In der "singenden" Taverne

Immer fröhlich geht es zu bei der freundlichen Elfenwirtin. Nicht nur gesungen, auch getanzt wird hier und die Taverne ist für ihre sauberen Zimmer und das köstliche Essen bekannt und beliebt.
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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Erzähler » Freitag 8. Februar 2008, 12:30

<i>"HEE, ich bin nur HALB taub, nicht ganz!"</i> Alma starrte ihn an. Warum sagte er das denn jetzt? Hatte er nun auch noch Schmerzen im Ohr? Aber nein, sein Zentrum war es, was er energisch hielt und dennoch irgendwie darauf zu achten schien, es nicht zu berühren. Die Heilerin runzelte die Stirn. Das würde sie sich einmal genauer ansehen müssen.
Aber Daraks Konzentration lag nun zumindest kurzfristig bei etwas Anderem. <i>"So so ... das war nicht so gemeint? Nur das Bock war echt?"</i> Und wieder schweifte Alma ebenfalls ab. Ihre Wangen brannten, sie sprach doch selten offen derartiges aus – nun, sie glaubte das jedenfalls. Alma zählte zu jenen Menschen, die gezielt mit Worten auf die Seele eines anderen drücken und ihn verletzen konnten, ohne es zu bemerken. Wahrscheinlich gehörte sie auch zu jenen Menschen, die auf Beerdigungen lachten oder in prall gefüllten Räumen plötzlich stinkende Blähungen entwickelten. Vielleicht auch nicht.
"Das hättest du gar nicht HÖREN SOLLEN", knurrte sie Darak an. "Außerdem ... ein Bock bist du doch nicht, oder? Ich mein ... die sind nicht so ... die sind FRIEDLICHER. Du machst eher den Eindruck von ... öhm ... irgendwas Trotzigem. Etwas Lautes und Wildes." Sie beäugte ihn. Derzeit wohl nicht mehr ganz. Etwas störte den Gehörnten, aber er sagte nichts. Alma würde der Sache selbst auf den Grund gehen müssen.

Gründe. Ja, dieses Wort war derzeit sehr vielseitig und wichtig. Alma wollte Gründe für Daraks gekrümmte Haltung herausfinden, gab ihm zugleich aber zu verstehen, dass er Lilith keine Gründe geben sollte, ihm noch einmal das Halsband anzulegen.
<i>"Einen Grund? SIE IST AMAZONE ... und ich ein MANN! Sie hat tausend Gründe! Spätestens im Dorf ... zerfleischen die mich, Alma! Glaub mir doch!"</i>
Alma schnaubte nur. "Du hast mit ihr geschlafen und kennst sie so schlecht? Ich hab nur mit ihr GEREDET und weiß wesentlich mehr! Sie wird dafür sorgen, dass dir niemand in Xytras ein Haar krümmt." Alma schaute auf und nie zuvor hatte sie Darak so eindringlich und ernst angesehen. Es war unheimlich, die kleinen Schweinsäuglein so funkeln zu sehen. "Du bist ein Mann und was Besseres hätte Lilith nicht passieren können. Sie selbst merkt noch nicht, wie sehr sie dich noch brauchen wird. Mach dir also keine Sorgen. Die Elfe wird dich vor ihren 'Schwestern' beschützen, wenn es sein muss. Glaub du lieber MIR!"

Alma wollte nun nicht länger über Lilith reden. Sie hatte sich zwar entschlossen, Darak heimlich von ihrem Geheimnis zu erzählen – und das nur, weil es für beide Seiten besser wäre –, aber jetzt interessierte sie, warum Darak so seltsam da hockte und noch immer seinen Schritt schützte. So riss sie ihm die Arme hoch und die Decke fort. Und dann starrte Alma wie ein Fisch auf dem Trockenen. Ihr Mund öffnete und schloss sich. Wenn eine Alma so starrte, musste es schon sehr schlimm sein. Daraks schmerzhaftes Aufkeuchen bestätigte es, außerdem schaute ein gewisser Körperteil überhaupt nicht gut aus. Rot und wund, vermutlich auch noch leicht geschwollen – und diese Schwellung war nicht die natürliche, welche ein Mann als sehr angenehm empfand.

"HÄNDE WEG", murrte Alma und packte nach den Handgelenken. DAS musste sie sich wirklich genauer anschauen – sachlich und mit Heilerinnenaugen. Alma guckte Männern nichts ab, vielmehr hätte sie in solchen Fällen auf Daraks Nierengegend geschielt. Ja, das konnte sie sich jetzt auch nicht nehmen lassen. Nur ein kurzer Blick. Sie lächelte, die Mundwinkel hoben sich Millimeter, aber am Gesamtausdruck änderte sich kaum etwas.
Aber dann konnte sich Alma Daraks Mitte zuwenden – und ihr Pfeifchen schlug auf dem Boden auf. Sie starrte. <i>"Es ... ich ... es ... V-vielleicht sollte ich mal zu Jayna?"</i> Alma nickte. Alma ... NICKTE?! Oh, es musste wahrlich schlimm sein, wenn Alma ... nickte. Sie ließ Daraks Handgelenke los und klaubte seine Kleidung zusammen. Dann warf sie ihm das Bündel zu. "Zieh dich an, Frühstück nehmen wir mit. Ich bringe dich sofort zu Jayna Finks Heilerbäumchen-Haus. DAS muss behandelt werden." Alma atmete tief aus und fächelte sich Luft zu. "Lilith, Lilith. Was für eine Frau."

"Was ist mit mir?" In diesem Moment trat die Elfe wieder in den Raum. Sie sah frisch gewaschen und wieder gerichtet aus. Die Kleidung musste sie ausgetauscht haben, denn nun trug sie ein waldgrünes Kleid mit darüber geschnürtem Ledermieder. Bräunliche Strumpfhosen aus Seide verfeinerten die Konturen ihrer schlanken Beine.
Das Haar hatte sie gekämmt und zu einem Pferdeschwanz im Nacken zusammengebunden. Trotzdem hingen ihr weiterhin diese lieblichen kleinen Strähnen ins Gesicht und über die spitzen Elfenohren, die nun deutlich zu sehen waren. Die Amethyst-Augen leuchteten. Lilith lächelte. "Wollen wir frühstücken?"
"Lass es einpacken und folge uns zu Jaynas Haus. Du hast Darak ja ganz schön RANGENOMMEN." Vermutlich trieb Almas Aussage jetzt nicht nur Lilith die Schamesröte ins Gesicht.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 9. Februar 2008, 13:35

Es brannte und zog. Ein für einen Mann abscheulicher Schmerz.

Sein Ächzer war weit höher gewesen als man sie von ihm kannte. Darak hatte so viel geächzt in letzter Zeit, so viel vor Almas Augen durchlitten. Sie kannte ihn sterbend mit gebrochenen Bein auf dem Boden des pelgarischen Kerkers, nackt – mit intakter Mitte – dafür aber mit einem Kochtopf auf ihrem Sofa als seine Seele in Trümmern lag… still und stumm in seinem Rollstuhl sitzend, in die sterbende Sonne schauend und wer den Blick in die Tiefe gewagt hatte, der bemerkte, dass der eine Fuss nicht nur einen schwarzen Schatten warf wie sein Nachbar… sondern in sich selbst pechschwarz gewesen war. Der gleiche Mann im gleichen Stuhl ein paar Tage später, trübe und leer blickend weil dort wo einst ein Schatten fiel… die Sonne nun durchscheinen konnte. Amputation im See. Zerstörte Hoffnung. Doch dann trat Lilith in sein Leben, holte ihn mit ihrem wunderbaren elfischen Gesang aus seiner tiefen und verständlichen Melancholie heraus, führte ihn zurück in die lichteren Gefilde… und nahm sich als Belohnung seine Freiheit. Als Zeichen ihrer beinahe unumstrittenen Macht mochte man wohl nun seine pochende Mitte sehen.

Aber Darak Luthrokar wäre kein Luthrokar gewesen wenn er sich in all diesen schrecklichen Lagen nicht ansatzweise gewehrt hätte. In der Folterkammer hatte er gebrüllt, gegen seinen Brucht gekämpft, ja gar als alles verloren schien mit seinem Bein hatte er weitergemacht, sich aufgerafft und wurde schliesslich mit der Heilung belohnt. Einzig an einem Ort und dies band Darak wohl stärker an Alma als an jeden anderen Menschen ausser vielleicht seiner unbekannten Mutter… dort als er in ihrem Hause zuflucht gefunden hatte war allein sie es gewesen, die seinen Geist wiederbelebt hatte. Ihm seine Identität wiederbeschafft. Er stand tief in Almas Schuld. Er stand bei so vielen in ihrer Schuld. Bei 40 Opfern und deren Familien, Freunden, Bekannten. Ein ganzes Netz von Menschen die ihm wohl schlimmeres als den Tod wünschten und dies auch in düsteren Stimmen gelegentlich auftretend in seinem Bewusstsein mitteilten. Doch nur wenige bildeten ein eigenes… unabhängiges. Da fanden sich Menschen wie Elena, Elwin, Hauptmann Zitter, den Pater der unabhängigen Kirche pelgars, der Nichtgenannte, Jyana, Lilith und als treibende Kraft…die dicke Alma. Während über dem Gespann der gemordeten, der richtende und für Gerechtigkeit sorgende Gott Lysanthor stand, so schien es wahrhaftig so zu sein, dass bei jenem Netz der Freundschaft und gegenseitiger Treue sowie Führsorge… jenes eine gütige Götterpaar darüber Stand. Hirsch und Einhorn als Symbole tragend. Eine Gunst, wahrlich alleine daraus entstanden, dass Darak sich gegen Faldors Schergen gestellt hatte? Schliesslich hatten dies viele Getan und meist wohl aus ruhmreicheren Gründen als er…

Der Blick des Gehörnten fiel auf die Heilerin. Wie immer keiften sie sich gegenseitig an. Es war ihre eigene Art der Kommunikation. Welche für einen Aussenstehenden vielleicht verwirrend wirkte, doch sie waren eben zwei ganz eigene Individuen in ihrer Kombination sicherlich etwas spezielles. Er der trotzige Mörder mit seltsam viel Herz… und sie die dicke konsequente Heilerin die sich selbst gar nicht so richtig bewusst war wie viel Herz sie eigentlich besass.

Doch ihre Freundschaft war durchaus nicht blind. Alma war vorsichtig. Darak war ihr Patient, ihr Freund aber er war auch immer noch einer der schrecklichsten Killer die nicht aus Morgeria stammten. Doch sie hatte einen Umgang mit ihm gefunden. Eine wahrlich grosse Leistung. Sie merkte wohl dass der Mann diesen direkten und autoritären Ton brauchte damit sie auch nur andeutungsweise seinen Respekt erhielt.

<i>“ "Außerdem ... ein Bock bist du doch nicht, oder? Ich mein ... die sind nicht so ... die sind FRIEDLICHER. Du machst eher den Eindruck von ... öhm ... irgendwas Trotzigem. Etwas Lautes und Wildes."</i> Darak blickte auf. Starrte sie an. „Ein rasender Mukar in der Brunftzeit vielleicht?“ Meinte er mit zittriger Stimme. Nun wäre er ein Mukar so hätte sich dieses darakische Exemplar wohl gerade sein delikatestes an irgendeinem Felsen aufgeschürft.

<i> "Du hast mit ihr geschlafen und kennst sie so schlecht? Ich hab nur mit ihr GEREDET und weiß wesentlich mehr! Sie wird dafür sorgen, dass dir niemand in Xytras ein Haar krümmt."</i> „Sie hat mit mir geschlafen und weiss auch nicht wer ich bin!“ Verteidigte er sich. „Du bist eine Frau mit dir redet sie auch!“ Klagte er. So unrecht hatte er nicht, man konnte Darak nicht vorwerfen, dass er es nicht einmal versucht hätte mit Lilith ins Gespräch zu kommen wie dies andere Männer vielleicht nicht von sich hätten behaupten können.

„Die wollen mir dort auch bestimmt kein HAAR krümmen! Eher was…“ Seine Stimme bröckelte. „Anderes!“ Keuchte er schliesslich. Ja… an ihm würden sie wohl mehr als ihre „normale“ Tortur durchziehen, zumindest dann wenn sie rauskriegen würden dass er ein Frauen und Kindermörder war. Er verkörperte damit so ziemlich das übelste was einer Frau passieren konnte…

Wer mochte schon der Mann sein auf welchen sich all der Angestaute Zorn, Hass und Frust mehrerer Amazonengenerationen entlud?

Doch den Blick welchen die Heilerin ihm zuwarf liess ihn für einen Moment erstarren. Dass er Schmerzen hatte war ihm anzusehen, er war leicht blass und schwitzte kaltes Nass.

<i> "Du bist ein Mann und was Besseres hätte Lilith nicht passieren können. Sie selbst merkt noch nicht, wie sehr sie dich noch brauchen wird. Mach dir also keine Sorgen. Die Elfe wird dich vor ihren 'Schwestern' beschützen, wenn es sein muss. Glaub du lieber MIR!"
</i>

Er glaubte ihr. Denn Alma hatte sich bisher eigentlich noch nie geirrt. Er nickte. „Komm mit… und pass du auf mich auf!“ Bat er leise.

Denn er vertraude IHR… Alma… nicht Lilith. Dieses Vertrauen zu der Elfe war schliesslich schmerzlich missbraucht worden. Solch eine Wunde brauchte Zeit sich zu schliessen.

Und dann….
Nun…

Normalerweise würde man die Decke welche Alma gerade von seinem Leib weggerissen hatte, als weich und flauschig bezeichnen. Doch als der Stoff ruckartig über seine wunden Stellen strich spürte Darak auf äusserst tränentreibende Weise, dass auch die glättesten wirkende Decke dennoch feine Kerben in ihren Verwebungen aufwies… die nun an seiner roten Haut entlang riss, zog und höllisch brannte.

Instinktiv wollte er seinen Schritt wieder schützen. Seine Hände kämpften krampfhaft gegen Almas Pranken an – ohne erfolg. So musste er ihr unfreiwillig sein pein-Zentrum präsentieren… und Alma starrte. In ihren Schweinsaugen mochte sich wohl das spiegeln was sie sah.

Darak krümmte sich sass angespannt auf der Hängematte. Mit seinem zugeschwollenen Auge und DIESER Wunde sah er nicht gerade gut aus. Jyana würde sich wohl erschrecken, hatte sie ihn doch zuletzt als Lebensfroh und Wild erlebt. So schnell innert wenigen Stunden hatte sich dieser Zustand geändert. Es versinnbildlichte aber Treffend sein Leben. Auf eine Sekunde Glück folgten Jahre des Schmerzes. Ein Schicksal welches er sich vielleicht –ein Gläubiger mochte wohl zustimmen – selbst ausgesucht hatte. Weil er sich dem Schmerz verschworen hatte. Ihn missbraucht hatte in seinem Beruf… in seinem Tun… und nun? Fiel er auf ihn zurück.

Nun vielleicht konnte Alma nun wenigstens Nachvollziehen warum Darak solch eine Angst vor diesem Dorf hatte… den Lilith hatte sich Gewisserweise sogar noch wohlwollend und gnädig verhalten.

Alma warf ihm das Bündel zu. Er fing es keuchend auf. Zog sich mühsam an. Stand ächzend und mit schmerzverzerrten Ausdruck auf. Im liegen war es nicht zu schlimm gewesen wie jetzt, wo seine eigenen Schenkel einen gewissen Druck auf sein Zentrum ausübten. Gekrümmt stand er da. Seine linke Hand gegen seinen Unterleib pressend.

Das Frühstück war ihm sichtlich egal. Kein Mann würde wohl in einer solchen Verfassung an essen denken.

<i> "Was ist mit mir?"</i> Darak blickte auf. Da trat sie auf die beiden zu. Die Elfe. Die Sängerin. Die Amazone. Wunderschön sah sie aus. So geschmeidig und rein… doch Darak wusste es ja inzwischen Besser, wusste wie diese Hände zupacken konnten und auch wo. Doch sie schien nicht sonderlich auf ihren „Sklaven“ Darak hielt sich noch immer für einen zu achten. Sie lächelte arglos wirkend und lud zum Frühstück ein. Darak keuchte nur.

<i> "Lass es einpacken und folge uns zu Jaynas Haus. Du hast Darak ja ganz schön RANGENOMMEN."</i> Alma musste es ja wieder aussprechen, was hier alle ohnehin schon wussten. Daraks Kopf verfärbte sich dunkelrot. Das violett seines Auges wurde noch dunkler. Er glühte förmlich vor Scham. Sehr schmeichelhaft war es ja für einen Mann seines Profils nicht, wenn man ihm so deutlich ansah, dass er von einer FRAU so fertig gemacht worden war. Er humpelte in richtung Tür. Trotz gesunder erstarkter Beine bereitete ihm das Laufen mehr als nur Mühe. Als er dies erkannte legte er sich einfach auf den Boden und rollte sich zusammen. So ging es am besten.

Nun Darak drückte wohl zusätzlich auch noch körperlich aus, wie sehr ihn Lilith eigentlich verletzt hatte. Seine Körpersprache war ja meist ziemlich eindeutig.

