Richards persönliche neun Quardratmeter zum Glück

Wie die Todesinsel aussieht, weiß man nicht. Wie man lebend zu ihr gelangt, ist ebenfalls unbekannt. Nur die Toten kennen sie, denn nur sie finden sich dort wieder. Aber was ist mit diesen blinden Wesen, die hier hausen?
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Richards persönliche neun Quardratmeter zum Glück

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 18. August 2010, 17:41

[OT: Richard kommt aus dem Königreich Grandessa – Dann mal nach Bernar]



Es war kühl als Richard wieder zu sich kam. Er lag auf einem Steinboden in einem dunklen Raum. Lediglich einige Kerzen erleuchteten diesen in einem schummrigen Licht. Es waren die besagten sechs Kerzen, die er vor seinen inneren Augen gesehen hatte, doch diesmal waren sie real. Kein Windzug würde sie je flackern lassen und niemals würden sie abbrennen. Jedenfalls hatten sie es bis jetzt nicht getan. Ganz so, als wären sie in der Ewigkeit eingefroren.

Zwei identische Türen befanden sich an der Stirn- und Fußseite des Raumes. Der einzige Unterschied war, dass die zu seinen Füßen eine fast schon unnatürlich Hitze abstrahlte ohne dass sie damit den Raum erwärmte.
Die Schmerzen die er noch vor wenigen Augenblicken gehabt hatte, waren verschwunden, ebenso die Verwundungen. Das Geschehene musste ihm demnach wie ein böser Traum vorkommen, wenn er es nicht besser wüsste.

Er war alleine und konnte nur warten bist die Zeit verstrichen war und er zurückkehren konnte, mit der Hoffnung das man ihn bist dato nicht beerdigt hatte.
Nicht einmal seine Süße konnte er spüren. Die Tätowierung an seinem Arm war verschwunden. Es war fast so, als wäre sie nie da gewesen.
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Richard Azrael Darkholme
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Re: Richards persönliche neun Quardratmeter zum Glück

Beitrag von Richard Azrael Darkholme » Mittwoch 18. August 2010, 18:37

Richard lag gerade noch im Wagen, hörte leise die Stimmen von dem alten Magier und Marius. Ihm war furchtbar kalt. Sobald er die Augen für einen Moment schloss, so sah er die Kerzen. 6 an der Zahl. Die Kerzen, die nie erloschen.
Er wollte weglaufen, doch dazu hatte er schon lange keine Kraft mehr. Der Schmerz war inzwischen schon nicht mehr so schlimm. Und Richard wusste auch warum, er starb. Nicht das erste Mal und wahrscheinlich nicht das letzte Mal. Er riss die Augen auf, versuchte zu den beiden am Kutschbock zu gelangen. Er spürte wie sich seine Süße meldete. Sie hatte Angst. Sie wollte kommen.
Richard hatte die Kraft nicht… nicht mal um zu rufen. Seine Lippen formten lautlos die Worte. Lasst mich nicht sterben, lasst mich nicht allein.
Jemand sagte mal, wenn Routine reinkommt, vergeht die Angst. Richard würde gerne den Erfinder den Hals umdrehen, denn diese Angst vorm Sterben, die verging nicht. Der Schmerz würde vergehen, doch nicht was danach kam.
Er versuchte am Leben zu bleiben. Versuchte die beiden im Auge zu behalten. Vielleicht würde es ihm helfen.
Doch seine Lider waren so schwer. Seine Gelenke ebenfalls. Es fühlte sich alles schwer an. Nur kurz die Augen schließen….doch dann, würde er wohl nicht aufwachen. Jedenfalls nicht vor 6 Tagen. Oh, er hasste inzwischen die Zahl 6.

Seine Süße rief ihn. Sendete ihn Emotionen…es war alles so weit weg.
Die Stimmen wurden mehr und mehr ein murmeln, bevor sie verstummten. Die Schmerzen wurden weniger und weniger. Sein Atem wurde immer ruhiger. Nur der Herzschlag war ein stetiges klopfen. Was langsamer wurde. Und langsamer.
So wie der Atem und dann hörte es auf zu schlagen. Stille.


Richard öffnete die Augen. Es war still um ihn herum. Seine Hand suchte gleich die Tätowierung seiner Süßen auf. Sie war fort. Er war allein.
Er zog die Luft ein und atmete tief durch.

„ ich weiß du hörst mich nicht Süße, doch ich komme zurück…wie immer…du fehlst mir jetzt schon…verdammte Scheiße…“ fluchte Richard auf. Er erhob sich. Sein Blick wanderte durch den Raum. Natürlich hatte sich nichts verändert.
“was hatte ich erwartet…das hier mal etwas anderes ist…verfluchter Dreckmist…wegen einem Eichhörnchen…oh, Mann“
Einen Unterschied zum Reich der Lebenden hatte Richard hier schon. Hier redete er mehr. Der Klang seiner eigenen Stimme war im lieber, als nichts um sich herum. Tatsächlich war es hier so still, dass man sogar eine Nadel hätte fallen hören.
Doch Richard hatte keine dabei…im wäre es ja schon recht, wenn er sein Herz hören könnte. Doch hier schlug es nicht.
Kein Ton, kein Geräusch. Vollkommende Stille.
Richard erhob sich nur vollkommen. Er krempelte seinen Ärmel hoch. Die Stelle, wo ihn das Vieh gebissen hatte, war unversehrt. Die Schmerzen waren weg.
„ Hatte ich was anderes erwartet? “Richard lief im Raum auf und ab. Dann plötzlich hämmerte er gegen die Wand. „ das darf doch nicht wahr sein….warum?...verflucht, ihr vermaledeiten Götter, was habe ich euch getan?“
Richard erwartete keine Antwort, der Raum redete nicht. Er hämmerte dagegen, bis er nicht mehr konnte. Fluchte was ihm alles auch einfiel. Irgendwann presste er seine Stirn an die Wand und glitt zu Boden. Niemand war da, der ihn hörte. Sechs Tage, er konnte nicht mehr.
„ verdammt, was habe ich denn getan…ich habe doch vorgehabt Adam und Faith zu helfen…wie soll ich das von hier…WIE!!!...ich habe doch versucht es richtig zu machen….VERFLUCHT, WARUM HABE ICH IHNEN HELFEN WOLLEN…WARUM HABE ICH MARIUS NICHT DIE KEHLE ZERSCHNITTEN; ALS ICH DIE WAHL HATTE…WARUM??!!!...HOLT MICH HIER RAUS!!!...bitte“ der letzte Teil ging in einem Wimmern unter.

