Rundgang

Kein Marktplatz ist schöner und lebhafter als der Andunies. Hier findet man alles, was das Herz begehrt. Leider treiben sich auch ab und an kleine Diebe herum, doch das mindert die Kauflaune der Bürger wenig.
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Rundgang

Beitrag von Gestalt » Sonntag 3. September 2006, 14:43

"Na, mein Herr, meine Lederwaren scheinen Euch ja wirklich zu interessieren, aber wollt Ihr nur weiterhin drauf starren oder auch etwas kaufen?"

Der Verkäufer sagte es mit einem leichten Unterton in der Stimme, aber nicht unfreundlich. Er war ein Händler und sein Ziel war es, Waren zu verkaufen und nicht, sie nur herumzuzeigen. Andere potenzielle Kunden drängten bereits um den Stand herum und diese schienen das Geldbeutelchen weitaus lockerer zu tragen als ein Zwerg.
Der Händler kümmerte sich jetzt jedoch um eine Frau, die ein kleines Lederband für ihren Sohn haben wollte und beachtete Pecew nicht weiter.
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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Sonntag 3. September 2006, 17:17

Obwohl Pecew nicht viel vom Kochen wusste, so fand er auch die Stände mit den geschmacklichen Spezialitäten sehr interessant.
Sie waren so farbenfroh und erweckten Appetit in dem Zwergen auch wenn er keinen richtigen Hunger hatte. Auch roch es absolut lecker, denn an einem der Stände wurde eine äußert köstlich duftende Gemüsesuppe verkauft, an einer anderen gab es zu Brei zerstampftes Obst. Die Auswahl war gigantisch. Pecew konnte sich nicht satt sehen.

Plötzlich fiel ihm ein ganz besonderer Stand ins Auge. Zwischen kleinen Figuren und Spielsachen aus Holz stand ein wirklich schönes Holzschiff mit kleinen Stoffsegeln und winzigen Besatzungsmitgliedern, ebenfalls aus Holz. Das Modell erinnerte den Zwergen an sein eigenes Meisterwerk, das sich in Obhut der Stadt befand.

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Yann Adamm-Ra
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Re: Rundgang

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Sonntag 3. September 2006, 23:19

[kommt aus Wohnviertel --> Augustas Haus]

Während Yann sich durch die Menge drängelte, schubste er einige Leute beiseite, welche ihm Rufe wie: „He Kleiner, pass doch auf!“ oder „Was soll das!“ hinterher riefen. Dies kümmerte Yann jedoch recht wenig. In seinem Gefühlschaos achtete er kaum auf seine Umgebung. So kam es auch, das er plötzlich gegen jemandem stieß und rücklings auf den Boden viel. Als er verwirrt und erschreckt aufblickte sah er einen kleinen, runden Mann mit roten Haaren und einer Axt an seinem Gürtel. Ohrringe hingen an seinen Ohren, die bei Kopfbewegungen des rundlichen Mannes hin und her schwangen. Er hatte einen kurzen Bart und trug ein Leinenhemd, sowie eine Rau-Lederhose.
Als Yann sich weiter umblickte bemerkte er einen Stand mit Spielzeug, welches liebevoll aus Holz gefertigt wurde. Er lag direkt davor auf dem Boden und der kleine Mann stand genau über ihm.

„Es….es….tut mir leid.“ brachte Yann hervor und sah die Gestalt vor sich an. Er versuchte sich die Tränen aus den Augen zu wischen, was jedoch nicht wirklich von Erfolgt gekrönt zu sein schien. Kaum hatte er die vorhandenen entfernt, kullerten schon die nächsten Yanns Wangen hinab.

Wie Yann so weinend auf dem Boden lag, machte er mehr denn je den Eindruck eines Kindes. Seine 16 Jahre waren im bei weitem so nicht anzusehen. In seiner weiten und bunten Gauklerkleidung und dem von Tränen aufgeweichten Gesicht sah die reine Unschuld heraus.
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Re: Rundgang

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Montag 4. September 2006, 23:25

Schluchzend versuchte Yann erneut sich die Tränen aus den Augen zu wischen, diesmal mit Erfolg. Er blickte erneut zu dem kleinen Mann auf und sagte: „Ja….ähm….nein, mir ist nichts passiert! Es tut mir leid, ich habe nicht aufgepasst.“ Dann versuchte er aufzustehen und nach einigen Minuten war Yann wieder auf seinen Beinen. Mit seinen 1,67 m überragte er seinen Gegenüber, so dass dieser nach oben blicken musste um in Yanns Gesicht zu sehen.

„Weißt du wie es nach Pelgar geht? Ich muss ganz schnell da hin und ich habe nicht die geringste Ahnung und nur wenig Zeit!“ Yann wirkte ziemlich in Eile, doch ließ er sich es nicht nehmen ein leichtes Grinsen auf sein Gesicht zu setzen. Seine Traurigkeit war zwar noch immer spürbar, aber durch seine Kindheit und sein Leben bei den Gauklern und Artisten war er es gewöhnt schnell wieder ein Lachen auf sein Gesicht zu zaubern.

