Die Reifeprüfung

Dieses leblose Gebiet liegt im hohen Norden. Es ist unfruchtbar und die Pflanzen, die dort wuchern, sind genau so leblos wie das Land. Die dunkle Stadt Morgeria wurde inmitten dieser Ebene erbaut, aber auch ein Orkdorf befindet sich dort.
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Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Donnerstag 4. Oktober 2012, 22:35

Das Aussetzen

Keiner der Jung-Orks sagte etwas. Es war eine Anspannung in der Luft zu spüren. Die Krieger führten die Gruppe immer weiter weg vom Ork-Dorf. Die Richtung wurde immer wieder geändert, um zu verhindern, dass die Prüflinge sich den Weg einfach so merken konnten. "Wie weit denn noch?", hörte man einen der Krieger fragen. "Wir wollen es den Kleinen doch nicht zu einfach machen." Alle drei fingen an zu lachen. Sehr komisch, dachte sich Gremrag und konnte gerade noch die Balance halten, als er über einen etwas größeren Stein stolperte. Hinter sich hörte er nur das dumpfe Geräusch eines auf den Boden aufschlagenden Ork-Körpers. "Einen Fuß vor den anderen setzen, Junge." Das Gelächter dauerte noch einige Minuten an, bevor alles wieder ruhig wurde. Gremrag versuchte gar nicht erst die Augenbinde zu verschieben. Dem letzten hatten Sie fast den Arm gebrochen.
Der vierte Tag geht zu Ende und es setzte wieder leichter Regen ein. Die Gruppe verteilte sich wieder etwas, als der Marsch für den Abend gestoppt wurde. Akdraga und Nokduth setzten sich wieder in seine Nähe. "So langsam sollte es soweit sein." Beide grunzten zustimmend. Er hatte immer wieder versucht die Richtung zu bestimmen, jedoch war die Sonne nicht stark genug und durch die ständigen Richtungswechsel war die Verwirrung komplett. "Wir sollten versuchen zu schlafen. Es wird bestimmt nicht leicht." Einer der Krieger warf den Dreien jeweils eine Ration zu. Während der Prüfung würden die Jung-Orks genug beweisen, dass sie für sich sorgen konnten, da gab man ihnen zumindest die letzten Tage etwas Ordentliches.
Nach dem Essen legten sich alle hin, nur die Begleiter hielten Wache. Noch während er versuchte, sich etwas für den Rückweg zu überlegen schlief er ein.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Freitag 5. Oktober 2012, 20:48

Die Nacht legte sich über die tote Ebene wie ein tiefschwarzer Umhang aus Seide der über einen Käfig gezogen wurde. Die Strahlen der Sonne, die von die Ork-Jünglinge durch ihre engen Augenbinden nur als schwaches rötliches Schimmern wahrgenommen worden waren, wichen dem silbrigen Glanz des Mondes, welcher die karge Landschaft in ein magisches Licht tauchte. Ein rauer Wind wehte über die karge Fläche und ließ die Jung-Orks, die in einem unregelmäßigen Abstand eingerollt auf dem harten sandigen Untergrund lagen frösteln.

Für Gremrag aber, war der felsige Boden nach dem entbehrungsreichen Tagesmarsch eine wahre Wohltat. Jedoch fand er es auch um einiges schwieriger als die anderen Jung-Orks eine halbwegs entspannende Position einzunehmen, da an seinem Körper mehrere Gegenstände versteckt waren die ihn an einigen Stellen ziemlich unangenehm drückten. Dennoch beruhigte es ihn auch zu spüren dass seine „Schätze“ immer noch bei ihm waren. Das schartige Handbeil lag direkt an seiner Brust und an seinem breiten Rücken war der Bogen verborgen, allein von der Spannkraft der groben Lederweste an der Stelle gehalten. An einem seiner Beine waren sechs Pfeile mit einem Seil angebunden und in seinem Stiefelschaft steckte ein kleines, aber zweifellos scharfes Messer. Es grenzte fast an einem Wunder, dass die drei Ork-Krieger die unerlaubte Ausrüstung noch nicht entdeckt hatten.

Diese aber waren im Moment mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Während Gremrag langsam die Augen zufielen, konnte er einige Worte der drei Orks aufschnappen, die der Wind von dem kleinen Feuer, dass sie sich ein paar Schritte entfernt entfacht hatten zu ihm herüberwehte.

„ Wer von den Zecken glaubst du hat Chancen wieder zurückzukommen?“ Die Stimme des Orks war tief und dröhnend. Er war es, der einen der Jung-Orks fast den Arm gebrochen hatte. „ Machst du Witze? Nach dem was die Jäger letzte Woche erzählt haben? “ Der schrille Gegenpart des brutalen Orks wirkte ungläubig. „ Na und? Dann haben sie eben ein totes Ka Gosh gefunden, was heißt das schon? “ Den Ork mit der hohen Stimme schien das zu brüskieren: „ Das sagst du nur weil du von der Jagd keine Ahnung hast! Ein Ka Gosh ist riesig, kein anderes Tier würde es wagen es anzugreifen! Und trotzdem haben sie eines gefunden, vollkommen zerfetzt. Es waren fast nur die Knochen übrig. Die überleben da draußen keinen Tag wenn dort so ein Monst... “ „ ICH SOLL NICHTS VON DER JAGD VERSTEHEN?!“ brüllte sein gegenüber und sprang auf. „ Na warte! “ Die Prügelei zwischen den beiden und das anstachelnde Lachen des dritten Kriegers bekam Gremrag nicht mehr mit, denn da war er schon längst ins Land der Träume übergewechselt.

„ DU! Steh auf! “ Ein Fußtritt traf ihn unsanft in die Seite und ließ ihn hochfahren. Den morgendlichen Schlaf noch aus den Augen blinzelnd, sah Gremrag den hellen Schein des Sonnenlichts durch seine Augenbinde. „ Mach dich fertig! “ Die Stimme des Orks klang irgendwie merkwürdig, fast so als hätte er eine gebrochene Nase. Sein Verdacht bestätigte sich, als er ihn wieder anstieß. „ Los! Wir ziehen weiter! “
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Samstag 6. Oktober 2012, 09:53

Der morgendliche Weck-Tritt erwischte ihn mal wieder an der gleichen Stelle. So langsam gewöhnte Gremrag sich daran. "Wie weit denn noch?" seine Stimmte klang ausgetrocknet. Er fror ein wenig. In der Nacht schien ein trockener, kühler Wind aufgezogen zu sein. "Du kannst es wohl kaum erwarten. Mal sehen wie lange du durch hältst.“ Die Wache lachten heiser. Von den anderen Jung-Orks hörte man nur hier und da ein wenig Gemurmel oder leises Fluchen. Man hörte wie sich alle aufrappelten und sich langsam in Bewegung setzten.

„Gremrag?“ Akdragas Stimme drang flüsternd zu ihm. Er drehte sich leicht um, damit er sie besser hören konnte. „Was ist?“ es klang rauer als er beabsichtigte. Man hörte in Ihrer Stimme Verunsicherung. Sie hatte schon immer einen ängstlicheren Charakter und wäre bestimmt nicht soweit gekommen, wenn Nokduth und er sich nicht um sie gekümmert hätten. Manchmal fragte er sich, ob die Orks die Reifeprüfung und Aufzucht der Jung-Orks nicht anders handhaben sollten. „Bist du sicher, dass wir es schaffen werden?“ Noch bevor er etwas erwidern konnte, hörte er Nokduth Stimme. „Sicher. Gremrag und ich sorgen schon dafür, dass du es zurück schaffst.“ Gremrag musste innerlich lachen. Nokduth. Der Ork, der sich bisher immer wieder selber in Gefahr gebracht hat, wollte auf jemanden aufpassen. „Wir drei werden es schon schaffen.“ Er versuchte Zuversicht in seiner Stimme klingen zu lassen. Er dachte nach. An die letzten Jahre. Es waren eigentlich immer nur die Beiden um ihn herum. Der Rest war entweder bei Nuzhakk oder unter sich. Aber die meisten Orks umschwärmten Nuzhakk wie Motten. Gremrag fühlte sich mit Nokduth und Akdraga wie mit Geschwistern verbunden.

„Wir sind da!“ Die Stimme donnerte über die Gruppe hinweg. Gremrag wollte gerade die Augenbinde abnehmen, als er einen Schlag auf den Kopf bekam. „Wirst du wohl warten, bis wir weg sind.“ Einer der anderen Krieger stapfte durch die Gruppe und man hörte hier und da die Kopfnüsse. „Wenn die Sonne kurz vorm Horizont ist, nehmt die Binden ab. Ab da seid ihr auch euch gestellt. Wer nicht zurück kommt, wird nicht vermisst werden.“ Wieder Gelächter der Krieger, das langsam leiser wurde und man hörte sich entfernende Schritte.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Sonntag 7. Oktober 2012, 12:26

Gremrags Kopf schmerzte immer noch leicht, als von den Kriegern schon nichts mehr zu hören war. Mehrere der Jung-Orks, hatten versucht ihre Augenbinde zu lockern, um einen Blick auf die drei Orks zu erhaschen. Sicherlich würde es ihnen doch irgendwie helfen zu wissen, in welche Richtung ihre drei Führer gegangen waren, ja vielleicht sogar den Weg nach Hause zeigen. Doch die meisten Orklinge machten sich da keine falschen Hoffnungen. Natürlich würden die drei Krieger nicht den direkten Weg zurück ins Orkdorf nehmen und die Zeit, die sie nun hier warten mussten, nutzen um ihre Spuren zu verwischen. Den Jung-Orks würde keine Hilfe zuteil werden, so war es schon seit jeher gewesen...

