In der Obhut der Elfen

Vom Zentrum des Dorfes aus hat man einen guten Überblick in die Bäume und somit auf die Gebäude selbst. Man sieht die Taverne und den Tempel, die vielen Wohnhäuser, aber auch kleinere Geschäfte.
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In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 26. September 2007, 21:57

<i>[Darak kommt von Ankunft im Eldoras]</i>

Ein Geräusch holte Darak langsam aus sein durch Drogen verursachtes Traumreich zurück in die Realität. Es war ein widerliches schabendes Geräusch. Außerdem hörte er Stimmen. Die Sprache vermochte er nicht zu verstehen oder lag dies nur daran, dass er noch unter dem Betäubungsmittel litt?

<span style="color:2F5C1F;">"Das sieht wirklich nicht mehr gut aus. Die Menschenfrau hat es amputieren wollen."
"Ja, aber denkt daran, worum <i>er</i> uns gebeten hat. Wir müssen es wagen, auch wenn es ein Experiment ist. Ich habe nie zuvor mit diesen Substanzen in Verbindung mit Magie gearbeitet."
"Wenn es schief geht, werte Freundin ..."
"Lasst es uns wagen, meine getreuen Helfer. Wenn es fehlschlägt, holen wir Frau Alma und ihre Säge."</span>

Mehrere Personen unterhielten sich. Darak hörte melodiöse Worte, die wie Seide über ihn hinweg schwebten. Dummerweise mischte sich dieses Schaben noch darunter und dann klirrte Metallisches. Besteck ... Operationsbesteck?! Wo war er überhaupt?
Der Untergrund fühlte sich nicht nach Waldboden, Moos und Blättern an, auch nicht nach Schnee. Er war hart. Er lag auf einem harten, hölzernen Untergrund, der jedoch nicht ganz eben war. Ihn fröstelte leicht. Hätte Darak sich umgesehen, so wäre ihm aufgefallen, dass er nur mit einem Tuch bedeckt war, welches seinen Schambereich vor Blicken verbarg. Doch die Wirkung von Almas Pastillen hatte noch nicht ganz nachgelassen und ehe er sich's versah, versank er wieder in Schwärze.

Als sich sein Geist wieder klärte, bemerkte er wohl zuerst, dass er nicht mehr auf dem harten Untergrund lag. Er ruhte auf weichen Laken, war zugedeckt und lag halb aufgerichtet in einem Bett. Kissen stützten ihn. Langsam schwand auch seine schwummerige Sicht, so dass er sich umschauen konnte.
Darak lag tatsächlich in einem Bett, einfach gehalten, aber die Bettpfosten waren wie Blütenkelche geschnitzt. Über einem hing sein gehörnter Helm. Kerzenlicht fiel auf ihn, der Raum besaß nur ein kleines Fenster – dafür aber Teile eines Baumes als Wand!
Wo war er?!

Jetzt fiel ihm auch auf, dass das Bett in einen sehr breiten Ast eingarbeitet war. Der Ast war mindestens so dick wie ein gewöhnlicher Baumstamm. Jemand hatte ihn halb ausgehölt und eine Matratze hinein gelegt.
Diese Art Betten gab es in dem Raum noch mehr. Insgesamt zählte Darak acht dieser Ast-Schlafstätten. Lag er etwa in einer Taverne, in einem Sammelschlafraum?
Ein kleiner Schrank befand sich noch in dem Zimmer, außerdem neben jedem Bett ein Stuhl und eine Ablage. Nur auf Daraks Beistelltischen stand etwas: ein Tablett, darauf eine Karaffe Wasser und eine schmutzige Schüssel mit ebenso benutztem Löffel. War er gefüttert worden? Er konnte sich an nichts erinnern.

Darak sah nur recht wenig der Konturen, denn das Zimmer besaß Vorhänge vor den runden Fenstern und beinahe alle waren zugezogen. Nur ein Vorhang hielt sich zurück und ließ mattes Tageslicht in den Raum. Die Helligkeit umgab eine einzige Person, die sich neben Darak noch in diesem ominösen Raum befand. Die Statur kam ihm sicher bekannt vor. Wo hatte er diese Haltung schon einmal gesehen? So aufrecht, wie bei einem Soldaten ... der Mann trug keine Rüstung, aber er hielt einen Helm in Händen. Nicht Daraks Helm. Dieser war ... aus schwarzem Metall, mit Gold verziert. Ein andunischer Morion. Dann drehte sich der Mann um, hob beinahe zufällig den Kopf und starrte Darak direkt in die Augen.

"Was ist dir zugestoßen, Freund?" Hauptmann Zitter trat ans Bett heran und ließ sich dort auf den Stuhl nieder. "Deine Begleiterin, diese Heilerin namens Alma, hat mir einiges berichtet. Du warst in den Kerkern Pelgars ... schon wieder gefoltert?" Er schüttelte den Kopf. "Kaum ist Valrock aus Andunie entlassen worden, kehrte er nach Pelgar zurück. Scheinbar haben sie ihn wieder als Foltermeister aufgenommen. Er muss überrascht gewesen sein, dass du noch lebtest. Vielleicht hat er dir deshalb diese schlimmen Sachen angetan."

Ja, pelgarische Stiefel ... sein Bein! Was war damit?! Hatte Alma es abgenommen, während er im Drogenschlaf ruhte? Er fühlte es nicht, doch entdeckte er den Hügel, welches es unter der Decke bildete. Es war noch da. Warum hatte Alma es nicht amputiert?
Zitter schlug die Decke zurück. "Die Elfen kümmern sich darum. Ich hab sie gebeten, dein Bein zu retten, wenn es ihnen möglich ist."
Dass Zitter die Elfen angefleht und ihnen all seinen Sold gegeben hatte, verschwieg er. Er hatte seinen Fährtenleser nach Andunie zurückschicken müssen, da er sich jetzt wohl nicht einmal ein Glas Wasser würde leisten können. Doch ihm war es wichtiger, dass dieser Mann gesund blieb. <b>Wie soll er denn ein besseres Leben beginnen können, wenn er auf ewig ans Bett gebunden ist?</b>
"Wo ist eigentlich deine Freundin? Elena?", fragte Zitter nach einem Moment.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Donnerstag 27. September 2007, 01:48

Die Tabletten schossen stärker ein als er gedacht hatte. Er sah gerade noch wie Alma die Säge ansetzte. „Ich… vertraue… dir… lass… mch..ncht…<b>allein…</b>. Ihm wurde schummrig, alles wirkte plötzlich so entfernt und unerreichbar für ihn. Er hob noch seine Hand versuchte nach etwas zu greifen, ehe er die Augen schloss und nur noch sinnlose Silben vor sich herbrabbelte. In seinem benebelten Geist hatte er versucht die Säge von sich zu halten und das heben des Armes, war einziger Ausdruck dieses kläglichen Versuchs gewesen.

Dunkelheit umgab ihn. <b>N-nein…</b> Dachte er noch. Er wollte nicht einschlafen, wollte sein Bein nicht unbemerkt verlieren, nein er wollte es spüren… den Schmerz. Schliesslich war sein Bein ein Teil von ihm gewesen und gerade dieses, hatte so oft den Schmerz des anderen gelindert und hilfreich seine Dienste zur Entlastung angeboten. Dies tat nun mal weh, wenn man so was verlor. Also wäre es schändlich bei einem solchen Eingriff, nichts zu empfinden.

Weg war er. Seine Muskeln erschlafften nachdem er sich noch dreimal schwach gewälzt hatte. Kalter Schweiss trat auf seine Stirn. Er atmete ruhig und gleichmässig. Die Augen bewegten sich unter den Lidern wild hin und her, waren verdreht und zeigten ab und an, wenn sich das Schützende Häutchen etwas anhob, sein weiss und manchmal flitzten die stecknadelförmigen Puppillen herum. Auch wenn es so aussah als müsste er tausend Bilder vor sich sehen, tat sich in seinem Geist rein gar nichts.

Die Droge war zu stark dosiert, als dass er noch einen halluzinatorischen Effekt hätte bewusst erleben können.

<i> krrrrtschhh</i> Er verzog sein Gesicht. Runzelte die Stirn. „Mhrm.“ Rührte sich leicht. Tatschte mit den Händen über den Harten Untergrund. „Womhm“ Er hörte Stimmen, oder waren es Gesänge? Waren es Wesen aus dem Jenseits die gekommen waren sein Bein in Empfang zu nehmen? Wohl kaum. Für ein Bein lohnte sich dieser Aufwand wohl nicht und schon gar nicht für SEINS. Vielleicht hatte Alma gepuscht und er selbst lag im sterben… oder aber es war… eine Fremdsprache.

Er fröstelte. Seltsam er hatte sich Faldors Höllenreich immer glühend heiss vorgestellt. Aber kalt war eigentlich auch keine schlechte Alternative. Er fröstelte. Spürte wie leichte Luftzüge über seine Härchen strich und sie neckte. So dass sie sich trotzig aufrichteten nur um sich noch weiter biegen zu lassen.

Er öffnete kurz seine Augen. Sah aber nichts. Bewegte seinen Kopf unruhig. „mhrm….“ Dann entfloh sein müder Geist zurück in die Empfindungslosigkeit. Die Geister schwiegen. Schuld galt in diesem Zustand des Seins nicht. Gar nichts Galt. Kein Schmerz. Keine Erinnerung. Keine Empfindung. Kein Bewusstsein. Kein Leben? Kein Bein? Kein Aufwachen? Keine Zukunft? War diese Art der Bewusstlosigkeit, ein trister Vorgeschmack auf den Tod? Doch… wer erinnerte sich schon an den eigenen Tod? Niemand, jedoch die meisten an ihre Bewusstlosigkeit. Wie konnte ein Mensch denn jede Nacht schlafen, wenn er nicht irgendwie die Sicherheit in sich trug, auch wieder aufzuwachen und war man nicht selbst im Schlaf oder in der Bewusstlosigkeit, dennoch spürbar… da… irgendwie… auch wenn es schwer zu begreifen oder umschreiben war.

Immer. Egal wie lang die Narkose, die Ohnmacht, die Verletzung, die Minderdurchblutung auch gewesen sein mochte…. Immer. Wachte man auf. War dies beim sterben auch so? Ausserdem. WAS ZUM GEIER INTERESSIERTE DIES EINEN FOLTERMEISTER! Dies waren philosophische Fragen und diese stellten sich oft vordergründig alte Greise oder Mönche…. Mönche…verdammt.
Ein weicher Untergrund. Er spürte wie die Kissen ihn stützten und er spürte, dass man ihn seiner kratzigen Kutte entledigt hatte. Sein Helm fehlte.
Leichte Übelkeit.

Die Umgebung schwankte auch. Die Bäume waren verschwunden. Stattdessen befand er sich in einem seltsamen Raum…. Aus Baum? Die waren nicht verschwunden! Er war von einer dieser Bäume verschluckt worden! Er war IN einem Baum?! Er sah sich um. Baum. Baum. Baum. Rinde. Baum. Ast. Rinde. Matratze. Baum. Holz und Hauptmann Zitter.

War es nur ein Traum gewesen? Doch wenn ja… wo war er denn nun?

„Arh“ Sein Kopf brummte und er hielt ihn. Rieb sich die Schläfen. Alma hatte ihm ne ziemliche Knolle verschrieben.

Er riss verwirrt seine Augen auf und wurde unruhig. „Wasnn…los…hr..“ Er war durcheinander. „Mn… Bein.??“ Orientierungslos patschte er in der Gegend herum. Dabei erwischte er den Esslöffel auf dem Beistelltisch so wuchtig, das dieser in die Höhe spickte und irgendwo am Fussende seines Bettes landete. „Ups“ Er hatte nicht gemerkt, dass ihm die Augen wieder zugefallen waren. Nun erinnerte er sich bewusst daran, dass man die ja eigentlich auch gleich offen lassen könnte – wenn man ja schon mal wach war. Sein Hirn war noch nicht gerade das schnellste. Darum ging es auch solange bis er:

<b> HAUPTMANN ZITTER?!?!?!</b> Dachte und abermals seine Augen aufriss. Dieser stand wahrhaftig bei ihm. Derweil noch seinen Rücken ihm zugewandt doch just in jenem Augenblick drehte er sich um und die beiden Männer sahen sich in die Augen. Zuletzt als sie sich so angesehen hatten, war sein eigener Blick furchtbar enttäuscht gewesen. Weil er geglaubt hatte, dass dieser Mann ihm Gift eingeflösst hatte um ihn umzubringen. Stattdessen hatte er ihn gerettet. Noch bevor der Hauptmann sein Wort erheben konnte. Sagte Darak. „Danke.“ Obwohl er sich noch immer nicht sicher gewesen war, ob er dies nicht alles träumte. Erst langsam wurde die Realität für ihn wieder greifbarer.

<i>"Was ist dir zugestoßen, Freund?"</i> Er war noch ziemlich müde und mochte eigentlich noch gar nicht richtig sprechen. Zudem schossen ihm bei dieser Frage gleich wieder die schrecklichen Folterbilder durch den Kopf und liess ihn leicht erzittern. Er schauderte. Wurde blass. Schloss nur seine Augen und schluckte schwer. „Freund…“ Lächelte er schliesslich matt. „Ja… wahrlich ein Freund…“ Betonte er müde und suchte mit seiner Hand jene des Hauptmanns, drückte sie kurz, nicht sonderlich kräftig aber er drückte sie zum Grusse und als Respektzollung. „Toller… Helm…“ Meinte er leise.

Darak zog scharf die Luft ein als Zitter ihm die Decke zurückschlug und ihm so freie Sicht auf sein Bein bot. Er musterte es. Es war noch da! ES WAR NOCH DA! Aber es war auch noch schwarz. Sein Gefühl der Übelkeit verstärkte sich. Aber es war noch dran. Konnten… diese Elfen – er noch nie Kontakt mit welchen gehabt, auf jedenfalls keine längeren- ihm wirklich helfen? Rettung, war bis vor kurzem keine Option gewesen. Heilung ausgeschlossen.

Er starrte sein Bein an. Er war sich sicher gewesen ein Schabendes Geräusch gehört zu haben und hatte es automatisch mit diesem Ungetüm von Knochensäge in Verbindung gesetzt. „S-sie können es retten? Wo bin ich hier überhaupt?“ Hauchte er leise. Ausserdem fragte er sich, wie zum Teufel Zitter überhaupt hierher gekommen war. Wo war „hier„ überhaupt? „Seid ihr etwa… auf der Flucht?“ Fragte er unverblümt. „Habt ihr ärger… gekriegt wegen… uns.“ Seine Worte kamen nur schleppend aus seiner Kehle. Er musste immer wieder kürzere Pausen einlegen. Ausserdem fühlte er sich fiebrig und fröstelte. Merkte, dass die Kutte tatsächlich fehlte. Prüfend guckte er kurz unter die Decke. Sah den Stoff seiner Unterwäsche. Immerhin.
Da fragte der Hauptmann nach Elena. Darak seufzte schwer. „Ich habe sie… verloren.“ Murmelte er schliesslich. „Und doch bleibt sie in meinem Herz gefangen. Ich… weiss nicht wo sie ist und wie es ihr geht. Meine… Elena…“ Ob Zitter es ihm übel nahm wenn er ihm gestehen würde, dass er lieber sie als ihn an seiner Bettkante stehen haben würde. Doch Zitter s Anwesenheit war bereits ein grosser Trost und eine nicht mindergrosse Überraschung. „Wo ist Alma?“

Er sah den Mann wieder an. Mit seinen noch immer von den Drogen veränderten Augen. „Freund.“ Wiederholte er wieder. Dann fielen ihm die Augen zu. „mhmm.“ Er war im Halbschlaf. Hörte alles und liess sich auch leicht wecken.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 27. September 2007, 15:37

<i>"Freund ... Ja ... wahrlich ein Freund ... Toller ... Helm ..."</i>

Hauptmann Zitter lächelte. "Den hab ich bei der Abreise aus Andunie schon aufgehabt, aber das konntest du ja nicht wissen." Dann griff er nach dem Löffel, den Darak versehentlich quer durch die Luft ans Ende seines Bettes geschleudert hatte. Er legte ihn zurück in die Schüssel. "Dein Essen", gab er als Erklärung ab. "Ich hörte, Alma schafft es, selbst unter Drogen Stehende zu füttern. Dass <i>sie</i> es ist, die dir das Zeug gegeben hat, finde ich nicht gerade gut. Ihre Medikamente dürften alle gesetzeswidrig sein, aber ich drücke in deinem Fall ein Auge zu." Zitter lächelte immer noch. Irgendwie war er froh, Darak wieder zu sehen, auch wenn es seinem Freund derzeit nicht gerade gut ging.
Sie drückten sich die Hände. Es war doch sehr interessant, dass gerade diese beiden Männer ein freundschaftliches Band zusammen hielt. Mörder und Gesetzestreuer, Verbrecher und Stadtwächter.

