Reiseroute Andunie - Pelgar

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Miriel Lefay
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Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Samstag 26. August 2006, 21:10

[kommt von Andunie ---> Stadttor]

Nachdem Miriel das Stadttor passiert hatte, schritt sie zügig aus, denn sie wollte vor der Mittagshitze bereits ein gehöriges Stück des Weges zurückgelegt haben. Bald schon war Andunie hinter dem Horizont verschwunden und weit und breit war außer Gras, Blumen und vereinzelt stehenden Bäumen und Sträuchern nichts weiter zu sehen. Die Sonne stieg langsam höher und die Temperaturen kletterten auf schweißtreibende Höhen. Miriel hatte noch nicht die Hälfte des Weges zurückgelegt, als die Sonne so unerträglich wurde, dass an ein Weitergehen nicht mehr zu denken war. So trottete sie so lange weiter, bis sie an eine kleine Baumgruppe kam, die ein wenig Schatten und Kühle versprach.

Aufatmend ließ sie sich unter den Bäumen nieder, legte ihr Schwert und ihren Reisebeutel ab und stärkte sich als erstes mit einer kleinen Mittagsmahlzeit. Nie hätte sie gedacht, dass ein Marsch durch die Stille Ebene so anstrengend sein könnte. Miriel beschloss die nächsten Stunden bis zum frühen Nachmittag unter den Bäumen zu rasten und erst wieder weiterzugehen, wenn die Temperaturen etwas gesunken waren.

Also lehnte sie sich, nachdem sie sich ausgiebig gestärkt hatte, an den Stamm eines der Bäume, nahm sich Karlus Buch über die Erdmagie und begann darin zu lesen. Die allgemeinen Grundlagen übersprang sie dabei. Das es Zauber gab, die allein durch die Kraft der Gedanken ausgelöst wurden und wiederum andere, für die Zaubersprüche notwendig waren, wusste sie bereits durch ihre Eltern. Interessanter wurde es, als kurz beschrieben wurde, wie man die Energie der Erde erfühlen und fassen konnte. Immer wieder wurde jedoch darauf verwiesen, dass zur Ausführung der jeweiligen Zauber absolute innere Ruhe und Konzentration erforderlich war.

<b>Mhm, so weit so gut. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird die gesamte Erde von Energielinien durchzogen, die der Erdmagier erspürt. Mittels Umwandlung und Umformung ist er in der Lage, das Erdreich seinen Wünschen entsprechend umzugestalten. Dagegen ist das Abtrennen von Teilen des Erdreichs, z. B. das Erheben von Steinen in die Luft, nur durch Sprüche möglich, da die Energielinien in der Luft nicht vorhanden sind. Duch den Zauberspruch wird der jeweilige Gegenstand in einen Kokon aus Energie gehüllt und bewegt.

Noch habe ich etwas Zeit, vielleicht sollte ich hier schon mal versuchen, die Energielinien zu erfassen.</b>

Miriel klappte das Buch zu und verstaute es wieder in ihrem Beutel. Anschließend nahm sie eine entspannte Sitzhaltung ein, schloss ihre Augen und konzentrierte ihre Sinne auf den Boden. Erst geschah gar nichts und sie wollte den Versuch bereits wieder abbrechen, doch dann formten sich erste helle Linien, die immer mehr zunahmen, bis am Ende vor Miriels innerem Auge ein bizarres von verästelten Energielinien durchzogenes Abbild der Landschaft entstand. Miriel war so fasziniert, dass sie für den Moment vollkommen darin aufging und ihre Umgebung vergaß.
Zuletzt geändert von Miriel Lefay am Samstag 26. August 2006, 21:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Erzähler
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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Erzähler » Samstag 26. August 2006, 21:26

<i> Die Mittagssonne war brennend heiß. Miriel beschäftigte sich weiter mit der Magie der Erde. Doch plötzlich hörte man Huftrampeln und leichtes knarren.

Wo kam dies denn? Gespannt blickte Miriel in beide Richtungen des Pfades, denn das Geräusch machte sie etwas nervös.

