ein. Da konnte dieser toben und wüten, so viel er wollte. Geisbart maunzte nur noch einmal nahezu kätzchenhaft und reckte den Hals, dass seine Schnurrhaare erneut Aurelius an der Wange streiften.
Der Medicus bekam von alldem wohl nur so viel mit, wie Asmodi bereit war, ihm mitzuteilen - ob unbewusst oder nicht. Denn Geisbart beschäftigte sich nicht weiter mit dem Dämon und störte den Menschen nicht bei dessen Versuch, Mallahalls Seele mit ihrem Körper zu einen. Ja, das war nicht ganz leicht. Vor allem nicht, als diese großen Saphiraugen in einem wabernden und sich immer wieder neu formenden Schattennebel ihn direkt anblickten. Sie erreichten so auch Asmodi, obwohl sich dieser tief in seinen Wirt zurückgezogen hatte. Seiner Dämonenherrin konnte er nicht entkommen. Die Augen schauten, ehe sie zu weinen begannen. Stumme Tränen, denn ihre Seele besaß keinen Mund. Freute sie sich, dass Asmodeus sie hier entdeckt hatte? Waren es Freudentränen oder weinte diese kleine Seele aus Verzweiflung und Angst? Wollte sie hier fort? Sie konnte weder lachen, dass er sie gefunden hatte, noch schreien, weil sie sich fürchtete. So flossen die Tränen, in die der Medicus und der Dämon ihre eigene Interpretation geben mussten. Dass es sich um Seelentränen handelte, wurde spätestens dann klar, als sie den Boden berührten und dort wie hauchdünnes Glas zersplitterten. Asmodis gegebene Träne hätte dasselbe Schicksal geteilt, wenn Mallahall sie nicht an einer Kette um den Hals getragen hätte. Aber im Sarius war auch sie zerbrochen, gesplittert und in einem kristallinen Nieselregen auf Zanraia, Mallahall und Castus hernieder gegangen. Getauft von einer in Myriaden Teilchen zersprungenen Dämonenseele. Sie waren gezeichnet.
Mallahalls Seelenaugen schaute derzeit Asmodeus so intensiv an - trotz der Tränen, die das Bild verschwimmen ließen - als wollte sie selbst ihn allein durch ihren Blick ebenfalls zeichnen. was sollte er tun? Sie widmete sich keine Sekunde lang ihrem sündigen Körper, der sich immer wieder an Aurelius schmiegt. Mallahalls Hülle verlangte nach Aufmerksamkeit. Sie verlangte nach diesem Menschen, um ihn einzunehmen, wie es Succubi nun einmal taten. Er musste etwas unternehmen, ehe es zu spät wäre. Leider half ihm hierbei niemand. Sein Dämon und auch der Gastdämon hielten sich zurück. Asmodi spürte lediglich, was auch Aurelius spürte, weil Mallahall beide anschaute. SIe sah beide und ließ nicht mehr von diesem Anblick ab. Es war schwer, diesen Augen zu widerstehen. Es kostete Kraft und Aurelius würde es noch spüren, wie einen Muskelkater in seinem eigenen Willen, als er sich abwandte, um Mallahalls Körper zu greifen und ihr einen Kuss auf die Lippen drückte. Doch sein Handeln führte zu etwas. Mallahalls Seele verfolgte jede seiner Bewegungen. Ihr Blick glitt an Aurelius entlang, bis zu seinen Lippen und schließlich darüber hinaus. Sie sah plötzlich andere Lippen - ein vertrauter Mund. Sie entdeckte eine schmale Nase und ein beinahe herzförmiges Gesicht. Zwei blaue Strähnen, gefärbt weil sie in Berührung mit einem Dämon gekommen war, hingen über die Ohren. Das übrige, sonnengoldene Haar schimmerte wie ein Strom flüssigen Goldes über ihre Schultern und den Rücken entlang. Sie sah Haut, so zart und makellos, obgleich in ihr eine Erinnerung wach wurde. Sie wusste genau, wo sich die winzigen Makel befanden. Kleine Muttermale auf der linken Schulter, insgesamt drei Stück. Ein zierliches Mal an ihrer Flanke, den sie als Schönheitsfleck ihres Schenkels ansah. Sie erinnerte sich an die Narbe auf ihrem Bauch, die Aurelius zu verdanken war. Er hatte ihre Wunde zugenäht, die der Dunkelelf mit dem Schwert in ihrem Leib verursacht hatte. Sie sah ihren Schoß mit dem goldenen Flaum, den derselbe Elf geschändet hatte. Noch ein Makel, welcher jedoch bis auf die Erinnerungen ohne Folgen bleiben würde. Die Seele der Magierin blinzelte. Die Schatten formten sich ein letztes Mal, verloren ihre Dunkelheit. Sie fiel einfach von ihr ab wie ein Schleier, der alles überschattet hatte. Darunter kam eine milchig weiße Reinheit zutage, die an die Gestalt eines weiblichen Geistes erinnerte. Diese Gestalt machte einen Schritt hinter Aurelius. Sie schmiegt sich an, legte die Arme um seinen Körper und schenkte ihm eine, die kein Feuer der irdischen Welt jemals schaffen konnte. Es war die Wärme von Sonnenstrahlen auf der Haut, von jungen Sonnenstrahlen, wie sie in der Zeit des Erwachens durch ein düsteres Wolkenbett brachen und mit ihrem Schimmern die gute Nachricht brachten, dass das Leben von neuem erwachte. Dieses Gefühl drang mitsamt der Seele Mallahalls in Aurelius' Körper ein. Es durchschwirrte ihn, erfüllte ihn und war noch weitaus intensiver als der bloße Blick in Mallahalls Saphirseelenaugen. Ihr Geist glitt am Herzen vorbei, fand ein Nest. Sie schmiegte sich an den Dämon, der tief dort eingelullt lag, zusammengerollt wie ein Hund vor dem Kamin.
Die Seele konnte noch immer nicht sprechen, noch immer nur schauen, aber sie sah. Sie sah ihn. Sie näherte sich. Ihre milchige Hand strich über Asmodis Kopf. Sie kraulte ihn kurz, ehe sie ihn umarmte. Beide Gesten waren flüchtig, aber überaus mächtig in ihrem Sein. Doch die Seele konnte nicht verweilen, sie musste weiter. Sie kannte jetzt den Weg und folgte. Als sie Aurelius' Lippen erreichte, konnte er das Prickeln ihres Daseins spüren. Mallahall war noch immer voller Leben und dieses Leben ging jetzt in dem Kuss auf ihre sterbliche Hülle über. Diese seufzte auf, löste sich, drückte sich schlagartig fort, als wollte sie Mallahall nicht empfangen. Sie keuchte, stieß einen Schrei aus und ihre Haare bäumten sich wie die Tentakel eines ungebändigten Tintenfisches auf. Dann brach der Körper zusammen.
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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Asmodeus » Freitag 6. Juli 2012, 00:34

