Zweisame Wanderschaft

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 28. März 2012, 17:15

Auch wenn er es sich nicht vorgenommen hatte, so war der Halbzwerg eingeschlafen. Die anstrengende Reise und die Erlebnisse des heutigen Tages hatte seinen Tribut gefordert.
Dazu kam das Ingmar kurz davor gewesen war in einen seiner berüchtigten Tobsuchtsanfällen zu verfallen. Dies konnte zum Glück noch abgewendet werden. Stattdessen war er urplötzlich Ziehvater geworden.
Vermutlich von der alten Zeit am träumen, wo noch nicht alles so umständlich geworden war und seine Räuberbande ihm den Rücken freihielt.
Man konnte nur hoffen, dass es nicht ein Fehler war und er den kommenden Morgen nach erleben würde. Immer wachsam sein, so war die erste Regel für ein langes Leben als Räuber. Doch vielleicht wusste Ingmar, dass spätestens Grummph Alarm schlagen würde, wenn er einen Feind wahrnahm.
Aber nur wenn er ihn wahrnahm.
Doch der Keiler schlief ebenso tief wie die Frau und der Halbzwerg. Ein leises Schnorcheln um die Wette, während der Mond das kleine Lager beschien. Die Winde waren kühl und irgendwo konnte man eine Eule hören.
So verlief die Nacht weitgehend ruhig.

Gerade als sich die ersten Strahlen der Sonne durch die dicke Wolkendecke stehlen wollte, hörte man den Ruf eines Falken. Dieser zog seine Kreise um nach seiner nächsten Beute Ausschau zu halten.
Noch war alles im nebligen Dunkel, aber es würde nicht mehr allzu lange auf dem Morgen warten müssen. Das Feuer war weitgehend erloschen und nur eine feine Glut war noch zu sehen.
Ein Schatten löste sich aus den Bäumen heraus.
Die Schritte lautlos und mit bedacht gewählt. Langsam trat sie näher ran, hielt sich im Gegenwind des Keilers auf. Nicht das dieser verdacht schöpfte. Er sah sich um, wachsam und aufmerksam.
Die Lippen kräuselten sich zu einen grausamen Grinsen. So einfach hatte er es sich nicht vorgestellt. Gleich zwei auf einen Streich. Und so unachtsam- immerhin war das Schnarchen bei Nacht weit zu hören. Doch war hier nicht noch jemand gewesen?
Wieder sah er sich um, konnte aber keinen entdecken. Selbst wenn es jemanden gab, so würde diese Person zu spät kommen.
Die Klinge, die er plötzlich in den Händen hielt war pure Magie. Sie würde schneiden und doch würde sie keine Spuren hinterlassen. Sie war so ausgelegt, dass sie nicht die Haut aber die Gefäße verletzte. Konnte recht wirksam sein besonders um jemand die Knochen zu zerschlagen und die Person wüsste nicht mal was sie getroffen hatte. Das Mädchen war entbehrlich meinte sein Auftraggeber, dies sollte ihm recht sein. Er hatte dem jungen Ding sowieso keine Erfolgschance eingeräumt. Sie war nur eine Frau!
Die Klinge spiegelte kein Licht als er jetzt an den Zwerg herantrat.
Er musste sich eilen, das Licht der Sonne würde ihn schaden.
“Es laufen hier eindeutig zu viele Gestalten rum” hörte er eine Stimme hinter sich.
Wo kam sie her?
Adler hatte laut genug gesprochen, dass eigentlich Ingmar wach werden müsste.
Noch bevor der Mann richtig reagierte, hatte Adler diesem schon seinen Dolch neben die Rippen tief ins Fleisch gedrückt. Eigentlich hatte er das Herz treffen wollen, aber die Gestalt war so schnell zur Seite gewichen, dass es nicht mehr natürliche Gewandtheit war. Unnatürlich schnell!
Nicht mal ein Aufstöhnen gab der Mann von sich, wirbelte jedoch herum und versuchte seinerseits Adler zu treffen. Dieser duckte sich weg und schlug von unten seine Faust gegen den Kiefer der Person.
“Du fauler Sack, wach auf” rief er Ingmar wieder zu. Der fremde ließ nicht locker. Er ignorierte den gezielten Schlag von Adler, stieß diesen eher bei Seite. Holte wieder aus um diesmal seine Waffe in den Halbzwerg zu schlagen.
Der Keiler wurde wach, grunzte laut auf. Ein warnendes Quietschen ließ er von sich hören. Caroline zuckte zusammen, griff nach Ingmars Arm, rüttelte an diesem.
“wach auf”
Adler griff den Fremden wieder an, zerrte dessen Arm nach hinten. Der Mann war größer und breiter als Adler und der Söldner verfluchte sich innerlich, dass er diesem Fremden nicht gleich die Kehle zerschnitten hatte, als er die Möglichkeit hatte. Aber dann hätten sie keine Antworten bekommen. Und wenn dieser Magie beherrschte konnte es echt böse werden.
Adler drehte dem Mann die Arm nach hinten, laut knackte es als das Gelenk ausgekugelt wurde. Wieder gab er kein Laut von sich.
Das ist nicht normal!
Jedoch empfand er Adler inzwischen als lästig. Seine Magie auf den Halbzwerg abfeuernd, drehte er sich so schnell um, dass Adler zu Boden ging. Es war so eine Wucht, dass Adler einen Moment leicht benommen am Boden lag. Dann sprang der Fremde auf den am Boden liegenden Mann zu, sein Ziel die Kehle.
“Verdammt” fluchte Adler noch, wurde dann zu Boden gehämmert.
Zähne, Reißzähne versuchten Adlers Kehle zu erwischen. Schnappten jedoch nur den Arm, den Adler noch dazwischen brachte.
“INGMAR!!!!!!, ich könnte Hilfe gebrauchen!”
Die Gestalt grinste. Verzerrte Züge erinnerten an einen Dunkelelfen, aber die Haut war fahler und kalt. Jedoch die Fänge in seinem Mund machten deutlich was er war.
Gelassen griff er nach Adlers Arm und drückte diesen fast schon zärtlich von der Kehle weg. Eine willkommene Mahlzeit.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Mittwoch 28. März 2012, 19:14

Der Geruch von brutzelndem Fleisch, Alkohol, Heu und Pechfackeln lag in der Luft, Ingmar schlug die Augen auf un grinste zufrieden, als er seine besten Freunde feiern sah. Das Hämmern von Trommeln, Trinkhörner die aneinander stießen, das Grölen von betrunkenen Männern zu fröhlicher Räubermusik dominierten den Raum und trieben die Lautstärke in die Höhe. Einige in Ingmars Bande konnten ein paar Akkorde und Lieder spielen, zu denen es sich gut trinken und mitgröhlen ließ. Gestandene Männer tanzten auf den Tischen, deren Holz sich unter ihren schweren Körpern schob bog, wie auch immer diese Scheune zuvor ausgesehen hatte, am nächsten morgen würde es nicht mehr stehen, so waren es die Räuber unter dem Zeichen des roten Ebers gewohnt. Es wurde buchstäblich gefeiert, dass die Wände wackelten und das, was danach noch übrig war wurde entweder angesteckt, oder aber eingerissen. Er selbst saß am Kopfende des großen Tisches um den herum das Vergnügen tobte, hielt einen gefüllten Humpen in der Hand und genoss die gute Laune, die um ihn herum grassierte. Es wurde gesoffen, gegessen, gesungen, ohne großen Anlass gefeiert, einfach weil sie es wollten, das Leben einer großen Räuberbande, die es verstand, sich das Leben zu versüßen.

Sie alle waren da, der kahlköpfige Johrn, die Eisenhand Munfriig, der schnelle Rheenhain und natürlich auch Bromir, er, der alle Räuber noch um einen Kopf überragte und ihm fröhlich zunickte, als Ingmar ihm grinsend entgegenschielte und seinen Humpen hob. Das Bier schmeckte unglaublich köstlich, herb und süß zugleich, würzig, aber auch angenehm mild und stark natürlich, so wie es nur die Zwerge brauen konnten.
Noch während er voller Genuss das Gesöff, dass eigentlich aus allem möglichen bestand - bedingt durch Ingmars liebste Unsitte, seinen Krug immer schon ab der Hälfte wieder aufzufüllen, egal womit - in sich hineinschüttete, hauchte und knabberte etwas an seinem Ohr, warmer Atem streichelte sein Gesicht. Er sah neben sich und erblickte eine Zwergen, die schöner kaum sein konnte. Langes, geflochtenes, Kohlschwarzes Haar, makellose Haut, große Augen und ein Lachen auf den Lippen, das Mithriladern zum schmelzen bringen konnte. Für den Rest der Männer, die keine Antennen für so etwas besitzen, war auch sonst reichlich zum Gaffen da.
Wohlgeformte Hüften, eine Kurvenreiche Taille und Brüste, die zwar schon etwas lose, dennoch gut in Form in der Bluse eines einfachen Kleides steckten. Sie schmiegte sich anmutig erst an Ingmars Schulter, glitt dann an seinem hölzernen Thron entlang, bis sie fast auf seinem Schoß saß und ihn ansah. Der Räuberhauptmann war fasziniert von dem Funkeln ihrer Augen, ihre zarten Hände fuhren über seine Brust, ihre Blicke bettelten förmlich um die Liebkosung ihres Körpers. In dem Moment jedoch, als sie ganz auf ihn gleiten und sich ihre Lippen berühren sollten, rüttelte etwas an ihm, schepperte plötzlich Adlers Stimme seine Träume in Stücke. “INGMAR!!!!!!, ich könnte Hilfe gebrauchen!” Innerhalb eines Augenschlages zerplatzten die Zwergen, der Humpen, all seine Freunde, alles um ihn herum wie Seifenblasen und ließen den Halbzwerg die blutunterlaufenen Augen aufreißen und sich nach dem Ruf Adlers umsehen und spätestens, als er entdeckte, wie der Mensch mit einem Unbekannten rang, verdüsterte sich die imaginäre Wolke über seinem Kopf und wurde von Blitzen durchzuckt. Ingmar HASSTE es, geweckt zu werden, besonders dann, wenn offensichtlich jemand versucht hatte, ihm im Schlaf zu Leibe zu rücken zum Glück hatte Adlers Beharrlichkeit ausgereicht, dass der Ferme Ingmar mit sein Zauber nicht hatte treffen können, auch wenn das nur knapp geschehen war.
Er sprang auf und griff sich seinen Schild, als Adler im dichtesten Kontakt mit dem Fremden rang und merklich Hilfe gebrauchen konnte. NA WARTE! Es waren nur wenige Schritte, bis der Halbzwerg das Geschehen erreicht hatte, er hob seinen Schild mit beiden Händen über den Kopf und drosch, mit dem Buckel voran, auf den Fremden ein und traf ihn mehr als hart auf den Buckel, den er machte, während er versucht hatte, sich an Adler zu delektieren. Schnell ruhte der Schild wieder an einer Hand des Halbzwerges, während die andre benutzte, um den Fremden von seinem Gefährten herunterzuzerren und noch einmal mit dem Schild nachzusetzen, wobei er dieses mal darauf aus war, den Gegner im Gesicht zu treffen und so auszuschalten. Wie Donnerhall schlug ihm dabei Ingmars lautes Brüllen entgegen, als hätte der Fremde einen Bären geweckt, was im übertragenen Sinne ja auch gar nicht so falsch war. Da dessen Motive mehr als offensichtlich waren, gab es für den unsanft Geweckten auch keinen Grund, jetzt zimperlich zu sein. Der Eindringling sollte schon zu spüren bekommen, warum Ingmar Blutnase ein Name war, der die Reichen erschauern und die trinkfesten Glücksritter jubeln ließ, sofern sie seinem Lebensstil etwas abgewinnen konnten.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Freitag 30. März 2012, 16:57

Caroline war zur Seite gesprungen, als Ingmar plötzlich erwachte und aufsprang. Sie konnte ihn geistesabwesend sein Schild überreichen, was dieser auch rasch ergriff. Selber suchte sie nach einer Waffe, wenn sie auch sichtlich mit der Angst zu kämpfen hatte.
Der Keiler grunzte auf, war auf seinen stämmigen Beinen und gleich bei Caroline zur Seite. Zwar hatte das Tier nicht mitbekommen, wie sie sich versöhnt hatten, aber instinktiv stand der Keiler wie ein großer wachsamer Hund neben ihr. Vermutlich würde sein Schnauben und sein Gestank so manchen Angreifer in die Flucht schlagen.
Adler keuchte auf, als der Fremde ihn tatsächlich in den Arm biss. Er hatte ja schon vieles erlebt aber so was war ihm noch nie untergekommen. Und er hatte es schon mit so manchen seltsamen Typen zu tun gehabt.
Zähne, die viel zu lang und spitz waren, gruben sich durch seine Haut. Adler schlug mit der freien Hand zu, wieder kaum Reaktion.Der Fremde ließ ihn los, leckte sich mit der Zunge über die Lippen. Adler war nun wirklich nicht jemand, der leicht in Panik geriet, hier war sogar er fast an seinen Grenzen. Dann packte der Mann Adlers Arm und drückte diesen selig ruhig und mit scheinbar kaum Anstrengung auf den Boden. Adlers Muskeln spannten sich, er wehrte sich, schlug mehrmals um sich. Aber der Fremde schien dies nicht zu interessieren.
Dann hörte man ein Brüllen. Noch nie war Adler so froh die Stimme eines wütenden Halbzwerges zu hören. Ein Ruck ging durch den Fremden, als Ingmar sein Schild diesen über den Buckel donnerte. Die Überraschung war leider, dass er seinen Halt etwas verlor und komplett auf Adler fiel.
Nein!!!
Zähne schnappten zu. Den Kopf konnte Adler noch bei Seite ziehen, aber auch nur knapp verfehlten die Zähne seine Schlagader.
„Idiot!...hol... ihn...RUNTER!!!!!!!!!!!“ schrie der erfahrene Söldner. Wand sich wie ein Besessener.
Zu seinem Glück hatte Ingmar auch nicht nachgelassen. Als der Mann seinen Halt kurzfristig verlor hatte Ingmar diesen mit einer Hand gepackt und zerrte ihn weg. Der Fremde knurrte wie ein Tier und ein wildes Fauchen war zu hören, als er sich zu Ingmar umdrehte. Seine eine Hand griff Adlers Arm.
Aber Ingmar ließ nicht locker, der nächste Schlag mit dem Schild traf den Fremden frontal. Die Wucht des Schlages riss ihn nach hinten- von Adler runter.
„AArrgghhhh!“ Schrie jedoch Adler, als der Fremde ihn am Arm mit riss. So landete Adler plötzlich auf dem Bauch. Seine linker Arm aus dem Schultergelenk gedreht. Keuchend erhob er sich, brachte sich aus der Reichweite des Fremden. Suchte nach einer seiner Waffen.
Der Fremde lag ebenfalls. Die Nase blutete stark, war wohl gebrochen. Er spuckte Blut und erhob sich.
Mit einem Handrücken wischte er sich den Mund von dem Blut frei, welches als starker Fluss aus der Nase lief.
„Respekt!“ eine raue Stimme, die einem eine Gänsehaut.
Es war ein recht blasser Dunkelelf, seine Haut hatte einen ungesunden Graustich. Haare hatte er keine auf dem Kopf, aber seine Augenbrauen glänzten silbern. Er hatte die übliche markanten aber auch aristokratisch wirkenden Gesichtszüge. Seine Kleidung war endanliegend und er trug eine leichte Rüstung darüber.
Augen eines Raubtieres. Waffen trug er keine sichtbaren am Körper.
„Ihr seit schwerer zu töten als gedacht... schade! Wärt echt eine Bereicherung für meinesgleichen“ Die Augen leuchteten wie Diamanten jetzt.
Er legte den Kopf schief, während er sprungbereit jetzt am Boden hockte.
„Schmeckt dein Blut auch so gut wie sein“ Er grinste Adler an, leckte sich dabei genüsslich wieder die Lippen. Eigentlich sah dies eher wie ein Blick aus, den man für eine Frau übrig hatte. Angewidert verzog Adler das Gesicht.
„Vergiss es Freundchen!“ Dann sprang der Fremde, Richtung Ingmar
„Sonnenlicht!“ schrie Caroline von hinten.
„Die Schwachstelle ist Sonnenlicht“ sie zeigte nach oben.
Tatsächlich machte sich das Licht mehr und mehr durch die Wolken bemerkbar. Oder war sie es.
„Hexe“ zischte der Fremde, schlug bei Ingmar gegen das Schild, dass dieses bebte.
Tatsächlich hatte Caroline jetzt die Augen geschlossen. Sie machte Bewegungen in die Luft. Ein leichter Windstoff kam auf und es schien dass sich die Wolkendecke etwas mehr öffnete. Nicht viel. Und nicht gerade auf den Fremden schien das Licht der Sonne zu treffen. Jetzt lag es wohl Ingmar.
Adler sah Ingmar an, nickte diesen stumm zu. Sein einer Arm hing bewegungslos an seiner Seite runter.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Sonntag 1. April 2012, 13:29

Wie versteinert stierte Ingmar dem Fremden entgegen, Dunst stieg aus seiner schnaufenden Nase, der warme Abend kondensierte an der immer noch kühlen Morgenluft, die von den Bergen her zu ihnen hinab glitt. Der Schlag mit dem Schild hatte gesessen, der Halbzwerg hatte das leise Knacken der Nase des Fremden hören können, ob real oder nur in seiner Einbildung spielte dabei freilich keine Rolle. So oder so hatte er seinem Namen alle Ehre gemacht, der Beweis dafür zeichnete sich im Gesicht des Fremden ab, dessen Riechorgan sichtlich angeknackst war und blutete, was den blassen, kahlen Dunkelelfen allerdings wenig zu scheren schien. Die meisten Menschen hätte solch ein Hieb durchaus schon auf die Bretter zu schicken vermocht. Statt sich darüber zu wundern oder Unruhe zu empfinden, war der Halbzwerg lediglich erzürnt, dass er offensichtlich nicht hart genug zugeschlagen hatte, zeitgleich war er jedoch erpicht darauf, den Fremden zu traktieren, bis dieser sich nicht mehr rührte. Eine gute Zusatzmotivation war der Umstand, dass Adler der ausgekugelt worden war, sicher nichts Ernstes, dennoch Grün genug, sich noch etwas mehr anzustrengen.

