Die Reifeprüfung

Dieses leblose Gebiet liegt im hohen Norden. Es ist unfruchtbar und die Pflanzen, die dort wuchern, sind genau so leblos wie das Land. Die dunkle Stadt Morgeria wurde inmitten dieser Ebene erbaut, aber auch ein Orkdorf befindet sich dort.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Sonntag 2. Dezember 2012, 01:13

Die Nacht zog an Gremrag vorbei wie die einsamen Wolken, die ihnen am Tage beim durchwandern der kargen Ebene von Zeit zu Zeit ein wenig Schatten gespendet hatten. Hier, im Angesicht der Sterne und mit der schlafenden Akdraga an seiner Seite, konnte er seinen Gedanken nachhängen, die ihm den ganzen Tag über schon durch den Kopf gegangen waren. Hatte er das richtige getan, als er Nokduth hatte gehen lassen? Hätte er sich vielleicht doch besser durchsetzen sollen und diese Aufgabe selbst in die Hand nehmen sollen? Und selbst wenn ihr Plan klappte und sie sich am Meer wiederfinden würden - was konnten sie dem Stamm als Trophäen darbringen?
Die Fragen ließen ihm keine Ruhe doch wenigstens halfen sie ihm nicht einzuschlafen, bis seine Wache vorbei war. Als es endlich soweit war, stieß er Urgroth an um ihn zu wecken. Der schwächliche Ork schreckte auf und brauchte einen Moment um sich zu orientieren, dann übernahm er aber ohne zu klagen Gremrags Posten, sodass dieser sich neben Akdraga in den Staub legen und endlich schlafen konnte. Bevor ihm die Augen zufielen, bekam er noch mit wie sich Akdraga leicht an ihn schmiegte, dann sank er in einen tiefen, traumlosen Schlaf ab.

Der nächste Morgen kam viel zu früh und weckte die Jung-Orks mit seinen grellen Strahlen, die durch die Lider brannte. Mit ernster Miene setzten sie sich zusammen und teilten das letzte Stück Fleisch miteinander. Urgroth versuchte Gratzag zu füttern, jedoch gelang es ihm nicht nesonders gut. Der verletzte Ork war grau im Gesicht und seine Wunde hatte sich während der Nacht schwärzlich verhärtet. Alles in allem sah es nicht gut für ihn aus...
Als sie fertig waren, machten sich die Gefährten wieder nach dem gewohnten Schema auf: Gremrag und Urgroth den bewusstlosen Gratzag in der Mitte, Akdraga hinter ihnen die Spuren verwischend. Richtung mehr, so hofften die Jung-Orks es zumindest.

Sie waren erst ein paar Stunden gegangen als Gremrag vor ihnen auf einen fernen Hügel einen braunen Punkt entdeckte. Auch Akdraga hatte ihn bemerkt. "Was ist das?" Sie hob eine Hand zur Stirn um ihren Blick abzuschirmen und kniff die Augen zusammen. "Es bewegt s-sich nicht. Ist schon mal ein g-gutes Zeichen." Akdraga nickte. "Das sollten wir uns vielleicht ansehen..." Vorsichtig näherten sich die Orks dem Ding und als sie den kleinen Hügel erklommen hatten, konnten sie endlich erkennen, um was es sich handelte.
Es war eine Art Ladefläche, mehrere aneinandergenagelte Bretter auf denen einige schmale Kisten standen. An den Rändern war ein Zaun angebracht worden, damit die Kisten nicht herunterfallen konnten und vorne, am schmalsten Teil der Konstruktion war ein merkwürdiges Gehänge aus Leder befestigt, dass wie eine Art Geschirr für ein Reittier aussah. Doch welches Reittier konnte so viel Last alleine auf seinem Rücken tragen? Gremrag beachtete dies zunächst nicht sondern lenkte seine Aufmerksamkeit auf die Fracht, die vor ihnen lag. "Was da w-wohl drinn ist?" wunderte sich Urgroth. Er nahm eine der kleinen Kisten auf und hob sie hoch, untersuchte sie. Auf der Gremrag zugewandten Seite waren merkwürdige Schriftzeichen zu sehen. "Trockenfleisch" hieß es dort, wenn er doch nur verstehen könnte, was diese Zeichen bedeuteten.

"Gremrag! Schau!" Akdraga hatte ebenfalls die Ladefläche durchsucht und schien fündig geworden zu sein. Sie winkte Gremrag zu ihrer Seite und hielt ihm dann einen seltsamen Gegenstand vor das Gesicht. Es war ein Kette bestehend aus einem dünnen Lederband, an dem kleine bleiche Knochen hingen. Von welchem Wesen sie stammten, konnte Gremrag am ersten Blick nicht erkennen. Außerdem erregte etwas anderes an dem Schmuckstück seine Aufmerksamkeit. Neben den Knochen hing auch ein rundliches, schwarzes Metallteil am Band. Als es sich leicht drehte offenbahrte es seine Vorderseite und zeigte die finstere Sonne - ein Zeichen des Gottes Faldors.
Akdragas Blick ging kurz von der Kette zu Gremrag, dann hob sie das Schmuckstück hoch und legte es dem Ork um. Dabei kam sie ihm etwas näher, sodass er ihren Atem am Hals spüren konnte. Dann trat sie zurück und betrachtete mit einem Lächeln ihr Werk. "Du siehst gut damit aus, um diese Kette würden dich viele Orks beneiden."
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Montag 3. Dezember 2012, 20:00

Gremrag fühlte sich erröten, als Akdraga ihm die Kette um den Hals legte. Sein Blick ging zu Urgroth, der ein ziemlich breites Grinsen auf dem Gesicht hatte. “Danke, Akdraga. Ich.. Wir sollten uns jetzt umsehen.“ Er entfernte sich von ihr, konnte aber so etwas wie ein belustigtes Lächeln auf ihren Lippen sehen. Der andere Ork verkniff sich sein Grinsen oder andere Kommentare. “Was glaubst du, ist hier passiert, Gremrag?“ Er schaute den Anführer der Gruppe an.
Gremrag war sich unsicher. Was war dieses Gefährt? Wo war das Tier, welches es bewegt hat und wo der Lenker? Sein Blick ging über die Ebene. Der Wind wehte mal wieder sehr heftig, was ihn etwas frösteln ließ. Er sah nur die normalen seichten Hügel und kleineren Gestrüpp-Gruppen. “Urgroth, geh ein wenig in die Richtung aus der das Gefährt gekommen sein müsste und such nach Spuren.“ Ohne den Wind müssten die Spuren noch gut sichtbar sein, aber er machte sich keine Hoffnungen. “Was sind das nur für Zeichen?“ Akdraga hatte eine der Kisten in der Hand. Er ging zu ihr rüber und nahm die Kiste, dabei berührten sich kurz ihre Hände und diesmal wurde Akdraga ein wenig rot und wandte sich ab. Gremrag wurde verlegen. Was war nur los zwischen ihnen?
Er schüttelte die Kiste. Scheinbar waren kleinere Gegenstände in dieser. Urgroth war immer noch sichtbar und schaute sich nach Spuren um.
In Ermangelung an Werkzeug warf er die Kiste zu Boden. Mit einem lauten Knacken zerbrachen einige der Holzplanken und der Inhalt fiel teilweise heraus. “Es ist Essen.“ Beide Orks sagten dies gleichzeitig. Sofort langte Gremrag zu und aß einige Bissen. Es war zäh, aber es füllte den Magen. “Bedeuten diese Zeichen vielleicht Essen oder Fleisch?“ Gremrag suchte weiter im Wagen ob noch andere Sachen zu finden waren. Sie mussten immer noch wissen, was hier geschehen ist. Vielleicht gab es Spuren eines Kampfes oder andere Hinweise auf den Verbleib der Insassen und des Wesens. “Gremrag, was kann so etwas Riesiges ziehen?“ Er schaute zu ihr und danach wieder zu dem Wagen. Das Zuggeschirr war riesig. “Auf jedenfall kein normales Pferd.“ Gremrag wartete auf Urgoth und seinen Bericht. Der Verwundete war immer noch nicht wieder ansprechbar und so langsam machte er sich Sorgen, ob sie ihn retten können.

Urgoth kam zurück, er war ziemlich ausser Atem. Sowohl Gremrag als auch Akdraga warteten auf seinen Bericht.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Samstag 8. Dezember 2012, 17:46

Das metallene Symbol des dunklen Gottes baumelte leicht über Gremrags Weste und fing ab und zu einen Sonnenstrahl, den es nicht spiegelte sondern zu absorbieren, zu verschlucken schien. Das Gewicht fühlte sich ungewohnt an, doch wollte er es nicht ablegen, nicht in Anbetracht dessen, das es ihm von Akdraga umgehängt worden war, die ihn nun lächelnd von der Seite betrachtete. Vielleicht war das Amulett ja etwas wert oder er konnte es im Notfall gegen etwa eintauschen. Oder er behielt es - schließlich war es Faldor gewidmet und den Beistand eines Gottes, auch wenn es der der Dunkelheit und des Bösen war, konnte man schließlich immer gebrauchen. In ihrer jetzigen Lage vielleicht mehr als alles andere...

Während Gremrag und Akdraga die Kisten nacheinander öffneten, entfernte sich Urgroth von ihnen, den Kopf gen Boden und den Blick nach Spuren ausgerichtet. Er hatte Angst, wie immer. Dieser Wagen war zweifellos der eines Händlers gewesen und was der jung Ork so gehört hatte, wagten es nur die finsteren Dunkelelfen die dunkle Ebene mit ihren Waren zu durchqueren. Das würde auch das Amulett des dunklen Gottes erklären. Vielleicht war die Tatsache, dass sie diesen verlassenen Wagen gefunden hatten ja auch ein Segen für sie - schließlich konnte ja auch etwas essbares in den Kiste gelagert sein. Aber eine Frage blieb immer noch offen. Warum hatte der Händler seinen Karren zurückgelassen.
Er war so in Gedanken versunken, dass er beinahe an den Abdrücken vorbeigegangen wäre, die zwar undeutlich aber dennoch sichtbar in den Boden gestampft worden waren. Seine Augen weiteten sich.

