Die Höhle der Löwinnen

Sie steht direkt am Meer, so dass die jungen Kriegerinnen stets den Blick auf die Freiheit genießen können, die ihnen die Frauen aus Gründungszeiten geschaffen haben. Außerdem können die jungen Amazonen ihren Morgenlauf am Strand machen.
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Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 8. Dezember 2009, 01:35

Darak Luthrokar kommt von Der Hafen Xytras -> Aufbruchstimmung

Alma mit Cattie auf dem Arm, Lilith Blütentau und Darak standen noch eine ganze Weile da und sahen dem Schiff zu, wie es sich mit geblähten Segeln von Xytras entfernte. Carath Moslag vom Orden der Nichtgenannten war schließlich auf dem Schiff Dominante Doria untergekommen. Er winkte ihnen nicht sehr lange von der Reling aus. Die Frauen kommandierten ihn sofort dazu ab, sich unter Deck zu begeben und Kartoffeln zu schälen und Zwiebeln zu schneiden. Sollte doch der nur ungern an Bord genommene Mann die Drecksarbeit machen. Wie sich Carath unter den Amazonen schlug, würden die Zurückgebliebenen nie erfahren. Sie schauten aber noch lange zum Horizont, bis das Schiff verschwunden war. Darak saß inzwischen auf dem Steg, ließ die Beine baumeln. Er wirkte wie ein zu groß geratener Junge mit Helm, der seinen zur See fahrenden Vater verabschiedet hatte und nun tapfer darauf warten wollte, dass er bald zurückkäme. Solche Lausejungs mussten ihre Pläne meist über den Haufen werfen, denn die Väter blieben oftmals monatelang fort, wenn sie denn überhaupt wieder heim kehrten. Manche wurden Opfer von Riesenkraken, Strudeln, Stürmen oder Piraten - falls sie nicht selbst welche waren.
Darak konnte das nicht passieren, denn er war kein Junge mehr. Er war ein Mann und scheinbar wollte er die Constanze nun beweisen. Oder welche Pläne steckten unter dem Helm, dass er mit aller Entschlossenheit zur Amazonenburg gehen wollte? Er sagte es so direkt, dass kein Zweifel mehr bestand. Er hatte etwas vor. Leider konnten sich weder Alma noch Lilith ausmalen, was sich Darak ausgedacht hatte. Die dicke Heilerin war ja ohnehin nicht von seinem Entschluss begeistert. Grummelnd nahm sie Cattie entgegen und sagte: "Ich seh' mir ein bisschen die Stadt an. Und ich hoffe, ich muss nicht in der nächsten halben Stunde zur Burg hetzen, weil sich Darak hat den Schädel einschlagen lassen."
"Ich werde das nicht zulassen, Alma. Darauf hast du mein Wort als Elfe."
"Hmpf. Dein Wort in Venthas stürmischem Gehörgang, meine Liebe. Also, bis später, ihr beiden." Sie setzte sich die Henne kurzerhand auf die Schulter. Cattie gackerte leise. Wäre sie ein Hund, hätte sie sicher gewinselt. Das treue Huhn wollte bei Darak bleiben. Aber es flatterte nicht stur von Alma herunter. Irgendwie schien es zu spüren, dass Darak es lieber war, wenn sie auf die große Futtergeberin Acht gab. Cattie würde das tun. Sie war ein loyales und tapferes Wachhuhn.

"Gehen wir." Darak zeigte sich äußerst wortkarg. Lilith wollte nicht genauer darauf eingehen, musste sich aber erkundigen: "Bist du angespannt? Was hast du vor, wenn wir Conny besuchen?" Sie wartete keine Antwort ab, sondern setzte sich mit ihrem Hausmännchen in Bewegung. Darak würde schon darauf antworten, wenn er soweit war.
Zum Glück lag die Amazonenburg direkt am Strand und somit in der Nähe des Hafens. Der Weg von den Docks dorthin gestaltete sich also deutlich angenehmer als zuvor der kurze Marsch von Liliths Haus bis hierher. Ihnen kamen nicht einmal ein halbes Dutzend Amazonen entgegen und die meisten waren zu beschäftigt, um ihre kostbare Zeit an ein Männchen zu verschwenden. Sie trafen hauptsächlich auf einfache Bürgerinnen der Amazonenstadt. Keine Kriegerinnen. Diese Frauen kamen an den Strand, um Salz zu sammeln. Dazu hatten sie große Tücher über Nacht auf dem Sand ausgebreitet und die Flut den Rest erledigen lassen. Der feine Sand wurde durch die Maschen der Leinen durchgefiltert und zurück blieb grobkörniges Salz, das für Mahlzeiten oder als Exportmittel genutzt werden konnte.

Darak und Lilith stiegen einen verhältnismäßig langen, gepflasterten Weg zur Burg hinauf. Diese erhob sich auf einer Felsenklippe, welche direkt am Meer lag. Ein in den Stein gehauener Stufenpfad führte hinunter zum Strand und während die beiden den Weg zur Burg erklommen, konnten sie viele Frauen durch den Sand rennen sehen. Sie trainierten und zwar barfuß! Ihre sonnengebräunten Körper glänzten vor Schweiß in der Morgensonne und trotz der kühlen Temperaturen rannten sie hier ihre Runden. Eine einzige Amazone - vermutlich eine Hauptfrau wie Constanze - drillte die Kriegerinnen und trieb sie zu Höchstleistungen an. Bei dem Anblick all der durchtrainierten, verschwitzten und knapp bekleideten Körper konnte man(n) durchaus schwach werden.
Aber auch die beiden Wächterinnen am Tor zur Burg sahen reizvoll aus. Sie trugen praktische Lederharnische, die ihnen bis knapp über die Oberschenkel reichten und dort in Lederlappen ausfransten. An Schultern und Brust waren die Harnische durch Metallringe verstärkt, so dass sie in einem Kampf mehr Widerstand boten. Die Beckenhauben verbargen das Haar der Frauen, ließen aber ihre wachsamen Augen besonders hervor stechen. Bewaffnet waren sie mit einfachen Langschwertern. Sie wiesen jedoch im Moment nicht gerade die Disziplin auf, die man von Pelgar oder Dessaria gewohnt war. Eine Amazone lehnte lässig an der Burgmauer, die andere hockte auf einem niedrigen Wall, der sich links und rechts des gepflasterten Weges mit selbigem hinauf geschlängelt hatte. Sie unterhielten sich und schienen ohnehin nur dafür Sorge tragen zu müssen, dass keine Unbefugten die Burg betraten. Doch wer zählte dazu? Darak bestimmt! Alle anderen hatten wohl freien Zutritt, denn das Tor stand sogar offen.

"Halt!", rief die sitzende Amazone, um wenigstens im Wort ihren Pflichten nachzukommen. "Du bist Lilith Blütentau, nicht wahr? Die Elfe, die ein Männchen in ihrem Haus beherbergt und auch noch die Erlaubnis der weisen Jungfern dazu besitzt."
"Das ist richtig", erwiderte Lilith und blieb direkt am Wall stehen. Fragend und keineswegs unhöflich schaute sie die Amazonenkriegerin an. "Gibt es denn ein Problem? Wir möchten in die Burg."
"Es gibt ein Problem, Schwester. Dieses ... Ding darf unsere Einrichtung nicht betreten! Am Ende spioniert er noch unsere Kampftechniken aus, flüchtet von der Insel und verrät alles seinen dreibeinigen Kameraden vom Festland!" Die andere Amazone nickte. Man war sich über Darak also mehr als einig. Er stellte trotz der Entscheidung der Jungfern einen Störfaktor in der Amazonenstadt dar.
Lilith verschränkte die Arme. Ihr Blick verdunkelte sich. "Erstens ist er kein Ding, sondern mein Mitbewohner. Zweitens heißt er Darak Luthrokar und so könnt ihr ihn auch ruhig ansprechen. Das würde ihn freuen. Und drittens wird er mich fortan überall hin begleiten, wenn ich ihn darum bitte. Wollt ihr mich also von jeglichen xytra'schen Einrichtungen ausschließen, nur weil ich ihn mitbringe? Er stellt sicher nichts an. Wir wollen nur mit Constanze sprechen."

Die Amazonen wechselten Blicke. So war das also. Lilith nahm ihr Männlein zu Constanze mit. Die Hauptfrau war für ihre Dominanz, ihre Männerfeindlichkeit und ihre Härte bekannt. Sie würde sich besser um Darak kümmern als sonst eine andere Amazone dieser Stadt.
"Nagut, dann nimm ihn mit, Schwester." Man ließ Lilith passieren. Sie lächelte und dankte. Dann betrat sie zusammen mit Darak die Burg. Beide gelangten in einen kleinen Vorhof. Hier gab es Unterstände für kleine Kutschen und die Zugänge zu den Pferdeställen. Eine Steintreppe führte zu einem Fachwerkhaus hinauf, das erhöht gebaut worden war. Über die Wehrgänge gelangte man in einen Turm, der wie ein mahnender Finger gen Himmel ragte. Vermutlich hielten die Frauen von ganz oben Ausschau auf ankommende Schiffe. Am Turm selbst hing eine Glocke, mit der man die Kriegerinnen warnen konnte.
Ein großes Holztor mit dicken Streben und Balken führte in den großen Innenhof. Im Augenblick stand es wie das Burgtor offen und Darak und Lilith konnten mehrere Übungspuppen auf Holzgestellen sehen. Diese Hau-Puppen drehten sich, so dass das Holzschwert und der Schild an ihren ausgestreckten Balkenarmen einer angreifenden Amazone Paroli bieten konnten. Viele Frauen trainierten dort gerade ihren Schwertarm.
Im Hintergrund ließ eine Ausbilderin eine kleinere Gruppe Kriegerinnen einen Dauerlauf durch den Hof machen. Ihre sich wiederholenden Antriebsgesänge erinnerten an hartes Kasernenleben. Und zwischen all dem fand sich auch Constanze. Sie zeigte einigen jünger anmutenden Amazonen gerade, wie man den Übungspuppen gezielt mit dem Schwert einen Hieb zwischen die Beine verpassen konnte, ohne selbst getroffen zu werden.
"Übt das jetzt eine Weile!", befahl sie, als sich Lilith auch schon winkend meldete und ihren Namen rief. Constanze drehte sich um und kam sofort zu ihrer Freundin. Sie breitete herzlich die Arme aus. "Lilith! Was machst du denn hier? Du besuchst mich doch sonst nie in der Burg. Sind dir Kämpfe nicht zuwider?" Sie zog Lilith an sich heran und küsste sie wahrlich erfreut über ihre Anwesenheit. Die Elfe erwiderte zärtlich und für einen Moment mochte man nicht glauben, dass sie sich nicht nach einer männlichen Beziehung sehnte. "Darak wollte hierher kommen", erklärte sie und löste sich aus der Umarmung.
Constanze blickte auf. Den Gehörnten hatte sie trotz Helm bis eben noch gar nicht bemerkt. Ihre Miene versteinerte sich, aber wenigstens ging sie nicht gleich auf ihn los. "Darak. Aha. Nun, was willst du hier?", fragte sie so neutral es ihr möglich war.
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 9. Dezember 2009, 17:00

"Ich seh' mir ein bisschen die Stadt an. Und ich hoffe, ich muss nicht in der nächsten halben Stunde zur Burg hetzen, weil sich Darak hat den Schädel einschlagen lassen." Darak blickte vom Steg auf und erhob sich. „Mein Kopf ist so ziemlich das letzte was eingeschlagen wird.“ Wie um seine Worte zu unterstützen klopfte er sich auf seinen Helm und grinste einen Moment. Doch in seinem Blick war was, dass Alma offenbar beunruhigte. Ein darakscher Plan. Oh wie oft hatte sie schon mit seinen Plänen zu tun gehabt… Sie waren dafür bekannt dass sie gefährlich, gewaltsam und nicht zu selten auch von einer zum Scheitern verurteilten Natur waren. Aber was auch immer fast ausnahmslos war für daraksche Pläne – er setzte sie durch. Mit der puren Kraft seiner Sturheit.
"Ich werde das nicht zulassen, Alma. Darauf hast du mein Wort als Elfe." „siehst du.. .mein Frauchen passt auf mich auf.“ Er sagte es ohne zynisch oder vorwurfsvoll zu klingen. Er trat zu den drei Frauen hin und knuddelte die einzige davon die Federn trug.

"Hmpf. Dein Wort in Venthas stürmischem Gehörgang, meine Liebe. Also, bis später, ihr beiden." Darak dachte einen Moment über Almas Worte nach. Lange hatte er die Schriften über den Gott Lysanthor studiert und darin war Ventha ein wesentlicher Bestandteil. Sie war die stürmische Braut an der Seite des ordnungsliebenden Gottes der Gerechtigkeit. Sie war die aufbrausende, die wilde wo er besinnen und ruhig war. Die beiden Gottheiten ergänzten sich sehr gut. So waren er und Elena gewesen. Wie Feuer und Wasser. Er seufzte. Er zwinkerte seinem Huhn beruhigend zu als sie ihm leise entgegen gackerte. „Ist schon gut.“ Hauchte er. „Mach dir keine Sorgen… ich habe ausnahmsweise nichts Dummes vor.“ Worte die er so leise sprach dass es wohl höchstens Cattie selbst hatte vernehmen können.
Er blickte zu Lilith hin die ihn fragend anschaute. "Bist du angespannt? Was hast du vor, wenn wir Conny besuchen?" „Angespannt? Ich war schon mein ganzes Leben lang angespannt. Das ist nichts Neues.“ Brach wie man es von einem gut erzogenen Hausmännchen erwarten konnte lief er neben Lilith her. Das einzige was er nicht tat war demütig den Kopf gesenkt halten. Trotz seiner Nachdenklichkeit und seiner Trauer strahlte er dennoch eine geballte Ladung Stolz aus.

Darak musterte die Frauen wie sie arbeiteten. Praktisch alle hatten irgendwelche Aufgaben denen sie nachgingen. Niemand lungerte herum, es gab keine dunklen Gassen mit finsteren Gesichtern, keine Penner, keine pöbelnde Betrunkene. „Gibt es hier überhaupt sowas wie Kriminalität?“ Vermutlich schon, sonst hätten die Amazonen wohl keine Burg, oder verwendeten sie diese nur für Männchen und Piraten?

„Kennst du Cattie… die Piratin? Nach ihr habe ich meine Cattie benannt.“ Brach er dann die Stille und schlug einen lockeren Plauderton an. Endlich schien der Gehörnte wieder einigermassen aufzutauen. Der Gehörnte war für einen Moment abgelenkt und drehte sich immer wieder mal ab. Er sah nicht mehr auf den Weg vor sich wo er hin lief sondern hatte wohl nur noch Augen für die halbnackten, schweissgebadeten Amazonenkücken die sich da unten die Lunge aus dem Leib rannten. Er hörte sie keuchen und schnaufen. „Mann… manchmal wäre ich gerne Sand.“ Brabbelte er. Ein typisch männliches und somit höchst verachtenswertes Verhalten auf Xytras. Darak würde sich hüten müssen mit solchen Gesten. So kam es dass der gute von lauter Spannern beinahe in eine der Torwächterinnen gelaufen wäre, hätte Lilith ihn nicht unauffällig in den Arm gekniffen.
Er starrte zu den beiden Kriegerinnen hoch. „Hallo…“ Hauchte er hörbar beeindruckt von ihrem Aussehen. Solche Frauen hatte er sonst nur in der „Schwarzen Witwe“ gesehen. Ein einschlägiges Bordell in Sarma.

"Du bist Lilith Blütentau, nicht wahr? Die Elfe, die ein Männchen in ihrem Haus beherbergt und auch noch die Erlaubnis der weisen Jungfern dazu besitzt." Darak legte seinen Kopf schief. Offenbar führt Lilith Blütentau ihr „Männchen“ auch Gassi. Wenigstens trug er das vorschriftsmässige Halsband. Doch im Grunde könnte Lilith damit gar nichts anfangen, schliesslich war es auf Constanze geprägt.
"Gibt es denn ein Problem? Wir möchten in die Burg." Darak hielt sich im Hintergrund. Es war nicht an ihm zu reden. Nicht hier auf dieser Insel.
"Es gibt ein Problem, Schwester. Dieses ... Ding darf unsere Einrichtung nicht betreten!“ Darak schnaubte. Er ballte seine Fäuste. Ding?! ER und ein Ding?! Diese arrogante Pute! Er könnte ihr sein DING schon zeigen! Er schnaubte nur und hielt sich zurück. Wenigstens durfte er hier noch wie ein Kerl denken! Diese Amazone sollte weniger reden und sich mehr ausziehen. Er grinste.

“Am Ende spioniert er noch unsere Kampftechniken aus, flüchtet von der Insel und verrät alles seinen dreibeinigen Kameraden vom Festland!" „Was für Kampftechniken denn…“ Er grinste hämisch. Er konnte es einfach nicht lassen ab und an eine Provokation fallen zu lassen schliesslich war er seinerseits ständig welchen ausgesetzt. Doch Lilith verteidigte ihn glänzend.
"Erstens ist er kein Ding, sondern mein Mitbewohner. Zweitens heißt er Darak Luthrokar und so könnt ihr ihn auch ruhig ansprechen.“ Er verneigte sich kurz.

“Das würde ihn freuen.“ „oh ja… ich würd mich dann etwas menschlicher fühlen.“ Er lächelte besänftigend.
“Und drittens wird er mich fortan überall hin begleiten, wenn ich ihn darum bitte. Wollt ihr mich also von jeglichen xytra'schen Einrichtungen ausschließen, nur weil ich ihn mitbringe? Er stellt sicher nichts an. Wir wollen nur mit Constanze sprechen.“
„Zudem darf ich ja nicht allein Zuhause bleiben sonst könnt ich erst recht losziehen und eure Unterwäsche ausspionieren.“ Grummelte er zum Glück kaum verständlich. Sein Glück war dass er meistens sagen konnte was er wollte – man ignorierte ihn ohnehin.
Offenbar überzeugte Lilith die beiden Wächterinnen denn sie durften endlich passieren. Darak sah sich in der Burg um. Die Frauen verstanden es sinnvolle Befestigungsanlagen zu bauen. Darak starrte zu den jungen Mädchen herüber die gerade einen Holzmann mehrfach kastrierten. Er schluckte leer. Von SOLCHEN Kampftechniken wollte er eigentlich gar nichts wissen.

Dann vielen ihm beinahe die Augen aus dem Kopf als er die „Begrüssungsszene“ der beiden beobachtete. Sowas kriegte man normalerweise auch nur in einem Sarmischen Bordell zu sehen. Endlich bemerkte Constanze ihn und sprach ihn auf seine Beweggründe an die ihn hierhin geführt hatten.
„Ich will euch helfen.“ Gab er knapp zur Antwort weil er genau wusste dass sie ihn erst verdutzt anstarren würde. „Manche deiner Mädchen haben vermutlich noch nie ein Männchen gesehen noch je gegen eins gekämpft! Ausserdem war ich ein sarmaischer Sklaventreiber – einer der Besten. Ich kenne alle Methoden und Tricks sowie Strategien die sie anwenden um Frauen zu schnappen. Ich kann euch diese Techniken nennen und euch zeigen wie Sarmaer kämpfen.“
Darak Luthrokar wollte also die männliche Welt verraten…

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Gestalt » Freitag 11. Dezember 2009, 00:00

Alma stapfte durch Xytras. Viel schaute sie sich nicht von der Stadt an. Sie marschierte wie eine Ein-Tonnen-Armee und walzte auf ihrem Weg alles platt. Amazonen wichen nach links und rechts aus, denn Alma achtete auf nichts, das ihr im Weg stand. Ein Blumentopf musste dran glauben und zerbrach, als er - von der Heilerin getreten - quer über das Straßenpflaster flog.
Cattie, die sich vehement auf Almas Schulter hielt, indem sie ihre scharfen Hühnerkrallen in Kleid und Fleisch piekte, gackerte unentwegt. Nicht so wild, riet sie Alma, aber die Heilerin schnaubte nur. Sie achtete nicht einmal darauf, dass das Darak so treu ergebene Huhn blutige Löcher in Almas Schulterspeck bohrte.
"Nein, Cattie, ich kann jetzt nicht entspannen", brummelte Alma vor sich hin. Sie brauchte jemanden zum Reden und Cattie bot sich da als einzige. Die übrigen Frauen der Inselstadt schienen vor Alma zu fliehen. Sie knurrte leise. "Dumme Glucken."
"Gock goooock!", empörte sich Cattie, schnappte nach Almas Ohr und rügte sie so für diese beleidigende Beschimpfung.
"IST JA GUT! Ich mach mir eben Sorgen. Ich kenne dein Herrchen zu gut, Cattie. Der brütet was aus und es ist KEIN Hühner-Ei!" Sie trampelte voran. "Wenn ich nur wüsste, was. Ich sollte doch zur Amazonenburg ... NEIN! Dieses Mal soll er es selbst ausbaden. Ich bin nicht seine Amme, sondern nur seine Alma. Aber weißt du, was wir tun könnten? Haha, ich weiß. Ich schreibe einen Brief. Wenn unser Masken-Nichtgenannter Tauben losschicken kann, kann eine Alma das schon lange. Mal sehen, ob mein Charme noch immer bei Torok einschlägt wie ein Katapultgeschoss. Er wird mir antworten und ich muss ja nicht erwähnen, dass Darak noch bei mir ist. Ich werd mich einfach erkundigen, was in Pelgar so los ist und ob noch immer Steckbriefe aushängen ... und ob man nicht zufällig eine Frauenleiche im Gebirge gefunden hat. Wer weiß, vielleicht sind die Götter nochmal mit uns."
Cattie gackerte skeptisch. Solange die Götter keine Körner vom Himmel regnen ließen, wollte ein einfaches Huhn sie nicht anbeten. Da glaubte sie doch lieber an ihren gehörntern Fütterer.