<b>Bitte lasst ihn mir helfen. Ich bin doch so alleine und weiß überhaupt nicht was ich jetzt machen soll.</b>

Yann blickte sich mehrmals um und es schien, als ob er jeden Moment erwartete etwas durch die Menschenmenge zu sehen. Es war aber nichts zu erkennen, dann blickte er wieder zu dem kleinen Mann und wartete auf seine Antwort.
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Re: Rundgang

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Dienstag 5. September 2006, 23:27

Yann blickte den kleinen Mann aus großen Augen an. Er wischte sich erneut über seine letzten Tränenreste, die damit verschwanden. Sich weiterhin umschauend wirkte Yann recht nervös, dennoch hatte er ein Grinsen auf dem Gesicht. Für fremde Menschen schien das ein seltsam verzerrtes Bild zu sein. Dann sah seinem Gegenüber direkt in die Augen

„Naja von wollen kann keine Rede sein. Ich muss nach Pelgar! Mein Opa ist krank und ich soll ihm Medizin bringen und ich weiß nicht wo ich lang muss.“ Yanns Blick war aufrichtig und schien ehrlich. „Kannst du mich nicht begleiten und nach Pelgar führen? Du scheinst den Weg ja nicht nur einen Weg zu kennen.“

Dann legte Yann seine Hände auf die Schultern des Zwerges und blickte sich erneut um. In der Menschenmenge hinter ihm baute sich ein kleiner Tumult auf. Mann konnte verärgerte Rufe wie „He pass doch auf, Fremder“ hören.

<b>Oh nein!</b>
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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. September 2006, 00:29

Jemand drängelte sich wild durch die Menge aus Bürgern und Händlern, die hier am Marktplatz versammelt waren. Der Zwerg konnte kaum sehen, was da auf sie zu kam, denn seine Zwergengröße ließ es einfach nicht zu.
Doch Yann erkannte einen Haarschopf und den oberen Teil eines grimmig dreinschauenden Gesichts ... eines Gesichts, das er erst im Haus von Augusta gesehen hatte.
Es war der fremde Mann, der ihn verfolgte. Vermutlich hatte der Augusta tatsächlich in Frieden gelassen, war sofort aus dem Haus gestürzt und hatte Yann noch verschwinden gesehen.

Jetzt kam er langsam angestiefelt. Noch suchte er nach ihm, noch hatte er den Jungen in der Masse aus Menschen nicht ausmachen können. Aber bald würde er ihn finden und wer weiß, was er mit ihm vor hatte.

Yann musste schnell von hier verschwinden. Nach Pelgar, wie es Augusta vorgeschlagen hatte ... schnell. Hatte er noch genug Zeit, einen anderen Reiseführer zu suchen oder musste er mit dem Zwerg vorlieb nehmen? Würde dieser ihn überhaupt begleiten wollen?

Yann spürte schon den Hauch der Gefahr im Nacken und die langen Klauen von Ärger, die seinen Körper packen wollten.

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Re: Rundgang

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Mittwoch 6. September 2006, 23:11

Yann löste sich aus seiner Starre und duckte sich schnell hinter den Zwerg. Das Bild war seltsam, wie der größere Junge sich hinter dem kleineren Zwerg versteckte. In der Hocke blicke jetzt Yann hinauf um in das Gesicht des Zwerges zu schauen.

„Mmmhhhh…..ja.“, gab er zu, „Er ist der Grund. Aber kann ich es dir nachher erzählen? Lass uns gehen, wenn du gewillt bist mich zu begleiten, sonst entdeckt der Kerl mich noch!“

Fast schon flehend sah der braunhaarige Junge seinen Gegenüber an. Der Fremde inzwischen wurde immer rasender. Mann konnte seine Stimme grollend vernehmen, auch wenn man die Worte nicht verstand. Zähneknirschend machte er einen Schritt nach dem anderen und blickte sich in der Menschenmenge genau um. Sein Gesicht machte einen Furcht einflößenden Eindruck und seine Gesichtszüge waren vor Wut so verzerrt, dass man meinen konnte er wäre kein menschliches Wesen.

<b>Oh nein! Er kommt immer näher. Was soll ich nur tun? Er macht mir Angst. Was will er nur von mir?</b>

Yann schaute in das zum Teil vom Bart verhüllte Gesicht des Zwerges und seine Augen glitzerten erneut vor Tränen. Sein Mund hingegen machte Anstallten von einem Lächeln. Als sein Gegenüber sich beim Nachdenken am Bart kratze merkte man deutlich, dass Yann sich bereits Hoffnungen machte, einen Reisegefährten gefunden zu haben.
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Re: Rundgang

Beitrag von fremder Mann » Donnerstag 7. September 2006, 23:01

Der Mann machte ein paar Schritte und schubste Pecew dabei fast um. "Aus'm Weg, Zwerg!", schnauzte er ihn wütend an.

<b>Wo ist dieser kleine Bengel nur, ich hatte ihn doch eben gesehen ... glaube ich!</b>

Der Mann kümmerte sich nicht weiter um Pecew, sondern stapfte ein Stück weiter. "Zeig dich, Bürschchen!", schrie er, entdeckte Yann aber nicht, der sich inzwischen zum Rand des Marktplatzes kämpfte.

Der Mann drehte sich einmal, ging dann ein Stück und kam noch einmal an Pecew vorbei, wobei er murmelte: "Ich werde die ganze Stadt absuchen ... am besten ich schau mal in den Kneipen und engen Gassen vorbei, der Lümmel versteckt sich sicher irgendwo dort."

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Re: Rundgang

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Donnerstag 7. September 2006, 23:15

Von dem Stoß Pecew’s angetrieben kämpfte Yann sich weiter durch die Menschenmenge auf den Rand des Marktplatzes zu. Voller Aufregung und zugleich dem Zwerg sehr dankend kam Yann plötzlich der Gedanke, dass er ja gar nicht wusste wo der Hafen zu finden ist. Yann blieb kurz stehen und blickte zurück zu der Stelle wo er mit dem kleinen Mann gestanden hatte. Dort war eine Menschenansammlung zu sehen, die sich scheinbar schaulustig um etwas scharrte. Dann wandte er sich wieder um.