"Der Respekt eines Elfen ist weniger wert als der Dreck, den sein Pferd macht." Ja, der Halbzwerg machte keinen Hehl daraus, dass er jedwede Art Elf nicht ausstehen konnte. Sie waren meist gewandte, listige Fernkämpfer, Assassinen und Zauberer, kurzum, in Ingmars Augen nichts als Feiglinge, die nicht Manns genug waren, sich einem richtigem Kampf zu stellen. Zwar hatte er im Allgemeinen nichts gegen Bogenschützen, nur elffache Bogenschützen verurteilte und missachtete er aufs Schärfste, das war einer der wenigen persönlichen Makel es Hauptmannes: Zwerg für einen Zwerg war Ingmar ein Rassist den Elfen gegenüber und sah durch seine Lebenserfahrung auch keinen Grund, daran etwas zu ändern.
Menschen, Zwerge, sogar Orks und Trolle hatte er wesentlich lieber um sich, als Elfen, oder Gnome und dergleichen, wobei Goblins den merkwürdigen Status hatten, dass sie Ingmar eher egal waren, als dass er eine Stellung zu ihnen hatte. Selbst die Sumpfechsen, denen Ingmar auch nicht viel abgewinnen konnte, standen bei ihm besser als Elfen, denn sie hatten wenigstens den Mumm, 'richtig' zu kämpfen.
In der Tat hatte er zwar keine Trolle in seiner Horde gehabt, auch keine Echsen oder Goblins, dafür allerdings den ein, oder anderen Ork, etwa eine Handvoll waren ihm gefolgt und amüsierten sich ebenso königlich wie die Menschen, was nicht zuletzt Ingmars und Bromirs starker Hand zu verdanken war, da Menschen und Orks normalerweise ein eher... Schwieriges Verhältnis unterhielten, was eigentlich auch für die meisten Zwerge galt, allerdings nicht für Ingmar, da er schon gegen Orks gekämpft hatte und nichts so sehr respektierte wie Stärke und Ehre, wovon in seinen Augen, ein Ork mehr im kleinen Wurstfinger hatte als ein Rudel Elfen im ganzen Leib.

"Stell' dir lieber die Frage, wie lange du deines noch schmecken kannst!" Hatte der Halbzwerg seinen Schild beiseite gezogen, so hielt er ihn wieder steinern vor seinen Körper, nachdem er mit seiner Faust demonstrativ gegen die Außenseite geklopft hatte. "Ich brauche nicht mal meine Axt um dich niederzumachen, Elfchen." In Sprüchen wie diesem steckte meist mehr Provokation als Selbstüberschätzung und diente dazu, den Gegner zu Dummheiten zu verführen, was längst nicht bei jedem funktionierte, in jedem Fall jedoch zu Ingmars Spaßfaktor im Kampf beitrug, nichts war so befriedigend wie ein guter Kampf. Da kam dieses elfische Ungeheuer schon angesprungen und brandete vor sich hin kreischend gegen Ingmars festen Stand. Der Halbzwerg wurde durch die Wucht seines Aufpralls doch tatsächlich etwas zurückgedrängt. Mit voller Kraft drückte er gegen den Fremden an und reagierte endlich auf Carolines Worte. "Meinst du das ernst?!" Adlers Blick erübrigte eine Antwort, dass Caroline scheinbar zu hexen begann, war ihm zum Glück noch nicht aufgefallen, da ihn das vermutlich bloß verstört und unachtsam gemacht hätte. Stattdessen brüllte Ingmar erneut auf und presste den Schild nach einem kurzen Ruck zur Seite, nun mit dem Druck beider Schultern erneut gegen seinen Gegner um ihn auf Distanz zu bringen, täuschte weitere Hiebe mit dem Schild vor um sich den merkwürdigen Fremden vom Hals zu halten und ihn in Richtung einiger bereits beschienener Flecken auf dem Waldboden zu treiben, ihn davon allerdings abzulenken. Warum er empfindlich gegen die Sonne sein sollte, war Ingmar dabei nicht ganz klar, denn er hatte bisher nur wenige Dunkelelfen, geschweige denn einen Vampir getroffen! Dennoch ließ der Halbzwerg nicht nach und traktierte den scheinbaren Attentäter so gut er konnte.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 5. April 2012, 09:53

Der Fremde ließ sich so einfach nicht vom Räuberhauptmann einschüchtern. So wie nämlich Ingmar zu Elfen stand, so stand dieses Wesen zu allen anderen. Er hielt sich generell als die bessere Art und nicht nur weil er ein Dunkelelf von Geburt war. Sondern weil er nicht mehr an die beschränkten Möglichkeiten der Sterblichkeit gebunden war. Das Blut des anderen Mannes war mehr als delikat und wenn er hier fertig war, so würde er sich an diesem und der anderen laben. Vielleicht würde er die Leute sogar wandeln. Es gab nichts schöneres, als wenn man die zu Sklaven machte, welche sich bis zu Letzt weigerten. Sie konnten dann nicht anders, würden betteln, auch wenn der Geist frei wäre. Aber sie müssten sich fügen.
Das würde ihm gefallen. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Auch wenn er sich das eigentlich nicht bei Annahme des Auftrages gedacht hatte.
Doch dies stellte sich mehr als interessant raus. Das der Halbzwerg nicht viel von Elfen hielt interessierte ihn so überhaupt nicht.
Seine Nase würde wieder heilen, schneller als bei einen Sterblichen, aber auch nicht so schnell wie man es immer glaubte.
„Du beleidigst mich, wenn du mich mit einem Elfen gleichsetzt.“
Die Wucht seines Schlages, konnte der Halbzwerg gerade noch rechtzeitig abwenden. Doch er hatte nicht gewusst, was da auf ihn zu kam. Die Hände , wie zu Klauen gekrümmt, kratzen seine Fingernägel über das Schild. Sie waren so scharf, dass er Kratzspuren auf dem Schild hinterließ. Wieder fauchte er, entblößte seine Reißzähne.

Caroline hatte ihr möglichstes getan. Ingmar wusste nur noch seinen Teil dazu beitragen. Sie war nicht besonders gut im Umgang mit der Magie, aber wenigstens etwas bekam sie hin.
„Vertrau mir“ brüllte sie ins Kampfgeschehen. Der Halbzwerg war verunsichert. Wieso sollte dies auch helfen? Doch erhandelte richtig. Und das auch, da ihm Adler zustimmend zunickte.
Der Fremde, blockte die Schläge mit dem Rundschild mit einem Arm. Ein normaler Mensch hätte dies nicht gekonnt und auch kein normaler Elf. Aber so langsam schien es auch den seltsamen Dunkelelf anzustrengen.Dieser schwächelte so langsam. Die Sonne, selbst wo sie noch nicht richtig schien, forderte ihren Preis.
Nur wie ließ sich der Fremde in Richtung der Sonnenstrahlen drängen?Der Fremde holte aus um mit aller Wucht sich gegen den Halbzwerg zu stemmen. Dies musste für Ingmar ein ungewöhnlicher Kampf sein.
„keine Axt... dann danke ich dir dafür“ grinste der Fremde noch gelangweilt..
Dann traf das Licht auf die Kleidung des Fremden. Noch bemerkte er es nicht. Er nutzte gerade seine Flinkheit um Ingmar von der Seite zu attackieren.
Dampf stieg auf, gab den Geruch von Verbrannten frei. Plötzlich!
Ein überraschter Blick.
Er schrie auf, machte einen Sprung weg. Weg von Ingmar und dem Licht.
Fauchte wild.
Da wo ihn der Strahl getroffen hatte, war die Kleidung durchgeschmorrt. Verbranntes Fleisch zeigte sich unter dem Schutz. Er griff mit einer Hand zu der Stelle, deckte sie ab. Schützend.Seine Augen wurden zu schmalen Schlitzen und er knurrte unmenschlich.
„Wie denn, sonnenscheu?“
Adler! Provozierend!
Verfluchte Sonne!... wir sehen uns wieder!“ Er duckte sich mehr und mehr weg. Verscheucht von Sonne, jetzt schien selbst die Schläge von Ingmar sich nachträglich zu zeigen. Das Gesicht war eine Maske des Schmerzes. Den Hass in seinen Augen war nicht zu übersehen.
Als würde er jetzt erst alles merken. Mehr und mehr machte er Schritte rückwärts ins Dunkle der Bäume. Dann wurde es schwarz und er war verschwunden. Eine leichte Rauchwolke, zeigte noch, in welche Richtung er verschwunden war.
„Er wird nicht zurückkommen...jedenfalls nicht am Tag“ seufzte Caroline erleichtert auf. Adler mühte sich auf die Beine, fluchte leise dabei vor sich hin.
Der Arm musste wohl wieder eingerenkt werden.
„Den soll der Harax holen, verdammte Scheiße“! Eine Gänsehaut erfasste den Söldner, als er nur an den Blick von dem Fremden dachte, den dieser Adler gierig zugeworfen hatte.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Samstag 14. April 2012, 02:04

Der Stolz gebot es, dass Ingmar die Kommentare des Feindes wie seinen Körper ungeachtet gegen sich branden und daran brechen ließ, auch wenn das eher dem Drill der Zwergenkrieger in den Phalanxen entsprach, als seiner im Vergleich dazu eher animalischen Masche des blanken Fluchend, Brüllens und Niedermähens. Ohne groß Worte zu verlieren und ohne sich um den Sinn des Manövers zu scheren machte er sich, wie geheißen daran, den Fremden immer ins Licht zu treiben und das mit Erfolg, welcher sich spätestens zeigte, als der kreischende Elf selbst verspürte, dass er in der Sonne buchstäblich zu schmoren begann. Ingmar selbst beobachtete das Szenario mit einer gewissen Verstörung, dieser Elf war etwas Widernatürliches, vielleicht ein Dämon oder ein Hexer? Zauberei gehörte zu den wenigen Dingen, die den sonst so trotzigen Halbzwerg schlucken ließen, so konnte er Adlers ausgelassene Nachrufe beileibe nicht nachempfinden, eher im Gegenteil. Steinern wirkte sein Blick, der Zwerg mochte von seiner Farbe abgesehen den Felsen gleichen, welche vom Waldrand her gen Himmel ragten und das Gebirge bildeten. Er würde sich diesem Fremden wieder stellen, bestimmt und dann würde Ingmar bereit sein und ihn in seine Einzelteile zerlegen. Dass dieser Zeitpunkt noch in der Zukunft lag hatte für ihn trotz seinem Drang nach dem Sieg etwas Beruhigendes. Er fürchtete Zauberwesen, auch, oder gerade besonders, wenn sie solche fatalen Schwachpunkte zu haben schienen, denn alles wurde irgendwie ausgeglichen, was bei solch einem Handicap nichts Gutes zu verheißen hatte.

Erst als wieder Stille sie umgab, wandte Ingmar sich zu seinen Gefährten um, er wirkte sehr ernst und nachdenklich, während er sie musterte. "Dann haben wir Zeit uns wieder auf den Weg zu machen. Das war mir alles viel zu knapp, als dass es wieder soweit kommen sollte..." Ächzend ließ er den Schild von sich gleiten und sah Adler an. "Wir sollten versuchen, uns Nogrot so stark anzunähern, wie wir können. Ich möchte ehrlich gesagt nicht noch einmal nur durch Glück mit dem Leben davonkommen. In der Stadt sind wir sicherer vor diesem... Ding."
Dabei rümpfte er verächtlich die Nase als hätte er grade etwas von seinem Käse gegessen und während er Anstalten machte, Adler beim Einrenken seines Armes zu assistieren, warf er Caroline einen besorgten Blick zu, meinte dennoch beide. "Irgendeine Ahnung, was das für eine Kreatur war?" Sicher hatte er es schon mit einigen Untoten zutun gehabt, in erster Linie waren es jedoch Ghule und andere, niedere Schattenkreaturen gewesen und keine Angehörigen der Untaten Aristokratie. Gerüchte über dergleichen hatte es immer gegeben, doch galten sie stehst als so scheu, dass man sie nie zu Gesicht bekam, das alles war sehr merkwürdig für Ingmar und obwohl, oder gerade weil er etwas in der Richtung vermutete bestand er auf Carolines und Adlers Meinung, da sie es vielleicht vermochten, seine Befürchtungen zu zerstreuen. Denn die Zauberkräfte, welche Vampire angeblich besaßen, waren selbst für einen harten Hund wie Ingmar furchteinflößend, was er sich jedoch kaum anmerken ließ, dafür war der Hauptmann dann doch zu stolz. Sie alle hatten einen Schrecken erlebt und hatten nun etwas zu befürchten und Wunden zu lecken. Nun jedoch war es am Wichtigsten, Adler wider flott zu bekommen, auf dass sie sich zeitig davonmachen konnten.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 19. April 2012, 09:51

Das Wesen war geflohen. In den Schutz der Dunkelheit, wo ihn das Licht der Sonne nicht stören konnte. Jetzt riss die Wolkendecke mehr und mehr auf. Auch wenn die Kühle der Nacht noch nicht wich, so zeigte die Sonne, dass sie keine Kreatur der Nacht dulden würde. Man hatte die Wirkung nur zu gut gesehen.
Der Eber stürmte bis zu den Bäumen hinterher, Schnaubte und scharrte wie ein Stier am Boden. Erst als es wirklich nichts mehr wahrnahm, machte der Keiler kehrt und blickte zu seinen Herrn.
Caroline war ein paar Schritte Richtung Ingmar getreten, doch blieb dann unschlüssig zurück. Ihre Hände umschlangen ihre Oberarme. Sie wollte nichts Falsches machen. Rieb sich ihre Handflächen über die Arme. Beruhigend.
Nicht nachfragen, ob vielleicht doch Ingmar etwas geschehen war. Das es diesem Adler nicht gut ging, dass konnte sie sehen. Mühselig hatte dieser sich wieder auf die Beine gehievt. Verächtlich spuckte er in die Richtung des Waldes aus.
„Knapp, dass kannst du laut sagen...helf mir mal“ Adler kam auf Ingmar zu. Sein Arm hing schlaff an seiner Seite.Was jetzt kam, würde schmerzen, doch sonst würden die Schmerzen nicht wieder vergehen. Für Adler und für Ingmar waren ausgerenkte Gelenke nichts neues, beide hatten so was schon gehabt und beide wussten wie man es wieder einrenkte. Ein Festhalten an der Schulter und ein kräftiger Ruck am Arm nach unten, so renkte es sich meist wieder von selbst ein. Schmerzhaft, aber notwendig. Caroline, verzog das Gesicht zur Grimasse. Das Geräusch wenn Sie die Knochen wieder an die richtige Stelle renkte, machte ihr eine Gänsehaut.
Ein kräftiger Ruck und ein kurzer Aufschrei, dann war es vorbei. Adler sackte etwas in sich zusammen, keuchte nochmal auf.
„verfluchter Dreckmist...vermaledeiter...“ presste er zwischen den Zähnen hindurch. Vorsichtig berührte er die noch pulsierende Stelle. Er musste Luft holen und strich sich die schmerzende Schulter, während er sich auf Ingmar stützte um nicht um zu fallen. Ein paar Atemzüge, dann nickte er Ingmar dankend zu.
Er war etwas bleich, aber sonst wieder einsatzbereit. Männer wie Ingmar und Adler ließen sich nicht so leicht außer Gefecht setzen.
Caroline hatte weggesehen, zu Boden, blickte jetzt auf das Schild von Ingmar, welches dieser hatte erschöpft zu Boden gehen lassen. Vier Furchen waren auf dem Schild zu sehen, doch es hatte gehalten. Wäre es mindere Arbeit gewesen, so hätte der Angreifer dies wohl zerstört. Sie konnte noch immer nicht glauben, dass sie tatsächlich recht hatte mit dem Licht.
Eben im Gefecht war es für sie das logistische, jetzt fragte sie sich wie sie es gewusst hatte. Sie hatte das bisschen Magie, was sie beherrschte dafür genutzt.
Vampire hatte sie immer für Geschichten gehalten, mehr nicht.Geschichten, welche man Kinder erzählte um sie zu ängstigen.
„das Ding...es war ein Vampir...jedenfalls glaube ich das.“ sprach sie ihre Gedanken laut aus.
„Ein Vampir!“ Adler blickte auf. Seine Hand massierte die geschundene Schulter. Er sah zu seinem Unterarm, wo der Blutsauger ihn gebissen hatte, als er versucht hatte an Adlers Hals ran zu kommen.
Deutlich konnte man den Abdruck dessen Zähne sehen, wenn es auch nicht stark blutete. Er verzog das Gesicht.
„na dann sollten wir wirklich uns schnell aufmachen, ich bin nämlich ungern Vampirfutter“ spottete er.
Hoffentlich ist so was nicht ansteckend!
Er stieß einen schrillen Pfiff aus.
Kurz darauf hörte man den Ruf eines Falken. Drael! Dieser kam auch alsbald aus den Wäldern und ließ sich auf einem Baumstumpf nieder.
Verwundert sah Caroline den schönen Vogel an.
„Und wo warst du, häh?“ tadelte Adler seinen Falken leicht. Der Falke schnäbelte mit einen Finger von ihm.
„ich dachte immer, dass wären nur Geschichten“ flüsterte Caroline vor sich hin. Sie trat zu dem Schild von Ingmar und hob dieses auf.
„Geschichten sind oft mehr“ meinte der Sölder nur abgelenkt, während er jetzt seinen Flachmann raus holte und den Alkohol auf die Bisswunde schüttete. Zwischenzeitlich genehmigte er sich einen und kramte seine Sachen zusammen.
„dann lasst uns aufbrechen, essen kann man später...mir ist der Hunger vergangen“Seine Bewegung wirkte nur für jemanden, der ihn kannte etwas schwer fällig.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Mittwoch 25. April 2012, 22:27

