In der Obhut der Elfen

Vom Zentrum des Dorfes aus hat man einen guten Überblick in die Bäume und somit auf die Gebäude selbst. Man sieht die Taverne und den Tempel, die vielen Wohnhäuser, aber auch kleinere Geschäfte.
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Darak Luthrokar
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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 10. Oktober 2007, 21:17

Darak hörte kaum noch wie Alma versuchte ihn zu beruhigen, er krallte sich geradezu an ihr fest. Er würde ihr nicht sagen, dass er qualvolle Angst vor dem See hatte – nein ein Darak Luthrokar sagt solche Dinge nicht – er fand sie ärgerlich. Verfluchte sich selbst für solche Gefühlsregungen. Das war weichlich! Traumen waren weichlich! Sie hatten seine Seele zu brei geschlagen, systematisch. Sein Schicksal war grossartig! Es war grossartig ironisch und sarkastisch und zynisch zugleich! „N-nein… ich will da nicht rein!“ Keuchte er und wand sich in Almas Armen. Er wollte weg von diesem schrecklichen Ort, der ihm nichts als Pein gebracht hatte. Wollte nichts von diesem gereinigten Wasser wissen, wollte nichts von Florencia wissen. Er glaubte nicht daran, dass sein Bein durch irgend ein Wunder einfach wieder anwachsen würde und er glaubte auch nicht an die Macht dieses Sees. Er war nur ein grässliches Trugbild und hatte es gar geschafft die renommierteste Heilerin zu täuschen. Jayna Fink, diese Frau mit dem hoffnungsbringenden Lächeln und dem guten Willen. Ihr guter Wille hatte ihm diesen verdammten Stummel gebracht. Sie hatte kein Wort mit ihm gesprochen seit… er kein richtiger Mensch mehr war sondern nur ein Krüppel. „Ich will da nicht rein!“ Wehrte er sich erneut und funkelte Alma wütend an. „Lass mich los!“ Keifte er sie an, verstummte aber in seiner Angst als das kalte Wasser seine ungeschützte Haut berührte. „NEIIINNN!“ Brüllte er schliesslich und ruderte wild mit den Armen herum nur um sich dann umso intensiver an Alma zu klammern – dabei drückte er auf ihren schon ziemlich strapazierten Arm. Er merkte es in seiner Panik nicht, hechelte nach Luft und zitterte am ganzen Leib. Er sah es noch einmal vor sich, wie sein Bein zerfressen wurde. Wie sich die Sehnen, Muskeln und Knochen zersetzt hatten. Sein Herz raste und sein ganzer Körper war bretthart angespannt. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor bis sie ihn endlich wieder aus dieser Hölle raus trug und ihn niederlegte.

Er weinte.
Fröstelte…
… und dennoch fühlte sich zumindest ein Teil seines Geistes seltsam gekräftigt und erfrischt. Auch körperlich ging es ihm besser, nur seine Naht juckte unangenehm. Er krümmte sich zusammen und versuchte sich am Stummel zu kratzen.

Nach einiger Zeit versiegten seine Tränen und er wurde wieder ruhiger. War jedoch immer noch angespannt. „Verfluucht.“ Keuchte er. „Es juckt! Viel mehr als zuvor!“ Beschwerte er sich. „Hört doch endlich auf mich zu foltern, was wollt ihr denn noch?!“ Klagte er verzweifelt.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von fremde Frau » Donnerstag 11. Oktober 2007, 01:07

"Du stellst dich wirklich nicht gerade HILFREICH A– aaaaa-haaaaaAAAAAARRRR<span style="font-size:14pt;">AAAAARRRRGHHHH!!!!"</span> Alma Pauke von einem Sprechorgan donnerte in dumpfem, aber klangvollem Schrei über den See. Das Wasser schlug Wellen unter diesem Ansturm. Darak hatte ihr seine Finger – ungewollt – so fest in den bereits verletzten Arm gekrallt, dass selbst eine Alma sich nun nicht mehr beherrschen konnte. Sie stieß den Schmerz auf ihre Art von sich und gab ihn an die Umwelt ab – die unter ihrem Gebrüll verstummte, erbebte, erzitterte. Selbst der bei den Zwergen so beliebte Gott Brocknar konnte wohl kaum einen solchen Donner erzeugen wie die Stimmbänder dieses Basses von Frau. Darak mussten heftig die Ohren klingeln, wenn er jetzt nicht auch noch auf dem anderen halb taub sein würde. Das fehlte ihm wohl noch.
Aber wenigstens wehrte er sich nun nur noch halbherzig und das Baden ging jetzt sehr schnell vonstatten.

Alma brachte ihn auch ziemlich rasch ans Ufer zurück, setzte ihn dort ab und blieb selbst ganz nah am Wasser hocken. Sie wickelte den blutigen Kissenbezug von ihrem Arm. Darak hatte es geschafft, seine Finger durch den Bezug durch zu drücken und weitere kleine Piekslöcher zu schaffen, aus denen Alma nun blutete. Sie tunkte den Kissenbezug ins heilige Wasser des Sternensees und presste sich den nun nassen Lappen auf den Arm. Erst dann drehte sie sich wieder Darak zu. Wegen ihrer Verletzung sagte sie nichts, auch wenn sie es eben noch gewollt hatte.

Als Alma Darak so am Ufer hocken sah – weinend, bibbernd, nass bis auf die Unterhose und mit Furcht bespannt wie mit einer zweiten Haut – da verfiel die Tonne in Schweigen. Darak hingegen krümmte sich zusammen, kratzte leicht an der Nah herum.

"Lass das", brummte Alma. "Wenn du ständig kratzt, machst du es nicht besser. Dann reißt die Naht auf und schon kann ich nochmal nähen. Also lass es!"

<i>"Es juckt! Viel mehr als zuvor! Hört doch endlich auf mich zu foltern, was wollt ihr denn noch?!"</i>

Alma schnaubte. Dann robbte sie sich auf ihrem Hintern an Darak heran, denn sie wollte ihren nassen Lappen nicht von den Kratzern und Pieksern auf ihrem Arm nehmen. Als sie schließlich schnaubend neben ihm ankam und tief Luft geholt hatte, meinte sie: "Normalerweise heilt es, wenn es juckt. Und der Nichtgenannte sagte was vom Wachsen. Mit Götterspielchen kenn ich mich nicht wirklich aus und im Grunde verabscheue ich es, von diesen hohen Wesen genutzt zu werden. Aber wenn Florencias See dir helfen kann, steh ich nicht im Weg." Plötzlich legte sich ein massiger Arm um Darak und zog ihn nah an Almas füllige linke Brust. Wäre die Heilerin zornig gewesen, hätte ein Außenstehender wohl geglaubt, sie wolle Darak in den Schitzkasten nehmen. So aber drückte sie ihn nur haltgebend an sich, tätschelte seinen Arm. "Ich sag dem Nichtgenannten, dass du eine Runde im See geschwommen bist", meinte sie und zwinkerte.
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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Donnerstag 11. Oktober 2007, 19:33

Er bibberte vor sich her und starrte betrübt auf seinen juckenden Stummel, der ab und an zuckte. Erst jetzt merkte er wie sehr seine Ohren klingelten, Almas Gebrüll hatte scheinbar Eindruck hinterlassen. Er schüttelte den Kopf und kratzte weiter an der Naht rum. Das Jucken nervte gewaltig.

“Und warum juckt es bei dir nicht?“ Fragte er sie leise und sah sie zweifelnd an.

<i>"Wenn du ständig kratzt, machst du es nicht besser. Dann reißt die Naht auf und schon kann ich nochmal nähen. Also lass es!"</i> Er starrte sie an, kratzte demonstrativ noch dreimal über die Naht ehe er es dann sein liess. Er sah Den Stummel verachtend an. Das Symbol seines Krüppeldaseins. Dann musterte er sein Bein. „Es hat mich nicht gehalten.“ Brummte er enttäuscht. Warum hat der See dieses Bein nicht geheilt?“

Dann packte Alma ihn und drückte ihn an ihren dicken Busen. Er musste seinen Kopf leicht abdrehen, damit sie ihn nicht gleich erstickte. „He! Ich bin keine verdammte Puppe!“ Beschwerte er sich erst und spürte wie sein Haar von ihrem Achselschweiss befeuchtet wurde. Ihm schauderte. Hatte er doch schliesslich gerade erst gebadet. <i>"Normalerweise heilt es, wenn es juckt. Und der Nichtgenannte sagte was vom Wachsen.</i> Hörte ihm hier denn niemand zu?! „ICH BIN KEINE VERDAMMTE PLFANZE!“ Brüllte er verärgert. „DA WÄCHST NICHTS!“ Fauchte er gerade zu und schnaubte. Dennoch schmiegte er sich fester in ihre Brust – ärgerte sich aber gleichzeitig auch darüber. Zumal schon wieder Tränen flossen. Nie stand ihm dieses verdammte Krautzeug zur Verfügung wenn er es brauchte! „Ich bin ein verfluchtes Weichei geworden! Ich heul hier rum so ne verfluchte Schande!“ Scheinbar litt er mehr unter der Demütigung die ihn sein seelischer Zustand brachte als unter dem fehlenden Bein.

<i> Mit Götterspielchen kenn ich mich nicht wirklich aus und im Grunde verabscheue ich es, von diesen hohen Wesen genutzt zu werden.</i> „OH ich kenn mich sehr wohl damit aus! Ich erzähl dir mal was über die Götter! Das ist ein hinterhältiges verschlagenes verfluchtes Mistpack die mit uns Menschen machen was sie wollen! Für die ist die ganze verfluchte Mistseuche von Welt hier nur ein Spiel! HAH! Ich kann sehr wohl auf Florencias See auf ihr hässliches Flohsackpferd mit diesem perversen Horn verzichten! Und nur weil dieses Viech mir einmal das Leben gerettet und mich MÖNCH genannt hat, heisst das noch lange nicht, dass ich dem jetzt ständig mit irgendwelchen Gebeten in den Hintern krieche! HAH! ICH NICHT! Ich schulde diesen Mistsäcken nichts! GAR NICHTS! ICH BRAUCHE KEINE GÖTTER!!“ Schnaubte er schliesslich und war schon wieder völlig aufgeregt. „Es sind Bastarde! Elendige Bastarde! Sie lächeln uns an und zeigen sich uns damit wir an sie glauben und was weiss ich! Dafür treten sie uns in den Hintern sobald sie können! ODER ZERFRESSEN BEINE!“ Keuchte er. „Aber eins sag ich dir… der schlimmste von allen ist dieser verdammte Lysanthor! JA LYSANTHOR DU ELENDIGER VERLOGENER PICKEL DU! Der lacht sich da oben bestimmt ins Fäustchen wenn er sieht wie ich hier dumm herumkrabbeln muss wie ein Wurm! Warum hat Florencia oder Phaun mich nicht gleich als solchen geschaffen HÄH?! Dann hätte ich nicht Morden können! Dann hätte ich dieses… Kind… nicht…getötet. Diese… eine Stimme. Ich höre sie noch immer. NOCH IMMER! Es ist noch immer nicht genug!“ Beklagte er sich und begann wieder zu weinen. Dann drückte er sich von Alma weg.

„DU hättest mich verrecken lassen sollen!“ Er erstarrte ab seinen eigenen Worten. „Nein… d-das wollte ich nicht sagen.“ Keuchte er und hielt sich seinen Schädel. „Verflucht! Hast du… vielleicht…noch so eine Pastille?! Ich will einfach nur noch schlafen... meine ruhe! Will diesen verkrüppelten Stummel nicht mehr sehen!" Hauchte er leise und verzweifelt. Seine Gedanken waren völlig aus den Fugen geraten.
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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von fremde Frau » Freitag 12. Oktober 2007, 01:35

Alma gewährte Darak die provokanten drei Kratzer und ging gar nicht erst darauf ein. Inzwischen durchschaute sie ihn gut genug, um zu wissen, dass er erst recht weiterkratzen würde, erhob sie noch einmal diesbezüglich das Wort. Stattdessen beäugte sie nur die Naht genau, ob diese auch nicht aufriss.

<i>"Und warum juckt es bei dir nicht?"</i> "Tut es doch! Aber ich KRATZE und BEKLAGE mich nicht ständig darüber. Außerdem hat es vorhin sogar fast aufgehört. Schau nur!" Sie raffte ihren Rock ein wenig und zeigte auf Stellen an ihren Beinen, die vorhin nach dem missglückten Heilprozess am See noch rot und wund gewesen waren aufgrund der Verätzung. Jetzt schimmerte dort junge, gesunde Haut – nebst dunklen Haaren, die überall an Almas Beinen sprossen und ihr so ein dickes Fell für kalte Tage schenkten.
Daraks Blick wandte sich von diesem Beinhaar-Urwald ab und begutachtete sein eigenes, verbliebenes Exemplar. <i>"Es hat mich nicht gehalten. Warum hat der See dieses Bein nicht geheilt?"</i>
Alma brummte nur grimmig. "Woher soll ICH das wissen? Bin ICH vielleicht der See?! Da ist er, frag IHN! Obwohl ich bezweifle, dass DER dir Antwort geben wird."

Alma beteuerte noch einmal, dass juckende Körperstellen für gewöhnlich dafür bekannt waren, dass Heilung zusammen mit dem Juckreiz eintrat. Außerdem erwähnte sie schon wieder die Sache mit dem Wachsen, was Darak zur Weißglut brachte. Und seiner Wut ließ er aufs Neue freien Lauf. Er schimpfte und fauchte, knurrte, brummte und am Ende beschwerte er sich gewaltig über die Götter. Allen voran Lysanthor, der sein Leben ordentlich verkorkst hatte und sich scheinbar genüsslich darüber amüsierte.

"Alte Sadisten", brummelte Alma leise vor sich hin und sprach mehr zu sich selbst als zu Darak. "Obwohl diese Florencia ja nett ausschaute. Ha, hab nie zuvor 'ne Göttin gesehen! Ihr Lächeln war beruhigend wie ein Blick auf eine wunderschöne Landschaft ... Panorama nennt man das, glaub ich."
Sie merkte kaum, dass Darak sich etwas enger an ihre Brust drückte. Sie bekam nicht mit, dass er schon wieder vor sich hin heulte. So sehr war Alma eben in Gedanken versunken.
Erst als Darak von seinen Morden sprach, riss er die dicke Heilerin in die Wirklichkeit zurück.

<i>"... Kind ... nicht ... getötet. Diese ... eine Stimme. Ich höre sie noch immer. NOCH IMMER! Es ist noch immer nicht genug!"</i>
Er drückte sich weg, Alma ließ ihn überrascht gewähren. <i>"DU hättest mich verrecken lassen sollen!"</i>
Beide starrten sich an. Darak keuchte sofort und nahm seine Worte wieder zurück. Er hielt sich den Kopf, es ging ihm alles furchtbar nahe. Würde er noch weiter so herum heulen, pflügten die Tränen am Ende vielleicht tiefe Furchen in sein Gesicht. Er war mehr als verzweifelt, wandte sich in diesem Zustand wieder an Alma und bat um eine Johanniskraut-Pastille.