<b>Mist wo ist der Hafen? Ich kenne mich in der Stadt doch gar nicht aus. So lange bin ich ja noch gar nicht hier.</b>

Dann fasste Yann seinen ganzen Mut zusammen und tippe einer Person vor ihm auf den Rücken. Als diese sich umwandte um zu sehen wer oder was das eben war, erblickte die Frau den kleinen, braunhaarigen Jungen. Yann fragte schnell nach dem Hafen und bereitwillig gab die Frau ihm Auskunft. Sogleich machte er sich wieder auf, in die Richtung welche die Frau ihm gesagt hatte und verschwand vom Marktplatz.

[weiter am Hafen]
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Re: Rundgang

Beitrag von Lauron » Montag 1. September 2008, 23:48

Nachdem Lauron den Kerker verlassen hatte, betrat er die Eingangshalle des Rathauses. Flüchtig ließ er den Blick über die vielen geschlossenen Türen, an denen unterschiedlich beschriftete Schilder angebracht waren, schweifen. Da er das Rathaus für vorerst uninteressant einstufte, ging er durch die große Eingangstür nach draußen auf die Straße, wo er von der Kälte überrascht wurde, weshalb er seinen Mantel etwas enger um sich zog. Als er sich allmählich an die Temperatur gewöhnt hatte, sah er sich leicht orientierungslos um und vernahm sogleich den Lärm geschäftigen Treibens, welcher wohl vom Marktplatz herrührte. Kein Geräusch klang schöner in den Ohren eines Diebes, denn es versprach volle Goldbeutel, seine Haupteinnahmequelle. Nun sah er auch die Menge, die sich dort tummelte und machte sich kurzerhand in deren Richtung auf den Weg.

Dort angekommen, tauchte er ins Gedränge ein und ließ sich ein wenig in ihm treiben. Dabei konnte er nicht umhin die prall gefüllten Beutel, die verlockend klimpernd an den Gürteln ihrer Besitzer hingen, zu bemerken. Einige waren sogar so achtlos befestigt, dass sie förmlich darum bettelten, gestohlen zu werden. Doch hielt er sich am Riemen. Bevor er mit seinem Tagwerk begann, wollte er, erst einmal die Lage auszukundschaften. Schließlich sollte eine Flucht nicht gleich in einer Sackgasse enden. Also beschloss Lauron einige Runden auf dem Marktplatz zu drehen, um dabei mögliche Fluchtwege und Wachpatrouillien auszumachen. Dabei ging er an großen hölzernen Ständen, welche bis zum Bersten mit den unterschiedlichsten Waren gefüllt waren, einer kleinen Bühne, auf der ein Gaukler seine Künste zum Besten gab und einer einladend wirkenden Schenke, vor der ein Schild mit der Aufschrift „Zum Wanderer“ stand, vorbei.

Doch, obwohl er sich bemühte, sich auf seine Vorhaben zu konzentrieren, gelang es ihm nur schwer. Er entdeckte zwar ein paar kleine Gassen, welche bestimmt ideal gewesen wären, allerdings lenkte ihn die Vielfalt der Wesen, die er hier sah, immer wieder ab, sodass er nicht dazu kam, sie zu auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Es war für ihn auch vollkommen neu. In Balar oder Sarma, sahen die Leute fast alle gleich aus. Zumindest hatten sie dort alle die gleichen Grundmerkmale, wie beispielsweise die Hautfarbe. Hier allerdings glich größtenteils kein Wesen dem anderen. Manche sahen sogar aus wie er! All die Eindrücke dieser Wesen prasselten auf Laurons Verstand ein und ließen ihn sein Vorhaben letztendlich ganz vergessen, sodass er wie blind über den Platz schlenderte und die Atmosphäre genoss: Die Gerüche der feilgebotenen Waren, die unterschiedlichen Sprachen, die gesprochen wurden, von denen Lauron die meisten allerdings nicht verstand, das Werben der Händler für ihre Waren .....

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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Samstag 6. September 2008, 01:15

Langsam schlenderte Lauron über den Marktplatz von Andunie. Er hatte gerade das Gefängnis, mehr durch Glück, als durch Recht verlassen, da dachte er schon wieder an die Dieberei, die ihn, sollte er sich erwischen lassen, wieder in das Gefängnis befördern würde und es dann diesmal sicherlich nicht so einfach wäre wieder hinauszugelangen.
Wie erstaunlich auch immer sein Drang war, anderes Hab an sich zu nehmen, wo er doch mehr zufällig in dieses Gewerbe gerutscht war.

Aufmerksam beobachtete er das Treiben, entdeckte mehrere prallgefüllte Geldbeutel und dieser Tag hätte ihn sicherlich reich gemacht, wenn er nicht durch die anderen vielen, neuen Eindrücke geblendet gewesen wäre.

