Vor dem Ratsgebäude

Nach dem Tod des Hohen Rates wird Pelgar nun vom dunklen Herrscher und Tyrannen Kraen Amraén regiert. Er hat den Sitz übernommen.
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Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Erzähler » Freitag 16. Juli 2010, 04:51

[kommen aus: Das östliche Drachengebirge ‹ Die Hauptstadt Pelgar ‹ Kaserne Pelgars]


Auch wenn es nicht unbedingt das war, was zu den erwarteten Aufgaben eines jungen Rekruten gehörte, so hatte zumindest Drelgin keine Probleme damit, diese Art von Arbeit zu tätige, wie sie ihm und den anderen Rekruten aufgetragen worden war. Bevor sie also in der Kaserne verweichlichten, war dies immerhin eine Arbeit, um bei Kraft zu bleiben.
Der Hohe Rat hatte bisher nicht sonderlich viel unternommen, deswegen gingen die Bürger ja auch die Barrikaden, was ja auch mehr als verständlich war. Seit Tagen, die einem wie Wochen vorkamen, hatten die gebeutelten Bürger dieser Stadt an die Tore der Ratskammer gehämmert und darum gefleht, dass sie etwas unternehmen sollten. Nicht ein Mitglied aus dem Rat hatte sich bisher gezeigt, aber die Truppen waren dennoch mobil, ein beiläufiger Gedanke, der Drelgin durch den Kopf schoss. Entweder, die Befehle kamen doch von einem Ratsmitglied oder aber, der General handelte nach eigenem Gutdünken und versuchte das Beste aus dieser misslichen Lage zu machen. Wie dem auch sein, Drelgin war bereit dazu, seine Stadt zu verteidigen und wenn er dafür in den Untergang gehen musste. Er hatte Lysanthor auf seiner Seite und damit war er gewappnet für all jenes Ungemach, welche noch auf ihn zukommen sollte.

Wie es jene Bürger gab, die sich vor Angst in den dunkelsten Löchern ihres Kellers verkrochen, so gab es auch jene, die nicht tatenlos mit ansehen wollten, was da mit ihrer Stadt geschah. Der erste Schrecken war überwunden und es hatte sich schon fast so etwas wie Routine eingeschlichen. Pelgar stand immerhin noch und egal, was die Dunkle Horde bisher versucht hatte, der Stadt entgegen zu schleudern, es konnte bisher erfolgreich abgewehrt werden. So gab es auch jetzt ein gutes Dutzend an freiwilligen und ehrbaren Bürgern, die die jungen Rekruten tatkräftig unterstützten. Jene, die nicht das passenden Werkzeug hatten, behalfen sich anders oder aber sie schleppten die bereits zertrümmerten Knochenstücke zu den Karren. selbst Kinder halfen bei diesem Unterfangen mit, was Drelgin sehr überraschte, in ihm aber nur noch mehr Entschlossenheit entfachte.
Eine junge Frau, die nicht kräftig genug war, um bei dieser Arbeit zu helfen, versorgte die schwer schuftenden mit frischem Brot und Wasser. Auch sie wollte ihren Teil dazu beitragen.
Nachdem sie alle Arbeiter versorgt hatte, rief beide Kinder zu sich.

„Kommt, wir werden Linnenstücke mit Wasser tränken und sie hier her bringen, damit die Männer sich erfrischen können.“ Obwohl die Schrecken der vergangenen Zeit sich in den scheuen Augen der jungen Frau wieder spiegelten, tat diese alles dafür, ihren Kindern, so konnte Drelgin dies vermuten, das Beste zu ermöglichen.
„Wofür denn Mama?“, wollte der Junge neugierig wissen und zupfte ihr am Rock, während das Mädchen um sie herum hüpfte.
„Nun, wenn man schwer arbeitet, wird einem warm und diese Männer tragen Rüstungen … ihr glaubt gar nicht, wie warm denen ist … außerdem sind sie ganz verstaubt“, erklärte die Frau den Kindern leicht amüsiert.
„Mama … zu denen hast du nicht gesagt, die sollen sich sauber machen … dann musst du das bei uns das nächste Mal auch nicht.“
Auf diese Kinderlogik konnte Drelgin nur ein Lachen von der Frau vernehmen, eher die Drei zu weit in einer Nebenstraße verschwanden.
Wenn das nicht ein kleiner Dank für all die Mühen war …

Die Minuten zogen dahin und der riesige Berg an Knochen schien kein Ende nehmen zu wollen. Wenn man mal bedachte, dass einer der größten Knochen gut 27 Schritt maß, dann konnte man sich ausmalen, was für Kraft benötigt wurde, um diese Knochen klein zu bekommen. es war mittlerweile dunkel und um das Ganze ein bisschen koordinierte anzugehen, hatte Seamus vorgeschlagen, die einfachen Bürger mit den „dünneren“ Knochen hantieren zu lassen, so dass die Rekruten sich an den schweren Brocken versuchen sollten. Immerhin waren alle Rekruten trainiert und hatten dem entsprechend Muskeln aufzuweisen. So hatten sich Drelgin und seine Mannen zur Mitte des Knochendrachen begeben und dort weiter gemacht. Zuerst verhielt sich alles normal, es waren immerhin Knochen, wenn auch von der Breite eines Baumstammes, aber mit mehreren gezielten Schlägen, waren auch diese entzwei zu bekommen. Wie die erste Rippe knackte und zersplitterte, wusste Drelgin nicht ganz, wie ihm geschah. Es war nicht wirklich etwas greifbares, viel mehr eine Ahnung, die sich wie ein Schauer von seinem Nacken aus ging und die Haare zu Berge stehen ließ. Immer wenn ein neuer Splitter von eigentlichen Knochen brach, konnte er ein schwaches, violettes Glimmen aus der Bruchstelle vernehmen und eine dünne Schwade schwarzen Rauches sehen, die sich alsbald verzog und dann war wieder alles wie vorher. Hatte er sich das nur eingebildet? … Sah er vor lauter Knochen schon etwas, was nicht da war? … Oder wurde hier etwas übersehen?
Nun, die Arbeit war eintönig genug, sich darüber Gedanken zu machen, reichte das auch aus?
Wie sich das vielleicht auch klären mochte, ein weiteres Mal stellten sich bei Drelgin die Nackenhaare auf … ein untrügerisches Zeichen dafür, dass etwas bevorstand. Auch Seamus sowie einige andere Rekruten blickten auf und ließen die Werkzeuge sinken und es wurde still … um sie herum … ihre Instinkte als Krieger erwachten.
Ein Klicken und dann durchschnitt ein tiefes „Twäng“ die kalte Nachtluft … ein geschwärzter Bolzen zischte knapp an Drelgins Gesicht vorbei und prallte vom Rippenbogen ab … weitere Klicken waren zu hören.
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Drelgin » Freitag 16. Juli 2010, 16:19

Die Dunkelheit hatte Einzug gehalten und mit ihr kam die Müdigkeit. Die harte Arbeit hatte ihre Spuren hinterlassen und Drelgin musste sich mit jedem Hammerschlag zusammenreißen. Er wollte gar nicht daran denken wie es den einfachen Bürgern der Stadt, welche die Soldaten hier bei den Aufräumarbeiten unterstützten, erging. Drelgin war einer der kräftigsten unter den Rekruten, einem normalen Bürger an Körperkraft und Zähigkeit überlegen. Und dennoch fühlte er sich ausgelaugt und erschöpft.
Vor einiger Zeit hatte Seamus den Vorschlag unterbreitet, die Freiwilligen die kleineren und somit leichteren Knochen abarbeiten zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hielt Drelgin dies noch für eine gute Idee. Jetzt wünschte er sich jemanden der ihm half, die größeren und erheblich schwereren Knochen kleinzukriegen. Der Schweiß stand ihm im Gesicht und der Staub kratzte nach wie vor im Hals, auch wenn das wassergetränkte Linnenstück, das ihm die junge Frau vom Nachmittag gegeben hatte, ausgezeichnete Dienste leistete.

Durch Seamus’ Vorschlag waren Drelgin und die anderen Rekruten in die Mitte des Drachen gegangen, denn hier befanden sich die mit Abstand größten Knochen. Noch immer beschäftigte Drelgin ein Geschehnis, welches mit dem ersten Hammerschlag auf einen der Knochen in der Drachenmitte stattgefunden hatte. Ein Schauer war ihm vom Rücken aus in den Nacken gelaufen und er hatte gefühlt, wie sich seine Haare aufstellten. Beim Splittern des Knochens hatte Drelgin ein violettes, pulsierendes Leuchten wahrgenommen. Es schien aus dem Inneren zu kommen. Doch bis sich Drelgin darüber im Klaren war, worum es sich hier handelte, war das Glimmen bereits wieder verschwunden gewesen.

Drelgin überlegte immer noch, worum es sich bei dem Licht gehandelt hatte. Hatte er es sich gar nur eingebildet? Hätte er zum Kommandanten gehen sollen und ihm von den Vorkommnissen erzählen sollen?
Drelgins Gedanken wurden jedoch jäh von einem weiteren mysteriösen Ereignis gestoppt. Erneut hatten sich seine Nackenhaare aufgestellt, was üblicherweise ein untrügerisches Zeichen für Gefahr war. Und es schien nicht nur ihm so zu gehen. Auch etliche andere Rekruten stoppten ihre Arbeit und blickten sich um. Es war mucksmäuschenstill. Genau dieser Umstand war es auch, der Drelgin misstrauisch machte. Kein Vogel und auch die Belagerungsgeräte der dunklen Horde waren nicht zu hören und auch sonst war kein Laut zu vernehmen.
Bis zu dem folgenschweren Moment, indem ein Klicken und ein darauffolgendes „Twäng“ die Luft zu zerteilen schien. Drelgin spürte den Lufthauch eines länglichen Gegenstandes auf seinem Gesicht und ging instinktiv zu Boden. Mit einem dumpfen Aufprall schlug besagter Gegenstand gegen Drelgins Rippenbogen. Es handelte sich um einen Bolzen. Weiteres Klicken war zu hören. Die Rekruten und Freiwilligen gingen zu Boden und hielten sich die Hände über die Köpfe. Drelgin richtete ein kurzes Stoßgebet an Lysanthor und versuchte hinter den riesigen Drachenknochen in Deckung zu gehen. Nur mit seinem Vorschlaghammer würde er hier wohl nicht lebend herauskommen. Drelgin musste zu dem Karren gelangen, auf dem die Waffen der Rekruten gelagert wurden. Etliche Bolzen prallten von den Knochen ab und der junge Soldat war froh, dass er hier vorrübergehend relativ sicher war. Dennoch musste er weg. Drelgin blickte sich um, um einen Überblick über die Lage zu erhalten. Seamus und die meisten seiner Kameraden befanden sich in Drelgins Nähe, alle suchten Schutz hinter dem Gerippe des Knochendrachens. Mit einem kurzen Pfiff zum nächstgelegenen Soldaten wollte er diesem signalisieren, dass er sich an ihn halten sollte. Auf ewig konnten sich die Soldaten nicht verstecken. Auch wenn sich Drelgin nicht sicher war, ob der Soldat seinen Hinweis verstanden hatte, und er sich ebenso wenig sicher war ob er sich in die richtige Richtung bewegte, kroch Drelgin vorsichtig unter seiner Deckung hervor und dorthin, wo er den Waffenkarren vermutete. Die Rüstung scheuerte leicht über die Straßen Pelgars und mit jedem Meter wuchs Drelgins Angst von seinen Feinden gesehen und hingerichtet zu werden. Er wagte es nicht sich umzudrehen und kroch schnurstracks weiter, ständig darauf bedacht nicht aufzufallen, keinen Laut von sich zu geben und vor allem die richtige Richtung beizubehalten.

Während er kroch schossen ihm unzählige Fragen in den Kopf. Wer schoss hier auf sie? Gut, es war naheliegend dass es sich um die dunkle Armee handelte, doch ... wie kamen sie hierher? Soweit Drelgin informiert war hielten die Verteidiger noch immer stand. Dies hier war ein Hinterhalt. Ein kleiner Trupp musste sich irgendwie Zugang zur Stadt verschafft haben. Waren Orks oder Untote dazu in der Lage? So ein Kunststück traute Drelgin lediglich den Dunkelelfen zu. Doch bolzenverschießende Dunkelelfen? Nach allem was Drelgin gehört hatte griffen die Elfenvölker eher zu Bögen als zu Armbrüsten. Nun gut, die Elfen waren schon sonderbar – von den Dunkel- und Nachtelfen ganz zu schweigen. Ihnen war jede Gemeinheit zuzutrauen. Wie sollten der junge Mensch und seine Kameraden ihre Angreifer bekämpfen? Die Bolzen schienen von überall zu kommen, dennoch war kein einziger Angreifer auszumachen gewesen.
Noch viele andere Fragen beschäftigten Drelgin, während dieser immer weiter kroch.

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Erzähler » Dienstag 20. Juli 2010, 19:26

Die Arbeit, die sie sich aufgehalst hatten, war schweißtreibend und Kräfte zehrend. Aber so war es am Besten aufgeteilt, etwas Planung musste man schon walten lassen, wenn man schnell vorankommen wollte.
Leider wurde ihre Arbeit jäh von einem Angriff unterbrochen. Zuerst hatte Drelgin die Befürchtung gehabt, die Dunkle Horde hätte die Stadt gestürmt und damit den Krieg für sich entschieden, aber es war nichts dergleichen zu hören. Weder heranstürmende Truppen, noch Geschrei seitens der Bevölkerung. Bis auf das immer mal wieder auftauchende tiefe Surren der Armbrüste, war kaum ein laut in der klaren Nacht zu vernehmen.
Momentan war es Drelgins Bedürfnis, so schnell wie möglich zu seiner Waffe zu gelangen. Den anderen Rekruten erging es da nicht besser. Der wagen mit den Waffen stand auf der anderen Seite des riesigen und zum Teil schon auseinander genommenen Skelettes. An sich boten die breiten Knochen schon ein wenig Schutz, wenn auch auf die Dauer zweifelhaften, aber die Bolzen trafen auch aus irgendeinem Grund nie richtig ihr Ziel. Entweder waren es miserable Schützen oder aber, es sollte so sein, dass niemand getötet oder ernsthaft verletzt wurde. Mit monotoner Gleichmütigkeit prasselten die Bolzen auf die Soldaten und Bürger nieder, die mittlerweile ganz flach hinter den breitesten Knochen am Boden kauerten und wahrscheinlich inbrünstig zu Lysanthor beteten. Drelgin musste handeln, wobei ihm klar war, dass hier den Helden zu spielen, nicht viel bringen würde.
Er konnte also den Weg hinter sich nehmen können. Weiter hoch am Brustkorb entlang in Richtung des großen Schädels, welcher inmitten von Steintrümmern lag. Beim Absturz des Knochendrachens hatte dieser natürlich nicht darauf geachtet, dass er schön sauber zwischen den Häusern landete, im Gegenteil war er eher darauf bedacht, so viel wie möglich mit in seine Vernichtung zu nehmen, so fern ein Knochendrache überhaupt denken konnte.
Die Trümmer konnte er ebenfalls als Deckung nehmen, um dahinter mit einer schnellen Hechtrolle zum Wagen zu kommen. Der Weg war natürlich kitzelig, aber nun konnte er zeigen, was er in seiner Ausbildung gelernt hatte.
Wie Drelgin schnell nach dachte, wie er am Sichersten zu seiner Ausrüstung kam, konnte er, während er schon in die richtige Richtung kroch, bemerken dass der Angriff sich verlagerte. Bisher kamen die Bolzen eher von schräg oben aus Südöstlicher Richtung. Der Wagen mit Waffen und Schilden lag in Richtung Nordosten, so dass er den Weg über Westen einschlagen musste. Neuerlich Bolzen kamen dieses Mal eher aus Osten und wohl direkt vom Boden, aus einer Seitengasse, die vielleicht dreißig Schritt vom Ort des Geschehens entfernt lag.
Seine bisherige Vermutung, dass es sich hier vielleicht um Dunkelelfen handeln könnte, wurde dadurch bestätigt, dass aus genau einer Gasse daneben, etwas angeflogen kam. Da dort die Beleuchtung nicht gerade gut war, konnte er es nicht genau erkennen, um was es sich handelte. Doch diese etwas rappelte sich auf, vermutlich also eine Person und rannte daraufhin in eine andere Seitengasse. Da diese Person weißes Haar besaß, so konnte Drelgin sich sicher sein, dass es das war, was er vermutete.
Keine Sekunde später, hörte er einen Kampfschrei aus einem der Häuser nahe dieser zweiten Gasse. Dieser Schrei war gefolgt von eindeutig zwergischem Gefluche, keiner konnte in ganz Celcia so gut wie Zwerge fluchen. Als Antwort kam dunkelelfisches Gefluche aus jenem haus.
Nun war das Chaos da.
Einer der Bürger hatte dies natürlich auch mitbekommen, dass es sich hierbei um Dunkle handelte und Furcht sprach aus seiner Stimme.

„Dunkelelfen, hier in Pelgar … wir sind des Unterganges.“ Damit war das Chaos perfekt. Die einfachen Bürger, die genug Abschreckendes über Dunkle gehört hatte, gerieten in heillose Panik und die meisten liefen ohne nach zu denken davon.
Da der Beschuss nicht aufgehört hatte, wurden natürlich einige Bürger getroffen, sie gerieten ins Wanken und einige stürzten getroffen und wimmernd zu Boden. Jetzt las es an Drelgin und seinen Mitrekruten, die Sache in die Hand zu nehmen.
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Drelgin » Freitag 23. Juli 2010, 10:40

Drelgin war sich nicht sicher was er von der ganzen Situation halten sollte. Er hatte von der Treffgenauigkeit der Dunkelelfen gehört, er hatte davon gehört wie sie als lautlose Schatten bei Nacht zuschlagen konnten, und er hatte auch von ihrer Grausamkeit gehört. Warum also wurden die Bolzen so unmotiviert verschossen? Wollte man die Soldaten nur aufhalten den Knochendrachen abzuarbeiten? Wollte man gar nur mit den Pelgarern spielen? Drelgin fluchte lautlos und kroch etwas westwärts, da sich die Richtung aus der die Schüsse kamen etwas verändert hatte. Vor allem schienen die Bolzen jetzt nicht mehr aus erhöhter Position sondern direkt von der Straße zu kommen. Aus Seitengassen und Nebenstraßen, wie Drelgin vermutete.

Er hatte sich kein einziges Mal umgedreht, doch da kaum Schmerzenslaute zu vernehmen waren, ahnte er dass seine Kameraden und die Dorfbewohner noch größtenteils unverletzt in Deckung lagen.
Wieder kam ein Schwall Bolzen angeflogen und Drelgin hob die Hände über den Kopf. So einfach würden sie ihn nicht kriegen. Prasselnd und klackend fanden die Bolzen ihre Ziele – oder eben nur teilweise, die Mehrheit prallte gegen Knochen, Trümmer oder Holzbalken. Drelgin blickte wieder hoch und bemerkte eine Bewegung aus der Nebengasse, aus der er den vorherigen Bolzenschwall vermutet hatte. Die Beleuchtung in der Gasse war schlecht, und so konnte er lediglich die Schemen einer Person mit weißem Haar erkennen, die aufstand und in eine der vielen anderen Seitengassen lief. Ein Kampfschrei ließ Drelgin kurz aufschrecken. Er kam aus einem der Häuser in der Gasse. Gleich nach dem Kampfschrei hörte er lautes, unverständliches Fluchen. Zweifelsohne musste es sich um einen Zwerg handeln. Er hatte zwar nicht viel mit Zwergen zu tun gehabt, was ihm auch lieber war, doch kein Volk Celcias konnte fluchen wie die kleinen Männer aus den Stollen. Diese dumpfen, kehligen Laute wirkten ungebildet und rau. Sie passten zu den Personen, die sie von sich gaben.

Nun war dunkelelfisches Gefluche zu hören. Möglicherweise war es auch nachtelfisches, Drelgin war dies egal. Die Töne wirkten dunkel und bedrohlich und auch sie passten aus skurrile Art und Weise zu ihren Sprechern.

Einer der Stadtbewohner sprach aus, was sich alle Personen auf dem Platz vor dem Ratsgebäude dachten: „Dunkelelfen, hier in Pelgar … wir sind des Unterganges.“ Daraufhin brach das Chaos los. Menschen sprangen auf und rannten panisch umher. Immer mehr wurden jetzt von den Armbrustbolzen getroffen und gingen schreiend zu Boden. Wieder fluchte Drelgin innerlich. Er war sich nicht sicher was er tun sollte. Auf der einen Seite schien es ihm als seine Pflicht in dieses ominöse Haus mit dem zwergischen und dunkelelfischen Gefluche einzudringen und dort Ordnung zu schaffen. Doch ohne Schwert und Schild hielt er dies für keine gute Idee. Wer wusste schon, auf welcher Seite dieser Zwerg stand? Unter Umständen war es ein Verräter und fluchte weil er sich den Kopf gestoßen hatte. In jedem Fall stand mindestens eine Person in diesem Haus, die es unter keinen Umständen zu unterschätzen galt. All die Horrorgeschichten über Dunkelelfen mochten übertrieben sein, doch in jeder Geschichte steckt ein wahrer Kern. Nur mit seinen Fäusten bewaffnet würde er wohl nicht überleben.