Dieser marschierte zusammen mit Lilith soeben in den Innenhof der Burg. Lilith hatte ihm seine Frage bezüglich Cattie noch nicht beantwortet. Das holte sie jetzt schnell nach, ehe sie die Gruppe erreichte, für die Constanze derzeit die Verantwortung trug.
"Die furchtlose Cattie? Ja, ich hörte von ihr. Sie lässt Männer für sich arbeiten. Sie ist gewissermaßen eine Piratenkönigin. Dafür hat sie sich auch teilweise den Respekt einiger Amazonen eingeholt. Andere mögen sie nicht, gerade weil sie Männer unter sich führt. Das bedeutet, sie lässt sich auf sie ein. Sie und ich haben das wohl gemeinsam." Lilith lächelte. "Deine Cattie ist aber jedem sympathischer." Die Elfe blieb stehen. Man hatte den Innenhof erreicht. Dort begrüßten sich die Elfe und Constanze als seien sie seit Jahren durch ein Ehegelöbnis aneinander gebunden. Es konnte einen Mann schwach werden lassen. Amazonen besaßen nun einmal eine überaus erotische Kultur, das ließ sich nicht abstreiten. Wobei ... wenn Alma eine Amazone wäre, ginge jede Erotik schon beim Gedanken an einen Begrüßungskuss verloren.

Ringsum unterbrachen einige junge Kriegerinnen ihr Training und schauten zu den küssenden Frauen herüber. Ein paar lächelten, andere blickten weiter und entdeckten Darak. Ihre Mienen verfinsterten sich. Die Griffe um die Trainingswaffen festigten sich. Darak schaute Lilith und ihre Hauptfrau wie ein geifernder Wolf an. Am liebsten hätten die Jung-Amazonen ihn in der Luft zerrissen.
"Weiter, Mädchen!", brüllte ein besonders muskulöses Vollweib mit Pferdeschweif am Helm. Sie erinnerte die Damen daran, weshalb sie hier waren. "Männchen könnt ihr immer noch auseinander nehmen, sobald ihr gelernt habt, wie! Also zurück auf eure Positionen und Angriffshaltung einnehmen!"

Auch Constanze nahm eine neue Position ein. Mit verschränkten Armen trat sie an Darak heran. Ihre Haltung mochte noch einigermaßen neutral wirken, doch ihr Blick zeigte, dass sie sich ärgerte, dass er hier war. Sie nahm seine Anwesenheit persönlich. Dieses Männchen hatte sich - trotz eines Waffenstillstands - in ihr Revier geschlichen und schützte sich nun durch Lilith. Oh, er war so niederträchtig!
"Ich will euch helfen." Constanze runzelte die Stirn, doch ihre Miene zeigte Überraschung. Er wollte helfen? "Wie?", gab sie ebenso knapp zurück wie Darak sein Dasein gerechtfertigt hatte. Darak erklärte es und die Hauptfrau der Amazonen hörte zu. Lilith, die Darak nicht minder überrascht angesehen hatte, lächelte nun übers ganze Gesicht. Es freute sie, dass er den Amazonen so entgegen kommen wollte. Sie war stolz auf ihn, doch die Elfe hatte es nicht sein sollen, die Darak hatte beeindrucken wollen. Constanze schaute skeptisch.

"Du verrätst dein eigenes Geschlecht", bemerkte sie. "Wenn du uns Kampftechniken zeigst, die uns sämtliche Männchen des Festlandes immer vorenthalten haben, erklärst du dich selbst zum Hochverräter. Sie würden dich verdammen." Constanze sah es Darak an der Nasenspitze an, dass ihm das deutlich bewusst war. Und dennoch ... er wollte sich auf die Seite von Frauen schlagen, obwohl er wusste, dass diese am liebsten auf ihn einschlagen wollten.
Constanze musterte ihn lange. Er war ein kräftiger Kerl. Groß und stattlich gebaut, obwohl seine Muskeln sicherlich einmal wieder auf Vorderfrau gebracht werden konnten. Sein Helm ließ ihn einschüchternd aussehen und die Hörner sorgten dafür, dass er noch größer wurde. Die Stoppeln, die seinen Kiefer säumten wie Palastteppiche lange, königliche Korridore, gaben ihm den nötigen Charme, mit dem ein solcher Kerl junge, naive Frauenherzen gewinnen konnte - nur um sie dann fallen zu lassen. Constanzes braune Augen wanderten zu Lilith. Nein, ich kenne sie. Sie ist nicht naiv, sie nicht. Ihre Vergangenheit hat sie jegliche Naivität verlieren lassen, zusammen mit ihrer Unschuld. Arme Lilith.

"Die meisten meiner Mädchen sind froh, wenn sie niemals wieder in ihrem Leben ein Männchen sehen müssen. Ich bereite sie auf Kämpfe vor, in der Hoffnung, dass sie niemals kämpfen werden müssen. Sie sollen einfache Leben als Hausfrauen, Köchinnen, Gärtnerinnen und Handwerkerinnen führen können. Sie sollen auch Schiffe fahren oder die Welt als Händlerin bereisen können. Leider geht dies ohne eine ordentliche Kampfausbildung aber nicht." Constanze holte Luft. "Gegen ein richtiges Männchen zu kämpfen würde sie abhärten und besser vorbereiten als ich es jemals könnte." Sie legte einen Finger an ihr Kinn, wo sich die blau eintätowierte Schlange ihre Wange hinauf wand. Constanze ... lächelte. "Ich frage mich gerade, ob du auch mit meinen Mädchen fertig würdest."
Dann drehte sie sich so schnell herum, dass die Lederlappen ihres Harnischs hochschlugen und ihre Oberschenkel sonnengebräunt aufblitzen ließen. Constanze stieß einen gellenden Pfiff aus. "Alle Mädchen zu mir! Ab heute haben wir einen neuen Übungspartner für euch. Lilith stellt freundlicherweise ihr Männchen für unser Training zur Verfügung. Ihr werdet Kampftechniken der Männer lernen und noch besser, wie ihr euch gegen sie verteidigen könnt. Doch zunächst möchte ich, dass ihr unserem neuen Trainingspartner vorführt, wie ihr ein Männchen außer Gefecht setzt. Wer möchte beginnen?"

Eine schwarzhaarige Exotin trat vor. Ihre Lippen besaßen eine voll Wölbung und sie hatte sich einen bräunlichen Farbton darauf gestrichen, was Sinnlichkeit verlieh. Sie trug eine einfache Lederrüstung nach amazonischem Stil sowie Schild und Holzschwert. Beides legte sie nun zur Seite, als Constanze sie dazu aufforderte. "Ein waffenloses Ringen." Mit ihrer Stiefelspitze zog sie einen Kreis im Sand. "Wer zuerst den Kreis verlässt, hat verloren. Fang an, Cyrene." Die angesprochene Amazone nickte. Sie trat in den Kreis hinein und nahm sofort eine Haltung ein, die Darak selbst bei sarma'schen Straßenkämpfern schon gesehen hatte.
"Ihr Name bedeutet übrigens: Deren Haar zu Äxten wird", grinste Constanze und nahm neben Lilith Aufstellung. Sie lehnte sich gegen sie. Die Elfe schaute Darak an. Wie würde er sich nun schlagen? Er kannte keine amazonischen Techniken ... oder etwa doch? Wenn nicht, würde er sie jetzt kennenlernen und dann könnte Cyrene ihn wirklich in aller Ruhe mit ihren Haaren zu Fall bringen.
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 13. Dezember 2009, 01:45

Darak hatte das Gefühl sein eigenes Herz schlüge lauter als die Klingen welche aufeinander trafen. Hatte er sich mit seiner „Hilfe“ vielleicht zu viel zugemutetet`? Was wenn Constanze ihn für dieses Angebot verspottete, ja gar verachtete? Was wenn er sich zu tief in ihre Arbeiten vorgewagt hat, würde sie es ihm auf direkte weise vergelten? Mit einem einzelnen unglückbringenden Wort gar? Wohl kaum in Liliths Anwesenheit… oder vielleicht doch, weil noch viele andere Augenpaare auf ihnen ruhten. Würde sie an diesem Männchen vielleicht ein Exempel statuieren dass mit Amazonen nicht zu verhandeln war? Hilfe von Männchen nicht erwünscht wurde? Er wagte es kaum noch zu atmen zog es aber vor den Blick nicht von ihr zu nehmen. Sie sahen sich gegenseitig tief in die Augen. Eindringlich, durchdringend als fochten sie bereits jetzt einen Kampf.

"Du verrätst dein eigenes Geschlecht" Daraks Herz setzte einen Schlag aus. Er hatte mit so vielem gerechnet dass er sich einen Moment lang gar nicht bewusst war was sie gerade gesagt hatte. Er konnte sich wieder entspannen und so fand die Bedeutung ihrer Worte endlich seinen Geist. „Nein. Nicht mein Geschlecht, sondern das Treiben Krimineller. Auch Frauen sind an der Sklaventreiberei beteiligt, wenn auch auf dezentere Art und Weise.“ Ja… dies entsprach einer realen Tatsache. Manchmal wurden die Freundinnen der Sklaventreiber in die Gruppe der Opfer eingeschleust damit sie etwaige Fluchtversuche ausspitzeln konnten.

Oder aber sie gaben sich als barmherzige Helferinnen aus und lockten ihre Opfer in dunkle Gassen. Es gab sogar eine einzige Sklaventreiberinn die sich auf das einfangen von Männern spezialisiert hat. Arbeitersklaven die in der Hitze Sarmas die Villen der Reichen zu erbauen hatten.
"Wenn du uns Kampftechniken zeigst, die uns sämtliche Männchen des Festlandes immer vorenthalten haben, erklärst du dich selbst zum Hochverräter. Sie würden dich verdammen." „Na ja so weit würde ich nicht gehen dass ich behaupte alle Kampftechniken der Männchen auf dem Festland zu kennen. Ich kenne eher jene der Sklaventreiber, Foltermeister und sonstigen Kriminellen. Ich kenne mich mit der Brachialen psychischen und physischen Gewalt aus nicht mit geschulten Kampfdisziplinen.“
Ein Insiderwissen dass sicherlich wertvoll für die Amazonen war, schliesslich waren sie nicht selten an Störaktionen bei Sklaveneintreibungen beteiligt. „Die Sklaventreiber Sarmas verdammen mich ohnehin schon und die anderen Suchen mich als den Verbrecher den ich bin. Ich habe nicht viel zu verlieren, zuletzt wohl Ehre.“

Vielleicht einen gewissen Ruf als Schlächter, doch darauf konnte er auch getrost verzichten. Er verstärkte seine Position etwas und gewann neuen Mut. Constanze überlegte sich seine Worte gründlich doch sie schien sich dafür zu Entscheiden seine Hilfe anzunehmen. Eine Kluge Wahl.
"Die meisten meiner Mädchen sind froh, wenn sie niemals wieder in ihrem Leben ein Männchen sehen müssen.“ Er seufzte. Vergewaltigungen, Gewalt, Drogen, Betrug und andere Unarten waren leider nicht sehr selten und oft zogen Frauen den kürzeren. Was noch lange nicht hiess dass es nicht auch Frauen gab die ihre Männer gründlich schlecht behandelten. Doch es war schon eher selten adss ein Mann von einer Frau sexuell Missbraucht wurde. Zumindest hatte Darak noch nie was davon gehört. Er wusste jedoch welche Traumatas durch solche schandtaten ausgelöst wurden und genau gegen diese wollte er ankämpfen, denn er hatte sie oft genug schon selbst verursacht und war auch oft Opfer davon gewesen.
“ Ich bereite sie auf Kämpfe vor, in der Hoffnung, dass sie niemals kämpfen werden müssen. Sie sollen einfache Leben als Hausfrauen, Köchinnen, Gärtnerinnen und Handwerkerinnen führen können. Sie sollen auch Schiffe fahren oder die Welt als Händlerin bereisen können. Leider geht dies ohne eine ordentliche Kampfausbildung aber nicht." „Du bringst ihnen bei sich in der Welt zu behaupten und sich zu verteidigen, das ist eine ehrenhafte Arbeit Constanze.“ Er zollte ihr echten Respekt. Die Insel mochte ihm in einigen Punkten gänzlich ein Gräuel sein doch er sah auch ein, dass sie für viele hilflose Frauen eine Zuflucht war.

"Gegen ein richtiges Männchen zu kämpfen würde sie abhärten und besser vorbereiten als ich es jemals könnte…Ich frage mich gerade, ob du auch mit meinen Mädchen fertig würdest."
Darak legte seinen Kopf schief. Er würde also Mädchen verhauen . Kein Punkt womit er ein Problem hatte, als Sklaventreiber durfte man in dieser Hinsicht schliesslich auch nicht zimperlich sein. Er konnte seine Hemmschwelle Frauen gegenüber Gewalttätig zu werden sehr schnell ganz bewusst aufheben wenn er wollte. Was ihn da eher beunruhigte war die Tatsache dass sein letzter Kampf doch nun schon einige Zeit zurücklag – ausser jener gegen eine überdimensionale Schlange die ihn verschluckt hat.
Aber er war ein passabler wenn nicht gar guter Nahkämpfer und hatte einige fiese Sklaventreiber Tricks auf Lager. Allerdings hatte er keine Ahnung wie Amazonen kämpften, jedoch würde er wohl speziell auf seine Weichteile aufpassen müssen, dies war ihm spätestens nach der Sichtung ihrer Übungsmethoden an der Kampfpuppe bewusst gemacht worden.
."Alle Mädchen zu mir! Ab heute haben wir einen neuen Übungspartner für euch. Lilith stellt freundlicherweise ihr Männchen für unser Training zur Verfügung.“ Darak winkte den Frauen zu und lächelte höflich. Das gemeinsame Training würde sicherlich auch die Möglichkeit eröffnen in Kontakt mit den Amazonen zu kommen und vielleicht sogar helfen gewisse Vorurteile speziell ihm gegenüber zu vermindern. Im Grunde war er ja durchaus ein liebenswerter Kerl wenn man etwas über seinen kriegerischen Körper und seinem eher düsteren Auftreten hinwegsah. Wäre er dies nicht so hätte er nie ein Loyales Huhn an seiner Seite, eine Heilerin die ihm aus Pelgar bis hier hin gefolgt war, eine Amazone die für ihn Bürgt und eine Heilerin die ihm sein Herz geschenkt hatte. Elena Dachte es düster in seinem Herzen und es versetzte ihm einen Stich. Ihr hätte es hier blendend Gefallen!
“Ihr werdet Kampftechniken der Männer lernen und noch besser, wie ihr euch gegen sie verteidigen könnt. Doch zunächst möchte ich, dass ihr unserem neuen Trainingspartner vorführt, wie ihr ein Männchen außer Gefecht setzt. Wer möchte beginnen?" Darak bäumte sich auf, mit seinem Helm und alleins einer Körpergrösse überragte er die meisten der Frauen um ein gutes Stück. Er war ein gewaltiges Männchen. Ein Prachtexemplar wenn man es für die Zucht verwenden wollte wie es ja die Amazonen mit ihm auch taten. Lilih hatte sich da schon einen edlen Spender ausgesucht. Kein besoffener Pirat den Cattie auf der Hohen See ausgesetzt hatte. Aus den Schülerinnen wurde eine Freiwillige gesucht. Darak hatte nicht vor sich die blösse zu geben gleich vorgeführt zu werden. Er war überrascht dass Constanze ihn nicht gleich selbst zu Boden schicken wollte. Wenn er sich umsah stellten die Ausbildnerinnen doch eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz zu ihm dar, doch bei den Auszubildenden war er sich nicht so sicher. Einige schienen sehr verschüchtert zu sein. Schliesslich waren sie sich den Anblick echter Männchen ja auch nicht gewohnt.

Darak trat in den soeben gezogenen Kreis. Das Ziel würde sein jemanden entweder Bewegungsunfähig zu machen oder ihn aus dem Ring zu schicken. Er würde also weder brachial dreinschlagen noch treten oder sonstige rohe Gewalt anwenden können.
"Ihr Name bedeutet übrigens: Deren Haar zu Äxten wird", „und ich bin der Schlächter.“ Brummte er und lockerte sich kurz die Muskulatur. Er musterte seine Kontrahentin die auffallend gierig auf seinen Schritt schielte. Darak ahnte bereits was ihr primäres Ziel sein würde und genau dies beschloss er für seinen Vorteil auszunutzen. Er trat an mit dem was er gerade anhatte. Eine gewöhnliche Lederhose mit Stiefeln,, seinem Helm und dem Hemd welches er sich gerade vom Körper streifte.

Er fixierte seine Gegnerin. Im Gegensatz zu einem Überfall auf der Strasse war Darak ja darauf sensibilisiert dass seine Gegnerin würde kämpfen konnte. Dies war in der Gasse eher selten der Fall so dass die Frauen sicherlich einen gewissen Überraschungsmoment für sich ausnutzen konnten. Darak hielt sich zurück, konzentrierte sich auf den kommenden Angriff und war bereit sie mit einem einfachen Hebeltrick aus dem Ring zu befördern wenn sie nach seinen Kronjuwelen würde packen wollen. „Na komm.“ Forderte er sie offen heraus.

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Erzähler » Montag 14. Dezember 2009, 19:14

Als Darak sich zu seiner vollen Größe aufbäumte und die morgendlichen Sonnenstrahlen seinen Oberkörper beschienen - denn er hatte sich gerade das Hemd ausgezogen - fielen die Reaktionen wohl anders aus als er erwartet hätte. Wo in anderen Städten Frauen plötzlich begannen sich Luft zuzufächeln, Daraks Muskeln bestaunten und ihn anschmachteten und wo Männer ihn neidisch beäugten, sich aber nicht wagten, gegen ihn aufzubegehren, da erntete der Gehörnte auf Xytras nur verschüchterte oder feindliche Blicke. Besonders die jüngsten unter den Auszubildenden wichen etwas zurück und verbargen sich schützend hinter ihren Holzschwertern. Amazonen, die schon länger dabei waren, traten hingegen ihrer jüngeren Schwestern entschlossen vor. Sie alle wollten Darak ihren Hass spüren lassen. Hass auf Männer, gekeimt und gewachsen aus den Demütigungen, die viele von ihnen hatten erdulden müssen. Aber nur eine durfte sich beweisen und ihr Name hatte etwas mit Axthaaren zu tun. Dabei sahen die dunkel schimmernden Strähnen, die ihr bis zum Ellbogen reichten, keineswegs wie schartige Axtblätter aus. Nur ihr finsterer Blick hätte töten können.