Es fanden sich viele der verschiedenen anderen Rassen Celcias hier auf den Markt, wobei man neben Menschen besonders viele Elfen sah. Auch seine eigenen Landsleute waren hier nicht gerade wenig vertreten und im Gegensatz zu Balar, nahm man hier auch nicht sonderlich wahr.
Trotz das es schon recht kühl war und bald die dunklen Jahreszeiten anbrechen würden, war der Markt gut gefühlt.
Es ging viele Gassen von dem Platz ab. Doch waren die rechts, von dort wo gekommen war, nicht brauchbar, da man dort bereits die Stadtmauern sehen konnte. Gegenüber der Straße, wo das Rathaus stand, gingen zwei Straßen ab in Richtung der Wasserakademie und von links, wehte eine steife Briese, salzige Meeresluft heran. Folglich musste dort der Hafen von Andunie liegen.

Plötzlich wurde er angerempelt, ob es ein Versehen war oder nicht, könnte Lauron jetzt nicht genau sagen, da er bereits einige angerempelt wurde, doch ein Ziehen an seinen Umhang sollte ihn eigentlich verdächtig vorkommen.
„Ent-entschuldigt“, murmelte neben ihm eine männlich Stimme. Und ein Bettler, mit brauner zerschlissener Kleidung humpelte an ihm vorbei, in Richtung eine schmalen Gasse.
Er roch nicht sonderlich gut, sein weißes Haar war leicht verfilzt und sein Gesicht, sowie Hände und Kleidung mit Dreck überzogen. Er schien bereits ein alter Mann zu sein und musste sich irgendwann in seinem Leben eine Verletzung am Bein zugezogen haben, da dieses seltsam verdreht war. Erstaunlich war, wie schnell er sich damit fortbewegen konnte.

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Re: Rundgang

Beitrag von Lauron » Samstag 6. September 2008, 14:05

Nachdem Lauron einige Zeit in diesem Trancezustand über den Marktplatz gelaufen war, wurde er plötzlich unsanft aus jenem gerissen. Ein ziemlich übel riechender, dreckiger Bettler rempelte ihn an. Er entschuldigte sich sofort, doch davon nahm Lauron kaum Notiz. Sein Verstand war noch immer nicht ganz wieder da, weshalb er sich in diesem Moment keine Gedanken darüber machte. Einige Schritte weiter, dämmerte es ihm jedoch. <b> Moment! Das kommt mir bekannt vor! </b>, schoss es durch seinen Kopf. Instinktiv griff er mit der rechten Hand an seinen Gürtel, woran normalerweise sein Goldbeutel befestigt war, und seine schlechte Vorahnung bewahrheitete sich. Er war bestohlen worden! <b> Oh nein, mein lieber Freund, damit kommst du mir nicht davon! </b> Blitzschnell drehte er sich um und suchte in der Menge nach dem dreisten Dieb. Einen anderen Dieb bestehlen, war ja wohl die Höhe!

Laurons Unterfangen war allerdings leichter gedacht als getan. Doch hatte er wieder einmal unglaubliches Glück. Obwohl er geistig abgeschaltet hatte, als der Bettler ihn anrempelte, hatte er sich unterbewusst dessen Bewegungsmuster eingeprägt. <b>Der Mann humpelte! </b> Er suchte also in der Menge nach einer hinkenden Person und erstaunlicher Weise, gab es nur eine im ganzen Getümmel. Diese steuerte auch noch auf eine kleine Nebengasse zu. Kein Zweifel, das war der Dieb. <b> Jetzt hab ich dich! </b>, dachte Lauron und machte sich sofort daran, ihn zu verfolgen.

Der Mann war zwar verblüffend schnelll, aber Lauron war noch schneller. Er drängelte sich durch die Menge, wobei er einige wüste Beschimpfungen erntete, war kurze Zeit später aber endlich an ihrem Rand angekommen. Der Bettler erreichte bereits die kleine Gasse, die er angepeilt hatte. Lauron allerdings nur wenige Sekunden später. „Bleib stehen!“, rief Lauron ihm hinterher, ohne die Verfolgung abzubrechen. Eine Hand ruhte schon am Griff seines Kurzschwertes...

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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Montag 8. September 2008, 22:35

Lauron brauchte ein wenig Zeit, bis er verstand, dass der Rempler kein Versehen gewesen war. Schnell ging seine Hand zu der Stelle, wo er üblicherweise seinen Goldbeutel trug und in der Tat... er war weg! Suchend sah er über den großen, Platz. Durch die vielen Leute war es schwer jemanden auszumachen, doch Lauron ging dem Gewerbe der Dieberei nicht zum ersten Mal nach, so dass er sich unbewusst die Leute merkte, die ihm begegneten. Auch diesmal kam ihm das zu Gute. Der Mann humpelte. Es gab waren nicht viele hier die humpelten, genauer gesagt erblickte der Dunkelelf nur einen und der versuchte gerade in einer kleinen Gasse zu verschwinden. Schnell arbeitete er sich durch die Menge und holte auf, wobei er feststellte, dass der Mann ganz schön schnell war.

<i>„Bleib stehen!“</i> rief er dem Dieb hinterher. Dieser drehte sich herum, mit ängstlich geweiteten Augen sah er den Dunkelelfen an, als er bemerkte, dass er ihn anscheinend ertappt hatte.

War es wirklich eine gute Idee von Lauron gewesen, auf sich aufmerksam zu machen, denn nun zeigte sich, dass der Bettler wahrscheinlich gar kein Bettler war. Urplötzlich ließ er vom Humpeln ab und lief er so schnell er konnte die Straße hinunter und er war wirklich flink.
Sollte dieser auch schon länger der Dieberei nachgehen?

Als er ein wenig Abstand gewonnen hatte, wandte er sich ein weiteres Mal um und stürmte dann in eine schmale Querstraße ein. Wenn Lauron dort ankommt, würde er nur noch einen Schatten wahrnehmen und hören wie eine Tür ins Schloss fällt...

