Vor den Mauern Rugtas

Die Zwerge bewachen die Siedlung vor den Geheimnissen und Schrecken, die nachts mit dem Nebel kommen. Sie schützen die Bauern, brauen hier aber auch Bier und Schnaps. Sogar ein paar des Tha’Roon-Volkes leben mit Zwergen und Menschen einher.
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Hinweis zu Rugta!
Die Zwergensiedlung ist von Dunkelelfen und Piraten eingenommen worden. Die Bewohner Rugtas sind Gefangene in ihrer eigenen Stadt!
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Vor den Mauern Rugtas

Beitrag von Erzähler » Sonntag 5. Februar 2017, 19:57

Brovi kommt von: Die Hütte des Ingenieurs

Die beiden Freunde hatten sich gut vorbereitet und waren dann zügig aufgebrochen um die trutzige kleine Stadt Rugta zu erreichen. Schon an den umliegenden Höfen und Feldern konnte das kundige Auge sofort erkennen, dass die Besatzer wenig Wert darauf legten die Infrastruktur zu erhalten. Viele Höfe standen leer oder waren abgebrannt. Auf einigen wenigen wurde jedoch tatsächlich gearbeitet und man konnte aus der Ferne sehen, dass hauptsächlich Orks dann als Bewacher eingesetzt waren um die verblieben Zwerge im Auge zu behalten. Aber es gab euch einige wenige, die allein unterwegs waren, die meisten waren Frauen. Hatten sie eine Idee, wie sie also in die Stand an den Wachen vorbei kommen sollten? Eine Geschichte?
Die Hopfendolden waren fast alle vertrocknet, aber die Felder boten einen guten Sichtschutz um sich nah an die Stadt heran zu schleichen. Um den größtmöglichen „Gruseleffekt“ zu erhaschen hatte der Drache um die Stunden der Dämmerung für seinen Angriff gebeten, also hatten die beiden Zwerge den rechten Zeitpunkt gewählt um noch gut und gern zwei Stunden vorher Zeit zu haben, damit sie die Gegend und ggf. die Stadt in Ruhe auskundschaften konnten. Der Graf hatte sie begleitet, aber würde hier in der Deckung der Plantagen zurück bleiben, bis Brovi mit der Pfeife ihm das Zeichen gab, dass er sein Ablenkungsmanöver starten sollte. Fiddatan betrachtete aus der Ferne die Stadt und etwas hungriges lag in seinem Blick. Die Stimme des Grafen klang tonlos und kalt kalkuliert als er etwas gedämpft zu den Zwergen sprach:
„Habt ihr irgendwelche Vorschläge oder Wünsche wie ich genau vorgehen soll, oder ist es meiner Phantasie und Kreativität überlassen, wie ich den größtmöglichen Schaden anrichten kann?“
Rumpel schluckte und bellte fast sofort heraus:
„Natürlich! Töte gefälligst keine Zwerge, Echse!“
Fiddatan wandte betont langsam den Kopf zu dem Händler um. Sein Blick funkelte silbern.
„Ich werde mir Mühe geben...!“
Rumpel knirschte mit den Zähnen. Es war wohl besser, wenn sie jetzt aufbrachen, bevor die beiden sich noch wieder in die Haare bekamen. Brovi hielt den Blick nach vorne gerichtet. Rugta war nicht sehr groß, aber es gab doch einige Punkte, die sie ansteuern konnten. Die Häuser der Siedlung waren teils aus Stein, teils aus einfachem Fachwerk oder Holzbauten mit Reet. Zwischen ihnen gab es schmale Gassen zum Verstecken. Die Taverne „Das Erdloch“ war von hier nur als kleiner Hügel zu erkennen, denn sie befand sich tatsächlich unter der Erde und war von je her ein Brennpunkt von Rugtas Einwohnern gewesen. Nur war die Schenke das jetzt noch? Dann gab es noch „Twinkels Laden“, die Brauerei „Roter Drache“ mit ihren Dampfkesseln und den Ratssaal. Da Brovi und auch Rumpel seit der Besatzungsübernahme nicht mehr hier gewesen waren mussten sie entscheiden, wo sie mit ihrer Suche beginnen wollten.
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Re: Vor den Mauern Rugtas