"Nein", antwortete die Dicke ziemlich ernst. Gern hätte sie ihm eine gegeben, sie hatte ja sogar das Döschen dabei. Es ruhte still und brav in ihrer Rocktasche. Aber Darak hatte schon zu viele dieser Pastillen bekommen. Es war genug. "Die darf man nicht zu oft verwenden, führt zu lichtempfindlicher Haut. Manchmal frage ich mich, ob Nachtelfen diese Sonnenempfindlichkeit entwickelt haben, weil die sich nur von Johanniskraut ernährten. Naja, ist meine Theorie zu dem Thema. Zurück zu dir, ich kann dir keine dieser Pastillen mehr geben, jedenfalls nicht in dieser kurzen Zeit. Aber Schlaf könnte dir jetzt gut tun – und ein warmes Bett, du siehst durchgefroren aus. Bleib hier sitzen, ich hole deine Mitfahrgelegenheit."

Alma wuchtete sich schnaubend hoch und stampfte zu dem kleinen Ladewagen hin, um ihn zu holen. Es war das erste Mal, dass sie einem Patienten Heilmittel verweigerte. Aber es war besser so. Johanniskraut machte nicht süchtig und dennoch zeigten sich bei Darak Symptome, die darauf hindeuteten.
Zuletzt geändert von fremde Frau am Freitag 12. Oktober 2007, 01:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 13. Oktober 2007, 00:59

Gewisse Dinge wollte ein Mann nicht sehen – gewisse haarige Dinge. Er starrte auf ihr Bein. Würde man die überflüssige Haut ihrer beiden Beine zusammennehmen hätte es für ein drittes gereicht… eins was Darak hätte brauchen können. Denn obwohl es ihm beinahe die Augen ausbrannte, war ihr Bein dennoch tausend mal schöner als sein Stummel. Er starrte auf die Naht. „Wie war es für dich… da… drum rum zu nähen?“ Fragte er gepresst.

Er schnaubte als sie ihm riet den See bezüglich der fehlenden Heilwirkung seines anderen Beines zu befragen. „Ich will nichts mehr von diesem See wissen.“ Brummte er missmutig. „UND ICH GEH DA NICHT WIEDER REIN DASS DAS KLAR IST!“ Brüllte er nachdrücklich und machte seinen Unwillen wohl auch Florencia kund, so laut war er.

<i>"Obwohl diese Florencia ja nett ausschaute. Ha, hab nie zuvor 'ne Göttin gesehen! Ihr Lächeln war beruhigend wie ein Blick auf eine wunderschöne Landschaft ... Panorama nennt man das, glaub ich."</i> Er knurrte verächtlich. „Sie ist wohl von meinem Schlag, eine Foltermeisterin. Ein liebliches Gesicht, dass dir lächelnd die Haut von den Knochen reissen kann, weil du ihr vertraut hast, tut mehr weh als ein pockennarbiger düsterer Bulle.“

Dann übermannten ihn seine Emotionen. Die Tränenbahnen färbten sich allmählich rot, waren sie sich den Weg schliesslich langsam gewohnt. <i>"Nein“</i> Alma verweigerte ihm die Medikation. Er beruhigte sich nicht. Heulte unkontrolliert weiter, obwohl er eigentlich gar nicht mehr wollte… oder musste… es kam einfach. Die Fülle an Traumen brachen immer wieder durch.

<i>“ Zurück zu dir, ich kann dir keine dieser Pastillen mehr geben, jedenfalls nicht in dieser kurzen Zeit.“</i> Er starrte sie an. „ALMA!“ Keuchte er. „Ich könnte sie aber JETZT gerade gut gebrauchen!“ Heulte er ihr entgegen. „Verdammt! Sein Weinkrampf verstärkte sich wieder.“ Sie riet ihm zum Schlaf er nickte. „So kann ich wohl kaum schlafen.“ Brummte er unglücklich und verzweifelt. „Ich… kann nicht aufhören. Bitte das ist demütigend für mich. Tu mir das nicht an. Da ist mir so eine… verdammte lichtempfindlichere Haut lieber!“ Er sah sie eindringlich an. „Alma bitte. Ich halts nicht aus!“ Hauchte er schliesslich.

Als sie sich von ihm entfernte – ohne eine Pastille abgegeben zu haben schlug seine Verzweiflung erneut in Wut um. „Ich KANN verdammt noch mal nichts anderes als SITZEN BLEIBEN!“ Brüllte er ihr flennend hinterher. Er war unendlich sensibel auf irgendwelche aussage, die sich mit seiner Gehunfähigkeit bissen.

Darak verstand überhaupt nicht warum sie ihm nicht half. Sein Leidensdruck war immens und er wusste, wie gut die Pastillen wirkten – diese leichte Dämpfung und Gleichgültigkeit, er sehnte sich danach seine Psyche wollte sich da hinein fliehen, weil sie es umgeben von all diesem Schrecken nicht aushielt.

Er krabbelte mit ihrer Hilfe auf den Wagen. Zumindest in die Wärme, würde ihm wirklich gut tun – da war er mit ihr einig.
Denn er fror.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von fremde Frau » Samstag 13. Oktober 2007, 22:12

<i>"Wie war es für dich ... da ... drum rum zu nähen?" </i>

Alma seufzte. Sie hatte geahnt, dass er sie dies früher oder später fragen würde. Dabei war die Antwort so nüchtern. "Ich hab meine Arbeit getan", meinte Alma unbekümmert. Denn so war es. Darak so gut es ging zu versorgen war ihre Pflicht – als Heilerin und inzwischen auch Freundin in gewisser Weise. Nein, in eindeutiger Weise. Zu Darak hatte die dicke Tonne ein freundschaftliches Band aufgebaut, das sich immer mehr festigte, je länger sie sich um ihren starrköpfigsten Patienten ihrer ganzen Karriere kümmern musste. Und irgendwie gefiel es ihr. Vielleicht allein deshalb, weil sie innerlich hoffen konnte, Daraks Überreste für einen guten Zweck zusammen zu flicken. Schließlich sollte er nicht mehr in Valrocks Folterkammer landen, ein Ort des Schreckens, den Alma nur zu gern hinter sich gelassen hatte – auch wenn einige BEZAHLUNGEN noch offen standen.
"Es ist meine Pflicht, ich hab einen Eid abgelegt", wiederholte Alma und sah Darak an. Dessen Blick jedoch galt dem See und er machte nur zu deutlich klar, dass es sein letztes Bad gewesen sein würde. Sie waren hier fertig, konnten zurück nach Eldar, wenn da nicht ... ja, wenn da nicht wieder die Traumata wären, die nun aufs Neue über Darak hinweg schwappten wie eine Flutwelle.

Und sie wurden schlimmer, weil Alma ihm eine dieser Pastillen verweigerte. So heulte er, hockte da und die Tränen liefen und liefen. Er flehte sie an, klagte ihren Namen in die Stille der Lichtung.

<i>"Ich ... kann nicht aufhören. Bitte, das ist demütigend für mich. Tu mir das nicht an. Da ist mir so eine ... verdammte, lichtempfindlichere Haut lieber!"</i>
"Sag SOWAS nicht!", knurrte sie. Bei Alma klang es wie mehrere Eimerdeckel, die bedrohlich aneinanderschlugen. Oder wie eine riesige, fette Bulldogge, zwischen deren Reißzähnen noch die Überreste des letzten Opfers klemmten. "Ich KANN dir vorerst keine dieser Pastillen geben! Du ... reagierst mir zu bittend darauf. Ich möchte eine Medikamentensucht vermeiden. Du hast genug Probleme und ja, ich weiß, dass ich dir mit der Verweigerung noch eins mehr verschaffe!"

<i>"Alma, bitte. Ich halt's nicht aus!"</i> Sein letztes Flehen, ein kaum hörbarer Hauch, der sich seiner Kehle entrang. "Komm, ich helf dir auf den Wagen", antwortete Alma. Sie musste konsequent bleiben und sie wusste, dass sie dies besonders gut konnte. Auch wenn es manchmal einen Stich versetzte. Heilerinnen durften sich Nachsicht nicht erlauben, oft genug hingen Leben davon ab.

So trampelte die dicke Heilerin durch den Wald, zerstampfte Blätter und Moos unter ihren Plattfüßen und ging zum Wagen, um diesen zu Darak zu schieben. Er brüllte ihr nach. Alles, was er neben Sitzen noch tun konnte.
Alma half Darak auf den Karren. "Du zitterst. Eine Erkältung kannst du jetzt nicht gebrauchen. Da!" Sie zog die Pferdedecke hervor und warf sie Darak um die Schultern. "Beeilen wir uns, dein Bett wartet." Mit mehr Ernsthaftigkeit schob Alma Darak voran und wieder in den Wald hinein. Inzwischen drängte sich der Juckreiz in Daraks Bein voran, wurde stärker gar als seine Verzweiflung. Die Naht brannte leicht und irgendwie hatte Darak das Gefühl, dass sein Fleisch unwillkürlich zuckte.

"Wenn du magst, geb ich dir vor dem Schlafengehen noch eins meiner einfachen Beruhigungsmittel. Was Harmloses ... ha, im Grunde wirkt das Zeug kaum. Aber vielleicht reicht es dir ja."

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 13. Oktober 2007, 23:32

Er musterte Alma nachdenklich. Irgendwie wirkte er verbittert. Natürlich hatte sie dabei nichts bestimmtes empfunden, sie war Heilerin. Sie hatte vermutlich schon viele solcher Stummel gesehen. Oder eben Kinder mit nur einem Arm. Dennoch, irgendwie enttäuschte es ihn, dass es ihr nicht nahe ging. Obwohl vermutlich musste es so sein, wenn sie sich für jeden Patienten erbarmt hätte, dann könnte man einen solchen Beruf kaum ausüben, dass war wohl wie bei der Folterei, wenn man Menschen zu sehr mögen würde… dann könnte man so was nicht tun. Man musste die Welt schon ziemlich beschissen finden damit so etwas problem los ging. Oder aber man musste Irr sein, wie Valrock es war… oder kaltblütig und abgestumpft, sowie scharfsinnig – wie Darak es war.

Doch nun lag der einst so brutale und kaltblütige Foltermeister da, mit einem Bein, einer juckenden Naht und Tränenbahnen die rege genutzt wurden um noch weitere Salzwassertröpfchen in die Welt zu gebären. Er brauchte so eine dämliche Pastille und Alma wollte sie ihm nicht geben! Er verstand es nicht! Sah man seine Not denn nicht, diese Demütigung, diese Schmach! Er kotzte sich hier gerade sein Innerstes raus und ihr galt die Sorge um eine Sucht die er nicht hatte!

<i>"Ich KANN dir vorerst keine dieser Pastillen geben!</i> Er verstand es nicht. Es war doch logisch dass er in seiner Situation mehr bedarf hatte. „ALMA!“ Flehte er wieder und lag wie ein rinnendes Salzwasserfass im Karren. Er fror und vor lauter weinen schmerzte ihm bereits der Bauch. „Gib mir irgendwas! Mach das es weggeht Alma!“ Keuchte er verzweifelt. Er hielt seinen Kopf – ihm fehlte jeglicher Schutz. Sein Gesicht hatte sich gequält verzogen und er begann sich zusammen zu krümmen. Rieb seine Hände vor Kälte.
<i> Du ... reagierst mir zu bittend darauf.</i> Er fühlte sich schrecklich unverstanden. Er bat nicht aus Nettigkeit, sondern aus seiner Not heraus. Es war nicht diese Art von betteln, die ein Hund machte wenn er noch mehr vom Lachs haben wollte den er kosten durfte. Es kam eher einem verdurstenden nahe, der um einen Tropfen Wasser bat. Er seufzte resignierend und verstummte, heulte vor sich hin.

Ein gebrochener Mann. Der kaum noch so etwas wie Würde besass – hatte er sich selbst angepinkelt, konnte nicht einmal stehen und heulte nun ständig herum. Weichlich. Schwach. Er rollte sich in die Decke und versteckte sich darunter. Weil es ihm peinlich war wenn andere ihn dabei sahen.

Ein Krüppel. Pflegefall. Nur noch Ballast für andere. Obwohl er zäh war und kräftig. Doch was nutzte ihm dies, wenn seine Seele – welche nur noch ein Wrack war – nicht mehr den Antrieb dazu fand diese zu nutzen. Er hatte versucht Hilfe anzufordern und er glaubte daran, dass die Pastillen es getan hätten – nun gab er auf. Es reichte. Er riss die Decke weg.

Es reichte, dass ständig irgendwelche Leute ihm vorschrieben was er zu tun hatte und was nicht, was ihm gut tun würde und was nicht. Sie konnten ihm alle definitiv am Arsch lecken mit ihrem verfluchten medizinischen Getue. Die Paste die ihn heilen sollte hatte ihm das Bein gekostet, die einzigen Pastillen die effektiv halfen sollten plötzlich süchtig machen und das Jucken der Haut war nur Zeichen einer Heilung und ein weiteres Bad würde ihm gut tun…

Nichts aber auch gar nichts davon war richtig gewesen. Er bäumte sich im Karren auf und wenn man ihn sah, so glaubte man sofort, dass dieser Kerl ein Serienkiller sein konnte.

„HÖR MIR AUF MIT DIESEM GEFASEL! VERDAMMT NOCH MAL ES REICHT! ICH BIN EIN ERWACHSENER MENSCH ICH KANN SELBST ENTSCHEIDEN WAS ICH JETZT HABEN WILL UND WAS NICHT!“ Brüllte er ihr aufgebracht und heulend entgegen. „UND WENN ES DIR ZU BITTEND VORGEKOMMEN IST – GUT – DANN ANDERST GIB MIR SOFORT SO EINE PASTILLE!! Wenn ICH schon sage dass ich es nicht aushalte…DANN HALT ICH ES NICHT AUS!“

Die Luft war draussen. Er verstummte heiser. Starrte sie völlig verzweifelt an. Mit seinen verweinten Augen, die bereits stark gerötet war. „Meinst du… ich pinkle mich zum spass an? Oder glaubst du… ich heule hier rum weil ich sentimental bin? Bilde ich mir das verdammte jucken in diesem hässlichen Stummel nur ein? Es wird stärker…. Ich weiss es… und ich bitte dich um hilfe… ES HEILT NICHT! DA STIMMT WAS NICHT! Ich weiss dass ich erschöpft bin… und ich weiss dass ich ruhe brauche… und DESWEGEN bitte ich dich ja auch um EINE solche PASTILLE! Verstehst du denn nicht? Du willst mich vor einer Sucht bewahren? Die wird mir auch nicht mehr schaden wenn ich hier und jetzt draufgehe! Ich habe schreckliche Zweifel an meinem Lebenssinn, denke an SELBSTMORD verflucht… denke daran, dass es besser gewesen wäre zu verrecken… verstehst du denn nicht? Ich weiss nicht was für eine Zukunft ich habe. OB ich überhaupt eine habe. Du wirst auch nicht ewig für mich da sein oder? Alma… ich habe Angst… verstehst du? ANGST! ICH! Diese Pastille macht das weg! Ich brauche… doch etwas… was meinen Lebenswillen stärkt und das andere vertreibt…“ Seine Stimme brach. Er wurde durch die Juckende Naht abgelenkt. Er begann sich zu kratzen und seinen Stummel zu bewegen. „Arrh… es juckt gewaltig. Irgendwas stimmt da nicht.“

„Es zuckt! Das hat es vorhin noch nicht! Schaust dir bitte an Alma! Da stimmt was nicht! UND SAG MIR NICHT DAS HAT WAS MIT „Es heilt“ ZU TUN!“

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von fremde Frau » Sonntag 14. Oktober 2007, 13:52

<i>"ALMA!"</i>

Sie schob ihn weiter durch den Wald, reagierte nicht einmal mit einem Brummen.

