Das Fest der Masken

Beinahe schlicht und dennoch prachtvoll ist der Palast Jorsans. Er wirkt fast wie eine kleine Stadt inmitten der Stadt mit all seinen Anbauten und häuserartigen Türmen.
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Darna von Eibenau
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Ausrüstung: *
* umfassende Winterkleidung
* feine schwarze Schaftstiefel mit hervor ragenden Nähten und Zierrunen am Schaft
* Reiseausrüstung
* Kettenhemd & Rapier
* Ring mit Familienwappen
* handgeknüpftes Armband (von Mil Bromer)
* kl. Tiegel mit Perlmuttdeckel (Hautcreme)
* Kinderholzschwert von Elli
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Zum Vorzeigen: Badass Darna (by Zanfar)

Re: Das Fest der Masken

Beitrag von Darna von Eibenau » Freitag 16. Februar 2018, 22:24

„Sag...wie viel hast du schon davon gegessen? ...Ach, nicht so wichtig....“, fragte Leon sie flüsternd und mit leicht besorgtem Unterton, doch erwartete keine Antwort.
Aber es war Darna. Also erhielt er trotzdem prompt eine freundliche Erklärung: "Oh, also, das war eine von dieser dunklen Schokolade mit Kirsche, zwei von diesen Zuckertrauben mit Pfefferminz - die sind aber alle, schade - und äh, zwei...? Nein, eine hattest du. Diese roten, kandierten... ist das Honig? Mit etwas Zimt, und mh... aber von der Flüssigkeit weiß ich nicht, was das war, das schmeckte so seltsam... staubig. Mochte ich nicht so", versuchte sie Sherry zu beschreiben und pflückte die nächsten zwei Gebilde vom Tablett, die wie winzige Äpfel gestaltet waren und Obstbrand enthielten. Eine für sich, eine für Leon, die er schon mit einem leichten Lächeln aus ihren Fingern nahm und seine Aufmerksamkeit begann unstet umher zu wandern.

Der überraschte Stolz des Dämons fügte sich nahtlos ein in ein - durch die ersten zwei 'Trauben'-Pralinen - ausgelöstes allgemeines Wohlgefühl, das Darna sich nicht so recht erklären konnte. Aber es fühlte sich halt gut an, und nichts arges dahinter vermutend, ließ sie sich von diesem Einfluss diesmal mitnehmen und treiben. Hätte sie geahnt, dass das Drogen und hochprozentiger Alkohol waren, die sie da gerade konsumierte...!

"Teilt Ihr das Wissen des Grafen von Weißenfels?"
„Durchaus... in Teilbereichen, jene die mein Interesse erwecken. - Wieso? Habt ihr Interesse am Innenleben des Grafen?“

An seinem 'Innenleben'? Darna stutzte etwas. Die Wortwahl kam ihr so merkwürdig vor, dass sie eine Fangfrage dahinter vermutete, ohne benennen zu können, warum. Unwillkürlich glitt ihr Blick über seinen Brustbereich zu der offenen Wunde, die er dort trug, und ihre Miene ernüchterte im wahrsten Sinne des Wortes.
Er... wird sich jetzt NICHT in den Bauchraum greifen und seine Darmschlingen heraus ziehen, um damit nach mir zu schlagen, versuchte ihr Verstand durch den Nebel von Alkohol und anderen Substanzen das drohende Missverständnis, das sich ihr fast zwanghaft aufdrängte, abzuwürgen. Sie bediente sich dafür plötzlich eines Mittels, das sie sonst selten gebrauchte: sie hielt sich die Absurdität dieses Gedankens vor Augen:
Das würden die Damen hier garantiert nicht witzig finden, wenn hier Blut und... Fäkalien durch die Gegend spritzen. Sie stellte sich das Gekreische vor - und ihre Mundwinkel zuckten verdächtig!
Feier zuende! Selbst die Herren würden kreischen. Wette ich.
Und ich nicht. Ha!
Ob ich Interesse an deinem Innenleben hab...?

"Nein."
Ihre Antwort war trockener als die Wüste Sarmas und klang nach dem Korb des Jahrhunderts; so deutlich, dass sie es sogar selber merkte, blinzelte und rasch relativierte:
"Beziehungsweise: das kommt darauf an..." Sie stockte nochmals kurz, rief sich zur Ordnung, Das hat er nicht so gemeint! und kam ihm in der Formulierung bemüht keck entgegen:
"...ob Ihr Interesse an meinem habt?"
Aber ich kann ihn jetzt wohl kaum fragen, ob denn Feuer, Heptagramme und Dämonen zu den Dingen gehören, die 'sein Interesse wecken'.
Sie legte den Kopf schief, während sie abzuschätzen versuchte, wie er reagierte.
"Vielleicht sollten wir später nicht nur zusammen tanzen", machte sie eine vage Einladung, die ungehöriger klingen mochte, als sie es selber meinte: Sondern auch mal miteinander reden.

Doch da erwähnte Delilah etwas, was ihre Aufmerksamkeit noch einmal fesselte, auch wenn es ihr seltsamerweise immer schwerer fiel, sich zu konzentrieren:
"Fiddatan hat mir gerade anvertraut, dass er sich bald auf den Weg in seine Heimat machen möchte. Sollte er die Reise gut überstehen und sein Ziel erreichen, wäre er bereit seine derzeitige Behausung zu verlassen und einem alten Bewohner wieder Platz zu machen. Habe ich das so richtig verstanden?"
Hatte sie? Darnas Blick pendelte zwischen den beiden und fing das Nicken auf. Haben die beiden - ähm... hat Delilah also auch darüber nachgedacht..., sickerte es etwas zähflüssig durch ihre Gedanken und ihre Stirn furchte sich konzentriert. Das ist gut, aber... wenn er da ist, ist er doch nicht hier... Und der Geist...? Sie rieb sich knapp hinter der Maske die Schläfe. Irgendwo schien ihr an der Sache ein Haken zu sein, aber sie konnte ihn im Moment nicht klar definieren. Die Knappin blinzelte, um die ausfasernden Gedanken abzuschließen. Das war ihr gerade zu kompliziert. Verhalten nickte sie nur zum Zeichen, dass sie Delis Worte gehört hatte.
Irgend etwas wollte ich dir auch noch sagen... Oder hab ich schon? Sie kam grad nicht drauf. Ach, egal.

In diesem Augenblick näherte sich ein bekanntes Gesicht, zumindest wirkte es auf Darna grob bekannt, denn es war der Diener den sie fort geschickt hatte.
„Werte Dame, ich habe den Schwan und den Wolf eure Nachricht überbracht und sie werden kommen. Des weiteren konnte ich in Erfahrung bringen, dass besagter alchimistischer Schüler heute als Dachs zugegen ist. Ich glaube, ich habe ihn vorhin in den Separees gesehen. Soll ich ihm eine Nachricht von euch überbringen?“

Dachs. Einhorn, Stier, Dachs... moah, 'n ganzen Zirkus muss ich mir heute merken! Gleichzeitig glühten ihre Wangen erfreut auf, dass endlich mal etwas klappte und sich ein oder zwei Probleme zu lösen schienen. Diese Diener waren toll! Und sie waren scheinbar überall!
Nur, was sollte sie jetzt dem Alchemisten ausrichten? Sie blies die Backen auf und pustete erfolglos grübelnd etwas Luft raus, eine Handlung, die definitiv nicht in ihr alltägliches Repertoire gehörte. Und irgend etwas kitzelte sie am Hals.
"Öhm... Danke. Also, für den Wolf", versuchte sie eine Reihenfolge einzuhalten und zuckte mit dem Kopf leicht nach rechts, weil sie von links der Kragen kitzelte, gleichzeitig rann ihr aber eine überaus wohlige Gänsehaut die Wirbelsäule hinunter und ihre Mundwinkel vertieften sich wieder. Aber was sollte sie jetzt für Deli beim Alchemisten arangieren?
Liebestrank bestellen. Hihi. Quatsch...
Ach weißt du was? Soll sie das doch selber wissen!
...Wie viele wohl heute Liebestrank bei dem bestellen? Armer Mann.

Götter, fiel die Konzentration gerade schwer! Sie holte entschlossen Luft und fuchtelte deutend so grob in Delilahs Richtung:
"Es ist wichtig, ja? Die junge Dame Löwin da - da! - ist eine von sage und schreibe ZWEI ganzen Heilmagiern hier heute im Schloss, und sie muss da den da - da... - gleich versorgen. Und ich weiß nicht, wie anstrengend das wird, aber sie sollte danach besser schnell voll sein, weil das seine Majestät ansonsten bestimmt nicht gut findet!"
Sie zog dabei eine hochwichtige Miene. Sah man zwar unter der Maske nicht, aber wirkte bestimmt. "Also fragt ihn mal, was er da so hat. Bitte. Danke."
Gut, war das auch erledigt. Und über ihren Hals wanderten zweihundert Ameisen mit bepelzten Füßen! Lass das! Oder.. mhhmmm... mach das... anders...

