Zweisame Wanderschaft

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.
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Ingmar Blutnase
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Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Montag 5. Dezember 2011, 00:58

Es war still, kaum etwas war zu hören. Hier, wo das Drachengebirge und der Wald Eldoras ineinander übergingen traffen Elemente aufeinander, bestehend aus Stein, Waldboden und dem harten Wind, der von Westen her die Berghänge hinunterglitt und sich an den Baumkronen des Waldes fing. Die Umgebung schwieg, denn Unbekannte bahnten sich ihren Weg durch diese Landschaft des Übergangs, die Tiere des Waldes beobachteten, wie ein Zwerg und ein beladener Keiler dem Berghang richtung Norden folgten. Es waren Ingmar Blutnase und sein Begleiter Grummp, die am vorigen Tag den im Süden verlaufenden Fluss Iridul überquert hatten und scheinbar auf dem Weg zum Zwergentor waren. Selbiges lag am westlichen Rand des sonst schier undurchdringlichen Waldes. Hier jedoch, wo harter Stein, das völlige Überwuchern eindemmte, war es auch für Nicht-Elfen relativ einfach, eine mehr oder minder sichere Passage zu finden.

Ich hoffe wir sind bald da... Ich hasse diesen unseeligen Wald mitsamt den elenden Spitzohren, die darin hausen. Hexen und Zauberer, allesamt. Jede Stunde, in der wir hier sind ist eine Stunde zu viel, jawohl. Gedanklich rümpfte der finstere Zwerg die Nase, es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass er als Krimineller, die rechtschaffenen Bewohner Eldars mit Abscheu betrachtete. Nicht weil er ein Rassist war, sondern weil die Elfen es ihm gleichtat, nur in umgekehrter Weise. Prüfend drehte Ingmar sich nach seinem beladenen Begleiter Grummp um, dieser stapfte treu hinter seinem Herren hinterher. Auf seinem Rücken war eine kleine Truhe festgemacht, darin befanden sich Beutestücke und Andenken, wertvolle Geschenke für den Fall, dass man ihn nicht einlassen würde. Blutnase hatte es schon zu oft erlebt, dass Wegzölle nicht nur von Banditen wie ihm, sondern auch von Reichen erhoben wurden. Selbst, wenn man eine Stadt nur besuchen wollte, hatte man Wegzölle zu entrichten, um die Stadttore passieren zu dürfen, was Ingmar einmal mit dem Eintritt in ein Bordell verglichen hatte und dabei laut lachen musste. Lachen war jetzt allerdings das Letzte, zu dem der Zwerg aufgelegt war, er wollte einfach nur vorwärts kommen. Zu lange war er der Heimat schon fern, es war Zeit, dorthin zurückzukehren, besonders jetzt, da der große Krieg das Gleichgewicht in Celcia empfindlich gestört hatte. Nicht, dass Ingmar sich für Politik interessierte, im Prinzip waren alle noblen vor ihm gleich, da sie in seinen Augen alle falsch und verschlagen waren. Es war lediglich so, dass er soetwas wie Heimweh empfand und das Bedürfnis, die steinernen Hallen Nogrots wieder zu durchschreiten. Nicht mehr als der Junge, der er einst war oder der Zwerg, der sie verlassen hatte, nein. Jetzt war es Zeit für Ingmar Blutnase, in die Heimat und zu seinem Volk zurückzukehren. So bewegte sich das unübliche Paar langsam im Vorland des Drachengebirges vorwärts, vorbei an Felsen und Bäumen, Moos und nacktem Gestein.