<i>"Gib mir irgendwas!"</i>

"Hmm", gab sie ihm. Er hatte irgendwas gewollt und sogar ein Hmm bekommen. Schweigend schob sie den Karren weiter, in dem Darak sich zusammenkrümmte, keuchte und die den eigenen Schädel umklammerte, als könnten seine Hände den Schutz – den Helm – bilden, den er jetzt so dringend brauchte.

<i>"Mach, dass es weggeht, Alma!"</i>

Ja, sie könnte es tun. Sie könnte ihm dieses Gefühl des Zweifels und der Angst nehmen, wenigstens für ein paar Stunden. Doch dann würde er diesen Zustand häufiger herbeisehnen, mehr verlangen. Sie würde ihm mehr geben, mehr von den Pastillen und immer häufiger ...
"Ich hab dich nicht aus den Kerkern geholt, damit du hier jetzt wegen dieser Pillen eingehst!", brummte Alma. Denn das hatte sie wirklich nicht gewollt. Sie kannte ja die Wirkungen ihrer <i>besonderen</i> Medikamente. In den Pastillen war eine sehr konzentrierte Lösung des Johanniskrauts. Sowas würde Darak in keiner Klinik Celcias finden. Es war das Ergebnis eines Experiments, mit dem Alma eigentlich ein neues Beruhigungsmittel hatte erschaffen wollen. Das wäre ihr Durchbruch geworden und vielleicht hätte man sie als anerkannte Ärztin an der Reichsklinik zu Pelgar wieder aufgenommen. Doch als sie bemerkte, welche Nebenwirkungen ihre Pastillen besaßen, wurden sie zu einem kleinen Vorrat persönlicher Pillen, die sie nur im höchsten Notfall einsetzte. Damals, auf der Stillen Ebene, war Darak ein solcher Notfall gewesen. Jetzt vielleicht immer noch. Aber sie durfte ihm vorerst keine dieser Pillen mehr geben. Sie fürchtete um seine Gesundheit – etwas, das eine Alma niemals vor ihrem Patienten zugeben würde. "Du bekommst keine", gab sie mit Nachdruck noch einmal bekannt.

Darak gab sich mit dieser Antwort offensichtlicht ganz und gar nicht zufrieden. Er riss die Decke weg, starrte sie an. Wut funkelte in seinen Augen. So musste er seine Opfer angesehen haben, dachte Alma, als sie seinem Blick standhielt. Schließlich überschüttete er sie mit einem Gebrülle, das in der Ferne eine kleine Gruppe Vögel aufscheuchte. Ein Igel huschte durch das Dickicht und in ein Versteck.

"Natürlich kannst du entscheiden, was du haben willst und was nicht. Aber ob du es kriegst, liegt in diesem Fall bei mir. Denn es sind MEINE Pastillen." Alma antwortete mit einer Ruhe, die so ganz untypisch für sie war. Sie versuchte, sich mit aller Macht zu beherrschen, was ihr wirklich nicht sehr leicht fiel. Alma hatte oft mit drogenabhängigen Patienten gearbeitet. Das war zu Anfang ihrer Heilerinnenkarriere gewesen, als ihr erstes Kind unterwegs war. Damals hatte sie viel zu oft nachgegeben und musste dann die Verantwortung für den Drogentod ihrer Patienten übernehmen. Keine leichte Zeit.

Darak verwandelte die Bitte in eine Drohung. Er fiel, ohne es zu wissen, in eben dieses Muster, das Alma so bekannt vorkam. Erst bitten und wenn das nicht funktionierte, drohen. Hätte er eine Waffe gehabt, wäre er womöglich sogar mit dieser auf die Heilerin losgegangen. Ja, sie kannte die Verhaltensmuster und Darak nahm beinahe alle ihr bekannten Formen an. Doch dann kam der Unterschied. Ihre damaligen Patienten hatten Trotz gezeigt, weitere Verzweiflung oder Wut. Darak aber ... erklärte. Er berichtete von seinen Symptomen. Dass er sich selbst so nicht kannte, so verweint. Dass er sich weder zum Spaß einnässte und dass ihn das Jucken beunruhigte. Alma stoppte den Wagen.

<i>"Verstehst du denn nicht? Du willst mich vor einer Sucht bewahren? Die wird mir auch nicht mehr schaden, wenn ich hier und jetzt draufgehe!"</i>

Alma umrundete den Wagen, so dass die störenden Schiebestangen nicht im Weg waren. Darak drehte sich mit ihr, damit keiner von beiden den Augenkontakt zum anderen verlor.

<i>"Ich habe schreckliche Zweifel an meinem Lebenssinn, denke an SELBSTMORD, verflucht ... denke daran, dass es besser gewesen wäre, zu verrecken ... verstehst du denn nicht? Ich weiß nicht, was für eine Zukunft ich habe. OB ich überhaupt eine habe. Du wirst auch nicht ewig für mich da sein, oder? Alma ... ich habe Angst ... verstehst du? ANGST! ICH!"</i>

Alma griff an ihre Brusttasche. Darin verwahrte sie die kleine Dose mit den Johanniskrautpastillen auf. Sie war wirklich drauf und dran, nachzugeben! Eine Alma! Sie gab sonst niemals nach, erst recht nicht in Gesundheitsfragen!

<i>"Diese Pastille macht das weg! Ich brauche ... doch etwas ... was meinen Lebenswillen stärkt und das andere vertreibt ..."</i>

Alma ließ ihre Brusttasche los. Sie holte aus und verpasste Darak mit der bloßen Faust einen solchen Kinnhaken, dass er zwangsläufig nach hinten umfiel. "Du hast mit erzählt, dass du gemordet hast! Du hast die Eisenminen überlebt und Valrocks Folterkammer – dreimal!!! Und jetzt flehst und drohst du für nur eine Pastille?! Du hast sie vorher in schlimmen Situationen auch nicht gebraucht! MACH DICH NICHT SO VON IHNEN ABHÄNGIG!
Du bist doch ein Mann, oder nicht?! Benimm dich wie eine und zeige Stärke. Weine, wenn du musst, ruf mich, wenn du Hilfe beim Pinkeln brauchst, aber versuch nicht länger, alles mit Drogen lösen zu wollen. Die helfen nur am Anfang, auf die Dauer bekommst du nur noch mehr Probleme." Kurz verstummte sie. "Und das erste Problem werde dann ICH sein."

Alma schwappte mit ihrem Oberkörper wie eine fette Qualle über den Wagen und beugte sich zu Daraks Stummel. Sie war bereit, zumindest diesen Gefallen zu tun.
Vorsichtig tastete sie die Naht ab. Sie war leicht gerötet und die Muskel zuckten unter ihrer Berührung zusammen. "Hmmm", machte Alma, dehnte ihr Brummen. "Das ist merkwürdig."
Erneut tastete sie über die Naht. Dann zupfte sie ein wenig an der Haut. Sie riss ein stück auf. Blut tröpfelte heraus. Alma drückte sofort auf den kleinen Riss, der nicht größer als ein Kratzer war. Die Blutung ließ nach, aber der Riss blieb. Sie würde in Eldar wohl ein Stück Verband darumbinden müssen. "Sehr merkwürdig. Als würde sich die haut spannen. Dabei hatte ich doch genug, um die Wunde zuzunähen und jetzt scheint es, als reichte die überhängende Haut hinten und vorn nicht."

Alma erhob sich wieder. "Wir machen uns zurück zum Heilerhaus, ich will das genauer untersuchen." So nahm sie ihre alte Position erneut ein und schob den Karren wieder voran. "Reiß dich zusammen", brummte sie Darak nochmals zu.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 14. Oktober 2007, 18:39

Heftige Meinungsverschiedenheiten zwischen Alma und Darak waren nichts seltenes und auch die Tatsache, dass es der Foltermeister war der oft den kürzeren zog. Beide waren etwa ähnlich trotzig, bockig, stur und dickköpfig doch Almas Methoden sich durchzusetzen waren einfach viel… „einschlägiger“ als seine. Für einen kurzen Augenblick jedoch, als wäre die Welt gerade nicht aufmerksam gewesen, schien es als würde Alma zur Pastille greifen. Darak atmete bereits erleichtert aus, beteuerte nochmals wie gut sie wirkten. Besiegelte somit seine nahe Zukunft.

Seine von Tränen geröteten Augen sahen nur noch eine riesige Almafaust auf sich zufliegen ehe sie gegen sein Kinn donnerte und ihn geradezu auf den Karren zurückschleuderte. „AUrh.“ Keuchte er und hielt sich das Gesicht. Der Schlag hatte gesessen, war sein ganzer Schädel ohnehin noch irgendwie Matschig aufgrund von Torocks „zärtlichkeit“ für einen kurzen Moment war er etwas beduselt und verwirrt keuchte und atmete durch. „Nicht… auf den… Kouu“ Ächzte er und kniff die Augen zusammen. Seine Schläfen begannen zu pulsieren und ein unangenehmes Kribbeln kroch seinem Hinterkopf hoch. „ouh.“ Die Pastille zumindest, schien vergessen. Er rollte sich zusammen und hielt sich den Schädel. Stöhnte gequält auf. Ihm wurde spei übel. Seine Haut nahm weissgräuliche Züge an. Er hielt sich die Ohren zu als Alma ihn so anbrüllte, ihre gewaltige Stimme zerschmetterte ihm beinahe das ohnehin schon gereizte Hirn. „A-lma..“ Keuchte er und wand sich unruhig auf dem Wagen. Hielt die Augen geschlossen weil er das einfallende Licht nicht mehr ertrug und kriegte nur noch vage mit, dass Alma seiner Bitte nachgekommen war und sich die Naht anschaute, das einzige was er noch begriff war, dass sie es sich genauer anschauen wollte – dies war wohl kaum ein gutes Zeichen.

Er spürte wie Alma an seinem Stummel herumfummelte und versuchte ihn wegzuziehen, die Haut spannte auch ohne ihre tastenden Finger genug.

Dann begann er zu würgen, drehte sich hastig mit den Armen rudernd zur Seite und erbrach sich – diesmal traf er besser als beim Pinkeln denn die Kotze landete am Boden ohne den Karrenrand zu berühren. Er hielt sich den Bauch und keuchte vor sich hin. Seine Augen fest geschlossen, die Stirnvene pochte und stand heraus, als wollte sie den Pein aus seinem Kopf hinausdrängen.

Zumindest war er nun völlig still. Nicht ruhig. Aber still. Er krümmte sich nur und fühlte sich hundeelend. „Verdammt.“ Hauchte er. „Was sollte das verflucht noch mal! Du weisst doch dass ich diese verschissene Migräne hab!“ Warf er ihr zornig vor. „Kannst du mir wenigstens was DAGEGEN geben?! Oder bin ich dir dafür auch zu süchtig!“ Knurrte er eingeschnappt. Sie hatte ihn mit diesem Suchtverdacht schwer gekränkt.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 14. Oktober 2007, 19:20

<i>Darak verliert 3% Lebensenergie aufgrund von Almas Fausthieb</i>

Fett polsterte gut, aber selbst eine Alma besaß an den Fingerknochen kaum Fett. Die waren hart, vor allem, wenn sie bei anderen im Gesicht landeten.
Darak krümmte sich auf dem kleinen Karren, hatte sich bereits übergeben und bekam kaum mit, dass Alma seinen Stumpf untersuchte. Die Heilerin war gar nicht zufrieden damit. <b>Die Haut ist so gespannt. Fast zum Zerreißen. Ich hoffe, die Naht hält das noch eine Weile. Im Heilerhaus muss ich mir dringend ein paar Sachen von Jayna borgen, ehe die Naht aufreißt.</b>

Darak plagten inzwischen ganz andere Sorgen. Alle hielten sich vornehmlich in seinem Kopf auf. Der brummte und schmerzte noch immer unter Almas massigem Faustschlag. Er dröhnte und wollte gar nicht mehr aushören zu schmerzen.
So lag er da, während Alma den Wagen bereits weiter Richtung Eldar schob. Er war still, hielt sich nur unruhig den Kopf. Der bitte Gallegeschmack lag Darak auf der Zunge und noch immer rumorte sein Magen ein wenig. Doch hauptsächlich brummte der Schädel.

<i>"Was sollte das verflucht noch mal! Du weisst doch dass ich diese verschissene Migräne hab!"</i> "Weiß ich", gab Alma nur zurück und sagte dann nichts mehr. Ihre Gedanken hingen bei Daraks Stumpf, an der Naht, wo die Haut gerötet und wund war. Sowas kannte sie nicht. Alma wusste, dass schlecht genähte Körperstellen hin und wieder aufrissen. Aber sie war eine überzeugt gute Näherin. Sie <i>konnte</i> flicken! Sie hatte oft genug dämliche Folteropfer in den pelgarischen Kerkern zusammengeschustert. Ha! Sie könnte sogar einen von Zombiefäulen Befallenen die herabhängenden Hautlappen wieder so annähen, dass niemand vermuten würde, derjenige litt unter besagter Krankheit!

"Ich bin GUT! Ich KANN nähen!", knurrte Alma vor sich her, während sie den Karren endlich in das Elfendorf kutschierte.
<i>"Kannst du mir wenigstens was DAGEGEN geben?! Oder bin ich dir dafür auch zu süchtig!"</i>
Richtig, sein Kopf und die Migräne. Alma schaute sich um. "Im Heilerhaus", meinte sie. Die Jahreszeit war ziemlich schlecht gewählt, um Darak nun im Freien zu behandeln. Die meisten hilfreichen Kräuter fand man nun nur noch in Apotheken oder Heilerschränkchen. Jayna hatte aber sicher etwas Melisse im Haus, das würde gegen die Kopfschmerzen helfen.

Alma traf den Nichtgenannten vorm Heilerhaus an. Er stand dort und bewegte seine Arme in stiller Mediation. Seine Maske schaute auf, als Darak angeschoben wurde. Er betrachtete den Stumpf. "Der See hat ihn nicht geheilt?", fragte er und man hörte deutlich die Überraschung heraus.
"Nein, da hat sich nichts getan. Nur ... mir gefällt die Nahtstelle nicht. Ich muss das genauer untersuchen", antwortete Alma. Sie und der Nichtgenannte hoben Darak vorsichtig aus dem Karren, um ihn in sein Zimmer zu bringen.

"Die Wunderheilerin wartet dort, wollte sich bei ihm entschuldigen. Wegen der Überdosierung. Aber das sagt sie dir sicher selbst noch einmal."
"Ich brauche Melisse und jede Menge Tücher. Außerdem meine Tasche. Müsste ja alles oben sein."
Man schaffte Darak wieder die Stufen hinauf und bis zu seinem Zimmer. Inmitten des Raumes stand Janya Fink, welche rasch von Alma in Empfang genommen wurde. Natürlich hatte sie Melisse im Haus. Sofort ließ sie eine Elfe schicken, das Glas mit den Melisseblättern zu holen und damit einen Tee aufzukochen. Alma und der Nichtgenannte beförderten Darak ins Bett.

"Der Stumpf", bemerkte Janya. Alma nickte. "Besprechen wir das draußen." Es musste wahrlich ernst sein. So ernst, dass Alma Darak zum jetzigen Zeitpunkt nicht auch noch damit belasten wollte. So blieben er und der Nichtgenannte allein im Raum zurück. Der Maskierte setzte sich auf den Bettrand. Auch sein Blick galt dem Stumpf.
"Ich ...", begann er. "Ich hab wirklich geglaubt, ein weiteres Bad könnte helfen. Tut mir leid, Darak. Ich hab mich wohl geirrt. Diese Erfahrung schmerzt. <i>Er</i> hat dir viel angetan." Der Nichtgenannte musste den Namen des Mannes nicht aussprechen, damit Darak wusste, wen er wohl meinte. Ja. Valrock hatte viel angestellt. Ob er von ähnlichen Stimmen gepeinigt wurde wie Darak?