Das Schweigen, welches geherrscht hatte als alle angestrengt auf die Schritte und Unterhaltung der drei Krieger geachtet hatten wurde von dem Tuscheln von mehreren Jung-Orks gestört. Die ganze Reise über hatten sie nicht untereinander reden dürfen, doch nun, da ihre Aufpasser sie verlassen und sich selbst überlassen hatten, schien dieses Verbot nicht mehr zu gelten. Gremrag meinte die verschiedensten Emotionen in den Stimmen der anderen zu erkennen, doch bei jedem schien dieselbe vorherrschend zu sein: Unsicherheit. Angst war für einen Ork selbstverständlich undenkbar, dieses Gefühl jedoch, kam dem was er aus den zischenden Gesprächen herauszuhören meinte schon ziemlich nahe. Auch dachte er Nuzhakks Stimme aus einem Gewirr etwas weiter weg von ihm herausgehört zu haben. Er konnte sich direkt vorstellen, wie er und seine Gruppe von Schlägern schon Pläne schmiedeten.

„Gremrag, bist du das?“ Er erkannte Akdragas heisres Flüstern und spürte ihre tastenden Finger an seiner Schulter. „Nokduth! Bist du auch da?“ „Direkt neben dir“ kam die knappe Antwort von einer Stelle direkt neben Gremrag. Nokduths Stimme hatte einiges an Selbstbewusstsein verloren und schien angespannt zu sein. Alle drei sahen sie hoch zum Himmel, während die Sonne, für ihre Augen unter den festgezogenen Binden nur ein kleiner roter Punkt, langsam hinter einem der Berge versank. „Und?“ fragte Akdraga unschlüssig, während sie unbewusst nervös an Gremrags Lederweste herumnestelte. „Wie sieht unser Plan aus?“
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Montag 8. Oktober 2012, 11:54

Gremrag nahm langsam die Augenbinde ab. Obwohl die Sonne bereits fast untergegangen war, musste er mehrmals blinzeln. Er drehte sich ein paar mal um, um sich zu orientieren. Er konnte die anderen Orks sehen. Die meisten um Nuzhakk herum oder aber in einer anderen kleineren Gruppe. Nokduth und Akdraga standen bei ihm und haben die Binden auch abgemacht. Die Diskussionen der anderen Orks drehten sich nur um die Richtung, in der sie in die tote Ebene gehen sollten. "Wir sollten versuchen einen Unterschlupf zu finden. Im Dunkeln durch die Ebene zu wandern halte ich für unklug und gefährlich." Gremrag hatte genug Geschichten von den Kriegern und Jägern aufgefangen um zu wissen, dass es manchmal besser war, nicht mitten in der Nacht einem der Tiere zu begegnen. "Sollten wir nicht lieber mit den anderen zusammen bleiben?" Das Ork-Mädchen hatten wieder die Unsicherheit der letzten Jahre in der Stimme. Seit Gremrag und Nokduth ihr halfen, besserte es sich, aber nun schien sie wieder zu nervös zu sein. Auch Nokduth wirkte verunsichert. Gremrag versuchte sich zu orientieren. Vielleicht kann ich die Berge erkennen. Sein Stirnrunzeln schien die anderen Beiden nicht zu beruhigen. "Du sagtest du hättest einen Plan?" Man konnte Furcht und ein wenig Wut in den Augen des Ork-Jungen sehen. Gremrag Miene verhärtete sich. "Ihr könnt ja mit Nuzhakk mitgehen, wenn ihr mir nicht vertraut." Innerlich zuckte er zusammen. Er wollte nicht so forsch klingen. Er fing an seine Sachen aus den Verstecken zu holen und machte sich bereit los zu gehen. Die übrigen Orks folgten Nuzhakk zurück in die Ebene. Akdraga und Nokduth sahen ihnen nach und man merkte, dass sie lieber bei Gremrag blieben, als sich dem Schlägertrupp auszuliefern.

Nach einiger Zeit, die Sonne war nun komplett verschwunden und hatte einer dunklen, windigen Nacht Platz gemacht, fanden die Drei eine kleine Höhle. Der Staub, der aufgewirbelt wurde, brannte in Augen und Nase. "Wartet hier." Gremrag zog sein Beil und ging vorsichtig in die Höhle. Die Luft war angenehm, keine Verwesung. Ein gutes Zeichen, da somit kein Jagdtier hier Unterschlupf gesucht hatte. Er pfiff und kurz darauf erschienen die Anderen in der Höhle. Sie machten es sich an einer Wand bequem. "Glaubst du wirklich wir schaffen es?" Akdraga klang zweifelnd und müde. "Natürlich. Nokduth und ich sorgen dafür, dass du ins Dorf zurückkommst." Noch bevor er mehr sagen wollte hörte er schon das unverkennbare Schnurcheln zweier schlafender Orks. "Ich sollte wach bleiben. Wer weiss, was heute nacht passieren kann." Jedoch waren seine Augen zu schwer und kurz darauf schlief er ein.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 9. Oktober 2012, 06:22

Es war schon merkwürdig, dass sich trotz der Abwesenheit der erwachsenen Orks doch jeder der Jung-Orks an die Regeln hielt. Denn erst als die Sonne schon fast verschwunden war, griffen sie hinter ihren Kopf und lösten die Binden. Nicht die Angst vor einer Strafe ließ se so handeln, vielmehr eine Art Achtung für die Riten und Bräuche ihres Volkes - auch wenn sie noch so rau und herzlos ihnen gegenüber waren. Sie hatten nun endlich Zeit sich zu beweisen, den Erwachsenen es endlich zu zeigen, dass sie sich einen Platz an ihrer Seite verdient hatten. Keiner wollte diese Gelegenheit zunichte machen.

Als Gremrag sich blinzelnd umsah, waren die Ork-Jünglinge schon im Begriff sich in lose Gruppen zu versammeln. Es war ein seltsames Schauspiel: Orks, die zuvor kein Wort miteinander gewechselt hatten, standen nun nebeneinander und schienen sich energisch zu beraten. Einige von ihnen standen nach wie vor alleine da, sahen scheu zu den anderen Gruppen und machten alles in allem einen ziemlich erbärmlichen Eindruck. Und natürlich war da noch Nuzhakk's Horde, die größte der Gruppen, bestehend aus mehreren der stärkeren Orks, die allesamt zu ihm hochsahen. Sie schienen keine Diskussion beginnen zu wollen, in welche Richtung sie gehen oder was sie tun sollten, stattdessen warteten sie schweigend darauf, was er tun würde. Einen kurzen Moment trafen sich sein und Gremrags Blick. Er bleckte die Zähne, dann wechselte er ein paar Worte mit seinen Kumpanen, die darauf zu Gremrag und seinen Freunden rübersahen. Sie wandten sich um und gingen geschlossen in die Richtung, in der sie das Ork-Dorf zu wissen meinten. Im Gehen sah Nuzhakk noch einmal über die Schulter zu Gremrags kleiner Gruppe rüber. Er verzog das Gesicht zu einem bedrohlichen Grinsen. Es lag fast so etwas wie ein Versprechen in seiner Miene. Beinahe so als würde er sagen: " Wir werden uns schon noch über den Weg laufen. Und dann mach dich auf was gefasst... "

Die Stunden vergingen und Gremrag, Akdraga und Nokduth wanderten immer noch durch die Ebene, auf der Suche nach Schutz. Sie versuchten die vielen Geräusche um sich zu ignorieren, war es doch viel einfacher nicht zu wissen um was es sich da handelte. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit fanden sie eine kleine Höhle die sicher wirkte. Nachdem Gremrag die Höhle, nichts weiter als eine kleine Nische im Fels, erkundet hatte, traten sie ein und sahen sich flüchtig um. " Sieht sicher aus. " brummte Nokduth. Vermutlich war ihm im Moment alles recht, was sie auch nur irgendwie vor der Natur oder den wilden Tieren da draußen schützen konnte. Bald darauf waren er und Akdraga eingeschlafen, ihre rostigen Waffen an die Brust gedrückt wie eine schlafende Mutter ihr Baby. Gremrag hingegen zwang sich wach zu bleiben. Er hatte die Worte der drei Krieger nicht vergessen. Sie waren hier nicht sicher.

Irgendwann jedoch fielen auch ihm die Augen zu, zogen ihn die Erschöpfung und die leise Besorgniss in einen unruhigen Schlaf. Einen Schlaf voller merkwürdigen Geräusche, von vereinzeltem Rascheln zu einem angsteinflößendem Zischen. Ein Laut, als würde ein großer, schuppiger Körper sich über den Sand schieben und Krallen, die an Felsen wetzten. Dieser Traum wirkte so real, fast als würde all das sich wirklich abspielen, nur wenige Meter vor ihrem Unterschlupf. Nach einiger Zeit wurden die Geräusche leiser und verschwanden, entfernten sich von der Höhle, wo die drei Jung Orks nun friedlich schlummerten.

