Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Kaum jemand hat die vielen Ebenen dieser Welt je gesehen und eigentlich möchte niemand jemals den Harax betreten, denn hier regieren die Dämonen.
Jene arme Seele wird als verloren betrachtet, die es in dieses finstere Reich aus Hass und Chaos verschlägt.
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Erzähler » Montag 30. Januar 2012, 05:20

Akt IV - Symphonie der Freude


Da hing Azrael nun … wie die erst kürzlich neu erworbene Tasche, fest aber liebevoll, in ihren zarten Händen. Er konnte sich wirklich glücklich schätzen, nicht vieles trug sie so gut gelaunt und voller stolz zur Schau. Seine, in ihren Ohren, melodischen Schrei, verzückten sie umso mehr und ein Lied, welches von purer Freude kündete, klang durch das ganze Anwesen.
Wie gerne wäre er einfach in die Dunkelheit versunken und nie wieder daraus erwacht. Aber aus irgendeinem Grund, war ihm dies nicht möglich oder besser gesagt, kaum möglich. Denn, immer wenn ihn eine Woge der Dunkelheit erfasst hatte und davon tragen wollte, weckte ihn etwas aus seinem sanften Schlummer. Meist war dies ein neuerlicher Ruck durch seine Glieder, weil sie ihn beschwingt durch die Gänge ihres Anwesens trug.
In dem einen Gang, wurde es dunkel u ihn herum, ohne dass er abgedriftet wäre. Es war eins seltsamer Gang, komplett aus Stein, mit einem Tonnengewölbe und Rundbögen an der linken Seite, in denen Statuen standen, die mit Kerzen Licht spendeten.
Er befand sich in einer wirklich seltsamen Verfassung … auf der einen Seite, drohte jeden Moment sein Bewusstsein zu versagen, aufgrund der unsagbaren Schmerzen, auf der anderen Seite, bekam er alles mit, als wenn er alleine hier entlang schleichen würde.
Neben den klackernden Geräuschen ihrer Absätze, erfüllte nun auch ein leises Stöhnen und Wimmern den Gang, welches fast schon im Einklang mit ihren Absätzen, eine groteske Tonfolge ergab.
Wenn er versuchte, den Ursprung der Klagelaute zu lokalisieren, dann wurde ihm bewusst, dass dies links von ihm gar keine Statuen waren. Es waren allesamt noch lebende Menschen, die mit Haken durch die Haut an der Wand befestigt waren. Dies alleine mochte vielleicht noch zu verschmerzen gewesen sein, schockierend war für ihn wohl der Anblick, dass alle Schädel geöffnet waren und in jedem Hirn eine Kerze oder vielleicht auch nur ein Docht steckte und diese, augenscheinlichen Menschen, eine ewigliche Fackel ergaben … und aus den dunklen Augen, sprach ein unbeschreiblicher, tiefer Schmerz.
Doch Azrael blieb kaum Zeit zum Nachdenken … wo war er hier gelandet?!
Als nächstes, bog sie nach rechts ab und stieg eine Treppe nach oben, ihn immer noch an der Wirbelsäule haltend. Hier erhellten ganz normale Fackeln, in eisernen Halterungen an der Wand die Treppe. Diese Mal war es eben jene, die pures Grauen in ihm weckte.
Die Treppe an sich, bestand aus ausgestreckten und zusammengenähten Händen, von Menschen aller Rassen und Herkunft. Sie waren wieder alle nackt, knieten dicht beieinander und er konnte sich denken, dass auch diese zusammengenäht waren, damit die Stabilität der Treppe nach wie vor gegeben sein würde. Damit die Stufen auch schön im gleiche Abstand zu einander verliefen, ruhten jeweils die Ellenbogen auf den Schultern eines Vordermannes oder eine Vorderfrau, bzw. waren sie dorthin hinein gerammt worden, so dass sie guten Halt im Schlüsselbein fanden.
Oben angekommen, schritt sie wieder durch einen golden erleuchteten Korridor, ehe sie abrupt nach links abbog und ein Zimmer öffnete, indem hastig ein paar Kerzen entzündet wurden.
Kurze Zeit später, lernte Azrael fliegen. Unfähig, seinen Unterkörper groß bewegen zu können, landete er unsanft auf etwas relativ weichem … was wieder dadurch wett gemacht wurde, dass ihm nun überall gut 10 cm lange Dornen ins Fleisch ragten.
Wenn Azrael bis dato gedacht hatte, dass er wüsste, was Schmerzen sind, so wurde er nun eines besseren belehrt … ja, er hatte wirklich Mist gebaut und dies ließ Shenyrra ich immer wieder spüren und wissen.
Hätte ihn jemand danach gefragt, wie viel Zeit vergangen wäre, er hätte mit Sicherheit auf die Ewigkeit verwiesen … und diese konnte mit Sicherheit Wahnvorstellungen nicht verhindern.
“Nein Pummelhase, du träumst nicht…”, wisperte sie ihm ins Ohr. “… Und jetzt, mein XXX, genieß die Schau.!” Was auch immer das werden sollte, es war grotesk.
Shenyrra verschwand, grelle Lichter wurden auf Azrael gerichtet und er selbst, wurde auf dem stacheligen Kissen, auf dem er immer noch lag, halb aufgerichtet. Dann begann der Wahnsinn!
Von irgendwoher, erklang Musik, die der auf Jahrmärkten sehr ähnelte. Ein Vorhang aus Haut öffnete sich und gab dahinter einen großzügigen Raum frei, der mit Allerlei aus menschlichen Körpern dekoriert war. Zudem traten Dämonen in Hülle und Fülle auf, sie wirbelten sich durch die Gegend, tanzten, bis sie blutende Füße oder Hufe hatten oder gleich tot umfielen und untermalten dies alles, mit einem Gesang, der da so gar nicht zu passte … höllisch schön.
Der dramaturgische Bogen war gut hörbar und fand seinen Höhepunkt in Shenyrras Auftritt.

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Atemberaubend schön und mit einer begnadeten Stimme, setzte sie ebenfalls an.

Sei hier Gast, sei hier Gast,
ja wir foltern ohne Hast.
Die Geige um den Hals, Chérie,
dass du hier nichts verpasst.
Soupe du jour in teriene,
wir sind hier um dir zu dienen
versuch mal das da schmeckt vorzüglich!
Frag's Dämönchen, du weißt, das lügt nicht.
Beim Röcheln und beim Schreien
denkt man gleich nur an: Leckre Nascherein!
Leise Schreie werden
von jedem hier gehasst.
Lies sie genau, die Karte.
Sie ist von unserer Warte,
sei hier Gast, sei hier Gast,
sei hier Gast!

Pansenragout, ein Soufflé
und den Menschen in Gelee.
Wir richten her und das mit Flair,
ein kulinarisch' Cabaret.
Bist allein und im Leid,
ist das Feuer für dich bereit.
Hier soll keiner lamentieren,
wenn Dämonen sich amüsieren.

Wir erzähl'n als wär's nix,
jeden neuen Folterwitz.
Und worauf du wetten kannst,
das hat Geschmack!
Komm und erheb deine Adern,
wir gönnen dir das Martern,
du bist hier Gast.
Drückt dich 'ne Last,
gönn dir doch Rast.
Sei hier Gast, sei hier Gast,
sei hier Gast!

Sei hier Gast, sei hier Gast,
schenk' der Seele etwas Rast.
Ich empfehl' dir für das Entreé
von dem Buffet, was dir gut passt.
Hier das Herz, da der Darm,
und die Augen noch ganz warm.
Dieser Spaß für jede Kammer
schafft im Haus nur Wohlgejammer.
Leiber tanzt! Blut das singt!
Dass ein fröhlich Lied erklingt.
Wen bewegt denn hier noch
Trübsal oder Last?
Und wenn sie ruft: "Encore!",
klingt's wie ein Lob im Ohr.
Sei unser Gast! Sei hier Gast!
Sei hier Gast.

Folterknecht:
Oh, ein Gast! Oh, ein Gast!
Meine Seel', nun sei gefaßt.
Hier der Trank und Herrin sei Dank,
dass frisch gebügelt der Damast!
Sie will Blut zum Dessert,
bring die gold'nen Tassen her,
wenn die Tassen Tanz nicht scheuen,
werd ich brodeln, werd ich bräuen.
Ich folter' kochendheiß.
Hier ein Stummer?
Nun, ich verzeih's.
Brecht ihn weg,
wir woll'n doch nur,
dass alles passt.

Alle + Folterknecht:
Soviel der Lauferei.

Folterknecht
Vom Knochen eins,
nein, zwei.
Bist unser Gast.
Unser Gast!

ALLE + Folterknecht:
Unser Gast, unser Gast!
Sei hier Gast, sei hier Gast,
sei hier Gast!


An dieser Stelle nun, folgte eine sensationelle Tanzeinlage, derer sich die Kritiker im Harax noch ewig später sicher waren, das die ihres Gleichen suchte.
Mit mehr oder weniger fließenden Bewegungen, räumte das Ensemble den Platz für die ‘Grande Dame’, die ‘Famme Fatal’ … Shenyrra. Selbst die ‘Feet of Torture’ mussten kommentarlos und zerfressen, im wahrsten Sinne des Wortes, vor Neid das Feld räumen.
Damit Azrael auch wirklich gut sehen konnte, öffnete sich der Boden, Schreie waren zu hören und ein leicht süßlicher, stark fauliger Geruch, erfüllte den Saal.
Eine Art Podest wurde nach oben gefahren. Es waren nackte Wesen, beiden Geschlechts, die verdammt eng aneinander knieten. Man hatten ihnen die Beine unterhalb der Knie abgetrennt, denn der Unterschenkel hätte zu viel Platz weggenommen. Die Oberschenkel waren auf der Hälfte nach hinten gebogen, damit man die Körper besser mit großen Eisennadeln festpinnen konnte. Die Oberkörper waren eingedrückt und aneinander genäht, was dem ganzen eine gute Stabilität verlieh … hauptsache, die Köpfe waren nah an einander. Damit ihre Absätze gut zu hören waren, waren die Schädelplatten freigelegt worden. Zu lautmalerischen Unterstützung, klapperte das Podest im takt, mit den Zähnen.
Grünliche Flammen loderten hinter dem Podest auf und boten den richtigen Rahmen, für Shenyrras unglaubliche Künste. Sie tanzte, bis die Schädel platzten und die Hirne in Stücken von Azraels Körper flossen.
Dann nahm die Show wieder ihren Gang.

Shenyrra:
Es kann so deprimieren,
kann ein Knecht mir nicht servieren.
Fühlt sich hohl, denn Gäste-
Wohl hat er im Sinn.
Ah, wo ist die Zeit,
als man uns brauchte.
So plötzlich war
die schöne Zeit dahin!
Ewig dem Guten nur trutzen,
wir wollten soviel mehr als Brutzeln,
brauchen Übungen,
eine Chance für das Talent.
Den ganzen Tag
vertrödeln wir im Hause,
müde, fett und dösig,
da kommst du,
und wir sind fröhlich!

Alle:
Sei hier Gast! Sei hier Gast!
Was sie will, ist uns nie Last.
Seit zwei Tagen hatten
wir schon keinen Gast
hier im Palast.
Für dein Wohl, für deine Qual,
sorgen wir doch ideal.
Wenn die Kerzen in dir glühen,
wollen wir für dich uns mühen.
Gang für Gang.
Dann und wann,
bis du rufst: "Nun haltet an!"
Dann erholst du dich
mit Sex von dem Ballast,
leg dich zur Ruh' indessen,
erst wirst du aufgegessen.
Sei hier Gast! Sei hier Gast!
Sei hier Gast! Sei unser Gast!


Warum auch immer, aber diese Gesangseinlage, blieb ihm im Gedächtnis und an die würde er sich noch Zeit seines Lebens erinnern können. Wie lange auch immer dieses kuriose Spektakel an hielt, Azrael wusste es natürlich nicht.
Irgendwann dann, herrschte Ruhe … lediglich das sachte Klacken von Absätzen auf dem Steinboden, verriet ihm, dass er nicht alleine war. Shenyrra trat langsam an ihn heran, sie grinste und setzte sich zu ihm.


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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Sonntag 12. Februar 2012, 19:40

Er wusste nicht was er machen sollte. Die Ohnmacht wollte ihn nicht holen. Immer wieder spürte er die Dunkelheit, wie sie nach ihm greifen wollte, doch immer wieder entzog sie sich ihm. Die Gnade einer Ohnmacht war ihm nicht gewährt.
Er stöhnte nur noch leise auf, wenn sie ihn wie ihre neue Tasche schwenkte. Wellen schossen durch seinen Körper, betäubten alles.
Seine Beine waren taub, gaben kein Zeichen von Schmerz an ihn. Was ja nicht schlecht war, nur hatte er auch kein Gefühl mehr darin. Als wäre es nicht da.
Sein Rücken war eine einzige Wunde, wenn er die Augen offen hielt sah er wie in Schemen die Gegend um sich. Fast so als würde er den Gang selber erforschen. Vielleicht hatte auch alles inzwischen bei ihm ausgesetzt. Richard wusste , dass ihn der Tod nicht holen konnte, aber er sehnte ihn her.
Mehr als alles andere. Er wollte nicht ins Totenreich, sondern nur das alles aufhörte. Die Schmerzen, die Hilflosigkeit…diese verdammte ganze Scheiße..
Stöhnen erfüllte den Gang, der hell durch Kerzen erleuchtet war. Doch das Groteske daran war, wo sich die Kerzen befanden. Menschen waren an die Wand genagelt, in ihrem Schädeln konnte er Kerzen sehen. Leicht wandte er den Kopf davon weg.
Was für Leuchten, ging es Richard sarkastisch durch den Kopf.
Eine Gänsehaut machte sich in ihm breit.
Doch es wurde noch schlimmer, die Treppe über die er gezogen wurde- ließ einen das Herz stoppen. Bei jedem Schritt konnte er sehen, wie die Treppe sich bog und ächzte.
Er hatte alles zuvor als Harax belächelt, jetzt hatte er den beweis wirklich im Reich der Dämonen zu sein.
War das auch sein Schicksal?
Würde er ebenso ewig im Harax verbringen? War das möglich?
Theoretisch konnte sie ihn nicht ewig hier halten, so hieß es jedenfalls. Aber woher sollte Richard die Wahrheit kennen. Er war nie zu einem Magier gegangen um das volle Ausmaß seines Fluchs zu ergründen. Zu viel Angst, dass sie ihn magisch gefangen halten würden. Er war als Dieb gezeichnet, kein Magier würde ihm vertrauen, dass wurde ihm damals prophezeit.
Da hatte er immer Angst vor Magiern gehabt.
Es wirkte auf ihn so lächerlich wenn er es jetzt betrachtete.
Er hatte zu viel gewagt- die Rechnung erhielt er gerade.
Was würde sie mit ihm noch anstellen?
Plötzlich gab es einen Ruck durch seinen Körper und er flog. Sie warf ihn. Für einen Moment dachte Richard, sie hätte ihn komplett zerrissen.
“NEIN!!! AAAAHhhhhh!”
Dann landete er . Unsanft.
Schmerz machte sich an mehreren Stellen seines Körpers breit, dann wurde es weich. Er ächzte und stöhnte auf, da hatte er schon angenommen, dass er nichts mehr fühlte.
Ängstlich blickte er an sich runter. Jede Bewegung wie Blei.
Bitte nicht...ihr Götter das darf nicht war sein...bitte.
Er schluckte, hatte das Gefühl seine Lunge schmerzte bei jedem Atemzug. Oder bekam er einfach nicht genug Luft.
Natürlich konnte Richard dies eigentlich nicht wahrnehmen. Da seine Seele noch an seinem Körper gebunden war, der in Celcia lag, konnte man ihm nichts anhaben.
Er lag auf etwas, dass wie ein großes Sitzkissen aussah. Nur die langen Spitzen an diesem machten die Bequemlichkeit wieder weg. Seine Hand zuckte. Er konnte seine Beine sehen. Irgendwie entwich ihm ein erleichterten Aufatmen. Er hatte sich getäuscht.
Dann veränderte sich das Licht. Groteske Gestalten kamen auf ihn zu, hievten ihn aus den Dornen. Richard riss panisch die Augen auf. Was wollten sie
“NEIN!!” doch sie rissen ihn hoch, Richard riss den Kopf in den Nacken , schrie. Sie hievten ihn aufrecht, ließen ihn wieder in die Stachel fallen. Wieder drangen die Spitzen ins sein Fleisch. Gequälte Laute, die aber unbeachtet blieben. Er saß nun aufrecht- doch bequem war etwas anderes. Sein Körper zitterte, machte alles nicht leichter.
Dann folgte die Show. Richard brannte sich der Text ins Gedächtnis. Die Bilder der tanzenden Dämonen und die gequälten Menschen und Körper. Und Shenyrra die ihren besonderen Auftritt im Finale hatte.
Zwei Tage!
Das hatte er rausgehört. Er war erst zwei Tage hier? Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Blut spritzte und anderes flog nur herum. Unfreiwillig bekam Richard eine Dusche davon. Doch bewegen tat er sich nicht. Jede Farbe war aus ihm gewichen. Kreidebleich schluckte er nur.
Wie hatte er nur auf den Gedanken kommen können, dass er eine Chance hatte. Er war ein Nichts. Nur ein kleiner Mensch- wenn auch ein Unsterblicher.
Tränen rannten heiß an seiner Wange runter. Tränen, die viel zu lange verborgen waren. Doch er konnte nicht mehr. Er zitterte vor Angst. Angstschweiß stand auf seiner Stirn, lief an seiner Wirbelsäule runter.
Er wollte nicht so enden!
Wollte nicht gefressen oder als Treppe und Kerzenhalter dienen.
Nach der grausigen Schaueinlage kam Shenyrra wieder auf ihn zu. Wie jemand, die jetzt wissen wollte, was er davon hielt. Als wenn es das normalste wäre.
Er hörte ihre Absätze auf dem steinernden Boden. Sonst war die Halle leer. Seit wann wusste Richard nicht.
Richard blickte sie an. Seine grünen Augen war panikgeweitet. Erst langsam, dann etwas energischer begann er den Kopf zu schütteln. Alles war ein grausiger Schmerz.
“bi..itte” seine Stimme ein gebrochen Flüstern.
“ich..mach…alles… bitte Shenyrra…” Er schluckte, befeuchtete seine Zunge. Atmen fiel so schwer.
“Herrin… nicht so was… bitte” seine Stimme überschlug sich. Er schnappte nach Luft. Natürlich konnte es ihr egal sein, aber was hatte Richard noch zu verlieren. Er hatte Angst.
Sie hatte es geschafft, Richard brach zusammen- egal wie stolz und stur er sein konnte, es war zu viel. Er würde auf ihre Gnade angewiesen sein und das wusste er.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 8. März 2012, 05:09

Akt V - Seltsam ward es …

Azrael war gebrochen … zumindest kam es ihm selber so vor. Zugegeben, eine schöne Zeit hatte er nicht durch gemacht, obwohl er sie hätte haben können, dass hatte sie, Shenyrra, ihm immer wieder klar gemacht. Aber was tat er … wie es nun mal seine Art war, setzte er alles daran, um sie zu verärgern. So war es wohl nicht weiter verwunderlich, dass er sich nun in dieser außergewöhnlichen Situation befand.
Verwunderlich war allerdings, die Wandlung in seinen Gedanken. Zuerst war er noch darüber netsetzt gewesen, was sie ihm angetan hatte und in welch’ schlimmer Lage er sich befand. Dies hatte sich fast komplett geändert gehabt, nachdem er diese wundervolle, nur für ich inszenierte Einlage hatte bewundern dürfen. Nun war er nur noch entsetzt darüber, was sich ihm hier geboten hatte … wahrlich hatte sich nun das wahre Wesen des Harax offenbart.
Eigentlich hatte ihr Zwergbüffelchen schon mehr mitgemacht in seinem Leben … ihn nun, aus dem Schatten heraus beobachten zu können, wie er jämmerlich weinte, wie ein kleines Kind, brachte Shenyrra zum Nachdenken … oder viel mehr zum Grübeln. Ja, so manches mal, verstand sie die Sterblichen nicht. Auch wenn dieser Umstand nicht auf ihn zutraf, so war er dennoch nur ein Mensch und sie wusste absolut nicht, was ihm nun dermaßen zugesetzt hatte, dass er winselnd und hemmungslos weinend, um sein Leben flehte. Schmunzelnd stellte sie fest, dass er es immer noch nicht begriffen hatte, dass er schon länger nicht mehr am Leben war … sie würde dem Ganzen auf den Grund gehen … ungeachtet seiner Tränen, auf Kleinigkeiten konnte sie nun wirklich keinen Augenmerk legen.
Das glanzvolle Bühnenstück war beendet, alle großen Lichter waren verblasst und Azrael lag fast alleine, auf seinem bequemen Sitzsack, in der Mitte, des nunmehr kleineren Raumes. Lediglich einige wenige, kleinere Dämonen, wuselten, noch immer die genialen Lieder auf den Lippen, um ihn herum. Sie schwangen so etwas ähnliches wie Besen und Schaufeln rundes sah so aus, dass sie gerade mit Aufräumen beschäftigt waren. Es gab ja auch immerhin viel zum Saubermachen, es das blieb nicht aus, bei so einer großen Sache.
Shenyrra wartete ein wenig, bis das Gröbste entfernt worden war. Nicht, weil sie zerfetzte Körperteile und lachen von Blut nicht sehen konnte, sondern weil sie ihre schicken Schuhe nicht beschmutzen wollte, Dame vieler Welten, musste nun einmal auf sich achten, es galt immerhin einen Ruf zu wahren … und außerdem, wollte sie noch ein wenig die Musik, die ihr hausgemacht, von ihrem Schnubbelchen vorgetragen wurde, genießen.
Dann aber endlich, erhob sie sich und trat aus dem Schatten heraus … langsamen Schrittes, kam sie betont lasziv auf ihn zu, bis sie ungefähr auf Höhe seiner Schulter stehenblieb.
Shenyrra sah ihn einfach interessiert beobachtend an, ehe sie auf sei Flehen einging.