Jemand klopfte an die Tür. Dann trat Hauptmann Zitter ein. Er hielt eine Tasse in der einen Hand. Unter der anderen klemmte noch immer Daraks Helm. Der Hauptmann hatte ihn nicht losgelassen, die ganze Zeit über nicht.
"Ich bringe den Melissentee." Er trat ans Bett und half Darak beim Trinken. "Ich muss bald wieder nach Andunie aufbrechen. Ich kann mein Fehlen nicht noch länger hinauszögern." Er lächelte Darak bedrückt an. Sein Gesicht zeigte noch immer die Rötungen des Unfalls, aber es sah schon besser aus. Wenigstens bei ihm und Alma hatte die Kraft des Sees auch positive Wirkung. Bei ihnen heilten die Wunden. "Wohin wird dich dein Weg führen, mein Freund?"

Der Nichtgenannte beantwortete Zitters Frage für Darak. "Ursprünglich sollte er mir folgen. Jetzt müssen wir erst sehen, dass er imstande sein wird, sich fortzubewegen." Er seufzte. "Ich habe wirklich auf die Macht eines Göttinnen-Sees vertraut. Ich hoffte, dass Florencia ihm sein Bein zurückgegeben hätte. Sie schätzt Leben so hoch ein."
Die beiden Männer hockten am Bett, starrten beide auf Daraks Stumpf und schwiegen wieder. Eine merkwürdige Stille herrschte im Raum. Bedrückend, kummervoll.

Und die Naht platzte auf.
Zuletzt geändert von Erzähler am Sonntag 14. Oktober 2007, 19:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 14. Oktober 2007, 22:27

„Na wenn du es weisst… warum… ach VERGISS ES!“ Heulte er wieder los und krümmte sich weiter zusammen, wollte nur noch seine Ruhe haben und schwieg deshalb. Es würde ja ohnehin nichts bringen, im Moment fühlte er sich zu mies, als dass er die Kraft gehabt hätte sich gegen sie durchzusetzen. So schloss er entnervt und resigniert die Augen und liess sich zurück ins Dorf karren. Das einzige was ihn dieser miese Ausflug gebracht hatte, war eine juckende Naht, eine leere Blase durch anpinkeln… und Migräne… na ja…. Und ein lächeln als sie durch den Wald gerast waren. Er öffnete ein Auge und musterte Alma. „Danke.“ Er erklärte ihr nicht was er meinte, liess es einfach so im Raum stehen, vielleicht erriet sie was er meinte, vielleicht auch nicht. Doch ganz sicher würde sie merken, dass sein Dank nicht zynisch, sondern ehrlich gemeint war.

Beide schienen so in ihren eigenen Gedanken versunken zu sein. Alma sorgte sich um seinen Stummel – was Darak gar nicht bewusst war denn dieser beschäftigte sich gerade damit sich nicht durch die Migräne wahnsinnig werden zu lassen.

<i>"Ich bin GUT! Ich KANN nähen!"</i> „Hab ich mich darüber beschwert’! NEIN!“ Brummte er, fühlte er sich scheinbar von ihr angegriffen. Er hatte nichts zur Naht gesagt! „Ich sagte nur sie juckt!“ Knurrte er beleidigt und gab dann wieder ruhe kuschelte sich weiter in die Decke – es war schweinekalt und er fror.

Beinahe wäre er eingeschlafen doch dann hörte er die Stimme des Nichtgenannten. <i>"Der See hat ihn nicht geheilt?"</i> Darak schnaubte verächtlich. „Einen Dreck hat er getan!“ Brummte er. „Ist alles nur noch schlimmer geworden! Diese verfluchten Götter können mich kreuzweise mit ihren verdammten Heiligtümern!“ Maulte er herum.

<i> "Nein, da hat sich nichts getan. Nur ... mir gefällt die Nahtstelle nicht. Ich muss das genauer untersuchen"</i> „Ich sage ja schon die ganze Zeit, dass hier was nicht stimmt!“ Keifte er, schien die Sache jedoch bei weitem nicht so ernst zu nehmen wie Alma. Er sah sie ja nicht im Moment. Wusste nicht, dass die Haut zum zerreissen gespannt war so dass man gar die Arterie darunter pochen sehen konnte. „Ich bin hier ja nur der dumme Süchtige!“ Keifte er beleidigt. Darak konnte ziemlich nachtragend sein und Almas Unterstellung hatte ihn tiefer getroffen als man vielleicht zuerst hätte denken können.

Dennoch liess er sich aufhelfen, wollte gar versuchen die Treppe hoch zu humpeln, doch auf Almas Zeichen hin wurde er diesmal getragen – sie schonte die Naht. Darak sah dies als Zeichen schlechtem Gewissens.

Er lauschte trotz den Kopfschmerzen den Worten des Nichtgenannten. <i>"Die Wunderheilerin wartet dort, wollte sich bei ihm entschuldigen.</i> Er verzog sein Gesicht und winkte ab. „Nein… niemand ist mir etwas schuldig.“ Brabbelte er herum. „Sie muss sich nicht entschuldigen, sie hats versucht… das… muss ich anerkennen, normalerweise kommen Menschen von ihrem Rang noch nicht mal in die Nähe solcher Kerle wie mir. „Melisse. Mhmm.“ Hörte sich gut an. Man trug ihn ins Zimmer, legte ihn ins Bett zurück. Er vergrub sic sogleich unter der Decke, doch Alma und Jyana schienen anderes im Sinn zu haben, sie legten seinen Stummel frei. „Hört auf das die ganze zeit zu begaffen! Das ist mir verflucht noch mal unangenehm!“ Murmelte er düster. Sie begafften ihn ständig, den juckenden Klumpen welcher es geschafft hatte, Darak Luthrokar endgültig als Krüppel auszuweisen. Er schloss seine Augen. Wurde schläfrig, irgendwie war ihm komisch zu mute. Noch immer durchzog ihn ein mulmiges grummeln im Magen, ausserdem drückte es unangenehm am Stumpf.

<i> "Besprechen wir das draußen."</i> Ja… schon wieder würden sie dinge über seinen Kopf hinweg plaudern. Über ihn. Über seinen Stumpf. PHA. Sollten sie doch tun was sie wollten – machten sie ja ohnehin. Er wollte nur noch schlafen.

<i> "Ich hab wirklich geglaubt, ein weiteres Bad könnte helfen. Tut mir leid, Darak. Ich hab mich wohl geirrt. Diese Erfahrung schmerzt. Er hat dir viel angetan."</i> Darak sah auf, legte seine Hand auf jene des Nichtgenannten und nickte. „Ja. Uns beiden.“ Stellte er leise fest. „Mhmm… ich bin müde… ich fühl mich nicht so gut, war wohl etwas zu viel heute.“ Murmelte er leise.

Es klopfte an der Tür. Darak sah auf. Der Hauptmann trat ein. Mit einer Tasse Tee in der Hand und dem Helm unter dem Arm. Der Mann in voller Rüstung. Es war das treffendste Bildnis welches die Persönlichkeit dieses Mannes wohl beschrieb. Ein Mann von Rang und dennoch war er sich selbst nicht zu schade, einem gewöhnlichen Verurteilten eine Tasse Tee zu reichen, wenn es sein musste. Darak lächelte, war froh einen solch guten Freund gefunden zu haben. Er blickte auf seinen Helm. „Den wirst du wohl noch einwenig tragen müssen Hauptmann.

<i>"Ich muss bald wieder nach Andunie aufbrechen. Ich kann mein Fehlen nicht noch länger hinauszögern."</i> „Dann wirst du ihn wohl mitnehmen müssen. Aber glaub ja nicht du könntest ihn behalten! Ich hol ihn mir wieder… und wenn nicht… dann wäre es mir recht wenn du ihn trägst.“ Meinte er leise und lächelte Zitter an. „“Viele Frauen Beeindruckt er ziemlich.“ Er grinste matt.

„Ich… bin müde.“ Murmelte er und döste bereits halber ein. Lauschte nur noch mit einem Ohr dem Gespräch seiner beiden Freunde. Er lächelte. „Du stehst doch auf Frauen oder nennst du alle deinen Gefangenen Prinzessin?“ Er grinste. Sein letzter Satz. Bevor die Naht platzte.

Er stöhnte leise auf. Zuckte kurz zusammen und spürte wie etwas klebriges seine Haut benetzte. Er zog den Stumpf reflexartig unter die Decke. Verschwand darunter. Bis sich das Laken begann rot zu färben. Es saugte sein ausspritzendes, hellrotes Blut auf. Das so lebenswillige und starke Herz pumpte ununterbrochen das Blut aus seiner Naht. „Irgendwas… klebriges…“ Darak rührte sich. Wurde immer bleicher. Seine Hände begannen zu zittern und zu kribbeln. „Ich fühl… mich nicht… so gut.“ Meinte er schliesslich und sah Zitter an. Seine Wangen fielen ein, seine Haut wirkte blass und käsig. „Müde..“ Hauchte er wieder und schloss seine Augen. Vielleicht ein fataler Fehler – würde er so in die Bewusstlosigkeit sinken und vielleicht nicht mehr draus aufwachen.

Vielleicht würde Zitter, den Helm schon sehr bald auf seinem Haupt tragen.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Montag 15. Oktober 2007, 05:08

Darak musste sich ja zwangsläufig schlecht fühlen. Dass er müde war, kam sicher auch nicht von allein. Sein Körper brauchte nun wirklich etwas Ruhe. Zu dumm, dass das Schicksal es ihm verwehrte.

<i>"Irgendwas ... Kleriges ... Ich fühl ... mich nicht ... so gut. Müde..."</i> Darak hatte sich etwas bewegt, doch wurde sen Körper und vor allem der Stumpf noch von der Decke verhüllt. Die beiden Männer an seinem Bett dachten noch über seine Worte nach. Der Nichtgenannte schaute auf seine Hand. Ja, ihnen beiden hatte <i>er</i> ziemlich zugesetzt. <b>Der eigentliche Grund dich mitzunehmen, Darak Luthrokar.</b>
Hauptmann Zitter schaute auf den Helm. <b>Nimm ihn mit. Ich will ihn gar nicht. Ich will, dass du ihn holst.</b>

Erst, als sich das Bettlaken und die Decke hellrot färbten, sahen die beiden auf. Der Nichtgenannte reagierte schnell, zog die Decke fort und erblickte zuerst das Schreckensbild. "Alma!", rief Hauptmann Zitter laut aus. Sekunden später öffnete sich die Tür und die Heilerin walzte herein, gefolgt von Jayna Fink.
Beide Frauen starrten aufs Bett. "NEIN, DIESE VERDAMMTE NAHT!", grunzte Alma, schnappte ihre neben der Tür stehende Tasche und spurtete so schnell zum Bett, dass man es einer Frau mit solcher Masse niemals zugetraut hätte.

Jayna ging die Sache mit deutlich mehr Ruhe an. "Das muss nochmal genäht werden." Sofort rief sie nach ein paar Elfen und verlangte eine Schale Wasser, frische Tücher und Laken. Hauptmann Zitter wich in den Raum zurück, um nicht im Weg zu stehen. Der Nichtgenannte aber hockte sich ans Bett und tätschelte Daraks Wange. "Bleib wach!" Aber Darak dämmerte immer weiter fort. Schließlich entschied der Maskierte, anders zu handeln. Er verpasste Darak einen brennenden Kratzer auf dem Oberarm. Dies riss ihn zwangsläufig aus seinem Dämmerzustand.

Alma arbeitete inzwischen am Stumpf herum. Sie hantierte mit Nadel und Faden, während Jayna einen Teil der Decke auf die blutende Wunde presste. Alles ringsum hatte sich bereits rot gefärbt. Vom Bett tropfte der kostbare Lebenssaft, der doch lieber in Daraks Körper hätte bleiben sollen.
"SO SEIN MIST!", knurrte Alma und schaute zu Jayna herauf. "Hast du das schonmal erlebt, Wunderheilerin? Seine Haut ... ich hab nicht mehr genug Haut zum Nähen. Wo ist die hin? Er hat doch nichts abgerissen!"
Jayna betrachtete sich die Wunde. "Alma, schaut doch, wie weit der Knochen hervorsteht. Er war doch viel weiter zerfressen gewesen. Auch das Bindegewebe ... als sei es gewachsen."
"Er ist kein Baum", brachte Alma nur verwirrt hervor und dennoch: Knochen und Muskeln schienen gewachsen zu sein. Die Haut reichte nicht einmal mehr aus, um alles zu bedecken. "Da hilft nur eins. Eine Hauttransplantation."

Alma erhob sich. Sie kramte in ihrer Tasche herum, holte diverses Operationsbesteck und mehrere kleine Pillendosen und verkorkte Flaschen hervor. Jayna verstand sofort, was die Heilerin vorhatte. "Seid Ihr sicher, Alma?"
"Du bist die Wunderheilerin! Du musst das jetzt machen. Wenn du fertig bist, verbindest du alles und ich nähe dann. Jetzt fang schon an, ehe er verblutet!"

Jayna wies Hauptmann Zitter rasch an, auf die Wunde zu drücken, um den Blutfluss etwas zu stillen. Sie selbst nahm sich Almas Geräte vor und ... beschaffte Haut für Darak. Sie schnitt einfach Alma einen Teil ihrer fettigen Haut ab, die von ihrem Arm herab wabbelte. Alma besaß ja reichlich Haut.
Und Darak hatte vor kurzem erst noch daran gedacht, aus diesen alma'schen Teilen ein drittes Bein werkeln zu können. Für ihn war es ein Scherz gewesen, doch jetzt wurde fast schon bitterer Ernst daraus.

Die Operation an Alma ging schnell und gefahrlos vonstatten. Nachdem ein großes Stück Haut entfernt worden war – eine ziemlich schmerzliche Sache und Darak konnte Almas Schreie, das Schnaufen und Grunzen sicher hören –, verband Jayna den Arm der Tonnenfrau. Denn diese konnte sich jetzt noch nicht zur Ruhe legen. Schweiß glänzte auf ihrem ganzen Gesicht. "Wenn ich umkippe ... weiternähen ... und die rosa Pastillen ... da..." Sie zeigte auf eine Dose mit Schleifchen. Darin befand sich ein starkes Schmerzmittel, das noch besser wirkte als die Johanniskrautpastillen. Natürlich handelte es sich hierbei um nicht ganz legale Pillen, aber das musste niemand wissen.

Alma nahm ihre eigene Haut und klatschte sie auf die offene Wunde. Dann begann sie zu nähen. "Hoffen wir ... der Körper ... nimmt sie an." Das tat er. Kaum dass Alma den letzten Stich getan hatte, sank sie müde in sich zusammen. Aber Darak blutete nicht mehr. Er besaß jetzt nur einen alma'schen Hautlappen, der etwas fettiger aussah als seine eigene Haut. Aber es hielt. Sein Körper gewann an Farbe zurück.
Jayna trat an sein Bett, gab ihm nochmals etwas Tee. "Schlaf jetzt." Dann wandte sie sich ab. Alma musste ihrerseits in ein Bett befördert werden. Die Heilerin wurde zum Patienten.