" Hier! K-kommt schnell! " Gremrag und Akdraga, die sich beide schon an dem Fleisch aus den Kisten bedient und so viel sie tragen konnten in ihren Taschen verstaut hatten, schreckten auf als sie die verängstigte Stimme Urgroths hörten. Sie ließen alles stehen und liegen, auch Gratzag, der leise ächzend am Wagen lehnte ließen sie zurück als sie zu dem Jung-Ork rannte, der die Hand in Richtung Boden ausgestreckt hatte. " S-s-seht nur! Welches...welches...? " Sein Stottern war heftiger denn je, doch diesmal gab es einen guten Grund dafür. Die beiden Jung-Orks mussten seine Worte nicht verstehen um zu erahnen, was er sagen wollte. Welches Wesen konnte solche Spuren hinterlassen.

Obwohl die Abdrücke alt waren, waren sie noch im sandigen Untergrund zu erkennen. Es waren Spuren von Füßen, dicken Stampfern die zentimetertief in die Erde gegraben wurden als das Wesen sich hier entlang bewegt hatte. Gremrag konnte beide Hände flach in den Abdruck legen, so groß war die Spur. Vier kleine dreieckige Zacken gingen von ihr aus, drei nach vorne, eine schräg nach hinten. Zweifellos handelte es sich hier um Krallen. Akdraga hob den Kopf und sah Gremrag erschrocken an. "Die...haben wir schon mal gesehen oder?" Gremrag schwieg und ließ den Blick schweifen, suchte etwas Bestimmtes. Er fand es. Neben den Spuren war die Erde leicht abgewetzt und die vereinzelten Grashalme waren geknickt. Im Staub zeichneten sich deutlich kleinere Rillen ab, die sich verbanden und ein Flechtwerk von Quadraten und Rechtecken bildeten. Er konnte sich deutlich vorstellen, wie der geschuppte Leib des Geschöpfes über den Boden glitt und er erinnerte sich an das leise Zischen, dass er damals in der Höhle zu hören geglaubt hatte. Es gab keinen Zweifel, das Wesen dass ihnen vor der Höhle aufgelauert hatte und das diese Spuren hier hinterlassen hatte - es war ein und das selbe.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Sonntag 9. Dezember 2012, 08:57

Als Urgoth die beiden rief, liefen sie ihm entgegen. Obwohl das Amulett schwer wirkte, behinderte es ihn nicht beim laufen. Der kleinere Ork wirkte verängstigt, aber Gremrag und Akdraga hatten sich daran gewöhnt. Der Ork war immer furchtsam und eingeschüchtert. “S-s-seht nur! Welches... welches..?“ Gremrag packte ihn an der Schulter. “Beruhig dich. Was...“ Weiter kam er nicht, als er die Spuren entdeckte. Sofort erinnerte er sich an die Nacht in der Höhle. Die Spuren mussten einem riesigen Wesen gehören mit schuppiger Haut. Akdraga klammerte sich instinktiv an Gremrags Arm, ließ aber sofort los, als sie die Blicke der beiden bemerkte.
Er kniete sich vor die Spur und begutachtete sie. “Es muss riesig sein und sehr schwer.“ Er richtete sich wieder auf und ließ seinen Blick schweifen. Nach dem Alter der Spuren zu urteilen dürfte das Wesen erst hier gewesen sein und dann zu der Höhle gegangen sein. Hoffentlich hat es nicht ihre Spur aufgenommen. “Wir sollten uns bereit machen, dass wir gegen eine riesige Kreatur kämpfen müssen. Vielleicht haben wir Glück und es trifft zuerst auf Nuzzhak.“ Gremrag konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Das wäre wirklich ein glücklicher Umstand, aber er konnte damit nicht rechnen. Die Ork-Frau bedachte ihn mit einem seltsamen Blick. “So etwas sollten wir nicht mal Nuzzhak wünschen. Zumal auch Nokduth in Gefahr sein kann. Ich mache mir Sorgen.“ Gremrag fühlte sich auf einmal schuldig. Wieso nur hatten die Aussagen von Akdraga in letzter Zeit so eine Wirkung auf ihn. Er wird da einmal näher mit ihr sprechen müssen, aber zur Zeit hatten sie andere Probleme. “Urgoth. Wir müssen weiterziehen. Die Spuren hatten wir vor einiger Zeit schon einmal gesehen. Falls das Wesen uns einholt, werden wir vermutlich deinen Freund nicht verteidigen können.“ Urgoth wollte sofort einen Einwand sagen, aber Akdraga unterbrach ihn. “Wir werden keinen von euch beiden im Stich lassen.“ Gremrag nickte nur und ging ein paar Schritte in die Richtung aus der sie gekommen sind. Er suchte den Boden ab ob es noch weitere Spuren gab. Vermutlich wurde Lenker und Tier getötet.

Als er einige Distanz zu den anderen Orks geschaffen hat, setzte er sich in den Staub. “Was ist dieses Wesen und warum werden wir durch dieses so geprüft.“ Er richtete seinen Blick gen Horizont. Er konnte nichts erkennen. Werden wir es wirklich schaffen zurück zum Dorf und werden wir die Trophäen haben? Er dachte lange Zeit nach und bemerkte Akdraga erst, als Sie ihre Hand auf seine Schulter legte. “Bist du in Ordnung?“ Echte Sorge schwang in ihrer Stimme mit. Er blickte zu ihr auf und legte all seine Zuversicht und seinen Mut in den Blick und die Stimme. “Ja. Wir sollten langsam aufbrechen und versuchen, so weit es geht zu kommen. Ich will nicht von der Kreatur überrascht werden.“ Er stand auf und klopfte den Staub ab. Zusammen gingen die Beiden zurück zu Urgoth, der mittlerweile dabei war seine und die Taschen seines verwundeten Freundes mit dem Trockenfleisch zu füllen. Gremrag suchte immer ncoh den Horizont ab, als hoffte er, die Lösung dort zu finden. Wie lange werden sie noch haben, bevor die Kreatur auftaucht? Werden sie es schaffen gegen diese zu bestehen? Die seichten Hügel dürften der Kreatur eigentlich tagsüber keine Deckung bieten, aber in der Nacht kann sie sich heranpirschen. Sie werden die Wachen verstärken müssen.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Samstag 15. Dezember 2012, 20:48

Schließlich zogen die jungen Orks weiter, zwar ohne die Sorge vor Hunger und Schwäche doch nun war eine Angst in ihre Herzen getreten, hielt sie mit seinen kalten Fängen fest umschlossen. Gremrag versuchte sich nichts anmerken zu lassen und auch seine Gefährten gingen nicht mehr auf die Spuren und die Fragen ein, die diese mit sich brachten. Doch in ihrem Inneren, das wusste er, malte sich jeder von ihnen das Wesen aus, dass diese Abdrücke hätte hinterlassen können. Es musste eine furchteinflößende Kreatur sein und wahrscheinlich bestens an die hier herrschenden Lebensbedingungen angepasst sein. Doch wenn er sich die Einzelheiten noch einmal in den Kopf rief, sich den Wagen noch einmal vor seinem geistigen Auge beschwor, bemächtigte sich ihm ein merkwürdiges Gefühl. Etwas stimmte nicht, passte nicht zu alledem. Er wusste nicht was es war, konnte nicht mit dem Finger darauf zeigen. Nur eine dunkle Vermutung, blieb zurück, von der er sich im Moment nicht ablenken durfte.

Die Stunden vergingen träge im Angesicht der brennenden Sonne und den kleinen Hügeln und Bergen, die sich vor ihren Augen abwechselten, während sie den scheinbar endlosen Fußmarsch fortsetzten. Langsam schien sich schon eine Art Ordnung in der Gruppe entwickelt zu haben, eine Formation an die sich alle hielten. Gremrag hatte wie immer die ungewollte Rolle des Anführers zugeteilt bekommen und ging vorraus, den Blick stets in die Richtung geheftet in der er das Meer vermutete. Akdraga und Urgroth stützen Gratzag und folgten ihm nach, den Blick umherschweifend. Gremrag fiel auf, dass sie immer wieder nervös nach hinten sahen, fast so als würden sie jeden Moment ein grausiges Monster hinter ihnen vermuten. Wahrscheinlich war dieses Verhalten nur normal, trotzdem gefiel es ihm nicht.
Gremrag's Blick fiel auf Gratzag, dessen Gesicht bleicher war als je zuvor. Urgroth bemerkte das. "K-können wir eine kleine Rast einlegen? Er hat schon l-lange nichts mehr gegessen..."
Sofort sah Akdraga zu ihm hinüber. Sie wartete nicht seine Antwort ab. "Natürlich. Wenn du Hilfe brauchst, sag es mir..." Vorsichtig half sie ihm, den Verletzten auf den Boden zu legen und reichte Urgroth einen Streifen Trockenfleisch aus ihrer Tasche. Er dankte ihr und begann kleine Stücke davon abzureißen, die er Gratzag zwischen den Lippen hindurch in den Mund zwengte. Akdraga sah ihm einen Moment mittleidig dabei zu, dann wandte sie sich zu Gremrag und kam zu ihm hinüber.
"Es wird bestimmt nicht lange dauern" meinte sie entschuldigend und suchte in Gremrags Miene, ob er ihr böse für die so schnell gegebene Antwort war. Sie sah wieder zu den beiden Jung-Orks hinüber. "Er kümmert sich so fürsorglich um ihn. Gratzag muss wohl der einzige gewesen sein, der im Orkdorf zu ihm gestanden hat..." Sie schwieg und in ihren Augen lag eine tiefe Trauer. Nach einigen Augenblicken schüttelte sie jedoch den Kopf, fast so als müsse sie sich selbst wieder wachrütteln. "Wie glaubst du geht es Nokduth gerade? Denkst du, er ist schon am Meer oder...?" Sie verstummte. Was ihr durch den Kopf ging, wollte sie lieber nicht aussprechen...
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Montag 17. Dezember 2012, 14:01