Darak starrte auf sein Bein. "Die Elfen haben noch nicht viel getan. Soweit ich weiß, haben sie es nur untersucht. Aber die kriegen es schon wieder hin, auch wenn Alma meinte, dass seit Stunden das Blut nur noch schwächelnd durch die Adern fließt. Die Elfen werden dich behandeln und sie werden dein Bein retten." Der Druck von Zitters Hand festigte sich. Ja, Hauptmann Zitter. Der versuchte immer, das Gute im Menschen zu sehen. Der Wächter, der auch dann noch ein Auge zudrücken würde, wenn man ihm beide aus den Höhlen gerissen hätte. Er glaubte wahrlich an die Künste der Elfen. Aber er hatte auch allen Grund dazu.
"Die großartige Heilerin Jayna Fink hat sich deiner angenommen. Warst du jemals in Pelgar in der Halle der Helden ... oh, tut mir leid", fügte Zitter hastig an. Er hatte Pelgar nicht erwähnen wollen. "Jayna wurde dort eine Statue gewidmet, weil sie eine wahre Meisterin der Heilkunst ist. Das bedeutet, sie wird dein Bein mit Leichtigkeit wieder hinkriegen. Die Leute erwähnen ihren Namen immer mit dem Satz <i>In ihren Händen ruht Leben</i>, das will doch etwas heißen, meinst du nicht?"

Daraks Blick fiel wieder auf das Bein. Er konnte wohl immer noch nicht glauben, dass es da war und scheinbar hatte der Körper es noch nicht ganz verlassen. Blut floss hindurch, hatte Zitter gesagt, wenn auch schwach. Auch sein Körper schien um das Bein zu kämpfen. Das gute Bein. Es sollte Teil von Darak bleiben. Aber würden die Elfen ihm helfen können?
Bei einem weiteren Blick auf die geschwärzten Hautstellen entdeckte Darak, dass hier und da etwas weggekratzt worden war. Flüchtig erinnerte er sich an das schabende Geräusch, das ihm im Hinterkopf hing.

<i>"Wo bin ich hier überhaupt?"</i>, drang seine Stimme nur leise aus seiner Kehle, doch erfüllte den ganzen Raum, denn alles war still.
"Du befindest dich in Eldar, einem Elfendorf im Wald Eldoras. Genauer gesagt, liegst du gerade in der eldarische Heilanstalt. Eigentlich ist das nur ein ganz kleines Baumhaus, denn Eldar ist nur ein Dorf. Doch den Elfen reicht es zur Behandlung von Patienten und zur Erforschung neuer Heilmethoden. Hier bist du in guten Händen. Du kannst auf die Elfen vertrauen."

<i>"Seid Ihr etwa ... auf der Flucht? Habt Ihr Ärger ... gekriegt wegen ... uns?"</i>
Der Hauptmann lachte laut. Oh, wie hell es doch klang, obwohl auch seine Stimme eher zu den tieferen gehörte. Trotzdem mochte es Musik in den Ohren eines Mannes sein, der noch vor einigen Stunden gedacht hatte, alles verloren zu haben. "Auf der Flucht? Aber nicht doch! Ich war immer noch auf der Suche nach Euch. Natürlich ritt ich absichtlich Richtung Eldar, da ich vermutete, dass Elena dich nicht dorthin bringen würde. Ich hätte längst schon wieder in Andunie sein müssen, aber es gab hier ein paar Fälle zu lösen, da bin ich eingesprungen. Nichts Großes, aber ich bin immer bereit, zu helfen. Als ich Alma, dich und diesen maskierten Fremden im Wald antraf, befand ich mich gerade auf dem Rückweg. Nun ja, ich habe meinen Fährtenleser Eremias nun nach Andunie geschickt. Er soll dem Bürgermeister Bericht erstatten, dass mich wichtige Dinge noch eine Weile hier in Eldar halten könnten. Lange kann ich jedoch nicht mehr bleiben, so leid es mir tut."

Dass Darak seine Elena verloren hatte, ließ den Hauptmann stutzig aufsehen. Wie konnte dies passiert sein? Diese Frau hing doch so an ihm, hatte so sehr um sein Überleben und seine Freiheit gekämpft. Und nun war sie einfach fort? Zitter konnte es nicht glauben. "Du solltest sie suchen gehen, sobald du wieder gehen kannst."
Ein gut gemeinter Ratschlag, jedoch würde er Darak nicht helfen. <i>Wo</i> sollte er seine Elena denn suchen? Sie hatte sich vielleicht von ihm losgesagt, nachdem der Kommandant Pelgars ihn und die Kristallträger hatte gefangen nehmen lassen. Sicher stand sie nun unter der Obhut des Pflanzenheinis Thomasius! Vielleicht würde sie es bei ihm besser haben. Dennoch ... Sehnsucht war eine Gestalt, deren alleinige Präsenz schon als gutes Argument standhielt.

<i>"Wo ist Alma?"</i>, fragte Darak noch, als ihm schon wieder die Augen zu fielen. Er versank in einen Dös-Zustand. Aber wo war Alma? Hauptmann Zitter hatte mit ihr gesprochen, hatte sich in aller Eile die Geschichte Daraks erzählen lassen – nur die bisher offenbarten Geheimnisse des Nichtgenannten waren unter Almas Schweigepflicht gefallen. Der Maskierte zahlte ihr nicht nur Gold für Daraks Wohlergehen, sondern auch für ihre Verschwiegenheit. So hatte Alma ihn nur als Begleiter vorgestellt und darüber hinaus nichts mehr verlauten lassen. Zitter hatte auch nicht weiter nachgehakt. Er gab sich mit dem zufrieden, was er hatte erfahren dürfen. Kurz darauf war Darak in Eldar aufgenommen und untersucht worden. Die Elfen hatten ihn in diesen Ruheraum gebracht und Alma war mit ihnen zu Jayna verschwunden.

"Alma ist ...", begann er, als auch schon die Tür aufschwang.
"Ich bin HIER", sagte die dicke Heilerin, als sie den Raum ausfüllte und eine Menge Luft verdrängte. Ihr folgten einige Elfen in langen hellen Gewändern. Schlusslicht bildete eine hübsche Menschenfrau mit rotbraunem, zu einem Zopf geflochtenem Haar, in dem eine Blume steckte. Sie trug als einzige leuchtend orangefarbene Gewänder und einen Umhang aus waldgrünem Stoff.

<img src="http://i140.photobucket.com/albums/r21/ ... ilerin.jpg">

Das konnte niemand anders als Jayna Fink, Wunderheilerin Celcias, sein. Langsam trat sie mit Alma an Daraks Bett heran und untersuchte das Bein. Ihre Finger flogen wie ein leichter Windhauch über die geschwärzte Haut. Sie schaute hochkonzentriert. "Alma, Hauptmann, ich werde mein bestes geben. Dies wird eine neue Heilmethode sein." Dann wandte sie sich an Darak, denn sie hatte ihn blinzeln sehen, woraus sie schloss, dass er wach war. "Mein Herr, ich werde alles versuchen. Und leider wird es hier wirklich um einen Versuch gehen. Ich habe nie zuvor solche Heilmethoden angewandt, aber irgendwann ist immer das erste Mal. Wir werden Euch im Sternensee baden lassen, Magie wirken, meine Heilkenntnisse anwenden und für Euer Wohlergehen beten – und dies alles zur selben Zeit. Nennt es ein Heilerritual und hofft, dass Celcias vereinte Kräfte Eure Gliedmaße retten werden. Ich selbst bin zuversichtlich."

Alma räusperte sich: "Darak, wir bereiten gerade alles vor – sammeln Grünzeug und so. Es dauert noch eine Weile, deshalb hab ich dir deinen Freund hiergelassen. Zitter, richtig? Jaja. Der muss jetzt aber gehen, du hast noch etwas mit dem Nichtge ... mit unserem Begleiter zu besprechen. Er wartet draußen, dass wir gehen. Gibt's also noch etwas, das du sagen willst, ehe ich den ganzen Trupp hier rausjage und selbst abhaue?"

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Donnerstag 27. September 2007, 16:53

Er spürte wie Zitters Hände über seine Decke flogen und nach dem Löffel griffen. Alma hatte ihn also gefüttert? Er hielt inne. Ja. Hunger hatte er keinen. Aber wie hatte sie ihn denn zum Schlucken gebracht… und wollte er dies überhaupt wissen?
Wohl eher nicht.
Er starrte auf die Schüssel. Es musste eine gute Portion gewesen sein. Doch konnte er nicht ausmachen mit was sie ihm da reingestopft hatte. Hoffentlich kein Gemüse! Er hasste Gemüse.

Dösend lauschte er Zitters Worte.

Alma verteilte also doch gesetzeswidrige „Medikamente“ auch Drogen genannt. Darak grummelte. Er hatte geglaubt es handle sich um einfaches Johanniskraut! Stattdessen hatte sie ihn mit Drogen lahm gelegt… obwohl war das denn so schlimm? Das Zeug wirkte schliesslich wahre Wunder. Er könnte dies beinahe ständig einnehmen. Er sah an sich runter. Das Zittern, welches ihn in der Stillen Ebene stets begleitet hatte... War gänzlich verschwunden, sein Körper war völlig ruhig gestellt. Ausserdem fühlte er sich bei weitem nicht mehr so schwermütig wie vor der Einnahme, dies lag natürlich nicht unwesendlich daran, dass sein Bein noch dran war.

Zitter sprach ihm Mut zu und beteuerte ihm, dass sein Bein gerettet werden würde. Hier bei den Elfen. Der Foltermeister glaubte ihm. Wollte nichts anderes tun als ihm zu glauben. Er lächelte matt. „Ja.“ Stimmte er ihm leise zu. Sie würden es retten. Er würde gehen können. Valrock hätte versagt. Welch heilvolle Vorstellung. Er atmete tief durch. Die Droge stimmte ihn nicht unglücklich. Im Gegenteil sie schenkte ihm zu seiner eigenen Hoffnung noch etwas unnatürliche Zuversicht dazu. Er fühlte sich geborgen und sicher. Da war es also, dass Glück welches ihn bisher so arg verschmäht hatte, seid er Elena kennen gelernt hatte, war ihm das Glück immer wieder zuteil geworden. <b> Ich hab eine Strähne!</b> Dachte er leicht Euphorisch. Sein Bein lebte, Blut strömte hindurch. Obwohl die schwarze Haut wahrlich nur für den unwiderruflichen Tod zu stehen schien, war darunter noch Leben verborgen. Noch. Hatten sie überhaupt genügend Zeit? Würde das Gift der Fäulnis und des Verderbens nicht den selben Weg wie sein Blut nehmen und sich dann auch noch im Körper verteilen? Aber was sollte ihm hier schon passieren, wie Zitter ja bereits gesagt hatte, befand sich die Wunderheilerin Jayana Fink in diesen Gemäuern. Er hatte nicht die geringste Ahnung wer dies war, aber der Name hörte sich gut an. Wunderheilerin! Vielleicht konnte sie ihn auch noch von der Migräne befreien, von den Stimmen, von dem tauben Ohr und dem anderen schlechten Bein? Er lächelte breit. „Jaa…“ Meinte er noch einmal.

Er war gerettet. Seine Stecknadelförmigen Augen umspielte eine seltsame Hoffnung. Seine Gesichtszüge wurden entspannter und weich.

<b> In ihren Händen ruht das Leben…mhm…</b> Er schaute seine eigenen an. <b>Ja… in deinen liegt die Macht des Tötens Darak Luthrokar.</b> Mit der aufkeimenden Hoffnung kamen auch seine Plagegeister zurück, damit er sie auch ja nicht vergass. Darak seufzte kurz, doch wenn er sein Bein behielt, konnte er wohl gut mit ihnen leben. Sie waren ein Teil seiner Taten, ein Teil seines Schicksals und Ausdruck seiner ungenügend gesühnten Schuld.

<b> Wir wollen dein Bein… dein verdammtes Bein…</b> Er schüttelte den Kopf und rieb ihn wieder. Kopfschmerzen schienen ihn empfänglich für diese Geisterstimmen zu machen – oder war es gar doch die Wirkung der abklingenden Drogen die seinen Verstand dafür empfänglich machte?

Er verdrängte die Stimmen und horchte dem Hauptmann aufmerksam zu als er von seiner „nicht Flucht“ erzählte. Natürlich, Zitter würde wohl kaum irgendwann einmal flüchten müssen, so Gesetzestreu er war würde er sich wohl ohnehin gleich bei der kleinsten Übertretung stellen. Ob auch sein Schwindel mit Darak und Elenas Tod bereits aufgeflogen war? Das wäre nicht gut, weder für Zitter noch für Elena und für ihn selbst. Denn dann würden sie ja wieder gesucht werden?

“Uhrm“ Murmelte er und rieb sich weiter den Kopf.

Er bedauerte, dass Zitter nicht länger würde bleiben können. „Dort im Kerker. Als ihr mir den Trank eingeflösst hattet… ich… ich bin euch dankbar für das was ihr getan habt Zitter. Wirklich. Ich habe es in jenem Moment nicht recht verstanden.“ Er nahm seinen Helm zu sich. „Ihr habt an ihn gedacht. Das bedeutet mir viel Hauptmann.“ Flüsterte er und setzte sich den Helm auf und lehnte sich wieder in die flauschigen Kissen zurück. Sein Helm sollte ihn und seine Umwelt von den Stimmen aus dem Jenseits abschirmen. Es schien zu wirken. Für den Moment.

<i>"Du solltest sie suchen gehen, sobald du wieder gehen kannst."</i> Er schaute ihn an. <b>Ja. Ich bin stark, gesund. So kann ich sie suchen und wenn ich sie in Pelgar selbst suchen muss!</b> Dachte er tollkühn. <b> Und wenn ich dafür diesem Pflanzenheini in den verdammten Hintern treten…treten…mhmm… ja treten muss!</b>

Er grinste als er sich dies bildlich vorstellte. Oh seine geliebte feurige Elena. „Wo bist du nur?“ Fragte er die Decke des Raumes.

Er fragte nach Alma.

<i>"Ich bin HIER"</i> Ein Schwall verdrängter Luft kam auf ihn zugeflogen. Ja sie war wahrlich hier. Ausfüllend und gezwungenermassen „breitbeinig“ wie immer. „Alma!“ Er freute sich sie zu sehen. Die letzten Stunden hatten sie ihm viel näher gebracht, als er es sich je hätte erdenken können. Erst konnte er vor lauter Alma das Gefolge nicht sehen, obwohl die Elfinnen durchaus nicht hätten verbergen müssen… im Gegenteil. Nun fühlte sich Darak… MEHR als nur Geborgen.

So viele Frauen… und sie alle standen um sein Bett herum. Er versuchte ein tapferes und nicht so verheultes und jämmerliches Bild abzugeben, welches hier in diesem Raum nur Alma kannte. Zu hinterst kam die Menschenfrau zum Vorschein. Jayana Fink. Wunderheilerin. Sie war wunderhübsch. Aber jünger als er gedacht hatte. Er hatte sich die Wunderheilerin als eine alte verschrumpelte Grossmutter vorgestellt. Doch als er sie näher musterte, glaubte er sofort, dass durch jene Hände Leben strömte.

Sein Bein wirkte wie ein schwarzes Magnet, welches die Heilerinnen sofort anzog noch bevor sie ihn selbst ansprachen. Typisch. Sie drückten daran herum und untersuchten es. Alma mit ihrem prüfenden Blick, Jayana hochkonzentriert. Er musterte sie Still. Wollte nicht stören. Er blinzelte. Es war sein Glück dass Jayana seinem Haupt näher Stand als Alma, so konnte er die Wunderheilerin auch sehen. Wie sie sich über sein Bein beugte und es sanft abtastete. Er verfluchte es dafür, dass er dies jetzt nicht spüren konnte. Sie hatte geschmeidige Hände. Die sofort Sehnsüchte weckten.

Er blinzelte. Erinnerte sich an Elenas neckischen Finger. Ihm wurde warm ums Herz. Mit ihrer schönen weichen Stimme überflutete sie ihn geradezu mit Informationen. Er war etwas verwirrt. Er sollte...<b>BADEN?!</b> Verdutzt sah er die Heilerin an. Die ihm erklärte wie sie dann ihre Heilkräfte und das Wort zum Gebet für ihn nutzen wollte. „Beten?!“ Die Götter um die Bewahrung seines Beins anflennen? Na herrlich. Aber es ging um sein Bein! Dies war der Eldoras, hier herrschte ohnehin nicht Lysanthor vor, sondern Florencia und Phaun. Dies waren äusserst wohlgesinnte Götter und er war ihnen ja schon begegnet… sie hatten ihn… Mönch genannt.

Aber warum sollten sie es nicht versuchen... wennn es sein Bein zu retten vermochte?

Dann ergriff Alma das Wort. Berichtete ihm dass der Nichtgenannte noch mit ihm sprechen wollte. Dies behagte ihm selbst nicht wirklich. Was wollte der denn schon wieder von ihm? War diese… kranke Kerl – daran glaubte Darak inzwischen. Etwa enttäuscht weil seine Prüfung des Abschieds nicht so verlaufen war wie er es sich vielleicht vorgestellt hatte? Darak war sich uneins über die Gesinnung dieses Menschen. Einerseits brabbelte er die ganze Zeit von Schmerz und solchen Dingen, gleichzeitig hatte er ihm geholfen und war ihm in der Ebene beigestanden. Es war verwirrend.

