Zeugenaussage

Nach dem Tod des Hohen Rates wird Pelgar nun vom dunklen Herrscher und Tyrannen Kraen Amraén regiert. Er hat den Sitz übernommen.
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Zeugenaussage

Beitrag von Erzähler » Samstag 17. Januar 2009, 10:24

<i>Shankar und Luziver kommen von Die Haupstadt Pelgar -> <a target="_blank" href="http://69169.rapidforum.com/topic=10116 ... en">Dunkle Gassen (Seite 1)</a></i>

Nach diesem Angriff in einer der dunkleren Gassen Pelgars erreichten Luziver und Shankar endlich den Sitz des Hohen Rates. Genauer gesagt, sie standen vor dem gigantischen Tor aus schwarzem Eisen, das von den Ratswächtern – speziellen Elite-Einheiten der pelgarischen Kaserne – bewacht wurde. Die beiden steckten in glänzender Platte, in der sich nicht nur die Häuser im Hintergrund, sondern auch das Mädchen und der Minotaur spiegeln konnten. Ihre Gesichter blieben unter den Helmen verborgen, die Haltung war streng und diszipliniert. An zwei solchen Schränken von Wachen käm vermutlich nur noch eine Armee vorbei – oder möglicherweise Shankar, wenn er wirklich rot sah.

Aber das schien wohl zumindest bislang nicht nötig. Luziver trat an die beiden Wachen heran. Mit einem Hinweis auf Kommandant Carmara hob sie dessen Abzeichen, um ihre Glaubwürdigkeit zu unterstreichen. Einer der Wächter beugte sich zu dem kleinen Gegenstand herunter. Dann nickte er mit seinem großen Helm, während Luziver wie ein kleiner Wasserquell sämtliche Informationen über den Schenkenbrand und den Angriff in der Gasse hervor sprudelte.
"Das kannst du gleich dem Sekretär erzählen", erwiderte der Ratswächter. "Der Hohe Rat hat ihn speziell für Zeugenaussagen bezüglich des Schenkenbrandes beauftragt. Wenn du möchtest, Mädchen, führen wir dich zu ihm."

Schon steckte einer der Ratswächter eine Hand durch das Eingangstor und winkte einen Kollegen heran, der im Hof dahinter stand. Dieser eilte schnellen Schrittes heran und schloss das Tor auf. "Begleite die beiden zum Sekretär", meinte der Ratswächter, der Luzivers Abzeichen in Augenschein genommen hatte. Sein Gegenüber salutierte und winkte die Gäste herein.
Er führte sie quer über den Hof und in das Gebäude des Hohen Rates hinein. Von dort mussten sie nur einem kurzen Gang folgen und gelangten schließlich in eine kleine Halle, in der es genug Sitzgelegenheiten für eine ganze Großfamilie gegeben hätte. An einer Wand reihten sich bis knapp unter die Decke reichende Regale auf und direkt davor fand sich ein kleiner Schreibtisch aus hellem Buchenholz.

"Der Sekretär wird gleich hier sein", sagte der Wächter, ließ Shankar und Luziver dann allein. Sie mussten wirklich nur wenige Minuten warten, ehe sich eine weitere Tür zur Halle öffnete und ein Mann den Raum betrat. Seine Schritte hallten von dem blitzblanken Marmorboden wider.
Das musste der Sekretär sein. Er war groß und hager, seine Haut zeugte von Blässe, außerdem besaß er hier und da einen Leberfleck. Offensichtlich zählte dieser Mann zur etwas älteren Generation, wenngleich er sich immer noch agil unv vital bewegte. Er trug lange, schwarze Beinkleider, darüber eine weiße Bluse, die wie ein Fähnchen an seinem dürren Leib flatterte. Darüber trug er einen Rock – also einen frackartigen Mantel – ebenfalls in Schwarz gehalten. Ein Gestell aus Draht, in das zwei runde Gläser eingefasst waren, saß ihm auf der Nase und wippte mit jedem Schritt, den er mit seinen langen Storchenbeinen tat. Unter den Arm hatte er sich ein Satz Pergamentbögen geklemmt und aus der Brusttasche seines Rockes ragte ein kleiner Stift.
"Darf ich mich vorstellen?", fragte er mit einer tiefen, vom Alter gebeugten Stimme. "Ich bin der Sekretär des Hohen Rates. Man hat mich beauftragt, jegliche Aussagen in Bezug auf die Brandstiftung der Schenke <i>Zum Pony</i> zu protokollieren und entsprechende Schritte einzuleiten, sollte eine Zeugenaussage zu einem Ergebnis führen. Bitte, setzt euch doch." Er wies auf einige Stühle, lehnte sich selbst allerdings gegen den Schreibtisch.
Dann zückte er seinen Pergamentbogen und den Stift. "Nennt ihr mir eure Namen und den Grund eures Hierseins?"

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Luziver » Samstag 17. Januar 2009, 15:52

Lucy sprach wie es für sie üblich war zu den Wächtern. Sie fand es wichtig, das erst sie sprach, damit sie reinkamen. Denn sie glaubte, dass nciht jeder dann Luziver ernst nehmen würde, wenn sie sprechen würde, außerdem würden die anderen eh nicht mitkommen.

Dann sprach der eine Wächter etwas von einem Sekretär, aber das Mädchen schwieg. Wenn sie jetzt darauf bestand zum Hohen rat zu egehn, vielleicht würden sie die beiden erst gar nicht reinlassen und wieder wegschicken?
Aber sie wurden hereingelassen.
Andere wären womöglich hin und weg von diesen Gebäude, doch Lucy war es gerade egal. Sie wollte zum Hohen Rat. Doch man führte Shankar und sie in eine kleine Halle, dort sollten sie auf diesen Sekretär warten.

"Ist sich der Rat etwa zu schade oder was?" Flüsterte die zweite Persönlichkeit leise zu den Minotauren und war nicht gerade darüber erfreut, dass Luziver alles nun jemand anderen sagen sollte.
Ein Mann kam dann herein, ziemlich dürr für Lucys Meinung. er lehnte sich an den Schreibtisch und fragte ob er sich vorstellen dürfe. "Nun ist es Zeit für Luziver..." Murmelte sie unverständlich leise und nickte dann nur leicht.
Die Kälte der zweiten Persönlichkeit verschwand und für aufmerksame Beobachter wäre zu erkennen, dass sich was an dem Mädchen änderte.
"Bin Luziver. Aber Luziver möchte zum Hohen Rat! Diese Kuttenträger wollten Luziver eben wieder wehtun! Und außerdem, möchte Luziver was mit dem Hohen rat noch besprechen. Und wer weiß, wem Luziver noch trauen kann." Sie war noch etwas erschöpft, dies merkte man daran, dass sie nciht wie ein Wasserfall redete, sondern langsam genug, dass man auch wirklich mit ihr mitkam.

"Und wenn Luziver jetzt das erzählt, was vor der Schenke passiert ist, ihr würdet Luziver dann wieder nach draußen schicken! Dort, wo die alle warten! Aber Luziver muss auch wieder zurück zur Reichsklinik. Zu einer Freundin und einem Freund. Aber dies würde allerhöchstens nur noch den Hohen Rat etwas angehen!" Das Mädchen zog eine Schnute.
Sie hatte sich hingesetzt und machte deutlich, dass sie nur alles dem Hohen Rat erzählen würde.
Aber würden man sie wieder rausschicken? Immerhin war sie eine sehr wichtige Zeugin. Einer der Kuttenträger sprach sogar zu ihr. Und man war hinter ihr her.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Shankar » Sonntag 18. Januar 2009, 17:39

Shankar sah sich die "Eisenmänner" vor dem Tor genau an. Es schien dem Minotauren ein wenig übertrieben, solche Rüstungen zu tragen. Doch wegen solchen Leuten kämpfte er auch mit stumpfen Waffen. Er konnte sich nicht vorstellen, wie man mit einem Schwert, einer Axt oder dergleichen jemanden irgendwie schaden zuführen wollte der in so viel Eisen gehüllt war. Mit seinem Streitkolben konnte er wenigstens, so schätze er es einfach mal, die Rüstungen nicht nur zerbeulen, sondern auch die Person darin zu verletzen. Wenn seine Waffe nicht ihren Dienst tun würde, so würde es sicherlich ein Kopf und seine Hörner machen. Das Blut auf seinen Horn hatte er schon bemerkt. Doch es machte nichts. Blut war gut als Politur und wenn er sein Horn dann abwäscht, wird es bestimmt glänzen.
Als einer der Wachmänner sich das Abzeichen näher ansah, sah sich Shankar den Helm an und versuchte irgendwie darunter einen Menschen zu finden. Der Wächter stecke eine Hand durch das Tor. Wenig später wurde dies geöffnet und man sah einen anderen Mann, dieser wurde beauftragt die beiden zu einem sogenannten "Sekretär"
zu bringen.
<b>Was das wohl wieder sein soll? Die denken sich doch für alles was aus.....</b>
Man konnte sich vielleicht denken, dass es für Shankar wohl ein neues Wort wahr.
Doch war es besser darüber den Mantel des Schweigens zu legen. Jedenfalls kamen Lucy und Shankar zu einer kleinen Halle.
<i>"Ist sich der Rat etwa zu schade oder was?"</i>
"Bei mir zu Hause würde sich der Häuptling persönlich um sowas kümmern und würde einen nicht so einfach abschieben!"
Gab Shankar protestierend zurück und zeigte so sein Unbehagen gegenüber dem System im Pelgar. Schließlich sollte man sich als Oberhaupt auch gefälligst die Mühe machen und sich die Probleme der anderen anhören.
Wenig später kam ein klapperdürrer Mann hinein und man sah, dass Shankar kurz vor einem Lachanfall war. Selbst ein kleines Minotaurenkalb bräuchte nur eine Hand um das Rückgrad von diesen Kerl zu brechen und dafür nicht mal die ganze Kraft. Doch wahrscheinlich hätte das jeder bei so einem Klappergestell geschafft.

<i>"Ich bin der Sekretär des Hohen Rates. Man hat mich beauftragt, jegliche Aussagen in Bezug auf die Brandstiftung der Schenke Zum Pony zu protokollieren und entsprechende Schritte einzuleiten, sollte eine Zeugenaussage zu einem Ergebnis führen. Bitte, setzt euch doch."</i>
konnte das die Möglichkeit sein?
Die beiden hatten ihr Leben riskiert, zumindest Lucy ihres, um hier hinzukommen und angehört zu werden und dann schickte man so einen Kerl zu ihnen?
Wenigstens wusste Shankar nun was ein " Sekretär" war:
ein unterernährtes Klappergestell von einem Mickerling, der anscheinend von jedem Windstoß die Knochen gebrochen bekam.
In Shankars Augen war dies nun eine unmögliche Frechheit. Die beiden kamen nun wegen etwas wichtigen hier her und dann schickte man ihnen so etwas!
Nachdem Luziver, die mit Lucy wieder gewechselt hatte, gesprochen hatte, warf Shankar die Leiche des alten blinden Bettlers auf den Tisch und stand voller Ärger auf.
Nun übernahm er einfach das Wort:
"Seht her! Das haben diese Kerle gemacht, die die Schenke in Brand gesetzt hatten!
Sie haben Luziver hier verfolgt, um sie zu töten. Sie haben nicht einmal halt vor einem alten blinden Kerl halt gemacht. Auch ihn haben sie auf den gewissen! Ich bin mit ihr hergekommen, weil sie mit euren ach so tollen Rat reden WILL! Sie hat sogar ihr LEBEN dafür riskiert. Also lasst uns zu dem Rat vor, denn wer weiß wen diese Kuttenträger als nächstes das Leben nehmen!"
Man merkte, dass der Minotaur aufgebracht war. Allerdings war es in seinen schwarzen Augen auch berechtigt. Immerhin schien wohl JEDER in dieser Stadt zu denken in irgendeiner weise Wichtig zu sein. Erst dieser Pförtner, dann diese Frau in der Klinik, die zwei Wachmänner und nun dieser Kerl. Shankars Geduld war strapaziert. Wieso hatte den noch keiner gemerkt, dass er eine Leiche mit sich trug?
Dachten die Leute, sowas wäre bei Minotauren normal? Der Kerl war tot, sowas konnte doch keiner übersehen! Mit dem Riechen fing die Leiche nun auch noch an.

"Seht doch sie hat ein Abzeichen vom Kommandanten bekommen, weil sie mit den Rat persönlich reden will und er persönlich hat mich gebeten ihr Leibwächter zu sein. Wenn ihr dann noch diese Leiche hier seht dann MUSS es doch in euren Kopf gehen , dass es etwas WIRKLICH ernstes ist. Ich weiß nicht, wer noch gesehen hat wer den Brand Gelegt hat. Doch diese Leute werden sicher auch verfolgt und getötet. ALSO LASST UNS ZUM RAT!"
drängte Shankar dann noch. Die Sache, dass der Kommandant persönlich Shankar gebeten hatte auf Luziver aufzupassen war noch nicht einmal gelogen. Doch vielleicht hatte er dieses mal doch übertrieben und der Sekretär ließ sich nicht so einfach einschüchtern. Vielleicht holte er dann die Wachen herbei? Shankar hatte keine Angst wegen so etwas. Wieso denn auch? Schließlich waren die beiden wegen etwas wirklich wichtigen hier.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Der Hohe Rat » Montag 19. Januar 2009, 01:15

Der Sekretär lauschte aufmerksam den Worten Luzivers, selbst wenn man erst einmal schlau daraus werden musste, was sie überhaupt hatte sagen wollen. Sie hatte einiges zu sagen, doch zur Enttäuschung des Sekretärs schien nichts davon wirklich etwas mit dem Schenkenbrand zu tun zu haben. Das seltsame Mädchen, deren Augen so rot leuchteten wie zwei Rubine, erwähnte nur ein einziges Mal die Schenke – und zwar im Bezug darauf, dass man sie wohl herauswerfen würde, wenn sie ihre Informationen zur Schenke preisgab. <b>Was sucht sie dann hier, wenn sie es denn nicht erzählen möchte?</b>
Offensichtlich wollte das Kind nur dem Hohen Rat persönlich gegenüber etwas berichten. Demonstrativ hockte sie sich einfach an den nächstbesten Platz und verzog ihren Mund zu einer derart schmollenden Mimik, dass der Sekretär beinahe schmunzeln musste.

"Mein liebes Kind, nun hör einmal zu ...", begann er und wollte sie wirklich schon abwürgen, freundlichst bitten aufzustehen und höflich nach draußen bringen lassen – immerhin schien sie nichts Wichtiges zu sagen zu haben, respektive nichts erzählen zu wollen! –, da meldete sich ihr Begleiter nun auch noch zu Wort und unterbrach den Mann.
Es handelte sich um einen waschechten Stiermann, einen Hybriden scheinbar. So kam es dem Sekretär jedenfalls in den Sinn. Nie zuvor hatte er einen Minotauren gesehen, geschweige denn von ihnen gehört! Aber er war nicht dumm und konnte sehr schnell einen Hybriden von einem gewöhnlichen Stier unterscheiden. Dass dieser Vertreter seiner Gattung auch keine Kuh war, merkte er mindestens ebenso schnell.

Wie auch immer, der Minotaur erhob nicht nur die Stimme, sondern auch seinen Arm und ließ von ihm einen <b>... Lumpensack ...</b> auf den Schreibtisch des Mannes fallen? Der Sekretär rückte seinen Brille zurecht. Was sollte denn das nun wieder?
Shankar lieferte prompt eine Erklärung und diese half dem Sekretär endlich, ein wenig Licht in diese verworrene Sache zu bringen. Er konnte seine Augen kaum von dem Leichnam nehmen, dann nicht einmal seine Hände. Mit einem Mut, dem man diesem dürren Kerl sicherlich nicht zugetraut hätte, hob er einen Teil der Lumpen an und wurde endlich des bleichen Gesichts gewahr, das ihn mit starren, leeren Augen musterte. <b>Doch kein Lumpensack!</b> Er ließ den Kleiderfetzen des toten Bettlers los und blickte Shankar und Luziver ernst entgegen.

"Ich verstehe. Es gibt keinen Grund sich aufzuregen. Aber was Ihr berichtet, Herr Stier, ist wirklich Besorgnis erregend. Ich schätze mal, das Mädchen kann von Glück reden, Euch an ihrer Seite gehabt zu haben." Der Blick des Mannes fiel auf das Blut, welches im schwachen Licht der Kerzen in der Halle leicht schimmerte. Dann wanderten seine Augen hinter den Brillengläsern zu Luziver, die noch immer das Abzeichen trug, welches Shankar soeben erwähnte. Er nickte und dann schüttelte er den Kopf.

"Euren Wunsch, den Hohen Rat zu sehen, muss ich bedauerlicherweise zurückweisen, so wichtig diese Sache auch scheint. Allerdings geht es hierbei um mehr als simple Brandstiftung, das sehe ich ein." Mit besorgtem Gesichtsausdruck legte der Sekretär seine Notizen beiseite und öffnete noch einmal die Tür zum Raum, aus dem er vorhin hereingetreten war.
"Fräulein Finchen, konsultiert doch bitte sofort das zweite Ratsmitglied hierher. Es ist sehr dringend." Dann schloss er die Tür wieder und wandte sich den Zeugen erneut zu. "Wie schon gesagt, den gesamten Rat kann ich nicht davon unterrichten. Es gibt viele Dinge, um die sich die Mitglieder nun kümmern müssen. Wichtige Dinge, von denen selbst ich nichts wissen darf. Aber der Zweite wird mit euch sprechen. Er ist eines der drei Ratsmitglieder und ihn wird es brennend interessieren, was ihr zu sagen habt. Die Schenke scheint hierbei nur Nebensache zu sein. Trotzdem werde auch ich anwesend bleiben, um zu protokollieren. Ah, da kommt er schon!"

Die Tür schob sich auf und ein ganz in Schwarz gekleideter Mann – vermutlich ein Mann! – betrat die Halle. Flankiert wurde er links und rechts von jeweils einem Ratswächter.
Der Sekretär verneigte sich leicht, als das Ratsmitglied an ihm vorbei schritt. Seine Stimme hallte laut von den Wänden wider, als er sprach. "Was führt euch hierher? Ich hörte, es ist dringend! Dermaßen dringend die Schenke und den Brand betreffend, dass der Sekretär nicht ausreicht?"
"Nein, ehrenwerter Zweiter", entgegnete der Sekretär. "Hier geht es um weit mehr als einen Schenkenbrand. Seht selbst, hier auf meinem Schreibtisch. Es geht um Mord! Und das Mädchen dort wird verfolgt, man hatte einen Anschlag auf sie vor!"

Die schwarze Kapuze des Vermummten drehte sich ein Stück. Offenbar fixierte er Luziver, musterte sie. Dann hob sich seine behandschuhte Hand, zeigte auf die vielen Stühle in der Umgebung. Der Zweite ließ sich auf einem davon nieder. "So sprecht, ehe wir noch mehr Zeit verlieren. Ich sehe es euren Augen an, wie wichtig die Lage ist. Weiht mich in euer Wissen ein."

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Luziver » Montag 19. Januar 2009, 17:24

Der Sekretär schien es nicht zu verstehen, was Luziver sagen wollte. Er wollte schon irgendetwas zu ihr sagen, als Shankar ihm dann ins Wort fiel und mit Nachdruck erzählte, dass es wichtig sei.
Um zu verdeutlichen, wie ernst die Lage war, ließ er den toten Bettler auf den Schreibtisch nieder.
Nun schien der dürre Mann verstanden zu haben, ging zur Türe von der er Kam und verlangte nach einem der Ratsmitglieder - Na immerhin! Luziver strahlte ein wenig, denn endlich konnte se as alles erzählen, was passiert war und womöglich würde man auch Kazel helfen!