“Schwarzlöckchen, ich bin wirklich etwas enttäuscht von dir. Ja, ich hatte mehr Begeisterung von dir erwartet … obwohl ich zugeben muss, dass deine jetzigen Melodien auch Musik für meine Ohren sind.”
Während sie dies ausführte, schritt sie langsam um den Sitzsack herum und Azraels Lage änderte sich ein bisschen … ob sie dadurch besser wurde, konnte nur er beantworten. Die Fesseln, die ihn bisher an Handgelenken und Füßen gehalten hatten, verschwanden und er konnte eine angenehmere Position einnehmen.
“Aber so ist das wohl mit euch Männer, nicht wahr?” Sie blieb nun auf der anderen Seite stehen, beugte sich hintern und stützte sich mit ihren Ellenbogen, auf dem Gestell des Sackes ab, so dass sie ihm in die Augen blicken konnte.
“Och, … nun stell dich mal nicht so an Mausebärchen. Wenn du weiter so rumflennst, dann werden deine Augen ganz rot und dick und dann kannst du irgendwann nicht mehr mich angucken und wo kommst du dann hin? … Richtig, du verläufst dich … also wirklich Braburtzel, daran hättest du selber denken müssen, du weißt doch, dass du es nicht so mit der Orientierung hast, wenn du an einem fremden Ort bist.” Vollkommen lieblich lächeln, als ob sie die Unschuld vom Lande wäre, blickten ihn große, leuchtende Augen an.
“Nun wirklich, Eumelchen, reiß dich mal zusammen, du bist doch hier nicht im Kindergarten … deine Mami kann ich jedenfalls nicht holen, damit sie dir dein aufgeschürftes Knie versorgt und dir einen Zauberkuß gibt, damit die imaginären Schmerzen verschwinden … ich muss schon sagen, ihr Sterblichen seid echt skurril und nennt uns Meister der Täuschung?! … ihr seid doch diejenigen, mit einem echt verzerrten Selbstbild!” Kopfschütteln und leise lachend, blickte sie sich ein wenig im Raum um.
“Nun ist aber gut mit der Heulerei … sei mal ein echter Mann … und was stammelst du da eigentlich die ganze Zeit vor dich hin?! … wo willst du nicht landen?!” Verständnislos, sah sie ihn an, bis ihr bewusste wurde, wovon Azrael da wirr faselte.
“Warum solltest du denn als Wanddekoration dienen? … Du bist doch mein Herzblatt, Quatschispatzelchen. Du bleibst immerschön bei mir … sonst habe ich keinen strammen Lümmel, auf den ich mich mal ausruhen kann, wenn mir danach ist.” Mit einem Male, packte sie Azrael an den Schultern und zog ihn auf beide Beine. Wie zu erwarten, wollte er als erstes gleich wieder zusammensacken, weil ja nach seiner großen Erkenntnis, seine Wirbelsäule durchtrennt war, aber das schien sie keineswegs zu stören oder zu behindern.
“Du musst schon mithelfen Tigermotte, sonst wird das nichts mehr. Oder bist du so entkräftet, weil du ein paar Stunden nichts mehr gegessen hast?! … Ich glaube, du lernst es nie … dabei bist du doch sonst nicht so begriffsstutzig. Na ja, … streck die beide durch, stell dich nicht so, du lernst nicht gerade erst laufen. Los, folg mir … oder möchtest du hierblieben?” Mit einem aufblitzenden Schal in den Augen, drehte sie sich gekonnt wieder um und schritt vor Azrael von dannen.
Das Ganze war einfach nur skurril. Aber, wenn er auch ihren ganzen Erläuterungen nicht folgen konnte, mit einem hatte sie recht. Seltsamerweise, konnte er wirklich stehen und auch die ganzen Schmerzen, die er gespürt hatte, waren gar nicht so schlimm, wie er es in Erinnerung hatte … eigentlich, waren sie gar nicht mehr da. Wenn er aber an sich herunter sah oder seinen Rücken betastete, waren da durchaus die Wunden, die er erlitten hatte …oder bildete er sich diese auch nur ein?
Auf jeden Fall, musste er nun handeln … er konnte ihr folgen oder aber, er blieb dort.
“Kommst du Traumzauberbäumchen?!”, schallte es aus einem Gang vor ihm. “Du kannst dich frisch machen, wenn du das möchtest. Vielleicht haben wir beide dann ja Zeit für ein paar schöne Stunden miteinander … oder musst du wieder dringend irgendwohin, Brausebärchen?”
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Freitag 16. März 2012, 19:40

Richard konnte nicht mehr. Das was für die Dämonen eine großartige Schau wohl war, war für Richard eine Seelenqual ohne gleichen. Alles schmerzte, wo die Stacheln im in der Bewegung hinderten. Er zitterte am ganzen Leib, so als würde ihm kalt sein.
Verzweiflung und pure Angst.
Shenyrra sah ihn an, für sie schien das ganze wohl nicht verständlich zu sein. Er schluckte, versuchte tief Luft zu holen. Sie war ein Dämon, da war es doch klar, dass sie es nicht verstand.
Sie lehnte sich auf seinen Sitzkissen und Richard spürte, wie sich die Dornen in seinen Fleisch bewegten. Er keucht und schnappte nach Luft. Also Rücksicht war etwas anderes. Dann sah sie ihn mit ihren schönen, aber ziemlich verständnislosen Augen an.
“Schwarzlöckchen, ich bin wirklich etwas enttäuscht von dir. Ja, ich hatte mehr Begeisterung von dir erwartet … obwohl ich zugeben muss, dass deine jetzigen Melodien auch Musik für meine Ohren sind.”
Der Satz war bloße Hohn, das merkte selbst Richard, egal wie viel Angst er hatte. Doch gegen sonst seine Haltung, pfefferte er nicht dagegen. Es bereite ihn eher eine Gänsehaut, dass egal was er wohl machte, sie sich daran ergötzen konnte.
Er spürte das sich die Fesseln um seine Gelenke und seine Füße lösten. Zu gerne wäre er aufgesprungen, doch sein Körper weigerte sich. Jede Bewegung ließ Flammen in seinen Körper entfachen.
“Aber so ist das wohl mit euch Männer, nicht wahr?”
„das hat ...nichts mit Männer... zu tun“ keuchte Richard.
Irgendetwas glaubte in ihm, dass er die Ehre der Männer retten musste. Es war ja nicht so, dass Richard bei jeder Kleinigkeit eine Heulattacke bekam.
Es mochte jedoch für Shenyrra so sein. Richard versuchte solche Gefühle weitgehend zu verbergen, vergrub Trauer und Verletzbarkeit meist in den hintersten Winkel. Doch es war einfach zu viel gewesen.Selber die Anspielung auf die imaginären Schmerzen verstand er nicht, während sie weiter schwafelte und mit grausigen Kosenamen um sich warf.
Doch dann schien sie seine Angst zu verstehen..
Wanddekoration! Ja, so hatte sie die armen Gestalten bezeichnet. Und strammen Lümmel zum ausruhen? Richard wusste doch weswegen sie ihn gerne nutzte. Er hatte seinen Körper verkauft, als er damals mit ihr paktierte. Sie würde ihm helfen und er wäre ihr williges Fleisch. Das er mehr als einmal gegen die Spielregeln verstoßen hatte und sich ihr entziehen wollte, als er in Sicherheit war, änderte an der Sache auch nichts.
Normalerweise würde ihn andere auch nicht interessieren, wenn er selber nicht die Gefahr lief als Wanddekoration enden zu müssen.
Ohne Vorwarnung packte sie ihn an den Schultern. Richards Atmung setzte für einen Moment aus , dann zerrte sie ihn auf die Beine.
„NEIN!..Shenyrra..arggghhhhhuoffff“
Mit einen schmerzverzerrten Keuchen wurde er in die Höhe gezogen. Er spürte wie sie die Stacheln aus dem Kissen aus einem Fleisch zogen und dabei die Wunden vergrößerten. Immerhin wurde er nicht aus den Stacheln gezogen, dass sie gerade gezogen wurden. Kurz stand er, dann sackte er wie ein nasser Sack zusammen.Die Knie donnerten auf den Boden, doch Schmerz war nicht in Sicht. Nur der Oberkörper meldet neue Schmerzimpulse. Bevor er ganz zusammen sacken konnte, stemmte Richard die Arme auf den Boden. Es hatte etwas Hingegossenes wie er so vor Shenyrra lag.
„Verflucht...bitte... es geht...nicht, Scheiße!“
“Du musst schon mithelfen Tigermotte, sonst wird das nichts mehr. Oder bist du so entkräftet, weil du ein paar Stunden nichts mehr gegessen hast?! … Ich glaube, du lernst es nie … dabei bist du doch sonst nicht so begriffsstutzig. Na ja, … streck die Beine durch, stell dich nicht so, du lernst nicht gerade erst laufen. Los, folg mir … oder möchtest du hierbleiben?”
Richard starrte sie ungläubig an.
„Du hast mir die Wirbelsäule zerstört...da geht nichts mehr... lass den Quatsch...DAS HAT NICHT MIT BEGRIFFSTUTZIG ZU TUN!"
Wut und Verzweiflung waren bei Richard immer eine aggressive Kombination. Die Angst von eben verebbte, wurde ersetzt. Das war einer der Moment wo sein Denken aussetzte.
Seine Hand klatschte auf den Boden. Überall war noch Blut. Richard selber sah nicht besser aus,hatte er doch bei diesem seltsamen Schauspiel keine Möglichkeit gehabt sich davor zu schützen.
„... ich bin kein DÄMON...ich bin ein Mensch..sterblich. Wenn man man uns etwas antut, verschwindet das nicht so als wenn nichts wäre...“ Demonstrativ schlug er sich mit Wucht gegen seinen Oberschenkel. Es schmerzte!
Was?!. Aber ...wie?
hatte er sich getäuscht?
Vorsichtig strich er über seinen Oberschenkel. Er spürte die Berührung.
Richard kam es seltsam vor, doch er hatte Gefühl in den Beinen. Er konnte seinen Fuß bewegen, wenn er wollte. Es schmerzte nicht mal. Vorsichtig setzte er sich auf. Tatsächlich er konnte sitzen auch ohne dass ihn Schmerzen plagten oder seine Beine weg sackten.
Was ist das?
Sein Blick fuhr an sich runter, wanderte über seinen gequälten Körper. Seine zittrigen Finger fuhren über seine Haut. Die Wunden waren da, doch kein Schmerz. Blut klebte an seinen Fingern als er sich seine Hand ansah.
Blut!...ich habe die Wunden fühlen können...aber kein Schmerz...Einbildung? Was läuft hier....was ist mit meiner Wirbelsäule?...
Seine Hand fuhr vorsichtig über seinen Rücken.
Ist es weg?...nein...das ...verflucht das fühlte sich merkwürdig an...wie ...ja wie... denkt nicht dran...
Er sah ungläubig zu der dämonische Frau hoch. Langsam, sehr langsam begab er sich in die Hocke.
Es klappte.
Shenyrra hatte wohl jetzt die Schnauze voll, sie war bereits im Inbegriff zu gehen.
„Bleiben?..hier?...NEIN!“ er schüttelte den Kopf. Hastig stemmte er sich hoch. Kurz war ihm als würden seine Beine wieder nachgeben, doch nichts geschah. Als wenn er keine Verletzung hätte. Die Schritte waren zögerlich, aber fest.
„Warte!“ er eilte ihr nach. Hier wollte er auf keinen Fall bleiben, nicht dass sie sich es anders überlegte. Sein Blick ging nur kurz über die Überreste der für ihn ausgerichteten Schaueinlage.
„Faith!...was ist mit ihr?“ Er sah zu einer der furchtbaren Wanddekorationen, welche wohl mal eine Frau war. Was Shenyrra von ihm wollte, war jetzt klar, aber das Mädchen?
„ich meine Faith... wo ist sie?“ er hoffte, dass Shenyrra ihr nichts angetan hatte. Er hatte sie hier wegbringen wollen. Sie war verschwunden, nachdem er in diesem anderen Bett wach geworden war. Er hatte sie gesucht bevor er auf die seltsamen Männer und Shenyrra gestoßen war und er ein Wort zu viel sagte. Er schritt neben der schönen Dämonin, wusste nicht, was sie wieder wollte. Doch eigentlich wusste Richard es. SEX, weil er ja ihr gehörte.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 5. April 2012, 05:20

Annehmlichkeiten …

Azrael war im Grunde nichts anderes übrig geblieben, als der schönen
Dämonin zu folgen. Natürlich hätte er in dem Raum bleiben können, um selbst einen Weg heraus zu finden. Aber ihm war buchstäblich das Herz in die Hose gerutscht und er wollte nicht schon wieder riskieren, dass Shenyrra auf irgendeine dumme Idee kam.
Er konnte sich beim besten Willen nicht mal ausmalen, auf was sie noch alles kommen könnte.
So folgte er ihr auf dem Fuße, was nicht schwer war. Trotz seiner ‘Verletzungen’, die für ihn immer noch real waren, hatte er keine Schmerzen, ja er merkte nicht ein Bisschen davon.
Während er neben ihr her schritt, konnte er sich an die teilweise doch grausame Dekoration erinnern, die er bereits vor einer geraumen zeit gesehen hatte. Wie immer, konnte er nicht sagen, wie viel Zeit eigentlich vergangen war.
… und wie immer, konnte er es nicht ertragen, wenn es still um ihn herum war. Lediglich das Klacken ihrer Absätze auf dem steinernen Boden und das Zischen der Kerzenflammen war zu hören. So hatte er versucht, die Stille mit einer Frage zu brechen.
Sie allerdings, reagierte zuerst gar nicht auf seine Frage.
Ihr Gang war langsam, bewusst und geradezu aufreizend betont. Ihre Finger, strichen schon fast zärtlich an der Wand entlang oder eher gesagt, strichen sie über die Dekorationen mit verträumten Blick.
Dies war so skurril, dass es Azrael Schauer über den Körper jagte.
Erst als Shenyrra mit ihrem Liebsten im Schlepptau den Gang verließ, kehrten ihre Gedanken wohl wieder in das Hier und Jetzt zurück. Sie hatte seine Frage aber sehr wohl vernommen.
“Wie bitte? … wer soll das sein? … Ich kenne keine Faith …”, ob Azrael das glauben mochte oder nicht, es schien tatsächlich so zu sein, dass sie keine Ahnung hatte.
“Aber, …”, und nun grinste sie. “Der Menschenname klingt weiblich … ist sie en Mensch? …Was hast du mir ihr zu tun?” Abrupt blieb sie stehen, drehte sich zu ihm herum und blickte ihn neugierig an.
“Na komm schon Pupsbacke, stell dich nicht so an … du bist heute aber auch bockig.” Liebevoll tätschelte sie ihm die Wange.
Sie erwartete wohl immer noch eine Antwort von ihm, machte sich dann aber wieder auf den Weg. Durch eine schwere, eisenbeschlagene Holztür. Entgegen des Hinweges, führte diese Tür in einen vollkommen anderen Gang. Obwohl, Azrael war hier schon einmal gewesen und wenn er sich zurück erinnerte, dann erkannte er jenen Gang, als den ersten, durch den sie ihn am Anfang seines Aufenthaltes geführt hatte. Wie ach immer das funktionierte, dem war tatsächlich so. Ihm fiel sogar auf, dass es hier nach ihr duftete. Dieser typische, leicht blumig, erotisierende Duft, der ihr ganz eigen war und den er nirgends anders bisher vernommen hatte. Auch jetzt wieder, schien die Entfernung in diesem gang zu verschwimmen und sich zusammen zu ziehen. Denn wenn er mal zurückblickte, lag hinter ihm ein beachtliches Stück gang, das beide gerade eben nicht hätten beschreiten können. Ob das eine typische Fähigkeit von Dämonen war?! … er konnte sie ja fragen.
Nach weiteren Minuten, die vergangen waren, hielt die schöne Dämonin vor einer Tür an, die sie ohne weiteres öffnete und dann hinein ging.
“Schließ die Tür hinter dir, Honigbärchen“, wies sie ihn an, offensichtlich ging sie davon aus, dass er ihr ebenfalls ins Zimmer folgte. Wie schon erwartete, war auch dies Zimmer luxuriös eingerichtet und war es war eine Mischung aus Gästezimmer und Aufenthaltsraum.
An nichts fehlte es hier, Diwane, Tische mit leckeren Köstlichkeiten, Karaffen, gefüllt mit einer glitzernden Flüssigkeit, kristallen Gläser, sündhaft teure Gobelins, die die vertäfelten und mit Gold verzierten Wände schmückten … rote, schwere Samtvorhänge, die von goldenen Kordeln zusammen gehalten wurden, rahmten die großen Fenster ein … überhaupt, bei allem, was Azrael hier sehen konnte, dominierten die Farben rot und gold. Offenbar hatte Shenyrra eine Vorliebe dafür, ihren Räumen, ein gewisses Farbspiel als Thema zu geben.
“Da sind wir, Schnuffelchen …”, anmutig hatte sie sich umgedreht und stand nun formvollendet dort, um dies schicke Zimmer zu präsentieren.
“Gefällt es dir?”, wandte sie sich lächelnd an ihn, ehe sie doch die Frage selbst beantwortete. “Natürlich gefällt es dir, was für eine Frage…”, sie achte eine wegwerfenden Geste, die sie mit einem glockenhellen Lachen begleitete. “… wie könnte dir SO ein Luxus nicht gefallen … nicht wahr, Zimtschneckchen?” Shenyrra drehte sich abrupt wieder um und schritt zu einem der Diwane hin, neben dem ein kleines Tischen stand, von welchem sie ein kristallenes Glas nahm und die Flüssigkeit sichtlich genoss. Egal, was sie tat, alles an ihr und was sie tat, war perfekt.
Dann machte sie es sich auf dem Diwan bequem und wenn Azrael nicht wollte, dass sein Köroper auf dieses perfekt hin gegossene Kunstwerk reagierte, sollte er sich schleunigst ablenken.
“Weißt du, Fluffipopo, du schaust furchtbar aus.” Unbeabsichtigt kam sie ihm damit vermutlich zur Hilfe.
“Dort drüben kannst du dich waschen.” Sie deutete mit einer Kopfbewegung zu einer Tür, auf der rechten Seite. “… und danach, ich hoffe, dass du nicht lange brauchst, findest du dort…”, sie deutete auf die linke Tür, “… passende Kleidung.”
Wenn Azrael noch auf eine weitere Anweisung wartete, diese kam nicht, denn die Dämonin schien von irgendetwas abgelenkt zu sein. Wie gebannt starrte sie auf einen mit Samt bezogenen Sessel, auf dem ein rotes Tuch lag, ehe sie die Augen bedrohlich zusammen kniff und urplötzlich aufstand. Jedenfalls konnte Azrael keine bestimmte Form eines Kleidungsstückes ausmachen, was hier aber auch nicht viel hieß. Flotten Schrittes, ging sie zu dem Sessel und nahm dieses rote Tuch hoch, beäugte es kritisch, ehe sie daran roch. Ihre vorherige, ärgerliche Miene, wich einem verärgertem Ausdruck und sie murmelte mehr zu sich selbst, wie zu Azrael: “Oh, hat er tatsächlich den Weg hier her geschafft … vermutlich hat ihn mal wieder ein Loch abgelenkt^^!”
Dann schien ihr irgendetwas urplötzlich einzufallen, sie sah fragend zu Azrael.
“Du stehst dort ja immer noch, Elfenpopöchen … nun aber husch husch ins Bad.”
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Richard Azrael Darkholme
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Samstag 7. April 2012, 11:46

Was für ein bizarres Bild, die beiden doch abgeben mussten. Sie, Shenyrra, Perfektion in jeder Hinsicht – selbst in ihrer Dämonengestalt. Und er, komplett nackt und sah eher aus, als wäre er einem Massaker entsprungen.
Wunden, welche theoretisch einen bewegungsunfähig machten, waren über seinen Körper verteilt. Er spürte keine Wunde auch nur im geringsten. Das er jetzt ohne Kleidung unterwegs war, machte ihn gerade auch nichts aus. Sie würde ihm sowieso nichts lange an lassen. Nur das Halsband erfühlte er noch an seinem Hals. Seine Hände hatte er auf seinen Oberarme gelegt und rieb sich über die Haut. Nicht, dass ihm kalt war, aber ziemlich unbehaglich. Er versuchte sich nur auf ihr Tempo zu konzentrieren und nicht die furchtbare Wanddekoration.
Sie war jetzt eine ganze Weile vor ihm hergelaufen und natürlich geschwiegen.
Habe ich etwas anderes erwartet? Natürlich redet sie wieder nicht...ich will nicht wissen, wie mies ich aussehe
Sie schritten weiter, wieder in einen anderen Gang. Er verzog angewidert den Mundwickel hoch, wie sie so verträumt die Dekoration streichelte. Ein Kälteschauer ran über seinen Rücken.
Dann drehte sich sie tatsächlich mal nach ihm um. Richard wäre fast gegen sie gestoßen. Er zuckte zurück.
„Was?“ sie hatte ihn unvorbereitet auf seine für ihn schon vor Ewigkeit gestellte Frage geantwortet.
Ihr Grinsen, war nicht besser, als er sie ansah. Ein Tätscheln seiner Wange, er zog sein Gesicht weg.
„Nicht jemand, der dich zu interessieren hat“ schnaufte er.
Sie kennt sie nicht? War das alles wieder ein Trick? Habe ich sie überhaupt getroffen...ich weiß überhaupt nicht mehr, was echt ist
Dann schritten sie weiter, weiter durch eine verstärkte Tür.
Dies ist alles so verschnörkelt wie ein Labyrinth...durch einen Gang, dann den nächsten...und ich wollte flüchten, lachhaft!...Moment, ich kenne den.
Richard sah auf, blickte sich um. Die Tür hinter ihm war verschwunden...
Er zog eine Braue hoch, blickte nur flüchtig zu Shenyrra.
Das ist der Gang, wo sich mich zuerst durchgeführt hat...bringt sie mich wieder in die Halle?...es riecht ihr sogar nach ihr...
„Wie funktioniert das?...ist das Magie?...eben noch waren wir woanders, jetzt sieht es so aus, als wären wir schon ewig diesen Gang lang gelaufen.“
Dann war wieder eine Tür, welche sie öffnete und ihn dann rein bat. Richard trat tatsächlich hinter ihr ein. Kaum über den Absatz, wurden seine Augen groß. Purer Luxus.
Wie immer mehr als prunkvoll...
“Schließ die Tür hinter dir, Honigbärchen“
„Hönigbärchen“ verächtlich zog er eine Braue hoch, griff dann jedoch den Türgriff und schloss die Tür. Hatte er tatsächlich erwartet, sie würde ihn in die Halle wieder bringen. Innerlich tatsächlich nicht.
Er ließ seinen Blick schweifen. Sie prahlte nur zu gern mit den Gütern, welche sich Richard nicht mal in seinen Träumen als eigen nennen würde. Die Farben hatten einen anderen Stil. Anstatt Violett und Lila, was er als Shenyrras Lieblingsfarben deklariert hatte, war hier Rot und Gold dominant. Alles war mehr als Edel, dass man sich schämte, überhaupt hier zu sein. Ein Gefühl, was wohl ständig die schöne Dämonin begleitete. Diese hatte sich wie immer in Perfektion auf einen der Diwane gefletzt. Und er stand wie bestellt in diesem Luxusraum.
Und sie machte sich jetzt schon wieder einen Spaß draus, ihn mit Spitznamen, die grausamer als manche Folter waren, auf diesen Prunk aufmerksam zu machen.
Er legte den Kopf schief und hatte seine übliche, Du- musst mich-nicht verarschen-Miene drauf. Natürlich gefiel es ihm. Etwas was er nie besitzen würde und wo bekam er es gezeigt- im Harax. Konnte es nicht grausamer sein?
Es klirrte leicht, als sie sich etwas zu trinken eingoss. Sein Mund war plötzlich wie ausgetrocknet, aber leider nicht weil er Durst hatte. Nein, ihre ganze Haltung strahlte wie immer Verführung aus.
Er drehte sich hastig um, ließ seine Finger selber über eine der Flaschen gleiten.
Was das wohl ist?
Versuchte er sich abzulenken und konzentrierte sich stark auf den Inhalt. Richard war kein Weinkenner und konnte gerade mal, Weißwein von Rotwein unterscheiden. Er bevorzugte selber ein gutes Bier.