Die Wanderung zog sich immer länger hin. Gremrag war sich immer unsicher, ob es wirklich die richtige Richtung ist, so weit draussen war er nie wirklich vorher. Er spürte die Blicke der beiden Orks in seinem Rücken. Irgendwie sahen sie zu ihm auf, als Anführer. Er bemühte sich, ein guter Anführer zu sein, auch wenn er es sich nicht ausgesucht hatte.
Als er sich umdrehte, um die Richtung zu prüfen, aus der sie kamen, fiel sein Blick auf den immer noch ohnmächtigen Gratzag. "K-können wir eine kleine Rast einlegen? Er hat schon l-lange nichts mehr gegessen..." Urgroth schien verzweifelt, aber bevor er etwas erwidern konnte hatte Akdraga bereits die Antwort gegeben und die Beiden versorgten den Verwundeten.
Nach einiger Zeit kam sie zu ihm. Er hatte die ganze Zeit die Umgebung im Blick gehabt, er war sich immer noch nicht sicher, ob sie genug Strecke zwischen sich und diesem Ungeheuer gebracht hatten. "Es wird bestimmt nicht lange dauern. Er kümmert sich so fürsorglich um ihn. Gratzag muss wohl der einzige gewesen sein, der im Orkdorf zu ihm gestanden hat..." Sie wirkte ein wenig traurig und abwesend, als sie dies sagte. Er wollte gerade seinen Arm auf ihre Schulter legen, als sie wieder einen normalen Blick bekam. "Wie glaubst du geht es Nokduth gerade? Denkst du, er ist schon am Meer oder...?" Sie beendete den Satz nicht. Gremrag konnte sich vorstellen, was sie dachte. Hoffentlich wurde er nicht von dem Ungeheuer oder Nuzzhak erwischt. “Wir werden ihn shcon bald wieder sehen.” Nun legte er ihr vorsichtig den Arm auf die Schulter. “Es wird alles gut. Wir werden es alle schaffen und als echte Orks zurückkehren.” Er blickte in ihre Augen und suchte nach einer Regung. Sie erwiderte den Blick, aber er konnte es nicht deuten. “Wir sollten bald weiter.” Mit diesen Worten wandte er sich zu den anderen Orks. Er ging die paar Schritte zurück zu ihnen. “Alles in Ordnung?” Urgroth schien nicht sicher. Die Wunde wirkte immer schlimmer. “Es wird schon wieder werden. Unser Schamane wird ihm helfen, sobald wir zurück im Dorf sind.” Gremrag glaubte nicht selber an seine Worte, aber er wollte die Hoffnung nicht aufgeben. Akdraga kam auch langsam zurück. Scheinbar brauchte sie noch einen Moment länger. “Ich weiss nicht, aber an dem Wagen wirkte etwas seltsam, aber ich kann es nicht erklären.” Die anderen Orks schienen ihn nicht so wirklich zu verstehen. “Also los. Wir müssen langsam weiter kommen.” Er beobachtete die Umgebung. Der Wind frischte erneut auf und es wird wohl wieder ungemütlicher werden. Wie so oft, wenn er seinen Blick schweifen lief, dachte er, er sieht etwas in der Distanz, aber bei erneuten hinsehen, war es bloß Einbildung. Er wurde wohl langsam paranoid.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Sonntag 6. Januar 2013, 15:42

Gremrags Blick wanderte durch die Gegend, suchte Anhaltspunkte in der Ferne, die mögliche Verfolger oder andere versteckte Gefahren enttarnen würde. Doch seinen Augen zeigte sich nur das übliche, unveränderte Bild dass ihnen allen schon nach wenigen Tagen der Reise in's Gehirn gebrannt worden war, sie sogar schon davon träumen ließ, von diesem unwirtlichem und kargem Ort. Sand, Staub, Steine, einige wenige vertrocknete Büschel Gras. Ein klarer, wolkenloser Himmel mit einer gnadenlosen Sonne, vom Rest der Einöde nur durch den fernen Ring aus Bergen getrennt, der gen Horizont in die Höhe aufragte. Es sah so aus als wären sie ihnen so nahe, doch Gremrag wusste, dass es mehrere Tagesmärsche dauern würde, bis sie sie erreicht hätten. Von ihrer Besteigung und Überquerung nicht einmal zu denken. Doch war dieser Gewaltmarsch auch nicht notwendig, lag ihr aller Ziel doch in entgegen gesetzter Richtung - in Richtung Meer.
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Diesem Ziel kamen sie mit jedem Schritt den sie taten, jedem Atemzug den sie nahmen näher. Und doch, selbst nach Tagen des Marsches war kein Hinweis darauf zu entdecken, wie lange sie noch zu gehen hatten. Gingen sie überhaupt noch in die richtige Richtung? Hätten sie nicht schon längst die Küste erreichen sollen? Diese Fragen quälten Gremrag, den stummen Anführer der kleinen Gruppe und nagten an ihm. Und natürlich waren da noch das seltsame Gefühl wegen des Wagens - was hatte er zu bedeuten? - und die ständige Anspannung aufgrund der Möglichkeit verfolgt zu werden, sei es nun von Nuzzhak und seinen Schlägern oder etwas schlimmeren...
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Obwohl sie den ganzen Tag unterwegs waren, kamen sie nur langsam voran. Immer öfter mussten sie Pausen einlegen, in der Akdraga und Urgroth Gratzag versorgen mussten während Gremrag Wache hielt. Dabei fielen ihm wieder die Worte von Nokduth über die beiden fremden Orks ein, als sie ihnen das erste Mal begegnet waren. “ ...er würde uns mehr Scherereien machen als er Wert ist. ” Hätte er den verletzten Ork vielleicht zurücklassen sollen? Es war nicht zu bestreiten, dass er sie aufhielt, schon ging die Sonne unter und sie hatten nur einen Bruchteil der Strecke von Gestern zurückgelegt. Ein Blick auf seine Wunde und ihm war klar, dass selbst die Schamanen wohl nur abgewinkt und den Jung-Ork zur Aussetzung freigegeben hätten. Die Ränder waren schwarz verfärbt und das verletzte Fleisch eiterte und stank erbärmlich. Die Schmerzen, die Gratzag erleiden musste, konnte er sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Kein Wunder, dass er ihn noch nie bei Bewusstsein erlebt hatte. Die Qualen waren wohl nur so zu ertragen...

Schließlich war es zu dunkel um weiterzugehen und sie schlugen ihr Lager in der Nähe eines vertrocknetem alten Baumes auf. Wie immer übernahm Gremrag die erste Wache und die anderen schienen Dankbar dafür zu sein. Akdraga lehnte sich neben ihn an den knorrgen Stumpf des Baumes und nur wenige Augenblicke später lag ihr Kopf auf seiner Schulter. Beinahe schien er sich schon daran gewöhnt zu haben.
Urgroth jedoch schlief nicht ein sondern wachte weiterhin über Gratzag. Seine Miene war steinern und die Besorgnis und Trauer über den Zustand seines Freundes war ihm deutlich anzusehen. Plötzlich schrak er jedoch auf als seltsame stöhnende Laute über die Lippen des Orks kamen. Der reglose Körper bewegte sich plötzlich, wandte sich als stände er unter Feuer. “Gremrag! Akdraga! H-hilfe, Gratzag er...e-er...” Sofort erwachte Akdraga neben Gremrag, blinzelte leicht, dann sprang sie auf und eilte dem Jung-Ork zu Hilfe. Sie versuchte den Bewusstlosen zu beruhigen, redete auf ihn ein doch es half nichts. Er schien sie nicht wahrzunehmen, seine unterdrückten Schreie wurden nur lauter. In der Stille der Nacht klangen sie ohrenbetäubend und würden dank der flachen Umgebung wohl noch Meilen weiter zu hören sein. Akdraga suchte Gremrags Blick während sie den klagenden Ork zu Boden drückte, damit er sich nicht noch mehr verletzte. “Er...er leidet...” Tränen standen ihr in den Augen. “Wir...können nichts mehr für ihn tun außer ihm von diesen Schmerzen zu erlösen...” Urgroth sah entsetzt auf. “Nein! Neinneinein... I-Ihr könnt n-nicht...!” Sein Protest ging in einem weiteren Schrei Gratzags unter. “Was würdest du an seiner Stelle wollen Urgroth?” Nun weinte Akdraga wirklich.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Montag 7. Januar 2013, 13:53

Gremrag sah in die mit Tränen gefüllten Augen von Akdraga. Sie schien verzweifelt zu sein. Urgroth blickte zu Gremrag, Furcht und Trauer waren in seinem Blick. Er wirkte flehend. Gremrag ergriff Akdragas Schulter. „Kannst du die Umgebung im Blick behalten?“ Ohne auf eine Antwort zu warten nahm er sie etwas beiseite. „Egal was passiert, komm erst wieder zu uns beiden, wenn ich dich rufe.“ Er weiß nicht wieso, aber er umarmte sie, bevor er sich umdrehte und zu Urgroth zurück ging. Die Schreie des verwundeten Orks ebbten nicht ab. Sie waren mal lauter und mal leiser, aber es hörte nicht auf. Er kniete sich neben Urgroth, der noch immer versucht die Schreie von Gratzag zu unterdrücken. Gremrag musste schlucken. „Hör mal, Urgroth. Ich weiß, es ist schwer zur Zeit.“ Der Andere schaute ihn an und in seinen Augen konnte man Furcht sehen. „Wir müssen oder besser du musst eine Entscheidung treffen.“ Er zeigte auf den Verwundeten. „Er wird es nicht mehr lange durchhalten und wer weiss, ob die Schamanen ihm helfen können.“ Urgroth stand auf und blickte ihm direkt in die Augen. Gremrags Hand ging unwillkürlich zu seiner Waffe. „Wir werden euch beide weiter mitnehmen und helfen so gut es geht, aber du musst dich mit den Gedanken anfreunden, dass es zu Ende geht mit ihm.“ Er legte seine Hand auf die Schulter von Urgroth. „Ich gebe die ein paar Minuten und komme gleich wieder.“ Damit verließ er ihn und ging zu Akdraga, die leise schluchzend etwas abseits stand und die Umgebung beobachtete.
„Wie geht es dir?“ Sie nickte nur und Gremrag nahm sie kurz in den Arm. Sie sagte nichts, aber nach einigen Augenblicken löste sie sich. „Was machen wir nun?“ Er schaute sie an und dann zurück zu den beiden Orks. „Ich weiß es nicht, aber ich werde ihn nicht einfach so im Stich lassen.“ Er ließ Akdraga zurück und ging wieder zu dem Ork. „Urgroth, wie hast du entschieden? Wir können ihn weiter mitnehmen auf die Gefahr hin, alles zu verlieren oder wir lassen ihn zurück und erlösen ihn von seinem Leid.“ Gremrag konnte die Zweifel und Trauer in den Augen Urgroths sehen. Er legt eine Hand auf seine Schulter. „Ich weiß, dass dies nicht leicht für dich ist. Aber wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen.“ Er wartete auf die Antwort.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 15. Januar 2013, 15:28

Urgroths Hände zitterten während sie den verletzten Gratzag an Ort und Stelle hielten, was nicht nur daran lag dass dessen Körper wild und unkontrolliert zuckte. Die Lippen des immer noch abgehackt schreienden Ork waren mit weißem Schaum benetzt, der direkt aus seinem Rachen zu kommen schien. So nahe an ihm konnte Gremrag den grauenhaft süßlichen Geruch von versehrtem Fleisch riechen. Er drang von Gratzags Wunde aus in seine Nase und erweckte nicht nur Ekel und Mitleid, sondern immer mehr auch eine Art Hoffnungslosigkeit in ihm, die ihm vergewisserte, dass wenn ihre Reise so weiter verlief, Gratzag bald nicht mehr bei ihnen sein könnte.