Also kroch Drelgin weiter im Bogen westwärts und daraufhin nordöstlich, um schließlich den Bolzenbeschuss zu entgehen. Er brauchte seinen Schild und sein Schwert um für Gerechtigkeit zu sorgen. Und genau diese Ausrüstung würde er holen, bevor er zu dem Haus mit dem Gefluche zurückkehrte. Mit etwas Glück stand der Zwerg auf der richtigen Seite und hatte den Dunkelelfen bereits erledigt, ehe Drelgin dort eintraf. Falls dem nicht so war, würde der junge Mensch tun wozu er ausgebildet wurde. Er würde den Willen Lysanthors durchsetzen und Pelgar bis zum letzten Blutstropfen verteidigen.

Drelgin hatte bereits wieder etliche Meter zurückgelegt und er hoffte bald auf den Ausrüstungswagen zu stoßen um gewappnet zum Haus zurückkehren zu können.

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Bundror Hammerschlag
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Freitag 23. Juli 2010, 20:13

So schnell ihre Füße sie tragen konnten rannten der Junge und sein zwergischer Beschützer durch das Lager des toten Pelm, der, so hoffte Bundror, nach all den Schrecken ein anständiges Begräbnis erhalten würde. Hin und wieder hörte man in Nogrot davon, dass die Langen ihre Toten verbrennen oder sie auf Schiffe einen Wasserfall hinunter stürzen lassen. Zwar war der Nogroter oft an der Oberfläche gewesen, aber solchen Riten hatte er noch nie beiwohnen dürfen und wenn er ehrlich mit sich selbst war, so wollte er dies auch niemals miterleben. Verbrennungen oder gar die Beisetzung umgeben von Wasser verursachte einen unansehnlichen Schauer auf der Haut. Bundror schüttelte sich etwas und das dicke Kettenhemd klimperte rhythmisch. Es war eine geräumige Lagerhalle. Die Granitblöcke waren bis unter das Dach gestapelt und an einigen Stellen fielen Staubreste von Arbeiten auf. Einige seiner Produkte standen ebenfalls dort. Teilweise mit einem schwarzen Tuch verdeckt, hatte Pelm ie zwerigsche Meisterarbeit wohl vor anderen verbergen wollen. Das Werk lobt den Meister., schmeichelte sich Bundror in Gedanken selbst und wich gerade noch rechtzeitig einem Regal aus, das plötzlich vor ihm aufgetaucht war. Mit weit aufgerissenen Augen japste der Zwerg auf und tapste einige Schritte weiter. Erst nach guten zwei oder drei Metern Schwanken, fand er sein Gleichgewicht wieder. Der Junge blickte sich um und gebot seinem Begleiter nicht stehen zu bleiben. Bundror fuhr sich kurz durch den Bart und schüttelte verwirrt den behelmten Schädel. "Mhhh.", murrte er leise und schloss wieder zu seinem Führer auf. Die in der Dunkelheit geschulten Augen Bundrors nahmen die entfernte Hintertür war und auch, dass sich mit jedem gewonnen Meter Schreie und Rufe nährten. Er brauchte nicht lange um festzustellen, dass es sich dabei um einen Kampf handeln musste. Geschossen zwischten und das Aufschlagen von Pfeilen war deutlich zu hören. Hin und wieder folgte ein tödlicher Aufschrei. Krieg war nach Pelgar gekommen. Ob sie bereits einen Boten nach Nogrot geschickt haben? Die Langen kämpften zwar lieber für sich, aber beim Anblick des Marktes und der scheinbar schlechten Situation, wäe es vielleicht denkbar, dass sich die Oberflächler um Verstärkung bemüht hätten., überlegte der Zwerg, während die Beiden am Ausgang ankamen. "Bleib bei mir, Junge.", warnte Bundror ernst und öffnete die Tür einen kleinen Spalt breit, um hinauszuspähen. Ein Hagel schwarzer Bolzen sirrte immer wieder auf ein Lager der Langen. Es waren Soldaten und Flüchtlige, aber da die sonne seine Augen blendete, konnte er sich auch täuschen. Sicher war nur, dass sie im Moment unterlegen waren. "Rot färben ... ", raunte der Nogroter und schubste den Jungen aus dem Lager, solange er sicher war, dass sie außer Gefahr waren. Noch hatte man ihr Erscheinen wohl nicht bemerkt und das sollte für die ersten paar Minuten auch so bleiben - Er musste sich orientieren und den Jungen in Sicherheit bringen. In den Gassen, um das im Vergleich zu den anderen, riesige Gebäude, bewegten sich Schatten und das teilweise aufblitzen von weißem Haar verriet die schwarzen Spitzohren. Die Langen und ihre Städte ... warum baut man Mauern, wenn man sie nicht halten kann? Mit einem leisen 'Klonk' stellte der Zwerg seinen Kmapfhammer auf dem Boden ab und linste um die Ecke. Seine Augen weiteten sich. "Beim Barte meines alten Ohm!! Sind das Drachenknochen?!", entwich es ihm. Seit Jahren hatte niemand mehr einen Drachen gesehen, geschweige den erlegt. Ungläubig fixierte er die Menschen von denen einige sogar über den Boden krochen. Ob er den Langen zugestehen sollte, einen dieser geflügelten Dämonen vom Himmel geholt zu haben? Wenn ja, so war jetzt nicht die Zeit sich zu wundern auch auch nicht die Zeit, sich darüber zu beschweren. Die Dunkelelfen waren im Vorteil und spielten mit den Langen. Ihre Grausamkeit kannte keine Grenzen und damit hatten sie auch keine Gnade verdient. Ehre kannten diese Bestien nicht und wahrscheinlich gab ihnen ihr Gott nicht einmal einen Vorteil zu ihren hellhäutigen Verwandten. Sie spielten und machten sich aufgrund ihres Stolzes keine Sorgen um Verstärkung der Langen oder Überraschungsangriffe. Taktisch schienen diese Wesen von ihrer Arroganz geleitet zu werden. Er wandte sich dem Jungen zu. "Du bleibst bei mir. Halte dich immer auf der vom Schlachtfeld abgewandten Seite.", gab der Zwerg in stricktem Ton an und nahm seinen Kampfhammer wieder in die Hand. Ein letztes Mal spähte er auf den Platz. Jetzt fiel ihm ein Wagen mit Waffen und Schilden auf. Höhstwahrscheinlich der Nachschub für die Truppen aus Pelgar. Unerreichbar. Die Bogenschützen der Feinde deckten den gesamten Bereich ab und würden wohl jeden, der aus dem Menschenpulk zum Arsenal rannte, gnadenlos töten. Allerdings befand sich der Zwerg in einer besseren Position. Er war sich sicher, dass wenn die Menschen an diesem Punkt nicht siegen würden, er einen erschwerten Weg aus der Stadt haben würde. Und erneut musste sich der kleine Krieger in das Getümmel stürzen, was ihn eigentlich nichts angehen sollte. "Los.", befahl er und stürmte um die Ecke. So schnell er konnte hechtete er in geduckter Stellung über den Platz, nutze Holz, Stein oder Mauern um sich vor dem Hagel zu schützen. Endlich waren sie in der Nähe des Waffenwagens angekommen. "Ich werden zum Wagenrennen und versuchen ihn zu den Menschen zu bewegen, während ich das mache, rennst du so schnell dich deine Beine tragen zu dem Gebäude dort. Brocknar möge dich schützen, Kleiner. Wir werden uns sicher wiedersehen!", mit den letzten Worten hechtete er um die Ecke und sprang, so gut es ihm möglich war, hinter das Gespann. Ein Mensch kroch über den Boden. Kein sehr auffälliges Exemplar seiner Gattung, aber das konnte auch daran liegen, dass er sich horizontal über das Schlachtfeld bewegte. Darauf achtend, dass keiner der Dunkelelfen den kleinen Panzerschrank bemerkte, stellte er sich mit aller Gewalt gegen das Fuhrwerk und wollte es in Richtung der Langen bewegen. Seine Muskeln spannten sich und seine Wunde schmerzte etwas, aber für einen Zwergen war so etwas keine Herausforderung. Nur ein kleiner Kraftakt. "Hoi, Langer!", rief Bundror und zog mit der freien Hand ein Schwert aus dem Gefährt. Schwungvoll klirrte es und landete schlitternd vor dem Soldaten. Polternd folgte ein breiter Schild. "Mach dich nützlich ", rumorte der Zwerrg," und deck mich - die Waffen sind für deine Leute!" Kraftvoll und unter einem Stöhnen stemmte der Nogroter die Beine in die Erde. Die Räder rollten langsam an und endlich schien es so, als ob sich das Gefährt bewegen würde. Allerdings hatte der Zwerg nicht vor, den Vorrat zu den Menschen zu schieben ... das Ergebnis jedoch würde den Langen helfen. So zumindest hoffte das der Zwerg.


ooc.: Hey, Drelgin, nice to meet you! :)

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Drelgin » Montag 26. Juli 2010, 12:09

Drelgin war weitergekrochen. Die Schmerzensschreie Verwundeter und Sterbender waren zahlreicher geworden, doch der junge Mensch würde sich nicht von seinem Vorhaben zum Waffenkarren zu gelangen abbringen lassen. Nach wie vor hörte Drelgin das Klicken der Armbrüste und schwor bittere Rache. Aus einem Hinterhalt heraus angreifen hatte nichts mit Ehre oder einem fairen Kampf zu tun. Es war typisch elfisch, befand der Soldat.

Ein Knarzen und Knarren nur wenige Meter vor ihm ließ ihn aufschrecken. Drelgin blickte hoch und sah in der Dunkelheit eine langsame Bewegung. War es denn möglich dass einer seiner Kameraden schneller als er selbst gewesen war? Das musste doch der Waffenkarren sein, der da langsam auf ihn zurollte.
„Hoi, Langer!“ hörte er eine tiefe Stimme und plötzlich klirrte es knapp vor ihm. Noch bevor Drelgin realisierte was da vor ihm auf den Boden geworfen worden war, polterte es erneut.
„Mach dich nützlich und deck mich – die Waffen sind für deine Leute“, hörte er und begriff endlich. Tatsächlich hatte jemand das Ruder in die Hand genommen. Es war jedoch keiner seiner Kameraden sondern ein Zwerg. Ob es der Zwerg war, den er zuvor fluchen gehört hatte, konnte Drelgin beim besten Willen nicht sagen. Es war ihm auch egal. Schnell sprang er hoch und griff sich das pelgarische Langschwert und den Schild. Unter Stöhnen hatte der Zwerg den Waffenkarren bereits wieder in Bewegung gesetzt, als Drelgin an dessen Seite trat.
„Danke“, sagte er knapp und achtete darauf den Schild stets zwischen den Angreifern und dem Zwerg zu halten. Selbstverständlich vergaß er auch auf sich selbst nicht. Mehr als einmal prallte ein Bolzen gegen den Schild und Drelgin war froh dass er Hilfe gefunden hatte. Alleine wäre es wohl unmöglich gewesen den Karren zu schieben und sich dabei den Geschossen kein Ziel zu bieten.

Da der Soldat vollends damit beschäftigt war sich selbst und den Zwerg zu decken, bemerkte Drelgin auch nicht wohin dieser den Karren schob. Er verließ sich auf den Zwerg und hoffte dass dies kein Fehler war.
Kurze Zeit überlegte Drelgin ob er dem Zwerg anbieten solle den Karren weiterzuschieben. Etliche Stunden am Tag verbrachte der junge Soldat damit seinen Körper zu stählen, und so wäre es auch für ihn kein unüberwindbares Problem gewesen den schweren Wagen zu bewegen. Erneute Bolzeneinschläge im Schild beendeten jedoch seine Überlegungen. Der kleine Mann wäre wohl nicht in der Lage gewesen, hoch gezielte Schüsse auf Drelgin abzuwehren.
„Was hat die dunkle Brut vor?“, flüsterte Drelgin. Er war sich nicht sicher ob der Zwerg seine Frage gehört hatte. Es war eigentlich auch mehr eine Frage an sich selbst als an sonst jemanden und so erwartete er auch keine Antwort.
Drelgin musste feststellen, dass mehr und mehr Bolzen in seine Richtung flogen. Immer öfter spürte er das Einschlagen eines Geschosses in seinem Schild und hörte das dazugehörige Klirren. Etliche Bolzen hatten auch bereits im Karren eingeschlagen oder waren nach Streifschüssen von seiner Rüstung abgeprallt. „Ich weiß nicht wie lange es dauert bis der erste Bolzen sein Ziel findet. Wir sind eine wandelnde Zielscheibe“, richtete er sich an seinen Kameraden.




[ooc.: Hey Bundror, bist ja im richtigen Augenblick gekommen^^ Wie läuft das jetzt alles eigentlich bezüglich der Postingreihenfolge? Ich hoffe es macht nichts dass ich dazwischengefunkt habe!]

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Erzähler » Montag 26. Juli 2010, 19:45

[sithis und vana kommen aus: Das östliche Drachengebirge ‹ Die Hauptstadt Pelgar ‹ Der Sitz des hohen Rates < Auf dem Weg zum Hohen Rat]

Sithis und Kharim und Vana sowie vandarte warteten in der Seitengasse, die ihnen den besten Blick auf das Szenario ermöglichte. Die Augen der Männer glänzten in voller freudiger Erwartung darauf, dass sie ihre Anspannung endlich ein wenig loswerden könnten, wobei sich das dann wohl eher in Kampfgetümmel zeigen würde. Für Echsen war dieses herum Geschleiche nichts, während einer Jagd war das etwas anders, aber Sithis wollte nur noch Köpfe rollen sehen. Wobei er sich dann doch dafür entschied, eindringlich auf seine Verbündeten einzureden, die die Menschen dort auf dem Markplatz mit jeder menge Bolzen eindeckten.
In der Zwischenzeit hatten immer mehr Bolzen ihr Ziel gefunden, wobei keine Verletzung tödlich war. Die Dunklen waren wohl wirklich nur darauf aus, ihren Spaß zu haben, von Terror, den sie damit verbreiteten, einmal ganz abgesehen. Zwischen den Schreien der Getroffenen, die immer leiser wurden, hörte man hämisches Gelächter aus der Gasse.
Für Sithis und Kharim gab es mehrere Möglichkeiten zu den Dunkelelfen zu kommen. Der längste Weg wäre, wenn sie um den Platz herum und durch andere Gassen laufen würden, um von hinten an die Schützen zu kommen. Aber wer sagte ihm überhaupt, dass die Dunklen ihn und seinen Freund würden verschonen? Er hatte weder ein Schriftstück, noch ein Erkennungszeichen dabei. Da Dunkelelfen genauso kurzen Prozess machten und nicht erst Fragen stellten, sollte Sithis sich gut überlegen was er machte.
Während er noch überlegte, stieß Kharim ihn von der Seite an.

„Ich glaube, wir können es riskieren, uns an den Wänden entlang zu schleichen, die Schatten scheinen dort dunkel genug zu sein.“ Mit einer Hand zeigte er auf die rechte Seite des Platzes. Dort waren die die meisten Fenster verriegelt, so dass sie nicht einmal in gebückter Haltung würden voran schleichen müssen. Die Helligkeit von Fackeln war eher auf der großen Freitreppe des Hohen Rates zu nutzen oder eben bei den Menschen, die sich zum Teil immer noch bei dem Knochenhaufen versteckten.
„Lass uns loslaufen, die werden uns nicht hören, die Schreie sind laut genug … ich versuche dir den Rücken frei zuhalten.“ Obwohl Kharim kein Kämpfer war, so versuchte er doch immer sein Bestes, seine Freunde zu schützen.

Zwei weitere Dinge fielen den Echsen ins Auge, während sie sich daran machten, den Schatten zu nutzen. Einige der menschliche Soldaten waren mittlerweile wieder in den Besitz ihrer Waffen und Schilde gelangt und machten sich nun ihrerseits daran, die gemeinen Bürger zu schützen und den Kampf gegen die Dunklen aufzunehmen. Denn komischerweise hatte sich der Wagen mit den Waffen von alleine näher an die Soldaten heran bewegt. Besser gesagt, er tat es immer noch. War hier Magie im Spiel? Weder Sithis noch Kharim kannten sich mit Magie aus, sie verabscheuten sie und wollten nichts damit zu tun haben. Sie mussten allerdings davon ausgehen, dass hier irgendwo ein Magier anwesend war oder aber, dass einige der Soldaten Magie beherrschten. Wenn das wirklich der Fall wäre, dann würde sich Sithis vorsehen müssen, gegen Magie hatte er noch nicht gekämpft.

Sithis hatte einfach „bestimmt“, wie es nun weiter gehen sollte, aber Vana und Vandarte waren weit davon entfernt, sich nach dem Plan der Echse zu richten. Vandarte erkannte den Blick seiner Gefährtin.

„Wenn du erlaubst Liebste, wartest du hier, harrst der Dinge die da kommen … vielleicht verirrt sich ja jemand hierher und ich besorge uns etwas zu knabbern.“ Er wartete nicht lange auf ihre Antwort, er würde jetzt so oder so nur einen entnervten Blick ernten. Damit war ihr Gefährte verschwunden, jedoch nicht, er konnte es einfach nicht lassen, ihr einen verschmitzten Blick über die Schulter zu zuwerfen

Bundror hatte das Geschehen auf dem Platz inspiziert. Mit geschultem Blick hatte er sofort die Lage eingeschätzt. Er war ein Zwerg und nun in seinem Element. Wobei das Szenario hier zusätzliche Fragen aufkommen lies, die sich Bundror nicht beantworten konnte. Bisher war der Krieg noch vor den Toren gewesen, aber nun war er für ihn mitten in der Stadt oder doch nicht? Er konnte nur das halbe Dutzend Dunkelelfen auf der anderen Seite ausmachen, sonst niemanden anderes, der hier eingriff. Der Rest der Stadt war gespenstisch still, bis auf das monotone Krachen, welches die Kriegsmaschinen verursachten. Jetzt fiel es ihm wieder ein, sei alter Ohm, ein besonders geschätzter und ehrwürdiger Krieger hatte ihm davon erzählt. Dunkelelfen neigten zu Hinhaltetaktiken und scheuten sich auch nicht vor unehrenhaften Kampf zurück, wenn sie diesen so für sich gewinnen konnten. Zum Glück war der kleine Junge in Sicherheit, das zumindest musste Bundror vorerst glauben, er musste seine Aufmerksamkeit auf den Kampf hier lenken. Bundror konnte also davon ausgehen, dass sich der eigentliche Krieg noch gar nicht in die Stadt verlagert hatte. Vielleicht könnte er es ja schaffen, einem der Dunkelelfen habhaft zu werden. Mit ein bisschen Glück und ein paar zertrümmerten Knochen würde derjenige vielleicht reden.
Dank seiner nicht vorhandenen Größe war es für den Zwerg ein Leichtes, um zu diesem Karren zu kommen. Er hatte erkannt, dass er diesen als Schutz benutzen konnte. Die Soldaten, die sich nicht gegen den Beschuss wehren konnten, rauchten dringend Hilfe und Bundror ließ sie ihnen zukommen. Jetzt, wo er fast auf der gleichen Höhe war, wie der Knochenhaufen, bestätigte sich sein Verdacht, dass es sich bei dem Skelett um einen Drachen gehandelt haben musste. Die Frage war nur, wie kam dieser hier nach Pelgar? Zwerge sahen des Öfteren Drachen, denn immerhin teilten sich beide Völker denselben Lebensraum. Hier war aber nur noch das Grundgerüst des mächtigen Geflügelten vorhanden. Anscheinend waren noch mehr Kräfte am Werk, Kräfte die Zwerge zutiefst verabscheuten.