Er bat weder um eine Trage noch um sonst etwas. Es schien einfach so als würde er warten bis die anderen sich in Bewegung setzten.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Erzähler » Sonntag 10. Februar 2008, 22:00

Er versuchte, einen Witz zu reißen, doch seine zittrige Stimme gab bereits Aufschluss darüber, dass es ihm ganz und gar nicht gut ging. So hörte Alma auch nicht auf die Sache mit dem Mukar, sie hatte derzeit bedeutendere Sorgen. Darak ... nein, DARAK ... sah wirklich nicht gut aus. Lilith hatte diesen Mann stark beansprucht und das gab Alma auch kurzerhand kund, ausgerechnet, als die Elfe den Raum wieder betrat.
Seine Bitte hatte sie jedoch nicht vergessen. <b>Komm mit und pass du auf mich auf? Bin ich seine Amme?!</b>

Daraks und Lilith Blicke trafen sich, als Alma auch schon zu plappern begann. Die Elfe ... lief nicht rot an, kein bisschen. Aber sie registrierte Daraks Schamesröte und das ließ sie triumphierend schauen. Es war ihm unangenehm, wie allen Männern, die sich bewusst wurden, wozu Lilith Blütentau in der Lage war. Darak war bei weitem nicht der erste, den sie in auf diese Weise ausgenutzt hatte. Männer schienen immer zu glauben, es wäre einer Frau unmöglich ... sie zu benutzen. Wurden sie dann eines besseren belehrt, trieb es ihnen jedes Mal die Schamesröte ins Gesicht. Für eine Amazone war dies edntzückend anzusehen.
Doch Darak tat ihr fast leid – fast. Noch wusste sie nicht so ganz mit ihm umzugehen. Sie wusste nur, dass er der richtige Mann für Xytras war, trotz seines Würgeangriffs. Hätte er nicht vor ihr gekniet ... das stirb hatte ihr auf der Zunge gelegen, noch ehe sie das Halsband abnahm. "Oh ja, das Halsband!", erinnerte sich die Elfe laut und griff an ihren Gürtel. Dort baumelte es, war am Leder befestigt. Einen Moment fragte sie sich, ob sie es wirklich nochmal brauchen würde. <b>In Xytras bestimmt, aber wie bringe ich ihm bei, dass er es dort wieder anlegen muss? Wenn meine Schwestern sehen, dass er es nicht trägt, es aber aktiviert ist ...</b>

In Gedanken versunken nickte Lilith nur auf Almas Bitte hin, drehte sich aber sofort um, damit sie Darak hinaus folgen konnte. Dieser schlurfte durch den Raum, hatte sichtlich Mühe mit dem Gehen. Und dann ging er nicht mehr, Darak klappte zusammen und sank auf den Boden. Dort rollte er sich wie ein übergroßer gehörnter Hund zusammen und blieb einfach liegen.

Alma trat sofort an ihn heran. Sie versuchte, die Arme vor der Brust zu verschränken. Dummerweise vergebliche Liebesmüh bei einer Frau wie Alma ... mit solchen ... Ausmaßen wie Alma. Sie schaffte es gerade so, jeweils nach dem anderen Handgelenk zu greifen. So gab sie es auf und stemmte stattdessen die Fäuste in die ausladenden Hüften. "Jetzt LEGST du dich hier hin wie ein fauler HUND! Und da soll Lilith noch denken, du wärest kein ihr UNTERGEBENER?! Los, hoch mit dir, wir müssen zu Jayna. Die kann dir sicher helfen. Lilith, folge uns."

Alma wartete gar nicht erst ab, dass Darak sich wieder erhob. Sie hatte ihn schon ein paar Mal mit sich herum geschleppt, warum nicht auch noch ein weiteres Mal? So packte sie ihn am Hosenbund – ausgerechnet dort – und zog ihn auf die Beine. Dann schlang sie einen ihrer wulstigen Arme unter seine Achseln und schleifte ihn einfach mit sich, die Treppen hinunter.
Die elfische Amazone folgte, wenn auch ein wenig irritiert. Sie schaute zu Darak hin, nachdenklich. Ja, sie hatte ihn schon reichlich ... in Anspruch genommen. Wesentlich mehr als sonst einen anderen Mann. Deutlich mehr! Aber keinen der möglichen Spender hatte sie auch bislang so intensiv getestet. Das stimmte die Elfe nachdenklicher als auf ihrer ganzen bisherigen Mission. War Darak wirklich geeignet für ihre Mission? Nun, für ihre persönlich sicherlich. Glaubte und hoffte sie. Mehr Hoffnung als Glaube. Mehr sehnlicher Wunsch als Hoffnung. Darak Luthrokar ... war ihre einzige und letzte Chance.

Alma schleppte Darak in den Schankraum hinunter. Dort hockten einige Gäste und die Schaustellertruppe, zu der sich Lilith zählte, verzehrte gerade ihr Frühstück. Hinter dem Tresen fegte ein Elfenjunge mit strohblondem Haar und vollen Wangen. Die Wirtin wanderte zwischen den Tischen hindurch und richtete überall Deckchen und kleine Blumengestecke her. Es sah freundlich aus und sogar die Sonne wagte sich hervor, schien durch die frisch geputzten Fenster in den Raum.
Der Nichtgenannte saß an einem gedeckten Tisch und wartete. Sein Essen hatte er noch nicht angerührt, erhob sich, als Alma mit Darak unterm Arm auftauchte. "Frühstück fällt aus, wir müssen schnell zu Jayna Fink!", rief sie ihm zu.
"Was ist denn passiert?" Der Nichtgenannte verließ seinen Platz und folgte Alma, die Darak quer durch den Schankraum und nach draußen schleifte. Noch bekam er keine Antwort. Alma würde ihm vor der Tür berichten.

Auch Lilith wollte vor die Türe, doch wurde sie von einem ihrer Schaustellerkollegen aufgehalten. "Heeee, Lilith, wann stößt du wieder zu uns? Willst du dich etwa drücken? Du weißt, dass du diejenige bist, weshalb wir nicht weiterreisen können. Uns fehlt das Geld, also solltest du bald wieder singen."
"Jaja", meinte die Elfe und winkte ab. "Baut schonmal alles auf, ich habe hier jemanden, der uns die Gäste in die Schenke holen wird." Sie zwinkerte freundlich und folgte Alma, Darak und dem Nichtgenannten aus der Schenke.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 11. Februar 2008, 13:03

Liegen war gut… sehr gut… im Vergleich zum stehen. Wieder fanden seine Hände den Weg zur Mitte und pressten sich dagegen als stünde Darak im Glauben, dass er den Schmerz auffangen und forttragen konnte – nur war dem nicht so. Es pochte und pulsierte, strahlte ihm über die Schenkel bis zu den Füssen aus, gleichermassen wie oben gen Unterleib und Leisten. Sein Zentrum wirkte viel grösser als je zuvor. Selbst die grössten Lüste konnten sich nicht so stark und so intensiv spürbar in seinem Körper ausbreiten wie sein Pein.

Kaum eine Frau mochte wohl auch nur andeutungsweise Nachvollziehen können, WIE schmerzhaft das ganze gerade war und dann noch auf diese Art und Weise wie er ihm zugefügt worden war… wahrlich ein schlimmes Erlebnis für den sonst so Selbstbewussten Darak der nun wahrlich zum Würmchen gemacht worden war. Von einer Frau und er selbst… er hatte es gar erst gemerkt als es zu spät gewesen war.

Darak bemerkte das ausbleiben elfischer Schamesröte bei Lilith nicht. Ihm wurde schwindlig und wieder begannen schwarze Punkte um ihn zu kreisen, vielleicht würde ihm sein Bewusstsein einen dankbaren Dienst erweisen wenn es ihn verliess und so den Schmerz nahm. Doch so viel Glück wollte der Gehörnte einfach nicht haben. Er zog sein eines Bein an und sah wahrlich aus wie ein getretener Köter, mit dem Halsband hätte es wohl beinahe schon authentisch gewirkt. Ja… das Halsband, kein Zeichen der Unterwerfung sondern eines des unterworfen geworden zu sein. Ein Siegeszeichen für den Besitzer. Dieses Halsband machte aus einer Amazone eine Herrin. Unheimlich. Doch nüchtern betrachtet konnte Darak eigentlich froh sein wenn Lilith es war, die ihm das Halsband umlegte und nicht eine x-beliebige andere Amazone die sich wohl kaum ziemen würde das Todeswort auszusprechen. Doch über solche Dinge mochte Darak noch gar nicht nachdenken.

Konnte er vermutlich auch nicht.

Die ganze Lust welche er zuvor empfunden hatte kostete mehr als er erwartet hatte… und..,. die Nacht war ja noch nicht ganz zu ende gewesen, insgeheim wusste er, dass Lilith ihn noch viel weiter hätte treiben können… und dass dies die Amazonen bestimmt auch tun würden. Desshalb seine Bitte – Darak bat ja eigentlich wenig – an Alma ihn zu begleiten und ihn vor dieser vernichtenden Meute zu schützen. Der Nichtgenannte konnte ihm da nicht Helfen, denn bei all seiner Ruhe und Weisheit blieb auch er… nur ein Mann.

Darak sah Almas Bemühungen ihren eigenem Körperumfang zu trotzen nicht. Aus Kinderaugen betrachtet musste dieser Koloss bedrohlich wirken würde man doch nur diese riesige Wampe welche noch zwei fleischigere Milchbehältnisse abstützte, sehen.

Wäre Alma gebürtige Grandessanerin hätte man sie durchaus verdächtigen können den Grund für die dort vorherrschenden Hungersnöte zu sein.

<i> "Jetzt LEGST du dich hier hin wie ein fauler HUND!“</i> Darak keuchte auf. Dass auch einmal einer Alma der Geduldsfaden riss und sie nicht mehr so… Empathisch mit ihrem Stammpatienten umging war irgendwo nachvollziehbar, schliesslich war sie es die ihn seid Pelgar grösstenteils herumgeschleppt hatte und nun war seid seiner Heilung noch nicht einmal ein Tag vergangen… und schon war er wieder Handlungsunfähig gemacht und benötigte fremde Hilfe. Man konnte sich bei diesem Anblick fragen wie es dieser Kerl eigentlich geschafft hatte all diese Jahre zu überleben – ohne Alma.

„Aghh…“ Keuchte er nur und versuchte sich auf die Beine zu hieven. „Bei Lysanthors verdammten Liebesknochen!“ Fluchte er mit zusammengebissenen Zähnen. Es war das heimtückische an der wunden Haut, dass sie erst dann begann zu schmerzen wenn die Schwellung schon voll im Gange war. Das quälende und einer Amazone vermutlich wohl bekannte Detail - nämlich dass dieses Organ trotz seines momentanen Zustandes noch immer funktionsfähig war, erbot sich einer herrschenden Frau ihren Hund wahrlich eindringlich zu züchtigen, wenn sie dies denn wollte. Vermutlich konnte Frau einem Mann auf diese Weise so ziemlich jeden Frevel aus dem Kopf treiben… oder eben aus seinem Zentrum. Darak winselte, keuchte. Rollte sich weiter zusammen. Es war ihm egal nach was er gerade aussah, es tat einfach nur weh. Ausserdem, noch tiefer konnte er ohnehin kaum noch sinken als so von einer Amazone fertig gemacht worden zu sein. Sein Selbstbewusstsein war schon genug angekratzt worden, da kam es auf dieses bisschen auch nicht mehr an.

<i>“Und da soll Lilith noch denken, du wärest kein ihr UNTERGEBENER?! Los, hoch mit dir, wir müssen zu Jayna. Die kann dir sicher helfen. Lilith, folge uns."
</i>

Er versuchte ja aufzustehen, doch Alma kam ihm da zuvor… und dies auf eine ziemlich unaufmerksame Art und Weise. Oder wollte sie ihm etwa auch noch eins auswischen? Vielleicht strafte Alma ja.. unbewusst?
„AAaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarrrrrrrrrghhhhhhhhhhhhhhhh!“ Schrie Darak etwas heller als normalerweise auf als sie ihn auf die Beine zog – der Stoff hielt das Gewicht seines Körpers… ausgerechnet mit dem Schwerpunkt auf seinem Zentrum. Tränen schossen ihm in die Augen. Er keuchte. Sein Kopf wurde blutrot. Ziegenblutrot. Er versuchte sich erneut zu krümmen. „AaaarguuuhghhH“ Heulte er weiter. Er war nicht einmal mehr in der Lage sie zu verwünschen und zu beschimpfen. Auch hätte er keine Zeit dazu gehabt denn Alma schleifte ihn einfach mit sich. Ausgerechnet durch die ganze Schenke ging der Weg. Mit zusammengebissenen Zähnen folgte er. Seine Knie waren butterweich. Er krallte sich in Almas Arm fest. Ihre Speckschwarten gaben schliesslich ziemlichen Halt. Es ging die Treppe herunter durch den Schankraum. Darak versuchte still zu sein und so… unverletzt wie möglich zu wirken. Sicher würde Lilith auf Nachfrage noch stolz erklären warum Darak denn so komisch ging und gestützt werden musste. Er mied es irgendwen anzusehen. Hielt seinen Kopf verbissen gesenkt und hatte es offensichtlich eilig.

Die Situation war ziemlich… ärgerlich.

<b> Die will mich doch so nicht durch das halbe Dorf schleifen!</b> Schoss es ihm durch den Kopf. <b>NIEMAND schleift mich SO durch ein Dorf voller Weichlinge! Das ist unter meiner Würde! Verdammt noch mal Luthrokar was ist nur aus dir geworden dass du dich so fertigmachen lässt! Es ist ärgerlich… wahrlich ärgerlich! PEINLICH! Schändlich!</b> Darak knurrte.

Nun da Alma nicht niemand war, lag es wohl an ihr genau dies zu tun. So schleifte sie ihn quer durchs Dorf zum Heilerbaum. Darak half gar beim Gehen mit aber einfach aus dem Grund heraus, dass er es eilig hatte von der Strasse wegzukommen.

<b> Dieses Amazonenweib lacht sich bestimmt noch ins Fäustchen!</b> Dachte er düster. Der Nichtgenannte und etwas später auch Lilith folgte der Gruppe. Dies war auch nicht schwer, schliesslich waren sie doch ziemlich auffällig. „BEI LYSANTHORS VERDAMMTEN HINTERN!“ Fluchte Darak vor sich her. Es war seine Art mit Schmerzen auszukommen. Er hätte ja auch meditieren können wie es der Nichtgenannte ihm versuchte beizubringen, doch Darak hatte ziemlich mühe sich in solchen Situationen zu konzentrieren.
„Jetzt kann ich verstehen warum Lysanthor vor Ventha den Kopf einzieht, die nagelt den bestimmt auch so kaputt.“ Lachte er nervös.
Daraks Taktik war einfach… ging es ihm schlecht und fühlte er sich erbärmlich… musste er einen Weg finden um Lysanthor noch schlechter und noch erbärmlicher hinzustellen. „Ventha ist bestimmt Amazonengöttin oder?!“ Versuchte er sich abzulenken. „Aber bei dem tut es wohl kaum SO weh verdammt noch mal! Der hat ja nicht so viel was Wund werden kann!“

War es gut die `Männlichkeit eines Gottes zu beleidigen?

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 13. Februar 2008, 14:20

"Was ist mit ihm los?", fragte der Nichtgenannte erneut, während Alma den beinahe schreienden Darak aus der Taverne bugsierte. Er versuchte wirklich, sich zusammen zu reißen, doch die Pein-Tränen rannen in Sturzbächen aus seinen Augenwinkeln, tropften auf den vom morgendlichen Nebel und Raureif bedeckten Boden.

In der Ferne ging die Sonne langsam auf, erste Straheln suchten sich ihren Weg durch das dichte Geäst des Eldoras. Vögel zwitscherten, sie waren wie jedes Jahr die Vorboten eines neuen Erwachens der Welt. Bald würden wieder überall Blumen sprießen und Celcia mit ihrer Farbenpracht ein wenig schöner gestalten.

Doch etwas war im Augenblick ganz und gar nicht schön – und zwar Almas Gesprächigkeit. "Er hat sich sein Gemächt wund ge... na, Ihr wisst schon. Lilith und Darak haben eine lange Nacht hinter sich."
Die Maske des Nichtgenannten drehte sich zu Daraks schmerzverzerrtem Gesicht. Der versuchte mit aller Macht, mit Alma Schritt zu halten, woillte ganz offensichtlich nicht hinterhergeschleift werden. Vermutlich war laufen einfacher zu ertragen als geschleppt werden.
Unter der Maske des Nichtgenannten verzog dieser ebenfalls das Gesicht. Er konnte Darak verstehen, auch er war ein Mann. Wenn es an gewissen Stellen brannte, zog und schmerzte, war dies wirklich nur für Männer nachzuvollziehen. "Eine wahre Schmerzenstortur. Willst du darüber meditieren?" Der Nichtgenannte verstummte kurz, als Darak lauthals über Lysanthor fluchte und sich über dessen Manneskraft schier lustig machte. "Du ... hast deinen eigenen Stil entwickelt, aber Götter zu beleidigen ist ein Frevel. Das könnte dir Ärger und noch mehr Schmerzen einbringen."

Alma schnaubte nur: "Kommt auf die Gottheit an. Lysanthor war Darak nicht gerade hold, das wisst auch Ihr, Maskenmann. Hoffen wir, dass Florencia Abhilfe verschaffen kann, indem sie Jaynas Medikamentenschrank üppig mit Kräutern und Wurzeln gefüllt hält."
Es ging weiter zum Heilerbaum.