Die Knappin wand sich etwas in Leons Arm, denn sie wusste gerade nicht so recht, wohin mit sich: die drogenartige Substanz in den zwei grünen Zuckertrauben entfalteten mehr und mehr ihre Wirkung, die darin bestand, das eigene Körper-Empfinden zu verstärken - schon die paar Fellhaare, die über ihre Haut striffen, kitzelten unheimlich und lösten doch nur wohlige Schauer aus, als hätte Leon ihr mit einer weichen Feder die ganze Halsseite liebkost.
„Ist dir nicht warm da drinnen?...“
Ihr war gerade warm, und wie! Die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, registrierte sie aber, wie der Innenstoff des Kleides eigentlich angenehm glatt und fast kühlend auf ihrer Haut lag, trotz des Fells und der vielen Lagen. Und die Wärme war irgendwie auch angenehm, so ähnlich wie die Weile, die sie am Kamin gelehnt hatte. "Ja .. und nein...", antwortete sie abgelenkt, denn sie musste gerade diesem Kleid mal mehr Beachtung schenken, als er die Hand von ihrem Kragen zurück zog - es war schöner, als sie anfangs gedacht hätte! Es raschelte leise, wenn sie sich bewegte, die Falten des Rockes rauschten regelrecht. Und die feinen, goldenen Stoffteile, die so reich verziert waren, glitzerten richtig schön, was in der Weichheit der Felle mündete wie... wie...
Also, wer sich das ausgedacht hat, hat sich richtig Mühe gegeben, honorierte sie die Kunst des Schneiders, der für dieses Werk verantwortlich war.
Und irgend etwas roch hier gut. Dunkle Schokolade.
Pelz und Diamanten... - ah. Noch so eine Praline!
„Probier mal die...“, raunte Leon vor ihr. Nur zu gerne! Die Umgebungsgeräusche waren nett, aber irgendwie zu laut und verschwammen derweil gutteils zu einem Rauschen. Ihr Blick fiel beim Vernaschen der Weinbrand-Kirsche auf sein Hemd, das so schön weiß und glatt glänzte, und die Haut seiner Brust, deren Oberfläche auch unglaublich dazu verlockte, tastend befühlt zu werden...
Sie spürte intensiv dem Geschmack auf ihrer Zunge nach und zog tatsächlich etwas aus: wenn auch vorerst nur ihren rechten Samthandschuh. Auch dieser musste erstmal beiläufig, aber überaus bewusst noch befühlt werden, bevor sie einen Ort suchte, an dem sie ihn verwahren konnte - und nicht so recht etwas fand.
Diese Kleider haben keine Taschen. Unpraktisch. Sie hängte ihn kurzerhand etwas ungeschickt hinter Leons Gürtel.

Derweil machten Delilah, Zanfar und Verano/Fiddatan sich daran, einen ruhigeren Ort aufzusuchen.
„Leon, seid so gut, habt bitte ein Auge auf Chasin, ja?“
Warum die? Der soll seine Augen auf mir haben!, kommentierte sie eine Spur maulig und vorlaut frech in Gedanken, als Zanfar Chasin ihrer beider Obhut anvertraute. Darna musterte die Diplomatin einmal genauer und fand diesen flatterleichten Stoff, der ihr Phönixkostüm bildete auch interessanter als zuvor, aber die hochgewachsene Tha'roon wirkte auf sie seltsam: so geistig abwesend.
Zu viele Pralinen?, vermutete Darna, ignorierend, dass die Tha'roon bisher gar nichts an Speisen zu sich genommen hatte. Aber sie hatte sie ja auch nicht die ganze Zeit beobachtet. Und es interessierte sie eigentlich auch gar nicht.
Sie schnappte sich noch eine Praline, oder nahm eine von Leon und registrierte mühsam den Umstand, dass sie endlich zu von Pappelhain mussten. "Wir sollten dann wohl auch...", murmelte sie seufzenden Untertons an der Schokolade vorbei und steuerte auf den General zu - in einem Kurs, der nicht zu direkt war, es sollte ja nicht unhöflich wirken...
und wehe, es hätte jemand behauptet, sie könne nicht mehr gerade gehen!
"So, da sind wir endlich!", vermeldete sie gutgelaunt, als sie bei dem Stier am Vorhang ankamen, "Möchtet Ihr den metall... deta... den ganz genauen Bericht jetzt hier gleich oder irgendwie später?"
Sie schien doch ziemlich stolz zu sein, als sie zusammenfassend erstmal verkündete:
"Den Drachen hab'n wir erledigt! Kein Problem!"
Also dafür, dass wir so popelige Knappen sind, schlagen wir uns hier mit ganz schön... heftigen Sachen herum! Könnte man mal so hono... noro... so anerkennen! Und jetzt mach schnell, ich will noch mit Leon tanzen!
Um sich zu versichern, dass ihnen nach der Audienz nicht noch etwas in die Quere käme, drehte sie kurz die Reaktion des Generals ignorierend den Kopf zu Leon und fragte geradewegs heraus:
"Hast du sonst noch irgendwas heute Abend vor?"

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Re: Das Fest der Masken

Beitrag von Erzähler » Samstag 17. Februar 2018, 17:45

Als Ruhe in den schlanken Körper neben Zanfar eintrat und ein bekannt entrückter Gesichtsausdruck auf die Mine der Tha'Roon trat, beruhigte der Nichtgenannte sich wieder. Natürlich tat Chasin nichts Unbedachtes und erstickte jede Spontanität und jeden Impuls in Rationalität und langwierigen Überlegungen. Ausgelassenheit, Abenteuer und Freude, das waren Emotionen, denen sie hinterher jagte und die sie zu begreifen suchte, zu erleben, aber vielleicht nicht gerade ausgerechnet mit einem Drachengeist im sterbenden Körper eines Menschen auf dem Ball des Jorsanischen Königs! So war der Dunkelelf durchaus beruhigt, dass seine Freundin sich von allem abschottete um analysierend in sich zu gehen und damit auch ihre eigene Erregung tötete. So machte SIE wenigstens keine Dummheiten.
Er beobachtete das Treiben zwischen Darna und Leon und ihr angesäuseltes Verhalten. Leon hatte ihm ernsthaft leid getan und die Andeutung der Lichtmagierin ließ auf ein freieres Schicksal für den Jungen hoffen – solange die Kinder es denn schafften, an den Fersen des Drachen kleben zu bleiben, immerhin brauchten sie den Körper noch!
Er nahm sich vor, etwas in dieser Art zu erwähnen, sollten die Jugendlich nicht selbst darauf kommen. Eben Delilah übernahm anstatt der sonst so konzentrierten Knappin den Handlungsstrang und preschte nach vorne:
„Guuut.“
, sagte Delilah und wandte sich an Zanfar, der ihr die einzig noch zurechnungsfähige Person der Runde zu sein schien, abgesehen von Fiddatan vielleicht.
„Dann werde ich mich jetzt um die Wunde kümmern. Das scheint mir gerade das Wichtigste zu sein. Ich würde dich eigentlich fragen, ob du mitkommen möchtest, aber…“
Ihr Blick glitt zu der langen, merkwürdig reglosen Gestalt an seinem Arm.
„Aber vielleicht kennst du einen Ort, wo wir einen Moment Ruhe haben könnten? Die Separees scheinen mir nicht geeignet, die Gefahr, dass ich da unterbrochen werde, ist doch recht groß. Vielleicht eure Gemächer?“
Den Drachen in sein Quartier zu lassen, gefiel ihm überhaupt nicht, und er wollte Fiddatan wirklich nicht auch noch zeigen, wo man Chasins Schlafzimmer fand!!!
„Ich werde dir helfen ein paar geeignete Räumlichkeiten zu finden und dir im Zweifelsfall assistieren. Niemand möchte, dass Vernao - Verzeigung Fiddatan - weiterhin Leck schlägt.“
Bemerkte er, noch immer eingeschnappt und wenig darauf bedacht, dem Drachen vorsichtig zu begegnen. Verano lachte nur erheitert:
"Leck schlagen...wie bei Schiffen, meint ihr... Hahahahhahaaa..."
Sein Lachen war merkwürdig hallend und ein paar neugierige Gäste wandten ihre Köpfe der Gruppe zu und lachten mit. Als Fiddatan aufhörte, verflog auch die Aufmerksamkeit, die er auf sich zog und die Paare tanzten weiter. Delilah wandte sie sich Fiddatan zu und streckte mit einem leicht neckischen Lächeln die Hand aus.
„Wollen wir uns auf den Weg machen?“
Der Graf nahm ihre Hand und lächelte – für Zanfar sicher eine Reaktion die ihm etwas zu siegessicher erschien. Vorsichtig sah er zur Tha’Roon an seiner Seite hoch. Noch immer arbeitete es hinter ihrer Stirn. Sein Blick wanderte weiter zu dem angeheiterten Pärchen – Leon schien daran zu arbeiten, Darna davon zu überzeigen, dass sie zu viel Kleidung trug. Nicht gerade die besten Wächter für eine Tha’Roon im ‚Verarbeitungs‘ Modus. Allerdings erhöhte das die Chancen, dass die beiden nicht weiter am Thema ‚Kleidungsentledigung in der Öffentlichkeit‘ arbeiteten.
„Leon, seid so gut, habt bitte ein Auge auf Chasin, ja?“

paralel bei Darna:

„Sag...wie viel hast du schon davon gegessen? ...Ach, nicht so wichtig....“
"Oh, also, das war eine von dieser dunklen Schokolade mit Kirsche, zwei von diesen Zuckertrauben mit Pfefferminz - die sind aber alle, schade - und äh, zwei...? Nein, eine hattest du. Diese roten, kandierten... ist das Honig?...“