Wie würden sie am nächsten Morgen auf die Spuren reagieren, die sie beim Verlassen der Höhle vorfinden würden? Nun, es würde alles auf ein und die selbe Erkenntniss auslaufen: Sie waren nicht allein.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Dienstag 9. Oktober 2012, 12:50

Gremrag wachte erschöpft auf. Die anderen Beiden waren noch am schlafen, als er sich aus der Höhle bewegte. "Was zum?" Er schaute sich verwundert und erschrocken die Spuren in der Nähe des Eingangs an. Es war also doch kein Traum. Die Geräusche waren real. "Was für ein Wesen ist das?" Er schaute sich um, konnte aber nichts in der Umgebung ausmachen. Er drehte sich um und ging in die Höhle. "Los, aufwachen ihr Beiden." Er gab den beiden Schlafenden einen leichten Tritt in die Seite. Mit Grummeln und leisen Flüchen wachten beide auf. Akdraga sah verwirrt aus, als bräuchte sie noch etwas, um zu realisieren, wo genau sie sind. "Ich fühle mich müder als vorher." Nokduth klang als würde er immer noch im Halbschlaf sein. "Wir müssen weiter. Beeilt euch." Die beiden Orks schauten ihn verwirrt an. "Warum die Eile? Wir müssen doch vor allem nur lebend ankommen." Gremrag musste innerlich lachen. Wenn sie sich nicht beeilten, werden sie vermutlich nirgendwo lebend ankommen. "Na los. Wir müssen Richtung Norden. Wir sollten versuchen das Meer zu erreichen, von dort sollte es einfach sein zum Dorf zu kommen." Er zog Akdraga hoch. Ein leichtes Lächeln war kurz auf ihren Lippen zu sehen, verschwand aber sofort wieder, als sie sich dessen bewußt wurde. Wollte sie doch mehr als Freundschaft? Gremrag schüttelte den Gedanken beiseite. Sie hatten wichtigere Dinge zu beachten im Moment. Die Drei verliessen die Höhle. Akdraga erschrack, als sie die Spuren auf dem Boden in der Nähe der Höhle sah. "Bei Faldor, was ist das?" Gremrag zog die Beiden langsam weiter. "Ich weiss es nicht. Aber wir sollten versuchen so schnell es geht hier weg zu kommen." Den Blick immer noch auf den Spuren, nickte sie zaghaft.

Die Sonne stand hoch am Himmel, als die kleine Gruppe eine Pause einlegte. Sie haben ein Wasserloch gefunden. Langsam pirschten Sie sich an. Man konnte einen Tier erkennen. Gremrag zielte mit seinem Bogen. Ich muss treffen, ansonsten wird es ein hungriger Tag. Er liess die Sehen langsam durch die Finger gleiten. Der Pfeil flog Richtung Ziel. Die Orks hielten gebannt den Atem an. Er traf. Das Tier brach zusammen. Jubel brandete in den Orks auf, die Anspannung machte sich Luft. "Guter Schuß." Nokduth klopfte ihm auf die Schulter. "Lasst uns essen und trinken." Die Drei liefen zur Beute und machten sich daran es zu zerteilen. Akdraga machte mit dem trockenen ÄSten und gras ein kleines Feuer. Nach einigen Minuten war ein Teil des Fleisches gebraten und die Orks aßen schweigend und schauten sich um. Jedem war die Furcht anzusehen. Was für ein Tier war an der Höhle gewesen? Wo wird es wieder auftauchen? Gremrag entschied erst einmal ein wenig zu rasten, während er versuchte die weitere Richtung zu bestimmen.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Freitag 12. Oktober 2012, 19:36

Den Schock, den die drei Orks am frühen Morgen beim Anblick der Spuren vor ihrer Höhle hinnehmen mussten, saß immer noch tief in ihnen als sie schon mehrere Stunden durch die karge Landschaft gewandert waren. Obwohl Gremrag sich äußerlich nichts anmerken lies, beunruhigte ihn das Erlebte. Er wusste, dass dieser Ort nicht ungefährlich war, er selbst hatte genug Zeit in den Eben verbracht um das herauszufinden. Hier hieß es sich anzupassen und darauf zu hoffen auf kein Wesen zu stoßen, das einem als nächste Mahlzeit ansehen konnte. Doch auch wenn ihm die Erfahrungen aus seine kleinen Erkundungstouren außerhalb des Ork-Dorfs bestimmt bei der Orientierung und dem Überleben in diesem rauen Gebiet helfen konnten, so war er doch noch nie so weit weg von Zuhause gewesen.

Doch fürs Erste hatten sie Glück und fanden eine kleine Wasserstelle, nicht mehr als eine große Lacke, getrübt von Schlamm, doch unsagbar kostbar in ihrer derzeitigen Situation. Das Tier, das sich an dem feuchten Nass labte hatte weniger Glück. Mit einem gezielten Schuss erlegte es Gremrag mit seinem Bogen, was ihn bewundernde Blicke seitens seiner beiden Gefährten einbrachte.
Nur wenige Augenblicke später schlugen sich die drei Orks die Bäuche voll von dem Fleisch, welches sie kaum nach dem es über den prasselnden Flammen gebraten worden war schon hinunterschlangen. Schnell hatten sie begriffen, dass sie all ihre Kraft brauchen würden um es zurück zu schaffen.
Nachdem sie fertig waren und jeder seinen Hunger gestillt hatten, machte keiner von ihnen ein Anzeichen sich wieder zu erheben. Sie wussten zwar, dass sie weitergehen mussten, aber wohin genau, wussten sie nicht. Nokduths Stimme riss Gremrag schließlich aus seinen Überlegungen.

„ Jetzt mal angenommen wir finden den Weg zurück zum Dorf und schaffen ihn auch in der gegebenen Zeit zurückzulegen ohne uns von den wilden Viechern hier auffressen zu lassen... “ Merkwürdig wie sich Nokduths Selbstsicherheit in den wenigen Stunden klammheimlich davongemacht hatte. Er wirkte nun besorgt und nachdenklich, so hatte ihn Gremrag noch nicht oft erlebt. „ ... mal angenommen wir schaffen das Ganze. Was haben wir den anderen Kriegern zu bieten? “ Er sah auf und suchte Gremrags Blick. „ Wir müssen eine Trophäe mitbringen, habt ihr das schon vergessen? “ Akdraga meldete sich zu Wort, nicht weniger unsicher. „ Darüber können wir uns doch auch später Gedanken machen, nicht wahr Gremrag ? Das Wichtigste im Moment ist es doch den Weg nach Hause zu finden ... oder? “ Hilfesuchend wandte sie sich an ihn und Gremrag bemerkte erneut diesen Blick mit dem sie ihn schon am Morgen bedacht hatte. Auch Nokduth schwieg und wartete auf seine Antwort, obwohl es ihm ins Gesicht geschrieben stand, dass er nicht mit Akdraga einer Meinung war. Da erkannte es Gremrag das erste Mal, seit sie das Dorf gemeinsam verlassen hatten. Die beiden sahen zu ihm auf und setzten ihre Hoffnungen in ihn. Er durfte sie nicht enttäuschen.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Samstag 13. Oktober 2012, 08:38

Nun war es passiert. Gremrag war in einer Situation in der er sich nicht sehr behaglich fühlte. Die beiden Orks sahen zu ihm auf, hatten ihn still und heimlich zum Anführer der Gruppe gemacht. Er hatte das Ganze eher so gesehen, dass alle gleich waren. Akdragas Blick verwirrte ihn noch mehr und er wandte sich zum Horizont, seine Stirn in Falten. Nokduth schien verzweifelter als sonst zu sein, dabei schien es in den letzten Tagen vor der Prüfung als hätte er sich weit genug gefangen.
Eine Trophäe. Gremrag dachte nach. Woher können wir so etwas bekommen? Einen anderen Jung-Ork töten kommt nicht in Frage, zumal Nuzhakk eher uns als Trophäen nehmen würde. Gremrag ließ seinen Blick schweifen und erhaschte die Gesichter seiner Begleiter. Er versuchte Selbstsicherheit auszustrahlen, den Blicken der Beiden nach zu urteilen gelang es ihm eher mäßig. Vielleicht können wir die Kreatur erlegen, die die Spuren hinterlassen hat. Er räusperte sich.
„Wir müssen den Weg zurück finden.“ Man sah Akdraga die Erleichterung an. „Aber ohne eine Trophäe brauchen wir gar nicht an die Rückkehr denken.“ Nun wandelte sich das Bild und Nokduth sah auf einmal erleichtert aus. Gremrag stand auf. „Wir ziehen weiter Richtung Norden und auf dem Weg suchen wir nach einer würdigen Trophäe.“ Er klopfte den Staub ab. Nokduth und Akdraga taten es ihm gleich. „Wir sind bewaffnet und sollten in der Lage sein, die Aufgabe zu erfüllen.“ Er wünschte, es würde mehr danach klingen, als wäre er selbst davon überzeugt.
Die drei zogen wieder weiter durch die tote Ebene.