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<i>Inzwischen in der Taverne</i>

Lilith war Alma, dem gepeinigtem Darak und dem Nichtgenannten noch nicht gefolgt. Sie wäre gern, aber einer ihrer Schaustellertruppe hielt sie davon ab, indem er die Elfe am Arm packte. "Nana, du wirst doch nicht schon wieder gehen wollen?"
"Wir haben gestern beim Fest ohne dich aufspielen müssen", knurrte einer ihrer Truppe, ein ziemlich bullig aussehender Kerl. Er schlug die Pauke, dazu brauchte es einiges an Kraft. Sein Name war Hingis Klotz und sein Beiname Programm. Er schaute nicht nur aus wie ein grobgezimmerter Holzklotz, sondern benahm sich ebenso rau. Wenn man sich mit ihm anlegte, konnte man sich allerdings mehr als einen Splitter zuziehen.
Ersterer, ein elfischer Lautenspieler namens Orleander Plätscherbach mit blau gefärbtem Haar, in dem sich Federn und bunte Perlen wiederfanden, zog Lilith zum Tisch herüber und gab ihr mit einer Geste zu verstehen, dass sie sich setzen sollte.
"Es ist schon so schwierig genug für uns, auszukommen. Das Trinkgeld reicht meist, um Zimmer und Kost zu bezahlen", erklärte er. Lilith wusste dies nur zu gut, immerhin reiste sie schon mehrere Monate mit der Schaustellertruppe durch das Land – und natürlich hatte sie niemandem von ihrer amazonischen Herkunft berichtet. "Tut mir leid", gab sie kleinlaut von sich und schaute auf so liebliche Art zu den beiden Männern hinüber, dass diese nur seufzend abwinkten.
Die andere Frau der Truppe, eine andunische Geigerin – Maria von der Klang – konnte sie so allerdings nicht für sich gewinnen. Diese ließ sich nämlich nicht einfach mit Blicken einlullen. Sie fuhr sich durch das kurze Haar, in das sie winzige Zöpfchen eingeflochten hatte, dass ihr mehrere Schöpfe wild und doch kunstvoll vom Kopf abstanden. Mit Dringlichkeit in ihrer Stimme wandte sie sich an die Elfe: "Du hast mit uns einen Vertrag ausgehandelt und bist unserer Gruppe beigetreten, um zu singen. Dann musst du das auch tun, wenn wir einen Auftritt haben. Oder wenigstens Tamburin spielen und tanzen. Lilith, wir brauchen dich in der Gruppe, sonst bekommen wir nie das Geld für ein neues Pferd zusammen."

Lilith blieb ruhig sitzen. Sie hatte längst einen neuen Entschluss gefasst, basierend auf der Tatsache, dass sie bezüglich ihrer Amazonen-Mission einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht hatte. Die Hände flach auf dem Tisch liegend antwortete sie mit fester Stimme: "Dann verlasse ich eure Gruppe eben."
Stille herrschte, erstickt durch gleichzeitiges Einatmen der Luft von Hingis Klotz, Maria von der Klang und Orleander Plätscherbach. Alle drei starrten Lilith unverwandt an. Dann sprang Maria auf. "Das kannst du nicht machen!" Hingis erhob sich ebenfalls, wie ein gewaltiger Fels, der zum Leben erwacht war, doch Orleander hielt ihn mit ausgestreckter Hand zurück und schüttelte langsam den Kopf. Sollte Maria nur für sie alle sprechen, das konnte sie gut, wenn auch hitzig.
"Lilith, hast du vergessen, dass du uns immer noch ein Pferd schuldest?! DU bist dran schuld, dass unser Gaul das Zeitliche gesegnet hat. Wenn du uns schon verlässt, dann sorge wenigstens für einen Pferdeersatz und begleiche deine Rechnung."
"Eine neue Sängerin finden wir hier in Eldar sicherlich", meinte Orleander. "So leid es mir tut, das zu sagen, aber du bist ersetzbar."
"Unser Pferd hoffentlich auch und hoffentlich bringst du das Geld dafür auf", keifte Maria wieder dazwischen. Ihre giftgrünen Augen funkelten energisch. Es stand außer Frage. <i>Sie</i> würde sich nicht einfach von Lilith Blütentau abwimmeln lassen. Aber die Elfe hatte auch das längst bedacht. Beschwichtigend hob sie nun die Hände. "Beruhigt euch, Freunde. Natürlich werde ich nicht gehen, ohne meine Schuld zu begleichen. Hier in Eldar gibt es eine Pferdezüchterin. Dort werdet ihr euch ein neues Ross kaufen können. Das Geld dafür werde ich auftreiben, versprochen. Aber um dies zu schaffen, brauche ich den Mann, der eben aus der Schenke gebracht wurde. Seine Stimme ... wird euch Zuhörer und uns allen Gold in die Taschen fließen lassen."
Fragend, aber neugierig schauten die anderen drei Lilith an. Diese begann zu erklären...
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


<i>Und wieder zurück bei Alma, Darak und dem Nichtgenannten</i>

Die Drei erreichten das Heilerhaus von Jayna und ihren Elfen. Der Nichtgenannte klopfte unverwandt an, hatte Alma mit Darak doch alle Hände voll. Vorsichtig lehnte sie ihn gegen den nächsten Baum und schaute noch einmal auf seinen Schritt, der durch den Hosenstoff bedeckt wurde.
"Jayna wird sich schon darum kümmern. Die hat wenigstens alles da. Meine Tasche ist auf meinem Zimmer und gegen wunde ... <i>Daraks</i> hab ich nichts mit."

Die Tür des Heilerbaumes öffnete sich, eine Elfe in der Medici-Gewandung Eldars – grün und weiß mit Goldrändern – schaute hinaus. "Kann ich helfen?", fragte sie freundlich lächelnd.
"Wir müssen zu Jayna. Ihr jüngster Patient, Darak Luthrokar, hat ein Problem." Die Elfe nickte und bat die drei herein. Alma stützte Darak wieder beim Gehen, folgte der Heilerin und dem Nichtgenannten. Die Elfe führte sie nicht in den Baum hoch, sondern in ein Seitengebäude, das sich an den Stamm schmiegte wie eine verliebte Frau an ihren Mann. Dort blieb sie an einer Tür stehen und klopfte. "Dr. Fink, Darak Luthrokar ist hier und es geht ihm nicht gut. Er möchte mit Euch sprechen!"
"Nur immer herein!"

Die Elfe öffnete und winkte Darak, Alma und den Nichtgenannten herein. Im nächsten Raum befand sich ein nach elfischen Verhältnissen eingerichtetes Büroräumchen. Regale, die direkt in den Stamm des Baumes eingearbeitet worden waren, zierten die Wand. Gegenüber davon befand sich ein Fenster, die grünen Vorhänge waren aufgezogen und ließen die Sonne herein. Vor einem kunstvoll geschnitzten Schreibtisch standen zwei Stühle mit elegant geschwungenen Lehnen. Unterhalb des Fensters war ein kleines Sofa aufgestellt worden und hinter dem Schreibtisch saß Jayna Fink in einem Lehnsessel, der wie ein großer Pilz aussah und schaute gerade von einigen Akten auf.
"Darak, wie schön Euch zu sehen. Was gibt es so Dringendes, dass Ihr direkt zu mir kommen müsst."
"Am besten, du legst dich da auf das Sofa und zeigst Jayna, worum es geht", meinte Alma ohne große Umschweife.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 13. Februar 2008, 18:22

Es war wohl verständlich, dass Darak im Moment nicht gerade in der Lage war weit zu Denken. Angesichts seiner Schmerzen auch wahrlich kein Wunder. Die Mitfühlende Art von seinem Lehrmeister tat ihm insgeheim gut, auch wenn es der Gehörnte nicht wirklich ausdrücken vermochte, aber er hatte das Gefühl… nicht allein zu sein.

Damals in den Eisenminen hatte er oft Schläge in den Unterleib oder noch zentraler abgekriegt und da war er bei weitem nicht der Einzige gewesen. Reihenweise brachen die Häftlinge in den Massen zusammen… doch auch wenn man ab und an blutend, keuchend oder röchelnd in der Menge lag… war er dennoch immer alleine gewesen. Niemand interessierte sich da schliesslich für irgend ein Schicksal. Wäre er gestorben wäre es den Wächtern wohl genau so Recht gewesen, wie wenn er überlebte. Man hatte nicht eingegriffen sondern der vorherrschenden Gewalt einfach seinen Lauf gelassen.

Heilung hatte der Mann viele Jahre lang als einen scheusslichen und schmerzhaften Prozess erfahren, denn die Wunden welche er hatte entzündeten sich unter den unhygienischen Bedingungen unter welchen er leben musste schnell. Eitrige Abszesse wüste Narben und andere unangenehme Dinge waren die Folge gewesen.

Jetzt aber, in diesem Moment war dies anders. Alma war für ihn da. Der Nichtgenannte. Ja sogar Lilith und zum Schluss noch Jayna. Sie halfen, weil sie sich für ihn interessierten, weil sie ihn als Mensch schätzten… geschätzt werden, heisst einen Wert zu haben.

„ARRHRHRHRRH“ Keuchte er und versuchte mit der Dicken Schritt zu halten, weil es so in seinem „Schritt“ nicht sooo sehr schmerzte, wie wenn er geschleift wurde.

<i> "Er hat sich sein Gemächt wund ge... na, Ihr wisst schon. Lilith und Darak haben eine lange Nacht hinter sich."</i> Darak lief dunkelrot an im Gesicht. Wenigstens hatte sie es so formuliert, dass ER der Täter war. Sie hätte gerade so gut sagen könne, Lilith hätte ihn wundge… Der Rest ging in seinen Gedanken unter.

<i> "Eine wahre Schmerzenstortur. Willst du darüber meditieren?"</i> <b>KONZENTRIER DU DICH MAL MIT DIESEN SCHMERZEN!</b> Schrie es in seinem Kopf. „Geht… nic…ht.“ Keuchte er verbissen.

<i> "Du ... hast deinen eigenen Stil entwickelt, aber Götter zu beleidigen ist ein Frevel. Das könnte dir Ärger und noch mehr Schmerzen einbringen."</i> „AURHH.“ Antwortete er schnaubend. Was interessierte ihn die Erhaltung der Würde von Lysanthors schlabberigen Geschlechts? „Ich scheiss auf Lysanthor.“ Äusserte er sich gepresst zu diesen Thema, welches somit für ihn abgehakt war. Niemand… absolut niemand konnte ihm wohl seinen Groll gegen Lysanthor nehmen. Schliesslich gehörte dies zu seinem Charakter dazu. Die Gewissheit stets einen Schuldigen finden zu können war gewissermassen… beruhigend. Auch wenn Darak niemals zugeben würde, dass er Beruhigung braucht.

<i> "Kommt auf die Gottheit an. Lysanthor war Darak nicht gerade hold, das wisst auch Ihr, Maskenmann.“</i> <b>Gratuliere du hast es begriffen!</b> Dachte er sichtlich zufrieden.

<i>“Hoffen wir, dass Florencia Abhilfe verschaffen kann, indem sie Jaynas Medikamentenschrank üppig mit Kräutern und Wurzeln gefüllt hält."</i> Er riss seine Augen auf. „Ihr wollt mir da BLÜMCHEN drauf tun?!“ Fragte er ungläubig. Dies konnte er sich jetzt gerade so gar nicht vorstellen. <b> Na ja… wenn ER dadurch noch etwas wächst….</b>

„Ich will nicht in den See!“ Keuchte er. Das Risiko, dass ihm da erst etwas ABFIEL bevor was wuchs, wollte er DA bestimmt nicht eingehen. Verständlich.

Mühsam schleppte sich die kleine Gruppe zum Heilerbäumchen. Der Nichtgenannte klopfte an. Alma musterte IHN. Darak fiel dies durchaus auf. Er starrte die Dicke an. „JA ER IST NOCH DA!“ Knurrte er.

<i> "Jayna wird sich schon darum kümmern. Die hat wenigstens alles da. Meine Tasche ist auf meinem Zimmer und gegen wunde ... Daraks hab ich nichts mit."</i> Er grinste leidend. „und wenn dann hättest du bestimmt nicht genug für SO VIEL Daraks gehabt.“ Lachte er nervös. Sein männlicher Stolz zu wahren war ihm wichtig und es lenkte ab. Wie der Nichtgenannte schon gesagt hatte, er hatte seinen eigenen Stil.

Die Tür ging auf. Natürlich erschien eine wunderhübsche Elfe. Was den sonst. Darak wurde mäuschenstill. <b>Gibt es hier eigentlich nur Frauen.</b> Ihm war das ganze furchtbar peinlich. Wegen Pillemannschmerzen eingeliefert zu werden war ja nicht gerade sehr reizend für einen sonst so wilden Gehörnten. Denn so konnte so ziemlich jeder schnell feststellen, dass der Hengst Darak Luthrokar in dieser Nacht erfolgreich zugeritten worden war.

<i> "Wir müssen zu Jayna. Ihr jüngster Patient, Darak Luthrokar, hat ein Problem."</i> Diesmal war es Darak selbst der durch seine Körperhaltung verriet WO sein Problem lag. Sicherlich hatte es wohl in Eldar noch nie einen ähnlichen Fall gegeben da war sich Darak sicher, die Elfen waren nicht gerade dafür bekannt dass sie es sonderlich… bunt… trieben.

Sie führte ihn hinein und dann wurden sie bei Jayna angemeldet, sie durften sofort eintreten. Noch bevor Alma ihn anweisen konnte steuerte der Mann zielstrebig das Sofa an. Legte sich darauf, drehte sich und rollte sich zu einer Kugel zusammen. Sein Schritt kompakt von der Aussenwelt abgeschirmt. Bisher hatte er ja einfach nur Hilfe gewollt aber jetzt als er die Heilerin gesehen hatte war ihm wieder bewusst geworden WER da helfen sollte. Dieses junge… sexuell wohl unerfahrene, jungfräuliche, zärtliche Ding von einer Frau. Sollte ihn DA untersuchen und einsalben? Ausgerechnet dieses hübsche, wohlgeformte Mädchen mit dem süssen Gesicht und dem schönen wenn auch dezenten „Vorbau“ welchem er durchaus nicht abgeneigt war?

„Sag einfach… welche Pastille oder Salbe du brauchst.“ Gab Darak gepresst an Alma kund. „Du hast es ja gesehen. Das reicht doch.“ Brummte er. Er dachte nicht daran Jayna DAS zu zeigen.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Erzähler » Samstag 16. Februar 2008, 17:37

Darak krampfhaftes Keuchen und das kaum verständliche "Geht ... nic ...ht" reichten dem Nichtgenannten als Bestätigung, dass sich Darak jetzt wohl wirklich nicht auf eine Mediation würde konzentrieren können. Wie auch, er war noch nicht einmal Anwärter auf einen Nichtgenannten-Posten. Wenn, dann könnte man ihn als Novizen im Anfangsstadium bezeichnen. Und die konnten sich ob großer Schmerzen nicht darauf konzentrieren, diese Pein mittels Mediation in die richtigen Bahnen zu lenken oder kurzzeitig an die Umwelt abzugeben.

So schwieg der Nichtgenannte, äußerte sich nur zum Thema der leichten Gotteslästerung. Ja, er selbst brauchte Lysanthor auch nicht, hatte nie einen Gott gebraucht – schließlich waren diese in Zeiten seiner größten Not weder für ihn noch ... <b>für meine Familie</b> ... da gewesen. Mittlerweile hatte er einen anderen Glaubensweg gefunden. Der Schmerz konnte ihn verstehen, durch ihn begriff er das Leid in der Welt.
<i>"Ich scheiß auf Lysanthor!"</i> Der Nichtgenannte antwortete darauf nicht mehr. Er fragte sich, ob Darak wirklich so schlecht zu dieser Göttergestalt stand oder ob es ihm nur Erleichterung verschaffte, jemanden zu haben, auf den er in schlimmen Situationen schimpfen konnte. Jemanden, den er verspotten konnte, um sich selbst von seinem eigenen Leid abzulenken. "Akzeptiere den Schmerz", brachte der Nichtgenannte schließlich doch hervor. "Du hast ihn dir scheinbar verdient. Mach ihn zu einem Teil von dir. Er hat dir zu folgen. Du beherrschst ihn, nicht umgekehrt."

Diese Worte ... waren Liliths nicht unähnlich, ersetzte man den Schmerz durch einen Mann. Immerhin war Darak Luthrokar eine ganze Weile ein "Teil von der Elfe" gewesen. Sie waren eins gewesen und nun musste er mit den Konsequenzen dieser Vereinigung leben. Es schmerzte bitterlich.

Und dann holte ihn eines seiner Traumata ein, als Alma von Florencias göttlichem Aufgabenbereich sprach. Von Kräutern, die ihm helfen sollten – die Darak natürlich als Blümchen missinterpretieren musste.
<i>"Ich will nicht in den See!"</i>, keuchte er. Eine schwabbelige Hand schwang zu ihm hinüber, die andere schleifte ihn ja zügig durchs Dorf. Musste Alma in letzter Zeit immer zuhauen? Was war denn plötzlich in die Tonne gefahren?
Aber nein, sie schlug nicht zu. Sie ... tätschelte Darak mitfühlend. "Der See ist weit weg und DAS kriegt Jayna auch ohne göttlichen Beistand wieder hin." Sie konnte wirklich lieb sein. Muttergefühle? Immerhin war Alma Mutter von fünf Kindern, da musste sie – und auch bei ihrer Masse – doch EINIGES an Gefühlen haben.
Für Achtsamkeit beim Transport zentral verletzter Patienten besaß eine Alma allerdings so viel Gefühl wie ein Ork für Feinmechanik.