Sie hatten womöglich nicht viel Zeit und das wusste der schwächliche Ork auch. Doch noch immer schien er von der Szenerie vor ihm vollkommen entsetzt zu sein. Es dauerte einige Sekunden, bis Gremrags Worte wohl bis zu ihm vorgedrungen waren, doch als er sie vernommen hatte, schien sich Urgroth zu ändern. "WIR LASSEN IHN NICHT ZURÜCK!!" Seine Stimme überschlug sich und sein Schrei übertönte die von Gratzag gerade einmal, doch lag nun kein Stottern mehr in seinen Worten. "ER IST MEIN FREUND! WIR NEHMEN IHN MIT BIS ZUM SCHLUSS!!"

Natürlich hätte Gremrag wissen sollen, dass sich der Jung-Ork so entscheiden würde. Was hatte er den erwartet? Dass er seinen besten Freund sterbend zurücklassen würde? Ihn womöglich noch selbst den Gnadenstoß geben, oder dies jemand anderem überlassen - jemanden, den er zudem erst seit wenigen Tagen kannte. Nein. Urgroths Reaktion war nur verständlich. Gremrag musste nur daran denken, was er wohl machen würde wenn er an seiner Stelle wäre und Akdraga diejenige wäre, die es zu "erlösen" galt. Würde er es tun? Hätte er die Kraft sie aufzugeben, den Willen sie zu töten? Vielleicht mochte es die gnädigere Methode sein - doch sicherlich auch die schwerere.
Wieder einmal musste er diese Entscheidung fällen. Wenn er den verletzten Ork wider des Verstandes und aus Mitleid, Gnade - oder sonst einem edlen Gefühl, dass den Orks im Grunde völlig Fremd zu sein schien - mitnahm, würden sie es womöglich nicht mehr in der vorgegebenen Zeit schaffen. Nokduth konnte schon auf sie alle warten...

Doch es war Akdragas Stimme, die ihn herumfahren ließ: "Gremrag! Dort...auf der Düne" Die Angst in ihrer Stimme schnitt ihnen allen ins Herz und ließ den Ork herumfahren. Ihr Blick war starr und mit vor Entsetzen geweiteten Augen deutete sie in eine Richtung. Gremrag folgte ihren Fingerzeig und erstarrte.



Dort, auf einer kleinen Erhebung inmitten der geraden nächtlichen Ebene stand etwas. Es war nicht mehr als eine Gestalt, deren Umrisse von den immensen Ausmaßen des Dinges zeugten. Ein verirrter Strahl der untergehenden Sonne traf den Schatten und hüllte ihn in ein spärliches Licht, dass jedoch ausreichte, um den Jung-Orks den Schrecken vor Augen zu führen, dem sie so lange zu entkommen versucht hatten.
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Die Smaragdgrünen Schuppen der Riesenechse blitzten im Licht und zeigten so noch einmal den gesamten massigen Körper der Kreatur. Sechs lange, muskulöse Beine an deren Enden spitze Krallen wuchsen, die mit Leichtigkeit Fleisch von Knochen reißen konnten. Gremrag fielen dabei sofort wieder die Spuren von damals in der Höhle und von dem Wagen ein. Das Maul der Echse schien riesig und allein der Gedanke, einen genaueren Blick hineinzuwerfen schien die Glieder der Orks steif werden zu lassen. Langsam bewegte sich der Kopf des Wesens und es schien so, als würden die zwei leuchtenden Augen genau in die Seele der Gefährten Blickten. Der lange schuppige Schwanz wippte hin und her, erstarrte dann aber plötzlich mitten in der Bewegung. Eine lange, gespaltene Zunge zischte aus dem Maul hervor und verschwand im Moment darauf wieder, eine kleine Dampfwolke in der anbrechenden Kälte der Nacht zurücklassend. Langsam beugte sich die Riesenechse vor und schnüffelte am Boden vor ihr. Dabei entblößte sie ihren breiten Rücken, der zwischen den letzten beiden Beinpaaren eine Art Höcker oder Noppen zu haben schien. Doch bevor Gremrag das Wesen genauer untersuchen konnte, begann es langsam - beinahe gemächlich - den Hügel hinunterzustapfen - genau auf sie zu.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Montag 21. Januar 2013, 10:55

Gremrag war erstaunt, wie viel Mut der Ork aufgebracht hat, um ihm das ins Gesicht zu sagen. Er hätte ihm am liebsten mitten ins Gesicht geschlagen, weil er so laut wurde, aber er respektierte die Entscheidung. Er wäre vermutlich auch nicht in der Lage gewesen Nokduth oder Akdraga zu töten. Er legte seine Hand auf die Schulter von Urgroth. "Wir.." Er wurde von Akdragas Stimme unterbrochen. "Gremrag! Dort.. Auf der Düne" Da er sie noch nie so ängstlich gehört hat rannte er sofort zu ihr und konnte seinen Augen nicht trauen. Was war dieses Wesen? Er versuchte sich zu erinnern, ob er darüber schon einmal etwas gehört hat, doch seine Gedanken waren zu wirr, als das er sich konzentrieren konnte, zumal Akdraga nun an seinem Arm zerrte. "Wir müssen hier weg, schnell." Sie drehte sich bereits weg von der Kreatur, doch Gremrag blieb stur stehen. Auch Urgroth machte keine Anstalten zu bleiben und war bereits dabei seinen Freund hochzuziehen. Gremrag jedoch schaute weiter zu der Kreatur, die nun langsam die Düne herunterging. Er ließ seinen Blick schweifen, schaute nach weiteren Schatten. Er versuchte zu spüren, woher der Wind kommt und wie stark dieser ist. "Gremrag, jetzt komm endlich." Akdraga klang verzweifelt. Jetzt drehte er sich zu ihr um. Sein Blick war starr. "Wir haben keine Chance wegzulaufen. Wir sind zu langsam." Er zeigte in Richtung Kreatur. "Ich will lieber in einem Kampf sterben, als beim weglaufen von hinten nieder gestreckt zu werden." Mit diesen Worten nahm er seinen Bogen und legte einen Pfeil auf. Er blickte noch einmal in Akdragas Augen, bevor er sich wieder umdrehte.
Er versuchte die Entfernung so abzuschätzen, das er die Kreatur in Reichweite hat für einen hoffentlich guten Treffer. Bei der Geschwindigkeit müsste ich in der Lage sein, zwei Pfeile abzufeuern. Danach würde er mit seinem Handbeil die Kreatur abzuwehren. Seine Gedanken waren komplett auf den vor ihm liegenden Kampf fixiert und er beachtete seine Umgebung kaum noch. Er hörte seinen Herzschlag und das Rauschen seines Blutes. Er fühlte sich lebendig. Er hatte Angst, aber er war lebendiger als die letzten Tage. Er wartete auf den richtigen Moment um den PFeil fliegen zu lassen.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Montag 28. Januar 2013, 17:44

Die Sonne war nun endgültig untergegangen und allein die wenigen Sterne, die sich hier am Himmel dieser meilenweiten Einöde zeigten, spendeten ein wenig Licht, welches die Szenerie um Gremrag in einen seltsamen Schein tauchte. Es war windstill und kein Geräusch zog sich über die Ebene - kein Insekt, kein ferner Aasgeier oder heulender Kojote wagte es diesen Moment der Stille, den Augenblick in dem der Tag sich der Nacht beugte, zu stören. Selbst Gratzags Wehklagen verebbte, ob nun durch Urgroth erstickt oder durch eine erneute Ohnmacht verstummt.
Einzig und allein das Wesen vor Gremrag schien dieses ungeschriebene Gesetz, dieses stille Einverständnis zu missachten. Sein massiger Körper rieb über den staubigen Boden und verursachte so ein leises Schaben, dass der Jung-Ork noch aus seinem Traum in der Höhle kannte. Seit der ersten Nacht schien sie dieses Monster zu verfolgen, ihre Fährte aufzunehmen die sie ohnehin schon so verbissen zu verbergen versucht hatten. Doch vor dem Berg aus Schuppen und Muskeln hätten sie sich nicht in Sicherheit bringen können. Kein Unterschlupf, kein Versteck hätte sie schützen können. Alles lief auf diesen einen Moment aus - der Gegenüberstellung. Nun würde sich entscheiden, ob Gremrag ein Ork war, oder dieses Privileg nicht verdiente. War es nicht so? Ein wahrer Ork würde nicht vor der Gefahr zurückweichen - in welcher Form oder Intension sie auch drohen würde. Auch wenn er nur einen mickrigen Kurzbogen hatte, welcher vermutlich mit Müh und Not gerade einmal genug Durschlagskraft haben würde, um die dichten Schuppen des Echsenwesens zu durchbrechen. Doch konnte er es auch so verletzen - konnte er es so töten?
"Gremrag, los lauf!" Akdraga hatte sich auf halben Weg den Hügel hinauf umgedreht und verfolgte nun wie gebannt und mit weit aufgerissenen Augen das Schauspiel, dass sich ihr bot. Die Angst in ihnen galt nicht ihr, sondern Gremrag allein. Urgroth versuchte sie mit sich mitzuziehen, doch sie schüttelte ihn ab. "LOOOOS! KOMM MIT UNS!"
Die riesenhafte Echse beachtete sie gar nicht. Ihre im aufkommenden Licht des Mondes funkelnden Pupillen blitzten, als sie sich seitlich schlossen und wieder öffneten. Der Blick war nach wie vor auf Gremrag gerichtet - genauer gesagt auf dessen Kehle. Die gespaltene Zunge stieß leise zischend aus dem Mund hervor und zitterte in der kalten Luft, schien die Angst und die Bestürzung förmlich zu schmecken. Leicht wackelte das Wesen mit dem Rücken, worauf ein Abschnitt eben jenes im Dunkeln seltsam schwenkte. Dabei ertönte ein merkwürdiges Knarzen - beinahe wie das Knirschen von Leder. Immer noch starr auf Gremrag visiert, stapfte das Wesen weiter auf ihn zu, kam ihm immer näher und brachte eine Frage mit sich - wann würde es angreifen?