Die Sonne näherte sich langsam dem Horizont. Die meiste Zeit waren die Drei schweigend nebeneinander her gegangen. Gremrag beobachtete die meiste Zeit den Horizont oder suchte den Boden nach Spuren ab. Aber bis auf ein paar kleiner Tiere haben sie nichts gefunden. Trotzdem hatte er das Gefühl, sie sind nicht allein. Jedoch sah er nie etwas, wenn er sich umschaute. Obwohl die Ebene kaum Verstecke hatte, ließ ihn das Gefühl nicht los. „Was hast du?“ Akdraga war etwas näher gekommen. Gremrag schaute sie an. Sie versuchte zu lächeln. „Nichts. Ich überlege nur, wie wir zurück ins Dorf kommen und gleichzeitig die Prüfung bestehen.“ Nokduth schien momentan nur noch neben ihnen her zu gehen und sich kaum zu beteiligen. „Und was, wenn wir es nicht schaffen?“ Seine Stimme klang monoton. Gremrag musterte ihn mit einem aufmunternden Blick. „Nokduth. Wir sind nicht soweit gekommen, um jetzt aufzugeben.“ Er klopfte ihm auf die Schulter. „Wir haben es bis hierhin geschafft und der Rest wird auch noch kommen. Nun lasst uns erst einmal wieder einen Unterschlupf finden.“ Er zeigte auf eine kleine Gruppe von Bäumen und Sträuchern, beziehungsweise den Überbleibseln. Akdraga nickte und folgte dann den Beiden. Sie wirkte etwas erschöpfter als Nokduth oder Gremrag, aber man sah ihr an, dass Sie sich auf die Pause freute.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Sonntag 14. Oktober 2012, 16:39

Schnell wurde es abends und die Sonne schien die drei Orks schon wieder verlassen zu wollen, so schnell zog sie sich hinter den Bergen zu ihrer linken wieder zurück. Bald würde es wieder Nacht werden und wer weiß welches Wesen sie diesmal in ihren Träumen heimsuchen würde. Das wenige Gestrüpp und die paar knorrigen Stämme würden ihnen nicht allzu viel Sicherheit gewähren, doch wollt keiner der drei diesen Gedanken Laut aussprechen. Sie waren zu müde um sich darüber zu sorgen, außerdem war dies der beste Platz den sie innerhalb mehrerer Meilen gefunden hatten.

Sie ließen sich in der Mitte der kleinen Vegetationsgruppe nieder und lehnten sich an die dünnen Stümpfe und kargen Büsche, während sie erschöpft schwiegen. Nokduth zog einen kleinen Teil des Fleisches, dass sie heute ergattern konnten aus seiner Tasche, teilte es in drei noch viel kleinere Stücke und gab zwei davon an seine Freunde weiter. „Wir müssen sparsam sein.“ meinte er knapp während er langsam an seinem Fleischbrocken kaute. „Wer weiß wann wir wieder so viel Glück haben.“

Einige Zeit lang saßen sie stillschweigend da und aßen, dann mit der Zeit konnte man ihnen jedoch die Erschöpfung schon deutlich ansehen. Akdraga, die immer langsamer gekaut und die Augen schon geschlossen hatte, lehnte sich immer mehr zur Seite und drohte fast umzufallen. Schließlich legte sie ihren Wange einfach auf Gremrags Schulter, schmiegte sich mehrmals an um die bequemste Lage für ihren Kopf zu finden und begann leise aber doch hörbar an zu schnarchen.

„Sie mag dich...“ Gremrag wusste nicht was für einen Ton er in Nokduths Stimme mitschwingen zu hören meinte. Missbilligung? Eifersucht? Oder war er einfach zu Müde und bildete sich schon etwas ein. Schließlich war Nokduth sein Freund und schon beinahe so etwas wie ein Bruder für ihn. Nicht das Gremrag wusste, wie es war einen Bruder zu haben.

Bevor er jedoch etwas erwidern konnte, sah er wie sich Nokduths Gesichtsausdruck veränderte. Seine Augen weiteten sich kurz – vor Erstaunen oder gar Angst – und fixierten einen Punkt am Horrizont. Der Ork legte zuerst einen grünen Finger an die Lippen um Gremrag dazu zu bringen ruhig zu bleiben. Dann deutete er auf einen Punkt hinter ihn. Gremrag wandte sich um. Dort drüben, vielleicht hundert Meter von ihrem Versteck entfernt stapften zwei Gestalten durch die Ebene. Ihre Silhouetten waren deutlich vor der sinkenden Sonne zu erkennen. Eine der beiden Gestalten schien sich an den andere zu klammern, die ihn zu stützen schien. Er wurde mehr getragen als er selber ging und schien verletzt oder bewusstlos zu sein. „Wer kann das sein?“ flüsterte Nokduth während er nach seinem Beil tastete. Er warf Gremrag einen fragenden Blick zu. Die beiden Gestalten hatten sie zwischen dem Dickicht aus Gestrüpp noch nicht bemerkt, doch würden sie das bald tun wenn sie weiter so in ihre Richtung gingen. „Sieht mir nach einer Falle aus...“ brummte Nokduth während er die zwei Schatten angestrengt musterte. Es musste eine Entscheidung gefällt werden.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Sonntag 14. Oktober 2012, 20:50

Gremrag legte Akdraga vorsichtig ab. "Sind das vielleicht welche aus der anderen Gruppe?" Er starrte in die Richtung und versuchte etwas mehr zu erkennen, als nur Silhouetten. Aufgrund der tief stehenden Sonne ein nutzloses Unterfangen. Er schaute zu Nokduth. Er konnte den Blick des anderen nicht deuten. Würde er einen Kampf durchstehen Er schüttelte den Gedanken ab. Nich umsonst galten Orks als die kriegerischte Rasse. Gremrag studierte noch einmal kurz die Gestalten. "Los, Nokduth. Wir beide können das schaffen. Entweder es sind Freunde oder unsere Trophäen." Er zog sein Beil und bereitete den Bogen vor. "Ausserdem wenn Sie feindlcih sind, sollten wir die beiden versuchen zu überraschen." Ohne auf eine Reaktion zu warten, ging er in die Kniw und bewegte sihc langsam aus dem Gebüsch. Als er freie Sicht hatte, spannte er den Bogen und zielte auf die Silhouetten. Komm schon, Nokduth. Entäusch mich nicht. Er war bereit sofort zu schiessen, wenn die Gestalten auf ihn zustürmen und dann das in seinem Gürtel hängende Beil zu nehmen.
Ich hoffe eswar kein Fehler. Ihn beschlich ein Gefühl von Nervosität. Waren die Gestalten Freunde oder Feinde. Er schaute in Ihre Deckung und suchte nach Nokduth. Gremrag merkte wie er sich innerlich anspannte und verkrampfte. Dies könnte sein erster richtiger Kampf werden, nicht wie die Prügeleien unter den Gleichaltrigen. Er sah eine Bewegung aus Richtung des Gestrüpps. War es Nokduth oder ist Akdraga wach geworden? Jetzt könnte er sich ohrfeigen, dass er sie nicht geweckt hat. Sie ist zwar eine Frau, aber auch ein Ork. Zu Dritt wären sie zumindestens in der Überzahl gewesen. Hoffentlich habe ich nicht unser Schicksal besiegelt. Er versuchte sich wieder auf die Situation vor sich zu konzentrieren. Den Bogen leicht gespannt, damit sein Arm nicht zu früh erlahmt bewegte er sich nur ncoh ein bischen um dann in die Hocke zu gehen.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Montag 15. Oktober 2012, 21:39

Die beiden Gestalten waren nun nur noch wenige Meter von ihnen entfernt, doch hatten sie Gremrag und Nokduth, die in der Deckung der Büsche angespannt lauerten, noch immer nicht erspäht. Gremrag spürte wie sein Herzschlag schneller wurde und sich seine Muskeln spannten. Seine Hand lag ruhend am Bogen, doch war er sich nicht sicher ob sie auch ruhen würde wenn er ihn auf die Fremden dort draußen richten würde. Immerhin waren dies keine Tiere und obwohl Gremrag als Ork wusste, dass nur die Starken überleben konnten, so hatte er doch noch nie seine Waffe auf jemanden gerichtet, in der Absicht zu töten. Um sich zu verteidigen, vielleicht ab und zu um ein paar Happen Essen ergattern zu können – doch diese Situation war neu für ihn.

Die Schatten kamen nun allmählich in ihre Hörweite und Gremrag konnte nun einige Worte der Gestalt aufschnappen, die ihren Kameraden stützte. „...schaffen’s schon, wirst schon sehen. Sieht im ersten Moment viel schlimmer aus als es wirklich ist. Ich wird uns schon einen Unterschlupf finden und dort können wir dich aufpäppeln... das wird schon wieder.“ Gremrag konnte das unverkennliche Grollen von Krz'nzer erkennen, es handelte sich also um andere Orks, Orks aus dem Dorf.

Plötzlich ertönte ein leises Gähnen neben Gremrag, gefolgt von einem lauteren Rascheln als sich Akdraga blinzelnd aufrappelte. Mit erschrockenen, großen Augen sah sie zu ihren Freunden, die die Waffen in Anschlag hatten. Bevor einer von beiden sie daran hindern konnte, fragte sie ohne ihre Stimme zu senken „Was ist...?“

Der Ork vor ihnen erstarrte und blieb stehen. Gegen die Sonne konnte man sein Gesicht nicht sehen, doch war er zweifellos erschrocken, möglicherweise sogar verängstigt. Einen Moment schien er sich hektisch umzusehen, dann erblickte er Gremrag, Nokduth und Akdraga in ihrem Versteck. „Nicht!“ Er wich einen Schritt zurück, dann wandte er sich um und versuchte davonzurennen. Er vergaß jedoch die schwere Last seines Kameraden auf seiner Schulter und knickte ein. „Nicht...nicht schießen!“ kam es flehendlich unter dem Bewusstlosen hervor, der den Ork unter sich begraben zu haben schien.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Dienstag 16. Oktober 2012, 14:26

