Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beinahe schlicht und dennoch prachtvoll ist der Palast Jorsans. Er wirkt fast wie eine kleine Stadt inmitten der Stadt mit all seinen Anbauten und häuserartigen Türmen.
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Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Soldat/in » Mittwoch 8. Juli 2015, 00:57

(Chasin und Zanfar kommen von: Jorsas Palast - Die Gemächer der roten Dame)


Sie gelangten endlich zum Wehrturm und passierten an der Tür zum Gebäude die üblichen Wachen, die entweder von Marvin oder vom Eintreffen Chasins unterrichtet zu sein schienen.
Nach diversen Metern Flur, zwei Sälen und einer Treppe in die nächste Etage gelangten sie zu einer schweren Eichenholztür, die offenbar den Zugang zum Raum darstellte, in den Marvin von Lauterbach sie hatte bringen sollen.
Es gab nur eventuell ein weiteres Problem: Aus Zanfars Plan, diesmal seine Waffen am Mann zu behalten, würde voraussichtlich nichts werden. Vor der Tür standen gleich zwei Ritter, die im Dienst des Königshofes standen. Der Leibwächter, der Chasin begleitete, schien sie nicht zu überraschen, sie verlangten jedoch höflich und bestimmt, dass seine Waffen draußen zu bleiben hätten. Ein kleiner Tisch nahe bei mochte wohl als Ablage dienen, natürlich nebst einer Zusage, darauf aufzupassen.

Drinnen die nächste Überraschung: es war nicht allein General von Pappelhain, der sie erwartete. Der Page geleitete die beiden hinein, kündigte sie höflich an und empfahl sich sogleich wieder.
"Na endlich. Die Götter mit Euch, die Herrschaften", brummte der altgediente Soldat und später zum Ritter geschlagene Mann nicht zu unhöflich und sogar in der Allgemeinsprache, aber er schien Chasin und ihren Begleiter früher erwartet zu haben. Er stand an einem wuchtigen Besprechungstisch, auf dem eine große Karte ausgerollt lag und stützte sich auf einer der Tischkanten ab. Sein linkes Bein war stark beeinträchtigt und sein sehr robuster Gehstock lehnte an einem unbeachteten Lehnstuhl hinter ihm.
In einer anderen Ecke des Raumes saß in sehr entspannter Haltung, aber mit ernstem Gesicht, in einem bequemen Sessel Niklas san Walsing. Er hob nur in lapidarer Geste, fast kollegial wirkend, die Hand, als Chasin zu ihm hin sah.
"Setzt euch bitte", ließ sich der General vernehmen und deutet auf zwei bequeme Lehnstühle an der Längsseite des Tisches, "Beide." Es klang, als wäre es nicht wirklich eine Bitte...
Der Nichtgenannte, der sonst oft wie ein Diener völlig aus der Wahrnehmung der Leute zu verschwinden schien, fand sich plötzlich genauso im Fokus wie die Tha'roon.
Die Stühle standen ungünstig für Chasin, und es entstand schnell der Eindruck, als wäre das Absicht: sie konnte entweder zum General oder zu san Walsing sehen, beide gleichzeitig im Blickwinkel zu haben, wäre in dieser Position nicht möglich.

Was den Nichtgenannten vermutlich mehr stören mochte, war ein dicker grauer Samtvorhang auf halber Höhe einer der Raumwände, kurz hinter dem General befindlich. Jemand befand sich dahinter, wie seine Ohren schnell heraus fanden. Womöglich sogar zwei Personen, auch wenn sie für menschliche Verhältnisse leise waren.

Chasin offenbarten sich die Auren beider Männer am Tisch als in großen Teilen grau, besonders beim General mischten sich aber auch braune Wirbel hinein - Trauer - und eine Art dunkles Türkis... weder wirklich Grün, noch wirklich Blau. Eine Farbe, die sie noch relativ leicht zusortieren konnte, aber noch nicht eingehender studiert hatte: sie hatte sie öfters bei Müttern gesehen, denen ihre Kinder abhanden gekommen waren oder Kummer bereiteten. Sorge um jemanden? Bei san Walsing waren es mal wieder grüne Wirbel, die am ehesten Farbe in das Grau brachten, aber auch bei ihm flackerten mal diese dunklen türkisen Flecken auf und eine Gelbvariation, mit der sie bei ihm bisher nie viel anfangen konnte - er hatte eine teils äußerst exzentrische Form von Humor.

Die "Einladung", sich zu setzen und das Arrangement mochten zunächst etwas Bedrohliches haben, doch es schienen nicht Chasin und Zanfar zu sein, die in Schwierigkeiten steckten:
"Wir brauchen eure Hilfe...", grollte der General, als sei es ein persönliches Schuldeingeständnis eines stolzen Mannes.
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Chasin Halona de Mondragil
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Mittwoch 8. Juli 2015, 09:58

Marvins Reaktion auf das verheißungsvolle, wenn gleich auch gut versteckte Angebot seine Libido zu steigern, ließ ihn abrupt verstummen.
Wenn die Menschenkinder glauben, dass die Berührung eines Tha'Roon die Manneskraft rauben könnte, warum sollte es dann nicht möglich sein, das Gegenteil zu bewirken … Sie beten zu ihren Göttern um Fruchtbarkeit, oder gehen zu Quacksalbern und Badern und lassen sich die unmöglichsten Mittel verkaufen um den gewünschten Effekt zu erzielen. Manche würden sich sogar „verhexen und verwünschen“ lassen um ihren Mann zu stehen... Was auch immer diese Formulierung zu bedeuten hatte …
Chasin dachte viel über den Aberglauben und auch den Glauben der Menschen nach, den sie nicht so recht nachvollziehen konnte. Die vermeintlichen Götter hatte sich ihr noch nie gezeigt und das gesamte Volk der Tha'Roon war diesem Thema eher sachlich zugeneigt. Die Menschen jedoch, und viele andere Völker Celcias brauchten etwas, dass die Wunder der Welt erklärte, wo ihre eigene Rasse gern eben jene Wunder hinterfragte. Der gemeine Bauer, ohne viel Bildung und Wissen, glaubte schnell, dass alles was er sich sonst nicht erklären konnte, von den Göttern stammte.
Als würde Ventha sich um jedes kleine Fischerboot scheren, dass auf ihrem Meer dahin dümpelt, jeder vergossene Blutstropfen bei Faldor Freudentränen bewirken oder Vater Urgeist jeden einzelnen Regenwurm betrauern, der unter den Stiefeln der Bauern zertreten wurde ...
Innerlich schüttelte sie den Kopf über so viel Aberglaube und äußerlich blinzelte sie nur einmal kurz. Wenigsten verging die Zeit schneller, wenn man sich in Gedanken mit etwas beschäftigte.
Während des noch recht langen Weges bis zum General schwieg von Lauterbach beharrlich und hielt den Blick nachdenklich gesenkt. Chasin folgte ihm und ließ ihm seine Privatsphäre. Der arme Mann hatte an diesem Tag genug bekommen, was es zu überdenken galt.

Als sie vor der schweren Eichenholztür angelangt, wechselten Chasin und Zanfar noch kurz einen Blick, er vor allem ihrer beider Zusammenarbeit galt. Ihr stiller Freund musste leider die Waffen ablegen und auch die Tha'Roon empfand dieses Verhalten als bemerkenswert im negativen Sinne. Dann traten sie ein und wurden von General von Pappelhain erwartet. Marvin geleitete die beiden hinein, kündigte sie höflich an und empfahl sich sogleich wieder.
"Na endlich. Die Götter mit Euch, die Herrschaften"
, brummte der altgediente Soldat und später zum Ritter geschlagene Mann nicht zu unhöflich und sogar in der Allgemeinsprache. Er stand an einem wuchtigen Besprechungstisch, auf dem eine große Karte ausgerollt lag und stützte sich auf einer der Tischkanten ab. Sein linkes Bein war stark beeinträchtigt, was seiner beeindruckenden Erscheinung jedoch keinen Abbruch tat.
In einer anderen Ecke des Raumes saß in sehr entspannter Haltung, aber mit ernstem Gesicht, in einem bequemen Sessel Niklas san Walsing. Er hob nur in lapidarer Geste, fast kollegial wirkend, die Hand, als Chasin zu ihm hin sah.
Chasin musste lächeln und nickte ihm zu. Auf gewisse Art „mochte“ sie ihn und respektierte seine Intelligenz. Seine Jugend lag hinter ihm und er war zu einem stattlichen Mann gereift, der Erfahrung und Wissen zu bieten hatte, beides Talente, die eine Tha'Roon zu schätzen wusste.
"Setzt euch bitte"
, ließ sich der General vernehmen und deutet auf zwei bequeme Lehnstühle an der Längsseite des Tisches,
"Beide."
Es klang, als wäre es nicht wie eine Bitte, aber Chasin saß in Gegenwart von Menschen sowieso immer lieber, da ihre Körperproportionen dann weniger heraus stachen. Sie nickte höflich, deutete eine kleine Verbeugung an, die dem Stand der Männer Respekt zollte ohne sie selbst ihrer Stellung zu entheben und nahm Platz. Dass der Raum strategisch so aufgebaut war, dass sie immer nur einen Mann lesen konnte, war ihr nicht entgangen, aber das Zanfar nun aus seiner Begleiterposition in ihre Aufmerksamkeit gezogen wurde, DAS war neu. Einerseits war Zanfar für sie VIEL mehr als nur ein Begleiter, aber in der Öffentlichkeit sollte es eigentlich so bleiben. Nachdem sie sich ein wenig umgesehen hatte, wechselte sie mit Zanfar einen Blick und las seine Gedankengänge. Was auch immer sie darin erkannte, sie behielt es vorerst für sich.

Chasin offenbarten sich die Auren beider Männer am Tisch. Sorge, Irritation, Kummer, Trauer verschleiert von Grauer Gleichgültigkeit beim General und bei san Walsing kam noch seine exzentrischer Humor dazu, der ihn so interessant machte.
Die "Einladung", sich zu setzen und das Arrangement mochten zunächst etwas Bedrohliches haben, doch es schienen nicht Chasin und Zanfar zu sein, die in Schwierigkeiten steckten:
"Wir brauchen eure Hilfe..."
, grollte der General, als sei es ein persönliches Schuldeingeständnis eines stolzen Mannes.
Die Diplomatin ließ den Blick von einem zum anderen wandern und nickte langsam.
„Wenn ich es kann, werde ich euch sicher gerne helfen. Es wäre von Vorteil, wenn ihr mir erläutern würdet, worum es geht und wie wir behilflich sein könnten.“
Ihr Tonfall war sachlich korrekt wie immer. Keine Arroganz, nur echtes Interesse. Celcianisch war ihre Muttersprache und frei von jeglichen Attitüden oder Dialekten. Es war die Hochsprache ihres Volkes und sie hatte bewusst das Wörtchen „wir“ benutzt, da Zanfar nun einmal zu ihr gehörte und nicht ganz klar war, ob sein „euch“ nur sie in höflicher Anrede bedeutete, oder auf sie beide in der Mehrzahl gedacht gewesen war. Aufmerksam beobachtet sie die Reaktion des Generals, der anscheinend Redeführer war. Da die beiden um ihre Fähigkeiten wussten, konzentrierte sie sich vor allem auf jeweils denjenigen, der etwas Preis geben „wollte“. So gebot es ihr die Höflichkeit.
Wenn sie etwas vor mir verbergen wollen, aber meine Hilfe möchten, werden sie schon etwas dafür geben müssen. Eine Hand wäscht die andere und gerade Niklas weiß, dass ich nur Informationen heraus gebe wenn ich dafür etwas gleichwertiges erhalte. Wie sagen sie immer so schön: Die Verhandlungen sind eröffnet.
Chasin setzte sich etwas bequemer hin, schlug die Beine übereinander und fragte:
„Stört es sie, wenn ich rauche?“
Es war mehr eine obligatorische Frage. Damit richtete sie sich schon mal auf ein längeres Gespräch ein, holte ihre Pfeife aus den Taschen ihres Umhangs und sah sich nach einem Aschenbecher um. Die beiden Herren kannten die Diplomatin und wenn es länger dauern sollte, dann sollten sie ihr diesen kleinen Luxus zugestehen.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Mittwoch 8. Juli 2015, 17:03

Der Nichtgenannte trennte sich ungern von seinen Waffen, akzeptierte gezwungermaßen aber die Auflage. Es war nicht so, dass er nicht auch ohne Waffen wehrhaft genug war. Außerdem bezweifelte er, dass man ihnen hier böses wollte.
Als er ebenso wie Chasin angesprochen wurde, stockte er einen Moment in der Bewegung. Eigentlich war er drauf und dran gewesen, seinen üblichen Platz im Hintergrund ein zu nehmen. Jetzt setzte er sich etwas kritisch drein blickend auf einen der Sessel.
Das ist neu . .. ich hatte ja erwartet das van Walsing über mich informiert sein sollte, aber bis jetzt wurde ich geflissentlich ignoriert. Was mag es sein, dass sie von uns wollen, in das ich ebenfalls hinein gezogen werden soll?
Als er die Person hinter dem Samtvorhang wahr nahm, runzelte er verärgert die Stirn und fand Chasins Blick:
eine oder zwei Personen verstecken sich hinter dem Vorhang.
Teilte er der Tha'Roon mit und wartete wachsam auf dem Stuhl sitzend auf Details. Chasin hatte ihn dabei sehr treffend mit ihn das Hilfe Angebot einbezogen. Wo sie hin ging, folgte er.

[ooc: sry wenn etwas knapper ist. Auf dem Handy tippt es sich nicht so gut.]

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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Soldat/in » Donnerstag 9. Juli 2015, 22:31

„Stört es sie, wenn ich rauche?“
"Natürlich nicht", brummte der General und deutete auf ein klotziges, aber geschmackvoll an den Tisch angepasstes und verziertes Kästchen, das sogar in Chasins Reichweite stand, aber nicht ganz einfach als Aschenbecher erkennbar gewesen war. Sogar Utensilien zum stopfen und reinigen einer Pfeife befanden sich darin, auch wenn die Diplomatin ihre eigenen hatte.
In der Mitte des Tisches standen kostbare Gläser und eine Karaffe mit frischem Wasser, in der Nähe von san Walsings Sessel befand sich eine Anrichte mit diversen weiteren Getränken und einer Schale Obst, eine kleine Glocke zum Läuten nach Personal stand daneben.
Der Hofinformant hatte ein gedrungenes Glas mit einer dunkel-bernsteinfarbenen Flüssigkeit darin auf einem Tischchen neben sich stehen, der General schien sich bereits mit einem Glas Wasser zu begnügen.
Fast hätte es den Eindruck einer gemütlichen Runde machen können.

Die Karte auf dem Tisch sprach aber eine andere Sprache: sehr langgestreckt zeigte sich dort im Wesentlichen die Strecke zwischen Jorsa, Troman und Grandea, Jersa lag gerade noch so am westlichen Rand der Karte. Mehrere kleine Symbole, die wohl eher für Soldaten verständlich waren, waren darauf zu sehen, nebst einigen Zahlen.
Von Pappelhain stützte sich gewichtig auf den Tisch - lenkte damit auch optisch von seinem Bein ab, dass dadurch enorm entlastet wurde - und begann mit dicht zusammengezogenen Brauen zu berichten:
"Einer unserer bekannteren Truppführer wird vermisst. Karid Sterlyn... wenn euch der Name was sagt." Er sah kurz zu den beiden, erzählte aber ohne allzu große Pause weiter: "Guter Mann. Dreißig Jahre alt. Soldat. So gut, dass er eine zeitlang hier bei Hof Herzogin Bodvicas persönlicher Leibwächter war." Chasin hatte keinen konkreten Anhaltspunkt, warum, aber während der Worte mischte sich in des Generals Aura ein dunkles Rot, etwa burgunderfarben; in irgend einer Art und Weise schien er wütend, ließ äußerlich aber nichts davon anmerken. Auch wirkte die Farbe stumpf und dominierte nicht, schien hintergründig - es schien nichts akutes zu sein, was ihn ärgerte?
"Wir brauchten ihn vor einer Weile aber dringender wieder vorne an der Front." Er richtete sich ein wenig auf, und die Worte klangen so entschlossen wie... ein Richterspruch. "Wir haben ihn mit fünfzehn Mann zunächst nach Jersa geschickt."
Er hielt einen Moment inne und seine Augenbrauen ruckten nachdenklich hin und her. Was zum Dämon haben sie dort mit ihm gemacht? Seine Finger trommelten zwei, drei Mal wie Miniaturbaumstämme über die Tischplatte.

"Es heißt, er habe dort Befehle erhalten, in der Nähe von Troman einen grandessanischen Trupp aufzuspüren, der angeblich Dunkelelfen in seinen Reihen habe", grollte der General weiter und seine Laune verschlechterte sich in jedem Sinne des Wortes zusehends. "Diese Befehle wurden aber nicht bestätigt, es weiß angeblich keiner, wer sie überhaupt erteilt hätte, und Sterlyn und seine Männer sind jetzt schon seit zwölf Tagen verschwunden."
So eine verdammte Pleite, wie kann man so einen Mann aus den Augen lassen?!
Pappelhain sah mit böse funkelndem Blick zu san Walsing, der aber in entwaffnender ratloser Geste beide Hände hob:
"Ich kann Euch sagen, wer ihm die Befehle nicht erteilt hat. Und damit kann man eigentlich schon festhalten, dass das kein Vorgang gewesen sein kann, der von unseren eigenen Leuten initiiert wurde. Was ich nicht verstehe, ist, wie man Sterlyn als "außenstehende" Person derartig hinters Licht führen konnte, dass er alles stehen und liegen lässt, niemand relevantem bescheid sagt und sich mitsamt fünfzehn Mann in einer Art und Weise aus dem Staub macht, dass nicht mal eine Hand voll Leute gesehen hat, wie er Jersa Richtung Troman verließ - und seitdem fehlt jede Spur. Ich meine... der Mann ist ja nicht blöd. ... Jedenfalls meistens nicht. ... Mh, häufig. Er hat es immerhin an den Hof geschafft, nicht?"
Er ließ sich wieder in den Sessel zurück fallen, schien ebenfalls frustriert, nur dass das Ganze ihn deutlich weniger zu tangieren schien als Pappelhain: auch seine Aura hatte Einflüsse von Rot erhalten, aber längst nicht so ausgeprägt. Immer wieder funkelte dieses seltsame Gelb bei ihm auf.
"Bei meiner Berufsehre!" - ein kurzer schelmischer Ausdruck ließ seinen linken Mundwinkel hochzucken, "Mehr weiß ich nicht. Jedenfalls nicht dazu." Er schwieg kurz und schob wie preisgebend nach, während er aus seinem Glas nippte: "Ich hatte jemanden in seinem Trupp, der mir sicher berichtet hätte, aber wie gesagt... keine Spur..." Sogar zwei, konnte Chasin einen Gedanken von Niklas erhaschen, ehe der General sich räuspernd die Aufmerksamkeit wieder auf sich zog.

Ein Moment der Stille trat ein, in der man die Diplomatin und ihren Begleiter kurz abwartend ansah.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Freitag 10. Juli 2015, 10:58

"Einer unserer bekannteren Truppführer wird vermisst. Karid Sterlyn... wenn euch der Name was sagt."
Die Diplomatin nickte kurz, sah und hörte weiter aufmersam zu.
"Guter Mann. Dreißig Jahre alt. Soldat. So gut, dass er eine zeitlang hier bei Hof Herzogin
Bodvicas persönlicher Leibwächter war."