Schließlich kam das Trio aber doch noch am Heilerbäumchen an und es dauerte nicht lange, dass sie in Jaynas kleinem naturellen Büro eintrafen. Darak ließ sich sofort auf dem Sofa nieder, rollte sich zusammen. Na, so konnte niemand ihn untersuchen.
Aber Jayna Fink ... hatte dies auch nicht vor.

<i>"Sag einfach ... welche Pastille oder Salbe du brauchst. Du hast es ja gesehen. Das reicht doch."</i> Dass Darak das ganze mehr als peinlich war, brauchte Alma nun nicht mehr zu erwähnen. Die Wunderheilerin betrachtete den zusammengerollten Darak mit fragendem Blick. "Worum geht es denn eigentlich?"
Da Darak nicht bereit war, zu antworten, übernahm Alma dies, die ihm ebenso noch eine Antwort als Konter schuldig war. "Ich hab dich doch jetzt nicht durchs halbe ELFENDORF geschleppt, damit ICH deinen <i>Membrum virile</i> nun wieder instand bringe!" Wenigstens verwendete Alma eine unter Heilerin gebräuchliche Bezeichnung für den Stolz eines jeden Mannes. So klang es irgendwie ... sachlicher und weniger peinlich. Trotzdem war die ganze Situation nicht gerade angenehm und Daraks Membrum-und-so-weiter brannte höllisch. Außerdem stellte sich ein penetranter Juckreiz ein, was – sollte sich Darak kratzen – wohl zu einem schrecklichen Teufelskreis führen würde.

Jayna verstand offensichtlich sofort, worum es ging. Und sie begriff auch, dass es Darak überaus peinlich war, wenn sie ihn nun untersuchen oder heilen würde. Kein Wunder, bat er einfach nur um die nächstbeste Salbe. Aber die Heilkundige würde ihm viel mehr geben.
Jayna erhob sich, schritt am Sofa vorbei, entschuldigte sich kurz bei den Anwesenden und verließ für einige Minuten das Büro. Alma und der Nichtgenannte nahmen auf den Stühlen vor dem Schreibtisch Platz und warteten. Die dicke Heilerin schaute hin und wieder zu Darak hinüber. Schließlich kehrte Jayna zurück, aber sie war nicht allein.

"Das hier ist Moltarél Birkenweiß, einer meiner besten männlichen Mitarbeiter." Ein Elf trat hinter Jayna hervor. Er war hochgewachsen, mindestens 1,90 m groß und hatte sein langes nussbraunes Haar in kunstvollen Zöpfen nach hinten gebunden. Auffallend an ihm waren die leicht schräg stehenden, ebenfalls nussbraunen Augen und die selbst für Elfen sehr markanten Wangenknochen. Sein Gesicht wirkte wie das einer unvollendeten Holzfigur und dennoch schien es einfach nur makellos. Er trug wie alle Heiler in Eldar eine Robe aus weißgrünem Stoff mit Goldumrandungen an Ärmeln und Kragen. An seinem Gürtel hingen diverse kleine Dosen und Fläschchen. Er erinnerte mehr an einen elfischen Alchemisten als an einen Heiler.
Moltarél verneigte sich vor den Anwesenden, dann wandte er sich direkt an Darak. Seine Stimme besaß eine leicht höhere Tonlage und war sanft wie ein Sommerregen. "Wenn ich Euch in den nächsten Behandlungsraum bitten dürfte." Als Darak sich nicht rührte, meinte der Elf: "Nun, dann eben anders herum. Dr. Fink, gewährt mir die Bitte, Euer Büro kurzfristig als Behandlungsraum nutzen zu dürfen. Ich müsste allerdings so dreist sein, Euch und die Begleiter des Patienten vor die Tür zu setzen."
Jayna nickte. "Sicher. Ihr macht das schon. Ich weiß, dass Darak bei Euch in guten Händen sein wird. Behandelt die Wundstelle und verschreibt ihm eine Heilsalbe zur Linderung." Dann winkte die Frau Alma und den Nichtgenannten hinaus. Hinter ihr fiel die Tür ins Schloss.

Darak und Moltarél waren allein. Der Heilkundige zückte ein Paar Handschuhe. "Darf ich die Zone des Schmerzes einmal begutachten?", fragte er und zog einen Mundschutz an.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 17. Februar 2008, 14:12

Wäre Darak nicht so von seinem Pein kontrolliert worden hätte er auf des Nichtgenannten versuch ihn mit seinem Schmerz zu „versöhnen“ bestimmt eine gewohnt bissige Antwort gegeben. Kein Mann hatte einen SOLCHEN Schmerz verdient! Da war sich Darak sicher. Aber eben, er tat es aus bekannten Gründen nicht. Stattdessen lag sein ganzes Bemühen darin, sich auf dem nächst bestem Sofa namentlich in Jayanas Büro zusammen zu rollen und sich zu krümmen. Seine Hände fanden den Weg zu seinem Schmerzzentrum und drückten sich dagegen. Hätte er nicht entsprechend sein Gesicht verzogen, hätte man dies auch als heftigen Harndrang misinterpretieren können. „Arrghhh…“ Gab er nur von sich.
Darak war froh endlich hier zu sein. „NEHMT SIE WEG!“ Er meinte damit die Schmerzen. Die ihn beinahe schon rasend werden liessen. Alma sollte schliesslich nicht all zu viel erzählen. Handeln war nun wichtig.

Alma hatte es tatsächlich geschafft eine grosse Angst von ihm zu nehmen. Was doch eigentlich erstaunlich war, schliesslich hatte sie ja bekanntermassen in „Pschylologie“ nie richtig aufgepasst. Aber sie war aufmerksam genug gewesen, seine Gedanken zu erraten.

Die Angst vor dem See, welcher erst alles nahm bevor er wieder etwas gab. Obwohl.. wäre der neue Darak… vielleicht göttlich gut geworden? <b>WAS DENKST DU DA?! NICHTS GEHT ÜBER EIN LUTHROKARSCHES ORIGINAL!</b> Er grinste schmerzverzerrt. Zumal wer wollte schon eine männlichkeit haben die jener mickrigen Lysanthors gleich kam?

So weit wollte er gar nicht denken, SEIN DARAK… war gut genug. Zumindest hatte sich Lilith nicht über seine Qualitäten beklagt, immerhin diese Ehre hatte sie ihm gelassen. Was eigentlich… erstaunlich war. Andere Amazonen würden wohl nicht so zimperlich mit seiner Würde umgehen, genauso wenig wie mit seiner Männlichkeit.

Das Sofa war schön weich, hier liess es sich aushalten bis Jayna Alma die nötige Salbe besorgt hat. Diese fragte gerade mit ärztlicher Sorge was den überhaupt los war. Was sollte Darak da schon sagen? Dass er von einer Amazone nieder geritten worden war? Nein…Am besten er sagte nichts. So schwieg er auch.

Darak rechnete damit, dass sich die feinen zarten Hände der Wunderheilerin bald um sein heikelstes kümmern würden. Er seufzte auf. Ja das würde wohl Linderung verschaffen. Obwohl… Jyana… war so jung… und lieb… sie könnte sie anhand so viel…. Männlicher Natur… erschrecken. „Arghuhg“ Grummelte er vor sich her.

<i> "Ich hab dich doch jetzt nicht durchs halbe ELFENDORF geschleppt, damit ICH deinen Membrum virile nun wieder instand bringe!"</i> „Was?!“ Darak wusste gar nicht dass er einen „Membrum virile“ besass. Noch was das war. „Kümmere dich lieber um meinen… äh… Streitkolben!“ Lanzen waren ihm wohl zu dünn…

Dass diese „Stichwaffe“ wieder in – stand kommen sollte, da waren sie sich einig. Dieser begann tierisch zu jucken. „OH bei Lysanthors borstigem Arsch!“ Keuchte er und drückte seine Hände fester gegen sein Membrum. Der Impuls sich zu kratzen – DA zu kratzen – entstand. Obwohl er überhaupt keine Reibung jeglicher Art ertrug. „ARughh…. So eine verfluchte… verdammte…!“ Fluchte er vor sich her. Nur Alma und der Nichtgenannte mochten seine gesamte Fluchpalette hören die so gar nicht für zarte elfische Ohren bestimmt gewesen waren – obwohl sie es vermutlich doch hören konnten, denn Darak war nicht gerade leise. „Bei Lysanthors verfluchten pickligen von Wundbrand durchzogenen Stolz!“ Keuchte er vor sich her.

Der Gehörnte bot Alma und dem Nichtgenannten nur den Blick auf seinen Rücken. Seine Arme bewegten sich weil er… tatsächlich kratze! „AOURRHRHRHRHRHRH“ Was das ganze hörbar schlimmer machte. Sterbende Viecher hörten sich wohl weniger dramatisch an als der brüllende Darak. Er begann sich auf dem Sofa zu wälzen. Bemerkte gar nicht wie die Heilerin das Büro verlassen hatte… nun in diesem Moment kehrte sie gerade zurück.

<i> "Das hier ist Moltarél Birkenweiß, einer meiner besten männlichen Mitarbeiter."</i> Darak riss seine Augen auf. „EIN MANN?!“ <b>DAS AUCH NOCH!!</b> Noch peinlicher als ein solches Anliegen schon vor einer Frau preisgeben zu müssen, war es wohl noch vor einem Artgenossen und natürlichen Konkurrenten… und dann noch vor einem elfischen Exemplar! Blitzschnell – und damit viel zu schnell für seinen Schritt wälzte er sich herum.

Darak hatte im Verlauf seines Lebens einige sehr schlechte Erfahrungen mit Männern in Verbindung mit seinen intimsten Stellen gemacht. Jetzt DARAN erinnert zu werden war nicht sonderlich… heilfördernd. Er starrte den gross gewachsenen aber drahtigen Elf an. Na ja so wie der aussah war er FAST ein männlicher Konkurrent sah er doch ziemlich weibisch aus. Hörte sich auch so an. Doch solange zwischen dessen Beinen etwas von vermutlich lysanthorischer „Grösse“ befand, würde dieser Kerl sich wohl hüten müssen ihm zu nahe zu kommen. Es war nahe liegend dass Darak im Moment nur in eine Richtung dachte, schliesslich machte diese auch gerade auf verdammt unangenehme Weise auf sich Aufmerksam.

<i> "Wenn ich Euch in den nächsten Behandlungsraum bitten dürfte."</i> <b>DENN LYSANTHORISCHEN HINTERN DARFST DU BITTEN!</b> Dachte er düster und rührte sich nicht. „Ich… brauch doch nur so eine verdammte Salbe! ALMA! Tu doch was!“ Keuchte er verzweifelt. Er wurde ungewollt leichenblass.

<i> "Sicher. Ihr macht das schon. Ich weiß, dass Darak bei Euch in guten Händen sein wird. Behandelt die Wundstelle und verschreibt ihm eine Heilsalbe zur Linderung."</i> „WAS?!“ Darak wollte nicht dass DARAK bei ihm in guten Händen war! „N-nein! HALT! HEE!“ Da waren sie schon draussen… und er mit diesem Kerl alleine.

<i> "Darf ich die Zone des Schmerzes einmal begutachten?"</i> „NEIN!“ Stellte er sich stur.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 19. Februar 2008, 08:50

<i>Da du dich nicht mehr in der Taverne aufhältst, fände ich es angebracht, in einem neuen Topic weiter zu machen. Daher weiter in <a href="http://69169.rapidforum.com/topic=103869659258" target="_blank">Patient der Elfen</a></i>
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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 11. März 2008, 16:23

[kommt von: Patient der Elfen]

Brav, beinahe schon wie ein kastriertes Schosshündchen folgte der sichtlich Schmollende Sklaventreiber seinem neuen Frauchen. Er trottete ihr hinterher und machte ein Gesicht als gäbe es für ihn kein Morgen mehr, dafür hatte er doch in diesen Tagen.. .seine Zukunft… auf zwei Beinen zurückerhalten! Doch die erlebte Demut wog schwer auf dieser gigantischen Waagschale des Darak Luthrokars die immer wieder zwischen positivem und negativen hin und herpendelte. Freiheit und Stolz waren für den Mann zwei grosse Antriebsmotoren und Lilith hatte gerade an beidem genagt. Daher das Ungleichgewicht und das Missempfinden des bulligen Mannes.

Ausserdem plagte ihn ein schlechtes Gewissen Jyana gegenüber.. .und wer Daraks Geschichte kannte wusste, dass sein Gewissen ohnehin schon sehr sehr sehr stark belastet war. Da drückte jede Kleinigkeit noch besonders empfindlich auf den Nerv. Im Grunde war ja Darak ein sehr bescheidener und dankbarer Mensch auch wenn er es aus irgendwelchen ihm vielleicht gar selbst nicht ganz bewussten Gründen immer versuchte zu verbergen. Ja man konnte gar behaupten, der liebe Herr Luthrokar sei… Harmoniebedürftig. Oder aber anders ausgedrückt: Er hasste es in der Schuld anderer zu stehen weil er wusste dass er in der Sühnung versagen würde. Denn er war ein Verdammter, ein Mensch dem nicht verziehen werden würde, dies verfluchte ihn dazu… immer zu Versagen und es schmerzte wenn er keine Vergebung für seine Worte fand die er selbst so hasste. „Es tut mir leid.“ Weil er genau wusste, dass bei jenen Taten die er wahrhaftig bereute… ebenfalls keine Verzeihung erhalten würde.

Lilith schritt frei… selbstbewusst voran und Darak folgte ihr mit gesenktem Haupt. In trüben Gedanken versunken. Er hatte sich soeben wie ein Brüllaffe benommen, selbst er merkte ab und an wann sein Verhalten völlig unangepasst war – meist immer zu spät. Dies ist ähnlich wie beim Morden, erst wenn das Opfer nicht mehr atmete, merkte er was er da eigentlich gerade getan hatte.

<i> "Die Schaustellertruppe, mit der ich reise, will mit dir reden",</i> Er runzelte die Stirn. <b>Hab ich etwa ihre Suite beschädigt oder was wollen die jetzt noch?</b> Er schnaubte nur. „So?“ Brummte er. „Wollen sie nicht mit meiner Besitzerin reden.“ Knurrte er säuerlich.

<i> "Ich gehöre nicht fest zu ihnen und habe noch eine Schuld zu begleichen. Ich werde dich dafür einsetzen, Darak“</i> Er grummelte. Knirschte mit den Zähnen <b>Mich einsetzen? Bin ich eine willenlose dumme Schachfigur oder ein Lastenesel?!</b> Es passte ihm nicht wie sie über ihn sprach. Wie sie ihn wieder… benutzen wollte. <i>“Das Angebot hatte ich dir schon vor unserem näheren Kennenlernen gemacht. Jetzt kann ich von dir verlangen, dass du mir hilfst.</i> Oh ja er erinnerte sich an seine Versprechen. Dort als sie ihm diese höchsten aller Gefühle verlieh hatte er es ihr versprochen, ja ihr förmlich aus der Hand gefressen, nun berief sie sich wohl darauf. Ja.. sie war es die seine Triebe kontrollierte, sie war es die IHN kontrollierte. Sie war seine Herrin. Er ihr besitz. So sprachen Amazonen und Darak kannte diese Art des Denkens sehr gut, kam sie doch jenem eines Sklaventreibers zum verwechseln nah.

<i>“Aber ... es wird dir gefallen, glaube ich. Zumindest hast du diesen Eindruck bei mir hinterlassen."</i> „Die Nacht hat mir zu beginn auch gefallen… bis du mich betrogen und benutzt hast!“ Nuschelte er sichtlich verstimmt.

Lilith bewegte sich auffallend geschmeidiger und verführerischer. Oh Darak welch Bock er doch nur war ertappte er sich selbst nicht mal dabei wie er begann ihr hinterher zu starren und ihr nun etwas… williger folgte nur um ihrem Körper nahe zu sein. Typisch Männchen. Es erinnerte an einen Hund der stundenlang versuchte sich durch ein zu enges Loch zu zwängen weil er dahinter ein Leckerli entdeckt hatte, anstatt einmal um das Hindernis herum zu gehen. Wo es beim Hund der schmackhafte Knochen war, welcher seinen Speichel zum triefen brachte war es bei einem Darak Luthrokar wohl der Anblick eines… knackigen, wilden Frauenhinters.

<i>“ Mach keine Szene da drinnen." </i> „PHA!“ Schnaubte er. “ICH MACH EINE SZENE WANN ICH ES WILL!” Stellte er klar. Luthrokar.. .blieb eben Luthrokar.

<i> Ich hab dich nicht wundscheuern wollen ... ich hab's nicht gemerkt."</i> Darak riss seine Augen auf. Blieb schlagartig stehen. „DU HAST ES NICHT GEMERKT?!“ <b>Wie kann die… MICH nicht merken?!</b> Er starrte ihr in den Nacken. „WAS SOLL DASS NUN WIEDER HEISSEN!“ So schlecht konnte er doch nicht gewesen sein! <b>NICHTS GEMERKT NA DIE KANN WAS ERLEBEN!</b> Oh schon wieder fühlte er sich an seinem männlichen Stolz angegriffen.