Soviel zum Thema Überraschung. Gremrag schaute Akdraga kurz böse an, sah dann aber immer noch Verwunderung in ihrem Blick. "Nimm deine Waffe, aber bleibt versteckt." Sie schaute ihn immer noch verwirrt an, kramte aber ihre Waffe hervor. Als er dann sah, wie die Gestalt versuchte wegzulaufen, nur um dann unter seinem Kameraden begraben zu werden, konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Nokduth, du kommst mit, halte dich rechst." Er packte den Bogen fester. "Deine Hände so, dass ich sie sehen kann." Er näherte sich langsam. Er konnte immer mehr erkennen, zumal die Sonne fast gänzlich verschwunden ist. Er musste sich anstrengen, um das Zittern der Hände zu unterdrücken. Dies ist nicht wie das Training, hier kann ein falscher Schritt das Ende bedeuten. Nokduth kam von der anderen Seite. Man konnte seine Unsicherheit an den Bewegungen erkennen. Wir müssen sicher auftreten, nicht das die Beiden glauben, wir seien leichte Beute. Gremrag schluckte. Er konnte nur die Bewegungen von dem Unteren sehen, der obere schien bewußtlos zu sein. "Wer seid ihr und was macht ihr soweit draußen?" Irgendwie hat er es geschafft, dass seine Stimme kraftvoll klang, im Gegensatz zu der Unsicherheit, die er eigentlich gerade fühlt. Was bin ich für ein Ork? Fürchte mich vor der Konfrontation mit jemanden, der sich selber begraben hat. Er war nun nur noch einige wenige Schritte entfernt. Sein Freund lag etwas zurück. Akdraga konnte man nur mit Mühe zwischen dem Gestrüpp erkennen. Er wartete nun auf eine Antwort.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Samstag 20. Oktober 2012, 14:03

Akdraga, die immer noch nicht wusste, was gerade vor sich ging und warum ihre beiden Freunde die Waffen gezückt hatten, sah in Richtung Horizont und zuckte dann zusammen. Mit zittrigen Fingern griff sie nach ihrer Waffe und warf Gremrag einen kurzen entschuldigenden Blick zu, dann konzentrierte sie sich ebenfalls auf die Neuankömmlinge.

Die Konzentration des jungen Orks stieg. Wenn er jetzt einen Fehler machen würde, eine falsche Entscheidung treffen oder auch nur für einen kurzen Moment unachtsam sein würde, konnte das ihrer aller Tod bedeuten. Er war nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich – sondern auch für Nokduth und Akdraga.

"Deine Hände so, dass ich sie sehen kann." Der Ork, der immer noch zappelnd versuchte sich aufzurappeln erstarrte, dann hob er zitternd die Hände in die Luft. Gremrag und Nokduth näherten sich ihm vorsichtig, schließlich konnte er auch nur eine Rolle spielen und im nächsten Moment aufspringen um sie anzufallen. Auch wenn er so gar nicht den Eindruck dazu machte, dafür in der Lage zu sein. Für einen Ork, war sein Verhalten schon ziemlich jämmerlich. Arme und Beine, die Gremrag im blendenden Licht unter dem bewusstlosen Körper sehen konnte, zitterten wild und die Stimme des Jung-Orks war schrill und nicht weniger verängstigt.

"Wer seid ihr und was macht ihr soweit draußen?" Der Fremde schwieg einen Moment, wahrscheinlich wog er im Moment seine Überlebenschancen hab. „Ich b-bin Urgroth und das ist Gratzag... w-wir sind Jung-Orks vom Orkdorf...wir...“ Nokduth sah Gremrag vielsagend an. „Kennst du sie?“ Ohne seine Antwort abzuwarten ging er auf die beiden Orks zu und stieß den Bewusstlosen mit dem Fuß von dem Jung-Ork namens Urgroth weg. Das schartige Beil direkt über seinen Kopf erhoben fragte er unsicher: „Wenn du aus dem Orkdorf bist, musst du Nuzhakk kennen? Warst du in seiner Gruppe, als wir uns alle getrennt haben?“ Zum ersten Mal konnte Gremrag das Gesicht des fremden Orks erkennen. Es war grünlich mit einem Stich ins Gelbe, seine Nase war krumm weil vermutlich in frühen Jahren gebrochen und an seinem linken Ohr fehlte ein großes Stück, das einmal anscheinend abgebissen worden war. Aus großen, vor Panik geweiteten Augen sah er kläglich zu der Waffe über seinem Kopf auf. „Nein! Wir waren nicht in seiner Gruppe!“ Hektisch deutete er auf den Rücken des bwusstlosen Gratzag neben ihm. An dessen Schulter klaffte eine ziemlich fies aussehende Wunde, die sich an den Ränder schon zu verfärben begann. Plötzlich traf sich Gremrags Blick mit den seinen. „Ihr müsst mir glauben...bitte!“
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Sonntag 21. Oktober 2012, 12:45

Die Ereignisse schienen sich zu überschlagen. Gremrag schaute auf die wunde. "Ihr musst mir glauben." Angst und Verzweiflung schwang in der Stimme mit. Etwas untypisches für einen Ork. Er blickte zu dem Versteck zurück. "Akdraga, komm her. Es ist alles in Ordnung." Zu Nokduth gewandt sagte er nun etwas leiser. "Beobachte die Umgebung." Nun wandte er sich wieder dem wimmernden Etwas zu, was als Ork durchgehen wollte. Er riss in auf die Beine. "Was ist passiert? Und wieso bist du so am wimmern?" Gremrag musste Sicherheit ausstrahlen. Immerhin wollte er nicht schwach wirken vor den anderen, die zu ihm aufsahen. Er blickte dem anderen Ork in die Augen und wich dem Blick nicht aus. "Wieso verändert sich die Wunde bereits? Wurde er vergiftet? Was hast du gemacht?" Da die Sonne fast untergegangen war musste Gremrag wohl oder übel die beiden mitnehmen in den Unterschupf. Es gefiel ihm nicht, aber es waren immer noch Orks und wer weiss was genau die Wunde zugefügt hat und ob es in der Nähe ist.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Montag 22. Oktober 2012, 17:01

"Beobachte die Umgebung."
Nokduth, der die zwei Neuankömmlinge mit einer Mischung aus Mitleid, Abscheu und Misstrauen gemustert hatte, nickte und befolgte Gremrags Befehl, nicht ohne ihn mit einem schrägen Seitenblick zu versehen und ihm im Vorbeigehen, leise raunend seine Meinung zu verkünden. " Die zwei sind mir nicht geheuer. Seid wachsam. " Akdraga gesellte sich auf Gremrags Aufforderung zu ihnen, in ihren Augen lag immer noch die Scham darüber unvorsichtig gewesen zu sein. Sie hatte sich an ihre Waffe geklammert, fast so als wolle sie den anderen Orks beweisen, dass sie nicht so hilflos war wie sie wirkte. Doch als sie Gratzags Wunden sah, ließ sie sie langsam sinken. Mit großen Augen sah sie Gremrag zu, wie er den so erbärmlich wirkenden Urgroth auf die Beine zog.
"Was ist passiert? Und wieso bist du so am wimmern?"
Der Ork mit der gelblichen Hauptfarbe zuckte zusammen als ihn der Jung-Ork so forsch am Kragen packte. Zu Gremrags Erleichterung war sein Gegenüber nicht bewaffnet, zumindest bot seine an mehreren Stellen zerschlissene Weste reichlich wenig Platz um Ausrüstung zu verstecken.
"Wieso verändert sich die Wunde bereits? Wurde er vergiftet? Was hast du gemacht?"
Gremrag schüttelte den Ork ein wenig, nicht stark und auch nicht in der Absicht ihn ernsthaft zu verletzen, sondern um ihn zu einer Antwort zu bewegen. Wenn er die Sicherheit seiner Gruppewahren wollte, musste er wissen was mit diesen zwei passiert war - und ob sie eine Gefahr für sie darstellen würden.
"Wir...wir haben einen Unterschlupf gesucht...gestern Nacht. Es war so kalt und wir sind den ganzen Tag herumgewandert..." Endlich sprach Urgroth mit einer, für einen Ork scheinbar viel zu hohen Stimme, weiter " Dann haben wir eine Höhle gefunden. "Wir dachten sie wäre verlassen und...sicher. Aber als wir reingegangen sind, sind wir auf andere Orks gestoßen..."
Eine dunkle Vorahnung wuchs in Gremrag und Nokduth, Akdraga und er wechselten bedeutungsvolle Blicke. "Wer war es?" fragte Akdraga behutsam, während sie näher auf Urgroth zuging und Gremrag einen Arm auf die Schulter legte, um ihn dazu zu bewegen ihn loszulassen.
"Es war Nuzzhak oder? Er und seine Schlägergruppe."
Der Ork nickte schwach. "Sie hatten Waffen...mehr als ihr und einige sogar besser in Schuss. Als sie uns gesehen haben, wussten wir sofort, dass wir nur Trophäen in ihren Agen waren. Also sind wir so schnell wie wir konnten wieder raus und davongerannt." Urgroth sah verbittert zu seinen verwundeten Freund hinüber. "Als wir nach längerer Zeit einmal innehielten um Luft zu schnappen, hab ich die Wunde an seiner Schulter bemerkt. Einer von Nuzzhaks Freunden muss ein Beil oder eine Axt nach ihm geworfen haben. Es sah nicht schlimm aus, er hat schon schlimmeres überlebt. Er...hat mich damals im Orkdorf immer beschützt." In Urgroths Augen lag ein Ausdruck von Kummer, als er auf den schwer atmenden Gratzag sah. "Die Klinge muss irgendwie vergiftet gewesen sein. Vielleicht haben sie nicht nur vom Waffenlager sondern auch von der Hütte der Schamanen gestohlen." Er sah sie flehend an "Ihr müsst ihm helfen...bitte!"
"Gremrag, kann ich kurz mit dir sprechen?" Nokduth winkte ihn zu sich, dann deutete er in die Richtung, aus der die beiden Jung-Orks gekommen waren, während Akdraga leise und beruhigend auf Urgroth einredete. Im ersten Moment wusste Gremrag nicht was Nokduth meinte, doch dann sah er sie. Unter dem schimmernden Licht des Mondes waren deutlich die Schleifspuren von Gratzag und die Abdrücke von Urgroths Füßen zu sehen. "Selbst ein vollkommener Idiot wie Nuzzak hätte ihre Spur folgen können." Nokduth sah ihn von der Seite sorgenvoll an. "Wenn die beiden verfolgt worden sind..."
Er brauchte den Satz gar nicht mehr zu beenden, Gremrag verstand sofort was er meinte. Wenn Nuzzhaks Schläger den beiden Orks gefolgt waren - und da war er sich mittlerweile fast schon sicher - so würden sie nicht nur die beiden sonder auch Akdraga, Nokduth und ihn finden.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Samstag 3. November 2012, 17:02