Diese Informationen sind auch mir bekannt. - Doch irgendetwas regt ihn auf ... Dunkles Rot, es scheint aber nichts akutes zu sein, was ihn ärgert. Vielleicht ein Faktum aus der Vergangenheit?
"Wir brauchten ihn vor einer Weile aber dringender wieder vorne an der Front. Wir haben ihn mit fünfzehn Mann zunächst nach Jersa geschickt."
Chasin fing unter seinen ruckenden Augenbrauen einen Gedanken auf.
Was zum Dämon haben sie dort mit ihm gemacht?
Seine Finger trommelten zwei, drei Mal wie Miniaturbaumstämme über die Tischplatte.
"Es heißt, er habe dort Befehle erhalten, in der Nähe von Troman einen grandessanischen Trupp aufzuspüren, der angeblich Dunkelelfen in seinen Reihen habe"
, grollte der General weiter und seine Laune verschlechterte sich in jedem Sinne des Wortes zusehends, so dass sich Chasin unwillkürlich fragte, wie wohl das Verhältnis des Generals zu Sterlin wirklich aussah. Tief verborgen, aber doch sichtbar, schien den Mann das Schicksal Sterlings doch nicht kalt zu lassen. Was es wohl damit auf sich hatte?
"Diese Befehle wurden aber nicht bestätigt, es weiß angeblich keiner, wer sie überhaupt erteilt hätte, und Sterlyn und seine Männer sind jetzt schon seit zwölf Tagen verschwunden."
So eine verdammte Pleite, wie kann man so einen Mann aus den Augen lassen?!
So einen Mann ... Interessante Ausdrucksweise. Was macht ihn denn so besonders?
Pappelhain sah mit böse funkelndem Blick zu san Walsing und sie folge seinem Blick.
"Ich kann Euch sagen, wer ihm die Befehle nicht erteilt hat. Und damit kann man eigentlich schon festhalten, dass das kein Vorgang gewesen sein kann, der von unseren eigenen Leuten initiiert wurde."
Unterstellt er, dass jemand ihn loswerden wollte? Mich würde auch interessieren, wen er in den Keis seiner "eigenen" Leute zählt.
"Was ich nicht verstehe, ist, wie man Sterlyn als "außenstehende" Person ..."
Inwiefern aussenstehend? Ausßenstehend im Sinne der Königsfamilie? Das sind sie doch alle... etwas werwirrend das ganze.
"... derartig hinters Licht führen konnte, dass er alles stehen und liegen lässt, niemand relevantem bescheid sagt und sich mitsamt fünfzehn Mann in einer Art und Weise aus dem Staub macht, dass nicht mal eine Hand voll Leute gesehen hat, wie er Jersa Richtung Troman verließ -"
Aber er wurde gesehen. Bin ich deshalb hier? Soll ich einer Zeugenbefragung beiwohnen?
"... und seitdem fehlt jede Spur. Ich meine... der Mann ist ja nicht blöd. ... Jedenfalls meistens nicht. ... Mh, häufig. Er hat es immerhin an den Hof geschafft, nicht?"
Auch seine Aura hatte Einflüsse von Rot erhalten, aber längst nicht so ausgeprägt. Immer wieder funkelte dieses seltsame Gelb bei ihm auf.
"Bei meiner Berufsehre!"
Ein kurzer schelmischer Ausdruck ließ seinen linken Mundwinkel hochzucken und Chasins Gesicht erwiederte den Ausdruck.
"Mehr weiß ich nicht. Jedenfalls nicht dazu."
Er schwieg kurz und schob wie preisgebend nach, während er aus seinem Glas nippte:
"Ich hatte jemanden in seinem Trupp, der mir sicher berichtet hätte, aber wie gesagt... keine Spur..."
Sogar zwei
, konnte Chasin einen Gedanken von Niklas erhaschen, ehe der General sich räuspernd die Aufmerksamkeit wieder auf sich zog. Die Dame de Mondragil nickte san Walsing zu und wandte sich wieder an den General. Dabei beugte sie den Oberkörper etwas nach vorne, stellte ihre Ellenbogen auf die Spitze ihres oberne Knies und legte die Fingerspitzen aneinander. Die Handgelenkte waren leicht geöffnet, so dass die Form eines senkrecht geschlitzten Reptilienauges zwischen ihren Armen entstand.
Sie wollen, dass ich ihnen helfe, aber sagen noch nicht wobei. Es ist ihnen unangenehm. Nun ja, hauptsächlich dem General ... Walsing liebt diese Spielchen. Mich würde interessieren was sie sich von mir erhoffen, doch ... Es gibt da aber noch vorher eine Sache zu klären!
Sie legte die sich berührenden Zeigefinger an die Unterlippe und nahm sich einen Moment Zeit die Angelegenheit zu überdenken. Dabei wanderte ihr Blick mal zum einen mal zum Anderen. Vielleicht wollte einer von beiden ihr noch bewusst weitere Hintergrund informationen zukommen lassen, ohne sie laut ausprechen zu müssen. Sie tiepte zwei Mal die kleinen Finger zusammen, als hätte sie sich entschieden und sah zu san Walsing und fixierte ihn ganz offensichtlich mit ihrem roten Auge. Sie sprach schell und mit so vielen Worten, so dass nur ein geübter Geist wie seiner den Inhalt erfassen konnte, den Vorteil erkennen und ggf. Zeit zum Handeln hatte.
"Bevor wir zum eigentlichen Teil dieses Anliegens kommen und weitere Details besprechen, wie und womit ich dem König dienlich sein könnte, würde ich gerne explorieren inwiefern die abivalte Position meiner Person in diesen Raum passt. Ich halte das Paradoxum einer Befragung mit viuell anwesenden, zuzüglich weiterer arkanen, einzig minimalistisch zu bemerkenden Persona für nicht angemessen."
Bevor wir weiter sprechen, würde ich gerne von euch wissen, wieso ich hier bin, wenn eine Befragung mit sichtbaren Personen vor verborgenen Personen stattfinden soll?
Dabei zuckte ihr Blick, sammt einer leichten, aber unübersehbaren Kopfbewegung zu dem Vorhang, hinter der sich die weiteren "Zuhörer" verbargen. Wenn san Walsing oder der General davon wussten, so würden sie erkennen, dass die Diplomatin es erkannt hatte. Wenn nicht ... nun, dann wüssten sie es jetzt. Um etwaige verborgene Personen noch ein wenig zu verwirren, sprach sie ohne Pause weiter und hoffte, so ein kognitives Ablenkungsmanöver anbieten zu können, für den Fall, dass die zusätzlichen Personen im Raum unerwünscht waren. Falls nicht, wäre es auch kein Problem, denn dann wäre zumindestens klar, dass die beiden Herren etwas vor ihr bewusst verheimlichen wollten, bzw. Die ganze Situation mehr als nur unangemessen wäre.
Außerdem behielt sie san Walsing im Auge und wartete den Moment ab, in dem er ihrem Hinweis folgen würde um zum Vorhang zu schauen. In diesem Augenblick wollte sie kurz auch ihr zweites Auge einen Spalt öffnen um vielleicht noch etwas über diesen interessanten Mann zu erfahren, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Da sie sich so weit voneinander entfernt im Raum positioniert hatten, sie den Kopf drehen musste, bestand keine Gefahr, dass der General etwas sehen konnte. So konnte sie ihren Nachteil zum Vorteil nutzen.
"Ich würde eine ureigenste Konversation zu Klärung vorziehen, da mein außerdienstliches Erscheinen hier, ohnin Grund für einige Spekulationen aufwirft. Ich bevorzuge Tatsachen und Fakten."
Ich würde mich lieber privat unterhalten und bitte um Kärung der Situation.
Damit richtete sie sich wieder so weit auf, dass sie die Beine "enthedderte" und sich im Falle des Falles schnell hinter Zanfar in Sicherheit begeben konnte, auch wenn sie nicht davon ausging, dass dies nötig werden würde. Der alte General war zwar durch sein lahmes Bein behindert, doch seine Erfahrung würden ihn immernoch zu einem nicht zu unteschätzenden Gegner machen und ob san Walsing neben seiner Intelligenz noch andere Fähigkeiten hatte, war Chasin nicht bekannt. Da Zanfar sie gut kannte, brauchte sie nicht einmal zu ihm hinüber zu sehen, damit er wusste, dass sie durch ihre Körpersprache sich in eine günstigere Ausweichposition brachte ... nur für den Fall der Fälle.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Sonntag 12. Juli 2015, 15:04

Der Nichtgenannte behielt über die gesamte Konversation die Beiden hochrangigen Jorsaner im Blick, und ließ zwischendurch seine Aufmerksamkeit immer wieder zu den Beiden (oder dem einen) verborgenen Beobachter wandern. Er traute san Walsing durchaus zu, einen 'Spion' zu erkennen, aber der Meister der Spione war fehlbar und wer wusste schon, vielleicht sollte dieses Gespräch belauscht werden?
Als General von Pappelhain mit seiner Erläuterung fort fuhr, spitze der Elf neugierig die Ohren. Also ein verschwundener Trupp zuzüglich mehr oder minder kompetentem und wichtigem Befehlshaber trieb sie um! Und dann noch einer, der auf der Jagd nach Dunkelelfen war, was erklärte, warum man ihn so direkt angesprochen hatte. Hoffentlich erwarteten die Männer sich nicht zu viel von seiner Anwesenheit. Allzu starke politische involvierung war nicht in seinem Sinne. Auch wenn er sich des öfteren langweilte, sein erklärtes Ziel war, Chasin zu schützen. Sich in den Konflikt zwischen den Reichen einzumischen und womöglich wieder mit seinem Volk in Kontakt zu kommen, schmeckte ihm nicht. Die Nichtgenannten hatte ihm eine Insel aus Neutralitüät und Frieden geschaffen und auch, wenn er diese Insel verlassen hatte, trug er seitdem ein gutes Stück dieser Einstellung weiter mit sich. Das war doch der Sinn der Sache daran, seine Identität ab zu legen und unter Gleichen zu leben, nicht wahr? Die großen Konflikte zwischen Rassen und Völkern waren nicht mehr seine Sache.
Aber hatte er sich nicht selbst in diese Situation gebracht, indem er die äußerst politische Tha'Roon begleitete? Er hätte sie jederzeit verlassen können, wenn er nur gewollt hätte. Nur dass ein Teil von ihm genoss, wieder die Luft von Intrige und Politik zu schnuppern, wenn auch nur als Beobachter im Hintergrund. Ein Auftrag in Richtung Feindesland, um einen verlorenen Trupp und einen Verräter zu finden stieß ihn gleichzeitig ab und führte ihn in Versuchung. Wäre es nicht wieder schön, den Rausch des Adrenalin zu fühlen, wieder die eigenen lange schlafenden Talente zu wecken und mehr als der Leibwächter der roten Dame zu sein? Aber Chasin würde es in Gefahr bringen - in äußerst Große. Und wenn sie erfolgreich wären, und das waren sie bis jetzt immer gewesen, konnte er nicht mehr für ihre Sicherheit garantieren.
Verflucht sei der durchtriebene san Walsing, der, seiner Profession entsprechend, bestens informiert war über die Gäste am Jorsanischen Hof. Aber vielleicht überschätze er den Mann ja auch und dieser hatte keine Ahnung, wer sich hinter dem schweigsamen Mann hinter der Maske verbarg. Immerhin hatte das Verhalten des Dunkelelfen über die Zeit wenig Verraten, außer, dass er ein aufmerksamer und folgsamer, wenn nicht ergebener Diener seiner Herrin war. Die meiste Zeit zumindest. Jedenfalls gefiel es ihm nicht, dass die Beiden in betracht zogen, Chasin in solche Gefahr zu bringen. Wenigstens fragten sie, aber sie war, wer sie war. Zwar vorsichtig aber stets hilfsbereit. Und wer wäre besser geeignet, dort weiter zu kommen, wo selbst san Walsing scheiterte, als eine Gedankenleserin?
Als Chasin begann, in schneller, äußerst Fremdwort belasteter Sprache zu reden, musste er, wie immer in diesem Fall, seinen Geist daran hindern, einfach auszusetzen und ihren Wortschwall unverstanden über sich hinweg plätschern zu lassen. Er war nicht dumm und sicher nicht ungebildet, aber diese Ebene der Kommunikation war definitiv etwas über seinem Horizont. Nur langes üben und äußerste Konzentration ließen ihn hinter die Wortgebilde blicken, und begreifen, was sie sagen wollte. Und jedes mal bekam er davon Kopfschmerzen. Zum Glück sprach Chasins Körpersprache deutlicher zu ihm, und so war er schon in Habacht, bevor er gänzlich entschlüsseln konnte, was sie sagen wollte. Das begreifen stellte sich einige Sekunden später ein. Da die wenigstens Spione Akademiker waren, ging er davon aus, dass sie einen ähnlich langen Weg des Begreifens hatten, bevor sie entschlüsselt hatten, dass Chasin auf sie hin wies. Wenn sie es denn dann überhaupt verstanden. Verfluchtes Wissenschafts-Gebrabbel.
Er verlagerte sein Gewicht, so dass er im Zweifelsfall schnell aufspringen konnte, vermied es jedoch, direkt auf den Vorhang zu blicken und sah stattdessen san Walsing an.

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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Soldat/in » Sonntag 12. Juli 2015, 22:12

Nachdem der Vortrag der beiden Würdenträger zunächst geendet hatte, sah Chasin selber eine Weile nachdenkend von einem zum anderen. Dabei schien sie von san Walsing einen Gedankengang aufzuschnappen, der ihr wohl eher nicht bewusst hätte mitgeteilt werden sollen, denn er sah sinnierend bloß auf den Rand seines Glases, allerdings mit zu wenig gesenktem Kopf:
...beiden dazu kriegen wollen. Ist'n Himmelfahrtskommando. Armes... dummes Mädchen. Was würd ich mir wünschen? 'n Tag auf dem Thron sitzen?
Ein kaum wahrnehmbares Schmunzeln lag in seinem linken Mundwinkel und in seiner Aura hatten zuletzt mal wieder munter gelbe Wirbel seine Bahn gezogen. Er fokussierte den Blick wieder in die allgemeine Runde und es war der Diplomatin überlassen, ob oder wie offensichtlich sie ihn gewahr werden lassen wollte, dass sie gerade 'zugehört' hatte...

So oder so verlangte die Tha'roon schließlich tatsächlich seine Aufmerksamkeit, und sie ließ ihr verbales Verwirrungsmanöver los und konnte dabei in Niklas' konzentriertem Blick regelrecht mitlesen, wie er sie selber für sich übersetzte: "Bevor wir zum eigentlichen Teil dieses Anliegens kommen und weitere Details besprechen, wie und womit ich dem König dienlich sein könnte, würde ich gerne explorieren..." erörtern "...inwiefern die abivalte Position meiner Person in diesen Raum passt." ambivalent... Was du hier sollst. "Ich halte das Paradoxum einer Befragung mit viuell anwesenden, zuzüglich weiterer arkanen, einzig minimalistisch zu bemerkenden Persona für nicht angemessen." Irrwitz... sichtbaren Anwesenden... und arkanen, einzig... huch? Interessant, woher weißt du denn, dass da 'n Magus hockt?
Wieder hob sich der linke Mundwinkel des Informanten, aber die Gesichtsregung erreichte nicht so richtig seine Augen. Ein heiteres Grün flammte stattdessen in seiner Aura auf. Ohne den Kopf zu bewegen, folgte sein Blick flüchtig ihrem "Deut" zum Vorhang, schien dadurch aber nicht alarmiert, höchstens erheitert.
Er lehnte sich noch tiefer in seinen Sessel, als genieße er dessen Bequemlichkeit und betrachtete ein, zwei Lidschläge lang den - in Chasins Augen - plumpen Facettenschliff seines Trinkglases, ehe er wieder zu der Tha'roon sah.
"Ich würde eine ureigenste Konversation zu Klärung vorziehen..." 'ureigenst'? Im Schloß?! Hahaha. "...da mein außerdienstliches Erscheinen hier" Oh, so außerdienstlich ist das gar nicht, aber naja. "...ohnin Grund für einige Spekulationen aufwirft. Ich bevorzuge Tatsachen und Fakten."

Für einen Moment schien Walsing tatsächlich ernst, und mit leicht geschürzten Lippen schwenkte er die Flüssigkeit in seinem Glas und beobachtete diese dabei. Dann schlich sich etwas wie ein schadenfroher, böser Schalk in seinen Blick, und es war ein außerordentliches Kunststück, dass er damit nicht regelrecht dämonisch aussah, sondern noch immer einen sehr eigenwilligen Charme versprühte - oder lag das mehr an Chasins Einstellung zu ihm als am Informanten selber? Er trank von seinem ... was immer das war und sah mit offen blitzenden Augen zu der Diplomatin. Diesmal wollte er mit ihr auf diesem Wege kommunizieren, so direkt, wie sie es nur mit wenigen Personen bisher gepflegt hatte:
Meine liebe 'edle Dame', wie Ihr kaum übersehen haben dürftet, stehen vor der Tür zu diesem Zimmer gleich zwei Ritter des Palastes. Obwohl hier sowieso mehr Wachen und Militär des Königs herumgeistern als irgendwo sonst. Ihr musstet - vergebt - Euer treuer Leibwächter musste sogar seine schönen Waffen abgeben. Warum? Wegen uns? Wegen einem alten Mann und mir? Und selbst wenn wir so wichtig wären, dass wir extra in einem innerhalb des Gebäudes liegenden Zimmer so beachtet werden müssten, dann wäre den Wächtern aber nicht aufgefallen, dass da hinter einem offen sichtbaren Vorhang drei Gestalten herumlungern?
Wisst Ihr ernsthaft nicht, wer dort sitzt, oder könnt es Euch denken? ... Ihr enttäuscht mich, meine Liebe!

Er lehnte sich etwas vor, wirkte interessierter. Noch immer schien er über die Situation amüsiert. Aber woher wusstet Ihr, dass ein Magier dabei ist? Gibt es etwa noch eine Wunderkraft, die ich an Euch nicht kenne? Vielleicht sollten wir zwei uns ja noch einmal etwas näher kennen lernen...
Tauchte da in seiner Aura ein elfenbeinernes Leuchten auf? Es war schwer zu sagen, seine ganze Präsenz wurde im Moment von interessiertem Grün und verfälschtem Gelb geradezu nicht "überschattet", sondern "überleuchtet", bevor er sich wieder mäßigte und ihre Reaktion abwartete.

General von Pappelhain musste man sicher nicht nachsagen, dass er ein dummer Mann wäre, doch die seltsame Konversation zwischen der Tha'roon und der Schlange (wie er san Walsing für sich persönlich bezeichnete), hatte eine ähnliche Wirkung auf ihn wie auf den Nichtgenannten und er beschränkte sich weitgehend auf wachsame Beobachtung; auch diese brachte ihn weiter.
Er konnte beobachten, wie die Schlange begann, mit der fremdländischen - und in jeder Hinsicht fremden - Diplomatin zu spielen, wie es um den Vorhang ging, und... ja. San Walsing spielte mit ihr, was dem Alten einen leicht entnervten Ausdruck verlieh und zusammengepresste Lippen. Die Spannung im Raum stieg mal und wurde doch durch den Informanten künstlich "locker" gehalten. Wofür er keine Übersetzung brauchte, war die Körperspannung zwischen der Tha'roon und ihrem Leibwächter.
Auch von Pappelhains Körperhaltung wurde aufrechter, aber anders ausgerichtet: es wirkte fast, als würde er sich eher schützend vor den Vorhang schieben, sollten die beiden fremdländischen Gäste etwas in dessen Richtung planen?! - Gewichtsverlagerungen und eine Körperspannung, die eher der dunkelelfische Wächter würde 'lesen' können.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Montag 13. Juli 2015, 12:27

Ein paar Härchen stellten sich im Nacken des Nichtgenannten auf, als er san Walsing beobachtete. Er hatte solches Gehabe schon einmal gesehen. Am Hof Morgerias. Der Mann war verschlagen, vielleicht sogar Sadistisch und er liebte es, Menschen wie Figuren auf dem Spielbrett des Lebens herum zu schieben. Aber das war vermutlich die Job-Voraussetzung eines Meisters der Spione. Heute hatten er und Chasin das Vergnügen, sein Spielzeug zu sein. Das zumindest schrien ihm seine Instinkte zu, als er sich in einer nur allzu bekannten Situation wieder fand. Er hatte es schon damals gehasst herum geschubst zu werden und jetzt war es nicht anders. Das dumme an solchen Situationen war, das man sich nur schlecht aus ihnen heraus winden konnte. Es bedurfte einer nicht unerheblichen Menge an Macht und Information, über die sie derzeit nicht verfügten und nicht verfügen würden. Es blieb einzig, den Schaden zu begrenzen und nicht in der Falle zu landen. Um den Mann nicht aus schierem Widerwillen hasserfüllt anzustarren konzentrierte er sich auf von Pappelhain. Aus dem Augenwinkel sah er noch, wie Walsing direkt in Chasins Augen sah. Wie gern hätte er sie jetzt geschützt, aber diesen Kampf musste sie alleine Ausfechten und war tatsächlich im mentalen Kräfte Messen besser gerüstet als er.
Der alte Soldat schien genauso entnervt von der komplexen Rhetorik wie der Nichtgenannte. Allerdings reagierte dieser, ähnlich wie sein Gegenüber, auf Körpersprache. Was auch immer in der geistigen Unterhaltung der beiden anderen Kontrahenten von statten ging, die Antwort, auf die der Dunkelelf gewartet hatte, erhielt er jetzt. San Walsing offen zur schau getragene Gelassenheit und der beschützende Impuls des Veteranen verrieten dem Nichtgenannten, das der 'Beobachter' hinter dem Vorhang erwünscht und auf Seite der Gastgeber war. Er zwang sich dazu, seine Glieder zu entspannen und sich etwas im durchaus bequemen Sessel zu lümmeln. Wer auch immer hinter dem Vorhang stand, er hatte nichts von ihm zu befürchten.
Der Veteran schien auch von san Walsings Spielchen abgestoßen, wie sein verkniffener Mund und der entnervte Ausdruck in seinen Augen verrieten. Sympathie für den älteren Mann keimte in dem Nichtgenannten auf. Auch wenn Morgeria ihn auf die harte Tour gelehrt hatte, in den politischen Verwirrungen und Ränke-spielen nicht unter zu gehen, hieß das noch lange nicht, dass er das Spiel jederzeit genoss. Eigentlich machte es nur Spaß, wenn man seinem Gegenüber gut genug Vorbereitet entgegen trat. Da er sein Bestes dafür getan hatte, so wenig wie möglich vorbereitet zu sein (er beherrschte kein Grandessanisch, hielt sich so gut wie möglich aus der Politik und dem Geschehen heraus und hatte ein Schweigegelübde abgelegt), war er mehr als nur genervt von der Situation. Allein sein Vertrauen in Chasins Geschick in der Politik und ihr Intellekt beruhigte ihn etwas. Ich hätte mich niemals von dem vermeidlichen Frieden einlullen lasen dürfen! Nur weil keine Dunkelelfen den Hof beherrschen, heißt das nicht, dass es hier nicht trotzdem Intrigen und Ränke-spiele gibt. Indem ich mich hinter Chasin versteckt habe, habe ich uns Verwundbar gemacht … wir mögen alle auf derselben Seite stehen (mehr oder minder) aber wir sind nicht sicher davor, ein Bauernopfer zu werden. Chasin ist mit ihren Talenten äußerst Wertvoll, aber sie ist auch eine Tha'Roon, keine von 'Ihnen'. Was schert es, wenn zwei Außenstehende zum Wohl des Volkes über die Klinge springen? Und Mitgefühl ist ohnehin etwas überaus seltenes unter den Mächtigen.
Wer wohl ungesehen die folgende Unterhaltung beobachten wollte, und aus welchen Gründen? Bedachte man die Sicherheitsmaßnahmen und die Reaktion von Pappelhains musste es ein Hochrangiges Mitglied des Adels sein. Aber warum das Theater? Warum sich nicht gleich zeigen? Warum war es so wichtig, dass Chasin und er nicht wussten WER da hinter dem Vorhang saß … hatte die Person womöglich angenommen, dass man sie nicht bemerken würde?