Die Häuser dieser Straße schienen unbewohnt zu sein, obwohl sie groß waren und sehr geräumig schienen. Vielleicht nutzen die Händler sie als Lagerstätten für ihre Waren? Jedenfalls zeugten diverse Kisten die am Straßenrand und teilweise an den Hauswänden standen davon.

Wusste Lauron in welche Richtung er sich wenden musste?
Hatte er gesehen, durch welche Tür der vermeintlich Bettler geflüchtet war?

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Re: Rundgang

Beitrag von Lauron » Dienstag 9. September 2008, 17:15

Kaum hatte Lauron den Ruf ausgestoßen, bereute er ihn schon wieder. Als der Flüchtende bemerkte, dass er verfolgt wurde, gab er seine Maskerade auf und spurtete durch die Gasse. Lauron biss sich auf die Unterlippe und legte einen Zahn zu, damit er den Dieb nicht verlor. <b> Natürlich! Die alte Humpelnder-Bettler-Nummer... und ich falle auch noch drauf rein </b> Der Mann setzte zum Endspurt an und erreichte eine Querstraße, in die er sogleich einbog. Auch Lauron gab noch einmal alles und erreichte die Straße wenig später, allerdings nur, um noch das Geräusch einer zuschlagenden Tür und das Schließen eines Schlosses zu hören. Welche Tür das war, konnte er jedoch beim besten Willen nicht sagen. Dafür war er zu langsam gewesen.

<b> Verdammt noch mal!</b> Aufgeben wollte er aber nicht. Schließlich ging es hier um 100 Goldmünzen! Immernoch aufgebracht, musterte er erst einmal seine Umgebung. Die Straße war nicht sonderlich lang und Türen befanden sich nur zur Linken Laurons. Auf der anderen Seite türmten diverse Holzkisten und Fässer. Die Meisten waren allerdings beschädigt. Die Holztüren befanden sich relativ weit auseinandener, was auf große Räume dahinter schließen ließ. Wahrscheinlich handelte es sich hier um Lager von Händlern. Das war aber nicht das einzige, was diese Abstände verrieten. Lauron war nur knapp hinter dem Mann gewesen, was wiederum bedeutete, dass dieser in eine der Türen geflohen sein musste, die dem Eingang der Straße am nächsten lagen. Dafür kamen nur drei Stück in Frage. Die anderen hätte der Flüchtende unmöglich erreichen können, ohne dass Lauron ihn gesehen hätte. Jetzt musste Lauron nur noch feststellen, hinter welcher sich der Dieb verbarg. Nach einem kurzen Moment der Ratlosigkeit, kam er schließlich zu der Erkenntnis, dass er den Mann vielleicht atmen hören könnte, wenn er an den Türen lauscht.

Gedacht, getan. Langsam schlich er von Tür zu Tür, wobei er angestrengt versuchte das kleinste Geräusch aus dem Inneren wahrzunehmen. Aber anscheinend hatte er es nicht mit einem Anfänger zu tun. Er hörte nämlich rein gar nichts. Ein anderer Umstand kam ihm jedoch zu Gute: Eine der Türen hing schief in den Angeln und das Schloss war herausgebrochen. Der Dieb hätte diese Tür also nicht abschließen können. Blieben also nur noch zwei. Diese glichen sich allerdings wie ein Ei dem anderen. Abermals unschlüssig schaute Lauron von einer Tür zur anderen. Dann fragte er sich, welche er wohl genommen hätte und entschied sich nach kurzem Grübeln für die Hintere. Die Vordere hätte jeder zu erst verdächtigt, weil sie näher am Eingang der Straße lag und somit einfacher zu erreichen war, aber so wie Lauron den Kerl einschätzte, war er erfahren genug, um das zu wissen.

<b> Dann mal los</b> dachte Lauron, während er einen Dietrich aus dem Beutel an seinem Gürtel zückte und sich dem Schloss der Tür zuwand. Es war ein einfaches Schloss, solche hatte Lauron schon oft geknackt. Gerade einmal drei Bolzen hielten die Tür zu. Nachdem er mit Erfolg zwei davon unschädlich gemacht hatte, zögerte er jedoch. <b> Was ist, wenn der alte Mann nicht allein da drin ist und mit zwei Schlägern auf mich wartet? </b> Er schluckte hart und starrte nachdenklich auf das fast geöffnete Schloss. Waren die Goldmünzen das Risiko wert? <b> Wie heißt es doch so schön? Wer nichts wagt, der nichts gewinnt! </b>, dachte er und drückte den letzten Bolzen geschickt nach oben. Das Schloss quittierte mit einem leisen Klicken den Dienst und die Tür schwang auf...

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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 10. September 2008, 00:24

Als Lauron in die Seitenstraße einbog, hörte er gerade noch das schließen einer Tür, von dem Dieb war nichts mehr zu sehen. Er sondierte die Umgebung und kam zu dem Schluss, dass nur die ersten drei Türen in Frage kamen. Eine davon war beschädigt, also waren es nur noch Zwei. Da er nicht vermutete, dass der Dieb die erste genommen hatte, weil dies zu offensichtlich wäre - wobei meistens das Offensichtlichste vielleicht am wenigsten auffiel - beschloss er die zweite zu nehmen.

Er zückte einen seiner Dietriche und begann das Schloss zu bearbeiten. Es war einfacher Machart, so dass es ihm keine größeren Probleme bereitete, aber was wäre, wenn er auf der anderen Seite von ein paar Schlägern erwartet wurde? Er verwarf den Gedanken. Es ging hier schließlich um 100 Goldmünzen.