Gremrag schluckte. Sie waren in Gefahr. Er suchte den Horizont ab, konnte aber noch keinen Verfolger ausmachen. Nokduth Miene ließ sich nicht lesen, war der andere Ork wütend, verängstigt oder teilnahmslos? "Hol Akdraga. Wir müssen uns die nächsten Schritte überlegen und zwar schnell." Ohne zu antworten, lief der Ork los und kam kurze Zeit später zurück. Er hatte in der Zwischenzeit den Boden untersucht. Es schien so, als wäre er locker und staubig, so dass man die Spuren leicht verwischen konnte. Eine Idee kam in seinen Sinn. "Was ist los? Wie geht es weiter?" Es klang fast wie aus einem Mund, als beide Orks gleichzeitig Gremrag befragten. Er schaute zu den Neu-Ankömmlingen und dann wieder zu seinen Begleitern. "Die Beiden haben uns sozusagen Nuzzhak ausgeliefert, wenn wir nicht schnell reagieren." Nokduth nickte bloß, während Akdraga ein wenig erschrocken ihn anblickte. "Entweder wir lassen die beiden zurück und versuchen so schnell es geht hier weg zu kommen oder wir teilen uns auf. Zwei von uns gehen weiter und versuchen die Spur der beiden zu imitieren, während der Rest in eine andere Richtung geht und die Spuren mit den Ästen und Blättern verwischt." Immer wieder schaut er sich um. Die Unruhe in ihm schien langsam die Überhand zu gewinnen. Noch konnte er nichts am Horizont erkennen. "Wir würden uns dann an der Küste wieder treffen. Was meint ihr?" Er schaut in die Gesichter der beiden Orks. Er konnte die Mienen nicht entziffern. Akdraga wirkte unsicher und leicht verängstigt.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 6. November 2012, 21:28

Während die drei Freunde berieten, was wohl der günstigste nächste Schritt wäre, sah Urgroth ängstlich zu ihnen hinüber. Er hatte eine Hand auf Gratzags Schulter gelegt und redete unverwandt beruhigend auf ihn ein. Einige Wortfetzen davon wehten bis zu Gremrag und den anderen hinüber. " ...sind in Sicherheit, hörst du? ... Die werden auf uns aufpassen ... haben Waffen ... sie scheinen zu wissen wohin ... " Akdraga sah mitleidig zu ihm hinüber doch Nokduth's Gesicht verfinsterte sich zusehends. Nach einem kurzen Schweigen, in dem nur die Stimme des schwächlichen Orks und das leise Säuseln des wehenden Windes zu hören war, wandte er sich an Gremrag , seine Augen entschlossen blitzend.

" Du hast seine Wunde gesehen Gremrag... " Er klang hart und man merkte, dass ihm nicht gefiel was er nun sagte, doch es gab keinen Zweifel daran, dass er überzeugt war, dass er die Wahrheit sprach. " Er sieht zwar kräftig aus und ich hätte nichts dagegen, jemanden wie ihn auf unserer Seite zu wissen, aber ich glaube nicht, dass er diese Nacht überleben wird. " Gremrag widersprach nicht. Ein Blick auf Gratzags Verletzung hatte gereicht um nicht an Nokduths Worten zu zweifeln. Natürlich, wenn sie ein Gegengift finden könnten... doch wo sollten sie mitten im Nirgendwo eines her nehmen? Natürlich kannte Gremrag vereinzelt Kräuter, die in der Ebene zu finden waren, doch deren genauen Verwendungszwecke waren nur den Schamanen bekannt.
" Und was den jammernden Haufen Elend da drüben betrifft...er würde uns mehr Scherereien machen als er Wert ist. " Einen Moment schwang Verachtung in seiner Stimme mit, was Gremrag leicht irritierte. Der Ork vor ihm hatte sich in den wenigen Tagen wirklich verändert - ob nun zum guten oder schlechten, das konnte er noch nicht sagen.
" Was sollen wir also deiner Meinung nach mit ihnen tun? Sie umbringen?! " Akdragas Stimme überschlug sich fast vor Empörung.
" Es wäre die beste Lösung. So können wir weiterziehen ohne die Gefahr verfolgt zu werden. Und, so ganz nebenbei, hätten wir schon mal zwei von drei Trophäen... " Nokduth suchte Gremrag's Blick und dieser wusste, dass an den Worten seines Freundes etwas dran war.
" Und wie unterscheiden wir uns dann von Nuzzhak?! " Die junge Ork-Frau schien bestürzt zu sein und wandte sich direkt an Gremrag. " Das kannst du doch nicht zulassen?! Dein Plan mag zwar schwieriger sein, aber er ist der richtig..." " VERSTEHST DU ES NICHT!? " Alle, selbst Urgroth, der mehrere Schritte weiter weg saß, zuckte zusammen als Nokduth Akdraga mit gehobener Stimme unterbrach. Sie sahen ihn einen Moment verblüfft an und in Akdraga's Augen schien für einen kurzen Moment sogar Angst aufzuflackern. " Der einfachste Weg IST der richtige Weg! " Nokduth sah von der Ork-Frau zu Gremrag und suchte in dessen Augen nach Bestätigung. " So ist es doch? " fragte er ihn. Es war nicht zu überhören, dass es für ihn nur eine richtige Antwort gab.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Mittwoch 7. November 2012, 19:50

Gremrag mußte schlucken. Was hatte sich sein Freund verändert. Und gut heissen konnte er es eigentlich nicht. Akdraga sah zu ihm und er konnte sehen, dass Sie auf ihn zählte. Er drehte sich zu den beiden neu Ankömmlingen um. Sie sahen wirklich bemitleidenswert aus. Als er wieder zu Nokduth sah, blickte er in eine beinahe hasserfüllte Miene. "Ich kann nicht glauben, dass du wirklich die beiden opfern willst. Was wäre, wenn du in deren Situation wärst?" Gremrags Hände ballten sich ohne sein zutun zu Fäusten. Wut stieg in ihm auf. Er war wütend auf sich und Nokduth, auf diese Situation. Er wollte nie der Anführer sein. Er blickte in Nokduths Augen. "Wir werden die beiden mitnehmen und versuchen zu entkommen. Wegen der Trophäen machen wir uns später Gedanken." Sein Blick wich nicht von Nokduth. Es brodelte in ihm und er spürte wie sich sein Blick einengte. Nicht jetzt, bitte. Er konzentrierte sich, damit er nicht die Kontrolle verlor. Akdraga schein erleichtert zu sein, als sie das hörte, Nokduth wirkte wütend und enttäuscht.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Sonntag 11. November 2012, 14:01

