Rundgang

Kein Marktplatz ist schöner und lebhafter als der Andunies. Hier findet man alles, was das Herz begehrt. Leider treiben sich auch ab und an kleine Diebe herum, doch das mindert die Kauflaune der Bürger wenig.
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Lauron
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Re: Rundgang

Beitrag von Lauron » Sonntag 28. September 2008, 00:39

Nach der unsaften Landung in der Gasse, rappelte sich Lauron sofort wieder auf. Er wollte dem Flüchtigen keine Zeit geben, ihm schon wieder zu entwischen. Dieser schien allerdings in Angesicht Laurons Hartnäckigkeit endlich aufgegeben zu haben. Trotzdem ließ Lauron ihn vorerst nicht aus den Augen. Immernoch wütend, sog er die kalte Luft ein, welche unangenehm in seiner Lunge brannte, da sein Körper nach dem Endspurt nun endlich Zeit hatte, seinen Tribut zu fordern. Sein eiskalter Blick durchbohrte den Dieb, welcher sogleich um sein Wohlergehen flehte: <i> „Tut mir nichts! Ich gebe euch auch euren Beutel zurück. Ich wusste doch nicht, das ihr dem gleichen Gewerbe nachgeht, wenn ihr mich Laufen lasst, dann..“ </i> Er stocke kurz und fuhr dann fort <i> „...dann habe ich vielleicht was für euch.“ </i>

Lauron antwortete allerdings nicht, zu mindest noch nicht. Ihm war zwar bewusst, dass er nicht alle Zeit der Welt hatte, da es den Wachen früher oder später gelingen wird, die Tür zu durchbrechen. Wenn er bis dann nicht wieder untergetaucht war, hatte er ein nicht unerhebliches Problem, da ein Kampf aufgrund Laurons miserabler Kampfkünste ausschied und eine Flucht ein gewisses Risiko barg. Der Grund für sein Schweigen war aber recht simpel: er wollte sich für diese Unannehmlichkeiten rächen, er wollte den Dieb mit dem Leid der Ungewissheit strafen, er sollte bis zu letzt um sein Wohlergehen fürchten! Um diese Furcht zu schüren, nahm Lauron zusätzlich eine drohende Haltung ein. Nachdem er seine Haltung kurz wirken lassen hatte, riskierte er es, sich umzusehen.

Sie standen vor einer zweieinhalb Schritt hohen Mauer, hinter der ein prunkvolles Gebäude stand, welches von zahlreichen Wasserfällen, die aus Fenstern und vom Dachen plätscherten, geziert wurde. Dies rief eine leichte Verwunderung bei Lauron hervor, die dieser in Gegenwart des Diebes natürlich verbarg. <b> Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu.... Wie kann denn Wasser aus einem Gebäude fließen? Da ist doch irgendein Zauber am Werk... </b> Bei dem Gedanken an Wasser lief ihm ein kalter Schauer den rücken herunter, da Lauron unwillkürlich ans Meer denken musste, welches er so fürchtete. Sofort verwarf er den Gedanken wieder und konzentrierte sich wieder auf die Situation, indem er anfing über die Worte des Diebes nachzudenken. <b> Er hat etwas für mich? Er ist wie ich ein Dieb und Diebe haben nichts zu verschenken! Das ist doch sicherlich eine Falle... andererseits... </b> Angesichts des Angebotes war Lauron zwar noch unsicher, aber in einer anderen Sache nicht: Sein Gold wollte er auf jedenfall zurück. Also sprach er schließlich mit kalter Stimme zu dem Mann: „ So so... Ihr habt etwas für mich?“ Wieso Lauron in dieser Situation noch Höflichkeitsfloskeln wahrte, wusste er selbst nicht, es war so eine Art Reflex. „Ich würde sagen, ihr gebt mir erst einmal mein Gold zurück, bevor ich mich noch vergesse....und glaubt mir, das wollt ihr nicht... Dann... “ Lauron zog den Satz absichtlich in die Länge, um den Kerl noch weiter auf die Folter zu spannen. „ werde ich mir euer Angebot vielleicht anhören... “
Zuletzt geändert von Lauron am Sonntag 28. September 2008, 00:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Freitag 3. Oktober 2008, 14:13