Cyrene trat in an den Kreis heran. Sie ließ sich mit knappen Worten vorstellen, während sie selbst ihr schönes Haar zu einem strammen Knoten am Hinterkopf band. Darak sollte keine Gelegenheit bekommen, sie an ihrer Mähne zu packen. Das ließ die Amazone nicht zu. Überhaupt würde der Mann, der sich selbst als Schlächter bezeichnete, wenig zu packen bekommen - zumindest dann nicht, wenn man mögliche Griffstellen auf ihre Rüstung reduzierte. Den Großteil davon legte sie nämlich soeben ab. Eigentlich trug Cyrene jetzt nur noch Unterwäsche aus dickem Leder mit Fellfütterung an den Trägern ihres Brusthalters. Sie zog sogar ihre Stiefel auf. Die Zehen bewegten den Sand unter ihren Füßen. Sie hatte stabilen Halt, als sie den Kreis betrat.

Ringsum nahmen die Amazonen Aufstellung. Auch Lilith schaute zu. Sie stand direkt neben Constanze, die Cyrene einen eindeutigen Blick zuwarf. Verschon ihn nicht, sagte dieser aus. Die kämpfende Amazone nickte, dann schloss sie kurz die Augen und atmete tief durch. Es war plötzlich sehr still geworden im Burghof.
"Na komm."

Ob Darak mit diesem Angriff rechnete? Cyrene stieß einen gellen Kampfschrei aus. Es klang wie Tausende Amazonen, die sich in eine Schlacht stürzten. Sie stürmte vor, aber zielte interessanterweise nicht auf seinen Zentralbereich, sondern versuchte, Darak mit drei aufeinander folgenden Fausthieben niederzuschlagen.
Ihre Beinarbeit war ausgezeichnet. Sie hüpfte über jeden Angriff hinweg, der gegen ihre Beine oder Füße gerichtet war. Und dann riss sich Cyrene den Haarknoten auf. Eine Peitsche schwarzer Strähnen schwang um ihren Hals und Darak herum. Die Amazone packte zu, zerrte an ihren eigenen Haaren und nutzte sie als Würgeseil. Keine Axt, aber diese natürlich vorhandene "Waffe" konnte für das Männchen trotzdem gefährlich werden.
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Donnerstag 17. Dezember 2009, 15:50

Daraks Augen weiteten sich als Cyrene mit einem grellen Kampfschrei auf ihn zugeprescht kam. Er wich aus einer natürlichen Reaktion heraus einen guten Schritt zurück doch da war sie auch schon bei ihm und traktierte ihn unaufhörlich mit Schlägen. Darak hatte alle Mühe sie abzuwehren und steckte den einen und anderen fiesen Treffer ein. Keiner jedoch reichte aus um den bulligen Mann niederzustrecken. Der Gehörnte fand erst jetzt richtig in den Kampf hinein und begann mit Konterschlägen. Einmal gelang es ihm einen Treffer gegen das Brustbein der Amazone zu landen so dass auch sie einige Schritte zurücktorkelte. Doch sie hielt sich weit sicherer im Ring als er. Die Amazone nutzte die Gelegenheit um ihren Haarknoten zu öffnen. Darak runzelte irritiert die Stirn für ihn gab es weit mehr andere Prioritäten als sich ausgerechnet jetzt um den Sitz der Haare zu kümmern.

Darak wirkte in seinen Bewegungsabläufen im Vergleich zur Kriegerin wie ein träger unförmiger Klotz. So fühlte er sich auch gerade als Cyrene leichtfüssig hinter ihn sprang und ihre eigenen Haare als Würgestränge einsetzte. Er spürte nur noch ihren schnellen Atem im Nacken und sah wie sich ihr Haar um seinen Hals schlang. Sie zog sofort zusammen und hätte ihn wohl in die Knie gezwungen – trüge er nicht sein Halsband welches die gesamte Attacke unschädlich machte. Angenehm war seine Lage sicherlich nicht aber Cyrene erzielte definitiv nicht den Vorteil der sie sich vermutlich vorgestellt hatte. Da Darak nicht in die missliche Lage geriet um panisch nach Luft zu schnappen nutzte er die Gelegenheit um seine Angreiferin mit einem brutalen Hüftheber über seinen eigenen Körper hinweg vor ihm auf den Boden zu schmettern.

Sofort stürzte er ihr hinterher und kniete sich auf die Amazone drauf. Er hielt ihre Handgelenke fest und fixierte sie am Boden als wollte er gerade über sie herfallen. Darak rechnete fest damit sie in dieser Position zur Aufgabe zwingen zu können aus diesem Griff würde sie sich doch kaum mehr befreien können!
Er grinste Siegesgewiss und schaute für einen Moment in die Runde. Sein Herz raste, schon lange nicht mehr war er in einen solchen Kampf verwickelt gewesen. ER spürte wie das Adrenalin seinen Kreislauf durchflutete und genoss diese sonderbare Form erregender Angst.

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Gestalt » Freitag 18. Dezember 2009, 12:09

Cyrene und nicht wenige andere Amazonen schrien wütend auf, als der Würgetrick misslang. Darak trug ein Halsband der Züchtigung und somit war seine Kehle zumindest vor der kämpfenden Frau geschützt. Wenn Conny gewollt hätte, ein einziges Wort genügte ja ... nun die Hauptfrau blieb fair. Sie beobachtete den Kampf und grinste sogar, als sie sah, dass Cyrene hier nicht weiter kam. "Lass dir etwas einfallen! Auf dem Festland hätte dich das Männchen längst ..." Aber Conny brauchte ihren Tadel nicht beenden. Denn nicht nur auf dem Festland, auch hier auf Xytras reagierte ein Männchen wie ein Männchen.
Cyrene sah nur noch ihr Haar, das ihren Fingern entglitt und sich so vom Hals des Mannes löste. Sie sah sich einen Überschlag machen, der Himmel wurde zum Boden und umgekehrt. Dann krachte sie in den Sand, dass dieser nach allen Seiten aufwirbelte. Die Amazone hustete kurz und schon war diese Bestie über ihr. Dieser Abschaum menschlichen Geschlechts, dieses Gefäß an Erbgut und nicht mehr! Sie wand sich, konnte seinem festen Griff aber nicht entgehen. Einige Frauen im Hintergrund keuchten und wichen zurück oder suchten Schutz in den Armen ihrer Schwestern. Wie viele von ihnen kannten diese Situation, in der sich ein feister Mann gierig über sie beugte und ihre Handgelenke hielt? Zu viele.

"Ruhe!", rief Constanze. Ihr strenger Blick flog über die Versammelten. "Seht zu und lernt!" Sie wollte nicht mitansehen, wie die Mädchen sich fürchteten. Dafür bildete sie sie nicht zu Amazonenkriegerinnen aus. Constanze wusste, dass die meisten Vergewaltigungen und anderes Leid hinter sich hatten, sonst wären sie kaum hierher nach Xytras gekommen. Die wenigsten Amazonen wurden in der Stadt geboren oder blieben lange genug dort, um sich ausbilden zu lassen. Es gab mindestens genauso viele, dumme Mädchen, die aus Neugier die Insel verließen wie es geschundene, verstörte und verletzte junge Frauen gab, die sie per Schiff in den sicheren Hafen einfuhren.
Keine der hier Anwesenden sollte sich jemals wieder in einer Lage finden wie Cyrene und dabei absolut hilflos sein. Constanze hatte der Frau, deren Haar wie Äxte sein sollte, einiges beigebracht. Die Hände in die Hüften gestemmt und mit erwartungsvoller Miene sah sie sich an, was Cyrene nun tun würde. Und sie tat das Richtige. Genau so sollten sie es machen und keine Frau musste sich für diese kleine Trickserei schämen. Eine solche Taktik würde ihnen vermutlich einmal das Leben retten.

Cyrene starrte zu Darak hoch. Dieser grinste. Der Kerl wagte es doch tatsächlich zu grinsen! Sie würde ihm die Suppe schön versalzen. Noch war nicht alles verloren, selbst wenn ihre Kraft nicht ausreichte, sich aus seinem Klammergriff zu lösen. Noch besaß sie die Waffen einer emanzipierten Frau.
Ihr Gesichtsausdruck änderte sich. Wochenlang hatte Cyrene ihn abends vor dem Spiegel geübt, bis sie mit sich zufrieden war. Schließlich sollte der bevorstehende Auftritt authentisch rüberkommen. Ihre Stirn legte sich in Falten, die Augen nahmen einen furchtsamen, traurigen Glanz an. Wimmernd bewegten sich die Lippen, als sie einen hilflosen Schmollmund zog. Ihre Wangen röteten sich sogar! Auf einmal erinnerte die eben noch gewaltsame Amazone an ein verängstigtes, jngfräuliches Mädchen, das sich in den Klauen einer lüsternen Bestie hatte wiederfinden müssen. Ihr Stimmchen drang zitternd aus der Kehle. "Oh bitte, tu mir nichts. Ich will artig sein und alles machen, aber tu mir nicht weh." Sie drückte sich ein Tränchen heraus. Und dann begann das richtige Schauspiel. "Bitte, ich mache alles, hör und schau." Cyrene begann zu stöhnen wie unter Darak wohl die wenigstens Frauen jemals gestöhnt hatten. Sinnlich leckte sie sich über die Lippen und hauchte ihm einen Kuss zu. Aus einem sich befreien wollenden Winden wurde ein exotisches Räkeln im Sand. Die Amazone streckte Darak ihren Brustkorb entgegen. Der lederne Büstenhalter war dermaßen betont geschnitten, dass die Schatten genau richtig fielen, um ihr Dekolletée nur noch immenser und draller wirken zu lassen. Eine Gebirgslandschaft, die jeder einsame Wanderer besteigen wollte.

Lilith hielt sich eine Hand vor den Mund, damit sie nicht kicherte. Diese Methodik kannte sie selbst noch gar nicht. Ach, sie war lange nicht mehr unter ihren Schwestern gewesen. Constanze hingegen verschränkte nun die Arme vor der eigenen, schön geformten Brust und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Sie glaubte nicht daran, dass auch nur ein widerwärtiges Männchen Celcias bei einem solchen Anblick nicht aus dem eigenen Konzept fiel.
Jetzt brauchte Cyrene nur noch zuschlagen!
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 20. Dezember 2009, 01:29

Darak dachte bereits dass er den Kampf gewonnen hatte, schliesslich fixierte er sie so auf dem Boden dass sie sich kaum mehr rühren konnte. War dies nicht auch ein Sieg beim Ringen? Offenbar jedoch nahm der Kampf ohnehin gerade ungeahnte Dimensionen an denn die Amazone änderte urplötzlich ihren Gesichtsausdruck. Darak starrte sichtlich irritiert auf sie herab.

"Oh bitte, tu mir nichts. Ich will artig sein und alles machen, aber tu mir nicht weh." Das Männchen war mit dieser Strategie deutlich überfordert, doch nicht aus dem selben Motiv wie vielleicht andere Männer auf dem Festland, die jetzt gierig ihre verlangenden Händen nach der Amazone ausgestreckt hätten. Nein. Er wurde nervös weil er der Frau unter sich tatsächlich nicht hatte weh tun wollen. Es wäre schliesslich ein äusserst selbstmörderischer Schachzug ausgerechnet auf der Insel der Amazone irgend einer Frau einen Schaden anzutun.

„A..aber…wir ringen…doch..nur.“ Brachte er leicht stotternd hervor und lockerte sofort ihren Griff. Hat sie sich etwa verletzt? So ein Heber konnte durchaus sehr unglücklich und schmerzlich verlaufen. Es gab gar Opfer die Standen nach so einer Aktion nicht mehr auf – doch dafür beherrschte Darak die Technik zu wenig präzise und er hatte sie auch nicht so grausam ausgeführt wie er imstande gewesen wäre. Doch er hatte ja auch noch nie in seinem Leben eine Frau so zu Boden befördert. Darak machte sich bereits unglaublich viele Gedanken was er dieser Kriegerin wohl angetan haben könnte, so war es kein Wunder dass er ziemlich Abgelenkt war. Die Amazone hingegen machte weiter mit ihrer heimtückischen Kampfstrategie.

"Bitte, ich mache alles, hör und schau." Darak schaute und kriegte grosse Augen als die Unterlegene ihm praktisch ihren Körper anbot. Der Gehörnte wurde knall Rot im Gesicht und erhob beinahe schon abwehrend seine Hände. Das tat sicherlich kaum ein Männchen und mochte wohl selbst für Cyrene ebenfalls leicht irritierend sein, doch er bescherte ihr natürlich so eine Einladung zu seinem nun ungeschützten Körper wie kein anderer.
„N..nicht doch ich will dir nichts antun! Wir…ringen doch nur!“ Versuchte er sie immer wieder zu beschwichtigen. Im Gegensatz zu den Männern auf der Strasse war Darak grosser Fehler nicht seine ungestüme Fleischeslust sondern seine Hemmung wirklich mit voller Härte und Gemeinheit in den Kampf einzusteigen. Der Sklaventreiber hatte schon einige schmutzige Tricks auf Lager doch er hatte sie nicht angewendet im glauben hier einen schlichten Ringkampf zu führen. Doch bis zu diesem Zeitpunkt hatte er ja auch noch nie Bekanntschaft mit amazonischer Kriegskunst gemacht. Für ihn war der Ringkampf schon längst vergessen, er glaubte s ich in einem ganz anderen Szenario in welches er eigentlich gar nicht hat reinrutschen wollen.

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Gestalt » Montag 21. Dezember 2009, 00:26

Conny sah zufrieden zum Ring hinüber. Es war doch immer wieder dasselbe. Die Methode, die Cyrene anwandte, ließ noch jeden Mann irritiert auf ihren Körper starren. Bei den Göttinnen, sie hatte ja sogar schon erlebt, dass die Männchen mehrfach auf den Trick herein fielen. Erst zuckten sie zusammen und glaubten, ihren Ohren nicht zu trauen. Doch sobald die scheinbar hilflose Amazone unter ihnen damit beginnt, sich zu räkeln, starren sie gebannt auf die Weiblichkeit, die ihnen geboten wird. Dann sind sie einen Moment lang vollkommen irritiert und in diesem Moment musste die Amazone zuschlagen. Sie durfte nicht zu lange zögern, sonst verpasste sie ihre Chance. Denn dann klickte es im Kopf des Männchens und er wollte seine Chance wahrnehmen. Die Methode war immer mit ein wenig Risiko verbunden. Verpasste man seinen Moment, musste man sich plötzlich nicht mehr gegen ein einfaches Männlein zur Wehr setzen, sondern gegen eines, dem man seinen Körper angeboten hatte und der das Angebot nun annahm.
Constanze war gespannt, wie es zwischen Cyrene und Darak Luthrokar enden würde. Sie schaute konzentriert zu den beiden hinüber.

Cyrene musterte Darak, der sie irritiert anstarrte. "A...aber...wir ringen ... doch ... nur." Innerlich grinste sie von einem Ohr zum anderen. Das war mal ein leicht zu verwirrender Trottel. Den würde sie ohne große Probleme erst um den Finger wickeln und ihn dann schneller aus dem Ring befördern, als er überhaupt auch nur ahnte wie ihm geschah. Sie machte weiter, bis Daraks Kopf rot leuchtete. Die Zuschauerinnen runzelten teilweise die Stirn und auch Cyrene wunderte sich. Eine solche Reaktion kannten sie nicht von einem Männchen.
"Er schämt sich", murmelte Lilith an Constanzes Seite. "Ich hab doch gesagt, er ist anders. Er glaubt bestimmt, Cyrene wehgetan zu haben und das wollte er nicht."
"Wie naiv bist du eigentlich?", kam eine Gegenantwort, aber nicht von Conny. Eine andere Amazone mischte sich in das Gespräch ein. Constanze schaute weiterhin schweigend zu den Kämpfenden herüber.

Dort trat soeben der entscheidende Augenblick ein. Cyrene hatte sich angeboten. Sie wartete, dass Darak noch einmal irritiert schluckte, ehe seine Triebe ihn dann auf das Angebot reagieren ließen. Doch hier verpasste die Amazone ihren Moment. Denn Darak Luthrokar ließ sich nicht in die Schublade mit allen anderen Männern Celcias stopfen. "N..nicht doch ich will dir nichts antun! Wir…ringen doch nur!“
Eigentlich hätte Cyrene jetzt zuschlagen müssen. Ein kräftiger Hochtritt mit ihrem knie, eine saftige Ohrfeige oder ein Herumrollen, um das Männchen an den Boden zu fesseln ... aber nun war es an ihr, zu starren. Sie spürte, dass sich der Griff um ihre Handgelenke gelockert hatte und sie erkannte nervöse Sorge in den Augen ihres Gegenübers. Das brachte die Jung-Amazone mit mehr als Potenzial aus dem Konzept. Ringsum begannen die Frauen zu wittern, dass Cyrene nachließ. Sie riefen ihr Tipps zu und feuerten sie an, aber Cyrene starrte Darak weiterhin entgegen.
"Mir ... tut nichts weh", brachte sie heraus, ehe sie über das Gesagte wirklich hatte nachdenken können. Wenn Darak klug genug war und instinktiv handelte, könnte er den Ringkampf nun für sich beenden.
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 21. Dezember 2009, 21:21

Lilith kannte ihr Männchen inzwischen sehr gut denn sie war die einzige welche erkannte dass Darak Luthrokar sich unsicher fühlte, ja gar schämte für etwas dass er gar nicht getan hatte. „Es…tut mir leid!“ Worte die Darak schon so oft ausgesprochen hatte und immer waren sie ehrlich gemeint – manchmal jedoch an unglücklicher Stelle platziert. Er nahm seine Hände von ihr, erhob sie. Ergab sich ihr praktisch aus Sorge um ihr Körperliches Wohl. Oh ja, dieses Männchen war anders und Cyrene wurde gerade auf eindrückliche Art und Weise Zeugin davon.

"Mir ... tut nichts weh" Darak lächelte erleichtert… und erhob sich. Er bot Cyrene seine Hand um ihr auf die Beine zu helfen. „Ein guter Ringkampf.“ Meinte er gut gelaunt und bot ihr offen ein Unentschieden an. Er schien kein Interesse mehr daran zu haben sie aus dem Ring zu werfen. Nein, in jenem Moment als er die erstaunten Augen der Amazone gesehen hatte und ihre leise geflüsterten Worte verstanden hatte wurde ihm bewusst dass er gerade viel mehr gewonnen hatte als einen Ringkampf.
Er hatte das Weltbild einer jungen aufstrebenden Amazone durcheinander gebracht. Bei dieser Frau war der erste Schritt zum Abbau vieler Vorurteilen der Männergegenüber getan. Er konnte nur hoffen dass die Masse dies ebenfalls anerkannte. Doch eine Masse für sich zu gewinnen war weit schwieriger als nur ein Individuum. Besonders eine die sich beharrlich auf Behauptungen und alten Weisheiten stützte.

Dieses Männchen konnte sich doch auch nur verstellt haben, um sich das vertrauen der jungen Mädchen zu erschleichen um sie unsicher zu machen. Wie viele junge Mädchen fielen schon auf den jungen Piraten mit den schönen blauen Augen und dem dunklen Haar herein? Der Abenteuer, der Tollkühne Held welcher sich dann schlussendlich doch als Säufer und Schläger entpuppte! Männer waren schlecht! Dies war zumindest die Nationalhaltung der vereinten Frauen im Staate der Amazonen. Ihr glaube an das Schlechte im Männchen (es gab sicherlich reichlich viele Dinge die man unbestrittenerweise an einem Männchen schlecht finden konnte) war Grundstein ihrer Existenz als emanzipierten Frauenstaat. Jegliche Form von Vertrauen welches man einem Dreibein schenkte grenzte doch schon beinahe an übelste Blasphemie! Es wäre etwa so ähnlich abstrus wie wenn man vor einem Mönch des Lysanthor behaupten würde die Dunkelheit möchte nur unser Freund sein. Darak Luthrokar hatte hier nicht nur gegen einzelne Frauen wie eine Constanze zu bestehen sondern auch gegen ein Jahrzehnte altes Welt- und Menschenbild dass sich in dem kollektiven Bewusstsein aller gebürtigen Amazonen bereits tief in ihren kulturellen Traditionen verankert hatte. Bei Pelgarer war dieses Phänomen ebenfalls zu beobachten, man ersetzte einfach Männchen durch Dunkelelfen und Orks.