Ein leises Knacken verriet, dass der Weg nun frei war... zumindest fast. Die Tür schwang zwar auf, aber nur etwa zwei handbreit. Innen war es dunkel, doch konnte man schnelle Schritte von den Wänden wiederhallen hören. Also musste dort drinnen ja jemand sein und Lauron hatte wohl instinktiv die richtige Tür gewählt.
Jemand musste von innen etwas vor die Tür gestellt haben. Vielleicht hatte er verstanden, dass er sich gerade mit jemand seinesgleichen angelegt hatte und wollte damit auf Nummer sicher gehen, seinen Verfolger abhängen zu können.

Würde Lauron genug Kraft aufbringen, um das was davor stand, soweit zur Seite zu schieben, um hinein zu gelangen? Irgendetwas musste jedenfalls tun, denn gerade als er sich an dem Schloss zu schaffen machte, bogen zwei Männer von der anderen Seite in die Straße ein. Sie trugen knielange Kettenhemden und darüber Wappenröcke in den Farben: Rot, Gold und Schwarz welches das Wappen Andunies: ein roter Greif und ein Apfel, zierte. Bewaffnet waren sie mit einfachen Schwertern und es war offensichtlich, dass sie wohl zu der hiesigen Stadtwache gehörten.
„He!“ Rief der eine und beschleunigte seinen Schritte, „was macht ihr da?“

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Re: Rundgang

Beitrag von Lauron » Mittwoch 10. September 2008, 21:12

Als die Tür bereits nach wenigen Zentimetern blockierte, flucht Lauron leise. <b> Verdammt! Dieser Kerl ist wirklich kein Anfänger!</b> Etwas gutes konnte er der Situation trotz der Blockade aber doch abgewinnen. Es schien so als hätte er die richtige Tür gewählt. Doch jene kurze Welle der Euphorie verebbte sofort, als er aus den Augenwinkeln zwei Gestalten in die Gasse einbiegen sah. Instinktiv steckte er den Dietrich geschwind wieder in die Tasche und drehte dann erst den Kopf zu den Fremden. Es waren zwei Männer in Kettenhemden, leicht bewaffnet und mit einem Lauron unbekannten Emblem versehen. Er hatte allerdings keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei um Wachen handelte. <b> Na toll! Die haben mir gerade noch gefehlt... </b> Es war ebenfalls zu spät dafür, um sich schnell in den Türrahmen zu verstecken, da einer der Beiden ihn bereits gesehen hatte und nach ihm rief. So hatte sich Lauron sein Festlandabenteuer ganz sicher nicht vorgestellt!

Er biss sich schmerzhaft auf die Unterlippe, während bereits ein erster Adrenalinstoß durch seinen Körper schoss. Es blieben ihm nun zwei Möglichkeiten: Entweder er tat das, was er in solch einer Situation am Besten konnte und rannte so schnell wie möglich davon, was allerdings den Verdacht der Wache nur bestätigt und eine steckbriefliche Suche nach sich gezogen hätte, oder er log einfach. Diese Variante war zwar um einiges riskanter, versprach aber bei Erfolg, ein Leben in Freiheit, bei Misserfolg konnte er immernoch fliehen. Nach kurzem Abwägen entschied sich Lauron dann für Letzteres. Sein Verstand ging sofort auf Hochtouren und spinnte in wenigen Sekunden eine plausible Lüge zu recht. Jetzt musste er sie nur möglichst glaubwürdig rüber bringen. Lauron schluckte noch einmal schnell und rief der Wache dann schließlich zu: „ Ich wollte nur eine Inventur meines Lagers machen, aber die Tür klemmt wie immer! Ich hab es aber gleich...“ <b> Hoffentlich kennen die sich unter den Lagerbesitzern nicht so gut aus, ansonsten wars das mit der Freiheit...</b>, schoss es ihm dabei durch den Kopf. Er drückte nun demonstrativ mit aller Kraft gegen die Tür, doch sie bewegte sich keinen Millimeter <b> Na los, geh schon auf!</b> Lauron mobilisierte noch einmal alle Kräfte und presste nun sein gesamtes Körpergewicht gegen das Hindernis, was nach einigen Sekunden schließlich Erfolg zeigte.

Ein leises Knirschen drang aus dem Türspalt, worauf kurz danach ein Poltern folgte. Der Widerstand der Tür nahm apprupt ab, sodass Lauron fast hineingestürzt wäre. Im letzten Moment gelang es ihm aber noch sich aufzufangen. Er steckte noch einmal kurz den Kopf aus der Tür und rief der einen Wache zu: „So das wärs. Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag.“ Dann schloss er geschwind die Tür und sank dahinter ersteinmal auf den Boden. <b> Wenn es jetzt klopft, bin ich geliefert... </b> Sein Herz überschlug sich förmlich in seiner Brust und kalter Schweiß tropfte von seiner Stirn. Seine Augen starrten blind ins Halbdunkel des Raumes. Nach und nach gewöhnten sie sich an die Dunkelheit und er erkannte die Umrisse einer Person an der Wand gegenüber....

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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Freitag 12. September 2008, 09:47

Lauron sah die zwei Männer auf sich zu kommen. Zwar kannte er deren Wappen nicht, doch ging er davon aus, dass es sich hierbei nur um die Stadtwache handeln konnte.
Sie waren in seinen Augen nicht sehr stark bewaffnet und er ging davon aus, dass er sie durchaus überwältigen würde können. Doch trotz alledem, legte er sich einen Plan zurecht, wie es möglichst ohne Gewalt lösen konnte, da er keine Lust hatte auf die Liste gesuchter Personen zu landen.