Nein, wie süß! ...endlich fängst du an zu leben.
„... Mit etwas Zimt, und mh... aber von der Flüssigkeit weiß ich nicht, was das war, das schmeckte so seltsam... staubig. Mochte ich nicht so"
Der überraschte Stolz des Dämons fügte sich nahtlos ein in ein allgemeines Wohlgefühl, das Darna sich nicht so recht erklären konnte. Aber es fühlte sich halt gut an, und nichts arges dahinter vermutend, ließ sie sich von diesem Einfluss diesmal mitnehmen und treiben. Hätte sie geahnt, dass das Drogen und hochprozentiger Alkohol waren, die sie da gerade konsumierte...!
"Teilt Ihr das Wissen des Grafen von Weißenfels?"
„Durchaus... in Teilbereichen, jene die mein Interesse erwecken. - Wieso? Habt ihr Interesse am Innenleben des Grafen?“

An seinem 'Innenleben'? Darna stutzte etwas. Ihre Gedanken gerieten ist taumeln und ihre Erwiderung fiel ungewohnt knapp aus:
"Nein."
Dann vervollständigte die Knappin ihre Antwort
"...Beziehungsweise: das kommt darauf an..."
Sie stockte nochmals kurz
"...ob Ihr Interesse an meinem habt?"
Sie legte wie ihr Gegenüber den Kopf schief, während sie abzuschätzen versuchte, wie er reagierte.
"Vielleicht sollten wir später nicht nur zusammen tanzen"
, machte sie eine vage Einladung, die ungehöriger klingen mochte, als sie es selber meinte. Leon sah sie mit wachsendem Entsetzen von der Seite her an, aber der Graf schien hoch erfreut. Doch da erwähnte Delilah etwas, was ihre Aufmerksamkeit noch einmal fesselte, auch wenn es ihr seltsamerweise immer schwerer fiel, sich zu konzentrieren:
"Fiddatan hat mir gerade anvertraut, dass er sich bald auf den Weg in seine Heimat machen möchte. Sollte er die Reise gut überstehen und sein Ziel erreichen, wäre er bereit seine derzeitige Behausung zu verlassen und einem alten Bewohner wieder Platz zu machen. Habe ich das so richtig verstanden?"
Hatte sie? Darnas Blick pendelte zwischen den beiden und fing das Nicken auf. Verhalten nickte sie nur zum Zeichen, dass sie Delis Worte gehört hatte. Irgend etwas wollte sie ihr auch noch sagen, nur kam sie gerade nicht drauf. In diesem Augenblick näherte sich ein bekanntes Gesicht, zumindest wirkte es auf Darna grob bekannt, denn es war der Diener den sie fort geschickt hatte und überbrachte seine Nachricht worauf hin Darna die Wangen aufblähte und dann ihn erneut aus schickte:
"Öhm... Danke. Also, für den Wolf"
Aber was sollte sie jetzt für Deli beim Alchemisten arrangieren? Sie holte entschlossen Luft und fuchtelte deutend so grob in Delilahs Richtung:
"Es ist wichtig, ja? Die junge Dame Löwin da - da! - ist eine von sage und schreibe ZWEI ganzen Heilmagiern hier heute im Schloss, und sie muss da den da - da... - gleich versorgen. Und ich weiß nicht, wie anstrengend das wird, aber sie sollte danach besser schnell voll sein, weil das seine Majestät ansonsten bestimmt nicht gut findet!"
Sie zog dabei eine hochwichtige Miene. Sah man zwar unter der Maske nicht, aber wirkte bestimmt. Der Diener machte aber prompt eine unterwürfige Verbeugung.
"Also fragt ihn mal, was er da so hat. Bitte. Danke."
„Sehr wohl die Dame.“

Gut, war das auch erledigt. Der Diener eilte wieder von dannen und über ihren Hals wanderten zweihundert Ameisen mit bepelzten Füßen! Die Knappin wand sich etwas in Leons Arm, denn sie wusste gerade nicht so recht, wohin mit sich: die drogenartige Substanz in den zwei grünen Zuckertrauben entfalteten mehr und mehr ihre Wirkung, die darin bestand, das eigene Körper-Empfinden zu verstärken - schon die paar Fellhaare, die über ihre Haut striffen, kitzelten unheimlich und lösten doch nur wohlige Schauer aus, als hätte Leon ihr mit einer weichen Feder die ganze Halsseite liebkost.
„Ist dir nicht warm da drinnen?...“
"Ja .. und nein..."

, antwortete sie abgelenkt, denn sie musste gerade diesem Kleid mal mehr Beachtung schenken, als er die Hand von ihrem Kragen zurück zog - es war schöner, als sie anfangs gedacht hätte! Es raschelte leise, wenn sie sich bewegte, die Falten des Rockes rauschten regelrecht. Und die feinen, goldenen Stoffteile, die so reich verziert waren, glitzerten richtig schön. Tatsächlich honorierte die Knappin die Kunst des Schneiders, was sie sonst sicher nie getan hätte. Drogen und Alkohol machte sie doch tatsächlich zu einem echten 'Mädchen'!...und Leon schien das sogar zu gefallen, oder waren es bei ihm auch nur die Drogen?
„Probier mal die...“
, raunte Leon vor ihr. Nur zu gerne! Die Umgebungsgeräusche waren nett, aber irgendwie zu laut und verschwammen derweil gutteils zu einem Rauschen. Ihr Blick fiel beim Vernaschen der Weinbrand-Kirsche auf sein Hemd, das so schön weiß und glatt glänzte, und die Haut seiner leicht gebräunten Brust, deren Oberfläche auch unglaublich dazu verlockte, tastend befühlt zu werden.
Sie spürte intensiv dem Geschmack auf ihrer Zunge nach und zog tatsächlich etwas aus: wenn auch vorerst nur ihren rechten Samthandschuh. Auch dieser musste erst mal beiläufig, aber überaus bewusst noch befühlt werden, bevor sie einen Ort suchte, an dem sie ihn verwahren konnte - und nicht so recht etwas fand. Sie hängte ihn kurzerhand etwas ungeschickt hinter Leons Gürtel, der scharf die Luft einzog. Seine Brust hob sich dabei und seine Haut glänzte. Was für ein hübscher Anblick, wenn man einen Mann so unversehens zum schwitzen brachte. Etwas zu hastig ergriff Leon die nun nackte Hand der Knappin, zog sie aus seinem Gürtel und verschränkte eilig seine Finger in den ihren, damit diese nicht noch einen Skandal herauf beschworen. Etwas schwankend stand er da, als Zanfar zu ihnen trat.
„Leon, seid so gut, habt bitte ein Auge auf Chasin, ja?“

bei Zanfar und Delilah:

„Leon, seid so gut, habt bitte ein Auge auf Chasin, ja?“
Zanfar stellte sicher, dass der Knappe sich nicht länger auf das Dekolleté in Reichweite konzentrierte und ihn verstanden hatte, dann wandte er sich der anderen zurechnungsfähigen Person im Raum zu
„Gehen wir.“
Stellte er fest und ging los. Gerade war ihm ein geeigneter Ort eingefallen, wohin sie gehen würden. Der Salong, in dem sie mit seiner Majestät das erste mal gesprochen hatten, sollte noch frei sein, lag nicht weit von den Gemächern entfertn und er war leicht von nur einer Person zu bewachen, wenn es nötige sein sollte. Etwas spät fiel ihm wieder ein, dass er Delilah vielleicht hätte sagen sollen, dass der König sie ebenfalls erwartete… allerdings fand er das Problem mit dem Drachen gerade wichtiger und so zuckte er ein weiteres Mal Mental mit den Schultern. Die Knappin und Leon würden sie sicher bei seiner Majestät entschuldigen und das wäre dann auch nicht sein Problem. Der König hatte der jungen Lichtmagi gegenüber ebenfalls zu viel Interesse gezeigt, wie er fand. Jetzt aber galt es erst mal einen Grafen aufzupeppen. Auf ihrem Weg nach draußen setzte noch einer der Schausteller Delilah einen Kranz auf. Unweigerlich lieferte Zanfars Phantasie die schlanke Jungfer barfuß im weißen, leicht durchscheinenden Kleid in wildem Tanz über Frühlingswiesen. Nicht, dass ihre leicht geröteten Wangen und die wachen strahlenden braunen Augen nicht genug gewesen wären, um ihn zu bezaubern. Wie gern hätte er sie jetzt über die Tanzfläche gewirbelt. Er blinzelte ein paar Mal, um sich selbst wieder in den Griff zu bekommen. Misstrauisch wanderte sein Blick in Richtung Fiddatans, der einen der Tänzer gerade mit geneigtem Kopf betrachtete. Da fiel es auch vielleicht Zanfar auf: Heute waren recht viele Spitzohren an diesem Fest beteiligt. Elf junge Tänzer, Frauen und Männer hatten sich unters Volk gemischt und spielten mit den Gästen. Kurz bevor sie den Raum verließen, trat ein als Dachs verkleideter junger Mann zu ihnen, an seiner Seite ein Diener der leise sprach:
„Das ist die Dame, der ihr helfen sollt.“
Er verbeugte sich und verschwand. Der Dachs stand etwas ratlos da und schaute die Löwin und den Drachen an.
„Mir wurde angetragen, dass ihr vielleicht meine Hilfe benötigt? Ich bin Alchimist und... Wie kann ich helfen?“
Fiddatan nickte nur und meinte kurzer Hand:
„Indem ihr uns folgt...“
Dann sah er zu Zanfar, als hoffe er auf eine Bestätigung.
„Ist doch so?“
So ganz sicher war sich der junge Mann im Schlepptau der Gruppe nicht, aber die Anweisung war im Namen des Königs erfolgt und so etwas dachte sich niemand aus, der seine Gesundheit liebte. Also schloss er sich der kleinen Gruppe an und musterte verstohlen die drei sehr ungleichen Personen.