Die meisten anderen Wanderer, besonders Zwerge wären wohl direkt durch das Gebirge gezogen, statt erst dem Iridul und dann dem Vorland zu folgen, doch Ingmar war nicht wie jeder x-beliebige Zwerg. Davon abgesehen, dass er eher aus südlicher Richtung gekommen war und die nächste Passage ins Gebirge einen Umweg nahe Pelgar erfordert hätte. Ein Risiko in Zeitaufwandt und Wegfindung gleichermaßen, das Ingmar nicht eingehen wollte. Der Blick zum Himmel verriet nichts gutes, denn er war bewölkt und es war schwierig zu sagen, ob es noch regnen würde, die Zeit würde es zeigen. Seinen wärmenden Umhang trug der Zwerg so oder so, denn hier, wo sich der Wind aus den Bergen fing, war es nicht minder kalt als an den zerklüffteten Engpässen und Gebirgspfaden selbst. Dafür mussten Grummp und Ingmar keinen Weg durch den Busch suchen, was ihre Geschwindigkeit verringert hätte, es war also ein leidlicher Kompromiss, dennoch ein notwendiger. "Nogrot wird dir gefallen, mein Freund... Dort ist es warm und sicher und es gibt mehr Bier und mehr Nahrung, als wir in unsere Bäuche stopfen können." Der Zwerg war sich nicht sicher, ob sein Gefährte verstand was er sagte. Dennoch sprach er zu ihm wenn sie allein waren, denn das lenkte von der ständigen Einsamkeit ab, der sie oft ausgeliefert waren. Wenn sie nicht grade ein Gasthaus finden konnten, in dem sie willkommen waren, kampierten die zwei viel in der Wildnis, fernab jeder Geschichte, jeder Musik und jeder Umarmung, die man von einer Dirne erkaufen konnte. Schweren Schrittes bestieg Ingmar einen hochstehenden Felsen, der leicht von einem der Vorhügel abragte und ließ seinen Blick richtung Norden schweifen. Dieser elende, stinkende Wald.
Für die eigentliche Schönheit dieser Lande hatte der Zwerg keinen Sinn, vielmehr für den Apfelmost, der in einem Schlauch an der Seite des Keilers gelagert war. Mit ernstem und nachdenklichem Gesicht stieg Ingmar vom Felsen hinab zu Grummp und nahm ihm den Trinkschlauch ab, öffnete diesen und trank etwas von der süß/säuerlichen Flüssigkeit. Das große Tier sah seinem Herrchen dabei zu und stuppste ihn mit der Schnauze an, denn er wollte auch einen Schluck davon abbekommen. "Einen Schluck gegen die Kälte, aber mehr auch nicht. Richtig getrunken wird erst, wenn wir hier raus sind, dann geb' ich einen aus." Ingmar hielt dem Keiler den Trinkschlauch hin, selbiger erfasste die Öffnung mit der Schnautze und sog am Inneren, bis Ingmar den Schlauch ärgerlich dreinblickend wieder abzog. "Was hab ich dir grade gesagt? Blödes Vieh..." Murrend wischte Ingmar die Öffnung des Schlauches ab, Grummps Speichel klebte daran, was selbst Ingmar schon abstoßend fand. Der Keiler währenddessen sah Ingmar dabei zu, wie er vor sich hin moserte. Ob das Wildschwein verstand, warum sein Herr so verärgert war, wird selbiger nie erfahren, leid tat es dem Tier jedenfalls nicht und es hatte jeden geraubten Tropfen genossen. Ganz, wie der Zwerg es selbst getan hätte. Schnell war der Behälter wiede verschlossen und verstaut, sodass es weitergehen konnte. "Wenn du mir den Wein wegsaufen kannst, dann kannst du offensichtlich auch noch weiterlaufen. Mir tun eh die Füße weh..." Mit diesen Worten griff Ingmar eine der vielen Halterungen an Grummps Rüstung und schwang sich auf den Rücken des Tieres. Es war beeindruckend, wie belastbar der Keiler war, denn trotz des Zusatzgewichtes von Ingmar verzog Grummp keine Miene und nach einem kurzen Anstoßen seiner Flanke durch Ingmar, setzte er sich in Bewegung. Der Mischboden aus Moos und festerer Erde kamen dem Tier hierbei zugute, sodass sie immernoch gut vorwärts kamen. Der wachsame Blick Ingmars ruhte dabei nach wie vor auf der Umgebung, während sie weiter dem Verlauf des Vorlandes folgten...

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Samstag 10. Dezember 2011, 13:45

Das Wetter meinte es bis jetzt noch gut mit den beiden seltsamen Reisenden. Noch fielen kleine Schneeflocken oder sogar Regen. Regen würde durch den eisigen Wind nur den Aufstieg erschweren. Schnell konnte es passieren, dass sich kleine Schichten aus Eis bildeten. Da war es doch gut, dass hier ein paar Bäume noch standen.
Gedanken an die Heimat ließ selbst den grimmigen Raufbold das Herz erwärmen. So lange war es doch her, dass er Mutter und Vater nicht mehr gesehen hatte. Was würden sie wohl denken? Oder seine Abenteuer bewerten?