Der zweite der Ratsmitglieder erschien und der Sekretär verneigte sich vor ihm.
Der Vermummte setzte sich und erhob die Stimme.
Noch immer mit dem umhang in den Armen, trat sie dann vor ihn.
"Hallo! Bin Luziver." stellte sie sich erstmals auf ihre Art vor. "Aber Luziver hat eine Bitte, bevor Luziver alles erzählt, was vor der Schenke passiert ist. Bitte helft meinem Freund Kazel! Er wurde manipuliert und ist nun in der Reichsklinik. Er ist am Bett gefesselt und keiner kann ihm mehr helfen. Er will Shantih und Luziver wehtun... Und Luziver weiß, wer es ihm angetan hat! und zwar die in der Anstalt! Die waren es! Denn wer kennt sich denn schon mit so was aus andere zu manipulieren? Luziver will Kazel wieder zurück haben! Bestimmt haben die das nur gemacht, weil er ein Mischlingself ist!" Das Mädchen sprach für ihre Verhältnisse wirklich sehr langsam, nun ja, es war auch ein Thema was ihr sehr in der Seele wehtat - was man auch deutlich an ihren nun wässrigen Augen ansah. "Bitte... Helft ihm..." Doch bevor das Ratsmitglied etwas sagen konnte, holte sie erstmals tief Luft, um sich zusammen zu reißen.

"Als wir den Kuttenträgern begegnet waren, da ist Luziver gemeinsam mit Shantih, Ninane, Roxas und so einem anderen Mädchen nach draußen gegangen. Denn Ninane wollte sagen, wo Kazel war. Kurz vorher wurde er nämlich von ihr und einer anderen Frau, deren Name ich jetzt erstmal nicht erwähne, weggebracht. Und irgendwie wurden sie von denen in der Anstalt gefangen genommen. Nur Ninane kam frei und erzählte es uns dann. Na ja, dann waren sie plötzlich da. Sie standen dann einfach vor uns...."
Luziver sah zu Boden, es wirkte, als würde sie dies nun nochmals leben. "Sie trugen schwarze Kutten, hatte seltsame Dinger in ihren Händen. Es waren Pfeile darin gespannt. Viel gefährlicher als ein Bogen. Einer schoss plötzlich in die Richtung von Roxas, der Pfeil verfehlte ihn knapp. Sie hatten Kanister dabei und Fackeln... Wir erfuhren, dass sie die Schenke in Brand stecken wollten. Das eine Mädchen konnte sich wegschleichen, um die Leute in der Schenke zu warnen. Doch die Kuttenträger waren schneller..." die ganze Zeit war sie ruhig gewesen, erzählte in einem verständlichen tempo, doch nun bemerkte man, dass sie aufgeregter wurde. Ihr Herz pochte heftig.
"Diese Männer... Sie... Sie Brachten die anderen in die Schenke und stießen sie hinein. Warfen die Kanister und Fackeln hinein... Es brannte... Nur Luziver ließen sie draußen. Nur Luziver blieb draußen. Einer hat einen dieser Kanister genommen und das Öl über Luzivers Kopf ausgeschüttet."

Das Mädchen ließ den Umhang auf den Boden fallen und hielt sich den Kopf, der gerade anfing weh zu tun. " Luziver konnte nicht rein! Hat es aber versucht! Diese Schreie! Das Feuer!" Nun ging sie in die Hocke und wippte leicht vor und zurück. "Luziver schrie sie an. Sie sollten damit aufhören! Sie wussten doch, dass es böse war! Doch einer von ihnen nahm Luziver in den Arm. Er weinte. Er bat Luziver um Verzeihung. Und er sagte, dass Luziver es später einmal verstehen würde. Doch Luziver weiß, dass es böse war. Aber sie hatten Angst. Angst vor ihrem Schwur. Vor dem Schwur, den sie ihrem Mentor gegeben haben. Sie wollten Luziver auch mitnehmen. Aber dann waren sie plötzlich weg, als die Glocken läuteten. So wie sie da waren, waren sie dann auch auf einmal wieder weg. Luziver stand vor der Schenke. Wusste nicht, was Luziver machen sollte. Luziver konnte ja nicht rein! Luziver erinnerte sich... An etwas Vergangenes... Auch mit Feuer und schlimme Schreie. Aber Luziver weiß nicht, was es für Erinnerungen sind." Sie zitterte etwas und starrte einfach in die Leere. "Luziver wurde in eine Decke gehüllt und von einem Soldaten weggebracht, der sich um Luziver kümmerte und einige Fragen von Luziver beantwortete." Als sie den Soldaten erwähnte, zitterte sie nicht mehr und ihr Gesichtsausdruck erhellte wieder etwas, dennoch blieb sie weiterhin in der Hocke. " Bis Luziver in die Reichsklinik gebracht wurde, hatte er sich um Luziver gekümmert. Dort lernte Luziver auch Philia kennen. Philia passte auf Luziver auf. Und Luziver war sehr froh, dass den anderen nichts geschehen ist. Na ja, Shantih kann nicht laufen, sie hat so etwas Komisches am Fuß, denn ihr Fuß war ganz platt gewesen. Und als Philia Luziver baden wollte, denn Luziver war ja noch immer voller Öl, da tauchten diese Kuttenträger wieder auf und schossen mit ihren Pfeilen auf Luziver. Doch Luziver konnte ganz schnell fliehen, aber nun war Luziver nicht nur voller Öl, sondern hatte auch noch Glasscherben im Haar."

Endlich machte die Kleine eine kurze Pause, aber diese war so kurz, dass keiner Mal etwas dazu sagen konnte.
Der Minotaur wusste ja, wie schnell das Mädchen sprechen konnte aber nun würde es ihn mit Sicherheit schon wundern, dass sie so langsam und verständlich sprach, dass man wirklich sehr gut mitkam.
Aber dann redete sie auch schon weiter: "Aber Luziver konnte ja nicht einfach so aus der Klinik raus. Philia schlug ein Versteckspiel vor!" Nun sprang sie auf und war wie immer total fröhlich und strahlte übers ganze Gesicht. "Luziver sollte sich in einer Holzkiste verstecken, diese wurde in eine Kutsche reingetan und so fuhren wir zum Lazarett. Und es wurde noch eine Kutsche losgeschickt. Die Männer die da drin waren, sollten irgendetwas bescheid sagen. Aber Luziver weiß es nicht mehr. na ja, aber dann beim Lazarett konnte Luziver endlich baden und die Glasscherben wurden raus gemacht! Und beim Turnier lernte Luziver dann auch Shankar - "Sie zeigte auf ihn und schien noch mehr zu strahlen.“Und andere Freunde kennen! Und beim Essen, da tauchte ja so ein komischer Mann auf. Und er sprach irgendetwas von etwas ganz schlimmen. Womöglich wird wieder etwas Schlimmes passieren, wie es bei diesen schwarzen Wolken war! Werden dann wieder diese schwarzen Reiter auftauchen? Und müssen wir dann wieder auf die Stille Ebene und kämpfen?" Sie sah den Vermummten fragend an. "Was Luziver auch komisch findet, dass Víramyl, dieser Magie, plötzlich weg war. Denn kurz vor dem Brand, war er noch da gewesen! Und dann war er ja weg. bestimmt hätte er Kazel helfen können. Ach ja! Gibt es hier in Pelgar Elfen aus dem Neldoreth? Sie können Kazel bestimmt wieder zurückholen! Denn sie haben auch Luziver geheilt! oder auch eher zurückgeholt... Ach, Lucy kann dazu besser was sagen auch zu dieser Sache eben in dieser Gasse. Denn als wir in der Gasse waren, da war hauptsächlich Lucy da. Ähm -" Ihr fiel nun ein, dass alle außer Shankar ja nichts von Lucy wussten und sie auch nicht kannten. "Lucy ist Luzivers zweite Persönlichkeit und passt auf Luziver auf. wenn es zu einem Kampf kommt, ist sie dann da, denn Luziver kann eigentlich nicht kämpfen. Luziver mag so was auch nicht. Luziver möchte keinem anderen wehtun. Deshalb könnte auch sie mehr was zu dem Ereignis auf der Stillen Ebene erzählen. Ach ja... Und einer dieser Kuttenträger hat seinen Umhang zurückgelassen!" Nun hob das Mädchen endlich den Umhang auf und streckte diesem dem Ratsmitglied entgegen, bis sie den Toten auf dem Schreibtisch erblickte. "Ach du meine Güte! Warum schläft er denn auf dem Schreibtisch?" Erneut ließ sie den Umhang einfach fallen und ging zum Bettler hin. Sie betrachtete sein Gesicht. "Der sieht ja komisch aus! Überall dieses rote Zeug! Und er sieht so blass aus... Wie der eine Mann, neben dem Luziver lag, als Luziver in die Reichsklinik gebracht wurde. Ihr Pelgarer seid echt seltsame Menschen! Diese Sanitäter haben dann die Decke über seinen Kopf gemacht. Und irgendwie haben die dann versucht, Luziver zu erklären, warum die das gemacht haben. Na ja, Shantih hat eher versucht es Luziver zu erklären. Aber Luziver versteht das einfach nicht. Auch damals im Neldoreth, als Kazel, Shantih, Ascar, Gob und Luziver nach Víramyl gesucht haben. Na ja, wir haben eher nach einem Turm gesucht... Jedenfalls ist Luziver dann auf ein Dorf getroffen, wo überall Menschen rum lagen. Und überall war auch dieses rote Zeug. Es hat auch fürchterlich gestunken! Und manche dieser Menschen sahen echt schlimm aus. Manchen fehlte ein Bein, oder ein Arm, oder auch mal der Kopf. Und Shantih hatte gemeint, dass sie tot seien. Dass sie ganz weit weg wären. Aber jemand kann nicht ganz weit weg sein, wenn er doch da am Boden liegt! Genauso wie der Mann auf der Kutsche zur Reichsklinik. Und wollt ihr Luziver jetzt auch erzählen, dass der hier auch weit weg wäre, obwohl er hier auf dem Tisch liegt?"
Luziver legte ihren Kopf schief und hopste wieder zurück zum Zweiten. "Und Luziver versteht euch Wesen auch Celcia einfach nicht. Luziver hat euch von Anfang an nicht verstanden, warum ihr euch immer versteckt. Sei es hinter Kapuzen, Helmen oder diese Rüstungen, wir ihr sie nennt. Ihr seid ehrlich seltsam. Aber Luziver mag euch! Ihr seid ja auch lustig!" Nun redete sie wieder wie ein Wasserfall vor sich hin. Wieder hob sie den Umhang auf und wartete nun, was der Vermummte zu sagen hatte. Nun, als sie vom eigentlichen Geschehen sprach, redete sie ganz normal, nur jetzt zum Schluss quasselte sie wie immer.
Wobei es doch auch vielleicht interessant zu hören war, dass sie den Magier kannte und auch auf der Stillen Ebene dabei gewesen war. Und es gab auf jeden Fall eine Frage, die sehr interessant war: Warum nannte das Mädchen nicht den Namen der Frau, die ihren Freund Kazel ebenfalls geholfen hatte?
Zuletzt geändert von Luziver am Dienstag 20. Januar 2009, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Der Hohe Rat » Dienstag 20. Januar 2009, 17:35

Das Ratsmitglied schaute auf das Mädchen herab, welches kaum nach seinem Eintreffen an ihn heran trat. Er selbst saß auf einem der vielen Stühle, doch überragte er Luziver immer noch mindestens um einen Kopf. Sein Blick schien zuerst auf ihren roten Augen zu haften, anschließend auf dem Umhang in ihren Händen, während er zuhörte.
Sie bat, dass man ihrem Freund Kazel half, ehe sie ihre Informationen über den Schenkenbrand preisgeben würde. Sie forderte also. Obwohl das Mädchen jung und unschuldig wirkte, besaß sie doch einen manthala'schen Hang zur Listigkeit. Das Ratsmitglied rührte sich keinen Deut. Es lauschte erst einmal, wohingegen der Sekretär eifrig Notizen machte, um nichts zu verpassen. Sein Blick war allerdings immer noch auf den Leichnam auf seinem Tisch ausgerichtet.

Nachdem Luziver ihre Bitte geäußert hatte, antwortete der Zweite zunächst überhaupt nicht. Anscheinend ließ er sich die ganze Sache erst einmal genau durch den Kopf gehen. Dies hatte überraschenderweise zur Folge, dass Luziver nun doch noch Einzelheiten über die Brandstiftung verlautbaren ließ.
<b>Nun sind wir garnicht mehr gezwungen, diesem Kazel zu helfen – der ja in der Reichsklinik gut aufgehoben zu sein scheint. Das Mädchen hat eine Fixierung am Bett mit Fesseln verwechselt. Anscheinend weiß sie nicht, dass es den Patienten nur ein Schutz vor sich selbst sein soll. Manipulation ... hmm ...</b> Das Ratsmitglied lehnte sich zurück, doch sein Gesicht blieb unter der Kapuze verborgen.

Nun war hohe Konzentration gefragt! Luziver erzählte nämlich nicht nur mit einer Geschwindigkeit, dass es einem in den Ohren klingelte, sondern für einen Außenstehenden wie das Ratsmitglied oder den Sekretär ziemlich ... verwirrend. Man musste zwischen den Zeilen lesen, um das Grundlegende zu verstehen und scheinbar hatte nicht wirklich alles mit der Schenke zu tun.
Der Stift des Sekretärs kratzte eifrig über das Papier.

Unterdessen sah man Luziver immer mehr an, dass sie sich bei ihren Erzählungen unwohler fühlte. Sie hielt sich bereits den Kopf und der Umhang, den sie gehalten hatte, glitt auf den sauberen Steinboden. Der Sekretär war mit zwei Schritten bei dem Mädchen, hob den Stoff auf und notierte "Beweisstück?" auf seinem Papier.
Derweil wurde es um Luziver immer schlimmer. Der Rat ... beobachtete ihr Wippen. Ihre Worte wurden immer unglaublicher, ihr Zustand schlechter. Sie beruhigte sich erst, als sie von ihrer Rettung durch einen Soldaten sprach.
Dieser war dem Hohen Rat bereits bekannt, selbst, wenn ihnen der Name nicht geläufig war. Alle Soldaten, die am Tatort der Brandstiftung – also beim <i>Pony</i> – waren, hatten einen Bericht abgeben müssen. Noch immer arbeiteten fleißige Leser im Auftrag des Rates die Seiten durch und notierten sich jede wichtige Einzelheit.
Ebenso wusste man über den verrückten Propheten beim Turnierbankett Bescheid. "Um diesen Mann hat man sich bereits gekümmert", warf das Ratsmitglied ein und kam so erstmalig zu Wort. Ob Luziver ihn überhaupt gehört hatte, war fraglich. Sie plauderte munter weiter, fragte nach dem Elfenmagier Víramyl, der in Pelgar durchaus bekannt war. Eine Statue in der Halle der Helden war ihm geweiht.

"Meister Víramyl ist ein sprunghafter Zeitgenosse", meldete sich der Sekretär. "Er taucht auf, wann er es für richtig hält und verschwindet wieder, wenn er glaubt, seine Arbeit getan zu haben. Seine Motive versteht nur er selbst, wie er einst dem Rat persönlich bekannt gab."
"Oh ja, ich erinnere mich", erwiderte der Zweite, brachte dann aber seinen Sekretär mit einer Geste zum Schweigen und nickte Luziver zu, damit sie fortfahren mochte. Was sie jetzt allerdings erzählte, hätte sie wohl besser für sich behalten. Die Miene des Sekretär verriet, was er darüber dachte. Ein Mädchen mit zwei Persönlichkeiten? Aber es kam noch besser! Kaum, dass Luziver den Umhang nun an das Ratsmitglied übergeben hatte, schien ihr wie aus heiterem Himmel plötzlich der Tote aufzufallen. An sich noch nicht allzu verwunderlich, wenn man mal an das bereits Gesagte dachte. Doch dann berichtete das Mädchen von einem Dorf im Neldoreth, dessen Bewohner anscheinend einem Gemetzel zum Opfer gefallen waren. Das Ratsmitglied erhob sich und trat neben Luziver an den Tisch. Er legte ihr gar die Hand auf die Schulter und drückte diese. <b>Armes Kind</b>, dachte er. <b>Was ein Trauma so alles anrichten kann. Sie gehört unter Schutz gestellt!</b> Der Zweite des Hohen Rates zu Pelgar setzte anschließend vollkommen neue Überlegungen auf, während der Sekretär fast seinen Stift fallen ließ. Er war vollkommen verwirrt.

<i>"Und Luziver versteht euch Wesen auch Celcia einfach nicht."</i> "Wa-wa-WAS?!" Die Brille des Sekretärs hüpfte von seiner Nase. Es gelang ihm, sie gerade noch so aufzufangen, wenngleich er dazu Verrenkungen anstellen musste, die eines Schlangenmenschen ebenbürtig gewesen wären. Er setzte seine kostbaren Augengläser zurück an Ort und Stelle, nur um Luziver dann wie ein Ork anzustarren, der abwesend war, als die Gehirne verteilt wurden.
Die Mimik des Ratsmitgliedes blieb allen verborgen, aber auch er richtete den Blick auf das Mädchen. Anschließend drehte sich seine Kapuze aber zu Shankar. "Ihr passt auf sie auf? Ich schätze mal, das war eine überaus gute Entscheidung. Dennoch, nach dieser langen Rede ..." Seine Hand glitt von Luzivers Schulter. "Es wird Zeit zu Handeln. Deine Informationen, kleines Mädchen, sind in der Tat interessant und möglicherweise hilfreich. Was es mit deinem Freund auf sich hat, werden die Medici der Reichsklinik schon herausfinden. Da solltest du dir keine Sorgen machen, selbst wenn dies mit der Manipulation stimmen sollte." Man bemerkte die Skepsis, welche aus den Worten des Ratsmitglieds drang. Er glaubte wohl ebenso wenig wie der Kommandant daran, dass jemand aus Burgstein einen Wildfremden – ob Mischling oder nicht – manipulieren sollte. Immerhin stand hier auch nur Luzivers Aussage im leeren Raum. Sie hatte keinerlei Beweise und konnte diese vermutlich auch nicht vorbringen. Auch übrige Zeugen wie diese Ninane oder die Frau namens Philia existierten bisher nur aufgrund von Luzivers Aussagen. Sie hatte niemanden mitgebracht.
"Sollte dein Freund tatsächlich manipuliert sein, so bietet Pelgar eine Menge erfahrener Leute auf diesem Gebiet, die sich um ihn kümmern werden können. Allen voran Dr. Landria Sinal. Sie ist eine Expertin der Geisteswissenschaften. Wir lassen sie benachrichtigen."