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Freitag 1. Februar 2013, 14:01

Gremrag fixierte das Echsenwesen. Selbst auf diese Entfernung wirkte es riesig. Das war es jetzt also. Hier entscheidet es sich. Gremrag Gedanken waren auf sein Leben fokussiert. Diese kurze Zeitspanne die er bisher hatte. Hatte er sich richtig entschieden, früher und vor allem hier und jetzt? Er sah sein Leben vor sich, alles was er gemacht hatte, seine beiden Freunde.
"Gremrag, komm mit uns. Lauf!" Er hörte Akdragas Stimme, als wäre diese hinter einem Wasserfall. Es wirkte surreal und fern. Das Blut in seinem Körper strömte und er hatte das Gefühl jede Ader zu merken. Er bemerkte, dass er sich voll und ganz auf den Kampf konzentrierte, sein Blick wurde wie ein Tunnel, die Ränder rötlich gefärbt. "Bringen wir es hinter uns. LOS! GREIF MICH AN!" Die letzten Worte schrie Gremrag heraus, die Anspannung aus seinem Körper herauspressend. Nur noch einige wenige Schritte und das Monstrum war in Reichweite. Das ist das Ende. Gremrag schien es zu wissen und doch wollte er nicht zurückweichen. Er bereitete sich darauf vor, das er nach dem Abschuss des Pfeils zur Seite wegspringen kann, falls die Echse in den Angriff übergeht. Jeder Muskel spannte sich an und Gremrag sah nur noch das Monster und hörte nur noch den eigenen Herzschlag.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. Februar 2013, 17:24

Der Pfeil lag bereit auf der Sehne, welche in Gremrags Händen gespannt, durch dessen Anstrengung leicht zitterte. Der Ork brauchte den hölzernen Schaft nur loszulassen und das Geschoß würde sich auf die kurze Reise machen, die aus dieser Entfernung zielsicher in dem Herz der Echse enden würde. Selbst die harten Hornschuppen würden dem Reptil auf dieser Distanz nicht mehr allzu viel nützen, weshalb die Chancen Gremrags, mit einigermaßen heiler Haut aus dieser Situation zu kommen schon fast wieder in Aussicht standen. Warum hatte ihn das Tier noch nicht angegriffen? Die stämmigen Beine, an denen die Muskeln deutlich zu erkennen waren, waren doch eindeutig dafür geschaffen auf die nahe Beute zu springen, sie zu Boden zu reißen und sie allein unter dem immensen Gewicht des Schuppenkörpers zu begraben. Doch von solch einem Akt der Gewalt war noch nichts zu erkennen, ja fast schien es übertrieben dass Gremrag die Waffe auf die Kreatur richtete. Aber dieser ließ sich nicht täuschen.

Die Spuren der Echse hatte er schon zwei Mal gesehen. Das erste Mal vor der Höhle, ihrem ersten Unterschlupf nach dem die Reifeprüfung erst richtig begonnen hatte. Seit diesem Zeitpunkt an hatte sie die Echse verfolgt - wenn nicht tatsächlich dann zumindest in Gedanken. Die Geräusche die von ihr kamen waren Gremrag schon damals ins Gehirn gebrannt worden und nun, da das Wesen direkt vor ihm stand und das Zischen und Fauchen, das Schleifen und Kratzen nun wirklich Gestalt annahm, kam in dem Jung-Ork die Gewissheit auf, dass dieses Aufeinandertreffen nicht hätte umgangen werden können. Wie groß diese unwirtliche Ebene auch noch hätte sein können - die Echse hätte sie gefunden. Und wenn nicht, dann umgekehrt. Fast schien es, als wäre es ihr Schicksal, es von den Göttern gewollt, dass sich ihre Wege kreuzen mögen. Was für zynische Götter das doch waren...

Auch als sie den merkwürdigen Karren entdeckt hatten, waren die Spuren des Wesens in der Nähe gewesen. Welches Tier auch immer den hölzernen Wagen gezogen - oder den Umhängeriemen nach viel mehr getragen - hatte, musste wohl nun in dem riesigen Magen der Echse gerade verdaut werden. Ansonsten hätte es doch zumindest Spuren einer Flucht geben sollen. Andererseits...an der Stelle wo der Wagen gelegen hatte war auch kein Blut oder andere Anzeichen eines Kampfes zu sehen.
Doch über diese Ungereimtheiten konnte Gremrag sich jetzt nicht den Kopf zerbrechen - nicht mit einer gefährlichen Echse vor seiner Nase die ihn jeden Moment zu verschlingen drohte. Aber schlussendlich geschah alles dann doch anders, als er erwartet hatte.

Das Wesen war nur noch zwei, bestenfalls drei Meter von dem Ork entfernt als mit einem Mal ein leises Zischen von sich gab und sich auf den Bauch niederließ. Die Beine streckte es einfach zur Seite, sodass sich der hohe Rücken des Tieres nach unten neigte. Und auf einmal konnte Gremrag erkennen, um was es sich handelte was ihn zuvor so sehr an der Erscheinung der Echse gestört hatte. Auf dem Rücken des nun fast friedlichen Tieres, zwischen zwei grünen Zacken angebracht, lag ein Sattel, der um den Bauch herum an es befestigt war.

Die Echse hatte nicht das Lasttier des Karrens gefressen. Es war das Lasttier...
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Freitag 8. Februar 2013, 09:36

Gremrag war verwirrt. Erleichtert, aber verwirrt. Die ganze Zeit dachte er, dies ist das Ende ihres Abenteuers. Er entspannte sich und senkte den Bogen ab. Er vergass völlig die anderen beiden Orks, er hatte nur einen Blick für die Kreatur. Er legte seinen Bogen zu Boden und streckte eine Hand Richtung Echse, mit der Handfläche zu ihr gerichtet und näherte sich langsam an, jedoch liess er der Kreatur Zeit und Platz, zu reagieren. Er hockte sich hin so das er ungefähr einen Meter oder etwas weniger von dem Kopf entfernt war und hatte seine Hand zur der Echse gestreckt. Es war gefährlich, aber wenn es wirklich ein zahmes Lasttier war, sollte es ihm möglich sein, das Vertrauen der Kreatur zu erhalten. Akdraga schien stehengeblieben zu sein, da Gremrag keine Schritte mehr hörte. Er traute sich nicht, seinen Blick von dem Wesen zu nehmen, um nach den anderen zu sehen, aus Angst, es könnte die Hand abreissen. "Ruhig, Großer. Was ist denn mit dir passiert?" Er glaubte nicht, dass die Echse ihn verstand, aber er hoffte, seine Stimme würde ihn ruhig halten. Er griff vorsichtig in seine Tasche, um etwas Trockenfleisch herauszuholen. "Hast du vielleicht Hunger?" Er hielt es vorsichtig zu dem Wesen. Hoffentlich was es nicht die falsche Entscheidung. Als er merkte, das die anderen Orks näher kamen hob er die andere Hand um ihnen zu signalisieren, dass sie zurückbleiben sollten.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Sonntag 10. Februar 2013, 18:56

"Ist es...ist es friedlich?"
Akdraga stapfte vorsichtig das Stück Hang hinunter das Urgroth sie zuvor mit Müh und Not hinaufgezerrt hatte. Als Die Echse nur noch wenige Schritte vor Gremrag gewesen war, hatte sie sich einfach losgerissen und war ihm zu Hilfe gerannt. Wie sie das hätte anstellen wollen war wohl ihnen beide ein Rätsel - doch die Tatsache, dass sie ihm nicht einfach den Rücken gekehrt hatte war Gremrag deutlich bewusst.
Die Echse, nun vollkommen friedlich sah den Ork mit ihren schimmernden Pupillen an. Der Blick war auf den Hals gerichtet, doch nun wusste er auch warum. Es war nicht wegen Blutlust und genau so wenig suchte das Wesen nach einem Schwachpunkt, einem ungeschützten Fleck wo es seine Krallen versenken konnte, so wie es der Ork angenommen hatte. Nein, es fixierte starr das schwarze Plättchen das an der Schnur an Gremrags Hals baumelte: Das Amulett von Faldor.
Als es jedoch das Trockenfleisch vor die Nüstern gehalten bekam, änderte sich das blitzartig. Man konnte der Echse ansehen wie gerne sie sich mit einem Mal auf das Fleisch gestürzt hätte. Doch genau das Gegenteil passierte. Ganz langsam streckte sie sich Gremrags Hand entgegen, beugte sich vor und Strich mit der gespaltenen Zunge einmal über das Fleisch, strich dabei auch leicht über die Haut des Jung-Orks. Es kitzelte leicht. Dann öffnete sich das riesige Maul des Wesens und es entblößte eine Reihe von scharf gezackter, blitzender Reißzähne. Ein Biss mit diesem Kiefer und Gremrag würde seine Hand nie wiedersehen.
Aber die Echse schien an diese Art der Fütterung gewohnt zu sein. Vorsichtig, ja beinahe bedacht schloss sich das Maul um einen Zipfel des Fleisches und zog es Gremrag langsam aus der Hand - dann trat es einen Schritt zurück, warf das Trockenfleisch mit einer Drehung des Nackens in die Luft und verschlang es darauf mit nur einem Happs. Das Wesen gab eine Mischung aus Grunzen und Schmatzen von sich, das zweifelsohne von dem Genuss des Futters zeugte. Dann sah es wieder zu dem Ork, schnaufte zufrieden und rieb den Bauch am sandigen Untergrund. Es wackelte sogar mit dem geschuppten Schwanz, was zwar sehr merkwürdig bei einer an sich solch furchteinflößenden Kreatur war, doch nahm es Zugleich alle Angst die es nur wenige Augenblicke zuvor erzeugt hatte.
"Sieht so aus als wurde es von dem Besitzer des Karrens gezähmt. Ich glaube es tut uns nichts..." Bevor Gremrag dazwischen gehen konnte, hatte Akdraga die Hand nach dem schuppigen Rücken des Wesens ausgestreckt. Die Kreatur, die immer noch damit beschäftigt war das Fleisch zu verdauen, schien dem Ork einen kurzen Blick zuzuwerfen. Fast wirkte es so als ob es nach einem Anzeichen suchte, dass dieser Akdraga's Vorhaben missbilligte. Doch dann berührte die junge Ork-Frau vorsichtig die Schuppen des Tieres und der Schwanz begann wieder zu wackeln.
"Es hat einen Sattel" Akdraga strich über die Zacken und begutachtete den ledernen Sitz auf dem Rücken des Wesens. "Glaubst du sie lässt sich reiten?" Sie sah zu Urgroth hinüber der wieder über Gratzag gebeugt saß und zu ihnen hinab spähte. "Vielleicht...schafft er es so noch schnell genug..."
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Mittwoch 13. Februar 2013, 08:35