Beitrag von Brovi Brockstein » Montag 6. Februar 2017, 19:01

Es waren noch etwa zwei Stunden bis zur Morgendämmerung, als Brovi, Rumpel, und Verano-Fiddatan Rugta erreichten. Zunächst hielten sie sich zwischen den abgestorbenen Hopfendolden und verstreuten Trümmern für eine letzte Besprechung versteckt. "Habt ihr irgendwelche Vorschläge oder Wünsche wie ich genau vorgehen soll, oder ist es meiner Phantasie und Kreativität überlassen, wie ich den größtmöglichen Schaden anrichten kann?“, fragte der Drache. Seine Stimme klang dabei seltsam tonlos und kalt. Sofort entgegnete Rumpel wie aus der Armbrust geschossen: "Natürlich! Töte gefälligst keine Zwerge, du Echse!"
"Ich werde mir Mühe geben…!", antwortete Verano-Fiddatan.
Die Beleidigung "Echse" schien er geflissentlich zu ignorieren, wofür Brovi dankbar war. Sie konnten sich jetzt keinen Streit leisten.
"Natürlich gilt das auch für die menschlichen Rugtaner", fügte Brovi zum Appell seines Freundes hinzu. Als Nächstes galt es festzulegen, wie man in die Stadt kommen würde und wohin ma sich, einmal im Innern, wenden sollte. Die meisten Arbeiter in Sichtweite waren von grimmig dreinschauenden Ork-Aufsehern bewacht, aber hier und dort schlurften einige, vor allem Frauen, auch ohne Beaufsichtigung umher.
"Vielleicht sollten wir versuchen, unauffällig mit jemandem von diesen Einzelgängern in Kontakt zu treten und sie fragen, ob es einen diskreten Weg gibt, auf die andere Seite dieser Mauer zu kommen ohne einen Pfeil in die Kehle zu kriegen. Wenn wir drin sind, sollten wir am Besten so schnell wie möglich in den Gassen untertauchen, bis wir uns ein gutes Bild von der Situation dort gemacht haben. Dann können wir zuschlagen. Irgendwelche Einwände oder Vorschläge?"
In Gedanken ging Brovi noch einmal die Ausrüstung durch, die sie dabeihatten: In seinem Rucksack trug Brovi die behelfsmäßigen Waffen, die in Stoff eingewickelt waren, um den Rucksack nicht zu beschädigen oder zu klirren, sowie seinen Hammer. In seiner Gürteltasche hatte er die Pfeife verstaut, die er von Verano-Fiddatan bekommen hatte. DIe Hagalaz-Runenplättchen hingegen hatte er entschieden nicht mitzunehmen – er wusste nicht, wie sie auf etwaige Magieeinflüsse reagieren würden, da sie ja schon seit geraumer Zeit aktiv waren. Stattdessen wandte er sich noch einmal an den Drachen im Menschenkörper: "Eine Sache noch, Fiddatan. Verano hatte uns gewarnt, dass die Besatzer auch einen Zauberer hätten, einen Schamanen. Falls er dir bei deinem Angriff auffallen sollte, kann es nicht schaden, wenn du ihn ausschaltest, sofern du kannst."