Er schritt zu der Stelle, an der Luziver den Umhang hatte fallen lassen, und hob ihn auf. Der Stoff war einfaches Leinen, schwarz gefärbt. Diesen konnte man in Pelgar an jedem zweiten Marktplatzstand erstehen.
"Du kennst weder die Motive dieser geheimnisvollen Gruppierung, noch weißt du den Namen ihres Mentors? Verzeih, natürlich weißt du es nicht. Sonst hättest du es bereits erwähnt." <b>Wie scheinbar alles andere.</b> "Wichtig ist jetzt deine Sicherheit. Dir bleiben meines Erachtens zwei Möglichkeiten: entweder du verlässt Pelgar sofort und hoffst darauf, dass diese Kuttenträger dich daraufhin nicht weiter verfolgen oder du begibst dich in den Schutz unserer Hauptstadt. In diesem Fall lasse ich eine Kutsche vorfahren, die dich sofort an einen sicheren Ort bringt. Dorthin wird es keinen Kuttenträger verschlagen und man kann dir helfen." <b>Armes Kind, du brauchst wirklich Hilfe ... zwei Persönlichkeiten ... und dann noch dieser Satz von eben ... ist sie denn keine Celcianerin?</b>

"Ein anderes Angebot kann der Hohe Rat dir nicht machen", meinte der Sekretär, der endlich auch seinen Stift wieder aufgehoben hatte. Er schaute zu Shankar hinüber, welcher bislang nicht groß am Geschehen teilhaben konnte. Wie ein stummer Leibwächter, aber gut, dass er auf Luziver achtete.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Shankar » Dienstag 20. Januar 2009, 18:00

Der Sekretär schien nun endlich zu begreifen, worum es hier ging und würde man würde hoffentlich die beiden nun ernstnehmen. Shankar war es nicht entgangen, dass dieses dünne Etwas die beiden Wegschicken wollte.
<b>Hätten die wohl gerne gehabt!</b>
dachte sich Shankar als der Sekretär nach einem der Ratsmitglieder rief. Nun war Shankar wirklich gespannt wie eines der Ratsmitglieder aussah, jemand mit so einer Position musste sehr ehrfürchtig wirken. Als allerdings eine in einer Kutte eingehüllten Gestalt hereinkam, war Shankar doch etwas enttäuscht. In seinen Inneren fragte er sich was das soll:
<b>Wieso kann man kein Gesicht sehen? Hält er einen für nicht gut genug oder ist es eine frage des Ranges, ob man sein Gesicht sehen kann oder nicht? Vielleicht ist der Kerl einfach nur potthässlich...</b>
Waren einige Gründe die sich Shankar dabei dachte. Sogar der letztere war tatsächlich für ihn eine Möglichkeit. Es war zugegebener Maße schon beeindruckend als seine Stimme im Raum widerhallte, dennoch war er nicht so wirklich Respekt einflößend. Konnte es auch daran liegen, dass der Minotaur kein Bürger von Pelgar war. Als Luziver anfing zu erzählen, machte Shankar noch keine an stallten sich hinzusetzen. Stattdessen stand er mit verschränkten Armen da. Ihm war es entfallen, dass Luziver sehr lange brauchte um etwas zu erzählen. Als sie schließlich zu dem Teil: <i>"Als wir den Kuttenträgern begegnet waren, da ist Luziver gemeinsam mit Shantih, Ninane, Roxas und so einem anderen Mädchen nach draußen gegangen. Denn Ninane wollte sagen, wo Kazel war."</i>, war setzte Shankar sich doch hin. Er hörte nur mit einem Ohr zu, da er erstens die ganze Geschichte schon kannte und zweitens trotz Luzivers Versuch alles ruhig zu erklären, doch nicht alles verstehen könnte. Außerdem hatte sie, so erinnerte sich der Stiermann, die Geschichte etwas anders erzählt. Während er halbwegs mithörte, sah er sich das Ratsmitglied und seine Begleiter an. Auch diese waren bis an die Zähne bewaffnet und in Eisen gehüllt. Das Mitglied selber, darüber konnte man nicht sehr viel sagen. Konnte überhaupt jemand etwas über ihn oder vielleicht sogar ihr sagen? Nach der Stimme zu Urteilen, war er allerdings doch ein Mann. Obwohl er, wie schon gesagt, nur mit einem Ohr zuhörte, bekam Shankar die Aufregung von Luziver mit. Allerdings wollte er nicht einmal in Ansatzweise versuchen sie zu beruhigen. Immerhin war sie in der Lage die Kuttenträger abzuwehren und daher sollte sie auch das schaffen. Natürlich sah er nun auch mit einem Auge hin, ließ es dann wieder als Luzivers Laune sich besserte.
Als Luziver schließlich zu den interessantesten Teil kam, man muss wohl nicht erwähnen dass es der Teil war wo sich die beiden getroffen hatten, grinste Shankar mit offenen Augen das Ratsmitglied an. Kurz danach schweifte Luziver ganz vom Thema ab und Shankar hörte von da an wieder nur mit einem Ohr zu und ließ das Beobachten nun ganz. Vielleicht war es nicht Höflich. Es ging dem Minotauren auch nicht um irgendwelche Etikette sondern darum, nicht wieder von ihren Erzählungen
Kopfschmerzen zu bekommen.

<i>"Ach du meine Güte! Warum schläft er denn auf dem Schreibtisch?"</i>
ruckartig sah Shankar zu Luziver.
<b>Stimmt ja, sie weiß nicht was der Tot ist!</b>
fiel es Shankar wieder ein und sah kurz jeden, außer natürlich Luziver, an und deutete mit dem Finger vor dem Mund und bösen Blick an, kein einziges Wort über den Toten zu verlieren. Natürlich machte er das, während sie es nicht sehen konnte.
Wieder erzählte sie über etwas in ihrer Vergangenheit und fragte als letztes ob man ihr erzählen wollte, dass der Mann auch weg war oder so etwas. Shankar wusste nicht wie er ihr sowas erklären sollte. Er wusste noch nicht einmal, ob dies <u>seine</u> Aufgabe als Begleiter war. Wahrscheinlich konnte man die beiden schon als eine Art Freunde ansehen, Luziver machte es wohl seit Anbeginn. Doch gehörte Shankar zu die Art von Freunden, die einem so etwas beibringen? Er war der große, starke Freund, der einem Beschützte. Mehr als das brachte Shankar nicht...noch nicht.....vielleicht...vielleicht später.....ja....später könnte er es ihr erklären....aber nicht heute....nicht jetzt.....nicht in diesen Augenblick....
Im Moment war nur zu hoffen, dass der Zweite Verstand und zu dem Thema Tod schwieg. Außerdem war es nicht in seiner Hand ihr dabei zu helfen. Er sollte vielmehr bei anderen Sachen helfen und wollte es anscheinend auch.
<i>"Ihr passt auf sie auf? Ich schätze mal, das war eine überaus gute Entscheidung. Dennoch, nach dieser langen Rede ...Es wird Zeit zu Handeln. Deine Informationen, kleines Mädchen, sind in der Tat interessant und möglicherweise hilfreich. Was es mit deinem Freund auf sich hat, werden die Medici der Reichsklinik schon herausfinden. Da solltest du dir keine Sorgen machen, selbst wenn dies mit der Manipulation stimmen sollte."</i>

<b>Sie sollte sich eher darum Sorgen, dass es ihr niemand glaubt.....obwohl er irgendwo recht hat...wieso sollte man einen Wildfremden Kerl Manipulieren?</b>
Shankar wurde Hellhörig, als das Rats-Mitglied sein Angebot abgab.
<span style="color:FFFFFF;"> "Kritzelt weiter oder tanzt mit eure Brille herum" </span>
knurrte der Minotaur und sah nun zu Luziver:
"Es wäre besser wenn du das Angebot annimmst und dich an einen sicheren Platz bringen lässt..."
fing er an. Durch dieses Angebot kam ihm eine Idee:
"....du brauchst Schutz und das so lange wie es geht. Du wirst verfolgt, aber ich nicht! Ich weiß du willst nicht herumsitzen...."
<b>Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich dich gut genug kenne um das zu beurteilen.</b>
"....aber dir kann jederzeit etwas passieren. Du willst doch Kazel helfen? Doch solange diese Kerle dort herumlaufen wirst du es nur schwer schaffen. Wir müssen diese Kuttenträger und sie erledigen. Doch wenn du nach denkst dann müsste dir auffallen, dass wir fast nichts über diese Leute wissen. Nur, dass sie Kuttentragen und irgendeinem Schwur haben. Mir wollen sie nicht an den Pelz! Ich kann mich frei bewegen! Also kann ich versuchen etwas über sie herauszufinden oder wenigstens diese Sinal finden, damit sie Kazel hilft. Du solltest erst einmal nur dort bleiben wo es sicher ist....oder mit ein paar Leibwächtern herumlaufen. Nimm doch das Angebot dieses Mannes an und lass dich an einen sicheren Ort bringen."
bat er sie zum Schluss und warf noch einmal einen Weg zum Zweiten:
"Euch sollte doch hoffentlich klar sein, dass ich auch wissen sollte wo dieser sichere Ort ist oder?"
Zuletzt geändert von Shankar am Dienstag 20. Januar 2009, 18:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Luziver » Montag 23. Februar 2009, 22:23

Luziver erzählte einfach das was sie wusste, schweifte ab und zu auch mal ab und der Schreiber hatte ziemlich viel Mühe ihr zu folgen. Vermutlich auch der Vermummte, denn das Mädchen redete immer schneller.
Dann wurde sie auf den Toten aufmerksam und alles ging dann plötzlich sehr schnell.

Das Ratsmitglied stand dann irgendwann erst bei ihr, legte die Hand auf ihr Haupt und kurz danach auf die Schulter.
Schweigend hörte sie alles mit an, was dann nun gesagt wurde. Hörte jedem zu. Während sie zuhörte wich sie einige Schritte aus, entfernte sich ein bisschen von den anderen drei und sah auch selbst Shankar leicht misstrauisch an.

Doch plötzlich wurde es um die anderen herum kälter. Die Kälte schien ihnen erst entgegen zu peitschen und es kam ganz klar von dem Mädchen.
Ihre Augen waren kälter und misstrauischer. Aber dann grinste sie schief und lachte plötzlich auf. "Glaubt ihr ehrlich dass selbst Luziver so doof ist?" Sagte Lucy laut und ihre Gesichtszüge verdunkelten sich und die roten Augen funkelten leicht. "Du kannst dir doch denken, dass dieser sichere Ort Burgstein ist! Ist dir nicht aufgefallen, wie schockiert die waren, als Luziver zu euch Celcianer gesagt hatte? Selbst ich konnte deren Angst förmlich riechen und tue es noch immer! Denn ich kenne diesen Geruch von den Menschen wenn sie vor etwas Unbekanntem Angst haben. Nur zu oft habe ich es gerochen. Und es ist erstaunlich wie sich Menschen gleichen, egal wie entfernt deren Siedlungen sind. Alle haben sie Angst." Lucy grinste -scheinbar belustigt - in die Runde. "Und außerdem wissen weder Luziver noch ich woher wir wirklich kommen. Ob wir aus Celcia sind oder nicht, also ursprünglich. Wir kennen unsere Herkunft nicht, sind bei einer älteren Frau, die wir Großmutter nennen - aufgewachsen. Nicht weit von einem Dorf mit Menschen, die Angst vor Luziver hatten und sie immer beschimpften. Und ihr wollt uns in die Anstalt abschieben." Das grinsen verschwand und mit einem durchdringenden Blick sah sie den Sekretär und den Vermummten an.

"Und noch was. In diesem Körper sind nicht einfach zwei Persönlichkeiten, wie es bei vielen ist, wenn die irgendwann durchdrehen und mehrere Persönlichkeiten entwickeln. In diesem Körper leben wahrhaftig zwei Seelen. Und falls es euch nicht aufgefallen ist, kann man es auch auseinander halten mit wem es man gerade zu tun hat. Wenn ich da bin, breitet sich Kälte aus. Die Kälte die ich ausstrahle, man könnte es vielleicht auch meine Aura nennen. Und wagt es nie mehr Luziver anzurühren! Auch wenn es eine Berührung an der Schulter oder am Kopf wie eben ist! Denn IHR habt nicht das Recht zu! Nur weil ihr lästige Menschen seid, heißt es nicht, dass ihr euch alles erlauben könnt! Und zu dieser Sinal... Sie ist die Beste in ihrem Gebiet?" Das Mädchen hob eine Braue und verschränkte dann die Arme vor der Brust. "Wenn das so ist würde ich sogar mein Leben darauf verwetten, dass DIE dahinter steckt! Beste in ihrem Gebiet heißt Beste darin Menschen zu manipulieren! Ihr kennt Kazel nicht. Ihr kennt keinen von denen in der Anstalt. Weder die dort eingeliefert werden, noch die, die dort arbeiten! Aber ich kenne Kazel! Und diese Verbrecher haben ihn kaputt gemacht! Ihr könnt auch Shantih fragen. Sie ist zur Zeit bei ihm. Weglaufen kann sie ja wohl kaum, mit dem Klotz am Fuß. Sie ist im Moment selbst in der Reichsklinik. Sie besitzt auch das Medallion. Ein Medallion das beschützt. Es leuchtet auf wenn Gefahr in der Nähe ist und es wird sie auch beschützen. Sie trägt es zudem auch um Kazel zu beschützen. Und eigentlich würde ich verlangen, dass keiner der Anstalt sich auch nur annähernd der Tür des Zimmers von Kazel nähern sollte, doch er ist euch doch scheiß egal! Vielleicht daher, weil keiner von euch weiß wie es ist Freunde zu haben."
Nun kehrte das undefinierbare Grinsen zurück. "Wenn ihr wüsstet wie es ist Freunde zu haben, diese leiden zu sehen... Zu wissen wenn sie gebrochen und nicht mehr sie selbst sind... Und wenn ihr wüsstet wie diese verfluchte Lage ist, wenn keiner einem helfen will und keiner einem glaubt, dann hättet ihr schon alles daran gesetzt dem nachzugehen was hier vor sich geht. Nicht mal der Hohe Rat weiß, was hinter seinem Rücken so los ist! Pah!" Lucy lachte kurz und hell auf, das Grinsen verschwand nicht. "Ihr tut mir leid! Ehrlich! Keine Freunde zu haben! Und ihr mögt zwar Macht hier in Pelgar haben, aber scheinbar keinen richtigen Überblick was hier so geschieht. Ich finde es mehr als nur merkwürdig, dass die Verbrecher der Anstalt selbst den Rat nicht so einfach da rein lässt. Aus Schutz der Patienten, oder weil die etwas zu verbergen haben? Vielleicht hängt es ja mit den Kuttenträgern zusammen. Und vielleicht gibt es doch eine Art Verbindung mit Kazel? Vielleicht kam er hinter irgendetwas und sie wollten ihn... beseitigen?" Aus dem Grinsen wurde ein Lächeln, doch war es noch immer recht provokant wie das Grinsen. "Man merkt, dass ihr 1 und 1 nicht zusammen zählen könnt und euch es mehr als nur egal ist, was hier so geschieht, sonst wärt ihr womöglich viel weiter als vorher. Immerhin konntet ihr nicht mal kontrollieren, was so der alte Kommandant alles angestellt hatte! Dass er Unschuldige eingesperrt hatte! Und ich lehne beide Angebote ab, in meinem und auch in Luzivers Namen! Denn wir werden nicht fliehen und erstrecht nicht UNSERE FREUNDE hier alleine bei euch lassen! Niemals! Und in die Anstalt... Nein danke, im Gegensatz zu Kazel habe ich wenigstens die Wahl und ich lehne es garantiert ab. Ein Angebot kann man dies nicht nennen. Ihr habt nur Angst vor mir und Luziver. Weil wir anders sind. Weil wir nicht zu euch gehören. Doch zum Glück ist nicht jeder Mensch so erbärmlich wie ihr! Shantih zum Beispiel. Sie kann sehr gut mit Luziver umgehen und auch mit mir. Kazel war gerade dabei es zu lernen, doch wurde er auf der Stillen Eben von dem alten Kommandant entführt, nachdem er und natürlich wir anderen euch alle den Hintern vor diesem Faldor und seiner Armee gerettet hatten! Und dann muss hier in Pelgar etwas geschehen sein, dass man seinen Stolz nahm und ihn so brach. Dass er gefesselt wird... Wer weiß was ihm alles in der Anstalt angetan wurde." Lucy wirkte gerade etwas abwesend und sah nach oben. "Ich vertraue nur der Reichsklinik, doch wissen die alle nicht mit ihm umzugehen. Und keiner der Anstalt soll sich auch nur seinem Zimmer nähern. Diese Verbrecher machen alles nur noch schlimmer. Langsam kommt es mir so vor, dass ihr alle wollt, dass er so leidet. Vielleicht, weil er ein Mischlingself ist? Ist es das? Dass er kein richtiger Elf ist? Er traute sich nicht mal in das Dorf der Elfen im Neldoreth! Ihr Menschen nehmt euch einfach zu viel heraus! Ihr formt andere so wie ihr es wollt, bemerkt man dies und wehrt sich dagegen, dann versucht ihr es mit allen Mitteln und mit Gewalt!" Ruckartig sah sie zum Ratsmitglied. Ihr Blick war ernst und durchdringend.

Das Mädchen wandte sich ab, um zu gehen doch blieb sie stehen, drehte sich aber nicht zu den anderen um. "Wenn ihr Zeugen sucht, ich kann euch Namen nennen. Die Krankenschwester Philia, das Mädchen Niniane, der Löwenhybrid Roxas, Shantih, vielleicht noch das rothaarige Mädchen Lola, wobei ich nicht weiß ob sie noch lebt. Und Philia trafen wir erst später in der Reichsklinik. Nur so neben bei. Und da fällt mir ein... Dass ich einen Namen noch vergessen habe. Eine Person, die viel mehr weiß als es selbst Niniane tut. Diese Person weiß, wer es Kazel angetan hatte." Langsam drehte Lucy ihren Kopf leicht nach hinten und dadurch auch ihren Oberkörper. Es sah ziemlich unheimlich aus, diese kalten und roten Augen... "Diese Person heißt Morticia. Dass sie eine Gesuchte hier in Pelgar ist weiß ich. Und dass sie eine Mörderin sein soll. Glaubt nicht, dass ich nur ihren Namen weiß. Fragt mich nicht, warum sie Kazel retten wollte." sie machte eine kurze Pause. "Ja, sie wollte Kazel helfen. Fragt mich wirklich nicht warum. Ich war ihr nur kurz begegnet. Sie brachte Kazel hinunter in den Keller, gemeinsam mit Niniane." Das Mädchen zitterte leicht sie biss sich auf ihre Unterlippe sprach dann aber weiter. "Das ist nicht mehr Kazel! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Kontrolle über den Körper. Und er dachte vermutlich, dass ich Luziver sei! Wie er mich angeschrieen hat. In dieser kalten und beängstigenden Sprache! Seine Augen... Sein Blick... Auch wenn ich nicht verstand was er brüllte, doch weiß ich es:" Nun drehte sie sich noch einmal ganz zu ihnen um und fuhr fort. "Er will Luziver töten! Das ist nicht mehr Kazel... Nein..." Ihre Worte waren fast nur noch ein kalter Hauch, voller Angst. "Er will auch Shantih etwas antun. Dabei... Dabei haben sich die beiden sehr gern. Ich weiß nicht wie ihr das nennt... Aber ganz am Anfang haben sich beide ziemlich angestellt. Noch nach und nach merkte man, wie sie sich mochten und konnten es auch eher zeigen. Und kommt nicht auf die Idee, dass er es nur gespielt hatte. Denn das Medallion von Großmutter, kann man nicht austricksen! Es leuchtet sofort bei Gefahr auf. Und Kazel ist nun eine Gefahr. Für Luziver und Shantih. Keine Ahnung ob er mich noch kennt, so wie er manipuliert wurde... Scheinbar denkt er nicht mehr daran, dass in diesem Körper auch noch ich lebe. Luziver braucht in keine Anstalt oder muss auch nicht fliehen! Da sie mich hat! Schon immer habe und konnte ich sie beschützen! Und mittlerweile haben wir Freunde gefunden, die sie ebenfalls beschützen. Denn überall ist es sicherer, als in der Anstalt. Oder überhaupt als hier in Pelgar! Denn der Rat scheint die Augen vor der Wahrheit zu verbergen und nur das zu sehen, was er sehen möchte!" Das Mädchen atmete tief ein und langsam wieder aus. "Ich werde es selbst in die Hand nehmen und Kazel retten, wenn ihr nicht bereit dazu seid, einem verzweifeltem Mädchen zu helfen, dass ihre FREUNDE schützen möchte und alles für sie tut. Denn dafür sind Freunde da! Mittlerweile sehe auch ich die anderen als Freunde, auch wenn ich ihnen oft zeige, dass ich sie nicht leiden kann, doch mittlerweile geht es." Ihre letzten Worte murmelte sie und sah kurz zur Seite bevor sie wieder entschlossen zum Sekretär und zum Zweiten sah. "WENIGETSNS WEIß ICH WAS FREUNDSCHAFT IST! UND WENIGSTENS TUE ICH ALLES FÜR SIE! ICH WÜRDE SOGAR STERBEN FÜR MEINE FREUNDE!" Verkündete sie laut und ballte ihr kleinen Hände zu Fäusten. "Shankar, es kann sein, dass die Kuttenträger nun auch dich jagen werden. Sei dir da besser nicht so sicher ob du wirklich so in Sicherheit bist. Ich schätze es sehr, dass du dir Sorgen um luziver machst, Doch höre in dich hinein und du wirst wissen, was der richtige Weg ist. Sie in die Anstalt abzuschieben, sie ohne Freunde wegzuschicken oder sie für ihre Freunde kämpfen zu lassen. Beide Angebote würde sie vermutlich nur kaputt machen. Besonders die Anstalt. Es würde sie nur zerstören, vielmehr als ein totes Dorf oder ein brennendes Gebäude. Denn Luziver würde ihre Freunde niemals in Stich lassen." Auch wenn sie in erster Linie mit Shankar sprach, so sah sie ihn nicht an. Ihr Blick blieb auf die beiden anderen Anwesenden heften.