<b>Bei der Stimmt doch was nicht wenn sie meinen… DARAK nicht merkt! Das ist UNMÖGLICH!“</b> Sie konnte doch nicht die halbe Nacht auf ihm sitzen sich wild bewegen und NICHTS gemerkt haben! Es sei denn… es stimmte wirklich etwas nicht. Er stierte zu Alma. Verdutzt folgte er der Amazone in die Taverne. Nun konnte er wieder aufrecht gehen. Die Wirtin hatte Darak ja nun schon in den verschiedensten Verfassungen kennen gelernt. Er beobachtete die Schausteller dabei wie sie ihre „Klangwaffen“ pflegten. Oder auch Geräte zur Ohrfolter. Je nach Anwender.

Der hohe klang einer falsch gespielten Geige zum Beispiel konnte einem schon die Verzweiflung entlocken.

<i> "Du willst also brüllen"</i> Er runzelte die Stirn. <b>Brüllen?</b>

<i> . "Du sollst für uns Kundschaft herbei locken. Sie glaubt, ein Brüller wäre genau das richtige, um unser Programm zu ... naja ... zu einem Brüller werden zu lassen."</i> Er schmunzelte. Oh ja… DIES konnte er verflucht gut. Lilith hatte sich wohl nicht getäuscht… Darak schien seine Aufgabe tatsächlich zu gefallen. „Oh und ob ich BRÜLLEN kann!“ Er musterte die männlichen Elfen. „Ich bin schliesslich der einzige MANN in diesem Dorf hier!“ Ja… dies tat seinem männlichen Ego offensichtlich wieder gut.

Beschwingt stapfte er nach draussen, richtete sich zu voller Grösse auf. DEr Helm trohnte stolz auf seinem Haupt. Gierig sog er die nahe Luft in sich auf, füllte seine Lungen welche danach den Atem gleich durch seine Stimmbänder jagen würde... und..:… „HEEE IHR DA! BÜRGER VON… ÄH… ELDORAS! SCHWINGT EURE ELFISCHEN ÄRSCHE HIER IN DIE TAVERNE UND GENIESST DIE MUSIK UND DEN BETÖRENSTEN GESANG ALLER ZEITEN!“

Dass er Brüllen konnte… wusste nun wohl jeder, denn Darak tat es gerade aus Leibenskräften. Vermutlich brachten seine Ausgerufenen Schallwellen gar die oberste Fettschicht von Alma ins wabbeln. Über der Inhalt seiner Brüllerei… liess sich wohl streiten.

„DU DA!“ Rief er einem vorbeilaufenden Elfen zu. „KOMM SOFORT IN DIE TAVERNE ARBEITEN KANNST DU AUCH SPÄTER NOCH ODER ICH KOMM RUNTER UND MACH DIR BEINE!“
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Dienstag 11. März 2008, 16:23, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von fremde Frau » Mittwoch 12. März 2008, 10:36

Sein Brummen stimmte die Elfe fast zornig. Ebenso zischend klang gar ihre sonst so liebliche Stimme, als sie Darak antwortete. "Wir haben eine Vereinbahrung. Du hättest nein sagen können. Du hast es nicht getan. Jetzt folgst du mir und ich bin <i>nicht</i> deine Besitzerin." Für Amazonen gab es einen deutlichen Unterschied zwischen Besitz und einem Mann, der ihnen aufgrund einer Nachkommensspende folgte. Diese Frauen hielten sich nicht für Sklaventreiberinnen, die Jagd auf Männer machten. Nein, sie standen über solchen Behauptungen. Denn wenn sie sich mit jenen Sklavenhaltern verglichen hätten, würde dies einen Mann wirklich zu ihrer Beute machen und wie klang das denn in den Ohren einer jeden Amazone? Wenn Männer genug wert waren, dass man sie jagte!
Nein, sie hielten es anders. Sie trafen Vereinbarungen – zwar nicht ganz auf die übliche Weise, denn wie in Liliths Fall war der männliche Gegenpart zum Zeitpunkt der "Verhandlungen" nicht gerade denkfähig, doch für eine Amazone galt dies als legitim. Männer waren in ihren Augen ohnehin niemals wirklich denkfähig gewesen.
Gerade deshalb stimmte Daraks sarkastischer Einwand die Elfe so wütend. Trotzdem sprach sie gerade wieder davon, ihn zu benutzen – wie Kinder ihr Spielzeug. Sie holten es aus dem Regal, spielten damit solange bis es kaputt ging und dann warfen sie es achtlos in eine Ecke.
War Darak bereits auf bestem Wege, ein kaputtes Spielzeug zu werden?

<i>"Die Nacht hat mir zu Beginn auch gefallen ... bis du mich betrogen und benutzt hast!"</i> Einen Moment lang herrschte Schweigen, nicht aber weil Lilith keine Konter-Antwort auf diese Bemerkung hatte ... nein, sie dachte nach, ob sie antworten sollte. Ob sie diesem Männchen ... nicht zu viel verriet. Nur Alma und ihre nachtelfische Freundin, die in Xytras auf ihre Rückkehr wartete, wussten doch davon. Beides Frauen, ihnen konnte Lilith vertrauen. Aber einem Mann? Zugegeben, Darak zählte für sie bereits als ein außerordentlich spezieller Mann. Er war anders und das hatte Lilith erkannt. Er war anders, deshalb würde er sie auch nach Xytras begleiten. Er war anders ... deshalb ... tat es ihr irgendwo Leid, wie sie ihn behandelt hatte.
Natürlich sagte sie das ganz bestimmt nicht!
"Mir hat mehr als nur die Nacht gefallen ... ich ... genieße deine Anwesenheit, wenn auch nicht wie andere ... Frauen." Gut, dass sie ein Stück voran ging. Nicht noch einmal sollte Darak die tanzenden Schatten in ihren Augen sehen. Es betrübte sie, welche Pfade sie hatte einschlagen müssen ... all die Jahre ... ihr Leben lang.

<i>"ICH MACH EINE SZENE WANN ICH ES WILL!"</i> Ja, damit behielt er recht. Denn allein mit diesem "Hinweis" hätte er schon wieder eine machen können. Alma und der Nichtgenannte, die hinterdrein folgten, sahen auf, als Darak so herum brüllte. Doch der war bereits schon wieder weiter im Gespräch. Er konnte es nicht fassen. Was sagte Lilith soeben? Was hatte sie da gerade ...? Aber ... sie sollte seine männlichen Fähigkeiten nicht bemerkt haben? War das jetzt nur wieder ein amazonischer Versuch, ihn zu demütigen oder ... sagte sie die Wahrheit?!
Darak blieb stehen, das hinderte ihn aber nicht daran, nicht leiser zu werden. <i>"WAS SOLL DAS NUN WIEDER HEISSEN!"</i>

Auch Lilith blieb stehen. <b>Ich hab zu viel gesagt.</b> Es lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken und ihre Schultern zuckten kurz. Der Wald, das Dorf, alles verschwamm für einen Moment vor ihren Augen und da waren nur noch die beiden ... diese großen, groben Hände und das brutale Grinsen ... die Warnung ...
Erschreckt sog sie die Luft ein, aus Schatten auf ihren wunderschönen Amethystaugen war unheimliche Finsternis geworden. "Es ... liegt nicht an dir", brachte sie fast keuchend heraus und eilte sich dann, in die Taverne zu kommen.
Ob Darak sie gehört hatte? Sein Blick galt Alma, die ihrerseits aber der Amazone nachschaute. <b>Armes Ding</b>, dachte die Tonne.

Wie gut, dass sich Lilith diese schauspielerischen Fähigkeiten angeeignet hatte. So fiel es ihr wenigstens nicht schwer, beim Eintreten in die Schankstube wieder ein herzliches Lächeln auf ihre Züge zu zaubern. Sogleich ging sie zu ihrer kleinen Gruppe aus Musikern, Darak folgte.
Und dann wandelte sich die Stimmung. Dass er für die Musiker den Brüller spielen sollte, steigerte Daraks Laune ins Unermessliche. Jedenfalls reichte es, ihn zum Schmunzeln zu bringen und noch ehe man ihm sagen konnte, was genau er denn zu rufen hatte, war er auch schon wieder auf dem Weg nach draußen.
"Der einzige Mann hier im Dorf?", wiederholte Orleander mit hochgezogener Augenbraue. Lilith grinste, nahm dann ihren Platz auf der Bühne ein.

Alma und der Nichtgenannte erreichten inzwischen ebenfalls die Tür zur Taverne. "Was stellst du jetzt wieder an?", fragte Alma, mehr neugierig als tadelnd. Sie sah das Blitzen in Daraks Augen und die Art wie er ging. Anders. Beschwingt. Und sie erhielt eine Antwort ...
<i>"HEEE IHR DA! BÜRGER VON ... ÄH ... ELDORAS! SCHWINGT EURE ELFISCHEN ÄRSCHE HIER IN DIE TAVERNE UND GENIESST DIE MUSIK UND DEN BETÖRENDSTEN GESANG ALLER ZEITEN!"</i>
Alma, die direkt neben Darak gestanden hatte, schlug sich die dicken Wurstfinger klatschend auf die Ohren. "AUUUHHH, doch nicht so LAUT!", knurrte sie ihm entgegen. Doch Darak ließ nicht locker. Auf seine ihm ganz eigene Art pries er die Schausteller an und rief jedem vorbeilaufenden Elfen zu, er solle ... <i>seinen Arsch in die Taverne schaffen</i>.

Aber es zeigte Wirkung. Die eldorischen Elfen strömten neugierig herbei, schließlich kam es nicht oft vor, dass ein solcher Lärmpegel in ihrem Dorf herrschte. Schon sammelten sie sich vor der Taverne und glotzten Darak verwirrt an, ehe sie seine Worte auch wirklich verarbeiteten und die Botschaft verstanden.
Da Elfen sich scheinbar gern von übergroßen, gehörnten Brüllaffen einschüchtern ließen, betraten sie auch in bereits genannten Strömen die Taverne, so dass die Wirtin alsbald weitere Stühle aus einem Vorratsraum holen und aufstellen musste. Aber es reichte bei weitem noch nicht. Die Elfen ließen sich nicht daran stören, stellten sich an den Tresen oder lehnte sich gegen die Wände. Alle wollten wissen, ob sich die Behauptungen vom betörendsten Gesang aller Zeiten bewahrheitete.

Schließlich, als die Taverne wahrlich rappelvoll war, trat Lilith nach vorn, zum Rand der Bühne. Ihre Truppe hatte die Instrumente gestimmt und war bereit, loszulegen. Lilith hob ihr Tamburin, ließ es einmal Aufmerksamkeit einheischend schellen. Dann schaute sie zur Tür, lächelte Darak an – aufrichtig und dankbar. Sie winkte ihn herein, auch er sollte die nun folgende Darbietung nicht verpassen.
Dann ging es los. Hingis schlug seine Trommel, Orleander ließ die Finger über die Lautensaiten tänzeln und Maria fidelte munter auf ihrer Geige. Zunächst tanzte Lilith Blütentau nur, ihr Körper bewegte sich schlangengleich geschmeidig über die Bühne. Sie vollführte einen Reigen nach dem anderen und wirbelte so anmutig verführerisch im Kreis, dass einige Elfen entzückt "ahhhhh" und "ohhhhh" raunten. Die Wirtin zwängte sich inzwischen mit Krügen voll Nektar, Wein und Bier durch die Reihen.

Schließlich begann Lilith zu singen, sang das Lied, welches Darak gehört hatte, als er an einem der Tische zusammengebrochen war. Sie sang das Lied, das ihn beruhigt und ihm die Angst genommen hatte. Es berührte heute mehrere Herzen.

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Darak Luthrokar
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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 15. März 2008, 22:22

<i> ""Mir hat mehr als nur die Nacht gefallen ... ich ... genieße deine Anwesenheit, wenn auch nicht wie andere ... Frauen."</i> Diese Worte hallten in Daraks Bewusstsein nach und irgendwie stimmten sie ihn fröhlich. SO gänzlich verachten tat sie ihn wohl nicht.. und so unbedeutend war er offenbar auch nicht, wenn er doch wusste wie wichtig er gar für die junge Amazone war! Doch dieses Geheimnis behielt die Frau noch für sich. Ob sie sich überhaupt jemals einem Mann anvertrauen würde? Auch wenn Darak anders war… so blieb er dennoch… Mann… auch er hatte grobe schwielige Pranken… wie der Bauer.

Darak blühte in seiner Rolle als Brüller förmlich auf und er schien es offensichtlich zu geniessen wie er es schaffte allein durch seine befehlende und dominante Stimme die Menschen anzulocken. Ja dies gab ihm wohl wieder etwas von dem männlichen Stolz zurück welchen Lilith zuvor so arg beschnitten hatte indem sie ihn erst gnadenlos überreizt, und dann auch noch nichts gespürt zu haben unter die Nase gehalten hatte. Doch es lag ja nicht an ihm, hatte sie gesagt. „IHR SOLLT EURE ÄRSCHE HIER REIN…“ Einen Moment hielt er mitten in seinem Gebrüll inne. „Es liegt an ihr!“ Murmelte er vor sich her. <b>Verdammt deren… weiblichkeit… ist vielleicht… kaputt?!</b> Daraksche Gedanken. <b>Aber das kann nicht sein so wie sie mich… geritten hat!</b> „SOFORT!“ Begann er wieder die Gäste anzulocken. Respektive her zu zitieren.

„WENN ICH NUR EINEN MÜDEN ARSCH HIER HERUMKRIECHEN SEHE DER NICHT IN DIESE SCHENKE KOMMT SETZT ES WAS!“ Brüllte er weiter und es war wohl Daraks, und der Schaustellers Glück dass die Schenke soeben voll war, weil sich Darak allmählich vielleicht keine Freunde mehr mit seinen Rufen machte sondern nur noch bedrohlich wirkte. Jetzt aber senkte er seine heiser Gewordene Stimme. Schmunzelte Alma verschmitzt zu die noch immer ihre wurstigen Ohren mit ihren noch wurstigeren Hände zuklebte und klopfte ihr auf die Schulter. „Du bist hier nicht die einzige die Laut sein kann meine Liebe! Merk dir dies lieber!“ Lachte er und verschwand in der Schenke. Dem Wink der Amazone brav folgend er blickte ihr in die Augen die dankbar strahlten. Sie zauberte ihm so ein Lächeln aufs Gesicht. Er nickte ihr zu… und verzieh. Darak konnte ungeheuerlich nachtragend sein, was seine „noch zu Morden-Liste“ eindrücklich bewies… und doch… konnte er gleichzeitig auch Grossherzig sein. Darak hatte eben viele Wesenszüge. Bockig, stur, begriffsstutzig bis über verständnisvoll, grosszügig, bescheiden… Alma war wohl jene der Gruppe die ihn schon auf sehr viele Art und Weisen kannte… doch nur Lilith wusste genau, wie er naja… sich im Bett verhielt. Der Gehörnte.

Und der Nichtgenannte? Dieser kannte nun Daraks Schmerz.

Darak lehnte sich an die Theke weil alle Tische bereits besetzt waren. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend schielte er zu jenem Platz in der Schenke wo er tage zuvor noch zusammengebrochen und beinahe verblutet war. Er wurde leicht blass bei den Gedanken. In diesem Dorf der Elfen… war so vieles Geschehen, welches sein Leben grundlegend veränderte.

Er winkte den Nichtgenannten heran und Alma. Bestellte für die Beiden und sich selbst Bier und prostete ihnen zu. „Auf Pelgar… mögen wir dort erfolgreich sein.“ Meinte er trocken und dann… dann lauschte er Liliths Worte. Welche sein Herz erneut berührte. Er sah sie gerade zu wieder vor sich, wie sie ihn gehalten hatte, beruhigt und für ihn gesungen. Ihm wurde ganz warm… und er entspannte sich sichtlich. Die Bewegungen ihres Körpers weckten bei ihm schon wieder die Lust auf mehr… es war wohl war, der Gehörnte verfiel seiner eigenen „Beute“.

Verträumt sah er sie an. „Elena mag mir verzeihen.“ Murmelte er vor sich her und seufzte. Seine Liebste… hatte ihn wohl schon längst vergessen… war es nicht an der Zeit es auch zu tun? Noch schien sein Herz noch nicht gänzlich dazu bereit. Elena liebte er… Lilith begehrte er.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Erzähler » Sonntag 16. März 2008, 00:03

Die letzten Elfen drängelten sich eilig in die Taverne, zwang Daraks "liebenswürdige" Aufforderung sie doch dazu. Aber der Gehörnte stutzte derweil. Er dachte über Lilith nach, ihre Worte und ... ihr gesamtes Verhalten. Ihm kam etwas in den Sinn. Stimmte mit der namhaften Weiblichkeit dieser Amazone denn etwas nicht? War <i>dort</i> etwas in die Brüche gegangen? War etwas kaputt?
Aber nein, das konnte er sich nicht wirklich vorstellen. Sie hatte ihn so gut behandelt, da konnte nichts kaputt sein. Rasch verwarf er den Gedanken wieder, brüllte stattdessen ein letztes Mal Eldar zusammen, ehe er sich an einem Berg aus Alma vorbei drängte und in die Taverne stiefelte.