Minderer Dämon?! Asmodi warf dem Dämonenkater Schimpfwörter zu in einer haraxischen Heftigkeit die nicht ausführlicher beschrieben werden sollten… Beleidigt und zu tiefst verärgert beschloss Asmodi sich grimmig zurück zu halten. Er würde mit diesem vermaledeiten Geschöpf nicht mehr sprechen. Er würde es am Schwanz packen und rösten sobald sie auf Celcia wandelten. Doch er blieb nicht sicher lange verborgen in den tiefen von Aurelius Seele, denn es war Mallahall die ihn direkt anschaute. Jener reine Teil von Mallahall, ihre eigene Seele. Asmodi erstarrte. Er fühlte sich nackt und ausgestellt, er fühlte sich in jenen Stellen beleuchtet und angeschienen welche er selbst an sich nicht wahrhaben wollte. Der Blick dieser magiebegabten Seele war so unendlich stark und so durchdringend, dass es Asmodi unmöglich war sich diesem zu entziehen. Worin er scheiterte bestand Aurelius. Er war es welcher unter der Mobilisation sämtlicher Willenskräfte den direkten Blickkontakt zu Mallahalls Seele kappte. Keiner konnte wirklich sagen was geschehen wäre, hätte er diese Kraft nicht aufbringnen können. Vielleicht wären sie dann gefangen gewesen in diesem ewigen Anblick. Wer konnte dies schon mit Bestimmtheit sagen? Keiner der Anwesenden kannte diese Ebene… und selbst Naamah verfügte offensichtlich keine Macht über sie, ob ihr das Fehlen von Mallahall bereits aufgefallen war?