"Ich gehe. Dieser Besuch hat zu nichts geführt. Das was der Schreiber geschrieben hat wird irgendwo hinverlegt, denn die Worte eines Mädchens mit zwei Seelen bedeutet hier nichts. Alle Worte sind bestimmt nur auf taube Ohren gestoßen. Auch wenn dieses Mädchen mit den Tätern sprach, die Worte bedeuten nichts. Jedenfalls für den Rat und den Rest Pelgars. Und der Grund für deren handeln lautet Gerechtigkeit. Laut jedem Menschen handelt die Menschheit nur aus Gerechtigkeit. Sei es dass sie ein unschuldiges Mädchen prügeln, beschimpfen und beseitigen wollen, oder ein Gebäude abgebrannt wird und man für diese Gerechtigkeit Leben opfert... Oder sei es wenn man den Namen eines Gottes missbraucht! So wie es hier in Pelgar jeder tut. Meine Worte sind hart und ich nehme mir viel heraus, doch sind es doch auch wahre Worte. Selbst ihr missbraucht den Namen eures Gottes. Ich hoffe, dass dieser besonders diese Stadt dafür bald strafen wird. Als Gott würde ich mir dies nicht gefallen lassen. Und wie verzweifelt muss man denn sein um dessen Namen benutzen zu müssen um Macht zu erlangen? Wie schwach muss man denn sein? Und wie dumm sind Menschen nur, dass sie sich so belügen lassen? Euer Gott kann mir echt leid tun. So missbraucht zu werden. Aber ich sage euch, länger lässt er es bestimmt nicht auf sich sitzen. Unter seinem Namen Verbrechen zu begehen und dazu Gerechtigkeit sagen. Damit meine ich nicht nur diese Kuttenträger. Sondern auch euch und den alten Kommandant. Hoffentlich öffnet zu mindest der Hohe Rat mal endlich seine Augen, wobei es unter solch einer Kutte wohl schwer fallen wird, überhaupt etwas zu sehen... Hm?" Provozierend grinste sie den Zweiten an, aber sofort blickte sie wieder ernst drein. "Und natürlich könnt ihr kein anderes Angebot machen, da es euch egal ist, was mit Luziver geschieht. Und noch etwas: An der Stelle des Rates würde ich mir mal wirklich Gedanken um die Anstalt machen, warum selbst ihr nicht einfach reinkommt. Da ist was mehr als nur faul! Das merkt ja selbst Luziver!" Dies waren die letzten Worte der zweiten Persönlichkeit, bevor sie sich wirklich abwandte und einige Schritte ging. Sie blieb nochmals stehen um auf Shankar zu warten. Besonders der lettze Satz war sehr kalt und sogar eher herablassend gewesen.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Shankar » Montag 2. März 2009, 18:19

Luziver ging und machte nun PLatz für Lucy und tortz ihrer eher eisigen Persönlichkeit brach sie -jedenfalls für ihre Verhältnisse- aus wie ein Vulkan.
Das Mädchen ist wie eine wilde Stierherde.
dachte Shankar sich dabei und sagte nichts weiter. Sie traf einige Punkte, welche selbst den Vermummten überzeugten mussten. Shankar machte sich dieses mal keine Gedanken dazu, da er keinen Sinn darin sah. Am Ende würde er schon alles Verstehen und dann käme für ihn alles ins rechte Licht.
Als sie davon erzählte, dass sie auch ihre ganzen Freunde mochte obwohl sie dies nicht sofort zeigte, da musste Shankar grinsen. Diesen Satz würde er Lucy ihr ganzes Leben lang vorenthalten. Oder sein ganzes Leben, je nachdem wer länger lebte.

Doch was Lucy speziell zu ihm sagte, fand er noch amüsanter:
"Shankar, es kann sein, dass die Kuttenträger nun auch dich jagen werden. Sei dir da besser nicht so sicher ob du wirklich so in Sicherheit bist. Ich schätze es sehr, dass du dir Sorgen um luziver machst, Doch höre in dich hinein und du wirst wissen, was der richtige Weg ist. Sie in die Anstalt abzuschieben, sie ohne Freunde wegzuschicken oder sie für ihre Freunde kämpfen zu lassen. Beide Angebote würde sie vermutlich nur kaputt machen. Besonders die Anstalt. Es würde sie nur zerstören, vielmehr als ein totes Dorf oder ein brennendes Gebäude. Denn Luziver würde ihre Freunde niemals in Stich lassen."
darauf würde er seine Antwort später geben, da das Mädchen fort fuhr.
Am Ende prangerte sie noch den Glauben von den Menschen an und Shankar fragte sich innerlich, welche Rolle Lysanthor im Leben der Menschen von Pelgar hatte.
Der Minotaur selber verehrte ebenfalls Lysanthor aber nur in Bezug auf den Aspekt, dass er ihn als Gott des Kampfes bedachte. Doch die Gebete gingen an den Schöpfer der Tiere, Minotauren, Hybriden und anderen Lebewesen Phaun.
Phaun....was hast du dir mit der Erschaffung der Menschen gedacht? Wieso hast du diese so chaotisch gemacht, dass sie sogar untereinander sich bekämpfen? War dies ein kleines Experiment von dir? Wieso gibt es von diesen so viele und von unserer Art so wenig?"
waren die Fragen welche Shankar im Gedanken an Phaun stellte. Was hatte der Gott bei den Menschen falsch gemacht? Die Minotauren sind ihm auch vortrefflich gelungen.
Nun merkte er, dass Lucy wohl gehen wollte. Die letzten Sätze hatte der Minotaur wohl eher nebenbei bemerkt, da er nun doch seinen Gedanken nachging.
Natürlich wollte er sie weiterhin begleiten und nun sah er seine Gelegenheit nun ihr seine Antwort zu geben:
"Mir war von Anfang an klar, dass diese Kuttenfeiglinge auch irgendwann hinter mir her sind! Wärst du wirklich so schlau wie du immer tust, dann wäre dir eines klar geworden: Ich bin jemand der weiß, dass er sich in Gefahr begibt. Die Sache, dass du und Luziver aufhören solltet diesen ganzen Geheimnissen auf den Grund zu kommen. Das ist auch nicht unbedingt in meinen
Interesse, ich habe auch meinen Spaß daran!"

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Der Hohe Rat » Dienstag 3. März 2009, 12:26

Spätestens jetzt wäre auch dem letzten tumben Celcianer klar geworden, dass Luziver ein wahres Plappermaul war. Ein Folterer hätte es mehr als leicht, ihr Informationen zu entlocken, denn sie brachte sie ja förmlich von selbst an den Mann. Ob ein Geheimnis bei ihr gut aufgehoben wäre? Möglicherweise, denn das Mädchen machte den Eindruck, eher unbewusst drauf los zu reden. Vielleicht konnte sie ja wirklich Geheimnisse für sich bewahren. Alles andere jedoch plauderte sie fröhlich und munter aus, sogar dann, wenn man es nicht hören wollte.
Die ganze Zeit lag eine Art aufwallende Hitze in der Luft, vermutlich aufgrund des eifrigen Redeschwalls der Kleinen. Dann allerdings wich sie herankommender Kälte. Zuerst nickte das zweite Ratsmitglied dankbar in Richtung des Sekretärs, dass dieser ein Fenster geöffnet hatte, aber dem war ja gar nicht so. Der Sekretär zuckte verwirrt mit den Schultern. Alle schauten nun Luziver an. Bis auf Shankar wusste ja niemand, dass sie soeben ihre zweite Persönlichkeit auf den Plan gerufen hatte. Und Lucy war wirklich empört über die Vorschläge des Ratsmitglieds.
Voller Misstrauen gegenüber Burgstein hielt sie eine lange und wütende Rede, dass Luziver sich dort sicherlich nicht einsperren und manipulieren lassen würde. Inzwischen schien es, dass Lucy bereits eine wahre Paranoia gegenüber alles und jedem entwickelt hatte, den man mit der Anstalt in Verbindung bringen konnte. Ja, sogar Dr. Landria Sinal bezichtigte sie bösartiger Gesinnung! Kannte sie die Frau denn? Sie war eine hoch angesehene Geisteswissenschaftlerin, die schon vielen Pelgarern in der Stunde der größten Not geholfen hatte. Ab diesem Zeitpunkt glaubte der Zweite fest daran, dass das Mädchen nicht wirklich wusste, wovon es sprach. Dennoch folgte er ihren Ausführungen weiterhin mit gleicher Aufmerksamkeit wie bisher. Selbst dann, als ihre Erläuterungen immer konfuser wurden. Zwei Persönlichkeiten, zwei Seelen ... sie sollte wirklich einmal wenigstens eine burgstein'sche Untersuchung über sich ergehen lassen. Das Mädchen wirkte ja so verwirrt, andererseits so klar. Doch wie sie grundlos andere kompetente Personen beleidigte und der Manipulation verdächtigte, konnte nicht weiter toleriert werden.
Wenn sie schon nicht nach Burgstein gehen will, um sich helfen zu lassen, dann sollte sie Pelgar besser den Rücken kehren. Der Rat verzog keine Miene, aber unter seiner Kapuze hätte man ohnehin nichts erkennen können. Das würde sämtliche Probleme lösen. Wobei ...

"Wie sprichst du zu einem regierenden Vertreter der Haupstadt, junge Dame?!", mischte sich plötzlich der Sekretär ein. "Kein anderer Celcianer hat wohl mehr Rechte als ein Mitglied des Hohen Rates! Einsperren lassen sollte man dich!"
Der Zweite hob beschwichtigend die Hand und gemahnte den Sekretär so zum Schweigen. "Fahr fort, Kind", sagte er zu Lucy. Diese ließ sich nicht lange bitten.
Ein schützendes Medaillon? "Mit diesem scheinbar magischen Schmuckstück ist dein Freund dann ja vorerst gut behütet", kommentierte er leise. Er wollte Luziver nicht unterbrechen. Diese hielt einen weiteren, langen Vortrag über das allgemeine Thema der Freundschaft und beschuldigte indirekt den Hohen Rat, nicht zu wissen, was dies bedeutete. Der Zweite sagte dazu nicht ein Wort. Sollte sich das Mädchen ihr eigenes - falsches - Urteil bilden. Sie schien ohnehin nur ihre Vermutungen als die reine Wahrheit zu halten und war für andere Perspektiven nicht offen.

"Man merkt, dass ihr 1 und 1 nicht zusammenzählen könnt und euch es mehr als nur egal ist, was hier so geschieht, sonst wärt ihr womöglich viel weiter als voher."
Der Sekretär ließ vor Schreck und angestautem Zorn seinen Stift fallen. Er trat an Luziver heran, spürte wohl am besten die Kälte, die von ihrem Körper ausging. "Wie kannst du es wagen? Man könnte deine Worte als Hochverrat deuten und dich einsperren lassen. Nicht in Burgstein, aber in einer schönen Kerkerzelle, bis man über dich urteilt, kleines Mädchen. Überlege dir lieber, was du laut aussprichst!"
"Sekretär! Es reicht!" Das Ratsmitglied packte ihn an der Schulter und schob ihn von Luziver fort und dicht an seine Kapuze. "Überlegt Ihr Euch lieber, wann Ihr Euch anmaßt zu richten, wo Ihr keinerlei Befugnis dazu habt." Die Worte kamen zischen und verfehlten ihre Wirkung nicht. Der Sekretär schluckte, machte sich klein und nickte nur. Der Zweite ließ ihn los.

Lucy wandte sich ab, nicht jedoch, ohne dem zweiten Mitglied des Hohen Rates einen durchdringenden Blick zuzuwerfen. Er rührte sich nicht. Die Schatten unter seiner Kapuze blieben unergründet. "Du solltest lieber gehen", sagte er ruhig. "Und wenn du dir nicht helfen lassen willst, dann verlasse nun Pelgar. Aufgrund deiner Worte halte ich es nicht länger für angebracht, dass du den Schutz der Stadt genießen darfst." Seine Stimme wurde von Satz zu Satz ernster. "Wenn du also nicht wirklich aufgrund deiner beleidigenden Worte im Kerker landen willst, dann sieh zu, dass du Pelgar den Rücken kehrt. Du bist hier nicht länger erwünscht."
Diese Entscheidung klang hart, war aber gerechtfertigt. Luziver - respektive Lucy - hatte sich als einfache Bürgerin in Gegenwart des Hohen Rates zu viel erlaubt. Ob sie oder Shankar dies verstanden? Wenn nicht würden die Ratswächter es ihr durch eine Festnahme verdeutlichen müssen. Was sie gewagt hatte, hätte jemanden in Grandessa vermutlich mehr als nur den Kopf gekostet. Hier in Pelgar verwies man glücklicherweise die betreffende Person lediglich der Stadt und dies auch nicht für immer. Eben nur solange, bis Gras über die Sache gewachsen war.
Aber Luziver hatte ohnehin vor, zu gehen. Sie wandte sich an den Minotauren. Die beiden hatten einen kurzen Wortwechsel und nun wies auch Shankar das Mädchen zurecht. Sie sollte wahrlich lernen, ihre Zunge im rechten Moment im Zaum zu halten. Es könnte sie sonst eines Tages das Leben kosten.

Der Sekretär ging mit ausholenden Schritten zur Tür, öffnete diese. "Darf ich bitten!" Dies war keine Frage, sondern vielmehr eine Aufforderung. Jene beiden Gestalten sollten nicht länger die kostbare Zeit des Hohen Rates in Anspruch nehmen. Ein glatter Rauswurf, aber nicht unbedingt unberechtigt!
Ein Ratswächter erschien, groß und bullig wie der Minotaur. Er sprach nicht, nickte aber mit dem Kopf. Shankar und Luziver sollten ihm folgen. Er führte sie durch den Gebäudekomplex und hinaus in den Hof, bis er sie vor den Toren des Ratsgebäudes entließ. Nun standen sie da. Der Leichnam und die schwarze Kutte befanden sich noch immer in dem Raum, in dem sie mit dem zweiten Ratsmitglied gesprochen hatten. Sie hatten keinerlei Beweise mehr, aber man hatte ihre Worte zur Kenntnis genommen - ebenso wie Luzivers Beleidigungen, Beschimpfungen und Verdächtigungen. Und nun?
Wohin sollten sie nun gehen?

Unterdessen lehnte sich der Zweite gegen eines der Fenster und schaute in den Hof hinaus. Der Sekretär trat an seine Seite. "Herr, seid ihr sicher, sie werden uns nicht mehr in die Quere kommen?" Ein finsteres Lächeln erschien unter der Kapuze des Ratsmitglieds. Dann zog er sich den Umhang von den Schultern. Darunter kam schwarze Kleidung zum Vorschein. Der Mann wandte sich dem Sekretär zu. "Ich habe sie soeben der Stadt verwiesen. Wenn sie morgen früh noch hier ist, werde ich durch dich Befehl erteilen lassen, sie einzusperren und anschließend durch einen auserwählten Richter zu verurteilen. Dann kommt sie nicht einmal mehr mit dem Leben davon. Es wäre besser für sie, wenn sie Pelgar tatsächlich verlässt."
"Aber könnte sie in anderen Orten ihre Botschaft nicht verteilen und möglicherweise sämtliche Machenschaften stören?"
Der finster dreinblickende Mann lachte den Sekretär an. "Hahaha, hast du sie denn nicht gehört? Wer sollte einer Irren wie ihr glauben? Zwei Persönlichkeiten, dass ich nicht lache. Die Kleine ist vollkommen geistesgestört. Nicht einmal Burgstein würde sie aufnehmen wollen. Vielleicht ...", sinnierter er, "war sie einmal ein nettes Mädchen. Das ist der Einfluss des dunklen Volkes!" Er wandte sich vom Fenster ab. "Sekretär, du wirst weiterhin sämtliche Zeugenaussagen wegen dem Brandvorfall entgegen nehmen. Du weißt ja, in welche Akte sie wandern sollen."
Der Sekretär nickte gehorsam.
"Ach und lass die Leiche hier ... verschwinden. Die Kutte nehme ich mit, schließlich gehört sie einem der unseren." Der Kuttenträger ließ den schwarzen Stoff, den Luziver zurückgelassen hatte, in einem Beutel verschwinden. Dann zog er sich um, getarnt nun als einer der vielen Arbeiter im Ratskomplex und verschwand in den Dutzenden Gängen des Gebäudes ...

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Luziver » Mittwoch 18. März 2009, 16:52

Auch wenn Luziver viel redete, behielt sie Geheimnisse für sich, selbst ein Folterer könnte ihr diese nicht entlocken. Ein gutes Beispiel wäre da das Geheimnis von Kazels Narben. Selbst jetzt, da wo Shantih schon von ihnen wusste, würde Luziver niemals ein Wort darüber verlieren, sie hatte es ihrem Freund Kazel versprochen und sie hielt ihre Versprechen.
Nur Shankar hätte ungefähr erahnen können, was nun auf die Anwesenden zukam. Lucy... Sie nahm wahrlich kein Blatt vor den Mund und sagte ganz offen und kerzengerade ihre Meinung, teilte diese kühl dem Hohen Rat und dessen Sekretär mit.
Amüsiert sah sie dem Schreiberling mit zu, wie er so entsetzt über ihre Worte doch war.
Bei Gelegenheit sah sieh ihn grinsend an und ihr Blick verriet was sie dachte: Arschkriecher!
Wie er auf sie zu ging, weil sie offen ihre Meinung mitteilte und wie entsetzt dieser war, weil sich womöglich nie jemand traute, dies zu sagen was er dachte und das auch noch gegenüber dem Rat! Und dies wurde scheinbar auch noch als Hochverrat angesehen.
Der Hohe Rat... Wie lächerlich!
Luziver heilt sich nun komplett zurück, sprach auch noch nicht mal mit Lucy. Versuchte nicht in Zaum zu halten, wie sonst auch immer. Dieses Mal war es ihr egal, was die zweite Persönlichkeit dem Zweiten zu sagen hatte.