Aus der Richtung der Hafenstadt Andunie sah man einen größeren Schatten auf sie zu kommen. Je näher der Schatten kam, desto besser konnte man erkennen was da auf sie zukam.

Es war eine Handelsgruppe aus Andunie. Bestehend aus vier großen Karren, welche von prächtigen Pferden gezogen wurden. Weiters waren noch zwei kleinere Karren dabei, welche von niedlichen grauen Eselchen gezogen wurden. Die Gruppe kam immer näher und der forderte blieb schließlich bei Miriel stehen und die anderen taten es ihm gleich.

Eine Frau blickte zu ihr herab.

„Sagt junge Dame, was sucht ihr denn hier alleine auf der großen Ebne bei dieser Hitze? Wohin wollt ihr denn reisen, nach Andunie?“ fragte diese ganz unverschämt und doch in einem freundlichen, warmen Ton.

Man erkannte sofort, dass sie eine erfahrene Handelsfrau war, welche ihre Waren in die nächste Stadt transportierte. Verschiedenste Sachen lieferte sie, Waffen, Lebensmittel und noch viel mehr. Es waren alles Bestellungen aus Pelgar. </i>

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Samstag 26. August 2006, 22:02

Miriel ließ das Abbild der Landschaft aus Energielinien auf sich wirken. Sollte sie eine Veränderung versuchen? Vielleicht eine kleine Erdmulde erschaffen? Gerade begann sie damit die entsprechenden Energielinien mit ihrem Geist zu erfassen, als plötzlich eine wellenförmige Bewegung diese durchlief, so als würde der Boden von irgendetwas erschüttert.
Sofort beendete Miriel ihren Versuch und öffnete ihre Augen. Tatsächlich war in einiger Entfernung Hufgetrappel zu hören, doch konnte Miriel nichts erspähen. Erst nach einiger Zeit sah sie dann etwas aus Richtung Andunie auf sich zukommen, was sich wenig später als eine kleine Handelskarawane entpuppte. Als Miriel erkannte, dass es nur eine Handelskarawane war, atmete sie tief durch und entspannte sich wieder. Neugierig wartete sie, bis die Karawane sie erreicht hatte.
Auf die Frage der Frau auf dem vordersten Wagen antwortete sie freundlich:
„Gute Frau, ich bin auf dem Weg nach Pelgar und habe hier im Schatten der Bäume eine Rast eingelegt. Ich wollte jedoch gerade wieder aufbrechen und weiter gehen. Doch sagt, ihr kommt von Andunie, habe ich Recht? Liegt euer Ziel vielleicht in Pelgar? Wenn ja, wäre ich euch sehr verbunden, wenn ihr mich den Rest des Weges mitnehmen würdet. Es soll Euer Schade nicht sein.“

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von fremde Frau » Samstag 26. August 2006, 22:10

Die Frau blickte sie mit ihrem Lächeln an und streifte ihr langes, braunes Haar nach hinten.

„Nach Pelgar wollt ihr also! Nun gut steigt auf und setzt auch neben mich!“

Miriel bedankte sich und setzte sich auf den Karren neben die Handelsfrau. Mit einem Schnalzen der Zügel setzte sie den Karren in Bewegung, der Rest tat ihr gleich.

In einem raschen Tempo reiste die Karawane weiter Richtung Pelgar.

„Nun ihr habt Glück, wir reisen selbst nach Pelgar um unsere Waren abzuliefern. Bei Einbruch der Dunkelheit sollten wir bereits bei der Brücke angelangt sein, dort werden wir unser Lager aufschlagen und die Nacht verbringen. Mit dem aufgehen der Sonne werden wir weiter nach Pelgar reisen. Sagt was treibt euch in die Hauptstadt?“ fragte sie neugierig.