<i>Darak verliert 6% seiner Lebensenergie aufgrund des Blutverlustes</i>

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 15. Oktober 2007, 19:01

Blut bedeutete Leben. Es strömt durch die die Adern, nährt die Zellen, wärmt den Körper nicht umsonst versprachen sich die mächtigsten und stärksten Krieger noch mehr Lebensenergie, wenn sie regelmässig von diesem Lebenssaft kosteten. So rot, wie die Leidenschaft, der Stolz und der Lebensmut, doch es brauchte auch ein Gefäss, welches zum Leben imstande war. Ein Körper. Ein Wesen. Etwas Beseeltes. Nicht ein Bettlaken.

Es strömte einfach aus ihm heraus und mit jedem Tropfen wurde er eine Spur blasser und schwächer. Müde. So schrecklich müde. Er schloss die Augen und entspannte sich, wiegte sich in die schwarze, sanfte Hülle des schleichenden Todes spielte mit ihm, reizte ihn, zog ihn an und berührte ihn. Hatte er schon oft getan. Es war ein gefährliches Spiel. Wenn man es verlor, war es endgültig.

Doch er erfuhr in seiner Todesnähe eine Tatsache… eine unabdingbare Gewissheit, dass der letzte Weg den ein Mensch früher oder später gehen musste, nichts Beängstigendes war. Sondern selbst einem Mörder einen gewissen Frieden gewährte. Obwohl… damals in der Stillen Ebene, als er beinahe erstickt war, da war hatte sich der Tod von seiner schrecklichsten Seite gezeigt… es war ihm als zeigte das Schicksal ihm gegenüber Gnade.

Er schloss seine Augen. Entspannte sich. Atmete langsam. Seine Muskeln erschlafften. Er dämmerte weg. Es war als wäre mit dem Lebenssaft auch der Seelenhauch entflohen. Doch dies war nur ein Trugbild. Der Nichtgenannte tätschelte ihn. Darak rührte sich, verzog sein Gesicht. „mmhmm.“ Stöhnte er und versuchte die Hand wegzupatschen die da an ihm rumtätschelte. Es blieb beim Versuch, denn er konnte seinen Arm nicht mehr heben. War zu schwach, zu erschöpft. Brauchte Ruhe.

„Aurrh.“ Er öffnete seine Augen, zuckte zusammen und sah den Nichtgenannten verwirrt an als dieser ihn schmerzlich Kratzte.

Er hatte nicht bemerkt wie Alma und Jayna ins Zimmer gestürmt waren. Wusste nicht wie prekär die Situation war. Er regte sich, wand seinen Kopf leicht. „A-.l“ Hauchte er und blickte auf die Heilerin die gerade versuchte seinen Stumpf zu nähen. „Wasn…los?“ Wollte er wissen.

Er spürte wie Druck auf seinen Stumpf ausgeübt wurde. Es tat weh… und dies war vermutlich in jenem Moment gut, denn es hinderte ihn daran völlig wegzudämmern… hätte er Schmerzpastillen intus gehabt – es wäre vermutlich sein Ende gewesen. „Argh.“ Keuchte er und wand sich leicht. Er war erschöpft und glaubte nicht mehr die Kraft zu haben für solche Aktionen – kein wunder, lief er ja schliesslich gerade förmlich aus.

Das Laken sog sich regelrecht voll. Literweise der kostbaren Flüssigkeit ging verloren. Eine massive Belastung für seinen ohnehin schon geschwächten Körper. Plötzlich hörte er Alma schreien. Er wurde unruhig. Öffnete seine Augen blickte verwirrt herum ehe sie sich wieder verdrehten, wand seine Beine und versuchte aus dem Bett zu rollen. „Alma!“ Hauchte er. „Wasn los?!“ Er sah nur noch Schemen. Alles andere war in einem schwarzen Dunst verhüllt – der zusammenbrechende Kreislauf sorgte für diesen Effekt. Sein Hirn kriegte zu wenig Blut. War so kaum noch leistungsfähig. „Al.ma.. schützn.“ Hauchte er und wand sich weiter, kam aber gegen seinen eigenen Körper nicht an und blieb die ganze Zeit über liegen.

Darak hatte sich heimlich, ohne dass es irgendjemand wusste, zu Almas Helm ernannt. Denn er mochte Alma. Auch wenn er es kaum zugeben würde. Er mochte und schätzte sie für ihre Hilfe die sie ihm bot doch wollte er diese nicht UNBEZAHLT, bleiben lassen… er wollte im Gegenzug ihr Helm sein… denn auch eine Alma, brauchte Schutz. Denn auch sie blutete wenn man ihr in die Haut schnitt, auch ihr schmerzte es wenn man sie schlug und auch an ihr nagte, was an allen anderen Seelen auch nagen würde.

Er hatte gesehen wie sie lebt. Eine stolze Mutter – doch nun allein, die Kinder Grossgeworden und ausgezogen. Kein Mann in ihrer Nähe. Die Patienten – ihre Familie, sie kümmerte sich um alle. Was er ihr so gerne gegeben hätte, es aber nicht konnte war… jemand der für sie da war.

Er spürte plötzlich etwas seltsames auf seiner Haut. „Wn“ Murmelte er noch. Spürte dass es linderte, dass die Blutung stoppte. Er lächelte matt. Wusste, dass sie ihn gerettet hatten. Jayna trat zu ihm. Schaute auf ihn hinab. Er blickte ihr in die Augen. Sie war eine wunderschöne Frau. Ihre Stimme lieblich und Angenehm – besonders wenn man gerade beinahe im Sterben lag. Sie war beruhigend, ruhig leise und doch selbstsicher. Er trank in kleinen Schlücken vom Tee. Hielt ihren Arm. Sah sie an. „A.l-m.a?“ Hauchte er ihr besorgt zu.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 16. Oktober 2007, 00:49

Darak war schon immer ein waschechter Luthrokar gewesen. Und ein Luthrokar besaß eine genetische Neigung zum Tiefschlaf. Schon der Vater seiner Mutter hatte Feste und gar die Anwesenheit seiner Gattin verschlafen. Sein Großvater mütterlicherseits ließ sich nicht einmal dadurch wecken, dass man seinen Kopf in ein Wasserfass tunkte.
Tiefschlaf war für einen Luthrokar schon mehr als ein Markenzeichen. Und doch gab es manchmal Möglichkeiten, sogar einen Luthrokar zu wecken. Bei Darak war es die Kombination aus Hunger und dem richtigen Essen.
In seinen traumlosen Schlaf schlich sich ein bekannter Geruch, der verschiedene Impulse auslöste. Vor Daraks inneren Augen erschien Haut. Braune, knusprige, köstliche Haut. Fett tropfte davon herunter und Dampf stieg auf. Zwei Beine reckten sich krallenlos nach oben und auch der Kopf fehlte. Aber das beste war noch da. Und es war gebraten! Langsam dämmerte Darak auch der Begriff, den er mit diesem Geruch und diesem Bild verband: Brathähnchen.
Sein Magen sehnte sich danach und das war der einzige Grund, dass auch der Rest des Körpers sich regte. Dass die Augenlider sich hoben und die Nase mehr des verlockenden Duftes einsog. War es ein Traum oder Realität?

Darak fand sich in einem der Baumbetten wieder. Es war nicht <i>sein</i> Bett, denn dieses hatte die natürliche Holzwand auf der linken Seite gehabt. Dieses Mal befanden sich zu beiden Seiten Teile des Schlafraumes. Nur das Kopfende des Bettes wuchs selbst aus dem Baum. Links von ihm strömte der Geruch auf ihn zu. An einem Tisch saßen Hauptmann Zitter – er hielt noch immer den gehörnten Helm – und der Nichtgenannte. Sie hockten sich gegenüber. Zwischen ihnen, auf einem Holztablett, lag ein knuspriges Hühnchen. Allein der Anblick ließ Darak das Wasser im Mund zusammen laufen und gab ihm zu verstehen wie lange er schon nichts mehr gegessen hatte.

Er hörte Zitter, der zum Nichtgenannten sprach. "Ich glaube, er mag Brathähnchen. Es war einmal eine Mahlzeit, die er sich von mir gewünscht hat. Vielleicht freut er sich darüber."
"Sicher", entgegnete der Nichtgenannte nur. Dann eine andere Stimme – massiger, fülliger: "Mir geht's GUT. Ich will diesen verdammten Tee nicht mehr! JAYNA, mir geht es GUT!!! Das HEILT schon wieder. Guck lieber nach IHM!"

Alma.
Auf der rechten Seite seines Bettes konnte Darak sie sehen. Die Dicke lag in einem Bett an der Wand. Ihr Oberarm war verbunden und sie stellte gerade angewidert eine dampfende Tasse auf ein Nachttischchen neben sich. Am Bett stand Jayna Fink, die eine Kanne in Händen hielt. "Alma, trinkt noch etwas. Der Tee hilft Eurem Körper, neues Gewebe zu produzieren. Ich musste viel wegschneiden."
"Ach, das bisschen Haut. Schau lieber nach, ob sein Körper es angenommen hat! Nicht, dass die Naht nochmal platzt."

Die Naht! Klebriges! Ein feuchtes Laken!
Langsam dämmerte Darak, was passiert sein musste. Die Naht war gerissen. Ein Blick zu seinem Stumpf gab jedoch Aufschluss, dass alles in Ordnung schien. Er lag nicht zugedeckt da. Der Stumpf besaß eine gut gearbeitete Naht und ... Hautteile, die farblich nicht zum Rest passten. Ein Stück fremde Haut?!

Jayna erschien an seinem Bett. "Wie schön, Ihr seid endlich wach, Herr Luthrokar." Sie lächelte ihn freundlich an. "Eigentlich solltet Ihr Euch noch schonen, aber dass Ihr wach seid, beruhigt mich. Das bedeutet, die Bluttransfusion war ein voller Erfolg. Trotzdem solltet Ihr noch ruhen, es sei denn, Ihr habt Hunger." Der Blick der Wunderheilerin flog zum Tisch. "Hauptmann Zitter aus Andunie hat Euch ein Hühnchen braten lassen. In Eldar haben wir nicht viele Hühner, aber der Hauptmann bestand darauf."

"Heeee! Willkommen im WACHZUSTAND!!", grüßte Alma vom anderen Bett her und winkte Darak zu. Sie lächelte – breit. Die Mundwinkel waren nach oben gezogen. "Du alter Gauner ... wolltest MICH beschützen? Soll ich mich jetzt geschmeichelt fühlen oder dir eine reinhauen, weil du tatsächlich glaubst, ich sei so WEHRLOS?!" Alma lachte. Jayna und Zitter fielen mit ein. Der Nichtgenannte blieb stumm. Seine Maske ruhte auf dem Schüler.
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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 16. Oktober 2007, 18:36

Schwärze, Traumlosigkeit. Ohnmacht. Zustände die Darak inzwischen bereits ziemlich gut kannte. Er hatte versucht wach zu bleiben und sich fest an dem Arm festgekrallt, doch die Erschöpfung hatte ihn dann doch übermannt und ihn in die Dunkelheit und Bewegungslosigkeit gezwungen.

Er verdrehte die Augen und wurde wieder blass. Zu wenig Blut war im Körper vorhanden. Es reichte nicht aus um ihn Wach zu halten und seine Organe brauchten Zeit um den Verlust auszugleichen, Zeit die er jedoch nicht hatte. Kurzerhand entschieden die hiesigen Heilerinnen deshalb ihm zusätzliches Blut zu spenden.

Alma bestand darauf den Arm an welcher die Nadel gesetzt werden musste festzubinden, da sie Daraks ausschlagendes Wesen kannte und eine erhebliche Gefahr bestand, dass er auf die Idee kommen könnte den Arm wegzureissen sobald er erwachte. Dies hätte unangenehme Konsequenzen für ihn gehabt, denn das Blut welches bald in seine Vene laufen würde musste auch wirklich ans Zielort gelangen. Es war nun mal kostbarer Lebenssaft, von dem kein Tropfen verschwendet werden sollte.

Eine der Elfen nahm einen Hocker zu sich, bettete Daraks linker Arm – sie nahmen an er war Rechtshänder – wissen tat es keiner – auf ein kleines mit Körner gefülltes Kissen und tastete nach seinen Venen. Schwierig war das nicht, denn sie traten bei ihm deutlich sichtbar heraus, auch wenn sie durch den Blutverlust etwas verengt waren.

Eine Assistentin brachte schliesslich den Verschlossenen Behälter mit dem kostbaren Saft. Es war eine Einfache Flasche mit einem weich gekochten Korken darin. Sie verwendeten Ziegenblut, die Erfahrung hatte gezeigt, dass dieses am besten vertragen wurde. Dennoch war eine Transfusion nicht ungefährlich viele schlugen fehl daher wurde sie auch nur in absoluten Notfällen eingesetzt – wie heute.

Die Assistentin griff zu der Flasche und steckte ein Rohr, welches vorne in einem Spitz mündete durch den Korken durch. Das Blut lief hinaus in ein kleines Rohr als Schweinedarm welches vorne in einem Verschluss und einer weiteren Spitzen Nadel endete. Ein Blutstropfen trat dabei aus und die Assistentin klemmte den Schlauch ab.

Sie setzte die Spitze der Nadel an Daraks Vene an und stach vorsichtig hinein, liess die Nadel dann liegen und fixierte sie vorsichtig mit einem Verband. Der Foltermeister merkte in seiner Bewusstlosigkeit nichts davon. Das Blut lief in seine Vene und prüfende Blicke auf den Patienten zeigten zur Erleichterung aller an, dass das Blut gut vertragen wurde.

Darak gewann an Farbe zurück und als sie ihm dann auch noch das Hühnchen unter die Nase stellten gewann er auch das Bewusstsein wieder. In der Zwischenzeit war alles Blut eingelaufen und man hatte die Flasche durch eine ersetzt die mit Kuhmilch gefüllt war um ihm weitere Flüssigkeit zu spenden. Ausserdem behielt man so die Leitung offen falls er nochmals Blut brauchen würde.

Doch dies alles wusste der Patient nicht – der Träumte gerade von Brathähnchen. „Mhmm“ Murmelte er und regte sich. Er öffnete die Augen und starrte auf die goldige Haut seiner Mahlzeit. Er lächelte und wollte den linken Arm heben um zuzugreifen – er war also Linkshänder. Verwirrt starrte er auf den Arm und bemerkte die Infusion. Er sah daran hoch bis zur Flasche. „mhm“ Diesmal eher fragend, dann erblickte er Zitter und den Nichtgenannten. Sie schauten ihn beide an. „Hab ich… geschlafen?“ Er war sich gar nicht mehr so sicher was alles noch geschehen war, nur das irgendwas mit seinem Bein nicht gestimmt hatte. Er sah an sich runter und entdeckte die neue Haut. „Was ist das?“ Fragte er verdutzt. Er erkannte sofort dass es nicht seine Haut war… man hatte ihm FREMDE Haut da rangepantscht. Irgendwie eklig. Er kam sich vor wie ein Zombie. Ihm schauderte. Warum pappten die ihm nur Haut ran und kein neues Bein wenn dies so einfach ging? (Vermutlich hätte Alma was dagegen gehabt) Ausserdem bemerkte er dass man ihn nicht recht zugedeckt hatte, die Elfen konnten also die ganze Zeit über seine Unterhosen bewundern. Ihm schauderte erneut. Dann blickte er wieder zu Zitter und dem Nichtgenannten. „Was guckt ihr denn so?“ Doch statt einer Antwort erhielt er Almas voluminöse Stimme. Sie beschwerte sich gerade über einen Tee. Er neigte seinen Kopf auf ihre Seite. „Alma? Warum liegst du denn da… so rum?“ Eigentlich tat nur er das. Er hatte Alma noch nie liegen gesehen, hatte gar nicht gewusst dass dieser Koloss überhaupt einen solchen Höhenunterschied bewältigen konnte ohne sich selbst das Rückrat zu brechen. Die Stabilität des Holzes ihres Bettes war beeindruckend obwohl es deutlich durchgebogen war und bei jeder kleinsten Bewegung der Frau knarzte – Alma war ja nicht gerade dafür bekannt KLEINE Bewegungen zu machen.