Alma fragte ihn ob er noch was zu sagen hatte. Alles im Raum sah ihn an. Er wurde etwas nervös. Fühlte sich… zurecht… Beobachtet. „Na ja… ich…“ Sein Blick erst Zitter, dann Alma… und schliesslich zum Schluss Jayana.

„Danke.“ Er nahm seinen Helm wieder ab und hielt ihn. In diesem Raum. Hatte er bereits genug Schutz gefunden.

Trotz den deutlich Sichtbaren Spuren seiner Folterung und der vielen Traumen die er erlebt hatte, wirkte dieser Mann, so ausgemergelt er auch war und dessen entblösstes Bein schwarz den Kontrast zur weissen Decke bildete – zuversichtlich.
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Donnerstag 27. September 2007, 16:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Freitag 28. September 2007, 15:16

Das erfreute "Alma" von Darak, als die dicke Heilerin herein walzte – wie passte sie durch die ovalförmige Tür? – hallte hohl im Raum wider. Aber Alma grinste. Das bedeutete, dass ihre Mundwinkel nicht ganz so weit herunter hingen wie üblich. Nur Darak und der Nichtgenannte mochten den Unterschied wahrscheinlich erkennen, denn Almas Visage zeigte weiterhin ein grimmiges Bild.

Hinter ihr tauchten dann die vielen Elfen auf. Allesamt junge schöne Dinger mit schillernden Haaren. Obwohl ... Elfen konnten auch schon über hundert Jahre zählen und immer noch so reizend ausschauen. Trotzdem fiel neben Alma nur noch eine Frau Darak besonders ins Auge und das war Jayna Fink, die sogenannte Wunderheilerin. Sie war es auch, die ihm von den Heilmethoden erzählte, die mehr nach einem riesigen Ritual klangen. Und das alles, um sein Bein zu retten!
Darak zeigte sich zuversichtlich. Wenn man schon einen solchen Aufwand für ihn betrieb, dann musste es ja klappen! Diese Elfen, Alma und Jayna würden sein Bein retten! Hoffnung erfüllte sein Inneres, woran die Drogen der Dicken nicht ganz unschuldig waren.

Alle Augen richteten sich inzwischen auf ihn, denn gleich würde man ihn mit seinem seltsam maskierten Begleiter allein lassen und jeder wartete darauf, dass Darak noch einen Wunsch äußerte. Doch Daraks Lippen entwischte lediglich ein "Danke".
Die Elfen nickten daraufhin nur schweigend und verließen mit Jayna den Raum. Alma trat noch einmal an Daraks Bett heran. Sie sagte nicht, schaute ihn nur an und dann das Bein – und dann wieder ihn. Schließlich drehte sie sich um – man konnte Angst bekommen, dass Gegenstände durch die Drehung mitgezogen wurden und um sie herumschweben könnten wie Sterne um einen Planeten. Wahrscheinlich würden sie in einer ewigen Kreislaufbahn Alma umfliegen. Dergleichen geschah jedoch nicht. Trotzdem haftete sich etwas an die Fersen der monströsen Frau mit den Heiler- und Drogenkenntnissen. Genauer gesagt: <i>jemand</i> haftete sich an sie.
"NA LOS, ZITTERLEIN!" Alma schnappte ihn wie ein übergroßes Baby seine Lieblingspuppe und zog ihn hinter sich her nach draußen. Die Tür ließ sie offen stehen.

Nur Sekunden später stand der Nichtgenannte im Türrahmen, trat ein und sorgte dafür, dass niemand sie stören würde. Schweigend schritt er zu Daraks Baum-Bett herüber. Doch er setzte sich nicht, blieb stehen. Seine Kupfermaske starrte ausdruckslos auf Darak herab. Welches Gesicht mochte dahinter stecken und wie schaute es ihn an? Erbost, weil man sein Bein würde retten können und Darak Schmerzen erspart blieben?
Glücklich, weil er mit ihm allein war und es ihm gleich ausreißen würde? Würde er?!

"Sie wollen dein Bein retten", sagte er. Seine Stimme klang monoton. Sie war wie ein Teil der Maske: nicht einschätzbar und bar jeglichen Gefühls. Ein blechernes Seufzen entrang sich der Kehle des Mannes. "Ich wünsche dir viel Glück und hoffe, dass die Gerüchte über diese Wunderheilerin stimmen. Doch sie vermag wohl nur dein Bein zu heilen, nicht aber dich. Das ist meine Aufgabe."
Nun setzte er sich doch. "Ich hab mit dir unter vier Augen sprechen wollen, weil ich nicht weiß, ob Alma uns noch begleiten wird. Der Orden ist vielleicht nichts für sie. Sie dient nicht dem Schmerz, so wie wir. Ja, du bist ein Diener des Schmerzes ... Folterknecht. Sklaventreiber. Sträfling." Den Mörder erwähnte er nicht. "Alle Bezeichnungen haben mit Schmerz zu tun, doch alle nur mit der schmerzhaften Seite. Ich sagte dir bereits, dass ich dich mehr Wege lehren werde. Bislang hast du es ausgeschlagen, von mir unterrichtet zu werden."

Schweigen erfüllte den Raum. Darak hatte es ausgeschlagen? Aber der Nichtgenannte hatte ihm doch bisher nicht eine einzige Lektion angeboten! Oder doch ...?
"Willst du vor der Heilung deines Beines mit mir meditieren? Nochmal biete ich dir meine Fähigkeiten an. Du wirst sie nicht einmal halbwegs so gut wie ich ausüben, doch irgendwann solltest du damit anfangen. Nur durch Übung kann der Lehrling zum Meister seines Fachs werden."

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 28. September 2007, 19:45

Darak lächelte der Gruppe nach und musste noch weiter schmunzeln als Alma den verdutzten Hauptmann einfach so mit sich zog. Niemand konnte sich wohl ihren monumentalen Fängen entziehen. Zitter verschwand aus dem Zimmer und er hoffte, dass dies nicht schon sein Abschiedsgruss gewesen war. Er mochte den Kerl und wollte noch mehr über die Geschehnisse in Andunie in Erfahrung bringen. Er musterte die Elfinnen neugierig die hinter Jayna das Krankenzimmer verliessen. Nicht vorstellbar, dass einige von ihnen vielleicht schon mehr als hundert Jahre alt sein mochten. Greissinnen im Körper einer Jungfrau! Das war ja Tochter, Ehefrau, Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter in einer Person! Ihm schauderte. Doch eigentlich war es ein sehr gutes Zeichen, dass sich der Folterknecht endlich – nach so langer Zeit wieder mit SOLCHEN Dingen beschäftigen konnte. Fern ab des Schmerzes und aller Sorgen. Nur die Sehnsucht war gross. Er vermisste seine Elena. Ihr rotes Haar. Ihr Feuer. Ihre neckische Art – obwohl Alma diese wohl oder übel ersetzte. Doch Alma… war DEFINITIV keine Elena!

Die Elfinnen hatten nichts zu ihm gesagt. Aber er glaubte er hätte sie singen hören vorhin. Oder war es gar ihre eigentümliche Sprache gewesen? Er wusste es letztendlich nicht was da geschehen war, als er seltsam gefröstelt hatte und an irgendeinem anderen Ort gelegen hatte. Dieses schabende Geräusch – da hatten sie ihm wohl die Proben entnommen. Oder warum hatten sie an ihm rumgekratzt? Aus welchem Grund?

Ob sie wussten wer er war? Ob sie wussten, dass dies das Bein eines Kindermörders war, welches sie durch Gebet und Heiligem Wasser zu retten gedachten?

<b> Ja, schweig lieber Bastard! Darin bist du doch gut oder?!</b> Krächzten die Geister in seinem Kopf. Er drückte den Helm fester auf sein Haupt. Schüttelte sich. Lag dann wieder ruhig und guckte zu wie die Gruppe den Raum verliess, die Tür offen gelassen damit der Nichtgenannte eintreten konnte. Er kam auch. Darak rückte sich etwas im Bett zurecht. Noch nie hatte er diesem Mann gegenüber<i>gestanden</i>. Es war eigenartig. Doch der Nichtgenannte hatte sich oft immer zu ihm niedergelassen um auf gleicher Höhe zu sein, dies schätzte er insgeheim an seinem neuen selbsternannten Lehrmeister. Er zollte ihm so Respekt. Auch wenn er offensichtlich in einer viel besseren Position war als der Foltermeister, der ohnehin schon in dessen Schuld war.

Mit seiner unheimlichen monotonen und blechernen Stimme stellte er fest, dass die Elfen sein Bein retten wollen. „Ja.“ Nickte Darak. „Sie werden es retten.“ Er lächelte Zuversichtlich. „Obwohl ich nicht weiss wie das mit dem Baden und Beten funktionieren sollte… aber man wird ja wohl noch <i>glauben</i> dürfen!“ Grinste er ketzerisch. Ein kleiner Hohn der wohl Lysanthor persönlich galt.

Darak entspannte sich einwenig. Da wünschte ihm der Nichtgenannte glück für seine Heilung. Er sah ihn überrascht an. Würde er denn nicht dabei sein beim Ritual? „Mich Heilen?“ Fragte er schliesslich. „Von was?“ Hatten sie etwa bei der Probeentnahme noch eine Krankheit festgestellt? Oder was meinte der Mann hinter der kupfernen Maske?

<b>Vielleicht kennt er uns, Darak Luthrokar.</b> Lachte es in seinem Schädel. Ja… vielleicht. Konnte aber auch sein, dass er etwas ganz anderes Meinte. Etwas von dem er selbst noch nichts wusste? Er wusste einfach nicht was in dem Kopf dieses Fremden vor sich ging, was seine Motivationen waren. Gut sie teilten sich ein gemeinsames Schicksal mit Valrock. Doch irgendwie… es war schwierig und suspekt. Wieder lud er ihn ein zu meditieren. Bisher hatte er dies immer getan als Darak unter fürchterlichen Schmerzen gelitten hatte. Nun war dieser verstummt und sein Geist dank dem Johanniskraut ruhig und empfänglich. Für Meditation und Stimmen. Ja. Nun war er tatsächlich in der Lage, das Angebot des Ordenmannes anzunehmen.

„Nun gut, sagt mir was ich tun muss.“

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von fremder Mann » Samstag 29. September 2007, 00:53

<i>"Sie werden es retten. Obwohl ich nicht weiß, wie das mit dem Baden und Beten funktionieren sollte ... aber man wird ja wohl noch <b>glauben</b> dürfen!"</i>
Darak grinste breit. Wie der Nichtgenannte reagierte, sah er nicht. Die Maske verbarg dessen Gefühle und seine Mimik und die Haltung des Mannes schien immer gleich zu bleiben: ruhig und entspannt. Nur einmal war es anders gewesen. Als er Daraks Hand gedrückt hatte und kurz zusammengezuckt war, nachdem Alma Valrocks Namen laut ausgesprochen hatte. "Jeder hat das Recht, glauben zu dürfen. Das Wichtige dabei ist, woran er glaubt." Weise Worte, aber was sollten sie für Darak bedeuten. Der Nichtgenannte ging nicht weiter darauf ein. Ihn schien mehr zu interessieren, ob Darak dieses Mal sein Angebot einer Meditation annahm.

Doch zunächst wollte Darak wissen, wovon sein Meister ihn denn heilen wolle? War er denn krank?
"Ich werde dich heilen ... von <i>ihm</i>. Du weißt, wen ich meine. Er wird dir kein Leid – keinen Schmerz – mehr zufügen können. Nie wieder."

Der Nichtgenannte stand auf. "Ich werde dir zeigen, was du tun musst. Du wirst diese Übung im Sitzen ausführen müssen. Sie her." Der Nichtgenannte stellte sich gerade hin und faltete die Hände vor der Brust wie eine Schale. "Schließe die Augen, atme tief durch. Suche allen Schmerz, den du in Körper und Seele finden kannst und sammle ihn in deinem Herzen. Dein Herz ist das Sammelgefäß. Es ist groß und rein. Es kann den Schmerz tragen, ohne überzuschwappen. Es kann ihn halten, ohne betroffen zu werden. Atme tief durch."
Der Nichtgenannte machte es vor. Er holte Luft, sog sie hörbar ein. Es klang blechern. Die Luft vibrierte durch den kleinen Atemschlitz seiner Kupfermaske.

"Wenn du den Schmerz gesammelt hast, wird es Zeit, ihn an die Umwelt abzugeben. Wundere dich nicht, er wird wiederkehren und das wird erst schmerzen. Denn du kannst noch nicht kontrollieren, mit einer solchen Welle umzugehen. Doch für den Moment erfahre die Ruhe absoluter Abschaltung deines Schmerzempfindens. Du bist der Herr, <i>du</i> befiehlst über den Schmerz. Jetzt ist er dein Diener. Schiebe all deinen Schmerz aus dem Körper."
Der Nichtgenannte drehte seine Hände, so dass sie nun wie eine Schale aussahen, die man auf den Kopf gestülpt hatte. Und so drückte er seine Hände runter, streckte die Arme immer weiter durch. Er schob den Schmerz hinunter und schließlich löste er die Hände voneinander, streckte beide Arme zu beiden Seiten aus.
Er atmete tief aus. Die Maske fixierte Darak. "Jetzt bist du dran. Gib dein Bestes."

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 29. September 2007, 01:30

Darak hörte seinem Lehrmeister verdutzt zu. <b> Vor ihm.. heilen… vor Valrock? Will er ihn etwa umbringen?</b> Darak war dies nur recht, warum sollte sein Meister dies nicht tun, es wäre allen damit gedient. Doch konnte man einen Mord als „Heilung“ oder „Heilend“ betiteln? Der Serienkiller lächelte verbittert, wohl kaum. Töten hatte nie etwas heilendes an sich. Obwohl… sterbende Tiere, leidende Tiere erlöste man auch frühzeitig vor ihrem Leid. Erlösen, ja. Aber das war keine Heilung im eigentlichen Sinne. Heilung. Heilung. Heilung. Ständig diese Heilung. Er war kein Arzt, was wusste er schon über Heilung! Sollte sich Alma drum kümmern!

So beendete er seinen Gedankengang und nickte zufrieden.

<i>"Ich werde dir zeigen, was du tun musst. Du wirst diese Übung im Sitzen ausführen müssen.</i>

Er schaute auf. <b> Ja im stehen geht’s ja wohl schlecht.</b> Dachte er betrübt. Schnaubend starrte er auf sein schwarzes Bein. Das langsam auch nicht mehr so blütenfrisch roch. Es faulte sichtlich vor sich her. Dort wo man Proben abgeschabt hatte, spaltete sich die Haut einfach. Man könnte sie wohl abziehen, wenn man dies wollte. Es war schwer sich vorzustellen, dass da drin noch Leben fliessen sollte. Doch wenn Alma dies sagte…. Dann musste es wohl stimmen. Doch hatte Alma nicht auch gesagt, dass es für sein Bein keine Rettung mehr gab? Er wurde etwas blasser. Seine eigenen Gedankengänge kratzten an der Hoffnung. Er schüttelte den Kopf. Es würde gut werden. Baden und dann raus laufen. So Simpel! Er müsste nicht mal gross was tun! Vielleicht war ja gerade dies, der Auslöser seines plötzlichen unguten Gefühls. Er hatte in seinem Leben nichts besser gelernt als die Tatsache, dass bei ihm nichts, leicht von statten ging.

Da lenkte der Nichtgenannte die Aufmerksamkeit wieder auf sich indem er sich erhob und die Hände zur Schale formte. Er sah dem Mann konzentriert zu und beobachtete seine Bewegungsabläufe, versuchte sie sich einzuprägen. Er kannte ja bereits die Grundzüge einfacher Meditationstechniken, doch hier handelte es sich offensichtlich um fortgeschrittene Kenntnisse die ihm da gerade offenbart wurden. Ausserdem war auch hier wieder diese unendliche Ruhe deutlich sichtbar, die faszinierend aber auch unheimlich war. Er sah nichts. Sah keinen Schmerz der Abgegeben wurde und doch glaubte er zu spüren, dass mit dem Nichtgenannten etwas geschah, auch wenn er es nicht umschreiben konnte. Er beendete seine Meditation und forderte ihn auf, es ihm gleich zu tun.

Sollte er wirklich? Was hatte er schon zu verlieren? Er schlug die Bettdecke zurück und hockte sich ächzend an die Bettkante, packte dafür sein sterbendes Bein und richtete sich ein. Dies erzeugte schon etwas Schmerz, denn er nun selbst sammeln würde. Er schloss seine Augen. Versuchte ruhig und tief zu Atmen. Es dauerte eine zeit bis er einen regelmässigen Rhythmus fand.

Er begann sich auf seine Schmerzen zu Konzentrieren. Sein Kopf brummte noch leicht. Einer seiner Zähne schien in etwas irritiertem Zahnfleisch zu sitzen. Seine Beine. Beide. Nur schmerzte das schwarze erst ab dem Oberschenkel. Seine Seele. Oh sie war ein wahrer Schmerzkessel, so viel goss in sein Herz. Machte es schwer. Füllte es. Er spürte wie sich durch seine gezielte Aufmerksamkeit der Schmerz verstärkte. Er atmete leicht gepresst, zwang sich jedoch selbst wieder zur Ruhe.