"Du solltest lieber gehen", sagte er ruhig. "Und wenn du dir nicht helfen lassen willst, dann verlasse nun Pelgar. Aufgrund deiner Worte halte ich es nicht länger für angebracht, dass du den Schutz der Stadt genießen darfst." Seine Stimme wurde von Satz zu Satz ernster. "Wenn du also nicht wirklich aufgrund deiner beleidigenden Worte im Kerker landen willst, dann sieh zu, dass du Pelgar den Rücken kehrt. Du bist hier nicht länger erwünscht."
"Du meinst wohl, wenn ich mich nicht manipulieren lassen möchte... Außerdem, wann genoss ich denn die Sicherheit der Stadt, wenn ich erst vor kurzem wieder einmal angegriffen wurde? Beziehungsweise, wenn Luziver bis vor kurzem erst angegriffen wurde. Und scheinbar sind Wesen mit eigener Meinung hier nicht erwünscht." Nun sah auch sie ernst drein, nicht mal ein provozierendes Grinsen - nichts.
Besonders im Moment waren beide Persönlichkeiten sehr empfindlich und selbst Luziver wurde schnell misstrauisch. Doch beide dachten im Moment einfach nur, dass der Rat sich viel zu fein dafür fand um einem Mädchen zu helfen das wiederum einem Freund helfen wollte und kurz vor dem Verzweifeln war.
"Scheinbar seid ihr es nicht mehr gewohnt, dass man euch direkt seine eigene Meinung klipp und klar sagt. Aber -" Plötzlich lächelte sie ganz lieb, wie ein unschuldiges kleines Mädchen, "Danke dass du mir zugehört hast. Und danke für diese 'Gnade'!" In ihren Augen war ein Funkeln, dies verriet den Sarkasmus in ihrem letzten Satz, doch war es auch von ihr erwünscht, dass man diesen gar heraushören konnte.
Und genau mit diesem sarkastischen Unterton bedankte sie sich bei dem Sekretär, der die Tür aufhielt.
Auf Shankars Antwort ging sie erst noch nicht ein.

Sie wurden von einem Ratswächter durch das Gebäude zum Ausgang gebracht. Diesmal aber ehrlich und wirklich recht freundlich - für Lucys Verhältnisse - bedankte sie sich bei dem Mann.
Nun standen sie da. In der Nacht... Und nun?
"Danke Shankar, dass du Luziver nicht in Stich lässt. Du bist wirklich ein guter Freund! Ach ja.. Und wegen dem Satz vorhin... Ja von wegen ich könnte nicht gleich zeigen, dass ich jemanden mag. Bilde dir bloß nichts darauf ein! na ja, dadurch dass du dein leben riskierst, obwohl wir uns nicht lange kennen. Das hat schon mehr als nur meinen Respekt verdient!" Sie grinste ihn an. "Danke!"

"Meinst du, ich soll Camara wieder sein Abzeichen zurück geben? Es ist recht spät... Oder früh... Jedenfalls ist es ja noch dunkel. Oder soll ich etwas warten..." Dachte sie nach, wobei die letzten Worte eher an sich selbst gerichtet waren. "Wir gehen erst noch zu Shantih zurück, um ihr bescheid zu geben." Lucy machte eine kurze Pause und ging schon mal einige Schritte weiter. "Ich weiß nicht... Ob ich die Stadt verlassen soll... Immerhin kann ich die nicht einschätzen, wie ernst die das meinen."

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Shankar » Samstag 21. März 2009, 15:33

Shankar kannte es von zu Hause, dass der Anführer es sich schon einmal herausnahm jemanden hinaus zu werfen. Auch wenn er selber niemals so einen hohen Rang haben würde, er hätte niemals jemanden wegen so eines dämlichen Grundes wie einiger Worte hinausgeworfen. Immerhin hatte Lucy ja kein Verbrechen verübt, sondern nur gesagt was sie dachte. Anscheinend konnte dieses Ratsmitglied -wie Lucy ja schon erwähnte- nicht sehr viel einstecken und das ist für einen Anführer keine gute Eigenschaft.
Einer der Ratswächter wurde hergeholt, er hatte schon ganz nette Maße und man schien absichtlich jemanden hergeholt zu haben von dem man erwartete er könne den Minotauren in Schach halten. Doch die Anwesenheit von diesen Mann alleine reizte Shankar schon einen Streit zu provozieren. Zu zeigen wer der Überlegene von beiden war und damit ein Zeichen zu setzen.
Zuerst probierte Shankar den Mann zu Ignorieren und knurrte diesen aber dann doch kurz an.
"Dann verschwinden wir eben!"
rief der Minotaur und folgte widerwillig. Trotz kroch ihm langsam hoch und er versuchte den Kerl nicht zu beachten, der sie hinaus führte. Dennoch grummelte er leicht beleidigt.
"Danke Shankar, dass du Luziver nicht in Stich lässt. Du bist wirklich ein guter Freund! Ach ja.. Und wegen dem Satz vorhin... Ja von wegen ich könnte nicht gleich zeigen, dass ich jemanden mag. Bilde dir bloß nichts darauf ein! na ja, dadurch dass du dein leben riskierst, obwohl wir uns nicht lange kennen. Das hat schon mehr als nur meinen Respekt verdient!"
Er sah kurz zu ihr hin und musste beim Anblick ihres grinsens selber Grinsen und nach ihren Danke wollte er auch noch einige Worte sagen:
"Ach weißt du Lucy, ihr beide habt eben Mut und Courage bewiesen und ob du es mir nach diesen Gespräch noch glaubst aber ich komme von einer Gegend in der sowas sehr geschätzt wird. Natürlich kann man von da hinausgeworfen werden...."
kurz sah er in die Richtung des Wächters und sagte nun etwas lauter:
"ABER WENN MAN SCHON HINAUSGEWORFEN WURDE, DANN VOM ANFÜHRER PERSÖNLICH UND NICHT VON IRGENDEINEM DIENER IN BLECHRÜSTUNG!!"
dies konnte er sich nun wirklich nicht verkneifen und Konsequenzen konnte er ertragen.
"Meinst du, ich soll Camara wieder sein Abzeichen zurück geben? Es ist recht spät... Oder früh... Jedenfalls ist es ja noch dunkel. Oder soll ich etwas warten...Wir gehen erst noch zu Shantih zurück, um ihr bescheid zu geben.Ich weiß nicht... Ob ich die Stadt verlassen soll... Immerhin kann ich die nicht einschätzen, wie ernst die das meinen."
Beim letzten Satz hatte Shankar den Wächter nun doch vergessen und mahnte seine Begleiterin mit besorgter Stimme und ernster Mimik:
"Jetzt wirst du allerdings naiv! Du denkst doch nicht wirklich, dass sich die Probleme in Luft auflösen wenn du die Stadt verlässt? Oder glaubst du ernsthaft du könntest dann dich hier hineinschleichen?"
Kurz schüttelte er den Kopf und fuhr dann mit seinen Worten fort:
"Das Abzeichen sollten wir noch für kurze Zeit bei uns tragen, wahrscheinlich werden wir es schon brauchen um deine Freunde zu besuchen. Ohne den Kommandanten beleidigen zu wollen doch sobald er hört, dass uns der Rat von der Stadt verwiesen hat wird er uns nicht mehr helfen wollen und auch sagen, dass er es nicht mehr kann."
Außerdem.....
dachte Shankar nun nach:
Wie wollen die uns in dieser riesigen Stadt finden, mich kann man vielleicht einfacher finden als Luzifer aber ich bin wahrscheinlich auch der einzige Minotaur hier....

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Erzähler » Dienstag 24. März 2009, 09:20

Da standen sie nun beide wieder auf der Straße, Luziver und Shankar. Der Zweite vom Hohen Rat hatte sie einfach hinauswerfen lassen. Er war ihrer eindeutig überdrüssig gewesen. Sie konnten ja nicht ahnen, dass sich der wahre Zweite niemals derartig inkompetent verhalten hätte. Aber da sie keinen Vergleich hatten, mussten sie es so hinnehmen. So standen sie noch einen Moment vor verschlossenen und bewachten Toren. Shankar ließ sich kurz über die seltsamen Gepflogenheiten Pelgars aus. Hoffentlich brachte ihm das keine Probleme ein. Aber die Ratswächter hatten Wichtigeres zu tun als eine Strafgebühr einzukassieren. Wäre eine einfache Patrouille hier vorbei gekommen, hätte es für Shankar nun ein Bußgeld gehagelt. Pelgar war da üblicherweise sehr schnell mit dabei.

Die Frage blieb nun, wohin sie sich wenden sollten. In der Ferne dämmerte es langsam, was bedeutete, dass ein Besuch bei der Reichsklinik und somit auch bei Shantih und Kazel wohl zu spät werden würde. Sicherlich ließen die ehrgeizigen Stationsschwestern und Heiler zur Abendstunde niemanden mehr zu den Patienten. Diese brauchten schließlich ihre wohlverdiente Ruhe, um angemessen genesen zu können.
So blieb dem Minotauren und dem Mädchen auch diese Idee nicht als Alternative übrig.

Wieder regnete es. Sacht fielen die Tropfen aus allen Wolken. Für die Jahreszeit nicht unbedingt ungewöhnlich. Sommergewitter gab es schließlich immer wieder. Wenigstens blitzte und donnerte es nicht. Aber einen trockenen Ort aufsuchen wäre jetzt bestimmt nicht die schlechteste Idee.
Zum Hohen Rat würde man die beiden nun ohnehin nicht mehr vorlassen und Pelgar brauchten sie ja auch nicht mehr heute zu verlassen. Shankar zweifelte ohnehin daran, dass die Wachen darauf achten würden, ob Luziver und er noch immer durch die Straßen streunten. Solange keine Steckbriefe aufgehängt wurden, was mehr als übertrieben wäre, konnten sie auch einfach in der Haupstadt bleiben. Vielleicht würde sich Shankar irgendwie tarnen müssen, er fiel als Minotaur nun einmal eher auf. Luziver durfte Fremden nur nicht zu deutlich in die Augen sehen, damit diese das rote Leuchten nicht erkannten und sie identifizieren konnten.
Bei den Göttern, das klang schon fast, als verfolgte man sie. Nun, dem schien möglicherweise auch so, allerdings war die Stadt selbst nicht hinter ihnen her. Ob die Kuttenträger ihre mörderische Mission einfach aufgegeben hatten, nur weil Luziver jetzt beim Hohen Rat gewesen war? Es würde sich zeigen. Bis dahin mussten ihre zweite Persönlichkeit und Shankar eben besonders auf das Mädchen aufpassen.

Nun sollte man sich erst einmal überlegen, was als nächstes zu tun wäre.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Luziver » Montag 30. März 2009, 17:49

Nachdem Lucy sich dafür bedankte, dass Shankar Luziver nicht in Stich gelassen hätte und dass er wirklich ihr respekt verdient hätte, antwortete er darauf:
"Ach weißt du Lucy, ihr beide habt eben Mut und Courage bewiesen und ob du es mir nach diesen Gespräch noch glaubst aber ich komme von einer Gegend in der sowas sehr geschätzt wird. Natürlich kann man von da hinausgeworfen werden...."
Das Mädchen lächelte. es war ein eher warmes und dankbares Lächeln, erleichtert war sie und dies sah man ihr an. "Danke" Sagte sie leise doch machte sie sich darüber Gedanken, was nun war. Doch störte Shankar dies erstmals:
"ABER WENN MAN SCHON HINAUSGEWORFEN WURDE, DANN VOM ANFÜHRER PERSÖNLICH UND NICHT VON IRGENDEINEM DIENER IN BLECHRÜSTUNG!!"

Der Minotaur war ihr wirklich sehr sympathisch und ein gehässiges Lächeln war sofort zu sehen.

Shankar schien es eben so wenig zu gefallen, dass man sie rauswarf. Doch konnte Lucy nur über den zweiten und den Sekretär lachen. Wie lächerlich sie doch waren! Dennoch steckte sie in einer Zwickmühle...
Beide standen sie nun, auf der Straße. Auch wenn Lucy gerne schnell zur Reichsklinik gehen wollte um Shantih bescheid zu geben, erkannte auch sie, dass es schon etwas zu spät geworden war und man sie möglicherweise nciht mehr rein ließ. Nun ja... Diese komische Oberschwester, oder wer die auch war, würde sie bestimmt rauswerfen!
Doch wenn Lucy nur wüsste, was in disem Moment geschehen war, während sie beim Rat waren und nun hier draußen standen und überlegten, was nun zu tun wäre, würde das Mädchen sofort zur Reichsklinik stürmen um dass sie sich selbst davon überzeigen konnte, was geschehen war. Doch dies war nicht der Fall, weder Luziver, Lucy noch Shankar ahnten auch nur im geringsten, was gerade dort los war.
Auch wenn Lucy nichts von den Geschehnissen wusste, würde sie jetzt am liebsten einfach dort hin gehen. Vielleicht durfte sie ja doch zu ihren Freunden?

Das mit Camara hatte sich auch schon erledigt.
Der Minotaur hatte recht, es wäre besser, das Abzeichen erstmals weiterhin zu behalten, vielleicht bräuchten sie es doch noch mal. Außerdem schlief der Kommandant vielleicht schon? Und man würde sie vielleicht auch nicht mehr empfangen. Also von daher konnten sie das Abzeichen noch für eine Weile behalten.
"Jetzt wirst du allerdings naiv! Du denkst doch nicht wirklich, dass sich die Probleme in Luft auflösen wenn du die Stadt verlässt? Oder glaubst du ernsthaft du könntest dann dich hier hineinschleichen?"
"Ich hab das ja auch nciht so gesagt! Natürlich weiß ich, dass die Probleme sich nicht in Luft auflösen werden! Doch weiß ich nicht, wie ernst man diesen Rauswurf zu nehmen hat! Wer weiß, wie weit DIE gehen würden. Hier in dieser Stadt, muss man echt vorsichtig sein! Wer weiß, wem man alles trauen kann und wem nicht."
Und während sie nun über den nächsten Schritt nachdachten, fing es dann an zu regnen. "Na super..." Seufzte sie und sah dann zu Shankar hoch. "Und jetzt? Sollen wir veruschen noch in die Reichsklinik zu kommen, oder sollen wir uns gleich irgendwo unter stellen?" Fragte sie ihn und sah sich etwas um. "Ich möchte gerne zur Reichsklinik, zu Shantih um sie darüber zu informieren. Ich mache mir schon so meine Sorgen. Denn wer weiß, ob ich sie morgen wieder sehen werde? Ich traue dieser Stadt nicht! Hier muss man wirklich auf das Unmöglichste gefasst sein und wirklich über alles nachdenken und was geschehen könnte, auch wenn es noch so irrsinnig ist."

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Shankar » Freitag 10. April 2009, 22:14

"Ich hab das ja auch nciht so gesagt! Natürlich weiß ich, dass die Probleme sich nicht in Luft auflösen werden! Doch weiß ich nicht, wie ernst man diesen Rauswurf zu nehmen hat! Wer weiß, wie weit DIE gehen würden. Hier in dieser Stadt, muss man echt vorsichtig sein! Wer weiß, wem man alles trauen kann und wem nicht."
Shankar nickte, denn er Verstand worauf sie hinaus wollte. Es mochte nun wohl zu sein, dass die beiden nicht nur die Kuttenträger sondern nun gleich die ganze Stadt gegen sich hatten. Doch er war sich sicher, dass man sie nicht so schnell verfolgen würde. Zwar waren beide nun negativ aufgefallen, aber nur als Störenfriede...oder genauer gesagt respektlose Störenfriede. Auf seinem Kopf fiel ein Tropfen, dann noch einer und dann wurden es immer mehr. Jetzt wurde er auch noch nass und bald würde sein Fell anfangen zu stinken, dann würde er erst recht auffallen.
"Und jetzt? Sollen wir versuchen noch in die Reichsklinik zu kommen, oder sollen wir uns gleich irgendwo unter stellen?"
Shankar brummte und zuckte mit den Schultern.
"Wie weit wäre es denn zur Klinik?"
fragte er, da er sich wegen dem Weg nicht so sicher war. Zwar kamen die beiden hier her, doch er konnte sich noch nicht den weg merken.
"Also ich denke die lassen uns im Moment nur da hinein wenn einer von uns verletzt ist."
Vermutete der Stiermann, denn es war wohl schon sehr spät. Langsam nervten ihm die Regentropfen ein wenig, obwohl Shankar den Regen in dieser Jahreszeit angenehmer empfand. Kurz rieb er seine Augen, nicht aus Müdigkeit sondern einfach so aus Willkür.
"Wenn wir uns schon unterstellen, dann an einem sicheren Platz sonst tauchen diese Kuttenträger schon wieder auf. Ich habe zwar keine Angst vor einen Kampf mit denen, doch sollten wir nicht unnötig etwas riskieren. Der letzte Angriff von denen hat schon gezeigt, dass die sich etwas einfallen lassen können."
Kurz sah der Stiermensch hoch in den Himmel und seufzte kurz. Wieder könnte er sich ärgern, hätte er doch vor der Reise ein Zelt mitgenommen. Dann könnten die beiden nun mitten auf der Straße einen Unterstand aufbauen. Doch er hatte sowas nicht dabei und wahrscheinlich würde es auch zu lange dauern, das Zelt immer auf und ab zu bauen. Shankar musste seinen Kopf schütteln um sich von seinen Gedanken losreißen zu können. Für derartige Gedanken war nun keine Zeit.
"Stellen wir uns einfach irgendwo unter. Wenn der Regen vorbei ist, dann sehen wir weiter. Solange wir uns unterstellen überlegen wir weiter, was wir machen...."

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von fremde Frau » Montag 20. April 2009, 10:19

Der Regen wollte diese Nacht wohl nicht mehr aufhören. Es goss aus Eimern und Shankar und Luziver waren schneller durchnässt als sie eine Taverne hätten aufsuchen können. Wenigstens fand sich ein vorstehendes Dach als passabler Unterstand, aber die ganze Nacht konnten sie schlecht dort herumlungern. Irgendwann würde eine Patrouille der Stadtwache vorbeikommen und sie entdecken. Und wenn auch nur einer von denen Luziver kannte oder erkannte, dann hätten sie sofort wieder Probleme am Hals. Bis morgen sollte das Mädchen Pelgar schließlich verlassen haben.
Sie konnten ebenso nur hoffen, dass der Eigentümer des Hauses - und somit auch Besitzer des vorstehenden Daches - nicht zufällig aus dem Fenster schaute und die beiden entdeckte. Er würde sie möglicherweise für Bettler halten, auch wenn sie nicht danach aussahen. Ein richtiger Unterschlupf wäre also wirklich nicht schlecht.

Vielleicht nahm man sie auch in der Reichsklinik auf, aber die Chancen waren unwahrscheinlich. Schwester Waldtraut hatte ja offenkundig gezeigt, dass regelmäßige Besuche bei Shantih und Kazel nicht gern gesehen waren. Die Patienten brauchten ihre Ruhe. Wie es den beiden wohl ging?

Noch während der Regen so weiter vor sich hin plätscherte und die Luft immer weiter auskühlte, tauchte am einen Ende der Straße plötzlich eine Gestalt auf. Dies war vor allem deshalb ungewöhnlich, weil es zu jener Uhrzeit und bei diesem Wetter höchstens noch Stadtwachen auf dem Pflaster gab. Diese Person aber war eindeutig keine Garde-Einheit. Es handelte sich um eine Frau, denn sie wirkte zierlich und hüllte sich in schimmernde Seidengewänder, die von Kopf bis Fuß vollkommen durchnässt waren. Der Umhang, welcher sie vor dem Regen hätte schützen sollen, lag quer über einem stattlichen weißen Pferd, das irgendwie anders erschien als andere Pferde. Genau konnten aber weder Shankar noch Luziver etwas erkennen. Der Umhang der Person bedeckte den Rücken des Tieres eigentlich fast vollkommen, besaß Beulen und Ausbuchtungen, als verstaute die Frau darunter ziemlich unförmige Satteltaschen.
Bild
Die Frau war schön, das erkannte man sogar noch aus der Ferne. Sie trug weiße und bläulich schimmernde Gewänder, die wie jene von Luziver mit Armreifen und goldenem Gürtel ausgestattet waren. Ihre Haare glänzten ebenso golden, selbst im Regen und bei fehlendem Sonnenschein.
Die Frau kam langsam die Straße entlang gelaufen und hätte die beiden Freunde beinahe passiert, als sie plötzlich den Kopf hochriss, umkehrte und zu Luziver gelaufen kam. Erst starrte sie Shankar noch einmal mit viel Vorsicht an. So ein massiger Minotaur konnte einem schon Unbehagen bereiten. Doch dann blickte sie Luziver direkt in die Augen. Ihre eigenen waren ein Traum aus blauem Himmel und kleinen Wolkentupfern. "Ihr seid es", keuchte die Fremde. "Ich habe Euch gefunden, endlich! Herrin Luziver, bitte, kommt so schnell wie möglich mit mir. Mein Name ist Angelika."