Lauron hatte den Mann aufstehen lassen, doch da dieser die Mauer im Rücken hatte und sich rechts und links von ihm Büsche befanden, war eine Flucht recht schwierig. Trotzdem riskierte er einen unauffälligen Blick, möglichst so, das der Dunkelelf es nicht sah.

<i> „ So so... Ihr habt etwas für mich. Ich würde sagen, ihr gebt mir erst einmal mein Gold zurück, bevor ich mich noch vergesse... und glaubt mir, das wollt ihr nicht... Dann... werde ich mir euer Angebot vielleicht anhören.“</i>

Nervös spielte der vermeintliche Bettler mit dem Ärmel seiner Kleidung herum, als würde diese Drohung bei ihm Wirkung zeigen. Doch dann veränderte sich sein Blick zu einen ebenfalls, kalten Grinsen: „Glaubt ihr wirklich ihr könnt mir drohen?“ Fragte er, „Ich brauche nur nach den Wachen rufen. Ich bin doch nur ein einfacher <i>’Bettler’</i>.“ Sein Grinsen wurde breiter als er feststellte, wie schnell sich das Blatt wenden ließ... fast wie in alten Zeiten... nur ohne Magie. „...Sohn des Ryn’ranauh.“ Fügte er ein wenig zögerlich hinzu.

Mit prüfendem Blick sah der Bettler Lauron an, um jede noch so kleine Reaktion mitzubekommen. Es war lange her und eigentlich mochte er sich nicht gerne an diese Tragödie erinnern, doch als er diesen jungen Mann nun vor sich stehen sah, kamen die Erinnerungen zurück in seinem Kopf. Die Ähnlichkeit war einfach verblüffend. Vielleicht lag er falsch mit seiner Annahme und er irrte sich, aber vielleicht auch nicht...

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Re: Rundgang

Beitrag von Lauron » Freitag 3. Oktober 2008, 18:47

Lauron konnte es einfach nicht fassen. Der Kerl grinste! Er hatte doch so viel Mühe in seine bedrohliche Pose gesteckt, so kühl gesprochen wie er nur konnte, seinen durchdringesten Blick aufgesetzt und der Mann grinste einfach! Da war nicht einmal das kleinste Anzeichen von Angst in seinem Gesicht! <b> Das....das kann doch nicht wahr sein.... </b>

In nur wenigen Sekunden war es dem Dieb gelungen, Laurons drohende Fassade zu zerbrechen und ihn mit Verwirrung zu strafen. Als er dann sprach, verwandelte sich diese jedoch in blanke Wut. Lauron war aber nur zum Teil wütend auf den Dieb, er war vielmehr wütend auf sich selbst, weil alles, was der Kerl da sagte, stimmte! Er ließ Lauron, wie einen blutigen Anfänger da stehen: wo war seine Professionalität geblieben, die ihn vor der ganzen Situation bewahrt hätte und wo die Auffassungsgabe, die die Sinnlosigkeit einer Drohung erkannt hätte? Etwa in Balar zurückgeblieben? Diese Erkenntnis seiner eigenen Unfähigkeit in Kombination mit der bereits seit dem Diebstahl aufgestauten Wut, führte schließlich dazu, dass Lauron sich nicht länger unter Kontrolle hatte: Er zog sein Schwert und schlug mit aller Kraft auf den Bettler ein.
Ob ihm nun seine miserablen Kampfkünste oder die Tatsache, dass er blind vor Wut war, zu gute kam, konnte er nicht beurteilen, auf jeden Fall erwischte er ihn nicht. Lauron schlug links an ihm vorbei und traf die Mauer, wo sich sein Schwert prompt in dem Zwischenraum zweier Steine verkeilte. Immernoch vor Wut schnaubend versuchte er es wieder herauszuziehen, was allerdings ein sinnloses Unterfangen war. Er hatte wirklich ganze Arbeit geleistet, ohne Hilfe würde er das Schwert nämlich nicht wieder herausbekommen. Lauron ließ von dem Griff ab und trat einen Schritt zurück, unfähig den Bettler anzuschauen. <b> Er hat gewonnen.... er hat mich jetzt in der Hand... meinen einzigen Vorteil habe ich gerade in die Mauer gerammt, ich Idiot.... </b>