Gremrags Blick war die ganze Zeit auf die Echse gerichtet. Sein Herz setzte kurz aus, als die Echse das Fleisch nahm. Als Akdraga die Kreatur berührte konnte er sehen, dass diese bereit war zu zu schnappen, jedoch achtete sie auf seine Reaktion. Scheinbar werden die Echsen so dressiert, dass sie auf diejenige Person hören, die das Medaillon trägt. Das ist eine glückliche Fügung. Gremrag sah nun doch einen Hoffnungsschimmer am Horizont. Gerade als er vorschlagen wollte, den Verwundeten auf die Echse zu laden, kam ihm Akdraga zuvor. Jene Ork-Frau, die sich vermutlich zwischen ihn und die Kreatur geworfen hätte. "Ich glaube, dass es funktionieren müsste. Geh und sag den beiden Bescheid, ich komme mit der Echse nach." Gremrag näherte sich vorsichtig und berührte das Monstrum am Hals. "Was ist bloss mit dir und deinem Besitzer passiert, Großer?" Er untersuchte den Körper auf Verletzungen, um sicher zu gehen, das alles in Ordnung ist. Dann führte er die Echse langsam den Hang hinauf. Urgroth wirkte ängstlich und erschrocken, da sie bis vor einigen Minuten noch versucht hatten vor der Echse davon zu laufen. "Ich denke wir sollten versuchen noch etwas weiter zu marschieren und dann ein Lager aufzuschlagen. Mit unserem neuen Begleiter sollten wir wohl nicht mehr soviel Angst haben vor den Kreaturen der Nacht." Mit diesen Worten half er den Verwundeten auf den Rücken der Echse zu legen. Er orientierte sich an den Sternen, zumindestens versuchte er es und dann entschied er sich für die hoffentlich richtige Richtung. Akdraga schien erleichtert und glücklich, dass Gremrag immer noch lebte. Auch er fühlte sich erleichtert und glücklich, da er wußte, dass die junge Ork-Frau ihr Leben für ihn opfern würde. Dies ist ein großer Vertrauensbeweis. Er ertappte sich wieder dabei, wie er sie einfach ansah, ohne wirklichen Grund und er blickte sofort woanders hin, hoffend, dass sie es nicht bemerkt hatte.

Das auf die Echse legen war schwieriger als erwartet, da der Geschirr und der Sattel nicht für verwundete Orks gemacht war und mehr als einmal war dieser heruntergerutscht, die Echse schein sich jedoch nicht daran zu stören, zumal Gremrag ihr noch ein zweites Stück Trockenfleisch von seiner Ration gegeben hatte. Das Schmatzen wirkte unwirklich und erschreckend. Niemals zuvor hatten die drei Orks ein solches Wesen gesehen. Konnte es das Wesen sein, über das sich die Krieger unterhalten hatten? Gremrag glaubte das nicht. Also waren sie immer noch nicht in Sicherheit. Aber sie hatten nun einen neuen Verbündeten.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Montag 25. Februar 2013, 18:57

Das Lispeln der Echse, welches jedes mal ertönte, wenn die gespaltene Zunge ihren Weg zwischen den scharfen Zähnen fand und durch die kalte Nachtluft zischte war zweifelsohne gewöhnungsbedürftig. Ebenso das dumpfe Schaben des massigen Schuppenbauches, den das Wesen über den sandigen Boden schliff. Der Atem der Kreatur ging ruhig und tief, beinahe wie ein Blasebalg der die Luft mit voller Kraft in sich aufzog, nur um sie Sekunden später wieder frei zu geben.
Gratzag saß - oder besser gesagt lag - nun sicher auf dem breiten Rücken und schien erneut in eine tiefe Bewusstlosigkeit gefallen zu sein. Urgroth, der mit unverholenem Argwohn neben der Echse einher ging, fühlte alle paar Augenblicke den Puls seines Freundes und achtete darauf, dass dieser nicht abrutschte und zu Boden viel. Jedes Mal wenn er einen Finger an den Hals oder das Handgelenk des verletzten Ork legte, sah er mit Sorgenvollen Blick zu Akdraga hinüber, die nicht weit neben Gremrag ging. Sie versuchte ihn jedes Mal durch einen Blick oder eine Geste zu beruhigen, doch hatte sie mit der Zeit immer weniger Erfolg dabei. Zumindest legten sie in den folgenden Stunden mehr Weg zurück, als am ganzen vorigen Tag.

"Jetzt schaffen wir es noch auf jeden Fall rechtzeitig." Natürlich schwang da Übermut in Akdragas Stimme mit, doch im Moment gab es eben auch Anlass dazu. Zu lange hatten sie bangen und sich Sorgen machen müssen - sei es nun wegen den Gefahren der toten Ebene oder ihrem gemeinsamen Ziel der Reifeprüfung das noch so weit entfert zu sein schien. Endlich hatte das Schicksal es auch einmal gut mit ihnen gemeint. "Wir brauchen eine Namen für ihn..." Auch wenn sie im Moment wahrlich andere Probleme hatten als die Namensgebung einer Echse, so war diese leichtfertige Nebensache ein angenehmer Gegensatz zum ständigen Geräusch des Wanderns. "Oder ist es eine Sie?" Die Ork bückte sich kurz un spähte unter den Leib der Kreatur, dann kam sie schulterzuckend wieder hoch. "Ich denke es ist ein Er. Ich bin mir aber nicht ganz sicher..."
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Die Augen der Echse verfolgten ihre Bewegungen scheinbar belustigt. Beinahe so, als würde er Akdraga's Vermutung bestätigen wollen, klappte er den Kamm an seinem Nacken leicht auf, dessen glatte Schuppen im Mondlicht hell funkelten. Dann sah das Wesen wieder zu Gremrag hinüber. Etwas im Blick des Wesens sagte dem jungen Ork, dass es klüger war als es den Anschein hatte, dass vielleicht jedes ihrer Worte auch für die Echse einen Sinn ergab. Wer weiß, was dem Tier alles beigebracht worden war, was es alles erlebt hatte? Womöglich stapfte neben ihm der Schlüssel zu all ihren Problemen, ob nun auf Hunger, Orientierung oder Gefahr bezogen. Mit der Echse würden sie es schaffen... irgendwie.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Mittwoch 27. Februar 2013, 08:54

Gremrag war froh, dass sie nun die verlorene Zeit wieder gut machen konnten. Er hatte immer noch Bedenken wegen Gratzag. Zumal Orks Verwundete und Todgeweihte eher zurücklassen, als mitzuschleppen um sie dann zu heilen. "Alles in Ordnung, Urgroth?" der jugne Ork war so sehr damit beschäftigt die Echse nicht aus den Augen zu lassen und seinen Freund auf der Echse zu halten, das er Gremrag beinahe nicht bemerkt hatte. "Ja, alles in Ordnung. Ich hoffe wir schaffen es." Gremrag versuchte ein Lächeln. "Wir haben jetzt zumindestens bessere Chancen." Als er sich wieder nach vorne drehte war sein Lächeln verschwunden. "Was ist los, Gremrag?" Akdraga ging neben ihm und wirkte besorgt. "Gratzag sieht nicht gut aus. Ich kann mir vorstellen, dass der Schamane ihm nicht hilft und wir die Prüfung nicht bestehen, weil wir anstatt ihn zurückzulassen, alles daran gesetzt haben ihm zu helfen." Gremrag starrte bei diesen Worten zum Horizont, als würde dort vielleicht die Lösung ihrer Probleme sein. Er schrak auf, als er die Hand von Akdraga an seinem Arm bemerkte. "Ich glaube du... wir haben das Richtige getan. Warum sollte man Freunde zurücklassen?" Sie lächelte ihn an und er konnte nicht anders als zurück zu lächeln.

"Wir brauchen einen Namen für ihn.." Gremrag war etwas verwirrt, als ihn dieser Satz aus den Gedanken riss. "Oder ist es eine sie?" Die jugne Orkfrau schaute unter die Echse. Gremrag konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Wie wäre es mit Drako?" Er war nie gut im Namen aussuchen und er wusste nicht ob der Name Akdraga gefiel. Obwohl er auch nicht wußte, wieso er so dachte. Die Echse schien ihm zu folgen und nicht ihnen beiden. Aber er wollte sie auch in fast alle Entscheidungen mit einbeziehen. Er fühlte, dass es so richtig war. "Ich denke wir sollten bald rasten.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gestalt » Dienstag 9. April 2013, 04:34