Das knackende Geräusch, das Knochen von sich gaben, die sich verrückten hatte Ingmar gegenüber nie an Grässlichkeit verloren, sich erst sogar eher verstärkt, da spätestens ab der ersten eigenen Verrenkung ein Bild von den Schmerzen vorhaben war, die es erzeugte. Ein Glück, dass derlei Gebrechen schnell zu beheben waren, wenn man wusste wie und man einen robusten Patienten behandelte, denn die Heilung, so wussten sie beide, war für den Augenblick noch viel grässlicher als der andauernde Schmerz an sich. So war es wirklich nur zu Adlers Bestem, dass Ingmar den Ruck kurz und schmerzhaft anzettelte und er sich auf ihn stützen konnte, währen er Körper die plötzlichen Stressimpulse zu verarbeiten hatte. Ein leiser Fluch Adlers, etwas Geächze und schon war der Rückenstecher einigermaßen wiederhergestellt.
Als der Mensch wieder einigermaßen auf den Beinen stand, warf Ingmar Grumph einen prüfenden Blick zu, denn das massige Tier war dem Angreifer hinterhergestürmt und schien grade wie ein Wachhund darauf zu lauern, dass der Eindringling zurückkäme. Es war wieder einer dieser Momente in denen man merkte, dass der Keiler durchaus nicht dumm oder feige war, er hatte einfach nur ein schlechtes Timing, was seine Schlafenszeiten anging. Wäre er rechtzeitig wach geworden, dann hätte er dem Fremdling auch zu Leibe rücken können, statt jetzt schnaufend ins Unterholz hinein zu stieren. Grade, als sich der Halbzwerg aufmachen wollte, das Tier wieder zurückzupfeifen, fiel ihm auf, wie scheinbar grübelnd Caroline immer noch auf seinen Schild sah. Irgendetwas war merkwürdig an ihr, doch Ingmar war sich noch nicht sicher was es war, denn dass die junge Frau sich magisch am Kampf beteiligt hatte, war dem Hauptmann soweit entgangen, dass er alles als Zufall abgetan hatte. Als sie jedoch ihren Verdacht äußerte und Adler auch merklich beunruhigt darauf reagierte, nickte Ingmar nur ernst. Für den Hauptmann war es wenig von Belang, ob der Elf nun ein Vampir oder einfach nur hässlich war, sie wussten in etwa, wann er wiederkommen würde und weshalb, das reichte zumindest für Ingmar aus um einigermaßen ruhig zu bleiben. Da sprach teils seine eigene Erfahrung aber auch sein Stolz aus ihm, denn nur deswegen wirkte er nicht beunruhigt, als in ihnen allen Carolines Verdacht noch einmal nachzitterte. Er stapfte zu seinem borstigen Gefährten hinüber und stieß ihn freundschaftlich mit dem Fuß an. Der Keiler schielte zu seinem Herrchen herüber, welches einen seiner Hauer umfasste und ihm zu verstehen gab, dass sie weiterziehen wollten.
"Komm, du fauler Klotz, wir haben noch ein ganzes Stück Weg zu bewältigen und gepackt werden muss auch noch." Während Adler seinen Greifvogel tadelte und Caroline schon den Schild des Hauptmanns aufgelesen hatte, kehrte Ingmar mit Grumph zurück und machte kurz Halt um der jungen Frau den schweren Schild abzunehmen, die Klauen des Fremden hatten merkliche Schrammen hinterlassen, die Ingmar bis dahin nicht aufgefallen waren. "Beim nächsten mal wird Thorghar sein Blut kosten und er nie wieder das Blut eines anderen. Völlig egal, ob er schon einmal tot gewesen ist oder nicht, wenn er es wagen sollte, sich uns noch einmal zu nähern, wird er es ganz bestimmt sein." Ingmars Stimme klang sehr gefasst und ernst, da war sie, die zwergenhafte Standfestigkeit, die jedem wahren Nogroter in den Adern lag.
Ein prüfender Blick ging gen Adler, welcher sich am Alkohol delektierte und wohl auch eine Wunde behandelte, die das Wesen ihm zugefügt hatte. "Ist alles in Ordnung bei dir? Du wirst dich doch von so einem Kratzer nicht verängstigen lassen, oder?" Er wollte den Waldläufer nur etwas aufziehen, da sie beide sich schon oft schlimmer verletzt hatten, woneben ein Biss eben fast lächerlich wirkte, auch wenn Ingmar sich denken konnte, worum es Adler dabei ging. So wenig der Zwerg von diesen Kreaturen verstand, so sicher war er sich, dass man vor ihnen auf der Hut sein musste und gut daran Tat, sich nicht von ihnen vergiften oder infizieren zu lassen.

Trotz der Tatsache, dass er sich unwohl dabei fühlte, sie zu fragen, wandte sich Ingmar danach an Caroline, während Grumph schon wieder zu seiner alten Schlafstatt zurückstapfte und in dem Gemisch aus Erde und zerdrückten Pflanzen mitsamt Wurzeln herumscharrte. "Sag mal, woher wusstest du, dass man dieses Ding mit Sonnenlicht klein kriegt?" Alles, was Caroline ihm erzählen konnte würde nur nützen, davon abgesehen würde sich so auch ihr etwaiges 'Hexenpotenzial' klären lassen. Denn in Ingmars Augen waren alle Magiebegabten 'Hexen', warum auch immer und er fühlte sich unwohl dabei, Caroline einer solchen Begabung zu 'verdächtigen', von der er selbst doch nie viel gehalten hatte. Für ihn war Magie etwas Böses, das gute Menschen durchströmen und verderben konnte, fast so wie eine Krankheit. So fürchtete sich Ingmar fast etwas vor der Antwort, auch wenn er im Innersten um ihr Talent zu wissen glaubte, war es Ungewissheit, die dem Halbzwerg zusetzte. Ungewissheit darüber, was die Tochter seines besten Freundes zu tun vermochte oder eben nicht zu tun vermochte, auch wenn das Ja oder Nein im Endeffekt keine Rolle spielen würde. So war seine Frage eigentlich nur ein Vorwand gewesen, um sich seiner eigenen Unsicherheit zu entledigen, bevor er sich daran machen würde, Grumph wieder zu beladen. Viel zu lange waren sie sich nicht mehr begegnet, als dass nicht die eine oder andere Frage fällig wäre, um sich quasi wieder kennen zu lernen. Wobei dies das Einzige war, dass ihm wirklich unter den Nägeln brannte.
Davon abgesehen könnte sie ihm ja vielleicht wirklich noch ein paar Dinge über die Schattenwesen erzählen, die weiter von Bedeutung sein mochten und den Dunst aus Halbwissen, er Ingmar noch umgab etwas zu lichten vermochte.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Dienstag 1. Mai 2012, 13:19

Der schöne Falke legte den Kopf leicht schräg, beäugte was sein Herrchen machte. Adler hatte gerade wieder einen Schluck aus seinen Flachmann genommen und wischte sich jetzt über den den Unterarm. Der Alkohol brannte noch ein wenig, ließ heiße Wellen durch den Arm ziehen, doch es verging.
Den Flachmann wieder Ingmar mit einen “Hier” rüber werfend.
“keine Sorge, wenn ich ängstlich werde, springe ich dir auf den Arm” Ein Grinsen, wieder so selbstsicher wie eh und jäh. Doch Adler kannte sich mit Untotes ebenso wenig aus wie Ingmar. Natürlich kannte er ebenso Geschichten, doch er musste sich gestehen, dass ihm nicht eingefallen wäre, was diese Wesen vertreibt. Er verstaute seine Sachen wieder in den Taschen. Schnallte sich seine Waffen wieder komplett um.
Ich hätte ihn gleich den hals durch schneiden sollen ,ärgerte er sich noch. Es dauerte nicht lange, da war er Aufbruch fertig.
“dann sollten wir den Tag wohl nutzen…haben wir denn Vollmond eigentlich?” Drael erhob sich und ließ sich auf der gesunden Schulter von Drael nieder. Er griff in einen kleinen Beutel an seinem Gürtel und reichte den Vogel etwas hoch. Gierig schnappte das Tier danach.
“ interessiert mich auch, woher wusstest du das mit dem Licht” im Gegensatz zu Ingmar, hatte Adler aus den Augenwinkel mitbekommen, dass sie etwas gemacht hatte. Meist bekam er mehr mit als ihm sogar lieb war. Er hatte nicht umsonst den Namen Adler, wegen seiner guten Augen und seines schnellen Verstandes. Leider waren an manchen Tagen jedoch zu viele Informationen auch für ihn zu viel. Eins der kleinen Geheimnisse des Rückenstechers.
Caroline hatte über die Striemen auf den Schild gestrichen, so als konnte sie es nicht fassen. Irgendwie war ihr alles doch etwas zu viel. Sie lachte auf und sie die beiden Männer abwechselnd an.
“ich habe es gelesen und gruselige Geschichten geliebt. Man glaubte, ich würde Alpträume bekommen. Aber wann immer Geschichten von Untotes, Drachen und anderes in den Gaststätten erzählt wurde, hoffte ich auch etwas von meinen Vater, Ingmar und seiner Bande zu hören. Damals habe ich immer geglaubt, dass kein Wesen sich mit ihnen anlegen würde….ich war noch ein Kind” eine wehmütiger Blick huschte über ihr Gesicht. Sie wandte sich ab, suchte nun ihrerseits ihr Hab und Gut zusammen. Es war immerhin nicht viel.
“ Vollmond hat mit Vampiren nichts zu tun, dass sind Werwölfe..”
“ist doch das gleiche…beides hat scharfe Zähne und will einen ans Leder” winkte der Rückenstecher ab. Doch er war aufmerksam und sein Kopf war am arbeiten, holte jede Information aus seinen tiefes des Gedächtnisses hervor, was er selber wusste. Denn eins wusste er noch, dass Werwölfe oder Vampire ansteckend waren.
“nur bedingt. Bei einem Werwolf müssten wir uns nicht jede Nacht in acht nehmen, bei einem Vampir schon. Vampire müssen einen austrinken, damit man selber einer wird. Die Dunkelheit ist ihre Zeit. Ich weiß, dass sie kein Sonnenlicht ertragen. Sie sollen untot sein, Blut zum Leben brauchen, Knobloch nicht mögen”
“..Dein guter Käse stinkt wohl nicht genug” Adler verzog jetzt noch das Gesicht beim Gedanken an den Käse.
“… sehr stark und schnell sein. Sich in Tiere verwandeln können. Angeblich in Wölfe und Fledermäuse und in Nebel” Sie legte ihre Stirn kraus, schien zu überlegen was sie noch wusste.
“…durch einen Pflock ins Herz kann man sie töten …”
“Egal was für einen Pflock?…muß er etwas besonderes sein? Mädchen, das ist wichtig! Aus Stahl oder Silber? Überlege!…normales Holz?”
Adlers Worte waren scharf und bohrend. Am liebsten hätte er die Frau durchgeschüttelt. Der Falke wurde unruhig, auch wenn es Adlers Stimme nicht war. Meist ein Zeichen von Anspannung und hochkonzentriertes Überlegen.
Sie kniff die Augen zu Schlitzen zusammen, sah ihrerseits Adler scharf an.
“ich überlege ja!… “ fauchte sie wie eine wilde Katze zurück.
“Verdammt, ich war ein Kind, als ich die Geschichten gehört habe… das ist etwas her1”
Adler straffte sich, atmete tief durch. Seine nächsten Worte waren gewählt und behutsam. Er sah zu Ingmar rüber.
“Eins ist klar, wie werden nicht noch mal so ein Glück haben, dass uns dieser Vampir erst Richtung morgen angreift. Mädchen, kannst du ihn mit Magie aufhalten?”
Er machte seine Armbrust bereit, legte sich schon mal einen Bolzen zurecht. So wie er es immer machte.
Caroline sah ihn fassungslos an. Sie sah zu Ingmar rüber. Sie konnte sich noch erinnern, wie er damals über Magiebegabte gewettert hatte und sie selber hatte es ihm oft nachgemacht, dann aber war es geschehen. Man hatte in ihr magisches Potenzial entdeckt, nicht stark, aber so viel, dass sie ein wenig den Wind befehligen konnte. Mehr nicht. Sie blickte zu Boden. Alle Magiebegabte sind korrumpierbare Hexen und Hexer. Nur zu gut erinnerte sie sich dran.
Davon wusste Adler natürlich nichts. So gut kannte er die Frau nicht.
Wortlos und wieder zu Boden schauend schüttelte sie den Kopf.
“nein…entschuldige “ Sie wich den Blick des Räuberhauptmannes aus.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Mittwoch 2. Mai 2012, 00:27

Ingmars starke Hände fingen den Flachmann auf, schnell nahm er Halbzwerg einen Schluck davon zu sich. Wie die meisten Banditen war er schon einiges an Hartstoff gewohnt, dennoch zwang dieses Gesöff seinen Körper dazu, sich kurz zu schütteln, ehe raue Wärme seine Kehle hinauf- und in die Glieder hineinglitt. Normalerweise würde er Adler jetzt mit einem Grinsen fragen, woher er den Schnaps bekommen hatte, doch nicht jetzt, denn er machte sich zu viele Sorgen, als dass er daran denken mochte. Die auf Erzählungen beruhenden Informationen würden ihnen sicherlich nützen, obwohl Ingmar hoffte, dieser Gegend zu entgehen, wenn sie erst einmal in Bewegung kamen. So befasste er sich auch ernsthaft damit, weiter ihr Lager aufzulösen und Grummph wieder zu beladen, damit sie sich schnell absetzen konnten. Als sie berichtete, wie sie als Kind in den Kneipen den Geschichten der Bauern und anderer Schwätzer gelauscht hatte, auch um etwas über ihn und ihren Vater zu hören, ließ ihn ein wenig schmunzeln, wenn auch melancholisch. Denn es gab Zeiten, in denen er selbst geglaubt hatte, was Caroline erzählte, dass es niemanden geben konnte, der sich an sie heranwagte. Doch es hatte sie gegeben, Verräter waren sie gewesen, nie wieder sollte so etwas geschehen, das schwor sich er Halbzwerg jeden Tag aufs Neue. Dabei lauschte er zwar der 'Debatte' zwischen der jungen Frau und dem Rückenstecher, trug allerdings nicht viel dazu bei. Als Adler und Caroline sich kurz ankeiften, schielte Ingmar ein wenig verärgert zu den beiden, speziell zu Adler herüber. Ihm war anzumerken, dass ihn der Angriff des Blutsaugers fast mehr stresste als den Halbzwerg und die junge Frau zusammen. "Wir haben einen ganzen Tag Zeit, um uns die Köpfe zu zerbrechen, also schlagt sie euch nicht gleich gegenseitig ein!"
Sein Blick war auf Adler gerichtet, richtete sich dann allerdings gen Caroline aus, als das heikle Thema 'Magie' angesprochen wurde. Es war offensichtlich, wie sehr sie ihre Begabung bedrückte und sie sich seinem Blick nicht zu stellen vermochte. War er ihr gegenüber genauso abweisend wie den anderen 'Hexen' Celcias gegenüber? Traute sie ihm zu, dass er sie deswegen fortjagen würde? Hatte er ihr gegenüber jäh so ein Monster abgegeben? Ingmar hoffte das alles mit einem Nein beantworten zu können. "Nein", denn was ihn erfüllte war Sorge, Sorge ob ihrer Sicherheit, der Sicherheit vor der Verführung durch die Macht, die sie vielleicht eines Tages erlagen würde. Denn er hatte Angst um sie und Angst vor einer Entscheidung, die er dann fällen würde, ohne eine Wahl zu haben.