Die Intensität der Blicke, die Gremrag und Nokduth austauschten war beinahe körperlich zu spüren. Die Intensität die in ihnen lag, schien die Luft zwischen den beiden Orks zum Flimmern zu bringen und Akdraga, die gleich neben ihnen stand, lief ein kalter Schauer über den Rücken. Gremrag spürte, wie die Wut in ihm erwachte, diese besondere Kraft, die sich immer dann in ihm regte, wenn alle Anzeichen auf einen bevorstehenden Kampf standen. Doch dieses Mal konnte er sie nicht gebrauchen, stand doch sein Freund vor ihm, einer der wenigen Orks aus dem Dorf, der zu ihm hielt. Nokduth war anders als die anderen Jung-Orks, anders als Nuzzhak und seine Schläger. Oder? Doch was Gremrag in seinen Augen sah, zeugte nicht unbedingt von der Richtigkeit dieser Annahme.
Als sich das merkwürdige Gefühl in Gremrag auszubreiten drohte, spürte er plötzlich eine Hand auf seiner Schulter. Er sah überrascht zu Akdraga, die neben ihm stand und ihn schüchtern dankbar anlächelte. Er fühlte wie ich sein Blick klärte und seine Wut sich langsam zurückzog - zwar nicht vollkommen, aber zumindest so weit, dass er wieder Herr seiner Sinne wurde.
" Danke. Nur weil wir in einer schwierigen Situation sind, können wir nicht einfach aufhören darüber nachzudenken, welche Folgen unsere Taten haben... "
Ihr Blick ging zu Nokduth hinüber und ihr leichtes Lächeln verschwand, machte einer kalten, abweisenden Miene platz in der Gremrag auch einen Hauch von Bedauern zu erkennen schien. Akdraga drehte sich wieder zu ihm, dann strich sie, wie beiläufig über seinen Arm und sah zu Urgroth und Gratzag hinüber.
" Ich sage ihnen Bescheid dass sie sich bereit halten sollen. "
Als sie gegangen war, sah ihr Nokduth einen Moment nach, in seinen Augen konnte Gremrag eine Teil der Wut erkennen, die vor ein paar Augenblicken noch in ihm gewütet hatte. War dieser Ork vor ihm, dieser Fremde den er zu kennen geglaubt hatte überhaupt noch derjenige, mit dem er zu dieser unfreiwilligen Reise aufgebrochen war? Bevor er auch nur irgendetwas sagen konnte, sei es um ihn zu beschwichtigen oder erneut zu konfrontieren, ging Nokduth einen Schritt auf ihn zu, sodass ihre beiden Gesichter ganz nahe beieinander waren. Ganz leise, sodass nur sein Gegenüber es hören konnte, zischte er ihm etwas zu.
" Weißt du überhaupt was der Sinn dieser Prüfung ist? Was das Ziel ist, das wir erreichen sollen? " Gremrag hatte ihn noch nie so erlebt. Nokduth war normalerweise ruhig und zurückhaltend - einer der Gründe, warum er wie sie zur Zielscheibe von Nuzzhak geworden war. Doch dieser Ork hatte nichts mehr mit ihm gemeinsam. " Wir sollen beweisen, das wir es wert sind Ork genannt zu werden! Wir sollen Stärke zeigen, Entschlossenheit, den Willen alles dafür zu tun unser Ziel zu erreichen. " Seine Stimme zeugte davon, dass ihm diese Gedanken schon länger durch den Kopf gegangen waren, ihn beschäftigt und gezwungen hatten, sich für die Erfüllung dieser Ideale zu verändern. Nokduths Gesichtsausdruck war grimmig und als er die Faust hob, dachte Gremrag für einen Moment er würde ihn ernsthaft angreifen wollen. Doch es kam anders und Nokduth streckte den Zeigefinger, deutete auf ihn und stieß ihn anklagend gegen die Brust. " Wer sein Ziel aus den Augen verliert, bleibt zurück. Du und Akdraga sollten das endlich verstehen, bevor es dafür zu spät ist... " Täuschte sich Gremrag, oder schwang in diesen Worten ein drohender Unterton mit?
Nokduth musterte ihn noch einmal durchdringend mit seinen bernsteinfarbenen Augen, dann wandte er sich ab und ging zurück zu dem Lager. Auf halben Weg kamen ihn Akdraga und Urgroth entgegen, die den bewusstlosen Gratzag in die Mitte genommen hatten. Als er an ihnen vorbeiging, bedachte er sie mit einem verächtlichen Blick. Akdraga achtete nicht auf ihn, sondern suchte Gremrags Blick. " Wir sind bereit "
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Montag 12. November 2012, 08:29

Gremrag war verwirrt. Hatte er wirklich das vergessen, worauf es in dem Leben eines Orks ankommt? Er bemerkte erst gar nicht, das Akdraga näher gekommen war. "Alles in Ordnung?" Ihre Stimme klang besorgt. Gremrags Blick lag weiter auf Nokduth. "Ja. Ich glaube Nokduth ist ziemlich weit auf dem Weg, ein richtiger Ork zu werden." Er schüttelte den Kopf "Ich weiss aber nicht, ob mir das gefällt." Endlich drehte er sich zu den Dreien um. Der Haufen wirkte erbärmlich. Die beiden Neuzugänge waren ausgemergelt und am Ende Ihrer Kraft. Akdraga wirkte noch verängstigter als vorher. "Akdraga. fang an die Spuren zu verwischen, ich gehe zu Nokduth und versuche ihn zu überreden." Ohne auf eine Antwort zu warten ging er los.

Nokduth war dabei seine Sachen zu nehmen. "Willst du alleine durch die Ödnis?" Nokduth drehte sich langsam um, Gremrag war auf alles gefasst. "Du hast Recht, dass wir nicht dem natürlichen Weg der Orks folgen und uns gegenseitig abschlachten. Aber siehst du nicht, dass es andere Wege geben muss? Was bringt es uns, wenn wir einen Großteil des Nachwuchs verlieren?" Er ging einen Schritt auf ihn zu. "Was bringt uns unsere Stärke, wenn unsere Feinde uns zahlenmäßig erdrücken können?" Er streckte seine Hand aus und wartete auf die Reaktion. "Komm mit uns. Wir werden Trophäen finden und es schaffen."

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 15. November 2012, 12:27

Akdragas besorgten Blick im Rücken, ging Gremrag auf Nokduth zu, der damit beschäftigt zu sein schien, sich auf den Aufbruch vorzubereiten. Trotz seiner Wut wirkte er unschlüssig und als er Gremrag näher kommen hörte, sah er bewusst nicht in seine Richtung. Doch er sah wohl ein, dass er den Ork nicht einfach so ignorieren konnte, deshalb wandte er sich ihm zu, zwar mit trotziger Miene und mit herausforderndem Blick, doch wirkte dies alles eher aufgesetzt und Gremrag meinte Unsicherheit in seinen Augen zu erkennen. Wenn er Nokduth überzeugen konnte zu bleiben und ihre Reise miteinander fortzusetzen, dann war dieser Moment die geeignete Gelegenheit dafür.
"Ich werde schon durchkommen..." antwortete der Jung-Ork ausweichend und fummelte an seinem Gürtel, einem einfachen Seil, an der er seine Waffe befestigt hatte herum. Wenn ich jetzt gehe, kann Nuzzhak meinen Spuren folgen und ihr könnt fliehen. Er wird mich nicht kriegen, ich bin schneller als er, wenn es ums Weglaufen geht. In seiner Stimme schwang eine Bitternis mit, die sich Gremrag nicht ganz erklären lies.
Doch damit gab er sich nicht zufrieden. Der Ork vor ihm war ein Freund, zumindest war er diesem Begriff am nahesten von allen anderen Jung-Orks die Gremrag kannte, einmal abgesehen von Akdraga. Er wollte ihn nicht gehen lassen, zumindest nicht ohne Versuch ihn davon abzuhalten.
Nachdem Gremrag geendet hatte und auf Nokduth zuging, wich dieser nicht zurück und mied auch nicht seinen Blick, sondern sah ihn offen ins Gesicht. Etwas an seiner Miene änderte sich, die Anspannung wich etwas anderem, etwas weniger aggressiven. Glaubst du wirklich ich will wie Nuzzhak und die anderen Orks sein? Sein Blick schweifte ab und er sah nachdenklich zu Akdraga und den beiden arg mitgenommenen Orks hinüber. Wir waren schon immer anders Gremrag. Die anderen Jung-Orks merken dass und verachten uns dafür. Nicht nur weil wir schwach wären, einfache Opfer und unnütze Fresser. Wir...sind einfach nicht so wie die...
Er schwieg und sah auf Gremrags ausgestreckte Hand, griff jedoch nicht danach. Diese Prüfung ist nicht für Nuzzhak und seine Bande gedacht, nicht für die Orks, die bei der Essensverteilung immer satt wurden. Sie werden bestimmt eine Trophäe finden und mit etwas Glück schaffen sie es auch zum Dorf zurück. Er schüttelte leicht den Kopf. Nein...wir sind es, die geprüft werden. Entweder wir passen uns an und werden wie sie, oder... Sein Blick blieb auf Gratzag ruhen, der schlaff zwischen Akdraga und Urgroth hing, die beide wartend zu ihnen hinüber sahen. ...oder wir sterben hier, von der Natur oder den anderen Jung-Orks getötet, wenn wir mit leeren Händen ins Dorf kommen, sterben wir eben dort. In jedem Fall ist versichert, dass nur wahre Orks die Prüfung bestehen.
Er sah wieder zu Gremrag und plötzlich wich die Bitternis einer Grimmigkeit, die er noch nie auf Nokduths Gesicht gesehen hatte. Aber ich lasse mich nicht beseitigen. Ich werde ins Orkdorf zurückkehren – als Ork! Ich werde es allen zeigen, werde allen beweisen, dass ich würdig bin ein Krieger zu werden!Für einen Augenblick schien er zu überlegen, schien für und wieder abzuwiegen und Gremrag wusste nicht, was das für sie bedeuten würde, ob dass nun hieße, er würde sich von ihnen trennen oder nicht. Doch dann schlug Nokduth ein und er nickte Gremrag entschlossen zu. Aber ich will nicht so wie Nuzzhak sein.Er zwang sich selbst zu einem grimmigen Lächeln, schein sich selbst von Gremrags Worten überzeugen zu wollen.
Wir schaffen das schon irgendwie...müssen es schaffen.
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Samstag 17. November 2012, 11:30

Gremrag liess sich die Worte von Nokduth durch den Kopf gehen. Er wollte es allen beweisen, dass er ein Krieger ist. Er nickte ihm zu. "Wir werden es allen beweisen. Wir sind wahre Krieger." Er versuchte genauso grimmig zu schauen, war aber doch froh, dass er seinen Freund nicht verloren hat. "Jetzt lass uns zusehen, dass wir hier alle wegkommen." Er zog in etwas näher heran und schaute sich um, ob die anderen ausser Hörweite waren. "Derjenige, der die Ablenkung macht, wird es sehr schwer haben. Die anderen müssen nur dafür sorgen, dass die Spuren und sie selbst nicht sichtbar sind. Wir müssen entscheiden wer von uns was macht." Die beiden Orks gingen zum Rest der Gruppe.