Die Echse war wirklich ein Segen für die kleine Gruppe, den sie gut gebraucht konnten. So kamen sie nicht nur schneller voran, sie lieferte auch gleich noch ein wenig Kurzwheyl. Auch wenn es wahrlich wichtigere Dinge gab. Aber man konnte sich ja nicht nur mit Sorgen und Grübeleien beschäftigen. Alle Wenn und Abers nutzten in der Theorie nichts, sie musste spontan auf die Situation reagieren und gerade jetzt, wo sie einen Verwundeten dabei hatten, wären weitere Zwischenfälle nicht sonderlich wünschenswert.
Adraga hörte Gremrag angespannt zu, und die Sorgen zeichneten sich noch ein wenig mehr im Gesicht des Orks ab.
“Dann …”, setzte sie wirsch an, “… müssen wir dafür sorgen, dass ihm der Schamane hilft … und wenn nicht er, dann jemand anderes, der sich ein wenig in Sachen Heilkunst auskennt!”
Ihr Blick verweilte wieder beim Vergifteten. “Wir können ihn doch nicht einfach so drauf gehen lassen … .” Fast schon flehentlich huschte Adragas Blick umher, auf der Suche nach irgendetwas, was dem armen Tropf helfen konnte.
“Schauen wir mal, wie es sich mit unserer Prüfung dann verhält … darüber können wir uns später noch den Kopf zerbrechen.” Weil sie zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht weiter wusste, beschäftigte sie sich lieber mit der Namenswahl für die Echse. Ein Blick auf die Unterseite hatte keine nennenswerte Erkenntnisse erbracht. Grübelnd blickte sie zur Echse, die immer noch einen äußerst amüsierten Blick aufgesetzt hatte.
“Hm, …”, dachte die Orkfrau laut nach, “… ein passender Name, für ein vermutlich sehr intelligentes Tier …”, fragend blickte sie zu ihrem Begleiter, der den Namen >Drako< vorschlug. Leicht belustigt blickte Draga von Gremrag zur Echse.
”Ähm, … du weißt schon, dass das eine Echse und kein Drache ist?”, foppte sie ihn mit voller Absicht. ”Warum so einfallslos? … wie wäre es mit >Azako< oder >Ragash<?” Noch eine geraume Weile, schlug sie ein paar Namen vor, die sie aufs Geratewohl herausposaunte, wobei nicht immer ersichtlich war, ob diese nun ihrer Fantasie entsprungen waren oder tatsächlich jemanden gehörten. Zwischendurch ließ sie es sich aber nicht nehmen, nach dem Verwundeten zu schauen.
Der Weg durch die tote Ebene konnte man schon fast als trostlos bezeichnen. Nur selten änderte sich das Landschaftsbild, dennoch war der Landstrich unverkennbar, wenn auch etwas fruchtbarer, wie der Rest, durch den sie gekommen waren. Wenn die kleine Truppe die Augen offen hielt, konnten sie hier und dort zwischen zerklüfteten Felsen und aufgesprungenen Boden, ein kleines Rinnsal ausmachen, was sich seinen Weg gebahnt hatte. Vielleicht wäre es ja sogar an der Zeit, eine kleine Verschnaufpause einzulegen?! Das hatte immerhin den Vorteil, dass alle sich etwas erquicken konnte und wo Wasser war, war Beute meist nicht fern. Selbst einige Pflanzen wuchsen hier, wenn gleich sie natürlich wie fast überall eher mickrig aussahen und in Bodennähe krebsten, anstatt sich gen Himmel auszubreiten.
Adragas Blick fiel mehrmals auf eben jene Stellen, wo das Bisschen Wasser zu sehen war.
”Was denkst du, sollen wir eine Pause riskieren?” Hoffnungsvoll blickte sie zu Gremrag. ”Es könnte sogar sein, dass eine der winzigen Pflanzen dort, ihm helfen könnte”, schlug sie vorsichtig vor. Bevor einer der Anwesenden Einwände erheben wollte, hob sie eine Hand. ”Ich weiß, ich kenn mich damit nicht wirklich aus …aber ein Bisschen was, habe ich auch aufgeschnappt … lass es uns wenigstens versuchen!”
Adraga wollte es drauf ankommen lassen, was hatte der arme Schlucker schon noch groß zu verlieren?!
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Donnerstag 11. April 2013, 08:27

Es amüsierte Gremrag ein wenig, dass Akdraga sich solche Gedanken um den Namen macht. "Wenn es dir so wichtig ist, werden wir versuchen einen schönen Namen zu finden. Hoffentlich müssen wir ihn nicht ändern, wenn wir feststellen er ist doch eine sie." Der Wind frischte erneut auf und kündigte die Nacht an. Der verwundete Ork stöhnte wieder auf. Hoffentlich übersteht er es. Gremrags Laune sank etwas. Was wenn die Ältesten entscheiden in zu töten? Dann war alle Mühe umsonst. "Alles in Ordnung mit dir? Er schaute zu der Ork-Frau, in ihren Augen konnte er Sorge erkennen. "Ja, es ist nur, was passiert, wenn wir nicht genug Trophäen haben oder die Ältesten entscheiden, dass er nicht leben soll?" Nun konnte er sehen, dass sich auch Ihre Laune verschlechterte. Die Orks gingen neben der Echse her, nun schweigend. "Könnten die Kräuter dort ihm nicht helfen?" Scheinbar versuchte sie sich an jeden Strohhalm zu klammern, den sie finden konnte. "Wir sind keine Schamanen, aber wir können es versuchen." Gremrag rannte zu dem kleinen Gewächs und rupfte es heraus. Als er das Wasser sah probierte er einen kleinen Schluck und spuckte es wieder aus. Er lief zurück zur Gruppe."Ich glaube in dem Wasser liegen ein oder zwei Kadaver. Wir werden weiterziehen müssen." Er konnte den Unmut förmlich spüren. Es lagen somit weitere Stunden Fussmarsch vor ihnen.

"Das sieht nach einem guten Platz aus." Gremrag deutete auf eine Senke, die von einigen Steinen umgeben war. "Dort sollten wir etwas Schutz vor dem Wind finden. Er führte die Gruppe in den kleinen Bereich und half die Echse zu entladen. Er fütterte sie und direkt danach hatte sich die Echse eingerollt und schlief. Er tätschelte die Flanke und ging dann zu den beiden anderen Orks. "Wir kommen gut voran. Ich mache mir nur Sorgen um deinen Freund." Urgroth fühlte sich unwohl. "Wir lassen ihn nicht zurück." Der Ork zitterte, da er wußte, er hätte keine Chance gegen die beiden anderen. "Wir sind jetzt so weit gekommen, wir werden ihn nicht zurücklassen." Er drehte sich zu Akdraga. "Lass es uns mal mit den Käutern versuchen. Mach aus diesen einen Brei und wir verteilen es auf der Wunde." Sie nickte und ging los den Brei vorzubereiten. Hoffentlich klappt alles.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gestalt » Freitag 19. April 2013, 01:51

Die Orkfrau war doch dankbar dafür, dass Gremrag auf das Gespräch einging. Wenn gleich es sie doch etwas amüsierte, dass dieser den Grund dafür nicht erkannte, also beschloss sie, ihn dahingehend aufzuklären.
”Nicht wirklich wichtig, aber es lenkt mich von den Sorgen ab …” erklärte sie ihm schmunzelnd. “… und ich finde, die Echse hat einen wachen , intelligenten Blick … da gehört sich dann auch ein Name.” Sie zuckte mit den Schultern, weil es ihr egal war, was jemand anderes darüber dachte. “ … und wenn es zu mühselig ist, ihr noch einen zweiten Namen zu geben, dann suchen wir doch von vorne herein einen aus, der für beide Geschlechter gut ist.” Akdraga warf ihm einen feixenden Blick zu und schüttelte leicht ihren Kopf.
Dann murmelte sie etwas unverständliches und schritt ein wenig von der Gruppe weg, um ein Bisschen das Gelände im Auge zu behalten. Nach Gremrags Aussage, war das Wasser ungenießbar, aufgrund eines Kadavers. Das zumindest, ließ darauf schließen, dass es hier vielleicht einen Kampf gegeben hatte. Das, war das Letzte, was sie jetzt noch gebrauchen konnten. Zumindest konnte sie nichts in der unmittelbaren Umgebung ausmachen, hier schienen sie die einzigen Humanoiden zu sein, die sich ihren Weg durch die Ebene kämpften.
Als sie wieder zurückkam, sah sie, dass Gremrag bereits eine der Pflanzen herausgerissen hatte. Ungläubig schüttelte sie den Kopf und nahm ihm das Grün ab. Sie betrachtete sich ´das ’Heilkraut’ und seufzte dann.
”So geht man doch nicht mit einem wertvollen Gut um … du hast sie beinahe zerstört …”, setzte sie leicht ungehalten zu einer Erklärung an. ”Das Kraut bringt uns nichts mehr, wenn es erst verwelkt ist und alle seine Heilfähigkeiten eingebüßt hat”, erläuterte sie weiter und ignorierte den fragenden Gesichtsausdruck der Anderen. Vielleicht war es auch Unverständnis, aber das machte hier kaum einen Unterschied. Ihr Weg führte sie zum schmalen Rinnsal zurück, wo die Pflanze grob entfernt worden war, dort setzte Adraga die Pflanze allerdings wieder ein, in der Hoffnung, dass sich diese dort erholen würde. Dann griff sie einen von ihren Lederbeutel, füllte den mit mehr Sand und etwas Erde und machte sich dann daran eine der unversehrten Pflanzen vorsichtig zu entfernen und in den Beutel zu betten. Zufrieden mit ihrer Arbeit, kam sie schnellen Schrittes zur kleinen Gruppe zurück und gemeinsam machten sie sich auf den Weg, einen besseren Rastplatz und vor allem, sauberes Wasser zu finden.
Nach weiteren Stunden des Fußmarsches, hatte Gremrag dann endlich einen geeigneten Platz gefunden.
Akdraga machte sich sogleich daran, zuerst die Pflanze zu wässern, damit diese besser zu Kräften kommen konnte. In der Zwischenzeit sah sie nach dem Verletzten und verbrachte Minuten damit, diesem Wasser einzuflößen und die Wunde zu säubern. Zum Glück war der arme Kerl im Delirium, so dass er wenig mitbekam. Gremrag wollte ihr bei der Versorgung helfen, wobei sie das auch ganz gut alleine hinbekam, vielleicht war er ja für eine andere Sache offen.
”Gremrag, ich habe da zwischen einigen Felsen Exkremente gefunden … noch nicht sonderlich alt … was denkst du, könnten die Tiere weit gekommen sein?” Akdraga ließ es extra wie einen Vorschlag klingen, dass er auf die Suche nach Nahrung ging, sie wollte ihn immerhin nicht verprellen oder verärgern. ”Oder du machst vorher schon mal Feuer … suchs dir aus.”´Damit nahm sie den bepflanzten Beutel, stellte diesen auf einem Felsen ab und ´machte sich anno daran, vorsichtig eine kleine Menge der fleischigen Blätter abzusammeln. Es war immerhin nicht verkehrt, so eine Pflanze bei sich zu haben. Eine flache Mulde in einem Stein spülte die Orkfrau gründlich aus, gab die Blätter dorthinein und zerdrückte sie dort. Die so entstandene Paste befreite sie von den groben Blattreste, um sie dann vorsichtig auf die entzündeten Wunde zu geben. In Ermangelung an sauberen Stoffresten, deckte sie das Ganze mit größeren Blätter ab.
Nun musste das grüne Zeug wirken und den anderen Orks blieb fast nichts anderes übrig, als zu warten oder sich den üblichen Aufgaben, die so während einer Rast anfielen, zu widmen.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Sonntag 28. April 2013, 09:15

Gremrag schaute etwas verwirrt zu Akdraga. Scheinbar hat sie in den letzten Tagen Mut gefasst, Verantwortung zu übernehmen. Er nickte bloss und ging zu Urgroth. "Du machst Freuer und verteil das Trockenfleisch." Mit einem Blick zu der Echse fügte er hinzu. "Sei vorsichtig bei Ragash, er kann aus Versehen deinen Arm abbeißen." Mit einem Lachen ging Gremrag los und untersuchte die Felsen, ob er Spuren sehen kann. Nach einigen Minuten konnte er Spuren ausmachen und folgte Ihnen. Es sah, als wären es ein oder maximal zwei Tiere.