Er hatte seinen Schmerz gesammelt. <b> Meister des Schmerzes, Teil von mir. Gebe ich ab an die Umwelt. Doch macht mich dies nicht gleichermassen für den Schmerz anderer empfänglich? Nein… ich soll nicht zweifeln, ich war stets ein verdammter Zweifler gewesen, es wird Zeit umzudenken… alles andere… wäre ärgerlich… so weiche elendiger Schmerz!</b> Er öffnete seine Handformation und gab seinen Schmerz der Umwelt ab. Atmete zischend aus und drückte seine Arme auseinander. Konzentrierte sich auf den kommenden Effekt.
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Samstag 29. September 2007, 01:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Samstag 29. September 2007, 12:49

Darak hatte all seinen Schmerz in seinem Herzen gesammelt. Wäre es physische Arbeit gewesen, so hätte dies wohl Jahre in Anspruch genommen, denn zunächst hätte ein Raum – nein, eine Festung! – gefunden werden müssen, in die all sein Schmerz hinein passte. Dann hätte er eine Schaufel gebraucht, eine wirklich <i>große</i> Schaufel – oder all die Sklaven, die er im Laufe seines Lebens verkauft hatte. Aber in Gedanken ging es wahrlich schneller. Rasch pumpte sein Herz den Schmerz ins Innere und behielt ihn dort, bis es sehr schwer wurde. Darak glaubte, es schlüge nun wesentlich angestrengter und konzentrierter. Es kostete ihn etwas an Kraft.

Dann jedoch kam der Teil, an dem er all seinen Schmerz an die Umwelt abgeben sollte. Würde dieser sich dann für immer in Luft auflösen? Nein, der Nichtgenannte hatte etwas davon gesagt, dass es wieder schmerzlich werden würde. Jetzt jedoch sollte er dieses Empfinden erst einmal loswerden.
So vollführte Darak dieselben Gesten, drückte die Schale des Schmerzes aus seinem Körper heraus und gab all die schlechten Gedanken und Gefühle an seine Umgebung ab, wartete auf einen Effekt.

Und der kam prompt. Kaum, dass sich seine Finger voneinander lösten, fühlte er sich wahrlich leicht und befreit. So unbeschwert, so friedlich hatte er sich wohl seit Jahren nicht mehr gefühlt, nicht einmal in Elenas Armen war die Empfindung so intensiv gewesen. Er konnte tief durchatmen. Sein Herz schlug frei und sorglos. Er wurde überschwemmt von Glückseligkeit und innerer Ruhe, behielt dennoch seinen Verstand bei, der plötzlich so klar, so gerienigt wirkte. Bei Almas Drogen hatte er von Riesenhühnern geträumt. Doch jetzt war alles klar. Er mochte sich in den ersten Sekunden wie neugeboren fühlen, allerdings ohne die Tatsache der Anstregnung, ab jetzt atmen und leben zu müssen. Geborgenheit empfing ihn und hüllte ihn in reine Gewänder.

Der Nichtgenannte schien gemerkt zu haben, dass Darak diesen Schritt der Meditation gemeistert hatte. Ja, er spürte es, denn Daraks Schmerz hing wie Blei in der Luft. Der ganze Raum wirkte gräulich und drückte auf das Gemüt des Nichtgenannten. Darak würde dies wohl kaum spüren, denn es war sein Schmerz, den er abgegeben hatte. Dieser Schmerz sah ihn im Moment nicht, doch er würde ihn finden ... irgendwann.

"Du bist bereit", sagte der Nichtgenannt und stand auf. Seine Bewegungen waren nicht ganz so elegant und geschmeidig wie sonst. Er schien sich durch dicke, zähflüssige Masse zu kämpfen. Ja, durch Schmerzen und bittere Erinnerungen. Aber er schaffte es, er kannte dieses Phänomen. So trat er hinter das Bett und holte den Räderstuhl, der von einem breiten Ast im Raum verborgen worden war.
"Ich helfe dir hinein und dann fahren wir zum Sternensee. Dort wird man dein Bein heilen, solange dein Geist unbeschwert ist. Dann braucht es auch keine Betäubungsmittel." Der Nichtgenannte reichte Darak seinen Arm, um ihn in den Stuhl zu helfen.


<i>[Darak gewinnt 10% Lebensenergie hinzu durch die Meditation]</i>

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 29. September 2007, 19:37

Wer kannte es nicht, das Bild des Mannes der die Last der ganzen Erde auf dem Buckel trug? So fühlte sich Darak, denn sein Schmerz war für seine eigene auch Weltenfüllend. Gekrümmt wie man unter dem Gewicht steht gehen musste, nicht fähig richtig den Lebensatmen durchzuschnaufen, so musste sich der Lastenträger Tag ein Tag aus fühlen. Ein zentnerschweres Leben.

Und nun begegnet Darak einem wildfremden Manne hinter kupfernen Maske. Der sich der Nichtgenannte nannte und sich als sein Lehrmeister vorstellte. Dieser Kerl der ihm anhand seiner Meditationskünste, effektiver als Drogen, effektiver als Verdrängung, effektiver als Schlaf – den Schmerz nahm. Dabei war er nicht wahrlich genommen, sondern abgegeben. Sein Schmerz wurde zu seiner Aura, erfüllte den Raum, verdunkelte ihn. Die welche sich darin befanden – ausser Darak selbst, empfingen den Schmerz, die Schwere, die Jahrzehnte alte Last.

Der Foltermeister selbst, fühlte sich plötzlich so unendlich leicht. Befreit. Seine sonst so leeren Augen wurden erfüllt mit einer wohltuenden und gütigen Ruhe und liess selbst den Zweifler glauben, dass in diesem Mensch auch etwas Gutes stecken mochte. Seine harten Gesichtszüge, seine dunklen Augenringe sie schienen verflogen zu sein. Er atmete tief und unbeschwert durch. Jetzt wusste er wieso es dem Nichtgenannten möglich war so schwebend leicht zu gehen, genau dieses Gefühl musste er dabei empfinden! Dieser Friede! Diese Glückseeligkeit, oh was hatte er dieses Gefühl sein ganzes Leben lang gemisst und nun schienen die Tore entgegen dieser Verwehrung so leicht zu öffnen zu sein. Als hätte er ewig davor gestanden und es versäumt sie zu öffnen.

Dies war kein Licht. Dies war absolutes Sein! Pures Leben. „Verdammt.“ Keuchte er überwältigt. Sein Körper, er spürte jede Pore, jede Faser, jedes Blutplättchen welches sich gerade durch das schwarze Bein zwängte, ja er empfand gar das Leben in diesem toten Ding. Doch sein Hochgefühl führte ihn nicht in die Selbstüberschätzung wie es die Drogen gerne einmal taten, nein er verspürte nicht einmal den Wunsch oder die Sehnsucht danach zu gehen, oder aufzustehen. Er existierte – und es war gut so.

Er lächelte erleichtert. „Was für eine Magie… was für eine verdammt geniale Magie.“ Lobte er seinen Zustand und sah seinen Lehrmeister dankbar an. Ehrlich dankbar.

Der Maskierte wandte sich von ihm ab und holte den Räderstuhl. Rollte ihn neben Daraks Bett.
„Betäubungsmittel?“ Murmelte er irritiert. Er dachte er müsste einfach in diesem See baden und die Elfen würden einwenig beten und gut war…. Warum sollte er DAFÜR denn überhaupt Betäubungsmittel brauchen?

Er griff nach dem Angebotenen unterstützenden Arm des Maskierten und zog sich daran hoch. Stand mehr schlecht als recht auf seinem Bein, das andere knirschte nur seltsam, denn die schwarze Haut war trocken und porös, so dass es Gefahr lief einfach abzubrechen. Doch er fühlte den Schmerz dieser Erkenntnis nicht. Es war einfach so – und es war gut so. Er drehte sich sogleich um und knickte ein, hing schwer in des Nichtgenannten armen und kippte auf den Räderstuhl. Er landete gut, so dass er einigermassen bequem sass und seine Arme auf die Lehne legen konnte. Erst jedoch rückte er seinen Helm zurecht. „Das nächste mal, werde ich wohl über diese Schwelle gehen.“ Sagte er hoffnungsvoll als er die Türschwelle vor sich sah.
Ja er war bereit.
Nur etwas geisterte noch immer unbehaglich in seinem Verstand herum. „Alma…“ Sagte er leise. „Sie…“ Sie bedeutete ihm etwas und er würde es sehr bedauern wenn sie ihn mit dem Nichtgenannten alleine lassen müsste. „Ist wichtig… für mich.“ Brachte er schliesslich hervor und sah seinen Lehrmeister an.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 30. September 2007, 00:38

<i>"Was für eine Magie ... was für eine verdammt geniale Magie."</i> "Das hat nichts mit Magie zu tun, denn die beherrscht nicht jeder. Diese Kraft kommt ganz allein aus dir selbst, aus deinem Willen." Der Nichtgenannte schob den Räderstuhl so nahe wie möglich ans Bett und wartete darauf, dass Darak sich von ihm hinein helfen lassen würde. Doch dieser fragte zunächst: <i>"Betäubungsmittel?"</i>
Der Maskierte schwieg. Er wollte seinen Schüler nicht damit konfrontieren, er würde es ohnehin noch früh genug erfahen – obwohl er wieder einmal der letzte wäre, der von den bisher nicht angewandten Heilmethoden erfahren würde. Jayna Fink wollte ihn im Sternensee baden lassen, zusätzlich zu Gebeten und gewissen Substanzen, die sie bei Darak anwenden würde. Den Effekt konnte sie nur erraten und alle Elfen, die an dem Projekt beteiligt waren, hofften, dass es glücken würde. Einige beteten jetzt schon für das schwarze Bein.

Endlich ließ sich Darak in den Räderstuhl helfen.
<i>"Das nächste Mal werde ich wohl über diese Schwelle gehen."</i> Oh, er war durch die Meditation nun so zuversichtlich. Das Strahlen seiner Augen stand so stark in Kontrast zu seinem geschundenen und ausgelaugtem Körper. Aber dieses Strahlen hielt alles intakt.
Der Nichtgenannte schob den Stuhl.
Bevor sie allerdings den Raum verließen murmelte Darak noch, wie wichtig Alma für ihn sei. "Ja", antwortete der Nichtgenannte. "Es wäre für dich ein großer Schmerz, sie gehen zu lassen. Aber wenn du wieder laufen kannst, brauchst du diesen Stuhl nicht mehr. Dann kann sie entscheiden, wohin sie ihr Weg weiter führt. Ich sagte ja bereits: der größte Schmerz findet sich im Abschied."

Er rollte den Stuhl aus dem Raum, wohlwissend, dass Darak bei seiner Rückkehr wieder mit dem Schmerz konfrontiert werden würde, den er abgegeben hatte und der dort auf ihn warten würde – in dieser Kammer, die irgendwie dunkler erschien als vorhin.
Der Nichtgenannte schob Darak eine hölzerne Treppe hinunter. Alles war hier ohnehin aus Holz. Darak hatte sich nicht wirklich geirrt mit der Vermutung, ein Baum habe ihn verschlungen. Sie befanden sich in einem Baumkomplex, allerdings hatte man dieser Pflanze mit Magie ein wenig nachgeholfen, um sie passend zu einer Wohnung zu formen. Die beiden erreichten eine ovale Tür. Alma stand dort zusammen mit Hauptmann Zitter. Die Heilerin entließ den Nichtgenannten sofort und nahm sich Darak an. "ICH mach das", meinte sie nur und packte die Griffe des Stuhls. "Bist du bereit, Darak?" Und wie bereit er war! Jetzt ging es baden. Sein Bein wartete darauf gerettet zu werden.
So machten sie sich auf den Weg, hinaus aus dem Baumgebäude, durch Eldar hindurch und bis zum Sternensee, wo Jayna und ihre Elfen bereits warteten. Letztere waren nun alle in weiße und grüne Gewänder gehüllt, hielten kleine Kränze, Früchte und Blumen, um diese im Gebet als Opfer darzubringen.
Und Jayna ihrerseits wartete mit einem kleinen Kessel in der Hand, aus dem seltsamer Dampf entstieg. Alles war bereit für das große Heilungsritual – aber war Darak es wirklich auch?


<i>[weiter am Sternensee]</i>

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 7. Oktober 2007, 03:08

Sie nahm ihm wieder vom Baumstumpf hoch und trug ihn weiter gen Eldar. Er starrte zum Himmel hoch, suchte nach dem frei kreisenden Vogel und fand ihn ihm endlosen Grau des kühlen Tages nicht. Dafür rieselten einige wenige Schneeflocken auf seine Haut und die einzelnen Schneekristalle zergingen auf ihm, ihre Schönheit wandelte sich in einen einzelnen Wassertropfen, der sich von seiner Haut abperlte und schliesslich zu Boden tropfte. Dabei nahmen die kleinen Tröpfchen einwenig vom Salz seiner vergossenen Tränen mit und wischten ihn so, langsam, sanft und beinahe unsichtbar rein. Es war ein sanfter Akt der Natur und doch auch eine leise Erinnerung daran, dass auch das schönste auf Erden, nichts weiter als vergänglich war. Doch dieses übergeordnete natürliche Gesetz des Lebens galt nicht nur für das schöne auf der Welt, sondern auch alles Schreckliche – auch dieses würde irgendwann vorbeigehen. Es musste, denn darauf baute sich ein geradezu mystisches Gleichgewicht von allem beseelten auf.

Er dachte weiter nach und schaute an sich runter, betrachtete den Beinstumpf. Zog schliesslich tief die frische Luft ein. Wobei er Almas Ausdünstungen dummerweise nicht überriechen konnte und überlegte sich dabei, ob er es schaffen würde, am Ende seines Lebens, als etwas schönes… wie ein Schneekristall es zum Beispiel war, vergehen zu können.

Als Mönch hatte er damals gelernt jedes lebende Wesen auf dieser Erde für ihre Existenz zu achten… doch in den düsteren Jahren seines seins hatte er nicht nur die Achtung gegenüber anderen verloren, sondern auch sich selbst. Er hätte seinem Bein mehr Aufmerksamkeit schenken sollen. Hätte dankbarer dafür sein sollen es überhaupt zu besitzen, dankbar dafür, dass es ihn 15 Jahre lang nach der ersten Brechung so treu getragen hatte. Stattdessen hatte er sich damit abgefunden, dass er verdreckt und seine Seele befleckt wurde.

Almas Worte über die Kinder machten ihm mehr zu schaffen als er zuerst gedacht hatte. Sie starben allein, hatte sie gesagt.
<b>Was wenn ich sterbe? Wer gedenkt an mich? Würde man um mich trauern? Trauert Elena vielleicht gar schon um mich oder hat sie mich bereits vergessen? Wie lange würde Zitter oder Alma mein Tod beschäftigen? Sicher, ein paar Tage… vielleicht noch etwas länger… doch würde mein Name nicht irgendwann auch in Vergessenheit geraten? Würde ich nicht auch… irgendwie… alleine sterben.</b>

Er schüttelte plötzlich den Kopf und sah Alma an. „Sie sind nicht alleine gestorben Alma.“ Meinte er schliesslich leise. „Die Kinder.“ Er blickte wieder zum Himmel. „Sie leben ewig. Solange sie nicht in Vergessenheit geraten.“ Er blickte sie wieder an. „Wenn du dich an sie erinnerst, dann siehst du doch bewegte Bilder vor dir? Wie sie da sitzen und ihren Arm heben… sie leben...irgendwie… obwohl sie tot sind…vergesse sie nie und wenn ich dich darum bitten darf, dann versprich mir, dass du mich auch nie vergisst, sollte es doch einmal soweit kommen… du weisst schon, falls ich doch noch zum Feigling werde.“

Sein kleiner Ausbruch gegenüber dem Nichtgenannten fruchtete nur wenig, denn er vertröstete ihn dennoch nur wieder auf „später.“ Wie sehr er dieses inzwischen Wort zu hassen gelernt hatte.

Sie erreichten den Hauptmann und somit auch den Eingang des Heilerbaums. Oder wie man dieses Ding auch bezeichnen mochte. Alma setzte Darak ab, jedoch nicht auf den Boden wie er es eigentlich erwartet hatte sondern auf sein schlechtes Bein. Unsicher sah er zur Heilerin rüber. „Es hält nicht.“ Hauchte er ihr zu und spürte wie sich sein Gewicht auf das schlechte Bein verlagerte. Zum Glück stützte ihn Zitter zur rechten und Alma zur linken Seite. So stand er. Das war also all der Aufwand welcher nun benötigt werden würde um den Luthrokar zum stehen zu bringen. Eine ernüchternde Realität. Zumal er wahrlich schlecht stand. Er zog die Luft ein. Er war sich nicht gewohnt sein ganzes Gewicht auf dieses eine Bein zu belasten. Schliesslich hatte er es ja immer geschont gehabt, es war nicht so kräftig und trainiert wie das andere. Aber… dieses Bein war noch da. Damit konnte man noch arbeiten – es war nicht verloren. Wenn er es selbstständig zum stehen bringen könnte, dann wäre das gehen mit… Darak mochte den Gedanken nicht und dennoch hatte er ihn – mit einem Holzbein vielleicht sogar irgendwann einmal möglich. Zum Glück besass das Heilerhaus eine sehr breite Treppe, sonst hätten die drei niemals nebeneinander darauf Platz gefunden.