Seine Blicke straften die junge Frau nicht, wie könnten sie auch, die gefaltete Stirn wich einem Nicken, sein Blick klärte sich in Beruhigung. "Braucht dir nicht leid zu tun. Dein Wissen um diese Wesen wird schon genügen um uns diesen Fremdling vom Hals zu halten. Jetzt, wo wir zumindest eine Ahnung haben, worauf wir achten müssen." Dabei zwinkerte er den beiden zu, seine Sorgen um Caroline verdrängend, denn sie waren für niemanden von Nutzen. "Und naja, vielleicht können wir ihn sogar einfangen und von meinem Käse kosten lassen" So zwinkerte er Adler zu, der doch eben noch über den Zwergenmild gefeixt hatte. "Vielleicht kuriert er ihn ja von seiner Mordlust." Da war er wieder, der zuversichtliche Ingmar Blutnase, der für sich selbst kein Problem und kein Gegner zu groß war. Der Mann, er mit Carolines Vater viele Siege errungen hatte und auch derjenige, der sich jetzt nicht unterkriegen lassen würde. Der innere Streit und die Sorge um seine 'Nichte' würden noch ein Gespräch erfordern, in dem noch alles geklärt werden würde und das zwischen ihnen keine Zweifel mehr zurückließe. Denn er selbst wusste, worum es ihm ging, allerdings konnte er das nicht von Caroline erwarten, welche sich wegen ihrer Gabe vor Ingmar zu schämen schien. Doch das konnten sie bei ihrer nächsten Rast oder unterwegs tun, jetzt würde sie so etwas nur aufhalten. Beim Bepacken des Ebers achtete der Halbzwerg darauf, dass der Sattel auf Grummphs Buckel immer noch frei lag, dass einer von ihnen darauf rasten konnte, wenn es nötig sein sollte. "Was meint ihr wie weit wir es schaffen werden, bevor wieder die Nacht hereinbricht?" So fragte er seine Gefährten, währen er mit dem Fuß Dreck in die Feuerstelle scharrte...

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 2. Mai 2012, 22:12

"Wir haben einen ganzen Tag Zeit, um uns die Köpfe zu zerbrechen, also schlagt sie euch nicht gleich gegenseitig ein!"
Adler bemerkte den scharfen Blick sehr wohl von Ingmar, blickte jedoch nur frostig zurück.
„Einschlagen ist nicht in meiner Natur…ich bevorzuge weniger schlagkräftige Argumente“
Er atmete tief durch, ließ jedoch erst nach einen Weile die Sache um den Vampir ruhen.
Adler blickte nochmals kurz zu Caroline. Er gab such nicht damit zufrieden, dass sie nicht wusste, welches Material der Pflock sein sollte. Er konnte über aller ihrer Leben entscheidend sein. Und gerade an seinem eigenen hing der Sölder doch ziemlich.
Doch er würde Ingmar nicht mit reinreden. Er konnte sehen, dass irgendetwas mit dem ehemaligen Räuberhauptmann geschehen war. Etwas was mit der Frau zu tun hatte.
Du hättest es dir nie verzeiht, wenn ich sie gefoltert hätte und du die Wahrheit erfahren hättest.
Er schüttelte kaum merklich den Kopf. Schmerz zuckte durch seine geschundene Schulter. Sie alle waren sich auf jeden Fall einig, dass keiner wirklich Lust hatte, dem Vampir nochmals zu begegnen. Und Adler spürte es im Urin, dass dieser Kerl nicht allzu weit geflohen war. Besonders wenn man bedachte, dass sich solche Gestalten verwandeln konnten.
So blieb er wachsam, auch wenn es noch hellster Tag war. Vermutlich würde er auch die kommende Nacht nicht zur Ruhe kommen. Drael hockte eine ganze Weile auf seiner gesunden Schulter, bis er mit der Zunge schnalzte und der Vogel sich auf den Weg machte.
Caroline sah etwas erleichtert aus, als er sie nicht mit Verabscheuung straffte. Doch so vieles war anders als früher, dass wusste sie. Sie lächelte und auch Adler konnte sich ein dreckiges Grinsen nicht verkneifen, als der Gedanke an einen sich windenden Vampir kam, der mit dem Zwergenmild gefüttert wurde. Ja, dass würde allen Anwesenden gefallen.
Caroline hatte sich ihre Ausrüstung auf den Rücken verstaut. Konnte so recht ungehindert rumlaufen. Adler war wie eh und je ein Lebendes Waffenarsenal, wenn gleich es jetzt etwas schmerzhafter werden würde
Er sah zu dem Halbzwerg rüber und zog eine Braue fragend hoch, als er sah, dass Ingmar platz auf seinem Schwein ließ. Der Keiler ließ sich von der Aufbruchstimmung nicht von Fressen einer Wurzel aufhalten.
„machst du schon jetzt Platz für den Gefangenentransport?..etwas früh, oder?“
Er schritt voraus, ließ die anderen hinter sich. Ein Vertrauensbeweis von Adler, dass wusste Ingmar, der Rückenstecher schritt meist lieber hinterher um keinen Angriff von hinten zu erleben. Doch vielleicht hatte den Söldner alles doch tiefer erschüttert, als er äußerlich den Schein gab. Drael flog nach oben, war die weiteren Augen des Mannes.
„Wenn wir ins Drachengebirge hoch wollen, dann werden wir unsere Stunden schon gehen. Die heiße Jahreszeit haben wir leider noch nicht, also wird die Nacht recht schnell wieder kommen. 6-7 Stunden sollten wir jedoch auf jeden Fall unsere Ruhe haben „
Adler drehte sich kurz zu den beiden um.
„je weniger wir rasten, desto schneller sind wir in deinem Nogrot“
So ging es durch die Wälder, wo die Bäume immer karger sich an den Ausläufer des Gebirges hielten. Hier und da konnte man noch etwas Schnee sehen. Nur Tiere schienen hier sich durch die Landschaft zu kämpfen.
Caroline schritt neben Ingmar. Eine Hand hatte sie auf dem Rücken des Keilers, die andere Hand strich auf und ab über ihre Schwertscheide.
„Er ist nicht, wie die Leute von früher…von deiner Meute…. Und er hasst mich“ Sie lachte kurz auf. Wieder wie ihr Vater, kurz und heftig.
„Du willst wieder zu deiner Heimat?...ist das nicht jetzt ein Risiko… ich mein, wenn so ein Wesen uns jagt?“
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Samstag 5. Mai 2012, 14:44

"Nein, der Platz ist für denjenigen, der zwischendurch rasten möchte. Dann brauchen wir nicht Halt zu machen." Dabei hatte Ingmar mehr an sich oder Caroline gedacht, als an Adler, da dieser wohl der letzte sein würde, dem irgendwann die Füße weh taten und wenn doch, dann wäre er der letzte, der ihm dann eine Pause verwehren würde. Nur würden sie dabei in Bewegung bleiben können. Denn Adler hatte recht, die Tageszeiten waren immer noch recht kurz und der Weg schwierig, ein Glück, dass Ingmars Keiler mehr als kräftig genug war, zumindest ihre Lasten zu tragen. Sie stapften Adler hinterher, ungewohnt für den Hauptmann, denn sonst bildete der Mensch immer das Schlusslicht. Gut, sonst war er auch noch verschwiegener, als jetzt, es waren eben ungewöhnliche Zeiten angebrochen. Das konnte es dem Halbzwerg allerdings nicht vererben, eine gewisse Fröhlichkeit zu empfinden, oder zumindest eine leichte Heiterkeit, die seine Laune etwas besserte. Sicher sorgte er sich immer noch um Caroline, doch sie waren schon ein Stück weit gewandert und die dabei überwundene Zeitspanne ließ die gräulichen Wolken etwas aufbrechen. Er konnte erkennen, dass speziell Grummph ihre Anwesenheit zu schätzen schien, so ruhig, wie er neben der jungen Frau herging und sich von ihr anfassen ließ, was bei Weitem nicht jedem vergönnt war. Denn sonst war er ein eher abwehrendes Tier, das nicht dazu neigte, so schnell Vertrauen zu jemandem zu fassen. Doch das Band zwischen Ingmar und Caroline schien dem Tier längst aufgefallen zu sein und es zur Zutraulichkeit motiviert zu haben.

Bei Carolines Kommentar bezüglich ihres Verhältnisses zu Adler schmunzelte der Halbzwerg väterlich und meinte nur, "sei nicht so hart zu ihm, immerhin ist letzte Nacht ziemlich viel auf einmal passiert, nicht? Wenn es nicht du wärest, wäre ich vermutlich ähnlich... Misstrauisch, er braucht einfach etwas Zeit. Aber es stimmt, mit den Jungs kann man ihn aber nicht vergleichen, als Teil einer Horde ist man einem ganz anderen Gefühl von Kameradschaft ausgeliefert. Adler arbeitet viel allein, musst du wissen, da ist man eben etwas zurückgezogener." Bei all seinem Temperament und Ungestümheit konnte Ingmar hin und wieder auch sehr besonnen sein, darum kam man als Anführer nicht herum, das war einfach so. Leise hörte man das hohle Klopfen eines Metallbechers, der an einem er Gurte hin und her baumelte und die restlichen Laute ihrer kleinen Gruppe untermalte. Die Frage der jungen Frau ließ den Halbzwerg kurz nachdenken, dann allerdings verneinen. "Ich denke nicht, dass er eine Gefahr darstellen würde, wenn er uns tatsächlich bis ins Innere der Stadt nachfolgen könnte. Nogrot ist sicherer als jede Festung und selbst wenn doch, dann gäbe es mehr als einen Zwerg dort, der bereit wäre, ihn zu zerpflücken. Vorausgesetzt, dass er sich nicht schon eher wider blicken lässt." Dabei hatte Ingmar dieses Grinsen im Gesicht, dieses zuversichtliche, schurkische Grinsen, dass sich immer zeigte, wenn er sich bei Ingen dieser Art sicher war. Auch wenn es vielleicht unangebracht war, fürchtete er den Vampir keines Falls.
Davon abgesehen, war es dem, Halbzwerg auch viel zu wichtig, die Zwergenstadt zu erreichen und wieder zu besuchen, als dass er sich von solch einem Wesen davon abhalten lassen würde. "Es wird dir dort bestimmt gefallen, euch beiden. Wenn wir erst dort sind, werden wir uns eine brauchbare Bleibe suchen und uns ein, zwei Tage vor der Welt verschanzen und das Leben etwas genießen. Außerdem wird es Zeit, dass ich meine Sippschaft wieder zu Gesicht bekomme, du kannst sie dann auch kennenlernen, wenn du möchtest." Es war ihm anzusehen, dass er sich auf die Zwergenstadt freute, auch wenn er selbst immer mehr ein Oberweltler gewesen war, spürte er seit einigen Wochen tatsächlich den Drang, die mächtigen Hallen Nogrots wieder zu durchstreifen und sich durch eine Methalle nach der anderen hindurch zu feiern.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 9. Mai 2012, 17:36

„ Ehrlich gesagt, er ist mir ein Rätsel...doch was kann ich schon sagen. Er wirkt wie jemand, der wenn er gereizt wird noch gefährlicher ist...und sehr stolz ist“ Sie kraulte mit den Fingern das struppige Fell von Grummp, sah dabei erst zu dem Mann , der vor ihr her schritt.
„Würdest du deine Hand für ihn ins Feuer legen...entschuldie, ich kann mir eigentlich kein Urteil anmassen...“ Ihre Augen richteten sich gen Boden, schienen dort sich auf ihre Schritte zu konzentrieren.
Von irgendwo hörte man den Ruf eines Falken, Adler kletterte gerade über einen Felsen sah sich um. Wachsam und lauernd zugleich.
Aber irgendwie verbissen.
Eine Gefährliche Mischung, dass wusste Ingmar selber von Leuten. Doch kannte er den Rückenstecher wirklich so gut?
Er hatte ihnen damals nie geschadet, eher noch gewarnt. Doch von Adler sagte man nicht umsonst, zahle den richtigen Preis und er verkäuft seine Mutter.
Bromir konnte den Mann auch nicht leiden, hatte Adler immer mit einer gewissen Vorsicht genossen.
„ich trau den Kerl nur so weit, wie ich ihn werfen kann“ war damals einer der Sprüche des Freundes bezüglich Adler gewesen. Denn egal wo man war, es schien kein Versteck vor ihm sicher zu sein.Und Carolines Vater hatte meistens immer eine gute Kenntnis von Menschen gehabt. Natürlich gab es auch Irrtümer, jedoch selten.
Und war es jeh geklärt gewesen, wer sie damals hintergangen hatte.
Doch vielleicht lagen nur von allen die Nerven blank.
Aber Ingmar konnte es fast greifen, irgendetwas schien Misstrauen gesäht zu haben. Hatte der Vampir vielleicht einen seiner Hexenzauber gewirkt. Würde dies vielleicht erklären, dass Adler sich so anders verhielt und Caroline so übervorsichtig war?

Caroline legte den Kopf leicht schräg, schaute Ingmar abschätzend an.
„Das Grinsen sieht aus, als würdest du hoffen, dass der Vampir vorher angreift“ Ihr lief ein eisiger Schauer über den Rücken. Sie konnte nicht gerade behaupten, dass sie darauf erpicht war. Und vermutlich auch der Mann , der vor ihnen schritt, nicht.
„ ich hoffe, dass er uns nicht angreift...“
Auch Ingmar sollte wissen, dass der Vampir vermutlich jetzt früher angreifen würde. Wenn es nicht so knapp vor Sonnenaufgang wäre. Damit er ie drei schön auf trapp halten könnte.
So schritt sie eine Weile ohne Worte neben dem Eber und ihren neuen Ziehvater her.
Eine ungewöhnliche Truppe, dass konnte man sagen.

„ Wie machst du das? Ich meine, dass du so unbesorgt bist?...ist das dein Zwergenblut?..hmm, ich bin herrlich gespannt auf deine Heimat. Wie ist es dort?“

Adler war stehen geblieben, drehte sich langsam um. Hob seine Hand, was eindeutig als „Achtung“ zu verstehen war. Blickte nur kurz zu Ingmar und seine Augen trafen die des Halbzwerges. Kurz schielte er zu einer Richtung rüber, während er jetzt in die Hocke ging.
Der Vampir konnte dies eigentlich nicht sein!
Es war noch nicht der Abend eingebrochen

In einiger Entfernung war eine ziemlich verriegelte Kutsche. Ein Gefangenentransport? Oder aber Geldtransport. Solche wurden auch in solchen Kutschen gemacht. Und war da nicht das Wappen von Grandessa zu sehen?
Der Wagen sah aus, als wenn er schon so einiges an schlechten Wegen hinter sich hatte.
Davor standen zwei breite Krieger, welchen die Kutsche zu bewachen schien. Schwer mit Waffen behangen liefen die beiden Männer auf und ab. Sie waren wohl Zwillinge und Soldaten oder so. Die Haltung verriet es.
Ihre Rüstung sah nach guter Arbeit aus und war keine komplette Panzerung.
Eine dritte Person kümmerte sich gerade um eins der Räder. Die Pferde schnaupten nervös und scharrten mit den Hufen auf den Boden.
„Wenn wir einen Bogen machen, dann schaffen wir es höher...besonders bevor die Nacht kommt“
Er zeigte zum Himmel. Waren sie tatsächlich schon wieder so lange unterwegs.
irgendwer schien es mit der kleinen Gruppe nicht gut zu meinen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Freitag 11. Mai 2012, 22:13

Carolines unterschwellige, auch etwas anmaßend Hinterfragen Ingmars Vertrauens in Adler hatte doch mehr ausgemacht, als sie vielleicht erwartet hatte, denn tatsächlich stellten sich dem Zwergenhauptmann nun einige Fragen. Immerhin war Adler nicht wie er und er Rest seiner Rotte in Gefangenschaft geraten, allerdings war er sich in dem Moment auch nicht sicher, ob Aller überhaupt dabei gewesen war, als sie die Rettungsmissionen angegangen waren. Er war nicht besonders gut darin, Konspirationen und Verschwörungen zu überblicken, dies oblag damals oft Carolines Vater Bromir, der tatsächlich auch so klug wie groß gewesen war. Zumindest der Teil mit dessen Sensibilität war an seine Tochter übergegangen, oder aber sie war lediglich etwas töricht. Ingmar hoffte auf das Beste und wusste die indirekte Frage seiner Ziehtochter nur sich selbst zu beantworten und zwar so, wie er es auch Bromir gegenüber immer getan hatte. 'Wer mich betrügt, stirbt.'
"Du bist genau so misstrauisch wie dein Vater, behalte das bei, vertrau mir. Oft ist es besser, sehr wachsam zu sein, vor allem, wenn man es mit Leuten zutun hat, die nach dem gieren, was du besitzt. Das können Händler sein, Wirte, aber vor allem jene, die selbst Macht und Einfluss und vor allem Geld haben, wie Lords oder andere Milchtrinker. Sie schwatzen und schwatzen, bis man eines morgens aufwacht und den Kopf in einer Schlinge stecken hat. Das wir mir niemals wieder passieren, das verspreche ich dir." Fast kam er sich dabei etwas schäbig vor, als er der jungen Frau diesen Rat erteilte, ließ er sich doch selbst von freundschaftlichen Gefühlen Adler gegenüber beeinflussen, denn unter dem Strich vertraute er dem Rückenstecher, seine Erfahrung verleiteten ihn dazu. Falls er sich jedoch irren sollte, würde es der Mensch bitter bereuen, in dem Fall würde er alles daran setzen, Rache zu nehmen. Auch wenn ihm ein Detail vom Vortag wieder in den Sinn kam, das ihm jetzt auffiel und etwas Sorgen bereitete, allerdings wollte er das vorerst für sich behalten. Genauer gesprochen war es der lockend Auftrag, den Adler ihm kurz nach ihrer Begegnung offeriert hatte. Rückblickend betrachtet empfand er das doch sehr üppige Honorar als etwas... Fragwürdig. Doch dies war nicht die Zeit für paranoide Theorien, sondern fürs Vorankommen.