“Weißt du, Fluffipopo, du schaust furchtbar aus.”
Er sah an sich runter.
„Woher das wohl kommt?“ brachte er zynisch über die Lippen, biss sich dann augenblicklich auf seine Unterlippe.
“Dort drüben kannst du dich waschen.”
Er sah zu der von ihr gezeigten Tür. Natürlich wollte sie nicht mit ihm verkehren, wenn er so aussah. Man konnte viel über Shenyrra sagen, aber Richard hatte schon bemerkt, dass sie alles sauber und perfekt finden musste. Er folgte ihren Blick auch zur anderen Tür.
“… und danach, ich hoffe, dass du nicht lange brauchst, findest du dort…”, sie deutete auf die linke Tür, “… passende Kleidung.”
Er sah wieder zu ihr.
Und?..passende Kleidung, vermutlich nur praktisch für dich...aber waschen wäre nicht schlecht.
Er konnte nur aus den Augenwinkel sehen, dass jedoch plötzlich eine Wandlung in Shenyrras Züge geschehen war. Etwas hatte ihre Aufmerksamkeit erregt....und tatsächlich war es nicht Richard. Seine Neugier selber nicht im Zaum haltend, stierte er zu ihren Augenmerk. Da war ein Tuch.
Was hat sie?....sie ist verärgert?
„Stimmt etwas nicht?“ eine dumme Frage, dass wusste Richard auch kurz nachdem er es laut gesagt hatte.
Ihre Lippen bewegten sich und Richard kam nicht drumherum, die Worte davon abzulesen.
“Oh, hat er tatsächlich den Weg hier her geschafft … vermutlich hat ihn mal wieder ein Loch abgelenkt^^!”
er?...wen meint sie?...
Sie blickte plötzlich zu Richard und dieser versuchte seinen konzentrierten Blick so neutral wie möglich zu halten. Es war immerhin nicht das erste mal, dass er etwas mitbekam, was nicht für seine Ohren bestimmt war.
“Du stehst dort ja immer noch, Elfenpopöchen … nun aber husch husch ins Bad.”
Der entgeisterte Ausdruck bei diesem Spitznamen war aber nicht gespielt.
Immerhin war er nicht so verweichlicht gebaut wie ein Elf und sein Hintern sah bestimmt nicht wie der eines Elfen aus.
Ein gereizter Blick, dann griff er die Klinke und betrat den Baderaum. Sich zu Baden wäre eigentlich keine schlechte Idee und vielleicht würde er tatsächlich einen Moment für sich haben, bevor er die Kleidung , welche er anziehen sollte, wieder los war. Er schloss die Tür hinter sich, strich sich sein Haar komplett nach hinten und blieb einen Moment an die geschlossene Tür stehen.
„Warum soll ich mich überhaupt anziehen!“knurrte er vor sich hin und hob den Blick um sich zu orientieren.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 18. April 2012, 06:28

Eine optische Sünde

Azrael ärgerte sich immer noch über den Kommentar von Shenyrra, dass sein Allerwertester angeblich wie der eines Elfen aussah. Wenn er sich schon gegen einen Vergleich wehrte, dann diesen. Er hatte zwar nichts konkretes gegen Elfen, aber ganz geheuer waren ihm diese Baumkuschler auch nicht und immerhin war er ein ganzer Mann, wer mochte sich dann schon mit einem schmächtigen Wesen vergleichen?!
Meckernd verließ er den Aufenthaltsraum und ging zu der Tür, die Shenyrra ihm gewiesen hatte, wenn er ins Bad wollte oder besser gesagt, wo er sich hin zu begeben hatte. Das musste er ihr lassen, sie nahm zwar vieles, was einen strammen Lümmel hatte, aber wählerisch war sie alle mal.
Die große, schwere und reich verzierte Holztür, führte in einen wirklich großen Raum, schon die ersten Schritt, die er einsehen konnte, verhießen puren Luxus. Soweit Azrael dies beurteilen konnte, war der komplette Fußboden mit sündhaft teurem, schwarz gemustertem Marmor verlegt. Dieser Marmor zog sich auch in einer helleren Version an den Wänden entlang. Von seiner aktuellen Position aus, konnte er sehen, dass der Raum definitiv nach links abbog und dort weitergehen musste. Auch wenn dies praktisch gar nicht möglich wäre. Aber diese physikalischen Gesetze schienen hier keine Bedeutung zu haben, was wunderte Azrael sich überhaupt noch.
In einigen Abständen wuchsen hier wunderschöne, wenn gleich ihm auch völlig unbekannt Pflanzen, die sich an Spalieren nach oben zur Decke rankten, um dort an Verstrebungen quer durch den Raum zu wachsen. Zartgliedrige Blüten setzten Akzente an der Decke und fügten sich in leuchtenden Farben in das Gesamtbild hinein, ihr lieblicher Duft erfüllt den Raum und wurde durch den warmen Dampf des Badezubers noch verstärkt. Zwischen den Streben war so etwas wie Glas, so dass man ach draußen blicken konnte und so immer das beste tageslicht hatte … so fern es das denn hier gab.
Auch hier standen überall kleine Tische an den Wänden, auf denen entweder kleine Erfrischungen standen oder aber weitere Blumen, in kostbaren Vasen.
Wenn Azrael sich die Pflanzen genauer betrachtete, konnte er sogar kleine, bunte und prächtig schillernde Vögel entdecken, die leise ihre lieblichen Melodien trällerten und das leise Harfenspiel ergänzen, was von irgendwo kam.
Auf der rechten Seite, befand sich ein Paravan, hinter dem er seine Sachen lassen konnte, wenn er denn welche gehabt hätte. Fast genau daneben, war ein großes Regal in der Wand angebracht, in dem viele Flakons, unterschiedlicher Größe standen. Sie alle waren verschlossen, wiesen aber gänzlich unterschiedliche Farben auf. In unregelmäßigen Abständen, lagen Seifenstücke, die alle ungefähr die gleiche Größe hatten, aber ebenfalls alle unterschiedlich gefärbt waren. In den untersten Regalböden, befanden sich Handtücher, Waschlappen, Bürsten und jedes nur erdenkliche Untensiel, um sich ausgiebig zu reinigen und zu pflegen.
Nach einigen Schritten durch den Raum, konnte Azrael den Badezuber sehen. So einen riesigen hatte er allerdings noch nicht gesehen., denn alleine dort, wo das Wasser war, das hatte bereits die
Größe eines einzelnen, durchschnittlichen Baderaumes in einer Taverne … Luxus pur!
Das Wasser befand sich auch nicht in einer riesigen Wanne, in die man hinein steigen musste, es führten Treppen in die große Wanne, die im Boden eingelassen und mit rötlichem Marmor ausgekleidet war.
Links vom Wasser, war die Wand nicht weit, an der sich ein kostbares Mosaik befand. Kostbar deswegen, weil es ausschließlich aus den teuersten und reinsten Edelsteinen zusammengesetzt worden war, die Azrael je gesehen hatte. Es stellte einen wirklich hübschen Wald da, der wunderbar zu den dortigen pflanzen passte. Auf der rechten Seite befand sich wieder eine riesige Fensterfront an der seidige Vorhänge, in zarten Farbtönen sacht im Wind wehten. Das laue Lüftchen wehte einen würzigen, wenn auch Azrael vollkommen unbekannten Geruch hinein, der aber keineswegs unangenehm, sondern eher fremd wirkte und einen angenehmen Kontrast zu den lieblichen Blumen bildete.
Die großen Fenster konnte man öffnen und dahinter befand sich eine geräumige Terasse, auf der sich einige bequem aussehende Liegen befanden.
Das, was Azrael aber nun wirklich wollte, war sich zu säubern und endlich mal kurz abzuschalten, die vergangenen tage waren aufregend genug gewesen … oder waren es nur Stunden gewesen … er vermochte es einfach nicht zu sagen. Nach seinem Gefühl zu urteilen, befand er sich hier schon eine Ewigkeit.
Nachdem er sich für eine seife entschieden hatte, war der Weg in die riesige Badewanne schnell geschafft. Das Wasser war angenehm warm temperiert und es dauerte nicht lange, bis sich sein ganzer Körper entspannte. Dies konnte er wunderbar auf. Im Marmor eingefassten ‘Liegen’ fortführen.
Tatsächlich entspannte Azrael sich dermaßen, dass er sogar ein wenig wegdöste und erst wieder bei Sinnen war, als er ein seltsames Gefühl hatte. Vermutlich lag es an seiner langen Ausübung als Dieb, dass er immer auf der Hut war und deswegen merkte, dass er irgendwie nicht alleine war. Er hatte bis zu dem Zeitpunkt ja ganz still im Wasser gelegen, wie er nun die Augen öffnete, merkte er, dass kleine Wellen an seinen Oberkörper schwappten. Ihrem Ausgangspunkt folgend, konnte Azrael urplötzlich eine Gestalt in Wasser sehen, die vielleicht fünf Schritt von ihm entfernt war.
Wie auch immer diese Person es geschafft hatte, so nah und vor allem so unbemerkt an ihn heran zu kommen, dass verdiente schon irgendwie Respekt.
Die Gestalt an sich, war definitiv männlich, da demjenigen das Wasser gerade mal bis zur Schamgrenze ging und oberhalb eine prächtige, muskulöse Männerbrust zeigte und ein durchtrainierter Bauch, den blanken Neid in einem Mann hervor rief. Der Hautton war eher blass, obwohl dieser ‘ganze Mann’ schwarze Haare hatte, die wohl unendlich lang den Rücken hinab flossen. Das mitunter beeindruckenste an dieser charismatischen, ja schon ehrfürchtig schönen Gestalt, waren die mächtigen, schwarz gefiederten Flügel, die ihr ein imposantes Aussehen und Macht verliehen. Gefangen von der einnehmenden Aura, bemerkte Azrael im ersten Moment nicht, dass ihn zwei leuchtend silbrige Augen, durchdringend ansahen. Es dauerte wirklich mehrere Augenblicke, bis er sich diesem Umstand bewusst wurde … und der Blick dieses Wesens war so fesselnd wie seine Schönheit.
Eine Augenbraue schoss in die Höhe, ehe eine gekonnt modulierte Stimme spöttisch fragte: “ … du bist also das Elfenpopöchen?”
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Samstag 21. April 2012, 14:10

Richard lehnte mit dem Rücken an der Wand, versuchte seinen Ärger wie immer im Zaum zu halten. Natürlich würde er nicht lange Kleidung anhaben, dass hatte er schon selber angemerkt. Und Shenyrra wollte nicht mit ihm verkehren, wenn er so blutig aussah. Doch wusste Richard auch, sie würde ihn nicht in Ruhe lassen, wenn er sich nicht wusch. Notfalls würde sie es wohl machen oder machen lassen. So oder so drücken konnte er sich nicht davor.
Doch Richard war ihre seltsame Haltung aufgefallen, als sie sich diesem Tuch genähert hatte. Es war für Richard befremdlich so einen Ausdruck bei ihr zu sehen. Nicht das Richard wusste, was es zu bedeuten hatte.
Von wen sie immer da gesprochen hatte... so lange es sie ablenkt um so besser
jetzt endlich nahm sich Richard die zeit um sich umzusehen.
Ist das groß hier... wirkt irgendwie gar nicht so verspielt wie sonst... eher.. ja wie?...
Richard wachsamer Blick glitt über den schwarzen Marmorboden, welche sich farblich an den Wänden veränderte. Pflanzen mit seltsamen Blüten rankten sich an den Wänden hoch. Nicht das Richard überhaupt sich gut mit der Natur auskannte. Er wusste welche Pflanzen giftig waren und als Dieses zu verwenden war. Obwohl oben an der Decke Blüten waren, strahlte alles eher einen maskuline Atmosphäre aus.
Was jedoch seltsam war, dass zwischen den Blüten tatsächlich winzige Vögel schwirrten, so wie Insekten.
Wusste gar nicht, dass die Viecher so klein sein können... könnte man fast wegschnippsen.
Tatsächlich versuchte Richard eines dieser Tiere mit den Finger zu berühren.
„Ihr würdet bestimmt gut Geld bringen, wenn man euch an eine gelangweilte alte Schachtel verkaufen würde“[/color] Ein verschlagenes Grinsen huschte über seine Züge. Das erste mal, seit er sich im Harax befand.
Er versuchte einen der Vögel gegen die Flügel zu schnippsen, wendete sich dann an.
„habt Glück, ich kann euch sowieso nicht einfangen!“
Er sah sich weiter um, lauschte den sanften Spiel einer Harfe. Nicht gerade eine Musik die er interessant fand. Es hatte immer etwas einschläferndes.
Ob dies absichtlich so ist...
Richard nackte Füße gaben ein leichtes Platschen von sich, während er sich weiter neugierig umsah. Es roch nach Blüten und man konnte deutlich Feuchtigkeit in der Luft merken. Überall standen kleine Tische mit essbaren und etwas zu Trinken da.
Richard griff sich im vorbeigehen einen Apfel und biss herzhaft hinein.
Wann habe ich eigentlich zuletzt gegessen?...keine Ahnung. Der Apfel schmeckt wirklich gut.
Er machte kehrt und nahm sich die Schale mit.
Warum auch immer ihm bewusst war, dass er gerade nichts von Shenyrra zu befürchten hatte. Obwohl er sich doch immer wieder umschaute. Ein anderer Tisch hatte Karaffen und Flaschen mit Getränken . Richard öffnete die erste und wedelte sich mit der Hand den Geruch zu.
Viel zu süß...bäh er verzog das Gesicht
Stellte die Karaffe zurück. Die nächste Flasche war dran. Der Geruch war besser. Sich nochmals umherblickend, dann setzte Richard die Flasche an die Lippen und trank gierig einen großen Schluck. Nehm ich...
Mit dem Unterarm wischte er sich über die Lippen, und klemmte sich die Flasche unter den Arm. Seine Wanderung ging weiter. Es musste hier ja immerhin einen Zuber geben.
Das nächste Regal wies jedenfalls auch darauf hin. Alles was jemand zu Waschen und pflege benötigte war da. Der Diwan bot sich zum Verweilen an. Richard stellte auf diesen erst mal seine beute von Essbarem und trinken ab.
Wie ein überteuertes Badehaus..hmm, was habe wir denn hier?...Seife...wow, was für eine Auswahl. Es reicht doch ein Stück, warum so viele? Egal...heute darf ich es nutzen, immerhin wer weiß was noch geschieht.
Richard fasste eine Seife nach der anderen an. Roch an dieser und jeder. Ein für ihn recht männlich wirkender Duft mit einer grünen Farbe erhielte seine Zustimmung. Er dreht sich um und warf sie gekonnt auf den Diwan.
Treffer!...als wenn es so weit weg wäre... was für ein Talent, ha!
Dann wanderten seine flinken Finger über die Flakons. Erst griff er eins wahllos, öffnete dies und stellte es zurück.
Was soll das denn sein? Flüssige Seife?...
Richard war maßlos überfordert mit der Auswahl. Er kam aus der Gosse, so viel an Auswahl kannte er nicht mal. Das es sich wohl möglich um Körperöle, Haarwässerchen unnd sogar Badezusätze handelte, konnte er nicht mal erahnen. Shenyrra kannte vermutlich diesen Luxus, Richard nun mal nicht.
Nur wo deutlich etwas dran stand, dass es für die Haare war, griff er dann doch. Die Flasche wanderte ebenso im Bogen auf dem Diwan. Dann griff sich Richard ein Handtuch, Schwamm und bürste und legte dies zu seinen neuen Habseligkeiten.
Er besah sich seine beute, als ihm endlich der Zuber..oder eher der Pool sichtbar wurde.
„scheiße auch mal...ist das Ding riesig“ entfuhr es Richard. So was kannte er nicht mal aus dem besten Badehaus. Nicht das er wirklich gute Badehäuser kannte.
Es dampfte und machte nur zu deutlich , dass es temperiert war.
Als hätte es auf mich gewartet...bist wohl ungeduldig, was Shenyrra?
Richard griff sich seine Sachen. Stapelte alles sorgfältig übereinander und legte es in guter Reichweite. Man konnte dort sogar rumliegen, wie in dem großen Pool bei Shenyrra. Treppen führten ins Wasser. Das Licht einer Fensterfront schimmerte auf der Wasseroberfläche und an einer Wand. Richard griff sich ans Herz. Edelsteine waren dort eingelassen. Und was er sah, ziemlich kostbare. Hatte Richard etwas zur Hand gehabt, so würde er wohl probieren diese zu entfernen. Aber wo sollte er sie hinpacken.
Schlucken? Und wer sagte, dass er sie dann tatsächlich mitnehmen konnte und nicht jemand auf die Idee kam, ihn die Steine bei lebendigem Leib aus dem Körper zu holen, weil der natürliche Weg zu lange dauern würde. Also riss er sich schweren Herzens sich von dem Anblick los, trat zur Terrasse. Von Irgendwo kam Wind her, der einen seltsamen Geruch mit sich brachte. Irgendwie würzig.
Kommt das von draußen? Vorsichtig blickte er nach hinaus.
Liegen?...
Zwar wusste Richard, dass er nicht viel bringen würde, doch verschloss er vorsichtshalber Tür und Fenster.
Dann wurde es endlich Zeit. Er schritt die Treppen langsam ins warme Nass. Eben noch vergessen, musste er jetzt doch wieder an die Verletzungen denken, welche er hatte. Es schmerzte zwar nichts mehr, doch war es seltsam.
Hinterfrage nicht... nimm es dankbar so hin
Dankbar war nicht seine Stärke, doch jetzt wollte er es genießen. Tatsächlich schien sein Körper nicht in Schmerzen zu explodieren.
Ob es normal ist, wenn der Rücken offen ist, dass man keine Schmerzen hat?
Ein Seufzen entfuhr ihm.
Verdammt, ist das Wasser gut!
Er tauchte kurz komplett unter, strich sich sein Haar beim Auftauchen wieder nach hinten. Ein lächeln dann wartete er zu der Seife und den Schwamm. Noch in der Nähe der Stufen begann er seinen Körper, erst übertrieben vorsichtig, dann aber gründlich zu waschen und zu schrubben. Verteilte die Seife auf dem Schwamm, schrubbte sich alles komplett ab. Tauchte unter um die Seife wieder los zu werden. Nahm den Flakon für die Haare. Erst skeptisch nur einen Tropfen auf die Hand, wusste es sich erst einer Prüfung zwischen den Fingern und Richard Nase erdulden. Erst als er sicher war, dass es das Richtige war, nahm er mehr in die Handfläche und verteilte es im Haar. Richard hatte schon recht langes schwarzes Haar und war eitel was dies betraf. Besonders weil er es über seinem blinden Auge immer hängen ließ.
Als er dies ebenso gut ausgespült hatte und er nichts mehr von der Pomade in seinen Haar erfühlte konnte, machte sich Richard mit Obst und Flasche zu einer der Liegen auf.
Jetzt futtere ich etwas und dann ...nun dann werde ich wohl wieder zu der Hexe müssen...
Das Wasser war nirgends zu tief. Er konnte gemütlich alles durchlaufen.
Er kroch auf eine der Liegen und wechselte zwischen Essen und dem Getränk hin und her. Er trank direkt aus der Flasche, was nicht wirklich in so ein prachtvolles Badezimmer passte. Ebenso schmatzte er etwas zu laut. Ein Rülpser und Richard wusste tatsächlich lachen.
Er lehnte sich nach hinten.
„Das würde sie vermutlich hassen“
Er verstummte als er nicht die Antwort erhielt, die er gesucht hatte. Ein kurzer wehmütiger Blick auf seinen Arm, wo nur blass das Bild seiner Spinne war.
„Auf dich Süße“ prostete er gegen die Luft und setzte an.
Und so kam das, was wohl normal war. Wenn Gemütlichkeit und Alkohol mitspielten, Richard dämmerte weg.
Kein tiefer Schlaf, nur ein dösen. Er war zu lange auf der Hut gewesen, als dass Richard nicht selbst im Halbschlaf etwas mitbekam.Bewegung im Wasser. Ein Gefühl, als wenn jemand in der Nähe war. Jemand der einen anstarrte. Richard öffnete die Augen. Sein Blick war auf die Wellen gerichtet
Mist.. wieso habe ich nicht gehört? Wieder Magie dann kann es nur sie sein! war ja klar...“ Na, dauerte es dir zu lang...“ Richard verstummte. Er hatte mit Shenyrra gerechnet, dass sie ungeduldig wurde. Aber das war nicht der Fall.
Im Wasser stand jemand, war wohl gerade geräuschlos die Treppen hinunter gekommen.
Und das war schon seltsam genug. Nicht weil es sich um einen mehr als gutaussehenden Mann handelte, sondern weil der auch noch verdammt große Flügel hatte, die im Wasser tauchten. Also war alutlos fast nicht möglich. Hatte Richard doch fester geschlafen, als er selber dachte?
Das Wasser ging dem Fremden knapp bis zur Scharmbereich und Richard konnte gerade so sehen, dass dessen Haare ebenso schwarz da unten waren wie das unglaublich lange Haar auf dem Kopf. Er strahlte Männlichkeit aus, ohne dabei wie ein übertriebener Muskelprotz zu wirken. Die Schultern zeigten deutlich, dass die Flügel wohl keine Zierde waren und er sie wohl auch nutzen konnte.
Richard schluckte. Natürlich war der Kerl muskulös, aber selbst Richard wusste zugeben, dass der Herr hier unnatürlich gut aussah.
Die breiten Flügel versperrten fast die ganze Treppe und Richard konnte nur schätzen, dass diese Dinger wohl ausgebreitet nicht mehr viel Platz ließen für irgendetwas im Raum.
Verflucht, wer ist das?
Richard rutschte ins Wasser rein, runter von der Liege.
Wieso wirke ich gegen jedes männliche Wesen wie ein Schwächling.... verflucht sieht der Kerl gut aus
Und Richard fühlte sich klein, obwohl sie wohl beide die gleiche Größe haben mussten.
Ein Schaudern durchfuhr Richard, als er endlich schaffte den Mann nicht mehr anzustarren. Dieser Fremde sah ihn mehr als durchdringlich an, schien ihn zu mustern.
Mit Augen, die wie Silber waren.
Silberne Augen... was schaut der so?...seit wann achte ich auf die Augen von einem Kerl?...
Richard konnte nicht drumrum, der hatte ebenso eine verführerische Ausstrahlung wie der Succubus und er war wie gebannt. Nicht mal seine Narbe im Gesicht hatte er verborgen, obwohl das die erste Handlung meist war. Hatte sich gerade mal von der Liege bewegt.
War dies selber ein Dämon?
„ich sollte gehen...werde erwar...“ der folgende Satz, ließ Richards Gesichtszüge entgleiten.
“ … du bist also das Elfenpopöchen?”
„WAS?!...Schnauze! … und du bist, der Vogel oder wie? Na ja, sie ist bekanntlich gut zu vögeln“ Fauchte Richard schroff zurück. Wen erzählt sie sowas!
Natürlich, wie hätte es auch anders sein können, vermutlich ein anderes Spielzeug von Shenyrra.
Aber der hier hatte kein Halsband. Richard straffte die Schultern , strich sich das Haar automatisch wieder wie immer und versuchte an dem Mann vorbei zu kommen. Drückte gegen die Flügel...warum wurde er dabei nur so nervös?
„Der Zuber ist deiner! Viel Vergnügen“ knirschte er. Das er seine Sachen noch hat liegen gelassen, interessierte ihn nicht. Er würde doch nicht aufräumen.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 9. Mai 2012, 05:47