In beiden Fällen gab es ja auch reale Beispiele und Fakten die sie in ihrem Glauben bestätigten. Es gab Misshandlung und Vergewaltigung an Frauen und ja es gab Angriffe und Kriege gegen die Pelgarer. Aber wie man nicht ein ganzes Volk in einen Topf werfen konnte war dies auch bei den Dreibeinern unmöglich.
Darak seufzte. Es lag in der Natur des Menschen – ob weiblich oder männlich – es sich einfach zu machen. Alle Form von männlichkeit zu verfluchen erforderte weit weniger Energie als auch noch zwischen guten und schlechten selektieren zu müssen. Der Mensch neigte leider zur Bequemlichkeit, im Falle der Amazonen mit fatalen Folgen für ehrbare Männchen. Man musste natürlich auch beachten mit welcher Sorte Mann die Amazonen meistens zu tun kriegten, da sie sich selbst meist auf Schiffen fortbewegten und nicht gerne auf das Festland Celcias reisten beschränkte sich ihre Kenntnisse über die Dreinbeine doch im wesentlichsten auf jene die sich an der Küste angesiedelt hatten. Mit Ausnahme der Andunier die ein äusserst Gastfreundliches und Ethisch hochstehendes Volk bildete waren die Küstenregionen durchzogen von raubeinigen Seemännern die im grössten teil leider für ihre Ruppigkeit bekannt waren. Sarmas Kaufläute und Sklavenhändler, Rumdetts Piraten, Grandessas Militärschiffe und Santros liebestolle, Maskenball verwöhnte Seeleute.

Würde sich eine Amazone denn von einem Magier Zyranus bedrängt fühlen der eher wie ein alter Dattergreis daher kam als einen potenziellen Nötiger?
Darak Luthrokar symbolisierte ebenfalls jene eher verruchte Männchengattung. Er war gross, Bullig, trug ein Ur-Phallisches Symbol in doppelter Ausführung auf dem Kopf und hatte auch einen Lebenslauf der alle Vorwürfe der Amazonen an die Dreibeiner bestätigte – und dennoch war dieser Kerl anders!

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Gestalt » Dienstag 22. Dezember 2009, 18:50

"Es ... tut mir leid!"
Ringsum wurde es ruhig. Dutzende Augenpaare richteten sich auf Darak. Dutzende weibliche Augenpaare, deren Eigentümerinnen niemals erwartet hätten, solche Worte aus dem Munde eines Mannes zu hören. Einige hielten gar den Atem an. Was hatte das Männchen gerade gesagt?!
Nur Lilith starrte nicht. Sie war die einzige, die bereits wusste, dass sich Darak ungern an das typische Männerschema hielt. Er war eben anders. Sie freute sich, dass es noch solche Männer auf Celcia gab. Die Amazonen hingegen schien es eher zu verunsichern. War das eine Methode, von ihrer kopiert, um sie für Sekunden aus der Fassung zu bringen, nur um sich anschließend auf sie zu stürzen? Diese heimtückischen Männer klauten nun auch noch ihre Ideen!
Aber nein, mussten die Mädchen und Frauen feststellen. Darak hätte seine Angriffsgelegenheit verspielt. Er hätte jetzt auf Cyrene losgehen und sie mit voller Wucht aus dem Ring werfen müssen. Stattdessen erhob er sich langsam und reichte ihr sogar noch die Hand, damit die Amazone mit dem Haar wie Äxte aufstehen konnte. Cyrenes dunkle Augen musterten die Männerhand skeptisch. Sie war groß und schwielig. Darak arbeitete hart oder hatte es einmal getan. Unter den Fingernägeln erkannte die Frau Dreckränder, die aber auch vom Ringkampf eben stammen konnten. Er besaß richtige Bärenpranken. Cyrene schauderte, als sie sich erinnerte, dass er sie mit diesen gewaltigen Händen über seine Schulter und zu Boden geworfen hatte. Sie wagte nicht, diese erneut zu ergreifen. Aus eigener Kraft stand die Amazone auf, konnte den Blick aber nicht von Darak nehmen. Verblüffung, Überraschung und vor allem Nichtverstehen waren aus ihren Augen abzulesen. Nicht anders schauten die übrigen Amazonen, selbst Constanze.

"Ein guter Ringkampf." "Ich hätte Euch schlagen können." Offensichtlich schützten sich Amazonen durch ihren Stolz. Sie gestanden sich eine Niederlage ungern ein und wenn, dann über Konter, die ihr Selbstbewusstsein wieder steigerten und ihr Ego streichelten. Aber Cyrenes Mundwinkel hoben sich etwas. Von einem Lächeln konnte man zwar nicht sprechen, aber der Ansatz war gegeben.
Jemand klatschte in die Hände. Die Augenpaare wandten sich von Darak ab und richteten sich neu aus. Constanze wurde Zentrum der Aufmerksamkeit. "Gut gemacht, Cyrene, aber das kann noch besser werden. Zurück ans Training, Mädchen! Ich will euch schwitzen sehen!" Sie pfiff schrill und die Frauen zerstreuten sich, um ihren Aufgaben von vorhin wieder nachzugehen.

Constanze näherte sich Darak, der hin und wieder noch von einem der Mädchen aus den Augenwinkeln beäugt wurde. "Du hast sie beeindruckt", gab die Hauptfrau bekannt, "und mich auch. Ein wenig." Wie viel mochte es Constanze gekostet haben, das zu sagen? Immerhin sprach sie hier mit dem Mann, der ihr Schicksal durch ihren Verkauf als Sklavin geprägt und besiegelt hatte.
"Vielleicht willst du morgen wiederkommen und den Mädchen etwas über männliche Kampfmethoden und Taktiken erzählen." Lilith schaute nun auch endlich erstaunt. Aber dann wandelte sich ihre Miene in ein freudiges Lächeln. Sie schmiegte sich an Constanze heran, hauchte ihr etwas ins Ohr und dann küssten sich beide wieder. Constanze löste sich allerdings schnell wieder von ihr. "Ich habe zu arbeiten. Du kannst das Männchen hier lassen, ich möchte ihn im Training einsetzen. Ich werde auf ihn achten."
Die Elfe nickte. "Dann kann ich mich umhören, ob irgendwo in den Tavernen eine Sängerin gesucht wird. Danke, Conny." Sie umarmte die Freundin erneut und machte sich dann auf den Weg zurück zum Burgtor. Bevor sie ganz verschwunden war, drehte sie sich noch einmal um und rief beiden zu: "Kommt heute mittag doch an den Strand." Anschließend verschwand Lilith aus ihrem Blickfeld.

Conny stemmte die Hände in die Hüften. Sie schaue Darak nicht an, als sie mit ihm sprach: "Solltest du mit meinen Mädchen nur spielen, wirst du dein bestes Stück verloren haben, ehe dein Hirn es realisieren kann. Und jetzt genug geplaudert. Was kannst du den Amazonen mitteilen, das ihnen im Kampf gegen deinesgleichen helfen könnte?"
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 28. Dezember 2009, 13:46

Darak war erleichtert dass dieser erste Kampf unentschieden ausgegangen war. Ein Sieg hätte nicht gerade Sympathien geschürt und eine Niederlage hätte ihn zu einem Gespött gemacht. So aber wurde ein Ergebnis erzielt bei dem die Amazonen weder Stolz noch Gesicht verloren.

"Ich hätte Euch schlagen können."Darak nickte nur. Er wollte keinen neuen Kampf provozieren indem er jetzt etwas unüberlegtes von sich gab. Ausserdem hatte sie tatsächlich gut gekämpft wenn man bedachte dass sie noch lernte. Darak klopfte sich den Staub aus seinen Hosen und trat zu Constanze heran als sie die Schar zu sich rief.
„Gut gemacht, Cyrene, aber das kann noch besser werden. Zurück ans Training, Mädchen! Ich will euch schwitzen sehen!" Er guckte den reizenden Amazonen hinterher als sie losrannten um weiter zu Trainieren. Ihr Anblick war unweigerlich eine Wucht und für Darak wäre es ein schier hoffnungsloses Unterfangen ihnen dabei NICHT zuzusehen. So bemerkte erst sehr spät wie Constanze auf ihn zugeschritten war. Nun wurde er sich aber ihrer Anwesenheit bewusst und schaute zu ihr herüber.

"Du hast sie beeindruckt und mich auch. Ein wenig." Der Gehörnte lächelte und nickte freundlich. „Es freut mich dies zu hören.“ Erwiderte er etwas zu formell für seine Verhältnisse aber er wollte auf keinem Fall in irgend einer Weise Provokativ wirken. Es rührte ihn wahrhaftig dass die Mädchen offenbar grosses Vertrauen in Constanze hegten. Jener Frau deren Leben er beinahe zerstört hatte. Er wusste nicht genau was ihr widerfahren war doch da er sie offenbar in Sarma verkauft hatte konnte es nichts gutes gewesen sein.
"Vielleicht willst du morgen wiederkommen und den Mädchen etwas über männliche Kampfmethoden und Taktiken erzählen." „Ja…gerne…“ Antwortete er sofort. Dies war schliesslich eine der sehr kargen Beschäftigungsmöglichkeiten hier auf dieser Insel. Er schielte zu Lilith und lächelte ihr entgegen. Diesmal hatte er seine Sache gut gemacht. Dann versteinerte sich sein Gesicht jedoch als Lilith Constanze voller Freude abküsste. Irgendwie tat es weh dies zu sehen… Warum nur? War er etwa eifersüchtig?

"Ich habe zu arbeiten. Du kannst das Männchen hier lassen, ich möchte ihn im Training einsetzen. Ich werde auf ihn achten." Darak Blickte zu Constanze. Es war schade dass sie es immer noch nicht über sich brachte ihn beim Namen anzusprechen. Aber wen wunderte es? Ohnehin wäre es sehr naiv zu glauben dass Constanze ihn wegen dieses einen überraschenden Kampfes gleich akzeptieren würde. Das was er ihr angetan hatte liess sich kaum durch eine solche banale Geste wieder gut machen. Hass war eine Emotion die sich tief in eine Seele fressen konnte und es bedurfte doch sehr viel Balsam um diesen zu vertreiben.
Lilith hingegen schien ihrer Freundin blind zu vertrauen. Ohne Anzeichen irgend einer Unsicherheit ob es wirklich eine gute Idee war ihr Haustierchen bei einer Meute von Bewaffneten männerfeindlichen Kriegerinnen zu lassen verabschiedete sie sich von ihr und ihm. Darak schluckte leer. Als Lilith ausser sichtweite war schien er förmlich zu spüren wie die Luft um ihn herum dünner und die Atmosphäre eisiger wurde. Constanze riss sich sicherlich ordentlich für ihre Freundin zusammen wenn sie in ihrer Nähe war. Darak hätte blind sein müssen um nicht zu erkennen dass die Hauptfrau in Lilith verliebt war. Constanze wandte sich an ihn ohne ihn anzusehen. Ihr Ton wurde härter, drohender.

"Solltest du mit meinen Mädchen nur spielen, wirst du dein bestes Stück verloren haben, ehe dein Hirn es realisieren kann.“ „Es wäre strategischer Selbstmord dies zu tun Constanze…“ Erwiderte er trocken. Er hatte recht, allein schon ohne offensichtliche Provokation war die Stadt der Frauen das reinste Minenfeld für seinesgleichen.
“Und jetzt genug geplaudert. Was kannst du den Amazonen mitteilen, das ihnen im Kampf gegen deinesgleichen helfen könnte?" „Nun ich kann mich anbieten dass sie gegen mich probekämpfen und so üben. Den Hauptfrauen und Ausbildnerinnen könnte ich näheres über die Foltermethoden und Taktiken der Sklaventreiber preisgeben. Ich denke es wäre nicht gut für die jungen Kriegerinnen sie bereits jetzt damit zu konfrontieren aber wenn ihre Ausbildnerinnen wissen was auf die Mädchen zukommen könnte fällt es ihnen bestimmt leichter sie darauf vorzubereiten.“

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 30. Dezember 2009, 00:07

Lilith gab ihn also in andere Hände - in jene einer Frau, die Darak Luthrokar mitsamt ihrer Schwester an einen Sultan aus Sarma verkauft hat. Was immer die heutige Amazone in Sarma hatte erfahren müssen, es hatte ausgereicht, um ihr Leben derart zu prägen, dass sie nun in Xytras lebte. Stark genug geprägt, dass sie tatsächlich Amazone und sogar noch eine Kriegerin geworden war. Sie würde ihre Mädchen vor Unruhestiftern, Vergewaltigern und allen Männern Celcias beschützen. Und sie würde ihre Macht einsetzen, über Darak zu richten, falls es nötig war. Ein Wort reichte aus, um Blitze durch das Halsband der Züchtigung zu jagen.
Darak blieb also kaum eine andere Wahl, als vorsichtig und gehorsam zu sein. Er musste aufpassen, selbst wenn Constanze ihm einen Waffenstilstand versprochen hatte. Bisher war sie gerecht geblieben. Trotzdem blieb diese Ungewissheit, diese Spur einer Möglichkeit, dass auch sie einfach einer Emotion nachgab und dann wäre keine Elfensängerin hier, um sie davon abzuhalten.

Darak erkannte es zum Glück und teilte der Hauptfrau mit, was allgemein bereits bekannt war. Aber durch die Tatsache, dass er sein durch Provokation möglich schnelleres Ableben - oder zuminest bösartigen Schmerz - ansprach, machte er deutlich, dass er verstanden hatte. Von Daraks Seite aus sollte Conny also keine Gelegenheit bekommen, das Halsband der Züchtigung zweckgemäß einzusetzen. Sie nickte. Die Frage blieb nur, ob Darak dies nicht nur einfach so sagte. Einem Männchen konnte man schließlich nicht vertrauen!

Man unterhielt sich über die weitere Vorgehensweise und wie Darak in die Ausbildung der jungen Amazonen eingebunden werden konnte. Er bot sich selbst als Probegegner an. Das gefiel Conny sogar recht gut. Ihre Augen funkelten, als Darak es ansprach und ihr Blick wanderte zu seinem Schritt. Ein erfolgreicher Kastrationsschlag wäre allerdings nur einmal möglich. Constanze würde ihrer Truppe erklären müssen, im Ernstfall härter zuzuschlagen. Oder es blieb bei Holzschwertern, diese durchtrennten selten menschliches Gewebe. Vielleicht ließ sich auch eine lichtmagisch begabte Amazone finden - ach bestimmt! Nur ob sie dort ihre Hand auflegen wollte?

"Den Hauptfrauen und Ausbildnerinnen könnte ich Näheres über die Foltermethoden und Taktiken der Sklaventreiber preisgeben." Constanzes Miene versteinerte sich. Ihr Blick wurde anklagend und die sonst überaus sinnlichen Lippen verzogen sich zu einer schmalen Linie. "Die meisten Frauen wissen über Foltermethoden bereits sehr viel. Praxiserfahrung kannst du es gern nennen." Sie streckte die Hand aus und zeigte auf eine Amazone, die nur noch einen Arm besaß, aber sie kämpfte energisch.
"Das ist eine unserer Ausbilderinnen, die Sarmas Folterei nur allzu gut kennen gelernt hat. Ob sie dich auch kennt, weiß ich nicht, aber einer unserer Burgköchinnen hat mir bereits bestätigt, dass du sie aus ihrer Heimat verschleppt und über Sarmas Hurenhändler an die rumdetter Piraten verschachert hast. Sie hat einem dieser Bastarde sechs Söhne und drei Töchter gebären müssen, ehe Xytras sie rettete."
Constanze wirbelte herum, packte Darak ohne Vorwarnung am Arm - sie drückte kurz prüfend und schien zeitweise erstaunt, welch kräftige Muskeln er doch besaß - und sagte: "Erkläre und, wie wir Taktiken der Sklaventreiber rechtzeitig entdecken, anschließend entgehen oder sogar vereiteln können und vor allem wie wir uns gegen Folterungen zur Wehr setzen können. Das ist es, was uns nutzt und nicht noch mehr Wissen über eure perfiden Spielchen oder den Einsatz sexueller Machtausübung, um unseren Willen zu brechen!"

Sie ließ ihn los und winkte ihm, ihr zu folgen. Constanze marschierte zielstrebig über den Innehof. Die Frauen trainierten wieder. Ihre Körper glänzten in der Sonne. Wie ihre Hauptfrau es wünschte, floss der Schweiß in Strömen. Doch jetzt interessierte das die Amazone wenig. Sie erwartete Antworten - von Darak! Aber die Informationen musste er nicht hier auf dem Hof ausplaudern, deshalb ging Constanze mit ihm in einen der Burgsäle, der speziell für vertrauliche Gespräche zur Verfügung stand. Eine andere Amazone hielt sich dort auf - eine dicke Matrone, die wohl nur mit Mühe täglich in ihre Rüstung hinein kam. Sie hätte Alma bald Konkurrenz machen können.
"Glothilde, ich brauche den Raum. Macht es dir etwas aus, zu gehen?"
"Nein, kein Problem, Hauptfrau Constanze." Die Amazone verließ den Saal und schloss die Tür hinter sich. Der Raum war groß, wie man sich eine Burghalle vorstellen konnte. Hohe Decken mit ebenso hohen Fenstern, durch die viel Licht herein kam. Ansonsten hätten aber auch die zwei Holzkronleuchter mit ihren Kerzenringen dafür sorgen können oder der Kamin, der die Halle selbst jetzt bei Tage befeuerte - der Wärme wegen. Mehrere Bücherregale zierten die Wände, aber auch ein künstlerisch angehauchter Ring hängender Schwerter. Es gab diverse Sitzmöglichkeiten, vom kleinen Hocker über hohe Lehnstühle bis hin zu zwei sich gegenüber stehenden Sesseln dicht am Kamin. In einer Ecke befanden sich Weinschrank und Theke, auf der mehrere Gläser stets für ein Schlückchen bereit standen. Die Amazonen wussten es wie die Männer, eine Burg durch die passende Ausstattung lebendig wirken zu lassen.
Constanze trat an die Bar heran und schenkte sich Met ein. Sie schaute Darak fragend an. Das Männchen war ihr noch eine Antwort schuldig.
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 8. Januar 2010, 11:44

Darak trat in ein gewaltiges Fettnäpfchen. Dies bemerkte er sogleich ab Constanzes Reaktion deren Mine sich schlagartig versteinerte. "Die meisten Frauen wissen über Foltermethoden bereits sehr viel. Praxiserfahrung kannst du es gern nennen." Darak seufzte nur und nickte. „Ja. Da hast du Recht Constanze.“ Er war ja über diesen Umstand auch nicht erfreut darum wollte er ja helfen.

Die Amazonenhauptfrau zeigte auf eine der Kämpferinnen. Darak beobachtete sie beim Kampf. Wie energisch und entschlossen sie doch alle waren. Sicherlich ihre grosse Stärke. Männchenhass schweisste offenbar unglaublich stark zusammen. Ein wunder dass er überhaupt auf der Insel rumspazieren konnte ohne gelyncht zu werden. Er musterte die Einarmige nachdenklich. Ob sie dich auch kennt, weiß ich nicht, aber einer unserer Burgköchinnen hat mir bereits bestätigt, dass du sie aus ihrer Heimat verschleppt und über Sarmas Hurenhändler an die rumdetter Piraten verschachert hast.“ Der Gehörnte schluckte leer. Zum Glück war er nicht hier um einen sympathiepreis zu Gewinnen. Beschämt blickte er zu Boden. Er hatte selten darüber nachgedacht was aus seinen Opfern geschehen war mit denen er gutes Geld verdient hatte welches er nun an einem geheimen Örtchen in Sarma hortete und es eigentlich kaum gebraucht hatte. Vielleicht hatte er unbewusst nie viel ausgegeben weil es eben blutiges, schmutziges Gold war.

“Sie hat einem dieser Bastarde sechs Söhne und drei Töchter gebären müssen, ehe Xytras sie rettete." Darak war sichtlich bedrückt. Es tat ihm leid, er bereute seinen damaligen Lebenswandel doch er hatte ja leider auch schon bitter erfahren müssen dass ihm jegliche Form der Reue und der daraus resultierenden Busse nie sein Gewissen von all der Schuld befreien konnte. Das Schmerzte. Für einen Moment dachte er an seinen Freund Carath. Wo er wohl sein mochte? Bestimmt noch immer auf Hoher See bei den Amazonen… hoffentlich ging die Reise gut. Darak schweifte so mit seinen Gedanken ab dass er zusammenzuckte als Constanze plötzlich seinen Arm packte. Er starrte ihr entgegen.