Drelgin hatte sich die ganze Zeit, wie er versuchte vorwärts zu kommen und nicht getroffen zu werden, Gedanken darüber gemacht, welchem Zweck der Angriff hier dienen sollte. Er konnte sich keinen Reim darauf machen, es machte ihn schlicht wütend, dass es überhaupt Humanoide gab, die zu solch´ einem unehrenhaften Kampf neigten.
Es ging ihm alles viel zu langsam, seine Wut wuchs und der Weg war noch so weit. Dicht hinter ihm, was er erst spät bemerkte, war ihm Seamus gefolgt. Auch diese wollte sich nicht kampflos ergeben und hatte Drelgins guten Plan erkannt, sich zuerst seine Ausrüstung wieder zu holen. Schilde boten immerhin den besten Schutz gegen Geschosse.
Hilfe bekamen sie von unerwarteter Seite. Der Zwerg, den sie eben noch entfernt hatten fluchen hören, mischte sich in das Szenario mit ein. Zum Glück auf der Seite der Menschen. Zumindest darauf konnte man hoffen, war ein Zwerg anwesend und gab es irgendwo einen Kampf, so konnte man sich sicher sein, das der Zwerg auch mitmischte. Ein guter Kampf war fast allem Vorzuziehen.
Dieser Zwerg hatte einen entscheidenden Vorteil, seine geringer Größe und da dieser hinter dem Karren stand und diesen anschob, so konnte er nicht von Bolzen getroffen.
Drelgin nahm die Hilfe des Zwerges dankbar an und schützte diesen und sich selbst vor sich verirrenden Geschossen.
Seamus hatte die Gunst der Minute genutzt und sich seine Sachen ebenfalls vom Karren geholt. Immer mehr der Rekruten retteten sich hinter den karren, nahmen ihre Sachen und wappneten sich für den Gegenschlag. Wobei die meisten aber etwas zögerlich waren. Sie hatten zwar alle eine exzellente Ausbildung genossen, aber unerwartet in den Ernstfall zu kommen, verunsicherte sie. Etwas hilflos tauschten sie Blick aus, wobei mehrere ihrer Blicke auf Drelgin haften blieben. Offensichtlich erwarteten sie, dass er ihnen sagte, was sie zu tun hatten. Seamus schätzte die Situation ein.

„Drelgin, wir brauchen Verstärkung … du sorgst mit dem Zwerg hier für Ordnung. Ich laufe zur Kaserne und hole weiter Truppen und gebe im Tempel bescheid, sonst kommen wir hier alle noch um …erteile du die Befehle, sonst geschieht gar nichts.“
Gesagt, getan … Seamus nutzte die Möglichkeit und verschwand, halb durch den Wagen verdeckt in einer Gasse, die Rekruten konnten nur hoffen, dass er es schaffen würde.

Nun lag es an Drelgin und Bundror, dass sie das Geschehen zu ihren Gunsten zu ändern. Esa schien so, dass Brocknar und Lysanthor ihre Stoßgebete erhörten. Irgendwo von Knochen kam es, es war ein heller, gleißender Strahl, der sich absetzte und durch die Nacht zog, gleich einer Sternenschnuppe. Was auch immer es war, es war gleißend hell, verdammt schnell und unbeirrbar auf seinem Weg. Es traf etwas, vermutlich einen der Dunkelelfen, da sie einen Schrei vernehmen konnten und danach den Geruch von verbrannten Fleisch und Haaren. Der Beschuss durch die Bolzen verebbte einen Moment und Stille legte sich über den Platz.
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Sithis
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Sithis » Montag 26. Juli 2010, 22:06

Sie warteten im Schatten der Gebäude. Kharim schlug seinem Freund vor, im Schatten zu den Dunkelelfen zu schleichen. Sithis verzog nachdenklich seine Stirn.
„Hm. Bin zwar eher der direkte Typ, aber in diesem Fall…na gut.“ Zwar war das aus seiner Sicht eines Kriegers unwürdig, sich wie ein gemeiner Dieb im Dunkeln zu verstecken, doch wenn sie nicht entdeckt werden wollten, mussten sie auf Tarnung zurückgreifen.

Außerdem musste er sich langsam etwas ausdenken, wie sie die Dunkelelfen dort weg bekamen. Nur weil sie auf derselben Seite kämpften, hieß es noch lange nicht, dass diese Dunkelelfen es wussten. So etwas konnte ja jeder behaupten. Viel eher und da war sich die Echse hundertprozentig sicher, würden die Dunkelelfen nicht zögern, sie mit Bolzen zu spicken.
Eine gute Idee musste her.

Währendessen spielte sich auf dem Platz ein wahres Horrorszenario ab: Verwundete lagen auf dem Boden, getroffen von schwarzen Bolzen. Ihre Schreie hallten über den Platz und irgendwie hatte Sithis auf einmal ein befriedigendes Gefühl. Er ergötzte sich praktisch an dem Leid, dass die Bürger der Stadt gerade durchmachen mussten.

Da entdeckte der Echsenmann einige Soldaten, die offenbar ihre Waffen wieder hatten und ein Wagen, der sich wie von Zauberhand bewegte. „Hm? Guck mal Kharim, wie sie versuchen sich zu wehren!“ Er hörte ein paar Mal das typische klacken, wenn ein Bolzen auf einen Schild traf.
Nur etwas verunsicherte ihn: der Wagen. Magie? Gegen Magier hatte er noch nie gekämpft, aber kannte einige Erzählungen über sie. Die Meisten stammten von seinem Vater.

Zwar waren Magier mächtig, jedoch hatten sie eine erhebliche Schwäche: im Nahkampf waren sie deutlich unterlegen! Magier waren körperlich weitaus schwächer. Und das machte sie verwundbar.

Auch wenn er jetzt gerade irgendwie den anderen beiden Anweisungen gegeben hatte, scherte ihn ihre Reaktion im Moment überhaupt nicht. Nicht nur ihr seid gute Anführer! Jetzt sag ich mal wo’s langgeht! Nun wollte er mal Anweisungen geben und sich nicht immer von anderen herumscheuchen lassen.

Dann bemerkte er einen gleißenden Lichtstrahl, der irgendwo aus dem Schutz des Knochenhaufens kam und wie er sich in sekundenschnelle in einen der Dunkelelfen fraß. Sithis wurde von dem Schein kurz geblendet, sodass er kurz taumelte und sein empfindliches Auge mit seiner Hand bedeckte.

„Aaarrrgh! Verdammt!“ Fluchte er. Sehr laut. Nun müssten alle auf dem Platz seinen Ausruf gehört haben. Sollen sie doch! Dann wissen sie, durch wessen Hand sie sterben werden!

Es roch nach verbranntem Fleisch und versengten Haaren. Wenn man es sehen würde, müssten zart besaitete Leute sich übergeben, nicht jedoch Sithis oder Kharim. Genau so gebraten, wie es mir schmeckt! Hahahaha! Er war so etwas Zeit seines Lebens gewohnt, seit seiner Ausbildung, als sie durch verwesende Eingeweide robben mussten. DAS war eklig gewesen!
Nun hatte er wirklichen Heißhunger. Hunger auf Frischfleisch, in das er seine Zähne schlagen konnte.

Der Bolzenhagel verebbte. "Hm...so was. Siehst du das? Sie haben aufgehört. Höchste Zeit, da ein bisschen mitzumischen." Sagte er zu seinem Begleiter. Vorsichtig näherten sie sich dem Ort des Geschehens. Bisher war ihre Gegenwart unbemerkt geblieben, wenn man von Sithis' Gefluche einmal absah.

Langsam gingen sie auf den Platz zu. Sithis' Blick war auf die Dunkelelfen fixiert, huschte jedoch immer wieder zu den Menschen hinüber. Sein Griff um den Axtschaft verstärkte sich, sodass seine Knöchel deutlich heller hervortraten. Nur eine Fraktion wird diese Nacht überleben!

Dann setzte er zum Sprint an...

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Bundror Hammerschlag
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Dienstag 27. Juli 2010, 11:09

Ein scharfer brennender Schmerz versagte Bundror für einen Moment die Kraft und der Wagen kam kurzzeitig zur Ruhe. Aufstöhnend hielt er sich die verletzte Schulter und rollte mit den Augen. Allmählich, aber dafür stetig, vergrößerte sich der Hass auf die schwarzen Spitzohren und als ob er nicht vorher schon ausgereicht hätte, so wünschte der Zwerg sich nun umso mehr, die Knochen der Feinde zu zertrümmern. Je länger er am Kampf der Menschen teilnahm, desto mehr wurde er zu seinem Kampf. Die alte Fehde zwischen dem kleinen Volk und dem der Klingenohren, fand seinen Höhepunkt in deren finsteren Verwandten und ließ das Kriegerherz schneller schlagen. Klackend schlugen Bolzen am gepflasterten Boden auf und sprangen in hohen Bogen in die gesammelte Menge an Menschen im Rücken des Nogroters. Es hatten sich einige der Langen gesammelt und sich mit Waffen aus dem Arsenal versorgt. Trotz der Ausrüstung trugen viele die Furcht in ihren Augen. Die Finger einiger junger Menschen zitterten so stark, dass man Angst haben musste sie würden die Waffe beim Schlag gegen einen Feind verlieren. Einige der Soldaten hatten noch nicht einmal Bartwuchs - Wobei sich Bundror eingestehen musste, dass er nicht viel von den Pflichten eines menschlichen Kriegers wusste. Möglicherweise musste man in der pelgarischen Arme sein Gesichtshaar kurz halten. Vollkommen verrückt in den Augen eines Zwergen, denn der Bart zeichnete doch die Erfahrung und den Stand als reifer Mann aus. Bartlose Männer waren wie Kinder und das war wahrscheinlich auch der Impuls, der bundror dazu trieb, sich über die Soldaten m sich herum zu wundern. Krachend schlug ein weiterer Bolzen ein. Dieses Mal verfehlte er nur knapp seinen Helm. So sehr die Spitzohren auch Weibern ähnelten, ihre Armbrüste und Bögen beherrschten sie meisterlich. Der Schuss gelangte durch einen schmalen Spalt zwischen Schild und Wagenrahmen zu ihm hindurch - Der Schütze war ein Meister seines Fachs und hatte die treibende Kraft hinter dem Fuhrwerk erkannt. Wer auch immer der Mensch neben ihm war, er machte seine Sache dennoch gut. Obwohl eine große Anzahl an Projektilen wie ein Wespenscharm auf sie niederging, hielt er stand und hob seinen Schild gegen die Bedrohung ... immer und immer wieder. Wir haben keine Zeit mehr!, überlegte Bundror fiebrig. Seine Idee, den Wagen zum Schutz der übrigen Soldaten einzusetzen war gut gewesen, aber jetzt, da die Dunkelelfen diese Taktik durchschaut hatten, war es an der Zeit einen Ausfall zu wagen. Hinter dem Gespann würden sie binnen weniger Sekunden ein einfaches Ziel sein. Denn obwohl die Deckung vielen Langen Schutz bot, machte sie diese ebenso langsam und unbeweglich. Ein kurzer Blick genügte um zu sehen, dass es bereits jetzt nicht mehr genug Platz gab. Immer mehr Menschen schrien auf und fielen, da die Rotaugen eine Lücke in der Verteidigung fanden. Mit einem kurzen Aufschrei warf sich Bundror gegen den Wagen und stemmte mit den kurzen, kräftigen Beinen die Räder über den Boden. Ratternd polterte das Konstrukt über den Platz und an den Knochen vorbei. "Deckung verlangern, wir wenden den Spitzohren die andere Seite zu!", schrie der Zwerg auf vollem Hals. Er war kein Anführer. Kein Hauptmann oder Offizier. Sein Leben lang war Bundror ein einfacher Soldat gewesen und hatte in vielen Schlachten an der Seite seiner Kameraden gekämpft. Befehle zu erteilen lag dem altgedienten Veteranen nicht, trotzdem wollte er nicht sterben, weil einige rasierte Menschen, denen die Angst das Hirn verklebt hatte, nicht schnell genug denken konnten. Gerade als der Wagen den Bogen beschreiben wollte, um den Knochen zu umrunden, entfernte sich einer der Männer und wollte Verstärkung holen. Kein schlechter Gedanke, wenn auch recht dumm. Er würde von den Dunkelelfen gesehen und, obwohl er direkt in einer Gasse verschwand, mit Sicherheit gejagd werden. Allerdings musste der Gott der Langen mit seinen Kindern sein, denn ohne himmlischen Beistand, hätten diese jungen Soldaten sicherlich nicht so lange überlebt. Vielleicht würde er auch diesen Menschen solange beschützen bis er seine Botschaft überbracht hatte. Etwas Gutes hatte diese überraschende 'Flucht' dennoch: Er kannte endlich den Namen des Langen neben sich. Drelgin. Ein typischer Menschenname. Nichts besonderes und auch nicht mit viel Wert dahinter. Aber was wusste er schon von Oberflächlern. Er war zwar öfter über der Erde, aber hatte deswegen noch lange nicht beschlossen die Welt der Langen zu studieren. Plötzlich dröhnte ein Rauschen über dem Platz und zog Bundrors Aufmerksamkeit auf sich. Ein schwerer Felsbrocken flog über ihren Köpfen hinweg und krachte einige Meter weiter in eine Häusergruppe. Die Zerstörung konnte man nicht direkt sehen, aber die dicken Rauchwolken verkündeten das Ende eines ganzen Straßenzuges. Die Angreifer würden vermutlich die gesamte Stadt dem Erdboden gleichmachen und mittendrin ein Zwerg aus Nogrot mit einem Haufen zu junger Rekruten der pelgarischen Armee. Sie kamen dicht an dem Skelett des Drachen vorbei und obwohl der Kampf seine gesamte Konzentration forderte, konnte der Zwerg nicht umhin die weißen Überreste des Geflügelten zu betrachten. Die alten Geschichten und Legenden über die ruhmreichen Drachentöter aus den Reihen seines Volkes waren in hunderten Reigen niedergeschrieben worden und trotz dieser Geschichten, hatte Bundror selbst nur einmal in seinem Leben eine dieser fligenden Echsen sehen dürfen. Groß und mächtig thronte sie auf der Nebelspitze, einem der höhsten Gipfel des Drachengebirges. Schwarz wie die Nacht und rote Linien auf der Flanke. Die Augen gelb vor Zorn und Edelmut. Viele verloren in der Nacht das Leben und die Gruppe von Zwergen musste sich damals in die Höhlen zurückziehen, denn das alles zerschmelzende Feuer trieb die Reihen der Nogroter zurück. Wenn ein solches Wesen, getötet, in einer Stadt der Langen lag, so musste Magie am Werk gewesen sein, denn er wusste, welche Macht solchen Kreaturen inne wohnte. Niemals hätten die Menschen dies ohne Hilfe des Arkanen schaffen können. Doch bereits beim Gedanken an die Taschenspielertricks mit Feuer und blitz lief dem Zwerg ein Schauer über den Rücken. Doch er würde sich darum kümmern können, wenn der Kampf gewonnen war. "Drelgin. Wir müssen ausfallen. Sag deinen Leuten, dass wir sechs Mann brauchen und der Rest den Wagen weiter in Richtung der Gasse schieben soll.", meinte Bundror und spähte hinter dem Gefährt hervor. Der Knochenberg war nun zu ihrer Linken und der Wagen wurde direkt auf die Gasse zugesteuert. Wenn, dann würden die Elfen versuchen von rechts zu feuern, also würden sie auch ihre Front dorthin verlegen. Ein Aufschrei ertönte von der anderen Seite des Platzes. Jemand war also noch dort. Doch die Schatten waren zu stark. Die Augen des Zwerges waren in totaler Finsternis sehr scharf, aber das Zwielicht machte ihm Schwierigkeiten. Ob Freund oder Feind konnte er nicht sagen. Plötzlich war die Luft erfüllt von Hitze und Licht. Bundror wich vom Wagen zurück und nahm den Hammer in die Hände. Angriffslustig senkte er den Kopf und überschaute die Situation. Etwas hatte die Dunkelelfen in ihrer Gasse zum Schweigen gebracht – Was auch immer dieses Licht gewesen sein mochte, es hatte den Angriff der Spitzohren unterbrochen. Erst nach einem kurzen Augenblick des Verharrens, erkannte der Zwerg die günstige Situation, aber hielt dennoch inne. Das könnte eine Finte der Elfen sein. Er wusste, dass die Spitzohren keine ehrenhaften Mittel kannten und obwohl dieser Trick wie von Kobolden ausgedacht schien, hatte er Raffinesse. Im Nachhinein stellte sich dem Nogroter die Frage, woher das plötzliche Licht gekommen war. Ein Grund mehr sich nicht auf die plötzliche Sicherheit zu verlassen. „Gebt Acht, Lange, das könnte ein Trick sein. Was ist … seht dort drüben!“, sagte Bundror und deutete mit seinen dicken, gepanzerten Fingern auf eine andere Gruppe von Kämpfern, die den Platz schnell überquerte und auf die Rotaugen zuliefen. Erst beim zweiten Blick wurde dem Zwerg bewusst, dass es sich bei der ‚Verstärkung‘ ebenfalls um Bestien handelte. Echsen. Riesige, wandelnde Echsen. So etwas hatte der Nogroter noch nicht gesehen. sie wirkten wie sehr kleine Drachen oder zu große Salamander. Obwohl die neue Fraktion gegen die verhassten Spitzohren anrannte, so wollte Bundror nicht glauben, dass es sich um Freunde handelte. „Wer immer das ist, es sind keine Freunde. Drelgin, ihr solltet einem Teil eurer Leute befehlen die Verletzten zu bergen und zu bewaffnen, solange die Spitzohren abgelenkt sind. Man sollte die Verteidigung aufbauen solange die Möglichkeit besteht und abwarten, wer aus dem Kampf als Sieger hervor. Der Rest soll mit uns kommen. Ich will sehen, was vor sich geht. Außerdem will ich eines der Spitzohren für mich. Ich habe einige Fragen.“, raunte Bundror und sprang zur rechten Seite weg, in Richtung der Gassen. Ohne darauf zu achten, ob die Menschen seinem Rat folgten oder nicht, hechtete er durch die Dunkelheit hinter den Gebäuden war es ruhig, zu ruhig. Angewidert sog der Zwerg die Luft ein. Es stank wie in einem Sumpf. Als ob jemand die Pilzfarmen in den Wohnhöhlen unter Wasser gesetzt hätte. Plötzlich tauchte ein Schatten vor ihm auf. Das weiße Haar schien alles über dessen Besitzer zu sagen. Der Zwerg machte sich klein und hörte einige der singenden Worte. Doch für das Lauschen blieb keine Zeit. Bundror spannte seine Muskeln und wartete auf den richtigen Moment für den Schlag. Er würde seinem Gegner die Beine brechen – Dann sollten sie genug Möglichkeiten haben, das Klingenohr zu befragen. Der Zwerg wollte endlich wissen, was hier vor sich ging und ob sein Volk in Gefahr war. Die Menschen hatten ihre eigenen Probleme, aber wenn sie mit Pelgar fertig waren, dann könnte seine Heimat das nächste Ziel eines Angriffs sein. Mit Sicherheit hatten die Langen ebenfalls ein paar Fragen. so wurden gleich zwei Orks mit einem Hammer erschlagen. Endlich in Reichweite, sprang Bundror bereits schwungholend hinter seinem Versteck hervor und hiebte den schweren Kampfhammer in Richtung der zarten Beine des Elfen. „Khaz’Dhan Brocknar!“, rief er aus um das Spitzohr zu verwirren und zu überraschen. Im Moment machte er sich noch keine Sorgen um die Neuankömmlinge, aber ein Zwicken in seiner linken Arschbacke verriet dem alten Mann, dass es bald Probleme geben würde. Er hoffte, dass die Linien der Menschen schnell genug standen, um den eventuellen Angriff der Echsen zu überstehen. Zuerst musste er diesen Elfen kürzen und dann ausfragen. Vor allem auf die Magie musste geachtet werden, denn so einen Zwischenfall wie in der Werkstatt des alten Pelm sollte nicht nochmal entstehen. Für den Notfall war Bundror jederzeit dazu bereit, dem Dunkelelfen das Hirn zu zerquetschen.

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Drelgin
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Drelgin » Dienstag 27. Juli 2010, 12:24

Stundenland hatten sie geschuftet. Während der Aufräumarbeiten kamen Drelgin die Stunden wie Tage vor. Es war ihm als würde die Arbeit nie ein Ende finden. Und nun – binnen weniger Minuten – überschlugen sich die Ereignisse.