Als Caroline den Halbzwerg auf seine Heimat ansprach, stieg neuerliche Vorfreude in ihm auf, auch wenn die Erinnerungen schon Jahrzehnte alt waren, empfand er sie als sehr lebendig. Immerhin waren die Zwerge nicht dafür bekannt, alle drei Jahre ihre Stadt umzudekorieren. "Es ist großartig dort. Die ganze Stadt besteht aus riesigen Hallen, in die unsere Häuser hineingebaut wurden. Die Schmiedefeuer halten die Luft bei einer angenehmen Temperatur und es riecht überall nach Leben. Den Feuern der Essen, den Feuergruben der Tavernen, über denen Fleisch geröstet wird, es ist herrlich dort... Dort feiern wir unsere Ahnen und all jene, die es verdienen gefeiert zu werden. Und unsere Vorfahren feiern mit uns." Etwas träumerisch blickte er seine Ziehtochter an und fuhr fort. "An den Orten, an denen es etwas kälter ist, wo weniger gefeiert und gearbeitet wird, dort wohnen viele, der Duft der Höhlen herrscht Ort vor, leichte Winde ziehen hin und wider durch die vielen Gassen, dort wachen die Ahnen über unseren Schlaf." Zugegeben, Ingmars Vorstellungen von Nogrot waren etwas... Glorifizierend und verklärten wohl etwas die Realität, stellten sie doch Nogrot ein wenig so hin, wie der Räuberhauptmann es vorzufinden hoffte. Ob er das würde, wollte er dabei nicht überdenken. Ähnlich wie bei Adlers Glaubwürdigkeit, würde es sich bestimmt zeigen, ob er recht behalten würde oder doch eine romantische Ader mit ihm durchging.

Plötzlich gab Adler ein Zeichen, Halt zu machen und spähte nach etwas, dass jenseits einer Erhebung vor ihnen liegen musste. Der Blick es Halbzwerges folgte Adlers, während er sich selbst anschickte, sich ein Bild von der Lage zu machen. Sofort erregte die beschädigte Kutsche seine Aufmerksamkeit und ließ sein Auge aufblitzen, das wölfische Grinsen eines Banditen zuckte kurz unter seinem Bart hervor. Früher hätte er sich mit seinen Männern auf die Kutsche gestürzt, die Wachen überwältigt und alles an sich genommen, was verwehrtbar war, Insassen wurden befreit, Überlebende Wachen entwaffnet und gegebenenfalls laufen gelassen, wenn sie nicht zu viele Zicken machten. Ein Unzwerg war Ingmar schließlich nie gewesen, nur gierig, wie man es seiner Art eben nachsagte. Doch mit den Jahren hatte auch er an Vernunft gewonnen, so dass er Adlers Ratschlag in Betracht zog, auch wenn es ihn schwer in den Fingern juckte. Immerhin waren die Leute an der Kutsche 'nur' zu dritt und grandessanische Kutschen wie diese oft vollgestopft mit wertvollen Gütern, oder Geiseln, die man auslösen lassen konnte. "Aber was wenn wir dann den Weg verlieren? Du weißt genau, wie schnell man sich an den Ausläufern festwandert. Vielleicht kommen wir an ihnen vorbei, ohne uns groß Ärger einzuhandeln. Die haben anderes zu tun, als sich mit uns anzulegen, oder nicht?"
Tatsächlich sprach die Vernunft aus Ingmar und nicht die Neugier nach der verunglückten Kutsche, denn gleichgültig, was darin war, sie konnten nichts damit anfangen. Jede zusätzliche Last würde sie nur am Weiterkommen hindern, obgleich es ihm komisch vorkam, dass eine solche Kutsche nur zwei Wächter hatte, es stank fast nach einer Falle. "Vielleicht hast du aber recht, es ist aber wirklich zum Auswachsen, dass uns derart die Zeit davonläuft." Erst ruhte sein fragender Blick noch auf Adler, dann sah er zu Caroline herüber, spähte dann nach einer Möglichkeit, die Unfallstelle effektiv zu umgehen. Seine Blick war dabei sehr ernst, fast steinern, er dachte nach, sorgte sich vielleicht sogar ein wenig, denn er hatte ein mieses Gefühl bei der ganzen Situation, in der sie sich befanden. "Gut, siechen wir einen Weg drum herum und hoffen wir, dass es uns hilft, wenn wir vom angefachten Weg etwas abweichen." Auch wenn er sich fast sicher war, dass der Vampir sie irgendwie beobachtete, händelte er den Verfolger fast noch wie jeden anderen Meuchelmörder, zumindest in der jetzigen Situation.
So schlich der Halbzwerg wieder zurück zu Grummp und Caroline, um ihre Weiterreise einzuleiten...

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Dienstag 15. Mai 2012, 09:34

Er hörte tatsächlich mehr als sich vermutlich Ingmar und auch Caroline dachten. Lauschte den Worten des Halbzwergenhauptmannes und der Tochter Bromirs. Bei jemanden seines Geschäftes war es lebenswichtig immer auf alles zu lauschen und zu sehen.
Es verlängerte die eigene Existenz.
Selbst er erkannte, wie ähnlich Caroline in ihrem Verhalten ihren Vater war. Ein kurzes Schmunzeln über die Starrköpfigkeit des Vaters des Mädchens.
Ja Bromir hatte ihn nicht gemocht und Adler hatte auch nie wert darauf gelegt. Doch er vermutete das dieses nicht mögen eher von der oft rücksichtslosen Art des Rückenstechers kam. Adler hatte keine Werte nach denen er sich zu richten schien. Dies stimmte jedoch nur bedingt.
Er sah zu Drael hoch.
Frei wie ein Vogel
Das waren träumerische Gedanken die er sich nicht leisten konnte auch wenn er danach lebte.
Er konzentrierte sich weiterhin auf den Weg.
Irgendetwas bewirkte, dass er plötzlich über seinen neuen Auftrag nachdachte. Vermutlich wegen dem Gespräch, was etwas hinter ihm gerade lief.
Gewundert hatte er sich, als die Dunkelelfe ihn diesen ziemlich großen Lohn genannt hatte. Er hatte anfangs gedacht, dass es eine typische rachsüchtige Frau war, die sich an einem ehemaligen Geliebten rächen wollte. Er machte immerhin schon länger Geschäfte mit dem dunklen Volk. War er da irgendwie oder irgendwo einen Mann begegnet, der zu dem Vampir gehörte. Er jagte sie doch nicht aus Spaß?
Doch bis jetzt hatte er nicht vorgehabt Ingmar zu verraten. Er tat ihm tatsächlich etwas Leid, dass die alte Gruppe verraten wurde und er rechnete es Ingmar hoch an, dass dieser ihn nicht verdächtigt hatte.

Hinter sich hörte er gerade wie Ingmar von seiner Heimat schwärmte. Er verdrehte die Augen. Der Zwerg war wirklich eine Nummer für sich.Obwohl er tatsächlich auch ein wenig neugierig war. Man hörte nur Geschichten, aber es war seit Ewigkeiten keiner mehr dort gewesen.
Sie hörte fasziniert zu, träumte sich in die Erzählungen ihres Ziehonkels.
„das hört sich faszinierend an... ich bin gespannt, wie viel du von deinem Volk noch hast“ sie lachte kurz leise auf.
Drael schrie schrill und er war wieder auf seinen Weg konzentriert.
Seinem Zeichen folgte zugleich Ingmar.
Es war gut, dass zwar sich der Halbzwerg etwas entspannte, doch noch immer auf alte Zeichen reagierte. Caroline blieb zurück, sah misstrauisch und wachsam sich ebenfalls um. Sie hielt den Keiler etwas zurück, weil dieser einfach Ingmar gefolgt wäre.
„Bleib hier!“ flüsterte sie dem Tier beruhigend zu und kraulte den Keiler am Nacken.

Jetzt hatte sich Adler dicht am Boden gedrückt, verbarg sich hinter Sträuchern und ließ seinen Falken die Gegend erkunden. Ingmar sah zu der Kutsche rüber. Ja, er war ein Räuber, wie er im buche stand. Die Gier stach förmlich aus seinen Augen hervor.
Aber er war nicht dumm, egal wie einfältig man den Halbzwerg hielt.Etwas man man nur einmal unterschätzte.
Die Sonne kroch schon in Richtung Sonnenuntergang und sie hatten noch nicht so weit geschafft. Ein Nachteil, wenn man die begehbaren Wege nutzen wollte.
Die Schatten schienen von Minute zu Minute länger zu werden.
"Aber was wenn wir dann den Weg verlieren? Du weißt genau, wie schnell man sich an den Ausläufern festwandert. Vielleicht kommen wir an ihnen vorbei, ohne uns groß Ärger einzuhandeln. Die haben anderes zu tun, als sich mit uns anzulegen, oder nicht?"
„Das Risiko müssen wir eingehen. Es riecht für mich zu sehr nach Falle...und selbst wenn es keine angelegte ist, so könnte es sich leicht zu einer entwickeln... Ich denke, wir gehen ein kleines Stück zurück und direkt quer durch die Sträucher. Schafft das dein Tier?“
Es war noch nicht lange her, da hatte er noch eine andere Möglichkeit zum Berg hoch zu kommen. Sie hätten sich erst durch dickes Gestrüpp kämpfen müssen und über einen kleinen Bachausläufer. Drael hatte diesen weg gefunden und Adler verstand ihn wie kein anderes Wesen.Problem war, sie würden dann eher im Dunkeln laufen, weil das Gehölz und der Berg dunkle Schatten warfen. Etwas was ihnen zum Verhängnis werden könnte.
„Der Weg wäre aber dunkler...wir müssten früher mit einem Angriff rechnen, jedoch kürzen wir den Weg ab...alternativ, wir gehen dort hinten lang..“ er wies etwas seitlich von der Kutsche. Durch große Felsen und Bäumen war ein Pfad zu sehen.
Wenn sie vorsichtig waren, so könnten sie unentdeckt an denen vorbei kommen, sie müssten jedoch den Pfad überqueren, welchen die Kutsche wohl genommen hatte.
„...Risiko, sie könnten uns entdecken, wenn wir zu laut sind“
Welche Weg genommen werden sollte, müsste Ingmar als der Anführer entscheiden. Tatsächlich merkte Adler, dass er den Halbzwerg diese Entscheidung ganz unbewusst überreicht hatte.
Caroline sah Ingmar schon mehr als wachsam an.
„Was war?...gibt es ein Problem?“ sie schaute fragend drein.
Unbeholfen und eine Spur von Angst vermischte sich, als sie schon mal ihr Schwert leicht lockerte.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Sonntag 20. Mai 2012, 17:27

Ingmar sah sich nachdenklich um, während Adler ihm ihre Optionen aufwies, inzwischen hatte er einen Kieselstein aufgelesen und spielte damit herum. Es war wichtig, genau zu überlegen, wie sie nun weitermachen würden, nur all zu leicht konnte man sich jetzt vertun.
Als Caroline sich neuerlich an den Hauptmann wandte, sah er sie etwas mit gerunzelte Stirn, dennoch ruhig an. "Nicht unbedingt. Dort vorn auf der Straße ist eine Kutsche verunglückt, mitten auf unserem Weg, es stehen einige Soldaten dabei. Das ist schlecht, weil sie eine Gefahr darstellen, zwei Wachen für eine Kutsche sind schon etwas verdächtig. Besonders jetzt, wo die Straßen doch gefährlicher sind als je zuvor." Dass die junge Frau bereits ihre Klinge lockerte zeigte, wie bereitwillig sie war, sich mit ihnen in den Kampf zu stürzen, was Ingmar in gewisser Weise stolz gemacht hätte, wäre für derlei Gedanken Platz in seinem Kopf gewesen.

Wieder rief er sich die Situation vor Augen, ging ihre Möglichkeiten gedanklich durch und zweifelte immer mehr daran, dass mit der Kutsche jenseits des Hügels alles in Ordnung war. Wie Adler angemerkt hatte, stank sie tatsächlich nach einer Falle, denn selbst auf Distanz wirkte sie nicht so kaputt, dass man sie zum Stillstand hätte bringen müssen. Sicher hatte sie wohl bessere Tage gesehen, dennoch ließ ihn irgendetwas an der Situation zweifeln. Andererseits war es fraglich, weshalb man sich die Mühe machen sollte, eine derartige Falle auszulegen, hier, wo doch eigentlich kaum jemand unterwegs war, von friedfertigen Kopfgeldjägern, rachedürstigen Jungfrauen und kreidebleichen Untoten und sich selbst einmal abgesehen. Sich jetzt noch mehr Fremden anzunähern hatte etwas Wahnsinniges an sich, wenn man sich mal Ingmars Lage vor Augen führte. Wieder spürte er wie seine Gedanken begannen, immer mehr um die Kutsche zu kreisen, sein jahrelanges Treiben als Bandit hatte Instinkte in ihn geprägt, die er jetzt kurz beiseite wischen musste, um diese wichtige Entscheidung zu treffen.

Der Halbzwerg stapfte zu Grummp und klopfte dem treuen Tier ein paar mal leicht auf die Schulter, sah dem treuen Tier dabei Rat suchend in die Augen, während er grübelte. Wenn wir durch sie durch preschen, haben wir eventuell eine ganze Rotte an der Backe. An ihnen vorbei zu schleichen können wir vermutlich vergessen, solange es noch hell ist, viel zu gefährlich. Wenn wir durch die Rabatten ziehen, haben wir allerdings schnell wieder den Glatzkopf von heute morgen am Hals. Das wäre ja, als liefen wir diesem Ungeheuer direkt in die Arme. Der ganze Mist hier gefällt mir gar nicht.
Ingmar atmete durch, endlich antwortete er auch auf Adlers Frage, sah dabei erst zu Grummp, dann zum Rückenstecher selbst herüber. "Das dürfte kein Problem darstellen, ich habe ihn in einer ganz ähnlichen Gegend vorgefunden, sollte zu schaffen sein." Er vertraute auf die Fähigkeiten seiner Gefährten, besonders auf die seines Keilers, das lag schlicht in der Natur der Sache. Auch bei Adlers Fertigkeiten konnte sich Ingmar sicher sein, wie weit Carolines Spektrum reichte, konnte er leider noch nicht beurteilen, so oder so gefiel es ihm nicht, nicht selbst in der Position des Jägers, sondern in der des Gejagten zu sein. Einen Moment lang sah er auch zu seiner Ziehtochter herüber, denn er wusste nun darum, wie sie zu Adler stand und konnte abschätzen, was sie von seinem Vorschlag halten mochte, auch wenn Ingmar ihm vertraute.
"Ich denke, wir versuchen uns den Weg durch die Büsche zu bahnen und die Kutsche zu umgehen. Wir erreichen Nogrot vermutlich eh nicht mehr bevor es dunkel wird. Da können wir auch auf Nummer sicher gehen, das Letzte, was wir gebrauchen können wäre, dass wir uns von den Grandessanern entdecken und verletzen lassen. Wenn uns dieser Elf immer noch hinterher steigt, können wir es uns nicht leisten, verwundet zu werden. Auch wenn wir uns jetzt noch zwölf mal öfter umdrehen und um so mehr aufpassen müssen."
Zwar fürchtete er ihren Verfolger nicht, dennoch war der Zwerg nicht so dumm ihn zu unterschätzen und so legte er schon eine Hand an Grummps Hauer, um ihn in die richtige Richtung zu führen, sobald Adler ihnen den Weg wies.
"Dann zeig uns den Weg, Freund, damit wir weiter kommen und vielleicht einen Unterschlupf finden können, bevor es wieder stockfinster ist."