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Re: Vor den Mauern Rugtas

Beitrag von Erzähler » Dienstag 7. Februar 2017, 09:33

Brovi war dankbar, das Fiddatan die Beleidigung ruhig hin nahm. Vieleicht wahr es auch das bevorstehende Festmahl, dass ihn solche kleinen Stiche leichter ertrage ließ.
"Natürlich gilt das auch für die menschlichen Rugtaner"
, fügte Brovi zum Appell seines Freundes hinzu. Als nächstes galt es festzulegen, wie man in die Stadt kommen würde und wohin man sich, einmal im Innern, wenden sollte. Die meisten Arbeiter in Sichtweite waren von grimmig dreinschauenden Ork-Aufsehern bewacht, aber hier und dort schlurften einige, vor allem Frauen, auch ohne Beaufsichtigung umher.
"Vielleicht sollten wir versuchen, unauffällig mit jemandem von diesen Einzelgängern in Kontakt zu treten und sie fragen, ob es einen diskreten Weg gibt, auf die andere Seite dieser Mauer zu kommen ohne einen Pfeil in die Kehle zu kriegen. Wenn wir drin sind, sollten wir am Besten so schnell wie möglich in den Gassen untertauchen, bis wir uns ein gutes Bild von der Situation dort gemacht haben. Dann können wir zuschlagen. Irgendwelche Einwände oder Vorschläge?"
In Gedanken ging Brovi noch einmal die Ausrüstung durch, dann wandte er sich noch einmal an den Drachen im Menschenkörper:
"Eine Sache noch, Fiddatan. Verano hatte uns gewarnt, dass die Besatzer auch einen Zauberer hätten, einen Schamanen. Falls er dir bei deinem Angriff auffallen sollte, kann es nicht schaden, wenn du ihn ausschaltest, sofern du kannst."
Schon bei dem Wort "Schamane" verzog sich das Gesicht des Grafen angewiedert und blickte dann finster drein.
"Gut, dass ihr das noch erwähnt habt... Dann sind sie also nicht ganz so wehrlos, wie ich annahm. Aber das wird kein Problem darstellen. Ich warte dann auf euer Zeichen."
Rumpel rückte seinen Rucksack noch einmal zurecht und wandte sich dann seinem Freund zu. Gemeinsam, solange wie möglich die natürliche Deckung der Umgebung nutzend, schlichen sie näher. Plötzlich hielt Rumpel Brovi an seiner Jacke fest und wieß ihn still an, sich hin zu hocken. Nicht weit von ihnen, verborgen von einem schimmeligen Heuhafen, stand ein Ork und sprach gerade mit einer Zwergin:
"... mir bringen! Du wackeln mit schnelle Füße! Sonst ich Füße der Anderen abschneide!"
Er trat unwillig nach ihr und die junge Frau zuckte zurück. Er traf sie nicht, hatte das auch vielleicht nur habherzig getan und drehte ihr dann den Rücken zu, um sich dann in den schimmeligen Heuhaufen fallen zu lassen. Die Zwergin ballte kurz die Fäuste, drehte sich dann aber ebenfalls um und rannte in Brovis und Rumpels Richtung. Der Winkel zum Heuhaufen war günstig, sodass Rumpel es wagte aus seinem Versteck zu springen um der laufenden Frau schnell die Hand auf den Mund zu legen und sie in Deckung zu ziehen. Dort hielt er sie fest und raunte:
"Ruhig!... Wir wollen helfen. Wer bist du und wie kommen wir am besten unbemerkt in die Stadt?"
Die fast weißblonde Frau strampelte und trat ihn dabei kräftig gegen sein Schienbein, sodass er sie los ließ. Sie blieb aber geduckt und musterte die beiden Zwerge mistrauisch.
"Elsa."
Ihr Kopf ruckte von einem zum anderen und sie musterte die beiden Männer mismutig.
" ... Ihr? Ihr wollt helfen? Ihr beide? Ihr spinnt doch! Sie werden euch fangen und die Haut abziehen, oder weg bringen wie die anderen!"
, schimpfe sie mürrisch, aber im Flüsterton.
"Ihr solltet verschwinden, solange ihr noch könnt! Holt meinetwegen Hilfe, eine Armee wäre gut, aber gefährdet nicht die Kinder!"
Fast sah es so aus, als wolle sie aufstehen und weiter gehen ohne ihnen zu helfen, aber da entschied sie sich dann doch anderes.
"Ihr seht wie zwei rechte Dickköpfe aus. Ihr werdet auch einen Weg finden, wenn ich euch nicht helfe, nicht war?"
Brovi nickte.
"Am Südtor wird nur überprüft wer raus will. Die die rein gehen, werden kaum kontrolliert. Reibt euch noch ein wenig Dreck ins Gesicht, als kommt ihr vom Feld, dann solltet ihr da durch kommen. Aber wenn ihr Mist baut und gefasst werdet, dann nehmt es euf eure Kappe! Lasst nicht zu, dass sie unschuldige bestrafen!"
Damit stand Elsa auf und klopfte sich den Rock ab, als sei sie nur gestolpert und eilte weiter in Richtung des westlichen Eingangs.
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Re: Vor den Mauern Rugtas