Da waren Seamus und die anderen Rekruten die Drelgins Beispiel gefolgt waren und sich ebenfalls für den Gegenschlag wappneten. Mittlerweile hatte sich Seamus von der Gruppe gelöst und auf den Weg zur Kaserne gemacht um Verstärkung zu holen. Drelgin hoffte inständig dass sein Kamerad den Auftrag erfüllen konnte. Auch wenn er mittlerweile zuversichtlicher war, was den bevorstehenden Kampf anging.
Diese Zuversicht war nicht zuletzt wegen des gleißenden Lichtstrahls, der den Bolzenhagel unterbrach, eingetreten. Kurz überlegte Drelgin ob er einen direkten Gegenangriff anordnen sollte und wog das Für und Wider ab. Er spürte die Blicke seiner Kameraden im Rücken. Er wusste dass sie von ihm Befehle und Anweisungen erwarteten. Doch wer war er, dass er seine Kameraden, seine Freunde, in den Tod schickte? Doch war dies nicht der perfekte Zeitpunkt? Lysanthor stand ihnen zur Seite und Drelgin wusste von der dunkelelfischen Schwäche gegenüber Licht. Endlich hatte er sich dazu durchgerungen den Befehl zu geben, da brüllte der Zwerg neben ihm und riss ihn aus den Gedanken. Er folgte dem gepanzerten Finger des kleinen Mannes und sah eine andere Gruppe Kämpfer, die sich auf die Dunkelelfen zubewegte. Echsen. „Bei Lysanthor“, murmelte Drelgin. Er hatte keine Ahnung ob es sich um Verbündete oder um Feinde handelte. Alles was er wusste waren die Ereignisse die er nun miterlebte.

Wieder riss ihn der Zwerg aus seinen Gedanken: „Wer immer das ist, es sind keine Freunde. Drelgin, Ihr solltet einem Teil Eurer Leute befehlen die Verletzten zu bergen und zu bewaffnen, solange die Spitzohren abgelenkt sind. Man sollte die Verteidigung aufbauen solange die Möglichkeit besteht und abwarten, wer aus dem Kampf als Sieger hervorgeht. Der Rest soll mit uns kommen. Ich will sehen, was vor sich geht. Außerdem will ich eines der Spitzohren für mich. Ich habe einige Fragen.“ Der Rekrut drehte sich um und blickte in die angsterfüllten Gesichter seiner Kameraden. „Rasrin, Yognem, Brygnia und Egeras“, sprach er vier seiner Leute direkt an. „Ihr kommt mit dem Zwerg und mir. Wir holen uns einen der Dunkelelfen. Ich bin mir sicher der Kommandant hat einige Fragen. Der Rest von euch sieht zu dass er die Verletzten birgt. Wer kampffähig ist soll Schwert und Schild oder Hellebarde erhalten, egal ob Soldat oder Bürger. Gebt auf die Dunkelelfen und die Echsen acht und baut eine Verteidigungslinie auf. Solange sie sich gegenseitig die Schädel einhauen soll uns das nur recht sein. Doch dann nagelt sie fest.“ Kurz hielt er inne und blickte seinen Kameraden wieder in die Gesichter. Sie waren zwar immer noch voller Angst, doch in den meisten Mienen konnte er auch Entschlossenheit entdecken. „Für Lysanthor! Für Pelgar!“ Er spurtete dem Zwerg nach, nicht darauf achtend ob Rasrin, Yognem, Brynia und Egeras ihm folgten. Er lief durch die engen Gassen in denen es erbärmlich nach Verwesung stank. Der Soldat blickte sich kurz im Laufen um und erkannte vier Schatten, die ihm folgten. Es musste sich wohl um seine Kameraden handeln. Gerade als er in eine weitere Nebengasse einbog durchbrach ein Schrei die Stille. Das einzige Wort dass er heraushörte war Brocknar. Der Name des Zwergengottes. Drelgin sah wie Bundror auf eine Gestalt vor ihm zusprang und mit dem Kampfhammer ausholte. „Schneller Leute“, befahl er seinen vier Begleitern und hielt geradewegs auf den Zwergen zu. Es war eine schmale Gasse, den Dunkelelfen einzukreisen wäre wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Im Moment verließ sich Drelgin jedoch darauf dass der erfahrene Zwerg einen Treffer landete. Würde der Zwerg verfehlen, wäre Drelgin bereits bereit einzugreifen. Von einem Schildhieb getroffen zu werden war keine angenehme Erfahrung, wie Drelgin wusste. Vielleicht könnte er den Dunkelelfen betäuben. Und zur Not hätte er noch sein Langschwert und vier Verbündete. Auf Dauer konnte das Spitzohr nicht bestehen.

Er hoffte nur dass seine Kameraden vor dem Ratsgebäude schnell genug ihre Verteidigungslinie aufbauen würden. Sie müsste nur halten bis Verstärkung eintraf. Und mit etwas Glück könnten die Verteidiger und Drelgins Gruppe die Dunkelelfen oder Echsen, wer auch immer aus dem Kampf als Sieger hervorging, in die Zange nehmen. Der junge Soldat kannte sich in seiner Heimatstadt aus, er wusste welche Seitengassen er nehmen müsste, um dem Feind in den Rücken zu fallen. Zuerst ging es jedoch darum den Dunkelelfen gefangen zu nehmen! Drelgin packte Schwert und Schild mit festem Griff, als er an Bundror heran und somit in Schlagdistanz war.

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Sithis
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Sithis » Dienstag 27. Juli 2010, 17:18

Sithis beschleunigte seine Schritte. Jetzt da der Feind in etwa wusste, wo sie waren, galt es ihn zu vernichten und diese Mission erfolgreich zu Ende zu bringen: der Tod eines Ratsmitglieds. Angriff war immer noch die beste Verteidigung. Doch die Soldaten schienen damit schneller gewesen zu sein.
Die Menschen rannten, jedoch nicht auf sie beide zu, sondern zu den Dunkelelfen. Er glaubte auch irgendwo das Gefluche eines Zwerges zu hören. „Aarrgh! Kommt her! Ich reiß euch eure mistigen Eingeweide raus!“ Brüllte er, die Dunkelelfenaxt drohend erhoben. Unheil verkündend schimmerte sie im Dämmerlicht. Sie war noch nicht blutbefleckt, doch das sollte sich bald ändern.

Die Dunkelelfen schienen ihn gar nicht mehr zu interessieren, denn unter ihnen wütete auch schon jemand. Wozu auch Kraft verschwenden. „Sterbt, ihr elendigen Sumpfräuber!“ Brüllte Sithis erneut, um schon vorher seine Gegner zu demoralisieren. Mit einigem Erfolg. Die meisten dieser Männer waren junge Soldaten und damit leicht einzuschüchtern.

Nun war er vollkommen aus der Dunkelheit gestürmt, sodass die Menschen seine ganze Größe wahrnehmen konnten. Für die meisten war er bestimmt das Schlimmste, dass sie gesehen hatten und auch das Letzte, was sie je sehen würden. Seine Augen glühten beinahe schon, so einen Zorn hatte er die gesamte Zeit angestaut, Hass auf die Menschen, aber auch auf die Dunkelelfen, der auf einem Mal geradezu herausexplodierte.

Dann prallten die Kräfte zusammen. Er spürte noch wie er jemanden mit seinem rechten Arm traf und beiseite schleuderte, als sich seine Axt auch schon durch den Schild eines anderen fraß. Dann hörte er noch Schreie und das Blut überall… dann war er vollkommen in seinem Kampfrausch. In seinem inneren Auge wurde die Welt blutrot und in seinen Augen spiegelte sich blanker Wahnsinn! Das war die Phase, die Kharim immer so gut verhindern konnte, denn jetzt attackierte er alles in Reichweite.

„Uuaarrgh!“ Brüllte er aus voller Kehle. Immer wieder schlug er wie ein Berserker um sich und versuchte, so viele Gegner wie möglich zu erwischen. Immer wieder ließ er die Axt in großen Bögen kreisen.
Zwar würde auch er den einen oder anderen Treffer einstecken müssen, doch das wäre ihm egal. Vorerst. Das Adrenalin verhinderte im Moment Schmerz. Sein Freund indessen würde ihm so gut es eben ging den Rücken frei halten und ebenfalls versuchen, mehrere Gegner mit seinem Speer und seinen Klauen zu erwischen. Das er da nicht ohne Blessuren und Kratzer herauskommen würde, war klar.


Anmerkung: Sithis befindet sich jetzt im Status „Rasend“. Er greift nun alles an, das ihm über den Weg läuft. Also Vorsicht!! ;)

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Erzähler » Samstag 31. Juli 2010, 17:24

Die Gasse die der Zwerg sich auswählte, war düster. Wie sollte sie auch anders sein. Perfekt für die dunkelhäutigen Elfen. Sie war nicht besonders breiten und sie stank nach Unrat. Die eine Seite war die Hinterfont eines großen Hauses. Kein Fenster war zu sehen. Die gegenüberliegende Wand hatte drei kleine Türen. Sie wirkten wie die typischen Eingangstüren. Zum Teil waren sie provisorisch verriegelt oder mit Brettern verschlossen. Sie waren alt und morsch. Auch die kleinen Fenster, die nicht mehr intakt waren, waren durch Bretter verborgen. Nur spärlich drang hier selbst zum höchsten Sonnenstand Licht herein. Einst mussten dies wohl Wohnhäuser gewesen sein, doch heute lebte hier wohl eher der Abschaum, wenn überhaupt. Vor einen der Türen, wo wohl eins auch Adel gelebt hatte, stand sogar noch eine Statue. Sie stellte eine Gestalt mit einem Kapuzenmantel da. Sie wirkte bizarr, zwischen dem Unrat. Man hatte hier einfach ein größeres Haus davor gestellt und so waren diese Häuser in Vergessenheit geraten. Fässer, die am Boden lagen und alte modrige Kisten standen herum. Unrat lag wie ein Teppich am Boden. Hier und dort hörte man das Quicken von Ratten.
Der Dunkelelf war aus einer offenen Tür herausgetreten. Die Bretter, die wohl diese Tür verschlossen hatten, lagen etwas weiter entfernt am Boden. In seinen Händen hielt er eine schussbereite Armbrust. Er eilte die gerade die Gasse hinunter. Kurz drehte er sich um.
“ Es sind immer die gleichen, die vorlaufen müssen.”, zischte der Dunkelelf genervt.
Der Dunkelelf wollte gerade an Tempo wieder zulegen, da donnerte auch schon der Zwerg mit seinem Kampfruf los. Noch im Laufen, drehte sich der Dunkelelf, der Bolzen zischte los.
Doch der Bolzen verfehlte sein Ziel. Surrend flog er über den Zwerg hinweg und fand sein Ziel in der Wand, nicht unweit vom Gesicht Drelgin wieder.
Was jedoch dem Dunkelelf an Treffsicherheit fehlte, machte der Zwerg wieder weg. Der Hammer fand sein Ziel. Brocknar war seinem Volk hold.
Der Dunkelelf hatte sich sogar durch die Drehung noch besser in Treffposition gebracht. Mit einem Aufschrei des Schmerzens brach der Dunkelelf zusammen. Der Hammer hatte ihn mit Leichtigkeit die Knochen in den Beinen zerschmettert. Die Wucht beförderte den dunklen Spitzohr vor eine Tür, vielleicht drei Meter von der Statue entfernt.
Schwer keuchend blickte es den Zwerg an, das Gesicht eine Maske des Schmerzes.
“ Das …war…ein …Fehler” Ein Versuch des bösartigen Grinsen folgte.
Dann folgte der Angriff. Erst hörte der Zwerg leisen trappeln, was sich schnell näherte.
Wie aus dem Nichts, sprang Bundror plötzlich eine Katze an. Ihre Augen waren rotfunkelnd. Mehrere Ratten und Mäuse begannen den Zwerg zu attackieren. Sie bissen und kratzten, wo sie an ihn rankamen. Sie versuchten in seine Kleidung zu gelangen.
Den Dunkelelf ließen sie außer Acht. Doch das Ungewöhnlichste waren nicht die Tiere, sondern dass man ihnen deutlich ansah, dass sie schon längst das Zeitliche gesegnet hatten. An mehreren Stellen war der Verwesungsprozess schon so stark, dass blanke Knochen zu sehen waren. Hier war eindeutig Magie am Werk.


Drelgin und seine Leute konnten den Angriff vom Zwerg hören. Dann schlug schlagartig ein Bolzen neben seinem Gesicht ein.
“ Sie locken uns in eine Falle, Drelgin” konnte er hinter sich von Rasrin hören. Sie waren alle noch jung. Jeder von ihnen kam gerade aus der Ausbildung. Rasrin, war sogar während ihrer Ausbildung einer gewesen, der sich immer Wichtig genommen hatte. Jetzt konnte man bei ihm, ebenso wie bei den drei anderen deutlich die Angst sehen. Jedoch schienen sie ohne Fragen Drelgins Anweisungen zu folgen. Sogar Egeras, der meinst Drelgin aufzog, weil Drelgin nicht so ein Muskelberg eines Mannes wie Egeras war. Hier jedoch blickten sie zu ihn auf. Nahmen seine Befehle entgegen als wäre er ihr Hauptmann.
Sie konnten gerade sehen, wie der Dunkelelf zu Boden ging.
“ wow, der Zwerg hat Kraft” hörte er jemanden hinter sich staunen.
Zeitgleich konnte Drelgin ein violettes Aufleuchten bei der Statue sehen, welches sich von den Händen löste und wie ein Glühwürmchen sich an mehreren Stellen in der Gasse verteilte. Es ähnelte dem, was er heute noch beim Knochendrache gesehen hatte, als sie diesem auseinander nahmen. Genau zu seinen Fuß ging so ein violetter Funken nieder, dann sprang da plötzlich eine knöcherne Ratte aus dem Dreck. Sie schüttelte sich und versuchte Richtung Zwerg zu kommen
All dies geschah in wenigen Sekunden.
Hatte er sich das eingebildet? Die anderen schienen nichts zu merken.
“Was ist das!” hörte er Rasrin neben sich aufkeuchen. Er zeigte an Drelgin vorbei. Der Zwerg wurde angegriffen. Von Ratten und einer Katze.
Und die Statue? Sie bewegte sich. Sie warf gerade, fast schon notorisch gelangweilt ihre Kapuze nach hinten. Ein weiterer Dunkelelf.
Seine Augen richteten sich genau auf Drelgin. Er nickte ihm zu, als grüsste er ihn. Sein Gewand war dunkel und er trug keine Rüstung. Ein Magier?
“ Achtung” Egaras zog sein Schild vor Drelgin.
Rumps.
Ein Wurfdolch traf das Schild. Aus der Tür waren zwei weitere Dunkelelfen gestürmt. Zogen ihre Waffen und sprangen in den Kampf.


Währenddessen auf dem Platz nicht unweit vom Drachenskelett entfernt, tobte ein etwas einseitiger Kampf. Sithis und Kharim hatten sich gezeigt und die Soldaten, die noch da waren, versuchten ihr bestes. Die normale Bevölkerung schrie panisch auf, als sie die beiden Echsen sahen.
“ AAAhhhh!!!!”
Sie liefen ihre Waffen fallen und rannten.
Auch den Rekruten fiel es mehr als schwer, nicht ihnen es gleich zu tun.
“ Flieht nicht, Kämpft! Es sind nur zwei! Für Pelgar! “ rief einer der jüngeren Männer. Leider war das auch sein letzter Ruf. Sithis Axt schlug sich in seinen Körper und noch während er seinen Körper zum Angriff bereit machte, realisierte der Mann, der er seinen Körper zu Boden gehen sah, dass er tot war. Der Kopf flog noch ein Stück. Doch der Kampf war für diesen Mann vorbei.
“ Bleibt in der Verteidigungslinie!” brüllte ein Rekrut den herumrennenden Menschen zu. Sie hatten sich einen kleinen Schutzwall um den Wagen aufgebaut. Nicht perfekt, doch koordiniert.
“ haltet die Schilde hoch, Die Sperre senkrecht. Wenn, sie kommen haltet…verstanden” brüllte ein junger Rekrut mit rotem Haar. Er war vielleicht gerade 20, doch er war kampfbereit. Sein Schwert hatte er erhoben. Hinter ihm saß ein Mann, er hatte einen Bogen in der Hand und zielte auf Sithis.
“ Achtung! Schuß!” Der Pfeil traf sein Ziel. Mit Wucht, schlug der Pfeil ins Sithis Schulter. Kharim hatte mehr Glück, da Sithis vorlief. Dieser war gerade dabei mit einem Schlag seiner Hand einen Rekruten dem Arm zu zerfetzen.
“ Verdammt, zieht auch zurück….nächster Pfeil! Schuß!” hörte man über den Platz brüllen.
Nicht alle Soldaten waren in die Verteidigung gegangen.
Einige, die sich mit Heldenmut schmücken wollten, waren noch im Kampf. Doch es war eine Sache im Übungsfeld mit anderen Rekruten zu üben, oder sich mit ausgewachsenen Sumpfechsen anzulegen.
“ Stirb, du Vieh!” brüllte einer Sithis entgegen und verletzte ihn mit einem ordentlichen Schwerthieb an seinem Rücken. Er konnte gerade noch sein Schild hochziehen, als die Axt dort niederging. Die Wucht stieß ihn bei Seite, so dass er sich nicht fangen konnte. Seine Schild und sein Schwert flogen ihn aus den Händen. Nun war er den Echsen ausgeliefert. Er schrie schrill auf, als die Echsen über ihn rannten und er unter ihren Füßen, einen nicht so heldenhaften Tod starb.
Zwei weitere Rekruten stellten sich ihnen entgegen, Kharim sprang den einen an. Es war ihm ein leichtes dieses schwächliche Wesen auseinander zu reißen. Der andere ging unter den Hieben und Krallen der Axt von Sithis zu Grunde.
Sithis ließ sich durch nichts aufhalten und so sah er auch nicht, wie ihn plötzlich Kharim überholte.
“ Sithis, halte” rief er ihn zu. Sithis hielt nicht inne, so war er im Rausch des Blutes. Wieder traf ihn ein Pfeil, diesmal ins Bein.
Dann donnerte etwas gegen ihn. Und diesmal, gingen die Echsen zu Boden. Das einzige was Sithis zuvor sehen konnte, war eine leuchtende Kugel und jemand der sich vor ihm warf. Er hörte einen Aufschrei, doch dieser war nicht menschlicher Natur, eher echsischer. Kharim lag zusammengekrümmt am Boden. Sein Rücken qualmte und es roch nach verbrannter Echse.
Er lebte, doch war verletzt.
Von fern hörte er mehrere Schritte, als würde sich ein großer Trupp nähern. Die Verstärkung schien bald einzutreffen.
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Drelgin
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Drelgin » Sonntag 1. August 2010, 20:59

Der Lufthauch eines Bolzen, der nur wenige Zentimeter von Drelgins Gesicht entfernt in die Mauer neben ihm einschlug ließ den jungen Soldaten einen Schauer über den Rücken kriechen. Er hatte unglaubliches Glück gehabt. Beinahe wäre seine Mission Pelgar zu verteidigen vorzeitig und unrühmlich beendet gewesen.
„Sie locken uns in eine Falle, Drelgin“, hörte er Rasrin hinter sich. Ich befürchte wir sind bereits hineingetappt. quittierte Drelgin den Einwand seines Kameraden in Gedanken. Alles ging nun ganz schnell. Der Zwerg traf tatsächlich die Beine des Dunkelelfen und selbst die Menschen konnten das Knacken seiner brechenden Knochen hören. Bewunderndes Lob für die Stärke des Zwergen kam von hinten und Drelgin musste der Bemerkung beipflichten. Der kleine Mann schien über gewaltige Kräfte zu verfügen.
Und plötzlich sah er wieder dieses violette Leuchten, das er vor einiger Zeit beim Knochendrachen zu sehen geglaubt hatte. Dieses Mal kam es von der Statue, der er zuvor kaum Beachtung geschenkt hatte. Er hatte sie als Überbleibsel besserer Zeiten dieser Gasse abgetan und sich nicht darum gekümmert. War sich Drelgin zuvor beim Knochendrachen nicht sicher gewesen, das violette Aufleuchten gesehen zu haben, so war er sich nun absolut sicher. Seine Sinne waren zum Reißen gespannt gewesen, so etwas bildete er sich nicht einfach ein.
Das violette Leuchten löste sich von den Händen der Statue und verteilte sich an mehreren Stellen in der Gasse. Ein solcher Funke ging genau vor seinen Füßen nieder und was danach geschah überstieg Drelgins wildeste Fantasien.

Eine Ratte sprang aus dem Dreck, schüttelte sich und versuchte auf den Zwerg zuzulaufen. An und für sich hätte ihn dies nicht gewundert. Das unheimliche an der Geschichte war, dass die Ratte lediglich au Knochen zu bestehen schien. Kein bisschen Fellansatz oder gar Fleisch war zu sehen. Nur Knochen. Schnell versuchte er mit seinem Schwert auf das Tier – oder war es ein Untier, Drelgin vermochte es nicht einzuschätzen – einzuschlagen. Er war sich nicht sicher ob er die Knochenratte erwischt hatte, denn weitere Ereignisse forderten nun seine vollständige Aufmerksamkeit.
Neben sich keuchte Rasrin und deutete auf den Zwerg der soeben von etlichen Knochenratten und einer Katze, die wohl das selbe Schicksal teilte, angegriffen. Die Statue begann sich zu bewegen und warf ihre Kapuze nach hinten. „Achtung, die Statue“, rief Drelgin und begriff seine Fehleinschätzung im selben Augenblick. Es gab keine Statue in dieser Gasse. Dafür einen weiteren Dunkelelfen, vermutlich ein Magier. Eingehend blickte Drelgin den Nekromanten, zumindest hielt er den Dunkelelfen für einen solchen, an. Er trug dunkle Kleidung. Jedoch nicht aus Eisen oder Leder, seine Gewandung schien einfach aus Stoffen zu bestehen.