Ziemlich unbeholfen und unter grösster Anstrengung gelang es Darak mithilfe der beiden Stufe um Stufe zu erklimmen. Dennoch war das Ergebnis seiner ersten bewältigten Treppe mehr als ernüchternd, schliesslich hatte er für die insgesamt fünfzehn Stufen beinahe eine halbe Stunde benötigt. Zudem war er etwa drei mal gefährlich eingeknickt so dass nur die starken Arme Zitters und Almas ihn vor einem Sturz hatten bewahren können. Sein zukünftiges Leben, würde sich in neuen Dimensionen und in neuen Zeiträumen abspielen. Dinge, die vorhin so selbstverständlich erschienen – wie das waschen und kleinen und bei den Göttern das PINKELN würden deutlich mehr Zeit und Geduld in Anspruch nehmen, als bisher.

Er seufzte und schüttelte energisch seinen Stumpf. „Es juckt immer noch!“ Beschwerte er sich. „Wann begreift denn dieser vermaledeiter Körper endlich dass es da nichts mehr zu heilen gibt?!“ Fragte er Alma verbittert.

Darak keuchte bereits vor Anstrengung, als sie das Zimmer erreichten und Zitter die Tür öffnete. Er schien der einzige zu sein, welcher die düstere und erdrückende Schwere nicht bemerkte die im Zimmer herrschte. War es schliesslich sein Schmerz, welchen er abgegeben hatte der hier verharrte und sich bald wieder Zugang zu seinem rechtmässigen Besitzer verschaffen würde.

<i>"Hmm, fühlt ihr euch auch plötzlich so niedergeschlagen?"</i> Darak schüttelte den Kopf. <b>Ich fühle mich höchstens einbeinig – verdammt</b>

Sie halfen ihm ins Bett zu gelangen. Keine schlechte Idee, er konnte etwas Ruhe vermutlich gut gebrauchen, nach all dem was heute passiert war. Die Decken in welche Alma ihn eingewickelt hatten waren schnell entfernt und durch jene des Bettes ersetzt worden, er kuschelte sich darunter ein und erhoffte sich, wenigstens im Träume noch gehen und frei sein zu können – jetzt wo die meisten Geister verstummt waren.

Doch in jenem Moment als er seine Augenlider schloss beschlich ihn ein altes und so unfassbar bekanntes Gefühl, welches ohne vorher anzuklopfen sofort wieder den führ ihn bestimmten Platz einnahm. Sein Jahrzehntealter Schmerz war zurückgekehrt.

Sein Herz, welches erst all seinen Schmerz als starkes Gefäss gesammelt hatte um es in die Umgebung zu entleeren diente nun Trichter und pumpte sogleich das empfangene in den gesamten Körper.

„A-l“ Brachte er noch heraus bevor er panisch seine Augen aufriss und sein Gesicht zu einer schmerzverzerrten Fratze verzog. Er packte seinen Schädel und drückte dagegen, da ihn die heftigste Migräne seit seines Lebens schüttelte und er ernsthaft glaubte sein Kopf würde platzen. Sein Beinstumpf zuckte und auch seine anderen Glieder schienen den schmerzlichen Krämpfen unterworfen zu werden. Überall sah er schwarze Punkte um sich fliegen, die sich in Quadrate wandelten und wieder zurück. Er schrie gequält auf als es ihm den Rücken durchbog und er glaubte er würde nun auch noch brechen. Doch es schien ihm nicht zu gelingen sich in die Bewusstlosigkeit zu flüchten – für dem eigenen Lebensschmerz konnte man nun mal nicht fliehen.

Sein Herz ächzte unter dem pochenden Pein und dennoch tat es seinen Dienst unerbittlich weiter, wurde gar noch schneller und eifriger. Verteilte den Pein im ganzen Leib. Dabei war sein Körper doch bereits viel zu erschöpft und geschwächt als dass er solch einen Anfall noch ertragen konnte.

Darak verdrehte die Augen, öffnete sie dann aber wieder und sah nichts weiteres als diese Punkte vor sich. Seine Schreie verhallten in ein seltsames Würgen. Da spürte er wie Almas kräftige Hände seine Arme von seinem Kopf auf das Bett drückten.

Er wand sein Haupt und drückte ihn nun ebenfalls fest ins Kissen. Diesmal hatte er wohl glückgehabt war der Helm nicht auf, mit den Hörnern hätte er sich wohl bestimmt verletzt.

Darak hörte Almas Anweisungen und als der Druck auf seine Arme plötzlich verschwand fuchtelte er wild damit herum und schlug in seinen krampfartigen Zuckungen um sich ehe er Almas Arm zu fassen kriegte und sich daran mit unglaublicher Kraft – wie sie eben nur eine Verkrampfung erzeugen konnte festklammerte.

Sein ganzer Körper stand unter Spannung und Darak befürchtete, dass es nur noch eine frage der Zeit war, bis etwas kaputt ging, was er mehr brauchte als ein Bein. Er drückte seine freie Hand auf seine Brust, während die andere noch immer Alma festhielt. Er suchte halt und fand ihn in ihr. Doch für die Person, bei dem der Mörder und Foltermeister Darak Luthrokar Halt suchte, war dies nicht gerade angenehm – eher ziemlich schmerzhaft – so wie er gerade klammerte.

Er wollte sie ja lösen – seine Hand – doch es ging nicht mehr.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 7. Oktober 2007, 22:51

Noch bevor sie Hauptmann Zitter erreichten, noch bevor dieser und Alma Darak ins Heilerhaus brachten und er dort mit seinem abgegebenen Schmerz konfrontiert wurde, sprach Darak die Heilerin auf die Kinder an. Dieses Thema hatte ihn sehr beschäftigt, vor allem, dass Alma glaubte, sie seien allein gestorben.
Er belehrte sie eines Besseren und erntete allein für diese Erklärung einen erneuten festen Händedruck, der ihm die Finger zerquetschte.

<i>"Vergesse sie nie und wenn ich dich darum bitten darf, dann versprich mir, dass du mich auch nie vergisst, sollte es doch einmal soweit kommen ... du weißt schon, falls ich doch noch zum Feigling werde."</i>

War dieser Moment nun gekommen? Alma spürte Daraks verkrampfte Finger, die sich in ihren dicken Arm bohrten.
Seine Augen traten so weit hervor, dass Alma glaubte, sie würden gleich aus den Höhlen ploppen. Nie zuvor, nicht einmal am Boden von Toroks Kerkerkammer, hatte Darak so wehleidig ausgesehen. Sein Gesicht verlor alle Farbe, die Lippen färbten sich bereits blau und an seiner Körperhaltung erkannte die erfahrene Heilerin sofort, dass er sich auf unnatürliche Weise versteifte.
Er schrie, schrie so entsetzlich gequält und dann verstummte er. Aus seinen Schreien wurde ein Würgen, er japste um Luft, die er brauchte, um seine Pein auszustoßen. Dabei verdrehte Darak die Augen, es sah schrecklich aus. Selbst Alma sog einmal hörbar zischend die Luft ein, jedoch nicht nur aus Entsetzen, sondern auch weil sie Daraks Fingernägel unter ihre Haut gruben.
"ICH VERSPRECHS DIR, HÖRST DU? KONZENTRIER DICH AUF MEINE STIMME!" Alma fummelte noch immer in ihrer Tasche herum, sie suchte nach den Medikamenten. Irgendwas, es war egal, aber Darak brauchte es jetzt dringend.

"Gib ihm nichts!" Der Nichtgenannte stürmte hinter Hauptmann Zitter in den Raum. Seine Bewegungen waren wieder geschmeidig und fließend wie Wasser. Jetzt befand er sich wieder in seiner Welt. Mit Schmerz kannte sich dieser Mann ja aus – zumindest hoffte Alma es, als sie ihn anbrüllte: "DANN MACH WAS, MASKENMANN!!!"

Der Nichtgenannte eilte an Daraks Bett, seine Maske ruhte einen Augenblick auf Alma. "Haltet seine Hand, Heilerin. Er sagte mir, Ihr seid ihm wichtig, also seid für ihn da." Alma nickte, nahm Daraks freie Hand und hockte sich ans Bett. Sie hätte sowieso nicht weggehen können. Noch immer krallte sich die andere Hand in ihr Fleisch, dass bereits dünne Rinnsale von Blut ihren Arm herab liefen.
Der Nichtgenannte beugte sich über Darak, packte sein Gesicht mit fester Hand und drehte es zu seiner Kupfermaske. "Sieh mich an", sagte er mit ruhiger, aber sehr fester Stimme. Er hatte sich vollkommen unter Kontrolle. "Du musst dich konzentrieren. Ich mag nicht vertrauenserweckend aussehen, aber jetzt bleibt dir wohl nichts Anderes übrig. Also vertrau mir und konzentriere dich. Lausche nur meiner Stimme. Das ist alles, was ich von dir verlange. Mich ansehen und lauschen."

Im Moment konnte Darak zumindest erstere Bitte – oder Befehl – perfekt befolgen, solange er die Augen offen ließ. Der Griff des Nichtgenannten ließ anderes gar nicht erst zu.
Dann begann dieser mit einem leisen, tiefen Summton. Die Klänge breiteten sich im Raum aus wie der Schmerz in Daraks Körper. "Du hörst mich", sprach er schließlich. "Du lauschst mir. Du hörst meine Stimme und spürst deinen Schmerz. Lass uns tauschen. Ich biete dir die Möglichkeit, mit mir zu sprechen. Rede mit mir. Dafür will ich deinen Schmerz. Gib ihn mir und ich lasse dich sprechen, werde deiner Stimme lauschen, solange du magst."

Das Angebot war nicht schlecht und vor allem trug der Griff des Nichtgenannten besonders dazu bei, dass sich Darak es wohl einmal überlegen würde. Seine Stimme, die noch immer von diesem leichten Summen begleitet wurde ... irgendwie lenkte sie ab. Wenn er auch sonst wohl nur noch Schmerz spüren mochte, so trat diese Stimme doch sehr klar in sein Bewusstsein.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 8. Oktober 2007, 01:16

Darak verkrampfte sich so massiv, dass es ihm die Sehnen durchspannte bis er fürchtete sie könnten gar reissen. So empfand er es zumindest. Er empfand ohnehin nur noch Pein und Schmerz und noch mehr Pein.

Sein angestrengtes Keuchen welches viel zu wenig Luft für seine beinahe platzende Lunge förderte hallte leise und kehlig durch den Raum. Er starrte Alma an, mit seinen weit aufgerissenen Augen und doch sah er sie vor lauter schwarzen Punkten und Quadrate kaum. Spürte jedoch, wie etwas warmes klebriges seine Fingernägel benetzte und er wusste instinktiv, dass es Blut war. Schliesslich hatte er in der letzten Zeit so oft geblutet.

<i>"ICH VERSPRECHS DIR, HÖRST DU? KONZENTRIER DICH AUF MEINE STIMME!"</i>

Keiner würde es ihm glauben, wenn er behaupten würde er hätte Almas Stimme in jenem Moment nur noch als leisen, entfernten Hauch wahrgenommen – schliesslich sass sie direkt neben ihm und brüllte ihm ins Ohr. Doch Schmerz betäubte und selbst eine Alma fand nur schwer zuflucht in jenes Reich – doch sie drang zu ihm durch – leise aber gezielt. Er nickte angestrengt und ängstlich. Sollte dies sein Ende sein? Sollte er so sterben müssen? Er wollte nicht… oder doch? Er wusste es nicht. Sah Alma fragend an. „S-oll… i-..ch.. lo..s..lassn?“ Würgte er heraus und glotzte sie an. Er fragte sie?! Er fragte die Heilerin ob er sich dem Schmerz ergeben sollte und dem Tod entgegentreten? Ja. Er fragte sie und solange er keine Antwort bekommen hatte, schien er sich zu weigern sich aufzugeben. Vielleicht suchte er… die verlorene Hoffnung in ihren Augen. Irgend einen Grund, warum er noch auf der Welt bleiben musste, was es noch wert war zu leben… und wenn es nur für seine Freunde war, damit nicht sie es sein würden, die ihn begraben mussten – obwohl er sich nichts anderes sehnlicher wünschte, als dass Freunde ihm die letzte Ehre bereiten würden. Nie hätte er gedacht, dass ihm dies jemals etwas bedeuten würde. Freundschaft… wahre Freundschaft, nicht Geschäftsbeziehungen oder Gaunergemeinschaften. Ein verzerrtes Lächeln bildete sich auf seinen Gesichtszügen, tränen strömten aus seinen Augenwinkeln. Seine Stirnvene trat so dick und pulsieren hervor, dass man glauben könnte sie versuchte mit aller Gewalt zu verhindern, dass das Blut einfach so aus der Stirn schoss.

„K…ann…nicht…m-e-h“ Ächzte er und brüllte gepresst vor sich her als er glaubte die Spannung, den Schmerz nicht mehr aushalten zu können. Er beugte sich fast schon wie eine Bretzel nach hinten durch und in seinen Ohren hörte er schon das drohende Knacken der Wirbelsäule – dann würde es auch nicht mehr drauf an kommen ob er noch Beine hatte.

Dann jedoch schien sich die Spannung zu verändern und die Muskeln zogen sich schmerzhaft zusammen. Er krächzte auf als er sich nun nach vorne hin durchbog. Seine Hände verrenkten sich nach innen, selbst seine Füsse knickten nach unten weg und sein Kopf beugte sich nach vorn. Er biss sich in seinem Krampf fest auf die Zähne so dass sie knirschten. Seine Arme drehten sich nach innen und somit auch schmerzlich an Almas Oberarm in welchem er sich mit eisernen Griff festgehakt hatte.

Wäre er doch nur vorher pinkeln gewesen. Selbst seine Innereien verkrampften sich und schmerzten, der Magen zog sich zusammen wie die Lungen einfach alles wurde von diesem alten Schmerz, den er so lange getragen hatte durchflutet. Der Preis für die zuvor empfundene Freiheit war grässlich hoch.

<i>"Gib ihm nichts!"</i> War es das? Sein Todesurteil? Würde der Nichtgenannte Alma daran hindern ihm zu helfen, weil er sich in ihm getäuscht hatte? Weil es ein Fehler gewesen war ihn mitzunehmen? Würde er ihn nun dafür verrecken lassen?

„A-L-M-A“ Flehte er eindringlich, es war das erste Mal, dass er nicht nach Elena geschrieen hatte… denn sie… war nicht da… dies wusste er inzwischen… und dieses Wissen schmerzte. Brauchte eine Antwort. Ein Zeichen. Irgendetwas damit er wusste, dass er sich gehen lassen sollte, es durfte ohne Feige zu sein. Doch er empfing nichts und so kämpfte er weiter. Quälte sich weiter. Stein Stumpf zuckte gleichermassen wie sein Bein. Es sah bizarr aus, wie ein Wurm dem man den Kopf abgeschlagen hatte.

<i>"DANN MACH WAS, MASKENMANN!!!"</i> Er starrte noch immer Alma an. War dies ihr Zeichen? Wollte sie, dass der Nichtgenannte ihn erlöste – ihm den Gnadenstoss versetzte, war dies Sinn und Quell ihrer Aussage?

<i>“Haltet seine Hand, Heilerin. Er sagte mir, Ihr seid ihm wichtig, also seid für ihn da."</i> Er begann zu zittern, nicht vor schmerz, nein es war die Angst die ihn beschlich nun doch zu sterben. Hier und jetzt. Wie viel Todesangst konnte ein freier Geist nur aushalten? Wie viele Traumata? Bei Darak kam schon einiges zusammen.

Er verzog sein Gesicht und schnaubte brüllend als der Nichtgenannte sein Kopf packte und ihn entgegen seiner brettharten Verkrampfung zu sich zog damit er ihn ansehen konnte. <i>"Sieh mich an"</i> Seine Stimme klang ungemein fest und ruhig und drang in Daraks Bewusstsein. Er öffnete seine Augen und fixierte die Kupfermaske die von vielen Punkten umspielt wurde. Seine Pupillen weiteten sich bereits. Er spürte wie die Krämpfe seine Energien anzapften und ihn erschöpften. Viel hatte er ohnehin nicht mehr in Reserve gehabt.

<i>"Du musst dich konzentrieren. Ich mag nicht vertrauenserweckend aussehen, aber jetzt bleibt dir wohl nichts Anderes übrig. Also vertrau mir und konzentriere dich. Lausche nur meiner Stimme. Das ist alles, was ich von dir verlange. Mich ansehen und lauschen."</i>

Er starrte ihn an. Oh doch er konnte anders. Schon wieder dieses Trotzige denken - nur hättte es ihm diesmal beinahe das Leben gekostet als bewahrt. Denn er schloss seine Augen. Merkte aber, wie die Entspannung die sich dabei anbahnte todbringend war. Wenn er sie zu lange geschlossen halten würde, so würde er sie nie wieder öffnen können. Daher tat er es jetzt, solange es noch einigermassen ging. Er sah den Nichtgenannten müde an.