<i>"Du bist hier nicht die einzige, die laut sein kann, meine Liebe! Merk dir dies lieber!"</i> Lachend marschierte er an einer vollkommen verwirrt dreinschauenden Alma vorbei. Die nahm endlich die Patschehände von den Matsche-Ohren, runzelte die Stirn, dass eine darauf befindliche kleine Warze zwischen den Falten zu Tode gedrückt wurde und brummte: "Wer ist denn hier NOCH LAUT!? ICH NICHT, FALLS DU DAS MEINST!" Aber auch Alma grinste – was bei ihr bedeutete, dass ihre Mundwinkel nicht sooo weit herabhingen wie üblich.

Darak bahnte sich einen Weg zur Theke. Er hatte scheinbar wirklich den ganzen Ort hier versammeln lassen. Hoffentlich waren die meisten auch bereit, für die Vorstellung zu zahlen. Lilith jedenfalls zeigte sich dankbar, ihr Lächeln war so herzlich, dass Darak wohl nicht anders konnte, als dieser liebreizenden Elfe zu verzeihen – auch wenn er wusste, dass zumindest <i>sie</i> auch noch anders konnte. Doch schnell ließ er sich erneut in ihren Bann ziehen.

Alma und der Nichtgenannte – welcher im überaus großzügigen Windschatten der Tonne bequem gehen konnte – gesellten sich zu Darak an die Theke. Die Wirtin brachte auf Bestellung sofort drei Bier und kassierte das Geld vom Nichtgenannten ein. Nett, Darak musste nicht einmal bezahlen.
Gemeinsam prosteten sie einander zu, aller Blicke waren für einen Moment lang ernst, als Darak seinen Krug im Namen ihrer gemeinsamen Sache in Pelgar erhob. Sie alles wussten, dass sie auf den Tod eines Mannes tranken, den keiner von ihnen sonderlich leiden konnte. Am wenigsten wohl Darak ... oder hasste der Nichtgenannte seine Bruder noch mehr als der Mann, der mehrfach hatte Folter durch Valrock ertragen müssen?

Schon schweiften Daraks Gedanken wieder ab. Lilith begann zu singen und zu tanzen, die übrigen Schausteller begleiteten ihre Bewegungen mit traumhaften Melodien. Verträumt schaute Darak der Elfe mit dem Tamburin zu, so wie viele andere in der Taverne. Die Männer gierten mit Blicken nach ihr, selbst wenn es sich um elfische Männer handelte. Die Frauen ließen sich von ihrer außerordentlichen Schönheit begeistern. Wie sehr sie darum beneidet wurde, wusste die Elfe nur zu gut.

Als die Schausteller schließlich eine Pause einlegten und einen breitkrempigen Hut herumgehen ließen, gesellte sich Lilith zu dem Trio an die Theke und ließ sich einen Apfelsaft bringen. Mit geröteten Wangen und einem Lächeln bis über beide Ohren schaute sie Darak an. "Danke", sagte sie, "dass du für die Truppe Kundschaft geholt hast." Ihre amazonische Art schien wie weggeblasen. Sie umarmte Darak herzlich und gab ihm sogar einen Kuss auf die Wange.
Da tauchte die Wirtin auf, lachte ebenfalls und trat an Darak heran. "Ich sollte Euch auch danken. Nie zuvor hatte ich so viel Kundschaft. Doch Küsse bekommt nur mein Mann. Ich möchte Euch dies hier geben, dafür solltet Ihr in einer Stadt anständig Geld bekommen." Sie reichte einen wirklich interessanten Gegenstand über die Theke: ein golden schimmerndes Zepter mit eingefassten Smaragden. Es funkelte im Kerzenlicht.
"Man sagt, es ist verzaubert", hauchte die Wirtin verschwörerisch über den Tresen. "Es gewährt einen Wunsch. Einen einzigen, aber er muss aufrichtig vorgetragen sein. Gold oder Ehre kann es nicht beschaffen. Es muss ein Wunsch aus tiefster Seele sein. Wird er gewährt, leuchten die Smaragde wie Florencias Wälder so grün."

Noch immer schwärmte die Elfenwirtin von dem Zepter, das sie Darak soeben geschenkt hatte, als plötzlich die Tür aufging und mehrere in glänzende Rüstungen gepanzerte Männer eintraten, ihrer insgesamt drei. Sie trugen Plattenpanzer und Topfhelme, die silbergolden glänzten. Doch das Auffallende an ihnen war der große, schwarze Reichsadler auf ihrer Brust. Lysanthors Sonne schimmerte golden darauf. Pelgarische Soldaten!
Einer von ihnen erhob die Stimme, während die anderen beiden an der Tür Aufstellung nahmen. "Im Namen der celcianischen Hauptstadt Pelgar! Wir sind hier, um den mehrfachen Mörder und Verbrecher Darak Luthrokar in Gewahrsam zu nehmen. Zeigt Euch kooperativ und es wird bei Eurer Verurteilung durch den Hohen Rat Pelgars – stellvertretend den Kommandanten Carmara – berücksichtigt. Wir wissen, dass Ihr hier seid, Luthrokar! Also zeigt Euch, die Hänge hinter dem Kopf verschränkt."

So schnell konnte eine bis zum Rand angefüllte Taverne vollkommen still werden.


<i>Darak erhält ein magisches Zepter (Geschenk des Weihnachtskalenders 2007)</i>

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Darak Luthrokar
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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 16. März 2008, 01:43

<i> "Wer ist denn hier NOCH LAUT!? ICH NICHT, FALLS DU DAS MEINST!"</i> „Nein ich meine damit natürlich den Nichtgenannten!“ Lachte Darak munter ehe er in der Schenke verschwand, ohne zu bemerkten dass sich eben dieser im riesigen Schlagschatten Almas verborgen hatte und so selbst dem Gehörnten in seiner sonst so auffälligen Anwesenheit nicht auffiel.

Die Wirtin brachte schnell das bestellte Bier und Darak stiess zufrieden mit seinen gewonnenen Freunden an. Ja sie tranken auf den Tod, sie tranken auf die Vernichtung von Leben und Darak fühlte sich zum ersten Mal gut bei diesem Vorhaben, denn hinter dem geplanten Mord an Valrock Moslag sah er einen guten Sinn. Er war einer der Kerle die den Tod verdienten, genau so wie er selbst wohl. Der mehrfache Killer und Folterer, Darak Luthrokar. Der Kindermörder aus Andunie und jener sture Bock der den Lichtgott verspottete und der eigenen Vergänglichkeit immer wieder trotzte.

Es schien aber auch zum Schicksal des Gehörnten zu gehören, dass er stets auf einem sehr schmalen Grad wandelte. Denn seine Taten und Erlebnisse pendelten immerwährend zwischen neuer Verschuldung und Versündigung, jedoch auch abgetragener Busse und Strafe sowie Freude, Hoffnung und Vergebung.

Die Tätowierung auf seinem Nacken verriet diese Tatsache. Gab der Welt preis, dass für diesen Mann ein grässliches Nachleben bestimmt war und machte ihm bewusst, dass egal was auch immer er tun würde, was auch immer er versuchte dies schlussendlich doch in einem vernichtenden Urteil münden würde. Denn sein schändlich kurzes Leben würde niemals ausreichen um wieder gut zu machen was er derweil zerstört hatte. Doch dies hielt das Schicksal oder zumindest einen Gott nicht davon ab ihn auch Zeitens seines Lebens immer wieder zu strafen und mit seinen Verbrechen zu konfrontieren. Oh ja… Lysanthor der Gott der Gerechtigkeit, der oberste Weltenrichter geizte nicht damit, den Mann immer wieder dem Arm des Gesetzes auszuliefern, auf dass geschehen möge was dem Mörder eigentlich schon lange vorbestimmt war. Die Vollstreckung seiner gerechten Strafe. Es schien so als könnte selbst Lsyanthor nicht über Leben und Tod entscheiden, doch er konnte es bewirken, dass zumindest die wahrscheinlichkeit eines baldigen Ablebens grösser wurde.

Doch an all dies dachte Darak im Moment nicht. Er genoss die Musik und Liliths betörender Gesang. Erfreute sich daran, dass er nach ihrem auftritt… zu ihr – gehen – konnte und ihr einen Kuss auf die Wange drücken konnte, ihr zu ihrem Auftritt gratulieren. Es waren so einfache Dinge welche ihn so glücklich werden liessen. Er ein Kerl der von dem Glück wirklich nur sehr spärlich beliefert wurde.

Er trank sein Bier in einem Zug leer und musterte die anderen Elfenmänner. Oh er wäre wohl bitterst eifersüchtig geworden, wüsste er nicht WIE brav Elfen doch waren. Vor denen musste Lilith… und er nun wirklich keine Angst haben. Er gönnte Lilith das Bad in der Menge, weil er wusste, dass es sie stolz machte zu wissen, wie sehr sie doch die Sinne der Massen allein durch ihre sinnliche Stimme und den Bewegungen ihres wundervollen Körpers kontrollieren und berühren konnte. Er beklatschte die Schaustellertruppe freudig als sie eine Pause einlegten und blickte Lilith stolz entgegen. „Du hast wundervoll gesungen!“ Von seiner Mürrigkeit war keine Spur mehr zu erkennen. Was Brüllen bei ihm so alles bewirken konnte!

Er winkte ab als Lilith sich so eifrig bei ihm bedankte und lächelte als sie seine Wange küsste. Ihm wurde ganz warm ums Herz. Diese Frau tat ihm wahrlich gut… wenn sie ihn nicht gerade überreizte. „Es begleicht nur einen Bruchteil das, was du für mich getan hast als es mir schlecht ging.“ Hauchte er ihr zu.


<i> „Ich sollte Euch auch danken. Nie zuvor hatte ich so viel Kundschaft. Doch Küsse bekommt nur mein Mann. Ich möchte Euch dies hier geben, dafür solltet Ihr in einer Stadt anständig Geld bekommen."</i>

Er blickte die Wirtin überrascht an. Hier in diesem Dorf war man wirklich überaus freundlich… kurz verzog sich seine Miene zu einem wehmütigen Blick. <b>Jayna.</b> Noch wusste er nicht ob sie ihm verziehen hatte. Er seufzte kurz, doch dann liess er sich erneut durch die Freude der Wirtin ablenken und blickte neugierig auf als sie sagte sie hätte ein Geschenk für ihn. Man beschenkte… IHN?! „Aber ich hab doch nur gebrüllt!“ Winkte er lächelnd und verlegen ab und das erste Mal konnte man bei dem alten Luthrokar erkennen, dass einige Sorgenfalten… jenen des Lachens gewichen waren.

Er runzelte die Stirn als ihm die Elfenwirtin ein goldenes Zepter reichte. Für so was hätte er früher gemordet… na ja auch für weniger…

„Ab-er dass kann ich doch nicht annehmen!“ Er wusste ja nicht WIE viel Umsatz er ihr gerade beschert hatte.

<i> "Es gewährt einen Wunsch. Einen einzigen, aber er muss aufrichtig vorgetragen sein. Gold oder Ehre kann es nicht beschaffen. Es muss ein Wunsch aus tiefster Seele sein. Wird er gewährt, leuchten die Smaragde wie Florencias Wälder so grün."</i>

Was sich wohl ein Mann wie Darak wünschte? Nun vor kurzen wäre es so sonnenklar gewesen. <b>MEIN BEIN!</b> Doch nun… was wünschte er sich nun aus tiefstem Herzen? Er wusste es nicht… weil er glücklich war. „Vielen… vielen Dank.“ Hauchte er der Wirtin zu. Schmunzelte dann. Packte sie zog sie kurz zu sich und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Tätschelte diese dann. „Nichts dem Manne sagen.“ Lächelte er verschmitzt und zwinkerte ihr freundschaftlich zu.

Der Kuss eines Mörders, wie sich bald öffentlich herausstellen würde.

Darak musterte das Zepter. Noch nie hatte er so etwas edles in den Händen gehalten. Dieses Ding eignete sich noch ziemlich gut als Keule, dies war neben den Smaragden alles was er auf an hieb erkannte. Auf einen zweiten Blick offenbarte sich ihm auch die Gewissheit über die unglaublich feine Verarbeitungsmethode dieses Zepters. Wahrlich ein Werk eines Könners, ja dieses Artefakt musste wahrlich einiges Wert sein. Dies war nicht schlecht, hatte er schliesslich im Verlauf seiner Reisen beinahe sein ganzes Hab und Gut verloren, ausser seinen treuen alten Helm der noch immer auf seinem Kopf thronte.

Da schlug das Schicksal erneut zu einer dramatischen Wende zu.

Die Tür schnellte auf. Alles blickte auf die pelgarischen Wachmänner. „Lysanthor.“ Hauchte Darak als er den Reichsadler entdeckte. <b>Verdammte Scheisse! Wie haben DIE mich bloss gefunden!</b> Natürlich wusste er das DIESE Kerl nicht ihren Arsch in die Schenke geschwungen haben um Liliths Gesang zu lauschen. Es war ihm ja auch klar, dass er gesucht wurde… doch dass ihn die Garde gar bis über die Grenzen Pelgars hinaus bis hier hin nach Eldar verfolgt hatte, dies überraschte ihn nun doch. Dies war keine normale Suchaktion, sondern war wohl von jemandem persönlich angestachelt worden… und Darak hatte so eine ungute Ahnung von wem genau. „Valrock.“ Hauchte er so dass es seine Freunde wohl hören mochten.

Er blickte die Männer an. Sie waren von Kopf bis Fuss gepanzert und bis an die Zähne mit ihren gewaltigen Langschwertern bewaffnet. Darak hatte nun wirklich keine Lust schon wieder etwas abgeschnitten zu kriegen. Was so ziemlich alles was ihm gerade bewusst wurde als er auf die Schwerter blickte.

<i> "Im Namen der celcianischen Hauptstadt Pelgar! Wir sind hier, um den mehrfachen Mörder und Verbrecher Darak Luthrokar in Gewahrsam zu nehmen.“</i> Ab dieser harten an ihn gerichteten Worten erbleichte er nun doch. Er spürte wie sich Elfenaugen auf ihn richteten und er merkte förmlich wie sich die Meinung, welche sie sich über den Gehörnten Kerl aus Pelgar, der tags zuvor noch hier zusammengebrochen war änderte. Furcht mochte in ihnen aufkeimen, einen Mörder unter sich zu wissen und Zorn, dass es sich ein solcher Abschaum von Mensch überhaupt anmasste sich hier unter eine fröhliche feiernde Gesellschaft zu mischen obwohl sein Gewissen doch so schwer belastet war!

Unsicher.. und langsam blickte der Angesprochene zu Alma, dann zum Nichtgenannten und schliesslich zu Lilith der gerade auf diese ziemlich brutale und nüchterne Art und Weise sein Geheimnis von welchem sie ja eigentlich nichts wissen wollte offenbart wurde. Ja genau er war auch so ein Mann, so ein verfluchter Kerl mit schwieligen groben Händen, die Morden konnten.
Ausgerechnet er.

Darak senkte sein Haupt. An Flucht dachte er gar nicht, sie wäre auch sinnlos. Er musste ja schliesslich nach Pelgar wollte er seinen Auftrag erfüllen! Unentdeckt käme er dort ohnehin nicht an wenn sie ihn schon bis hierhin suchten. Ausserdem war dies doch ein direkter Fahrschein zu Valrock…wenn aber auch einen für ihn sehr nachteiligen und unberechenbaren. Aber was sollte Darak tun? Er war unbewaffnet, hier befand sich beinahe zwei drittel des Dorfes in der Schenke. Er konnte sich nicht an ihnen allen vorbeidrücken und dann waren da noch immer die Wachen die den einzigen Ausgang versperrten. Zudem wollte er weder Alma, den Nichtgenannten und Lilith durch seine unkooperation in Gefahr bringen. Er nutzte die Fülle des Raumes um Alma wenigstens das Zepter noch zu geben weil er ahnte, dass man es ihm sonst wohl wegnehmen würde. „Es ist wohl besser ihr kennt mich nicht.“ Flüstert er seinen nächsten zu. Mustert dabei eindringlich Lilith. Die als einzige wohl den Pelgarern völlig unbekannt sein musste. „Es… tut mir leid.“

In der Schenke war es mäuschen Still geworden.

Darak seufzte. <b>Was sollte denn bei MEINEN Urteil noch positiv berücksichtigt werden?</b> Dachte er zynisch. Aber er rechnete damit, dass sie ihn wenigstens bei dem Transport etwas, humaner behandeln würden wenn er sich stellte. Der Gehörnte konnt ja nicht ahnen, was die Männer da vor ihm alles aufsich genommen haben um ihn zu kriegen. Welch Opfer dies bei ihnen gefordert hatten, für welche sie nun ihn verantwortlich machen konnten. Ausserdem stand der Kindermörder von Andunie in Pelgar nicht gerade in einem günstigen Licht. Doch würde er sich nun auch noch widersetzen könnte dies sehr unangenehme Folgen für ihn haben, die Pelgarer kannten Mittel und Wege Schwerverbrecher wie ihn ruhig zu stellen, dies wusste er ja nur zu gut.

Nichts bewegte sich. Schwer ging sein Atem. Mit seinen Hörnern und bulligen Art stach er schnell aus der Menge hervor.

Doch nichts rührte sich.

Ausser Daraks Hände die sich langsam hinter dem Kopf verschränkten. Er trat vor – die Elfen zurück. Es bildete sich eine Lücke zwischen ihm und den Wachen. Wieder war ihm die Freiheit jäh genommen worden.