<b>Und wieder nehme ich eine Reisende mit. Ich bin einfach zu gutmütig, ich sollte endlich konsequenter mit mir sein. Doch ich kann einfach nicht diese jungen Dinger allein durch die Stille Ebene reisen lassen, ich weis doch selbst wie gefährlich und heimtückisch sie sein kann.</b>

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Samstag 26. August 2006, 22:58

Miriel hatte Glück, denn das Ziel der Karawane war tatsächlich Pelgar. Auf ihre Frage hin forderte sie die Frau auf sich zu ihr zu setzen. Miriel ließ sich das nicht zweimal sagen, raffte ihr Schwert und ihren Beutel zusammen und schwang sich neben die Frau auf den Karren.
Dort hängte sie sich beides wieder um und sagte zu der Frau:
„Habt vielen Dank. So geht es wesentlich einfacher und auch schneller.“ Nach einiger Zeit wollte die Frau dann wissen, weswegen Miriel denn nach Pelgar wollte.

<b>Hm, was soll ich ihr darauf antworten. Nachdem was Karlus über das Amulett gesagt hat, darf ich es ja nicht erwähnen, es könnten sonst Begehrlichkeiten geweckt werden. Möglicherweise reicht es ja, wenn ich mit der halben Wahrheit komme.</b>

„Ich habe vor Kurzem von der Feuerhexe Casandra erfahren. Ein sagen wir guter Bekannter erwähnte dabei, dass in der Halle der Helden in Pelgar eine Statue Casandras stünde. Da ich mich für Magie und berühmte Magier interessiere, möchte ich diese Statue nun persönlich in Augenschein nehmen und wenn möglich mehr über Casandra erfahren.“

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von fremde Frau » Samstag 26. August 2006, 23:07

"So so die Hexe Cassandra, ein Höllenweib. Sehr temperamentvoll, legt euch nie mit ihr an, ihr verliert garantiert, denn keiner kann ihr das Wasser reichen!" Die Frau lachte.

Sie kamen rasch vorran, wenn die Reise weiter so verläuft würden sie die Zeit einhalten, doch auf der Stillen Ebene war man Überraschungen gewohnt. Doch diesmal schien alles gut zu verlaufen.

Die Sonne brannte noch immer herunter doch durch den leichten Luftzug, welcher durch die Fortbewegung des Karrens entstand, war sie erträglich.

Die Handelsfrau erzählte einige lustige Geschichten die in ihrem Leben passierte, es war ihr eigentlich egal ob man ihr zuhörte oder nicht, sie plauderte einfach darauf los.

Die Zeit verging schnell und somit wurde es auch schon Nachmittag und die Sonne senkte sich langsam und gemächlich.

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Samstag 26. August 2006, 23:28

Die Zeit verging und die Karawane legte Meile um Meile zurück. Miriel beglückwünschte sich innerlich zu dem unglaublichen Zufall, der sie auf die Karawane treffen ließ. Währenddessen erzählte die Frau einige lustige Geschichten aus ihrem Leben. Miriel interessierte sich nicht wirklich dafür, tat aber nach außen hin so, als würde sie nichts lieber hören. In Gedanken war sie jedoch bei den Worten, welche die Frau über Casandra verloren hatte.

<b>Ein Höllenweib. Sehr temperamentvoll, legt euch nie mit ihr an, ihr verliert garantiert, denn keiner kann ihr das Wasser reichen. Karlus hatte sich ähnlich ausgedrückt. Was zum Geier war geschehen, dass mich in den Besitz des Amuletts gebracht hat.</b>

Immer deutlicher beschlich Miriel das ungute Gefühl, dass sie hier in etwas hineingeschlitterte, das um einige Nummern zu groß für sie war.

So in Gedanken versunken hatte sie nicht bemerkt, dass es bereits später Nachmittag war und die Sonne sich langsam zum Horizont neigte. Wie weit mochte es noch bis zum Rastplatz sein? Sie wollte nicht unhöflich sein, aber trotzdem unterbrach sie nun den Redeschwall der Frau.
„Entschuldigt meine Ungeduld, aber wie weit ist es noch bis zum Rastplatz? Ich meine, wir sollten schon längst dort angekommen sein.“

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von fremde Frau » Samstag 26. August 2006, 23:37

"Nun blickte nach vor" sie zeigte mit dem Finger auf ein steiniges Objekt. "Dort ist sie die große Brücke!"