Alleine zu zweit …

Azrael genoss richtig seine freie Zeit, wenn sie auch nur von kurzer Dauer war. Immerhin war er hier, im riesigen Badebereich, alleine. So konnte er tun und lassen, was er wollte … und as, bestand vornehmlich daraus, dass er alles an Benehmen und Manieren vergaß, was er auch nur mal ansatzweise sonst bedachte.
Das war zumindest eine Vorgehensweise von hm, um sich schnell an eine Situation anzupassen, die ihn sonst vermutlich schnell überforderte. Das tat dieses Zimmer nämlich.
Zuerst war er nur von der Einrichtung irritiert. Warum auch immer ihn diese Anhäufung von Luxus noch sprachlos machte. Ebenso irritiert war er über die Pflanzen, die Dekoration, die fliegenden Wesen und die Farben. Aber wie so oft, dachte er nicht weiter. Azrael wunderte sich nur und dann wurden seine Gedanken mal wieder abgelenkt. Zuerst war es die Sammlung von Flakons mit Körperölen, Badeölen und flüssigen Seifen, dann war es das Wandmosaik, welches ihm schier die Sprache verschlug.
Zuletzt begnügte er sich damit, wie der letzte Vagabund, mit Flasche und ziemlich manierlos, einfach im Zuber vor sich hin zu gammeln. Etwas, was Shenyrra sonst nicht tolerierte, mal abgesehen davon, dass er sich dies auch nie vor ihr traute.
Die Minuten zogen dahin, die er sich Zeit nahm und mal entspannte.
Entgegen seiner sonstigen Vorsicht, drifteten seine Gedanken ab, beschäftigten sich erst noch mit seiner momentanen Situation, ehe sie sich dann mit möglichem Reichtum und anderen, vermutlich nie erreichbaren Fantasien beschäftigten. Das Getränk und die wohlige Wärme des Wassers taten dabei ihr übriges. Ganz seinen Vorstellungen entsprechend, lockerten sich seine angespannten Muskeln und er fühlte sich tatsächlich wohl … manchmal war es eben doch ein Segen, alles um sich herum vergessen zu können.
Bis zu dem Punkt, an dem er ja nicht mehr alleine war.
Da stand er, dieses Prachtexemplar von Mann und was tat Azrael … er starrte, wie ein junges Mädchen, was nicht glauben konnte, was sie dort zu sehen bekam. Schlimmer noch, sein Gegenüber war sich seiner Ausstrahlung, seiner Körpersprache und seines Körpers sehr wohl bewusst.
Alleine schon, diese gekonnt angehobene Braue, brachte Azrael an den Rand der Raserei. Er haste es, war sich aber wohl im Klaren darüber, dass er nur den Kürzeren ziehen würde.
Aber dieser Umstand hielt ihn natürlich nicht davon ab, mal wieder sein vorlautes Mundwerk zu nutzen.
Eben sich noch der Vorsicht gemahnt, war es im nächsten Moment damit auch schon wieder hinfällig. … und seiner Meinung nach, hatte die Bemerkung gesessen, wie immer unter der Gürtellinie.
Doch dieser Elf stand dort einfach nur, am Fuße der Treppen und beobachtete Azrael, wie dieser auf ihn zu kam, dann an ihm vorbei wollte, um wohl nach draußen zu gelangen.
Aber die Rechnung hatte Azrael ohne sein Gegenüber gemacht.
Gerade, wie Azrael auf gleicher Höhe zu dem Schwarzhaarigen war, bewegte dieser sich blitzschnell und unglaublich geschmeidig. Azrael hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit dem, was ihm jetzt passierte. Dieser Elf hatte ihm weder eine verpasst, noch ihn beiseite gestoßen oder sonst wie tätlich angegriffen … er war einfach um eine viertel Drehung herum gewirbelt und hatte zugepackt … sehr zu Azraels Entsetzen, lag eine Hand um sein bestes Teil und Azrael selbst, wusste nicht, wie ihm geschah.
Gedanken durchzuckten ihn, in denen sich Bilder des wahren Grauens manifestierten … wie eine übergroße, schlanke Hand, langsam und unerbittlich zu drückte und nichts als Mus hinterließ.
Sekunden vergingen, die ihm wie Minuten oder gar Stunden vorkamen … und die Hand hatte nicht locker gelassen, er hatte sich diese auch nicht eingebildet, sehr zu seinem Leidwesen. Das Einzige, was sich verändert hatte, der Elf lächelte hämisch und beugt sich nun leicht zu Azrael hinüber, bis er fast an dessen Ohr war.
“Du hast recht, … ich bin ein Vogel…”, gekonnt raunte dieser Elf in Azraels Ohr und ihm wurde irgendwie anders dabei. “… ein Paradiesvogel … wie ich sehe, bist du dann ja das Hündchen … siemag Tiere … ein wirklich süßes Schoßhündchen…”.
Was auch immer dieser Mann noch von sich gab, Azrael achtete nicht mehr darauf.
Denn die Tür dieses Raumes war aufgeflogen, es folgten betonte Schritte und dann stand sie dort.
Normalerweise ein Fluch für ihn, aber in diesem Augenblick wohl ein Segen.
Mit leicht ausgestelltem Schritt, die Arme vor der Brust verschränkt und einem seltsamen Blick, sah sie zu den beiden Männern hinüber.
“Oh, ich sehe, ihr habt schon Freundschaft geschlossen …”, süffisant lächelte sie.
“… und mein Lieber, testest du meinen Zauberstab?”
Unmissverständlich, haftete ihr Blick auf der Stelle, an der immer noch eine fremde Hand war.
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Samstag 12. Mai 2012, 13:50

Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Irgendetwas machte ihn nervös. Es konnte nicht tatsächlich an dem Kerl liegen.
Richard interessierte sich noch nie für Männer.
verflucht...was geht ihr ab
Richard hatte einen seinen dummen Sprüche losgelassen und theoretisch war die Sache für ihn erledigt. Doch der Fremde war mehr als seltsam. Die Augen unverwandt auf Richard gerichtet, schien er keinen Platz machen zu wollen. Es war ja nicht so, dass Richard sich seinen Weg nicht freimachen würde. Immerhin hatte er nicht vor hier zu bleiben, wenn ein anderer mitbaden wollte. Wo kam man denn da hin.
Richard schüttelte sich bei dem Blick des Fremden innerlich.
Er hatte nur etwas gesagt und doch spürte Richard, dass der sich ziemlich sicher war. Der Geflügelte hatte die Ruhe weg, schien eher noch amüsiert zu sein.
Notfalls trete ich zu...und zwar da wo es wirklich schmerzt.
Mit gehobenen Kopf hatte er sich jetzt zu den fremden Mann bewegt. Jetzt aus der Nähe konnte er sehen, dass dieser spitze Ohren besaß.
Ein Elf...
Abscheu sprach bei ihm mit oder redete er sich die jetzt bewusst ein? Er wollte gerade links an dem Mann vorbei. Damit er ihn besser im Auge hatte. War gerade kurz davor seine Hand grob nach einen Flügel auszustrecken. immerhin machte der sich ganz schon breit. Noch immer raste sein Herz. Er hörte das Schlagen in seinen Ohren.
"zieh den mal ei..." Der Rest verstummte. Es ging viel zu schnell. Eben noch stand der Fremde dort bewegungslos. Nur Augen die Richard näherkommen beäugten, dann folgte eine blitzschnelle Bewegung. Richard Griff ging ins Leer. Er keuchte auf.
Wassss????!!!!"
Der des Fremden nicht.
Der Mann hatte zugegriffen. Mit Schlägen oder allem anderen hätte Richard gerechnet, doch jetzt wich alles Blut aus seinem Gesicht. Der Fremde hatte seine Hand an Richards bestes Stück. Richard sah rückartig erst zu den Fremden.
Unglauben.
Dann starrte er fassungslos auf die fremde Hand bei seinem Schritt.
Seine Hände griffen fast zeitgleich an das Gelenk des Fremden.
nein...bitte...mist
Sein Körper begann sofort zu zittern. Er schluckte hart. Bilder kamen ihn in den Sinn. Wie der Fremde zu drücke, alles an Männlichkeit zerquetschte. Er schrill schreiend und mehrere Oktaven höher singend. Auf ewig seiner tiefen Stimme und vor allem seinem besten Stückes beraubt. Eine Strafe, die härter nicht ein konnte.
Der Fremde hatte sich inzwischen minimal bewegt. Der Griff hatte sich nicht verstärkt, war aber fest genug, dass Richard sich nicht bewegen mochte.
Nur so, dass der Geflügelte jetzt seitlich zu Richard war. Sein warmer Atem war nah an Richards Ohr.
Die Stimme viel zu sinnlich um sie zu überhören.
“Du hast recht, … ich bin ein Vogel… ein Paradiesvogel … wie ich sehe, bist du dann ja das Hündchen … sie mag Tiere … ein wirklich süßes Schoßhündchen…”.
"sü..ßes Schoßhündchen?" die Worte sackten nur langsam in seinen Verstand. Noch immer seine Hände am Handgelenk des Fremden. Ihm wurde heiß und kalt zugleich. Eine Gänsehaut lief über seinen Rücken.
Was wollte der Kerl von ihm?
Richard schaffte es irgendwie den Mann anzustarren. Schluckte den gigantischen Brocken runter, der seine Stimme zu blockieren drohte. Das Atmen war gerade reine Kunst.
"Nimm deine Hand da weg" nicht so selbstsicher wie er wollte, aber knirschend. Durch die Zähne gepresst. Klang er gerade nicht wie eine Maus?
Kurz flackerte ein Bild in seinen Gedanken auf. Er würde es gleich tun. Dem Kerl ebenso unvorbereitet bei den Eiern fassen...aber das konnte Richard nicht. Einen Mann dort hinzuschlagen, war eine Sache, aber nur zugreifen. Es schüttelte ihn.
Ein Tabubereich, den er nicht übertreten wollte.
Das Zufallen einer Tür und drauffolgende Schritte ließen ihn kurz den Kopf in die Richtung drehen. Erleichterung. Shenyrra!
Ihr Blick war seltsam. Ihre Haltung fast zu entspannt. So als hätte sie gerade etwas erfreuliches erblickt.
"..Zauberstab?" testen? nein..nein...NEIN!!!!!.
Richard überkam es. Plötzlich nicht auf zu halten. Seine Hände lösten sich von dem Handgelenk. Egal wie sinnlos es auch werden würde. Seine Hand ballte sich zur Faust, schlug zu. Es war wie ein Reflex. Die Mitte des anderen Mannes treffen wollend.
Nur wenn es gelingen würde, sich aus den Griff zu winden. Sich aus der Reichweite des Mannes zu bekommen und wenn es zurück zu der Liege hieß. Nur Abstand bekommen.
Wie es dann weiterging, wusste Richard jedoch nicht.
Er handelte nur.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 6. Juni 2012, 05:32

Dunkellicht

Man konnte es nicht oft genug betonen, aber wieder einmal, befand sich Azrael in einer, für ihn, sehr missliche Lage. Denn der Fremde, der in den Raum hinzugekommen war, hatte nach Azraels Allerheiligstem gegriffen und machte auch keine Anstalten, seine Kronjuwelen wieder frei zu lassen.
Im Grunde wusste er nicht einmal, wie ihm geschah.
Er konnte sich weder einen Reim darauf machen, warum der Elf nun so reagiert hatte, noch wusste er, was los war. Der gut aussehende Mann hatte nicht einmal gesprochen gehabt … bis zu dem Zeitpunkt, wie Azrael wohl vermutlich den Bogen überspannt hatte.
Dafür hatte er augenblicklich die Rechnung bekommen!
… und wie immer, wenn sich sein Gegenüber als ‘stark’ herausstellte, stieg die nackte Panik in ihm auf, blankes Entsetzen standen ihm ins Gesicht geschrieben und er war kaum es Denkens mächtig.
Aber, wie es seine Gewohnheit nun mal war und ja, sie war verdammt dumm, ergab er sich seinen Reflexen und setzte noch dumme Sprüche hinten dran.
Zum Glück tauchte in dem Moment Shenyrra auf und er klammerte sich an ihre Erscheinung, wie ein Ertrinkender an den letzten Strohhalm … auch wenn ihn diese Option vermutlich wieder vom Regen in die Traufe bringen würde.
Gerade vom einen Schock erholt, traf ihn schon wieder der nächste. Nicht nur, dass sie mit dem Schwarzhaarigen sprach, wie mit einer eng vertrauten Person … nein, sie redete auch noch davon, dass der Elf wohl allem Anschein nach, Interesse am eigenen Geschlecht hatte und das löste erneut Panik in Azrael aus. Nun würde er definitiv nicht mehr nach dem besten Stück des Fremden greifen und dieses ebenso umklammert halten, nie im Leben, nicht mal, wenn der Harax gefrieren würde.
Nachher würde der noch auf den absurden Gedanken kommen, dass Azrael etwas für ihn empfand.
Obwohl diese Überlegungen eigentlich schon sinnfrei waren, dass musste er ja selber zugeben. Immerhin deutete schon ihre Frage das an, was er mit am Schlimmsten fand.
Dass Azrael auf so eine Frage reagierte war klar, sein Blick sprach Bände und sie verstand sich natürlich darauf, ihr wie ein offenes Buch lesen zu können.
Amüsiert blickte sie ihn an, ihre Hände lagen betont auf ihrer Hüfte und unterstrichen ihre kurvige Figur. Wie immer hatte sie verboten wenig an … es verbarg nur einen kleinen, aber wichtigen Bereich ihrer Brüste - genug, um Azraels Fantasie wie nebenbei zu beflügeln. Davon ab, verliefen zwei Streifen durchsichtigen Stoffes über Kreuz, über ihren flachen Bauch, ehe sie in ein knappes Höschen übergingen, über dem ein mehr als kurzer Rock lag, der ebenso durchsichtig wie die Stoffstreifen war. Alles in allem, wieder eine anziehende Kombination.
Ehe er aber auf ihren Blick reagieren konnte, welche ihn ja so oft ärgerten, agierte der fremde Elf unerwartet und forderte damit Azraels komplette Aufmerksamkeit.
“Tse, tse, tse, tse …”, es klang, als würde er ein kleines Kind schelten. “Mich einfach ignorieren …!”
Silberne Augen sahen ihn durchdringend an und fingen etwas in Azrael ein, was ihm Unbehagen bereitete. “Wir wollen doch höfflich bleiben … nicht wahr?!“ … und in dieser melodischen Stimme, schwang ein Hauch von Bedrohung mit …
Dabei vermochte er nicht einmal zu sagen, was es genau war, aber es fühlte sich beunruhigend an. Dieser Mann hatte nicht locker gelassen und trotz des inzwischen kühlen Wassers, fühlte sich seine goldene Mitte warm an und irgendwie pulsierend … warum reagierte er auf einmal?! Oder war es die Wärme, die dieser Fremde ausstrahlte?! … wohlig, … warm, … einlullend, schläfrig, …gefährlich.
Ob es aus diesem Grund war oder einem Anderen, er handelte, wie so oft, in dem er zu Gewalt griff.
Azrael versuchte, ohne viel sehen zu können, die goldene und hoffentlich bald schmerzende Mitte, seines Nebenmannes zu treffen, er hoffte zumindest, dass es klappen würde.
Er traf auch, aber das, was er traf, war keineswegs so weich, wie er es von seiner goldenen Mitte kannte. Es war zwar warm, aber irritierender Weise, steinhart. Unwillkürlich, mit großem Unglauben, musste Azrael einfach hinsehen, wohin er getroffen hatte.
Verdutzt, musste er erkenne, dass er die Hüfte des Mannes getroffen hatte und wenn dieser Schmerzen empfand, so zeigte er sie nicht. Dieser Typ hatte sich erneut blitzschnell bewegt und damit gedreht gehabt … was für Reflexe.
Shenyrras Stimme war es, die in wieder in die Wirklichkeit holte … hatte sie überhaupt gesprochen gehabt?! Das, was Azrael noch vernommen hatte, war ein: “Hmmm, …” und sonst nichts.
Alleine dieser Ausdruck, beinhaltete eine ganze Palette von Tönen und vermochte vieles auszusagen …richtete sich dies an ihn oder an den Anderen?!
Um seine Verwirrung noch zu verstärken, merkte Azrael mit einem Mal, dass seine Männlichkeit wieder frei von allen Zwängen war^^. Begleitet wurde sein Gefühl der aufkommenden Euphorie von einem weiteren, kargen Satz.
“Sei es drum.” … und schon war der Elf hinter ihm und Azrael vermutlich mit einem Satz raus aus dem Wasser.
“Was nun, Schnubbelbups?” Shenyrra blickte ihn fragend an.
Neuerlich, stieg Unmut in ihm hoch, obgleich dieses tollen Namens.
Mit einem Auge beobachtete er vermutlich trotzdem diesen Fremden.
Dieser, lag nun dort, wo Azrael zuvor noch lag und aalte sich im Wasser. Die Flügel waren fast zur Gänze ausgestreckt und ließen den Raum samt ‘Zuber’ schrumpfen. Dessen Haltung war entspannt, die Augen geschlossen und der Kopf hinten angelehnt. Nun konnte Azrael übrigens auch sehen, dass dieser Kerl meterlange Haare haben musste. Wie eine schwarze Wolke, trieben sie sacht im Wasser und hüllten den makellosen, muskulösen Körper ein … wobei das Schwarz der haare ein wenig bedrohlich wirkte … das nun auch langsam das Wasser anfing zu dampfen, machte die ganzen Impressionen nicht besser … verstörend wirkte dahingehend schon fast, das leise Summen.
“Ach, … Shenyrra ?!” Der Unterton in dessen Stimme klang aufreizend selbst gefällig, während sich ein leichter Hauch von Häme auf dessen Züge legte.
“DEIN Schatzimausibumsibärle hat hier alles dreckig gemacht … Ich finde, ER!!! Sollte hier dringend aufräumen!”
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Dienstag 12. Juni 2012, 09:22