<i>"Du hörst mich"</i> Darak nickte angestrengt.

<i>"Du lauschst mir. Du hörst meine Stimme und spürst deinen Schmerz.</i> Erneutes verkrampftes Nicken seitens des Foltermeisters. <i>“Lass uns tauschen. Ich biete dir die Möglichkeit, mit mir zu sprechen. Rede mit mir. Dafür will ich deinen Schmerz. Gib ihn mir und ich lasse dich sprechen, werde deiner Stimme lauschen, solange du magst."</i> Darak öffnete seinen Mund. Verformte seine bebenden Lippen. Seine wie Espenlaub zitternde Hand schüttelte jene Almas.

Seine Augen fielen ihm zu. Das Zittern wurde schwächer. Er lauschte jedoch. Lauschte dem Summen. „I..ch…wi..ll…sp…sprech…en.“ Brachte er bruchstückhaft hervor und gab so sein Einverständnis für den Tausch.

Über dessen Konsequenz er sich nicht bewusst war.
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Montag 8. Oktober 2007, 01:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Montag 8. Oktober 2007, 13:24

<i>"I..ch…wi..ll…sp…sprech…en."</i> Seine Lippen brachten kaum ein Wort heraus und dennoch wollte er Redner sein? Es würde ihn viel Kraft kosten und wie wollte der Nichtgenannte seinen Schmerz denn nehmen? Er zitterte bereits am ganzen Körper, so dass Almas Arm ziemlich durchgerüttelt wurde. Trotzdem ließ die Heilerin nicht los, drückte Daraks Hand gar auf sanfte Weise.

Der Nichtgenannte nickte indessen, doch Darak konnte es nicht mehr sehen. Seine Augen fielen zu, das Zittern wurde langsam schwächer. Jedoch war dies ein schlechtes Zeichen. Sein Körper machte schlapp, ergab sich dem Schmerz.
"Dem Handel wurde zugestimmt. Sprich nun, sobald du kannst." Und dann drückte der Nichtgenannte Darak die Kehle zu. Alma sprang von ihrem Stuhl auf. "WAS TUT IHR DA?!", kreischte sie wütend, doch er schüttelte nur den Kopf. "Ich besiegle den Tausch."

Darak spürte wohl, wie ihm die Luft abhanden kam. Er konnte nicht sprechen, denn er konnte kaum atmen. Jemand drückte ihm die Luftröhre ab. Der Schmerz versiegte in seinen Gedanken, denn etwas Neues trat groß und stark in sein Bewusstsein: ich will nicht ersticken.
Jeder Mensch besitzt einen natürlichen Überlebensinstinkt, der im letzten Moment einschreitet, um das schlimmste zu verhindern. Sogar bei Selbstmördern taucht dieser Instinkt auf, die Frage ist, wie stark er ist.
Daraks Überlebensinstinkt war sehr stark, denn er war aus seiner Sturheit und Zähigkeit geboren worden. Außerdem war es doch das gewesen, was er sich in der Folterkammer am meisten gewünscht hatte. Leben. Einfach nur Leben. So hielt sein Instinkt fest an diesem Wunsch an und verdrängte den Schmerz, der in Darak nistete wie eine Schar Seevögel.

Es funktionierte. Der Schmerz wich, suchte sich einen Weg aus diesem schändlichen Wirt, der ihn einfach mittels Überlebenswillen verdrängte. Und der Schmerz fand seinen Weg, einen neuen Wirt. Er glitt zu Daraks Hals hinauf, sammelte sich dort. Darak glaubte wohl, gleich ersticken zu müssen, auch wenn der Druck auf seine Luftröhre nicht zunahm. Aber all sein Schmerz war dort versammelt, dass er gar in eine Halbstarre verfiel. Und dann ... ichts mehr.

Der Druck auf seinen Hals löste sich, der Schmerz versiegte. Er wurde ruhig. Er fühlte sich gut, befreit von seinen Qualen. Und dann hörte er und spürte. Er fühlte Gewicht auf seinem verbliebenen Bein. Das Gewicht verlagerte sich stetig, rollte auf seiner Wade herum und über seinen Fuß. Und er hörte Keuchen, unterdrücktes Schreien.

Alma starrte auf Darak, dann auf den Nichtgenannten. Beide schienen ihr Verhalten getauscht zu haben. Darak lag ruhig im Bett, der Nichtgenannte wälzte sich auf seinem Bein, in Schmerz eingekerkert. "Argh!", keuchte er und hielt seine Arme eng um den Körper geschlungen. "Nicht ... erwartet .... so <i>viel</i> ... so viel ... Schmerz ...arrrgghhh!" Er wälzte wild umher und unter seiner Kupfermaske war sein Gesicht eine gequälte Fratze, die niemand sehen würde. "Alma ... Johann....kr...t."
Die Heilerin reagierte schnell. Sie ließ Daraks Hand los, denn diesem ging es nun offenbar deutlich besser. Sie kramte ihr Pillendöschen heraus und flößte hielt dem Nichtgenannten eine Pastille hin. "VERDAMMT!", knurrte sie, als ihr gewahr wurde, dass sie die Pastille schlecht durch eines der zum Atmen offenen Nasenlöcher der Maske schieben konnte. "Ich muss das Teil ABNEHMEN!" Sie berührte die Maske. Der Nichtgenannte packte ihr Hand. "N---n! Nur ... an ....hbn!"

So hob Alma die Maske ein Stück an. Man erhielt Einblick auf ein Kinn, an dem sich eine lange weiße Narbe entlang zog. Die Heilerin schob ihre dicken Finger unter die Maske und zum Mund. Sie warf dem Gepeinigten die Pastille ein. Dieser schluckte sie schnell und blieb dann abwartend auf dem Bett liegen, nur hin und wieder von einem leichten Anfall zusammengekrümmt. "Darak", keuchte er, "sprich ... ich höre zu." Die Wirkung der Pastille setzte ein. Der Nichtgenannte bewegte sich immer weniger, lauschte. Nur am stetigen Heben und Senken seines Brustkorbes erkannte man, dass er nicht bereits tot war.


<i>[Darak erhält 2% seiner Lebensenergie zurück]</i>

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 8. Oktober 2007, 17:01

Darak würgte vor sich her und starrte den Nichtgenannten an. Was würde er nun tun? Er hat schliesslich in den Tausch eingewilligt. Doch dann fielen ihm die Augen zu und er spürte wie sich sein Körper langsam dem Schmerz ergeben wollte. „Arh.“ Er begann sich zu entspannen, sein Zittern nahm ab. „E.lena..“ Keuchte er leise. Als er wegdämmerte. Ruhig atmete und spürte, welch Frieden das Sterben einem doch auch bieten konnten. Welch Akt der Gnade er doch war. Der Zustand, wenn der Schmerz endgültig aufhören würde. Er atmete tief ein… und wieder aus. Plötzlich jedoch drückte etwas seine Luftröhre zu. Er röchelte erstickend, riss seine Augen auf und begann herumzufuchteln. „Kch..kcch“ Gab er von sich.

Und starrte erst Alma, dann den Nichtgenannten panisch an. Spürte nicht, wie ihm so seine Lebensgeister erhalten blieben. Wie der Maskenmann dafür sorgte, dass er sich nicht dem Schmerz ergab.

Er gurgelte vor sich her spürte aber wie der Schmerz auf verwirrende Weise schwächer, ja gar von seinem Überlebensdrang verdrängt wurde. Doch dann intensivierte er sich noch ein letztes Mal an seiner Gurgel. Darak wurde dunkelrot im Gesicht, seine Lippen eisblau. Er erstarrte. Gleich würde es vorbei sein, befürchtete er und tatsächlich war es so. Mit einem Schlag war er frei und er glaubte… tatsächlich tot zu sein. Er atmete tief durch, entspannte sich völlig. Seufzte erleichtert auf und öffnete erneut seine Augen. Er hätte nicht gedacht im Totenreich gleich wieder auf Alma zu treffen. Verdutzt sah er sie an. „Du?!“ Meinte er nur und hörte, ja sah auch den Nichtgenannten wie er sich vor Schmerz krümmte und wälzte. Er verstand nicht.

<i> "Nicht ... erwartet .... so viel ... so viel ... Schmerz ...arrrgghhh!"</i> Keuchte der Maskenmann vor sich her. Verwirrt hockte er sich im Bett auf und starrte auf seinen sich Krümmenden Lehrmeister nieder welcher da nach Johanniskraut flehte, welches er ihm selbst vorhin verboten hatte. Alma versuchte gerade ihm die Pastille einzutrichtern, doch aufgrund der Maske ging dies schlecht. Sie hob sie ihm leicht an, eine weisse Narbe kam zum Vorschein. Darak runzelte die Stirn.

„Was ist passiert?!“ Er starrte auf den Nichtgenannten und merkte schliesslich, dass dieser sich genau so verkrampfte wie vorhin. Wie war das nur möglich? Wie konnte dieser Mann nur seinen Schmerz aufnehmen…. Und ihn aushalten… neben den eigenen die er haben musste?

Kein Wunder war es ihm zuviel. „Alma… tötet es ihn?!“ Fragte er gehetzt. „Nichtgenannter, hör mir zu, lausche mir und antworte!“ Knurrte er nervös. „Warum tust du das? Warum willst du meinen Schmerz haben? Warum hast du Alma nicht gewährt mir die Pastillen zu geben? Was gibt dir mein Schmerz?! Hörst du meine Fragen Nichtgenannter? Lauschst du mir häh?!“

Er kam sich vor wie bei einem seltsamen Verhör.

„Was willst du von mir?! Sag es mir endlich! Wer bist du wirklich und was verbirgst du unter deiner Maske Pirat! Wie können wir… DIR helfen?!“ Keuchte er schliesslich und sah Alma besorgt an. „Du willst mir doch nicht wirklich den Schmerz nehmen oder? Kannst du ihn wirklich für immer von seinem Besitzer nehmen?“

Er starrte auf seinen Beinstumpf. Nein, dass konnte er vermutlich nicht. Dachte er betrübt und vielleicht wäre es auch nicht Richtig.

Er blickte unruhig zu Alma, wusste nicht was er weiter tun sollte, was er noch sprechen sollte. „Was soll ich ihm sagen?!“ Fragte er sie und blickte auf ihren blutenden Arm.

"Er gehört nicht euch, gebt ihn mir zurück... ich kann ihn tragen." Meinte er schliesslich.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 9. Oktober 2007, 02:20

<i>"Was ist passiert?!"</i> Darak starrte auf den Nichtgenannten. Der krümmte sich auf der Decke, drückte sein Gesicht gegen Daraks verbliebenes Bein und ächzte ungehalten. Der Druck war schmerzhaft, demnach konnte der Maskierte nicht allen Schmerz Daraks in sich aufgenommen haben. Aber scheinbar war es genug.
<i>"Alma ... tötet es ihn?"</i> Die dicke Heilerin drehte sich zum Nichtgenannten, dem sie eben noch die Pastille verabreicht hatte. Sie ließ die Maske ein Stück weit oben, glaubte, er müsse jetzt besser atmen können. Aber der Nichtgenannte drückte die Kupfermaske nur wieder auf sein Gesicht herunter. "Nicht", keuchte er dabei. War die Maske <i>sein</i> Schutz, wie es für Darak der Helm war? Mehr Schutz vor dem oder den Kindern, die <i>er</i> angeblich gemordet hatte, als dass sie einschüchtern und ihn unnahbar wirken lassen sollte?
Alma zog ihren Arm zurück. Das Blut erreichte bereits die Bettwäsche und ihr Kleid war ebenfalls schon damit befleckt. Die Heilerin kümmerte sich nicht darum. Patienten standen immer im Vordergrund. Danach konnte man ihnen die Nieren heraus schneiden, um sie für sich selbst zu nutzen, sollte es nötig sein.

<i>"Nichtgenannter, hör mir zu, lausche mir und antworte! Warum tust du das? Warum willst du meinen Schmerz haben? Warum hast du Alma nicht gewährt, mir die Pastillen zu geben? Was gibt dir mein Schmerz?! Hörst du meine Fragen, Nichtgenannter? Lauschst du mir, häh?!"</i>

Er nickte. Ja, er hörte ihn, auch wenn er gleichzeitig mit dem Schmerz Daraks kämpfte. Dann hob er eine verkrampfte Hand und legte sie auf die Daraks. Er wollte dessen Hand drücken, schaffte es jedoch nicht. Das Kupfergesicht drehte sich in seine Richtung. "Verstehen ... dich ... wegen ... Valrock ... brauch dich ..." Mehr sagte er nicht, denn ein neuer Schüttelkrampf des Schmerzes erfasste ihn. Die Pastille reichte offensichtlich nicht, um ihm all seine Pein zu nehmen.
Alma schnappte nach der Hand des Nichtgenannten und fühlte dessen Puls. Ihr Gesicht verzog sich, ihre Miene zeigte alma'sche Besorgnis.
Der Maskierte entriss ihr die Hand, legte sie wieder Richtung Darak, traf aber nur einen Teil seines Stummels.

<i>"Was willst du von mir?! Sag es mir endlich! Wer bist du wirklich und was verbirgst du unter deiner Maske, Pirat!"</i>
Der Maskierte schüttelte langsam den Kopf. "Kein ... nicht mehr ... Pirat ... vorbei. Bin ... Nichtgenannter." Er brabbelte wirr, so wie man es schon von Darak her kannte, wenn dieser vom Schmerz übermannt wurde. "Will ..." Er verstummte, keuchte. Dann ballten sich seine Hände zu Fäusten. Eine davon ruhte auf Daraks Beinstumpf.

<i>"Wie können wir ... DIR helfen?!"</i> Daraks Blick huschte zu Alma. Die kramte bereits eifrig in ihrer großen, schwarzen Tasche. Die hatte die ganze Zeit über neben dem Bett gestanden. Groß und schwer ... sie passte zu Alma.
<i>"Du willst mir doch noch wirklich den Schmerz nehmen, oder? Kannst du ihn wirklich für immer von seinem Besitzer nehmen? Er gehört nicht Euch, gebt ihn mir zurück... ich kann ihn tragen."</i>
Der Nichtgenannte knurrte. "Aaaaarrrrgh!", brachte er hervor und verkrampfte sich. Dann zog er seine Beine an, der Kopf ruhte noch immer auf Daraks Wade. Er zog die Arme zu sich und versuchte, sie in die Position zu bringen, die Darak bereits kannte. Was?! Wollte dieser Kerl jetzt tatsächlich meditieren?! Er formte die Hände zu einer Schale und drückte sie langsam nach unten. Dabei krächzte und japste er immer lauter. Schließlich löste er die Hände voneinander und keuchte angestrengt. "Fenster .... auf ..."

Hauptmann Zitter, der die ganze Zeit stillschweigend und wie erstarrt im Raum gestanden hatte, bekam endlich die Gelegenheit, etwas Gutes zu tun. Er stürmte zu dem kleinen Baumfenster und riss es auf. Frische, kalte Luft drängte sich in den Raum, vertrieb die Stickigkeit ... und mit ihr abgegebenen Schmerz.
Der Nichtgenannte atmete tief durch. "Besser", brachte er kaum hörbar heraus. Anschließend schüttelte er ganz langsam den Kopf. "Kann dir den Schmerz nicht für immer nehmen. Er kommt ... wieder. Nur du ... kannst. Meditation ... Weg des Schmerzes, anderer Pfad." Der Nichtgenannte drehte sich auf den Rücken. Seine Brust hob und senkte sich in tiefen Atemzügen. "Gute Wahl", sprach er vor sich hin. "Es war kein Fehler, dich zu wählen. Valrock ... deine Zeit kommt." Er drehte erneut den Kopf. Die Kupfermaske ruhte auf Daraks Gesicht, der Nichtgenannte schaute ihn an. Dann legte er wieder seine Hand auf den Stumpf. Niemand wusste, dass der Mann hinter der Maske lächelte. "Die Zeit kommt ... auf zwei Beinen."