(Delilah und Zanfar weiter bei: Der rote Salon)

Bei Darna:

„Leon, seid so gut, habt bitte ein Auge auf Chasin, ja?“
Warum die? Der soll seine Augen auf mir haben!
, kommentierte sie eine Spur maulig und vorlaut frech in Gedanken, als Zanfar Chasin ihrer beider Obhut anvertraute. Ein innerliches Lachen wollte sich ihn ihre Gedanken schleichen, aber es war als hielt sich der Dämon die Hand vor den Mund. Ein lautloses Flüstern gleich einer Idee, die sie selbst vielleicht haben könnte schlich sich ein:
Ja, er ist deiner! Verteidige ihn! Kämpfe um ihn! Er sollte nur Augen für dich haben.
Darna musterte die Diplomatin einmal genauer und fand diesen flatterleichten Stoff, der ihr Phönixkostüm bildete auch interessanter als zuvor. Er schimmerte so schön! Sie schnappte sich noch eine Praline, oder nahm eine von Leon und registrierte mühsam den Umstand, dass sie endlich zu von Pappelhain mussten.
"Wir sollten dann wohl auch..."
, murmelte sie seufzenden Untertons an der Schokolade vorbei und steuerte auf den General zu - in einem Kurs, der nicht zu direkt war, es sollte ja nicht unhöflich wirken...
und wehe, es hätte jemand behauptet, sie könne nicht mehr gerade gehen!
"So, da sind wir endlich!"
, vermeldete sie gutgelaunt, als sie bei dem Stier am Vorhang ankamen,
"Möchtet Ihr den metall... deta... den ganz genauen Bericht jetzt hier gleich oder irgendwie später?"
Sie schien doch ziemlich stolz zu sein, als sie zusammenfassend erstmals verkündete:
"Den Drachen hab'n wir erledigt! Kein Problem!"
Also dafür, dass wir so popelige Knappen sind, schlagen wir uns hier mit ganz schön... heftigen Sachen herum! Könnte man mal so hono... noro... so anerkennen! Und jetzt mach schnell, ich will noch mit Leon tanzen!
Also meinen ganzen Stolz hast du!
Um sich zu versichern, dass ihnen nach der Audienz nicht noch etwas in die Quere käme, drehte sie kurz die Reaktion des Generals ignorierend den Kopf zu Leon und fragte geradewegs heraus:
"Hast du sonst noch irgendwas heute Abend vor?"
Leon klappte den Mund auf, sah zu Pappelhain, dann wieder zu ihr, klappte den Mund zu und behielt seine Antwort vorerst für sich. Stattdessen lächelte er etwas schief und meinte:
„Erst einmal... Also erst einmal...“
Von Pappelhain räusperte sich und unterbrach vorsichtig:
„Der König wartet. Bitte begleitet mich hinein.“
Damit ging er leicht mit dem Kopf schüttelnd voran und kaum hatte sich der Vorhang hinter ihnen geschlossen nahm er den Stierkopf ab. Er sah sie kurz über die Schulter hinweg an, dass sie das gleiche tun sollten und führte sie zwischen weiteren halbdurchsichtigen Vorhängen tiefer in das Separee des Königs.

Richard der III saß, schon halb liegend auf einem Meer von blauen Kissen und seine Maske lag fern von ihm auf einem kleinen Tisch. Sein Gesichtsausdruck war entspannt und seine Augen halb geschlossen. Sein Haar war am Hinterkopf zu einem einfachen Knoten zusammengefasst und eine Strähne hatte sich gelöst, die nun sein Gesicht neckisch umrahmte. Als sein General gefolgt von Darna, Leon und Chasin eintraten sah er auf, seufzte und gebot ihnen sich ohne viel Aufhebens zu sich zu setzen. Der Wolf und der Schwan, Basilius und seine Schwester waren bereits anwesend und saßen nicht unweit ihres Herrschers. Basilius nickte erst Darna zu, dann allen anderen. Die merkwürdige Vertrautheit des Raumes wurde noch von einem leichten Dunst in der Luft unterstrichen, der angenehm würzig roch und von einer bauchigen Flasche auszugehen schien, an der ein langer Schlauch hing. Kaum hatten sich die neuen Gäste gesetzt, stand ein anderer Mann im Eidechsenkostüm auf und verließ die Nische. Der General begleitete ihn nach draußen. Richard sah zu Leon und dann zu Darna. Auch Chasin musterte er mit einem fragenden Gesichtsausdruck, aber hob dann verstehend die Bauen.
„Ein schönes Fest, nicht wahr? Auch wenn die Welt drum herum in Flammen stehen würde, eure Freundin bringt nichts aus der Ruhe. ...aber wart ihr nicht mal mehr? ...Hab ihr Neuigkeiten für mich?“
, fragte er fast beiläufig und sah wieder einmal Darna an, die schon zuvor ja ihre Qualitäten im rhetorischen bewiesen hatte und griff nach der seltsamen Pfeife. Seine freie Hand winkte die Tha'Roon heran, die sich leicht zu führen neben ihn setzte. Er drückte ihr das Mundstück in die Hand und Chasin saugte fast gierig daran, ohne dass sich ihr Gesichtsausdruck änderte. Mit jedem Zug an diesem komischen Gerät schien es ihr besser zu gehen und sehr langsam tauchte sie wieder aus ihrer Starre auf. Leider entband das Darna nicht von der königlichen Aufforderung ihren Rapport abzugeben und Leon war leider auch keine große Hilfe als er sagte:
„Matjestät, euer Fest ist wirklich... wirklich ...“
Er sah Darna an:
„... wirklich schön!“

(Inspirationen)

Seine silbrigen Augen funkelten wieder etwas mehr als am Morgen, oder Darna sah einfach mehr als sonst. Das herrliche Grau seiner Iriden drehte sich hypnotisch um die tiefen dunkeln Spiegel. Das Silber floss in einer sich windenden Spirale in die Tiefe seiner Seele und zog sie mit hinein. Milliarden kleiner Funkelpunkte strebten dieser Mitte entgegen und die Welt drum herum verschwamm zu blassen Farben. Formen lösten sich auf und der Raum verwandelte sich in ein Meer aus fließenden Formen. Darna war unter Wasser und die Fische, die zwischen den blauen Kissen auftauchten, drehten ihre Kreise um sie herum. Der einzige Ankerpunkt in ihrem Dasein schien nun Leons Hand. Richards ausgebreitet Arme glichen einem großen weißen Manta um den die anderen Fische kreisten um sich mit seiner Form zu verbinden und dann wieder aufzulösen. Leons Gesicht schob sich vor ihr Blickfeld. Er tauchte also mit ihr zusammen auf dem Meeresgrund umher. Das Silber in seinen Augen drehte sich nun anders herum und Darna tauchte aus dem Moment langsam wieder auf. ... oder war das gar kein Meer? Darna sah sich um und erkannte Strukturen von Schals und Vorhängen, die in den Wellen trieben. Der weiße Stachelrochen hatte König Richards Kopf und sah sie abwartend an.
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Rapier: gut
Rapier & Buckler: überdurchschnittlich
Langschwert & Metallschild: überdurchschnittlich
Jagdbogen: durchschnittlich
Lebensenergie:

Geld: 0D, 10L, 100F
Ausrüstung: *
* umfassende Winterkleidung
* feine schwarze Schaftstiefel mit hervor ragenden Nähten und Zierrunen am Schaft
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* Kettenhemd & Rapier
* Ring mit Familienwappen
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Re: Das Fest der Masken

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 20. Februar 2018, 12:25

Ihr Dämon schien hochzufrieden mit ihr, und Darna war kaum mehr in der Lage und vor allem nicht willens, das kritisch zu hinterfragen, aber eine leichte Irritation waberte doch durch ihr Hinterstübchen:
Ist das alles? Das reicht dir schon? Dass sie sich hier etwas vergnügte und anfing, die Feier doch - entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten - zu genießen, versetzte ihn in so gute Laune? Wäre sie bei klarerem Verstand gewesen, hätten ihre Alarmglocken paranoid geschrillt, dass also irgend etwas an ihrem Zustand hochgefährlich sein musste! Aber so wunderte sie sich nur, dass er sich über eine solche Kleinigkeit so freute...
Also meinen ganzen Stolz hast du!
Sie hob gedankenverloren den linken Mundwinkel, während ihre Stirn leicht gefurcht blieb. Sein Zuspruch tat viel zu gut...
Ach was.
Sie ignorierte die Versuchung, sich direkter auf den Dämon konzentrieren zu wollen, ignorierte ihn mehr oder minder, aber nahm das Wohlgefühl mit. Irgend etwas würde an diesem Abend schon gut werden, es war ein schöner Abend!
"Hast du sonst noch irgendwas heute Abend vor?"
Leon klappte den Mund auf, sah zu Pappelhain, dann wieder zu ihr, klappte den Mund zu und behielt seine Antwort vorerst für sich. Stattdessen lächelte er etwas schief und meinte:
„Erst einmal... Also erst einmal...“
Von Pappelhain räusperte sich und unterbrach vorsichtig: „Der König wartet. Bitte begleitet mich hinein.“


Sie folgte, während ihre Aufmerksamkeit weiter bei Leon blieb, des Generals Kopfschütteln übersah.
Immer weichst du aus..., quittierte sie kiebig Leons Gestammel mit schmalen Augen, aber wirklich böse konnte sie ihm nicht sein, nur entschlossen:
Ich krieg dich noch!
Von Pappelhain nahm den Stierkopf ab und schien bei ihren Masken gleiches zu fordern. Endlich! Ein wenig umständlich nahm sie die Fuchsmaske ab und wuschelte sich durch die Haare, wo der veränderte Druck ein Jucken auslöste. Ihr Anblick reizte zum Lachen, denn der schwarze Stoff, der die Maske auskleidete, hatte leider teils abgefärbt: an ihren Wangenknochen, wo das Gebilde aufgelegen hatte, waren zwei verwischte Striche und ausgerechnet ihre Nasenspitze hatte vorne angelegen und nun einen schwarzen Fleck.