Er fühlte sich nackt und ausgeliefert hier inmitten der Schenke.

Er senkte sein Haupt. „Ich bin unbewaffnet.“ Gab er wahrheitsgetreu kund. Da stand er nun, dieser flüchtige als äusserst gefährlich bekannte Mörder dem man doch eigentlich ein Bein gebrochen hatte! Da <i>stand</i> er und ergab sich. Er wusste aus persönlicher Erfahrung dass es den Wachen selten reichte wenn die Gefassten standen und für gewöhnlich wurden dann die Deliquenten auch mit ihren Schwertkäufen niedergestreckt. Darak vermied dies, indem er aus eigenem Antrieb in die Knie ging. Welch bittere Szenerie sich ihm doch bot, wurde er hier… inmitten dieser Gastfreundschaftlichen Menschen als Bestie entlarvt, die er für einen kurzen Moment… dank seiner Freunde vergessen hatte. Nun holte ihn seine Vergangenheit ein.

Er legte sich mit dem Gesicht voran auf den Boden roch das alte Holz unter sich, die Hände noch immer über dem Kopf verschränkt und ergab sich so widerstandslos der Justiz Pelgars. Er spürte die Blicke auf seinem Rücken und war heilfroh, dass sein Helm ihn wenigstens davor bewahrte, dass auch sein Nacken entblösst wurde. Er blickte nicht auf. Schloss seine Augen und lauschte nur, wartete das näherkommen der Wachen an die ihn nun wohl abführen würden.

Er ahnte, dass ihm so die Gelegenheit genommen wurde sich mit dem Nichtgenannten für seine Mission weiter vorzubereiten, war er überhaupt bereit sich seinem grössten Feind zu stellen?

Darak hatte merklich Angst. Noch nie wurde er so… öffentlich von Pelgarern verhaftet, die ja bekannter weise etwas ruppiger waren als jene Söldner aus Andunie. Ob diese überhaupt damit gerechnet hatten, dass dieser als Gewitzt geltende Schwerverbrecher sich… so leicht… ergab?
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Sonntag 16. März 2008, 10:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Erzähler » Sonntag 16. März 2008, 19:49

Darak blühte richtig auf und das hob auch allgemein die Stimmung der kleinen Gruppe, die sich inmitten der eldorischen Elfen gebildet hatte. Alma prostete noch einmal fröhlich dem Nichtgenannten zu und dieser hob ganz vorsichtig seine Maske etwas an, um einen Schluck des kühlen Bieres zu nehmen. Darak selbst hatte sein Gebräu bereits geleert. Er bewunderte gerade das Zepter, welches die Elfenwirtin ihm geschenkt hatte. Bei den Einnahmen, die sie heute haben würde, konnte sie es sich leisten, dieses Glanzstück von einem Artefakt zu verschenken. Da es laut ihrer Aussage einen aufrichtigen Herzenswunsch erfüllen konnte, benötigte sie es nicht. Ihr ging es gut und sie war wunschlos glücklich. Auch Darak überlegte noch, was er mit dem Zepter wohl anfangen würde, als die jauchzende Stimmung ein jähes Ende nahm.

Plegarische Soldaten hatte die <i>singende Taverne</i> betreten und riefen ihn aus: Darak Luthrokar, Verbrecher und Mörder. Schlagartig wurde es still im Schankraum. Man hätte wohl eine Stecknadel fallen hören können, aber nicht einmal die traute sich jetzt noch, ein Geräusch zu verursachen.
Alle Blicke richteten sich entsetzt auf den Gehörnten. Die Schaustellertruppe starrte erst Lilith Blütentau und dann Darak Luthrokar ungläubig an. Hatte ihre Elfensängerin da gewusst, wen sie zum Kundschaftsbrüller ernannt hatte? Scheinbar nicht, denn auch Liliths vor Schreck und Entsetzen geweitete Augen starrten Darak an.
Die Masse der Gäste bildete einen Kreis um die Gruppe, jedoch achtete jeder peinlichst genau darauf, nicht zu nahe zu kommen. Ein Verbrecher, ein Mörder, direkt unter ihnen. Viele der Gäste waren wie gelähmt. Einige Elfen, die man sonst für ihre großzügige Gastfreundschaft kannte, legten wachsam ihre Hände auf Schwert- und Dolchgriffe. Schweiß bildete sich auf diversen Stirnen und zierliche junge Elfenfrauen klammerten sich an ihre Partner.

Wie die Soldaten Darak bis nach Eldar hatten verfolgen können, war ihm schleierhaft. Aber bei seinem Gebrüll hatte man ihn vermutlich sogar bis nach Pelgar gehört. Wie lange verfolgten sie ihn schon und warum so weit? Da konnte nicht einmal dieser überaus unfreundliche Kommandant von der Stillen Ebene dahinter stecken. Der machte sich doch nicht solche Mühe, wenn Darak seine Stadt verlassen hatte. Nein, da steckte ein anderer dahinter. Jener, auf dessen Tod Alma, der Nichtgenannte und Darak eben noch die Krüge erhoben hatten.
<i>"Valrock."</i> Seine Stimme war nicht mehr als ein lauer Windhauch, doch er erreichte jene, die es hören sollten. Alma warf Darak einen verstehenden Blick zu und ballte die Fäuste. Sie würde kämpfen, kein Zweifel. Der Nichtgenannte blieb ganz ruhig stehen, erkundete offenbar die Lage. Darak hätte aus einem der Fenster springen können. Der normale Fluchtweg wurde schließlich von zwei der drei Soldaten versperrt. Aber dann hätte er seine Freunde im Stich lassen müssen. Die Maske des Nichtgenannten drehte sich, sein ausdrucksloser Blick heftete sich an Darak. Die Augen hinter der Maske drückten aus, was der Mund nicht auszusprechen wagte: <i>Du bist noch nicht soweit!</i>

Dennoch ... Darak schaute zu seinen Freunden, sah einen nach dem anderen unsicher an. Schließlich traf sein Blick auf den der Amazone. Lilith wirkte bestürzt. Ihr Mund klappte auf, aber es drang kein Laut nach draußen. Die liebliche Kehle, die sonst so verlockende Töne freisetzen konnte, war trocken. Sie schluckte leer, Schatten tanzten wild über ihre Amethystaugen.
Einen Verbrecher hatte sie sich da zum Spender amazonischer Nachkommenschaft erkoren ... einen Mörder.
Lilith wich einen Schritt zurück. Sofort wurde sie von Elfen, die hinter ihr standen, an Armen und Schultern gepackt und in ihre Reihen gezogen. Ungläubig, traurig und leer blickte sie den Mann an, den – vermutlich einzigen – Mann an, den sie hatte mitnehmen wollen. "Mörder", wiederholte sie das Wort, hauchdünn und noch immer vollkommen außer Fassung.

Darak ließ den Kopf hängen, drückte dann Alma das Zepter in die Hand und wisperte leise: <i>"Es ist wohl besser, ihr kennt mich nicht."</i> Mit einem letzten Blick zu Lilith entschuldigte er sich, befolgte dann den Anweisungen des sprechenden Soldaten und begab sich langsam Richtung Tür.
"Was zum–", brachte Alma keuchend hervor. Was machte er denn da? Sie konnte es nicht fassen! Dieser sture, freiheitsliebende Kerl schlurfte artig zu den Wächtern hinüber, um sich seinem Schicksal zu ergeben?! "Aber ..." Alma umklammerte das Zepter, bis zwischen ihren wulstigen Speckschwarten, die die Finger wie dicke Handschuhe umgaben, die Knöchel weiß hervortraten. Sie tat einen Schritt vor, doch blieb dann aprubt wieder stehen. Sie rang mit ihrer Fassung, brachte ebenso wie Lilith keinen Ton mehr heraus.

Der Nichtgenannte schwieg und beobachtete.

Inzwischen trottete Darak durch den von Elfen gesäumten Weg bis hin zur Tür. Jeder wich noch einmal einen halben Schritt zurück und sog erstickt die Luft ein, wenn Darak ihn oder sie passierte. Hinter ihm begannen die ersten zu tuscheln.
"... ein Mörder ..."
"... in unserem Dorf ..."
"... ist er gefährlich? Ich habe Angst ..."
Die Elfen waren verwirrt, aber die meisten trauten es diesem Kerl wohl zu. Dieser gehörnte Brüllaffe, der ihnen geradezu gedroht hatte, in die Taverne zu kommen. Sicher tilgte er Leben auch ebenso brüllend von der Welt.

Vielleicht war es gut, dass Jayna – an die Darak vorhin noch mit gewissem Schmerz gedacht hatte – nicht anwesend war. Die Wunderheilerin hatte einen Verbrecher gesalbt. Sie hatte so viel Kraft und Hoffnung in einen Mann gesteckt, der mehr Morde begangen hatte als so manch anderer – und der jetzt erneut auf sein Schicksal traf. Vielleicht war es gut, hatten sie sich im Streit getrennt.

<i>"Ich bin unbewaffnet."</i> "Lügner", entgegnete der pelgarische Soldat und wandte sich dann an die Masse aus verschreckten und entsetzten Elfen. "Selbst seine Hände vermögen, Leben zu nehmen. Wie viele Menschen mag er mit ihnen schon erwürgt haben?"
Zwischen all den Elfen griff sich Lilith erstickt schluchzend an den Hals. Tränen rannen über ihr Gesicht, aber weinte sie für Darak oder ... weil ihr als Amazone wieder bestätigt wurde, wie schlecht und verkommen der Mann an sich doch war?

"Ist er das wirklich?", fragte der eine Soldat an der Tür seinen Kameraden. "Ich hörte, sein Bein sei verkrüppelt."
"Er ist es und scheiß auf sein Bein ... es wird den alten Zustand sicher wiederfinden." Der Soldat grinste. Oh ja, in ihren Augen war Darak wirklich nur der Verbrecher, den sie hatten finden sollen. Nichts weiter, nichts wert. Deshalb weinte ihm niemand eine Träne nach, würde man ihm noch ein weiteres Mal die Beine brechen.
Darak ging in die Knie, zeigte sich so gehorsam, als hätte er nur darauf gewartet, dass die Soldaten ihn holen kommen würden. Sein Kopf drückte sich auf das Holz des Bodens. An anderer Stelle hatte er in diesen vier Wänden so viel Blut verloren. Er hatte gebrüllt und Liliths Gesang gelauscht, gefeiert und für eine Weile gedacht, dass es da noch ein anderes, ein fröhlicheres Leben für ihn gab. Was Florencia ihm geschenkt hatte, wurde nun von Lysanthor wieder nichtig gemacht.

Die Soldaten traten vor – und traten zu. Von beiden Seiten trafen pelgarische Kasernenstiegel in die Rippen. Der dritte Mann stand eine Weile da und beobachtete das Spektakel. Schließlich schob er seine Kameraden beiseite und legte Darak eiserne Handfesseln an.
In diesem Augenblick ...

"HEEEEE! IHR SPINNT WOHL VÖLLIG!" Almas Selbstbeherrschung war ihrem Zorn gewichen, ebenso wie die Elfen, die für die Tonne eine viel breitete Schneise bilden mussten, damit sie überhaupt bis zur Tür vorwalzen konnte. Hinter ihr blieb der Nichtgenannte zurück, starrte ihr nach, das Zepter irritiert haltend und dennoch leicht den Kopf schüttelnd.
Almas geballte Fäuste prallten aufeinander und es donnerte, als würde der Gott Brocknar seinen gewaltigen Hammer auf den Amboss jagen. "WO ER ES EUCH SO LEICHT MACHT UND SICH EINFACH ERGIBT!!! HABT IHR DENN KEINE NIEREN?!" (Für eine Alma lagen die Prioritäten eben bei anderen Organen.) Doch genau dies, ihr überlärmender Gefühlsausbruch – ihre eingegangene Bindung zu einem Verbrecher, den sie eigentlich nur hatte zusammenflicken sollen – brachte nun auch sie in Schwierigkeiten.
"Seid Ihr nicht Alma, die Heilerin aus Pelgar? Die Alma, die in den Kerkern arbeitete und dann so mir nichts, dir nichts mit jenem Verbrecher aus der Stadt floh?"
"Ja", führte der andere Soldat fort und riss inzwischen Darak auf die Beine. "Das ist sie. Genau die Alma, die den Mörder Luthrokar in eine Mönchskutte steckte und auf einem Stuhl mit Rädern an den Beinen zum Stadttor hinaus manövrierte."
"Also ist es die Alma, die einem Schwerverbrecher zur Flucht verhalf und sich somit zu ihrem Komplizen macht!"

Almas Kinnlade klappte herunter. Es sah aus, als würde ein wabbeliger Pudding langsam realisieren, dass die Schwerkraft stärker war als er. Das Gesicht, der Speck der Heilerin, verlief wahrlich in die Länge und nahm neue Formen an. "K-KOMPLIZIN???!!! ICH ..." Sie verstummte. Neben dem Puddinggesicht realisierte nun auch sie selbst. Die Soldaten hatten Recht. Sie <i>hatte</i> einem Verbrecher zur Flucht verholfen.
"SO EINE VERDAMMTE ..." Wir ersparen uns an dieser Stelle den sintflutartigen Schwall an Schimpfwörtern und Flüchen, der die <i>singende Taverne</i> zu einem Ort gestaltete, der nie wieder derselbe sein würde. Man konnte behaupten, dass sich Almas Kundgebung von Ärger sprichwörtlich ins Holz fraß.
Die Soldaten nutzten die Gunst der Stunde und legten Alma ebenfalls Fesseln an. Das hieß, sie versuchten es. Die Handgelenke des Wonneproppens von Frau waren einfach zu fett für die Fesseln. So schlang man ihr kurzerhand die Kette, welche eigentlich wie eine Leine hatte wirken sollen, um ihre Hände, bis sie diese nicht mehr rühren konnte. "Ich hab ihn mitgenommen, weil ich noch immer keine BEZAHLUNG bekommen hatte. Er ist mein ... BEWEISSTÜCK D!!!" Die Soldaten reagierten gar nicht auf Almas Herumgefluche und Gekreisch.
"Wiederholt Eure Aussage vorm Kommandanten. Für Euch wird es eine Anhörung geben." Die Soldaten schauten zu Darak, schoben ihn Richtung Tür. "Für den da nicht." Dann wurden er und Alma nach draußen befördert. Die Heilerin blickte zu ihrem Beweisstück hinüber und schaffte es sogar, ihm leise zuzubrummen: "So bist du wenigstens nicht allein."

Sie führten sie die Treppe den Baum hinunter und bis zu einem Gefängniskarren. Vermutlich war dieser der Grund, weshalb man Darak nicht gleich sofort entdeckt und in Gewahrsam genommen hatte. Die Soldaten wollten auf Nummer sicher gehen und hatten sich dieses Transportmittel angeeignet. Auf einem einfachen Holzkarren, vor den ein Pferd gespannt war, hatte man einen eisernen Käfig gepackt, gerade groß genug, dass Darak stehend darin Platz finden konnte.
Die Soldaten schubsten ihn hinein und schlossen ab. Den Schlüssel steckte sich einer der drei in die Hosentasche. Alma ließen sie auf dem Kutschbock Platz nehmen, wo sich einer von ihnen hinzu gesellte. Die beiden anderen Soldaten hockten sich hintem zum Käfig auf den Karren.
So hatte sich wohl niemand den Plan von Valrocks Ende vorgestellt. Ob der Nichtgenannte folgen würde? Und Lilith? Suchte sie nun einen anderen? Niemand hinderte sie daran, sie könnte Darak jederzeit vergessen.

Schon fuhr der Gefangenenkarren los ... Pelgar entgegen.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 16. März 2008, 22:52

Der Gehörnte seufzte schwer gegen den Holzboden. „Mörder.“ Ja er kannte diese Bezeichnung für ihn nur zu gut und er hatte sie auch oft gehört. Aus dem Munde von Wachen, Priestern, Foltermeistern, Richtern aber als Lilith aussprach was seine anderen Freunde schon lange wussten, tat ihm das Wort doppelt weh.

Sein blanker Rücken – er trug ja nur seine Hosen, richtete sich schutzlos gegen die Menge und er hörte das knirschen von Leder und leise knacken von Fingerknochen die sich gerade um Schwertgriffe schlossen sowie das angespannte Atmen der Elfen. Er fürchtete sich vor dem Zorn der Masse. Zum Glück war die Geschichte des Schlächters von Andunie noch nicht bis zu ihnen durchgedrungen wie anderorts. Er schloss seine Augen, presste seine Lippen aufeinander. Sein Herz pochte unangenehm gegen seine Brust. Ungewissheit machte sich ihn ihm breit. Was würde wohl geschehen? Wenn er Pech hatte würden sie ihn hier auf der Stelle hinrichten – als mehrfacher Flüchtiger galt er schliesslich bestimmt als Gefahrengut und man mochte sich wohl das Verfahren so kurz wie möglich halten um dieser Schmach – dass der Todgeweihte ihnen noch einmal durch die Lappen ging vermeiden. Andererseits… pelgars Bürger waren geradezu vernarrt in spektakulär aufgezogene Hinrichtungsanlässe… wäre es nicht eine grossartige Möglichkeit, die Stadtwache zu preisen und ihre Tugendhaftigkeit, ihren Fleiss und ihre Effizienz öffentlich unter Beweis zu stellen indem sie jetzt – in der Zeit der Turniere, wo alle Völker sich in der Stadt versammelten - Andunies Kindermörder auf den Schafott führen würden?