Sie quasselte etwas von Haut. „Haut? Deine?“ Er starrte seinen Stummel an. Ihm wurde übel. Er war ja wirklich ein Zombie.

<i>"Wie schön, Ihr seid endlich wach, Herr Luthrokar."</i> Die feine Stimme der Frau zog sofort seine Aufmerksamkeit auf sich. Jayna Fink stand an seinem Bett und blickte zu ihm hinab. Er lächelte ab ihrer Schönheit. Es gab nichts angenehmeres als in Momenten wenn es einem schlecht ging eine solche Frau in seiner Nähe zu wissen. Irgendwie wirkten ihre pflegerischen Anweisungen einfach süsslicher als jene Almas.

„Nennt mich doch Darak, so ein feiner Kerl bin ich nun auch wieder nicht.“ Sagte er müde und lächelte. „Bluttransfusion?!“ Er starrte auf seinen Arm. Sah dass die Nadel noch drin steckte. „Bei den Ärschen der Götter.“ Er mochte solche spitzen Dinger nicht und schon gar nicht wenn sie in ihm steckten. Er guckte aufs Hühnchen. Grinste. „Oh ja und wie Hunger ich habe.“ Meinte er und griff so unanständig er nun mal war einfach zu. Riss sich ein Schenkel ab und begann sogleich zu speisen. Einarmig wie er im Moment war erwies sich dies als schwerer als gedacht. Doch er fand einen Weg um genug Fleisch abzubekommen – ass jedoch nicht gerade sehr ansehnlich. „mhmm danke Zitter.“ Sagte er freudig. Er freute sich tatsächlich sehr über das Hühnchen. Es war für ihn wie das Beste Medikament auf Erden – viel wirkungsvoller als Johanniskraut. „Wollt ihr auch?“ Fragte er höflich speiste aber munter weiter. Offensichtlich war das Angebot nur förmlich und nicht real gemeint.

Ihm gings deutlich besser als zuvor, fühlte sich auch bereits etwas kräftiger.

<i>"Heeee! Willkommen im WACHZUSTAND!!“</i> Er blickte zu Alma hinüber und strahlte. Ihr ging es offensichtlich auch gut. „Alma!“ Er strahlte – es war verwunderlich was so ein Hühnchen bei dem Kerl alles bewirken konnte. Er zog Jayna kurz zu sich bemerkte dabei nicht dass er einen Fettklecks auf ihrem Kleid hinterliess. „Geht’s ihr wirklich gut?“ Hauchte er der Heilerin leise zu.

<i>"Du alter Gauner ... wolltest MICH beschützen? Soll ich mich jetzt geschmeichelt fühlen oder dir eine reinhauen, weil du tatsächlich glaubst, ich sei so WEHRLOS“</i>

Darak wurde rot. Er lächelte verlegen. „Na ja ich dachte nur…“ Versuchte er sich zu erklären. Schwieg dann aber und widmete sich weiter dem Hühnchen. Das er in Windeseile verputzte.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 17. Oktober 2007, 00:08

Darak ging es deutlich besser. Wer ihn schon eine Weile kannte, wusste das. Denn Darak haute wahrlich rein. Er hatte sich zwar nur einen der Hühnchenschenkel geschnappt, aber diesen verputzte er mit alter Foltermeistermanier. Das bedeutete, dass es nicht gerade sittlich zuging.
Eine der Waldelfen wandte den Blick ab und tuschelte sofort mit einer Helferin. Daraks Freunde aber beobachteten ihn und auch Jayna musterte mit gewissem Wohlwollen seinen Hunger. Sein nicht ganz so ernst gemeintes Angebot, mitzuessen, tat sie mit einem einfachen Wink ab. "Danke, nein. Diese Mahlzeit ist nur für Euch gedacht – Darak." Sie ließ die förmliche Anrede fallen, wie es sein Wunsch war. Dennoch behielt sich die Wunderheilerin vor, dass jedes Wesen mit Respekt behandelt werden sollte. So wie es Göttin Florencia tat.

Sie war eben eine sehr höfliche junge Frau. Daher entschied sie sich auch dafür, Daraks Frage von vorhin bezüglich der neuen Haut an seinem Stumpf zu beantworten. Doch zunächst musste sich Jayna zurückhalten, denn Daraks und Almas Blicke kreuzten sich soeben. Sie hatte ihn begrüßt, er strahlte sie an.
"Warum ich hier so RUMLIEGE? Kann ich dir sagen. Die glauben allen Ernstes, ich bräuchte RUHE! HA! Nur weil ich ein bisschen Haut gespendet habe! So ein Unsinn ...." Alma brummelte vor sich hin, zeigte Darak zu Beweis ihren verbundenen Oberarm.

Jetzt mischte sich Jayna Fink nun aber doch ein. Sie wollte Darak eine Erklärung abgeben, ehe Alma sie herausbrüllte. Jayna schätzte Alma. Sie war eine gute Heilerin und wusste einiges. Aber sie hatte diese Angewohnheit, es den Patienten direkt anstatt schonend beizubringen.
"Darak, Euer Beinstumpf ... die Naht ist aufgeplatzt und Ihr habt Blut verloren. Daher war eine Transfusion dringend nötig. Aber was seltsam war: Eure Haut reichte plötzlich nicht mehr aus, um zu nähen." Die Heilerin strahlte. "Ich habe eine erfreuliche Nachricht für Euch. Der Knochen und das Gewebe sind gewachsen. Daher fehlte auch ein ganzes Stück Haut. Alma hat ausgeholfen."
"Na, ich hab ja auch ne ganze Menge Haut", grunzte die Dicke und ihre Wangen färbten sich gar rosa.

Daraks Wangen hatten einen roten Ton angenommen. Ja, Alma hatte bemerkt, dass er sie hatte schützen wollen. Stammelnd versuchte er, sich zu erklären, bekam aber nicht wirklich eine Antwort heraus.
"Danke", brummte Alma leise zu ihm herüber. Jayna und er würden die einzigen sein, die es vernommen haben konnten.

Da klatschte die Wunderheilerin in die Hände. "Florencia zeigt Gnade. Damit das Bein wieder in den alten Zustand wächst, solltet Ihr jeden Tag im Sternensee baden. Ich persönlich sorge dafür, dass alles organisiert wird."
Alma starrte zu Darak herüber. Sie allein wusste wirklich, wie Darak diese Nachricht bekommen würde – erschreckend und schlecht.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 17. Oktober 2007, 12:54

Er genoss seine Mahlzeit leckte gar den Knochen sauber, nichts kein Fetzchen dieses köstlichen Fleisches sollte unverkostet bleiben, so liess er sich trotz seiner Hast irgendwie auch Zeit. War äusserst gründlich und vergnügt bei seinem Lieblingsschmaus. Er war froh dass Jayna ihn nun mit Darak ansprach, er fühlte sich so deutlich wohler. Er war kein Herr, nur ein kleiner Bastard mit Appetit. Er grinste vor sich her und pickte sich das andere Bein. Es beschlich ihn ein seltsames Gefühl als er merkte, dass er hier gerade Beine ass. Kurz hielt er inne. Brathähnchen war Brathähnchen beschloss er schliesslich zuckte mit den Schultern und ass weiter. Die Nahrung tat seinem hungernden Magen gut. Er musste schon noch einwenig mehr reinhauen wenn er sein Gewicht behalten wollte, hatte er durch die Schmerzen und das wenige Essen bereits etwas abgenommen.

Natürlich er war nicht dünn – schliesslich war er ein kräftig gebauter Hühne von Mann und mit seinen 1.90m auf welchen sich seine Muskeln verteilen mussten fiel einiges an Gewicht an, da fielen zwei bis drei Kilo weniger kaum auf.

Er musterte Almas Oberarm und versuchte sich zu erinnern. Dann sah er sie plötzlich entschuldigend an. „Es hat weh getan.“ Stellte er fest als die Schreie der Heilerin in seinen Erinnerungen wach wurden und in sein Bewusstsein drangen .Er hatte sie gehört. Er guckte Jayna lächelnd an als sie zu sprechen begann. Wollte er ihr irgendwie… schmeicheln oder gefallen dass er sie so anstrahlte? Offensichtlich schien Darak eine gewisse Vorliebe für Heilerinnen zu haben… wie bei Elena… er seufzte kurz hörte dann aber aufmerksam zu.

<i>"Darak, Euer Beinstumpf ... die Naht ist aufgeplatzt und Ihr habt Blut verloren. Daher war eine Transfusion dringend nötig.</i>

„Ja… dieses klebrige Zeug?“ Zum Glück hatte der Foltermeister die mit seinem Blut voll gesogenen Laken nicht gesehen er ahnte ja nicht dass er gerade Literweise verloren hatte und sein Zustand mehr als nur kritisch gewesen war. So schnell hätte es mit ihm zu ende gehen können. Er blickte zu Zitter und dann zum Nichtgenannten. „Ihr ward da. Ihr habt um Hilfe gerufen nicht wahr? – Danke.“ Sprach er leise.

<i> Aber was seltsam war: Eure Haut reichte plötzlich nicht mehr aus, um zu nähen."</i> Er runzelte die Stirn, sollte das etwa bedeuten dass er der erste Patient war bei dem sich Alma verschätzt hatte oder warum war dies so eine tolle Nachricht?

<i>"Ich habe eine erfreuliche Nachricht für Euch. Der Knochen und das Gewebe sind gewachsen. Daher fehlte auch ein ganzes Stück Haut. Alma hat ausgeholfen."</i>

Er starrte sie verwirrt an und brachte keine bessere Feststellung über die Lippen als: „Ich bin ein Baum?!“ So verdutzt war er und kratzte sich mit seinen Hühnchenhänden den Schädel.
<i>"Danke.“</i> Es drang in sein Ohr. Diesen brummenden Dank. Er neigte seinen Kopf zu ihr hinüber und lächelte sie an. Nickte ihr schweigend zu. Sie verstanden sich.

<i> "Florencia zeigt Gnade.</i> Darak rollte mit den Augen. Florencia. Ja ja. Die Götter und Gnade. Noch besser!

<i>Damit das Bein wieder in den alten Zustand wächst, solltet Ihr jeden Tag im Sternensee baden. Ich persönlich sorge dafür, dass alles organisiert wird."</i>

Die Farbe auf Daraks Wangen wich wieder. Er riss seine Augen auf. Sie drückten den Schrecken und den Schmerz aus den er gerade empfand. Jeden Tag in dieses Trauma hinein?! Er hatte panische Angst vor dem See! Der See war sein persönlicher Folterkeller!

Ihm verging der Appetit. Er ass nicht mehr weiter, seine Hände begannen feinschlägig zu zittern. Er taste nach seinem Kopf suchte Schutz. Starrte auf seinen Stummel. Er kriegte panische Angst. Er wollte nicht jeden Tag in diesen See! Das konnte er nicht, jeden Tag noch mal erleben müssen wie sein Bein zerfressen wurde, denn genau so real kam es ihm vor… die Erinnerungen die wie Rachegeister in seine Seele gedrungen waren. Ihm wurde speiübel zum Glück gab es in diesen Krankenzimmern nierenförmige Schalen – es wäre nicht verwunderlich gewesen wenn Alma den Namen dieser „Nierenschalen“ erfunden hätte – die genau für diesen Zweck gedacht waren. Er drehte sich griff hastig danach und erbrach sich.

Dahin war das Brathähnchen.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 18. Oktober 2007, 09:22

Als Darak Almas Arm musterte und seinen Kommentar dazu abgab, grunzte die Dicke schon: "NATÜRLICH hat es wehge–" Doch dann besann sie sich. "Ja", antwortete sie, "aber nichts, was ich nicht aushalte." Mit diesen Worten tippte sich Alma verwegen auf den Verband und sofort drehte sie den Kopf weg, um Darak ihr schmerzverzerrtes Gesicht zu ersparen – und sich selbst die peinliche Tatsache, dass sie ihr Gesicht verzogen hatte.

Inzwischen bedankte sich der über das Hühchen Herfallende auch noch bei Hauptmann Zitter und dem Nichtgenannten für ihre schnelle Reaktion, Hilfe zu holen.
Zitter nickte freundlich, vom Nichtgenannten kam keine Regung. Sein kupferfarbenes Maskengesicht schaute Darak nur intensiv an. Traurig gar? Was dachte dieser Mann nun schon wieder?
Darak erfuhr es schneller als ihm lieb war. Denn der Nichtgenannte hatte rasch eins und eins zusammenzählen können. Für ihn war bereits vor Jaynas Worten klar gewesen, dass Darak ein erneutes Bad im See würde nehmen müssen. Er hatte den Darak Luthrokar gesehen, welcher vom letzten Bad zurückgekehrt war. Bleich, leicht fröstelnd aber nicht aufgrund der vorherrschenden Kälte. Dunkle Ringe unter und Schreck in den Augen. Er wusste, wie erschreckend diese Nachricht sein musste.

Und auch Alma wusste dies. Sie schaute schlagartig zu ihrem Patienten hinüber, der nun nicht mehr weiter aß. Im Grunde schienen alle Funktionen seines Selbst für einen Moment abgeschaltet. Sein Körper verlor an Farbe, er wurde kreidebleich. Die Fingerkuppen zitterten. Die Augen waren weit aufgerissen.

Jayna, die sich halb von ihm abgewandt und auf Almas Oberarm geschaut hatte, lächelte noch. Sie sah den erbleichten Darak nicht. "Nein, Ihr seid kein Baum. Aber Florencia gibt Euch in all ihrer Güte eine zweite Chance."

"Ist das unbedingt nötig, Wunderheilerin?", fragte Alma und Jayna Fink nickte. "Oh, ich glaube, wenn sein Bein weiter wachsen und schnell heilen soll, sollte er mindestens täglich ein Bad nehmen."
In diesem Moment unterbrach ein gekeuchtes Würgen die Frau. Sie wandte sich um und auch Alma schaute wieder zu Darak. Dieser hatte sich eine de nierenförmigen Holzschalen geschnappt und sein frisch verzehrtes Hähnchen darin "abgelegt".

Sofort war Jayna bei ihm und fühlte den Puls, die Stirn und betrachtete seine Pupillen. "Ein Schock?", stieß sie verwirrt aus, ehe sie ihren Elfen befahl: "Bringt ein Beruhigungsmittel. Schnell!"
Alma schob sich aus dem Bett. Mit einem Krachen landeten ihre Füße auf dem Boden und schon war sie ebenfalls an Daraks Bett. "Du wirst verstehen, Wunderheilerin, dass ihm die Erinnerung an den See nicht gerade die angenehmste ist. Er hat sein BEIN darin verloren! Auch wenn er es durch denselben See zurückgewinnen KÖNNTE, so bleibt eine gewisse Restpanik – und bei Darak ist die nicht unbedingt im niedrigen Bereich."
"Er muss baden", beharrte die Heilerin. "Oder er bekommt von mir ein gutes Paar Krücken. Anders geht es wohl nicht." Sie erhob sich. "Alma, Hauptmann Zitter und ... Ihr, Fremder. Ihr drei seid seine Gefährten, Bekannte und Freunde. Bereitet ihn auf seine Zukunft vor. Ich werde inzwischen sehen, wo ich Ersatzhaut für sein Bein herbekomme. Wir werden sie brauchen."