"Erkläre uns, wie wir Taktiken der Sklaventreiber rechtzeitig entdecken, anschließend entgehen oder sogar vereiteln können und vor allem wie wir uns gegen Folterungen zur Wehr setzen können.“ Darak starrte ihr entgegen. Das würde nicht einfach sein. Er musste selbst in sich hineingehen und sich daran erinnern wie genau er vorgegangen war, dies war der einfachere Teil die Herausforderung bestand darin zu erraten wo die Schwachpunkte seiner und der Strategien anderer Sklaventreiber waren.

“ Das ist es, was uns nutzt und nicht noch mehr Wissen über eure perfiden Spielchen oder den Einsatz sexueller Machtausübung, um unseren Willen zu brechen!" „J..ja..“ Hauchte Darak etwas kleinlaut und folgte ihr zur Burg. Ein mulmiges Gefühl begleitete ihn dabei, er hatte das Gefühl dass das eine oder andere Opfer ihm an den Nacken starrte. Ausserdem wusste er nicht was ihn in der Burg erwartete. Eine Zelle, ein Verhörraum? Darak befürchtete schon das Schlimmsten doch stattdessen wurde er in ein geräumiges Büro geführt. Constanze schien es mit dem Waffenstillstand wahrlich ehrlich zu meinen. Er strich sich kurz über das Halsband, was ihn einen kleinen Zwick beschwerte und folgte ihr in den Raum.

Darin befand sich eine Kriegerin von gewaltigem Ausmass. Sie war sicherlich nicht die schnellste Amazone der Insel aber wenn sich dieser Körper auf seinen setzen würde wäre er wohl ähnlich platt wie bei Alma. Nein, auf ein solches Erlebnis konnte er verzichten.

Darak blieb unschlüssig im Raum stehen während Constanze zur Theke trat und sich Met einschenkte. Er wusste nicht ob er sich setzen durfte, sollte musste und so blieb er einfach stehen. Er erwiderte ihren fragenden Blick der auf seinen Augen ruhte. Er schuldete ihr eine Antwort. „nun…“ Begann er langsam. „Den Sklaventreibern geht es in erster Linie um den Profit. Der einfachste Weg eine Frau von ihnen wegzubringen wäre also für sie zu Bezahlen. Sklaventreiber sind in der Regel habgierige Männer die sich nicht selten selbst überschätzen. Schon manch einer ist in einen Hinterhalt geraten weil er dachte den grossen Gewinn zu machen.

Solange sich die Frauen noch unter der Gewalt der Sklavenhändler und Treiber befinden haben sie wenig körperliches Leid zu befürchten… beschädigte…Ware…“ Es war schwierig vor einem seiner Opfer so zu sprechen. „Wirft weniger Profit ab.“ Er biss sich nervös auf die Lippen. Hoffentlich machte er sie nicht all zu sauer und betroffen mit dem was er sagte. Er fürchtete bereits einen Stromschlag.
„Wenn…man…selbst in Gefangenschaft gerät ist es ratsam die Sklaventreiber mit unerwarteten Reaktionen zu verwirren. Man kann sich Krank stellen oder ähnliches. Alles was sie dazu bringt von ihrem eigentlichen Plan und ihrer eigentlichen Route abzukommen bringt sie unter Druck, was sie anfälliger für Fehler macht.“ Er machte eine kurze Pause. „Was auch sehr effektiv ist wenn mehrere Sklaventreiber beteiligt sind… dass der eine aufgewertet und der andere abgewertet wird. So streut man innerhalb der Gruppe zwietracht.“

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Gestalt » Montag 11. Januar 2010, 16:13

Constanze lehnte sich an die Theke der kleinen Bar. Sie trank ihren Met. Dass Darak um keinen bat, wunderte sie. Ein Mann, der nicht trinken mochte? Sie schaute zu ihm herüber. Steif stand er da, fast schüchtern. Hinter vorgehaltenem Becher grinste sie in sich hinein. Dieses Männchen hatten ihre Schwestern und sie gut bearbeitet. Der würde keinen Ärger machen, selbst dann nicht, wenn er vorerst auf Xytras blieb. Nur dass Lilith ihn so umschwärmte gefiel der Hauptfrau nicht. Das musste sich noch ändern. Allerdings würde sie ihr Spiel unter einem Waffenstillstand spielen müssen, denn sie hatte ihrer Freundin Neutralität versichert.

Schweigend lauschte Constanze, was Darak zu Sklaventreibern und deren Tricks zu sagen hatte. Schon nach den ersten wenigen Worten schüttelte sie den Kopf. "Wir Amazonen mögen reich an Selbstbewusstsein und Emanzipation sein. Wir können kämpfen ebenso gut wie wir kochen und Wäche waschen können. Aber wir sind kein Königinnen oder Drachenweibchen, die sich auf ihren angesammelten Schätzen ausruhen. Wir werden die wenigsten Frauen von Sklaventreibern durch Bestechungsgelder loskaufen können." Sie seufzte. "Obwohl dies noch die einfachste Methode wäre." Dann stellte Constanze ihren Becher auf die Theke und kam auf Darak zugelaufen. Sie blieb jedoch nicht bei ihm stehen, sondern schritt weiter zu einem der beiden Sessel, wo sie sich niederließ. Mit herrischer Geste - kein bisschen einladend, sondern fordernd also - deutete sie auf den zweiten Sessel. Darak sollte sich setzen. "Was hast du noch zu sagen?"

Darak gab seine Erfahrungen zum Besten. Als er aber bekannt gab, dass die Frauen in den Händen von Sklaventreibern ob ihrer Unversehrtheit als Ware wenig zu befürchten hatten, lachte die Amazone hell auf. Eigentlich hatte sie eine recht schöne Stimme, wenn man davon absah, welche Worte sie mit dieser Stimme gegenüber Darak von sich gab.
"Du hast wohl nur die edelsten Sklaventreiber kennen gelernt, was?", schnarrte sie ihm entgegen. Sie wusste es natürlich besser, aber auch nur, weil Xytras die schlimmsten Schicksale aufgesammelt hatte, die man außerhalb ihrer Stadt finden konnte. Frauen, deren Qualität Sklaventreibern egal war. Blaue Flecken, entrissene Unschuld und zerstörte Seelen ... aber Darak hatte ja nur von körperlichem Leid gesprochen.
Sie hörte ihm weiter zu, musterte ihn dabei genau. Sie versuchte, in seinen Augen, seiner Haltung und Mimik zu lesen. Wieviel von dem, was das Männchen ihr erzählte, hatte er selbst schon erlebt? Sprach er aus eigener Erfahrung? Wieviele Frauen hatte er körperlich nichts, seelisch aber alles angetan, für ein paar Fuchsmünzen oder Lysanthemer? Drachmen konnte man nicht einmal im Frauenhandel erwarten.

"Was sollen meine Mädchen machen, wenn sie an ein Männchen wie dich geraten?", fragte Constanze plötzlich. "An einen, der die Tricks kennt und weiß, welche Fehler gemacht werden können? Jemand, der aufpasst. Nein, warte." Sie erhob sich plötzlich. "Das bisherige Wissen reicht für eine erste Lektion aus. Ich lasse gleich eine Amazone kommen. Sie wird dich abholen und zum Strand hinunter bringen. Bald werden eine Gruppe Jung-Amazonen und ich dort auftauchen. Du wirst uns angreifen. Versuche, so viele Frauen wie möglich in deine Gewalt zu bekommen. Verhalte dich wie ein typischer Sklaventreiber. Ich will sehen, wie meine Mädchen sich wehren und wer dir entkommen kann. Und ich will sehen, was du mit ihnen anstellst. Nimm also auch mich gefangen. Ich werde die einzige Frau sein, die sich nicht wehrt, denn ich werde beobachten."

Constanze ließ Darak wenig Zeit, auf ihre Anweisungen zu reagieren. Die Hauptfrau verließ den Raum mit so schnellen Schritten, dass ihr Haar sich bei jedem Schritt aufbauschte. Schon war sie verschwunden und Darak blieb eine ganze Weile allein zurück. Er hätte jetzt fliehen können. Er hätte ihr Gift in den Met mischen können. Aber für jegliche Komplikation hätte man ihm wohl eine Horde Frauen auf den Hals gehetzt.
"He, du!" Eine leicht kratzige Stimme erfüllte die Halle. In der Tür stand eine Frau älteren Jahrgangs. Ihr Haar barg sie unter einer Haube, aber vermutlich war es grau oder weiß. Die Runzeln in ihrem eingefallenen Gesicht, sowie der leichte Buckel, den sie machte, ließen auf ihr Alter schließen. Sie trug ein einfaches Leinenkleid und eine Kochschürze. In einer Hand ruhte noch ein hölzerner Kochlöffel. Sie erinnerte an eine freundliche Hausfrau und ihre von Krähenfüßen umrahmten Augen strahlten auch keinerlei Männergroll aus. Als sich die Alte auf Darak zu bewegte, klackerten ihre Schuhe. Sie trug Holzpantoffeln. "Ich soll dich an den Strand begleiten, Jüngelchen", meinte die alte Dame und zeigte mit ihrem Löffel auf eine zweite Tür, die vermutlich an anderer Stelle aus der Burg hinaus führte.
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 16. Januar 2010, 14:06

Schon früher in Sarma hatten sich viele Sklaventreiberkollegen über Daraks Alkoholabstinenz gewundert. Er selbst hatte seinen nicht Konsum immer damit begründet dass ein besoffener Sklaventreiber ein lausiger war. Er war ein verfechter des Rausches weil unter dem Rausch viele Fehler begannen wurden. Fleischeslust konnte dann nicht mehr kontrolliert werden oder aber auch eine gewisse Trägheit im Kopf machte einen Sklaventreiber nicht selten reaktionsschwach und patzig. Manche munkelten jedoch hinter Daraks Rücken den wahren Grund seines Verzichts zu kennen – er vertrug das brennende Nass einfach nicht und war schneller Betrunken als ein Mädchen. Wer sowas in Daraks Anwesenheit verlauten liess hatte dies nicht selten mit der eigenen Zungenspitze bezahlt.

[/i] "Wir Amazonen mögen reich an Selbstbewusstsein und Emanzipation sein. Wir können kämpfen ebenso gut wie wir kochen und Wäche waschen können. Aber wir sind kein Königinnen oder Drachenweibchen, die sich auf ihren angesammelten Schätzen ausruhen.“[/i] Darak blickte auf. Das leuchtete ein, wenn sie das Geld gehabt hätten um ihre Schwestern freizukaufen hätten sie es wohl schon längstens getan. “ Wir werden die wenigsten Frauen von Sklaventreibern durch Bestechungsgelder loskaufen können." „Mhmm… ausser ihr behaltet das Geld und die Schwestern.“ Er blickte Constanze lange an, holte dann tief Luft. „Bezahlt sie, lockt sie in einen Hinterhalt, tötet sie oder nehmt sie gefangen und raubt ihnen das Geld wieder. Sowas ist selbst eine Taktik die Sklaventreiber untereinander verüben um sich gegenseitig die Ware abzuluchsen. Sie geben sich als vermeintliche Käufer aus und versklaven dann sogar die Konkurrenten.“

Das Sklavertreibertum schien eine sehr düstere Handelszunft zu sein…
Darak hielt inne und spannte sich unbewusst an als Constanze auf ihn zu trat. Er atmete erst aus als sie an ihm vorbeigeschritten war und sich auf einem Sessel niedergelassen hatte. Er folgte ihrem schweigenden Befehl und setzte sich zu ihr. Er erzählte ihr einiges über seine eigenen Tricks und Kniffs.

"Du hast wohl nur die edelsten Sklaventreiber kennen gelernt, was?" „Ich war der Anführer meiner Truppe. Ich kenne Hauptsächlich meine eigene Ansicht…“ Er seufzte. „Ja… es ist wahr manche unter ihnen scheren sich einen Dreck um die Frauen und um den Preis den sie erzielen könnten wenn sie besser aufpassen würden… Jene Sklaventreiber machen dies nicht des Geldes Wegen sondern aus ihrem eigenen kranken Sadismus heraus.“

"Was sollen meine Mädchen machen, wenn sie an ein Männchen wie dich geraten? " Darak biss sich auf die Lippen und blickte zu Constanze aus. Sie mochte wohl erkennen dass er eine Antwort parat hatte. Doch er schwieg. “An einen, der die Tricks kennt und weiß, welche Fehler gemacht werden können? Jemand, der aufpasst. Nein, warte."

Er blickte ihr fragend entgegen.

"Das bisherige Wissen reicht für eine erste Lektion aus. Ich lasse gleich eine Amazone kommen. Sie wird dich abholen und zum Strand hinunter bringen. Bald werden eine Gruppe Jung-Amazonen und ich dort auftauchen. Du wirst uns angreifen.“ Daraks Augen weiteten sich. „Ich soll wa.s..“ Keuchte er. Er hatte schon lange keine Sklavinnen mehr zusammengetrieben, hatte dieser düsteren Kunst ja schliesslich auch den Rücken gekehrt! Nun soll er wieder zu seinen düsteren Wurzeln zurückkehren und das Anwenden was er eigentlich zu bekämpfen gelobte? Eine schwere Aufgabe auch für ihn. Doch er erkannte dass er so durchaus helfen konnte um den Amazonen eine Ahnung davon zu geben was bei solch einem Überfall geschah. Darak war bei solchen Aktionen natürlich nur selten alleine gewesen doch ihm würde wohl schon was einfallen.
“Versuche, so viele Frauen wie möglich in deine Gewalt zu bekommen. Verhalte dich wie ein typischer Sklaventreiber. Ich will sehen, wie meine Mädchen sich wehren und wer dir entkommen kann.“ Er nickte und merkte dass Amazonen zu Trainieren nicht ungefährlich war, hielten sie ihn nämlich wirklich für einen Sklaventreiber so würden sie sicherlich nicht vor körperlicher Gewalt ihm gegenüber zurückschrecken und auch er… würde sie anwenden müssen. Er schluckte leer.

“Und ich will sehen, was du mit ihnen anstellst. Nimm also auch mich gefangen. Ich werde die einzige Frau sein, die sich nicht wehrt, denn ich werde beobachten." „J..ja….“ Darak klang unsicher. Ihm gefiel das ganze nicht wirklich. Doch er war bereit Constanzes Befehl zu befolgen und die Übung so auszuführen wie sie es wünschte. Benannte Hauptfrau rauschte gerade aus dem Saal und liess Darak allein zurück. Er nutzte die Zeit um sich umzusehen und bewaffnete sich mit einer Peitsche und einem Schwert.

"He, du!"[/i Darak wandte sich eiligst um. „Hallo…“ Hauchte er verunsichert ab der etwas seltsamen Erscheinung der alten Amazone. So wie sie sich ihm gegenüber Verhielt war sie nicht jene Köchin die ihn offenbar von früher kannte – zum Glück. So ganz allein ohne Aufsicht von Constanze oder Lilith oder Alma wäre es ein leichtes Opfer von einem Attentat zu werden.

"Ich soll dich an den Strand begleiten, Jüngelchen" „Ja…gut..“ Hauchte er und folgte ihr durch eine Tür die offenbar ins untere Gewölbe der Festung führte. Vermutlich hatten die Frauen den Fels auf dem die Festung stand untergraben und irgendwo noch einen weiteren Ausgang angelegt.

Schon bald erreichten die beiden den Strand. „Ich brauche Seile.“ Sagte er knapp und sah bereits in der ferne die jungen Amazonen auf ihn zukommen. Darak versteckte sich sogleich hinter einem kleinen Felsbrocken und harrte aus. Sobald die Mädchen nahe genug war würde er sich eines Aussuchen und dieses Anfallen, es in seinen Gewahrsam nehmen und ihr das Schwert an die Kehle halten um die anderen Frauen unter Druck zu setzen ihre Waffen fallen zu lassen und sich zu ergeben. Wenn sie zögerten… würde er wohl oder übel seiner Geisel Schmerzen zufügen müssen…

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Gestalt » Montag 18. Januar 2010, 10:54

Am Strand angekommen verabschiedete sich die alte Amazone mit dem Versprechen, Darak sofort ein paar Seile und Stricke zu holen. Möglicherweise würde Darak seinen Angriff etwas verschieben müssen, wenn er diese Hilfsmittel unbedingt brauchte, denn die Alte war nicht die Schnellste und in der Entfernung entdeckte er bereits die Umrisse humanoider Körper. Das konnten ja nur Constanzes Amazonen sein, die sich da näherten.
Er hörte plötzlich ein stetiges Rufen und chorales Antworten. Constanze drillte ihre Mädchen, forderte alles von ihnen und gab lauthals Befehlsrufe, die die Jung-Amazonen durch ebenso lautes Rufen zu erwidern hatten. Dabei zählten sie stets in einem gleichbleibenden Rhythmus, der den Takt für ihr Tempo vorgab. Constanze jagte die Amazonenschülerinnen über den Strand. Sie liefen barfuß, das verlangte gleich mehr Kraft und Ausdauer von ihnen ab. Der Sand wirbelte sich unter jedem stampfenden Schritt der hübschen Frauen wild auf. Sie sanken nur niedrig in den Untergrund, da sie sich vorwärts bewegten wie Gazellen - nein, wie Raubkatzen! Doch es würde heute Darak sein, der auf die Jagd ging.

Die alte Frau kehrte zurück. "Hier, die Seile." Sie warf sie Darak zu, der sich bereits hinter einige Felsen gekauert hatte, um nicht entdeckt zu werden. Schon verschwand die Alte wieder. Sie suchte sich ihren Weg durch eine kaum erkennbare Felsenhöhle. Durch selbige war sie zuvor auch schon mit Darak gekommen. Im Felsen befanden sich Trittstufen, die wendeltreppenartig bis zu einem Eisengitter im Boden führten. Von dort gelangte man ungesehen in die Amazonenburg, und zwar in einen noch einmal speziell abgesperrten Kellerbereich.
Unbefugten würde es also trotz dem Geheimweges nicht leicht fallen, in die Festung der Frauen einzudringen, zumal die Tür zum Keller immer von mindestens 3 Frauen bewacht wurden. Und die nahmen ihre Aufgabe ernster als ein pelgarischer Stadtwächter, der bei Ruhe gern einmal die Karten oder den Würfelbecher zückte.

Zurück zum Strand. Darak lag auf der Lauer, respektive er hockte. Hinter dem Felsen war er sicher. Die Mädchen näherten sich. Constanze schien zu ahnen, wo sich das Männchen versteckte, obgleich sie bezüglich dieser wichtigen Tatsache nichts mit Darak geplant hatte. Aber die Felsen boten zu gute Verstecke, als dass ein geplanter Angreifer sie nicht ausnutzen würde.
Constanze trieb die Frauen also auf die großen Steine und Klippen zu. "Schneller und nicht unaufmerksam werden!", rief sie. Dies sollte die einzige und letzte Warnung an ihre Jung-Amazonen sein. Wenn sie schon jenen Punkt der Lektion nicht beherzigten, dann mussten sie noch eine Menge lernen.

Schließlich rannten drei der insgesamt mindestens 12 jungen Frauen dicht genug an Daraks Versteck vorbei, dass dieser einschreiten konnte. Eine geschmeidige Brünette mit durchtrainierten Arm- und Beinmuskeln würde gleich ihre nächste Runde drehen und dicht am Felsen vorbei laufen. Sie sollte Daraks Opfer werden. Der Gehörnte sah vor, sie zu packen und mithilfe seines Schwertes zur Geisel zu nehmen.
Der Plan setzte sich zu Anfang erfolgreich in die Tat um. Plötzlich schrie die junge Frau auf, aber schon im nächsten Moment erstarrte sie. Einen Mann am Strand, noch dazu bewaffnet, hatte sie nicht erwartet. Constanze rief ihre Schülerinnen zusammen. "Vorsicht, Vorsicht! Er ist bewaffnet! Mädchen, geht kein Risiko ein!" Dann zog sie sich etwas zurück. Sollten ihre Amazonen lernen wie man mit einem Männchen umgehen musste. Diplomatie nützte hier bekanntlich wenig. Einige der Frauen waren sich dessen auch bewusst.