Richard der III saß, schon halb liegend auf einem Meer von blauen Kissen und seine Maske lag fern von ihm auf einem kleinen Tisch. Sein Gesichtsausdruck war entspannt und seine Augen halb geschlossen. Sein Haar war am Hinterkopf zu einem einfachen Knoten zusammengefasst und eine Strähne hatte sich gelöst, die nun sein Gesicht neckisch umrahmte. Als sein General gefolgt von Darna, Leon und Chasin eintraten sah er auf, seufzte und gebot ihnen sich ohne viel Aufhebens zu sich zu setzen.
Oha. Das ist aber kuschelig hier!
Der Anblick überraschte sie: Das war ganz sicher nicht die Art, wie man den König von Jorsan normalerweise sah. Und erst recht nicht die Art, wie Darna ihn sich für gewöhnlich vorstellte. So durfte ihn ganz sicher auch nicht jedermann sehen, um eben dieses Bild des stolzen, aufrechten Königs nicht zu zerstören, und Darna war sich ziemlich sicher, dass draußen unter dem Deckmantel der Feier selbst jetzt ein diplomatischer Kampf darum tobte, wer als nächstes zu ihm vorgelassen werden mochte...
Eine umso größere Ehre war es, dass sie hier sein durften.
Wir können ihm ja aber auch kaum gefährlich werden..., wehte es beiläufig durch ihren benebelten Geist im Zuge der beiläufigen Eindrücke, während sie Basilius und seine Schwester registrierte.
Basilius nickte erst Darna zu, und ihre ganze Sympathie wehte ihm einmal mehr entgegen: er hatte seine Schwester mitbringen dürfen, schön! Das milderte ihr schlechtes Gewissen, dass sie ihn hatte unterbrechen müssen, erheblich. Er sollte sich auch wohlfühlen und endlich mal ausspannen können!

Apropos ausspannen: Kaum hatten sich die neuen Gäste gesetzt, stand ein anderer Mann im Eidechsenkostüm auf und verließ die Nische. Der General begleitete ihn nach draußen. Sie waren tatsächlich allein - soweit ein König allein sein konnte. Und er wollte hier offensichtlich nur Mensch sein und lud sie ein, es ihm gleich zu tun...
Endlich! Sobald sie in einer an Leon gelehnten Position halb lag, halb saß, streifte sie unter dem Stoff des Rockteils zunächst verborgen die Schuhe ab und schob diese dann etwas beiseite, dass die Schuhspitzen an einer Stelle und einem Winkel hervor lugten, wo ihre Füße garantiert nicht sein konnten. Ihre Fußsohlen atmeten auf, als der Druck schwand. Besser! Leon hörte neben sich leise ein wohliges Seufzen, das ähnlich ungehörig anmutete, wie die Frage, ob er heute noch etwas vorhätte.
Richard sah zu Leon und dann zu Darna. Auch Chasin musterte er mit einem fragenden Gesichtsausdruck, aber hob dann verstehend die Bauen.
„Ein schönes Fest, nicht wahr? Auch wenn die Welt drum herum in Flammen stehen würde, eure Freundin bringt nichts aus der Ruhe. ...aber wart ihr nicht mal mehr? ...Hab ihr Neuigkeiten für mich?“, fragte er fast beiläufig und sah wieder einmal Darna an, die schon zuvor ja ihre Qualitäten im rhetorischen bewiesen hatte und griff nach der seltsamen Pfeife
, die er Chasin überließ. Leon war leider auch keine große Hilfe als er sagte:
„Matjestät, euer Fest ist wirklich... wirklich ...“ Er sah Darna an:
„... wirklich schön!“

Das Fuchsfräulein mit der schwarzen Stupsnase hob etwas belustigt wirkend die Brauen, während sich in ihrem Blick so etwas wie Zweifel zeigten. Ihre Wangen glühten ohnehin und nun noch mehr, während sie sich über das offensichtliche nette Kompliment leise tief im Innern... freute...
'Schön'? 'Wirklich schön'? Ist das alles, was dir zu mir einfällt?! Na warte, daran müssen wir noch feilen!
Ich will, dass du mir Liebesschwüre vor die Füße legst, duuu...
du hübscher...
süßes, scheues Einhorn, du...
...mein Sternenfall...


Seine silbrigen Augen funkelten wieder etwas mehr als am Morgen, oder Darna sah einfach mehr als sonst. Das herrliche Grau seiner Iriden drehte sich hypnotisch um die tiefen dunkeln Spiegel. Das Silber floss in einer sich windenden Spirale in die Tiefe seiner Seele und zog sie mit hinein. Milliarden kleiner Funkelpunkte strebten dieser Mitte entgegen und die Welt drum herum verschwamm zu blassen Farben.
Fast euphorisch ließ sie sich wie ein kleines Kind vertrauensvoll in diese Tiefe hinein sinken - sie würde wieder sein goldenes Licht sehen! In diesen schimmernden Fluten und dieser göttlichen Wärme baden! Formen lösten sich auf und der Raum verwandelte sich in ein Meer aus fließenden Formen. Darna war unter Wasser und die Fische, die zwischen den blauen Kissen auftauchten, drehten ihre Kreise um sie herum. Der einzige Ankerpunkt in ihrem Dasein schien nun Leons Hand. Richards ausgebreitet Arme glichen einem großen weißen Manta um den die anderen Fische kreisten um sich mit seiner Form zu verbinden und dann wieder aufzulösen. Leons Gesicht schob sich vor ihr Blickfeld. Er tauchte also mit ihr zusammen auf dem Meeresgrund umher.
Blau?, wunderte sie sich leise und genoss das Gefühl der Schwerelosigkeit dennoch. Es war schön hier und irgendwas passierte gerade.
Bleib bei mir, mein Stern..., wisperte oder dachte sie und lächelte liebevoll in dem Bemühen, ihm endlich einen passenden Namen geben zu wollen,
Mein fallender Stern - ich fange dich. Ich bringe alles in Ordnung; was immer du willst. Wir schaffen es, egal was. Nur küss mich endlich, du lieber, süßer Narr...
Es war anders, weil die Seelenrose fehlte, oder? Sie vermisste das Erlebnis, in Leons Licht zu schwimmen, diese goldenen Fluten zu sehen, so sehr... Sie schaute auf seine Hand und drückte sie etwas, um sich ihrer zu versichern, dann sah sie wieder in sein Gesicht.
"Geh nicht weg...", flüsterte sie atemlos.
Das Silber in seinen Augen drehte sich nun anders herum und Darna tauchte aus dem Moment langsam wieder auf. ... oder war das gar kein Meer? Darna sah sich um und erkannte Strukturen von Schals und Vorhängen, die in den Wellen trieben. Der weiße Stachelrochen hatte König Richards Kopf und sah sie abwartend an.
Darna brauchte einen Moment, um wirklich zu realisieren, dass sie es war, die der königliche Stachelrochen ansah, und das wahrscheinlich, weil sie ihm eine Antwort schuldig war, nicht?
Och menno...
Was war hier gerade los? Und was hatte seine Majestät noch vorhin gesagt? Irgendwas von Flammen. Welt in Flammen. Komische Formulierungen heute.

"Ähm... die Welt steht ja aber in Flammen", stammelte sie mit einer Zunge, die ihr gerade nicht so ganz gehorchen wollte, aber einem seltsamen beiläufigen Ernst; es war ja auch so, nicht? Im Süden und Osten die Piraten, im Westen die Orks, im Norden die Grandessaner...
"Das ist nur eine Tagesreise weg", relativierte sie - dann konnten sie heute wohl noch feiern. Schienen hier zumindest alle zu denken, und sie hatte sich dem ausnahmsweise mal angeschlossen. In Gedanken auf ihrer Landkarte, wedelte sie mit der rechten Hand nach links, Richtung "Westen" und fuchtelte Leon damit gefährlich vor der Nase herum, sah aber gar nicht ein, dabei mit ihrer anderen Hand seine loszulassen. "Wobei ich mich mal aus dem Fenster lehne und behaupte, dass der Drache wohl gewonnen hat", führte sie mit schwammiger Stimme und betrunkenem Ernst weiter aus, "sonst hätte der mehr als bloß eine schwere Verletzung.
Die Deli übrigens grad verarztet."
'Wart ihr nicht mal mehr?' - ach ja, da war was gewesen.
"Dessswegen is sie auch nich da." Sie nickte bekräftigend und fügte hinzu: "Sterbenden Drachen auf'er Feier fanden wir nich so gut." Sie furchte angestrengt grübelnd die Stirn. Hieß das nicht sonst 'sterbender Schwan'? Egal. "Er hat zwar gesagt, er tut nix, aber... naja. Aber er tut nix. Hat'er versprochen."
Sie sah Richard zweifelnd an. Reichte ihm das? Das Nachdenken war gerade so kompliziert, verflixt! Und sie wollte sich viel lieber mit dem beschäftigen, was da an ihrer Hand hing!