Jayna ließ Darak liegen und die drei Anwesenden stehen, verschwand aus dem Zimmer. Minuten später tauchte eine Elfe auf und brachte ein kleines Fläschchen mit. "Lavendel-Öl", gab die Elfe als Erklärung ab und Alma nickte. Oh ja, dieses Öl war für seine beruhigende Wirkung bekannt und es konnte besser eingesetzt werden als Johanniskraut, besaß es doch keinerlei Nebenwirkungen. Alma schnappte sich das Fläschchen, entkorkte es und hielt es Darak unter die Nase. Schon stieg der aromatische Duft auf, für den Lavendel so bekannt war.

Alma erwiderte nichts. Sie wusste, keine noch so tröstenden Worte würden bei Darak jetzt helfen. Der Sternensee war die Kirsche auf der Sahnetorte, das Tüpfelchen auf dem I, wenn es um Daraks Trauma-Sammlung ging. Ob er überhaupt noch ein Bad in dem See vertrug – geistig gesehen? Seinem Beunstumpf ging es ja deutlich besser. Alma warf einen flüchtigen Blick darauf. Er sah gesund aus, die Nahtstellen waren nicht rot und ihr eigenes Stück Haut wurde vom Körper angenommen und durchblutet.
Der Nichtgenannte war es, welcher Darak Mut machen wollte. "Ich kenne eine weitere Meditationsmethode, mit der du Kraft für einen weiteren Besuch des Sternensees erlangen kannst. Natürlich nur, wenn du willst."

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Donnerstag 18. Oktober 2007, 19:17

Leichenblass lehnte er sich ins Bett zurück und war noch immer Starr vor Angst. Ihm war noch immer Übel und alles um ihn herum drehte sich. Er atmete schlecht und starrte Jayna panisch an als sie seinen Puls fühlte und seine Pupillen. Er keuchte. Sein Körper reagierte heftig auf die Qual seiner Seele. Er konnte dies nicht kontrollieren – auch wenn er gewollt hätte. Der Körper machte sich in jenem Punkt selbstständig.

Hilflos in seiner Starre lag er da verdrehte kurz die Augen wollte irgendwo sein nur nicht bei Bewusstsein, doch diesmal blieb ihm die Flucht in die Ohnmacht verwehrt, stattdessen kriegte er am Rande mit, dass Jayna nicht von ihrem Vorhaben abliess. Ausserdem trat Alma zu ihm er krallte sich an ihrer Hand fest und drückte sie mit seinen wie Espenlaub zitternden Finger. „J-jeden Tag?!“ Keuchte er panisch.

Da kam eine Elfe zu Hilfe mit diesem Beruhigungszeug. Er wollte sich aber nicht beruhigen, die hatten vor ihn TÄGLICH in diesen Teufelssee zu schicken! „N-nein!“ Knurrte er und wehrte sich gegen das Lavendel, wollte nichts davon wissen, vermutlich versuchten sie ihn gefügig zu machen damit sie ihn leichter dorthin transportieren konnten. Zudem glaubte er trotz ziemlich offensichtlichen Beweise nicht daran, dass Florencias Wasser hinter dem Wachstum steckte. Er hielt den Atem an als sie ihm das Zeug unter die Nasen hielten und versuchte seinen Kopf wegzurecken, doch irgendwann ging ihm die Luft aus und so strömte der beruhigende Duft in sein Riechorgan. Sein Atem verlangsamte sich, wurde tiefer und regelmässig. Er Drücken und Zittern wurde weniger. Er entspannte sich langsam.

Er war froh um Almas Nähe. Starrte sie an. „Nicht… da rein… nicht schon wieder. Nie… mehr… bitte.“ Keuchte er matt. Er hielt diesen See nicht aus, nur schon der Gedanke daran liess ihn so übel reagieren. Doch dann starrte er auf den Stummel. „Verdammte Scheisse. DASS PASST EUCH WIEDER IHR VERFLUCHTEN VERHURTEN GÖTTER!“ Brüllte er.

Dies brauchte er irgendwie – er fühlte sich gerade etwas besser. Er hielt sich mit seiner freien Hand den Schädel, dessen Schläfen pochten. Er hatte sich selbst völlig erschöpft. „Kann man das nicht… im Schlaf machen?! Irgendwie… ICH WILL DA NICHT REIN!“ Beharrte er wieder und versuchte so irrwitzig es war, seine Angst zu verheimlichen – obwohl sie so offensichtlich war.

Da trat die Kupfermaske in sein Blickfeld. Er guckte den Nichtgenannten an. Lauschte als dieser ihm vorschlug eine neue Meditationsmethode auszuprobieren. Er starrte seinen Lehrmeister nicht gerade sonderlich begeistert an. „Solch eine Meditation, die einem Beinahe umbringt, wenn man zurückkommt?!“ Brummte er leise.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Freitag 19. Oktober 2007, 14:48

Alma stand am Bett und beobachtete Daraks Reaktion auf diese Botschaft, dass er zukünftig noch mehrere Bäder im Sternensee nehmen sollte. Jayna war längst verschwunden, nur noch die Elfe mit dem Lavendel-Öl befand sich unter den Freunden und Gefährten.
Sie war eine gut ausgebildete Heiler-Assistentin und schreckte nicht einmal zurück, als Darak sich gegen das Öl wehrte, den Kopf wand und sich drehte. Sie drückte ihn gar an der Stirn ins Kissen
und hielt ihm das Fläschchen unter die Nase – bis er sich langsam beruhigte. Dann verkorkte sie das Öl und stellte es mit einem Blick zu Alma auf ein Nachttischchen neben Daraks Bett. Schließlich verließ auch die Elfe den Raum.

Alma beobachtete Darak noch immer. Sie sah seine Blässe, sah seine Hände zittern. Erkannte die Panik, welche noch immer in seinen Augen stand. Den Körper konnten die Elfen vielleicht beruhigen, aber den Geist nicht.
Und Alma spürte Daraks Hand, die die ihre fest und krampfhaft hielt.

<i>"Nicht ... da rein ... nicht schon wieder. Nie ... mehr ... bitte."</i> Alma seufzte. Natürlich konnten sie es lassen. Er musste nicht mehr ins Wasser, es würde seine Entscheidung sein. Da konnte nicht einmal eine Wunderheilerin wie Jayna etwas entgegensetzen. Doch sie – und auch Alma – dachten an Daraks Wohlergehen. An sein Bein, das noch zu retten war! Und auch Darak schien zu überlegen. Seine Augen ruhten auf dem Stummel, diesem kleinen Überrest, der mit Almas Haut genäht worden war. Und dann brüllte er seinen Frust über die Götter aus sich heraus. Zwei Elfen öffneten die Zimmertür, um verwirrt in den Raum zu schauen. Hauptmann Zitter winkte ab. Die Elfen schwanden wieder, jedoch murmelten sie leise vor sich hin.

"Sei froh, dass Jayna Fink das nicht gehört hat. Die würde dir was erzählen. Zumindest an Florencia glaubt sie stark. Die Göttin schenkte ihr die Gabe der Wunderheilung", wandte sich Zitter an Darak. Trotz der kleinen Warnung lächelte er. "Du bist zäh." Das waren die aufmunternden Worte von Seiten des Hauptmannes. Er wusste, er brauchte Darak nicht mehr sagen. Denn dies war alles, was Darak wirklich brauchte, um die Prozeduren im See zu überstehen: Zähigkeit. Willensstärke. Luthrokar'scher Trotz zu Überleben und den Göttern somit zu zeigen, dass <i>er</i> sich nicht einfach unterkriegen ließ.

Darak selbst ... war jedoch noch nicht überzeugt, so hatte es den Anschein. <i>"Kann man das nicht ... im Schlaf machen?! Irgendwie ... ICH WILL DA NICHT REIN!"</i> Und auch vom Angebot des Nichtgenannten war er offensichtlich wenig überzeugt. <i>"Solch eine Meditation, die einem beinahe umbringt, wenn man zurückkommt?!"</i>

"Ich hatte nicht erwartet, dass es so intensiv sein würde. Dein Körper und deine Seele tragen mehr Schmerz mit sich, als man von außen her sieht. Jetzt, da ich es weiß, kann ich dich auch darauf vorbereiten. Es wird Übung erfordern und ich weiß nicht, ob wie bis zum nächsten Bad im See soweit sein werden. Aber diese Meditationskunst zu erlernen wäre für dich sicher keine Verschwendung." Der Maskierte drehte sich ab, ging zum Fenster. "So viel Schmerz ...", drangen die Worte blechern in den Raum vor.

"Ja, schlafend, das wäre keine schlechte Idee. Ich kann dich ja ganz gut herumtragen. Das müsste doch machbar sein – wenn du bewusst vor deinen Badegängen einschlafen kannst." Alma rieb sich die Hände. "Oder ICH helfe nach." Irgendwie klang das nicht gerade beruhigend. Sie griff nach dem Teller, auf dem noch der Rest Huhn lag, und hielt ihn Darak entgegen. "Na los, ALLES aufessen. Du brauchst was im Magen und die Schenkel hast du nicht mehr da drin." Sie stellte den Teller einfach auf Darak ab und griff sich die Nierenschale mit dem Erbrochenen. Für einige Augenblick verschwand Alma, kehrte dann mit einer gereinigten Nierenschale zurück.

Zitter seufzte. "Tja. Ich wünsche dir die Kraft, den See zu überstehen. Mut, sich ihm überhaupt zu stellen und Glück, dass du bald wieder auf zwei Beinen stehen kannst. Den hier ..." Er reichte den Helm an Alma weiter. "Hol ihn dir von ihr ab. Wir werden uns wiedersehen, aber ich halte es für besser, wenn du deinen Helm rasch wieder dein Eigen nennen kannst. Ich muss zurück nach Andunie. Eine längere Reise, wie du weißt. Wenn dein Bein aber so weiterwächst, kannst du deinen Helm sicher in wenigen Tagen wieder entgegen nehmen." Der Hauptmann stand am Bett. Abschiede waren immer so eine Sache bei ihm. Er betrachtete Darak nochmal, klopfte ihm auf die Schulter und wandte sich dann mit einem Nicken zu Alma und dem Nichtgenannten ab. An der Tür jedoch blieb er noch einmal stehen, atmete tief durch.

Lächelnd schaute er zurück.
"Kein Abschied für immer, Darak. Komm mich besuchen – dann machen wir einen Spaziergang."

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 19. Oktober 2007, 21:38

Wenn Elfen so liebten wie sie Patienten behandelten – wusste Darak bereits, dass er durchaus eine Vorliebe für Frauen dieser Rasse entwickeln könnte. Sie liess sich nicht durch seinen Widerstand beirren, plötzlich spürte er eine selbstsichere jedoch unweigerlich zärtliche Hand auf seiner Stirn die ihn ins Kissen drückte. Er starrte die junge Frau kurz vernichtend an – beinahe Angst einflössend… nein… nicht beinahe… wahrhaftig… bis er sich einigermassen beruhigte und erschöpft ins Kissen sank.

Der Mörder und Foltermeister schien gezähmt. Vorerst. Doch die Sorge schien sich nicht nehmen zu lassen. Natürlich wollte er dass sein Bein heilte und er war auch bereit dazu alles dafür zu tun… aber… dies… war grässlich und er glaubte einfach… kaputt zu gehen dabei.
Daher liess er seinen wachsenden Frust und seine Verzweiflung lauthals an den Göttern aus und grinste als er die verdutzten Gesichter der herangeeilten Elfen sah die sich wohl fragten ob er angesichts dieser Gotteslästerung wohl nun entgültig den verstand verloren hatte. Dabei war er es doch, der die Wahrheit so klar vor Augen sah: Götter waren hinterlistige Bastarde.

<i>"Sei froh, dass Jayna Fink das nicht gehört hat. Die würde dir was erzählen. Zumindest an Florencia glaubt sie stark. Die Göttin schenkte ihr die Gabe der Wunderheilung"</i>

Jayna Fink als tadelnde Heilerin… so wie.. .Alma? Nein… dass konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Sie war doch so mild… so zart… wie ein Pflänzchen und er war ein Bäumchen. „AAARrrhh!“ <b> WEICH! Elendig verdammt weichlich! ICH denke NICHT so! Verflucht! Denk an Folter, denk an Beile, denk an Äxte, Daumenschrauben und Seile!“</b> Er schloss seine Augen. Versuchte NICHT an Pflanzen zu denken.

Sein ebenfalls behelmter Freund trat an ihn heran. Darak sah zu Zitter auf. „Nimmst du wenigstens diesmal… einen Bissen vom Hühnchen?“ Sagte er leise. Das letzte Mal, damals im Kerker, hatte er ihm nicht seine letzte Mahlzeit nehmen wollen. „Es ist nicht das letzte Hühnchen meines Lebens.“ Lächelte Darak und nickte ab den Worten des Hauptmanns. So viele waren es ja nicht gewesen. Zäh. Ja. Das war er. Er grinste. „Ich geh nicht so schnell kaputt, du weisst schon, Unkraut… <b>VERFLUCHT schon wieder PFLANZEN!</b> „Verflucht.“ Brummte er leise. „Totgeglaubte... Ach egal.. du weisst schon.“ Darak schmunzelte und blickte nachdenklich auf seinen Helm.

Er musterte den Nichtgenannten als dieser zum Fenster trat und nachdachte. „Gut.“ Stimmte er leise der Meditationslehre zu. „Wenn es hilft.“ Brummte er schliesslich. Darak WAR verzweifelt. Dies stand fest so zeigte er sich gezwungenermassen weniger Abgeneigt der Meditation gegenüber als er hätte sein können – nach jener schlechten Erfahrung. Doch die Angst vor dem See schien deutlich über jene Qual hinaus zu gehen. So dass er ein nochmaliges Auftreten dieser Schmerzen lieber in Kauf nahm, als dem Trauma des zerfressenen Beines erneut ausgesetzt zu werden.

<i> "Ja, schlafend, das wäre keine schlechte Idee. Ich kann dich ja ganz gut herumtragen. Das müsste doch machbar sein – wenn du bewusst vor deinen Badegängen einschlafen kannst."</i> Darak rollte mit den Augen. „Natürlich… vor SO einem Ereignis schlafe ich ja IMMER gut!“ Keuchte er bereits nervös werdend wenn er nur daran dachte. <i>"Oder ICH helfe nach."</i> Er starrte Alma fragend an. Irgendwie behagte ihm ihr Ausdruck nicht. Er legte Fragend seinen Kopf schief – beschloss aber, dass er lieber nicht wissen wollte was genau sie meinte.