Wenn man genau lauschte hörte man sogar den Fluss plätschern. Rasch kamen sie vorran, nur eine halbe Stunde war es noch bis zu der Brücke. Die Zeit verging schnell und so erreichten sie sie und überquerten sie zu gleich.

Über der Brücke wandte sich die Karawan nach links und ritt ein paar Meter von dem Pfad in die herrliche Wiese.

Die Karren stellten sie in einem halbkreis auf und liesen ihre Pferde frei laufen. Die genossen es und fraßen das Gras und tranken aus dem schönen, klaren Fluss.

"Nun hier werden wir rasten" sprach sie. Die anderen machten sich bereits an die Arbeit und richteten alles her. Einer schleppte ein paar Kisten in die Mitte und stellte sie kreisförmig auf. Ein anderer bereitete in der Mitte des Kreises ein Lagerfeuer vor.

Die Handelsfrau selbst richtete die Schlafplätze in der Wiese her.

"Nun jetz wo wir alles soweit hergerichtetet haben, setzen wir uns ans das scöne Lagerfeuer und machen uns Speis und trank." mit einer freundlichen Geste deutete sie auf eine der Kisten. "Nehmt ruhig Platz"

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Erzähler
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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Erzähler » Samstag 26. August 2006, 23:45

[komme von Die Suche]

Yarla, das entführte Mädchen mit den zerrissenen Kleidern, dem verweinten Gesicht, aber dem Blick voller Hoffnung führte das Pferd Salomon durch die Ebene, den Weg entlang. Sie war erschöpft, doch sie wollte nicht aufgeben. Ihr Retter, der sie vor den Räubern bewahrt hatte, lag noch immer quer über dem Pferderücken – bewusstlos.

<b>Ich lasse ihn nicht sterben, nicht nachdem, was er für mich getan hat. Aber ich bin so müde.</b>

Yarla schaute in die Ferne, wo die Sonne gerade unterging, doch dann fokussierte sie ihren Blick nach unten. Dort vorn führte der Weg zu einem Fluss und zu einer steinernen Brücke. Dort konnte sie raste, das völlig erschöpfte Pferd tränken und versuchen, ihren Retter (Reo Adersin) wieder wach zu bekommen. Aber sie entdeckte noch mehr. Ein Stück weit von der Brücke entfernt, schlug eine Gruppe Leute ihr Lager auf. Vielleicht konnten sie helfen, sie machten nicht den Eindruck einer zerlumpten Räuberbande.

Yarla spornte das Pferd Salomon an, zu laufen, rannte selbst keuchend nebenher und rief: "Bitte! Helft uns, wir sind von Banditen überfallen worden. Mein Retter ist bewusstlos. Bitte, helft uns!"

In diesem Moment schlug Reo Adersin die Augen auf.

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Miriel Lefay
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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Sonntag 27. August 2006, 01:11

„Nicht mehr lange.“, meinte die Frau und zeigte mit dem Finger nach vorn, wo in einigen Meilen Entfernung ein steinernes Objekt zu sehen war. Eine gute halbe Stunde später hatten sie ihr Ziel erreicht und schlugen das Lager auf.
Bald schon brannte in der Mitte der im Halbkreis aufgestellten Wagen ein wärmendes Feuer, während die Pferde auf der Wiese grasten und sich am Fluss tränkten. Die Leute wollten sich eben an das Feuer setzen und gemeinsam die Abendmahlzeit einnehmen, als plötzlich ein lauter Hilferuf über die Ebene schallte.
Sofort sprangen alle auf und schauten in die Richtung, aus welcher der Ruf zu hören war. Im fahlen Licht der Dämmerung erkannten sie die Gestalt eines jungen Mädchens, das sich mehr taumelnd als laufend fortbewegte. An der Hand führte sie einen Schimmel, auf dessen Rücken eine scheinbar bewusstlose Gestalt lag.