Richard war es eigentlich gewohnt, dass ihm nichts gelang. Besonders wenn es was mit Shenyrra zu tun hatte.
Und es war wohl auch nicht anders mit diesem Kerl. Wenn man bedachte, dass er einst ein ziemlich talentierter Dieb war, so würde man es wohl jetzt nicht glauben. Egal was er versuchte, es wurde nur schlimmer als Besser.
Richard war überfordert und handelte nur noch aus seinen alten Instinkten heraus. Leider brachte es ihm nicht viel.
Hier stand er nun in einem gigantischen Pool und ein fremder Mann, der selbst für Richards Verständnis eine Sünde wert war und hoffte inständig, dieser Mann würde seine Männlichkeit loslassen. Shenyrra in ihrer Pracht schien das Ganze zu gefallen und es machte ihn noch mehr sorgen.
Hatte er denn die eindeutigen Warnzeichen nicht gesehen.
Die anderen Farben.
Dies schien nicht mehr Shenyrras Reich zu sein, sondern diesem Fremden zu gehören. Irgendwo im hintersten Winkel sah er sich selber, wie er den Kopf schüttelte und sich über die eigene Blödheit ärgerte. Aber sich jetzt zu grämen half nichts.
Verwirrend war jedoch die Tatsache, dass der Griff des Fremden zwar fest, aber irgendwie...wie sollte er es bezeichnen?...fast schon wohlig war.
Und die Worte des Mannes hatten auch eine Wirkung.
Zwar war Richards Blick trotzig und eisern, als er getadelt wurde wie ein Kind...doch Richard konnte es förmlich sehen.
Die Augen des Mannes, welche wie Silber waren- verführerisch und gefährlich zu gleich. Anders als bei Shenyrra.
Außerdem überkam ihn eine seltsame Schwere. Müdigkeit machte sich in seinem Körper breit...aber noch etwas.
Verdammter Mist, was geschieht hier?...was machte der Kerl mit mir... ich steh nicht auf Männer
Aber er konnte nur zu deutlich spüren, dass seine Mitte pulsierte. Sein Körper ein Kribbeln erfasste und man sich zwischen dem Gefühl von Erregung und Angst traf.
Richard schüttelte vehement den Kopf, reagierte aus Angst, seinen Körper die Kontrolle verlieren zu können. Sich vielleicht dem seltsamen Gefühl von Wärme und Neuem hingeben zu müssen.
Er schlug zu.!
Shenyrra schien es nämlich auch zu gefallen was sie da mitbekam.
„Aargh“ Schmerz zog durch seine Faust. Verblüfft sah er hin.
verdammte Scheiße..sind die Eier von dem aus Stein?...was?, aber ..
Er hatte daneben getroffen..beziehungsweise nur die Hüfte.
Wann hat der sich denn bewegt?...habe ich ihn überhaupt erwischt?
Wenn Richard sich aber dem Schmerz in seiner Faust bewusste machte, dann war er sogar sicher, den Kerl getroffen zu haben. Er schüttelte die Hand vor Schmerzen.
Dann ohne ersichtlichen Grund, ließ der Fremde Richards Männlichkeit los.
Richard konnte es kaum glauben, da wurde er fast von den Flügeln des Mannes in den Pool gedrückt. Er sah nur schwarzes Gefieder auf sich zukommen und konnte gerade noch mit einem Schlag gegen die Flügel sich vorbei drücken.
Sie fühlten sich tatsächlich wie echte Federn an. Es war also nicht irgendein seltsam anmutender Mantel.
Richard eilte aus dem Wasser. Den fremden Mann hinter sich lassen. Diese seltsame Wärme, welcher der Mann ausstrahlte. Die Treppen hoch, konnte Richard jedoch nicht anders. Er sah zurück. Stockte.
Der Mann hatte sich dort lang gelegt, wo er noch vor 15 Minuten gelegen hatte. Aalte sich im Wasser und sah nur einfach irritierender weise einfach gut aus. Die Flügel waren mächtig und Haare zum abwinken.
Und das Wasser dampfte, wo sich die Wolke der Haare und der ganze Mann befand.
Jetzt hatte „heiß“- aussehender Mann wahrlich ein Gesicht...
das gibt es doch nicht...der erzeugt die Wärme...kein wunder also...alles ist mit dir in Ordnung, nein, du stehst nicht doch auf Kerle. Bäh, Widerlich!. Vielleicht ist das ein Dämon, der Hitze oder so erzeugt
Richard versuchte sich eine Erklärung zu suchen.
Fast hörte er die Worte von Shenyrra nicht. Sein Kopf fuhr zu ihr rum.
„Häh?...ich bin sauber, ich geh!...bescheuerter Kosename, die werden immer schlimmer
Was sollte die Frage? Dachte sie er würde jetzt sich an den Fremden kuscheln? Nee, nicht mit ihm...wieder ließ ihm ein kalter Schauer über den Rücken.
Er wandte sich zum gehen. Nur so viel Abstand wie möglich zwischen sich und den seltsamen „Paradiesvogel“ bringen.
Schoßhündchen, dass ich nicht lache...nein, danke nicht mit mir!
Richard konnte das Plätschern des Wassers hören und ein leises männliches summen. Dem Kerl schien es richtig gut zu gehen.
Richard war gerade sich am abwenden, im Inbegriff zu gehen. Wohin wusste er nicht mal, da hörte er die Stimme des Mannes.
Sie klang eine Spur hämisch und mit einer Arroganz, die zeigte, dass er wohl tatsächlich nicht eins von Shenyrras Spielzeugen war.
“Ach, … Shenyrra ?!
“DEIN Schatzimausibumsibärle hat hier alles dreckig gemacht … Ich finde, ER!!! Sollte hier dringend aufräumen!”

Wieso konnte er nicht seine Klappe halten.
Richard knurrte gereizt
“Hör zu! ich bin nicht IHR Was-weiß-ich....und ICH werde bestimmt nicht aufräumen... was glaubst Du, wer du bist? verdammt was mache ich den gerade?..“
Doch es war schon raus. Wie immer! Richard Miene war versteinert, seine Stirn kraus gezogen vor Wut.
Richard schluckte. Das war vermutlich zu viel.
Trat vorsichtig mit großen Schritten von Shenyrra und dem Mann weg, Rückwärts gehend.
Oh wie gerne er doch etwas hätte, was er als Waffe nutzen könnte.
Los, komm entgegen...du weißt wozu Shenyrra fähig ist...soll das nochmal geschehen, NEIN!...
„ In Ordnung...“ er atmete tief durch, suchte nach den richtigen Worten.
„Falsche Antwort, oder?...ich räum es weg“
Richard fiel es sichtlich schwer, schluckte die Steine in seinem Hals hinunter und versuchte in den Knoten in seiner Brust reinzuatmen.
Jedoch wie kam er an die Sachen wieder ran?
Der Mann würde sie ihm wohl kaum reichen.
Er sah hilfeflehend zu Shenyrra.
„Er macht aber nichts, oder?...bitte“ das letzte Wort ein Flüstern. Er versuchte sich einsichtig.
Wie gerne er jetzt eine Hose oder dergleichen gehabt hätte. Er fühlte sich verwundbarer als sonst.
Zögerlich und dann mit einem Ruck sich gebend näherte er sich also dem Fremden. Kramte seine Sachen zusammen. Versuchte so gut es ging, diesen in Auge zu behalten.
immer im Auge behaltend.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 20. Juni 2012, 05:26

Lebensquell …

Nachdem er wieder einmal unbeherrscht und ungefiltert seine Meinung zum Besten gegeben hatte, zuckte er wieder einmal zusammen. Aus Angst davor, was nun wieder folgen könnte, denn mittlerweile rechnete er mit allem.
Nun gut, die Art wie der Fremde sich äußerte und wie er von und über Azrael sprach, ließ einfach jeden Muskel in seinem Körper zucken. Da er aber sehr genau wusste, dass er in den meisten der Fällen zu schwach war, um gegen seine Peiniger anzukommen, so musste er halt allen verbal überlegen sein … oder zumindest bildete er sich dies ein. Das Überlegenheit aber nichts mit einem verbalen Rundumschlag zu tun hatte, dass konnte Azrael in den seltensten Fällen voneinander trennen und so trat er lieber gleich den Rückzug an - oder versuchte es zumindest.
Zumindest von Shenyrra erntete er seltsame und fragende Blicke - sie schien augenscheinlich nicht zu wissen, was er hatte. Aber in ihrer Situation war das ja auch normal, sie musste sich vor nichts fürchten, zumindest kam ihm dies immer so vor und sie hatte ja oft genug, beiläufig fallen gelassen, dass sie die Herrin dieser Ebene war. Was auch immer das genau bedeuten mochte, wollte er sich lieber nicht vorstellen.
Auf jeden Fall zog Azrael es vor, liebern doch zu tun, was der Geflügelte der Dämonin vorgeschlagen hatte, bevor der noch auf dumme Ideen kam oder Shenyrra noch Langeweile bekam - sollten sie ihn doch seltsam beäugen.
Wobei dieser Elf einfach nur seelenruhig dort im Wasser lag, immer noch leise vor sich hinsummte und nach wie vor die Augen geschlossen hielt - der war halt einfach entspannt.
Beiläufig bemerkte Azrael, dass die großen Türen, die auf die Terrasse führten, wieder offen waren und so frische Luft in den Raum strömen konnte. Die mittlerweile dichten Schwaden wurde aufgewirbelt und bildeten interessante Muster über dem Badezuber.
Da Azrael nun mal vor hatte, sich von einer etwas besseren Seite zu zeigen, so wappnete er sich für das Bevorstehende - er hatte tatsächlich vor, seinen Dreck wegzumachen, eine wirklich seltene Situation.
Nass und unbekleidet war er ja noch, so musste er nur den Weg zurück nehmen und dieser kam ihm länger vor, wie er eigentlich war. Shenyrra blickte ihn mittlerweile mit geneigtem Kopf und leichter Belustigung hinterher und natürlich genoss sie die Aussicht auf sein Hinterteil. Was er auch prompt zu spüren bekam. Auf seine Frage, ob der Schwarzhaarige denn ‘etwas machen würde’, antwortete sie nur verwundert mit einer Gegenfrage: “Was sollte er denn machen?”
Doch da war er schon im Wasser, mit vorsichtigen Schritten auf den Fremden zu schreitend, möglichst darum bemüht, ihn nicht weiter auf sich aufmerksam zu machen. So weit so gut, ließ sich auch alles in die Tat umsetzen. Der Elf beachtete ihn nicht einmal weiter, entspannt und friedlich lag dieser dort, ungefähr zwei Schritt entfernt. Hastig klaubte Azrael alles zusammen, was er dort hinterlassen hatte und machte sich auf dem schnellsten Weg davon. Als er sich gerade umdrehte um zu den Treppen blickte, die aus dem Zuber herausführten, konnte er erkennen, dass er gar nicht ins Wasser gemusst hätte. Lediglich eine Pflanze hätte er beiseite schieben müssen, um an den Dreck zu gelangen, den er verursacht hatte. Na ja, bisher war ja alles gut gegangen. Während er sich vermutlich darüber ärgerte, dass er über die Möglichkeit nicht nachgedacht hatte, bewegte sich as Wasser, dass ihm an der Stelle bis ungefähr zur Brust reichte. Zu spät schloss Azrael darauf, dass der Geflügelte sich bewegte. Noch ehe seine Panik aufkommen konnte, wurde Azrael halb von etwas flauschig weichem begraben.
Allerdings nicht ohne die Tatsache, dass er die Berührung bereits in den Kniekehlen gespürt hatte, die sich seine Oberschenkel, über seinen Hintern und Rücken ausbreitete, ehe er einen kurzen Moment vor lauter Federn nichts mehr sah. Danach war wieder alles so, als ob nie etwas geschehen wäre und einen weiteren Moment später, befand sich Azrael vermutlich laut fluchend wieder außerhalb des Wassers.
Sehr zu seiner Verärgerung, ignorierte Sie das vollkommen.
“Also Blubbsibubble, … ich denke mal, du willst deine armen, geschundenen Knochen ein wenig ausruhen, hm? …. Dann fooolge miiiir!” Mit einem singenden Unterton in der Stimme verließ sie den Raum und überließ es wie immer Azrael, ihr zu folgen. Tatsächlich ging sie auch hinaus aus diesen ganzen Räumlichkeiten, was ihm mehr als recht war, jedoch nicht, ohne einen ironischen Kommentar.
“Du kannst natürlich auch hier bleiben und mit ihm das Bett teilen … Purzel!”
… und ihr Lachen füllte schallend die Gänge.
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Donnerstag 21. Juni 2012, 14:02

Es fiel ihm wirklich nicht leicht. Er fühlte sich wie auf einen Präsentierteller… und zwar als das Dessert. Richard kämpfte mit sich. Doch er wollte auch nicht, dass Shenyrra wieder ihn zu einem Horrorveranstaltungen schlief.
Noch jetzt waren seine Knie weich.
Und dann kam auch noch dieser geflügelte jetzt dazu. Und Richard spürte, dass dieser Mann, so harmlos er jetzt auch wieder schien, ebenso gefährlich wie die schöne Dämonin war. Noch einen Moment mit sich am hadern, ging er also brav zurück. Shenyrra konnte nicht anders und musste sogar noch nachfragen, was der Mann denn machen sollte.
“Nichts!…nichts soll er machen” schaffte es Richard über die Lippen zu bringen. Jeder Schritt näher zum Becken wurde schwerer.
Wieso kommt mir der Weg so lang vor?
Die Dampfschwaden über den Becken bewegten sich. Seit wann war das Wasser wieder so warm?
Hoffentlich verbrenn ich mich nicht die Haut… Wahnsinn
Der Geflügelte lag einfach nur da, summte weiterhin vor sich hin.
Richards Schritt war nicht gerade der schnellste und plötzlich klatschte es schmerzhaft auf seinem Hintern.
“Autsch!” entfuhr es ihm.
Er kam ins Stolpern und hätte sich fast der länge nach hingelegt. Ein rudern mit den Armen und er stand wieder aufrecht. Sein Sturz hätte ihn direkt kopf über ins Wasser geschickt.
Schnaubend fuhr er rum, sein Hintern brannte. Vermutlich würde sich da ein schöner Abdruck zeigen.
Shenyrra hatte ihnen einen ordentlichen Klaps darauf gegeben. Hätten blicke töten können, so wäre wohl Shenyrra umgefallen. Mit einer Hand rieb er sich über den schmerzenden Hintern und trat dann langsam ins Wasser.
Wow..ist das warm…kein wunder das der Mann da so rumliegt.. ist mir aber ganz recht

Sich vorsichtig durch das ziemlich warme Wasser bewegen, kam er langsam seinen Sachen näher. Immer wieder schielte er zu den Mann rüber. Abwechselnd zu diesem oder sein Ziel im Auge.
Das Wasser stieg höher und höher, und der Dampf und die Hitze machten es fast schon schwer zu atmen. Müdigkeit machte sich breit.
Er griff sich seinen Kram und drehte sich erleichtert um. Da fiel sein Blick auf die Alternativmöglichkeit. Genervt verdrehte er die Augen.
Typisch..so ein mist….den Weg hätte ich mich sparen können…verdammt, du machst dich ständig zum Deppen…was?
Bewegung im Wasser, welches nicht von ihr kam. Unruhig schwabte das Wasser hoch und schlug kleine Wellen. Richard drehte sich um, spürte noch wie etwas ihn berührte. Seine Farbe entwich ihm vollständig.
Der Mann war hinter…
Jetzt ist es aus…jetzt …
Eine Berührung in seiner Kniekehle, die höher wandelte ließ ihn zur Salzsäule erstarren. Er konnte sich nicht bewegen. Sah nur erschrocken zu Shenyrra rüber.
Richard lies alles los, als ihn schwarze Federn ins Wasser drückten. Panisch schlug er um sich, verschluckte Wasser und wirkte wie ein Ertrinkender.
Dann war es weg. Das Gefühl von etwas Weichen, was sich über ihn gelegt hatte.
Er starrte zu dem Mann. Zitterte nicht vor Kälte sondern einfach weil sein Verstand es nicht verarbeitet hatte. Nur noch rasch die Sachen ergreifend und schnell rückwärtsgehend, stolperte er fast über die Treppenstufen. Oben angekommen, machte er sich Luft.
“Verdammte Scheiße..was …verfluchter…was soll der Scheiß!!!!” stammelte er zwischen Angst und Wut vor sich hin. Die Sachen ließ er an den Treppensatz stehen. Schlung tatsächlich seine Arme um sich, um sich irgendwie selber zu beruhigen. Richard Herz schlug ihm bis zum Hals. Der Gedanke, dass der Mann etwas machen würde, war enorm. Er schluckte, versuchte sich wieder zu beruhigen.
Da kam es ihn gelegen, dass Shenyrra ihm befahl dass er ihr folgen sollte. Er hätte es sowieso getan. Schluckte noch immer, bei den Bildern, die er durch den Geflügelten hatte. Und als wenn Shenyrra ahnte, was er dachte, konnte sie ein passendes Kommentar nicht lassen.
“WAS!” Richard wurde ein Schritt schneller, schloss zu ihr auf.
Teilen und teilen waren zwei verschiedene Sachen, aber die Form welche die Dämonin meinte, war absolut nicht Richards gebiet.
“Er kann sein Bett alleine haben…” Ein verstörter Blick über die Schulter. Unsicher.
Er und ein Mann, niemals…er schüttelte den Kopf bei diesem Gedanken. Das Shenyrra ihn ständig vögelte, hieß noch lange nicht, dass er mit Männern vögelte. Er mochte sich an sie verkauft haben, aber bestimmt nicht an einen Mann. Den Handel hätte er nie abgeschlossen.
Das es tatsächlich in einem Extremfall nicht mal Mitspracherecht hätte, den Gedanken vertrieb er schnell.

Wieder schritten sie durch einen Gang, ließen die Räumlichkeiten, von Bad, Aufenthaltsraum und anderes hinter sich. Gingen durch Gänge, die alle Gleich aussahen. Richards Körper beruhigte sich, während des Laufens. Eine Ewigkeit hatte er das Gefühl. Innerlich zwang sich die frage auf, ob sie bald ankämen. Die Anspannung der letzten zeit zollte ihren Tribut und der Körper wollte ruhe. So kam es Richard mehr und mehr vor, als würde er ihm Halbschlaf weitergehen. Seine Augen fielen immer wieder zu und er gähnte mehr als einmal. Das Adrenalin war gewichen. Die Anspannung fiel von Körper, dass bad war angenehm gewesen. Der ständige emotionale Stress zehrte am Köper und wollte sich erholen. So nahm er es nur noch halbherzig war, als sie endlich eine Schlafgelegenheit erreichten.
Richard merkte noch, dass er sich draufsetzte. Aber dass sein Körper sofort wegkippte und einschlief, merkte er nicht mehr. Er hatte sich Ruhe verdient. Gleichgültigkeit war gerade sein Gefährte… und egal was kommen würde, jetzt störte es ihn nicht.
Er würde sich, wenn er wieder wach werden würde, vermutlich genügend aufregen.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 5. Juli 2012, 06:10