Schnell ließ er den Dietrich verschwinden und wartete geduldig ab, bis die Männer in guter Hörweite, aber noch nicht in Reichweite waren.

<i>„ Ich wollte nur eine Inventur meines Lagers machen, aber die Tür klemmt wie immer! Ich hab es aber gleich...“</i>

Er drückte gegen die Tür, um den Männer zu zeigen, dass sie tatsächlich klemmte. Überrascht sahen sie ich an, hatte sie doch eher damit gerechnet, dass er flüchten würde. Prüfend glitt ihr Blick an dem Dunkelelfen hinab. Er sah gar nicht aus wie ein Händler, aber nun denn, eine Kleidervorschrift gab es in dieser Zunft nicht.
Währendessen warf sich Lauron gegen die Tür. Er musste sie einfach aufbekommen, ansonsten war er sicherlich geliefert.
Ein Poltern war zu vernehmen, als der Dunkelelf nach vorne in das Gebäude stolperte.

<i>„So das wärs. Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag.“</i> Schon verschloss er die Tür von innen und ließ damit die Wachleute mit verdutzen Gesichtern zurück.

Erleichtert sank Lauron an der Tür hinab auf den Boden. Es roch stark nach Gewürzen in diesen recht großen, dunklen Raum. Zu beiden Seiten waren Kisten, Fässer und Säcke gestapelt und dazwischen diverse schmal Gänge, damit man auch alles schnell erreichen konnte. Auf der gegenüberliegenden Seite stand der vermeintliche Bettler der ihn entsetzt ansah. Von draußen konnte man Stimmen hören. Anscheinend beratschlagten sich die Männer, denn das Ganze kam ihnen doch äußerst merkwürdig vor. Dann klopfte es: „Aufmachen!“ Befahl der eine Unsanft wurde dem Dunkelelfen die Tür in den Rücken gestoßen.. Ja, das Schloss hatte geknackt, doch nun ließ es sich nicht so einfach wieder verschließen.
Der Mann gegenüber schien kalte Füße zubekommen. Die Tatsache, dass den, den er bestohlen hatte, sich mit ihm in dem gleichen Raum befand, war schlimm genug. Doch zu allem Überfluss, befand sich die andunische Stadtwache ebenfalls in der Nähe.
Er fluchte leise und sah sich hastig um. Das war heute so gar nicht sein Tag. Nicht weit von ihm entfernt entdeckte er eine weitere Tür. Das musste der Hinterausgang sein. Er steuerte schnell darauf zu und verschwand. Schon war er Lauron wieder entfleucht...

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Re: Rundgang

Beitrag von Lauron » Montag 15. September 2008, 19:27

Laurons Körper bekam nicht einmal die Zeit sich ein wenig zu beruhigen, denn der nächste Adrenalinstoß schoss schon wenige Sekunden nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte durch seinen Körper, als ihm die Tür schmerzhaft in den Rücken gerammt wurde. <i>Aufmachen! </i>, hörte er eine der Wachen rufen. Instinktiv drückte er dagegen, um ihnen das Eindringen zu erschweren. <b> Verdammt! Dass diese Wachen auch nie aufgeben! </b> Diesen kurzen Moment, in dem Lauron abgelenkt war, nutzte der Dieb an der Wand gegenüber und entschwand geschwind durch die Hintertür des Lagers. <b> Nicht mit mir Freundchen! </b> Lauron ließ kurz den Blick durch den Raum schweifen, da er bereits eine Idee hatte, wie er die Wachen ablenken konnte. Er brauchte nur noch das Mittel zum Zweck.

Das Lager in dem er sich befand war bis unter die Decke gefüllt: Schwere Fässer waren in der Ecke zu Laurons Rechten gestapelt, einige wertvoll anmutende Stoffe an der Wand daneben. Zu Laurons Linken befand sich ein altes, aber stabil wirkendes Holzregal, auf dem einige Porzellangefäße verstaubten und einige braune Säcke, vermutlich enthielten sie Getreide. Das Regal war genau das, was Lauron brauchte. Es war ideal für sein Vorhaben, einen Unfall hinter verschlossener Tür zu inszenieren. <b> Hoffentlich hält sie das lange genug auf... </b> Allerdings brauchte er noch etwas, was die Tür zuhielt, bis er das Regal davor umgestoßen hatte. Auch hier wurde er schnell fündig: Vor ihm lag ein Holzstuhl, dem zwar ein Bein fehlte, aber die Tür allemal lang genug zu halten konnte. Vermutlich hatte ihn dieser Stuhl bei seinem Eindringversuch gehindert. Kaum war sein Vorhaben fertig geplant, funktionierte sein Körper wie ein Uhrwerk, was, in Anbetracht der Menge Adrenalin in Laurons Blut, ziemlich erstaunlich war. Grazil sprang er auf, schnappte sich den Stuhl und stellte ihn mit der Lehne unter die Klinke. Dann rief er den Wachen überraschend ruhig „ Moment, ich komme sofort!“ zu. Währenddessen hatte er sich bereits hinter das Regal gestellt und drückte nun dagegen.