<b>Was hatte das Mädchen gerufen? Banditen hätten sie überfallen. Und wir haben hier ein Feuer brennen, das man meilenweit sehen kann.</b>

Miriel wurde erschreckend klar bewusst, dass sie sich in akuter Gefahr befanden. Wenn die Banditen nach den Beiden suchten, dann würden sie unweigerlich auf den Feuerschein aufmerksam werden.
„Löscht das Feuer!“ rief sie aufgeregt und als die Händler noch zögerten, rief sie in harschem Ton: „Sofort! Oder wollt ihr, dass die Banditen, von denen das Mädchen sprach, das Lager entdecken?“
Jetzt endlich erkannten auch die Händler den Ernst der Lage und zogen die noch hell brennenden Äste aus dem Feuer, so dass nur noch dunkelrote Glut übrig blieb. Danach legten sie die Äste wieder so in das Feuer, dass sie nur schwelend verglühten, ohne jedoch hell zu brennen.
Währenddessen war Miriel zu dem Mädchen gelaufen, hob gemeinsam mit ihr den total geschwächten Mann vom Pferd und legte ihn behutsam in das Gras. Glücklicherweise war er doch nicht bewusstlos, jedoch so geschwächt, dass er von seiner Umgebung nichts mehr mitbekam. Das Mädchen berichtete inzwischen was vorgefallen war und dass sie den ganzen Tag über weder gegessen, noch getrunken hatten.
Nun erst kamen auch die ersten Händler heran und wollten das Mädchen zum Rastplatz bringen. Diese sträubte sich mit Händen und Füssen dagegen und wollte bei dem fast bewusstlosen Mann bleiben. Erst als Miriel sich zu ihr wandte und sagte:
„Bitte, ihr seid zu geschwächt, geht mit den Leuten und lasst euch etwas zu Essen und zu Trinken geben. Euer Gefährte ist bei mir in guten Händen. Ich verstehe mich auf die Heilkunst und verspreche euch, dass ich alles tun werde, damit ihr so schnell wie möglich wieder mit ihm sprechen könnt.“, ließ sich das Mädchen nur mühsam überzeugen, ging jedoch am Ende mit den Händlern zum Feuer. Als endlich Ruhe herrschte, nahm Miriel den Wasserschlauch aus ihrem Beutel und schüttete etwas Wasser in ihre hohle Hand. Anschließend hob sie den Kopf des Mannes etwas an und träufelte das Wasser langsam in seinen Mund. Diese Prozedur wiederholte sie so lange, bis sich der Blick des Mannes soweit klärte, dass sie sicher war, dass er sie verstehen würde.
„Hier, trinkt noch etwas, aber immer nur in kleinen Schlucken.“, gemahnte sie den Mann und hielt ihm ihren Wasserschlauch hin. Dankbar nahm ihn der Mann entgegen und tat wie ihm geheißen. Inzwischen untersuchte Miriel die Wunde an seinem Arm.

<b>Sieht verflucht übel aus. Die Blutung konnten sie zwar stoppen, dafür hat sich aber die Wunde entzündet. Ein Wunder, dass er sich überhaupt so lange auf den Beinen halten konnte. Nur gut, dass ich etwas von meinen Heiltränken mitgenommen habe.</b>

Mit sicheren Handgriffen säuberte sie die Wunde und verband sie fachkundig. Währenddessen wandte sie sich an den Mann:
„Ihr habt verdammtes Glück, dass das Mädchen uns gefunden hat. Eure Wunde hat sich entzündet und wenn ich mich nicht irre, dann habt ihr eine akute Blutvergiftung. Ihr hättet mit Sicherheit den morgigen Tag nicht mehr erlebt.“
Unterdessen hatte sie eine der beiden Phiolen mit dem Heiltrank aus der Tasche geholt und entkorkt.
„Hier, trinkt das. Es ist ein magischer Heiltrank. Er wird die Blutvergiftung stoppen. Außerdem wird eure Wunde bis morgen Früh verheilt sein. Ihr werdet noch nicht mal eine Narbe zurückbehalten.“

Erst nachdem der Mann, nach anfänglichem Misstrauen, den Trank runtergeschluckt hatte, rief Miriel zwei Männer herbei, die den Mann nun ebenfalls zum Feuer trugen und neben dem Mädchen auf eine Decke legten. Auch Miriel setzte sich endlich an das Feuer und begann mit ihrer Abendmahlzeit.