Des Nachts …

Nachdem Azrael einen weiteren Schock beiseite schieben musste, weil Shenyrra ihn sonst einfach bei dem fremden Elfen gelassen hatte, machte seinen körperlichen Zustand nicht besser. Die Erholung, die er noch während es Bades gespürt hatte, war wieder vollkommen von ihm gewichen und die starke Anspannung und Angst hatten den üblichen Tribut gefordert. Im Grunde fühlte er sich wie ein gehetztes und zu Tode verängstigtes Tier. Aber er wusste nur zu genau, dass so eine Blöße ihn hier den Hals kosten mochte. So trottete er unverrichteter Dinge hinter der schönen Dämonin hinterher, die wieder einmal eine Melodie vor sich hin summte. Er wusste natürlich nicht, was sonst so geschehen war, aber es musste zu ihrer vollsten Zufriedenheit verlaufen sein. Zumindest jetzt interessierte ihn das nicht, das Summen allerdings hatte eine leicht einschläfernde Wirkung auf ihn.
Wie auch immer er im Endeffekt zum neune Zimmer gebracht worden war, vermochte e reicht zu sagen, das war ihm jetzt auch alles vollkommen egal, er wollte lediglich Schlafen … einfach nur ungestört ruhen, dieses matte Gefühl und die bleierne Müdigkeit loswerden.
Azrael lief einfach nur an Shenyrra vorbei, wie er das Wort ‘Bett’ hörte. Vermutlich wies sie gerade auf alles hin, was die neuen Räume so an Annehmlichkeiten aufwiesen. Begierig sah er allerdings nur noch das Bett. Das Einzige was er dann noch vollbrachte, war die Tat, sich der Länge nach aufs Bett fallen und vom Schlaf einholen zu lassen.
Irgendwann wurde Azrael wieder wach. Wie es hier schon zur Gewohnheit geworden war, konnte er nicht sagen, welche Tageszeit eigentlich war, dies ließ das ungewöhnliche Licht in dieser ebene nicht zu. Auf jeden Fall hatte die Nachtruhe das gebracht, was er von ihr erwartete hatte. Moment, … hatte er überhaupt geschlafen?! Er war sich sicher gewesen, dass seine Herrin ihn in ein neues Gemach gebracht hatte und er sich dort niedergelegt hatte … und nun, lümmelte er auf einem Diwan herum. Ganz klar, er musste eingenickt sein … und er war sogar schon angezogen. Logisch, warum sollte er das auch nicht sein, es war immerhin tags und da hatte er für gewöhnlich seine Aufgaben zu verrichten. Vermutlich fehlte irgendetwas oder irgendjemand, sonst würde er a nicht dort auf dem Diwan sitzen und warten. Azrael hasste es, untätig zu warten, aber das musste wohl so sein.
Er trug übrigens heute eine seidene Hose, in tief dunklem Grün und passend dazu, eine seidene Tunika in auffälligem Petrol. Ja, so konnte er sich sehen lassen, wenn auch der tiefe Ausschnitt der Tunika nicht so sein Geschmack war, aber was tat man nicht alles für die Zufriedenheit seiner Liebsten.
Seine Haare lagen auch wunderbar, frisch gekämmt und zurecht gemacht. Es war am heutigen Morgen echt eine horrende Prozedur gewesen, seine heißgeliebte Mähne zu bändigen. Auf das Ergebnis war er aber stolz, selten gelang es ihm, so wunderbar auszusehen.
Aus seinen Gedanken wurde er gerissen, als sich nicht weit vom ihm, eine Tür öffnete. Herein trat ein Mann, wunderschön und charismatisch anzusehen. Azrael liebte dessen Anblick … diese schwarzen Flügel, so schön flauschig zum hinein Kuscheln, diese tiefschwarzen, seidig glänzenden Haare, der wohlriechende, perfekt geformte Körper … all diese Gedanken ließen wohlige Schauer über seinen ganzen Körper laufen. Das Beste an all dem, heute hatten beide nur sich, alles um sie herum konnte egal sein. Sein gegenüber jedenfalls sah ihn mit einem geübten, tiefgründigen Blick an, der Azraels Seele in Flammen aufgehen lassen konnte, denn er war ja auch äußerst leidenschaftlich.
Die nächsten Stunden jedenfalls würden ein Meer an Ekstase, Leidenschaft, Passion und Feuer werden, nicht im Geringsten störte es ihn, in allem der passive Part zu sein und er probierte wirklich alles, ALLES mit aus, mit einer Erkenntnis, ganz tief in ihm, dass gerade etwas schrecklich falsch lief.
Jäh endete alles … war überhaupt etwas vorgefallen?! … Er vermeinte noch, die Berührungen auf seiner Haut zu spüren.
Irritierender weise, stand eine Person in seinem Zimmer, direkt vor dem Fenster und hatte wohl gerade einen Vorhang beiseite gezogen. Obwohl es keine richtigen Person war, wie Azrael auf den weiten Blick feststellte. Es musste auch ein Dämon sein, einer von denen, die er auch schon bei der Tanzeinlage gesehen hatte. Dieses kleine Kerlchen mochte ihm vielleicht bis zur Hüfte gehen, war von schlammig grüner Farbe, besaß kleine Hörner und war ansonsten wirklich keine Schönheit … in Celcia hätte dieser vielleicht noch als missgestalteter Zwergtroll durchgehen können. Dessen Stimmt passte jedenfalls zum Aussehen, krächzend und rostig, wie ein Stück Metal, welches man über eine Reibe zog.
“Macht dich fertig … Herrin gleich kommen und dich abholen.”
Damit verließ es auch schon watschelnd Azraels Zimmer.
So richtig verblüfft konnte er diesem seltsamen Wesen nicht hinterher schauen, denn eine weitere Bewegung erregte seine Aufmerksamkeit.
Dadurch, dass nur ein schwerer Vorhang mehr schlecht als recht, aufgezogen worden war, lagen große teile des Zimmers im Dunkeln … ganz hinten rechts, schien noch etwas zu sein … wenn Azrael genauer hinsah, könnte er der Meinung gewesen sein, dass dort eine weitere gestalt stand, denn die Silhouette zeichnete sich dunkler ab … und sie war groß und imposant, das grausame Gegenteil zu dem kleinen Dämon. Noch ehe er etwas tun konnte, war ihm, dass ihn Grauen befiel … jenes Gefühl, was einen nur langsam wieder los ließ … wie, nach einem Alptraum … kurz flackerte dort in der Dunkelheit etwas auf. Waren es kleine, lodernde Flammen gewesen, die nach etwas leckten? … Dann war es auch schon wieder verschwunden … das einzige was blieb, war ein tiefes, freudloses, unendlich entferntes Lachen.
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Richard Azrael Darkholme
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Dienstag 10. Juli 2012, 09:50

Irgendetwas stimmte nicht. Als wenn etwas nicht so passte.
ich bin wohl eingenickt...habe ja auch so viel heute gemacht.
Er lachte auf, tatsächlich klang es ziemlich dreckig, für jemanden der wie er gerade aussah.
Richard hätte nach dem Aussehen auch ein Tänzer sein können. Die Haare fielen luftig leicht über seine blinde Gesichtshälfte. Er hatte es tatsächlich geschafft, diesmal ohne Zuckerwasser oder ähnliches zu verwenden, dies zu bewerkstelligen. Er sah heute eben ausgesprochen gut aus. Leicht verschlagen mit einen Hauch der gewissen Würze.
Eben wie es gemocht wurde.
Er erhob sich und sah sich um. Seine Kleidung war wohl das einzige, was ihm nicht wirklich gefiel. Das Material war zwar angenehm weich, doch die Farben und die Form hätten ihn früher abgeschreckt.
war das wirklich früher?
Das Hemd war viel zu weit offen und die Farbe einfach grausig. Aber die beiden mochten es ja so. Er zuckte gleichgültig wirkend mit den Schultern und zerrte die Kleidung mehr über seine Haut. Richard hatte versucht sich so gut es ging, heute den Wünschen entsprechend zu verhalten. Selbst seine loses Mundwerk würde er nicht freien Lauf lassen.
Die Tür öffnete sich und Richard fuhr rum. Der Herr des Hauses erschien und seine Flügel, seine Gestalt war wie immer atemberaubend. Der sah auch immer heiß aus.
Was ist hier los?...das ist ein Mann.
Richard ließ sich nur zu gerne, von diesen Mann verführen. Jetzt schon spürte er, wie sich sein Körper in freudiger Erwartung auf das Kommende reagierte. Der verstand sein Handwerk auch nur zu gut.
Und die Kleidung hatte Richard sowieso nie lange an, wenn er die Zeit mit ihm verbrachte. Früher hätte er sich über sein eigenes Verhalten gewundert, heute nicht mehr.
Früher?
Er hatte eindeutig die Lust weg ignoriert, die ihn als Passivpart mit einem Mann zu Teil wurde. Die Kleidung war nach den nächsten Stunden, sowieso in Fetzen. Der Geflügelte zerriss diese meist mit seinen langen Nägeln um natürlich an Richards Körper ran zu kommen.
Es fielen keine langen Sätze, der tiefgründige Blick und Richard hing ihn an den Lippen.
Einen Kuss, der Leidenschaft.
Moment...hallo?... was ist mit meinem Körper?
Aber auffordernd und wild, kurz mit dem Nicken, zeig es mir. Der Macho war noch immer in ihm und so eine Herausforderung, machte an.
Das Spiel begann. Wild, fordernd...und vor allen leidenschaftlich. Mal etwas blutig und doch war der Sex einer der besten. Natürlich übernahm Richard nicht den aktiven Part, dies behielt sich schon immer Richards Liebster vor.
DAS IST FALSCH...Stop!!
Der gedankliche Schrei, als sein Körper sich in völliger Ekstase, mehr als einmal verbog. Die Hand des anderen an seinen Hüften, Haltungen die Richard eigentlich zu wider waren.
Hitze, die ihn durchflutete.
Berührungen, die er nie wollte und jetzt seltsamerweise genoss.
Federn, die sanft über seine Haut strichen, ihn eine Gänsehaut nach der anderen bescherten. Das Feuer in seinen Lenden, welches mehr als einmal entfacht wurde.
AUFHÖREN!... NEIN!!!!!... STOOOPPP!!!!!
Der Kampf über seinen Körper, Richard riss an Fesseln, nur Kontrolle über seinen Körper zu bekommen!.

"NEIIIIIIINNNNNNN!!!!!!!"
Er riss die Augen auf, ...und donnerte hart auf.
Er lag am Boden, die Decke neben sich, zitterte Azrael am ganzen Leib.
Wo war der andere...wo war er.
Panisch sah er sich um. Er war allein...
Nicht ganz, er hörte leise Schritte, wie von einem kleinen Wesen. Seine Augen weiteten sich, er schluckte schwer.
Scheiße..Mist...was ...
In der Dunkelheit wurde plötzlich Licht rein gelassen. Er schloss die Augen, öffnete sie nur langsam, während seine Augen sich an das Licht zu gewöhnen versuchten.
Mehrmals blinzelte er. Der Geflügelte war nirgends zu sehen. Nur ein anderes Wesen.
Sich langsam aufsetzend und mit einem Gefühl von Übelkeit im Magen blickte er sich um.
Ein Traum?...scheiße...
Azrael umschlang seinen Körper mit den Armen, ein Zittern und Beben konnte er nicht unterdrücken. Er war schweißgebadet.
Er spürte jetzt noch die Berührung auf seiner Haut. Die Wärme des anderen, den er sich im Traum hingegeben hatte...
verdammt.... Ein Klos lag in seinem Hals, verwehrte ihm das Atmen.
Mehr und mehr Bilder und Details als wenn er es tatsächlich erlebt hätte, durchfluteten seinen Kopf.
Sein Magen rebellierte und Azrael konnte sich gerade noch zur Seite drehen, als sich sein Mageninhalt auf den Boden ergoss.
Niemals... nein....
Richard war doch keiner der Sorte, der Männer ranlassen würde.
Es war ein Traum, ja ein Alptraum. Er hatte sich so vollkommen anders verhalten. Wie diese Kerle hier, die Shenyrra an schmachteten. Weich und keine Männer mehr. Nie würde er solche Farben tragen, geschweige so einen Stoff.
Er schluckte hart, Würgte den ekligen Geschmack runter und wischte sich den Mund sauber.
Strich sich sein Haare mit zitternder Hand nach hinten. Gerade noch hörte die Worte des Wesen und erhob sich langsam. Sein Magen rebellierte noch immer.
"Was?!" doch da war dieses Wesen schon draußen.
Er setzte sich schwer atmend auf die Bettkante, sah an sich runter. Er war noch immer nackt.Seine haut war klamm und hatte weiche Beine. Er war ihm als fühlte er die Berührung des anderen noch immer.
Hände, die seinen Körper berührten. Haar lang und tiefschwarz. Ein Feuer in den Augen als er...verdammt was? er genommen würde. Richard schüttelte sich abermals.
Und er hatte sich für den Kerl im Traum zurecht gemacht.
Eine Bewegung ließ ihn rum fahren. Da war etwas in einer Ecke, eine Gestalt.
„Wer...was?" zu mehr kam Richard nicht. Seine Knie waren weich wie Butter und er hatte noch mit den Auswirkungen des Traum zu kämpfen. Auch wenn es verzweifelt wirkte, griff Richard nach den Kissen und warf es in die Ecke, selber traute er sich nicht dahin.
Es wirkte mehr als verzweifelt und tatsächlich, war Richard nachdem das Kissen flog auch die Unsinnigkeit seines Tuns bewusst.
Das Lachen, welches Richard anschließend zu hören glaubte, machte es nicht besser und ließ ihn die Nackenhaare aufstellen.
"verdammter Mist...“jetzt drehst du wirklich ab...du weißt, dass du so nicht bist...ein Alptraum...niemals, würde ich mich so verhalten. Nicht mal wenn meine Existenz davon abhinge... du hast den Mist geträumt, weil der Kerl mir Angst gemacht hat. Seine Andeutung...wie er mich angesehen hat...Shenyrras Spruch dazu...nur ein Traum ... war da jetzt wirklich jemand?

Er erhob sich nach einen schieren Ewigkeit...konnte vorher keine Muskel bewegen, ging zu Waschgelegenheit und wusch sich. Er hatte gerade das Gefühl sich ordentlich waschen zu müssen. Er bildete sich ein, er könnte noch alles nachfühlen was der Geflügelte mit ihm angestellt hatte. Unbewusst spannte er die Muskeln seines Hintern an, ließ seinen Kopf komplett in Wasser tauchen.
Nur wieder klar werden.
Nur langsam wurde es besser und sein Körper und Geist beruhigte sich. Schüttelte die Erinnerungen an den Traum ab.
Wieder lugte er zu der Seite, wo er diesen seltsamen Funken wahrgenommen hatte.
Spülte seinen Mund mit Wasser aus und trocknete sich ab.
Nur zögerlich näherte er sich den Schränken und öffnete sie.
Er brauchte Kleidung.
Er griff sich die, welche er ertragen konnte am Körper zu tragen, die aber nicht im geringsten an den Traum erinnerten.
Rasch war er angekleidet. Blickte sich wie auf der Flucht immer wieder um.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Gestalt » Montag 30. Juli 2012, 20:26

Der Morgen danach …

Obwohl Azrael nun schon eine geraume Zeit wach war, brauchte er immer noch, bis er sich so einigermaßen auf eine bestimmte Sache konzentrieren konnte. Der Alptraum nahm ihn immer noch gehörig mit. Neben der ständigen Bestätigung für seine Seele, dass er nie etwas mit Männer haben würde, zuckte ihm die ganze Zeit auch noch de Frage nach dem Warum durch den Kopf.
Wieso hatte er ausgerechnet von diesem seltsamen Fremden geträumt, über den er sich eigentlich nur tierisch geärgert hatte?!
Aber zum Glück war es ja anscheinend nur ein Alptraum gewesen.
Sein Zimmer war stattlich, wie er nun grade mal bemerkte. Denn ‘gestern’ hatte er da für ja keine
Augen mehr gehabt, er war einfach zu kaputt gewesen. Dieses Gemach hier, war schon eher nach seinem Geschmack, relativ neutral gehalten von den Farben her, aber wenn er sich genauer umsah, konnte er genau Shenyrras Einfluss erkennen. Hier und da, recht subtil gesetzte, farbliche Akzente in vielen Violettönen, verrieten sie. Aber dies war ihm wohl um einiges lieber, wie die dekadenten Gemächer in gold und rot.
Noch während Azrael dabei, sich zu waschen und fertig zu machen, ging erneut seine Zimmertür auf und wieder schlurfte eines dieser kleinen, durchaus hässlichen Wesen hinein. Es war allerdings ein anderes, wie das was ihn vorhin geweckt hatte. Ob die Kreatur angeklopft hatte, konnte Azrael nicht sagen, dafür war er die ganze Zeit zu sehr in Gedanken versunken gewesen.
Es schien jedenfalls weder eine gewisse Form der Höfflichkeit zu ersitzen, noch sich sonderlich für diese oder irgendetwas zu interessieren. Das bemerkenswerteste daran war jedoch die Laune dieses Wesens. Wenn Azrael schon gedacht hatte, schlechte Laune zu haben, dann musst er nur in dieses knorrige und mehr als faltige Gesicht blicken und er wurde eines Besseren belehrt … Mundwinkel, die bis zur Schulter hingen, der Blick starr gerade aus, hängende Schultern und einen Enthusiasmus, der einen zur Weißglut bringen konnte … vermutlich war es stoische Gleichgültigkeit.
Fassungslos wie er vermutlich da stand, an der Nähe des Kleiderschrankes, wurde er einfach in seiner
Schimpftirade unterbrochen.
“Hör gut zu, …”, dieses Mal war die Stimme ungewöhnlich tief, wenn auch recht ausdruckslos. “Du hast heute einen langen was auch immer vor dir. Die Herrin wünscht, dass du dich unverrichteter Dinger an den Zeitplan machst, nicht trödelst und für die Festlichkeiten heute Abend, bestens vorbereitet bist. Fragen dazu?” Die Kreatur sah ihn tatsächlich mal an, mit kleinen rotglühenden Schweinsäuglein, in denen langsam eine Ungeduld anwuchs. Wenn er Fragen hatten und Antworten wollte, so musste er sich beeilen.
“Deinen Zeitplan werde ich dir nur einmal aufzählen … als erstes folgst du mir gleich, wir gehen nach draußen, körperliche Ertüchtigung ist angesagt. Danach wirst du gewaschen, dann steht ein früh morgendlicher Imbiss auf dem Plan … dann weitere Ertüchtigungen, ausführliches Pflegen, Ankleiden, Zurechtmachen, Inspektion und die Feierlichkeiten. Wie ich sehe, bist du ja schon angezogen …folg mir! … ach ja, Widerstand ist zwecklos.”
Damit dreht sich dieses Wesen um verließt den Raum.
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Freitag 3. August 2012, 13:29

Gerade sich am ankleiden , war er noch damit beschäftigt seine Hose vernünftig zu binden.
Kalte Schauer rannten ihn noch immer über die Haut, aber der Schrecken dieses Traumes wich mehr und mehr. Denn das schien es auch gewesen zu sein, ein Traum.
Bin ich den Typen überhaupt begegnet… hier sieht alles nach Shenyrra aus.
Er sah sich aufmerksam um, die Farben waren unverkennbar ihr Stil. Sein Halsband, welches er noch immer trug, passte farblich hier perfekt rein. Er seufzte auf.
Ein Geräusch ließ ihn rum fahren, als sich die Tür öffnete. Im ersten Moment sah er nichts, denn das Bett versperrte die Sicht auf die Gestalt.
"Was wird das jetzt" stieß er wütend hervor und schrak zusammen. Etwas Kleines stand vor ihm und Richard wäre fast dagegen gelaufen.
“verdammt!, ich wäre fast gestolpert…äh”…ui, ist das Ding hässlich!
Das Wesen was in sein Sichtfeld getreten war nicht besser als das andere, welche den Vorhang geöffnet hatte. Es erinnerte irgendwie an hässliche Diener. Nur die Laune sichtlich mieser als die von Richard. Richtig eingefressen hatten sich die Züge.
und da sagt man mir, ich seh mies gelaunt aus, dagegen habe ich gute Laune.
“wie wäre es mit anklopfen?... Es hatte doch nicht geklopft, oder?”
Da stockte Richard, als diese hässliche Kreatur zu sprechen anfing.
Festlichkeiten?..wie?... unverrichteter Dinge, häh? Was will es von mir? ...was wird das
Doch heute schien Richards Verstand so weit klar zu sein, dass er tatsächlich gleich darauf mit Fragen rauspolterte.
"Fragen...äh ja!...Wer oder was bist du? Was für Festlichkeiten? .. wo bin ich hier... was soll das?"
Bollerte Richard mit den erwünschten Fragen hervor. Er kam sich hier so dämlich vor. Er war ein fähiger Dieb und hatte so einiges auf dem Kerbholz, aber in dieser Welt wirkte er die meiste Zeit wie der Depp und Idiot von Dienst. Das war schon ironisch.
Oder war es die Strafe für Diebe, wenn sie zu viel von sich hielten, dass man sie zum Deppen machte?
Dann brabbelte das Wesen weiter.
Richard kam irgendwie das Bild, als wäre er jemand, der in etwas reingerutscht war, dass ihn bei weiten überstieg und er jetzt sogar jemanden in der Einweisung hatte. Es klang so nach Etikette. Oder es klang wie Sklavenaufgaben oder als wäre er ein Diener, der unterwiesen werden musste.
" Ertüchtigungen?..was!... ich versteh nicht... gewaschen werden?.. nene!, das mach ich selber, kein Bedarf... zurechtmachen, Wieso? Ich bin angekleidet! verflucht was wird das?... Inspezieren? Ich bin doch keine Ware, DOCH seit du hier bist... hey Gnom, antworte!... Wieso Festlichkeiten, wieso betrifft es mich... ich habe kein bedarf daran... Und warum soll ich daran teilnehmen?"
Der letzte Satz, ließ Richard jedoch den Mund offen lassen und er blickte nur mehr als skeptisch auf das Wesen. Vermutlich war es stärker als es aussah und Richard wusste, er sollte sich lieber etwas fügen, wenn er nicht doch als Deko rumhängen wollte.
"okay! wo hin" knirschte er dann mehr zwischen den Zähnen hervor, als dass er deutlich sprach.
was verspricht sie sich davon?
Verdammt, Richard du verstehst nicht mal normale Frauen- wie willst du dann einen weiblichen Dämon spielen...
So hielt Richard ausnahmsweise die Füße still, obwohl schon die letzten Worte bei ihm eine Abwehr Reaktion auslösten, dass er dagegen stinkern wollte.
Stellte es sich wenigstens bildlich in Gedanken vor, wie er das Wesen einfach wegtrat.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Gestalt » Donnerstag 6. September 2012, 03:57