Ingmar hatte in weiser Voraussicht seinen Nachnamen abgelegt, so wollte er ihnen keine Schande machen. Und obwohl auch Blut eines Menschen in ihm floss, hatte sich das Ehrgefühl des Zwerges immer stärker bemerkt gemacht.
Seine Mutter hatte ihm eins noch gesagt“ Sohn , dann ziehe los und finde deine Wurzel und wer du bist“ hatte Ingmar je in Erfahrung bringen können, was sie damit gemeint hatte? Das konnte nur der Zwerg sich beantworten.
Sein treuer Keiler ließ seinen Freund und Herren aufsteigen, die weitere Last kümmerte das Tier fast gar nicht. Es blieb geduldig stehen bis der Halbzwerg oben war, schnüffelte nur an ein paar Wurzeln, welche aus der Erde gebrochen waren, dann sollte es weitergehen. Die ersten Schritte machte Grummp auch ohne Probleme, zuckte kurz mit einem Ohr und grunzte auf. Meist war dies ein Zeichen dafür, dass sein treues Tier etwas Fremdes wahrgenommen hatte.
Vielleicht einen Verfolger?
Ingmar hatte viele Feinde, das war nicht mal untertrieben. Und er war gesucht an mehr als einem Ort. Natürlich hatten die Verfolgungen etwas nachgelassen, besonders seit im Celcia an vielen Orten der Krieg ausgebrochen war. Die Städte hatten andere Probleme anstatt sich um einen räuberischen Zwerg zu kümmern. Doch das hieß nicht, dass es nicht doch vorkam. Man sollte sich immerhin nie zu lange in Sicherheit währen, das war schon vielen Räubern zum Verhängnis geworden.
Wieder grunzte Grummp. Von irgendwo war ein fröhliches Lachen zu hören. Es hörte sich nicht wie das übliche neckische Singsang-Gelächter der spitzohrigen Bewohners Eldoras an. Nein, dies war anders. Der Keiler riss den Kopf hoch und ohne auf die Verluste und seinen Reiter zu achten, donnerte das Tier los. Nicht wie in Panik, auf der Suche.
Nicht mal zwanzig Meter von der Stelle entfernt, blieb das Tier stehen hinter einem Busch stehen. Seine Schnauze dicht am Boden, schnüffelte es den Boden ab. Suchte er nach etwas zu fressen?
Erst trank er fast den ganzen Apfelmost , jetzt hatte er Hunger. Ob sein Tier in Ärgern wollte?
Denn jetzt war eigentlich nicht mehr die passende Zeit für irgendwelche Delikatessen, welche sich so manchmal am Boden zwischen den Wurzeln der Bäume befand. Doch dies sah Grummp anders. Er scharte am Boden, Quickte hell auf um seinen Herrn etwas zu zeigen.
Und tatsächlich war da etwas? Man hätte sich täuschen können, doch hier hatte wohl jemand eine besondere Beute beim Baum eingegraben. Die empfindliche Nase des Wildschweines konnte nicht getäuscht werden. In einen losen Leinensack, hatte jemand die Ausbeute von exquisiten Trüffeln verborgen. Da waren seine eigenen noch mittransportierten Trüffel zum Vergleich müde Kartoffeln. Jetzt war der Beutel leicht offen und der Geruch und die Farbe zeugten von der Qualität.
Aber wie kam der Beutel hierher? Vielleicht jemand, der nicht wollte, dass diese Kostbarkeit in falsche Hände geriet. Ein Händler, der Angst hatte beraubt zu werden? Denn was Ingmar wusste, dass diese Gegend nicht die beste war, dass Trüffel wachsen würden.
Hatte sein Keiler den ehemaligen Besitzer noch gehört?
Er fühlte sich auf jeden Fall beobachtet und hätte Ingmar hochgesehen, so hätte er im Baum noch eine kleine Gestalt mit einer roten Zipfelmütze gesehen, die sich den Mund hielt. Doch nach einem Blinzeln war diese verschwunden.