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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Montag 13. Juli 2015, 19:20

San Walsings Gedankengänge waren wirklich sehr interessant, man könnte schon sagen fesselnd für die Tha'Roon. Dieser Mann besaß die gebündelte Intelligenz seiner Rasse, doch nutzte er sie in nur wenigen Kanälen. Seine Raffinesse was das Intrigenspiel anbelangte war herausragend! Die Freude die er an diesem Spiel hatte, war für die Tha'Roon ein Mysterium. Sie hatte noch nie jemanden wie ihn kennen gelernt und seine äußerst zielgerichtete Leidenschaft war faszinierend. Vielleicht hätte sich die Diplomatin genauso für Leidenschaft in Sachen anderer Dinge fesseln lassen, wie zum Beispiel die Leidenschaft der Blumenzucht oder die Freude am Fischen, aber gerade war es seine Neugierde auf ihr Wissen, das ihr einerseits auf gewisse Weise schmeichelte, aber auch die politische Relevanz, die das mentale Gespräch so anziehend machte.
Als er sie gedanklich als „Mädchen?“ bezeichnete, musste sie in der Tat leicht schmunzeln und war froh darüber, das er noch den Blick gesenkt hielt. Schließlich hätte sie seine Großmutter sein können.
Wie Äußerlichkeiten doch das Bild der Wahrnehmung verzerren können.
Sogar das „dumm“ verzieh sie ihm gerne, denn aus seiner Perspektive musste sie wirklich etwas weltfremd und naiv wirken, eben wie ein dummes Mädchen. Nur die Bedeutung des erwähnten „Himmelfahrtskommandos“ wolle ihr nicht so recht einleuchten.

So oder so verlangte die Tha'roon schließlich tatsächlich seine Aufmerksamkeit, und sie ließ ihr verbales Verwirrungsmanöver los und konnte dabei in Niklas' konzentriertem Blick regelrecht mitlesen, wie er sie selber für sich übersetzte. Wieder hob sich der linke Mundwinkel des Informanten, aber die Gesichtsregung erreichte nicht so richtig seine Augen. Ein heiteres Grün flammte stattdessen in seiner Aura auf, was Chasin leicht schmunzeln ließ, denn sie hatte da etwas in seinen Gedanken erkannt, was ihr zum Vorteil gereichen konnte. Ohne den Kopf zu bewegen, folgte sein Blick flüchtig ihrem "Deut" zum Vorhang, schien dadurch aber nicht alarmiert, höchstens erheitert. Das Spiel machte offensichtlich beiden Parteien Spass.
Er lehnte sich noch tiefer in seinen Sessel, als genieße er dessen Bequemlichkeit und betrachtete ein, zwei Lidschläge lang den - in Chasins Augen - plumpen Facettenschliff seines Trinkglases, ehe er wieder zu ihr hoch sah und sie ihren „Vortrag“ beendete.
Für einen Moment schien Walsing tatsächlich ernst, und mit leicht geschürzten Lippen schwenkte er die Flüssigkeit in seinem Glas und beobachtete diese dabei. Dann schlich sich etwas wie ein schadenfroher, böser Schalk in seinen Blick, und es war ein außerordentliches Kunststück, dass er damit nicht regelrecht dämonisch aussah, sondern noch immer einen sehr eigenwilligen Charme versprühte. Diesmal wollte er mit ihr auf diesem Wege kommunizieren, so direkt, wie sie es nur mit wenigen Personen bisher gepflegt hatte und sie schätzte diese Art an ihm. Seine Furchtlosigkeit ihrer Fähigkeit gegenüber stand im krassen Gegensatz zum Beispiel jener von Marvins von Lauterbach's, die ihn so unsäglich uninteressant gemacht hatte, ja sogar ein wenig anstrengend. Für Chasin war Intelligenz eine geschliffene Klinge und sie kreuzte gern die Schwerter, selbst wenn die nicht wusste welcher Art der Kampf war. Ja sie war noch etwas weltfremd und in vielen Dingen unbedarft, aber sie war eine willige Schülerin.
Meine liebe 'edle Dame', wie Ihr kaum übersehen haben dürftet, stehen vor der Tür zu diesem Zimmer gleich zwei Ritter des Palastes. Obwohl hier sowieso mehr Wachen und Militär des Königs herumgeistern als irgendwo sonst. Ihr musstet - vergebt - Euer treuer Leibwächter musste sogar seine schönen Waffen abgeben. Warum? Wegen uns? Wegen einem alten Mann und mir? Und selbst wenn wir so wichtig wären, dass wir extra in einem innerhalb des Gebäudes liegenden Zimmer so beachtet werden müssten, dann wäre den Wächtern aber nicht aufgefallen, dass da hinter einem offen sichtbaren Vorhang drei Gestalten herumlungern?
Wisst Ihr ernsthaft nicht, wer dort sitzt, oder könnt es Euch denken? ... Ihr enttäuscht mich, meine Liebe!

Das war nicht meine Absicht … ah, Moment … Sarkasmus! …
Er lehnte sich etwas vor, wirkte interessierter. Noch immer schien er über die Situation amüsiert.
Aber woher wusstet Ihr, dass ein Magier dabei ist? Gibt es etwa noch eine Wunderkraft, die ich an Euch nicht kenne? Vielleicht sollten wir zwei uns ja noch einmal etwas näher kennen lernen...
Tauchte da in seiner Aura ein elfenbeinernes Leuchten auf? Es war schwer zu sagen, seine ganze Präsenz wurde im Moment von interessiertem Grün und verfälschtem Gelb geradezu nicht "überschattet", sondern "überleuchtet", bevor er sich wieder mäßigte und ihre Reaktion abwartete.
Elfenbein? Mir gegenüber? Von ihm?
Der Gedanke war so abwegig, fast war sie geneigt sich nach einer anderen Frau im Raum umzusehen, doch neben ihr saß nur Zanfar. Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte sie sogar kurz, ob san Walsing ihren Begleiter gemeint haben könnte und sich eher dem männlichen Geschlecht hingezogen fühlte, aber verwarf den Gedanken gleich wieder, da er nur einer Kette von sinnfreier Annahmen entsprungen war. Chasin trug ihr perfekt sitzendes Lächeln auf ihrem Gesicht und wie es ihrer Art entsprach, setze sie san Walsing betont sachlich in Kenntnis:
„Ich habe mir erlaubt „arkan“ als Synonym für „geheim“ zu verwenden ... aber danke für die Information.“
Damit war klar, dass sie das Spiel ebenso beherrschte wie der anwesende Meister. Sicher hatte sie die Spielregeln hierzulande noch bei weitem nicht verinnerlicht, aber eine doppeldeutige, rhetorische Finte mit unklarem Ausgang zu nutzen um an Informationen zu gelangen, war auch ihr zu eigen. Trotzdem wollte sie dieses Spiel jetzt lieber nicht vertiefen, denn das Elfenbein hatte sie doch ein wenig nervös gemacht. Was es bei Zanfar zu bedeuten hatte, war ihr noch nicht ganz klar geworden, wie sollte sie denn eine fachgerechte Evaluation bei einem quasi Fremden erreichen? Nein, dieses Spiel müsste, wenn dann auf einem anderen Parkett ausgetragen werden, bzw. nach Zanfar Aussage, einem Bett. Jetzt galt es jedoch herauszufinden, wozu man sie nun wirklich benutzen wollte und ob es sich lohnen würde, dieser „Bitte“ nachzukommen. Da sie sich zuvor schon einige Pfeifenzüge lang mit dem Spion an geschwiegen hatte, war es wohl wieder Zeit offiziell zu werden. Sie wandte sich hierfür nun bewusst an General von Pappelhain. Ihre Hand, die auf der Seite an der Zanfar saß, tippte drei Mal auf die Stuhllehne um ihn die Anzahl der verborgenen Personen zu übermitteln. Sie war sich nicht ganz sicher, ob er sie verstehen würde, aber sie hoffte es. Dabei sah sie einmal zu eben jenem Vorhang nickte und deutete somit den dahinter verborgenen Personen ihren Gruß an. Dann lächelte sie den General an und sprach:
„Verzeiht bitte die Unterbrechung. Ich würde es begrüßen, wenn sie uns nun ohne weitere Umschweife unterbreiten könnten, inwiefern wir hilfreich sein könnten, damit ich entscheiden kann, ob eine Einmischung meiner Seite gerechtfertigt wäre.“
Mit wachem Auge und großer Konzentration folgte sie jeder Regung ihres Gegenübers, doch – tief in ihrem Innern, dort wo ihre Wurzeln sich um ihre verschrumpelte Existenz krümmten, dort im Verborgenen keimte wieder einmal die Sehnsucht nach ihrem Volk. Früher wäre all das hier so einfach gewesen. Ein Gedanke und man hätte Rat und Führung durch ein ganzes Volk gehabt, doch jetzt? Jetzt fühlte Chasin sich tief in ihrer Seele wieder einmal unglaublich allein in der Welt. Dort wo früher andere für sie Entscheidungen getroffen hatten, wo niemals auch nur ein Gedankengang unbemerkt von den Anderen den falschen Weg nehmen konnte, klaffte nun düstere Leere. Es war diese Einsamkeit, diese Unsicherheit, die so tief in ihr verborgen einen kurzen Funken Furcht aufglühen ließ. Es war nicht die Angst, vor das was vor ihnen liegen könnte, nein! DAS erfüllte sie mit Neugierde und wachem Interesse. Es war die Angst eine falsche Entscheidung zu treffen, die nicht mit dem Wohl ihres Volkes vereinbar wäre. So allein in dieser Welt, so ohne den leitenden Schutz des Kollektivs, war die Verantwortung erdrückend. Chasin fühlte sich wie ein Kind, das man in die Welt gestoßen hatte und sich unversehens auf dem Schlachtfeld wieder fand, wo es galt die Waagschale des Schicksals in die eine oder in die andere Richtung zu beeinflussen. Sie hatte das Talent gute Entscheidungen zu treffen, aber nicht den nötigen Rückhalt – nicht mehr – Trotzdem stellte sie sich jeden Tag der Herausforderung, ihrem Volk zu dienen.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Soldat/in » Mittwoch 15. Juli 2015, 15:26

"Ich habe mir erlaubt „arkan“ als Synonym für „geheim“ zu verwenden ... aber danke für die Information." Der Informant lachte kurz und wirkte tatsächlich amüsiert, aber es lag eine Nuance darin, die der Nichtgenannte womöglich sogar besser herausfiltern und deuten mochte, als die Gedankenleserin, einfach weil er damit mehr Erfahrung hatte: es war das Lachen eines Intrigenspielers, der seinen Gegenüber einen kleinen Zwischensieg "gönnte". Mit altruistischer Herzlichkeit hatte das wenig zu tun - andererseits mochte der Dunkelelf ebenso aus Erfahrung darin mehr Bedrohliches sehen, als von dem jorsaner Meisterspion ausging. Oder? "Der Punkt geht an Euch", entgegnete Niklas leichthin und hob zuprostend sein Glas. Neugierig musterte er noch einen Moment lang Chasin. Na? Weißt du's? Aber er schien nicht zwingend eine Antwort von ihr zu erwarten, sondern nahm es sogar hin, sollte die Tha'roon diesmal ihn zappeln lassen.

Schließlich ging es um anderes: "Verzeiht bitte die Unterbrechung. Ich würde es begrüßen, wenn sie uns nun ohne weitere Umschweife unterbreiten könnten, inwiefern wir hilfreich sein könnten, damit ich entscheiden kann, ob eine Einmischung meiner Seite gerechtfertigt wäre."
Der General nickte etwas, entspannte sich aber nur unwesentlich dahingehend, dass er keine direkte Bedrohung mehr erwartete. Die Situation im Ganzen schien ihm aber nach wie vor nicht zu behagen. Gerechtfertigt..., wiederholte er Chasins Wortwahl in Gedanken missmutig und atmete tief durch, senkte seinen Blick wieder auf die Landkarte, ohne dass dies den Sichtkontakt zu seinen Augen unterbrach. Dunklere und hellere rote Wirbel "tobten" inzwischen durch seine Aura, wurden aber immer wieder von Grau überlagert, als kämpfe er gegen den eigenen Zorn an.

"Seit zwölf Tagen also ist Sterlyn weg", wiederholte der alte Stratege eine bereits erwähnte Information, um den Faden wieder aufzunehmen. "Und als wäre das nicht ärgerlich genug, ließ sich offenbar durch eben diesen Umstand vor fünf Tagen eine andere Person..." Der graue Gleichmut, herbeibefohlen durch Disziplin verlor nun mit wehenden Fahnen den Kampf und für einige Momente leuchtete von Pappelhain zornig vor sich hin, "...dazu verleiten, auf eigene Faust zwanzig! gute! Männer mitzunehmen...", er atmete nochmal ein und behielt den Atem einen Augenblick, "...und vor die Tore Tromans zu ziehen.
Auf offenem Feld.
Und dort die Herausgabe des Hauptmanns zu fordern."
Seine Stimme klang noch einigermaßen beherrscht - aber das war auch alles. Sein Blick starrte durch den Tisch hindurch und er dachte nichts anderes als die Worte, die er auch aussprach:
"Sie waren selbstverständlich den dortigen feindlichen Truppen hoffnungslos unterlegen. Der ranghöchste Vertreter der Grandessaner vor Ort war auch noch ausgerechnet Prinz Vincent IV, Hendriks ältester Sohn, und er scheint sich auch noch einen Spaß daraus gemacht zu haben, den Anführer unserer Truppe erst in einem ehrlosen! Duell zu demütigen und unsere Soldaten danach abschlachten zu lassen.
Bis auf einen, von dem sich in Troman die Spur verlor, hat keiner der Soldaten überlebt."
Seine Stimme klang düster. Bedauernd. Und erschöpft. Braun ersetzte wieder große Anteile der roten Färbung. Das hat der Junge doch nicht verdient... so... überflüssig und sinnlos, verdammt!

Beobachtete man san Walsing in diesen Momenten, so sah man diesen den alten General selber wachsam beobachten, auch wenn er ungewohnt ernst schwieg. Gedankenabwesend drehte er das Glas in der Hand hin und her und hatte die Lippen leicht geschürzt. Was immer von Pappelhain nun genauer so mitnahm, er schien davon zu wissen?

"Und ... Prinz Vincent hat seiner Gegnerin das Schwert von hinten mitten durch den Leib gerammt." Die Hände des Generals ballten sich noch auf dem Tisch ruhend zu Fäusten. "Sie muss unwahrscheinliches Glück gehabt haben, aber sie liegt laut unserem Kenntnisstand noch schwerstverletzt in Troman und ist nun deren Gefangene." Er fuhr sich kurz befeuchtend über die Lippen und schien ein paar Worte herunter zu schlucken: Fast wäre es vielleicht besser, wenn sie stirbt. Nicht auszudenken, was sie mit ihr machen, wenn...
Er atmete nochmal durch und riß sich selber zusammen. "Eine Situation, die wir uns nicht leisten können." Sie ist das einzige Gegengewicht zu Lliris, und wenn die auch noch alleine als Thronfolgerin bleibt... Richard muss endlich Kinder kriegen!
"Sie dürfen Herzogin Bodvica nicht behalten", endete er düster und ließ damit die Katze endlich aus dem Sack.

Es ging gar nicht um Sterlyn.
Die Lage war viel schlimmer.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Mittwoch 15. Juli 2015, 21:29

Na? Weißt du's?
Chasin hatte sich wieder abgewandt und lauschte dem General, aber natürlich arbeitet auch die Frage in ihr.
Ich habe eine Vermutung, aber das ist kein Wissen. Sterlyn war Leibwächter der Schwester des Königs. Es gibt jede Menge halb und ganz ausgesprochene Gerüchte über die beiden. Vielleicht will sie ...
Gerechtfertigt...
, unterbrach der Gedankengang des Generals ihre eigenen Mutmaßungen. Dunklere und hellere rote Wirbel "tobten" inzwischen durch seine Aura, wurden aber immer wieder von Grau überlagert, als kämpfe er gegen den eigenen Zorn an.
Was macht ihn nur so wütend?!?
"Seit zwölf Tagen also ist Sterlyn weg"
, wiederholte der alte Stratege eine bereits erwähnte Information, um den Faden wieder aufzunehmen.
"Und als wäre das nicht ärgerlich genug, ließ sich offenbar durch eben diesen Umstand vor fünf Tagen eine andere Person... dazu verleiten, auf eigene Faust zwanzig! gute! Männer mitzunehmen..."
Seine Wut hüllte ihn in einen lodernden Mantel. Er atmete nochmal ein und behielt den Atem einen Augenblick,
"...und vor die Tore Tromans zu ziehen.
Auf offenem Feld.
Und dort die Herausgabe des Hauptmanns zu fordern."

Ganz offensichtlich wäre er damit nicht einverstanden gewesen …
Seine Stimme klang noch einigermaßen beherrscht - aber das war auch alles. Sein Blick starrte durch den Tisch hindurch und er dachte nichts anderes als die Worte, die er auch aussprach:
"Sie waren selbstverständlich den dortigen feindlichen Truppen hoffnungslos unterlegen. Der ranghöchste Vertreter der Grandessaner vor Ort war auch noch ausgerechnet Prinz Vincent IV, Hendriks ältester Sohn, und er scheint sich auch noch einen Spaß daraus gemacht zu haben, den Anführer unserer Truppe erst in einem ehrlosen Duell zu demütigen und unsere Soldaten danach abschlachten zu lassen. Bis auf einen, von dem sich in Troman die Spur verlor, hat keiner der Soldaten überlebt."
Ich könnte fragen, wie er an diese Informationen gelang ist, aber ich glaube nicht, dass dies von Bedeutung ist. Die Folgen sind in diesem Fall wichtiger.
Seine Stimme klang düster. Bedauernd. Und erschöpft. Braun ersetzte wieder große Anteile der roten Färbung.
Er hat jemanden verloren. Einer von ihnen muss ...
Das hat der Junge doch nicht verdient... so... überflüssig und sinnlos, verdammt!
"Und ... Prinz Vincent hat seiner Gegnerin das Schwert von hinten mitten durch den Leib gerammt."