Doch an die Succubi dachte im Moment wohl gerade niemand, denn Aurelius zwang sich selbst dazu zu handeln. Ob seine Taten fruchten würden musste sich noch zeigen. Er versuchte eine seelische und fleischige Brücke zwischen Seele und Körper zu bilden. Aurelius behielt die Augen geschlossen als er Mallahall küsste, vermutlich war dies auch gut so, denn die Reinheit von Mallahalls Seele strahlte so unheimlich grell, dass es wohl jeden geblendet hätte. Die Reinheit einer Seele konnte nämlich nicht durch die Augen eines sündigen Körpers gesehen und erfahren werden. Man sah sie mit dem Herzen, spürte sie anhand von Wärme, genau dies empfand er im Moment. Wärme. Eine so wundervolle Wärme! Ihm kamen die Tränen und nicht nur er war gerührt… auch ein gewisses Wesen in seinem Körper konnte sich der Macht dieser Seele nicht entziehen. Sie trat auf ihn zu und berührte den Dämon. Ihre Wärme, ihre Energie erreichte auch seine düstere Seele und spendete Trost, sowie Ruhe. Asmodi hatte es nicht immer leicht als Dämon, er war geplagt vom mächtigen Namen seines Vaters und lebte in der stetigen Angst dessen Ruf nicht gerecht zu werden, als Dämon minderwertig zu sein, zu versagen, niemals Macht zu besitzen. So viele Zweifel! Doch nicht in jenem Moment, denn jetzt fühlte er sich ruhig und geborgen. Ein neues Gefühl. Ein starkes Gefühl mit welchem er vermutlich erst seinen Frieden würde finden müssen. Denn es war ein ganz und gar nicht dämonisches Gefühl. Ihre Seele konnte nicht ewig in ihm verweilen. Er besass schon eine zuviel. Für Mallahall blieb also keinen Platz mehr. Tatsächlich aber war es Aurelius gelungen eine Brücke zu schlagen. Die Seele fand ihren Weg zurück in den Körper, der auf das einfahren der Seele heftig reagierte. Wie ihr die Haare zu Berge standen, der Anblick den sie bot! So schnell würden das die Anwesenden wohl nicht vergessen! „Mall!“ Sofort stürzte er sich zu ihr. Nahm ihren Körper in die Arme. Tastete nach ihrem Puls, zog sie fest an sich. Rüttelte sie. „Mall!“

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Re: Zurück in der Heimat

Beitrag von Erzähler » Freitag 6. Juli 2012, 17:58

Mallahall schien wieder die Alte zu sein. Jedenfalls waren Körper und Seele wieder vereint. Lediglich an Lebendigkeit mangelte es ihr etwas. Sie war nicht tot, das nicht, aber die Vereinigung eines verruchten Körpers mit einer reinen Seele hatten beide vorerst wohl nicht verkraftet. Bewusstlos lag sie am Boden ihrer kleinen Welt, aus der auch das letzte Bisschen Realitätsnähe gewichen war. Asmodeus stand in einem dunklen Fleck aus waberndem Nebel. Vielleicht waren es aber auch nur die Überreste, von denen sich Mallahalls Seelenanteil gelöst hatte.
Geisbart erkannte als einziger, was dies zu bedeuten hatte und warnte rechtzeitig. "Hör auf, sie zu rütteln, Freund. Du hast, was du wolltest. Sie wird schon wieder erwachen. Wir aber müssen weiter. Nun, da ihre Seelenpräsenz diese Ebene nicht mehr aufrecht erhält, wird sie in sich zusammenfallen und wir alle sollten dann nicht mehr hier sein." Er reckte den Kopf vor, dass die langen Schnurrhaare Asmodeus' Wange kitzelten, den Hals streiften. Geisbarts Ohren richteten sich auf. "Dort entlang!", wies er seinen Gefährten an, nickte mit der Schnauze in westliche Richtung und alsbald tat sich dort auch etwas auf, das an ein Portal aus orange farbenen Wolken erinnerte. Licht strahlte aus dem Zentrum, Klänge strömten an die Ohren. Sang dort ein Männerchor mit tiefen Stimmen? In jedem Fall war es ein hypnotisch angehauchter Singsang, der einen steten Rhythmus von auf- und abklingenden Nuancen besaß. Fast so, als rufe man etwas ... oder jemanden.


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