Beitrag von Brovi Brockstein » Donnerstag 9. Februar 2017, 13:39

Dass Fiddatan nicht von dem Orkschamanen gewusst hatte, musste bedeuten, dass er keinen Zugriff auf die Erinnerungen des Grafen hatte, was Brovi irgendwie beruhigend fand. Aber nun gab es dringlichere Probleme. Die beiden Zwerge schlichen sich im Schutze eines schimmeligen Heuhaufens an eine Zwergin heran, die gerade von einem Ork bedroht wurde: "... mir bringen! Du wackeln mit schnelle Füße! Sonst ich Füße der Anderen abschneide!"
Dieser Widerling!, dachte der Ingenieur. Er musste sich beherrschen, um nicht aus der Deckung zu springen und dem Ork mit seinem Hammer eins überzuziehen.
Dieser trat noch einmal halbherzig nach der Zwergin und machte es sich dann im Heuhaufen gemütlich – Orks hatten wirklich verdammt komische Vorstellungen von Gemütlichkeit! Die Zwergin andererseits lief los, und kam dabei geradewegs auf die Gruppe hinter dem Heuhaufen zu . Rumpel zögerte nicht lange, bevor er ihr eine Hand auf den Mund presste und sie hinter den Haufen zog.
"Ruhig!", raunte er ihr zu. "Wir wollen helfen. Wer bist du und wie kommen wir am besten unbemerkt in die Stadt?"
Konzentration auf das Wesentliche…
"Elsa", antwortete die Zwergin, nachdem sie sich durch einen Tritt gegen Rumpels Schienbein befreit hatte.
"…Ihr? Ihr wollt helfen? Ihr beide? Ihr spinnt doch! Sie werden euch fangen und die Haut abziehen, oder wegbringen wie die anderen!"
"Welche anderen?", fragte Brovi, doch Elsa schien den Einwurf zu ignorieren. Sie fuhr fort: "Ihr solltet verschwinden, solange ihr noch könnt! Holt meinetwegen Hilfe, eine Armee wäre gut, aber gefährdet nicht die Kinder!"
Damit machte sie sich zum Gehen auf, doch sie hielt noch einmal inne.
"Ihr seht wie zwei rechte Dickköpfe aus. Ihr werdet auch einen Weg finden, wenn ich euch nicht helfe, nicht wahr?"
Brovi nickte.
"Am Südtor wird nur überprüft wer raus will. Die die reingehen werden kaum kontrolliert. Reibt euch noch ein wenig Dreck ins Gesicht, als kommt ihr vom Feld, dann solltet ihr da durch kommen. Aber wenn ihr Mist baut und gefasst werdet, dann nehmt es euf eure Kappe! Lasst nicht zu, dass sie unschuldige bestrafen!"
Damit stand Elsa auf und eilte weiter in die Richtung, in die sie zuvor gelaufen war, als wäre nichts geschehen. Brovi und Rumpel folgten ihrem Rat und schmierten sich etwas Erde ins Gesicht, und Brovi nahm seine Schutzbrille von der Stirn und verstaute sie in seiner Manteltasche.
"Wir müssen wirlich extrem vorsichtig sein", merkte der Ingenieur an. "Nach allem, was Elsa erzählt hat, gehen in Rugta einige Dinge vor, von denen wir nichts wissen. Ich hab' da ein ganz mieses Gefühl."
oder wegbringen wie die anderen… – Was hatte die Zwergin damit gemeint? Welche anderen? Hatte es etwa schon andere Revolutionsversuche gegeben? Sie mussten, sobald sie in der Stadt waren, unbedingt mehr herausfinden, bevor sie zuschlugen.
Von einer Deckung zur nächsten schleichend, machten sie sich auf den Weg zum Südtor.