Inzwischen war Grummp damit beschäftigt das rote Schleifenband ganz zu lösen und den Beutel weiter öffnete. Der Inhalt war für das Tier von Interesse. Und so wie sich sein Keiler verhielt, waren die Trüffel nicht vergiftet, denn dies hätte sein Tier mitbekommen. Jedenfalls sollte sich Ingmar beeilen, wenn er noch etwas davon wollte. Eine Stange Geld könnte dies einbringen oder eine sehr gute Mahlzeit.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Samstag 10. Dezember 2011, 21:05

Grummps Gebährden blieb dem Zwerg nicht verborgen, im Gegenteil. Längst hatte er sich daran gewöhnt aufzupassen, wie sich sein Begleiter verhielt. Tiere hatten andere, schärfere Sinne als die meisten Zweibeiner. Eingebungen, die selbst den Elfen zuweilen abgingen und die sie nicht verstanden. Der Zwerg wusste das und wich mit seinem wachsemen Blick rasch von den Gebüschen und Geröllbänken in der Umgebung ab und sah erst auf Grummp, dann in die Richtung, in die das Tier sah. Unschlüssig starrte Ingmarr jedoch in die scheinbare Leere, versuchte man ihn reinzulegen?
Irgendwas stimmt hier nicht... Langsam und unauffällig glitt Ingmars Hand hinunter zu seinem Gürtel, um sich um den Griff seiner Axt zu legen. Auch wenn keine wirkliche Gefahr bestand, gab es ihm immernoch ein Gefühl der Sicherheit, wenn Ingmar seine Waffe griffbereit wusste. Das eisige Schweigen um sie herum machte den Räuberhauptmann unruhig, es gefiel ihm nicht, wie sich die Luft mit Spannung aufzuladen schien. Plötzlich preschte Grummp schnaufend los, machte einen schnellen Satz und blieb ebenso plötzlich wieder stehen. Dem Zwerg blieb fast das Herz stehen, was geschah hier??? Wie einstudiert und reflexartig stieß Ingmar sich von seinem Begleiter ab und hielt Thorghar dabei schon gezückt in der Hand. Dabei achtete der Zwerg peinlichst darauf, nicht auf seinem schwachen Fuß zu landen, so wie er es immer tat. Sobald der Schritt auf den Boden getan war, riss Ingmar seine Waffe herum starrte erneut ins Leere, spielte ihm der Verstand einen Streich? "Kommt raus ihr Hexen, Feen und Kobolde, damit ich euch eure Flügelchen ausreißen kann!"
Grunzte er in den Wald hinein, bevor er realisierte, dass wirklich niemand in ihrer Nähe war, auch wenn es sich anders anfühlte. Hatte er schon Halluzinationen? So lange waren sie doch heute noch gar nicht gewandert, vielleicht war auch nur der Most schon etwas sehr stark zergoren gewesen, was auch den übersäuerten Geschmack in seinem Mund erklären würde. Ja, daran musste es liegen, diese erklärung reicht aus, um den mürrischen Kämpfer seine Waffe wieder wegstecken und endlich nach seinem Begleiter sehen zu lassen. Was ist das denn?! Ingmars Augen funkelten, als er den Beutel sah, den Grummp gierig aus dem Boden hervorwühlte, was mochte wohl darin sein?
Schnell riss das gierige Tier den Beutel auf und ihnen beiden stieg der Geruch von feinstem Edeltrüffel entgegen. Während Grummp seinerseits für Verzückung quiekte, wirkte der Zwerg eher etwas verhaltener, denn im Gegensatz zu dem Keiler wusste er selbst nichts mit diesen Kostbarkeiten anzufangen. Das Tier sollte sie ruhig selbst verzehren, bevor es Unfrieden zwischen ihnen gab, opferte Ingmar lieber das potenzielle Vermögen, dass er damit hätte machen können. Warum sollte er sich auch darum streiten, wenn es ohnehin nicht mehr, als Gewicht gewesen wäre, dass sie mit sich herumschleppen mussten? Früher oder später hätte das gierige Tier sie ohnehin gefressen, da war sich der Zwerg sicher, warum sich also die Mühe machen und etwas dagegen tun? Vielmehr sah er gespannt dabei zu, wie Grummp die edlen Pilze in sich hinein stopfte und jeden Bissen merklich genoss. Dass der sich noch nicht verschluckt hat... Kaum zu fassen, allmählich kriege ich allerdings auch irgendwie Hunger.
Genervt schnaufend nahm sich Ingmar eine wenig Trockenfleisch und etwas Brot aus einer der Transporttaschen von Grummps Rücken und fing seinerseits auch an zu essen, während er mürrisch in den Wald hineinstierte. Im gefiel diese Situation nicht, die stehende Luft. Angeblich trieben sich noch mehr Gesuchte in diesen Wäldern herum, von ihm abgesehen. Er hatte Geschichten darüber gehört, Personen auf deren Köpfe gradezu galacktische Belohnungen ausgesetzt worden waren.