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Luziver » Samstag 2. Mai 2009, 15:26

Man sah es ihr nicht an, sie zeigte es auch nicht, blieb so, wie sie immer war und verhielt sich auch wie immer. Niemand - außer Luziver - wusste, as in Lucy eigentlich vorging. Von außen hin bemerkte man nicht mal annähernd, dass die zweite Persönlichkeit langsam verzweifelte. Verzweiflung machte sich in ihr breit, Verzweiflung und Zorn.
Ja, selbst eine sonst so starke und hartnäckige Lucy hatte ihre Tiefpunkte und konnte ebenfalls verzweifeln, wie es Luziver tat. Nur im Gegensatz zu Luzi, konnte diese es nicht offen zeigen. Ihre wahren Gefühle und Gedankengänge blieb für die Welt ein Rätsel, verborgen... Verborgen in einem Labyrinth aus Kälte, Zorn und Furcht. Nur Luziver blieb es nicht verborgen.
Lucy wusste allmählich nicht, was sie noch tun sollte. Wo sollte sie denn nun hin? Wer wollte ihnen noch helfen? Wer konnte ihnen noch helfen? Und... Wer glaubte ihnen denn noch?
Fragen über Fragen die sich das Mädchen immer wieder stellte, während sie mit Shankar noch immer in den Straßen stand und sich mit ihm unterhielt.

"Wie weit wäre es denn zur Klinik?" "Also ich denke die lassen uns im Moment nur da hinein wenn einer von uns verletzt ist."
"Ich weiß nicht genau, wie weit es ist. Würden wir uns beeilen, würde es bestimmt nicht so lange dauern." Antwortete sie knapp und grinste ihn dann an. "na, das können wir ja schnell ändern!" Sagte sie, auf seinen folgenden Satz bezogen. Aber es war zu bezweifeln, dass die beiden sich prügelten, nur um in die Reichsklinik zu gelangen. Außerdem war es so oder so fragwürdig, dass Lucy Shankar wirklich verletzen konnte, denn der Minotaur schien ziemlich viel einstecken zu können und umgekehrt wäre es auch fragwürdig, denn er würde ganz bestimmt nicht das Mädchen verletzen, zumal in diesem Körper auch Luziver hauste.

Lucy nickte nur leicht, als Shankar dann sagte, dass sie sich an einem sicheren Platz unterstellen sollten, unter anderem damit sie nichts Unnötiges riskierten.
Sie gingen durch die Straßen und es schüttete wie aus Eimern. Das Kleid des Mädchens klebte am Körper. Trotz dass es weis war, war es so gut wie gar nicht durchsichtig, als es so nass war. Und das Pony, so wie andere Haarsträhnen in ihrem Gesicht. Ihre Füße waren ganz nass und auch etwas kühl. Doch störte es sie nicht, denn sie war es gewohnt ohne Schuhe oder Ähnlichem an den Füßen rumzulaufen. Selbst bei Schnee machte es ihr kaum etwas aus. Denn eigentlich lief sie schon immer ohne Schuhe rum.
Kurze Zeit später fanden die beiden dann endlich ein hervorstehendes Dach, doch es war klar, dass sie nicht die ganze Zeit dort bleiben konnten. "Und jetzt?" Es war viel weniger eine Frage, vielleicht war Shankar ja etwas eingefallen. Sie überlegte schon die ganze Zeit, was nun zu tun war. Aber was konnten sie denn jetzt noch machen?

Als sich Lucy umsah, erblickte sie plötzlich eine Gestalt. Man konnte aber schon deutlich erkennen, dass es eine Frau war, eine... Hübsche Frau. Die Gewänder die sie trug, erinnerten etwas an das Kleid des Mädchens. Auch diese Frau trug Gold, so wie es das Mädchen tat. Aber dies Registrierte sie nicht wirklich.
Die Fremde kam ihnen immer näher, sie war wirklich wunder schön. "Wow... Unheimlich schön... So unheimlich wie ein Gespenst... Aber so schön wie... Wie..." ja, wie konnte man die Frau beschreiben? Aber nicht nur die Frau war so unwahrscheinlich hübsch, sondern auch ihr Pferd. Aber irgendetwas war an diesem Pferd seltsam, was es war, konnte Lucy aber nicht sagen. Sie war einfach fasziniert von dieser Frau.

Sie lief an den beiden vorbei, doch sofort riss sie ihren Haupt hoch und ging zurück und auf Lucy zu.
"Ihr seid es" "Ich habe Euch gefunden, endlich! Herrin Luziver, bitte, kommt so schnell wie möglich mit mir. Mein Name ist Angelika."
Sofort blickte Lucy misstrauisch drein und wich einen Schritt zurück. Sie musterte die Fremde durchdringlich und blickte ihr dann ebenfalls in die Augen - ernst.
"Ich bin Lucy, Luzivers zweite Persönlichkeit." Stellte sie sich knapp und kalt vor, ihr Misstrauen war deutlich herauszuhören, aber man sah es ihr auch mehr als nur deutlich an. "Woher kennst du Luzivers Namen? Woher weißt du, wer sie ist?" Fragte das Mädchen. "Ich werde es erst zulassen, dass du mit ihr redest, wenn du mir meine Fragen beantwortest! Und mir sagst, weshalb wir dir vertrauen sollten! Doch eines kann ich dir schon vorneweg sagen: Ich glaube nicht, dass sich Luziver einfach mitnehmen lassen würde, jedenfalls nicht ohne unsere Freunde. Tut mir leid aber, wir stecken gerade in einer ziemlich komplizierten und sehr schwierigen Situation. Leider können wir nicht mit dir kommen, wir haben noch so einiges zu erledigen!" Besonders die letzten Worte waren sehr sarkastisch. Der Sarkasmus stach sehr hervor und dieses kühle Lächeln dann auf Lucys Lippen, unterstrich das alles noch. "Beantworte mir meine Fragen und dann mal schauen. Vielleicht lasse ich dich auch mit Luziver reden. Tut mir leid, dass ich so misstrauisch und vorsichtig bin, doch man kann hier keinem mehr trauen! Und..." Nun schien der kalte Blick des Mädchen sich durch die wunderschönen blauen Augen der Frau zu bohren, "Wo willst du eigentlich mit Luziver hin?..."
Und weshalb nennt sie Luziver Herrin? Fragte sie sich noch, diese Frage würde sie auch der Frau stellen, doch erst sollte sie die anderen Fragen beantworten.
Wer ist diese Frau? Lucy? wer ist das? Luziver kennt sie nicht! Sie scheint nett zu sein... Aber... Luziver hat Angst! Was ist, wenn sie lügt und nicht die ist, für die sie sich ausgibt?
Das wird sich bestimmt noch herausstellen Luziver! keine Sorge... Wir bleiben weiterhin vorsichtig...


(occ: Zwar nicht so gut wie mein erster Post... Der plötzlich weg war.. Aber immerhin etwas ^^)

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Shankar » Sonntag 3. Mai 2009, 21:59

Der Regen wurde nach und nach unerbittlich und aus den Anfangs wenigen Tropfen wurden bald so viel man konnte wahrscheinlich für ein oder zwei Monate ein ganzes Dorf mit Trinkwasser versorgen. Ein unangenehmer Geruch kam in Shankars Nase und er rümpfte sie. Es war eine sehr peinliche Sache doch er musste gestehen, dass er oder besser gesagt sein Fell diesen Geruch absonderte. Minotauren riechen nass eben nich angenehm und Shankar schämte sich ein wenig dafür. Doch was konnte man dagegen tun? Im Moment sollte es andere Sachen geben, um denen man sich kümmern musste. Etliche Möglichkeiten wollte
Shankar sich durch den Kopf gehen lassen, doch fiel ihm nichts ein um aus dieser traurigen Misere heraus zu kommen oder die Lage wenigstens in irgendeiner Form besser zu machen.

Es heiterte ihm auf als Lucy scherzhafter Weise sagte, dass sie sich Prügeln könnten um in Krankenhaus zu kommen. Allerdings war es fragwürdig in welchen Zuständen die beiden, Shankar dachte dabei speziell an Lucy, dort ankommen würden. Da es wie gesagt ein Scherz war, dachte der Stiermann nicht mehr darüber nach. Dennoch hatte er unbehagen hier weiter tatenlos rumzustehen und den eigenen Gestank in der Nase zu haben. Lucy hatte selber schon gesagt, dass sie nicht wisse in wie weit der Zweite gehen würde. Shankar kannte nicht alles Gesetze von Pelgar, doch waren die beiden so weit gegangen und war dieser Rauswurf berechtigt? Dieser Frage nachzugehen, würde nun auch nichts mehr nützen und wahrscheinlich hatte man die beiden sowieso schon vergessen oder man würde so tun als ob. Die Leute hielten sich für viel zu wichtig, als dass sie sich die Mühe machten und sich an jeden erinnern würden oder wollten.
Wenn ich wenigstens nicht so stinken würde......
dachte sich der Minotaur und fing an mit einer Hufe auf den Boden herumzuschaben.

Er hörte nun das Klappern von Hufen und drehte sich Neugierig zu diesen Geräusch. Es war ein Reiter, doch Shankar sah dann wieder recht gelangweilt weg. Als der Reiter an ihnen vorbei war, kam er plötzlich zurück:
"Ihr seid es"
Shankar sah überrascht auf doch er dachte sich schon, dass man ihn nicht meinte. Nun sah er sich die fremde Person an:
Glanvolles blondes Haar und hatte blaue Augen, die schon an einem Himmel bei einem leicht bewölkten Tag erinnerten. Als Shankar sah, dass ihre Gewänder denen von Lucy sehr stark ähnelten, sah er zwischen den beiden hin und her. Dabei sah er sich die fremde Frau genauer an. Normalerweise machte sich Shankar um sowas nicht irgendwelche Gedanken, doch musste selbst er sich eingestehen, die junge Frau war eine echte Augenweide.
"Ich habe Euch gefunden, endlich! Herrin Luziver, bitte, kommt so schnell wie möglich mit mir. Mein Name ist Angelika."
"Herrin?"
stieß Shankar überrascht aus und riss seine Augen von der Frau. Auch Lucy schien nicht zu wissen, wer diese Person genau war. Allerdings brachte ihre Art sich zu kleiden den Minotauren leicht ins grübeln:
Ob sie auch so ist wie Luzifer und Lucy? Hat diese Frau auch eine zweite Persönlichkeit in sich?
kam ihm durch den Kopf. Es ergab in einer gewissen Weise Sinn. Gnadenlos fragte Lucy die Frau aus. Vielleicht lag es an dem hübsch anzusehenden Äußeren der Frau oder an der Tatsache, dass es eine Gelegenheit war aus dem Regen zu kommen. Doch vielleicht sollten die beiden mit dieser Angelika mitgehen. Es war allerdings schon eine Frage, ob es nicht wieder eine Falle der Kuttenträger war. Schließlich würde es schon Sinn machen, jemanden der einen harmlosen Eindruck macht zu schicken. Auch wenn er selber kein Stratege war, so fragte sich Shankar ob man jemanden sich auf diese Weise annähren ließ. Nach dem letzten Angriff müsste es den Kuttenträgern immerhin klar sein müssen, dass sowohl Shankar und vor allem Lucy Fremden nicht mehr ganz traute. Vor allem nicht, wenn diese sie direkt ansprechen und vor allem mit Namen ansprachen. Konnte das Kleid was sie trug vielleicht einen Hinweis geben? Shankar kannte zwar die Alltägliche Kleidung der Menschen nicht, doch so kleideten sich die wenigsten. Gold war auch eine teure Sache, dass wusste wahrscheinlich jeder aus Celcia.
Wieder musterte er das Kleid, doch er würde dann doch von den äußerlichen Charm der Frau abgelenkt:
Sie sieht....sehr hübsch aus. Ich hatte mir eigentlich vorher nie auf diese Weise eine Frau angesehen, doch sie ist wirklich....hübsch.
Shankar schüttelte und versuchte wieder bei Verstand zu kommen, was hatte sich der Kerl sich nur dabei gedacht?
"Sagt wer schickt euch und wieso trägt ihr dieses Kleid? Sowas sieht man nicht sehr oft und es sieht mir sehr teuer aus."

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von fremde Frau » Dienstag 5. Mai 2009, 08:38

Angelika hob beschwichtigend die Hände, als Luziver einen Schritt zurückwich. Sie schob ihr Pferd etwas nach hinten, um dem Mädchen keine unnötige Angst zu machen. Fürchtete sich Herrin Luziver denn? Vielleicht. Also ich mag diese Menschenstadt nicht besonders. Bin froh, wenn ich wieder daheim bin, dachte sie mit einem Blick auf die hohen Häuser, hinter denen das Drachengebirge ausragte wie eine natürliche Mauer. Die junge Frau schauderte kurz. Vermutlich waren es eher die zerklüfteten Gebirgsspitzen, die ihr so viel Unbehagen bereiteten. Denn um ehrlich zu sein: Angelika fand die Menschen ja recht interessant und glaubte, zu verstehen, warum Luziver unter ihnen weilte anstatt nach Hause zu kommen. Trotzdem musste sie.

"Ich bin Lucy, Luzivers zweite Persönlichkeit." "Dann ist es also wahr? Die mächtige Lucy steckt ebenfalls in diesem Körper?" Angelika schaute dem Mädchen ihr gegenüber tief in die Augen, als hoffte sie, einen Blick auf eine der beiden Persönlichkeiten erhaschen zu können. "Ich hielt es für ein Märchen. Wisst Ihr, Herrin Lucy, ich arbeite noch nicht lange für ..." Aber Angelika wurde unterbrochen. Lucy stellte Fragen und diese waren durchaus gerechtfertigt. Woher wusste diese Fremde Luzivers Namen, woher kannte sie überhaupt die zwei Persönlichkeiten? Und dass sie Luziver einfach mitnehmen wollte, stieß bei ihrer kälteren Beschützerin auf zusätzliches Misstrauen.

"Tut mir leid, aber wir stecken gerade in einer komplizierten und sehr schwierigen Situation. Leider können wir nicht mit dir kommen, wir haben noch so einiges zu erledigen!" "Oh, aber Herrin! Ihr müsst einfach mitkommen. Es ist doch wichtig." Sie räusperte sich, als nun auch noch der Minotaur vortrat. Ihr Blick glitt zu Shankar. Er war so gewaltig und massig, so riesig. Und er stank ganz furchtbar.
Angelika zählte sich selbst schon immer zu den höflicheren Menschen, doch angesichts dieses penetranten Geruchs von nassem Stier konnte sie nicht anders als sich die Nase zuzuhalten.

"Sagt, wer schickt Euch und wieso tragt Ihr dieses Kleid? Sowas sieht man nicht sehr oft und es sieht mir sehr teuer aus."
Angelika wich nun einen halben Schritt zurück. Sie hielt den Geruch Shankars kaum aus. Dann blickte sie an sich herab. Das weiße Kleid klebte, wie auch schon bei Luziver, eng an ihrem Körper, ließ aber keine Haut hindurch schimmern. Allerdings betonte es die überaus wohlproportionierte Figur der Frau, was sie wohl zusätzlich zu einem außerordentlichen Blickfang werden ließ.
"Oh, in unserer Heimat ist der Stoff hierfür nicht sehr teuer. Aber das wisst Ihr ja sicher, Herrin Luziver." Sie ließ etwas die Schultern hängen. "Regeln sich Eure Angelegenheiten denn schnell? Dann kann ich wohl noch warten. Aber wir müssen bald zeitig los. Ich bin von Euren Eltern geschickt worden ... wir haben endlich Eure Spur aufnehmen und Euch finden können. Und das zum richtigen Zeitpunkt." Nun schaute Angelika bedrückt. Sie rieb sich die Hände und senkte den Kopf ein wenig. Die goldenen Haare fielen über ihre Schultern. "Eure Mutter ist schwer krank."

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Roxas » Montag 11. Mai 2009, 21:42

Wieder ein Mal bewährten sich Roxas feine Sinne. Obwohl die vorherrschende Dunkelheit der Nacht den meisten Menschen jegliche Sicht raubt, ist es seinen Augen erlaubt weiterhin klar sehen zu dürfen. Zwar waren seine Augen bei Tage nicht sehr viel anders als die der "normalen" Menschen, aber in der Nacht machte sich diese katzenhafte Eigenschaft ziemlich nützlich.
Also bereitete ihm zumindest die Finsternis keine Probleme. Dafür gab es aber ein ganz anderes - es regnete, und nicht nur ein bisschen. Es regnete stark genug, um Roxas dazu zu bringen, sich eine Holzlatte schützend über den Kopf zu halten, die er unterwegs aufgesammelt hatte. Zwar war sein Arm inzwischen ziemlich taub von der erhobenen Pose geworden, aber es war ihm lieber, als wenn seine Haare vor Wasser triefen und er womöglich die ganze Zeit mit nasser Mähne durch die Gegend laufen muss. Zwar blieb er ganz trocken, trotz seiner Maßnahmen, aber so war es doch wesentlich angenehmer.