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Sonntag 27. August 2006, 18:30

Während Miriel etwas von ihrem Brot und der Trockenwurst aß, beobachtete sie, wie der erschöpfte Mann leise mit seiner Begleiterin sprach. Wie es schien, begann der Heiltrank bereits erste Wirkung zu zeigen und Miriel lächelte befriedigt.
Plötzlich sprang die junge Frau auf und lief aufgeregt zu dem Schimmel hin.

<b>Was hat sie denn auf einmal. Ihr Begleiter ist versorgt und sie sind für’s Erste in Sicherheit. Sie sollte sich lieber etwas stärken und dann ausruhen. Sie muss doch ebenso erschöpft sein wie er.</b>

Dabei blickte sie verstohlen zu dem auf der Decke liegenden Mann hinüber.

<b>Hmm, es ging alles so schnell, ich kenne noch nicht mal seinen Namen. Eigentlich weiß ich gar nichts über ihn. Na ja, er ist nur ein Mann, warum sollte ich mich überhaupt mit ihm abgeben. Ihm in seiner Lage zu helfen reicht vollkommen aus. Mehr ist einfach nicht notwendig.
Obwohl... Wenn ich’s recht überdenke...Er sieht kampferfahren aus. In meiner Situation wäre ein guter Kämpfer an meiner Seite sicher von Vorteil.</b>

Kurzentschlossen nahm Miriel ihren Beutel auf, ging zu ihm hin und setzte sich neben ihn. „Nun, wie geht es euch? Wie ich sehe, beginnt der Heiltrank bereits zu wirken. Hier, nehmt etwas von meinem Brot und dazu ein wenig des Schinkens. Ihr müsst völlig ausgehungert sein. Mein Name ist übrigens Miriel, Miriel Lefay. Wäre es sehr vermessen, wenn ihr mir euren Namen verraten würdet?“

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Montag 28. August 2006, 13:52

Der Mann antwortete nicht sofort, sondern biss erstmal herzhaft in das Brot und den Schinken und nuschelte anschließend ein kurzes „Habt ... Dank!" Mehr war dann aber nicht von ihm zu hören, höchstens hier und da mal ein Schmatzen, welches zeigte, dass ihm das Essen schmeckte.

<b>Na, sehr gesprächig ist er ja nicht. Ob er zu schüchtern ist oder prinzipiell die Nähe anderer Menschen scheut. Zumindest seinen Namen hätte er mir verraten können. Mannsbilder!</b>

Erst nach einer Weile schaute er Miriel wieder an und wollte wissen, wie es seinem Pferd ging. Immerhin hätte es ihm gerettet und würde eine angemessene Behandlung verdienen.

<b>Ach das war also der Grund, weswegen seine Freundin vorhin so überhastet aufgesprungen ist. Na der hat vielleicht Sorgen. Anstatt sich für seine Helferin zu interessieren, will er wissen, wie es dem Gaul geht. Als ob ich ein Pferdedoktor wäre. Außerdem ist doch seine kleine Freundin deswegen schon losgezogen. Aber wenn es ihn beruhigt könnte ich auch noch nach dem Tier sehen.</b>

Suchend schaute sich Miriel um und entdeckte die junge Frau bei dem Pferd stehend und auf ein paar Händler einredend. Wie es aussah kümmerte sie sich gerade darum, dass das Pferd ordentlich versorgt wurde. Miriel überlegte kurz, ob sie auch nach dem Pferd sehen sollte, ließ es dann aber bleiben und meinte:
„Ach deswegen ist eure kleine Freundin eben so aufgeregt davon gelaufen. Ich kann euch beruhigen. Sie kümmert sich gerade darum, dass euer Pferd ordentlich versorgt wird. Aber wenn ihr es wünscht werde ich ebenfalls nach dem Pferd sehen. Allerdings ist die Behandlung von Tieren nicht gerade mein Fachgebiet und eure Versorgung schien mir vorhin wichtiger, als die eures Reittieres.“