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Re: Das Fest der Masken

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 21. Februar 2018, 18:37

Leon musterte noch Gedanken verloren Darnas verfärbtes Gesicht und fand es …
...wirklich schön!
Sein Blick war auch nicht mehr so klar und auch bei ihm wirkte der Alkohol. Etwas enthemmt genoss er es eindeutig zu sehr, als Darna sich in die blauen Kissen neben ihn, halb an ihm lehnte. Ihren plötzlich so weiblich verhüllten Körper so nah neben sich zu haben, war schon...
...wirklich schön!
Sie raschelte so schön mit ihren Röcken und seine Phantasie ging ein wenig auf Tauchstation. Das Meer holte auch ihn ein und die Musik tanzte in seinem Kopf im Reigen seiner Gedanken.
„Bleib bei mir, mein Stern..“
, wisperte oder dachte sie und lächelte liebevoll in dem Bemühen, ihm endlich einen passenden Namen geben zu wollen. Leons Lächeln wurde breiter und breiter. Was genau von ihrem Gesäusel bei ihm ankam war mehr als nur fraglich und vielleicht auch ganz gut so, denn Darna flüsterte weiter:
„Mein fallender Stern - ich fange dich. Ich bringe alles in Ordnung; was immer du willst. Wir schaffen es, egal was. Nur küss mich endlich, du lieber, süßer Narr...“
Nur war ihre Sprache nicht sehr deutlich, aber der Gedanke zählte schließlich beim Geschenk. Und Leon badete im Klang ihrer Stimme. Auch die Kanppin war nicht ganz bei sich und so schwammen sie in ihren Visionen nebeneinander her. Hier war alles friedlich und blau. Wo war das schöne Gold? Es war anders, weil die Seelenrose fehlte, oder? Darna vermisste das Erlebnis, in Leons Licht zu schwimmen, diese goldenen Fluten zu sehen, so sehr... Sie schaute auf seine Hand und drückte sie etwas, um sich ihrer zu versichern, dann sah sie wieder in sein Gesicht.
"Geh nicht weg..."
, flüsterte sie atemlos. Auch seine Lippen bewegten sich. Sie sagten etwas, aber Darna verstand nichts. Sein Atem streifte ihre Haut als er sich beim Flüstern näher beugte und kurz berührten sich ihre Wangen... Ihre Sinne sprühten Funken und übertönten jeden Laut. Ihre Haut brannte lichterloh bei jeder Silbe die auf die feinen Härchen ihres Nackens trafen. Er sprach zu ihr, aber sie hörte es nicht, denn sein Atem war zu nah, so warm und so erwünscht, dass nichts anderes mehr ihre Sinne berühren konnte. Irgendwo im Hintergrund gluckste abermals ein amüsierter Dämon, der anscheinend mehr mitbekommen hatte als sie! Wie ungerecht!!! Aber sie könnte ja später ihren Dämon fragen, was Leon da zu ihr gesagt hatte. Jetzt kosteten ihre Sinne einfach nur seine Nähe und blendeten alles andere aus.
Dann löste sich Leon, die Wärme seiner Haut schwand von ihrem Gesicht und eine Frage stand ungehört in seinen Augen.
Verdammt, was hatte er sie gefragt?
Das Silber in seinen Augen drehte sich nun anders herum und Darna tauchte aus dem Moment langsam wieder auf. ... oder war das gar kein Meer? Darna sah sich um und erkannte Strukturen von Schals und Vorhängen, die in den Wellen trieben. Der weiße Stachelrochen hatte König Richards Kopf und sah sie ebenfalls abwartend an. Darna brauchte einen Moment, um wirklich zu realisieren, dass sie es war, die der königliche Stachelrochen ansah, und das wahrscheinlich, weil sie ihm eine Antwort schuldig war, nicht?
Och menno...
Was war hier gerade los? Und was hatte seine Majestät noch vorhin gesagt? Irgendwas von Flammen. Welt in Flammen. Komische Formulierungen heute.
"Ähm... die Welt steht ja aber in Flammen"
, stammelte sie mit einer Zunge, die ihr gerade nicht so ganz gehorchen wollte, aber einem seltsamen beiläufigen Ernst; es war ja auch so, nicht? Im Süden und Osten die Piraten, im Westen die Orks, im Norden die Grandessaner...
"Das ist nur eine Tagesreise weg"
, relativierte sie - dann konnten sie heute wohl noch feiern. Schienen hier zumindest alle zu denken, und sie hatte sich dem ausnahmsweise mal angeschlossen. In Gedanken auf ihrer Landkarte, wedelte sie mit der rechten Hand nach links, Richtung "Westen" und fuchtelte Leon damit gefährlich vor der Nase herum, sah aber gar nicht ein, dabei mit ihrer anderen Hand seine loszulassen.
"Wobei ich mich mal aus dem Fenster lehne und behaupte, dass der Drache wohl gewonnen hat"
, führte sie mit schwammiger Stimme und betrunkenem Ernst weiter aus und der König nickte erfreut.
"sonst hätte der mehr als bloß eine schwere Verletzung... Die Deli übrigens grad verarztet....
"Dessswegen is sie auch nich da."