"Lass sie sofort frei, Elender!", drohte ein Vollweib, deren Arme dick wie Nudelhölzer waren. Sie starrte ihn grimmig an, bereit, sich jederzeit auf Darak zu stürzen. Eine andere, direkt neben der Sprecherin hob vermittelnd die Arme und fragte: "Es gibt doch sicher eine Lösung für das Problem. Lasst es nicht blutig enden, Fremder." Die Mädchen waren derart geschockt von Daraks Überraschungsangriff, dass sie ihn nicht einmal als jenen Kerl erkannten, der kurz zuvor noch im Burghof gegen die Amazone mit den Axthaaren angetreten war.
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 20. Januar 2010, 11:41

Daraks Herz pochte wild gegen seine Brust. Er wusste genau dass dies nicht unbedingt Frauen waren die einfach das Weite suchten falls er die Kontrolle über sie verlieren würde sondern wohl zum Frontalangriff übergingen. Er musste also vorsichtig sein und durfte sie keinesfalls unterschätzen. So ging er auch kein grösseres Risiko ein und bedrohte die Brünette in seinen Armen mit der Klinge. Er trat mit ihr ein paar Schritte zurück und funkelte die Frauen düster an.
"Lass sie sofort frei, Elender!", „RUHE!“ Schnaubte er. „DU bist nicht in der Position zu sprechen wenn dir etwas daran liegt dass ihr Kopf…“ Er riss den Kopf der Brünette leicht zur Seite um ihre Kehle offen zu legen. „Noch auf dem Hals verweilen soll!“ Unheimlich ruhig blickte er zu der anderen Amazone hin. Man sah ihm an dass er ein Erfahrener Kerl war und sowas wohl nicht zum ersten mal machte. Er warf jener Frau die offenbar verhandeln wollte die Seile hin. „Ihr… alle ausser die kleine da auf den Boden und Hände auf den Rücken! Für jede welche zögert kostet es eurer Schwester einen Finger also macht schnell!“
Daraks Taktik war einfach aber effizient. Schnelle kurze Befehle würden den Amazonen wenig Zeit zum reagieren geben. „Du da… fessle sie mit einem Doppelknoten aber ein bisschen plötzlich!“ Er hielt seine Geisel fest im Griff. Er wollte sie nicht ernsthaft verletzen, dennoch musste er Grob genug mit ihr umspringen damit die Amazonen auch von seinen bösen Absichten überzeugt blieben.

„KOPF IN DEN SAND! LOS!“ Brüllte er den Frauen zu und hielt sich immer gut ein paar Schritten von den Frauen entfernt um weder Opfer eines Schlages noch eines Sandwurfes zu werden.

„In den Felsen halten sich meine Kameraden versteckt. Ihre Bögen treffen euch schneller als ihr Schreien könnt..ha.haha..“ Darak packte nach dem Arm seines Opfers und drückte ihn an ihren Bauch, ausserdem stand er ziemlich breitbeinig da damit sie bei einem allfälligen Tritt wohl daneben treten würde.
Die Frage war nur…wann würde die Übung beendet sein. Darak schielte zu Constanze hin, erhoffte sich ein Zeichen von ihr.

Schliesslich war es für die Mädchen, aber besonders für seine Geisel doch eine ziemliche psychische Belastung denen sie hier ausgesetzt wurden. Er wollte ja niemanden traumatisieren.

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. Januar 2010, 10:37

Woher war dieser Kerl gekommen? Die Amazonen starrten ihn an. Einige legten bereits die Finger an ihre Schwerter, doch keine sah sich in der Lage, die Waffe zu ziehen. Dieser Mann hatte sich eine Geisel genommen. Und jetzt flackerte Erkennen in einigen wenigen Augen auf. Das war derselbe Kerl, der in der Burg gekämpft hatte! Er hatte sie verraten, natürlich. Keinem Männchen war zu trauen! Selbst Constanze schien auf ihn hereingefallen zu sein.
Amazonen suchten ihren Blick, aber die Hauptfrau stand mit verschränkten Armen da, den Blick auf Darak und seine Geisel gerichtet. Es sah so aus, als wollte sie ihm mit schweigender Härte entgegen treten. Keine ihrer Schülerinnen ahnte, dass Hauptfrau Constanze nur darauf wartete zu sehen, wie ihre Schützlinge reagierten.

Eine Amazone handelte. Sie versuchte es wenigstens und stellte Forderungen. "DU bist nicht in der Position zu sprechen, wenn dir etwas daran liegt, dass ihr Kopf noch auf dem Hals verweilen soll!" Die Amazone trat sofort einen halben Schritt zurück. Verzweifelte Wut stand ihr ins Gesicht geschrieben und ihre zu Fäusten geballten Hände zitterten vor Sorge um die Schwester.
Eine andere Amazone hatte aufgeschrien. Sie starrte Darak entsetzt an. Sie war furchtbar bleich, aber darauf konnte jetzt niemand Rücksicht nehmen. Bei einem richtigen Angriff hätte dies auch keiner getan. Leider war es genau jene Amazone, die sich Darak aussuchte, um stehenzubleiben. Alle anderen sollten sich hinlegen und die Hände im Rücken falten - jeder war klar, dass dies bedeutete, dass man sie fesseln würde.
"Für jede, welche zögert, kostet es eurer Schwester einen Finger, also macht schnell!" Die Frauen gehorchten, legten sich in den Sand. Keine zögerte. Sie hielten in Zeiten der Not besser zusammen als eine Armee ausgebildeter Soldaten. Allerdings hätten sie viel eher gemeinsam angreifen sollen. Constanze legte sich ebenfalls in den Sand, beobachtete aber ihre Mädchen. Es waren so viele. Mit Leichtigkeit hätten sie Darak überwältigen können, ehe ihre Schwester auch nur einen Kratzer abbekommen hätte. Diese jungen Dinger mussten noch viel lernen.

Sie würden lernen, sie waren jung. Man konnte ihnen noch viel beibringen. Aber ihr Alter sollte auch ihre Schwäche sein. Wie viele aus der Gruppe waren Frauen, die Xytras aus männlichen Fängen befreit hatten? Mindestens drei der im Sand liegenden Mädchen wimmerten. Eine weinte sogar, aber noch immer gab Constanze kein Zeichen zum Abbruch des simlutierten Überfalls.
Die Amazone, welche als einzige stehen geblieben war, hatte Seile von Darak erhalten. Sie begann, ihre Schwestern nacheinander zu fesseln. Das ging nicht sehr schnell, denn ihre Finger zitterten und wollten nicht einmal einen einfachen Knoten zustande bringen, geschweige denn einen Doppelknoten.
"In den Felsen halten sich meine Kameraden versteckt. Ihre Bögen treffen euch schneller als ihr Schreien könnt ... hahaha..." Kein Bogen traf, als sie schrie. Keine weiteren Männer sprangen hinter den Steinen hervor. Aber die bleiche Amazone bemerkte es nicht. Daraks Worte hatten ausgereicht, sie in Panik zu versetzen. Anstatt ihre Schwestern weiter zu fesseln, wie er es verlangte, stieß sie einen furchtsamen Schrei aus. "NEIN! Ich will nicht nochmal dahin zurück! Neeeeeiiiiinnn, vergewaltigt mich nicht!" Wenn man sie vorher als bleich bezeichnet hatte, so war jetzt jegliche Farbe aus ihrem Körper gewichen. Kreideweiß schimmerte ihre Haut und sie verdrehte die Augen. Dann brach die Jung-Amazone zusammen. Alle anderen, einschließlich der Geisel, starrten sie an. Einige riefen ihren Namen.
"Maria, was hast du denn?" "Alles in Ordnung, Maria?"

Constanze erhob sich. Wie gut, dass sie noch nicht gefesselt gewesen war, sonst hätte sich das als äußerst schwierig gestaltet. Soeben wollte sie die Aktion abbrechen. Dass die Mädchen Angst bekamen, war mit eingeplant, nicht aber, dass eine von ihnen einen absoluten Nervenzusammenbruch erlitt.
Doch ihre Regung hatte ganz andere Reaktionen zur Folge. All jene, denen Maria noch nicht die Hände gebunden hatte, sprangen wie Raubkatzen aus dem Sand und stürzten sich auf Darak. Sie achteten nicht auf die Geisel. Sie achteten nicht auf ihn. Sie waren erfüllt von der Wut, welchen Schaden er Maria angetan hatte. Fäuste trafen gegen den Helm und auch gegen Daraks Gesicht. Er erlebte eine amazonische Prügelattacke sondersgleichen - bis Constanze dem Einhalt gebot.
"GENUG, MÄDCHEN! Es war inszeniert! Lasst ab von ihm. Er ist auf unserer Seite und unstand meinen Befehlen!" Erst jetzt zogen sich die Frauen zurück, rissen aber auch die Geisel aus Daraks Fängen. Sie traten alle mit skeptischen Blicken bis zu Maria zurück und ließen sich dort auf die Knie fallen. Viele erlebten jetzt einen Schockzustand. Nun brach es heraus. Zwei Frauen zogen sich die bewusstlose Maria in die Arme, hielten sie und weinten. Andere zitterten. Viele waren blass.

Constanze trat vor ihre Schülerinnen. "Wäre es echt gewesen, wäre Glinna", sie schaute die Geisel direkt an, "von dem Sklaventreiber umgebracht worden und mit ihr wären etwa die Hälfte von euch ebenfalls drauf gegangen. Den Rest hätte das Männchen mit weiteren Gaunern überwältigt und fortgebracht. Vielleicht nach Sarma zum Verkauf, vielleicht in die eigenen Verstecke zum persönlichen Vergnügen. Ich hoffe, ihr habt daraus gelernt, keinem Männchen zu trauen, nicht einmal in der eigenen Heimat." Sie wandte den Kopf ab und schaute Darak an. Sie sagte nichts weiter. Ihn nahm sie aus ihrem Rat nicht aus. Constanze würde es vor ihren Frauen nicht zugeben, aber ihr hatte Darak ebenfalls einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Dadurch, dass sie die Hände hinter dem Rücken ineinander gelegt hielt, verhinderte sie, dass man das Zittern sah.
"Geht es dir gut, Männchen?", fragte Constanze beiläufig.


Daraks Lebensenergie sinkt um 8% aufgrund der Amazonen-Attacken
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 26. Januar 2010, 19:17

Darak war angespannt. Er war es sich doch nicht mehr gewohnt Frauen zu entführen. Doch er gab sich alle Mühe und legte eine durchaus überzeugende Darbietung hin. Zu überzeugend offenbar, denn wer hätte damit rechnen können dass eine der Mädchen völlig durchdrehte und in blinder Panik begann wirr herumzuschreien?

Darak starrte dem Mädchen perplex entgegen welches aufschrie und irgendetwas von Vergewaltigung krächzte. Er hielt inne, bewegte sich nicht als die junge Frau zusammenbrach und unsanft in den Sand krachte. Hilfesuchend sah er zu Constanze hin die zum Glück endlich reagierte und aufstand. Der Gehörnte griff nicht ein, für ihn war klar dass die Übung hiermit bestimmt beendet war. Sowas war nicht vorgesehen gewesen und die junge Frau bedurfte der Hilfe.

Plötzlich aber stürmten die restlichen noch nicht gefesselten Amazonen auf ihn los. Darak konnte sich ja nicht wirklich wehren, jeglicher Schlag gegen die Frauen hätte wohl zu einer sofortigen Attacke seitens Constanze geführt. Noch immer trug er schliesslich das Halsband welches ihn schneller töten konnte als ihm geheuer war. „ARHGH! SCHEISSE!“ Schnaubte er als die Frauen begannen auf ihn einzuprügeln. Darak gab sein Bestes den Schlägen einigermassen mit Abwehrbewegungen abzudämpfen. Einiges davon übernahm sein Helm an dem die Fäuste schmerzlich abprallten. Andere Schläge und Hiebe jedoch trafen ihr Ziel. Er spürte nur noch einen harten Kinnhacken der nicht sein Kinn traf wie vermutlich vorgesehen, sondern seine Nase. „ARUHGHGH!“ Krächzte er auf und taumelte benommen einige Schritte zurück.

So war es für die Amazonen ein leichtes ihre Freundinnen aus Darak Fängen zu befreien. Jetzt würden sie wohl ihre Waffen ziehen und ihn hinrichten… ja…freilich dass hätten sie getan wenn Constanze nicht eingegriffen hätte.

Die Frauen zogen sich nach ihrem Ruf zurück. Darak hielt sich die Nase und drückte sie zusammen um dem Schmerz entgegen zu wirken – und der leichten Blutung die er davongetragen hatte. Immerhin hatte er keinen Tritt in seine eh schon angeschlagenen Kronjuwelen gekriegt. Das Glück war ihm heute hold. Er blickte in die Menge und sah das Unheil welches er angerichtet hatte.

Vielen Frauen stand noch immer der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Sie mussten in ihrem Leben schon ähnliches erlitten haben, mit schrecklichen Folgen die ihnen angesichts ihrer inszenierten Bedrohung wieder ins Bewusstsein gekommen waren und sie lähmten. Sie bestürzten. Sie taten ihm leid. Wie viele solcher Fraue hatte er produziert? Viele! Zu viele!

"Wäre es echt gewesen, wäre Glinna von dem Sklaventreiber umgebracht worden und mit ihr wären etwa die Hälfte von euch ebenfalls drauf gegangen. Den Rest hätte das Männchen mit weiteren Gaunern überwältigt und fortgebracht.“

Darak seufzte und nickte. „Verhandelt nie… wehrt euch, es ist vielleicht die einzige Chance die ihr habt.“ Ergänzte er Constanze schwieg aber gleich wieder nachdem sie ihm mahnend entgegen blickte. Er sollte sie wohl nicht unterbrechen wenn sie mit ihren Mädchen sprach.

“Vielleicht nach Sarma zum Verkauf, vielleicht in die eigenen Verstecke zum persönlichen Vergnügen. Ich hoffe, ihr habt daraus gelernt, keinem Männchen zu trauen, nicht einmal in der eigenen Heimat." Vermutlich beides Dachte Darak erst doch dann horchte er auf. Der letzte Satz der Hauptfrau war beunruhigend. Er musterte sie nachdenklich.
"Geht es dir gut, Männchen?“ „Ja…nur etwas Nasenbluten…geht gleich weg…“ Antwortete er knapp und lief auf sie zu. Er musterte sie verunsichert. Würde sie sich ihm nun doch noch entledigen wollen?

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Erzähler » Freitag 29. Januar 2010, 09:04

Hauptfrau Constanze klatschte in die Hände. Die Frauen, die alle immer noch sehr blass wirkten, richteten ihre Blicke auf sie. Es herrschte eine drückende Stimmung, nicht nur weil eine von ihnen zusammengebrochen war - zwei Jung-Amazonen trugen die Bewusstlose bereits zur Burg zurück -, sondern auch weil die Standpauke ihrer Lehrmeisterin berechtigt war. Die Frauen hatten gezögert. Sie hatten diplomatisch versucht, einen Kompromiss auszuhandeln und das war ihr Fehler gewesen.
"Eigentlich solltet ihr es fast alle besser wissen. Esmeralda und Arlena mache ich keine Vorwürfe. Ihr tragt leichte Schicksale im Gegensatz zu den anderen und konntet nicht wissen, wie hart das Leben sein kann. Betet zu euren Göttinnen und seid dankbar dafür. Doch die anderen ... wie oft habt ihr es schon auf diesem Weg versucht?"
Constanze schritt an ihren Schülerinnen vorbei. Keine erwiderte ihren Blick, wenn sie ihn direkt auf sie richtete. Köpfe senkten sich und Augen starrten verlegen in den Sand. Manche Wangen röteten sich sogar vor Scham. Doch das nützte nichts, jetzt musste sich die Gruppe Jung-Amazonen diesen Vortrag anhören.
"Wie oft habt ihr ein Männchen gebeten aufzuhören, die Finger von euch zu lassen oder eure Schwestern nicht mehr zu schlagen? Wie oft haben sie Euren Bitten Folge geleistet? Ich könnte es an einer fingerlosen Hand abzählen!" Sie klatschte erneut, um ihre Worte zu unterstreichen. Nicht wenige zuckten dabei zusammen. "Bei diesen bastardischen Dreibeinen nützen nicht einmal Forderungen. Da hilft leider nur die blanke Klinge oder ein gut gezielter Faustschlag!" Die Stimme der Hauptfrau wurde etwas weicher. "Und Zusammenarbeit. Ihr habt gesehen, dass ihr ihn überwältigen könnt, wenn ihr zusammen haltet. Seid eine Gemeinschaft, dann hat kein Mann Celcias eine Chance gegen euch. Mit Nudelholz und Schwert!"
"Mit Nudelholz und Schwert!", wiederholten die Frauen und rissen ihre Fäuste in die Höhe. Constanze nickte und winkte sie mit dem Kopf und ein paar knappen Worten zurück zur Burg. Die Mädchen eilten im Dauerlauf durch den Sand.

Endlich wandte sich Constanze auch Darak zu. Ihm ging es soweit gut, kein Gliedmaß war gebrochen, nicht einmal die Nase - auch wenn diese höllisch brannte. Blut lief aus beiden Nasenlöchern und hatte sich schon bis zum Kinn vorgearbeitet, aber wie Darak bereits erwähnte: Es ging gleich weg.
Trotzdem zückte Constanze ein Taschentuch und reichte es ihm. "Den Kopf nach vorn beugen", gab sie ihm zugleich einen Ratschlag. "Die meisten glauben, Nasenbluten lässt sich dadurch verhindern, dass man den Kopf in den Nacken legt, aber das Gegenteil ist der Fall."
Das Taschentuch war weich mit einem bestickten Rand. In einer Ecke fanden sich sogar Initialen. "C & L", wofür das stehen mochte? Eigentlich war es nicht schwer, zu erraten.

"Wir sollten auch zur Burg zurück." Constanze wählte den Weg, den Darak vorher hinunter zum Strand genommen hatte. Vorher sammelte sie aber noch die Seile und Stricke ein, die er zum Fesseln gebraucht hatte. Hier wurde nichts verschwendet oder achtlos liegen gelassen.
Auf dem Weg zurück hinter schützende Mauern meinte die Amazone: "Die jungen Mädchen sind noch nicht lange genug unsere Schwestern, um sie einer solchen Übung auszusetzen. Es war zu früh, das nehme ich auf meine Kappe. Aber vielleicht versuchen wir es demnächst noch einmal bei den älteren Jahrgängen." Sie warf einen Blick zurück über die Schulter. "Jetzt würde ich dich lieber bei unserem geistigen Unterricht einsetzen. In einem der Klassenräume, komm mit."

Constanze gab Darak wenig Gelegenheit, sich von der Attacke der Frauen zu erholen, aber er selbst hatte ja behauptet, es ginge ihm soweit gut. Sie führte ihn wieder in die Burg, suchte die öffentlichen Wege. Es gab geheime und kürzere Möglichkeiten ein Ziel zu erreichen, aber die Amazone hielt sich an ihre eigenen Worte: Traue keinem Männchen, nicht einmal in der eigenen Heimat. Darak würde nicht die Geheimwege der Amazonenburg kennen lernen. Sollte er sich doch noch als Verräter entpuppen, der zu seinesgleichen zurück kehrte, könnte dieses Wissen den Frauen teuer zu stehen kommen. So ging Constanze die längeren, aber eindeutig sichtbaren Wege mit ihm bis in einen Gang, der zu beiden Seiten mit Türen gesäumt waren. Von den Räumlichkeiten dahinter waren die gedämpften Stimmen von anderen Lehrerinnen zu hören. Es wurde Unterricht gehalten.
Constanze warf einen Blick durch ein Fenster. Sie brummte leise. "Wir verspäten uns, aber daran ist jetzt nichts mehr zu ändern." Schon drehte sie den Knauf einer der Türen zu ihrer rechten und trat ein.

Sie und der ihr folgende Darak betraten einen Unterrichtsraum der klassischen Art. Mehrere Tische reihten sich ordentlich hintereinander auf. Frauen saßen daran, Pergament und Feder bereit haltend. Einige hatten in Constanzes Abwesenheit die Zeit genutzt, um zu Stricken. Jetzt legten sie ihre Wollerzeugnisse fort und suchten nach ihren Unterlagen. Leises Rascheln erfüllte den Raum.
Vorn gab es neben einem Rednerpult auch einen Schreibtisch für die Lehrerin. Dahinter ragte eine gewaltige Schiefertafel auf. Sie war ordentlich geputzt, Kreide lag bereit. Neben der Tafel fanden sich ein voller Wassereimer und ein Schwamm. Die Vorhänge der Fensterreihe auf einer Seite waren zurück gezogen. Ein klassischer Unterrichtsraum, in dem man merkte, dass keine frechen Jungen zu den Schülern zählten.