<i>Aufgrund der tollen Versorgung Miriels und der Nahrung, erhält Reo 10 % seiner Lebensengerie zurück, lg Xune</i>
Zuletzt geändert von Miriel Lefay am Montag 28. August 2006, 13:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Montag 28. August 2006, 15:53

Er hatte Recht, er würde sich ausruhen müssen, wenn er morgen weiter reiten wollte. Ein wenig beschämt blickte Miriel in die Glut des Feuers.

<b>Kein Wunder, dass er so wortkarg ist. Natürlich muss er sich ausruhen. Und ich habe nichts anderes zu tun, als ihn mit Fragen zu bedrängen. Als wenn das nicht Zeit bis morgen Früh gehabt hätte.</b>

„Den Blick weiter auf das Feuer gerichtet meinte Miriel leise: „Entschuldigt, wenn ich euch mit meinen Fragen bedrängt habe. Ihr habt natürlich Recht und solltet euch ausruhen. Ich will euch auch nicht länger belästigen und wünsche euch eine ruhige und erholsame Nacht.“

Sie hängte sich ihren Reisebeutel wieder über die Schulter, erhob sich und ging zur anderen Seite des Feuers, wo sie sich neben die Händlerin, auf deren Wagen sie mitgefahren war, setzte. In einem kurzen Gespräch schlug sie vor, zur Sicherheit die Nacht über Wachen um das Lager patroullieren zu lassen, da nicht auszuschließen war, dass die Banditen noch nach den beiden Flüchtlingen suchten.
Zwischenzeitlich kam ihr der Gedanke, mit Hilfe ihrer Erdmagie einen Wassergraben als natürliches Hindernis um den Rastplatz zu schaffen, doch war sie sich nicht sicher, ob ihre Kräfte bereits so weit reichten. Also verwarf sie den Gedanken so schnell, wie sie ihn gefasst hatte. Sie wollte keine Hoffnungen wecken, die sie dann nicht erfüllen konnte.
Nachdem die ersten Wachen eingeteilt waren, suchte sich Miriel ein ruhiges Plätzchen zwischen den Wagen und legte sich, ihren Umhang als Kissen benutzend, ebenfalls zur Ruhe.

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Erzähler » Montag 28. August 2006, 16:25

Reo Adersin schloss die Augen und wartete auf den Schlaf, der ihn für ein paar Stunden in eine ruhige Welt bringen würde und ihm Erholung schenkte.
Doch bevor er in diese Traumwelt abdriftete, hörte er Schritte neben sich und das träge Trappeln von Pferdehufen.

"Gesandter, schläfst du bereits?" Es war Yarlas Stimme, weich und entspannt. "Ich habe dein Pferd verarzten lassen. Es wird ihm morgen besser gehen ... Gute Nacht, Gesandter."

Reo hörte ein Schnauben, dann legte jemand eine warme Decke über ihn und er spürte, dass sich Yarla ganz in seiner Nähe zur Ruhe bettete.
Salomons beruhigendes Schnauben und Atmen begleiteten Reo in den Schlaf und die Wärme des Feuers drang in seine Glieder.

<i>[wenn Reo die Nacht durchschläft, sind seine Wunden am Folgemorgen soweit genesen, dass seine Lebenserngie wieder 100% beträgt]</i>
Zuletzt geändert von Erzähler am Montag 28. August 2006, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von fremde Frau » Montag 28. August 2006, 18:02

Yarla öffnete die Augen, streckte sich und richtete sich langsam auf. Als sie Reo Adersin sah, legte sich ein Lächeln auf ihr Gesicht.