Es dauerte beinahe eine Stunde bis er die Beute aufgespürt hatte. Vor ihm konnte er eine Kreatur ausmachen, die sich in eine Erdkuhle gelegt hatte. Er spannte seinen Bogen, zielte und liess den Pfeil fliegen. Gebannt folgte er der Flugbahn und bereitete einen zweiten Pfeil vor. Gebannt wartete er und sah, dass der Pfeil genau getroffen hat. Die Kreatur hatte nicht den Hauch einer Chance. Lächelnd verstaute er den Pfeil und den Bogen. Hoffentlich war genug an der Beute dran. Gremrag konnte Trockenfleisch nicht mehr sehen und freute sich auf ein Stück richtige Nahrung. Er zog sein Messer und ging zu dem leblosen Körper. Er schnitt den Körper auf und entnahm Magen und Darm, da diese meist unappetitliche Inhalte hatten, der Rest jedoch war schmackhaft und so machte er sich auf den Rückweg.

Es dauerte einige Zeit, bis er den Lagerplatz wieder erreicht hatte. Er konnte das Prasseln des Feuers hören und sah Akdraga, wie sie ihm freudig entgegen winkte. Er sah den anderen Ork bei seinem verwundeten Freund sitzen und auf ihn einreden. Scheinbar ging es ihm nicht besser. "Hat deine Behandlung geholfen? Er sprach leise zu der Orkfrau, damit sie nicht gehört wurden. "Ich... weiss es nicht. Ich hoffe es." Sie drehte sich zu den anderen beiden Orks um. "Wir brauchen unseren Schamanen." Gremrag nickte. Er ging zum Feuer und begann das Tier auszunehmen und zu zerteilen. "Wir machen nur eine kurze Rast und versuchen noch etwas weiter zum Dorf zu kommen. Akdraga nickte und ging zu dem anderen Ork um es ihm mitzuteilen. Gremrag blickte zum wolkenbehangenen Himmel. Hoffentlich machten Sie das richtige.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 3. Juli 2013, 02:38

Gremrag hatte sich gut in der kleinen Gruppe als eine Art Anführer bewährt und die Anderen befolgten meist ohne Kommentar, seine Anweisungen. Vermutlich hatte er diesen ‘Posten’ nicht mal gewollt, aber unverhofft kam ja oft und wer wünschte sich nicht Mitstreiter, die als Überzeugung und freiem Willen bei einem blieben. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass Urgroth das tat, wie ihm geheißen wurde. Er stand auf und schlenderte schon fast, zu dem Beutel mit dem Trockenfleisch. Es gab weiß Gott bessere Nahrung, aber noch hatten sie nichts anderes zur Verfügung. Nach Gremrags Warnung, bekam dieser nur einen schiefen Seitenblick und leicht abfälliges Schnauben zu hören.
Gremrag konnte sich dann endlich auf den Weg machen, nach Beute Ausschau zu halten, die erforderlichen Spuren hatte er ja immerhin entdeckt. Da er ein geübter Jäger war und sich in der Wildnis ganz gut auskannte, hatte er keine großen Schwierigkeiten, sein Opfer zu finden. Er gab sich sogar ein wenig Mühe, weil er weder Lust auf dieses Lederlappen namens Trocken Fleisch hatte, noch dass er seiner Beute hinter her rennen wollte. Lieber gut vorbereitet und ausgeführt, wie das man es nachher bereute und er sollte belohnt werden. Der Pfeil saß, der Wind war günstig und der Urgeist hatte es gut mit ihm gemeint, der Pfeil traf voll ins Schwarze. Die Beute entpuppte sich als eine ziemlich große Echse. Nicht so groß, wie ihr Begleiter im Lager, aber doch ansehnlich groß, dass auch alle seine Weggefährten davon zehren könnten. Ohne groß auf seine Umgebung zu achten, machte er sich dann an Ort und Stelle daran, dem Tier erstmal den Gnadenstoss zu geben, er hielt immerhin nichts von sinnloser Gewalt oder Folter und Qualen, was durchaus eine gewisse Seltenheit in seinem Volk war.
Das Ausnehmen war auch kein Problem und alsbald befand Gremrag sich wieder auf dem Weg zurück zum Rastplatz. Bisher war alles ruhig gewesen und auch die jetzige Umgebung schien ziemlich einsam zu sein. Nichts deutete darauf hin, dass es hier allzu große Tiere gab, geschweige denn, dass andere Humanoide hier lebten oder sich nieder gelassen hatten.
Der Teil der Ebene, durch den Gremrag gerade wanderte, war überwiegend mit Gräsern und Flechten bewachsen, wohl Dank des kleinen Rinnsals, was er zuvor entdeckt hatte.
Keine Stunden später, traf er wieder im Lager ein. Zuerst ließ er aber die Nahrung Nahrung sein und wollte Neues vom Verletzten hören. Die Suche hatte ihm war kurzfristig die Gedanken daran genommen, aber dauerhaft ging es dann doch nicht. Akdraga war gerade wieder dabei, dem Notleidenden, mit kühlem Wasser getränkte Leinenstücke auf den glühenden Körper zu legen. Ihr Gesicht sah aber nicht mehr so angespannt aus, wie vorher. Auch wenn Gremrag keine Besserung erkennen konnte. Sie lächelte ihm zu, wie er sich zu ihr gesellte.
”Es hat zumindest so viel gebracht, dass es ihm nicht schlechter geht”, erläuterte sie leise und wechselte das Tuch auf der Stirn. ”Ich habe es sogar geschafft, ihn kurz zu wecken, damit er Flüssigkeit zu sich nehmen konnte. Nichts desto Trotz, braucht er bessere Hilfe.” Das sagte sie weder anklagend, noch vorwurfsvoll. Akdraga wusste, dass Gremrag sich bemühte und alles in seiner macht stehende tat, damit deren Begleiter den Transport überlebte. Immerhin konnten sie jetzt etwas aufatmen. Trotzdem regten sich Zweifel in Gremrag und er fragte sich schon wieder, ob sie alle das Richtige taten. Bevor er jedoch allzu sehr ins grübeln verfallen konnte, erregte Urgroth seine Aufmerksamkeit. Dieser kam breit grinsend herüber.
”Du hättest die tote Echse nicht in die Nähe von Ragash liegen lassen dürfen”, lachte er laut auf. ”Ich hab bisher nicht gewusst, dass Reptilien so viel Mimik aufweisen können”. Urgroth war noch immer am Lachen. ”Ich bin mir sicher, dass er erst ziemlich verdattert geguckt hat. Dann hab ich ihn damit aufgezogen und jetzt hat er sich beleidigt bei Seite gedreht”, klärte er den vermutlich verdutzt drein blickenden Gremrag auf. ”Ich glaube, er nimmt es uns Übel, dass wie einen seiner artverwandten verspeisen wollen. Sei es drum, ich hab das Ding übers Feuer gehangen.” Wenn Gremrag darauf achtete, konnte er auch schon die ersten duftenden Schwaden köstlich gebratenen Fleisches rochen. Aber, irgendetwas war seltsam. Bevor sie sich alle dem Speisen hingeben konnten, wirkte es fast so, als ob etwas nicht stimmen würde. Wenn Gremrag sich darauf konzentrierte, konnte er merken, wie sich seine Nackenhaare aufstellten … war Gefahr im Verzug? Wenn er seinen Blick wachsam schweifen ließ, war ums Lager herum nichts zu erkennen, oder etwa doch?! Hatte er dort hinter den Felsen einen Schatten gesehen? Eine Staubwolke verzog sich … und dort war nichts, … hatte er sich also getäuscht?! Oder verlangte diese Gott verlassenen Ebene bereits ihren Tribut?!
Mit einem alarmierendem Rufen nach seiner Person, wurde er jäh aus seinen Gedanken gerissen. Akdraga hatte seinen Namen gerufen und wenn er sich zu ihr umdrehte, konnte er sehen, dass sie auf eine große Felsenformation in Richtung Südwesten zeigte, die keine 50 Schritt von ihnen entfernt war.
Das Schlimme daran, auf dem höchsten Punkt, befand sich eine unangenehme Kreatur, es hatte große Ähnlichkeiten mit einer Sandkatze, war jedoch um einiges größer und besaß ein äußerst ausgeprägte Gebiss. Wenn Gremrag richtig vermutete, müsste dieses Vieh eine Schulterhöhe von seinem Kopf haben. Die schlitzförmigen Pupillen blickten drohend ins Lager und es witterte, offenkundig auf der Suche nach beute. Ob es nun der vor sich hin bratenden Tierkadaver oder die anwesenden Orks waren, vermochte keiner so genau zu sagen. Jetzt hatten sie ihren Kampf, mit einem ernst zunehmendem Gegner. Aber Gremrag war ja nicht allein. Urgroth hatte sich bewaffnet und stand etwas 10 Schritt von ihm entfernt, bereit zu zu schlagen. Akdraga hatte sich ebenfalls bewaffnet und vor Gratzag in Position gebracht. Entgegen allen Erwartungen, sollten sie wohl auch noch zusätzlich Hilfe von Ragash bekommen, zumindest zischte die Riesenechse bedrohlich zum Eindringling hoch.
Nun war es soweit, wieder einmal konnte Gremrag ihnen zeigen, zu was er fähig war.
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