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 9. Oktober 2007, 03:52

Darak hockte verwirrt und auch selbst völlig erschöpft im Bett und beobachtete gebannt die Szenerie, wie der Nichtgenannte sich wand vor Schmerz und sich verkrampfte… seinem Schmerz. Der eigentlich ihm gehörte. Da spürte er wie die bebende Hand auf seine patschte, er wollte sie gerade ergreifen und drücken doch da schüttelte es den fremden Lehrmeister, von dem er nicht einmal den Namen wusste. Selbst ein Kerl wie Darak Luthrokar war in der Lage sein eigenes Leid – sein eigenes fehlendes Bein zu vergessen, wenn er sah, dass ein ihm wohlgesinnter Mensch am verrecken war. Besorgt starrte er den Nichtgenannten an und fühlte sich so schrecklich Machtlos, was sollte er nur tun? Was konnte er überhaupt noch tun? Das Kupfergesicht drehte sich zu ihm und starrte ihn an. Er starrte zurück – fragend und besorgt. So oft hatte man ihn besorgt angesehen, jetzt war er es der so guckte. <i>"Verstehen ... dich ... wegen ... Valrock ... brauch dich ..."</i> Er runzelte die Stirn. Allein schon der Name dieses Bastards liess ihn ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen und dann noch in Verbindung mit ihm selbst… das war nicht gut. Er hatte schon genug unliebsame Bekanntschaft mit diesem Foltermeister gemacht – drei Mal war genug und doch schien der Nichtgenannte ihm irgendetwas über den Foltermeister sagen zu wollen… aber was? „Was ist mit Valrock?“ Wollte er wissen.
Daraks Blick wanderte zu Almas Hand als sie den Puls des Mannes fühlte er sah sie fragend an und erkannte ihre Besorgnis. „He du! Nicht schlappmachen! Nicht… feige sein!“ Er zuckte kurz zusammen als die verkrampfte Hand des Nichtgenannten seinen Stummel traf. Er starrte gebannt darauf. „Nein.“ Jetzt war nicht die Zeit dafür, nicht die Zeit um zu erschrecken. Er löste seinen Blick und wandte sich wieder dem Leidenden zu. Er erkannte sofort was dieser hier probierte als er sich zusammenfaltete. „Das kann nicht funktionieren!“ Hauchte er fassungslos vor sich her als er sah wie der Mann seine Hand zur Schale formt. „Und dann? Er kommt zurück Meister!“ Nur, wer würde es dann treffen? Ihn… oder den Nichtgenannten? Nun ja es war mit Sicherheit sein Schmerz, er hatte seinen Lehrmeister nur vorübergehend als Wirt genutzt.
<i>"Fenster .... auf ..."</i> Darak ahnte was nun kommen mochte und er hoffte inständig, dass es auch gelingen würde. Er sah jedoch auch, wie Almas Arm wacker das frische Laken vollsaute so dass er sich kurzerhand dazu entschloss den Bezug seines Kissens zu ruinieren und ihr diesen hastig – vielleicht sogar ohne dass es die Heilerin merkte, um den Arm zu wickeln. Er hatte gewaltige Kräfte entwickelt gehabt, die da auf ihre Haut eingewirkt haben, es sah nicht gerade angenehm aus.
Indes stürmte Zitter zum Fenster und riss es auf und mit der Luft die einzog, lichtete sich auch der Schmerz. Der Nichtgenannte entspannte sich sichtlich, Darak zog ihn zu sich hoch und stützte ihn, hielt ihn fest wie ein Vater seinen Sohn… obwohl der Foltermeister ein merkwürdiges Bild eines Vaters abgab, dennoch wirkte er schützend.
"Besser“ „Ja… so siehst du auch aus… besser, auch wenn man nicht viel von dir sieht Maskenmann.“ Flüsterte Darak ihm ruhig zu. Vermutlich sahen sie nun beide etwa gleich bleich aus.
<i>"Kann dir den Schmerz nicht für immer nehmen. Er kommt ... wieder. Nur du ... kannst. Meditation ... Weg des Schmerzes, anderer Pfad."</i> „Anderer Pfad? Was meinst du damit?“
Der Mann drehte sich auf den Rücken – auf Daraks Bett – sein Kopf drückte sogar gefährlich auf seine Blase. „So ne verfluchte…“ Fluchte er leise und sah Alam an, errötete leicht. „N-nichts.“
<i> "Es war kein Fehler, dich zu wählen. Valrock ... deine Zeit kommt."</i> Darak runzelte erneut die Stirn. <b> Was zur Hölle brabbelt der nur die ganze Zeit von Valrock? Doch die Rache von der er von sich selbst behauptet hat, dass sie nicht sein Weg wäre?</b>
Sein Lehrmeister starrte ihn wieder an. <i> "Die Zeit kommt ... auf zwei Beinen."</i> Daraks Augen wurden glasig. Er tätschelte die Schulter des Nichtgenannten. „Ich bin nicht die Zeit...“ Murmelte er leise. „Ich gehe nirgendwo hin verstehst du? Ich kann nicht mal auf den verdammten Abort gehen oder zu einem Busch um zu pinkeln! Verstehst du?!“ Keuchte er und seufzte.
„Aber… ich weiss, dass ich dir vertrauen kann Nichtgenannter.“ Sprach Darak müde. Die letzte Zeit hatte viel von der gesamten Gruppe abverlangt.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 9. Oktober 2007, 10:38

Der Nichtgenannte hatte die Frage gehört, war jedoch im Augenblick noch nicht imstande, sie zu beantworten. Was ist mit Valrock? Wenige Worte, hinter denen so viel stand. Darak verlangte geradezu endlich nach Antworten. Antworten, die der Nichtgenannte ihm hatte geben wollen, aber nicht jetzt und nicht so. Er wand sich unter dem Schmerz. Es sah nicht gut aus. Vielleicht würde der Nichtgenannte mit Daraks Belastung nicht fertig. Darak sprach mit ihm.
Sie hatten einen verhältnismäßig guten Tausch vollzogen, denn der Maskierte hatte eingewilligt, ihm so lange zuzuhören, wie Darak es wollte. Und der sprach jetzt, redete auf ihn ein, er solle nicht schlapp machen ... nicht feige sein.

Aber der Nichtgenannte zeigte sich keineswegs feige. Eher versuchte er, den Schmerz abzugeben. Seine Mediation durchzuführen. Er hielt es mit der Masse des Schmerzes nicht aus, ein Teil musste fort. Auch wenn er wusste, dass es wiederkam. Im Gegensatz zu Darak hatte er jedoch eine längere und intensivere Unterweisung erhalten. Der Nichtgenannte hatte nur anfangs nicht erwartet, <i>wieviel</i> an Schmerz Darak tagtächlich mit sich trug. Es war so viel, so unglaublich viel. Aber dieser Schmerz brachte ihm die Überzeugung, in Darak den besten Schüler jeher gefunden zu haben. Keiner derer, die ihn jemals begleitet haben, wenn auch nur für kurze Zeit, war so intensiv vom Schmerz geprägt. <b>Er ist perfekt. Ich brauch ihn. So dringend.</b>

Endlich stand das Fenster offen und der Schmerz schwand mit der stickigen Luft. Er würde zurückkehren, dann aber waren sowohl der Nichtgenannte, als auch hoffentlich Darak darauf vorbereitet. Sie beide wussten nun, welch gigantische Welle über sie hereinbrechen könnte ... und vermutlich auch würde.

Darak hatte inzwischen den Bezug seines Kissens von selbigem losgerissen und Alma wie einen Verband angelegt. Die Heilerin registrierte es, sagte aber nichts dazu. Nur ein Blick flog zu ihrem Patienten hinüber, der besagte: Danke für die Mühe.
Dann schaute sie wieder zum Nichtgenannten, der n Daraks Armen hing und leise keuchte, dass es ihm nun besser ging.

<i>"Ja ... so siehst du auch aus ... besser, auch wenn man nicht viel von dir sieht, Maskenmann."</i> Der Nichtgenannte bewegte sich leicht. "Nimm sie nicht ab", bat er mit heiserer Stimme. Sie <i>war</i> also ein Schutz, die Maske. Und er brauchte sie jetzt sehr dringend. Es erinnerte Darak womöglich an den Moment in Almas Haus. Als er nackt auf ihrem Sofa hockte und seinen Helm gebraucht hatte – nach seinem Anfall in ihrem Keller.

<i>"Anderer Pfad? Was meinst du damit?"</i>
Der Nichtgenannte atmete mehrmals tief durch, ehe er antwortete. Seine Stimme kam nur leise säuselnd aus ihm heraus. Scheu wie ein Mäuschen und so schwach, furchtbar geschwächt. "Wege, den Schmerz umzuleiten. Die Kraft des Schmerzes zu nutzen, um Kraft zu produzieren anstatt dass sie ... kostet. Ein Pfad ... den du nicht ... kennst." Und dann drehte er sich ächzend, landete auf Daraks Blase, die dem Druck nicht mehr lange standhalten würde. Seit der Ankunft am See waren einige Stunden vergangen und Darak brauchte dringend einen Busch. Langsam kehrte auch in seinen Körper Schmerz zurück – der Schmerz einer randvollen Blase, die dringend entleert werden musste. Und dann gab der Nichtgenannte einen vielsagenden Satz von sich. Darak konnte nicht recht glauben, was der Kerl ihm da prophezeite. Die Zeit käme zu Valrock und sie käme auf zwei Beinen!

<i>"Ich bin nicht die Zeit ..."</i>, meinte er nur. Doch der Nichtgenannte schüttelte den Kopf. "Es juckt doch ... es wächst ... lass dich zum See tragen ... baden ... im magischen Wasser Florencias. Lebendes Wasser, göttlich. Du sagst, du vertraust mir. Sieh zu, dass du pinkelst und nimm ein Bad! Ich ... bin müde."
Das war alles, was er noch sagte. Ein Ächzen verließ seine Kehle. Ob er die Augen geschlossen hatte. Jedenfalls wurde er still und der Körper entspannte sich etwas.

"Leg ihn in dein Bett", meinte Alma fast sanft. Sie stand auf. "Na los, ich trag dich. Die werden hier ja wohl einen Abort im Heilerhaus haben!"
Hauptmann Zitter trat ans Bett. "Ich warte hier und beobachte ihn", meinte er mit einem Blick zum Nichtgenannten, der darauf nicht antwortete, sondern tief und ruhig atmete.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 9. Oktober 2007, 13:02

Darak war verwirrt über die Worte seines Lehrmeisters, was den anderen Pfad betraf. Aber momentan war offensichtlich nicht mehr aus ihm herauszukriegen. Doch dann gab er ihm eine Anweisung die sein Herz schneller schlagen liess.
<i>Es juckt doch ...</i> „Ja es kribbelt.“ Pflichtete er ihm ruhig bei. „Es kribbelt um den Stummel ja, als verspottet mein Körper sich selbst.“ Grummelte er düster.
<i>“Es wächst ...“</i> Darak keuchte verzweifelt und wütend zugleich. Wie sollte er solchen Worten Glauben schenken, nach allem was geschehen ist? Zudem…“Ich BIN keine verdammte PFLANZE!“ Brüllte er den Nichtgenannten mit starren und weit aufgerissenen Augen an. „Da wächst nichts! Es ist weg! Versteht doch! Zerfressen!“ Keuchte er vor sich her und hielt sich den Kopf. Er spürte wie seine Halsvenen pochten. Er wollte ja daran glauben, dass ein Bein einfach so nachwachsen würde… oh ja… aber mit Glauben war er bisher nicht sonderlich weit gekommen. Genau so wenig wie mit Hoffnung. Hatte beides ihn nur in eine fürchterliche Sackgasse geführt. Doch der Nichtgenannte liess nicht locker. <i>„Lass dich zum See tragen ... baden ... </i> Er verdrehte die Augen. Schon wieder baden? Und dann auch noch in DIESEM See?!
<i>“Im magischen Wasser Florencias. Lebendes Wasser, göttlich.“</i> „Oh ja ich habe mir die MAGIE dieses Wassers schon zu Gemüte geführt, sie hinterlässt wahrlich einen bleibenden Eindruck!“ Brüllte er schliesslich. „Florencia jaaa… die Göttin welche den Krüppeln dumm zulächelt HAH! Ja ein vortreffliches Säurebad hat sie hier mitten in diesem verfluchten Wald, mit diesen dämlichen Vögeln und was weiss ich! HAH!“ Keifte er los.
<i>„Du sagst, du vertraust mir. Sieh zu, dass du pinkelst und nimm ein Bad!“</i> Er starrte den Nichtgenannten an. „Ich soll mich DORT reinsetzten?“ Offensichtlich verlangte sein Lehrmeister ziemlich viel von seinem Schüler ab, denn Darak…. Hatte panische Angst vor diesem See, kein Wunder, musste er schliesslich in jenem Gewässer mit eigenen Augen zusehen wie sein Bein auf bestialische Art und Weise zersetzt wurde. Sich diesem unglückbringenden Gewässer noch einmal zu nähern und wieder mit dem Glauben an eine Heilung – war für ihn blanker Irrsinn.
Dem Nichtgenannten vertraute er vielleicht… aber den Göttern? „Niemals!“ Seine Nackenhaare sträubten sich. Er sah den Nichtgenannten an.
<i>“Ich ... bin müde."</i> „Ja… ruh dich aus… Freund.“ Sagte er ruhig. Dann verstummte der Nichtgenannte, doch die Tatsache, dass der Mann atmete beruhigte den Foltermeister. Er kratzte sich verwirrt den Schädel. Noch nie hatte er sich so um andere gesorgt wie in letzter Zeit. Es war ihm immer egal gewesen…. Er spürte, wie sehr er sich veränderte… und dies alles dank Elena die den Anstoss dazu gegeben hat. Sie, die nun nicht da war.
Er zog seinen Lehrmeister weiter ins Bett und hockte sich mühsam an den Bettrand damit Alma ihn aufnehmen konnte. Er starrte darauf auf ihren Arm. „Das mit deinem Arm… das… äh… tut mir Leid.“ Er streckte seine Hand Alma entgegen. „Aber Vorsichtig bitte!“ Keuchte er. Mit einer gerammelt vollen Blase aufgehoben und getragen zu werden ist nicht gerade angenehm… und ziemlich… drückend. Nicht dass noch… was geschah, was er wohl nicht überleben würde. So hiess es wohl, zusammenklemmen.
Er sah zu Zitter. Überlegte sich ob er seinen Helm einfordern sollte… liess es dann aber sein. Für Alma wäre dies ohnehin eher hinderlich da sie wohl ständig an das Horn anstossen würde… und Alma… wollte er definitiv mit KEINEM Horn anstossen. So sehr er sie auch mochte. Als… na ja als Alma… als Heilerin… als Freundin.
„Ich setzt mich bestimmt nicht… auf ein solches Elfenklo!“ Was DAS anbelangte war Darak ziemlich pingelig. Er war sich an Büsche gewohnt. Büsche der unterschiedlichsten Art. Oder aber an Aborte bei denen man(n) stehen konnte.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 9. Oktober 2007, 13:53

Daraks Herumgefluche über die Tatsache, dass er nochmal im Sternensee baden gehen sollte, weil sein Beinstumpf angeblich wuchs, bekam der Nichtgenannte nur noch mir halben Ohr mit. Die Schmerzen hatten ihn mehr angestrengt als geglaubt und er brauchte jetzt dringend Ruhe. Hauptmann Zitter würde ja bei ihm bleiben und irgendwie hatte sich der Nichtgenannte die ganze Zeit über wenig hilflos gezeigt – unter Schmerz und Pein zwar, ja, aber wenig hilflos. Irgendwie hatte er gewusst, was zu tun war.

Und Alma wusste dies jetzt auch. "Wenn du mich vollpinkelst ...", drohte sie und hob Darak wieder auf ihre Arme, wobei sie ihr Gesicht kurz verzog. Sein Griff musste tiefer ins Fleisch gedrungen sein als anfangs gedacht. Aber bis auf die kurze Fratze ließ sich die dicke Heilerin nichts anmerken. Langsam trug sie ihn aus dem Zimmer und erneut die Stufen hinunter ins Erdgeschoss – wenn man es bei einem Baumhaus so nennen konnte.

"Uff, das wird ein weiter Weg. Ich werde Pausen einlegen", schnaubte sie bereits jetzt. Ja, auch eine Alma brauchte mal dringend Schlaf. Die letzten Stunden hatten an ihnen allen ihre Spuren hinterlassen. Bei der Tonne von Frau waren es nebst Erschöpfung dunkle Ringe unter den Augen und ein sehr penetranter Schweißgeruch. Darak kam letzterem sehr nahe, denn in seiner getragenen Position fand er sich an Almas prallem Busen und vor allem den Achselhöhlen wieder. Doch seine Blase drückte so intensiv, dass ihm jetzt wohl auch das Recht war, Hauptsache, es tauchte bald ein Busch oder ein vernünftiger Abort auf.

Alma trug Darak nach draußen. Der Tag war inzwischen weiter angebrochen, doch die Sonne zeigte sich nicht. Der Himmel hing als graue Masse über ihnen, teils durchsetzt von ebenso schummrig aussehenden Wolken. Wenigstens wehte kein Wind, es war angenehm frisch. Solches Wetter mochte Lebensgeister wecken, bei Darak drückte es nur zusätzlich auf sene Blase. Aber Alma eilte sich. Rasch spazierte sie einfach zum Rand des Elfendorfes und ließ Darak dort bei einigen Büschen sachte ab. Sie lehnte ihn halb gegen einen Baum, halb stützte sie ihn weiterhin, denn sein krüppeliges Bein vermochte sein Gewicht nicht allein zu tragen. Trotzdem erwies sie ihm den Respekt gewisser Intimität, denn sie stützte ihn, ohne in tiefere Bereiche zu schauen. Alma interessierte sich gerade jetzt besonders für die Krone des Baumes, unter dem sie standen. Dennoch fragte sie: "Soweit geht es allein oder muss ich da was HALTEN und SCHÜTTELN?"

