Unweit der Eismauern / ein kleines Heim

Ehemals die von vielen Rassen bewohnte und im Grün gelegene Stadt Férensis, hat sich seit dem Schlaf des Eisdrachens eine weite weiße Schneewelt gebildet und auch die Stadt blieb nicht verschont.
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Unweit der Eismauern / ein kleines Heim

Beitrag von Erzähler » Dienstag 19. November 2019, 17:55

(Bilgar kommt von: Die eisige Jagd)

So ging es weiter und bald kam die Küste in Sicht. Klippen und scharfkantige Felsen griffen in die wütenden Wellen und sangen gemeinsam ihr Lied. Der Klang des Meeres war hier anders als in Mantron. Hier war es deutlicher und lauter. Eisschollen trieben in einer kleinen Bucht und ein paar Robben tummelten sich darauf. Bilgars Blick wanderte über die Küstenlinie, die sich auf beiden Seiten erhob und er entdeckte zielsicher die Klippe die er suchte. Durch seinen guten Richtungssinn war er genau dort, wo er hin wollte und umging so den Anblick der Eiselfenstadt und den Kontakt zu seinen spitzohrigen Bewohnern. Der umgestürzte Baum war kaum mehr als ein Stumpf aus der Ferne, aber um so näher er kam, um so deutlicher wurde, wie gewaltig die alte Eiseiche einst gewesen sein musste. Dahinter wuchs ein Wäldchen näher und näher an die Küste und zu jüngeren Eiseichen gesellten sich auch Geisterbirken und Kristallfarne. Die Welt war hier anders und doch noch gerade so vertraut. Aber hier und da tauchten wie kleine Inseln plötzlich winzige Senken auf, in denen es sogar Farben gab. Und tatsächlich...
Bilgar musste einfach anhalten!
Er stand an einer solchen kleinen Senke und blickte in den vor Wind geschützten Bereich hinab. Dort unten, kaum einen Schritt tiefer als er stand, dort wuchsen ERDBEEREN! Der Wald umher schützte das Land und hatte ihm hier ein kleines Wunder beschert. Das die kleine Frucht in diesem Land Seltenheitswert hatte und von wirklich jedermann geliebt wurde, war so klar wie der Himmel gerade. Vielleicht wäre sie ein hervorragendes Gastgeschenk für Noam, den er ja erreichen sollte?
Vielleicht fuhr Bilgar auch einfach weiter.
So oder so, bald kam ein Hügel in Sicht, dessen meerseite scharfkantig ins Meer hinein ragte und oben auf, stand eine Krüppelkiefer, dessen Stamm sich in der Gewalt der Gezeiten so verbogen hatte, dass nicht ein Ast, nicht ein Zweig gerade geraten war neben einer kleinen Bank. Ein solches Mobiliar musste auch Anwohner bedeuten und so drosselte Bilgar das Tempo. Kurz darauf sah er auch das kleine ...Haus?... Ja es war ein Haus, das sich da an die Felsen schmiegte und teils aus Eis daraus hervor gewachsen schien. Die Mischung aus Fels, Eis und Muscheln war erstaunlicher, als alles was Bilgar bisher gesehen hatte. Es besaß sogar klare Fenster hinter denen etwas verschwommen Schemen und Umrisse von weiteren Gegenstände zu sehen war, als er näher trat. Bisher war aber niemand zu sehen, also konnte er alles in Ruhe bewundern und über dem halbrunden Eingang, der von einer geschnitzten Holztür verschlossen war, da hatte der Erbauer dieses Kunstwerks Seesterne im Eis eingeschlossen. Sollte er hinein gehen? War jemand zuhause?
Erinnerte er sich an seinen Auftrag?
Freki schnüffelte am Boden herum und auch die anderen Wölfe hechelten nach der langen Fahrt und wären sicher gern frei herum gelaufen. Aber Bilgar war hier in der Fremde und ein bisschen Vorsicht war sicher angebracht.
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