Steinig sind die Wege …

Azrael bekam wie fast immer nicht sofort eine Antwort auf seine vielen Fragen. Das kleine Wesen war stand schon im Türrahmen, ehe es sich noch einmal umdreht und ihn ungeduldig ansah.
Endlich gab es mal nach und versuchte nicht, seinen Willen durchzusetzen. Der ‘Gnom’ oder was auch immer es war, deutete nur mit dem Kopf nach draußen, auf den Flur.
Azrael folgte ihm mürrisch und wartete dabei immer noch auf eine Antwort.
“Ich bringe dich nach draußen … dort wartet deine erste Aufgabe.”
Das war auch schon alles, was es mit einer monotonen Stimmlage an Erklärungen parat hatte.
Die Kreatur ging nicht sehr schnell, sie watschelte eher durch den Gang, was vermutlich bei den Proportionen normal war. Der Gang war hier, wie in jeder anderen Etage auch, prunkvoll, aber geschmackvoll eingerichtet, mit einem Hauch von Dekadenz. Die wiederum, fand man deutlich in den Gemächern, aber sie, konnte es sich ja auch leisten … woher auch immer sie die Güter hatte.
Während sie noch dahin 'schritten', seufzte das kleine Männchen abgrundtief udn setzte dann mit einer äußerst gelangweilten Stimme an.
"Es ist vollkommen egal, ob dich die Ertüchtigungen betreffen oder nicht, du wirst sie mitmachen ... die Herrin wünscht es so! ... ihr sterblichen Zweibeiner lauft doch aus, sobald ihr euch körperlich anstrengt oder angenhemen Temperaturen ausgesetzt seid ... wie perforierte Hautsäcke!" Was für ein Vergleich. Das jedenfalls, entlockte der Kreatur ein hämisches Lachen, ehe es ausdruckslos fortfuhr.
"Der Rest bereitet euch genau auf die Festlichkeiten zu ... zu Ehren unserer Herrin oder richtet sie die feier aus?! ... Ist ja auch egal, du wirst einfach tun, was für dich angesetzt ist, du hast ja doch keine Wahl!" Zuckte es beiläufig und unbekümmert mit den hängenden Schultern.
Nach ein paar weiteren Gängen, die sich nur in Kleinigkeiten unterschieden, standen sie dann endlich vor einer Breiten und großen Tür, die das Wesen öffnete.
Dahinter befand sich ein weiterer Salon, solche Räume gab es hier erstaunlich oft. Aber wenn Azrael sich an seine Diebestouren in reichen Stadtvierteln erinnerte, war dies dort auch Gang und gebe, in jeder Etage mindestens ein solcher Raum. Dieser Salon hier war ebenfalls sehr prunkvoll eingerichtet, mit vielen Diwanen, kleinen Tischen, auf denen Erfrischungen standen, kostbare Läufer, unermesslich wertvolle Gobelins und, und, und. Die Kreatur blieb allerdings nicht stehen, sondern führte ihn zur großen Fensterfront, auch hier öffnete es eine Tür, die hinaus auf eine Art steinerne Terrasse führte. Daran an, schloss sich ein gepflegtes Stück Grün. Auf dem bereits einige andere männliche Wesen standen. Sie sahen zwar aus wie Menschen, aber natürlich ganz Azrael, schrillten seine Alarmglocken und er würde wieder einmal jedem misstrauen. Diese vier Männer dort, die kannte er nicht, jedenfalls wurde er zu ihnen gebracht und dort stehen gelassen.
Die einzige Ansage, die das Wesen noch für ihn hatte, war ziemlich unhilfreich.
“Alles Weitere, wird dir dein leiblicher Verwahrer beibringen,” sprach es und machte sich von dannen.
Verdutzt ließ es ihn einfach stehen.
Wenn er vorgehabt hatte zu flüchten … das konnte er nur, bis zum Ende der grünen Fläche, dann kam er nicht weiter. Wenn er sich wieder umdrehte, grinsten die anderen ‘Herren’ ihn wissend an. Versuchte er eine Flucht in die entgegen gesetzte Richtung, so kam er auch nicht sonderlich weit. Kurzum, egal in welche Richtung er es versuchte, er kam nicht von dort weg.
Kurze Zeit später, tauchte noch eine Person bei der Fünfergruppe auf. Groß, schlank, wohlproportioniert und ebenfalls männlich. Er mochte ein Halbmensch oder so sein, denn nicht alles an ihm, war wie bei einem normalen Menschen, obwohl die leicht spitzen Ohren und der Schwanz auf der Rückseite zu vernachlässigen waren.
Was Azrael viel eher die Aufmerksamkeit abrang, war die Tatsache, dass dieser Mann dort in einer knallengen Hose stand und sich so wirklich alles, bis ins Detail abzeichnete. Die anderen Vier hatten sich bereits in einer Reihe, leicht versetzt aufgestellt, nur Azrael brauchte mal wieder eine extra Einladung. Der er auch noch prompt folgte. Warum auch immer, er fand sich aufgestellt, in Reih und Glied. Sein Gegenüber, musterte Azrael und die anderen Anwesenden. Bei er allen, war dieser wohl zufrieden, bis er vor Azrael selbst stand. Der Kerl war wohl keiner der vielen Worte, lediglich eine Augenbraue schnellte in die Höhe, gefolgt von einem Schmunzeln du dem Geräusch, was schnippende Finger von sich geben. Was auch immer dann passiert war, so schnell kam er nicht dazu, darüber nachzudenken, denn danach erlebte er die anstrengensten Leibesübungen, die er je selber vollzogen hatte. Das war mal eine frühmorgendliche Ertüchtigung… danach war er jedenfalls wach. Wobei es gar nicht mal die Übungen waren, sondern vielmehr die Intensität, mit der diese durchgezogen wurden. Wieder schoss ihm die Frage durch den Kopf, warum er hier eigentlich mitmachte, sehr zu seinem Ärger allerdings, dachte sein Körper nicht daran, aufzuhören, bis er nach einer ungewissen Zeit erschöpft aber doch irritierender weise ‘glücklich’ am Boden lag. Seinen Mitstreitern ging es nicht viel anders… nur ihrem ‘Vorturner’ schien das alles gar nichts ausgemacht zu haben.
Dieser stand nur über ihnen und grinste schadenfroh.
“Geht euch frisch machen und essen, danach geht es weiter,” ließ dieser ebenso kurz angebunden verlauten und schritt geschmeidig aus aller Blickfeld.
Da die anderen Vier aufstanden, tat Azrael es ihnen gleich und folgte ihnen wieder zurück in den Salon, wo eine weitere, kleine, grüne Kreatur auf die Gruppe wartete und sie dann zu Waschgelegenheiten führte. Unterwegs bemerkte Azrael übrigens, dass er kein Oberteil mehr trug und seine Hose genauso eng saß, wie bei den anderen. Die Hose ließ sich auch erst wieder bei den Waschgelegenheiten ausziehen…
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Mittwoch 12. September 2012, 12:42

Wie sollte man denn da reagieren? Anstatt das das Wesen ihn antwortete, ging es nur voraus und ließ Richard unverrichteter Tatsachen einfach stehen. Er verstand nun überhaupt nichts mehr.
„Hallo? Wie wäre es mit Antworten“ herrschte Richard diese hässliche Kreatur an. Immerhin hatte Richard doch Fragen gestellt und das sogar weil man ihn darauf hingewiesen hatte. Doch scheinbar war das Wesen nicht nur schlecht gelaunt, es hörte auch noch schwer.
„Echt klasse“, murrte der Dieb, während er sich in Bewegung setzte um dem Gnom zu folgen.
Sein Blick schweifte nur zur wenig umher. Auch Richard begriff inzwischen, dass es ihn nicht einbrachte, sich irgendetwas zu merken. Die Flure und die anschließenden Räume schienen nie zu enden. Alles führte immer wieder zu ihr zurück. Er seufzte leise. Ein Teil von ihm resignierte mehr und mehr, ein anderer Teil wollte sich dem Schicksal nicht fügen. Nur irgendeine Möglichkeit finden aus diesem zu entfliehen. Was er sah erfreute zwar sein diebisches Herz, doch Richard kam auch nicht darum zu ahnen, dass dies nur eine Illusion war- eine die ihn menschliche Besitztümer vorgaukelte, denn wofür brauchte man Möbel im Harax?
Er zuckte zusammen, als der Gnom dann sich doch dazu aufrappelte, Richard ein paar Fragen zu beantworten. Wenn es auch nicht viel Inhalt hatte.
Warum habe ich eigentlich gefragt?...“ na danke für die unglaubliche Information“ zischte er sarkastisch dem Vieh entgegen. Oh ja, in Richards Kopf trat er dieses Wesen wirklich mehr als nur einmal gegen die Wand.
Ein Kloss hing in seinem Magen und ballte sich zusammen. Er legte seine Hand auf seinen Bauch, versuchte diesen Wutknoten zu beruhigen.
Dann das Wesen hatte leider recht, Richard blieb nichts anderes übrig, als sich zu fügen.

Es dauerte nicht lange und sie erreichten ihr Ziel.
„was?...leiblicher Verwahrer?“ noch ziemlich verwundert sah er dem Wesen nach, bevor er sich um sich selber kümmern konnte. Wo war er denn nun gelandet?
Die anderen vier Männer wurden schnell abgeschätzt und die Blicke ließen ahnen, dass sie Richard aufhalten würden. Wie selbstverständlich waren es wieder Prachtkerle von Männern, wenn sie auch nicht alle die gleiche Begeisterung im Gesicht hatte. Einer schien noch müde zu sein und gähnte herzlich. Aber alle behielten ihm in Blick.
Was Richard aber nicht verbergen konnte, war sein ziemlich entgeisterter Gesichtsausdruck, als ihn die Kleidung…oder eher die Hosen der Männer auffiel. So eng, als wären sie direkt auf die Haut angepasst und für Richards Geschmack zeichnete sich viel zu viel ab.
Na typisch Shenyrra
Er strich sich über die Kleidung, war froh dass er etwas anderes trug und gesellte sich fast schon automatisch zu ihnen. Wenn auch mit wenig Begeisterung. Sein Blick wanderte dabei, wie rein zufällig über dieses Grundstück. Natürlich waren die Instinkte des Diebes automatisch auf der Suche nach einer Flucht Möglichkeit.
Wieder zurück? Nein, da ist dieses Wesen… über das Feld, da muss ich ziemlich schnell sein und die Kerle sehen so aus, als würden sie mich notfalls aufhalten…. Verflucht aber auch?

Dann erschien plötzlich ein weiterer Mann und Richard spürte wie sich sein Körper anspannte. Warum hatte er das Gefühl gerade ein Déjà-vu zu haben. Weil ihn diese Situation an seine Ausbildungszeit erinnerte?
Oh, was sind wir doch für ein toller Hecht!... glaub mir, ich werde mich bestimmt nicht in so was reinpressen
Richard Gesicht war eine eisige Maske, die nur so vor Stolz und Sturheit trotzte.
Und wie auch schon damals, fiel er diesem Ausbilder wie immer negativ auf. Richard zog eine Braue hoch, als er erkannte, dass es sich um irgendein Halbwesen handelte. Der Fremde musterte ihn und seltsamer weise bekam Richard kein schnippiges Wort raus.
Er hörte ein Geräusch und dann machte sein Körper wie zu der Zeit seiner Ausbildung alles was erwartet wurde. Ob Liegestützen, Gewichte heben, Balancieren, Klimmzüge, Richard machte alles bis zur Erschöpfung mit. Es fühlte sich irgendwie gut an, wenn es auch unglaublich anstrengen war. Alles war auf Zeit und der Ausbilder tritzte, dass das Zeug hielt. Richard fühlte sich wieder wie ein Junge, der in der Ausbildung war.
Und nicht nur ihn erging es so, die anderen quälten sich ebenso, oder waren wie begeistert dabei.
Der Schweiß rannte nur so den Körper runter und brannte in den Augen. Während dem Training griff Richard nur an sein Haar und knotete sich dieses provisorisch zusammen, dass es ihn nicht zu stark störte. Sein Handrücken wischte den Schweiß aus der Stirn. Jetzt ergab auch das Gesagte von dem Gnom einen Sinn, dass sich Menschen wie perforierte Hautsäcke verhielten. Es war mehr als schweißtreibend. Aber Sport löste auch Glückshormone aus und so spürte es auch Richard. Sein Atmen rasselte und sein Herz pumpte wie wild Blut durch seinen Körper.
Wieder ein Sprint, die Füße berührten kaum den Boden. Übung für jeden Muskel, den man trainieren konnte. Hart und unerbittlich.
Dann war es irgendwann vorbei.

Richard lag am Boden. Sein Körper zitterte von der Anstrengung und er erhob sich langsam. Die anderen waren schon auf dem Weg zu dem Salon. Nur kurz sah sich Richard um, aber jetzt einen Sprint oder eine Flucht hinzukriegen, war vollkommen unmöglich. Er griff sich in den Nacken um etwas Schweiß dort abzuwischen, als er es merkte.
Was?... häh?
Sein Blick wanderte an sich runter. Seine Kleidung, die er im Zimmer angezogen hatte, sie war fort. An dessen Stelle trug er jetzt die gleiche enge Hose wie die anderen Kerle und sein Oberkörper war nackt.
Na klasse! Sie schnitt zwar nicht ein, aber sie ließ sich auch nicht so lösen, was Richard bei einem Versuch bemerkte. Richard knurrte leise durch die Zähne und folgte dann den anderen.
„Wie soll man sich denn waschen, wenn man die Hose nicht aus kriegt“ grollte er dem Gnom entgegen.
Die Waschmöglichkeiten wurden ihnen gezeigt und Richard stoppte heftig.
Hatte der Gnom nicht irgendetwas von „ gewaschen werden“ erzählt. Richard schüttelte sich, ließ den anderen den Vortritt. Jetzt ließ sich jedoch seltsamerweise die Hose ausziehen, denn es war als hätte sie Plötzlich Schüre, die man lösen konnte. Wer sollte das schon verstehen.
„Sehr witzig Shenyrra“, stieß er hervor, während er kurz zur Decke blickte.
Erst als sich Richard sicher war, dass er nichts zu befürchten hatte, trat er selber zu der Waschmöglichkeit. Einfach etwas Wasser hätte Richard auch gereicht, doch dass sie Wert auf Sauberkeit legte wusste Richard inzwischen und sie zu erzürnen, könnte ihn womöglich tatsächlich in die Hände ihres Gatten ihn bringen. So griff er sich das Stück Seife, welches am wenigsten roch und machte sich ans waschen.
Du hast doch sowieso keine Chance
„hat einer Ahnung, was das für ein Fest heute ist?“ versuchte sich Richard mit einem Gespräch.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 26. September 2012, 03:13

Abgeschminkt

Obwohl Azrael das hier alles hasste und es verabscheute, so konnte er doch nicht unterdrücken dass ihn die körperliche Ertüchtigung gut getan hatte. Er war erschöpft, aber glücklich. Trotzdem vermischten sich seine Gefühle obgleich seiner harten Vergangenheit, die Erinnerungen holten ihn wieder ein und wurden hier und da von seinen Glücksgefühlen überlagert und von ermatteten Gedanken beiseite geschoben. Wobei die Erkenntnis, dass er mittlerweile eine ebenso enge Hose wie die anderen trug, wieder seinen alten Gram hervor holte.
Natürlich versuchte er, sich dieser zu entledigen, aber wie er schon erwartete hatte, war sein Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt. Ihm blieb also nichts anderes übrig, als den Anderen mürrisch zu folgen, denn waschen wollte er sich auf jeden Fall. Im Gegensatz zu vielen anderen, zog er es nicht vor, vor Schmutz starrend, sein Dasein zu fristen.
Der Erste, der seinen Groll abbekam, war der kleine ‘Gnom’, Azrael herrschte und meckerte ihn an, aber das schien das Wesen nicht wirklich zu stören. Mit den Achseln zuckend watschelte es neben Azrael her.
“Das muss dich nicht interessieren … wieso kümmert dich das? … Ihr Sterblichen macht euch vielleicht Gedanken über Sachen!” Gurgelnd schaukelte es weiter.
Der Weg, den die kleine Gruppe hinter sich bringen musste, war praktischer weise nicht lang, offenkundig sollten sie keine Zeit vergeuden, wobei diese hier ja nun wirklich relativ zu betrachten war.
Vermutlich sollte alles, was eigentlich nicht hier her gehörte, zumindest den Anschein erhalten, dass es hier etwas Bekanntes gab.
Im Raum mit den Waschgelegenheiten angekommen, ließ sich dann auch die Hose auf wundersameweise ganz leicht abstreifen, sie war wirklich weich, aus was für Stoff auch immer sie gefertigt worden war. Azrael beschlich so das Gefühl, dass er das vielleicht gar nicht so genau wissen wollte. Wie überall, war auch diese Raum luxuriös eingerichtet, wenn auch ungemein zweckmäßig. Zufällig standen hier genau fünf Waschzuber, von enormer Größe, es fanden mindestens zwei Personen darinnen Platz. Das diese auch noch aus Marmor waren, sollte beiläufig erwähnt werden. Dort heraus dampfte bereits heißes Wasser. Neben jedem Zuber, standen zwei Schemel, auf denen die Habseligkeiten und Kleidung abgelegt werden konnte. Daneben gab es noch einen kleinen Tisch, auf dem eine kleine Auswahl von Ölen, Seifen, etc stand. Wie gut, dass Azrael immer wusste, was er nutzen wollte. Die anderen Vier hatten es sich bereits in ihren Wannen gemütlich gemacht und entspannten wortlos …so gänzlich anders, wie die Vier, denen er bereits begegnet war …beiläufig fragte er sich, ob die Zahl Vier eine besonderes Bewandtnis hatte, wusste sich darauf aber keinen Reim zu machen.
Zumindest für ihn, war diese Stille, die nur mal vom Plätschern des Wassers unterbrochen wurde, nicht wirklich zu ertragen. Aus irgendeinem Grund, hatte Stille immer etwas Peinliches für Azrael.
Auf seine Frage hin, reagierten die Vier nicht sofort. Zwei schlugen nicht einmal die Augen auf, sondern schüttelten nur sacht ihre Köpfe. Der Dritte sah ihn an und zuckte nur mit den Schultern.
“Ist das denn wichtig? … Es reicht doch, dass es dieses Fest gibt!” Offenbar wollte und oder musste hier keiner viel oder alles wissen und es schien ihnen zu reichen. Der Vierte zog seine
Stirn kraus und schien zu überlegen … “Ich kann nur mutmaßen …”, seine Stimme klang gedehnt und gekünstelt gelangweilt. “Wie Andras schon erwähnte, die Hauptsache ist, dass wir Feiern. Entweder die Herrin teilt es uns mit oder eben nicht.” Sprach es, um kurz darauf vollkommen ins Wasser einzutauchen, um dann ’freundlicher’ weiter zu sinnieren. “Es gibt Vieles zu feiern, warum auch nicht, jeder Moment sollte gefeiert werden… “ Ein Geräusch unterbrach die Ausführungen des Mannes. Es war das Knarren einer Tür, gefolgt von leisen Schritten. Herein kamen fünf wunderschöne Gestalten, aber Azrael vermochte nicht zu sagen, ob männlich oder weiblich, menschlich hingegen waren sie nicht.
Jede Gestalt schritt zu einem Badezuber hin, nahm einen Schwamm und Seife und machte sich daraufhin ohne ein Wort zu sagen, an die ’Arbeit’. Ja, Azrael wusste nicht, wie ihm geschah, aber dagegen wehren konnte er sich nicht, also er konnte es schon, kam aber kräftemäßig nicht gegen die Gestalt an. Da half alles Herumstrampeln nichts und ja, er wurde wirklich überall gewaschen!
Den Anderen übrigens schien dieser Umstand nichts auszumachen … sie genossen es sogar.
Nach vielleicht einer halben Stunde, war der Spuk auch schon vorbei. Azrael wurde auf seine Beine gestellt und ihm wurde eine Art Morgenmantel gereicht. Danach deutete sein ‘Betreuer’ neutral auf einen angrenzenden Raum, wohin auch schon die Vier schlenderten. Aus diesem duftete es ganz wunderbar … offenbar wurde nichts aus dem Plan offen gelassen.
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Sonntag 7. Oktober 2012, 21:13

Er sah sich in einem wunderschönen Baderaum wieder, sah es seit er hier war, eigentlich nicht meist so aus? In Luxus schienen die Dämonen hier gerne zu schwelgen und ihre Sklaven ebenfalls. Das Bild was man so aus dem Harax zu kennen glaubte, schien nicht dem zu entsprechen was Richard die meiste Zeit zu sehen bekam. Wenn man die seltsame Schaueinlage und die grusselige Dekoration in einigen Bereich mal wegließ.
Die anderen Vier zögerten nicht lange und schon lagen diese in den Zubern. Richard trat eher unsicher an diesen heran und blickte skeptisch ins Wasser. Es schien schön warm zu sein. So oft, wie er hier in der letzten Zeit gebadet hatte, hatte er sonst nicht mal in einem halben Jahr. Wasser war teuer und ein ganzes Bad noch teurer.
Sein Kommentar bezüglich der Hose, wurde wieder ignoriert von der hässlichen kleinen Gestalt.
Ich könnte es auch ertränken…wenigsten in Gedanken
So strich Richard die Hose runter und schmiss sie auf den Stuhl daneben, griff sich Seife und stieg langsam ins Wasser. Ein leises Seufzen entwich ihm, als er endlich in diesem lag. Seine Hände legte er auf den Rand ab, sah fast entspannt aus. Natürlich war er noch immer zum Sprung bereit. Richard war eben skeptischer Natur.
Er sah zu den anderen rüber und musste einfach fragen, ob diese mehr mussten. Die Hoffnung auf Antworten war immer da.
Konnte man es ihm verübeln, dass er so langsam resignierte? Eigentlich nicht. Da fragte Azrael schon einen der Herren, die alle -wie immer, die Ruhe weghatten.
Wie kommt es eigentlich, dass hier so viele Menschen im Harax sind?... sollten hier nicht Verderben und Qual herrschen.

Und die vier sahen nicht so aus. Jedenfalls schien eine Ewigkeit zu vergehen, bevor sich einer bequemte zu antworten.
Und dann tauchte der Kerl unter, kam mit nassen Haaren wieder hervor. Richard sah ihn noch immer abwartend an, was für eine Vermutung der Mann hatte. Richard hatte nämlich das Gefühl, es würde wieder eine Orgie werden, wenn er auch nicht den großen Umstand diesmal verstehen konnte.
Noch immer sah er den Mann an, als dieser irgendwas anderes sagte.
„..und die Vermutung?..ach vergiss es"
Richard ließ sich einfach hinten ins Wasser fallen. Die sagten alle nur das gleiche, liefen gleichgültig durch die Gegend und grinsten blöd. Richard seufzte noch auf und tauchte selber kurz unter. Unter Wasser war es friedlich und seine Ohren vernahmen nur dumpf Geräusche. Er kam gerade hoch, als eine Gestalt neben ihn war. Richard sah verwirrt hoch, da wurde schon sein Arm gepackte und Seifenschaum mit einem Schwamm aufgetragen.
„NICHTS DA!“ Zischte Richard und riss seinen Arm weg. Oder eher er versuchte es. Aber außer dass er einen scharfen Schmerz in der Schulter oben fühlte, geschah nichts. Richard wurde einfach gepackte und ER wurde gewaschen. Egal wie sehr sich Richard auch verdrehte und er verdrehte sich ordentlich, Mann oder Frau ließ nicht locker, sondern machte seine/ihre Arbeit weiter.
Richard warf sich nach hinten und Rumps sein Kopf hämmerte an die Wannenwand.