Es gibt also einen Augenzeugen.
Die Hände des Generals ballten sich noch auf dem Tisch ruhend zu Fäusten.
"Sie muss unwahrscheinliches Glück gehabt haben, aber sie liegt laut unserem Kenntnisstand noch schwerst verletzt in Troman und ist nun deren Gefangene."
Sie?
Er fuhr sich kurz befeuchtend über die Lippen und schien ein paar Worte herunter zu schlucken:
Fast wäre es vielleicht besser, wenn sie stirbt. Nicht auszudenken, was sie mit ihr machen, wenn...
Er atmete nochmal durch und riss sich selber zusammen.
"Eine Situation, die wir uns nicht leisten können."
Sie ist das einzige Gegengewicht zu Lliris, und wenn die auch noch alleine als Thronfolgerin bleibt... Richard muss endlich Kinder kriegen!
Die politische Lage ist brenzlig und offenbar missfällt ihm Lilris als Thronfolgerin. Die Frage bleibt, was ich da tun kann? Soll ich Richard helfen die richtige Frau für seine Blutlinie zu finden?
"Sie dürfen Herzogin Bodvica nicht behalten"
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Es ging gar nicht um Sterlyn, das vermutete die Tha'Roon schon, allerdings war die Lage doch schlimmer als gedacht, denn Bodvica selbst hatte das „Himmelfahrtskommando“ angeführt, dass General Pappelhain einen geliebten Menschen gekostet hatte. Die emotionalen Entscheidungen der Menschenkinder waren oft überstürzt und wenig logisch durchdacht. Dass Pappelhain trotzdem noch so zu ihr hielt, war ihm hoch anzurechnen, denn oft erlagen die Menschen dem Schmerz eines Verlustes und wandelten ihn zu schnell in Hass. Das taten sie im kleinen wie im Großen und Chasin hatte diesen Vorgang schon gesehen. Bauern die ein Kalb verloren, gaben den Göttern die Schuld, dem Futter oder einer schlechten Ernte, oder der Nachbarin, die schlecht über sie redete. Die Frage nach der Schuld war dabei immer die Erste die gestellt wurde.
„Mein tief empfundenes Beileid. Es waren sicher gute Männer.“
Chasin ließ ganz bewusst dem General Zeit ihre Bekundung anzunehmen, denn sicher ahnte er, dass sie sein Leid gesehen hatte und teilte. Gleichwohl hatte sie es für die „Zuhörer“ auf alle Verlorenen bezogen, wenn auch der Moment in dem sie es aussprach und ihm in die Augen sah, allein dem alten Veteran gehörte. Die Tha'Roon war zwar ein analytisches Wesen, aber ihr ganzes Volk war friedliebend und auf Harmonie bedacht, sodass jeder gewaltsame Verlust sie an die Sinnlosigkeit des Krieges erinnerte. Ganz bewusst senkte sie für einen langen Atemzug den Kopf, berührte mit der linken geschlossenen Hand ihr Herz, dass für die Erinnerungen stand, dann langsam die Finger öffnend ihre Lippen, die ihre Geschichte weiter tragen würden und zum Schluss ihre Stirn, den Geist der sie nie vergessen würde, um sie dann offen dem Himmel, der Unendlichkeit der Seelen zuzuwenden. Dann schloss sie ihr Auge und ließ ihre Hand wieder auf ihre gekreuzten Oberschenkel sinken. Es war eine Geste, ein Gedenken an jene Seelen die vergangen waren und hoffentlich ihren Frieden im Jenseits gefunden hatten. Doch Chasin wusste als Tha'Roon und vor allem auch als Frau die der Geistermagie mächtig war, nur zu gut, dass besonders im Krieg viele Seelen nicht die Ruhe fanden, die sie suchten. Zu früh herausgerissen aus ihren Leben wandelten sie oft ohne Ziel umher, bis sie entweder ihr Schicksal erfüllten, was selten war, die Zeit sie gehen ließ oder man ihnen half zu gehen. Im stillen kam ihr ein Gedanke.
Moment – viele Menschen glauben, wir Tha'Roon seien Geister, oder wir könnten mit ihnen zumindest kommunizieren. Ist es das was ich für sie tun soll? Die Schlachtfelder bereisen und nach ihren Vergangenen suchen?
Chasin schlug die Augen auf und sah General von Pappelhain offen an. Sie senkte den Kopf leicht, ohne den Blick jedoch abzuwenden.
„Was gedenkt ihr, dass meine Aufgabe in dieser Angelegenheit sei?“
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Mittwoch 15. Juli 2015, 22:12

Zufrieden stellte der Nichtgenannte fest, dass seine Haltungsänderung von Pappelhain etwas entspannen ließ. Nichts ging über das gegenseitige Verständnis zwischen Männern des Krieges. Was auch immer Chasin in Gedanken mit san Walsing austauschte, ihr kleiner Sieg ließ ihn fast triumphierend auflachen. Ha doch nicht so ausge ... Ging es ihm durch den Kopf, bis der Spion mit gönnerhafter Art Chasin beglückwünschte. Sein Beschützerinstinkt machte es ihm schwer, sich weiter entspannt im Sessel zu lümmeln. Und seine größte Befürchtung war, dass Chasin der Gefahr nicht einmal gewahr war. Aber wie sollte sie auch, in ihrem Volk konnte es derlei Dinge wohl kaum geben und bis jetzt hatten sie die großen Haifischbecken gut umschiffen können. Verfluchter Bastard. Wage es, ihr ein Haar zu krümmen und meine letzte Tat auf dieser Erde wird es sein, dir den Skalp ab zu ziehen. Er konnte sich nicht beherrschen und für einen kurzen Augenblick traf sein Blick den san Walsings. Mehr als nur eine Warnung stand darin. Es war der Blick eines Mannes dem töten einst so leicht gefallen war, wie gehen und der von den Besten das Spiel des 'Wenn Blicke töten könnten' gelernt hatte. Der Augenkontakt dauerte nur einige Sekunden, dann zwang er sich, auf die Karte zu sehen. Er war nicht in der Position Drohungen auszusprechen, geschweige denn, sie wahr zu machen. Und das wusste sein Gegner mit einiger Sicherheit. Von Pappelhain fuhr fort und bot ihm dabei eine willkommene Ablenkung, doch im Augenwinkel behielt er den Spion im Blick. Männer wie er ließen sich selten so einfach in die Flucht schlagen, einige von ihnen sahen solcherlei Verhalten sogar als Provokation. Zu welcher Sorte wohl der Mensch gehörte?
Ärger und Sorge sprachen aus der Körpersprache des Veteranen, der sich zuerst überaus Vage ausdrückte. Zum Ende seiner Rede war der Nichtgenannte dankbar über seine Maske, denn ihm fiel fast Wortwörtlich die Kinnlade herunter. Die Schwester des Königs ist ihrem … vermutlich ihr Liebhaber? Freund? Da muss viel Gefühl im Spiel gewesen sein … hinterher geeilt und ist jetzt in Hand der Grandessaner?! Verfluchte Scheiße! Diese Geisel dürfen sie auf keinen Fall behalten!!! Zumindest werden wir kein unwichtiges Bauernopfer. Aber … sie können doch nicht wirklich wollen, dass wir uns für sie in die Stadt einschleichen und Bodovica befreien, oder? Allerdings … gäbe es bessere Spione als eine Gedankenleserin und einen 'Verräter' aus den eigenen Reihen?! Verflucht soll ich sein, wenn ich DABEI mit mache!!! Ich habe nicht umsonst die neutrale Seite gewählt. Ich bin nur wegen Chasin hier.
Seine Faust wanderte unbewusst in nachdenklicher Pose auf Höhe seines Mundes.
Und wenn Bodvica das Zünglein an der Waage ist, das Jorsa stürzt? Wie lange noch, bis es kein Entkommen mehr vor den Dunkelelfen und ihren Verbündeten gibt? Wie soll ich in Frieden und Neutralität Leben, wenn es die Nichtgenannten nicht mehr gibt? Wenn ich allein wäre, würde ich es vielleicht tun, aber ich kann sie nicht in solche Gefahr bringen. Ich darf sie nicht verlieren! Und wenn ich es tue, kann ich überhaupt als Nichtgenannter Reisen? Müsste ich nicht dafür wieder Dunkelelf sein?
Er stoppte seine rasenden Gedankengänge gewaltsam. Noch hatten sie nicht einmal gesagt, worum es ihnen ging. Er machte sich über Dinge Sorgen, die noch nicht geschehen waren und vielleicht niemals geschehen würden! Gespannt wartete er auf die Antwort auf Chasins Frage.

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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Soldat/in » Donnerstag 16. Juli 2015, 22:43

"Mein tief empfundenes Beileid. Es waren sicher gute Männer." Der General sah sie mit seltsamem Blick an, abgestumpft, das Braun überwog... und doch nahm er mit leichtem Nicken ihr Beileid offenbar als ehrliche Geste an und beobachtete gedankenverloren die besonnenen, rituell wirkenden Bewegungen der Diplomatin.
Damit wird die Linie 'von Pappelhain' verschwinden. Jarol war ein guter Junge, aber Finrias' einziger Sohn. Eine... dumme... Er dachte die neuerliche Tirade, die sich anzubahnen drohte, nicht weiter, sondern starrte einen Moment nur düster auf die Karte, sich fangend.
Auch san Walsing beobachtete Chasin - neugierig. Das Gesehene aufsaugend wie ein Schwamm. Zanfars enorm "warnenden" Blick zuvor hatte der Informant durchaus wahrgenommen... seine Brauen hatten sich leicht gehoben, fast wirkte es, als hätte Niklas ein unschuldiges "Iiiiich?"-Gesicht gemacht; oder tatsächlich die Warnung als Einladung zu einer makaberen Form von Spiel gesehen?
Er schmunzelte letztlich. Es sollte wohl gütlich wirken... beruhigend. Ha. Wenn der Dunkelelf ehrlich war, war er danach eigentlich nicht schlauer als vorher - im Gegensatz zu Niklas.

"Was gedenkt ihr, dass meine Aufgabe in dieser Angelegenheit sei?", kam schließlich wohl eine der entscheidenden Fragen, und von Pappelhain atmete tief durch und nickte bedächtig vor sich hin. Dann rieb er sich die Stirn. "Euer... beider... Aufgabe, werte Dame de Mondragil", erwiderte der General jedes anfängliche Wort einzeln betonend und sah scheinbar mit gemischten Gefühlen zu dem Nichtgenannten.
Dann klappte sein Mund auf, wie um fortzufahren - nach einem weiteren Augenblick entließ er den Atem aber in einer Art frustriertem Brummen und sah fast hilfesuchend zu san Walsing. Das schien nun wieder mehr der Part des obersten Informanten, der seine Worte nun ebenfalls mit Bedacht wählte:
"Es steht außer Frage, dass es äußerst unangenehm werden kann, wenn die Grandessaner die Herzogin behalten. Von königlichen Interna, die man aus ihr heraus foltern könnte, über höchst unvorteilhafte Forderungen, die man an Jorsan für ihre Herausgabe stellen könnte, bis hin zu zweifelhaften Experimenten, die die Ritualmagier mit ihr veranstalten könnten oder einem eher persönlichen Schicksal wie der Degradierung zum Lustobjekt für irgend einen exzentrischen Granden oder gar einen Dunkelelfen. Oder Ork", zählte der Edle scheinbar herzlos die Lage verdeutlichend auf und wedelte dazu unbestimmt mit der Hand.
Der Nichtgenannte hatte plötzlich den Eindruck, ein Grollen hinter dem Vorhang gehört zu haben.

Mit wachen Augen und einer kalten Miene, die die beiden bisher noch nicht an ihm gesehen hätten, fuhr san Walsing fort: "Wir könnten versuchen, mit roher Truppengewalt Troman anzugreifen und sie da raus zu holen. Der Erfolg ist... mehr als zweifelhaft. Ich meine, könnten wir Troman einfach so einnehmen, hätten wir es schon längst getan, nicht? Und bei etwas so offensichtlichem wäre mehr als genug Zeit, Herzogin Bodvica noch die Kehle durchzuschneiden." Wieder dieser leidenschaftslose Klang seiner Stimme... seine Aura sprach hingegen eine andere Sprache: diesmal war er es, der erbost war und sich zurückhalten musste; und die Petrol-Farbe, die Sorge um jemanden, war ebenso wieder vertreten.
"Walsing...!", zischte eine männliche Stimme leise tadelnd erbost hinter dem Vorhang - kurzes Gemurmel entstand, dann wieder Stille - doch außer dem Nichtgenannten schien es niemand zu bemerken.
Niklas san Walsing ließ sich wieder in den Sessel zurück fallen und atmete einmal tief ein, ehe er preisgab: "Ich habe Leute dort. Aber wenige. Mühsam eingebracht, teils über Jahre... und meines Erachtens nach nicht wirklich befähigt, die Herzogin da heil heraus zu schmuggeln - und dabei spreche ich noch nicht von ihrer Verletzung."

Er musterte die Tha'roon und den Nichtgenannten abwechselnd, bevor er mit düsterer Stimme fortfuhr: "Ich bin mir nicht einmal sicher, für wen diese Aufgabe die größere Herausforderung wäre, aber wir haben mehrere Berichte darüber, dass Grandessa wohl tatsächlich so wahnsinnig war... sich mit den Dunkelelfen zu verbünden. Der Einfluss, den das Dunkle Volk über die nördlicheren Lande gewonnen hat, scheint gewaltig, und es sieht ganz danach aus, dass Dunkelelfen, die sich in Grandessa aufhalten, sich schon jetzt aufführen können wie kleine Könige. Niemand scheint ihnen ernsthaft im Weg zu stehen."
Er fixierte zunehmend den Nichtgenannten.
"Unsere Überlegung lautet, dass Ihr, Herr Nichtgenannter, Eure Abstammung nutzen könntet, um aus einer halbwegs verschleierten Richtung kommend überspitzt gesagt da mit ein paar gefälschten Papieren einfach reinzumarschieren und die Herausgabe der Herzogin zu verlangen, weil man... 'spezielles' mit ihr bei Euresgleichen vorhat."

Sein Blick schwenkte zu Chasin: "Und Ihr begleitet ihn - verzeiht den Ausdruck - als 'extravagante Dienerin', die als sein Sprachrohr dient." Er zog die Luft kurz durch die Zähne und hatte die linke Braue gehoben, während er rasch wieder an den Dunkelelf gerichtet weitersprach:
"Wir haben uns den Kopf darüber zerbrochen, wie wir Eure Gepflogenheiten und Gelübde möglichst unangetastet lassen können, um Euch die Aufgabe nicht noch schwerer zu machen; die Lösung ist: je exzentrischer Ihr Euch gebt, umso besser. Für Euer Schweigen müsstet Ihr Euch nur einen anderen Grund überlegen und so tun, als würdet Ihr Eure Botschaften per Zeichensprache an die Dame de Mondragil übermitteln und sie 'übersetzt' Euren Willen. Damit könntet Ihr auch leichter durchsetzen, dass sich ihr niemand unerlaubt zu nähern hat."
Kurz wirkte er doch wieder ein wenig belustigt, doch dieser Eindruck verflog schnell.
"Ihr könnt Eure Körperverhüllung beibehalten, denn auch dies hätte einen Vorteil: Wer Verdacht schöpft, wird Euch dann wahrscheinlich als erstes unterstellen, dass Ihr gar kein Dunkelelf seid - das lässt sich widerlegen! Und wer sich in sowas schon irrte... wagt es meist nicht, weiterzufragen und gibt seinen Argwohn oft sogar demonstrativ auf." Niklas lächelte kurz schief... und schien zu wissen, wovon er sprach.
Der General hörte nur sehr still und mit versteinerter Miene zu. Gefallen tat ihm das alles wohl nicht, aber wen wunderte das.

"Ich weiß nicht, in welcher Hinsicht Eure Kleidung und Eure Maske typisch für den Orden der Nichtgenannten sind und wiedererkannt werden könnten... da wäre der einzige Knackpunkt, dass wir all diese Dinge durch andere, gleich funktionierende ersetzen müssten. Aber auch das ist machbar."
Niklas nickte dabei leicht vor sich hin und wirkte hoch konzentriert - es schien, als wäre er schon gedanklich mitten in den Vorbereitungen.
"Nun, und welche Vorteile bei der Unternehmung eine Gedankenleserin hätte, brauch ich sicher nicht auszuführen... Sollte die Herzogin bereits abtransportiert worden sein, wenn ihr ankämt, hättet ihr die besten Chancen, ihre Spur verfolgen und sie hoffentlich noch rechtzeitig einholen zu können."
Er drehte wieder das Glas in der Hand und schwieg dann, sah die beiden schließlich abwartend an, wohl um zu erfahren, was sie von der Sache hielten. Interessanterweise gab es dazu im Moment nicht einmal nennenswerte Gedankenfetzen, die Chasin noch irgend etwas hätten mitteilen können, was er lieber nicht aussprach.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Freitag 17. Juli 2015, 21:15

Walsing zuckte nicht einmal. Dabei war sein böser Blick doch wirklich gut! Oder hatte er über die Jahre hinweg an Biss verloren? Jedenfalls saß der richtigen Mann auf dem Posten des obersten Spions. Aber wie hätte Jorsa auch sonst so lange bestehen können?! Der Nichtgenannte hätte sich für seine Unbeherrschtheit Ohrfeigen können, nun kannte san Walsing einen weiteren seiner vielen Schwachpunkte. Aber es war immerhin nahe liegend, dass er der Person, die er schützte, nahe stand. Das gönnerhafte Grinsen hätte er ihm gern aus dem Gesicht gewischt, aber diese Runde ging an ihn. Er hielt sich selbst davon ab, in irgendeiner weise auf die lässige Herausforderung des Spions zu reagieren und lauschte stattdessen von Pappelhains Antwort.

"Euer... beider... Aufgabe, werte Dame de Mondragil", erwiderte der General jedes anfängliche Wort einzeln betonend und sah scheinbar mit gemischten Gefühlen zu dem Nichtgenannten. Du traust mir wohl nicht, alter Mann, was? Eine gute Entscheidung würde ich sagen.
Dann klappte sein Mund auf, wie um fortzufahren - nach einem weiteren Augenblick entließ er den Atem aber in einer Art frustriertem Brummen und sah fast hilfesuchend zu san Walsing. Das schien nun wieder mehr der Part des obersten Informanten, der seine Worte nun ebenfalls mit Bedacht wählte:
"Es steht außer Frage, dass es äußerst unangenehm werden kann, wenn die Grandessaner die Herzogin behalten. Von königlichen Interna, die man aus ihr heraus foltern könnte, über höchst unvorteilhafte Forderungen, die man an Jorsan für ihre Herausgabe stellen könnte, bis hin zu zweifelhaften Experimenten, die die Ritualmagier mit ihr veranstalten könnten oder einem eher persönlichen Schicksal wie der Degradierung zum Lustobjekt für irgend einen exzentrischen Granden oder gar einen Dunkelelfen. Oder Ork", zählte der Edle scheinbar herzlos die Lage verdeutlichend auf und wedelte dazu unbestimmt mit der Hand.
Der Nichtgenannte hatte plötzlich den Eindruck, ein Grollen hinter dem Vorhang gehört zu haben. Also tatsächlich der König? Wer sonst sollte in diesem Fall seine Tarnung gefährden, außer einer Person, die Bodvica nahe stand.
Mit wachen Augen und einer kalten Miene, die die beiden bisher noch nicht an ihm gesehen hätten, fuhr san Walsing fort: "Wir könnten versuchen, mit roher Truppengewalt Troman anzugreifen und sie da raus zu holen. Der Erfolg ist... mehr als zweifelhaft. Ich meine, könnten wir Troman einfach so einnehmen, hätten wir es schon längst getan, nicht? Und bei etwas so offensichtlichem wäre mehr als genug Zeit, Herzogin Bodvica noch die Kehle durchzuschneiden."
Beihnahe hätte der Nichtgenannte gestöhnt. Bitte lass mich nicht recht haben …
"Walsing...!", zischte eine männliche Stimme leise tadelnd erbost hinter dem Vorhang - kurzes Gemurmel entstand, dann wieder Stille – die Wetten für den König hinter dem Vorhang stiegen. Es musste hart sein, diese kalten Worte zu hören und diese Familie schien zu emotionalen Reaktionen zu tendieren. Hoffentlich würde es den Herrscher Jorsans nicht auch noch ins Unglück stürzen.

"Unsere Überlegung lautet, dass Ihr, Herr Nichtgenannter, Eure Abstammung nutzen könntet, um aus einer halbwegs verschleierten Richtung kommend überspitzt gesagt da mit ein paar gefälschten Papieren einfach reinzumarschieren und die Herausgabe der Herzogin zu verlangen, weil man... 'spezielles' mit ihr bei Euresgleichen vorhat."

Nein …. NEIN … auf gar keinen verfluchten Fall werde ich das tun!!!!

Sein Blick schwenkte zu Chasin: "Und Ihr begleitet ihn - verzeiht den Ausdruck - als 'extravagante Dienerin', die als sein Sprachrohr dient."

Verrecke doch Walsing! Ich werde sie nicht nackt in ein Nest aus Vipern stoßen, während mir die Hände gebunden sind!