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Freitag 25. Mai 2012, 17:59

Caroline nickte auf die Erklärung von Ingmar.
„Und wenn es Flüchtlinge sind? Ich habe gehört es soll hier irgendwo ein Flüchtlingslager geben. Für die Leute , die aus Pelgar geflohen sind“ meinte sie nur dazu. Sie beobachtete wie Ingmar ins grübeln verfiel. Das schien immerhin eine ernste Sache zu sein und er konnte dies bestimmt besser überblicken.
„Aber du wirst schon wissen, was zu tun ist“ sieh kraulte weiter Grummp am Ohr. Das Ohr zuckte von dem Keiler.
Ingmar war nun selber daran sein Tier um Rat zu fragen. Der Keiler sah zu seinem Herrn und schnaubte. Es war fast wie eine Zustimmung, wenn man den Laut beurteilen sollte. Das gewaltige Tier senkte kurz sein Haupt, stieß mit einem Schnauben den Halbzwerg an.
Als Ingmar auf Adlers Vorschlag reagierte, legte Caroline den Kopf schräg und eine Braue wanderte in die Höhe. Ein misstrauischer Blick zu dem Söldner über.
Ihr Leben hing also von der Fähigkeit des Rückenstechers ab. Verächtlich entwich ihr ein Schnauben.
Adler nickte unterdessen.
„Wird nicht ganz einfach“ er sah wiederum zu der Frau. Für ihn war sie eindeutig nicht für so einen Marsch geschaffen. Sie hatte sich bei ihrem versuchten Angriff auf Ingmar schon ungeschickt angestellt. Vermutlich würde sie sogar über Spinnen und anderes Viehzeug sich beschweren.
Er kam zu den beiden runter und ging an ihnen vorbei.
Eine Teil der Strecke mussten sie wieder zurück laufen, damit sie besser durch Gehölz kommen würden. Im Gehen stieß er einen Pfiff aus. Ein Ton, den ein Falke auch von sich geben würde. Es würde nicht mal auffallen.
Aus der Luft kam der Falke auf den erhobenen Unterarm nahe Handgelenk zum Sitzen. Er sah das Tier an, packte sein Gesicht nah an den Vogel, dass seine Nase das Gefieder berührte. Eine Sanftheit, die man den Mann nicht zugetraut hätte. Der Falke schnäbelte sanft und er schien etwas zu flüstern.
„Warne uns rechtzeitig, wenn eine Gefahr droht“
Dann entließ er das Tier in die Freiheit.
Caroline lehnte sich zu Ingmar über.
„hat der was mit dem Falken?“ ein Grinsen, was vor Gehässigkeit kaum zu überbieten war, war in ihrem Gesicht. Ja, ganz der Vater!

Der folgende Marsch war dagegen kein Zuckerschlecken. Da hatte Adler nicht übertrieben.
Zeitweilig hatte man eher das Gefühl es war unter trieben.
Das Gehölz war dicht.
Dornenhecken und dicht gewachsene Zweige, machten es mit einem noch ziemlich steinigen Untergrund recht schwer. War das Astwerk nicht so dicht, so musste man auf seine Füße achten, dass diese sich nicht in felsigen Grund ausrutschten oder man stolperte.
Caroline hatte da tatsächlich mehr Probleme als sie gedacht. Sie fluchte leise bei fast jedem Schritt. Zwar nicht über Insekten wie Adler vermutet hätte, sondern wegen ihrem Schuhwerk. Sie war es eben nicht gewohnt solche Wege zu beschreiten. Sie brummte und knurrte. Zischte und murrte. Sie war hinter Grummp gelaufen, so konnte sie den Ästen besser ausweichen.
Adler versuchte nicht absichtlich den Weg zu gehen, der einfach war, sondern wo sich die Spuren von selbst wieder auflösten. Ob es nun um nach rutschende Steine ging oder um zurück schnellende Zweige.
Zwischendurch blieb Adler stehen, suchte mit seinen Augen den Himmel ab. Die Sonne war fast vollkommen hinter dem Gebirge verschwunden. Nur schwach und vereinzelt war Licht zu sehen.
Die Ohren von Grummp stellte sich auf und er schnaubte. Er roch das Wasser des Bachlaufes, welches sie jetzt durch das Geäst noch schimmern sahen und plätschern hörten.

Es wurde lauter und in der Nähe des Baches konnten sie das hohe Felsengebirge vom Drachengebirge sehen. Hier waren die Wände steil. Das jetzt vor sich hinplätschernde Wasser war zu den starken Regenzeiten ein reisender Fluss und hatte sich Wege in das Gestein gewaschen.
Adler atmete erleichtert aus.
„jetzt wird der weg leichter...wir folgen dem Bachverlauf und die nächste Möglichkeit nutzen wir um hoch zu kommen. Vielleicht schaffen wir es ja doch noch“ er sah zu Ingmar rüber. Er kannte den Eingang nach Nogrot immerhin.
Caroline drückte sich an den Männern vorbei und ging vorsichtig zum Wasser. Ihre Hände tauchte sie rein. Sie verzog kurz das Gesicht. Das Wasser war eisig.
In einer Hand schöpfte sie Wasser und trank hohl aus der Handfläche.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Sonntag 3. Juni 2012, 18:34

Es hatte tatsächlich etwas Faszinierendes an sich, wie zärtlich Falke und Rückenstecher miteinander waren und wie tief die Bindung zwischen ihnen sein musste. Besonders wenn man wusste, wie kaltblütig und roh er sein konnte, sollte es nötig sein. Dass es trotz dessen noch jemanden gab, an dem sich Adler derart festhielt und dem er bedingungslos vertraute, war bemerkenswert. Umso unpassender war Carolines leise Stichelei, die Ingmars Ohren erreichte, während Adler seinen Falken wieder in die Freiheit entließ, was Ingmar jedoch nicht davon abhielt zumindest ein wenig zu schmunzeln. Er selbst hatte sich bisher nicht über Adlers Gefährten gewundert, da er selbst ja auch sehr an seinem Keiler Grummp hing, konnte also erahnen, was Adler und seinen Falken miteinander verband. "Er könnte es schlechter treffen." Entgegnete der Halbzwerg knapp und mit einem Augenzwinkern.

Auch wenn die Mittagsstunde längst überschritten war, fühlte es sich wie eine halbe Ewigkeit an, als die kleine Truppe sich einen Weg durch das Dickicht bahnte. Während Adler merklich mühelos seinen Weg ging und Caroline hinter Grummp herstieg, bewegten dieser und sein Herrchen sich doch recht ähnlich durch das unwegsame Gelände, sie schoben sich förmlich vorwärts. Grummps Klauen ähnlich stapfte Ingmar hinter Adler her mit er Axt am Gurt und dem Schild an Grumts Seite angehaftet, damit er die Hände frei hatte um sich im Notfall festhalten zu können und um nervende Zweige bei Seite zu biegen. Er achtete sehr genau darauf, wo er hintrat, versuchte möglichst zu verhindern, dass seine Füße absackten, wie es zum Beispiel in Kies passieren konnte. Dabei sah er sich des öfteren wachsam um, dabei versuchte er auch immer mal wieder den Flug des Falken auszumachen, welcher wachsam über ihnen kreiste. Dass Adler sich in diesem Dickicht so gut zurecht fand, war ebenso bewundernswert wie auch beängstigend, hätte man ihn zum Feind würde man ihn nicht so schnell wieder los werden.
Vermutlich hofften sie alle, dass es bei ihrem Verfolger anders wäre und er sich in die Irre führen ließe, eine Illusion, an die hier wohl niemand glauben mochte. Ingmar persönlich wäre es fast lieber gewesen, über die Kutsche hereinzubrechen und auf der Straße zu bleiben, statt eine derartige Odyssee einzugehen, doch harte Zeiten erforderten Entscheidungen, die vernunft- und nicht vorlieben-lastig getroffen wurden. Wieder wurde es langsam dunkel, die Sonne verkroch sich allmählich hinter den Bergen, als Grummp hörbar schnaufte und Adler sich umsah, ein Gebirgsbach war in ihrer Nähe zu hören und es sollte nicht mehr lange dauern, bis sie ihn ganz erreicht hatten.

Der Bach lag vor ihnen, plätscherte friedlich dahin, während das Drachengebirge wie eine unüberwindliche Mauer trotzig dastand. Als sie alle das Dickicht mehr oder minder verlassen hatten atmete nicht nur Adler auf und auch Caroline war mit ihrem Bedürfnis zu trinken nicht allein. Denn auch Ingmar war erleichtert, dass der schwerste Teil des Weges Geschäft zu sein schien und ebenso wie Caroline näherte sich der Keiler dem Bachlauf. "Wenn wir etwas Glück haben und uns ran halten, könntest du tatsächlich recht haben. Zumindest wenn dies der Bach ist von dem ich hoffe, dass er es ist." Es stimmte, Ingmar glaubte in etwa erahnen zu können, an welchem Bach sie sich hier befanden, zumindest sagte ihm sein Gefühl das, eilig stiefelte er zu Caroline und Grummp hinüber, welche sich am Wasser delektierten. Den Keiler schieben die Kühle des Wassers dabei weniger zu beeindrucken als die junge Frau, denn er hatte beobachtete, wie sie das Gesicht verzogen hatte und sich dann erst an dem Natur-reinen Nass zu schaffen gemacht. Wäre Grummp ein Mensch gewesen hätte er Caroline vermutlich kurz angesehen, etwas schläfrig geblinzelt, mit den Achseln gezuckt und dann getrunken, während der Halbzwerg an einer der Taschen auf seinem Rücken nestelte und eine Karte hervor zog. Es war ihm anzusehen, dass sein Antrieb, weiterzuziehen entfacht war, er wollte es Caroline jedoch gleich tun und ebenfalls etwas trinken. So löste er einen Metallische mit Händel, den er wie so vieles an Grumts Rücken befestigt hatte, ab und füllte diesen mit Wasser, bevor er zu Adler zurückkehrte.
"Hier, wenn ich mich nicht irre, müssten wir hier sein. Also in etwa." Der Halbzwerg zeigte mit einem seiner Wurstfinger auf eine Stelle auf der Karte, die am hingekrakelten Rand des Drachengebirges lag und eine etwas feinere Linie zu kreuzen schien, ihm gegenüber waren ein paar Dreiecke dahingekliert, ebenso ein Pfeil, an dessen Ende etwas dahingeschmiert worden war, wie: Klippe, die wie ein Brotkanten aussieht. Er nahm einen Schluck aus dem Becher, erschauerte ebenso wie Caroline kurz bei dessen Kälte, dummerweise jedoch erst, als es seine Lippen benetzte. Bald setzte er ab, schluckte und fuhr fort, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Dabei zeigte er auf ein paar Baumspitzen, die er wiederzukennen glaubte. "Das müsste dann... dort sein... Irgendwo... Ungefähr..." Wieder deutete er die Karte, sah sich dann konzentriert und um stierte in die Gegend, fuchtelte dabei mit der Hand in der Luft herum und schien etwas anzudeuten, dass noch von der Felswand verborgen lag. Auch wenn er vermutlich nicht zu 100% Recht behalten würde, was die Wegfindung anging, teilte er Adlers Optimismus, eventuell doch bald in seiner Heimat anzukommen. Früher hatten sie ein paar Späher in der Rotte gehabt, die, ähnlich wie Adler, alle möglichen Schleichwege kannten und/oder finden konnten, ein Luxus, den der Halbzwerg immer zu schätzen gewusst hatte. Grinsend drückte Ingmar Adler den immer noch halb vollen Becher in die Hand, der eine Schluck Eiseskälte hatte dem Halbzwerg gereicht um ihn zu erfrischen. "Trink' auch einen Schluck Wasser, Freund. Wird uns allen gut tun." Dabei warf der Hauptmann wieder einen Blick in die Runde, bevor er sich wieder einmal wachsam umschaute. Fast wäre es zu schön, um wahr zu sein und so euphorisch Ingmar anmuten mochte hatte er ihren Verfolger nicht vergessen.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Montag 11. Juni 2012, 20:07

Adler nahm Ingmar den Kelch ab und blickte ebenso auf die ausgebreitete Karte. Er folgte den Ausführungen und Trank dabei das Wasser. Auch er verzog bei der Kälte etwas das Gesicht. Den aufkommenden leichten Schluckauf, der dem Wasser folgte, ging gerade so unter. Auch Caroline war zu den beiden Männern getreten. Sie zog etwas verächtlich die Stirn kraus. So eine chaotische Karte hatte sie noch nie gesehen. Aber sie musste ja auch nicht damit klarkommen.
Adler wies mit einem Finger auf die Karte und die andere Hand, wo er den Kelch hielt wies zu den Steilen Berghang.
„Dies scheint die „Brotkante“ zu sein“
Er sagte dies ohne Spot. Jeder hatte seine Methode, wie er eine Karte lass.
"Ich wäre dafür, dass wie weiter rechts...also den Flusslauf aufwärts folgen und dann hier“ er tippte auf eine Stelle.
„...und dann hier hochgehen“
Er wandte sich von der Karte ab und ließ seinen Blick schweifen. Seine Hand ruhte nachdenklich am Kinn.
„kirraaaahhhhhh“ schrie es von oben.
Der Falke setzte gerade zum Sturzflug an. Adlers Kopf fuhr hoch. Seinen Arm streckte er dem Vogel entgegen.
„ Sie hat ein Versteck gefunden“ erklärte er, kurz bevor der Vogel auf seinem Handrücken landete.
„ein Versteck?“ Überraschung breitete sich bei Carolines Gesicht aus. Sie sah zu Ingmar, dann zu Adler. Dieser schien wieder konzentriert in einer Unterredung mit dem Raubvogel zu sein.
„schaffen wir es also heute nicht mehr in deine Heimat?“ sie sah sich unsicher um. Es würde immerhin bedeuten, dass sie die Nacht nochmals draußen waren. Nochmals vermutlich mit diesem Vampir kämpfen musste.
Auch den anderen beiden war dies klar. Sie konnten förmlich spüren, dass diese Kreatur draußen war. Wartend lauernd.

Wenn Ingmar gewusst hätte, dass er sogar den Vampir unbeabsichtigt umgangen hatte, hätte vermutlich der Halbzwerg laut aufgelacht. Denn das Schicksal meinte es besser, als er annahm. Sie würden vermutlich dem Dunkelelfenvampir begegnen, doch wäre sie ihm viel früher über den Weg gelaufen, wenn sie sich der alten Räuberinstinkte anheimgefallen wäre.
Denn während alle drei gerade über einen den nächsten Schritt grübelten. Erwachte dieser in seinem Sarg. Schob den schweren Deckel beiseite und erhob sich. Draußen hörte er seine Lakaien arbeiten. Noch immer waren sie nicht fertigt geworden, seit das Rad gebrochen war.
Unfähiges pack! Zischte er genervt. Er spürte wie die Sonne verschwand und er mehr und mehr zu gewohnter kraft fand. Er hatte die kleine Truppe unterschätzt. Aber dadurch, dass er Blut gekostet hatte, würde er ihnen folgen können. Er klappte den Sargdeckel ganz auf. Nicht das er tatsächlich auf so etwas wie ein Sarg angewiesen war, aber es hatte Vorteile, wenn man die Beute etwas länger in diesem behielt. Der Kampfgeist wurde geringer.
Zeit mir würdigere Dienerschaft zu holen
Ja, gutes Personal zu finden war schwer. Und doch wollte er, dass der Halbzwerg und der Söldner seine Reihen vervollständigen. Das Weib war leichte Nahrung. Sein Interesse war schon immer eher der männlichen Natur zugeneigt.
Er öffnete die Tür, gerade in dem Moment, wo die Sonne gänzlich verschwand und verließ die Kutsche, welche von zwei Soldaten bewacht wurde.
Die Jagd beginnt! Er lachte diabolisch und verflüchtigte sich zu Nebel.