Alma versuchte sich abzulenken, während Darak de geschäftlichen Dingen des Lebens nachgehen sollte. Sie schaute sich im Dorf um. Noch waren nicht viele Elfen auf den Beinen. Sie entdeckte lediglich einen jungen Elfenjäger, der sich auf die Pirsch machte und eine blonde Elfe in schwarzer Ledertracht führte einen kleinen Ladewagen vor sich her, auf dem große Heuballen gestapelt waren. Neben ihr wanderte ein weißes Pferd. "Hmmm", murmelte Alma leise und betrachtete die Elfe. "Da kommt mir doch ... Darak, kannst du dich allein am Baum halten? Ich muss mal kurz weg."

Alma marschierte zu der Elfe hinüber und begann mit ihr zu sprechen. Obwohl die Heilerin über ein sehr lautes Sprachorgan verfügte, unterhielten sich die beiden Frauen in normaler Lautstärke, so dass Darak nicht hörte, was sie sagten. Alma zückte plötzlich eine kleine Börse und drückte der Elfe mehrere Münzen in die Hand. Die Elfe eilte sich, mit ihrer Ladung und dem Pferd fortzukommen. Dann kehrte sie mit dem kleinen Ladekarren wieder und schüttelte Alma die Hand.

Die Dicke nickte, nahm den Ladewagen und kehrte zu Darak zurück. "Schau mal!", zeigte sie stolz auf ihre Errungenschaft. "Kein Räderstuhl, aber für's erste wird es reichen." Der Ladewagen war im Grunde nichts als ein breites Brett auf Rädern, an dem eine Schiebehalterung aus Holt angebracht war. Da hatte Almas fahrender Stuhl wirklich mehr Luxus besessen.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 9. Oktober 2007, 17:45

<i>"Wenn du mich vollpinkelst ..."</i> Oh er würde sich davor hüten! Lieber würde er wohl platzen als SIE vollzupinkeln, aber als sie ihn aufhob und schulterte brauchte dies doch einiges an Selbstbeherrschung, schliesslich drückte die Schwerkraft nach Unten und traf so auf Almas fleischigen Widerstand. Er gurgelte vor sich hin. „Vorsichtig verdammt!“ Keuchte er angestrengt sein Kopf drückte sich geradewegs gegen Almas Busen. Er starrte ihn an. Roch ihren Schweiss. Aber die wirkliche Tortur waren die einzelnen Treppenstufen. Das runtersteigen der Stufen versetzte ihm jedes Mal ein erneuter zusätzlicher Druck auf die Blase.
Erste Stufe: „Verdamm.“
Zweite Stufe: „Verflucht.“
Dritte Stufe: „Argh.“
Vierte Stufe: „Uuhhmm Alma!“
Fünfte Stufe: „Elendige Mistblase.“
Sechste Stufe: „Uhhrrr.“
Der Baum hatte einige Stufen bis sie unten ankamen. Noch hatte er das was unbedingt raus musste erfolgreich in sich behalten können. Endlich gelangten sie nach draussen und je näher sie sie den erlösenden Büschen kamen um so stärker wurde auch sein Harndrang. „Uuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuhhhh“ Gurgelte er vor sich her, was hatte er sich auch dabei gedacht es sich so lange zu verkneifen? Er hätte sich selbst dafür treten… nein… DAS hätte er nicht gekonnt.
Zum Glück waren noch nicht so viele Leute unterwegs, welche die Heilerin sehen konnte die den Sklaventreiber vor sich hin schleppte. Er krallte sich noch immer an ihr Fest kriegte dabei irgend eine Speckwabe zu fassen – griff Möglichkeiten bot die Frau ja genug. Schliesslich erreichten sie endlich den Dorfrand und die Heilerin setzte ihn ab, sein Bein drohte bereits einzuknicken, doch sie stützte ihn. Er war sich nicht gewöhnt zu pinkeln… wenn…eine Frau direkt neben ihm stand, er schätzte es ihr hoch an, dass sie wenigstens auf die Baumkrone starrte, zur Not musste er sich nun mal überwinden.
<i> "Soweit geht es allein oder muss ich da was HALTEN und SCHÜTTELN?"</i>
„Nein nein geht schon GEHT schon! Guck einfach... da hoch und halt mich!“ Brummte er hastig.
Viel auszuziehen brauchte er ja nicht, hatte er ja schliesslich nur seine Unterhosen an. So konnte er sich gut mit einer Hand festhalten. Einige Zeit passierte einfach nicht, da Darak sich durch Almas Anwesenheit nicht entspannen konnte, doch schliesslich ergab er sich doch der Not seiner beinahe Platzenden Blase und so nahmen die Dinge ihren natürlichen Lauf..„Aaahhhrrr.“ Gab er gerade erleichternd von sich als er den Druck endlich lösen konnte, doch dann… WAS HATTE SICH ALMA NUR DABEI GEDACHT. Liess sie ihn MITTEN in seiner Verrichtung los und stürmte davon. „Aaa.a.a..lmaaa!“ Keuchte er als sein schwaches Knie einknickte und er einfach seitlich umkippte und krachend auf dem Boden landete. Dass er sich dabei mächtig verzielte stand wohl ausser Frage. Nun brauchte ER bestimmt noch ein Bad. „VERDAMMT!“ Fluchte er vor sich hin und zog sich wieder an, während er sich etwas von der „unfreiwillig markierten“ Stelle wegrobbte.
Keuchend blieb er liegen und verfluchte dieses verkrüppelte Bein welches ihn partout nicht tragen wollte – noch nicht mal zum Pinkeln! Ausserdem war es hier draussen ziemlich kühl – er sollte sich wirklich angewöhnen sich ab und zu mal was anständiges Anzuziehen, seit Andunie war er stetig halb Nackt unterwegs gewesen. Oder in der einfachen Mönchskutte .
Da kehrte Alma zurück und präsentierte ihm stolz den Ladekarren. Er schaute sie vorwurfsvoll an und grummelte vor sich her ehe er sich mühsam auf den Karren zog und grimmig darauf hocken blieb. „Nicht mal zum pinkeln kann ich stehen so ne verdammte Sauerei!“ Fluchte er vor sich her. Seine Unbeholfenheit traf ihn tief.
Wenigstens jedoch war der Druck verschwunden.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 9. Oktober 2007, 21:06

Alma kehrte mit dem Ladekarren zu Darak zurück und ... schmunzelte. Zugleich blickte sie ihn aber auch mit diesem "Typisch-Mann"-Gesicht an, das wohl jede Frau mindestens einmal im Leben auflegte. Sie starrte an ihm herunter und auf die feuchten Hautstellen. "Markieren Männer seit neuestem auch noch sich selbst", grunzte sie amüsiert. "Ich hätte wohl DOCH halten sollen." Dann aber half Alma ihrem Patienten auf die Ladefläche des kleinen Wagens uns tätschelte seinen Kopf wie bei einem Kleinkind, dessen Süßigkeit vom Nachbarshund geklaut worden war. "He, es tut mir leid", brummte sie. "Aber jetzt sollten wir wohl ganz schnell zum Wasser runter, bevor du zu stinken beginnst."

Alma postierte sich hinter der Schiebevorrichtung und rollte den Wagen aus Eldar hinaus. Dann aber blieb sie plötzlich stehen. "Ich habe da eine abgrundtief durchtriebe Idee. Halt dich fest."
Wunderbarer Ratschlag. Woran sollte sich Darak denn festhalten? Auf dem Wagen gab es nichts außer der Schiebevorrichtung. Musste er sich also dort festkrallen. So konnte er aber auch das adrenalingetränkte Blitzen von Almas Augen sehen. Nervenkitzel funkelte darin und mit einem Mal nahm die dicke Heilerin Anlauf. Sie rannte und rannte, der Wagen wurde beträchtlich schneller und schließlich sprang sie mit auf, dass der Karren durch ihr Gewicht nur noch mehr angetrieben wurde.
"HUUUUUIIIIIIII!"

Ein Wunder, dass er nicht krachte. Stattdessen sausten Alma und Darak auf ihrem fahrbaren Untersatz durch den Wald. Die Heilerin lenkte ein wenig, was bedeutete, dass sie immer nur ganz knapp den Baumstämmen und tief hängenden Ästen entkamen. Der Fahrtwind war eisig und Darak mochte wohl frösteln. Alma hingegen lachte, bis sie nahe des Sees zu stehen kamen, weil der Karren in eine Moosfläche hinein rollte. "Wuuuuhhh, was für ein Spaß und schnell ging es auch noch. Alles in Ordnung?" Sie kletterte vom Wagen, der nun im Stillstand beträchtlich unter den Fettmassen ächzte. Dann hob sie Darak vorsichtig an und trug ihn Richtung See. "Ein schnelles Bad und anschließend rubbel ich dich trocken. Hab extra noch die Pferdedecke der Elfe mitgenommen. Ja, ich hätte mal an Handtücher denken sollen. Nun gut. Ich kann auch zurück ins Dorf gehen und welche holen, während du badest."

Am See war es ruhig. Ein paar Seetaucher auf Durchreise in den Süden schwammen in kurzer Pause auf dem Wasser. Die Oberfläche spiegelte das Grau des Himmels wider. Ringsum waren sonst weder Tiere noch Elfen – oder Göttinnen mit Einhorn – zu sehen.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 10. Oktober 2007, 00:18

Er wurde knallrot als sie sich ihm wieder näherte und hockte wie ein verzweifeltes Häufchen Elend im Gras. <i> "Markieren Männer seit neuestem auch noch sich selbst"</i> Für Darak war dies im Moment überhaupt nicht lustig sondern bitterer Ernst – doch Alma konnte wohl darauf vertrauen, dass er es irgendwie wegstecken konnte. Er grummelte unverständliche, aber zweifelsohne wüste Flüche vor sich her.

<i>"Ich hätte wohl DOCH halten sollen."</i> Sein Grummeln verstärkte sich und er begann unruhig am Boden herumzuwuseln versuchte aufzustehen – seine Bemühungen sahen erbärmlich aus und es war Darak anzusehen dass ihm dies auch bewusst war. Er keuchte vor sich her und wurde wütend. Eine Alternative zum Weinen vermutlich. Schliesslich unterstützte sie ihn bei seinen Versuchen auf den Wagen zu klettern und so konnte er darauf Platz nehmen. <i> "He, es tut mir leid"</i> Ja. Das kannte er von Heilern. Sie entschuldigten sich immer für Bemerkungen die ihnen entfleuchten. Es war wohl ihre Art mit der eigenen Ohmacht zurecht zu kommen. Er nahm es ihr nicht übel – hatte er ihr schliesslich auch ziemlich üble Dinge an den Kopf geworfen, die sie auch über sich ergehen gelassen hatte. „Ja ja.“ Brummte er, dennoch nagte es an ihm. Sie tätschelte ihm den Kopf. Er schnaubte. Hätte er dafür am liebsten eine runtergehauen – doch dafür hatte er sie in der Zwischenzeit viel zu lieb bekommen. Wie ärgerlich. Wie konnte man eine solche Tonne nur gern haben? Vielleicht weil sie seinen Lebenswillen erkannt hatte und ihn nicht aufgab und vielleicht auch deswegen, weil sie ein für ihn sehr bedeutendes Versprechen abgegeben hatte.

<i>"Aber jetzt sollten wir wohl ganz schnell zum Wasser runter, bevor du zu stinken beginnst."</i> „Ich stinke nicht! Genau sowenig wie ich Läuse hatte!“ Knurrte er trotzig.
Sie schob ihn voran. Er kam sich wie ein verdammtes Kleinkind vor. Plötzlich blieb Alma stehen. „Was ist denn nun schon wieder?“ Maulte er.
<i>"Ich habe da eine abgrundtief durchtriebe Idee. Halt dich fest."</i>
Er rollte mit den Augen, doch er wusste aus Erfahrung, dass er lieber das tun sollte was sie sagte, so klammerte er sich… ja wo sollte er sich festklammern? Er sah sich um und drehte sich. Starrte Alma an. „Alma?!“ Dieser Blick liess ihn schaudern. Wie ein Überdimensionales Kind stand die dicke da. Strahlenden Augen. Darak hasste Kinder. Mordete ja gar welche… und wusste, dass Kinder mit solch einem Blick kaum was gutes im Schilde führten.

Da schob sie ihn an. „ALMA! Was zur Hölle TUST DU DA!“ Brüllte er erst entsetzt und als sie dann auch noch auf ihn zugeflogen kam, dachte er dass er lieber vorhin im Bett gestorben währe als jetzt von ihr niedergewalzt und zu werden und an einem Baum zu zerschellen.

Er klammerte sich nun an ihr fest und starrte vor sich her und spürte den Rausch der Geschwindigkeit.

Dabei Jauchzte die Dicke ihm dermassen laut ins Ohr, dass es ihm klingelte. Doch… er teilte plötzlich ihre Freude. Darak hatte nie richtig Kind sein dürfen – war schliesslich schon früh zum frommen Mönch erzogen worden und welcher junge Knabe träumte nicht davon in einer Seifenkiste einen Hügel runter zu rasen?

Er begann zu lachen. So herzlich, dass es einem in der Seele gut tun musste. Auch wenn er sich beinahe den Hintern abfror bereitete es ihm eine hege Freude. Schliesslich erreichten sie nach wilder Fahrt den See und der Wagen kam knarrend zu stehen. Er keuchte. „BEI DEN ÄRSCHEN DER GÖTTER HAHAHAHA!“ Erfreute er sich und atmete heftig, lehnte sich zurück und bettete zu seinen Kopf mitten zwischen Almas Busen. Doch das schien ihm egal – die weichen Kissen waren ihm ziemlich willkommen.

<i>„Alles in Ordnung?"</i> Er lächelte nur. Doch ein deutlicheres Zeichen konnte er Alma wohl kaum schenken.

Er liess sich aufheben und zum See tragen. Das Wasser kam immer näher. Sein Lächeln erstarb.

<i>"Ein schnelles Bad und anschließend rubbel ich dich trocken. Hab extra noch die Pferdedecke der Elfe mitgenommen. Ja, ich hätte mal an Handtücher denken sollen. Nun gut. Ich kann auch zurück ins Dorf gehen und welche holen, während du badest." </i>

Darak erwiderte nichts, er war während Alma munter vor sich hingeredet hatte ziemlich blass geworden und nun wo das Wasser beinahe erreicht war verspannte er sich merklich. Er hatte angst, schliesslich war hier die Queller eines seiner schrecklichsten Traumata. Sein Herz raste. Er begann zu zittern. Seine Augen wurden Glasig.

Er war starr vor Angst.

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Re: In der Obhut der Elfen

Beitrag von fremde Frau » Mittwoch 10. Oktober 2007, 20:49

Vollkommen überrascht hockte Alma da und hatte noch gar nicht registriert, <i>wie</i> nahe ihr Darak war. Er lag förmlich zwischen ihren beiden weichesten Körperwölbungen und lächelte zu ihr hoch. Nein, er strahlte gar vor Glückseligkeit. Diese kleine Fahrt hatte das Kind in ihm wachgekitzelt und ihn für einen Moment alles vergessen lassen. Genau das, was Alma beabsichtigt hatte. So grinste sie ihn nur zufrieden an und es hoben sich sogar ihre Mundwinkel dabei.

Dann hob sich Alma selbst, zog Darak schon fast mit ihrem gewaltigen Busen hinauf, denn er klemmte ziemlich gut dazwischen fest. Sie nahm ihn erneut auf die Arme und trug ihn zum See. Dort schwand dann sein Lächeln, machte Bleichheit Platz und Zittern gesellte sich hinzu.
Auf Almas Vorschlag, Handtücher aus dem Dorf zu holen, erwiderte er nichts. Er war furchtba still geworden. Kein Wunder, wenn man bedachte, was dieser See ihm genommen hatte.
Sein Herz schlug mit einem Mal so wild, dass doch selbst Alma es hören musste. Die aber hörte nichts. Doch sie sah.

"He, das ist nur Wasser. Dieses Zeug von Jayna Fink war der Auslöser. Zu hoch dosiert, hat sogar Florencia gefaselt. Mach dir mal nicht ins Hemd .... in die UNTERHOSE ... obwohl, hast ja jetzt erst gepinkelt. Augen zu und rein! Immerhin trag ich dich ja."

Und dann trug sie ihn einfach in den See, blieb zunächst aber nur im knöcheltiefen Nass stehen. "Schau, mir passiert auch nichts. Das hat Florencia gereinigt." Alma trat immer weiter hinein, bis das Wasser schließlich Daraks Körper berührte. Sie hielt ihn hinein wie ein Priester den Säugling, den er im Namen einer Gottheit taufen wollte. Dass Darak im Augenblick nur eine Unterhose trug, verstärkte das Bild von einem Riesenkleinkind unweigerlich. Alma machte sich allerdings nicht darüber lustig, diese Sache war todernst. Sie hatte gemerkt, wie sehr Darak sich vor dem See fürchtete. Daher ließ sie ihn auch nicht allzu lange darin "baden".
Sein Stumpft kribbelte ungeheuerlich, als Alma Darak wieder ans Ufer schleppte und dort erst einmal schnaufend absetzte. Seltsamerweise fühlte sich Darak plötzlich irgendwie erfrischt, auch wenn sein Stumpf juckte.


<i>Darak erhält 10% Lebensenergie zurück</i>
Zuletzt geändert von fremde Frau am Mittwoch 10. Oktober 2007, 20:50, insgesamt 1-mal geändert.

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