Wenn er schon als grausames Monster gesucht wurde fragte sich Ingmar, wie diese Schwerstgesuchten wohl aussehen mochten. Das sind bestimmt alles Hexen... Prompt hatte er Bilder in seinem haarigen Kopf. Bilder von hageren, knochenfingrigen, bleichen Gestalten. Spinnenänlichen Zauberern, die in bizarren Gewändern aus Menschenhaut Albträume webten. Der Zwerg schüttelte den Kopf, das war selbst für ihn ziemlich veralgemeinernd gedacht. Schließlich gab es auch Zauberinnen, die so schön waren, dass man die Arglist in ihrem Verstand nicht mehr zu erkennen vermochte, da man sich nur wünschte, ihre göttlich zarte und weiche Haut zu berühren. Nur um dann von ihnen alös Marionetten vorgeführt zu werden, Ingmar schüttelte sich bei dem Gedanken. Sei es wie es wollte, neben diesen Personen sah er selbst wie ein kleiner Junge aus, zumindest, was das Kopfgeld anging. Der Wald war ohnehin mehr als überfüllt, mit all den Elfen, Tieren und Abschaum wie ihm selbst, der sich im Schatten der Bäume und Felsen herumdrückte. Dass die Flüchtlinge Pelgars sich allerdings ebenfalls in den Eldoras gerettet hatten, hatte er noch gar nicht berücksichtigt.
Nach diesem Moment der wilden Mutmaßungen jedoch hatte Ingmar sein Mal beendet, Grummp hatte inzwischen auch aufgehört vor sich hin zu schmatzen und zu schlingen und machte Anstallten, sich an einem Baum zu schubbern, da es ihn wohl irgendwo zwickte. Als das Tier aus besagtem Grund ein Stück weitergezogen war, sah er selbst nocheinmal zu dem Beutel herüber, welcher nun zerfleddert auf dem Waldboden lag.
Die Trüffel mussten wirklich erster Güte gewesen sein, denn Grummp hatte sie so gierig verschlungen, dass ganze Kruhmen beiseite gefallen waren, die der Zwerg nun selbst auflesen konnte und das tat er auch. Nicht zu fassen... Ingmar war bei Weitem kein ordentlicher Zwerg, doch er hatte eine Idee bekommen, was er mit den Edeltrüffelstücken noch anstellen konnte. Denn nach dieser hochexquisiten Mahlzeit würde Grummp Ingmars eigene Trüffel vermutlich keines Blickes mehr würdigen, dagegen musste vorgegangen werden! Gerissen wie er war, sammelte der Zwerg die duftenden Pilzbröckchen zusammen und steckte sie mit in den Beutel, indem Grummps eigentliche Leckereien waren. Er wusste genau, dass sein Begleiter das früher oder später riechen und sich extra anstrengen würde, nur um nocheinmal etwas von diesen Köstlichenkeiten zu ergattern, auch wenn es am Ende die gewöhnlichen Erdtrüffel sein würden, die sie ohnehin schon dabei hatten. Ja, der Zwerg war wirklich gerissen.
So sattelte Ingmar auch wieder auf, als er seinen Begleiter wieder erreicht hatte. Wortlos erklomm er das Wildschwein und stieß es erneut mit dem Hacken an. "Vorwärts, du verfressenes Monster und mach keine Zicken mehr, klar?" Sein Ton war bestimmend und ernst, auch wenn er selbst unkenntlich in seinen Bart hineingrinnste, während sich das Tier wieder in Bewegung setzte.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Dienstag 20. Dezember 2011, 14:12

Tatsächlich tat Ingmar gut dran wachsam zu sein. Und er hatte auch recht, wenn er davon ausging, dass sich in den Wäldern noch andere Gestalten rum trieben. Die Elfen waren verborgen und auch das Feenvolk zeigte sich nicht. Sie verließen ihre Verstecke nicht unnötig. So erhielt der Zwerg auch keine Antwort, als er seine Drohung in den Wald rief. Warum sollten sich die Bewohner dieser Gegend über einen Zwerg aufregen, es gab zur Zeit wirklich schlimmeres.