Herrliches Wetter für einen Spaziergang... dachte der Löwenmensch zynisch und setzte eine missmutige Miene auf, eine Regung, die man bei ihm häufiger beobachten konnte. Ein freundliches Lächeln lag ihm nicht wirklich, aber gelangweilte, mies gelaunte Züge standen ihm immer hervorragend. Trotzdem musste er jetzt durch den Regen hindurch und das nur, weil einer seiner Auftraggeber hier in der Nähe war. Es war eigentlich ziemlich normal, dass Roxas aus Langeweile dieselben Leute aufsuchte und bei ihnen nach Aufträgen fragte, damit er sich etwas die Zeit vertreiben konnte, denn Geld hatte er normalerweise genug. Wofür sollte er es auch schon ausgeben, außer einem Stückchen Fleisch täglich?
Allerdings sollte Roxas es heute nicht bis zu einem seiner alten Bekannten schaffen. Unterwegs konnte er trotz des erdrückenden Regens einen Geruch aufnehmen, der ihm auf Anhieb bekannt vor kam. Wie sollte er auch diesen Geruch vergessen? Der erste Mensch (oder sowas ähnliches) der sich getraut hatte seine verfluchten Ohren anzufassen! Allerdings war der Geruch, der sie begleitete nicht unbedingt der Angenehmste für empfindliche Löwennasen. Es erinnerte ihn etwas an nassen Hund, nur strenger. Aber es war definitiv ein tierischer Geruch. Wenn Roxas ein Fell hätte und nass geworden wäre, würde er vermutlich auch bestialisch stinken. Ein weiterer Grund, warum man nicht bei so einem Wetter durch die Gassen Pelgars ziehen sollte. Zielstrebig folgte Roxas der Spur, welche er trotz den Regens gut wittern konnte, was dem tierischem Geruch wohl eher zu verdanken war, der eng mit dem bekannten Duft verbunden war.
Es führte ihn durch einige schmale Wege, hin und wieder verlor er die Spur, doch irgendwie gelang es ihm trotzdem letztendlich zum Ziel zu kommen. Vorsichtig lugte er um eine Ecke, immer noch das Stück Holz über dem Kopf, und entdeckte in der Dunkelheit zumindest eine vertraute Gestalt. Unter einem Dachvorsprung stand wahrhaftig Luziver, welche er seit dem Brand in der Gaststätte damals nicht mehr gesehen hatte. Neben ihr stand ein ziemlich großer und vor allen Dingen kräftiger Stier auf zwei Beinen, unverkennbar die Quelle des starken Geruchs.
Ist das etwa auch ein Hybrid? Er riecht viel stärker nach Tier als ich...
Roxas schossen dunkle Erinnerungen an eine andere Hybridin, die er Mal in Pelgar kennenlernte, jedoch irgendwann einfach verschwunden war. Aber er hatte noch nie einen derartig weit entwickelten Hybriden gesehen, Mal abgesehen von den Leoniden, aber die zählen seiner Meinung nach auch nicht zu jenen Mischwesen. Als er seinen höchstinteressierten Blick endlich von ihm losreißen konnte, betrachtete er eine wirklich sehr hübsche Frau auf einem ungewöhnlich wirkenden Pferd. Mal abgesehen von ihrer schon fast fremdartigen Schönheit war sie nicht weiter interessant. Denn jetzt kam er endlich dazu Luziver genauer zu betrachten, welche sich kein Stück verändert hatte. Sie sah immer noch so aus wie beim letzten Mal, nur hatte sie keine Glassplitter im Haar und roch nicht nach irgendwelchen Brennstoffen.
Innerlich kämpfte Roxas bereits mit sich. Sollte er einfach zu ihr hingehen? Er hatte nie nach ihr gesucht, eigentlich war er sich sicher gewesen, dass sie Pelgar schon längst verlassen hatte mit...
Stimmt, wo ist der Elfenmischling und Shantih?
Mit dem Gedanken war es eigentlich beschlossen. Nur wie sollte er das jetzt anstellen? Ob seine neugewonnene... "Offenheit"... dabei hilfreich war?
Sie ist nur ein Kind, Luzi würde sich wohl freuen, aber Lucy....
Roxas verzog säuerlich das Gesicht, bei dem Gedanken an Lucy. Mit ihr hatte er zwar nicht unbedingt viel zu tun gehabt, aber die wenigen Erinnerungen an sie waren nicht alle unbedingt guten Bildes.

Dann setzte sich Roxas kurzerhand in Bewegung. Egal was für eine Reaktion auch kommen mag. Wenn Luziver ihn los werden wollte, so würde er gehen. Aber es schien ihm doch wesentlich aussichtsvoller sich wieder ihr an zu schließen als weiter irgendwelche Gelder einzutreiben. Er wagte sich ein Stückchen weiter um die Ecke und machte einen ersten Schritt auf die kleine Gruppe zu, als er jedoch wieder inne hielt.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Luziver » Montag 11. Mai 2009, 22:46

Der stechende Geruch von Shankar störte das Mädchen kein bisschen. Klar, es war zwar etwas unangenehm, aber weswegen sollte sie jetzt eine große Sache daraus machen? Der Minotaur konnte ja auch nichts dafür und weshalb sollte sich Lucy denn auch daran stören? Es war etwas ganz natürliches, wenn auch recht unangenehm, besonders für Shankar.

Die blonde Frau hingegen hielt diesen Gestank scheinbar nicht mehr wirklich aus und wicht etwas zurück. Doch hielt es sie nicht davon ab, irgend ein wirres Zeug zu reden.
Woher sollte denn Lucy oder Luziver wissen, dass solche Kleider wie sie trugen nicht teuer waren? Und genauso sah Lucy die Frau auch an, woher sollte das Mädchen das denn wissen?
Aber sie ließ Angelika weiter reden.
Aber als Lucy berichtete wer sie war, schien diese Frau nicht so überrascht oder schockiert wie alle bisherigen Leute, die davon erfuhren. Sie schien sogar zu wissen, wer Lucy war!
Was zum?
Und wieder wich sie einen Schritt zurück. "Was zum? Was meinst du mit mächtige Lucy? Woher kennst du uns?!"
Doch diese Frage ließ sich schnell beantworten.
Doch erst nannte sie das Mädchen wieder Herrin und dass es sehr wichtig sei, weshalb sie mit kommen sollte... "Nenn mich nicht Herrin! Und ich bin noch immer Lucy! Was redest du eigentlich für ein Schwachsinn? Glaubst du etwa, dass ich dir glaube? Woher soll ich denn wissen, wie viel die Kleidung bei dir zu Hause kostet?"

Dann fragte sie, ob die Angelegenheiten lange dauern würden, denn die Madam könnte ja nicht lange warten... "Keine Ahnung. So wie es aussieht, würde es ein bisschen dauern, denn wir stecken zur Zeit echt in einer Zwickmühle! Und nichts könnte wichtiger sein, als einem Freund zu helfen, der gerade in sehr große Schwierigkeiten steckt!" Zischte Lucy die Frau an.
Und Lucy wollte auch direkt wieder drauf lospoltern, als Angelika plötzlich irgend etwas von Eltern und einer kranken Mutter sprach. "Was?" Keuchte sie ungläubig und starrte diese bildhübsche Frau erschrocken an.
"A-aber... Luziver und ich.. Wir... Wir haben doch keine Eltern..." Hauchte sie leise zu sich selbst. Zu schockierend war diese Nachricht.
Auch Luziver war sprachlos. Sie wusste nicht, was sie zu Lucy sagen sollte.

Doch plötzlich sah das Mädchen aus den Augenwinkeln heraus jemanden, der sich ihnen langsam näherte. Ruckartig drehte sie sich um und sah diese Gestalt so an, als wäre dort ein Geist.
Ro...xas...?
Nein... Das war gerade alles zu viel! Doch, war das Mädchen erleichtert... Erleichtert, ein bekanntes Geicht zu sehen. Ein vertrautes Gesicht zu sehen.
Mit gesenktem Kopf rannte das Mädchen plötzlich auf den Löwenhybriden zu und umarmte ihn so stürmisch, dass diese Holzplatte die er über seinen Kopf hielt runter fiel.
Auch wenn es sehr stürmisch war, war diese Umarmung eher zurückhalten und... Schüchtern. Zuckte das Mädchen etwa leicht? War ein leises Schluchzen zu hören? War es denn Luziver? Aber Luziver hätte mit Sicherheit ganz laut den Namen des Hybriden gerufen und ganz Pelgar damit berichtet, wie er hieß. Ihre Umarmung hätte ihm eigentlich fast schon die Luft weggedrückt und wenn sie geweint hätte, hätte sie ihr Gesicht nicht in das Hemd den Jungen vergraben.
Roxas mag bis eben trocken gewesen sein, doch jetzt wurde er pitsch nass. Nicht nur, dass er den Regen abbekam, sondern auch weil das Mädchen selbst noch bis auf die Haut nass war. Nach einer langen Weile des Schweigens unterbrach Lucy die Stille zwischen den beiden, aber noch immer ihr Gesicht in sein Hemd vergraben. "Endlich... Endlich jemand vertrautes! Es geht alles drunter und drüber! Kazel ist noch immer manipuliert und liegt am Bett gefesselt in der Reichsklinik! Shantih ist bei ihm... Keiner will mir und Luziver glauben, dass er manipuliert wurde! Es ist echt zum verzweifeln! Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Eben wurden Shankar und ich aus der Stadt rausgeworfen, von einer dieser arroganten Ratsmitgliedern! Keiner will uns glauben... Oder helfen! Ich bin wirklich kurz vorm Verzweifeln! Es ist so schrecklich! Wie Kazel am Bett gefesselt ist... Man sieht ihm an, dass er eigentlich nicht mehr Kazel ist..." Lucy hielt inne. Für Roxas mag es wohl eine ganz neue und außergewöhnliche Erfahrung gewesen sein, dass Lucy weinte. Dass Lucy ihre Gefühle offenbarte... Dass... Lucy verzweifelte und nicht mehr weiter wusste.

Sie löste sich von ihm und wischte sich die Tränen weg, hielt ihren Kopf aber noch immer gesenkt, dass keiner ihr verweintes Gesicht sehen konnte, welch ein Glück, dass es so doll regnete, dies half sehr, dass sich Lucy das Gesicht ein bisschen abwaschen konnte.
Sie wollte gerade zum Hybriden hoch sehen, als sie dann... Seinen... Gürtel sah... Nein, das war kein Gürtel. Das war... "Och, wie putzig! Du hast in den letzten Wochen nen Schwanz bekommen?" Und Roxas hatte keine Zeit auch nur annähernd zu reagieren und schon hatte sie diesen von der Hüfte des Hybriden gelöst und sah sich den Schweif an. "Wow... Der war vorher noch nicht da!" Und plötzlich packte das Mädchen fester zu und riss etwas daran. Die Kälte des Mädchens verschwand und es war sofort klar: Luziver war da.
"ROXAAAAS!" Rief sie fröhlich und bemerkte nicht, dass sie an seinem Schweif zog. Diesen noch immer in der Hand halten umarmte den Löwenhybriden auf ihre Art ganz stürmisch. Erst dann bemerkte sie, dass sie ihm wehtat, weil sie den Schweif noch immer fest hielt. "Tut Luziver leid!" Entschuldigte sie sich fröhlich. "Duuuu!! Roxaaaaasss!! Weißt du waaahaaaaas?!" Das Mädchen war vollkommen aufgeregt und hopste um ihn herum. "Angelika -" Sie zweigte auf die Frau, "sagte, dass Luziver Eltern hat! Jaaaaahhh! Luziver hat eine Mama! Aber Angelika sagte auch, dass Luzivers Mama krank sei. Aber Luziver kann leider nicht zu Luzivers Eltern, weil Luziver Kazel helfen muss!" Berichtete sie in einem schnellen Tempo. "Angelika redet voll das lustige Zeug! Zum Beispiel nennt sie Luziver Herrin und Lucy 'mächtige Lucy'! Und... Und..." Ja, sie war so aufgeregt, dass sie nicht wusste, was sie als nächstes sagen sollte. "Ach ja! Und der Stier ist Shankar! Shankar ist auch Luzivers Freund! Und der Einzige, der Luziver und Lucy hilft... Und der Einzige, der uns glaubt! Shankar ist voll lieb! Er beschützt Luziver! Jaaaaahhh! Er ist auch voll stark! Jaaaaahhh!!" Stellte sie den Minotauren vor.

Doch plötzlich schien sich das Mädchen beruhigt zu haben und sah den Jungen mit großen funkelnden Augen an. "Ist Roxas stolz auf Luziver? Ist Luziver ein braves Mädchen? Denn Luziver war in den letzten Tagen ganz tapfer gewesen! Aber Luziver hat nicht beim Turnier mitgemacht... Du warst ja da auch angemeldet! Na ja.. Jedenfalls... Ist Roxas stolz auf Luziver, weil Luziver ganz tapfer war? Luziver hat nicht geweint! Neeiin! Luziver war ganz tapfer!" Sie nahm eine Hand von ihm und legte diese auf ihre nassen Haare. "Wenn du stolz auf Luziver bist, musst du Luzivers Kopf tätscheln! So wie es Kazel gemacht hat!" Strahlte sie ihn an, so wie es noch vor vielen Wochen war, als sie noch zusammen gereist waren.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Shankar » Montag 11. Mai 2009, 23:43

Shankar wusste sofort warum Angelika einige Schritte von ihm zurückging, doch er achtete nicht darauf. Seine Augen waren woanders gefesselt und wusste nicht ob er sich nun dafür schämen sollte oder nicht. Doch er musste zugeben, ihr anblick gefiel dem Minotauren. Einige male musste er sich zusammenreißen, damit er die worte Angelikas nicht nur vernahm sondern auch Verstand. Diese mysteriöse Frau wusste wohl sehr viel über Luziver und Lucy, mehr als die beiden wohl selber über sich wussten.
Es war nicht schwer zu erraten, dass Lucy über das Wissen von Angelika überrascht war. Wie es in dem Körper der beiden Mädchen genau zuging konnte man von außen nicht sehen, doch konnten es sich die meisten wohl ahnen.

Bei Shankar war es nicht anders, seit seiner Zeit außerhalb der Sippe hatte auch er einiges außerhalb seiner Vorstellungskraft gesehen und mitbekommen. Es reichte zwar nicht annährend an das Wissen eines erfahrenen alten Kriegers heran, doch war es sehr viel mehr als dass was er hätte in der Sippe erleben können. Shankar konnte sich auch nicht vorstellen wie es war ohne Eltern aufgewachsen zu sein. Immerhin hatte er nicht nur Mutter und Vater, sondern auch zwei Geschister gehabt und einen Großvater. Doch was hieß hatte, er hat sie immer noch. Jedenfalls wurde die Lage in Pelgar immer verworrender und so langsam zweifelte Shankar daran, ob ihm irgendjemand diese Geschichte glauben würde. Es bestand vielleicht sogar die Gefahr darin, dass man ihm für Geistesgestört halten würde, wenn er irgendjemanden davon erzählen würde. Doch hatte der Minotaur nun das Recht seine kleine Frage mit den vielen verwirrenden Fragen von Luziver und Lucy zu messen? Diese Frage konnte wohl noch etwas warten, denn Fragen gab es nun genug.

Nanu war da was?
dachte er und sah zur Seite, doch er bemerkte nichts und dachte er hätte sich das ganze wohl eingebildet. Doch urplötzlich stürmte Lucy auf einen fremden jungen Mann zu und umarmte ihn heftig. Von ihrer Art zu sprechen konnte der Stier erkennen, dass immer noch Lucy die Kontrolle über den Körper hatte. Anscheinend war es noch ein Freund der beiden.
Ich wette wenn sie alle ihre Freunde holen würde, dann könnte sie wahrscheinlich die ganze Stadt übernehmen.
Shankar starrte eine Weile auf das Mädchen und den Unbekannten. Lucy jedenfalls war sehr glücklich und auch Luziver meldete sich zu Wort. Dabei konnte Shankar den Namen des Unbekannten erfahren. Dieser Kerl, er trug den Namen Roxas, war zwar kleiner als Shankar, doch der Minotaur hatte schon kleinere Gestalten gesehen und darunter fiel auch Luziver. Der Hybrid war ein recht schmächtiger Kerl, nach Shankars Ansicht war er schon ein richtiger Mickerling, doch verriet ein prüfender Blick eine eher drahtige Muskulatur, die man wohl eher einem Akrobaten oder jedenfalls recht flinken Leuten zutrauen würde. Mehrmals musste Shankar hinsehen, ehe er die Ohren und den Schwanz wirklich vernahm und als tierische Merkmale registrierte.

"Nun gut. Ich muss doch gestehen JETZT bin ich WIRKLICH verwirrt!"
So wie Luziver über Kazel und Shantih geredet hatte, hätte der Stier erwartet, dass sie über jeden Freund so redet. Doch trotz all der Verwirrtheit, hatte er die geheimnisvolle wie auch bezaubernde Angelika nicht vergessen. Wahrscheinlich lag es genau wegen dieser Verwirrtheit und den ganzen Fragen, doch langsam wollte Shankar Antworten haben. Von den Augenwinkeln sah er nun die Frau an, drehte sich zu ihr und wollte Antworten verlangen:
"Also jetzt klärt mich auf oder ich werde....ich werde...."
Wie gesagt er wollte Antworten, doch ließ er sich von den himmelblauen Augen verzaubern, dem goldenen Haar und natürlich ihren restlichen weiblichen Charm. Aus irgendeinem Grund konnte er mit ihr nicht Klartext sprechen und die antworten direkt verlangen.
"Ihr könntet so nett sein und mir sagen....."
Wieder einmal versuchte er es und wieder lenkte ihr Körper ihn ab. Verzweiflung machte sich in ihm langsam breit, es müsste doch für ihn eine Möglichkeit geben nun mit seinen Fragen von ihr Antworten zu bekommen. Shankar beschloß die Sache nun mit Gewalt zu lösen. Mit der flachen Hand holte er weit aus und schlug zu. Man hörte es ganz laut klatschen. Jedoch hatte er nicht Angelika geohrfeigt sondern sich selber, denn so wollte er seine Konzentration wiedererlangen. Der Schlag hatte gesessen und auf seiner Wange war nun ein knallroter Abdruck.
"Also Angelika! Nun klärt mich gefälligst auf und ich will keine Ausreden! Wer seit ihr und von wo kommt ihr? Außerdem will ich wissen, woher ihr von Luziver wisst und vor allem von Lucy!"
Ich würde auch gerne wissen, wie ihr ohne eure Klei......
Shankar musste heftigst den Kopf schütteln und rieb sich an seiner Wange. Bedrohlich zeigte nun sein Streitkolben in Richtung Angelika. Es missfiel ihm so drastisch bei einer so schönen Frau zu werden, doch langsam riss ihm der Geduldsfaden und er wollte nun auf wenigstens einer seiner Fragen eine Antwort.
Hoffentlich kann man sie leicht einschüchtern.
"NUN ICH HÖRE?"
forderte er sie auf. Doch innerlich hoffte er, dass sie ihn nicht durchschaute. Immerhin hatte er nun doch Hinweise gegeben, dass er sie anders ansah wie andere Frauen.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von fremde Frau » Dienstag 12. Mai 2009, 16:32

Man merkte Lucy an, dass sie verärgert war. Angelika gab ihr zwar Antworten, hüllte sich aber weiterhin in eine seltsame Ungewissheit. Sie und Shankar erfuhren einiges von ihr und doch nichts. Dieser mysteriöse Schleier löste sich erst wie die durchsichtige Stoffschicht ihrer Kleidung im Regen auf, als Angelika davon sprach, dass Luzivers Mutter erkrankt sei. Denn so brachte die Fremde das Mädchen vollkommen aus dem Konzept.

"Was? A-aber ... Luziver und ich ... Wir ... Wir haben doch keine Eltern ..." "Ihr erinnert Euch nicht, Herrin?", fragte die blonde Schönheit und aufrichtige Sorge lag in ihrer Stimme. "Oh, Ihr müsst Euch den Kopf angeschlagen haben, aber alles wird sich aufklären, wenn Ihr nur bald mit mir kommen wollt und ..." Angelika wurde jäh unterbrochen, als Lucy plötzlich einfach an ihr vorbei und auf einen weiteren Passanten zurauschte, der in der Gasse unterwegs war. Angelikas Pferd wieherte tänzelnd auf der Stelle, so dass die Frau es beruhigen musste und Luziver nicht aufhalten konnte. Das Mädchen umklammerte bereits die Hüften des jungen Mannes, der bis eben noch eine Holzbohle über seinen Kopf gehalten hatte, um nicht nass zu werden. Nun prasselte der Regen aber auch auf sein Haupt und durchnässte ihn von Kopf bis Fuß ... und ... ein Schwanz?! Laufen hier denn nur Tierwesen auf dem Boden herum? Angelika zeigte sich offenkundig verwirrt und starrte ungläubig und mit heruntergelassener Kinnlade auf Roxas. Dieser musste nun eine aufgeregte Luziver über sich ergehen lassen, welche ebenfalls den Löwenscheif entdeckt hatte und aus Leibeskräften daran zog.