"Guten Morgen, Mädchen!" Die Frauen erwiderten Constanzes Gruß, indem sie von ihren Plätzen aufstanden und ebenfalls einen guten Morgen wünschten. Dann setzten sie sich wieder, doch sofort schnellten mehrere Hände nach oben. Constanze nahm eine der Schülerinnen dran.
"Was macht Liliths Hausmännchen bei uns, Hoheschwester?" Dies war wohl der Ausdruck für eine lehrende Amazone, um ihr Respekt zu zollen. Constanze winkte Darak heran. "Er wird euch ein wenig über die Männerwelt erzählen. Wer wüsste dort besser Bescheid als ein Männlein? Stell dich vor, Darak und dann erzähle meinen Mädchen ein paar Dinge, die sie unbedingt von euch wissen sollten."
Constanze zeigte zum Rednerpult und ließ sich dann auf dem schweren Stuhl hinter ihrem Schreibtisch nieder.
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 29. Januar 2010, 11:24

Darak stand schweigend hinter Constanze rum und beobachtete die Hauptfrau dabei wie sie ihre Schülerinnen zusammenstauchte. Selbst er reagierte auf ihre Worte beklemmt. Es war schon sehr krass wie die Amazone nur die dunkelsten Vertreter der männlichen Gattung als Beispiel nahm. Wie vielen liebevollen Vätern, Ehegatten, Freunden und rechtschaffenden Bürgern tat sie mit ihren Worten unrecht! Nicht alle waren so wie jene welche Constanze so lebendig beschrieb.

"Wie oft habt ihr ein Männchen gebeten aufzuhören, die Finger von euch zu lassen oder eure Schwestern nicht mehr zu schlagen?“ Der Gehörnte schluckte leer. Ihm wurde ganz flau zumute. Er hatte einiges dazu beigetragen dass die Amazonen Männer so hassten. Er war auch einer von jenen gewesen der geschlagen und gefoltert hat. Er gehörte sogar zu einer der schlimmsten Abarten. Mädchentöter. Kindsmörder. Er wurde blass im Gesicht, einzig seine Nase glühte rot.

“ Wie oft haben sie Euren Bitten Folge geleistet? Ich könnte es an einer fingerlosen Hand abzählen!" Er senkte den Blick. Stand etwas verloren da.
"Bei diesen bastardischen Dreibeinen nützen nicht einmal Forderungen. Da hilft leider nur die blanke Klinge oder ein gut gezielter Faustschlag!" Er blickte auf. Wenn dies schon in den ersten Jahrgängen gelebt wurde lebte er aber deutlich gefährlich hier auf der Insel. Schliesslich wäre es doch sehr prophylaktisch gedacht wenn sie ihn bereits unschädlich machten bevor er überhaupt noch auf die Idee kommen würde irgendwas auszuhecken.

Darak Luthrokar hatte genug Zeit in seinem Leben damit verbracht verfolgt zu werden, nun er wurde es ja teilweise heute noch für einige Delikte für welche er nie belangt worden war. Dass sich dadurch eine grundlegende Neigung zur Paranoia entwickelt hatte war durchaus nachvollziehbar. Darak fürchtete hinter jeder Ecke seinen Henker.
Besonders den Amazonen traute er schreckliche Dinge zu. Die „Spende“ sass ihm noch immer tief in den Knochen. Schliesslich war auch dies, eine klare Misshandlung gewesen.
Er spannte sich an als Constanze auf ihn zutrat. Er hatte durchaus gespürt dass sich nach der Übung eine Distanz aufgebaut hatte zwischen ihnen beiden die etwas grösser geworden war als bisher schon.
Er nahm ihr Taschentuch dankend entgegen und drückte es sich an die Nase, beugte brav den Kopf nach vorne und wartete bis die Blutung aufhörte. Dann wischte er sich sein Gesicht sauber und sah bereits wieder ziemlich wiederhergestellt aus.

"Die jungen Mädchen sind noch nicht lange genug unsere Schwestern, um sie einer solchen Übung auszusetzen. Es war zu früh, das nehme ich auf meine Kappe. Aber vielleicht versuchen wir es demnächst noch einmal bei den älteren Jahrgängen." Darak nickte nur. Würde Constanze die Übung auch dann rechtzeitig abbrechen wenn ER ihn Gefahr geriet? Irgendwie vertraute er ihr in dieser Hinsicht nicht ganz.
"Jetzt würde ich dich lieber bei unserem geistigen Unterricht einsetzen. In einem der Klassenräume, komm mit." „Geistigen Unterricht?“ Darak verstand nicht recht würde es aber gleich selber merken um was es ging. Er folgte der Hauptfrau brav den Wegen entlang in die Burg und schliesslich auch ins Klassenzimmer. Wie lange hatte er kein Studienzimmer mehr betreten? Zuletzt vermutlich damals beim Orden.
Als er den Raum betrat spürte er sofort sämtliche Blicke auf sich gerichtet. Es war keine wohlwollende Neugierde die ihm da entgegenwehte. Verunsichert trat er ans Pult und hoffte dass er nichts zu tun hatte. Aber diese Hoffnung währte nur kurz. Unliebsam wurde er sich seines Halsbandes wieder bewusst. Ein deutliches Zeichen dafür dass Constanze ihn dominierte. Ein beklemmendes Gefühl.
"Was macht Liliths Hausmännchen bei uns, Hoheschwester?" JA genau das fragte er sich auch! Er blickte zu Constanze hin die prompt antwortete. Er sollte etwas über die Männerwelt erzählen. Einfach so. Spontan. Er trat ans Rednerpult, war sichtlich nervös. Er guckte in die Menge.

„äh…“ Brachte er mühsam heraus. „Nun… mein Name ist Darak Luthrokar. Ich…äh…war mal Mönch.“ Ein Umstand welcher wohl nicht mal Constanze von ihm gewusst hatte. „Und wurde dann wegen eines Totschlags… verurteilt und für 15 Jahre weggesperrt… in den Minen Pelgars…und…dann…wurde ich Sklaventreiber und Foltermeister.“ Mit jedem Satz verspielte er sich wohl noch weitere der spärlich vorhandenen Sympathiepunkte.

„äh..ja…soviel…zu..mir…“ Er seufzte. „Ich bin ein Kerl jener Gattung Mànner vor denen ihr hier in der Amazonenstadt regelmässig gewarnt und zu deren Abwehr ihr geschult werdet. Ich vertrete jene Männer des Festlandes die Straffällig geworden sind, anderen Menschen leid angetan haben und doch… bin ich und alle anderen Sträflinge nur ein Teil einer ganzen Gesellschaft von Männern.“
Er strich sich über die Stirn. Er war sich nicht sicher ob Constanze wirklich wollte was er nun sagte. „Ihr tut den Männchen aber unrecht wenn ihr sie alle verteufelt! Viele von ihnen sind rechtschaffend! Liebende Väter, Ehemänner, Freunde, Arbeiter und Heiler! Es gibt viele Männer die niemals eine Frau schlagen würden, oder ihr mit bösen Absichten begegnen würden! Verbrecher gibt es, das bestreite ich nicht, doch die gibt es auch unter euch Frauen! Vielleicht sind es mehr Männer die straffällig werden ja, aber nicht alle! Es ist wichtig dass ihr unterscheiden lernt zwischen Freund und Feind. Denn ein Freund könnte in Zeiten der Gefangenschaft eure einzige Chance sein! Nicht selten sind mir in Sarma Sklavinnen abhanden gekommen weil ich von meinen eigenen Dienern beschissen worden war! Manchmal schleusen sich Söldner, Mönche oder andere Hilfewilligen bei Sklaventreiberbanden ein um sie zu sabotieren! Auch diese Seite der Männerwelt gibt es!
Und glaubt nicht sie würden dafür irgend eine sexuelle Gegenleistung erwarten!“

Mit seiner Rede brachte er wohl die Grundlehrsätze der Amazonen gründlich durcheinander.

„Ich habe es am eigenen Leib erfahren was es heisst gefoltert zu werden, in Gefangenschaft zu leben und Misshandelt zu werden, körperlich wie auch seelisch… glaubt nicht dass ich nicht nachvollziehen kann was euch widerfahren ist. Nichts wird euch über diese verlorenen Lebensstunden hinwegtrösten können. Die Gemeinschaft die ihr hier aufgebaut habt ist sicherlich heilend und stützend… aber macht nicht den Fehler und beginnt nach der Vernichtung aller Männchen zu streben.“
Er stockte

„Ich bin hier um Busse zu tun für das was ich getan habe. Ich gebe zu dass ich nicht mal weiss ob sich hier unter euch eines meiner Opfer befindet. Ich erinnere mich kaum an das Gesicht meiner Sklavinnen. Noch weiss ich was aus ihnen geworden ist.“¨
Daraks „Rede“ wurde etwas holperig, er war ja auch unvorbereitet und brabbelte einfach das heraus was ihm gerade als wichtig und erwähnenswert erschien. „Ich…weiss nicht was ich euch erzählen soll. Schauergeschichten über die Männerwelt und wie schlecht sie sein kann kennt ihr ja bereits bestens… äh..was…wollt ihr denn wissen?“

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 31. Januar 2010, 00:11

Die Augenpaare von vierundzwanzig Frauen - Constanze eingeschlossen - ruhten nun auf Darak Luthrokar, der da ein wenig hilflos und verlassen am Rednerpult in einem amazonischen Klassenzimmer stand. Doch ihm gegenüber hockten keine neugierigen, kleinen Mädchen, die man mit einem Märchen von Drachentötern und Prinzessinnen beeindrucken konnte. Dort saßen Frauen, die darauf aus waren, das andere Geschlecht weit von sich fern zu halten. Und nun mussten sie einem so genannten Dreibein auch noch auf Wunsch ihrer eigenen Lehrerin zuhören. Viele blickten skeptisch, gelangweilt oder mit spöttischer Miene. Was hatte ein Männchen ihnen schon zu sagen? Nun, anfangs nicht viel. Darak tat sich schwer, einen Ansatz zu finden. Daher stellte er sich zunächst einmal selbst vor.
Eine Amazone gähnte gespielt, aber auch Constanze räusperte sich. Als er von seiner Zeit als Mönch erzählte, hatte sie zwar die Stirn gerunzelt und überrascht geschaut, nun jedoch winkte sie all seine Worte beiseite. "Deine Vergangenheit interessiert nicht. Erzähle, was für diese jungen Frauen wirklich wichtig ist."

Constanze hätte sich besser ausdrücken sollen. Ihr Verständnis von der Gewichtung einiger Fakten und Daraks Sicht unterschieden sich. Letzterer wollte den Jung-Amazonen vor allem klar machen, dass nicht alle Männer dieser Welt schlecht waren. Zumindest versuchte er es.
"Es gibt viele Männer, die niemals eine Frau schlagen würden oder ihr mit bösen Absichten begegnen würden!" Darak erntete belustigtes Schnauben. Eine Amazone lachte auf, aber sie alle schenkten dieser Aussage keinen Glauben. War denn hier keine Frau vertreten, die anderes erlebt hatte? Gab es unter den Schülerinnen keine wie Lilith, die sich nach einem nichtamazonischen Leben sehnten und in denen noch der winzige Funken Hoffnung steckte, einen - wenigstens einen - gottverdammten Kerl zu erwischen, der gut zu ihnen sein könnte?

"Verbrecher gibt es, das bestreite ich nicht, doch die gibt es auch unter euch Frauen!" Drei Amazonen fühlten sich entweder angesprochen oder in ihrer Ehre beleidigt. Sie sprangen auf. Eine griff sogar an ihren Gürtel, musste aber zu ihrer Frustration feststellen, dass sie unbewaffnet war. Klingen und Messer gab es für die Schülerinnen nur während des Trainings. Im Klassenraum hatten sie keine Schwertgefechte auszutragen.
"Er will uns bloßstellen!", keifte eine der beiden anderen, die sich von ihrem Platz erhoben hatten. Sie schaute energisch funkelnd zu Constanze hinüber. Die Hauptfrau bemerkte den Blick nicht, denn sie starrte auf Darak. Er wanderte auf schmalem Grat, auf sehr dünnem Eis! Aber vielleicht bekam er noch die Kurve, jetzt, da sich ihm einige Amazonen verbal entgegen stellten. Sie beobachtete.
"Vergleichst du uns etwa mit dem Abschaum des Festlandes? Mit deinesgleichen?! Unter uns gibt es keine Diebinnen!" Die Amazone, die es aussprach, klang verbissen, aber es schwang auch ein wenig Bewusstsein in ihrer Stimme mit, dass sie log. Natürlich besaß Xytras auch seine Gaunerinnen und sicherlich gab es in Celcia noch genug Frauen, die stahlen, sich grundlos prügelten und andere Verbrechen begingen. Einige machten dies beruflich, wie in Sarma in der Diebesgilde. Dort gab es auch Frauen und sie waren angesehen - zumindest mehr als die tänzerischen Sklavinnen der Sultane. Trotzdem empfand diese Amazone es als Beleidigung, dass man ihr Geschlecht mit der Hinterhältigkeit eines Mannes verglich.

Darak ließ sich allerdings nicht einmal von diesen energischen Vertreterinnen der Amazonen aufhalten. Seine Rede hatte gerade erst begonnen und er verließ den sicheren Teil des Eises, um sich auf die extra hauchdünne Schicht zu wagen. "Es ist wichtig, dass ihr unterscheiden lernt zwischen Freund und Feind." Erneutes Schnauben, hinzu gesellten sich jetzt leises Murmeln und Tuscheln. Was bildete sich dieses Männchen überhaupt ein? Er sprach hier grundlegende Faktoren an, auf denen die xytras'sche Denkweise basierte. Er wollte alles auf den Kopf stellen! Die Mädchen waren mit dieser Rede offensichtlich nicht einverstanden.
"Was weiß der schon?", konnte Darak eine sagen hören. "Stellt sich hier hin und behauptet, die Männlein seien nicht alle schlecht. Wo lebt er denn? Bei Manthala hinterm Mond?"
"Ganz genau!", stimmte ihr eine andere zu. Mit verschränkten Armen und vorgerecktem Kinn schaute sie Darak direkt in die Augen. Ihre eigenen ließen erkennen, dass auch sie Schrecken erlebt hatte. Darak konnte darin wohl beinahe denselben Schaden und Schmerz sehen, den er an sich entdeckte, wenn er in einen Spiegel schaute. "Du weißt gar nichts, Männchen!"
Das stimmte nicht und der Gehörnte korrigierte sie.

„Ich habe es am eigenen Leib erfahren was es heisst gefoltert zu werden, in Gefangenschaft zu leben und Misshandelt zu werden, körperlich wie auch seelisch… glaubt nicht dass ich nicht nachvollziehen kann was euch widerfahren ist. Nichts wird euch über diese verlorenen Lebensstunden hinwegtrösten können. Die Gemeinschaft die ihr hier aufgebaut habt ist sicherlich heilend und stützend… aber macht nicht den Fehler und beginnt nach der Vernichtung aller Männchen zu streben.“
"FEHLER?!" "Warum nicht?!" "Ihr habt es verdient, ausgelöscht zu werden!" "Aber vorher sollt ihr leiden, ihr alle, elende Dreibeine!" Wildes Geschnatter und Gekeife erhob sich und in der Kakophonie des Ganzen erklang Constanzes feste Stimme. Endlich sprach auch sie: "Ruhe!" Nun, das war keine besonders befriedigende Reaktion einer Frau, die als Lehrerin der Mädchen selbige auch vertreten sollte. Aber Constanze musste erst einmal wieder etwas Ruhe in den Klassenraum bringen, ehe die Mädchen noch allesamt auf Darak losgingen.

Sie erhob sich und schritt die Länge der Tafel ab, die Hände hinter dem Rücken gefaltet. Constanze wandelte und sprach mit einer Leichtigkeit, die nur jemand besitzen konnte, der schon längere Zeit unterrichtete. Sie hatte Erfahrung darin, Gedanken schnell in Worte zu fassen und daraus Monologe zu formen, aus denen andere lernen konnten.
"Er hat trotz allem nicht ganz Unrecht."
Nun legte sich wahrlich Stille über den gesamten Raum. Einzig das klackernde Geräusch eines Stiftes war zu hören. Er war einem der sprachlosen Mädchen aus der Hand gefallen und kullerte nun über den Holzfußboden. Sie reagierte nicht, sondern starrte nur mit offenem Mund und ungläubigem Blick nach vorn zur Tafel - der Rest der Klasse tat es ihr gleich. Dreiunzwanzig Augenpaare musterten Hauptfrau Constanze.

"Wir können nicht alle Männchen Celcias vernichten, denn das wäre auch unser Ende. Mädchen, denkt ihr denn überhaupt nicht nach? Trotz allen Hasses und Rachedurstes für vergeltende Schläge gegen das grobe, misshandelnde Geschlecht dürfen wir eines nicht vergessen: Göttin Florencia hat in all ihrer Herrlichkeit einen kleinen Fehler gemacht, als sie sich in Phaun verliebte und beide ein Paar wurden. Sie entschied, dass auch die Lebewesen auf Celcia sich vereinen sollen, um Leben zu schaffen. Wir brauchen die Männchen, wenn wir nicht aussterben wollen."
Viele Amazonen senkten ihren Blick. Viele schauten auf die leeren Tischplatten vor sich. Constanze hatte Recht. Darak hatte Recht. Alle Männer durften nicht ausgelöscht werden, sonst würden die Amazonen sich selbst vernichten. "Deshalb gibt es ausgebildete Frauen wie unsere Schwester Lilith Blütentau. Sie opfern sich selbst, um einigermaßen geeignete Männlein zu finden. Männchen mit nicht ganz so ehrlosem Charakter oder jene, die Stärke und Tapferkeit aufweisen können, auf dass unsere Töchter jene Eigenschaften erben. Aber wir Amazonen haben dafür zu sorgen, dass sie niemals auf die Idee kommen wie ihre Erzeuger zu handeln. Wir erziehen unsere Töchter und sie werden stark sein. Eines Tages wird es reichen, dass kein Mann sich uns mehr in den Weg stellt. Wir werden nicht gezwungen sein, sie mit Halsbändern der Züchtigung vor Fehltritten zu schützen oder ihre Methoden anwenden, um uns vor ihnen zu schützen. Wir Amazonen werden uns Respekt verschaffen, dass Celcias Männchen erkennen müssen, dass es für sie leichter sein wird, die Finger von uns zu lassen."
"Aber wir werden nicht mit ihnen zusammen leben müssen?", hakte eine Jung-Amazone nach.
"Vielleicht doch, aber dann wird es eine Zeit geben, in der sie es nicht mehr wagen werden, uns auch nur lüstern anzusehen, wenn wir es nicht wollen!"