Der Blick des Dunkelelfen richtete sich auf Drelgin. Er nickte dem Soldaten zu, als wolle er ihn grüßen. Mit stoischer Miene starrte der Mensch sein Gegenüber an. Einer von uns beiden wird den heutigen Tag nicht überleben.
Ein gebrülltes „Achtung“ riss Drelgin aus seinen Gedanken. Blitzschnell riss der bärenstarke Egaras seinen Schild vor Drelgin und schon polterte es. Ein Wurfdolch hatte den Schild scheppernd getroffen und der junge Soldat war froh, bereits zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit unglaubliches Glück gehabt zu haben.
Zwei weitere Dunkelelfen sprangen aus der Tür und zogen ihre Waffen. Drelgin musste etwas unternehmen, sonst würde seine Glückssträhne wohl bald reißen. Die fünf Menschen brauchten schlagkräftige Unterstützung. Und Drelgin wusste wie er sie bekommen würde.
Noch immer versuchte sich Bundror Hammerschlag der Übermacht der Katze und der Ratten zu erwehren. „Zwerg“, schrie er. „Wir müssen den Magier töten!“ Der junge Soldat verstand zwar nicht viel von Magie, doch vertrat er grundsätzlich die Theorie, das Übel an der Wurzel zu packen. Mit dem Zwerg auf ihrer Seite würden sie auch die beiden anderen Dunkelelfen ausschalten, war sich Drelgin sicher. Er wandte sich an seine vier Kameraden: „Haltet die beiden Dunkelelfen auf solange es geht. Deckt euch gegenseitig“, wies er die Soldaten an. „Ich hole mir den Magier“, befand er und löste sich aus der Keilerei der Dunkelelfen und Menschen. Beides, Sinne wie Muskeln, angespannt, bewegte er sich langsam auf den mutmaßlichen Magier zu. „Mögest du mein Schwert führen und meinen Schild halten ...“, murmelte der Soldat. „ ... auf dass ich in deinem Namen Gerechtigkeit walten lassen kann!“ Wieder und wieder sprach er seinen Lieblingsteil des Kampfgebetes an Lysanthor. Den Magier ließ er dabei keine Sekunde aus den Augen. Drelgin war sich nicht sicher, ob er alleine gegen den Dunkelelfen eine Chance hatte. Doch wenn alles so ablief, wie er es sich vorstellte, dann würde sein Plan aufgehen. Natürlich brauchte er auch eine Portion Glück. Doch darum machte er sich keine Sorgen. Lysanthor war ihm stets wohlgesonnen.
Viele Zwerge beherrschten die Sprache der Menschen. In der Allgemeinsprache konnte er seine Anweisungen an Bundror nicht ausgeben, denn der Überraschungsmoment war der Hauptbestandteil des Planes. Nogret sprach der junge Soldat nicht, also musste es Garmisch sein. Drelgin hoffte inständig, dass der Zwerg die Sprache der Menschen beherrschte. Sonst würde er wohl bald mit heruntergelassenen Hosen dastehen.

„Zwerg, Ihr müsst von der Seite kommen wenn ich den Elfen ablenke!“ brüllte er in seiner Muttersprache den Dunkelelfen an, hob Schwert und Schild und stürmte auf seinen Kontrahenten mit viel Geschrei zu. Er versuchte so zu laufen, dass der Dunkelelf dem Zwerg etwas den Rücken zudrehen müsste und so Drelgins Verbündeten nicht kommen sah.
Hätte der junge Mensch länger darüber nachgedacht, ihm wären wohl Zweifel an der Sinnhaftigkeit seines Planes gekommen. Doch vielleicht war genau dies der Grund, warum er aufgehen könnte.
Wenn Drelgin es tatsächlich schaffte, den Dunkelelfen genügend abzulenken, hätte Bundror leichtes Spiel, trug der Magier doch keine Rüstung. Mit einem einzelnen Schlag könnte der Zwerg den Elfen gewiss kampfunfähig machen oder gar töten. Verstünde der Zwerg die Sprache der Menschen nicht, so würde er möglicherweise dennoch Drelgins Vorhaben erkennen und ihm zu Hilfe eilen. Käme Bundror nicht, war sich Drelgin dennoch sicher den Dunkelelfen im Zweikampf besiegen zu können. Er musste nur nah genug an diesen heran, ohne gegrillt oder auf andere Art und Weise aufgehalten zu werden. „Für Pelgar! Für Lysanthor!“

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Bundror Hammerschlag
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Dienstag 3. August 2010, 20:17

Es war erstaunlich wie beruhigend das Geräusch von berstenden Knochen sein konnte. Insbesondere, wenn es die Gebeine eines Feindes waren. In diesem Fall hatte Ruknir ein Meisterwerk vollbracht. Die Knie des spitzohrigen Widersachers wurden vor wenigen Sekunden wahrscheinlich zu einem Brei aus Knochenmehl und zerplatzem Fleisch vermengt worden. Durch die Wucht des Schlages, wurde der Dunkelelf gegen die dreckige Häuserwand geworfen und blieb mit schmerzverzehrtem Gesicht sitzen. Du wirst die nächsten Stunden nirgendwo mehr hingehen!, raunte Bundror zufrieden. Doch als er einige Fragen stellen wollte, grinste ihn der Gefallene seltsamerweise zufrieden an und murmelte verschwörerische Worte. Doch noch bevor einer der jungen Menschen die Falle roch, wusste der Zwerg, dass er zu hektisch gewesen war. Aber je mehr Feinde es gab, desto größer war der Ruhm. Plötzlich fiel den Nogorter etwas an und biss zu. Nicht wissend, was ihm den Nacken hochkroch, griff er nach dem Ding und als er etwas in seiner Faust spürte zog er den Panzerhandschuh mit der Beute nach Vorne. Eine halbaufgefressen Ratte schnappte nach ihm und er hielt sich die Bstie mit ausgestrecktem Arm vom Leib. Magie. Er hasste das Arkane. Beispielsweise wegen solchen Situationen. Mit einem kleinen Kraftakt zerpresste er das Getier in seiner Hand zu einem knöchrigen Haufen. Klappernd fielen die Einzelteile zu Boden, was aber im plötzlich auftretenden Kampflärm unterging. Doch bevor sich Hammerschlag wappnen konnte, sprang ihn eine Katze mitten ins Gesicht und zwang ihn zu Boden. Abartiges, nach Mist stinkendes Otterngezücht!. brüllte Bundror laut auf und bemerkte weitere Tiere mit leuchtenden Augen die ihn als Ziel auserkoren hatten. Gerade rechtzeitig fiel ihm ein zerfetztes Nagetier auf, dass sich an seinem Waffenrock zu schaffen machte und versuchte in seine Hose zu gelangen. Oh nein, das wirst du nicht tun! Und obwohl er im Gesicht zerkratzt war und überall kleine bisspuren an seinem Körper prangten, griff er sich die tote Ratte, zog sie aus der Hose und schlog sie mit dem Kopf auf die Pflastersteine. Es machte Knack und das Haupt des Tieres kullerte blutend in eine Wasserinne. Jetzt machte Bundror kurzen Prozess und riss sich die Tiere Stück für Stück vom Leib. Die Katze hielt sich hartnäckig, aber auch sie musste dem dicken Panzerschuh des Zwerges weichen, der sie damit zu einem breiigen Klumpen zerquetschte. Auf seinen Hammer gestütz richtete sich der Nogorter auf und fuhr sich mit dem kalten Stahl über das zerfurchte Gesicht. Es war angenehm kühl. Die Zähne gefletscht zeigte er seinen Zorn. Die Elf mit den gebrochenen Beinen lachte und erfreute sich an der Verzweiflung um sich herum - Allerdings nur so lange, wie er Bundror bemerkte, der voller Ehrgeiz auf ihn zukam. Gerade wollte er auf sich aufmerksam machen und seine dunkelhäutigen Brüder zur Hilfe rufen, da holte Bundror schon aus und schmetterte seine Faust mit aller Kraft gegen das Nasenbein des finsteren Kriegers. Zur Sicherheit folgte ein zweiter Hieb, dass das Blut sprudelte und ein leises Knacken zu vernehmen war. Halt bloß deine Klappe oder du verlierst neben deinem Bewusstsein auch deinen Schwängel., grummelte der Nogroter und sah sich um. An allen Enden waren Kämpfe ausgebrochen und die Rekruten versuchten sich verzweifelt gegen die erfahrenen Spitzohren zu wehren. Delgrin hatte sich mit der Statue angelegt. Bei diesem Gedanken, musste der Zwerg noch einem genauer hinsehen und hatte bemerkt, dass die Granitfigur eine Täuschung war. Ihm war als Steinmetz bereits aufgefallen, dass bei der Figur der typische Geruch fehlte, doch er schob es auf den unrat in der Gasse. Doch der junge Mensch, Drelgin, hatte den Mut nicht verloren und ersann bereits einen Schlachtplan gegen den wohl feindlichen Magier, denn seine mangelnde Panzerung wies ihn als ein solcher aus. "Achtet auf ihre Bewegungen!", brüllte der Zwerg auf und rannte los. Geradewegs auf einen Rekruten zu, der sich ein hitziges Duell mit einem Rotauge lieferte. Schwungvoll hob Bundror Ruknir über den Kopf und ließ ihn scharf auf das Rückgrat des Spitzohres niedergehen. Er achtete nicht auf die Auswirkungen, denn als Krieger seines alters, wusste er, was seine Schläge bewirkten. Er schlug einen Harken und flankierte nun Drelgins Gegner. Mit ordentlich Anlauf und zusammengezogenen Brauen, ließ er seine Waffe auf das Becken zielen. Ein treffer hätte bei dem Umhang den Tod zur folge. Er würde MAgen, Leber und andere Organe einfach zerquetschen.

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Sithis
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Sithis » Dienstag 3. August 2010, 20:26

Sithis kämpfte wie von Sinnen. Sein Blutrausch erfüllte ihn mit einer Kraft, der kein Gegner gewachsen war. Mit einem wuchtigen Schlag köpfte er einen der Männer, bevor der überhaupt die Waffe gegen ihn erheben konnte. „Uaaargh!“ Die übrigen Menschen versuchten die Verteidigung aufrecht zu erhalten, doch Sithis ließ sich davon nicht beeindrucken. In seinen Augen waren sie Narren und Würmer, die es zu zertreten galt.

Schließlich stellte sich ihm ein weiterer Soldat in den Weg. Weiteres Futter! Doch plötzlich spürte er einen brennenden Schmerz in seiner Schulter: ein Pfeil hatte ihn dort getroffen. Dadurch wurde er nur noch zorniger und griff weiter an.
Hinter ihm war Kharim dabei, einem der Soldaten den Arm zu zerfetzen, doch das realisierte Sithis momentan nicht. Sein Freund hielt sich bisher ganz gut.

Der Mann griff an und versetzte Sithis einen heftigen Schlag gegen den Rücken. „Aarrrrgh! Verrecke!!!!“ Brüllte Sithis vor Wut, Schmerz und Hass. Seine Axt fand ihr Ziel, wenn auch nicht so, wie er es am liebsten gewollt hätte.
Anstatt ihn in seine Einzelteile zu zerlegen, traf seine Waffe den Schild und schleuderte den Mann zu Boden. Nun lag der wehrlos da. Sithis machte sich nicht die Mühe, um ihn mit seiner Waffe anzugreifen, sondern zertrat den Kopf seines Opfers unter seinen Füßen wie einen mickrigen Wurm. Dann funkelte er die restlichen Soldaten zornerfüllt an. „Harharhar! Ihr seid die Nächsten!!“

Und wieder stellten sich ihnen zwei entgegen. Entweder waren sie sehr motiviert oder dumm. Kharim zerriss einen der beiden förmlich in der Luft und auch Sithis streckte seinen Gegner nieder, indem er ihm den Schädel mit der Axt bis zum Hals spaltete. Blut spritzte. Die Echsen waren schon von Kopf bis Fuß mit dem roten Lebenssaft besudelt. Doch beide schien es kein bisschen zu stören.

Plötzlich wieder ein stechender Schmerz. Ein weiterer Pfeil bohrte sich in seinen Körper, diesmal in sein Bein. Kharim versuchte ihn noch zu warnen, doch sein Rufen hallte nur dumpf in seinem Gehör.

Dann erkannte er ein Leuchten, wie er es ein paar Minuten vorher gesehen hatte, diesmal war er selbst das Ziel. Doch da sprang etwas in die Flugbahn und brachte ihn zu Fall: Kharim! Er hatte sich vor ihn geworfen, um ihn zu schützen. Das war wahre Freundschaft!

Nun lag sein Freund zusammengekrümmt auf dem Boden, sein Rücken rauchte. Dieser Lichtball hatte ihn stark verletzt. „Kharim!!“ Der Blutrausch ebbte langsam ab und Sithis kam wieder in Realität zurück. Die Schmerzen waren unbeschreiblich. Er selbst blutete aus etlichen kleineren Wunden.

Er realisierte Marschgeräusche. Wahrscheinlich Verstärkung. Nun hieß es, sich zurückzuziehen. „Wir müssen hier weg!“ Seinen Freund würde er hier nicht zurücklassen, selbst wenn das in den Augen der Dunkelelfen eine Schwäche darstellte. Sie beide hatten so viel zusammen erlebt, etliche Abenteuer überstanden. Entweder entkamen sie beide der Gefahr oder starben Seite an Seite, wie es sich für Waffenbrüder gehörte.
Die übrig gebliebenen Soldaten waren im Moment keine Bedrohung. Sie waren zwar genau so alt wie er und Kharim, doch anscheinend waren sie den Geruch von Blut und Tod nicht gewöhnt. Wieder ein Vorteil, in einer Kriegerkultur aufzuwachsen. Da stumpfte man mit der Zeit ab.

Ohne eine Antwort seitens Kharim abzuwarten, wuchtete er seinen verletzten Freund auf die unverletzte Schulter und trat den Rückzug an. Heilung…Heilung… Ihm war schlecht. Jedoch wegen den Schmerzen, der Geruch des Todes störte ihn nicht.
Aber wie ging es jetzt weiter? Jetzt hatte er ein Problem, denn Kharim war der Heiler von ihnen beiden. Aber der lag nun nur noch halb lebendig auf seiner Schulter.

Nun jedoch musste er sich beeilen, sonst waren sie beide tot. Hätte nicht gedacht, dass diese Schwächlinge so guten Widerstand leisten können. Arrggh! „Stirb nicht! Sonst muss ich deinem Bruder die schlimme Wahrheit erzählen und das würde er mir niemals verzeihen!“ Seine Stimme klang beinahe schon flehend.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Dienstag 3. August 2010, 21:04

Die Situation vor dem Ratsgebäude war reichlich verworren. Immerhin folgten die beiden Echsen ihrem Vorschlag und kümmerten sich um die Dunkelelfen, welche die Verteidiger um das Gerippe des Knochendrachen noch immer mit Armbrustbolzen eindeckten. Eigentlich hatte sie vorgesehen, sich gemeinsam mit Vandarte um diese zweite Partei zu kümmern, doch ihr wahrlich „heiß geliebter“ Artgenosse nutzte die Gelegenheit mal wieder für eine seiner Extratouren. Mit einem gehauchten Handkuss und verschmitztem Grinsen riet er ihr in seiner galanten Art, hier der Dinge zu harren während er ihr einen kleinen Happen besorgen wollte.
Er gab ihr noch nicht einmal die Gelegenheit einer Entgegnung, sondern war umgehend in der Dunkelheit verschwunden. Kopfschüttelnd und, wie er sicher zu Recht vermutete, genervt eine Augenbraue hochziehend blickte sie ihm hinterher, nicht wissend, ob sie seinem Rat oder doch besser ihm selbst folgen sollte. Auch wenn sie Vandarte am liebsten sofort gefolgt wäre, so verharrte sie noch einen Augenblick und beobachtete das Schlachtfeld. Neben den beiden kämpfenden Parteien gab es noch einen dritten Brennpunkt, nämlich den Ausrüstungswagen, welcher inzwischen ihre Aufmerksamkeit weckte. Im Gegensatz zu Sithis hatte sie einen guten Blick dorthin und konnte somit sehr gut erkennen, wie der Wagen von dem Zwerg zu einem der Soldaten Pelgars geschoben wurde und schließlich in der Mitte zwischen den kämpfenden Parteien zum Stehen kam. Kurz darauf löste sich eine Gestalt, ein zweiter Soldat der pelgarischen Armee, aus dem Schatten des Wagens und bewegte sich, dabei jede Deckungsmöglichkeit nutzend, geschickt vom Kampfgeschehen weg. Der Zufall wollte es, dass sich der Soldat, welcher anscheinend die Aufgabe hatte, sich um Verstärkung für die Seite der Verteidiger zu kümmern, genau auf die Gasse zubewegte, in der Vana noch versteckt beobachtete. Damit war ihre Entscheidung gefallen, sie würde nicht Vandarte folgen, sondern sich um den einzelnen Soldaten kümmern. Es war wichtig für ihre Mission, dass sie freien Zugang zum Ratsgebäude bekamen und Verstärkung von Seiten der pelgarischen Armee war da das Letzte was sie gebrauchen konnten.

So zog sie sich unbemerkt etwas weiter in die Gasse zurück, so dass sie bei ihrem Vorhaben vom Vorplatz des Ratsgebäudes aus nicht mehr beobachtet werden konnte. Es war wichtig, dass die dort Kämpfenden glaubten, es würde bald Entsatz für sie eintreffen.
Um Vandarte machte sie sich dabei keine Sorgen, der würde schon auf sich aufpassen, und nebenbei würde er sie anschließend sicher wieder mit seinen Taten beeindrucken wollen. Seine Versuche, bei ihr mehr zu erreichen, waren schon sehr amüsant. Er konnte es einfach nicht lassen, auch wenn sie ihm noch so oft zu verstehen gab, dass sie in ihm für den Moment nicht mehr sah als einen Gefährten.
Nicht lange und sie konnte den schweren Tritt von Soldatenstiefeln auf dem Plaster hören. Es war dem Soldaten tatsächlich gelungen, sich unbemerkt vom Kampfplatz davonzustehlen. Nun, wenn er glaubte, dass er damit bereits außer Gefahr war, so würde sie ihm eine unliebsame Überraschung bereiten und ihn eines Besseren belehren.
Die Schritte kamen rasch näher, ganz so als würde der Soldat nun, da er sich vom Kampfschauplatz entfernte und sicherer fühlte, schneller laufen.
Dann endlich schälte sich eine Silhouette aus der Dunkelheit. Vana konnte ihn dank ihrer Vampirsinne früher erkennen als er sie und sich somit frühzeitig auf die Begegnung vorbereiten. Erst als er so nah heran war, dass ihm ein Ausweichen und somit eine Flucht in eine der Seitengassen unmöglich wurde, sprang sie mit gezücktem Schwert mitten auf die Gasse und rief ihm entgegen:

„Halt Freundchen, keinen Schritt weiter! Tut mir leid, aber ich kann es nicht zulassen, dass ihr Verstärkung holt. Wenn ihr das wollt, dann müsst ihr wohl oder übel erst an mir vorbei.“
Und ich gedenke nicht, mir den kleinen Appetithappen entgehen zu lassen., fügte Vana in Gedanken hinzu. Ihr Durst nach Blut war mittlerweile so stark, dass es ihr egal war, ob dafür ein pelgarischer Soldat oder ein Dunkelelf sterben musste.
In dieser Hinsicht hatte Vandarte Recht behalten, wenn ihr Durst übermächtig werden würde, dann würde sie all ihre moralischen Bedenken über Bord werfen und bedenkenlos dafür töten. Und irgendwann mit der Zeit würde sie keine Skrupel mehr haben, so wie es bei Vandarte schon längst der Fall war. Dies war der Preis und zugleich auch der Fluch ihrer Unsterblichkeit, ihres untoten Daseins.
So stand sie in Mitten der Gasse, das Katana fest in der Hand, den Blick starr auf ihren Gegner gerichtet und die Reaktion des pelgarischen Soldaten erwartend. Zumindest wollte sie ihm die Möglichkeit geben, sich zur Wehr zu setzen.

