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Leons Zimmer

Verfasst: Dienstag 15. August 2006, 02:03
von Kazel Tenebrée
Kazel lugte vorsichtig in alle Ecken, als er Leons Zimmer erreichte.

<b>Es könnte auch eine Falle sein. Vielleicht verfolgt mich der Ork, vielleicht haben die Tenebrées ihn geschickt!</b>

Kazels Hand glitt zu seinem Dolch, während er mit der anderen nach seinen Wurfsternen in der Manteltasche griff. Schließlich trat er ein.


<i>[@Leon -10 Gm für das essen + - 6 gm für das Zimmer, insgesamt - 16 gm ... bitte im Profil aktualisierem]</i>

Re: Leons Zimmer

Verfasst: Dienstag 15. August 2006, 14:19
von Kazel Tenebrée
<b>Dieser <i>Zahnstocher</i> wie er ihn nennt, hat mir schon oft genug den Hals gerettet ... und getötet hat er auch ... Vater ...</b>

Kazel steckte den Dolch wieder ein und ließ die Wurfsterne in seinem Mantel verschwinden. Der Ork hatte Recht, mit nur einem einzigen Schwerthieb würde er Kazel den Gnadenstoß verpassen, demnach sollte dieser wohl zeigen, dass er nicht vorhatte, Leon anzugreifen.
Jetzt verlangte Leon, zu sprechen, doch Kazel schaute sich im Zimmer erst einmal um, nachdem er die Tür geschlossen hatte.
Hier stand ein einfaches Bett mit Schränkchen, ein Tisch mit zwei Stühlen unterhalb des einzigen Fensters und direkt neben der Tür eine Truhe, in der der Gast seine Habseligkeiten unterbringen konnte.
Kazel wandte sich dem Tisch zu und ließ sich auf einem der Stühle nieder. Einladend schaute er auf Leon.

<b>Eigentlich ist er ja der Gastgeber ...</b>

Dann tat Kazel etwas, das er bestimmt seit Jahren nicht mehr gemacht hatte: Er zog die Kapuze zurück und zeigte dem Ork sein Gesicht, seine Ohren, das nachtschwarze Haar und die mandelbraune Haut, auf die blasse Schatten fielen.

"So", sagte Kazel, "und jetzt verrate mir, wie du erkannt hast, was ich bin."

Re: Leons Zimmer

Verfasst: Dienstag 15. August 2006, 14:36
von Kazel Tenebrée
Kazel tat noch etwas ganz und gar Untypisches für ihn: Er musste kurz lächeln.

<b>Leon ist ein scharfer Beobachter und intelligenter Ork. Nur wenige erkennen, was er gesehen hat. Der Wachmann vom Tor hat nicht einmal einen Ton gesagt, dass ich ein dunkelhäutiger Elf wäre, der seltsamerweise blaue Augen hat. Ja, dieser Ork hier fasziniert mich.</b>

"Du willst wissen, was ich in Pelgar will? Nun, ich weiß es selbst nicht so genau ... ich bin wohl auf der Suche nach einem Grund. Reden ist schon einmal ein guter Anfang, hab ich lange nicht mehr getan – aber ich verabscheue diese Ansammlungen von neugierigem Leben. Eigentlich verabscheue ich die Neugier Fremder im Allgemeinen, demnach hast du wohl jetzt genug gehört."
Kazels Laune verschlechterte sich. Leon war auch so einer, ein Frager.

<b>Wühlen in der Vergangenheit und drohen mit dem Schwert, wenn man nicht antwortet. Ich sollte gehen ...</b>

Doch Kazel beschloss, zunächst den Spieß umzudrehen.
"Was treibt dich denn nach Pelgar? Orks scheinen hier auch eine Seltenheit zu sein. Warum bist du nicht in deiner Heimat, in der Toten Ebene?"

Re: Leons Zimmer

Verfasst: Dienstag 15. August 2006, 15:06
von Kazel Tenebrée
Kazel drehte ein wenig den Kopf.

"Ja, angespannt ... immer. Aber Angst, nein, das ist das falsche Wort."

Er überlegte einen Moment, holte dabei seinen Dolch erneut heraus – aber nicht für einen Angriff – und kratzte ein wenig mit der Spitze am Tisch herum. Dennoch huschten seine Augen immer wieder suchend umher. Kazel wirkte pausenlos angespannt, keine seiner Handlungen schien jemals von ihm unbeobachtet zu sein.

Schließlich legte er den Dolch auf den Tisch und schaute Leon an. "Nenn es Vorsicht ... große Vorsicht, meinetwegen. Ich misstraue vielem und am meisten anderen Wesen und ihren Städten, in denen sie einen gefangenhalten, wenn sich die Tore schließen. Angst ist es nicht, jedenfalls nicht mehr als bei jedem anderen, wenn er mit fremden Situationen konfrontiert wird. Aber man sollte niemals unaufmerksam sein ... ich bleibe wachsam."

Eine Weile schwiegen beide. Dann meinte Kazel und packte dabei seinen Dolch wieder ein:
"Ich war überrascht, deine Sinne sind scharf. Bemerkenswert, wirklich. Ich gehe jetzt, aber lass dir gesagt sein, dass ich es nicht schätze, wenn du über mich oder mein gemischtes Blut sprichst. Und ich werde es wissen, wenn du es tust, so wie du weißt, dass ich dich dann sicher nicht töten werde, weil ich es garnicht kann."

Und Kazel zog sich die Kapuze wieder tief in Gesicht und erhob sich von seinem Stuhl.

"Aber ich werde dir in einem solchen Fall das Leben zur Hölle machen, dass du dir wünschen wirst, mein <i>Zahnstocher</i> erlöst dich davon. Verstanden?"

Der Mischling wandte sich zum Gehen, aber nicht allzu schnell. Er war neugierig, wie Leon seine Worte aufnehmen würde.

Re: Leons Zimmer

Verfasst: Dienstag 15. August 2006, 16:01
von Kazel Tenebrée
Kazel schloss die Tür hinter sich. Er blieb noch einen Moment stehen und lauschte. Er hörte Leon grunzend lachen und ärgerte sich.

<b>Er nimmt mich nicht ernst, dieser Bastard!</b>

Kazels Hände ballten sich zu Fäusten, während Leons Lachen noch immer aus seinem Zimmer drang. Der Mischlings-Elf war wütend und doch beruhigt, dass diese Situation nicht eskaliert war. Nur aus diesem Grund schien er sich wieder zu beruhigen. Langsam atmete er durch, dachte über das eben Erlebte nach.

<b>Vielleicht ist Leon doch nicht so intelligent, wie es den Anschein hatte. Er hätte mich mit dem Wissen über mein Mischblut erpressen können und ich wäre ihm vollkommen ausgeliefert gewesen. Ha! Er ist doch dumm ... oder nicht so grausam wie die Orks, die ich in meinem Leben in Morgeria kennen gelernt habe.</b>

Kazel legte die Hand auf seinen Dolch und fuhr mit den Fingerspitzen über das eingravierte Wappen seiner Familie. Dann straffte er die Schultern und ging die Treppe hinunter, Leons leiser werdendes Lachen wie den Hauch des Todes im Nacken.

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