Er zog die Luft kurz durch die Zähne und hatte die linke Braue gehoben, während er rasch wieder an den Dunkelelf gerichtet weitersprach:
"Wir haben uns den Kopf darüber zerbrochen, wie wir Eure Gepflogenheiten und Gelübde möglichst unangetastet lassen können, um Euch die Aufgabe nicht noch schwerer zu machen; die Lösung ist: je exzentrischer Ihr Euch gebt, umso besser. Für Euer Schweigen müsstet Ihr Euch nur einen anderen Grund überlegen und so tun, als würdet Ihr Eure Botschaften per Zeichensprache an die Dame de Mondragil übermitteln und sie 'übersetzt' Euren Willen. Damit könntet Ihr auch leichter durchsetzen, dass sich ihr niemand unerlaubt zu nähern hat."
Kurz wirkte er doch wieder ein wenig belustigt, doch dieser Eindruck verflog schnell.
"Ihr könnt Eure Körperverhüllung beibehalten, denn auch dies hätte einen Vorteil: Wer Verdacht schöpft, wird Euch dann wahrscheinlich als erstes unterstellen, dass Ihr gar kein Dunkelelf seid - das lässt sich widerlegen! Und wer sich in sowas schon irrte... wagt es meist nicht, weiterzufragen und gibt seinen Argwohn oft sogar demonstrativ auf." Niklas lächelte kurz schief... und schien zu wissen, wovon er sprach.
Der General hörte nur sehr still und mit versteinerter Miene zu. Gefallen tat ihm das alles wohl nicht, aber wen wunderte das.
"Ich weiß nicht, in welcher Hinsicht Eure Kleidung und Eure Maske typisch für den Orden der Nichtgenannten sind und wiedererkannt werden könnten... da wäre der einzige Knackpunkt, dass wir all diese Dinge durch andere, gleich funktionierende ersetzen müssten. Aber auch das ist machbar."
Niklas nickte dabei leicht vor sich hin und wirkte hoch konzentriert - es schien, als wäre er schon gedanklich mitten in den Vorbereitungen.
"Nun, und welche Vorteile bei der Unternehmung eine Gedankenleserin hätte, brauch ich sicher nicht auszuführen... Sollte die Herzogin bereits abtransportiert worden sein, wenn ihr ankämt, hättet ihr die besten Chancen, ihre Spur verfolgen und sie hoffentlich noch rechtzeitig einholen zu können."
Er drehte wieder das Glas in der Hand und schwieg dann, sah die beiden schließlich abwartend an, wohl um zu erfahren, was sie von der Sache hielten.
Der Dunkelelf saß völlig still da, erstarrt, seitdem Niklas den Plan zu erläutern begonnen hatte. Die Unternehmung war in den Augen des Leibwächters schierer Wahnsinn. Schon jetzt fielen ihm unzählige Punkte ein, an denen das ganze scheitern würde!!! Er konnte Niklas san Walsing zugute halten, dass dieser sich darum bemühte, seine Traditionen als Nichtgenannter zu berücksichtigen. Allerdings war das allenfalls Berechnung, kein zuvorkommen. Und es änderte nichts daran, dass er mit seiner Tradition brechen würde, wenn er zustimmte. Aber das war nicht das wichtigste. Er hatte geschworen Chasin zu beschützen und gerade jetzt wäre es das Beste, sie über die Schulter zu werfen und zu rennen, so schnell er konnte! Beihnahe hätte er es getan, während er äußerlich zur Statue erstarrt schien. Es wäre ja urkomisch gewesen, wäre die Lage nicht so ernst. Was ließ Walsing glauben, dass ein paar gefälschte Papiere und eine fadenscheinige Ausrede ihnen Tür und Tor öffnen würden?! Vielleicht bei den Grandessanern, aber vor Dunkelelfen würde es nicht bestehen können. Da brauchte es mehr. Man musste genügen Macht symbolisieren, musste sie alle an der Nase herum führen und genügend Informationen haben um Manipulieren und Erpressen zu können. Weswegen sie einen Dunkelelfen und eine Gedankenleserin brauchten. Warg Mist! Selbst in dieser Kombination war es ein Himmelfahrtskommando! Und überhaupt, er schuldete Jorsa gar nichts! Er war Nichtgenannter, solche belange interessierten ihn nicht. Aber wenn ich helfe, kann ich etwas von der Schuld wieder gut machen, die ich auf mich genommen habe … aber nicht, indem ich Chasins Leben gefährde!
Er griff nach Chasins Hand und drückte sie genug, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen und sei es nur aus Schreck. Er sah ihr direkt in die Augen und dachte eindringlich:
Sag Nein! Das dürfen wir nicht tun! Es wird uns und Bodvica das Leben kosten. Der Plan ist verrückt! Lass uns Jorsa verlassen, bevor sie Untergehen, wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen. Ich könnte dir den Tempel der Nichtgenannten zeigen! Angst und Sorge hatte ihn im Griff. Er durfte die einzige Freundin, die er hatte, nicht verlieren! Selbst wenn ich vielleicht nie wieder die Chance bekomme, Wiedergutmachung zu leisten.

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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Mittwoch 22. Juli 2015, 10:03

Die eigentlichen Ausführungen hatten noch nicht begonnen und Zanfars Faust wanderte unbewusst in nachdenklicher Pose auf Höhe seines Mundes. Die Bewegung ließ sie ihn unwillkürlich ansehen und so las sie einen Teil seines Gedankensturms.
Und wenn Bodvica das Zünglein an der Waage ist, das Jorsa stürzt? Wie lange noch, bis es kein Entkommen mehr vor den Dunkelelfen und ihren Verbündeten gibt?
Und wie lange noch, bis sie dann ganz Celcia für sich beanspruchen und auch Nebulis in Gefahr gerät?!
, dachte Chasin zustimmend.
Wie soll ich in Frieden und Neutralität Leben, wenn es die Nichtgenannten nicht mehr gibt? Wenn ich allein wäre, würde ich es vielleicht tun, aber ich kann sie nicht in solche Gefahr bringen. Ich darf sie nicht verlieren! Und wenn ich es tue, kann ich überhaupt als Nichtgenannter Reisen? Müsste ich nicht dafür wieder Dunkelelf sein?
Er stoppte seine rasenden Gedankengänge gewaltsam. Noch hatten sie nicht einmal gesagt, worum es ihnen ging. Er machte sich über Dinge Sorgen, die noch nicht geschehen waren und vielleicht niemals geschehen würden! Gespannt wartete er auf die Antwort auf Chasins Frage und auch sie sah wieder nach vorne, wenngleich ein seltsam warmes Gefühl sich in ihrer Magengegend ausbreitete.
Hunger?
Ihre geübten Finger stopften automatisch ihre Pfeife neu und sie lauschte derweil den Worten Walsings.

"Es steht außer Frage, dass es äußerst unangenehm werden kann, wenn die Grandessaner die Herzogin behalten. Von königlichen Interna, die man aus ihr heraus foltern könnte, über höchst unvorteilhafte Forderungen, die man an Jorsa für ihre Herausgabe stellen könnte, …“
Die politische Lage ist höchst brisant und Jorsa steht am Abgrund. Die Menschenkinder handeln wie ihr Herz es ihnen befielt und denken nicht an die weiterführenden Konsequenzen. Jorsa ist eines der letzten selten gewordenen Bollwerke des Friedens hier im Süden.
„… bis hin zu zweifelhaften Experimenten, die die Ritualmagier mit ihr veranstalten könnten oder einem eher persönlichen Schicksal wie der Degradierung zum Lustobjekt für irgend einen exzentrischen Granden oder gar einen Dunkelelfen. Oder Ork"
, zählte der Edle scheinbar herzlos die Lage verdeutlichend auf und wedelte dazu unbestimmt mit der Hand. Vor allem die ersten beiden Argumente kreisten noch einen Moment lang durch Chasins Gedankengang, da sie nicht nur eine Person, sondern ein ganzes Volk ins Verderben stoßen konnten.
"Wir könnten versuchen, mit roher Truppengewalt Troman anzugreifen und sie da raus zu holen. Der Erfolg ist... mehr als zweifelhaft. Ich meine, könnten wir Troman einfach so einnehmen, hätten wir es schon längst getan, nicht?"
Nicht, wenn der König es nicht will.
"Und bei etwas so offensichtlichem wäre mehr als genug Zeit, Herzogin Bodvica noch die Kehle durchzuschneiden."
Es klang fast wie eine Entschuldigung für die ungesehenen Zuhörer hinter dem Vorhang, aber es waren logische Argumente, die nachvollziehbar waren und für Chasin im Gesamtbild stimmig anmuteten. Allein seine von Sorgen gefärbte Aura, ließ die Tha'Roon leicht die Brauen heben.
Niklas san Walsing ließ sich wieder in den Sessel zurück fallen und atmete einmal tief ein, ehe er preisgab:
"Ich habe Leute dort. Aber wenige. Mühsam eingebracht, teils über Jahre... und meines Erachtens nach nicht wirklich befähigt, die Herzogin da heil heraus zu schmuggeln - und dabei spreche ich noch nicht von ihrer Verletzung."
Heist das, dass ihr uns tatsächlich diese Aufgabe zutraut?
Fast fühlte sich die Tha'Roon geehrt, aber eben nur fast. Er musterte sie und den Nichtgenannten abwechselnd, bevor er mit düsterer Stimme fortfuhr:
"Ich bin mir nicht einmal sicher, für wen diese Aufgabe die größere Herausforderung wäre, aber wir haben mehrere Berichte darüber, dass Grandessa wohl tatsächlich so wahnsinnig war... sich mit den Dunkelelfen zu verbünden. Der Einfluss, den das Dunkle Volk über die nördlicheren Lande gewonnen hat, scheint gewaltig, und es sieht ganz danach aus, dass Dunkelelfen, die sich in Grandessa aufhalten, sich schon jetzt aufführen können wie kleine Könige. Niemand scheint ihnen ernsthaft im Weg zu stehen."
Er fixierte zunehmend den Nichtgenannten.
"Unsere Überlegung lautet, dass Ihr, Herr Nichtgenannter, Eure Abstammung nutzen könntet, um aus einer halbwegs verschleierten Richtung kommend überspitzt gesagt da mit ein paar gefälschten Papieren einfach reinzumarschieren und die Herausgabe der Herzogin zu verlangen, weil man... 'spezielles' mit ihr bei Euresgleichen vorhat."
Stellt sich die Frage nach dem "Warum". Ein Gegenargument wäre, dass Morgeria als Agressor das Druckmittel für Jorsa sicher eher vor Ort lassen würde um gegebenen Falls ein Exempel statuieren zu können. Darauf müsste man vorbereitet sein.
Sein Blick schwenkte zu Chasin:
"Und Ihr begleitet ihn - verzeiht den Ausdruck - als 'extravagante Dienerin', die als sein Sprachrohr dient."
Als Tha'Roon bin ich so oder so extravagant und die "spezielle" Befragung der Herzogin durch meine "Art" könnte ein zusätzlicher Anreiz in ihren Augen sein. Wenn man ihnen etwas "Kleines" liefert, könnte das eine Verhandlungsbasis schaffen. Die "Geistermagie" könnte ebenfalls hier neue Erkenntnisse fördern.
Chasin schaute kurz zu Zanfar, da sie seine Meinung dazu lesen wollte und zuckte leicht zusammen.
Verrecke doch Walsing! Ich werde sie nicht nackt in ein Nest aus Vipern stoßen, während mir die Hände gebunden sind!
Ich hatte nicht vor nackt dort hin zu gehen ... oh ... das war wohl eher sprichwörtlich zu deuten.
Der Spion zog die Luft kurz durch die Zähne und hatte die linke Braue gehoben. Er überspielte den Moment, aber Chasin konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er irgendeine geheime Vorstellung schnell zu verbergen suchte. Die Männer benahmen sich äußerst merkwürdig.
Höchst seltsam.
Walsing fuhr eilig fort:
"Wir haben uns den Kopf darüber zerbrochen, wie wir Eure Gepflogenheiten und Gelübde möglichst unangetastet lassen können, um Euch die Aufgabe nicht noch schwerer zu machen; die Lösung ist: je exzentrischer Ihr Euch gebt, umso besser. Für Euer Schweigen müsstet Ihr Euch nur einen anderen Grund überlegen und so tun, als würdet Ihr Eure Botschaften per Zeichensprache an die Dame de Mondragil übermitteln und sie 'übersetzt' Euren Willen. Damit könntet Ihr auch leichter durchsetzen, dass sich ihr niemand unerlaubt zu nähern hat."
Die "Durchsetzungskraft" läge dann aber allein bei ihm und zwei einsame Wanderer werden sie wohl nicht all zu ernst nehmen. Wr bräuchten eine eindrucksvolle Eskorte, oder etwas das auf andere Weise den Ersteindruck seiner Macht verstärkt, oder wenigstens mich schützt.
"Ihr könnt Eure Körperverhüllung beibehalten, denn auch dies hätte einen Vorteil: Wer Verdacht schöpft, wird Euch dann wahrscheinlich als erstes unterstellen, dass Ihr gar kein Dunkelelf seid - das lässt sich widerlegen! Und wer sich in sowas schon irrte... wagt es meist nicht, weiterzufragen und gibt seinen Argwohn oft sogar demonstrativ auf."
Das könnte wahr sein.
Niklas lächelte kurz schief... und schien zu wissen, wovon er sprach. Der General hörte nur sehr still und mit versteinerter Miene zu. Gefallen tat ihm das alles wohl nicht, aber wen wunderte das.
"Ich weiß nicht, in welcher Hinsicht Eure Kleidung und Eure Maske typisch für den Orden der Nichtgenannten sind und wiedererkannt werden könnten... da wäre der einzige Knackpunkt, dass wir all diese Dinge durch andere, gleich funktionierende ersetzen müssten. Aber auch das ist machbar."
Niklas nickte dabei leicht vor sich hin und wirkte hoch konzentriert - es schien, als wäre er schon gedanklich mitten in den Vorbereitungen.
"Nun, und welche Vorteile bei der Unternehmung eine Gedankenleserin hätte, brauch ich sicher nicht auszuführen... Sollte die Herzogin bereits abtransportiert worden sein, wenn ihr ankämt, hättet ihr die besten Chancen, ihre Spur verfolgen und sie hoffentlich noch rechtzeitig einholen zu können."
Er drehte wieder das Glas in der Hand und schwieg dann, sah die beiden schließlich abwartend an, wohl um zu erfahren, was sie von der Sache hielten. Interessanterweise gab es dazu im Moment nicht einmal nennenswerte Gedankenfetzen, die Chasin noch irgend etwas hätten mitteilen können, was er lieber nicht aussprach.
Zanfar griff in diesem Moment nach Chasins Hand und drückte sie genug, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Er sah ihr direkt in die Augen und dachte eindringlich:
Sag Nein! Das dürfen wir nicht tun! Es wird uns und Bodvica das Leben kosten. Der Plan ist verrückt! Lass uns Jorsa verlassen, bevor sie Untergehen, wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen. Ich könnte dir den Tempel der Nichtgenannten zeigen!
Angst und Sorge umhüllten ihn wie einen Mantel aus Licht.
Selbst wenn ich vielleicht nie wieder die Chance bekomme, Wiedergutmachung zu leisten.
Chasin hob erstaunt die Brauen und musterte ihren Freund. So – intensiv – hatte sie ihn noch nie erlebt. Während des langen Vortrages des Spions hatte sich in ihrem Innern einiges abgespielt. Sie war die Details durchgegangen, hatte sie archiviert, nach Dringlichkeit abgelegt und einiges hatte durchaus so logisch geklungen, dass sie es durchaus verfolgen wollte. Anderes war viel zu emotional gewesen, dass man ihm Beachtung schenken musste, doch im Gesamten hatte die Notwendigkeit einer Befreiung der Königstochter in ihr Gewicht gefunden, da sonst dieses Königreich früher oder später in einen Krieg rennen würde, der nicht zu gewinnen war, ohne Verbündete – und da lag ihrer Meinung nach der Knackpunkt. Vielleicht hätte sie sofort zugestimmt, doch es gab zwei Dinge die es gründlich abzuwägen galt. Das Erste saß neben ihr und riet ihr voller Sorge davon ab und das zweite war die Meinung ihres Volkes. Beides musste in dieser Situation mitentscheiden. Sie schloss einen Moment lang die Augen und versenkte sich in die Stille ihres Geistes. Dort, wo einst der Fluss der Stimmen in sie brandete, an jeder mentalen Schnittstelle, war jetzt nur noch eine Wand. Vor dieser kniete sie geistig nieder.
Ihr Weisen, erhört mich! Ich brauche eure Führung!
Ihr stilles Flehen, glich fast einem Gebet, doch galt es keinen Göttern sondern den atheistischen Anführern ihres Volkes, den körperlosen Seelen ihres Kollektivs und so sandte sie den Ruf hinaus, in der Hoffnung erhört zu werden.

Chasin öffnete ihre Augen und sah einen Moment lang zu dem Vorhang. Chasin begann langsam zu zweifeln, dass wirklich der König hinter dem Trennstoff saß, denn ihn hatte sie kennen lernen dürfen und seine Gedanken waren rein und aufrichtig. Er war ein Herrscher, dem man sich gerne anschloss, wenn auch etwas geizig, was in diesen Zeiten aber von Vorteil war. Jorsa war immernoch eine der unabhängigsten und reichsten Städte im Süden, von Nebulis einmal abgesehen. Von dem Räuspern und dem Gemurmel hatte sie nichts mitbekommen, aber egal wer dort saß und sie belauschte, er oder sie waren eingeweihte und somit „Verbündete“ in dieser Angelegenheit. Ob nun sichtbar oder nicht, war unwichtig und für die Tha'Roon nicht relevant. Sie würden sich zu erkennen geben, wenn sie soweit waren. Bis dahin hieß es warten und Tha'Roon hatten Geduld. Chasin erhob sie erneut ihre Stimme:
„Ich weiß um die Dringlichkeit der Situation und möchte gewiss niemanden vor den Kopf stoßen, oder lange warten lassen. Es gibt jedoch für mich – für uns Dinge zu klären, bevor ich euch eine Entscheidung mitteilen kann. Ich möchte mich einen Augenblick lang mit meinem Begleiter persönlich beraten und erbitte ihr Verständnis. Wir werden uns beeilen.“
Damit stand sie auf und machte somit deutlich, dass sie zu gehen wünschte. Ob nun in einen privaten Raum in der Nähe oder in ihre Gemächer, war dabei nicht ausschlaggebend. Sie brauchte einen Moment der Stille.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Erzähler » Freitag 24. Juli 2015, 21:21

„Ich weiß um die Dringlichkeit der Situation und möchte gewiss niemanden vor den Kopf stoßen, oder lange warten lassen. Es gibt jedoch für mich – für uns Dinge zu klären, bevor ich euch eine Entscheidung mitteilen kann. Ich möchte mich einen Augenblick lang mit meinem Begleiter persönlich beraten und erbitte ihr Verständnis. Wir werden uns beeilen.“
"Das ist durchaus nachzuvollziehen. Natürlich." Der General nickte und Niklas stand auf, stellte das geleerte Glas beiseite und zog flüchtig seine Kleidung zurecht. Man schien etwas in der Art wohl in Betracht gezogen zu haben, denn niemand wirkte überrascht, und der Informant geleitete die beiden persönlich aus dem Zimmer, sorgte von sich aus dafür, dass der Nichtgenannte seine Waffen wieder erhielt und führte sie drei Türen weiter, wo er ihnen Zutritt zu einem kleinen Salon gewährte, der auffallend in Blautönen gehalten war.
"So da wären wir", verkündete er fast vergnügt klingend und wies auf diverse kleine Bequemlichkeiten, wie sie ähnlich im vorigen Raum zu finden gewesen waren, stellte Chasin mit galanter Geste einen Aschenbecher bereit und deutete eine Verbeugung an:
"Besprecht ganz in Ruhe die Lage, hochgeschätzte Gäste. Doch vergesst nicht, wenn noch Zweifel bestehen oder Fragen zu klären sind, lässt sich sicher noch vieles zu euren Gunsten fügen, wir werden helfen, wie wir können!"
Ein breites Lächeln zierte sein Gesicht. Oh ja. Dumdidumdidum... Wo hat eigentlich Pappelhain diesen köstlichen Malzwein her?! Ich muss ihm davon noch mehr aus dem Kreuz leiern!