Nach wenigen Sekunden Kraftakt kippte das Regal schließlich vorn über und Lauron gab einen theatralischen Schrei von sich. Mit einem lauten Knall krachte das Regal dann auf den Stuhl, welcher sofort in Kleinholz verarbeitet wurde. Die Porzellankrüge zerbarsten in tausend Teile. <b> Also wenn das nicht genug Ablenkung war, dann geh ich freiwillig zurück in den Kerker </b>, dachte Lauron während er aus der Hintertür stürmte. Der Flüchtige hatte bereits eine Menge Vorsprung, aber er war glücklicherweise nur geradeaus gelaufen. Lauron erkannte nach wenigen Metern auch warum: Die kleine Gasse, in der sie sich befanden, hatte gar keine Abzweigungen! Sie ging gut 250 Meter nur geradeaus, dann erst wurde sie von einer Querstraße geschnitten. Der Flüchtige hatte diese auch fast schon erreicht, allerdings schien er nicht mit einem adrenalinvollgepumpten Verfolger zu rechnen. Er wurde sogar immer langsamer! <b> Narr! </b> Lauron holte rasend schnell auf und war nach wenigen Minuten nur noch wenige Meter hinter dem Dieb.

Diesmal ging er auf Nummer sicher, nocheinmal würde er ihn nicht entkommen lassen. Zudem war Lauron auch extrem wütend auf den Kerl. Nicht nur, dass er sein Gold gestohlen hatte, nein, wegen ihm war er dem Kerker auch schon wieder näher als ihm lieb war. Mit einem rekordverdächtigen Endspurt verkürzte er schließlich die Distanz zwischen ihm und dem Dieb auf wenige Zentimeter, um sich dann beherzt auf ihn zu schmeissen, sodass sie beide der Länge nach auf dem Boden landeten....

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Re: Rundgang

Beitrag von Erzähler » Samstag 27. September 2008, 18:10

Die Tür schlug Lauron in den Rücken. Lange würde er sie nicht zuhalten können, wenn die Wachleute ernsthaft versuchen würden wollen hier reinzukommen. Er war nun mal nicht der Stärkste und auch wenn, musste er sich gegen zweie zu Wehr setzen und ob ihm das gelingen würde?

Er ließ seinen Blick durch den Lagerraum schweifen und hatte sogleich einen Plan. Er würde einfach einen Unfall vortäuschen und hoffte darauf, dass es funktionierte.
Er sprang auf und schob einen Stuhl, der nicht mehr im allerbesten Zustand war, unter die Türklinke und rief den Männern zu, sie mögen einen Moment warten, während er sich an einem Regal zu schaffen machte und es nach wenigen Augenblicken, umkippte... direkt in Richtung der Tür. Somit sollte der Weg erst einmal versperrt sein.

Der Stuhl ging mit einem Krachen unter dem Gewicht des Regals zu Bruch und die Krüge, die auf dem obersten Brett standen, fielen mit einem Klirren hinab und zerbrachen. Um dem inszenierten Unfall mehr Glaubwürdigkeit zu geben, schrie Lauron einmal laut auf. Zufrieden mit seinem Werk, eilte er zur Hintertür. Der Mann war mit seinem Gold natürlich bereits über alle Berge.
An der Vordertür konnte er noch aufgeregt die Wachmänner hören.
„He, alles in Ordnung?!“ Rief der Eine und der Andere versuchte die Tür zu öffnen, was ihm durch das Gewicht des Regals nicht so schnell gelingen würde. „Wir kommen rein, bleibt ganz ruhig.“ Versuchte der Andere, den vermeintlich ‚verletzten Händler’ zu beruhigen...

Lauron hatte bereits das Gebäude verlassen und sah in beiden Richtungen die Gasse hinab und erspähte den Dieb. Er war sauer. Nicht nur das dieser ihn bestohlen hatte, nein, er brachte ihn auch wieder näher zu dem Kerker zurück, den er doch gerade erst, durch mehr Glück als alles andere, verlassen hatte. Er legte einen schnellen Sprint hin und schaffte es tatsächlich den Abstand zu verringern.

Der Mann blieb kurz stehen, vor ihm erstreckte sich eine Mauer, dahinter stand ein Gebäude, das nicht nur imposant durch seine Größe wirkte, sondern auch durch sein Erscheinungsbild. Von überall war das Plätschern von Wasser zu vernehmen. Es sah aus, als würde es durch sämtliche Fenster und von den Zinnen der Dächer, wie ein Wasserfall, an dem Gemäuer hinab fließen. Man musste schon ein zweites Mal hinsehen, um diesem Anblick wirklich Glauben zu schenken. Dies war die Magierakademie des Wassers.

Der Mann lief auf die Mauer zu, anscheinend hatte er vor über diese zu klettern. Sie war in etwa zwei bis zweieinhalb Schritt hoch.
Lauron mobilisierte seine letzten Kräfte zu einem Endspurt und schmiss sich auf dem Mann. Dieser war noch ein kurzes Stück von der Mauerentfernt. Mit einem Aufschrei ging er zu Boden und auch für Lauron war es keine sanfte Landung, wenn auch ein wenig angenehmer.
„Tut mir nichts! Ich gebe euch auch euren Beutel zurück.“ Flehte der Dieb sogleich, ehe Lauron ihn nach seinem Gold untersuchen konnte, „Ich wusste doch nicht, das ihr dem gleichen Gewerbe nachgeht, wenn ihr mich Laufen lasst, dann...“ Sagte er mit schwerer Stimme hielt dann aber kurz inne, abwartend, ob sich der Dunkelelf ködern ließ, „...dann habe ich vielleicht was für euch.“

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