Schließlich resignierte er: „ Na gut, sagt schon, was habt ihr für mich?“ Lauron glaubte zwar nicht daran, dass er jetzt noch eine Antwort erhalten würde, da jeder Dieb bei klarem Verstand die Situation nutzen würde, um zu fliehen, aber einen Versuch war es immerhin wert. Er machte sich aber nicht mehr die Mühe aufzuschauen, sondern sah einfach nur zu Boden, wobei ihm etwas, was der Bettler gesagt hatte, ständig durch den Kopf schoss <b> Was bitte meinte er mit <i>Sohn des Ryn’ranauh</i>?</b>

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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Dienstag 4. November 2008, 14:35

Erschrocken sprang der Mann beseite, als Lauron mit seinem Schwert ausholte, so sicher war er sich seiner Sache doch nicht. Er merkte zwar, dass der Dunkelelf nicht sehr geübt war in der Kunst des Schwertkampf, aber eine Schnittverletzung am Arm wäre trotzdem mit Schmerzen verbunden gewesen wäre.

Die Waffe landete neben ihm in der Mauer. Schnell versuchte er es wieder heraus zu ziehen, doch es hatte sich zwischen zwei Steinen verkeilt und ein ungutes Knacken war zu hören. Das Schwert war rostig und ob Lauron es heil wieder bekommen würde war fraglich, aber erstmal beließ er es dabei und wandte sich zu dem vermeintlichen Bettler um der ihn schmunzelnd ansah.

<i>„ Na gut, sagt schon, was habt ihr für mich?“</i> Fragte er.

"Vielleicht erst einmal das hier." Immer noch grinsend warf er Lauron den Beutel mit dem Gold zu, aber nicht ohne ihn vorher in der Hand abzuwiegen. "Hm..." begann er, "Das scheint eine Menge zu sein, wenn man bedenkt, dass ihr nicht einmal ein vernünftiges Schwert bei euch führt. Ich gehe mal davon aus das ihr es jemanden entwendet habt."

Er sah an Lauron vorbei die Straße hinab.

"Wenn ich an eurer Stelle wäre würde ich verschwinden. Die Schenke zum Seemann ist ein guter Ort, ein wenig rauh, aber gut. Gehabt euch wohl." Er verneigte sich mit einem Zwinkern und <i>verschwand</i>... beziehungsweise löste sich einfach in der Luft auf.

Hinter sich konnte Lauron zwei männliche Stimmen vernehmen.
"Haben wir euch. Ihr entkommt uns nicht mehr." Schnelle Schritte waren zu hören, wenn Lauron nicht wieder im Gefängnis landen wollte, sollte er einfach laufen.

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Re: Rundgang

Beitrag von Lauron » Donnerstag 6. November 2008, 16:09

Immernoch zu Boden sehend, vernahm Lauron die Worte des Bettlers, was ihn doch sehr überraschte. Er hatte erwartet, dass dieser wortlos verschwinden würde, aber das Glück war ihm anscheinend erneut hold gewesen. Verwundert blickte er auf und sah so gerade noch den heranfliegenden Goldbeutel, welchen er dann mit einer geschickten Handbewegung auffing. Auf seine den üppigen Inhalt des Beutels betreffende Erkenntnis antwortete er ganz trocken: „Ist ja schließlich mein Beruf, genau wie der eure.“ Er merkte sich den Namen des Gasthauses, welcher ihm genannt wurde, folgte dann dem Blick des Fremden und sah am Ende der Straße die Wachen aus der Hintertür des Lagerhauses stürmen. Er schluckte hart und drehte sich wieder um, nur um den Bettler gerade noch so aus den Augenwinkeln verschwinden zu sehen. Ihm blieb allerdings nicht viel Zeit sich darüber Gedanken zu machen, wie er das angestellt hatte und wieso er das nicht schon längst getan hatte, denn die Wachen kamen immer näher.