Die Frauen applaudierten. Constanzes Rede hatte sie mitgerissen. Aber sie war es eigentlich nicht, die das Interesse der Mädchen hätte wecken sollen. So zeigte sie zu Darak, der vor einer halben Ewigkeit schon erwähnt hatte, dass er für ihre Fragen bereit schien.
"Ihr habt nun die Möglichkeit, mit einem Männchen zu sprechen. Sammelt Informationen, Wissen, Erkenntnisse. Alles, was helfen kann, Celcia für uns besser zu gestalten." Constanze kehrte zu ihrem Schreibtisch zurück. Sie lehnte sich dagegen und schaute erwartungsvoll in die Runde ihrer Schülerinnen. Einige Hände glitten nach oben. Arme streckten sich und die erste Amazone stellte ihre Frage: "Also ... ich will nur eins wissen: Warum quält ihr uns Frauen und Mädchen? Warum unterdrückt ihr uns? Sind wir in euren Augen denn weniger wert?" Man hörte heraus, wie sehr sich diese Jung-Amazone nach einer Antwort sehnte. Sie musste sich schon lange mit einer solchen Frage beschäftigt haben.
Einige Meldungen wurden zurückgenommen. Fragende Gesichter fokussierten Darak. Es gab wohl kaum etwas, das den jungen Frauen tiefer auf der Seele brannte. Würden sie eine Antwort bekommen? Würden sie erfahren, warum die Männer Celcias sie für minderwertig hielten?
Dass sie selbst das Gegenteil glaubten, stand außer Frage. Frauen besaßen viele Argumente, die für ihren Wert sprachen. Umso wichtiger war ihnen, was Darak jetzt sagen würde.
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Darak Luthrokar
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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 31. Januar 2010, 16:17

Darak spürte wie ihm die Kontrolle über die Klasse und über seine Rede entglitt. Als vorübergehender Höhepunkt deutete er die beiden Amazonen die sich wütend erhoben und ihn ankeiften während um sie herum wütendes Gemurmel und Getuschel entstand. "Er will uns bloßstellen!" „Nein…das wäre doch blanker Selbstmord!“ Erwiderte er in einem leichten Anflug von Panik.
"Vergleichst du uns etwa mit dem Abschaum des Festlandes? Mit deinesgleichen?! Unter uns gibt es keine Diebinnen!" „Ach nein? Und was ist mit Cattie der Piratenkönigin? Oder Serana der Bürgermeisterin Santros? Oder aber eine ganze Reihe von Bordelldamen in Sarma? Mallahall di Svanwiss die einem Dämon zur Flucht verholfen hat laut Steckbrief?“

Er schwieg und biss sich auf die Lippen. Er musste aufpassen nicht zu aufbrausend zu werden, er befürchtete nämlich dass so der amazonische Widerstand nur noch stärker wurde.
"Stellt sich hier hin und behauptet, die Männlein seien nicht alle schlecht. Wo lebt er denn? Bei Manthala hinterm Mond?" Verbissen schaute er auf das Rednerpult. Er wusste nicht mehr weiter. Dann begann er das zu offenbaren was er noch zu bieten hatte. Seine eigene d üstere Begegnung mit der vernichtenden Lust gewisser Kerle. Er sprach von Folter, Misshandlung, Vergewaltigung. Seine eigene. Doch das Ende seines Monologs goss offenbar noch mehr Öl ins Feuer.

"FEHLER?!" "Warum nicht?!" "Ihr habt es verdient, ausgelöscht zu werden!" "Aber vorher sollt ihr leiden, ihr alle, elende Dreibeine!" „Dann seit ihr nicht besser als die Herren Sarmas!“ Keifte er ihnen entgegen. Oh es wäre wohl nicht gut ausgegangen wenn nicht endlich Constanze eingeschritten wäre.
Darak verstummte wie auch die Klasse. Alle Augen waren auf Constanze gerichtet. Jene der Frauen waren grösstenteils gefüllt von Hass und der Lust doch gleich mit der Vernichtung DIESES Männchens anzufangen. Andere suchten halt in den Worten ihrer Mentorin. Daraks Blick war undurchsichtig, einerseits resigniert andererseits auch bittend dass wenigstens sie verstand was er hatte sagen wollen.
"Er hat trotz allem nicht ganz Unrecht." Darak atmete hörbar aus und entspannte sich etwas.

"Wir können nicht alle Männchen Celcias vernichten, denn das wäre auch unser Ende. Mädchen, denkt ihr denn überhaupt nicht nach?“ Darak blickte auf und sah Constanze an. Sie wollte aber nicht die Existenz der Männchen nur auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit begründen?! Das konnte sie doch nicht machen! Sie waren doch nicht nur Samenträger!

“Trotz allen Hasses und Rachedurstes für vergeltende Schläge gegen das grobe, misshandelnde Geschlecht dürfen wir eines nicht vergessen: Göttin Florencia hat in all ihrer Herrlichkeit einen kleinen Fehler gemacht, als sie sich in Phaun verliebte und beide ein Paar wurden. Sie entschied, dass auch die Lebewesen auf Celcia sich vereinen sollen, um Leben zu schaffen. Wir brauchen die Männchen, wenn wir nicht aussterben wollen." Darak starrte Constanze an. Sie tat es. Sie reduzierte das gesamte männliche Geschlecht auf einen Bereich ihres Körper der etwa Pflaumengross war. Blanke Fassungslosigkeit machte sich in Daraks Ausdruck breit.

"Deshalb gibt es ausgebildete Frauen wie unsere Schwester Lilith Blütentau. Sie opfern sich selbst, um einigermaßen geeignete Männlein zu finden. Männchen mit nicht ganz so ehrlosem Charakter oder jene, die Stärke und Tapferkeit aufweisen können, auf dass unsere Töchter jene Eigenschaften erben“ Er schluckte leer, musste für einen Moment an seine „Spende“ zurückdenken. Hoffentlich nahmen sie ihn nicht mehr drann, obwohl die Wahrscheinlichkeit dass sie es eben doch taten relativ gross war, schliesslich waren doch ihrer Meinung nach solche Mànnchen wie sie suchten sehr rar und wenn sie dann schon mal eins gefunden hatten…galt es sie wohl auszuquetschen bis zum letzten Tropfen. Darak wurde blass und in seinem Magen machte sich ein flaues Gefühl breit.

“ Aber wir Amazonen haben dafür zu sorgen, dass sie niemals auf die Idee kommen wie ihre Erzeuger zu handeln. Wir erziehen unsere Töchter und sie werden stark sein. Eines Tages wird es reichen, dass kein Mann sich uns mehr in den Weg stellt. Wir werden nicht gezwungen sein, sie mit Halsbändern der Züchtigung vor Fehltritten zu schützen oder ihre Methoden anwenden, um uns vor ihnen zu schützen.“ Darak legte den Kopf schief. Diese Frauen verfolgten eine unglaublich radikale Linie. Selbst wenn ihre Insel so etwas wie auf Kultur schliessen liess waren ihre Ansichten etwa ähnlich barbarisch wie jene des Dunklen Volkes.

“Wir Amazonen werden uns Respekt verschaffen, dass Celcias Männchen erkennen müssen, dass es für sie leichter sein wird, die Finger von uns zu lassen."
Darak wagte keinen Laut mehr von sich zu geben als die Klasse ihrer Meisterin zuapplaudierte. Es war beängstigend was hier gelehrt wurde! Beängstigend für jeden Pflaumenträger Celcias. Amazonen, welche die Weltherrschaft an sich reissen wollten? War dies nicht übetrieben! Würden sie nicht ihrerseits die Mànnchen versklaven?!

"Ihr habt nun die Möglichkeit, mit einem Männchen zu sprechen. Sammelt Informationen, Wissen, Erkenntnisse. Alles, was helfen kann, Celcia für uns besser zu gestalten." Darak blickte in die Menge. DENEN half er? War dies wirklich der richtige Weg? Er dachte sie würden Frauen helfen die in schlimme Situationen gerieten, die in den Fängen von Sklaventreibern waren, dies empfand er schliesslich auch als unrecht. Aber… er konnte doch nicht unterstützen dass sie sich aufmachten um die Männerwelt gänzlich zu unterjochen! Das war verrückt und vermutlich selbstmörderisch. Die kampffähigen Frauen waren ohnehin gänzlich in der Unterzahl und ihre Waffen und Rüstungstechnik hinkte jener der Männerwelt deutlich hinterher.

"Also ... ich will nur eins wissen: Warum quält ihr uns Frauen und Mädchen? Warum unterdrückt ihr uns? Sind wir in euren Augen denn weniger wert?" Diese Frage riss ihn aus seinen Gedanken. „Also… erstens… nicht alle Männer denken Gleich, wie auch ihr Frauen. Ich mein nicht jede Frau will Amazone werden, zum Beispiel.. äh…“ Er kratzte sich nervös am Unterarm und rückte seinen Helm zurecht.
„Wenn ich als Sklaventreiber antworten soll kann ich euch folgendes sagen. Frauen wie auch Männer werden in Sarma versklavt, doch die Männer sind weniger Wert als die Frauen. Sie werden als Arbeitskräfte gebraucht, Schlepper, Diener, Knechte. Ihre Rücken brechen eher als jene der Frauen und so sterben sie auch schneller. Ein kräftiger Sklave bringt es maximal zu einem Drachmen. Doch eine einzigartige Sklavin, eine wunderschöne Frau… exotisch, mit einem wilden Geist, mit lebendigen Augen, die zu besitzen ist manch einem Käufer 15 Drachmen wert! Denn Muskeln sehen immer gleich aus. Sklavinnen hingegen nicht.“
Er schwieg einige Zeit und seufzte dann. „Was bringt es uns über den Wert zwischen Mann und Frau zu sprechen? Wir sind alles Geschöpfe der Götter. Wo die Männer den Frauen überlegen sind so gibt es andere Bereiche wo es umgekehrt ist. Lasst euch nicht ermutigen nur weil wir physisch stärker sind als ihr. Ihr habt eine Stimme, ihr habt eure Rechte und ihr könnt sie auch erheben! Wenn ihr etwas aggressiver Auftreten würdet, etwas mehr auf eure Rechte pochen dann würde man euch auch nicht so unterdrücken! Wie viele Könige Herrschen durch die heimliche Stimme ihrer Frauen im Hintergrund? Tretet selbst ins Licht und zeigt euch! Lasst die Mànner spotten und höhnen aber überzeugt sie mit euren Argumenten… tut dies vielleicht nicht gerade in Sarma, das ist ein äusserst frauenfeindlicher Ecken Celcias… aber in Jorsan, Grandessa, Andunie und alle anderen liberalen Städten hättet ihr durchaus eine Chance!“

„Ihr machte euch minderwertig wenn ihr glaubt das Opfer von allem zu sein! Wenn ihr hingegen aufsteht und für eurer Recht einsteht, werdet ihr eure Stärke beweisen können.
Darak war offenbar ein Idealist. Eine Sklavin die sich wehrte kam doch nur noch schlimmer dran als die anderen. „Wenn ihr gegen die Sklaverei ankämpfen wollt dann verbündet euch auch mit den männlichen Sklaven! Sucht weitere Mitstreiter in anderen Ländern und Städten! Wenn ihr mit bestimmten Männergruppen zusammenarbeiten würdet könntet ihr sogar gegen Sarmas Fürsten ankommen! Ihr verkennt das was ihr euren Feldzug gegen die Mànnerwelt nennt! In Wirklichkeit geht es euch um den Kampf gegen die Sklaverei worunter beide Geschlechter und die verschiedensten Rassen zu leiden haben..." Er räusperte sich, machte eine kurze Pause. Schweiss rann ihm über die Stirn. "Das meinte ich vorhin damit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Euer Feind sind die auswüchse der Sklaverei und eure Freunde sind all jene die ebenfalls gegen dies sind..."

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Re: Die Höhle der Löwinnen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 2. Februar 2010, 15:34

Darak schaffte es, immer tiefer in sein Fettnäpfchen hinein zu treten ... nein, er begann sogar damit, darin zu versinken! Die jungen Frauen erlangten ihre Fassung nicht zurück. Wut und Empörung nahmen Überhand. Sie klopften erbost auf ihre Tische oder stampften mit den Füßen auf. Alle funkelten Darak böse entgegen. Wie konnte er es wagen, sie mit den hinterhältigen und finster denkenden Männern des Festlandes zu vergleichen?! Sie waren anders! Sie waren keine Banditen und Diebe!
"Ach nein? Und was ist mit Cattie, der Piratenkönigin? Oder Serana, der Bürgermeisterin Santros'?" "Cattie ist keine Amazone!", schimpfte ein Weib, doch eine gelockte Schönheit mit straffer Haltung erwiderte: "Aber einige unserer Schwestern sind losgezogen, um sich Cattie gegen den Krieg anzuschließen."
"Ha! Bist du etwa auf der Seite der Amazonen, die unter Cattie zusammen mit Mannsvolk kämpfen wollen?"
"Für ein besseres Celcia, ja! Ein Celcia, in dem Frauen nicht immer nur hinter dem Thron stehen oder schlimmer noch, die Böden wischen, während Männchen über unser aller Schicksal entscheiden!" Unter den Amazonen selbst brach nun eine heiße Diskussion durch. Darak bekam grundlegende Streitereien mit, die durch die Spaltung der Frauenstadt erneut aufgekommen waren. Eine Spaltung, entstanden weil sich einige weniger stur denkende Amazonen entschlossen hatten, unter Cattie und an der Seite ihrer Crew zu kämpfen, unabhängig davon, ob diese nun aus Frauen oder Männern bestand. Sie sahen ein, dass es auf andere Weise kein Bestehen für Xytras geben würde. Auf der Gegenseite fanden sich hingehen eher traditionell denkende Frauen, für die alles Männliche schlecht war. Sie würden sich niemals darauf einlassen, Seite an Seite mit Männchen gegen andere Feinde zu kämpfen. Dass Darak vorn am Pult stand, vergaßen die Schülerinnen unter ihrer hitzigen Diskussion sogar für eine Weile, obwohl dieser sich gewissermaßen indirekt beteiligte. Er warf immer wieder neue Themen auf, die den Streit ankurbelten. So unterstellte er den Amazonen, nicht besser als Sarmas Herrscher zu sein, wenn sie nach der Vernichtung der Männer verlangten. Die Schülerinnen keiften und zischten, sie beschimpften Darak und die gesamte Männerschar und sie hätten sich möglicherweise noch tätlich angegriffen, wäre Constanze nicht gewesen. Die Hauptfrau setzte dem ein Ende und verwies ihre Mädchen zurück an ihre Tische.

Sofort hielt die Hauptfrau eine Rede, aber diese gestaltete sich nicht gerade zur Freude Daraks. Zwar nahm Constanze die Männer irgendwo in Schutz, jedoch nur, weil ohne sie keine Geburten mehr geschehen konnten. Die menschliche - vor allem aber die weibliche - Rasse Celcias würde ohne Männer aussterben. Sie reduzierte das Geschlecht, dem Darak abstammte, auf den zentralen Bereich zwischen ihren Beinen. Vermutlich wäre Constanze ebenso für eine Auslöschung der Männchen gewesen, wenn man einen Weg gefunden hätte, ohne ihre Hilfe Kinder zu zeugen.
Stattdessen träumte zumindest sie von einer von Frauen beherrschten Welt. Ein Celcia, in dem zwar Männchen leben durften, aber sich nicht trauten, etwas gegen die Frauen zu unternehmen. Sie würden leben wie besser behandelte Sklaven. Obwohl, man konnte nicht wissen, ob die Amazonen sie nicht auch schlugen, folterten oder ... wie Kühe in einem Stall hielten, um sie regelmäßig zwecks Fortpflanzung auszumelken.

Constanze übergab das Wort wieder an Darak. Sie schien überzeugt, dass er entweder durch ihre Rede eingeschüchtert war oder verstanden hatte, was sie von ihm wollte. Sie wünschte, er würde den Frauen mit seinen Ansichten und seinem Wissen Mut machen. Sie irrte sich, denn obwohl Darak sich durch seine Anwesenheit auf die Seite der Amazonen schlug und sein eigenes Geschlecht verriet, blieb er ihnen in gewisser Hinsicht weiterhin treu. Er ließ weder sich noch alle Männer Celcias in eine Schublade stecken, die nur aufgrund schlechter Menschen wie der meisten sarmaer Bewohner entstanden war. Er musste den Schülerinnen zeigen, dass es auch andere gab und sie - wenngleich ihre Zahl groß war - eine Ausnahme bildeten. Die Amazonen bestanden nun einmal fast nur aus Frauen, die das Pech hatten, auf die übelsten Kerle zu treffen. Auf Männer wie Valrock Molsag ... oder ... Darak Luthrokar.

Er hielt eine Rede, die die Schülerinnen verstummen und aufmerksam zuhören ließ. Selbst Constanze hockte auf ihrem Schreibtisch und war ganz ruhig. Niemand unterbrach Darak, als er von der Denkweise der Sklaventreiber und deren Kundschaft sprach. Davon, wieviel Wert reine Kraft und Muskelmasse im Gegensatz zu Grazie, Schönheit und Unschuld besaßen. Eigentlich hätten die Frauen sich auf bizarre Weise geschmeichelt fühlen müssen. Die vorstechenden Eigenschaften der Frau wurden in Sarma teuer gehandelt. Doch die dunkle Seite der Medaille deutete an, dass es gerade deshalb vermehrt zu Frauenraub und -handel kommen würde. Teure und kostbare Waren waren gefragt und je höher die Nachfrage, desto höher Preise und der Wille der Händler, Waren anbieten zu können. Sarma war ein Pfuhl von Menschenhandel, Korruption und Profitgier!
Es gab keinen Grund, sich geschmeichelt zu fühlen.

Darak rief zur Emanzipation auf! Seine Rede nahm Auswüchse eines rebellischen Denkens an, bei dem sich Frauen erheben und sprechen sollten. Keine Unterdrückungen mehr, wenn sie nur laut genug waren und sich den Mund nicht verbieten ließ. Er hätte ebenso gut einen Vortrag über die Wichtigkeit des Schwimmens unter Seefahrern geben können. Seine Worte waren an die falschen Frauen gerichtet.
Diese hier waren bereit, ihre Stimmen zu erheben. Sie strotzten vor Selbstbewusstsein. Sie wollten für ihre Rechte einstehen und sich zeigen ... aus ihren Augen leuchteten Ehrgeiz und das Wissen, dass sie mindestens genauso viel erreichen konnten wie ein Mann. Und sie blickten Darak mit diesem Wissen entgegen, auf dass er bemerken sollte, dass gerade Xytras und ihre amazonische Kultur ein Ort waren, wo all das geschaffen werden sollte, wovon er sprach. Nur was sollten Frauen tun, die nicht unter amazonischem Schutz standen? Frauen, die allein waren, vielleicht nur von ihren tapferen Schwestern gehört hatten? Wenn sie dumm genug waren, würden sie sich erheben ... und dann von einem Mann totgeprügelt werden. Dies war der Knackpunkt. Darak brauchte nur in die Augen der Versammelten zu sehen, um jenes Problem zu erkennen.

"Ihr verkennt das, was ihr euren Feldzug gegen die Männerwelt nennt! In Wirklichkeit geht es euch um den Kampf gegen die Sklaverei, worunter beide Geschlechter und die verschiedensten Rassen zu leiden haben ... Das meinte ich vorhin damit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden."
Ruhe war in den Klassenraum eingekehrt. Die Mädchen schauten Darak schweigend an. Das Feuer der Wut und Empörung war zu einer glimmenden Masse herabgebrannt. Noch immer vorhanden, aber klein und abwartend, bis jemand die Feuerstelle erneut schürte oder Holz nachlegte. Einige guckten aber auch nicht mehr nach vorn, sondern auf Tischplatten oder Hände. Jene waren es auch, die sitzen blieben, als Constanze verkündete: "Wir machen eine Pause von fünfzehn Minuten. Geht raus und schnappt frische Luft." Sie selbst blieb im Klassensaal, warf Darak einen Blick zu und wirkte nachdenklich. Vermutlich wägte sie ab, wie sinnvoll es wäre, ihn weiterhin in der Burg zu nutzen. Die Mädchen konnten vielleicht auf ihn einprügeln und gegen ihn kämpfen. So setzte er ihnen nicht unnötige Flausen in den Kopf.

Einer jener Amazonen, die die Pause nicht draußen verbrachten, erhob sich von ihrem Platz. Sie und noch drei weitere waren neben Darak und Constanze geblieben. Sie aber war es jetzt, die sich dem Gehörnten näherte, ohne Scheu, aber den Kopf gesenkt. Ihr schwarzes Haar hing wie ein seidiger Vorhang vor ihrem Gesicht.
Endlich schaute sie auf, in den Augenwinkeln schimmerten Tränen. Sie war kurz davor zu weinen! "Früher haben meine drei Brüder immer auf mich aufgepasst." Ihre Stimme war belegt, klang etwas kratzig, aber wenigstens brach sie nicht. "Wir sind alle gefangen genommen und nach Sarma verschleppt worden. Wir waren alle Sklaven, meine Brüder und ich. Ich hab nichts gegen alle Männchen Celcias, nur gegen die, die anderen das Leben zerstören wollen." Die junge Frau wischte sich über die Augen. Dann sprach sie wieder, dieses Mal noch leiser, so dass selbst Darak direkt vor ihr sich anstrengen musste, sie zu verstehen. "Nicht alle Amazonen denken so wie in dieser Klasse. Oftmals gegen solche Gedanken nur von wenigen aus." Ihr Kopf wandte sich um, zu Constanze. Die Hauptfrau war selbst in ein leises Gespräch mit einer Schülerin vertieft. Das Mädchen, das vor Darak stand, seufzte. "Die meisten sind nur Mitläufer." Dann wandte sie sich ab und ging zur Tür. "Ich brauche etwas frische Luft." Mit diesen Worten verschwand sie nach draußen.
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