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 4. August 2010, 19:37

Luzien kommt von: Der Auftrag


Wieder schnaubte der Hüne, wenngleich diesmal mit einem leisen Grunzen dabei, das seine Belustigung ausdrücken sollte, quasi ein Ersatz für ein unterdrücktes Lachen, als er die genervte Frage des anderen hörte. Denn er wusste, dass sie gleich da waren. Noch einmal links und zweimal rechts, dann würde sich der Platz für dem Ratsgebäude für ihren Blick öffnen.
Da es vor den Mauern der Stadt immer wieder Zusammenstöße gab, hörte man öfters Kampfeslaute, meist aber recht gedämpft. Was nun an die Ohren der beiden Männer drang, klang erstaunlich nah, wenngleich noch nicht beunruhigend.
Erst, als sie eine Gasse davon entfernt waren, begriff der Hüne, dass es nicht weit von ihnen entfernt eine Auseinandersetzung geben musste.
Vergessend, wer seine Begleitung war, bedeutete er diesem erst einmal stehen zu bleiben, damit er lauschen könne. Er wollte auf alle Fälle nachsehen und musste raus finden, was hier los war.
Deswegen wies er lautlos den Jäger an, leise zu sein, indem er einen seiner Wurstfinger auf die Lippen legte, ehe er sich abwandte und ausnahmsweise dem anderen den Rücken zuwandte.
Wie ein Schatten verschmolz er mit der Dunkelheit der engen Gasse und schlüpfte so voran bis zum Ende, wo sie sich zum Platz vor dem Ratsgebäude hin öffnete.
Was er da jedoch zu sehen bekam, ließ ihn beinahe laut und deutlich vernehmbar fluchen, hätte er sich nicht im letzten Moment zusammen reißen können.
Toll, und was sollte er nun tun?! Auch wenn er keinen Kampf scheute und bestimmt das ein oder andere Opfer unter den Parteien auf dem Platz für sich gefunden hätte, gab es derzeit etwas wichtigeres für ihn. Er musste diesen Kerl in seiner Begleitung in des Ratsgebäude schaffen und das möglichst unversehrt, sodass dieser den Auftrag ausführen könnte.
Wieso hatte sein Herr ihn nicht informiert? War er womöglich selbst gerade in Gefahr und der Hüne sollte längst nicht mehr in seinem Versteck ausharren?!
Er presste die Lippen zu einem farblosen Strich zusammen und musterte noch einmal das Geschehen ausführlich, in der vagen Hoffnung, einen Lösungsansatz zu finden.


Nach Absprache mit Yavanna wird dieses Thema nun auch von Luzien genützt - allerdings hat er eine andere Zeitebene, sodass er nicht auf die Posts aller anderen Anwesenden warten muss oder in seinem Versteck bemerkt wird
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Luzien » Mittwoch 4. August 2010, 22:48

Es schien als verginge ein halbe Ewigkeit, während der Hüne Luzien durch das Wirrwarr der Gassen und Nebenstraßen führte. Eigentlich war es doch unlogisch, dass die beiden nicht die Hauptstraße nahmen. Wenn er doch nun schon so aussah wie ein Gardist, sollte man das auch ausnutzen. Natürlich schwiegen die beiden Männer auf ihrem Marsch, aber das war ja nichts besonderes mehr. Die Anspannung zwischen beiden war fast schon fühlbar. Der Nachtelf machte ein paar auflockernde Bewegungen mit dem rechten Arm. Langsam wurde das Gewicht unangenehm, wenn auch nicht so unangenehm wie das nervige kreischen der Rüstungsparteien. Ganz langsam drang plötzlich von irgendwo weiter vorne Kampflärm an die empfindlichen Ohren des Nachtelfen, doch durch den verwinkelten Aufbau der Gassen war nichts zu sehen. Auch sein riesenhafter Begleiter schien etwas gehört zu haben. Er bedeutete Luzien still zu sein und schlich dann im Schutz der Schatten die nächste Biegung entlang und in die letzte Passage vor dem Ratsplatz. Luzien blieb wie ihm geheißen an der Ecke stehen und beobachtete den Großen. Dafür das er so schwerfällig aussah und auch sonst bewegte, konnte er sich verblüffend gut in der Dunkelheit verbergen. Der Nachtelf biss sich auf die Unterlippe, wütend darüber, dass er hier im Schatten warten musste und nichts genaueres erkennen konnte. Eins musste er aber leider zugeben. Auch wenn ihm der Lauferei ewig vorgekommen war, so schien es ihm doch so, als wäre der Weg kürzer als die Hauptstraße gewesen.
Tatsächlich wartete der Jäger nicht hier, weil der Mensch es ihm befohlen hatte, sondern weil ihm klar war, dass er durch seine „Rüstung“ nicht unbemerkt näher heran kommen konnte. Irgendetwas musste man doch dagegen tun können ... Da überkam den Justiziar eine Idee. Rasch zog er seinen linken Panzerhandschuh aus und legte ihn auf den Boden. Dann riss er das Ende des Stoffärmels ab. Vorsichtig friemelte er den Fetzen zwischen den Kürass und die Schulterplatte. Probehalber bewegte er den Arm auf und ab. Das Geräusch war verstummt, wenngleich sein Schultergelenk sich jetzt ein wenig steif und unbeweglich anfühlte. Immerhin ein Fortschritt.
Sofort drückte Luzien sich an die Fassade des nächsten Gebäudes und schlich halb gebeugt, halb rennend dem wortkargen Diener hinterher. Auf allen vieren ging er hinter Schutthaufen in Deckung, machte sich ein Bild von dem was ablief. Es sah so aus als würde eine Hand voll Soldaten gegen Dunkelelfen und deren hässliche Untergebene kämpften. Auch einige Echsenmenschen entdeckte Luzien, für einen kurzen Moment meinte er sogar einen Unterirdischen zu erblicken. Unbemerkt durch den Haupteingang in das Gebäude zu kommen schien unmöglich.
Bedächtig stahl der Nachtelf sich weiter, bis er genau hinter Montegomerus Diner zum stehen kam. „An den Kämpfenden kommen wir niemals vorbei ohne gesehen zu werden. Ich glaube nicht, dass das so geplant war!“ Das kaum zu hörende Zischen das Luzien von sich gab war eine einzige Anschuldigung. „Wir müssen da sofort rein! Wenn dein Herr im Ratsgebäude ist und zu schaden kommt bevor ich meine Arbeit verrichtet habe, ist es für uns alle aus!“ Sein suchender Blick schweifte zurück durch die Gasse. Irgendetwas musste doch hier sein, dass man gebrauchen konnte! Ein Seil wäre gut, dann könnten sie sich einfach durch eines der Seitenfenster einschleichen. Ansonsten bliebe nur die List. Allerdings war schon die letzte von Luziens Täuschungen mehr als schief gegangen und der Grund, weshalb er überhaupt hier in der Klemme saß!

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Gestalt » Samstag 7. August 2010, 16:01

Der Hüne bemerkte nicht, dass sich ihm von hinten jemand näherte. Er war viel zu konzentriert darauf, einen Fluchtweg zu erkennen, wie sie doch noch unbemerkt ins Ratsgebäude hinein gelangen könnten. Außerdem verursachte der Jäger derzeitig keine Geräusche durch die Rüstung.
Dass er trotzdem nicht zusammen zuckte, als er plötzlich von hinten gezischelte Worte vernehmen musste, war allein seiner gelernten Beherrschung zu verdanken. Lediglich, dass er die Zähne fest aufeinander presste, war als Reaktion dessen erkennbar, wenn man seine Kiefer beobachtete, die deutlich die Anspannung zeigten. Denn das Knirschen ging in dem Kampfeslärm von vorne unter.
Auch wenn sich der Leibwächter liebend gerne herum gedreht und den anderen gepackt hätte, um ihn endlich einmal durchzuschütteln und seine aufgestaute Wut ein bisschen raus zu lassen, riss er sich zusammen und hielt seinen Blick weiterhin auf das Geschehen am Platz gerichtet.
"Von einem Überfall war nicht die Rede und ja, mein Herr sollte in dem Gebäude drinnen sein!", gab er grollend und kaum lauter als sein Begleiter vorhin zurück. Und mindestens genauso anklagend, denn wäre er nicht zum Aufpasser degradiert worden, wäre er nun bei seinem Herren und könnte ihm sein Leben auf alle Fälle retten, indem er ihn durch den Hintereingang hinaus schleuste, unbemerkt von den Kämpfenden.
Auch jetzt würde er diesen mit dem Jäger nehmen müssen, das Problem war nur, sie würden dadurch mindestens eine halbe Stunde von hier aus brauchen, da sie nicht über den Platz gelangen konnten. Verdammt und zugenäht!
Noch immer versuchte der Hüne mit seinen Blicken einen Lösungsweg ausfindig machen zu können, sodass er nicht bemerkte, dass sich hinter ihnen beiden eine alte, vermodernde Holztür lautlos öffnete.
Erst, als ein Zischen von dort kam, das eindeutig dazu gedacht war, die Aufmerksamkeit zu erregen, schnaubte er. "Was ist jetzt schon wieder?!", grollte er, da er dachte, es wäre sein Begleiter, der ihn da so nervte.
Doch, dass dieser es nicht war, bewies die Stimme, als sie erneut, aber diesmal mit einem Wort zischte:"Umdrehen!"
Der Leibwächter wirbelte, kaum, dass er die gedämpfte Stimme vernommen hatte, herum und starrte in die Dunkelheit. Er hatte sie sofort erkannt, selbst in dieser leisen, kaum typischen Variante, da er seit Jahren mit dem Kerl zu tun hatte.
Er war ebenfalls einer der Leibwächter, da sein Herr sich natürlich nicht mit einem einzigen zufrieden gab. Allerdings war er etwas schmaler und jünger, weniger tumb wie der Hüne und trotzdem zuverlässig.
"Wusste ichs doch, dass ihr schon da seid. Kommt mir. Wir schleichen uns zum Hintereingang und der Auftrag wird etwas anders ablaufen. Beeilt Euch, er wartet.", zischte der Mann weiter und ließ sich nur ganz flüchtig in der Mitte der Gasse blicken, damit sie sehen konnten, wo er sich überhaupt befand.
Dann verschwand er wieder nach rechts in das Haus.
Der Hüne brummte etwas Unverständliches und war erleichtert darüber, dass sein Herr ihn hier nicht ewig lang stehen ließ, ehe er dem Jäger einen unsanften Schubs in die Richtung des Hauses gab.
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Luzien » Sonntag 8. August 2010, 01:10

Eigentlich hatte Luzien damit gerechnet, dass der Hüne zusammenzucken oder vor Schreck versuchen würde, dem Nachtelfen einen Schwinger zu verpassen. Das der Mensch sich aber nicht überraschen lies, wunderte den Nachtelfen. Mal wieder wurde er bei diesem Fettkloss eines besseren belehrt und ein ums andere Mal bewies der Mensch mehr, als erwartet. Kaum merklich schüttelte er das Haupt. Es war weder der rechte ort, noch der rechte Zeitpunkt um sich weiterhin über einen unwichtigen Menschen Gedanken zu machen. Das führte nirgendwo hin und lenkte nur vom Eigentlichen ab!
Augenblicklich wandte er sich wieder den Kämpfenden zu. Aus den wirren Schreien und Grölen, gepaart mit dem klirren der Waffen und dem Scheppern der Rüstungen, war nichts verständliches herauszuhören. Trotzdem, oder vielleicht grade deswegen, richteten sich Luziens Nackenhaare auf. Keine 100 Schritte weiter vorne tobte eine Schlacht. Es war gewiss nicht so, dass der Krieger des Reichs der Nachtelfen sich vor einem Kampf drücken, oder offen Gefühle der Angst zeigen würde, doch innerlich verkrampfte sich bei solch einem Anblick jedes Mal alles. Eine Schlacht, die hielt sich nicht an die Gesetze des mehr oder weniger fairen Zweikampfes. Ein einziger verirrter Pfeil konnte selbst den kühnsten Recken pfählen. Und das war es, wovor Luzien sich fürchtete: Durch etwas so unvorhersehbares wie einen ziellosen Pfeil oder eine abgerutschte Klinge zu sterben. Um sein eigenes Leben fürchtete er sich dabei weniger. Doch wer würde seine Familie beschützen, wenn es den Justiziar eines Tages nicht mehr geben würde? Nein. Er scheute kein Gemetzel, doch er suchte es auch nicht.
„Hoffen wir, dass die Verteidiger stand halten und so deinen Herren indirekt beschützen. Doch ich hoffe ebenso, dass dem anderen Ratsherren nichts geschehen wird.“ Luzien beschloss die Tarnung als Stadtwächter aufzulockern und streifte sich den Helm vom Kopf. Unter dem stählernen Topf war es unangenehm warm und man bekam schlecht Luft. Sollte ein Passant auf die beiden Männer aufmerksam werden, würde ohnehin auffallen das ein Gardist sich vor dem Kampf drückte. „Wie groß ist unser Zeitfenster?“ fragte Luzien stockend, „Können wir warten bis der Kampf sich gelegt hat um den Vordereingang benutzen zu können? Oder müssen wir einen anderen Weg suchen?“
Wieder wanderte der Blick des Jägers über das Schlachtfeld. Zumindest im Moment sah es noch so aus, als könnten die Verteidiger ihre Stellung halten. Das war gut ... Der Anblick lenkte den Nachtelfen so sehr ab, dass er nicht mitbekam, dass hinter den beiden eine Tür aufschwang und eine unbekannte Gestalt an sie heran trat. Doch kaum hatte der andere Mann, bei dem es sich zweifellos ebenfalls um einen Menschen handelte, ein leises zischen von sich gab drehte Luzien sich wie von der Tarantel gestochen herum, beide Armee vor der Brust wie ein X gekreuzt. Grundabwehrhaltung. Der Hüne schien nicht zu realisieren wer das Geräusch von sich gegeben hatte. „Das bin nicht ich Trottel!“ Dieses Mal war es Luzien der zischte, als der Neuling bereits den Befehl zum umdrehen gab. Auch wenn der Nachtelf bereit war, sofort zuzuschlagen wenn es nötig war, blieb er ruhig. Der Fremde machte keinerlei Anzeichen, die feindselig oder gefährlich zu deuten waren und jetzt, wo der Riese sich auch endlich umgedreht hatte, konnte man in dessen Gesicht ablesen, dass die Menschen sich kannten.
„...schleichen uns zum Hintereingang und der Auftrag wird etwas anders ablaufen ...“ Luzien hörte die Worte, doch er brauchte einen Moment um sie zu verarbeiten. Der Plan war geändert worden? Verflucht! Zornig spie Luzien auf den Boden um sein Missgefallen auszudrücken. Aus den Worten des Neuen schlussfolgerte er, dass auch dieser Mensch ein Diener von Montegomerus war. Auch wenn er sich im Dunkel aufhielt, so war es für den Justiziar doch kein Problem zu erkennen, das der zweite Mann kleiner und Graziler wirkte. Das war eher die Art von Krieger, die er sich selbst als Leibwächter gewählt hätte. Kaum hatte Luzien das Gedacht, als der Mann wieder in dem Haus verschwand, aus dem er gekommen war. Wie angewurzelt blieb der Schattenkrieger an Ort und stelle und verarbeitete den neuen Sachgehalt. Wenn die Aktion anders verlaufen würde, bedeutete das auch für ihn schnelles umdenken, vor allem da er nun buchstäblich im Dunkeln stand.
Der Hüne versetzte Luzien einen Stoß, was diesen in die Gegenwart zurück brachte. Einen stummen Fluch in seiner Muttersprache auf den Lippen, folgte er dem Kerl, der im Durchgang verschwunden war. Wortlos schlüpfte Luzien durch die Tür, den Topfhelm sicher unter dem linken Arm geklemmt.

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Gestalt » Dienstag 10. August 2010, 15:16

Natürlich hätte der Hüne seinem unfreiwilligen Begleiter den ein oder anderen Schwinger verpasst, nur zu gerne! Aber er durfte nicht, jetzt noch nicht, und eben durfte er sich auch nicht dazu verleiten lassen. Da kam ihm ausnahmsweise seine Selbstbeherrschung zu Hilfe, die er sich in seinem Leben hatte aneignen müssen.
So schnaubte er zu der Bemerkung des Schutzes.
Ja, er hoffte auch darauf, dass seinem Herren nichts geschehen würde und im Prinzip hätte er selbstverständlich ausreichend Leibwächter um sich. Nur vertraute er diesen nicht so sehr wie seinen eigenen Fähigkeiten. Sein Platz war dort im Ratsgebäude, nicht hier in dieser Gasse mit dem Jäger in seiner Reichweite.
Erneut schnaubte er und brummte fast unverständlich:"Wir haben kein Zeitfenster." Denn eigentlich war alles durchdacht gewesen, jede Minute Verzögerung barg ein gewisses Risiko, dass der Plan scheiterte. Das war einfach eine Eigenheit seines Herren, er wollte keine Zeit vergeuden, nicht einmal, um sich absichern zu können, falls etwas Unvorhergesehenes geschah. Was ihnen beiden genau jetzt zum Verhängnis zu werden drohte.
Als er kurz darauf jedoch beleidigt wurde, grollte er und wollte dem anderen nun endlich den verdienten Schwinger verpassen. Hätten sich eben nicht die Anwesenheit seines Kameraden und somit der Lösungsweg herausgestellt.
Dafür fiel nachher sein Schubser entsprechend grober aus, als es nötig gewesen wäre. Aber es wirkte, denn der andere setzte sich in Bewegung, sodass der Hüne hinter sich die Haustür des versteckten Ganges, der so gut wie nie gebraucht wurde, schloss.
Falls es jemand bemerkt hätte, könnten sie ihnen womöglich nicht mehr folgen oder wenn mit einiger Verspätung sowie deutlichen Geräuschen.
Die Luft hier war stickig und der Boden staubig, was zwar Spuren veruraschen würde, diese allerdings wären nicht die ersten vor Ort.
Sein Kamerad hatte in einem sicheren Versteck eine kleine Funzel versteckt, die er nun an sich nahm und sich zu den anderen umdrehte. "Es wird alles schneller ablaufen.", wandte er sich an den Hünen, der hinter dem Jäger verstehend nickte. "Er bekommt sofort seine Waffen. Im Gebäude gibt es genügend Durcheinander, sodass die Wachen dezimiert sind und unser Herr schon jetzt alles vorbereitet hat. Er ist gerade dabei, das Opfer zu isolieren, damit es auch funktionieren kann.", erklärte er, ohne nähere Umstände zu erwähnen.
Erneut nickte der andere, bevor sich der vordere Leibwächter umwandte und die Zwei weiter des Weges führte.