Nach einigen Minuten, die wie Stunden wirkten, war die Gruppe bereit. Gremrag hat immer wieder den Horizont beobachtet, aber noch war niemand zu sehen. So langsam kam neben der Nervosität ein wenig Angst dazu. Würden Sie es schaffen. Akdraga stupste ihn an. "Wir sind soweit. Nokduth wartet schon." Gremrag schaute in ihre Augen. Hoffentlich brachte er die Gruppe nicht in Gefahr. Er nickte ihr zu und ging zur Gruppe. Er und Nokduth müssen sich entscheiden, we den schwierigen Part übernimmt und wer den Rest der Gruppe zum Meer führt.

"Ich bin der Meinung, ich sollte gehen. Es ist mein Plan und falls er schiefgeht, sollte auch ich es sein, der sich opfert." Gremrag versuchte so bestimmend und herrisch zu klingen wie er vermochte, aber den Blicken der anderen nach zu urteilen, ist es ihm nicht gelungen. Vor allem die Ork-Frau schien gar nicht erfreut darüber zu sein, dass er sich vom Rest der Gruppe trennen will. Auch Nokduth schien mehr der Meinung zu sein, dass er gehen sollte. "ich würde ja sagen wir gehen zu zweit, aber ich weiss nicht, ob der Rest der Gruppe zurecht kommen wird." Akdraga schien so als würde sie sich auf die Seite von Nokduth stellen, so dass Gremrag den Rest der Gruppe leitet während der andere Jung-Ork versucht die Verfolger abzulenken. Er weiss nicht, was er dazu sagen sollte. Aber er würde sich der Mehrheit beugen. Er wollte nicht das Recht des Stärkeren gebrauchen, da er dabei gewinnen würde und vermutlich die Gruppe dadurch noch mehr auseinander gehen würde.

Kurze Zeit später entfernte sich Nokduth von der Gruppe währen Gremrag den Verwundeten mit trug, damit keine zu tiefen Spuren zurückblieben. Akdraga verwischte die übrigen Spuren so gut es ging.

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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 22. November 2012, 00:06

Die Erleichterung über Nokduths plötzlichen Meinungswechsel war nicht nur für Gremrag zu fühlen, als die beiden zurück zu den anderen stapften, die gebannt auf sie gewartet und ihnen zugesehen hatten. Akdraga schenkte Nokduth einen zögerlichen Blick und gab schließlich ihre trotzige Miene ihm gegenüber auf. Nur Urgroth schien den Jung-Ork immer noch mit vorsichtigem Argwohn, ja fast schon ängstlich zu mustern. Vermutlich war das nur normal, im Anbetracht dessen was er und sein Freund hatten erleben müssen. Nach Nuzzhaks hinterhältigem Angriff war etwas Misstrauen der nächsten Gruppe, auf der sie trafen wohl angebracht.

Nachdem Nokduth die gemeinsame Ausrüstung, das wenige Fleisch und das Wasser, dass sie gesammelt hatten zu den anderen vier Orks getragen hatte, legte er es unschlüssig auf den Boden, während sie sich um ihn versammelten. Sie mussten nun eine Entscheidung fällen - eine Entscheidung, die womöglich den Tod oder das Überleben der gesamten Gruppe ausmachen würde. Und diese Entscheidung sollten sie am besten schnell treffen, denn es konnte nicht mehr lange dauern bis Nuzzhaks Schläger hier auftauchen würden. Nicht nur ihre Umwelt, sondern auch die Zeit schien sich gegen die kleine Gruppe verschworen zu haben.

"Ich bin der Meinung, ich sollte gehen. Es ist mein Plan und falls er schiefgeht, sollte auch ich es sein, der sich opfert." Obwohl Gremrag sich große Mühe machte, die anderen durch diese ausgestrahlte Selbstsicherheit von seiner Meinung zu überzeugen, konnte man seinen Gefährten ansehen, dass sie ihm nicht zusimmten. Akdraga sah Gremrag nachdenklich an und wieder war dieser merkwürdige Ausdruck in ihrem Gesicht, den sie seit ihrer Reise immer an sich hatte, wenn sie Gremrag betrachtete. Bevor sie jedoch etwas sagen konnte, wurde sie von Nokduth unterbrochen. "Ich würde ja sagen wir gehen zu zweit, aber ich weiss nicht, ob der Rest der Gruppe zurecht kommen wird." Er warf einen Blick durch die Runde der bei Urgroth und Gratzag ruhen blieb. Natürlich konnten Gremrag und er nicht gemeinsam losgehen. Es würde bedeuten Akdraga mit den beiden stark geschwächten Orks alleine zu lassen - praktisch schutzlos.

"Du führst die andern in Richtung Meer während ich Nuzzhak in die Irre führe, das dürfte nicht allzu schwer sein. Wenn ich ihn soweit habe, lasse ich die Spuren im nichts verlaufen und folge euch in die selbe Richtung." Nolduth klang zuversichtlich und das schien den anderen Jung-Orks Mut zu machen. Außerdem war sein Plan gut, er war wohl die beste Alternative. "Wenn alles gut läuft, sehen wir uns spätestens in zwei Tagen wieder, wenn ich mich beeile vielleicht sogar früher" Der Ork trat vor und deutete dann auf die paar Brocken Fleisch. "Wasser kann ich mit etwas Glück finden aber ohne Bogen werde ich nicht jagen können..." Er sah entschuldigend in die Runde, als er sich zwei kleine Stücke nahm und in die Tasche steckte. Gremrag war sich sicher, dass er nur das nahm was er brauchte. Dennoch - das Fleisch, dass übrig blieb würde für sie vier nicht lange halten...

"Also dann" Nokduth zog sich den Gürtel zurecht und prüfte seine Waffe. "Es hat keinen Sinn noch weiter Zeit zu verschwenden." Er sah noch einmal in die Runde, atmete tief ein und ging dann auf die Stelle zu, wo Akdraga aufgehört hatte die Spur der zwei verletzten Orks zu manipulieren. Im Vorbeigehen klopfte Nokduth Gremrag und ihr noch einmal auf die Schulter. "Wir sehen uns bald wieder. Bis dahin...viel Glück!" Dann wandten sich Akdraga und Urgroth mit dem verletzten Gratzag um. Nur Gremrag blieb noch kurz stehen, um den jungen Ork nachzusehen. Dann drehte auch er sich um.

Es lag noch ein langer Weg vor ihnen...
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Re: Die Reifeprüfung

Beitrag von Gremrag » Donnerstag 22. November 2012, 15:30

Viel Glück. Gremrag hoffte, dass dies nicht das Letzte ist, was sie von Nokduth sahen. Er stützte den verletzten Ork, während Akdraga die Spuren verwischte. Urgroth wirkte erleichtert, hatte er doch nicht damit gerechnet, wirklich auf freundliche Orks zu treffen. "Wir sollten versuchen, so weit wie es geht zu kommen, bevor wir rasten. JE mehr Abstand wir zu unseren Verfolgern bekommen, desto besser." Urgroth nickte nur unter Schnaufen, da Gremrag versuchte ein hohes Tempo vorzulegen. Immer wieder stöhnte der Verletzte auf, aber er war noch immer ohnmächtig. Er schaute sich immer wieder um, um zu sehen ob Akdraga immer noch Anschluss hat und ob man Verfolger sieht. Es wurde immer dunkler, aber eine Fackel oder ein Feuer würde zu viel Aufsehen erregen, da man es in der Ebene kilometerweit sehen kann.

Die Zeit schien nicht zu vergehen, der Mond hatte seinen Zenit bereits überschritten, Gremrag war erschöpft. Der Körper lastete schwer, zumal Urgroth immer wieder strauchelte. Auch Akdraga schien erschöpft. Er jedoch versuchte sich immer weiter zu bewegen. Seine Beine und sein Rücken schmerzten, aber solange er sich nicht sicher war, das niemand sie verfolgt, wollte er nicht stehenbleiben. Mittlerweil begann aber auch er das Straucheln an. "Wir sollten rasten." Akdragas Stimme klang besorgt. Gremrag musste sich selbst überwinden, damit er nicken konnte. "Wir sollten versuchen, da vorne in die Erhöhungen zu kommen." Etwas weiter konnte man sehen, dass der Boden in kleiner Hügel überging. Diese waren überall in der Ebene zu finden, boten meist aber nicht wirklich guten Schutze, aber immer noch besser als auf der freien Fläche zu rasten. Der Weg dorthin war länger als gedacht und als die Gruppe ankam brachen alle fast zeitgleich zusammen. Urgroth legte sich neben seinen verwundeten Freund, während Akdraga sich vorsichtig an Gremrag anlehnte, als dieser keine Anstalten machte, sie wegzustoßen, entspannte sie sich. Er war zu erschöpft, um sie wegzujagen, zumal er es auch genoss, wenn sie in seiner Nähe war. Irgendwie hatte sich etwas verändert. Vermutlich gewöhnte er sich daran so etwas wie eine Familie zu haben. Er zwang sich wach zu bleiben. "Urgroth, ich werde dich in zwei Stunden wecken und du passt dann auf, verstanden?" Ein Nicken war zu sehen und ein Grunzen als Erwiderung. Er wollte sich gerade zu der Orkfrau wenden, als er schon ein leises Schnurcheln von ihr hörte. Er blickte in die Richtung aus der die Gruppe kam und hielt Ausschau. "Viel Glück, Nokduth. Ich hoffe es passiert dir nichts." Er sagte dies leise und mehr zu sich.

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