Kirahhhh!!!!
Wieder schrie Drael auf. Adler blickte besorgt und sein wacher Blick lag auf Ingmar.
„Sie spürt dieses Wesen… es kommt!“ sein Ton war emotionslos, aber eine Anspannung erfasste ihn.
„Wir sollten uns vorbereiten auf einen Kampf…den Rücken decken“
Das Lager war sie sich aufbauten, war geschützt durch eine starke Felswand. Nur von einer Seite hatte Mann Zutritt dazu. Gut zu schützen und zu verteidigen.
Aber unter Umständen auch schwer dort hinaus zu kommen.
„Dann zieht eure Waffen Jungs“ versuchte Caroline locker zu erwidern. Sie hatte ihre Waffe gezogen. War ebenso bereit. Grump schnaubte. Auch er merkte die Bedrohung, ebenso wie Drael. Der Raubvogel hockte auf dem Rücken des Keilers, flatterte nervös mit den Flügeln.
Nebel schien sie aus dem Wald zu lösen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Mittwoch 27. Juni 2012, 00:36

Es gefiel Ingmar, wie Adler die kartografischen Methoden des Halbzwerges unkommentiert ließ und ohne Probleme damit zu arbeiten wusste, so schlecht konnte die Karte also nicht sein, wie sie für weniger kreative Gemüter aussehen mochte. Währenddessen hatte er sich erneut den Humpen geschnappt und sich etwas Nachschub geholt, obwohl die eisige Kälte des Quellwassers ihn hinreichen abgeschreckt haben musste. Dennoch konnte er es wohl nicht lassen, sich den Eiswind-im-Becher ein weiteres mal anzutun. Eiswind-im-Becher... Das merke ich mir, vielleicht lässt sich ja was alkoholisches draus machen. Unter anderen Umständen hätte er jetzt vor sich hin geträumt und irgendwann versucht, ein hartes, exorbitant-kaltes Mischgetränk zusammen zu panschen, dass es einem die Schuhe auszog. Jedoch nicht jetzt, spätestens da seine Lippen wieder in flüssiges Eis getaucht waren, war jeder wohlige Gedanke an ein zünftiges Besäufnis verdrängt, zeitgleich machte Adlers Haustier Meldung, wovon der Rückenstecher sie alle informierte. Es war immer wieder erstaunlich, wie sich diese zwei wohl verständigen mochten, es musste weit jenseits den (auf beiden Seiten) fast primitiv anmutenden Verständigungsgebährden zwischen Grummph und Ingmar liegen. Nicht, dass der Räuberhauptmann darauf groß wert legte, denn ein ähnliches 'Geschmuse' wie zwischen Drael und Adler wollte er bei Weitem nicht haben, mit einer gut gebauten Dirne sicher, aber nicht mit Grummph.
Dass sich ein Versteck ergeben hatte, kam Ingmar sogar irgendwie gelegen, auch wenn er, sogar noch vor Caroline, wert darauf legte, Nogrot bald zu erreichen, denn eine Nachtwanderung mit einem Untaten Elfenmonster im Nacken musste er nicht unbedingt haben. Da war es ihm lieber, dass sie sich einen Unterstand suchten und auf eine Gelegenheit harrten, diesem Jäger den Garaus zu machen. Davon abgesehen waren die Wege hier in der Dunkelheit nicht ungefährlich, auch wenn sie sich noch nicht wirklich im Gebirge bewegen, konnte man hier zumindest straucheln und Gefahr laufen, eine Böschung oder etwas ähnliches herunter zu stürzen, was nicht minder gefährlich sein mochte.
"Dann will ich hoffen, dass uns dieses 'Versteck' wirklich Schutz zu bieten vermag. Besser, wir erwarten dieses Ding und zeigen ihm unsere Zähne statt ihm die Genugtuung zu geben, sich als Jäger einer fliehenden Beute zu fühlen." Er wandte seinen Blick, der bis dahin auf Adler geruht hatte, zu Caroline um. "Wir schnappen uns dieses Elfchen und nehmen es auseinander, bis nichts mehr von ihm übrig ist, dann sind wir schnell in Nogrot, keine Angst. Immerhin sind wir in der Überzahl, da kann er noch so stark tun. Gegen uns als Truppe hat dieses Bürschchen keine Chance, nur darf das keiner von uns vergessen. Völlig egal wie mächtig er tut, er hat nur zwei Arme, zwei Beine und zwei Augen." Dabei gestikulierte der Halbzwerg verheißungsvoll, er hatte das instinktive Bedürfnis, etwaige Zweifel unter ihnen zu zerstreuen. "Mehr als einen von uns kann er nicht im Auge behalten, wir nageln ihn an einer Stelle fest und machen ihn nieder, klappt jedes mal. Je größer sie sind, desto tiefer fallen sie, stimmt's, Adler?" Irgendwie schien sein eigenes Geschwätz den Hauptmann selbst etwas mit Euphorie gestreift zu haben, denn er schien plötzlich etwas sonnigeren Gemüts zu sein. So machte sich das Grüppchen daran, nach der Zuflucht zu suchen, die der Falke wohl gefunden hatte, während sich die Sonne Richtung Horizont wandt.

Den Unterstand, den sie schließlich für sich anlegen konnten, sollte man vielleicht doch eher als Schanze bezeichnen, immerhin konnten sie hier ihre Angriffsfläche bedeutend verringern, was im Kampf gegen einen wendigen Feind wie einen Elfen von Vorteil war. Wie sich das allerdings bei Vampiren verhielt, konnte Ingmar nicht einschätzen, weshalb er sich auf seinen Instinkt verließ, wie so oft schon. Zum Glück hatte er immer einige Fackeln dabei gehabt und diese noch relevant entzünden und anbringen können, um ihr Sichtfeld zu erweitern, da es in nächster Zeit kaum heller wären dürfte. Am Liebsten hätte er sich noch ein paar andre Dinge ausgedacht, mit denen man versuchen konnte, dem Untoten zuzusetzen, doch dafür reichte die Zeit kaum. Jedoch noch soweit, dass er auch Grummph etwas Bewaffnung zukommen lassen konnte. Die Wucht, die entstand, wenn der Keiler jemanden rammte war nicht zu unterschätzen, doch wenn nun zusätzlich der Körper des Tieres noch rammbock-änlich verstärkt und mit stoßzahn-änlichen Spießen ergänzt wurde, sollte es selbst einer Kreatur wie dem Fremden zusetzen, sollte Grummph eingreifen. Zumindest hoffte der Zwerg darauf, auch wenn er mehr darauf baute, allein mit Adler und Caroline mit ihrem Verfolger fertig zu werden, wollte er doch auch diese Möglichkeit ausschöpfen, wenn sie sich bot. Je härter sie den Elfen treffen konnten, desto besser.
Beim anlegen es Panzers glaubte der Halbzwerg zumindest von Drael beobachtet zu werden, auch wenn er sich dessen nicht sicher war. Irgendetwas hatten diese Vögel an sich, die ihn misstrauisch - und vielleicht auch etwas paranoid - machten.
Grummph wusste was es zu bedeuten hatte, wenn sein Herrchen ihm die Rüstung verpasste und er würde darauf lauern, dass er freie Bahn bekommen würde. Oft genug hatte es funktioniert, dass Ingmar den Gegner beschäftigt hielt, damit Grummph ihn schließlich wie eine Dampframme niedermachen oder aufspießen konnte. Das Tier kannte den Geschmack von Blut und schreckte dabei längst nicht mehr zurück. Er und Ingmar waren sich ähnlicher, als das manch einer vermuten würde, wenn man mal von den Manieren und dem Geruch absah, da nahmen sie sich oft nicht besonders viel.

Abermals schrie der Falke, die Flügel zuckten nervös und Adler stimmte fast eine Einleitung für den bevorstehenden Kampf an, Ingmar fühlte, wie ein fast mechanischer Ruck durch ihn ging und seinen Griff um Axt und Schild verhärtete. Grummph machte schnaufend ein paar Schritte mehr nach hinten, dass er noch etwas mehr in den Hintergrund geriet und - sollte die Schlacht bald losbrechen - außen vor bleiben konnte um nach alter Manier im richtigen Moment zuzustoßen. Ingmar selbst hatte seinen Wettermantel abgelegt und sich innerlich längst wieder aufs Töten eingestellt, wenn man das so nennen wollte. Denn die Anspannung, die einen ergreift, bevor der erste Streich getan wird, war unüberwindlich und, laut seiner Meinung, etwas völlig gesundes. Carolines lockere Bemerkung rang Ingmar ein Grinsen ab, ließ ihn allerdings mehr zu sich selbst sprechen, bevor er mit seiner Axt demonstrativ gegen seinen Schild zu schlagen begann. "Sehen wir mal aus was für Holz zu geschnitzt bist, Elchen." Auch wenn er derjenige war, der sich ob der Nebelform des Vampirs wohl am unwohlsten fühlte, denn sie hat etwas schemenhaftes, etwas magisches, eine der wenigen Dinge, vor denen selbst er sich zu fürchten wusste. Doch als Anführer musste man solche Dinge verdrängen und herunterschlucken, besonders, wenn man nur kurz zuvor noch große Reden geschwungen hatte!

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Sonntag 1. Juli 2012, 12:23

Er konnte sie mit Leichtigkeit finden, obwohl sie wirklich sich einen schweren Weg auf sich genommen hatten. Doch Nebel war nun mal keine Form, welche sich durch Astwerk, Sträucher und rutschige Steine aufhalten ließ.
Die Nacht war eingebrochen und die Jagd begann. Er hörte den Herzschlag der Lebenden und es war als würde jedes Wesen kurz den Atem anhalten um nicht von dieser Kreatur erwischt zu werden.
Doch diese Beute interessierte ihn nicht im geringsten.
Er war auf besseres aus. Es gab eine Zeit, da hatte sein Name schon ausgreicht Schrecken und Angst zu verbreiten. Er war einer der letzen zwölf wahren Vampire . Sein Name war unter den Dunkelelfen bekannt: Transyl von Wahnien.
Ob dies sein tatsächlicher Geburtsname war, war unrelevant. Er hatte die Ausrottung überstanden und teilte sich mit anderen seiner Art aber anderer Kulturen den Platz als eines der mächtigsten Untote überhaupt. Doch jetzt wo die dunklen Völker Celcia zu überrennen bedrohten, sollten sich auch die Untoten wieder erheben. Er hatte bei dem Angriff von Pelgar geholfen…natürlich nicht preisgegeben, dass er einer der letzten Zwölf war.
Jetzt wollte er sich neue Lakaien schaffen.
Den Herzschlag und dem Blut des einen Mannes folgend, ließ es nicht lange warten, bis er auf die Gruppe gestossen war. Er hörte den nervösen Herzschlag, spürte fast schon das Blut auf seiner Zunge, wie es seinen Rachen runterließ. Der Ruf eines Raubvogels kündete ihn an.
Ja, Tiere vermochten ihn noch eher zu vernehmen.
Seine Ggetalt ließ er erstmal in Nebel bestehen. Floss träge zu der kleinen Gruppe hin, berührte die Beine und strich eisig um dessen Hälse. Ob wie gerne hätte er jetzt zugebissen, aber dass wäre ja zu einfach.
Wo würde dann der Spaß bleiben, wenn er ihnen so schnell das Leben nehmen würde. Ihre primitiven Waffen hatten kaum Wirkung bei ihm. Sie trugen nichts von dem gefährlichen Holz aus den Elfenwäldern und waren fast schon hilflos in seinen Augen.
Hochmut hatte ihn jedoch das letzte Mal die Kraft des Zwerges unterschätzen lassen. Diesmal war er vorsichtiger.
Er hörte wie sich Mut machten und so was brauchten sie auch.
“ich hole mir euch…einen nach den anderen… wer möchte zuerst?” ließ er seine Stimme im Nebel mitschwingen. Es war ein billiger Trick, aber gewöhnlich reichte das schon bei Menschen aus. Diese hier waren zwar einer härteren Sorte, doch es blieb.
Wieder schrie der Falke…schrill und langgezogen.
Der eine menschliche Söldner,Transyl gekosteter Leckerbissen, fuhr mit den Kopf rum, sah den Vampir an.
“Ingmar…er ist da” wies in die Richtung wo sich tatsächlich Transyl aufhielt. Es schien das der Mann seinen Vogel verstand.
Interessant, doch bevor er den Vogel auch nur zu nahe kam schnaubte der Keiler wild auf und der Vogel erhob sich mit einen Schrei in die Lüfte. Selbst die Tiere hielten hier zusammen.
Der Vampir lachte und langsam zog sich der Nebel zusammen und bildete eine Gestalt heraus. Das Versteckspielen war vorüber.
Spöttisch klatschte der kahlköpfige Dunkelelf in die Hände.
“Wirklich beeindruckend… aber seit doch ehrlich, ihr könnt nur verlieren. Ich gebe euch jedoch die Möglichkeit mir freiwillig zu folgen oder …und das ist spaßiger, ich hole euch gewaltsam”
Die Spuren von der vorherigen Nacht waren nur noch leicht zu sehen. Aber es hungerte ihn jetzt schon nach den Blut der drei.
“Verschwinde du Ausgeburt des Harax” fauchte Caroline entschlossen ihn entgegen. Ihre Hände verstärkten den Griff an ihrem Schwert.
Besänftigend hob Transyl die Hände.
“ Seit nicht so wild, ich bekomme es mit der Angst” ein spöttisches Lächeln umspielte seine Mundwinkel und die Zähne blitzten kurz hervor.
“Einer von euch wurde bereits von mir infiziert…es ist nur eine Sache der Zeit, dass er eine blugierende Bestie wird. Es fehlt an Führung.... du merkst es doch auch” Die Augen blitzten auf.
Adler knirschte mit den Zähnen. Die Bissstell e hatte gebrannt,doch nicht mehr wie jede andere Wunde dieser größe. So eine Behauptung würde er nicht hinnehmen.
“ Schwachsinn" knurrte er nur tief und der Bolzen seiner Armbrust flog bevor er zu Ende gesprochen hatte. Der Vampir wich aus, hockte wie ein Raubtier jetzt auf allen Vieren.
“Hauptmann, so betitelt man es doch oder?… er wird ebenso ein Wesen wie ich werden… aber ich habe einen großzügige Nacht. Überlasse ihn mir und DU und dieses Weib ihr dürft leben.” dabei leckte sich der Vampir mit der Zunge über die Lippe, während er einen seltsamen und gierigen Blick auf Adler warf.
Adler war angespannt. Nicht mehr als jeder andere sonst.
Doch hier würde sich entscheiden, ob Ingmar ihn als Teil seiner Gruppe sah oder er mehr Carolines Einstellung teilte. Der Rückenstecher sah kurz zu Ingmar rüber, sein Blick war nicht zu deuten.
Caroline blickte zu Adler und dann zu Ingmar.
“ich weiß nicht, ob so was tatsächlich möglich… ob er wirklich infiziert ist”
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Samstag 14. Juli 2012, 15:34

Wer wollte zuerst? Was sollte das für eine Frage sein, niemand wäre so töricht, einer Kreatur wie dieser nach Aufforderung entgegen zu stellen, zumindest in den Augen des zähneknirschenden, vor Verachtung überlaufenden Halbzwerges. Ingmar war solche Spielchen von früher gewohnt, nicht unbedingt das Verwandeln in Nebel und derlei Dinge, vor ihnen hätte er sonst gekuscht, doch irgendwie schaffte es seine eigene Ignoranz ihn davon abzulenken, wie sehr er sich sonst gefürchtet hätte. Natürlich fühlte er sich dennoch nicht wohl, doch das gehörte dazu, denn es gab nur zwei, die den Tod nicht fürchteten, der Tote selbst und der Unsterbliche, oder zumindest der, der glaubte eines von beiden zu sein. Ingmar gehörte zu keinem von ihnen und war dankbar dafür. Der letzte Kampf hatte mehr als deutlich veranschaulicht, warum ein Mangel an Angstempfinden alles, aber nicht gut war.

Der Schrei des Falken warnte Adler, dieser wiederum ließ Ingmar herumfahren und auf die nur zu bekannte Gestalt blicken, die sich ein Eberschnaufen später und umrahmt von elfischem Gelächter aus dem Nebel löste. Er hatte sich kaum verändert, wie hätte er auch, davon abgesehen, dass er für Ingmar wie jeder andere kahlköpfige Elf ausgesehen hätte. Zwar war offensichtlich, dass er sich erholt hatte, dennoch waren von letzter Nacht Blessuren zurückgeblieben. Auch wenn er es mit seinem Verhalten zu überspielen suchte, ob bewusst oder unbewusst, die Blessuren mochten noch so gering sein, sie kratzten am Bild der Unbezwingbarkeit, das Transit zu errichten gewohnt war.
Die Schneide Thorghars schimmerte im Feuerschein, bereit sich durch das blasse Fleisch des Eindringlings zu fressen und diesen in seine Einzelteile zu zerlegen, zumindest sah so Ingmars rabiater Plan aus.
Carolines selbstbewusstes Auftreten hätte ihren Vater sich stolz gemacht, denn sie schien wirklich etwas von seiner Tapferkeit in sich zu tragen, was besonders in dieser Situation als essenziell hilfreich anzusehen sein konnte. Denn einen Anflug von Panik konnten sie wirklich nicht gebrauchen. Auch als der Elf weiter vor sich hin spöttelte, hielt sich Ingmar verbal zurück, irgendwie sträubte er sich dagegen, die giftigen Worte des Vampirs auch nur mit einem Schnaufen zu würdigen. Der Räuberhauptmann betrachtete sie, ebenso wie das Leben ihres Erzeugers als unwürdig und wertlos, noch jenseits des Wertes, den er einem normalen Elfen zumaß. Es war schwer zu sagen, wie anteilig seine Verachtung in Arroganz, Abscheu und vielen anderen Dingen aufgeteilt war und es war auch unerheblich.
Weiterhin verfolgte der Vampir sein Vorhaben, sie zu schwächen, zu zerreißen und die Gruppe auseinander zu nehmen. Adler war von ihm gebissen worden, infiziert, wenn man dem Elfen glauben durfte und eben dort lag die Schwäche seines Planes: Seine Glaubwürdigkeit war praktisch nicht vorhanden, zumindest der Hauptmann interessierte sich für keines seiner Worte, was andere für töricht halten mochten, doch wenn man es sachlich betrachtete gab es auch keinen Grund ihm zu glauben. Es dennoch zutun, wäre sogar noch törichter als ihm nicht zu glauben. Da war es vermutlich das Beste wie Ingmar mental die Ohren zu verschließen und sich nichts einreden zu lassen.
Die Reaktion des Rückstechers kam plötzlich und schnell, dummer Weise nicht schnell genug um Transit tatsächlich zu treffen, das wäre dann allerdings auch etwas zu einfach gewesen. Auf allen Vieren hockend, wandte sich der Elf an den bis jetzt schweigsamen Ingmar und bot ihm ein Abkommen an, das vor Verlogenheit nur so triefte. Dumme Bauern und undisziplinierte Söldner mochten auf derlei hereinfallen, Ingmar jedoch nicht. Mit dem Bösen und dem Magischen macht man keine Geschäfte. Erst recht keine, die seine Gefährten betrafen, das hatten ihn die Menschen schmerzhaft beigebracht, so dass er dennoch Carolines Kommentar angehört hatte und darauf nur mit einem Blick zu reagieren. Dies war der falsche Ort für Diskussionen und Mistrauen. Ingmar hielt Axt und Schiel fest mit seinen Händen, der Blick war auf Transyl fokussiert, als er sprach, dabei teilte er nicht den arroganten Ton des Elfen, hatte vielmehr den wirklich-zwergischen Unterton in sich, unerschüttert und ernst wie Fels, als wären die Worte seines Gegenüber Pfeile, die gegen eine Steinmauer prallten.
Er war der Anführer, er traf Entscheidungen, er war derjenige, der diese kleine Schar zusammenhielt, denn wäre er nicht, würden Caroline und Adler bestimmt nicht beieinander bleiben. Wenn sie sich länger gekannt hätten vielleicht, doch mit dem Mistrauen Carolines gegenüber dem Rückenstecher als Hürde war an so etwas kaum zu denken. Was ist ein König, der seine 'Untergebenen' für das eigene Wohl verkaufte? Jedes Volk Celcias hatte ein Wort dafür, Ingmars war 'Unwürdig'.
"Du erwartest wohl, dass ich einer Widerlichkeit wie dir glaube, dass ich dir einen guten Mann ausliefere, nur weil du sicheres Geleit versprichst? Du bist nicht mehr als eine Schlange, mit spitzen Zähnen und Worten aus Gift, du kommst aus der Dunkelheit gekrochen, weil du die Sonne fürchtest. Dein Zischeln ist bedeutungslos, Schlange, jeder Moment in dem du weiterlebst, eine Beleidigung an alles und jeden in ganz Celcia. Verschwinde und ich denke darüber nach, dich nicht aufzuspießen und wie deine Artgenossen über dem Feuer zu rösten."