der König schien kurz verwirrt, nickte dann aber. Wahrscheinlich hatte er den Namen „Deli“ Erst Delilah zuordnen müssen und auch er wirkte in dieser Umgebung sehr entspannt. Darna nickte noch einmal bekräftigend und fügte hinzu:
"Sterbenden Drachen auf'er Feier fanden wir nich so gut."
Sie furchte angestrengt grübelnd die Stirn. Hieß das nicht sonst 'sterbender Schwan'? Da gab es mal ein Stück, dass im Königreich vor Jahren als sie noch klein war die Runde gemacht hatte... Egal.
"Er hat zwar gesagt, er tut nix, aber... naja. Aber er tut nix. Hat'er versprochen."
Sie sah Richard zweifelnd an. Reichte ihm das? Das Nachdenken war gerade so kompliziert, verflixt! Und sie wollte sich viel lieber mit dem beschäftigen, was da an ihrer Hand hing! Leon schien es nicht anders zu ergehen und hing an ihrer Hand, an ihren Lippen und an …
„Ich denke, wenn ein Drache, sei er nun Geist oder ...eben körperlich... etwas verspricht, dann wird er es wohl halten. Ich habe Wissen aus den alten Geschichten zusam... zusammmmen tragen lassen. Früher waren das wohl sehr ehrenhafte Geschööpfe... dann muss irgendetwas passiert sein, das sie verwildern hat lassen. Vielleicht nicht alle und es gibt da anscheinend Unterschiede in den Farben, aber nicht jeder Drache tut...fressen...frisst seine Gesprächspartner! Es soll … also in den alten Tagen sogar welche gegeben haben, … was ich kaum glauben kann, ... die sich sogar haben reiten lassen!!!“
Irgendwie hatte der König gerade die Aura eines Märchenerzählers. Die Betonungen in der kleinen Geschichte, waren wohl akzentuiert und angenehm überzogen gewesen, so dass man ihm gerne zuhörte und mitfiebern konnte. Aber Drachen die sich reiten ließen? Wo gab's denn so was?!? Das hörte sich doch sehr nach Ammenmärchen an. Waren Drachen nicht eher jene Monster die Jungfrauen fraßen und Tod und verderben brachten?
Kommt es nicht immer darauf an, WEM sie Tod und verderben bringen...auf die Perspektive? ...und das mit den Jungfrauen könnte auch ein Übersetzungsfehler sein... fressen... vernaschen...fressen... klingt doch alles gleich. Andererseits...
Jetzt da der Drachengeist anscheinend etwas Abstand zwischen sich und Darnas Dämon gebracht hatte, begann ihr Untermieter wieder gesprächiger zu werden. Vor allem durch ihren, ...sagen wir einfach mal 'offenen',... Gemütszustand drangen seine Worte irgendwie leichter in ihren Geist, ohne dass sie sich dessen bewusst wurde. Was noch leichter zu ihr durch drang, waren eben jene feinen Schwingungen, die Leon an ihrer Seite in ihr zum klingen brachte. So hatte er eben etwas getan, was ihren Verstand erst verzögert, aber dann mit Macht überflutete. Wie ein sich immer wiederholendes Echo drangen die Eindrücke auf Darna ein.
Da war der Geschichtenerzählerkönig.
Dann fühlte sie, dass ihre Hand, die mit Leons Finger so wunderbar verwoben war, angehoben wurde. Ihr Kopf wanderte zu dem jungen Lichtmagus und seinem entrücktem Gesichtsausdruck, der auf ihre Hand gerichtet war. Sie folgte seinem Blick und sah, wie er mit beiden Händen ihre vom Handschuh entblößte Hand hielt, langsam ihre bloße Haut mit seinen Fingerkuppen ertastete und sanft über ihren Daumen zur spitze hin strich. Dann verschränkte er seinen eigenen in ihrem und drehte ihre Handfläche nach oben. Ihr Handrücken lag sanft gebettet in seinem Teller. Er hob sie weiter an und näherte sich mit seinem Gesicht der empfindlichen Innenhaut am Handgelenk. Dann geschah es.
Seine warmen heißen Lippen fanden die Rundung ihres Daumenballens und ein glühender Schauer begann seine Reise durch ihren Körper, löste ihre Knochen auf und ließ ihre Muskeln zittern. Sie fühlte seinen kochenden Atem auf ihrem Handgelenk. Seine Lippen bewegten sich, hoben sich und setzen ein zweites kurzes Mal an. Dieses mal noch etwas weiter im Zentrum ihrer Handfläche. Es kitzelte sogar ganz leicht, aber es war auch, als würde er ein Brandzeichen dort hinterlassen. Als er seine Lippen wieder entfernte und den Kopf hob, fühlte sich Darnas Haut plötzlich sehr kühl an. ...oder an einer kleinen Stelle leicht feucht? Es verging schnell.
Leons Augen warnen, als sie nun ihren Blick trafen, irgendwie anders. Die Pupillen waren weit und eine endlose Dunkelheit wollte sich von dort wie ein Mantel um die Knappin legen. Alles war so verwirrend und auch ein bisschen verschwommen. Und irgendetwas klopfte ihr mental auf die Schulter.
Ihr seid nicht allein ...ich mein ja nur.
Darnas Kopf wanderte zum König, der ebenfalls gerade auf ihre Handfläche sah. Sein Grinsen war irgendwie befremdlich, aber nicht unfreundlich, genauso wie seine Worte:
„Ich würde euch ja mein Separee überlassen, aber dann müsste ich mich unter das Volk dort draußen mischen und ich befürchte, dazu bin ich nicht mehr ganz in der Lage.“
Er zuckte mit den Schultern und wirkte gleich um Jahre jünger, eben fast wie der junge Mann der er eigentlich noch war.
„Lasst uns auf eine gute Zzzusammenarbeit mit Drachen anstoßen! Wenn diese Geschichte in etwas gutem für mein Reich enden sollte, dann hätte jeder hier im Raum den Ritterschlag verdient.“
Die Schwanenschwester des Wolfes zuckte kurz zusammen, als hätte man ihr vorgeschlagen, sie solle in den Burgraben springen. Seine Majestät hatte es aber anscheinend nicht bemerkt, oder schlicht ignoriert, denn er schenkte allen Anwesenden kleine Becher aus einer tönernen Flasche mit zwei senkrechten Strichen darauf ein. Er prostete allen zu und leerte seinen Becher in einem Zug. Ein tiefes Atmen folgte, ein Laut der wie das „Brrr“ zum zügeln eines Pferdes klang. Er sah in die Runde, ob auch alle getrunken hatten, dann sprach er weiter:
„Ich schlage vor, ihr genießt das Fest und versucht eure Freunde zu finden. Behaltet mir den Drachen im Auge und erstattet General von Pappelhain Bericht, wenn es weiter Neuigkeiten gibt.“
Seine Majestät ließ seine Aufmerksamkeit von ihr zu Leon, zu Chasin und dann zu Basil und seiner Schwester wandern, die beide die ganze Zeit keinen Ton gesagt hatten. Nun ja, zum Thema 'Drachengeist' waren sie wohl auch nicht die richtigen Ansprechpartner. Als Darna nun aber dem Blick des Geschichtenerzählerkönigs folgte und ihren Mitknappen ansah, sah sie etwas anders in seinen Augen, dass sie nicht verstand.
Das ist Leid, mein Herz.
Auch er starrte auf ihre Handfläche, die immernoch in Leons ruhte. Dann schloss er ein paar lange Sekunden die Augen und als er sie wieder öffnete war da nichts mehr. Er lächelte und erhob sich, reichte seiner Schwanenschwester den Arm und verabschiedete sich bei seiner Majestät. Etwas zu eilig verließ er das Separee, so dass Darna entweder hinterher hätte stürmen müssen, oder eben mit Leon an der Hand sich brav vom Geschichtenerzählerkönig verabschiede.
...
Aber alles in allem war diese Audienz gar nicht so schlimm gewesen.
… oder?
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Re: Das Fest der Masken

Beitrag von Darna von Eibenau » Freitag 23. Februar 2018, 22:55

Kurz berührten sich ihre Wangen... Wärme. Weich. Seine Stimme rann ihre Haut hinab wie warmer flüssiger Honig, nur leider verstand sie keine Silbe. Unter Wasser war das ja auch irgendwie schwierig. Am liebsten hätte sie sich, diese Nähe viel zu sehr genießend, noch wesentlich enger an ihn geschmiegt, aber sie fühlte sich mal wieder unangenehm beobachtet, auch wenn es diesmal irgendwie anders war - achso, ja. Seine Majestät.

Drachen, die verwildern?! Das war eine schwierige Vorstellung, wenn man sowieso nur Bilder von Jungfrauen verspeisenden Bestien, die in dunklen Höhlen hausten, hatte. Wie sollten sie denn sonst sein? So nett Richards Stimme und Erzählung klangen, Darna hatte Mühe, das Gehörte für sich wirklich in Gedanken umzusetzen. "...und es gibt da anscheinend Unterschiede in den Farben..."
"Es is'n Silberdrache. Und verheiratet", brubbelte sie etwas zusammenhanglos wirkend, als der König zuende gesprochen hatte. Aber Drachen, die sich reiten ließen? Irgendwo waberte eine Erinnerung durch den Alkoholnebel, die mit einem von Gernots Streichen zu tun hatten. Sie schob das Thema unwirsch gedanklich beiseite.
Leon. Leon war etwas Netteres, was ihre Aufmerksamkeit verdient hatte. Drachen... Ausgerechnet jetzt begann ihr Untermieter wieder gesprächiger zu werden, und versuchte auch noch, ihr ethische bis linguistische Fragestellungen schmackhaft zu machen - definitiv der falsche Zeitpunkt! Wobei sich die Frage stellen mochte, ob es dann überhaupt einen richtigen Zeitpunkt gab, denn wäre sie nüchtern gewesen, hätte es sicher wieder ein herzhaftes Streitgespräch gegeben. Der Dämon konnte einem fast leid tun.

Denn gegen Leon, der mit einem kleinen Streicheln und einem einzigen Kuss auf ihre Hand ihr ganzes Inneres gerade zum Schmelzen, Glühen und Kochen brachte, hatte er kaum eine Chance! Ungläubig schaute die junge Frau auf das, was passierte und schien zu keiner klaren Reaktion fähig; ihr Körper reagierte dafür umso mehr und raubte ihr den Atem. So ein kleiner Kuss konnte doch nicht... DAS bewirken! Die Berührung hallte nach wie ein langes, mehrfaches Echo und jagte ihr Schauer um Schauer über die Haut. Leons Augen warnen, als sie nun ihren Blick trafen, irgendwie anders. Die Pupillen waren weit und eine endlose Dunkelheit wollte sich von dort wie ein Mantel um die Knappin legen. Mein Stern. Sie wollte sich in diese Dunkelheit und diese Arme sinken lassen und selbst sein kleines Licht in der Dunkelheit sein, wollte sich in diese Nacht kuscheln und ein Feuerwerk für ihn entzünden. Nur, damit er lächelte. Sie wollte mit ihren Fingerkuppen endlich die Konturen dieses Gesichtes nachzeichnen; ob sie ein ebensolches Prickeln in ihm auszulösen vermochte, wie er in ihr? Durch seine dunklen Pupillen konnte er sehen, wie ihr eigener Blick und ihre Mimik unglaublich weich wurden, sie 'dahinschmolz', wie man so sagte.
'Ich verzehre mich nach dir' - sie begriff plötzlich, was das hieß.

Irgendetwas klopfte ihr mental auf die Schulter. Ihr seid nicht allein ...ich mein ja nur.
Ups. Ähm... naja. Aber naja, es war ja nur ein kleiner Kuss auf die Hand gewesen, nicht? Auch wenn es sich für sie gerade nach sehr viel mehr anfühlte. Darnas Kopf wanderte zum König, der ebenfalls gerade auf ihre Handfläche sah. Ups... Sie blinzelte und versuchte zu registrieren, ob an ihrer Haltung etwas zu beanstanden war; aber abgesehen davon, dass sie hier herumlag wie eine ausgegossene Wolldecke... nein, eigentlich nicht. Richards Grinsen war irgendwie befremdlich, aber nicht unfreundlich, genauso wie seine Worte:
„Ich würde euch ja mein Separee überlassen, aber dann müsste ich mich unter das Volk dort draußen mischen und ich befürchte, dazu bin ich nicht mehr ganz in der Lage.“

Sein Separee verlassen? Warum sollte er das tun? So wirklich begriff sie nicht, was er damit meinte, und so war sie ganz froh, als er selber das Thema zu wechseln schien:
„Lasst uns auf eine gute Zzzusammenarbeit mit Drachen anstoßen! Wenn diese Geschichte in etwas gutem für mein Reich enden sollte, dann hätte jeder hier im Raum den Ritterschlag verdient.“
Etwas in ihr krampfte sich trotz der Trunkenheit für einen Moment ähnlich heftig zusammen, wie das Schwanenfräulein zusammenzuckte. Nur war es bei Darna lediglich daran zu bemerken, dass die Wolldecke trotz gleichbleibender Haltung für einen längeren Moment wieder so entspannt war wie ein frisch festgeklopfter Fassring.
Gute Zusammenarbeit mit DrachEN?!, schlug Empörung hoch, Was will er denn noch?! Der soll froh sein, wenn Fiddatan ihm nicht Jorsa in Schutt und Asche legt, Mensch! Ich hab den Ritterschlag längst verdient! Wir alle hier haben ihn längst verdient!, womit sie gedanklich vornehmlich Basil mit einschloss, weniger seine Schwester.
Oder meinte der König das nicht so eng, wie sie es selber gerade auffasste? Der Nebel hüllte ihren Kopf wieder in Watte und betäubte sowohl die Empörung wie auch die Zweifel, die sich wie gewohnt wieder dazu hatten gesellen wollen. Wenn Richard von ihnen oder Fiddatan noch was wollte, würde er es schon zu verstehen geben - vorzugsweise morgen.
So nahm sie den kleinen Becher, beziehungsweise einen der beiden, die da vor ihr hin und her waberten, ohne größere äußerliche Regung, prostete brav und kippte das, was immer da drin war, protestlos ihre Kehle runter.