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Re: Richards persönliche neun Quardratmeter zum Glück

Beitrag von Erzähler » Montag 23. August 2010, 23:53

Wie sehr Richard auch versucht hatte, den Schwingen des Todes zu entgehen, im Endeffekt hatte die allumfassende Kraft gesiegt. All seine Flüche, Vorhaltungen und Selbstgeißelungen waren nun mehr nichtig. Hier, in der Unendlichkeit des Todes, war all dies bedeutungslos. Er aber, würde sich trotzdem daran festhalten, wie ein Ertrinkender am letzten Halm. Selbst seine „Süße“ war nicht mehr bei ihm und obwohl er es eigentlich hätte besser wissen müssen, verursachte dieser Umstand eine große Leere in ihm. Obwohl er diese Reise schon des Öfteren getätigt hatte, hatte er sich kein Bisschen daran gewöhnt. Immer und immer wieder war es so, wie wenn dieses Horrorszenario das erste Mal auf ihn einstürmte, ihn gefangen nahm und überwältigte.
Nun war er hier, in diesem wunderbaren Raum, an den sich kein Toter erinnern konnte. Nicht einmal die, die dem Tode von der Schippe gesprungen waren. We3nn er sich sein reich hier betrachtete, wusste er auch nur zu gut, warum. Die Götter, die ihre Schäfchen führten, wollten diese Erinnerung ihren Anhängern wohl ersparen und für Dämonen oder Teufel war dieser Raum definitiv nicht wichtig genug.
So tat er das, womit er immer seine Zeit immer totschlug, wenn er hier war. Er begann auch so gleich damit, ohne große abzuwarten … er stapfte ab und auf und setzte ebenfalls mit den Schimpftiraden wieder ein. Richard hatte die Wahl, er konnte ein perfekt gleichwinkeliges Viereck ablaufen oder er versuchte einen gleichmäßigen Kreis oder aber er lief Linien …der Variation waren praktisch keine Grenzen gesetzt.
Jedes Mal aufs Neue erwartete er hier eine Veränderung und jedes Mal wieder, wurde er enttäuscht. Hier war die Totenhalle und warum sollte sich hier etwas für ihn ändern?!
Alles war gleich, so sehr er sich auch etwas einbildete, sein Geist wollte ihm ausgerechnet hier keinen Streich spielen.
So war er alleine, … mit sich, seinem Herzschlag und seinen unendlich lauten Gedanken, die langsam verhallten.

Shenyrra hatte in der Zwischenzeit mit entzückter Wonne zugesehen, wie Richard von dannen gezogen war … verwelkt wie eine Blume, die zu großer Hitze ausgesetzt wurde … nun stieg Hitze in ihr auf. Wieder einmal hatte er es geschafft, ihren Spieltrieb zu entfachen und ihrem Temperament Nahrung zu geben.
Sie fragte sich ehrlich, wie es wohl sein mochte, wenn man starb. Eigentlich hatte sie ja vor gehabt, ihn sofort in seiner luxuriösen Halle zu besuchen, aber diese Frage, die sie nun beschäftigte, ging eindeutig vor. Wo kämen sie denn dahin, wenn sie der Pietät nicht wenigstens ein wenig Tribut zoll. Wie dem auch sei, sie nutzte die Zeit nebenbei noch sinnvoll, so wie es jedes Mädchen tun sollte, wenn es etwas auf sich hielt. Immerhin musste sie sich schön machen für ihren Auserwählten und sie hatte ja wohl einen Ruf zu wahren. Dafür musste ihr Liebster nun mal etwas warten … er würde schon nicht gleich den Verstand verlieren. Alles musste wohl bedacht sein. Sie war kein Mädchen, was auch nur einer Kleinigkeit dem Zufall überließ, dass ging nur nach hinten los. Wenn man etwas richtig machen wollte, dann richtig und vor allem, sollte man nie etwas dem Zufall überlassen.
Während Richard seine Meilen wieder aufnahm, so war Shenyrra gerade mal mit der eigentlichen Schönheitsprozedur fertig. Nun kam eines der heikelsten Dinge … die Wahl der Kleidung. So viele Frauen waren schon an einem Detail gescheitert, nicht aber sie. Das wäre ja auch eine Beleidigung für ihre Art und ihren Stand. Weitere Stunden später, … waren es überhaupt Stunden? … Na ja, Zeit spielte im Harax nun wirklich keine Bedeutung, war sie der Meinung, dass ihr Azrael nun ihr begegnen durfte.

... sie wollte nun die Spiele beginnen lassen … wobei es für ihren Liebling wohl eher ein Drama werden würde.


[für Richard geht es weiter in: Sonstige Orte Celcias – Dämonenwelt Harax – Die Leiden des alten Richard – Ein Stück in sechs Akten]
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