Also zerrte er nochmal heftig an dem Knauf des Schwertes, da er ungern unbewaffnet herumlaufen wollte, erzielte dabei aber wahrscheinlich nicht den gewünschten Effekt: Ein markerschütterndes Knacken durchdrang die enge Gasse und Lauron stolperte einige Schritte zurück. Das rostige Schwert war in zwei gebrochen. Lauron hielt den Griff und ein kümmerlichen Rest der Klinge in Händen. Die Spitze des Schwertes stecke weiterhin in der Mauer fest. Lauron fluchte leise, verstaute das zerstörte Schwert auf seinem Rücken und warf nochmal einen Blick in die Gasse. Die Wachen waren ihm bereits gefährlich nahe gekommen, also war es höchste Zeit zu verschwinden. Er nahm die Beine in die Hand und sprintete in die Querstraße hinein.

Seine überdurchschnittlichen Laufkünste und die Leichtigkeit seiner Ausrüstung kamen ihm dabei glücklicherweise zu Gute. Die Wachen waren zwar die besseren Kämpfer, doch durch das nicht unbeträchtliche Gewicht ihrer Rüstung konnten sie nicht so schnell laufen, wie Lauron mit der Lederrüstung. Bereits nach kurzer Zeit waren die Gesetzeshüter nicht mehr zu sehen, allerdings hatte sich Lauron bei der Flucht hoffnungslos verlaufen....

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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 13. November 2008, 14:41

Gerade noch rechtzeitig sprang Lauron zur Seite, als einer der Wachen sich auf ihn stürzen wollte und sprintete los, nachdem er das zerbrochene Schwert auf seinen Rücken verstaut hat. Es war überhaupt erstaunlich, dass er sich dafür noch die Zeit gönnte, anstatt gleich loszulaufen und es währenddessen zu tun.
Es war ein Leichtes für den gewandten Dunkelelfen, die Wachleute abzuhängen, die ihm schwerfällig in ihren Rüstungen hinterher liefen. Sie waren eher auf das Verteidigen ausgerichtet, als auf das Verfolgen.

"Haltet ihn!" Rief einer der beiden ein paar Bewohnern der Stadt zu, die verdutzt Lauron ansahen und so schnell nicht schalten konnten, denn da da war er bereits entflohen.

Als Lauron zum Stehen kam, stellte er fest das er sich verlaufen hatte, aber die Wachmänner waren nicht mehr in Sicht und das war besser als wenn er wüsste wo er sich befand.

Die Luft war kalt und salzig. Salziger als auf dem Markplatz, so könnte Lauron eventuell darauf schließen, dass er sich in der Nähe das Hafens aufhielt.

Was wollte der Dunkelelf nun tun?
Seinen Weg ziehen oder die Schenke zum Seemann aufsuchen, wie ihm der vermeintliche Bettler angeraten hatte? Wobei Lauron in der Zwischenzeit gemerkt haben müsste, dass dieser Mann sicherlich kein Bettler war und wahrscheinlich noch nicht einmal ein gewöhnlicher Dieb in der Verkleidung eines Bettlers.
Und wer war Ryn'ranauh?
Hatte das etwas mit Lauron zu tun oder hatte der Mann ihn womöglich verwechselt?





<i>[OT: Weiter 'In der Hafen Andunies". Kannst dort einen neuen Thread eröffnen.]</i>
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