....

Wuah! Sie schnappte nach Luft, als die Flüssigkeit noch ein wesentlich schärferes Aroma entfaltete, als dieser furchtbare Fusel aus Harris Flachmann! Gütiger Himmel, DAS also war Alkohol?! Jetzt wusste sie, warum sie die Finger strikt von dem Zeug ließ!
Sie schluckte nochmal leer und blinzelte das Gefühl von aufsteigen wollenden Tränen weg, hustete leise.
„Ich schlage vor, ihr genießt das Fest und versucht eure Freunde zu finden. Behaltet mir den Drachen im Auge und erstattet General von Pappelhain Bericht, wenn es weiter Neuigkeiten gibt.“
Seine Majestät ließ seine Aufmerksamkeit von ihr zu Leon, zu Chasin und dann zu Basil und seiner Schwester wandern, die beide die ganze Zeit keinen Ton gesagt hatten. Nun ja, zum Thema 'Drachengeist' waren sie wohl auch nicht die richtigen Ansprechpartner. Als Darna nun aber dem Blick des Geschichtenerzählerkönigs folgte und ihren Mitknappen ansah, sah sie etwas anders in seinen Augen, dass sie nicht verstand.
Das ist Leid, mein Herz.
Auch er starrte auf ihre Handfläche, die immernoch in Leons ruhte. Dann schloss er ein paar lange Sekunden die Augen und als er sie wieder öffnete war da nichts mehr. Er lächelte und erhob sich, reichte seiner Schwanenschwester den Arm und verabschiedete sich bei seiner Majestät. Etwas zu eilig verließ er das Separee, so dass Darna hinterher hätte stürmen müssen.

Huch? Sie sah den beiden mit irritiert gerunzelter Stirn nach und ihre Lippen bewegten sich tonlos etwas:
Leid?
Diesmal ließ sie sich auf den Wortwechsel mit ihrem Dämon ein, auch wenn nahezu jeder klare Gedanke zunehmend schwerer und schwerer fiel:
Wieso Leid?
Ist was mit seinem Ritterschlag? Oder seiner Schwester?
Sie deutete den Blick auf ihre Hand als 'leeren Blick', irgend wo hin gerichtet und verstand nicht - oder wollte insgeheim nicht verstehen...
Ein vages Fünkchen Wut hätte sich ansonsten auf alles stürzen wollen, was ihrem inzwischen hochgeschätztem Freund die Laune zu verhageln wagte!

Sie verabschiedete sich brav vom Geschichtenerzählerkönig, wobei sie leider schon ziemlich Leons Hilfe brauchte, um überhaupt aufzustehen. Das Kleid erwies sich doch als hinderlich, wie es ihr ja schon bekannt war. Und in die Schuhe wieder rein zu kommen! Leise Zweifel regten sich, ob Tanzen jetzt noch so eine gute Idee war, gleichzeitig hatte sie das Gefühl, sie würde dieses Gefühl, zu schweben, jetzt richtig genießen können, und war so schön locker...!
Ach, egal was Leon für Ideen hätte, es würde schon gut sein!
Was hatte er sie vorhin noch gleich gefragt?

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Re: Das Fest der Masken

Beitrag von Erzähler » Samstag 24. Februar 2018, 11:17

Das ist Leid, mein Herz.
Basilius starrte auf ihre Handfläche, die immernoch in Leons ruhte. Dann schloss er ein paar lange Sekunden die Augen und als er sie wieder öffnete war da nichts mehr. Dann war er auch schon fort.
Darnas Lippen bewegten sich tonlos:
Leid?
Diesmal ließ sie sich auf den Wortwechsel mit ihrem Dämon ein, auch wenn nahezu jeder klare Gedanke zunehmend schwerer und schwerer fiel:
Wieso Leid? Ist was mit seinem Ritterschlag? Oder seiner Schwester?
Sie deutete den Blick auf ihre Hand als 'leeren Blick', irgend wo hin gerichtet und verstand nicht - oder wollte insgeheim nicht verstehen... Ein vages Fünkchen Wut hätte sich ansonsten auf alles stürzen wollen, was ihrem inzwischen hochgeschätztem Freund die Laune zu verhageln wagte!
Der Dämon in ihr schüttelte nur schweigend den Kopf und stellte sich vor, wie sich auf sich selbst stürzen wollte. Diese Frau am Rande zwischen Kind und Weiblichkeit war in ihrem Kopf doch noch manchmal recht naiv. Meistens hatte ihn das mehr genervt, aber in letzter Zeit, was sie langsam am reifen und jetzt gerade war es schon irgendwie lustig. Er konnte ihren Gedanken schon fast zugucken, wie sie bei diesem Problem sofort in die falsche Richtung rollten. Und dieses mal bequemte sie sich sogar ihn nach seiner Meinung zu fragen? Sie war mehr als nur ein bisschen betrunken und sogar Dingen aufgeschlossen, die sonst nicht möglich wären, weshalb er beschloss ihr den Abend vorerst nicht zu vermiesen. Wie ein gebrochenes Herz aussah, würde sie bei dem Mann an ihrer Seite schon früh genug am eigenen Leibe erfahren! Vor allem, bei dem was er ihr vorhin zugeflüstert hatte!
Der Dämon schwieg also und schob sich vorerst wieder in den Hintergrund.
Darna verabschiedete sich also brav vom Geschichtenerzählerkönig, wobei sie leider schon ziemlich Leons Hilfe brauchte, um überhaupt aufzustehen. Er half ihr natürlich, aber sein eigener Stand war auch nicht mehr so fest wie früher. Seine Hände hielten ihre Taille und gemeinsam schafften sie es sich aufzurichten. Das Kleid erwies sich doch als hinderlich, wie es ihr ja schon bekannt war. Und in die Schuhe wieder rein zu kommen! Leise Zweifel regten sich, ob Tanzen jetzt noch so eine gute Idee war, gleichzeitig hatte sie das Gefühl, sie würde dieses Gefühl, zu schweben, jetzt richtig genießen können, und war so schön locker...! Leon nahm ihre Schuhe an sich und bot ihr ihren Arm an, den sie sicher dankbar nahm. Sie verbeugten sich synchron und schlenderten schwankend hinaus. Was jetzt? Ach, egal was Leon für Ideen hätte, es würde schon gut sein!
Was hatte er sie vorhin noch gleich gefragt?
Ja, wenn sie das nur wüste.
Leon sah sich suchend um. Wonach hielt er Ausschau?
"Wo ...woooohl Del middem Drochen hin isch?..."
Seine Stimme klang irgendwie komisch, aber das lag bestimmt an den vielen summenden Umgebungsgeräuschen. Hinter ihnen erklang so überraschend eine Stimme, dass Leon Darna so stürmisch mit sich umdrehte, sie fest gegen ihn prallte und er sie sofort umschlungen hielt. Hier war aber jemand schreckhaft. Darnas Schuhwerk war bei der fast tanzenden Pirouette davon gesegelt und unter einem Tisch gelandet.
"Es liegt im Bereich des Möglichen, dass mein Begleiter sie in unsere Gemächer gebracht hat."
, hatte Chasin leicht geistesabwesend vor sich hin sinniert. Ja, die Tha'Roon hatten sie total vergessen und irgendetwas hatte sich in der Konstellation geändert. Es wirkte nun eher so, dass die rote Dame auf Leon und Darna ein Auge hatte, als anders herum und das trotz ihrer nach leicht anhaltenden "geistigen Umnachtung". Sie wirkte immernoch irgendwie wie etwas, dass man im Rücken aufziehen konnte und sich dann von selbst bewegte.
"Gehen wir sie suchen. Es war der Wunsch des Königs, dass wir ihn im Auge behalten."
Diese komische Formulierung schien irgendwie zum Motto des Abends zu werden. Irgendjemand warf ein Auge, hielt ein Auge, hatte ein Auge... Die Tha'Roon schritt mit ihren langen Beinen voran und die Lust ihre langen Bewegungen nachzuahmen, kitzelte vielleicht in Darnas nackten Füßen.

(Darna weiter bei: Die Gemächer der roten Dame)
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