Angelika starrte noch immer, als sich Shankar wieder ihr zuwandte. Sie drehte den Kopf. Er war so winzig, Shankar hätte seine gesamte Hand um ihren schlanken Hals oder das Gesicht legen und beides zerquetschen können. Das goldene Haar fiel wie ein schimmernder Rahmen auf die nackte Haut ihrer Schultern. Sie sah aus wie ein Unschuldsengel, wie ein Geschöpf der Götter fürwahr.
Zumindest Shankar konnte sich kaum von diesem Anblick lösen. Nicht nur, dass die ohnehin sehr gut betonte Figur und die durch das Atmen sich stets hebenden und senkenden Brüste Aufmerksamkeit verursachten, Angelika war einfach überirdisch schön - und zog Shankar jedes Mal von neuem in ihren Bann. Dabei war sie selbst sich ihrer Schönheit garnicht wirklich bewusst, obwohl sie schon bemerkt hatte, dass keiner in Pelgar ihr das Wasser reichen konnte.

"Ihr könntet so nett sein und mir sagen....." "Ja?" Plötzlich tat es einen Schlag, einem Peitschenknall gleich. Angelika starrte den Minotauren an, auf dessen pelziger Stierwange ein gewaltiger, roter Abdruck zu sehen war. Shankar sah aus, als hätte ihm einen Esel einen Tritt verpasst. Die fremde Frau schüttelte den Kopf und wich einen halben Schritt zurück. "Herrin Luziver, sagt, was ist hier nur los? Stierwesen und Männer mit ... Löwenschwänzen und sie prügeln sich selbst, ich ... sagt mir, das ist doch der Boden Celcias, oder nicht?" Fragend blickte sie zu dem Mädchen herüber, aber Shankar ließ jetzt nicht locker. Das war jetzt seine Chance, da Angelikas schöne Augen ihn nicht länger ablenkten (von welchen Augen wir hier nun sprechen, sei mal einfach so dahingestellt).

"Also Angelika! Nun klärt mich gefälligst auf und ich will keine Ausreden! Wer seit ihr und von wo kommt ihr? Außerdem will ich wissen, woher ihr von Luziver wisst und vor allem von Lucy!" Die Frau holte tief Luft, aber dann gab sie endlich einiges über sich preis: "Ich diene der Madam Celeste und ihrem Gatten Apollo, den Eltern Luzivers. Sie ist ein Mädchen aus Hymlia, der Stadt in den Wolken und ich habe sie nach langer Suche endlich gefunden und sogar die Seele der mächtigen Lucy, ihrer Wächterin. Mein Auftrag ist es, die junge Herrin heim zu holen, da ihre Mutter seit Jahren schon krank vor Sorge um ihr einziges Kind ist. Wie lange haben wir sie gesucht." Angelika wischte sich die Augen und schaute zu Luziver herüber. "Meine eigene Mutter war ihre Amme, deshalb sah ich es als meine Pflicht an, nach ihrem Tod nach der jungen Herrin zu suchen. Bitte, wenn ihr noch Dinge erledigen müsst, dann tut es. Ich muss sie heimbringen! Ich muss einfach."

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Roxas » Mittwoch 13. Mai 2009, 12:04

Damit hatte Roxas ehrlich gesagt nicht gerechnet. Zwar kam ihm die bekannte Gestalt rasch entgegen, doch das Verhalten sah der kleinen Luziver überhaupt nicht ähnlich. Als das Mädchen ihn dann zögerlich umarmte, war er sich sicher, dass das nicht Luziver war. Das ihm das Brett dank der ungestümen Wiedersehensfreude aus der Hand fiel und er nass wurde, war angesichts der Tatsache, dass Lucy offensichtlich weinte, ziemlich egal.
Der Löwenhybrid musste sich erst sammeln. Diese Art passt so gar nicht zu Lucy, dass verunsicherte ihn, weshalb seine Ohren sich auch ganz automatisch etwas eingeschüchtert an seinen blonden Haarschopf legten, während er eine halbherzige Umarmung erwiderte.
Dann begann ein Redeschwall, der wiederrum Luziver ähnelte. Fast ohne Punkt und Komma berichtete ihm Lucy das Wichtigste, was er verpasst hatte. So erfuhr er unter anderem, dass einige sich immer noch im Krankenhaus befanden und der Mischlingself manipuliert wurde. Mit der Situation etwas überfordert konnte Roxas erst Mal nichts darauf erwidern, vor allen Dingen weil Lucy ihn immer noch umarmte, während er seine Hände schon fast flehend hob, um sie nicht weiter zu berühren. Der Gedanke klang schon komisch, aber Lucy fühlte sich kalt an. Wahrscheinlich lag das nur am nervigen Regen, aber Roxas hatte ihre Gegenwart schon früher als Feindseelig empfunden, weshalb es ihn nur weiter verunsicherte.

Als sie sich endlich vom Hybriden löste, atmete dieser erleichtert auf, war dennoch nicht fähig irgendwelche Worte auf ihre zu erwidern. Glücklicherweise musste er das gar nicht, denn scheinbar hatte sie etwas anderes, interessanteres gefunden - Sie hatte seinen Schwanz bemerkt.
"Nicht an-", begann Roxas, doch schneller als er sprach hatte Lucy den Schweif gepackt und betrachtete ihn offenbar äußerst interessiert. Ihre Begeisterung, die sie mit einem schlichten "Wow... Der war vorher noch nicht da!" äußerte, konnte der Hybrid nicht ganz mit ihr teilen. Bisher hatte der Halbmensch kein sinnvollen Verwendungszweck für dieses überflüssige Körperteil entdeckt. Im Gegenteil. Er fürchtete, dass er sich womöglich immer noch weiter verändern würde, schlimmsten Falls bis er selbst nur noch ein richtiges Tier war. Der Gedanke daran war beängstigend und in stillen Minuten hatte sich Roxas vorgestellt, wie es wäre, auf vier Pfoten leben zu müssen. Nicht unbedingt der Traum eines jeden Hybriden, vollständig zu dem zu werden, wozu man ihn verflucht hatte. Wenn er jedoch den Minotaur betrachtete, durchfuhr ihn ein Gefühl von Glück, dass es noch nicht so weit gekommen war.
Zumindest ließ Roxas Lucy den Schweif geduldig betrachten, auch wenn es ihm nicht wirklich behagte. Während er sich argwöhnisch beobachtete, änderte sich plötzlich ihre Aura, wie man es von dem Mädchen kannte, wenn die eine Persönlichkeit die andere wieder verdrängte. Es passierte etwas, was wirklich nur Luzi tun konnte. Wie eine Verrückte zog sie an seinem Schwanz, während sie seinen Namen in die Dunkelheit rief und ihn umarmte, auf ihre verzückende, stürmische Art. Allerdings war Roxas sichtlich nicht begeistert. Seine Ohren legten sich bedrohlich eng an seine blonden Haare und es gelang ihm auch nicht ein leises Knurren zu unterdrücken, aber Luziver schien das in ihrem Freudentaumel nicht zu bemerken. Sie entschuldigte sich, bevor dann ein weiterer Redewasserfall auf ihn niederprasselte. Als wäre der Regen nicht schon genug. Luziver stellte ihm Angelika vor, welche ihr scheinbar erzählt hatte, dass sie Eltern hatte, und den Stier Shankar, welchen er im Gegensatz zur Frau noch Mal interessiert musterte und wenn jener in seine Richtung sah, würde Roxas ihm grüßend zu nicken. Immerhin kümmerte er sich um dieses aufgedrehte Kind, dass ihm ganz begeistert von ihren Freunden erzählte.

Dann wandelte sich ihr Gemüt ein wenig. Plötzlich war Luziver ruhig und sah mit ihren auffallend roten Augen zu Roxas auf. Er legte bei diesem Bild den Kopf leicht schief.
"Ist Roxas stolz auf Luziver? Ist Luziver ein braves Mädchen? Denn Luziver war in den letzten Tagen ganz tapfer gewesen! Aber Luziver hat nicht beim Turnier mitgemacht... Du warst ja da auch angemeldet! Na ja.. Jedenfalls... Ist Roxas stolz auf Luziver, weil Luziver ganz tapfer war? Luziver hat nicht geweint! Neeiin! Luziver war ganz tapfer!"
Perplex sah der Löwenmensch auf sie herab. Ohne zu zögern ergriff sie dessen Hand und legte sie auf ihren nassen Kopf, strahlte ihn darauf mit ihrem schönsten Lächeln an.
"Wenn du stolz auf Luziver bist, musst du Luzivers Kopf tätscheln! So wie es Kazel gemacht hat!"
Verdutzt starrte Roxas sie an, wie sie ihn anlächelte und von ihm verlangte, sie zu tätscheln, wenn er stolz auf sie wäre. Was ihm daran lediglich nicht passte, war die Sache "so wie es Kazel gemacht hat". Natürlich nahm er ihr nicht übel, sie kannte ihn länger und hatte ihn wahrscheinlich auch lieber, aber ein Ersatz für diesen Mischling wollte er nicht werden.
Roxas zögerte, verzog dann die Miene und hob seine Hand etwas an. Doch könnte er das enttäuschte Gesicht dieses Mädchens ertragen, das ihn damals so herzlich aufnahm? Wohl nicht.
Seufzend legte er die Hand wieder auf ihre schwarzen Haare und tat ihm wie geheißen. Dabei sah er sie mit dem ehrlichsten Lächeln an, was er angesichts dieser Situation, zu Stande brachte.
"Ja, ich bin stolz auf Luziver."

Roxas sah kurz hinüber zu Shankar und dieser Angelika, welche sich miteinander unterhielten. Inzwischen war er sich nicht ganz sicher, was er von dieser "Eltern-Sache" halten sollte, denn soweit er sich zurück erinnern konnte, hatte Luziver zumindest mit ihm nicht über ihre Eltern gesprochen. Es erschien ihm taktlos zu sein, Luziver darauf anzusprechen, daher würde er - wie immer - schweigend abwarten, wie es weiter ging. Während sich sein Schwanz wie von Geisterhand wieder um seine Hüfte schlang, fiel ihm auch endlich auf, dass er ja sein heißgeliebtes Brett an den nassen, kalten Boden verloren hatte.
So ein Mist... Ich hasse Regen...
Demonstrativ schüttelte er seine blonde Mähne, vergebens, bei dem Hundewetter.
"Du solltest dich wieder unterstellen, Luziver.", meinte Roxas schlicht und legte einen gleichgültigen Ton in seine Stimme. Dann sah er sie jedoch mit einem seiner normalen, ausdruckslosen Gesichter an, auch wenn es nicht so hart wie sonst wirkte. "Und wenn ich darf, begleite ich dich..."
Was hatte er zu verlieren? Sein Leben als Geldeintreiber und Söldner in Pelgar war ein kleiner Preis, wenn er dafür seine erste herzliche Gefährtin wieder begleiten durfte.

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Re: Zeugenaussage

Beitrag von Luziver » Mittwoch 13. Mai 2009, 14:43

Angelika schien sichtlich verwundert darüber, dass das Mädchen nichts von ihren Eltern wusste. Sie erklärte es damit, dass das Mädchen sich angeblich den Kopf angeschlagen hätte. Lucy hob daraufhin nur eine Augenbraue. Doch hatte die Frau ihre Aufmerksamkeit nicht lange und konnte ihren Satz nicht zu Ende sprechen. Denn da war Lucy auch schon zu Roxas gerannt.

Endlich konnte Lucy mal etwas Dampf ablassen. Auch wenn sie es nur Ansatzweise tat, dennoch merkte sie, mal einfach den Gefühlen und Gedanken freien Lauf zu lassen und nicht alles in Zorn und Aggressionen umzuwandeln, tut auch sehr gut.
Nun konnte sie ein bisschen nachvollziehen, warum Luziver immer so offen weinte und überhaupt ihren Gefühlen freien lauf ließ. Und weshalb sie scheinbar immer gut gelaunt zu sein schien.

Jedenfalls war die Verzweiflung und alles, was Lucy eben noch empfand plötzlich weg. Denn der Löwenschweif Roxas' lenkte sie völligst ab.
Aber behielt nicht lange die Kontrolle über den Körper. Schon war Luziver nun da und begrüßte den Löwenhybriden stürmisch, während sie noch immer seinen Schweif feste in der Hand hielt. Ja, nur Luzi konnte so etwas wirklich tun. Wenn auch unbewusst.
Nachdem sie ihm nur ganz kurz ein paar Dinge erzählt hatte und Angelika so wie Shankar vorgestellt hatte, sollte er sie dafür tätscheln, dass sie die ganze Zeit über ganz tapfer gewesen war.
Auch wenn es vielleicht so rüber kam, Luziver hatte es nicht so gemeint, dass Roxas eine Art "Ersatz" für den Mischlingselfen sein sollte. Manchmal konnte sich das Mädchen nun mal nicht richtig ausdrücken, denn so schnell wie sie redete, konnte sie vorher nicht noch erst nachdenken, was sie denn wie sagen sollte.
Aber nachdem Roxas sie dann doch getätschelt hatte, umarmte sie ihn wieder. "Danke! Weiß du, Roxas, Luziver vermisst Kazel sehr. Er hat Luziver sogar mal getätschelt, als er eigentlich böse auf Luziver war! Jah!" Das Mädchen sah dann traurig drein, als sie sich an ihren Freund erinnerte, der gefesselt und gebrochen in einer der Betten der Reichsklinik gefesselt lag. - Wie sie natürlich glaubte -
"Weißt du. Luziver hat Angst. Kazel will Luziver und Shantih wehtun!" Sie sah besorgt zum hybriden hoch. "Das Medallion hat bei Kazel ganz leicht geleuchtet! -" Flüsterte sie dann leise; "Es hat geleuchtet! Bei Kazel! Und du weißt ja, das Medallion leuchtet nur bei Gefahr auf. Shantih hat gerade das Medallion, damit sie auf Kazel aufpassen kann. Hoffentlich hört sie auf das Medallion. Denn sie hat Kazel ja lieb. Und... Es muss ihr wehtun, ihn so zu sehen..." Luzi kuschelte sich an Roxas' Hemd, sie versuchte gerade nicht zu weinen, weil es ihr in ihrem scheinbar so großen Herzchen wehtat, wie ihre Freunde gerade litten.
"Wenn du ihn jetzt sehen würdest... Du würdest denken, dass es nicht Kazel ist. er sieht zwar so aus wie Kazel, aber viel erschöpfter... Man sieht ihm an, dass er viel mitgemacht hat. Was haben diese Verbrecher von der Anstalt ihm nur angetan? Und warum? Luziver versteht das alles nicht! Warum muss Kazel so leiden? Nur weil er ein Mischlingself ist? Und warum will keiner Luziver und Lucy glauben? Warum will keiner uns helfen? Auch Lucy ist sehr froh darüber, dass Shankar uns hilft und uns glaubt. Und Lucy ist auch froh drum, dass du wieder bei uns bist! Du glaubst uns doch, oder? Du würdest uns doch helfen, oder?"
Sie sah zu ihm hoch. Doch ihr trauriger Blick wandelte sich schon wieder ein leichtes Strahlen um.
"Luziver ist so Glücklich, dass du wieder da bist, Roxas! Luziver hat an dich gedacht! Ja! Luziver hat sich gefragt, wo du bist und was du machst und wie es dir geht. Luziver vermisst auch Ascar! Seit dem Brand, ist er auch weg!" Das Mädchen seufzte leise.

Als Roxas seinen Kopf schüttelte, es aber wegen dem Regen nichts brachte, kicherte das Mädchen. "Niedlich!" Kommentierte sied as nur und strahlte wieder über beide Ohren.
"Du solltest dich wieder unterstellen, Luziver." "Und wenn ich darf, begleite ich dich..."
"Aber du musst dich auch unterstellen!" Lächelte sie fröhlich und lachte kurz, als er sagte, dass er sie begleiten würde wenn er dürfte. "natürlich darfst du! Aber wenn du Luziver begleitest, dann werden die Kuttenträger auch vielleicht dich jagen. Denn sie wissen ja nicht, dass du noch da bist, oder? Na ja... Im Moment ist alles so kompliziert! jetzt wurden wir auch noch aus der Stadt rausgeworfen! Dieses Ratsmitglied hätte sich mal nicht so anstellen müssen! Lucy hat nur offen ihre Meinung gesagt!" Plapperte das Mädchen wieder drauf los. Seltsam, dieses Mal war sie voll auf der Seite von Lucy, sonst entschuldigte sich doch immer das Mädchen für das, was ihre zweite Persönlichkeit sagte oder tat.

In dem Moment, wo sie wieder zurück zu Shankar und Angelika wollte, klatschte es plötzlich. Verwundert sah sie Shank an, wie er sich selbst geohrfeigt hatte. Dann stellte er die Frau zur Rede.
Luziver hörte der Frau zu, inzwischen war sie wieder bei ihnen. Aber erst fragte Angelika, ob dies hier wirklich Celcia sei. Das Mädchen nickte mit einem strahlenden Lächeln. "Jaaaa! Das ist Celcia! Luziver sagte ja schon immer: Die Celcianer sind komisch! Aber auch lieb. Luziver hat alle lieb! Ja! Auch den komischen Wolfsmann, der Luziver, Shantih, Kazel, Ascar und Leon noch in der Stillen Ebene begegnet ist. Kurz bevor wir dann in den Neldoreth gegangen sind. Luziver hatte auch ihn lieb. Auch wenn er böse zu uns war und uns wehgetan hatte. Oder was auch typisch für Celcianer ist: Sie verstecken sich immer! Entweder in Umhängen unter ihren Kapuzen oder tragen Helme. Aber Luziver mag sie! Luziver mag alle! Bis auf die bösen Reiter in der Stillen Ebene, gegen die wir kämpfen mussten. Die mag Luziver nicht. Und die Verbrecher in der Anstalt auch nicht. Nein. Die mag Luziver nicht." Schoß Luzi los.
"Aber was hast du gegen Roxas Schwanz? Der ist doch putzig! Passt doch zu ihm! Si wie die niedlichen Löwenohren! Und die Krallen. Roxas ist doch süß und niedlich und putzig!" Strahlte sie in die Runde. Dass es dem Löwenjungen scheinbar peinlich war, dass sie so über ihn redete, darüber dachte sie nicht nach. Ihr Mund war nun mal schneller als ihr Kopf.

Aber als Angelika dann Shankars Frage beantwortete, hörte auch Luziver aufmerksam zu.
"Aber Luziver war ja bei Großmutter! In der nähe eines Menschendorf, wo die Menschen Luziver nicht mochten und immer wehgetan haben. Luziver ist doch erst seit ein paar Monaten oder so hier. Nachdem Großmutter für immer eingeschlafen war und nicht mehr aufwachte." Erklärte sie und sah die Frau schief an.
"Aber Angelika. Deine Worte machen Luziver schon ein bisschen Angst... Weil... Du sagtest doch, du hast auch Lucys Seele gefunden. Waren wir beide eigentlich mal getrennt?" Fragte das Mädchen ungewöhnlich vorsichtig, wa eigentlich nicht so ihre Art war. Eigentlich fragte sie immer direkt gerade heraus, doch jetzt war sie vorsichtig und etwas ängstlich. "K-kann man uns etwa trennen? H-hat Lucy etwa auch ihren eigenen Körper? wenn ja, warum ist sie dann in meinem? Was ist passiert? Warum erinnert sich Luziver nicht? Warum erinnert sich Lucy nicht? Warum? Aber Luziver will nicht von Lucy getrennt werden! Nein!" Sagte sie dann etwas voller Panik, doch beruhigte sie sich schnell wieder.
„Hmmm.. Bevor wir irgendetwas machen, müssen wir auf jeden fall noch zur Reichsklinik! Egal wie spät es jetzt ist! Wir müssen Shantih bescheid sagen, was jetzt los ist. Außerdem hat Luziver versprochen, wieder zu ihr zurück zu gehen.“ Sagte das Mädchen dann fest entschlossen. „Lasst uns dann mal gehen! Wir werden diese komische laute Krankenschwester aus austricksen, damit sie uns nicht rauswerfen kann!“ Grinste das Mädchen und war schon bereit zu gehen.

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