Mit einem weiteren freundlichen Kopfneig zog er sich zurück und die beiden schienen zunächst allein.
Die Weisen, die Chasin um Hilfe gebeten hatte, schienen sie nicht gehört zu haben - an der Stelle, wo sie schmerzlich die Verbindung vermisste, blieb weiter nichts als eine Art "stiller Wand". Aus Erfahrung wusste sie, dass im Verlauf des morgigen Abends vermutlich ihr üblicher "Rapport" anstand, doch wollte sie vorher eine Verbindung zum Kollektiv, musste wohl der Zufall herhalten - jedenfalls hatte die Tha'roon bisher nichts ausprobiert, was energischer um Aufmerksamkeit von ihrer Seite aus verlangt hätte als ein solches Rufen, wie sie es eben getan hatte. Dieses hatte zuvor bisher sage und schreibe ein mal scheinbar funktioniert; Belege dafür, dass das eben nicht blanker Zufall gewesen war, gab es nicht.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Sonntag 26. Juli 2015, 20:36

Ein wenig Erleichterung machte sich in dem Nichtgenannten breit, als Chasin um etwas Privatsphäre bat. Er würde sie schon gänzlich davon überzeugen können, den verrückten Plan abzulehnen. Eine nervöse Energie durchströmte ihn, die sich auch nicht vom angenehmen Gewicht seiner Schwerter beruhigen ließ. Wachsam verfolgte er jeden Schritt Walsings, während dieser, ganz Gentleman auf die Vorzüge des Raums hin wies und dann viel zu gut gelaunt ab zog. Er musste ein Ass im Ärmel haben,er konnte unmöglich Grundlos so entspannt sein! Natürlich war zu erwarten, dass sie sich besprechen würden ... aber eine Zusage war undenkbar! Mit Mühe und Not hielt er sich davon ab, ruhelos durch den Raum zu laufen. Stattdessen ergriff er wieder Chasins Hand und sah ihr Eindringlich in die Augen.
Als dein Leibwächter beschwöre ich dich, lehne ab! Es gibt für mich dort keinerlei Möglichkeit, dich zu beschützen. Im Gegenteil, ich garantiere dir, es wird dir dort ein Leid geschehen, es ist zu Gefährlich! Du bist eine hervorragende Diplomatin, hier hilfst du dem König viel mehr, wenn es das ist, was dir wichtig ist! Aber wir müssen auch nicht hier bleiben! Die Welt ist groß, es gibt noch so viel zu entdecken und Wissen zu sammeln! Du kannst auch an anderen Orten gutes tun!
Er blickte kurz zur Seite, als würde er mit sich ringen.
Und wenn es nicht um deinetwillen ist, dann um Meinetwillen. Wenn ich diesem Plan folge, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich gegen die Regeln der Nichtgenannten verstoße ... spätestens, wenn ich gezwungen werde, zwischen deinem Leben oder der Einhaltung des Kodex zu Entscheiden.
Er wand wieder das Gesicht ab und kniff kurz die Augen zusammen, als litte er Schmerzen. Ich ertrage es nicht, noch ein weiteres Mal eine geleibte Person zu verlieren. Wenn mich das zu einem Feigling macht, oder davon ab hält, wieder gut zu machen, was ich dieser Welt angetan habe, sei es so. Lieber ein schlechter glücklicher Mann, als ein guter unglücklicher!
Er hob den Blick wieder und sah flehend zu der Tha'Roon auf.
Ich weis, dass du damit aufgewachsen bist, an das Allgemeinwohl statt an deines zu denken, aber es gibt viele Wege anderen zu Dienen und zu helfen. Statt dein und mein Leben weg zu werfen, kannst du hier oder an anderen Orten viel Gutes bewirken. Er wusste, er wiederholte sich zum Teil. Doch wenn Wiederholung half, Chasin zu überzeugen, dann machte er sich dieses 'Verbrechens' gerne Schuldig. Ein trockener Teil seiner selbst stellte jedoch nüchtern fest, dass das Einzige, was wohl zu ihr durch dringen würde, guten Argumente waren. Die Wiederholung kam lediglich aus dem verängstigten Teil seiner Selbst, der sich vor dem Verlust und dem daraus resultierenden Schmerz fürchtete. Welche Ironie, wo er doch Jahre eben diesen Studiert hatte.

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Chasin Halona de Mondragil
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Sonntag 26. Juli 2015, 21:24

"Das ist durchaus nachzuvollziehen. Natürlich."
Der Nichtgenannte erhielt seine Waffen wieder und man führte sie drei Türen weiter, wo ihnen Zutritt zu einem kleinen Salon gewährte, der auffallend in Blautönen gehalten war.
"So da wären wir"
, verkündete Walsing fast vergnügt klingend und wies auf diverse kleine Bequemlichkeiten, wie sie ähnlich im vorigen Raum zu finden gewesen waren, stellte Chasin mit galanter Geste einen Aschenbecher bereit und deutete eine Verbeugung an:
"Besprecht ganz in Ruhe die Lage, hochgeschätzte Gäste. Doch vergesst nicht, wenn noch Zweifel bestehen oder Fragen zu klären sind, lässt sich sicher noch vieles zu euren Gunsten fügen, wir werden helfen, wie wir können!"
Ein breites Lächeln zierte sein Gesicht und Chasin erwiderte es mit einem freundlichen Nicken.
Oh ja. Dumdidumdidum... Wo hat eigentlich Pappelhain diesen köstlichen Malzwein her?! Ich muss ihm davon noch mehr aus dem Kreuz leiern!
Chasin musste unwillkürlich schmunzeln, war Walsing doch ein rechter Genussmensch. Er schien immer auf der Suche nach dem nächsten olfaktorischen Erlebnis, sei es nun ein köstlicher Informationshappen oder eine neue Geschmackserfahrung für seine Zunge. Ersteres konnte sie durchaus nachvollziehen. Mit einem weiteren freundlichen Kopfneigung zog er sich zurück und die beiden schienen zunächst allein. Die Diplomatin sah sich kurz um und schritt ein paar Meter umher.
In Gedanken betastete sie derweil die Mauer, die sie von ihrem Volk trennte und spürte einmal mehr die schreckliche Leere in ihrem Geist. Die Weisen, die Chasin um Hilfe gebeten hatte, schienen sie nicht gehört zu haben. Aus Erfahrung wusste sie, dass im Verlauf des morgigen Abends vermutlich ihr üblicher "Rapport" anstand, doch wollte sie vorher eine Verbindung zum Kollektiv, musste wohl der Zufall herhalten - jedenfalls hatte die Tha'Roon bisher nichts ausprobiert, was energischer um Aufmerksamkeit von ihrer Seite aus verlangt hätte als ein solches Rufen, wie sie es eben getan hatte. Dieses hatte zuvor bisher sage und schreibe ein mal scheinbar funktioniert; Belege dafür, dass das eben nicht blanker Zufall gewesen war, gab es nicht und der Zufall kam ihr heute nun einmal nicht zu Hilfe. Seufzend nahm sie auf einer luxuriösen Couch platz. Wenn schon ihr Volk sie gerade nicht unterstützen konnte, so brauchte sie doch wenigstens die Meinung ihres Freundes. Sie war alleine, eine Ausgestoßene, eine einsame Seele unter vielen und musste noch lernen für sich selbst zu entscheiden. Bisher war ihr das in kleinen Dingen recht gut gelungen, doch nun – Chasin Halona de Mondragil, Tochter des Nebels, Gesandte des Friedens und der Weisheit, Diplomatin der Tha'Roon – ahnte, dass ihre und Zanfars zukünftigen Entscheidungen nicht nur für ihr eigenes Schicksal bestimmend sein könnten. Sie beobachtete ihren Freund und Begleiter, wie er mit sich rang und erlaubte sich derweil ein kleines „Was wäre wenn?“-Gedankenspiel
Was wäre, wenn wir erfolgreich wären und die Schwester des Königs tatsächlich befreien könnten? Was wäre, wenn Richard der III. durch diese Tat und das dadurch gewonnene Vertrauen zu einem Bündnis der Länder bereit wäre? Was wäre wenn der Geist von Nebulis Jorsans Macht stärken und das Gleichgewicht wieder herstellen könnte. Was wäre, wenn Jorsans Schwerthand den Geist von Nebulis verteidigen würde, wenn die dunklen Mächte ihre Schatten in den Nebel werfen? Wissen die Weisen von der Finsternis die das Land bedroht und will mein Volk, dass ich diesen Weg gehe, mein Leben gefährde, vielleicht sogar opfere um dieses Ziel zu reichen? … und … was … will … ICH?
Tatsächlich musste sich Chasin langsam eingestehen, dass sie ein Individuum geworden war, einem Menschenkind nicht unähnlich. Ohne Führung, ohne Rat, fühlte sie sich schrecklich unsicher.
„Was wenn ich einen Fehler mache?“
Sie hatte den Gedanken nur leise ausgesprochen und erschrak sich trotzdem vor ihrer eigenen Stimme. Sie war einen Moment lang sehr in Gedanken versunken gewesen und suchte nun Zanfars Blick. Er ergriff Chasins Hand und sah ihr eindringlich in die Augen.
Als dein Leibwächter beschwöre ich dich, lehne ab! Es gibt für mich dort keinerlei Möglichkeit, dich zu beschützen. Im Gegenteil, ich garantiere dir, es wird dir dort ein Leid geschehen, es ist zu Gefährlich! Du bist eine hervorragende Diplomatin, hier hilfst du dem König viel mehr, wenn es das ist, was dir wichtig ist! Aber wir müssen auch nicht hier bleiben! Die Welt ist groß, es gibt noch so viel zu entdecken und Wissen zu sammeln! Du kannst auch an anderen Orten gutes tun!
Er blickte kurz zur Seite, als würde er mit sich ringen, so dass sie sich mitbewegen musste um den Kontakt nicht zu verlieren, dann sah er jedoch wieder zu ihr.
Und wenn es nicht um deinetwillen ist, dann um Meinetwillen. Wenn ich diesem Plan folge, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich gegen die Regeln der Nichtgenannten verstoße ... spätestens, wenn ich gezwungen werde, zwischen deinem Leben oder der Einhaltung des Kodex zu entscheiden.
Er wand wieder das Gesicht ab und kniff kurz die Augen zusammen, als litte er Schmerzen. Chasin nahm sein Gesicht in beide Hände, da sie ihn sonst unmöglich verstehen konnte. Das kühle Metall seiner Maske fühlte sich erstaunlich beruhigend für sie an, aber in dieser Situation durfte er ihr nichts verschweigen! Durch die schmalen Spalte der Maske und seiner Lieder las sie ihn.
Ich ertrage es nicht, noch ein weiteres Mal eine geliebte Person zu verlieren. Wenn mich das zu einem Feigling macht, oder davon ab hält, wieder gut zu machen, was ich dieser Welt angetan habe, sei es so. Lieber ein schlechter glücklicher Mann, als ein guter unglücklicher!
Es lag ein stilles Flehen in seinen Gedanken.
Ich weis, dass du damit aufgewachsen bist, an das Allgemeinwohl statt an deines zu denken, aber es gibt viele Wege anderen zu Dienen und zu helfen. Statt dein und mein Leben weg zu werfen, kannst du hier oder an anderen Orten viel Gutes bewirken.
Chasin seufzte tief und flüsterte:
„Sind wir allein?“
und ließ die Hände sinken, damit er sich umsehen konnte. Bevor sie ihm antworten würde, musste sie sich sicher sein, dass sie frei sprechen konnte und er hatte hierfür die besseren Sinne. Sie selbst beschränkte sich nach verborgenen Auren zu suchen und nach dem eher unwahrscheinlichen Auftreten von Geistern Ausschau zu halten.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Erzähler » Dienstag 28. Juli 2015, 00:01

„Sind wir allein?“
Eine interessante Frage innerhalb eines Königspalastes, einem Ort, wo wohl das Sprichwort entstanden war, dass "Wände Ohren haben". Der Nichtgenannte machte sich daran, die üblichen verdächtigen Orte zu inspizieren: hinter einem dekorativen Wandvorhang befand sich - vermutlich ausnahmsweise - mal nichts. Eines der Gemälde offenbarte die fast schon klassische Möglichkeit, die Augen einer dort gemalten Person als Gucklöcher zu benutzen, aber die Klappen waren geschlossen. Dort, wo eben jene Beobachtungsmöglichkeit war, musste ja entsprechend auch eine Person Platz haben... nach etwas Klopfen ließ sich ein Gang dort vermuten, aber der Dunkelelf fand weder verdächtige Ritzen, die eine Tür dorthin offenbart hätten, noch einen naheliegenden Mechanismus. Angestrengtes Lauschen verriet ihm, dass dort niemand verräterisch atmete, mit Kleidung raschelte oder ähnliches.
Schritte, leise Gesprächsfetzen aus dem Flur, aus einem Nebenzimmer, Dielenknarzen über ihnen... sein exzellentes Gehör war eine mächtige Waffe und hatte ihnen schon öfters geholfen, aber es war auch verwirrend, eine längere Weile auf alle Geräusche zu achten!
Der schweigsame Aufpasser lieh sich für einen Moment sogar die Pfeife von Chasin und ging den Rauch beobachtend den Raum ab: nichts. Der Salon hatte keine Außenfenster, dass so leicht Zugluft entstehen konnte, und anderweitig auffällige Gänge oder ähnliches ließen sich auf diese Weise nicht entdecken.
Es gab wirklich raffinierte Möglichkeiten, Geheimgänge oder -fächer oder ähnliches zu tarnen, wenn man wollte... andererseits wollten die beiden sicher keine Stunden damit zubringen, den Salon komplett auseinander zu nehmen.

Für die Tha'roon ließen sich keine Auren mäßig versteckter Personen entdecken. Auch Geister schienen hier gerade keine zu sein. Sicher gab es im Palast welche, ohne Frage. Aber vermutlich war in diesem Salon noch niemand schicksalsträchtig umgebracht worden oder ähnliches.
Dann entdeckte der Leibwächter aber doch etwas: als er den Raum in leisen und langen Schritten durchquerte und an der kleinen Bar vorbeikam, glaubte er, in einem der großen Schrankfächer leise etwas klirren zu hören. Und als er näher kam, hörte er auch Atem; leisen, aber verhältnismäßig raschen Atem.
Ein Öffnen des Schrankes brachte nicht nur mehrere Flaschen Getränke, sondern auch einen daneben gekauerten kleinen Jungen zum Vorschein. Er war wirklich klein, obwohl er etwa sechs bis acht Jahre alt sein mochte... deswegen hatte san Walsing ihn wohl auch ausgesucht, in seinem Dienst in Schränken hocken zu können.
Einmal entdeckt, erwies sich der Junge als verschüchtert, aber relativ "harmlos", sofern man es dem obersten Informanten nachsehen wollte, auf diese Weise versucht zu haben, sie zu belauschen. Der Junge hatte lediglich Angst, gerade seinen Auftrag versaut zu haben und deswegen kein Geld dafür zu bekommen und dachte dauernd daran, was seine Mutter wohl sagen würde, der er wohl erzählt hatte, er erledige hier Botengänge... was in gewisser Weise ja auch stimmte.

Es war wohl am einfachsten, den Burschen über kurz oder lang schlicht hinaus zu werfen, das verdächtige Gemälde im Auge zu behalten - und sich halbwegs leise zu unterhalten.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Dienstag 28. Juli 2015, 21:20

Der Nichtgenannte baute darauf, belauscht zu werden, nickte jedoch bestätigend, als Chasin ihn bat, heraus zu finden, ob sie denn allein waren. Eine Durchsuchung des Zimmers würde ihnen ermöglichen, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um nicht belauscht zu werden - oder es zumindest zu erschweren. Walsing hatte zumindest die Freundlichkeit, die allzu offensichtlichen Stellen nicht zu besetzen, oder zumindest jetzt noch nicht besetzt zu halten. Den kleinen Jungen in einem der Schränke zu verstecken war, kreativ. Und mehr als ein bisschen abgebrüht. In diesem Alter musste es eine äußerste Strapaze für das Kind sein, so lange still da zu sitzen, und seine Aufmerksamkeit auf das Gespräch gerichtet zu lassen. Nur wenige waren in diesem frühen alter dazu fähig. Sicher war dies nicht sein letzter Auftrag, auch wenn sein angstvolles Gesicht verriet, dass er um seine Talente nicht wusste.
Um es dem Jungen zu erleichtern räumte der Nichtgenannte erst ein paar der Flaschen aus dem Weg und scheuchte den Dreikäsehoch dann aus dem Schrank und direkt zur Tür hinaus. Er fasste seine Beobachtung für Chasin in Gedanken zusammen und fügte dann zum Ende hin an:
Wenn du leise sprichst und wir genug Abstand zum Hohlraum hinter der Wand haben, sollten sie möglichst wenig, wenn nicht gar nichts hören. Es hilft sicher auch, dass sie nur deinen Teil der Konversation hören.
Erwartungsvoll lauschte er auf ihre Antwort, nahe vor ihr stehend, so dass er sie auch flüsternd gut Verstand. Die Zeit in der er den Raum durchsucht hatte, hatte ihm geholfen sein Temperament etwas zu zügeln und so war ein großer Teil der Anspannung aus seiner Aura und Körpersprache gewichen. Wachsam und Besorgt blieb er allerdings.

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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Freitag 31. Juli 2015, 09:24

Nachdem Zanfar den Jungen fachgerecht „entsorgt“ hatte und seine Aura zeigte, dass auch er sich wieder beruhigt hatte, nahm Chasin platz und klopfte neben sich auf das seidige Polster. Sie wartete bis Zanfar sich nahe neben sie gesetzt hatte und wandte sich ihm zu. Ihre Stimme war so leise wie sie gerade noch sprechen konnte, denn sie wusste wie gut das Gehör ihres Freundes war. Ihr Tonloser Atem beim Sprechen war seinem Gesicht nahe und roch ganz zart nach Tee und süßem Tabak. Einem aufmerksamen Beobachter, wie Zanfar eben einer war, war über die Zeit in der er mit ihr schon zusammen war, sicher nicht entgangen, dass ihre Nähe nicht nur auf ihn immer eine belebende Wirkung hatte. Ihr Atem hatte etwas an sich, was seine Konzentration schärfte und ihn wacher machte. Wenn Menschen rauchten, roch es einfach anders, als wenn die Tha'Roon ihre weißen, von Sauerstoff getränkten Nebelschwaden überall hinterließ. Chasin sah ihm tief in die Augen und flüsterte:
„Mein treuer Freund! ...“
Sie nahm seine Hand, schob dabei ihre von Seide verhüllten Finger unter seine, als sollte seine Stärke ihr gleichermaßen Kraft geben. Ihr Daumen strich dabei sanft über das Leder seiner Handschuhe auf seinem Handrücken. Es war nur eine Geste, aber sie drückte aus was sie nun auch in Worte fasste:
„... Ich werde ihnen erst eine Entscheidung mitteilen, wenn wir beide einer Meinung sind. Ohne dich, ohne dein Einverständnis werde ich nichts tun, was mich oder uns gefährden könnte.“
Sie neigte sich kurz näher zu ihm, und berührte mit ihrer Stirn die Stirnplatte seiner Maske. Dann setzte sie sich wieder aufrecht hin und fuhr lächelnd fort:
„Aber ich möchte auch, dass du verstehst, warum ich für diese Menschenkinder etwas tun möchte, was mich antreibt und ich wünsche mir, dass du darüber sorgfältig nachdenkst.“
Sie machte noch eine kleine Pause, atmete tief ein, wobei sich ihr Brustkorb merklich hob und hielt einen Moment die Luft an. Dann begann sie gewohnt sachlich:
„Mein Volk ist nur so lange im Verborgenen geblieben, weil wir uns nicht mit den Belangen der Welt beschäftigt haben und uns bewusst nicht einmischen. Vor einigen Jahren aber gab es ein Beben das unsere „Verteidigungsanlagen“ beschädigt hat, seit dem sind wir tatsächlich auffindbar, wenn man nach uns suchen würde. Es gibt nur sehr wenige, die wir zu uns gelassen haben … Celcia weiß nicht viel über uns und Gerüchte und Legenden halten uns noch immer unliebsame Gäste fern, doch das würde sich ändern, wenn sie von uns mehr wüssten. Neid, Gier, Gewalt und vielleicht unsere Ausrottung könnten folgen und die Wahrscheinlichkeit, dass mein Volk einen Krieg überleben würde, stehen äußerst schlecht. Ich glaube inzwischen, dass sie mich deshalb in die Welt hinaus geschickt haben – um Informationen zu sammeln und vielleicht einen Verbündeten mit einer starken Schwerthand für uns zu gewinnen. Wir sind kein „herzliches“ Volk, aber wir achten die Harmonie und das Gleichgewicht der Mächte. Wir wissen um viele Dinge, die auf der Welt geschehen, aber wir mischen uns nicht ein … bis jetzt. Wir sind sehr verwundbar und haben mehr als nur unser Leben zu verlieren. Nebulis ist ein „Schatz“, der nicht in falsche Hände fallen sollte. Seit dem ich die Menschen kennen gelernt habe, frage ich mich Dinge auf die ich die Antwort nicht vorausberechnen kann.“
Chasin gab nun doch ihren stillen Gedanken Laut:
„Was wäre, wenn wir erfolgreich wären und die Schwester des Königs tatsächlich befreien könnten? Was wäre, wenn Richard der III. durch diese Tat und das dadurch gewonnene Vertrauen zu einem Bündnis der Länder bereit wäre? Was wäre wenn der Geist von Nebulis Jorsans Macht stärken und das Gleichgewicht wieder herstellen könnte. Was wäre, wenn Jorsans Schwertarm den Geist von Nebulis verteidigen würde, wenn die dunklen Mächte ihre Schatten in den Nebel werfen?“
Es waren Fragen in denen ihr stiller Freund ihr Furcht lesen konnte, selbst wenn sie selbst diese nicht sah.
„Ich weiß nicht, ob unsere Weisen von der Finsternis die das Land bedroht so viel wissen, wie ich in dieser Zeit hier lernen durfte. Ich denke doch, sie ahnen es und ab und an lesen sie mich. Sie sind nicht ständig mit mir verbunden und vielleicht will mein Volk, dass ich diesen Weg gehe, mein Leben gefährde, vielleicht sogar opfere um dieses Ziel zu erreichen? Wenn es so wäre, würde ich es tun. Aber ich würde es nicht ohne dich tun! Ich habe Angst davor, einen Fehler zu machen, wichtige Details und Zusammenhänge nicht zu verstehen und deshalb brauche ich dich!“
Sie drückte sanft seine Hand.
Es tut mir leid, dass ich dich in diese Lage gebracht habe und wenn du willst, dann entlasse ich dich aus deinem Versprechen. Ich habe es ohnehin nie gefordert.“
Sie lächelte sanft.
„Ich wünsche mir nicht, dass du dich um meinetwillen verändern musst, da ich dich so schätze wie du bist. Die Regeln der Nichtgenannten sind der Lebensweise der Tha'Roon sogar ähnlicher als du denkst. Doch ich möchte weder um meinetwillen noch um deinetwillen diese Chance verstreichen lassen mein Volk zu beschützen. - Kannst du das verstehen?“
Sie schmiegte ihre Hand noch näher in seine und verschränkte ihre zarten Finger zwischen den seinen.
„Du hast gedacht: Lieber ein schlechter glücklicher Mann, als ein guter unglücklicher!“
Sie senkte das Haupt ein Stück, ohne den Blick von seinen Augen zu nehmen.
„Wenn wir Erfolg haben sollten, dann könnte es einen guten und glücklichen Mann aus dir machen. Es könnte dir helfen, die Schatten deiner Vergangenheit zu mildern. Und du hast natürlich Recht, ich kann die Gefahren nicht absehen, aber ich werde immer zu erst an das Allgemeinwohl denken, als an mein Leben. Ich bin nur ein winziges Teil eines Ganzen ...“
War!
, korrigierte sie ihr Unterbewusstsein im Stillen.
„Ich bitte dich nur noch einmal darüber nachzudenken. Wenn wir uns nicht einig sind, möchte ich nicht gehen. Alleine würde ich höchstwahrscheinlich ohnehin nicht weit kommen … und wenn, dann nur mit Mitteln, die du nicht gut heist.“
Damit spielte sie wahrscheinlich in Richtung ihres geschlossenen Auges an und dem Kristall der dahinter verborgen lang. Vielleicht hatte sie sogar unbewusst auch diese Möglichkeit in Erwägung gezogen und den Gedanken einfach noch nicht weiter verfolgt? War sie fähig allein in das Auge des Sturms zu gehen und sich mit brechender Gewalt die Informationen aus den Schädeln ihrer „Gegner“ holen? Chasin war vielleicht gar nicht so wehrlos, für wie sie sich selbst hielt, aber ein solches Vorgehen würde sie für immer verändern.
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Freitag 31. Juli 2015, 21:05