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Re: Vor den Mauern Rugtas

Beitrag von Erzähler » Montag 13. Februar 2017, 20:04

Brovi und Rumpel folgten Elsas Rat, schmierten sich etwas Erde ins Gesicht und Brovi nahm seine Schutzbrille von der Stirn und verstaute sie in seiner Manteltasche.
"Wir müssen wirklich extrem vorsichtig sein...Nach allem, was Elsa erzählt hat, gehen in Rugta einige Dinge vor, von denen wir nichts wissen. Ich hab' da ein ganz mieses Gefühl."
...oder wegbringen wie die anderen… –
Was hatte die Zwergin damit gemeint? Welche anderen? Hatte es etwa schon andere Revolutionsversuche gegeben? Natürlich, sie waren Zwerge und es brauchte einiges, bevor sich ein Zwerg beugte. Sie mussten unbedingt , sobald sie in der Stadt waren, mehr herausfinden, bevor sie zuschlugen. Von einer Deckung zur nächsten schleichend, machten sie sich auf den Weg zum Südtor und fanden es tatsächlich nur spärlich bewacht vor. Die Umgebung vor dem Tor war vor allem von verdorrten Feldern geprägt, sodass sie wenig Deckung bot, was auch die wenigen Wachen erklärte. Die wenigen die doch hier ein und ausgingen wurden nur kontrolliert, wenn sie hinaus wollten. Brovi und Rumpel konnten gerade als sie in Sichtweite gelangt waren, beobachten wie zwei Menschenmänner mit schweren Säcken auf dem Rücken ohne Kontrolle in die Stadt durchgewunken wurden. Elsa hatte also nicht gelogen – was Zwerge sowieso selten taten.
„Wenn wir doch gefragt werden, wohin wir wollen, was sagen wir? Sowas wie: Der dicke Ork meinte, wir sollen zum Rathaus kommen.? Und dann? Du meintest in die Gassen... In die Gassen zwischen den Wohnhäusern oder wo anders hin? Ich vermute, wenn sie Gefangene gemacht haben, dann brauchen sie einen größeren Raum. Ich meine, wo sie sie zusammen pferchen...“
, fragte Rumpel flüsternd, grummelte leise und warf sich noch etwas Erde auf den Rücken. Das ganze machte ihm nun wirklich keinen Spaß, aber man sah ihm den Tatendrang an. Sein linkes Bein wippte unaufhörlich und seine geröteten Nasenflügel bebten vor Aufregung. Immer wieder fasste er an seinen Gürtel im Rücken wo ein kleines Messer verborgen war.
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Re: Vor den Mauern Rugtas