Er sah seinen Kopf vor dem geistigen Auge bereits über Pelgars Sandsteinboden rollen als er die eisernen Stiefel der Söldner auf sich zukommen hört. Er öffnet seine Augen nur um sie gleich wieder zusammen zu pressen als die Kerle auf ihn eintraten. Diese Bastarde trugen verdammt spitze, eisenverstärkte Stiefel die zwischen den Rippen gewaltig schmerzten. „Aurhghhh“ Japste er und krümmte sich getroffen zusammen – er hatte sich noch nicht mal gewehrt. Er drehte sich auf eine Seite ab, wurde aber von dem Fuss des dritten Söldners – der sich auf seine Schulter drückte wieder auf den Bauch gedreht, so konnte er Daraks verschränkte Hände packen und in Ketten legen. Er zog seine Beine an um seine schmerzenden Flanken zu schützen. „Verdammt“ Keuchte er gepresst. <b>Verfluchte Bastarde! Elendige Büchsen!</b>

<i> "Selbst seine Hände vermögen, Leben zu nehmen. Wie viele Menschen mag er mit ihnen schon erwürgt haben?"</i> Er erwiderte nichts darauf, denn es stimmte. Er war froh wurde er nicht direkt danach gefragt, die Antwort hätte wohl niemandem gefallen. Von den 40 Opfern waren wohl mindestens 12 mit blossen Händen getötet worden. So genau wusste er es nicht mehr – was eigentlich schon schlimm genug war. Er starrte betreten auf den Boden. Wie konnte er dies nur vergessen haben wie nur? Es waren eben bereits so viele… Er seufzte. Verzog schmerzverzerrt sein Gesicht.

Die ganzen Morde, sein ganzer menschlicher Abgrund… der war doch so lange her. So viele Jahre… und doch… holten ihn seine Taten immer wieder ein. Er verzweifelte bereits beinahe daran. Er schnaubte. Natürlich gehörte er hingerichtet, dies wusste er selbst doch am besten. Aber warum jetzt? Warum nicht vor Jahren, als er wirklich noch dieser grässliche Abschaum von Mensch war? Dort hätte er sein Ableben wohl eher akzeptieren können als jetzt… wo er wusste warum sich ein Leben zu leben lohnte.

<i> HEEEEE! IHR SPINNT WOHL VÖLLIG!"</i> „Nein… nicht!“ Gab er kleinlaut kund. Ausgerechnet diese Tonne warf IHM immer wieder unüberlegtes und impulsives Handeln vor und was tat SIE?! Sie lieferte sich direkt den Söldner aus! Alma mochte viel Wissen, doch von der pelgarischen Justiz hatte sie… absolut keinen blassen Schimmer – ja noch nicht mal einen hauch davon, dies spiegelte sich schliesslich auch in ihrem Handeln wieder als sie den Mörder einfach so… gestohlen hatte.

<i> "WO ER ES EUCH SO LEICHT MACHT UND SICH EINFACH ERGIBT!!! HABT IHR DENN KEINE NIEREN?!"</i> „Das sind eben Pelgarer.“ Meinte er trotzig. Alle hier waren Zeugen, dass die Kerle nicht gerade Fair mit Darak umgesprungen waren, doch… interessierte dies die Elfen überhaupt? War er doch nur ein Mörder und hatte ohnehin schlimmeres als ein paar Nierentritte verdient für das was er getan hatte. Warum sollte man einen Kerl wie ihn mit würde und Respekt behandeln wenn er es doch selbst bei seinen Opfern nie getan hatte! Als Mörder nahm man die Rechte anderer… und verlor somit die eigenen.

<i> "Seid Ihr nicht Alma, die Heilerin aus Pelgar? Die Alma, die in den Kerkern arbeitete und dann so mir nichts, dir nichts mit jenem Verbrecher aus der Stadt floh?"</i> Da geschah es. Nun richtete sich der Arm des Gesetzes auch gegen die bisher wohl noch nicht so fahrlässig in Erscheinung getretene Heilerin. Denn bei ihrem kleinen Organgeschäft… stellte sie sich geschickter an als hier.

Darak bereute gerade dass er sich so freiwillig ergeben hatte, jetzt wo er wusste wie überheblich sich diese Bastarde benahmen, wo sie doch so sehr dem Pfad der Tugend zu folgen versprachen. Der Verdammte kannte Lysanthors Weg des Lichts nur zu gut… doch er wusste leider auch, dass die Priester schlau genug waren für solche Fälle eine Klausel in den heiligen Schriften zu hinterlassen. Denn Gerechtigkeit, Ehrenhaftigkeit und Treue gehörte den Schutzbedürftigen, die Wahrung der Würde, galt den Opfern ihrer Familien, und die gesamte härte ihrer Richtbarkeit – dem Delinquent.

Plötzlich ging es für Darak in die Vertikale. Grob packte man ihn und riss ihn auf die Füsse. Er behielt seinen Kopf gesenkt, wollte die Elfen nicht ansehen… nur ein Augenpaar musterte er kurz. Jenes von Lilith. „Es tut mir leid.“ Formten seine Lippen Lautlos. <b>Es tut mir leid dich enttäuscht zu haben.</b> Dies war leider eines von Daraks tragischen Talente. Enttäuschen.

<i> ""K-KOMPLIZIN???!!! ICH ..."</i> Darak nickte nur. Blickte dann zu Boden. Was dachte sie den? Sie hatte schliesslich kein Brötchen gestohlen sondern ein verurteilter Massenmörder.

Darak runzelte überrascht die Stirn als dieses Fass von Frau… einen Wortschatz an den Tag legte der selbst einem Eisenminenknastbruder imponiert hätte. Es tat ihm leid, dass sich Alma hier vor allen Leuten festnehmen lassen musste. Ausgerechnet hier – zum Glück war Jayna nicht anwesend. Schliesslich war sie eine geachtete Heilerkollegin.

<i>"Wiederholt Eure Aussage vorm Kommandanten. Für Euch wird es eine Anhörung geben." Die Soldaten schauten zu Darak, schoben ihn Richtung Tür. "Für den da nicht."</i> Darak riss seine Augen auf. „Wie soll dann meine Kooperation berücksichtigt werden häh?!“ Ereiferte er sich und begann sich nun doch gegen die Abführung zu sperren – ohne erfolg, ziemlich schnell hatten sie ihn zum Karren geschoben. Daraks Augen weiteten sich. „N-nein nicht da rein! Kein Käfig bitte!“ Doch es half nichts. Wenige Augenblicke später fand er sich hinter diesem Gestänge wieder.

<i> „So bist du wenigstens nicht allein."</i> Darak starrte sie an. „Du ahnst nicht in was du da drinnsteckst verdammt noch mal!“ Grummelte er ihr zu. Warum verspielte sie so fahrlässig ihre Freiheit?

Darak hockte sich hin – aufstehen würde ihm wohl nun schwer fallen mit den nach hinten gefesselten Hände. Er behielt seinen Blick gesenkt. Hockte einfach da. Es würde nichts bringen mit den Kerlen zu sprechen zu beginnen, dies wusste er. Das waren Angehörige der pelgarischen Wachelite. Die waren nicht so leicht zu beeinflussen wie… na ja andere.

Nur kurz blickte er hoch zur Schenke. <b>Lilith…</b> Dachte er bitter. Seine Rippen schmerzten und es begannen sich schon violette Flecken darauf abzuzeichnen. Er merkte wie er beobachtet wurde und blickte nun doch zu den Wachen auf – was hatte er sich vorhin gerade selbst eingeschärft? Er schien es bereits wieder vergessen zu haben. „Miese Bastarde!“ Grummelte er vor sich her.

Was würde nun geschehen? Die Reise war lang, dies wusste er... und dann... in Pelgar? Würde er überhaupt noch in den Kerker kommen oder würden sie ihn wohl gleich zum hinrichtungsplatz deportieren, wo Valrock ihn dann genüsslich Hinrichten würde? Glanz und Ruhlos? Oder würden sie ihn ausliefern, ihn leiden lassen, ihn erneut quälen bevor sie seinen Tod herbeiriefen?

Was immer auch geschehen mochte... es kam zu früh. Damit hatte er nicht gerechnet und er fühlte sich ncoh nicht bereit, Valrock schonwieder gegenüber zu treten. Ihm schauderte bei dem Gedanken an den Beinbruch. An den Vollgekotzten Helm. Furcht durchflutete sein Körper.

Schweigend starrte er auf den Boden als sich der Wagen in Bewegung setzte.
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Sonntag 16. März 2008, 22:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der "singenden" Taverne

Beitrag von Erzähler » Dienstag 18. März 2008, 09:38

Wie konnte Alma nur so dumm sein? Warum tat sie dies? Hätte sie einfach ihre alma'sche, viel zu breite Klappe gehalten und die Soldaten mit Darak ziehen lassen! Nein, sie brüllte herum, bis man sie wiedererkannte und – zum erneuten Schrecken aller Elfen – ebenfalls in Ketten legte. Fesseln ging bei dem Ausmaß ihrer Handgelenke nicht wirklich, besaß die pelgarische Eisenfessel doch eine Einheitsgröße – es kam schließlich auch viel zu selten vor, dass man einen Wal verhaften musste.
Wenigstens entschied der Nichtgenannte, sich zurückzuhalten. Er hatte sowieso gehen wollen. Jetzt war er frei, dies zu tun. Sein Schüler war noch nicht soweit und somit sicherlich keine große Hoffnung, den sehnlichsten Wunsch dieses Mannes zu erfüllen. Sowohl er als auch Darak kannten Valrock Molsag. Der Foltermeister würde nicht davor zurückschrecken, Darak jeden Knochen einzeln zu brechen. Wie sollte der Gehörnte dann mit jenen Schmerzen einen Mord begehen?

Der Nichtgenannte hatte ihm so vieles beibringen wollen, in erster Linie den Weg des Schmerzes. Dieser war mit Meditationen verbunden, die Darak bereits kannte und auch schon einmal versucht hatte. Unglücklicherweise war er damals ziemlich gescheitert, als der abgegebene Schmerz mit voller Intensität zu ihm zurückgekehrt war.
Valrocks Bruder schüttelte erneut den Kopf, als die Soldaten Alma und Darak hinausführten. Nein, er war noch lange nicht soweit. Es blieb hoffnungslos.

Während die beiden frisch Verhafteten also auf den Gefängniskarren "geladen" wurden, erhob sich in der Taverne wildes Getuschel. Jeder schien mit jedem über das eben Geschehene zu sprechen. Wild wurde spekuliert, ängstlich unterhalten. Ein Mörder mitten in Eldar! Er hätte Kinder töten und Frauen entführen können. Wie gut, dass pelgarische Soldaten ihn eingefangen hatten, besaßen die eldorischen Elfen doch keinerlei Miliz – abgesehen von ein paar Waldläufern, die einigermaßen mit dem Schwert umzugehen wussten, wie die meisten hier.
Doch viel schlimmer verbreitete sich die Kunde über die Gefangennahme und Partnerschaft zum Bösen der dicken Heilerin Alma. Diese Frau war doch so nett – naja, wenn auch sehr mürrisch –, aber sie verstand ihre Heilkunst. In der Zeit, in der dieser Verbrecher mit dem gehörnten Helm in einem der Krankenbetten gelegen hatte, war sich Alma nicht zu scheu gewesen, Dr. Jayna Fink auch ein paar Patienten abzunehmen. Ihre Methoden waren ... ruppiger als die der Wunderheilerin, aber nicht weniger erfolgreich. Die Elfen hatten sie sehr geschätzt. Und nun würde sie in den Kerker Pelgars kommen, weil sie gemeinsame Sache mit einem Mörder gemacht hatte.

"... Sie muss davon gewusst haben ..."
"... natürlich! Ihr habt doch die Wachen gehört. Sie hat diesen Luthrokar aus der Stadt geschmuggelt. Sie <i>hat</i> davon gewusst ..."
"... niemals hätte ich das von einer Frau wie ihr erwartet ..."
Die Elfen unterhielten sich hitzig und nur die Wirtin ging wieder ihrer Arbeit nach – weil sie musste. Es lenkte sie ab. Ein solches Ereignis, eine solche Tragödie in ihrer Taverne und sie hatte diesem Mörder ein magisches Zepter geschenkt! Eben jenes verschwand gerade im Robenärmel des Nichtgenannten. Er blickte zur Tür, seine Maske ausdruckslos wie das Gesicht eines Toten.
"Was machen wir jetzt?" Lilith erschien neben ihm, schaute besorgt.
"Wir? Wollt Ihr ihn denn retten?"
Sie zögerte. Wollte sie? Er war nur ein Mann, sie konnte sich jederzeit absetzen und einen anderen für ihre Mission suchen. Er hatte ihr offen seine Abneigung gegenüber Amazonen und ihrer Art mit Männern umzugehen gezeigt. Ihm lag nicht viel daran, sie zu begleiten, das wusste sie. Sie hatte ihn benutzt wie jeden anderen.
"Nein", sagte Lilith Blütentau entschieden und seufzte. "Ich will ..." Sie brachte ihr Tamburin zu den noch immer verwirrt und entsetzt dreinschauenden Schaustellern zurück. Dort verabschiedete sie sich. Die Elfe würde nicht wiederkommen, nicht zu ihnen. Aber zum Nichtgenannten kehrte sie zurück, blickte entschlossen und mit amazonischem Feuer in dessen Augen. "Ich will, dass wenigstens ein gottverdammter Mann hier auf Celcia einmal sein Versprechen hält." Sie grinste und marschierte dann zu ihrem Zimmer, um ihre Sachen zu packen. Der Nichtgenannte folgte schweigend.

Inzwischen sträubte sich Darak draußen, in den Käfig gesperrt zu werden. <i>"N-nein, nicht da rein! Kein Käfig, bitte!"</i> Die Wachen grinsten. "Jammerlappen", grunzte ihm einer zu und drückte seinen Kopf mitsamt Helm nach unten, damit er durch die Käfigtür passte.
"Somit ist Eure Kooperation in der Taverne wieder ausgeglichen", lachte ein anderer. Oh, diese Soldaten konnten ja sowas von im Namen der Gerechtigkeit dienen! Vermutlich definierten sie Lysanthors Weisen anders als ein jener, der ihm vor etlichen Jahren als Mönch gedient hatte.

Alma ließen sie auf dem Kutschbok Platz nehmen. Der bog sich und ächzte unter ihrem Gewicht. So ging ihre Aussage an Darak wenigstens unter all dem Ächzen etwas unter, dass nur er sie hören konnte.
<i>"Du ahnst nicht, in was du da drinsteckst, verdammt noch mal!"</i>, knurrte ihr der Gehörnte entgegen. Aber er behielt Unrecht. Alma wusste sehr wohl, in welches übergroße Fettnäpfchen sie sich da gesetzt hatte. Immerhin war sie es, die jene armen Idioten wieder zusammenflicken musste, die sich hatten gefangennehmen lassen. Aber genau dies war der Grund, weshalb sie mitkam. Sie hatte Darak schon einmal am Boden liegend aufgefunden. Sie hatte ihn geflickt, seelisch wie körperlich, und ihn bis nach Eldar gebracht. Eine Alma ließ sich diesen Triumph nicht durch ein paar verdorbene Soldaten zunichte machen. Sie kam mit, um auf ihren Patienten zu achten – wie sie es immer getan hatte. Sie würde genau aufpassen, dass Darak stark genug blieb, um den Plan durchzuführen. Notfalls würde sie ihn auch noch zigmal zusammenflicken.

<i>"Miese Bastarde!"</i> Die Soldaten kamen aus dem Grinsen nicht heraus. "Achja?", entgegnete einer. "Wer war denn ein solcher Bastard und hat mehrere Menschenleben auf dem Gewissen? Ich hoffe, Lysanthor lässt dich in seiner Sonnenhitze schmelzen!" Gemeinsam lachten die Kerle, dann fuhr der Karren los.

Schnell war man aus Eldar draußen und im Wald selbst. Wenige Stunden mochte es wohl nur dauern, bis man den Fluss und die Brücke erreichte. Dann würde es erneut durch die Stille Ebene gehen. Zurück nach Pelgar. Zurück in die Kerker. Zurück zu Valrock.
Im Wald huschte ihnen ein Hase über den Weg, das Pferd scheute kurz. "Dämliches Vieh, das ist nur ein Karnickel!", brummte der Soldat auf dem Kutschbock. Er hatte den weißen Hirsch nicht bemerkt, der seinen Kopf aus dem Dickicht steckte und neugierig zum Karren hinüber schaute. In seinen dunklen Augen spiegelte sich das Waldleben wider und sie schimmerten traurig. Gefangenschaft war etwas, das Phaun unglücklich stimmte. Kein Lebewesen unter seiner Obhut sollte eingesperrt sein. Der Hirsch senkte betreten sein Haupt und verschwand wieder im Wald. Als Gott würde er in eine solche Situation nicht eingreifen, die Menschen mussten in diesem Fall ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Außerdem hätten sie bald seine Heimat verlassen. Der Herr der Wälder sah ihnen nach, ihre Reise blieb bis zu den Grenzen des Eldoras ereignislos. Dann erreichten sie die Brücke und überquerten sie schweigend.



<i>Wir machen hier mal einen größeren Sprung. Weiter in der Stillen Ebene</i>

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