Sie reichte ihm das Hühnchen. Ihm war noch immer Übel. Zaghaft griff er danach und gehorchte Almas Anweisung. Kaute darauf rum – doch die Freude darüber war verflogen – leider. Er war froh als Alma die Schale mit dem beissend stinkenden Ebrochenen entfernte doch es war ihm gleichzeitig auch peinlich, dass sie dies tun musste – genau so wie beim pinkeln helfen. Er wurde rot – und still. Sah wieder zu Zitter und runzelte die Stirn. Er mochte diesen Kerl. Auch wenn dieser ihn in der Stillen Ebene ziemlich gedemütigt hatte als er ihm den Helm einfach vom Kopf gestreift und ihm eins mit der Breitseite seines Schwertes übergebraten hatte. Zitter war ein Freund geworden. Darak lächelte Matt. „Danke für alles Hauptmann… Freund.“ Hauchte er und hielt ihm seine Hand entgegen. Doch stattdessen klopfte ihm Zitter brüderlich auf die Schulter. Darak nickte ihm zu und musterte den Mann.

<i>"Kein Abschied für immer, Darak. Komm mich besuchen – dann machen wir einen Spaziergang."</i>

Der Foltermeister schmunzelte Matt. „Ja. Wir gehen dann Frauen aufreissen. Ich hoffe unsere Wege kreuzen sich bald wieder… alles gute und Danke Freund. Reise gut und Sicher und lass dich nicht von diesen dämlichen Söld… lass dich einfach nicht unterkriegen.“
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Samstag 20. Oktober 2007, 02:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 21. Oktober 2007, 00:48

Hauptmann Zitter nahm keinen Bissen von dem Hühnchen. Es gehörte Darak. Er lächelte daraufhin nur und als er an der Tür stand und sich noch einmal umdrehte, meinte er nur: "Wir suchen uns die schönsten Frauen und laden sie auf ein Brathähnchen ein. Auf bald, mein Freund." Und dann war er fort, aus seinem Leben verschwunden – vorerst. Beide wussten, sie würden sich wiedersehen. Irgendwie. Es war schon interessant, wenn man überlegte, was vor ihrer Männerfreundschaft gewesen war. Darak in Fesseln, von Zitter nur als Woltov bekannt, aber dieser hatte ihn nur Prinzesschen gerufen. Es war so schrecklich viel geschehen ... und noch immer lag so viel vor Darak Luthrokar. Seine nächste Prüfung stand ihm bevor, in Form einer neuen Meditation.

Der Nichtgenannte trat ans Bett. "Die erste Meditation kennst du bereits. Du musst dich entspannen, deinen Schmerz sammeln. Doch gib ihn dieses Mal nicht an die Umwelt ab. Sammel ihn einfach nur in deinem Herzen."
Alma half, Darak aufzurichten. Sie bezweifelte die Methoden des Maskierten ein wenig, hatte sie doch gesehen, was beim letzten Mal passiert war. Der Nichtgenannte las es ihr von den Augen ab. "Dieses Mal wird nichts schief gehen. Dieses Mal kann ich ihn entsprechend vorbereiten. Kein Schmerz wird zurückkommen. Darak wird die Kunst der Schmerzumwandlung erlernen. Jetzt."

Alma hob beide Augenbrauen. "Klingt ja interessant. Aber vielleicht sollte er erst einmal ein wenig SCHLAFEN. Ihm geht's ziemlich dreckig, um es für den einfachen Menschen auszudrücken."
"Ihm wird es besser gehen, wenn er diese Übung meistern kann." Der Nichtgenannte schaute Darak mit seinen dunklen Augenhöhlen an. "Sammel den Schmerz in deinem Herzen und dann akzeptiere ihn. Der Schmerz hat dich geprägt, er war dein Meister. Jetzt wird es Zeit, dass die Rollen getauscht werden. Lass den Meister zum Schüler werden. Der Schmerz all der Jahre ist es dir schuldig. Jetzt soll er sich fügen und dir geben, was du brauchst. Konzentriere dich und dann führe die Wandlung durch."

Der Nichtgenannte zeigte Darak noch die Meditationsbewegungen. Die gesammelte Schale aus Händen geformt, die er vor dem Herzen trug, drückte er nun eng an sich. Er drückte die Finger auf sich, als würde er den Inhalt der Schale in sein Herz schütten. Dann lösten sich die Finger. Der Nichtgenannte legte beide Handflächen auf sein Herz und fuhr mit ihnen dann über Brust, Arme und Beine. Zum Schluss führte er sie aufs Herz zurück. "Das ist alles. Versuche dich an dieser Übung."

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 22. Oktober 2007, 00:21

Darak lächelte und nickte als Zitter sich noch ein letztes Mal zu ihm umdrehte. Sie würden sich wieder sehen. Ganz bestimmt. Ihre Schicksalsfäden waren aus irgendwelchen Gründen ineinander Verwoben und so war die Hoffnung auf ein erneutes Zusammentreffen gross. Zumal Zitter ein Freund war. Einige Fragen jedoch blieb Darak unbeantwortet und sie kamen ihm erst in den Sinn, als der Hauptmann schon verschwunden war. Welche Konsequenzen hatte die Flucht für den Hauptmann gehabt? War er erwischt oder gar verdächtigt worden? Wurden sie noch gesucht? Ist Darak offiziell noch immer tot?

„Hauptmann…Freund.“ Hauchte er leise. „Viel Glück.“ Irgendwo musste dieses ja sein – obwohl er die Suche danach bei sich selbst schon aufgegeben hatte. Nun sollte es sich gegenüber Zitter wohlwollend zeigen und ihn Begleiten – bei ihm würde es sich wenigstens noch lohnen, denn er hatte noch eine anständige Zukunft vor sich. Aus seinem Leben konnte noch grosses geschaffen werden. Zitter wäre ein wunderbarer Stadthalter und überaus geeigneter Nachfolger des alternden Amtinhabers…

Dann trat die Gegenwart wieder in sein Bewusstsein in Form der kupfernen Maske des Nichtgenannten. Er musterte ihn. Ja er kannte diese Form der Meditation bereits und er hatte sie gar überlebt.

Er war müde und erschöpft und seine Konzentration war auch nicht die Beste. Ihm wurde schlagartig Schwindelig als Alma ihn im Bett aufsetzte. Er brauchte einen Moment bis er den Nichtgenannten wieder anguckte. Darak war so bleich geworden. Abgenommen hatte er auch. Schwarze Augenringe hatten sich gebildet. Er sah nicht gut aus. Ohne Helm der die Aufmerksamkeit von seinem Gesicht ablenkte, wirkte er deutlich älter und die Wangen wirkten noch eingefallener. Misstrauisch guckte er auf seine Hände. Schmerzumwandlung? Darak hatte noch nie davon gehört. „In was Umwandeln? In einen Baum?!“ <b>SCHONWIEDER PFLANZEN VERFLUCHT!</b> „Arh verdammt!“ Fluchte er vor sich her. Er hatte doch beschlossen nicht mehr an was pflanzliches zu Denken! Nichts Schiefgehen, hörte sich gut an. Sehr gut. Wenn es nur mal eintreffen würde. Daraks Gedankengänge waren mehr als pessimistisch geworden.

Alma riet zu Schlaf. „Ja. Schlafen. Nachher.“ Murmelte er müde. Schloss seine Augen. Sie wiederholte was er schon wusste – ja ihm ging es dreckig und mies. Er starrte kurz auf den Stummel. Blickte dann dem Maskenmann in die Augen. „Ich glaube nicht an die Macht der Götter und noch weniger an ihre Gunst. Du wirst also für mich glauben müssen… wenn ich dann wirklich wieder… in diesem…“ Ihm schauderte. „See bin“.

<i> "Ihm wird es besser gehen, wenn er diese Übung meistern kann."</i> „Und wenn ich sie nicht meistern kann?“ Brummte er leise. Liess die Frage jedoch unbeantwortet und konzentrierte sich. Sammelte sich. Der Schmerz hatte noch deutlich zum letzten Mal zugenommen. Es kam der Schmerz des Sees hinzu. Das zerfressene Bein. Die Zerstörungskraft die dahinter gesteckt hatte. Almas, Zitters und Jaynas schmerzliche Blicke. Das Blut. Die Belastungen für den Körper. Alles kam noch dazu. Füllten sein Herz aus. Es wurde immer schwerer.

Er keuchte. Glaubte es würde zerspringen – spürte wie schlecht es um seine Konzentration stand. Vorhin war er voller Hoffnung gewesen und guter Dinge, dass wirklich etwas erreicht werden konnte – nun war es ein Zweifler der meditierte.

Er folgte den Bewegungen des Lehrmeisters und machte diese nach. Sie sah so flüssig und ruhig aus, jedoch spüret er deutlich die geballte Energie die sich hier verschob. Alles gen Herz. Ob dies wirklich gesund war?

Doch er versuchte es. Wollte sein Bein wiederhaben. Aber ob er noch bereit war JEDEN Preis dafür zu zahlen? Oder hatten ihn die Traumen schon zu stark zerfressen?

Es war Alma die ihm eine gewisse Sicherheit verlieh. Er wusste sie würde sofort eingreifen, wenn irgendwas geschah was nicht gut für ihn war. Sie würde auf ihn aufpassen.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Montag 22. Oktober 2007, 22:16

Man sah ihm seine Erschöpfung an. Darak hatte in den letzten Stunden, in den letzten Tagen so viel durchgemacht. So viel Schlechtes. Kein Wunder, dass neben Müdigkeit auch noch Verzweiflung an ihm nagte. "Konzentrier dich", sagte der Nichtgenannte und winkte Alma noch näher ans Bett heran. Die dicke Heilerin nickte, hatte sofort verstanden. Sie packte Darak an der Hüfte und stützte ihn, damit er die meditativen Übungen machen konnte. Er sollte all seinen Schmerz sammeln und zwar im Herzen.

"Er ist ziemlich blass", bemerkte Alma jedoch. Ihr gefiel es nicht wirklich, dass sich Darak schon wieder mit seinem Schmerz auseinandersetzte. Sie hatte ihn gesehen und auch den Nichtgenannten. Beide wären daran beinahe zergangen und da waren sie beide in weitaus besserem Zustand gewesen.

"Weder du noch ich brauchen an die Götter glauben. Sammle weiter deinen Schmerz, Darak. Konzentriere dich jetzt nur darauf." Die Worte des Nichtgenannten drangen zu ihm durch, er konnte aber mindestens in gleicher Intensität Almas Hände fühlen, die seinen Körper hielten. "Und glaube mir, du kannst sie meistern. Wenn du glaubst. Nicht an Götter, nicht an Heilkräuter oder den Schmerz. Nur an dich. An deine Willensstärke. Glaube!"

Der Schmerz zog sich zusammen. Wie in einer langen Prozession wanderte er in Daraks Innerem los und hielt auf das Herz zu. Dort versammelte er sich. Geistiger und körperlicher Schmerz trafen gleichermaßen ein. Der Rest des Körpers fühlte sich plötzlich so leicht an, so unbeschwert, dass es mit Taubheit zu vergleichen war. Das Herz aber ... so schwer. Es zog Darak zu Boden. Eine Weltenlast, die sonst nur bei manchen Individuen auf den Schultern ruhte, hockte nun in Daraks Herz ... so gewichtig, dass er wohl glauben mochte, es besäße die doppelten Ausmaße einer Alma.

"Du musst an dich glauben!", wiederholte der Nichtgenannte noch einmal und zu Alma gewandt rief er: "Helft mir, Heilerin. Er muss es tun. Nur der Glaube an sich selbst bringt ihn weiter. Sonst wird er nichts wandeln können."
Alma guckte verdutzt. "Was ist denn DAS für eine HEILMETHODE?!", brummte sie. Dann aber drückte sie ihre Finger in Daraks Seite. "Heee, gerade DU hast doch einen Grund, an dich zu glauben, oder? Du bist doch ein Luthrokar! Du hast Eisenminen überstanden. Und Verbrennungen. Und ... meine Überlegungen, wie gut deine NIEREN sind. Das ist doch was!"

Er sollte also an sich selbst glauben, aber wie nur mit so viel Schmerz im Herzen? Es tat weh, sein Herz. Er hörte es gegen die Pein anschlagen. Es pochte unregelmäßig und mit aller Kraft. Pumpte Blut und trug alles, was diesem Körper und dieser Seele bislang angetan worden war. Und so sollte er glauben?

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 23. Oktober 2007, 00:13

So schwer wog sein Herz. So unendlich schwer, es ächzte unter der beinahe unmöglichen Aufgabe trotz dieser Last weiter das Blut in seine Adern zu pumpen. Darak spürte das angestrengte Hämmern bis in den Hals hoch und spürte bereits ein leichtes Stechen welches ihm in den linken Arm ausstrahlte. Ein schmerzendes Herz, Kessel allen Peins seines Lebens. Das war viel und Darak hatte nicht unbedingt ein grosses Herz. Er hatte Zeit seines Lebens. Immer mit seinem kleinen Herz auskommen müssen, dass manchmal nicht einmal mehr Platz für sich selbst geboten hatte. So verkümmert war es. So zerfressen vom Trauma der Gefangenschaft und von seinen eigenen dunklen Taten. „Arh.“ Keuchte er und kippte leicht nach vorn – zum Glück stützte ihn Alma. Er drückte seine Hand auf die Brust. „Arhhg.“ Er wurde blass, Schweiss drang auf seine Stirn. Der Nichtgenannte drängte ihn dazu an sich zu glauben. Wie denn? Wer war er denn? Ein einbeiniger Krüppel! Ein Kindermörder! Ein Bastard! Ein elendiger Hund! Ein Verdammter, Verstossener und geächteter! AN DAS SOLLTE ER GLAUBEN?! Er schüttelte den Kopf. Wusste jedoch nicht wie er den Schmerz wieder in seinen Leib verteilen konnte. Er steckte sozusagen in seinem Herzen fest und zerrte daran. Riss daran. Zerriss es beinahe. Er keuchte. Starrte Alma an als sie ihm in die Seite knuffte. Er hörte sie an. Nickte. „J-jarhhh“ Keuchte er, sein Körper verkrampfte sich. Er versuchte es. Aber es schien ihm nicht zu gelingen. Sein Gesicht verzog sich gequält. Er kriegte den Schmerz nicht los, hatte sich dieser schliesslich vom Rest seines Körpers abgelöst. Er drückte sich ins Kissen, rang nach Luft. Riss an den Fesseln die den Infusionsarm ruhig stellten. Schabte sich über die Brust. Es tat weh. So schwer. Zu viel. Viel zu viel.

Der Schüler versagte. Er pochte gegen seine Brust als er glaubte, dass sein Herz versagte. Panisch starrte er den Nichtgenannten an. Seine Halsvenen stauten sich. Sein heiles Bein zappelte, während der Stummel zuckte.

Er begann zu weinen. Er konnte es nicht. Konnte nicht an sich glauben. Was war er denn schon? Kurz hatte er gedacht es gäbe so etwas wie Hoffnung, echte Hoffnung die sich bestätigen würde, doch sie hatte sich als grässliche Lüge entpuppt – dort im See. Er hatte dort auf die Heilkräfte des Sees und die seines Körpers vertraut, daran geglaubt – gebracht hatte es ihm noch mehr Schmerz. Er hatte geglaubt, dass er einer Frau seine Liebe schenken konnte – Elena. Jetzt war er für sie verschollen und vielleicht nur eine traurige Erinnerung.

Er hielt sich den Kopf. Verzweifelte. Wollte das es aufhörte. Alles aufhörte. Dieses ewige Reissen! Dieser Schmerz. Dieses Elend zu dem sein Leben geworden war. Ja eigentlich immer gewesen war.

Völlig verkrampft lag er im Bett. Starrte Hilfe suchend auf Alma. „Halts… nicht…aus…“ Schon wieder ein Mensch, den er vermutlich enttäuschte – den Nichtgenannten.

Darak war noch nicht soweit.

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