Beitrag von Brovi Brockstein » Montag 20. Februar 2017, 19:36

Bald waren die beiden Zwerge in Sichtweite des Südtors angelangt. Tatsächlich fiel die Bewachung eher spärlich aus: Die Umgebung bot ohnehin nicht genug Deckung für eine ernstzunehmende Anzahl an Feinen. Obwohl, nun ja, dachte Brovi schmunzelnd. Schon ein oder zwei Feinde können ganz schon was ausrichten, wenn es die richtigen sind. Ein Drache zum Beispiel. Oder zwei einfache Zwerge…
Tatsächlich versuchte er hauptsächlich, sich Mut zuzusprechen. Immerhin waren sie jetzt an dem Punkt angelangt, an dem es kein Zurück mer gab – sobald sie einmal in der Stadt waren, waren sie drin und würden wahrscheinlich nicht mehr so leicht herauskommen. Das Hineingehen andererseits schien wirklich kaum ein Problem zu sein: Gerade beobachteten sie zwei Männer, die mit Säcken auf dem Rücken zum Tor kamen und sofort durchgewunken wurden. In diesem Punkt schien Elsa recht zu behalten.
„Wenn wir doch gefragt werden, wohin wir wollen, was sagen wir?", fragte Rumpel. "Sowas wie: Der dicke Ork meinte, wir sollen zum Rathaus kommen.? Und dann? Du meintest in die Gassen... In die Gassen zwischen den Wohnhäusern oder wo anders hin? Ich vermute, wenn sie Gefangene gemacht haben, dann brauchen sie einen größeren Raum. Ich meine, wo sie sie zusammen pferchen...“
"Das ist die Frage", entgegnete Brovi. "Wenn die ganze Stadt unter Bewachung steht, ist es vielleicht gar nicht notwendig, alle, die nicht arbeiten, zusammen einzusperren. Aber sie werden mit ziemlicher Sicherheit ein Gefängnis oder etwas derartiges haben. Das ist einfach notwendig, um so ein Regime aufrecht zu erhalten. Das sollten wir auf jeden Fall ausfindig machen. Was unser Alibi angeht, finde ich deinen Vorschlag im Großen und Ganzen gut, nur sollten wir vielleicht nicht "der dicke Ork" sagen. Das klingt irgendwie seltsam, und etwas beleidigend. Auch wenn wir ja hier sind, um für Ärger zu sorgen, sollten wir damit vielleicht nicht gleich beim Reingehen anfangen. Sonst zeigen sie uns am Ende noch freiwillig den Weg zum Gefängnis… Kommst du?"
Damit begannen sie, sich in Richtung des Tores zu bewegen, während sie versuchten, möglichst unschuldig und möglichst müde zu wirken. Als sie sich auf den Wächter zubewegten, gab Brovi sich Mühe, keinen Blickkontakt aufzubauen und auch keine verstohlenen Seitenblicke zu Rumpel zu unternehmen.

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Re: Vor den Mauern Rugtas

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 23. Februar 2017, 08:34

Rumpel nickte und folgte seinem Freund. Als sie in die Nähe des Südtors gelangten stieg ihre Anspannung und Rumpel schnaufte ein paar Mal, als würde er sich ordentlich anstrengen. Sie liefen einfach auf das Tor zu, hielten die Köpfe unterwürfig gesenkt und sahen auch einander nicht an. Im Allgemeinen wirkten sie tatsächlich wie zwei müde Arbeiter. Sie waren schon fast an den Wachen vorbei, als einer der Orks sich plötzlich hinter sie drehte, Rumpel kräftig in den Hintern trat und dieser nach vorne auf sein Gesicht fiel. Schadenfrohes Lachen erfüllte die Luft, während der Zwerg sich langsam hoch rappelte. Brovi konnte aus dem Augenwinkel sehen, dass sein Freund die Fäuste ballte. Hinter ihnen erklang das Gelächter:
„HAHAhaha ... kleiner Zwerg... ist hingefallen! HAHAHahahah“
Rumpel zitterte vor Wut, aber stand für einen langen Atemzug nur still mit dem Rücken zu dem Ork der ihn getreten hatte. Brovi erkannte mit Schrecken, dass bei dem Sturz eine der improvisierten Waffen aus Rumpels Rucksack gefallen war. Sie lag im Matsch und es wäre zu auffällig sich danach zu bücken. Er sah zu Rumpel und auf die kleine Klinge. Rumpel erkannte sofort das Gefahrenpotenzial in der Situation und machte einen kleinen Schritt nach vorne. Dabei trat er auf die Klinge und drückte sie damit tief in den Schlamm. Er drehte beim Abrollen leicht den Fuß, sodass sie nachdem er dann weiter ging nicht mehr zu sehen war. Sie eilten schnell weiter, denn beide wollten sie nicht mehr in Greifreichweite sein, falls die Waffe doch entdeckt wurde. Die Orks lachten noch eine Weile hinter ihnen und dann verschwanden Brovi und Rumpel in den schmalen Gassen Rugtas.

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