Luzien gelangt mit seinen Begleitern zu: In den Gängen des Ratsgebäudes
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Erzähler » Freitag 13. August 2010, 01:23

Für Drelgin war ein Alptraum Realität geworden, er war in eine Falle hinein getappt. In der Ausbildung wurden er und seine Kumpanen immer davor gewarnt, aber jetzt und hier, mit so etwas konfrontiert zu sein, machte die ganze Sache nicht besser. Zum Glück war er kein Mann, der schnell aufgab oder das Schwert ins Korn warf. Er war ganz bemüht darum, am Leben zu bleiben und für seine Stadt und ihre Bewohner zu kämpfen.
Lysanthor war ihm wirklich hold, wenn die Hilfe auch nicht, wie vielleicht erwartet erschienen war. Ein „kleiner“ Zwerg kreuzte zufällig diesen Platz und ließ es sich natürlich nicht nehmen, in diesen Kampf einzugreifen. Obwohl sie sich nicht kannten, ergänzten sie sich wunderbar im Kampf, das war auch nötig, wenn sie hier lebend heraus kommen wollten.
Aber wofür hatten sie den Dickschädel eines Zwerges dabei.
Selbst das Agieren mit seinem Mitrekruten lief reibungslos ab. Auch wenn die Ausbilder immer darüber am Fluchen gewesen waren, so zeigte gerade diese Situation, dass die hand voll Männer ihr Leben in die Hände der Anderen zu legen bereit waren. Jeder versuchte die Augen offen zu halten und sich auf seine Instinkte zu verlassen. Die Dunklen waren nun mal ein Volk, was sich auf Hinterhalte und dergleichen spezialisiert hatte und das ein Magier dabei war, machte die Sache nicht einfacher.
Drelgin hatte die Sache richtig eingeschätzt und machte sich daran, den Magier zu erledigen. Kampfgebete murmelnd, setzte er einen sicheren Schritt nach dem anderen durch diese übel riechende Gasse in Richtung des arroganten Magiers, den es nicht sonderlich zu beeindrucken schien, das ein gut gerüsteter Soldat auf ihn zukam. Entweder war dieser Dunkelelf ein Meister in der Kunst der Schauspielerei oder aber, er hatte ein As im Ärmel, auf das Drelgin sich jeden Moment gefasst machen musste. Drelgin versuchte auf jede noch so kleine Regung zu achten, die verkündete, dass nun ein Angriff bevor stand, aber es tat sich nicht viel. Der Magier hatte ihn mit kaltem Blick fixiert … stand ansonsten weiter unbewegt in dieser Gasse. Hinter Drelgin, tobte der Kampf … seine Leute hielten die Stellung, angepeitscht von den Flüchen des Zwerges. Dann, kaum merklich, richtete sich der Blick des Nekromanten auf etwas, dass sich über Drelgin befinden mochte… oder hinter ihm? Das vermochte der junge Mensch nicht zusagen. Ein eiskaltes Lächeln umspielte die Züge des Magiers, der vor Drelgin eine spöttische Verbeugung andeutete. Dieser folgte eine blitzschnelle Bewegung. Drelgin hatte bisher nur gewusst, dass es durchaus dazu gehörte, dass Magier Gesten nutzen mussten, um einen Zauber zu wirken. In diesem Fall war es so dass der Dunkelelf lediglich eine schneidende Bewegung mit dem Ar vollzog, woraufhin eine Woge schierer Dunkelheit auf Drelgin zurollte, ihn erfasste und in violetten Nebel hüllte. Wäre er nicht ausgebildet gewesen, so hätte ihn diese Macht mit Sicherheit vollends umgehauen, trotzdem schien ihm schwarz vor Augen zu werden, er musste nach Luft ringen und seine Knie wurden weich.
Einen kurzen Moment, vielleicht für eine Sekunde, spürte er nichts weiter als Leere, alles um ihn herum war wie weggefegt. Dann wandelte sich das Gefühl der Schwerelosigkeit in Todesangst, aus der ihn ein Funke des Lichts rettete, bis er wieder bei Sinnen war. Ihm war nichts weiter passiert, wenn man das so sagen mochte, ein wenig der Orientierung und des Durchatmens und Drelgin konnte sich wieder dem Hier und Jetzt widmen.
Der Magier war verschwunden, an dessen Stelle waberte lediglich etwas Nebel, die Gasse wirkte nun bedrohlich und in ihren Schatten lauerten weitere Kreaturen und rot glühende Augen huschten umher.

Bundror war die ganze Zeit über in seinem Element, dem Kampf gewesen. Er hatte nicht mitbekommen, was für einen Kampf Drelgin ausgefochten hatte. Zwerge hielten nicht viel von Magie und vor allem Bundror kannte sich damit gar nicht aus. Alleine schon das Wort ließ bisweilen lodernden Zorn in ihm aufflammen. Dank seines taktischen Wissens, war es kaum ein Problem, sich den Dunklen zu stellen und ihnen den Gar auszumachen. Zu seinem Glück waren die jungen Menschensoldaten dran gewöhnt, gebrüllte Befehle zu befolgen, ohne alles in Frage zu stellen. In diesem Punkt glichen sich wohl alle Soldaten in ganz Celcia, egal welchem Volk sie angehörten.
Die magische belebten, untoten Tiere konnte Bundror mit Leichtigkeit besiegen. War dieser Angriff überhaupt ernst gemeint? Hatten er und die Menschen die Dunklen vielleicht bei etwas Wichtigem gestört? Oder diente es etwas ganz anderem?
Frage, denen sich der Zwerg nachher widmen müsste. Die vier Soldaten, die Drelgin in die Gasse gefolgt waren, waren vollauf damit beschäftigt, sich gegen zwei Dunkelelfen zu behaupten. Denn diese hatten klar die Macht der Erfahrung auf ihrer Seite. Wenn nicht weitere Pelgarer fallen sollten, war s jetzt wieder an Bundror in das Geschehen einzugreifen und es zu seinen Gunsten zu verändern. Was wohl kein Problem darstellen sollte, schließlich war ein gutes Rotauge ein Totes.
Wenn er den Tanz der sechs beobachtete, konnte er erkenne, dass die Dunklen immer wieder das Können der jungen Menschen auf die Probe stellten, anvisierten, antäuschten und hin und wieder einen richtigen Ausfall starteten und die Soldaten lediglich verletzten … mit einem sadistisch-kaltem Lächeln auf ihren makellosen, ebenholzfarbenen Zügen. In den Augen der Menschen skrupellos schön, für Zwerge einfach nur verachtenswert.
Bundror hatte im Grunde drei Möglichkeiten.
Der erste Dunkle und ihm damit zugleich der am Nahsten erreichbare, kämpfte mit einer schlanken, geschwärzten, degenartigen Klingenwaffe. Dieser verstand sich perfekt auf seine Waffe und ihren Nutzen. Das Rotauge nutzte die Schwächen der Plattenrüstung und zielte mühelos nach diesen Stellen, Gelenke, Scharniere und „freiliegende“ Bereiche im Rücken und an der Seite.
Den zweiten Dunkelelfen konnte Bundror nicht immer ausmachen, denn dieser tauchte immer mal wieder auf, hieb dann mit seinem Schwert zu und verschwand wieder im Schatten der Mauer. Woraufhin aus einer anderen Stelle im schatten kleine Wurfdolche an dem jungen Soldaten vorbei rauschten und sich etliche in dessen Schild gruben. An solche Kampftaktiken überhaupt nicht gewohnt, hatte der junge Mann sichtliche Probleme und war zurzeit eher darum bemüht, am Leben zu bleiben.
Die dritte, wenn auch theoretische Möglichkeit, bestand darin, dass der Zwerg den einen oder auch die zwei Armbrustschützen auf dem Dach unschädlich machte. da stellte sich aber berechtigter Weise die Frage, wie dieser auf das dach kommen wollte.
Während er „überlegte“, konnte Bundror trotzdem den Schwall arkaner Kräfte spüren, auch wenn er sonst nichts in dieser Richtung erspüren konnte. Demnach mussten es gewaltige Kräfte sein, die sich da hintern ihm zusammen gebraut hatten. Selbst dem Zwerg stellten sich sämtliche Haare auf, obgleich dieser Welle schierer böser Energie.

Sithis nutzte die Gunst der Stunde und verfiel in seinen berüchtigten Kampfrausch. alles um ihn herum war nun nicht mehr sicher, das traf ebenfalls auf seinen besten Freund Kharim zu.
Mit einer Fratze voll entflammten Zorns und hoch erhobener Axt, stürmte er auf die armen Soldaten und gemeinen Bürger ein. Er wollte nur noch seine ganz aufgestaute Wut heraus lassen und seinen Weg mit Leichen schmücken.
Ihm war es sogar egal, wie viele vermeintliche Feinde sich ihm nun in den Weg stellten, Hauptsache, es waren überhaupt Gegner da, die er in Stücke hacken konnte.
Eine zeitlang ging auch alles gut, die Echsen hatten keine nennenswerte Störung hinnehmen müssen. Natürlich kamen auch sie nicht ungeschoren davon, aber im Gegensatz zu den Menschen, die schon fast wie die Fliegen starben, konnte man deren Verletzungen zurzeit eher als kleine Unannehmlichkeiten bezeichnen.
Mit einem hatten aber beide Männer nicht gerechnet, das sie Opfer von magischen Attacken werden würden. Eigentlich hätte dieser Angriff Sithis treffen sollen, aber sein Freund hatte sich mutig dazwischen geworfen. Wenn er jetzt nicht handelte, dann würde es nicht nur das Leben seines Freundes, sondern auch das seine kosten.
Es gab mehrere Wege, den taktischen Rückzug anzutreten.
Direkt in das große Gebäude hinein zu flüchten, dessen sie ursprünglich hier waren, wäre wohl eine schlechte Idee, spätestens dort würden sie in der Falle sitzen. Ein anderer Weg würde durch die ganze Stadt zurück zum Eingang in den Untergrund führen, dieser war aber weit weg und das konnte in der Zwischenzeit Kharims leben kosten.
Des Weiteren könnte er sich in den Gassen rund herum um dieses Viertel verstecken, dunkle und verlassen genug war es ja. Die Geräusche der Kämpfe die noch ausgefochten wurden, würden vorerst alles übertönen und Sithis konnte mit einiger Gewissheit sagen, das wohl einer der noch überlebenden Soldaten oder Bürger sie nicht verfolgen würden. Diese waren froh darüber, nicht kämpfen zu müssen, in ohnehin schon schweren Zeiten.
Von der linken Seite her schallten Geräusche vieler Füße auf den Platz vor dem Hohen Rat.
Sithis vermutete, dass dies Verstärkung sein müsste und da die Belagerer immer noch draußen vor den Toren lagerte, musste er davon ausgehen, dass es hier bald nur so vor Soldaten wimmeln musste.
Jetzt zeigte sich, wie gut Sithis in seiner Ausbildung aufgepasst hatte und wie er das Gelernte umzusetzen vermochte. So viel er auch schon Leid und Tod gebrachte hatte, so steckte er noch nie in dieser Situation, dass es einen seiner Freunde erwischt hatte … und Sithis rechnete mit dem Schlimmsten.

Vana hatte das ganze Szenario aus der Gasse heraus beobachtet. Sie war sich irgendwie unschlüssig, wie und ob sie eingreifen wollte oder sollte. Das Glück war ihr hold, sie musste sich gar nicht für irgendetwas entscheiden. Seamus, der junge Rekrut, der Verstärkung holen wollte, war genau in Richtung der Gasse gerannt, in der die bleiche schöne Vampirin stand.
Sie war ein Geschöpf der Nacht, die Schatten ihre Freunde und so wusste der junge Mann nicht, dass dort in der Gasse der vermeintliche Tod in anderer Gestalt auf ihn lauerte. vana beobachtete ihn und passte die für die günstigste Gelegenheit ab. Sie konnte genau den entschlossenen Ausdruck und auch eine Spur Erleichterung auf den Zügen des jungen Soldaten erkennen … aber woher sollte dieser auch wissen, was auf ihn wartete?
Für einen Vampir eher untypisch, schritt Vana mit gezücktem Schwert aus dem Schatten heraus auf Seamus zu. Dieser war mitten im Lauf und traute seinen Augen kaum, dass sich mit einem Mal, ihm eine Frau in den Weg stellte. Laut fluchend konnte er knapp vor ihr zum Stehen kommen, wobei sein Gesicht mehr Ärger und Verblüffung über diesen Zwischenfall widerspiegelte, statt Argwohn und dergleichen.
Seamus´ Reflexe waren hervorragend, er hatte sich wohl an seine Disziplin erinnert und stand nun ungefähr drei Schritt von der Frau entfernt, die ihn so brüsk aufhielt.

„Ihr beliebt zu scherzen, Weib“, Ungläubigkeit lag in seiner Stimme und er zog ebenfalls sein Schwert.
„Ich habe nicht vor, hier mit euch zu Kämpfe, weder mit Worten, noch mit Waffen … lasst mich vorbei oder ich werde euch später eurer gerechten Strafe zufügen.“
Seamus konnte es einfach nicht glauben, dass sich ihm ein vermeintlich einfacher Bürger in den Weg stellte. Wobei ihm seine Instinkte „rieten“, diese Frau nicht zu unterschätzen.
Seamus hatte alle seine Gedanken fokussiert, den Kampf und dessen Geräusche, die noch zu ihm herüber drangen, vollkommen ausgeblendet. Mit seinem gezückten Schwert in der hand, der sich wie der feste Handruck eines guten Freundes anfühlte, schritt er auf die Frau zu … erhob das Schwert in die Diagonale, um dann der Finte den Vorzug zu geben. Mit der geübten Geschicklichkeit eines Kämpfers, zog er das Schwert in einem nach links ausfallenden Halbkreis herum, um dann von unten angreifen zu können. Unweigerlich würde jetzt folgen, dass er mit diesem gezielten Angriff der Frau die Beine wegzog.
Im Gegensatz zu ihr war er ein Mensch, er hatte noch nie getötet, wenn er auch wusste, dass dies unweigerlich irgendwann der Fall sein würde … wenn er es gewusst hätte.
Vana war ihm natürlich überlegen, in jeder Hinsicht und nun musste er einen Preis bezahlen … wie weit würde Vana gehen?
Würde sie bereits alles vergessen, an dem sie die ganze Zeit in ihrer Existenz als Untote festgehalten hatte? … Würde sie den Schritt in die vollkommene Dunkelheit wagen?
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Bundror Hammerschlag
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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Sonntag 15. August 2010, 10:16

Magie lag in der Luft und kündigte die Ankunft von etwas Mächtigen an. Bundror unterbrach seinen Hieb und stellte fest, dass kurz nach dem Ausbruch der unbekannten Kräfte, auch der verhüllte Hexer verschwunden war. Ich hasse diese Zauberfuchtelei ... diese Magier ziehen sich nicht nur an wie das Weibsvolk der Langen, sie kämpfen auch so!, stieß der Zwerg einen weiteren Fluch aus und spuckte all' das Übel in seinem Rachen zu Boden. Auch wenn es dem bärtigen Krieger danach verlangte etliche schmutzige und lautstarke Wörter auf Nogret in die Gasse zu brüllen, so besann er sich darauf, am Kampf teilzunehmen und die meisten der zeitweiligen Gefährten gegen die Spitzohren zu unterstützen. Ein Talent das vielen Artgenossen aus Nogrot vorenthalten blieb, denn die meisten, wenn nicht sogar der Großteil aller Zwerge, waren eher temperamentvoll und aggressiv im Vergleich zu Bundror. Die Langen wollte aufgrund solcher Aussagen niemals einen anderen Kurzen als ihn dabei beobachten, wie man sich als Zwerg aufregte, denn bereits die "cholerischen" Attacken des Steinmetzes waren in denAugen eines Menschen oder Elfen wie ein Tobsuchtsanfall. Gerade diese Ansicht war ein Grund für die Auseinanderlebung der einzelnen Völker - Niemand verstand den anderen wirklich und wollte daher auch nicht sehr viel mit ihm zu tun haben. Wie in den häufigesten Fällen von Zwiespalt war das Unwissen über den Fremden der Grund für Ausgrenzung. Allerdings waren die Zwerge auf diesem Wege Jahrhunderte lang sehr gut gefahren und würde sich auch im Laufe der nächsten hundert Jahre nicht dazu bewegen lassen, alte Traditionen zu brechen. Erst recht keine Nogroter.