Ingmar hatte gesprochen, spuckte auf den Boden, der vor den Schuhen des Vampirs lag und schlug erneut auf den Buckel seines Schildes. Selbst wenn Transyl recht haben sollte, würde Ingmar sich Adlers lieber persönlich annehmen, bevor er ihn jemandem wie diesem Elfen überließ. Zu wertvoll war der Mensch, zu sehr achtete und schätzte er den Rückenstecher und das sollte er auch wissen. Sie waren eine Einheit und würden den Fremden auch als Einheit niedermachen, daran zweifelt kaum jemand mehr als der Halbzwerg selbst. Denn auch wenn er viele Fehler hatte, gehörte Untreue gegenüber seinen Gefährten nicht dazu und eher würde er sich eigenhändig eine Hand abschlagen, als dass er zum Verräter werden würde. Ja, er war ein Räuber, aber er war ein Räuber mit Ehre im Leib und mehr Größe als mancher, der körperlich größer war als er!

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 19. Juli 2012, 19:38

Adler nickte Ingmar kaum merklich zu. Er war mehr als froh, dass er sich so gut mit dem Halbzwerg verstand.
Hätte noch die alte Gruppe von Ingmars Räuberbande bestand gehabt, nun, dann würde vermutlich jetzt ein Blutsauger wie ein lässiges Insekt an seinem Hals hängen. Ihm das wohl einzig wirklich Wertvolle nehmen- das Leben.
Die Meisten kannten Adler eben nur als Rückenstecher, der jeden für den richtigen Preis verkaufte. So hieß es auf jeden Fall.
Den Einwurf Carolines nahm Adler deswegen nicht mal übel, er wusste ja selber nicht, ob die Geschichte nicht hätte stimmen können. Aber wie der Vampir ihnen so freundlich entgegenkam, war mehr so nur ein wenig fadenscheinig.
Man spannte sich auf das kommende.
Ingmar klopfte herausfordernd auf sein Rundschild. Adler spannte die Armbrust in einer fließenden Bewegung neu.
Transyl hatte eigentlich nichts anderes erwartet, so wurde sein gespieltes Grinsen nur eine stur grausamer. Was konnten sie ihn schon entgegenbringen?
Er hatte ihnen wenigstens einen Vorschlag gemacht und das machte er ja nicht wirklich jeden Tag. Oder jede Nacht.
"ohh, ihr vergleicht mich mit einer Schlange. Hmm, dann sollte ich wohl beißen, oder?"
Es war also entschieden, ein Kampf war unvermeidlich. Doch warum sollte er sich an die Regeln halten. Mit der Beute zu spielen war doch viel spaßiger. Sie waren immerhin nur ein paar Sterbliche und es bruchte schon mehr als ihn zu erwischen. Aber Sterbliche waren ja sooft der Meinung sie könnten gegen eine Vampir bestehen. Es war mit Dummheit zu vergleichen, ihn des Nachts besiegen zu wollen. Andere, die stärker bewaffnet waren, hatten da schon unterlegen.
"Achtung" stieß Caroline hervor.
Der Vampir sprang auf, geschmeidig wie eine Katze, federten ihn seine Sprunggelenke den Hauptmann entgegen. Die Hände wie zu Klauen gekrümmt, würde er genau auf das Schild zu springen.
Krallen, die scharf wie Klingen waren, fuhren über das Holz. Hinterließen neue Spuren auf dem Schild.
Caroline reagierte sofort.
Zwar noch nicht so wie ihr Vater es getan hatte, aber mit Geschick.
Ihre Klinge zielte auf den Vampir.
Kurz bevor sie ihn verletzen konnte, löste dieser sich jedoch wieder auf.
Adler der ebenfalls auf dem Untoten gezielt hatte, konnte gerade noch seine Armbrust hoch reißen. Carolines Schlag traf das Schild von Ingmar, anstatt den Rücken des Blutsaugers.
Der Bolzen verfehlte noch gerade so das Gesicht Bromirs Tochter.
„Pass auf“ zischte sie ihn an, er hatte sich schon dem Nachladen gewidmet. Für Streit war keine Zeit.
Ein scharfer Blick zu Adler, doch schon war man wieder gefasst.

Sie hatten sich eigentlich einen guten Platz als Rückendeckung gesucht, aber die Bewegung war nicht die Beste. Wie gesagt, eigentlich.
Nebel wallte bei ihnen umher.
Ingmar konnte eine eisige Kälte spüren, als er neben sich -direkt an seinem Ohr, die Stimme des Vampirs wahrnahm.
"Hauptmann, sieht ihr nicht gerne das Sterben euer Leute" Er ließ seine Zähne nur unweit vom Ohr des Halbzwerges zuschnappen, dann war die Kälte weg.
Hinter Caroline erschien Transyl wieder und verpasste ihr einen Schlag dass sie zu Boden flog.Doch bevor er ihr ernsthaft schaden konnte, stürmte der Keiler vor. Unterband so eine schlimmere Verletzung. Sie rappelte sich wieder auf.
„Wo ist er?" stieß sie hervor?
Wieder hatte sich dieser verborgen. Feigheit schien bei solchen Wesen inbegriffen.
Adler hatte einen Dolch gezogen, wartet aber ab. Lauernd wie ein Raubtier.
Erst als Drael wieder aufschrie griff er den wieder erscheinen Vampir an.
„Sie sagt, wo er ist" rief er Ingmar zu.
Der Keiler schnaubte und der Halbzwerg konnte sehen, dass auch dieses Tier sehr wohl erahnen und spüren konnte, wo der Vampir angriff.
Für einen Moment war der Vampir abgelenkt...oder spielte er es nur?
Wenn dies ein Trick war, so würde Adler in die Falle laufen.
Der Halbzwerg müsste irgendwie handeln.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Mittwoch 1. August 2012, 22:29

Der Konter des Blutsaugers war vorhersehbar, die Vorlage dazu schließlich üppig genug und der Grundgedanke der Metapher ohnehin auf einen solchen Vergleich ausgerichtet, wenn auch mit weniger Absicht, als man Ingmar zugetraut hätte. Die katzenhafte Art, mit der sich Transyl auf den Halbzwerg stürzte, wirkte auf diesen, gelinde gesprochen, unkonventionell, wörtlich hätte er es als 'weibisches Herumgetanze' abgetan, würde ihm der Vampir jetzt nicht so auf dem Pelz hocken. Ingmar stemmte sich mit ganzer Kraft gegen den Ansturm, schaffte es auch, dem Gewicht des Untoten zu widerstehen, wenn auch mit einem Zähneknirschen. Der Schub, der in diesem Moment auf ihn wirkte war immens!
Grade als er Anstalten machen wollte, den Schild beiseite zu ziehen und Transyl die Klinge schmecken zu lassen, merkte er, dass etwas anders war, das Gewicht nachließ und eine Klinge auf seinen Schild traf, gefolgt von Carolines Stimme. Unkoordiniert wollten sie alle gleichzeitig auf ihn losgehen und hatten sich dabei was gegenseitig verwundet. So würden sie tatsächlich nichts ausrichten, zumindest war die Gefahr nun deutlicher als nötig zu erkennen. Doch kaum hatte er den Schild gesenkt, um sich selbst des Feindes anzunehmen, da vernahm er schon dessen Stimme an seinem Ohr. Die kalten Worte Transyls hatten eine ungünstig, starke Wirkung auf Ingmar, denn sie trafen den Halbzwerg genau dort, wo es schmerzte und wo sie ihn einem Splitter gleich, um den Verstand bringen mochten.
Schreckliche Bilder formten sich vor seinen Augen, schmerzverzerrte Gesichter, Schreie, das Zucken der Glieder seiner Mannen, als man sie schlussendlich aufhängte. War der Vampir dort gewesen, oder hatte er nur einen Glückstreffer gelandet, was es war, war nicht von Belang, zumindest für Ingmar nicht, denn sein Unterbewusstsein erschauerte und schnaubte gleichzeitig vor Wut! Das Zuschnappen der spitzen Zähne an seinem Ohr waren wie das Fingerschnippen eines Hypnotiseurs, ließ das Opfer ebenso verwirrt zurück, zumindest war dies wohl der Plan gewesen. Der Streich gegen Caroline hingegen ließ den Hauptmann mit tosendem Zorn erwachen, sofern er denn geschlafen hätte. Grummphs Geistesgegenwärtigkeit war es zu verdanken, dass der jungen Frau kein weiteres Leid geschah, so dass sie herumfuhr und wohl auf war, zumindest für den Moment. Adler hingegen ließ sich zu einem Angriff hinreißen, der Schrei seines Begleiters leitete den Menschen dazu an.
Hier war keine Zeit zu überlegen, so schoss es aus Ingmar heraus, ohne, dass er darüber nachdachte. "Bleib' hier, Adler! Hinter meinen Schild, aber sofort!" Sein Befehl war harsch und laut, kam überraschend und umso intensiver aus seinen Lungen hervorgeprescht. Sein Blick war zornig und ernst, irgendetwas war anders an ihm, harscher, lauter, herrischer. Erinnerungen, die er längst verdrängt hatte, kehrten aus einem Nebel aus Alkohol und leichten Mädchen wieder, Bilder, die ihn verrückt machten und ihn an die Verantwortung erinnerten, die er trug. Er war kein militärisches Genie, aber clever genug, um einem wirren Gemetzel vorbeugen zu wollen, was er von Adler eigentlich auch erwartet hätte. Es mochte daran liegen, dass der Vampir tatsächlich furchteinflößend war und, bei Thorghar, Ingmar konnte das nachvollziehen, doch darauf war jetzt keine Rücksicht zu nehmen.

Diese scheinbare Chance, die sich dort bot ließ seine zwergischen Instinkte Alarm schlagen, wie wahrscheinlich war es, dass sich der Vampir abermals so einfach aufspüren ließ? Transyl mochte feige und, was noch schwerer wog, ein Elf sein, was Ingmar jedwedes Zugeständnis ihm gegenüber zunichte gemacht hätte, mit einem musste man allerdings immer rechnen: Gerissenheit.
Der Kopf des Hauptmannes warf sich so schnell herum, dass sein Bart dabei in Bewegung geriet, er stierte Caroline an und rief auch ihr zu. "Du auch, alle bleiben dicht zusammen!" Schnell war sein Blick wieder fixiert, Mordlust und Zorn schlummerten darin, Ingmars Drang zur Gewalt war geweckt, och musste er gezügelt werden, bis das Chaos, das sich anzubahnen drohte, beseitigt war. Er würde nicht zulassen, dass man ihm die Bande, die er hier hatte, entreißen würde. Um keinen Preis der Welt würde er das zulassen. Kaum mehr als ein Zucken seiner Augen gen Grummph wiesen das Tier inzwischen an, Adler nach Möglichkeit zurückzudrängen, sollte er Ingmars Anweisung nicht folgen. Es war zu seiner eigenen Sicherheit.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Dienstag 7. August 2012, 09:44

Transyls Spezialität war es, die Angst in einem zu erkennen. Und das Angst auch in den Augen des Halbzwerges war, sah er jetzt um so deutlicher. Zwar war seine Angst anderer Natur, eher um den Verlust seiner Gefährten gerichtet, doch Angst war immerhin Angst.
Und hätte Ingmar gewusst, dass der Vampir tatsächlich die Hinrichtung der Kameraden von der Räuberbande mitbekommen hatte, so wäre er wohl wirklich ausgerastet. Denn bizarrerweise hatte er sogar sein Leben dem Vampir zu verdanken, wenn auch nicht direkt.
Transyl war mit dem Adeligen bekannt, der die Räuberbande hatte gefangen genommen hatte. Hatte die Foltermethoden vorgeschlagen, ohne sich die Leute anzusehen. Das Geschrei genossen, als die Männer bettelten und um Erlösung baten.
Aber je länger er sich den Halbzwerg besah, desto mehr schien er ihn zu erkennen.

Etwas wurde geweckte in dem Halbzwerg.
Ingmars Befehle waren harsch und Adler, der gerade im begriff war zu handeln, erkannte sofort den Ton. Er behorchte sofort, erkannte auch sogleich was er in Begriff war zu tun. Obwohl es dem Rückenstecher schwer fiel, so hatte er vor dem Untoten mehr Angst als vor irgendjemand sonst. Er wusste nicht mal warum, dass so war.
Sein Glück dass Ingmar eine gewisse Autorität ausdrückte, wenn auch der Berserker sehr nah an der Oberfläche war.Adler gehorchte sofort, wich zurück zu Ingmar.
Caroline tat es ihm gleich. Rücken an Rücken gaben sie sich Halt und wenig Angriffsfläche. Der Keiler stampfte neben die Drei, blieb aber an der Seite.
„Wie putzig“ hörte man im Nebel die Stimme von Transyl.
Auch wenn man es stimmlich kaum raus zu hören vermag, so gefiel es ihm nicht, dass sie jetzt als Einheit agierten. Es war so viel leichter und auch spaßiger, wenn Chaos entstand.
„Wenn ihr nicht mit spielen wollte… in Ordnung“ Der Nebel wurde dichter, wirbelte um sie herum. Kälte kroch die Kleidung herauf, oder waren es Hände.
Caroline strich sich mit den Fuß über ihre Wade, sah zu Ingmar. Verbissen knabberte sie auf ihrer Unterlippe, wollte so ihrer Angst entkommen.
Gesichter schienen im Nebel zu erscheinen. Vertraute Gestalten, welche sich im Schmerz wanden. Carolines Augen wurden groß. Vor ihr sah sie das Gesicht ihres Vaters. Sie schluckte schwer und griff an Ingmars Schulter.
Adler sah anderes. Er war ebenso bleich wie Caroline, doch hielt sich jetzt mehr zusammen. Das er fast einen Fehler begangen hatte, war ihn bewusst geworden.
Außerdem fürchtete er eher den Vampir selber, als Geister im Nebel.
„Es soll uns Angst einjagen…“ Flüsterte Adler. Seine Stimme war wieder ruhig und wachsam.
„Vater!... nein, das kann nicht sein…“ Tränen rannten der Frau über die Wange.
Der Keiler schnaufte und scharte mit den Füßen auf dem Boden.
Der Falke flog nervös auf und ab.
Adler achtet auf den Vogel, schien diesen etwas mitzuteilen. Drael flog Kreise über den Nebel und ließ sich schlussendlich auf Adlers Schulter nieder. Dieser unterdrückte ein kurzes Aufstöhnen, er war seine verletzte Schulter.

Minuten schienen zu vergehen, nichts geschah!
Transyl griff aus dem Nichts heraus an, seine Krallen schnitten durch die Luft. Kratzen über Metall, über Kleidung und Haut. Die Luft erfüllte sich mit dem Geruch von Blut. Caroline schrie kurz auf, Adler riss sie weg, drückte sie schlussendlich zwischen sich und Ingmar.
„jetzt wäre ein Moment, wo du ruhig in Raserei verfallen darfst“
rief er Ingmar zu, riss seinen Kopf weg und trotzdem zog sich eine lange Furche durch sein Gesicht.
Auch Ingmar würde die Kraft hinter den Angriffen spüren. Schläge gegen den Brustkorb, ein schmerzhafter Treffer auf seinen Bein.
Sein getreues Tier, wich ihn aber nicht von der Seite und verhinderte so das Schlimmste. Irgendwie schien der Vampir den Geruch des Tieres nicht ertragen können.
Vielleicht wäre dies wirklich einer der wenigen Momente wo Raserei einem helfen konnte, doch war die Gefahr nicht groß auch die anderen zu verletzen?
Der Vampir manifestierte sich, nicht mal zwei Meter von ihnen entfernt.
„das hat seine Leute auch nicht gerettet, oder?“ sadistisches Grinsen.
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