Dröhnender Schmerz pocherte wild und Richard gab auf. Eine Hand an seinem Kopf, versuchte er überhaupt keine Gegenwehr mehr zu leisten. Jede noch so heftige Bewegung ließ ihn Sterne sehen. Er fühlte sich elend und nicht nur, weil ihn gerade eine fremde Gestalt wusch. Als man jedoch tatsächlich an seinen besten Stück wollte, schlug er halbherzig zu, aber die Gegenwehr war größtenteils gestorben. Resigniertes Verhalten…und pochender Schmerz am Kopf.
War eine echt dumme Idee rumzuhampeln. Es war doch klar, dass du keine Chance hast.
Schon wurde er nach vorne gedrückt, hielt sich am Wannenrand fest, während ES ihn den Rücken schruppte und die Seife wieder abwusch. Normalerweise hätte Richard Probleme, was seinen Körper betraf, denn im Gegensatz zu Shenyrras perfekten Models, war Richard körperlich recht vernarbt.
Sein Kopf dröhnte noch immer, als diese seltsame Gestalt ihm Wasser über den Körper goss und ihn dann, wie ein kleines Kind außerhalb der Wanne abstellt. Richard griff sofort nach den Wannenrand, der Raum drehte sich und schien zu wackeln.
Verdammt…dreht sich hier alles
Er schloss kurz die Augen, strich sich das nasse Haar nach hinten. Als er vorsichtig die Augen wieder öffnete, sah er einen Morgenmantel, der ihn gereicht wurde. Richard schnappte sich diesen und zog ihn gequält langsam an. Ein Handtuch wäre ihn lieber gewesen und ein Bett.
Dann schien es weiterzugehen, denn sein nicht geduldiger Betreuer wies schon weiter. Eine andere Tür war dort und der Geruch von Essen kam von dort. Essen war Richard gerade so garnicht nach.
Aber wohin sollte er schon gehen?
Also weiter…boah ist mir schlecht!
Seine nackten Füße patschten über den Boden, als das restliche Wasser an seinen Korper herabließ und an seinen Füßen zu Boden tropfte. Leicht orientierungslos ging er in den nächsten Raum. Ein Gespräch anzufangen, hatte keinen Sinn. Es wusste keiner was für eine Feier es war und es schien keinen ernsthaft zu interessieren. Die Worte des Mannes gingen durch Richards Kopf.
Sie feiern eben einfach so… kein Interesse weswegen, weil man eben feiern kann…Schwachsinn. Wieso endet das Ganze nicht. Ist es zu viel verlangt, wenn ich Antworten haben will?
Richard ließ sich führen und nahm dort Platz, wo er sollte. Kein gemeckere, kein Beschweren, nur Hinnehmen und abwarten. Denn mehr konnte er nicht tun.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Erzähler » Montag 5. November 2012, 06:15

Es wird immer über den Rand gemalt!

Obwohl Azrael protestiert hatte und das hatte er wahrlich, so hatte es ihm doch nichts gebracht. Unerbittlich hatte dieses neutrale Wesen ihn im Griff. Wobei es ebenso neutral seine Arbeit verrichte, ohne große Worte. Das Einzige, was er zu hören bekam, waren knappe Anweisungen, wie er sich zu7 drehen und wenden hatte. Kam er dem nicht nach, packte das Wesen einfach kurzer Hand selber zu, mit einer stoischen Ruhe, die Azrael vorher noch nicht erlebt hatte. Aber er war ja auch viel mehr mit dem pochenden Schmerz in seinem Hinterkopf beschäftigt, als auf die Prozedur zu achten. Die er dabei gar nicht so sehr bemerkte, weil die Kreatur ihn weder grob noch acht behandelte, lediglich die Griffe konnten eisern sein … wenn er sich aber wehtat, wäre Hohn das Einzige, was er im Nachhinein von Shenyrra ernten würde.
Ehe er sich versah, tapste er mit nackten und nassen Füssen, nur in einen Morgenmantel gehüllt, in einen, dem Baderaum gegenüber liegenden Raum, aus dem es tatsächlich herrlich nach Essen duftete.
Ihm waren die Düfte zwar nicht bekannt, aber das minderte nicht den appetitlichen Geruch, der sich verbreitete. Der Raum war von mittlerer Größe und praktisch eingerichtet, wobei es natürlich auch hier nicht an Luxus mangelte. In der Mitte stand eine größere Tafel, an der locker zehn Personen Platz hatten. Der Tisch war reich gedeckt und exotische, aber lecker aussehende und ihm vollkommen unbekannte Speisen, warteten auf goldenen Platten und Serviertellern darauf, verspeist zu werden.
Ebenso war es mit dem Besteck, dieses war ‘nur’ aus einem silbernen Metal, mit goldenen Verzierungen. Silber konnte es nicht sein, das Material wäre zu weich …von daher musste es Mithril sein … kaum vorzustellen, was alleine auch nur ein Löffel kosten mochte. Zu Trinken gab es nicht einfach nur aus schnöden Bechern, viel mehr waren es kristallene Kelche, die mit besonderem Schliff einzigartig geformt worden waren … auch dabei konnte Azrael sich denken, um welch’ kostbaren Rohstoff es sich handelte.
Die Anderen saßen bereist zu Tisch und speisten ausgelassen, sie lümmelten geradezu am Tisch und winkten Azrael zu, es ihnen gleich zu tun. Ein Platz war natürlich noch frei.
Sie bedachten ihn mit einem Kopfnicken, ließen sich an sich, aber nicht aus der Ruhe oder ihren Gesprächen bringen. Der Inhalt dieser Gespräche war für Azrael mal wieder gar grauslich.
Natürlich waren die abendlichen Festlichkeiten DAS Thema überhaupt und was es vorher noch vorzubereiten galt … Haare pflegen und richten, die passende Kleidung wählen, eventuelle Schmuckstücke anlegen … ja, der Eine oder Andere dachte sogar daran, einige Merkmale seiner physischen Erscheinung mit ein wenig Schminke, gekonnt in Szene zu setzen … und ja, dies musste wohl alles von Erfolg gekrönt sein, denn die folgenden Ausführungen waren äußerst bildhaft und zeugten von Sünde und Leidenschaft, dass es sogar mindestens einmal selbst Azrael die Schamesröte ins Gesicht trieb. Zu fortgeschrittener Zeit, das morgendliche Mahl war in vollem Gange, teilte sich die kleine Gruppe in zwei Gesprächspartein. Sie alle hatten bisher versucht, Azrael mit einzubinden, aber schlecht gelaunt wie immer, hatte dies wenig Erfolg gehabt. Zwei der anwesenden Männer unterhielten sich über einen anderen Ort hier, das glaubte er jedenfalls daraus zu hören, da beide sich einig waren, unbedingt so schnell wie möglich einen Abstecher dorthin machen zu können. Nach deren Besorgungen, wie sie es nannten, zu urteilen, musste dies mindestens ein größeres Dorf sein, sofern man hier im Harax von Dörfern und dergleichen Einteilungen sprechen konnte. Wenn Azrael es geschickt anstellte und sich mal an seine Manieren erinnerte, konnte er es vielleicht einfädeln, die Beiden begleiten zu können; wenn er sich nicht vollkommen wie die Axt im Walde benahm.
Es verging noch etwas Zeit, bis wieder eines der grünen Wesen hine3in kam und allen bedeutete, dass man ihm folgen sollte. Es machte keine Anstalten auf einen der Männer zu warten, musste er auch nicht, da alle, bis auf Azrael zügig aufstanden und seufzend der Kreatur folgten. Vermutlich spielte er hingegen mit dem Gedanken, einfach sitzen zu bleiben … weswegen er vermutlich doch einfach nachgab und äußerst genervt einfach hinterher trottete. Er sah seine Leidensgenossen gerade noch am Gangende nach rechts abbiegen. Ebenfalls an der Biegung angekommen, konnte Azrael froh darüber sein, dass es der gleiche Weg wieder nach draußen war und sich hier nichts verändert hatte.
Draußen dann endlich wieder angekommen, mühten die anderen Kerle sich bereits ab. Im Gegensatz zu den Übungen von vor dem Frühstück, sah es jetzt so aus, dass eine Mischung aus Krafttraining und Entspannung anstand, immer schön im Wechsel.
Dass er zu spät kam, wo doch keine Abweichung vom Plan geduldet wurde, blieb natürlich nicht unbemerkt und Azrael musste die Konsequenzen ertragen … er wurde härter dran genommen und musste öfter alles wiederholen, wie die Anderen. Dafür erntete er auch spöttische Blicke seiner Mitstreiter.
Nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit, war es endlich vorbei mit der Tortur und er konnte kaum noch auf seinen eigenen Beinen stehen, er hatte das Gefühl, dass ihm alle Extremitäten angefallen wären und nun bleischwer am Boden lagen. Aber auch jetzt durfte er nicht schwächeln und wurde von einem kleineren grünen Männchen gepiesackt, bis er sich selbst vorwärts schleppte. Zu allem Überfluss, machte es dem kleinen Wesen abgrundtiefen Spaß, ihn so zu ärgern.
Als nächstes bekam Azrael noch wage mit, dass er wieder gewaschen wurde… dann war es dunkel um ihn … ehe er in einem Gemach wieder zu sich kam.
Offenbar hatte er geschlafen, zumindest deutete das Bett darauf hin, in dem er sich befand - nackt - und am Fußende des Bettes, standen dieses mal drei androgyne Wesen …er hatte ihre Art schon gesehen, früher am Tag.
Aufmerksamkeit erlangten aber die Gegenstände, die diese Figuren in den Händen hielten oder die zusätzlich im Gemach standen und lagen … es sah ganz nach dem Punkt des Zurechtmachens aus … ob er jetzt endgültig sterben würde?!
Die Wesen konnten seine Gedanken wohl erahnen, sie sahen ihn auffordernd an und bedeuteten ihm, sich auf einen Stuhl zu setzen, der dort in der Raummitte stand.
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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Dienstag 13. November 2012, 17:26

Er war, da er nun mal keine Wahl hatte, den anderen in den Großen raum gefolgt. Erstaunt blieb er an der Türe stehen und musste erst mal alles erfassen. Verdammt, war das hier alles großer Prunk. Sein Blick wanderte über die reich gedeckte Tafel und das erste Mal seit er hier war, grollte sein Magen gierig nach essen. Und es war sogar erwünscht, dass er sich bediente. Sein Kopf dröhnte noch immer und wenn der Schwindel nicht wäre, waren er wohl auch schneller zu seinen Platz gekommen. Die anderen- ja wie sollte man sie bezeichnen- Tratsch -Tanten, nickten ihn jedenfalls auffordernd zu. So trottete Richard zu seinen Platz und setzte sich.
Das Besteck bewunderte er und war sich unsicher, wofür man so viel Besteck brauchte. Er zuckte mit den Schultern und griff ebenfalls ordentlich zu. Verdammt, wenn der Magen seinen Hunger signalisierte und der Kopf ein deutliches nein schrie. Aber dann bediente er sich.
Seine Manieren passten nicht annähernd zu den der anderen Vier Herren, doch was kümmerte ihn das. Er aß mit den Fingern, griff sich Obst und Gemüse und spülte alles mit den Getränken runter. Ja, ein Barbar aus dem Eisreich Mantron konnte es nicht besser. Oder eher ein Ork? Die Themen der Herren ließen ihn nur die Augen genervt verdrehen, und wenn Richard nicht gerade den Mund voll hatte, machte er mit einen Blick mehr als klar, dass er sich nicht beteiligen würde. Das war ja schlimm hier.

Mensch, ich hätte nie gedacht, dass mir sogar Sexpraktiken die Röte ins Gesicht steigen lässt…verdammt aber auch. So was läuft hier ständig. Dafür fühl ich mich sogar zu jung! Können die nicht über etwas normales reden? Ich mein so wa, wie Waffen oder spiele…oder von mir aus, was sie gearbeitet haben… was sind das hier nur für seltsame Weicheiers
Jedenfalls behelligten sie ihn nicht lange, was vermutlich nicht nur an Richarda abweisende Art lag, sondern an seinen Manieren. Das Rülpsen am Ende das Essen durchbrach sogar deren Gespräch und kurz herrschte Stille im Raum. Richard grinste breit und wischte sich, ja er wusste zumindest wofür eine Serviette da war, den Mund und seine Finger ab. Zu seinem Erstaunen schien sich auch sein Kopf erholt zu haben, was ja im Grunde nicht schlecht war.
Irgendwann trennten sich die vier Quasseltaschen und tratschten getrennt weiter. Richard hätte am liebsten seinen Kopf auf den Tisch geknallte, als er zum xten Mal hörte, was und wo verschönert werden konnte. Die dachten sogar daran, sich die intimsten Stellen zu parfümieren.
Soll ich lachen oder schreien??? Gequirlte Trollscheiße!...
Aber mindestens ein Thema ließ ihn zu zwei der Kerle umschauen. Er erhob sich und lauschte noch einen Moment, bevor er die Initiative ergriff.
„habt ihr vor dahin zu gehen, weil es Einkaufsmöglichkeiten gibt… oder wieso? Sonst würde ich mitkommen“ Vielleicht gab es nämlich dort die Möglichkeit diesem seltsamen Harax zu entkommen. Irgendwo musste es ja einem Weg nach draußen geben.
Nach dem unglaublich spannenden Gespräch mit den beiden verzog sich Richard wieder an den Tisch. Das Besteck und das Geschirr konnte er einfach nicht unbeachtet lassen.
Und ich kann es nicht mal mitnehmen… toll, ja das entspricht dem Harax. Siehst alles was du haben willst, kannst aber nichts mitnehmen
Richard hielt gerade eins der Gläser hoch und verpasste so natürlich das Auftauchen der hässlichen grünen Kreatur. Sein Blick war so gefangen von dem ergründen des Materials, dass er nur durch einen Zufall bemerkte. Er seufzte auf, stellte den Kelch ab und schritt nach draußen. Gerade sah er, wie die anderen abbogen.
Was sind die doch alle reizend…können nicht mal Bescheid sagen… Drecksladen..

Also folgte Richard mit schlürfenden Schritt ihnen nach. Um dann einen mahnenden Blick des Ausbilders zu erhalten.
Ach ja…wieder Übungen… und das mit Morgenmantel?...
Er holte tief Luft, das grüne Wesen an seiner Seite, nervte, doch Richard ignorierte es. Diesmal waren die Übungen härter und wenn er gerade eine fertig hatte, wurde er mehr als einmal aufgehalten sich von der Kraftübung zu lösen und musste Extraübungen machen. Anfangs weigerte er sich, aber dann wurde er so lange dort gehalten bis der Ausbilder es für ausreichend hielt. Das Schimpfen verging Richard dabei ziemlich schnell. Er brauchte die Puste um überhaupt mithalten zu können. Krafttraining war weniger seine Stärke, Ausdauersport ja, Leichtathletik ja aber reines Krafttraining. Ein Dieb der breit war wie ein Schrank, büßte seine Geschmeidigkeit ein.
Aber nach einer Weile konnte sich Richard kaum noch bewegen. Seine Arme und Beine waren schwer wie Blei, Beschwerden konnte er gerade noch flüstern. Dieses hässliche kleine grüne Wesen hingegen, scheuchte ihn weiter. Und es war ziemlich lästig. Irgendwann beschlich Richard das Gefühl, dass diese Kreatur ihn wohl ebenso gerne mochte wie Richard diese Kreatur. Nur das Wesen zu allen Überfluss stärker als Richard war und er es nicht mal bei Seite drücken konnte.
Dass er dann abermals gebadet wurde bekam er später nicht mehr mit. Irgendwann schien alles zu verschwimmen und er schlief ein.

„oh… was?!“ Richard fuhr hoch.
Er lag im Bett, in dem Zimmer wo er erst vor kurzem wachgeworden war. Er konnte die leichten Schmerzen in seinen Gliedern noch fühlen, die ihm sagten, dass das Training und essen keine Einbildung war. Trotzdem standen vor seinem Bett wieder diese gestalten. Richard seufzte auf.
„Nächster Punkt, oder?“ und wenn sich Richard recht erinnerte, dann war es der Punkt des Zurechtmachens. Weglaufen würde sowieso nichts bringen, aber komisch kam er sich schon vor.
Er schlug die Decke bei Seite und ..oh Überraschung, er war nackt. Genervt blickte er zu der Decke, sein Schamgefühl war inzwischen auf einen Nullpunkt gesunken- ebenso wie seine Gegenwehr.
Genervt und angepisst schwang er seine Beine aus dem Bett und setzte sich auf den Stuhl. Diese Wesen sollten ihn nicht aus dem Bett holen müssen. Wenigsten etwas Stolz wollte er beibehalten.
„Die Haare bleiben über den Augen“ knurrte er aber trotzdem und fühlte sich eher wie eine Puppe anstatt wie ein erwachsener Mann.

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Re: Die Leiden des alten Richard - ein Stück in sechs Akten

Beitrag von Erzähler » Montag 10. Dezember 2012, 05:09

Bei diesen seltsamen Gesprächen, die beim Essen geführt wurde, hatte Azrael wirklich das Gefühl, es wäre in der falschen Geschichte gelandet. Aber wie oft er sich auch zwickte, ja es tat weh und nein, er war genau dort, wo er es vermutete. Bis ihn ein Thema, über eine vermutliche Stadt dann doch aus seinen bahnbrechenden Gedanken zu den anderen, nach seiner Meinung, unsinnigen Themen, holte.
Die Beiden sahen erst ihn an und dann sich gegenseitig und finden dann an zu lachen.
“Wieso sollten WIR dort einkaufen gehen?”, fragte der etwas schmalere von Beiden, immer noch lachend zurück. Sie lachten ihn zwar nicht aus, auch wenn Azrael das so interpretieren würde. Aber wenn er selber über seine Frage und deren Antwort nachdachte, dann konnte er sich zusammen reimen, dass keiner von denen hier einkaufen gehen müsste. Er übrigens auch nicht. Vielleicht gab es in der Stadt doch interessantere Dinge.
“Klar kann man da einkaufen gehen … aber das ist mehr Kram für Frauen …oder kurioses Zeug der materiellen Ebene … nichts, was wir gebrauche könnten und nun ja, … nichts übertrifft die hiesige Qualität!” Damit hob der etwas Breitere die Arme und deutete auf im Grunde all das, was sie alle umgab. Das musste auch Azrael neidlos oder neidvoll, anerkennen, so ein Luxus war wahrlich nicht leicht zu übertreffen.
“Wir könnten uns alles hier her bringen lassen”, warf der Andere nun wieder ein. “Aber immer, ist das ein wenig langweilig … du kannst dich uns ja nachher anschließen, wenn du willst …allerdings können wir ns heute dort nicht lange aufhalten. Du weißt, wir müssen an die abendliche Festlichkeit denken und das ist wichtig.” Hatte er bis vor Kurzem noch amüsiert drein geblickt, so wandelte sich dessen Blick beim letzten Satz in einen mahnenden. Wenn Azrael sich erinnerte, wie unangenehm Shenyrra werden konnte, ja, so musste er zugeben, war wirklich etwas an dem Blick dran … na gut, das hielt Azrael nicht unbedingt davon, trotzdem Mist zu bauen.
Während des Gespräches, kreisten seine Gedanken immer mal wieder um das wertvolle Mobiliar, die Accessoires oder die detailverliebten Gegenstände, die alles supplierten. Natürlich regte er sich innerlich furchtbar darüber auf, dass er keine Gelegenheit und oder Möglichkeit hatte, etwas mitgehen zu lassen. Wobei er eine Möglichkeit, rein schon aus Berufsehre, vollkommen ignorierte. Nämlich, dass Shenyrra ihm jeglichen Wunsch in die materielle Richtung sofort gewährte … für sie war es nur Mittel zum Zweck und darin lag die Crux. Diesen ‘Fehler’ hatte er bereits mehr als einmal begangen, auch wenn es Ansichtssache war, wo der Fehler gelegen hatte.
Dann hätte Azrael beinahe noch verpasst, wie das ‘Programm’ seinen weiteren Verlauf nahm. Ohne groß nachzudenken, stellte sich schon die nächste Schimpftirade ein. Wie konnten die Vier auch nur so unhöfflich sein, ohne ihn zu gehen … die Welt war ja so ungerecht. Das er nichts mitbekommen hatte, was ihm der Kelch aus Edelstein so gefangen hielt, in seinem tiefgrünen Glitzern, das käme ja nie in Frage. Also trottete er stumpf und irgendwie halbwegs ergeben, hinterher.
Eine Ewigkeit später, so hatte er das Gefühl, erwachte er in seinem Zimmer und da waren sie wieder, Gestalten aus seinem persönlichem Alptraum. Noch ermattet und mit ein wenig schweren Gliedern, stapfte er missmutig wie immer , zur Raummitte, wo ein bequemer Stuhl oder war es schon ein Sessel, stand. Eines der neutral dreinblickenden Wesen, deutete ihm an, platz zu nehmen.
Sein Einwand bezüglich seiner Haare, nahmen die Wesen stumm nickend hin. Immerhin etwas, hier plapperte keiner ungefragt drauf los.
Wenn er endlich saß, wurde ihm zuerst eine Art leichter Decke über den Schoß gelegt, das war doch auch immerhin etwas. Dann begannen sie entgegen seinen Erwartungen, nicht mit dem Zurechtmachen, sondern mit einer Massage, einer entspannenden Ganz-Körpermassage. So wie Azrael sie aus Badehäusern kannte, wenn er sich diesen theoretischen Luxus mal leistete. Die Technik war etwas anders, aber es waren geübte Finger und das Öl an sich, roch auch nur sehr dezent, so wie er es mochte.
Azrael vermochte nicht zu sagen, wie lange die Massage angedauert hatte, aber sie war umfassend und langsam kehrte auch as leben wieder in seine Gliedmaßen ein und die Schwere war vertrieben. Zwischendurch bekam er edle, wenn auch alkoholfreie Getränke gereicht.
Plötzlich klopfte es an der Tür und nach einer kurzen Zeit, ging sie auch auf und einer der Vier blickte hinein. Wenn Azrael sich recht erinnerte, war das der etwas schmalere von Beiden.
Dieser bedachte die Situation mit einem prüfenden Blick und grinste ihn dann an.
“Wir wollen gleich los… du weißt schon, in die Stadt. Wenn du noch mit willst, dann sieh zu. Werf’ dir kurz was über, wir warten unten vorm Ausgang auf dich.” Sprach er und verzog sich dann auch schon wieder.
Das war die Chance, auf die er doch gewartet hatte.
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