Geschickt hatten die Rotaugen die Lage zu ihren Gunsten verändert. Der Hexer war verschwunden bevor Bundror seinen Angriff beenden konnte und somit blieb eine Gefahr im Schatten der Gasse verborgen - Solange etwas nicht durch die Waffe des Zwerges sein Ende gefunden hatte, solange war es nicht besiegt. Das Spitzohr konnte jederzeit wieder auftauchen. Eine Armee war für die altgedienten Veteranen nur eine größere Herausforderung, aber wenn sich Magie in einen Kampf einmischte, wurde dieser schnell hartnäckig und barg viel mehr Risiko als die Äxte einiger Schweineschnauzen. Das zaubernde Rotauge konnte jederzeit und ungesehen seine Magie wirken - Es galt die Gasse zu säubern, bevor sich die gebalte Macht des Verschwundenen entlud. Ein Ende zu finden, Auge in Auge mit dem Feind und in einer großen Schlacht, war eines Zwergen würdig - Allerdings hatte eine Niederlage gegen fliegende Feuerbälle oder zuckende Blitzschläge nichts ehrenhaftes an sich. Dennoch war Bundror nicht bereit sich der Gefahr zu unterwerfen. Ein Zwerg unterwirft sich niemanden - Noch nicht einmal dem schwarzen Sensenmann. Die schwarzen Augen verengten sich zu Schlitzen und wanderten durch die dunkle Hinterhofgasse. Es wurde überall gekämpft und das Singen der Schwerter vereinte sich mit den Kampfrufen der Soldaten und Dunklen zu einem Konzert des Krieges. Es war wie in den unzähligen Geschichten über die Gefechte mit den Spitzohren oder das Bezwingen der Riesentrolle. Im jungen Alter wussten die meisten der Krieger aus Nogrot nicht, dass diese Geschichten einst wahr waren und vielen den Mut und das Leben gekostet hatten. Doch Bundror kannte diese Bilder vor ihm sehr genau. Die Finten, die Tricks und auch die Bewegungen. Nichts blieb dem scharfen Blick verloren. Es stimmte: Die Jugend der Soldaten würde ihr Untergang sein. Der Mut brökelte und man konnte in den Augen die Hoffnungslosigkeit erkennen, welche Stück für Stück trüber wurden. Die Dunklen verstanden sich darauf ihren Feinden jegliche Aussicht zu nehmen und wenn man sich ihren Spielen nicht hingab, so wurden sie schwach, verwirrt und man hatte die Möglichkeit diese Wendung zu nutzen. Doch diese Erfahrung fehlte jedem - Außer Bundror. Er hatte bereits einige Kämpfe mit den Spitzohren ausgefochten und war auf die meisten Taktiken dieser Wesen vorbereitet. Selbst sein Onkel, Arguil, der dank einem Pfeil der Elfen ein Auge verlor, lachte noch heute über die große Einfallslosigkeit seiner Gegner. Oft hatte er davon berichtet, was passierte, wenn man die Klingenohren in die Enge trieb. Ihre Beweglichkeit und ihr Geschickt brachte nichts mehr, sobald man sie in einen Kampf zwang. Springen, Drehen und Hüpfen ... nichts von all dem blieb den Dunklen übrig, wenn eine Wand hinter und eine Decke über ihnen war. Das müssen wir ausnutzen!, dachte Bundror und war sich sicher, dass den Langen nichts anderes übrig blieb.
Die Ringe seines Kettenhemds klirrten leise als der Zwerg den Kampfhammer an die Brust zog. Er brauchte ein zweites Paar starker Hände, um den Kampf zu gewinnen - Dieser Kampf würde nicht sein Letzter sein. Hammerschlag setzte sich in Bewegung und erreichte einen Moment später Drelgin, der etwas mitgenommen aussah. Mit dem Handrücken schlug er dem jungen Soldaten auf die gepanzerte Brust - Ein blechernes Scheppern ertönte. Trotz der aktuellen Lage, war ein Lächeln auf Bundrors Lippen zu sehen. Er amüsierte sich köstlich. Das war sein Element. " Drelgin!", begann er, aber blickte den Menschen nicht an. "Kennt ihr den Witz vom Elfen der einen Zwerg besiegte?" Angriffslustig senkte der grimmige, kleine Krieger seinen Kopf und schob die Schulter ein Stück nach Vorne. Die typische Angriffshaltung eines Mannes von seinem Volk. "Wenn wir siegen, erzähle ich ihn euch. Bis dahin bleibt bei mir und achtet auf die Schatten. Etwas lässt meine linke Arschbacke zucken, das bedeutet, das wir noch nicht all' unsere Gefahren vor uns sehen.", raunte der Zwerg. Er war kein Befehlshaber, aber in diesem Moment wollte er keiner Horde verrückter Elfen gegenüberstehen und dann das verenden von vier Soldaten vor einem aufgebrachten Mob der Langen erklären. So oder so. Dass die Menschen überlebten kam beiden Parteien zu Gute. Niemand kümmerte sich um Drelgin und Brundror. Eine perfekte Ausgangssituation um einen schnellen und effektiven Schlag auszuführen. Als Ziel erkor sich der Zwerg den Dunkelelfen mit der dünnen, schwertähnlichen Waffe. Er schien viel mehr Schäden anzurichten als sein Kamerad, der mit seinem Opfer spielte. "Drelgin, sagt eurem Kameraden dort vorne, er soll zur Seite springen sobald ich zum Schwung aushole.", sagte er leise, aber immer noch laut genug um gegen den Schlachtenlärm anzukämpfen. Träge setzte sich Bundror in Bewegung und die schweren Plattenstiefel zerquetschten den Unrat auf den Steinen zu einem Brei. Was langsam begann wurde schneller und gefährlicher. Die gepanzerte Gewalt von Bundror war nicht sehr flink und nicht für geschickte oder rasante Manöver ausgelegt, aber ein stürmender Nogroter in voller Rüstung und freier Bahn, konnte wahrscheinlich sogar Mauern einrennen. Ungefähr vier Meter vor seinem Ziel, löste Hammerschlag seine Waffe von der Brust und holte den Schwung den er brauchte aus dem Lauf. Für Drelgin war die Waffe eindeutig zu sehen und schon wurde etwas gebrüllt. Der Zwerg hoffte inständig, dass es Drelgin war und auch wenn nicht, der Mann sprang zur Seite. Nur wenige Fingerbreit von dessen Fuß entfernt, flog Ruknirs Kopf vorbei auf die Beine des Dunkelelfen zu. Dieses Mal jedoch war der Angriff so gewaltsam, dass es das Spitzohr von den Beinen fegte. Schlitternd stoppte Bundror, holte in einer Art Kreisbewegung neu aus und ließ Ruknir nun von oben auf den Feind niedersausen. Dieser befand sich noch in der Luft und wurde währenddessen vom schweren Hammerkopf getroffen, zu Boden gedrückt und zerschellte dort mitsamt seinen Knochen auf dem harten Stein. Drei Risse bildeten sich unter dem Besiegten, Blut sickerte aus seinen Augen und dem Mund. Schmatzend hob Bundror den Kampfhammer vom zerstörten Körper und kurz darauf, sprang der Brustkorb auf. Der Treffer musste das Brustbein zerschmettert und damit die Rippen gelöst haben. Blut spritzte durch die Dunkelheit. Sehr gut. Der genießerische Blick suchte den Soldaten. Dieser lehnte an einer Wand und holte kurz Luft. Ob er verschreckt war oder nicht, dass war egal. "Du. Hilf´ deinem Kameraden. Ihr müsst den Elfen in die Ecke drängen. Geht nicht in die Defensive. Er darf keinen Platz mehr haben, um euch auszuweichen. Und greift unterschiedlich an. Einer von oben ... der andere seitlich. Verwendet eure Schilde um ihn einzuengen. Los jetzt!", sagte er und knurrte dabei etwas. Etwas zischte an seinem Kopf vorbei und ein scharfes Brennen folgte. Klackend schlug ein Bolzen auf in die Wand der Gasse ein. Das war knapp!, kommentierte der Zwerg und befühlte sein Gesicht. Ein langer, rötlich glänzender Schnitt brannte auf seiner Wange und zeugte von Bundror´s Glück. Brocknar, steh mir bei! Diese heimtückischen Mistviecher! Zertrümmere ihre Seelen mit deinem Hammer, wenn ich sie zu dir schicke!
Wild brannte die Kriegeresse in seinem Herzen und Wut brachte das Blut in seinen Adern zum kochen. Kraftvoll umschlossen die dicken Finger des Zwerges seine Waffe. Er gab Drelgin ein kurzes Zeichen zu Folgen und rannte los. Bundror bewegte sich schnell und in gezackten Linien. Die kleinen kraftvollen Beine ermöglichten es ihm, den Schützen auf den Dächern kein gutes Ziel zu geben. Sie passierten die beiden Soldaten, welche nun ein enges Gefecht mit dem letzten Bodenkämpfer ausfochten und in einer scheinbar besseren Lage waren als vorher. „Irgendwie muss man auf dieses Dach kommen! Höchst wahrscheinlich befindet sich im Gebäude, aus dem sie vorher gekrochen sind wie Ratten aus ihrem Loch, eine Treppe hinauf!“ Gewappnet und bereit, betrat der Zwerg das Gebäude, blickte sich dabei vorsichtig in allen Richtungen um. Ein weiterer Hinterhalt wäre in diesem Fall mit Sicherheit ihr Ende. Auch der Magier konnte jederzeit eine weitere Teufelei auf sie hetzen oder war bereits mit allen Vorbereitungen fertig, die halbe Welt der Dämonen auf sie los zu lassen. „Augen auf, Drelgin. Die Schatten sind nicht unsere Freunde.“, raunte der bärtige Krieger und bewegte sich so leise wie möglich zur alten Treppe. Ein recht hoffnungsloses Unterfangen, denn seine Rüstung schepperte bei jedem Schritt. „Ach! Trollmist, was soll´sbeeilen wir uns lieber, bevor die Schützen uns zwei auf dem Schlachtfeld vermissen!“, änderte Bundror lautstark sein Vorhaben. Schwer setzte sich die gepanzerte Gewalt von knapp dreieinhalb Metern in Bewegung und betrat die erste Stufe. Es knarzte kurz und unter großem Splitterflug durchbrach der Stiefel das morsche Holz. „Bei den behaarten Arschbacken eines Orks! Diese verdammten Langen und ihre Liebe zum Holzbau!“ Knackend zog der Zwerg sein Bein aus dem nun klaffenden Loch, inspizierte die Stelle sorgfältig und beschloss sich dichter an der Wand entlang zu bewegen. Wieder stöhnte das Holz vor Anstrengung auf, aber dieses Mal hielt es dem Druck stand und so konnten Bundror und sein Begleite bis unter das Dach vordringen. Sein Blick schweifte durch die Räume und er fragte sich, wie die Menschen in so etwas leben konnten, wenn überhaupt jemand hier lebte. Zwar war die Situation denkbar schlecht, aber er musste an seine Heimat denken und an seine Höhle. Seinen Sohn und sein Weib, die am Feuer saßen und auf Bundrors Rückkehr warteten. Sie war der festen Meinung, er würde hier mit Pelm verhandeln und dann freudestrahlend nach Hause kommen. Viel zu erzählen sollte es geben. Unterhaltungen für ganze Nächte und Tage. Seinem Sohn würde diese Seite der Geschichte mit Sicherheit mehr gefallen und in diesem Moment beschloss der Zwerg ein paar Elfenohren abzuschneiden und sie seinem Sohn als Geschenk mitzubringen. Diese selbstauferlegte Pflicht, gab Bundror noch mehr Mut und sein Wille diesen Kampf zu gewinnen, stieg ins Unermessliche.
Sie erreichten die Tür zum Dach. Sie war nur angelehnt und bewies, dass jemand hier sehr schnell Stellung bezogen haben musste oder bereits auf das Duo vorbereitet war. Bundror legte den Finger an die Lippen und hielt Drelgin damit zur Stille an. Leise schob der Zwerg die Tür auf und warf einen Blick um die Ecke. Tatsächlich standen dort zwei Dunkelelfen die eifrig versuchten den kämpfenden Langen am Boden mit ihren Geschossen einzudecken. Dass noch kein Treffer errungen wurde, lag höhst wahrscheinlich daran, dass der Kampf unter dem Vorbau des Hauses stattfand. Aber vielleicht war das Gefecht zu verwirrend und die Schützen konnten nicht schießen, ohne ihren Kameraden zu gefährden. Nach dem was Bundror allerdings in der Werkstatt Pelms gesehen hatte, kümmerten sich diese Elfen nicht um ihre Verbündeten und Brüder. Langsam zog der den Schädel wieder zurück. Seine Stimme senkte sich. „Es sind zwei. Sie vermissen uns noch nicht, denke ich. Einer steht rechts am Ende des Daches, der andere gleich links von der Tür. Probleme macht uns nur der rechte Dunkle. Er wird uns mit Bolzen spicken, bevor wir auch nur ansatzweise in seine Nähe kommen können.“, murmelte Bundror leise vor sich hin. „Pass auf, Drelgin. Ich werde herausrennen und beide ablenken. Dann habt ihr genügend Zeit den Linken mit dem Schild vom Dach zu werfen. Wir werden uns dann zu Zweit um den letzten kümmern.“
Bundror zählte stumm mit den Fingern von drei abwärts bis er eine Faust ballte und mit einem Kampfschrei aus der Tür polterte. Drelgin sprang kurz nach dem Zwerg auf das Dach und sah, dass der Plan zumindest beim ersten Dunkelelfen aufging, der sich überrascht zum kleinen Mann umdrehte. Mit aller Wucht die ihm zur Verfügung stand, rammte der junge Menschensoldat seinen Schild gegen den Körper des Schützen, warf ihn damit vom Dach und sah zu, wie der Körper mit dem Kopf voran auf den Steinen der Gasse aufschlug. Jetzt blickte er sich und sah, wie der Zwerg im Slalom laufend zum zweiten Spitzohr aufschloss. Dieser hob gerade die Armbrust um Bundror mit einem gezielten Schuss ins Jenseits zu schicken, da hob Drelgin sein Langschwert und stürmte los. Jetzt musste der Dunkelelf sich entscheiden, ob er kämpfen wollte oder floh, denn beide Feinde auf einmal, waren wahrscheinlich nicht zu überwinden. Doch als Bundror sah, wie der Dunkelelf auf ihn anlegte warf er sich auf den Boden - Drelgin musste nun einfach treffen, sonst wäre der nächste Einschlag sicherlich schmerzhaft.

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Drelgin » Montag 16. August 2010, 13:22

Drelgin würde wohl nie diese unbeschreiblichen Ängste vergessen, die ihm der Nekromant auf die Seele gezaubert hatte. Der junge Mann war alles andere als ängstlich – abgesehen von der Sache mit dem Wasser. Und genau diese Schwäche schien sich der Dunkelelf zunutze gemacht zu haben. Drelgin war sich nicht sicher, wie die Ereignisse exakt abgelaufen sind. Er konnte noch immer das eiskalte, teuflische Grinsen des Magiers sehen. Dann der starre Blick. Und dann diese Bewegung mit dem Arm, schon umfing den Soldaten die Dunkelheit in Form violetten Nebels. Drelgin wurde schummrig und eine Leere machte sich in ihm breit, die sich kurz darauf zu purer Todesangst entwickelte. Drelgin konnte nur einen einzigen Gedanken fassen – der Gedanke an das offene Wasser. Hilflosigkeit, das Ausgeliefertsein. Zum zweiten Mal in seinem Leben bangte der junge Mensch ernsthaft um sein Leben. Nicht aus Angst vor dem Nekromanten selbst, sondern wegen der Angst, die ihm die Magie eingeflößt hatte. In Gedanken sah Drelgin sich selbst und seinen Vater auf dem Meer dahintreiben. Es war stockdunkel. Lediglich ein kleiner Funken Licht drängte sich durch die dichte Dunkelheit. Und Drelgin hielt an dem Gedanken fest. Allmählich gelang es dem Licht die Dunkelheit zu vertreiben. Mit der Dunkelheit verschwanden auch die Todesängste, die er auszustehen gehabt hatte.
Dennoch dauerte es einige Augenblicke, bis der Soldat sich wieder gefangen hatte. Der Kampeslärm hinter ihm gemahnte ihn wieder zur Tat. Ein letztes Mal atmete er tief ein und ebenso tief wieder aus. Schnell blickte er sich um. Der Nekromant war verschwunden. Dafür waren etliche rot glühende Augen in den Schatten der Gasse zu erkennen. Drelgin lenkte seine Aufmerksamkeit wieder seinen Kameraden zu, die mit zwei Dunkelelfen einen tödlichen Tanz tanzen mussten. Die beiden Spitzohren spielten mit seinen Freunden. Noch.
Der Zwerg stand mit einem Mal neben Drelgin und klopfte diesem mit dem Handrücken auf den Brustpanzer. Bundror lächelte und ehe sich der junge Soldat versah fragte ihn der Zwerg nach dem Witz mit dem Elefanten der einen Zwerg besiegte. Drelgin verstand nicht – war es wegen der Nachwirkungen des Zaubers oder aber weil er den kleinen Mann einfach nicht verstand. Wie konnte er ihn in dieser Situation nur nach einem Witz fragen?! Daraufhin wies Bundror ihn an, Rasrin den Befehl zu geben aus dem Weg zu gehen, wenn der kleine Panzerschrank auf einen der beiden Dunkelelfen zudonnerte. Noch ehe Drelgin richtig begriff was hier geschah, hatte sich der Zwerg bereits in Bewegung gesetzt. Wie eine eiserne Kutsche, bespannt mit acht Pferden, bretterte der Zwerg auf den Dunkelelfen mit der degenähnlichen Waffe zu. Als der kleine Krieger zum Schwung ausholte, brüllte Drelgin so laut er konnte seinen Kameraden an: „Rasrin, zur Seite!“

Der Kampfhammer des Zwerges fegte das Spitzohr von den Beinen. Mit einer Beweglichkeit, die Drelgin dem Zwerg nicht zugetraut hätte, stoppte dieser, warf seinen Kampfhammer herum und ließ ihn in einer Kreisbewegung auf dem Brustkorb des Feindes niedersausen. In der Zwischenzeit war auch Drelgin bei seinen Kameraden angekommen. Rasrin lehnte keuchend an der Wand. Drelgin klopfte ihm auf die Schulter. „Rasrin! Bist du in Ordnung?“ Sein Freund schien vollkommen verstört zu sein. Drelgin tätschelte sein Gesicht, um den Soldaten wieder zur Vernunft zu bringen.
"Du. Hilf´ deinem Kameraden. Ihr müsst den Elfen in die Ecke drängen. Geht nicht in die Defensive. Er darf keinen Platz mehr haben, um euch auszuweichen. Und greift unterschiedlich an. Einer von oben ... der andere seitlich. Verwendet eure Schilde um ihn einzuengen. Los jetzt!" unterbrach sie der Zwerg, der kurz darauf beinahe von einem Armbrustbolzen getroffen worden war. Klackend war der Bolzen in die Wand eingeschlagen und hatte lediglich einen Schnitt auf der Wange des Zwerges hinterlassen. Schon setzte sich dieser wieder in Bewegung und lief im Zickzack, um von den beiden Armbrustschützen am Dach schwerer getroffen zu werden.
Sie passierten Yognem und Egeras, die sich mit dem verblieben Bodenkämpfer ein Gefecht lieferten. Brygnias Aufenthaltsort war für Drelgin nicht zu erkennen. „Drängt ihn an die Wand! Wir holen die Schützen vom Dach!“ wies er seine beiden Kameraden im Vorbeilaufen an.

Endlich hatten der Zwerg und Drelgin das Gebäude erreicht, auf dessen Dach sich die Armbrustschützen befanden. Vorsichtig blickten sie sich um. Niemand war zu erkennen. Eine morsch aussehende Holztreppe führte in das Obergeschoss. Bundror stürmte los und brach laut knackend mit einem Bein durch die Stufen. Ein klaffendes Loch prangte nun in der Mitte der Treppe. Bundror und Drelgin bewegten sich nun dichter an der Wand fort. Bei jedem Schritt darauf bedacht, nicht zuviel Druck auszuüben und das alte Holz nicht zu überstrapazieren. So kamen sie schließlich bis unter das Dach. Durch eine Tür – oder war es ein überdimensionales Fenster, gelangten sie auf das Dach des Hauses. Bundror legte den Finger an die Lippen und bedeutete Drelgin mucksmäuschenstill zu sein. Nach einem Blick um die Ecke teilte der Zwerg dem Menschen die aktuelle Situation mit.
Einer der beiden Schützen befand sich auf der linken Seite in unmittelbarer Nähe zur Tür. Der zweite befand sich am Ende des Daches auf der rechten Seite der Tür.
„Pass auf, Drelgin. Ich werde herausrennen und beide ablenken. Dann habt ihr genügend Zeit den Linken mit dem Schild vom Dach zu werfen. Wir werden uns dann zu Zweit um den letzten kümmern.“

Stumm zählte der Zwerg von drei abwärts und stürmte laut schreiend durch die Tür auf den Dunkelelfen rechts der Tür zu. Drelgin wartete noch wenige Sekundenbruchteile und donnerte dann auf das Dach, genau auf den Dunkelelfen links der Tür zu. Der Dunkelelf hatte seine Aufmerksamkeit dem Zwerg geschenkt, und so erkannte er den Eisenberg zu spät, der sich unaufhaltsam auf ihn zubewegte. Drelgin, von beachtlicher Statur und Größe, rammte das Spitzohr mit voller Wucht und stieß seinen Feind vom Dach.
Sofort richtete er seine Aufmerksamkeit auf den zweiten Dunkelelfen, der bereits die Armbrust gehoben hatte und auf Bundror zielte. Wollte Drelgin dem Zwerg helfen, würde er wohl nur eine Möglichkeit haben. Der Mensch hob sein Schwert und spurtete los. Der Zwerg warf sich zu Boden und Drelgin befürchtete, dass er den Dunkelelfen zu spät erreichen würde. Er musste seine Pläne eben etwas umkrempeln. Mit aller Kraft schleuderte er sein Langschwert auf den Dunkelelfen und betete, dass er seinen Feind damit treffen würde, ehe dieser einen gezielten Schuss auf den Zwerg abgeben konnte. Wenn er ihn nur wenigstens ablenken würde, hätte er bereits einen großen Teil seines Vorhabens erreicht. Ohne auch nur ansatzweise langsamer zu werden sprintete er weiter, den pelgarischen Schild vor sich haltend. Die Rüstung schepperte laut und ob ihres Gewichtes schienen Drelgins Muskeln zu brennen. Dennoch würde er nicht langsamer werden. Nicht bevor er den Dunkelelfen ausgeschaltet hatte. Würde sein Schwert den Dunkelelfen nicht erwischen, würde er ihn einfach überrollen. Das Spitzohr sollte nur die geballte Ladung Drelgin zu spüren bekommen.

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Re: Vor dem Ratsgebäude

Beitrag von Sithis » Montag 16. August 2010, 17:05

Sithis war immer noch im Begriff, aus der Gefahrenzone herauszukommen. Nicht weil er den Kampf scheute, keinesfalls. Sein Freund war der Grund. Zu seinem Glück konnten sie die pelgarischen Soldaten weit genug demoralisieren, sodass ihnen eine konfliktlose Flucht gelingen könnte.
Wären da nicht diese sich ständig nähernden Marschgeräusche, die offenbar von Verstärkung stammte. Und da die Dunkle Armee bisher noch keinen Weg gefunden hatte, effektiv in die Stadt einzudringen, waren es bestimmt Menschen, die sich da dazugesellen wollten. Und dieser Übermacht konnte er nicht standhalten. Nur ein Verrückter und Idiot würde das versuchen. Aber er selbst war weder verrückt, noch vollkommen lebensmüde.

Nun, wohin sollte er hin? Ins Ratsgebäude, in die Höhle des Löwen? Nein, da säßen sie bald wie die Ratten in der Falle. Zurück zur Kanalisation? Auch kein relevanter Weg, denn er war zu weit von ihrem Stand- bzw. Laufpunkt entfernt und Kharim könnte dabei draufgehen. Doch soweit wollte er es nicht kommen lassen. Immerhin hat er ihm den Arsch gerettet, es war nur gerecht, wenn Sithis jetzt sein Leben rettete.

In einer der vielen Gassen Unterschlupf finden? Das war die letzte Option, oder aber er könnte zu den zwei Was-auch-immer-Gestalten zurückkehren. Vielleicht konnten die seinem Kumpel helfen. Wenn sie denn wollten.

Vater hat immer gemeint, mein Jähzorn würde mich oder meine Freunde irgendwann ins Grab bringen. Vielleicht hat er da gar nicht mal so Unrecht. Kharim stirbt, wenn ich nicht schnell etwas unternehme. Allein der Gedanke, diese Schande ein Leben lang mit sich herum zu tragen, ließ ihn schneller laufen. Aber er musste auch an die Mission denken. Im Moment war sie knapp davor zu scheitern. Ich werde nicht versagen! Niemals!

Doch vorerst hatten die Soldaten eine kleine Verschnaufpause, an der sie sich erfreuen konnten.
Aber er würde zurückkommen und Vergeltung üben, das war schon mal sicher. Vor allem der Magier würde seinen geballten Zorn zu spüren bekommen. Noch immer brodelte es in Sithis, seine Wut war noch nicht besänftigt. Erst wenn alle diese verdammten Menschen tot wären, würde er seinen lang ersehnten Frieden finden. Aber ob er wirklich mit dem Töten aufhören könnte, daran zweifelte er. Niemals würde er diesen Schleier aus Gewalt ablegen können. Zu tief war diese Kampfeslust in ihm verwurzelt.

In Gedanken malte er sich schon aus, was er mit dem Magier alles anstellen könnte. Er würde ihm die Gliedmaßen rausreißen und ihn jämmerlich verbluten lassen. Und wenn er dem Schauspiel überdrüssig wurde, könnte er ihm als Gnadenakt das Genick brechen. Solche Magier waren im Nahkampf leichte Beute. Außerdem sah er darin auch eine Genugtuung für seinen Freund Kharim.

Vielleicht könnte er auch versuchen, sich durch die Stadt zu schlagen und das Stadttor zu öffnen. Dann nämlich könnte er die anderen Echsen vor der Stadt zu Hilfe holen. Aber dann könnten die Ratsmitglieder in dem ganzen Trubel klammheimlich verschwinden. Auch keine wirkliche Lösung.

Also, auf in eine Seitengasse! Spielen wir ein wenig Verstecken mit dem Menschenpack! Aufgrund seiner von Natur aus dunklen Schuppenfarbe, würde er mit Sicherheit mit der Dunkelheit förmlich verschmelzen. Nun waren Blitzangriffe aus dem Schatten die Devise. Er würde ihnen schon den Respekt lehren, den sie vor seinem Volk zu haben hatten.

Nun rannte er in eine der vielen kleinen Gassen und verbarg sich im Schatten. Zwar war es nicht eines Kriegers würdig, aus dem Schatten zuzuschlagen wie ein Feigling, doch im Moment hatte er keine andere Wahl, wenn er überleben wollte.

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