„Mein treuer Freund! ...“
Chasins frischer Atem umhüllte ihn und ihr Blick nahm seinen ein. Ein eigenartiges Gefühl umfing ihn als er ihr so dicht gegenüber saß. Die Intimität, wie sie sie am Morgen erlebt hatten, kehrte zurück, vielleicht sogar noch stärker als Zuvor. Ein prickeln lief ihm über die Hand, an der Stelle, an der Chasins Hände seine berührte. Die Entscheidung, die sie zu treffen hatten, schwebte über ihnen wie ein Damokles Schwert.
„... Ich werde ihnen erst eine Entscheidung mitteilen, wenn wir beide einer Meinung sind. Ohne dich, ohne dein Einverständnis werde ich nichts tun, was mich oder uns gefährden könnte.“
Sie neigte sich kurz näher zu ihm, und berührte mit ihrer Stirn die Stirnplatte seiner Maske. Er schloss die Augen und fand Frieden in ihrer Antwort und ihrer Berührung. Er öffnete die Augen etwas überrascht, als sie sich für ihn viel zu schnell wieder zurück zog und lächelnd fortfuhr:
„Aber ich möchte auch, dass du verstehst, warum ich für diese Menschenkinder etwas tun möchte, was mich antreibt und ich wünsche mir, dass du darüber sorgfältig nachdenkst.“
Da ist also das Aber. Ich wusste es musste eines geben.
Sie machte noch eine kleine Pause, atmete tief ein, wobei sich ihr Brustkorb merklich hob und hielt einen Moment die Luft an. Ganz unbewusst folgten die Augen des Nichtgenannten der Bewegung. Seine Libido, durch die nähe zu der Frau, mit der er die letzten Jahre verbracht hatte, schon angeregt jauchzte bei den Anblick. Fast verärgert verdrängte er das Gefühl und lauschte weiter konzentriert Chasins Worten. Sie klang wieder wie gewohnt sachlich:
„Mein Volk ist nur so lange im Verborgenen geblieben, weil wir uns nicht mit den Belangen der Welt beschäftigt haben und uns bewusst nicht einmischen. Vor einigen Jahren aber gab es ein Beben das unsere „Verteidigungsanlagen“ beschädigt hat, seit dem sind wir tatsächlich auffindbar, wenn man nach uns suchen würde. Es gibt nur sehr wenige, die wir zu uns gelassen haben … Celcia weiß nicht viel über uns und Gerüchte und Legenden halten uns noch immer unliebsame Gäste fern, doch das würde sich ändern, wenn sie von uns mehr wüssten. Neid, Gier, Gewalt und vielleicht unsere Ausrottung könnten folgen und die Wahrscheinlichkeit, dass mein Volk einen Krieg überleben würde, stehen äußerst schlecht. Ich glaube inzwischen, dass sie mich deshalb in die Welt hinaus geschickt haben – um Informationen zu sammeln und vielleicht einen Verbündeten mit einer starken Schwerthand für uns zu gewinnen. Wir sind kein „herzliches“ Volk, aber wir achten die Harmonie und das Gleichgewicht der Mächte. Wir wissen um viele Dinge, die auf der Welt geschehen, aber wir mischen uns nicht ein … bis jetzt. Wir sind sehr verwundbar und haben mehr als nur unser Leben zu verlieren. Nebulis ist ein „Schatz“, der nicht in falsche Hände fallen sollte. Seit dem ich die Menschen kennen gelernt habe, frage ich mich Dinge auf die ich die Antwort nicht vorausberechnen kann.“
Chasin gab nun doch ihren stillen Gedanken Laut:
„Was wäre, wenn wir erfolgreich wären und die Schwester des Königs tatsächlich befreien könnten? Was wäre, wenn Richard der III. durch diese Tat und das dadurch gewonnene Vertrauen zu einem Bündnis der Länder bereit wäre? Was wäre wenn der Geist von Nebulis Jorsans Macht stärken und das Gleichgewicht wieder herstellen könnte. Was wäre, wenn Jorsans Schwertarm den Geist von Nebulis verteidigen würde, wenn die dunklen Mächte ihre Schatten in den Nebel werfen?“
Es waren Fragen in denen ihr stiller Freund ihr Furcht lesen konnte, selbst wenn sie selbst diese nicht sah. Und genau das war es, was ihn an der ganze Sache sorgte. In seiner hochgewachsenen Freundin fanden sich große Weisheit und ein enormes Wissen. Aber sie war dieser Welt bei weitem nicht gewachsen, vor allem nicht den Schrecken, die im Fahrtwasser der Dunkelelfen zu finden waren. Sie mochte ihre Angst jetzt noch nicht wahrnehmen, aber das konnte sich so schnell ändern … und diese geschätze Freundin zerbrechen. Zumindest war ein Teil von ihr klug genug, Angst zu empfinden ...
„Ich weiß nicht, ob unsere Weisen von der Finsternis die das Land bedroht so viel wissen, wie ich in dieser Zeit hier lernen durfte. Ich denke doch, sie ahnen es und ab und an lesen sie mich. Sie sind nicht ständig mit mir verbunden und vielleicht will mein Volk, dass ich diesen Weg gehe, mein Leben gefährde, vielleicht sogar opfere um dieses Ziel zu erreichen? Wenn es so wäre, würde ich es tun. Aber ich würde es nicht ohne dich tun! Ich habe Angst davor, einen Fehler zu machen, wichtige Details und Zusammenhänge nicht zu verstehen und deshalb brauche ich dich!“
Sie drückte sanft seine Hand. Glaubst du wirklich, ich könnte dich alleine gehen lassen? Vielleicht will der vernünftige Teil in mir das tun, aber ich war nie ein besonders vernünftiger Mann.
„Es tut mir leid, dass ich dich in diese Lage gebracht habe und wenn du willst, dann entlasse ich dich aus deinem Versprechen. Ich habe es ohnehin nie gefordert.“
Sie lächelte sanft. Oh Chasin … es ist schon seit langem nicht mehr nur das Versprechen … .
„Ich wünsche mir nicht, dass du dich um meinetwillen verändern musst, da ich dich so schätze wie du bist. Die Regeln der Nichtgenannten sind der Lebensweise der Tha'Roon sogar ähnlicher als du denkst. Doch ich möchte weder um meinetwillen noch um deinetwillen diese Chance verstreichen lassen mein Volk zu beschützen. - Kannst du das verstehen?“
Sie schmiegte ihre Hand noch näher in seine und verschränkte ihre zarten Finger zwischen den seinen. Er musste sich davon ab halten, ihre Finger zu drücken, wie er es bei einer weniger zerbrechlichen Person getan hätte.
„Du hast gedacht: Lieber ein schlechter glücklicher Mann, als ein guter unglücklicher!“
Sie senkte das Haupt ein Stück, ohne den Blick von seinen Augen zu nehmen.
„Wenn wir Erfolg haben sollten, dann könnte es einen guten und glücklichen Mann aus dir machen. Es könnte dir helfen, die Schatten deiner Vergangenheit zu mildern. Und du hast natürlich Recht, ich kann die Gefahren nicht absehen, aber ich werde immer zu erst an das Allgemeinwohl denken, als an mein Leben. Ich bin nur ein winziges Teil eines Ganzen ...“
War!
, korrigierte sie ihr Unterbewusstsein im Stillen.
„Ich bitte dich nur noch einmal darüber nachzudenken. Wenn wir uns nicht einig sind, möchte ich nicht gehen. Alleine würde ich höchstwahrscheinlich ohnehin nicht weit kommen … und wenn, dann nur mit Mitteln, die du nicht gut heist.“
Damit spielte sie wahrscheinlich in Richtung ihres geschlossenen Auges an und dem Kristall der dahinter verborgen lang. Vielleicht hatte sie sogar unbewusst auch diese Möglichkeit in Erwägung gezogen und den Gedanken einfach noch nicht weiter verfolgt? War sie fähig allein in das Auge des Sturms zu gehen und sich mit brechender Gewalt die Informationen aus den Schädeln ihrer „Gegner“ holen? Chasin war vielleicht gar nicht so wehrlos, für wie sie sich selbst hielt, aber ein solches Vorgehen würde sie für immer verändern.
Er schüttelte den Kopf. Ob aus Ablehnung oder Verzweiflung war schwer aus zu machen. Er hatte den Kopf dabei kurz gesenkt, hob ihn dann aber wieder und sah ihr in die Augen.
Ich weis nicht ob wir Erfolg haben können und ich will mir nicht zu große Hoffnung machen. Hoffnung wird diese Entscheidung zu sehr versüßen, die Opfer die es kosten wird, zu sehr überdecken. Ich bin mir nur bei einer Sache sicher. Ob wir gehen oder nicht, ich bleibe bei dir! Ich werde dich NICHT alleine dieser Gefahr aussetzen! Und etwas sagt mir, du würdest mich auch nicht allein gehen lassen.
Er löste seine Hände von ihren, spürte die Trennung schmerzvoll, fuhr sich über sein Haar und streifte dabei seine Kapuze ab. Dann Hob er den Blick gen Decke und seuftze schwer. Alleine zu gehen wäre ein Option für mich gewesen. Die Erkenntnis erschreckte ihn. Seine roten Augen trafen wieder die ihren und er fuhr fort.
Deine Ergebenheit deinem Volk gegenüber ist bewundernswert. Ich weiß nicht, ob sie diese Hingabe verdient haben, nachdem, wie sie dich behandelt haben … hoffst du vielleicht, nach dieser Tat wieder zu ihnen zurück kehren zu dürfen? Begrabe diesen Gedanken, wenn du ihn hattest. Deswegen solltest du es nicht tun.
Er ballte kurz die Hand, die auf seinem Oberschenkel zum liegen gekommen war, zur Faust. Zorn wirbelte seine Aura leicht auf.
Aber ich sehe es wie du … weder die Auslöschung noch die Gefangennahme des Volkes von Nebulis sind eine Option. Wenn sie den Dunkelelfen in die Hände geraten, könnte alles Verloren sein. Und trotzdem … es gibt immer einen anderen Weg. Niemand kann sagen, ob wir Erfolg haben, niemand kann sagen, ob es nicht jemand Anderes hätte. Die Kluge Entscheidung wäre die, uns heraus zu halten. Solche Selbstmordaktionen sind etwas für Helden. Und wir Beide wissen, das zumindest ich ein miserabler Kandidat für den Posten bin.
Er senkte den Kopf einen Augenblick und rieb sich die Maske an der Stirn, die andere Hand noch immer auf seinen Oberschenkel gestützt. Ist Chasin ein guter Kandidat fürs Heldentum? Ihre Aufopferungsbereitschaft und ihre Selbstlosigkeit sprechen dafür. Nach einem Augenblick hob er den Kopf wieder und dachte weiter.
Es wird mich verändern. Und dich auch. Egal ob wir gehen oder nicht, das hier ist zu Groß, um uns nicht zu beeinflussen. Ich habe Angst davor, was es mit uns macht, wenn wir gehen. Vielleicht bin ich nicht so Anders, wie ich gedacht habe, vielleicht werde ich wieder zu dem Mann, der ich war. Vielleicht musst du deine Fähigkeiten einsetzen, obwohl ich bei dir bin. Vielleicht retten wir die Schwester des Königs und haben dabei so schreckliches getan, dass keiner von uns Beiden je wieder in den Spiegel sehen kann. Du bist eine mächtige Waffe, Chasin. Glaubst du wirklich, wir können das alles überstehen, ohne dass an deinen und meinen Händen Blut kleben wird? Bist du bereit, die Frau die du bist, für dein Volk und das Jorsas zu verlieren? Der Tod ist nicht das schlimmste, dass uns bevor steht.
Er gab ihr einen Moment, um zu blinzeln und fügte dann hinzu.
Sie könnten uns Versklaven, uns Foltern und brechen, bis nur noch ein kümmerlicher Schatten von uns Bleibt. Ein Schicksal, dass vermutlich Bodvica blüht, aber sie hat es sich mit ihrer Entscheidung selbst eingehandelt. Vielleicht bin ich ein Schwarzmaler und es wird nicht so Schrecklich, aber allein die Hoffnung auf einen guten Ausgang wird die Schwester des Königs nicht retten.
Seine Schultern hoben sich, als er tief durch atmete. Da saß seine Freundin, ätherisch und zerbrechlich aber Entschlossenen ihr Leben für ein Volk zu geben, dass sie verbannt hatte. War es nicht an ihm, sie davor zu retten?

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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Freitag 7. August 2015, 21:34

Glaubst du wirklich, ich könnte dich alleine gehen lassen? Vielleicht will der vernünftige Teil in mir das tun, aber ich war nie ein besonders vernünftiger Mann.
Bei seinen so widersprüchlichen Gedanken erkannte auch Chasin den Witz und die Geistesschärfe dahinter und musste schmunzeln.
„Es tut mir leid, dass ich dich in diese Lage gebracht habe und wenn du willst, dann entlasse ich dich aus deinem Versprechen. Ich habe es ohnehin nie gefordert.“
Sie lächelte sanft.
Oh Chasin … es ist schon seit langem nicht mehr nur das Versprechen … .
Für einen kurzen Moment zögerte sie bei diesem Gedankengang, aber fuhr dann mit ihren Erklärungen fort bis er dann schließlich leicht den Kopf schüttelte. Ob aus Ablehnung oder Verzweiflung war schwer aus zu machen. Er hatte den Kopf dabei kurz gesenkt, hob ihn dann aber wieder und sah ihr in die Augen.
Ich weis nicht ob wir Erfolg haben können und ich will mir nicht zu große Hoffnung machen. Hoffnung wird diese Entscheidung zu sehr versüßen, die Opfer die es kosten wird, zu sehr überdecken. Ich bin mir nur bei einer Sache sicher. Ob wir gehen oder nicht, ich bleibe bei dir! Ich werde dich NICHT alleine dieser Gefahr aussetzen! Und etwas sagt mir, du würdest mich auch nicht allein gehen lassen.
Die Logik hinter seinen Worten war bestechend, denn warum sollte er auch alleine dieses Wagnis eingehen, wenn sie doch dabei sein wollte? Er löste seine Hände von ihren, fuhr sich über sein Haar und streifte dabei seine Kapuze ab. Dann Hob er den Blick gen Decke und seufzte schwer.
Dann trafen seine roten Augen wieder die ihren und er fuhr fort.
Deine Ergebenheit deinem Volk gegenüber ist bewundernswert. Ich weiß nicht, ob sie diese Hingabe verdient haben, nachdem, wie sie dich behandelt haben … hoffst du vielleicht, nach dieser Tat wieder zu ihnen zurück kehren zu dürfen? Begrabe diesen Gedanken, wenn du ihn hattest. Deswegen solltest du es nicht tun.
Er ballte kurz die Hand, die auf seinem Oberschenkel zum liegen gekommen war, zur Faust. Zorn wirbelte seine Aura leicht auf und Chasin fragte sich im Geiste warum ihn das wütend machte:
Nein, diesen Gedanken hatte ich nicht, denn meine Anwesenheit im Kollektiv wäre schädlich für die Gemeinschaft. Es gibt keinen Weg zurück. Ich bin allein. Und auch wenn ich allein bin, so verspüre ich keine Wut darüber. Es war eine Notwendigkeit.
Aber ich sehe es wie du … weder die Auslöschung noch die Gefangennahme des Volkes von Nebulis sind eine Option. Wenn sie den Dunkelelfen in die Hände geraten, könnte alles Verloren sein. Und trotzdem … es gibt immer einen anderen Weg. Niemand kann sagen, ob wir Erfolg haben, niemand kann sagen, ob es nicht jemand Anderes hätte. Die Kluge Entscheidung wäre die, uns heraus zu halten. Solche Selbstmordaktionen sind etwas für Helden. Und wir Beide wissen, das zumindest ich ein miserabler Kandidat für den Posten bin.
Er schätzt sich so gering ...
Er senkte den Kopf einen Augenblick und rieb sich die Maske an der Stirn, die andere Hand noch immer auf seinen Oberschenkel gestützt. Nach einem Augenblick hob er den Kopf wieder und dachte weiter.
Es wird mich verändern. Und dich auch. Egal ob wir gehen oder nicht, das hier ist zu Groß, um uns nicht zu beeinflussen. Ich habe Angst davor, was es mit uns macht, wenn wir gehen. Vielleicht bin ich nicht so Anders, wie ich gedacht habe, vielleicht werde ich wieder zu dem Mann, der ich war. Vielleicht musst du deine Fähigkeiten einsetzen, obwohl ich bei dir bin. Vielleicht retten wir die Schwester des Königs und haben dabei so schreckliches getan, dass keiner von uns Beiden je wieder in den Spiegel sehen kann. Du bist eine mächtige Waffe, Chasin. Glaubst du wirklich, wir können das alles überstehen, ohne dass an deinen und meinen Händen Blut kleben wird? Bist du bereit, die Frau die du bist, für dein Volk und das Jorsas zu verlieren? Der Tod ist nicht das schlimmste, dass uns bevor steht.
Zanfar gab ihr einen Moment, um zu blinzeln und fügte dann hinzu.
Sie könnten uns Versklaven, uns Foltern und brechen, bis nur noch ein kümmerlicher Schatten von uns Bleibt. Ein Schicksal, dass vermutlich Bodvica blüht, aber sie hat es sich mit ihrer Entscheidung selbst eingehandelt. Vielleicht bin ich ein Schwarzmaler und es wird nicht so schrecklich, aber allein die Hoffnung auf einen guten Ausgang wird die Schwester des Königs nicht retten.
Seine Schultern hoben sich, als er tief durch atmete. Da saß Chasin, ätherisch und zerbrechlich aber entschlossenen ihr Leben für ein Volk zu geben, dass sie verbannt hatte und sie selbst war sich der Notwendigkeit sehr bewusst, doch wie sollte das ein Außenstehender, der nie die Macht des Kollektivs erfahren hatte, verstehen?
„Du meinst, es wäre besser nichts zu tun?“
Sie hatte die ganze Zeit über nahe an seinem Ohr geflüstert und seinen Atem getrunken. Nichts war köstlicher als der Atem eines anderen intelligenten Wesens! Chasin überlegte hin und her, während sie diese Köstlichkeit in sich auf sog, wie den Rauch ihrer Pfeife. Zanfars Nähe war zu einem gewohnten Begleitzustand geworden und sie dachte nicht einmal daran, dass es „unschicklich“ oder „unpassend“ sein könnte, seine Nähe so auszunutzen. Seine Lippen waren nah und seine unterschwellige Aufregung, seine zeitweise aufwallende Wut und seine Sorge beschleunigten sogar noch seinen Atem auf köstlichste Weise.
Wie es wohl wäre ihn direkt aus seinem Mund zu trinken?
Chasin verwarf den Gedanken, denn die Stunde galt wichtigerem als ihrem Ernährungszustand.
„Ein Mann sagte einmal, dass das Böse alleine dadurch siegen würde, wenn das Gute untätig bliebe. Wir Tha'Roon sind sehr lange untätig gewesen … Mir ist bewusst, dass mein Wille diese Dinge zu vollbringen allein auf Annahmen und Variablen beruhen, aber der Gewinn würde mehr wiegen als jeder Schatz, den einer meines Volkes aufbringen könnte. Ich meine den Schatz, der in den Herzen der Menschen geboren wird und den sie Freundschaft, Treue und manchmal auch Liebe nennen. Nichts ist ihnen wichtiger als jene denen sie sich verpflichtet fühlen. Sie sterben bereitwillig für sie. Ihre Ritter sind ein gutes Beispiel hierfür. Das haben wir gemeinsam und es ist wichtig etwas gemeinsam zu haben, den Willen unser Volk zu verteidigen und zu schützen. Ihre Freundschaft zu gewinnen, wäre ein großer Schritt für uns. Ich glaube, selbst wenn ich scheitern würde, würden die gewonnen Informationen meinem Volk helfen können.“
Die Tha'Roon war in gewissen Dingen noch recht weltfremd, fast naiv zu nennen, doch Begriffe und Bedeutungen wie Verrat und Loyalität waren ihr bekannt. Deswegen dachte sie nun auch in dieser Richtung nach.
„Mein Freund, mein stiller Begleiter, ich schätze deine Sorge, deshalb will ich über etwas deine Meinung wissen. Wäre es sinnvoller vor oder nach unserem „Abenteuer“ den König um eine Audienz zu bitten in der ich meine Wünsche vortragen kann? Ich meine, die Bitte an ihn, bei erfolgreicher abgeschlossener Mission ein Bündnis mit Nebulis einzugehen? Würde es einer Freundschaft abträglich sein, diese Bitte als Bedingung vorab zu stellen, oder wäre es taktisch klüger sie als Dank nach dem Erfolg zu erbitten?“
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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Zanfar Aval'athil » Freitag 7. August 2015, 22:56