"Gesandter, du bist wieder wach und wie ich sehe, geht es dir besser!" Rasch sprang sie auf. Die Händler mussten mehr für sie getan haben als Reo mitbekommen hatte. Yarla trug jetzt einen langen Rock und eine neue Bluse, sowie feste Stiefel, die sie sich gerade anzog. "Deinem Pferd geht es auch schon viel besser, aber es sollte sich noch etwas schonen, hat einer der heilkundigen Händler gemeint. Das heißt, einen Tag lang nicht reiten." Yarla lächelte immer noch. "Hier waren alle so nett und hilfsbereit. Wir sollten ihnen danken, vor allem der Frau, die dich gestern behandelt hat. Sie hat Wachen aufstellen lassen, falls die Banditen uns gefolgt wären. Aber ich glaube, wir haben sie abgeschüttelt."

Yarla schien voller Tatendrang. Ein seltsamer und doch beruhigender Anblick, denn immerhin hatte sie vor kurzem erst all ihre Lieben verloren. Entweder verdrängte sie den Gedanken oder sie machte sich tatsächlich keine Sorgen mehr. Reo vermutete, ersteres sei der Fall. Es war wohl klüger, Yarla nicht mehr darauf anzusprechen.

Das Mädchen hakte sich plötzlich bei Reo ein und grinste ihn verschmitzt an. "Lass uns jemand suchen und fragen, wo wir ein Frühstück herbekommen könnten. Abreisen können wir immer noch. Außerdem sollten wir dieses Mal vorbereitet sein und Verpflegung, sowie Decken mitnehmen. Vielleicht reisen einige der Händler auch nach Pelgar und wir könnten sie begleiten. Im Umkreis mehrerer Menschen fühle ich mich wohler."

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von fremde Frau » Montag 28. August 2006, 18:50

Acuh die Händler waren wieder auf den Beinen. Die Handelsfrau weckte Miriel

"Wacht auf junge Dame,wir brechen auf!" prach sie während sie sie leicht rüttelte.

Dann bemerkte sie das der verletzte Mann ebnfalls auf den Beinen war.

"He ihr da, wo wollt ihr denn hinreisen? Die Handelskarawane fährt nach Pelgar, wollt ihr uns begleiten? Wir wären zu Mittag in der Stadt." rief sie ihm zu.

Ein Reisender mehr oder weniger störte sie nicht mehr.

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Re: Reiseroute Andunie - Pelgar

Beitrag von Miriel Lefay » Montag 28. August 2006, 21:40

Irgendwann wurde Miriel an der Schulter gerüttelt und eine Frauenstimme sagte: "Wacht auf junge Dame, wir brechen auf!" Verschlafen öffnete Miriel ihre Augen und kniff sie sofort wieder zusammen, da sie ein heller Sonnenstrahl blendete. Sich reckend und streckend erhob sie sich und packte ihren Umhang wieder in den Reisebeutel. Noch immer nicht vollständig wach, tappte sie auf der anderen Seite zum Fluss, wo sie sich von allen unbeobachtet entkleidete und ein erfrischendes Morgenbad nahm. Anschließend kleidete sie sich wieder an, schlang sich den Gürtel mit dem Dolch um die Hüfte und schulterte ihr Schwert und den Reisebeutel. Jetzt endlich war sie wieder hellwach und begab sich zu den Anderen, die bereits wach waren. Bei den Resten des Feuers angekommen hörte sie gerade noch, wie der fremde Mann zu der Händlerin sagte, dass er auch nach Pelgar wollte und um etwas zu essen bat.

„Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich euch.“, wurden die Händlerin, der Mann und seine Begleiterin von Miriel nun begrüßt. „Wie ich sehe geht es euch wieder gut. Wenn es euch Recht ist, dann teile ich meine restlichen Vorräte mit euch. Wenn wir in Pelgar ankommen, kann ich sie dann wieder auffüllen. Es ist zwar nicht sehr viel, aber es wird noch für mich und euch und eure Begleiterin reichen.“

Miriel setzte sich und holte alles Essbare, was sie noch in ihrem Beutel fand hervor.

„Bitte, greift ruhig zu. Es wäre zu schade, würde es am Ende noch verderben.“
Zuletzt geändert von Miriel Lefay am Montag 28. August 2006, 21:42, insgesamt 1-mal geändert.

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