„Du meinst, es wäre besser nichts zu tun?“
Chasins Parfum und ihr Körper eigener Geruch umhüllten ihn langsam wie ein weicher Mantel aus Düften ein. Für ihn roch sie Exotisch, so ganz anders als andere humanoide Wesen. Ihr Atem streifte während ihres Flüsterns sein Ohr und seinen Nacken und ein Strähne strich sanft über seine Haut. Ihrer beider Brustkörbe und Schultern berührten sich fast und einen Moment musste er seinen weniger zivilisierten Teil an die Leine nehmen. Ich sollte mich dringen um etwas Gesellschaft bemühen, oder ich gebe ihr ein paar praktische Stunden in 'Menschlicher Interaktion'. Innerlich ließ ihn der letzte Teil Schmunzeln, der Nichtgenannte verwarf ihn dann jedoch schnell wieder und konzentrierte sich auf die Antwort der Tha'Roon.
„Ein Mann sagte einmal, dass das Böse alleine dadurch siegen würde, wenn das Gute untätig bliebe. Wir Tha'Roon sind sehr lange untätig gewesen … Mir ist bewusst, dass mein Wille diese Dinge zu vollbringen allein auf Annahmen und Variablen beruhen, aber der Gewinn würde mehr wiegen als jeder Schatz, den einer meines Volkes aufbringen könnte. Ich meine den Schatz, der in den Herzen der Menschen geboren wird und den sie Freundschaft, Treue und manchmal auch Liebe nennen. Nichts ist ihnen wichtiger als jene denen sie sich verpflichtet fühlen. Sie sterben bereitwillig für sie. Ihre Ritter sind ein gutes Beispiel hierfür. Das haben wir gemeinsam und es ist wichtig etwas gemeinsam zu haben, den Willen unser Volk zu verteidigen und zu schützen. Ihre Freundschaft zu gewinnen, wäre ein großer Schritt für uns. Ich glaube, selbst wenn ich scheitern würde, würden die gewonnen Informationen meinem Volk helfen können.“
Die Tha'Roon war in gewissen Dingen noch recht weltfremd, fast naiv zu nennen, doch Begriffe und Bedeutungen wie Verrat und Loyalität waren ihr bekannt. Deswegen dachte sie nun auch in dieser Richtung nach.
„Mein Freund, mein stiller Begleiter, ich schätze deine Sorge, deshalb will ich über etwas deine Meinung wissen. Wäre es sinnvoller vor oder nach unserem „Abenteuer“ den König um eine Audienz zu bitten in der ich meine Wünsche vortragen kann? Ich meine, die Bitte an ihn, bei erfolgreicher abgeschlossener Mission ein Bündnis mit Nebulis einzugehen? Würde es einer Freundschaft abträglich sein, diese Bitte als Bedingung vorab zu stellen, oder wäre es taktisch klüger sie als Dank nach dem Erfolg zu erbitten?“
Meine Befürchtungen erreichen sie überhaupt nicht. Weder die Sorge um ihren Geisteszustand, noch um ihr leibliches Wohl! Begreift sie denn nicht, was uns … aber vermutlich nicht, nicht wahr? Dafür müsste sie ja so etwas wie Gefühle empfinden können … natürlich hat dieses Verfluchte Sprichwort recht, aber Verdammt, ich bin keiner der Guten, allenfalls keiner der Bösen. Die letzten Gedanken waren Kindisch und er wusste es. Eine Erkenntnis Traf den Nichtgenannten wie ein Faustschlag in den Magen. Oh mein … ich bin die Frau in dieser Beziehung!!! Verflucht sie schafft es doch tatsächlich MICH zum emotionalen irrationalen Teil zu machen. Beinahe hätte er gelacht, als ihm ein komisches Bild vor Augen glitt. Chasin mit Schnauzer und breitbeinig da stehend, er mit Schleife im Haar und femininer Körperhaltung neben ihr. Sie ist sogar größer als ich. Knurrte der Dunkelelf in ihm verstimmt. Er rieb sich angestrengt die Schläfe und rief sich selbst zur Raison. Sachlich bleiben … vielleicht versteht sie mich dann. Er konnte ein etwas genervtes Seufzten nicht unterdrücken und richtete seine Gedanken nun gezielt an Chasin, indem er etwas Abstand zwischen sich und sie brachte, um den Blickkontakt besser halten zu können.
Verstehe (nicht, und du mich nicht, hast du mir gerade zugehört argh)… ich beantworte deine Frage zuerst: Da ich unsere Chancen weiterhin für Gering halte, würde ich dir dazu raten, dein Anliegen jetzt vorzutragen. Davon abgesehen halte ich es für Strategisch günstiger, das ganze anzusprechen, solange der König noch etwas von dir haben möchte. Nachträglich Gefallen einzufordern bringt dich immer zu sehr in eine nachteilige Verhandlungsposition. Natürlich könnte eine erfolgreiche Rettung der Schwester des Königs das Ganze äußerst begünstigen, aber selbst dann bist du dem Gutdünken des Monarchen ausgeliefert. Wenn du dir wegen der frühzeitigen Ausformulierung des Vorschlags unsicher bist, könntest du eine 'Vorsichtige' Variante jetzt an ihn richten und das ganze nach erfolgreicher Mission weiter untermauern. Solange du allerdings mit deinem üblichen Diplomatischen Geschick vor gehst und nicht zu fordernd wirst, halte ich eine Einigung im Voraus für denkbar. Und wenn es NICHT dazu kommt, können wir wenigstens den Plan ad Akta legen ... (bitte, bevor mich dieses gerade über Selbstlosigkeit und Loyalität und wer weis was noch ansteckt)
Seine Gedanken wurde an einigen stellen von einem emotionaleren Teil verdrängt. Vermutlich hätte man ihm, hätte er alles ausgesprochen, nichts angemerkt, doch seine Selbstbeherrschung reichte nicht aus, um seine Gedanken genug zu verschleiern. Er strich sich Nachdenklich über die Maske in Mund und Kinn höhe. Was konnte sie noch davon überzeugen den Plan nicht zu verfolgen? Ah, ihre Loyalität und Sorge um ihr Volk, natürlich!!!
Hast du mal darüber Nachgedacht, was passiert, wenn du den Dunkelelfen in die Hände fällst? Was könnte sie schneller auf die Tha'Roon stoßen, als eine der ihren in die Finger zu bekommen? Ich kenne kaum ein Volk, dass so gut im Foltern ist wie sie. Wenn sie dich zum Reden bekommen wollen, tust du genau das. Gerade wenn man so empfindlich auf physische Reize und Verletzungen reagiert. Es könnte sein, dass du im Versuch dein Volk zu Schützen ihren Untergang herbei führst.
Sein Blick wurde unfokussiert und richtete sich einen Moment nach innen. Wenn sie das nicht überzeugte … dann war sein Versuch sie vor sich selbst zu Schützen gescheitert. Blieb nur noch die Frage, ob er bereit war, den Weg ein besserer Mann zu werden, weiter zu gehen wagte. Was, wenn nicht die selbstlose Rettung einer anderen Person würde wieder gut machen, was er all die Jahre angerichtet hatte? Aber keine der Personen, der er ein Leid getan hatte, würde von seinen Taten Profitieren können. Aber ich könnte so viele andere Leben retten können ... Konnte er seine eigenen Ängste und Befürchtungen beiseite legen und tun, was richtig war? Das wäre schon eine Ironie des Schicksals … ein Dunkelelf hilft dabei, Morgerias Pläne scheitern zu lassen – oder er Stirbt auf dem Weg dorthin und bringt ihnen sogar noch ein Tha'Roon Präsent mit. Den Gedanken, der auf diesen folgte, verdrängte er so schnell, dass er seinem Wachen Geist entglitt. Nur seine Aura verdunkelte sich für einen Moment.

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Re: Wehrturm - Ein neuer Auftrag

Beitrag von Chasin Halona de Mondragil » Sonntag 9. August 2015, 15:46

Chasin war sich der Bedeutsamkeit der aktuellen Ereignisse sehr bewusst, deshalb sog sie jeden noch so kleinen Gedanken auf, den sie bekommen konnte; sei er bedeutend oder nicht. Sie musste für ihre Entscheidung alles berücksichtigen. Zanfars Gedanken waren teils bewusst an sie gerichtet, aber viel lief auch unbewusst ab.
Meine Befürchtungen erreichen sie überhaupt nicht. Weder die Sorge um ihren Geisteszustand, noch um ihr leibliches Wohl! Begreift sie denn nicht, was uns … aber vermutlich nicht, nicht wahr? Dafür müsste sie ja so etwas wie Gefühle empfinden können … natürlich hat dieses Verfluchte Sprichwort recht, aber Verdammt, ich bin keiner der Guten, allenfalls keiner der Bösen.
Er macht sich so viele Sorgen, so viel dass es für uns beide reichlich genug ist. Seine Ängste bestimmen die Richtung seiner Gedanken wo sein Verstand an der Lösung arbeiten sollte … Das ist alles so … zusammenhanglos … Nun ja, dass nennt man dann wohl Arbeitsteilung. Einer sorgt sich, einer verfolgt das Ziel. Zusammen könnten wir so viel bewirken, sieht er das denn nicht?
Oh mein … ich bin die Frau in dieser Beziehung!!! Verflucht sie schafft es doch tatsächlich MICH zum emotionalen irrationalen Teil zu machen...
Nicht „machen“. So ist es, aber was hat das mit männlicher und weiblicher Differenzierung zu tun?
… Sie ist sogar größer als ich.
Ja und?
Er rieb sich angestrengt die Schläfe.
Sachlich bleiben … vielleicht versteht sie mich dann.
Davon gehe ich aus und wäre dankbar dafür.
Er konnte ein etwas genervtes Seufzten nicht unterdrücken und richtete seine Gedanken nun gezielt an Chasin, indem er etwas Abstand zwischen sich und sie brachte, um den Blickkontakt besser halten zu können. Der Beginn war noch etwas holperig, aber wurde schnell besser, wenn er sich konzentrierte.
Verstehe (nicht, und du mich nicht, hast du mir gerade zugehört argh)… ich beantworte deine Frage zuerst: Da ich unsere Chancen weiterhin für gering halte, würde ich dir dazu raten, dein Anliegen jetzt vorzutragen. Davon abgesehen halte ich es für strategisch günstiger, das Ganze anzusprechen, solange der König noch etwas von dir haben möchte. Nachträglich Gefallen einzufordern bringt dich immer zu sehr in eine nachteilige Verhandlungsposition. Natürlich könnte eine erfolgreiche Rettung der Schwester des Königs das Ganze äußerst begünstigen, aber selbst dann bist du dem Gutdünken des Monarchen ausgeliefert. Wenn du dir wegen der frühzeitigen Ausformulierung des Vorschlags unsicher bist, könntest du eine 'vorsichtige' Variante jetzt an ihn richten und das Ganze nach erfolgreicher Mission weiter untermauern. Solange du allerdings mit deinem üblichen diplomatischen Geschick vor gehst und nicht zu fordernd wirst, halte ich eine Einigung im Voraus für denkbar...
Chasin nickte langsam und zustimmend.
...Und wenn es NICHT dazu kommt, können wir wenigstens den Plan ad Akta legen ... (Bitte, bevor mich dieses gerade Gerede über Selbstlosigkeit und Loyalität und wer weis was noch ansteckt)
Seine Gedanken wurde an einigen Stellen von seinem emotionaleren Teil verdrängt, was das Lesen nicht gerade einfacher machte, aber er gab sich Mühe. Er strich sich nachdenklich über die Maske in Mund- und Kinnhöhe.
Hast du mal darüber nachgedacht, was passiert, wenn du den Dunkelelfen in die Hände fällst? Was könnte sie schneller auf die Tha'Roon stoßen, als eine der ihren in die Finger zu bekommen? Ich kenne kaum ein Volk, dass so gut im Foltern ist wie sie. Wenn sie dich zum Reden bekommen wollen, tust du genau das. Gerade wenn man so empfindlich auf physische Reize und Verletzungen reagiert. Es könnte sein, dass du im Versuch dein Volk zu Schützen ihren Untergang herbei führst.
Sein Blick wurde unfokussiert und richtete sich einen Moment nach innen und sie ließ ihm seinen Moment der Stille, wenn gleich sie ihn trotzdem weiter ansah.
Aber ich könnte so viele andere Leben retten...
Sie drückte sanft seinen Handrücken mit dem Daumen, damit er langsam wieder zu ihr zurück kam.
Das wäre schon eine Ironie des Schicksals … ein Dunkelelf hilft dabei, Morgerias Pläne scheitern zu lassen – oder er Stirbt auf dem Weg dorthin und bringt ihnen sogar noch ein Tha'Roon Präsent mit.
Den Gedanken, der auf diesen folgte, verdrängte er so schnell, dass er seinem Wachen Geist entglitt. Nur seine Aura verdunkelte sich für einen Moment, was die Tha'Roon kurz nachdenklich stimmte. Sie hatte ihn nicht keinen Moment aus dem Auge gelassen und nur an jenen kurzen Momenten geblinzelt, die er schon fast automatisch einbaute, damit ihr nichts entgang. Sie waren so gut aufeinander eingespielt, dass warm in ihrem Magen kribbelte. Vielleicht war es ja auch sein wunderbarer Atem, der dieses Gefühl hervor rief, aber Chasin fühlte sich in jedem Falle wohl in seiner Nähe. So neigte sie sich wieder nah an sein Ohr und da seine Kapuze nun unten war, strich ihr Atem nun auch über die rasierten Seiten seines Schädels.
„Du meinst, ich wäre ein Tha'Roon-Präsent? Ein Geschenk an das dunkle Volk? … Ich … bin mir nicht ganz sicher ob ich das so formuliert hätte, aber ich versuche einmal bei diesem geistigen Bild zu bleiben.“
Sie verdrehte leicht die Augen, neigte den Kopf und formulierte ihre sachlichen Gedanken dazu in eine bildliche Beschreibung um.
„Wenn ich ein Geschenk wäre, wäre ich auch hübsch verpackt! So hübsch dass man neugierig wird, es haben will aber den Inhalt nicht erkennt und wie das mit Geschenken und neugierigen Kindern so ist, sie schütteln es und reißen das Papier grob auf um den Inhalt zu erkunden. In meinem Falle würde die „Folter des Auspackens“ wohl vorzeitig durch meinen Tod beendet werden und sie würden nur noch die „Scherben“ des Gefäßes finden, nicht aber den Inhalt.“
Chasin lächelte bei der Vorstellung sich wie ein Geschenk mit Papier und Band umhüllt zu sehen, selbst als es um die Möglichkeit ihres persönlichen Ablebens ging. Präsente waren schön und ihr Hang zu allem Schönen, zu den Dingen die mit Leidenschaft erschaffen oder behandelt wurden, war noch immer groß. Es mochte nur eine „kleine Schwäche“ im Verständnis eines Menschen sein, aber ihr hatte es bereits einmal eine Umerziehung eingebracht. Trotzdem waren die Wurzeln dieses „Übels“ nicht ganz ausgerottet.
„Und noch etwas anders schützt mein Volk, selbst wenn ich die Folter überleben und erzählen würde. Ich bin kein Teil des Kollektivs und jeder Schmerz den ich erleide kann nicht zu ihnen dringen. Trotzdem können sie mein Wissen, sogar noch nach meinem Tod abfragen und es nutzen um sich vor der Bedrohung zu schützen.“
Chasin überlegte ob sie Zanfar irgendwie kurz das Prinzip des Implantates aus den Knochen ihrer Vorfahren in ihrem Schädel ausführlich erklären konnte, seine Speicherfunktion, ihre mentale „Bibliothek“ wie sie sie nannte, welches jeder Tha'Roon nach seiner Geburt eingesetzt bekam und wie eine Verbindung zwischen ihnen fungierte, aber entschied sich dagegen. Dazu wäre vielleicht noch ein andern Mal Zeit.
„Dein Argument das Gespräch mit dem König vorzeitig zu erbitten klingt für mich nachvollziehbar und tatsächlich so auch taktisch günstiger. Ich vertraue da auf deine emotionale Einschätzung, da es sich auch um ein emotionales Anliegen handelt. Ich werde es so vortragen. Wir sind uns also einig.“
Da war sie wieder, die sachliche Tha'Roon. Kurz überlegte Chasin, ob sie noch etwas vergessen hatte zu beantworten, also resümierte sie noch einmal seine Worte in Gedanken:
Ich sollte mich dringen um etwas Gesellschaft bemühen, oder ich gebe ihr ein paar praktische Stunden in 'Menschlicher Interaktion'. Ja das war es! Natürlich muss ich noch gut vorbereitet werden. Die Rolle die ich verkörpern soll, sie muss perfekt einstudiert werden und ich werde fleißig lernen!
„Ach und an wen hast du als Gesellschaft gedacht? Wem würdest du vertrauen, oder willst du es lieber selbst machen? Ich meine für meine Stunden in „menschlicher Interaktion. Meintest du, es wäre noch Übung notwendig bevor ich mit dem König spreche, oder meinst du die Zeit riecht aus es noch zu üben, bevor wir uns auf unsere Mission begeben?“
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