Zwerge waren zwar nicht oft gesehen, aber sie wurden eher als normal gewertet, als die große Anzahl von Dunkelelfen, Orks oder Flüchtlingen aus Pelgar.
Grummp auf jeden Fall freute sich riesig über die Trüffel, war so mit dem Fressen beschäftigt, dass er nichts um sich herum merkte. Doch vielleicht hätte das Schwein lieber nicht so laut gegrunzt und Ingmar nicht so laut gerufen.
Jemand war auf die beiden aufmerksam geworden. Noch konnte er nicht gewittert werden, so stand er günstig, dass sein Geruch nicht zu dem Keiler geweht wurde. Dich an einen Baum gedrückt wurde nur kurz nach Ingmar gesehen. Hätte dies der ehemalige Räuberhauptmann gewusst, er hätte sich sicherlich geärgert. Doch die gestalt, welche eindeutig ein Mann war, war unwissentlich im toten Winkel von Ingmar. Ohne ein Geräusch von sich zu geben, tastete die Person nach einem Pergament. Vorsichtig rollte er es auf.
Ein Steckbrief.
Es war eine schlechte Darstellung und nur im entfernten konnte man die Züge des Zwerges erkennen. Aber scheinbar sollte dies der ehemalige Räuberhauptmann sein.
Der Harax soll mich holen, den hätte ich hier nicht erwartet…aber … ein Grinsen zeigte sich kurz den den Zügen des Mannes. Das Gesicht war wettergegerbt und hatte einen eine Hakennase, welche ihm das Gesicht eines Raubvogels verlieh. Die Augen waren bernstein und verstärkten den Eindruck. Seine Kleidung war in mehreren Lagen, jetzt perfekt dafür angepasst sich zu tarnen. Tarnung war immer die erste Divise, wenn man auf Jagd ging. An der Seite hatte er eine leichte Handarmbrust gefestigt und eine kleine Wurfaxt hing neben dem Kurzschwert. An einer Tasche hingen mehrere Pergamente, die alle ähnlich dem aussahen, welches er noch in Händen hielt. Er rollte das Papier zusammen. Die Belohnung war nicht zu verachten, doch er hatte einen anderen Auftrag.
Und wenn er für etwas bekannt war, dass er sich immer um eins zur Zeit kümmerte. Es sei denn man legte noch einen ordentlichen Bonus drauf.
Leise Worte drangen zu ihm durch, was sie bedeuteten konnte er nicht verstehen.
Wer soll denn diese Sprache verstehen?… Er straff die Kapuze zurück und fuhr sich durch sein kurzgeschnittenes dunkles Haar. Mehrere Ohrringe glänzten an einem Ohr und ließen ihn wie eine Mischung aus fahrendem Volk und Pirat aussehen.
Er blickte wieder um den Baum, griff dabei nach einem Bolzen. Rasch hatte er diesen eingelegt. Den Zwerg zu treffen war nicht schwer, er gab ein großes Ziel ab. Ein Auge kniff er zusammen und visierte sein Ziel an, den Finger schon am Auslöser für die Federung.
Ingmar war gerade wieder aufgesetzt und Grummph setzte sich in Bewegung. Er tänzelte sogar etwas um seinen Kopf zum Beutel mit seinen Leckereien zu drehen. Ingmars Plan mit den besonderen Trüffeln schien zu klappen.
Doch der Fremde behielt die beiden im Auge.
Eine nette Zielübung! Mal sehen wie die Reflexe sind.… hmm, Augenklappe?… also der Steckbrief trifft ihn überhaupt nicht”
Er drückte ab!
Der Bolzen flog , traf sein Ziel. Einen Baum nicht weit von Ingmar entfernt. Er hatte sich anders entschieden, hatte absichtlich daneben geschossen. Der Zwerg sollte den Schuss bemerken.
Außerdem wo war der Reiz, wenn man ein Opfer aus dem Hinterhalt töten würden.
“Der nächste Schuss könnte treffen!” Rief er jetzt Ingmar entgegen und trat hinter einem Baum hervor.

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Ingmar würde diesen Mann erkennen. Gesehen hatte er ihn schon öfters.
Ein Kopfgeldjäger, der zwischenzeitlich auch mal als Spion für die alte Räuberbande agiert hatte. Er verkaufte gewöhnlich alles, wenn der Preis stimmte.
Er hatte keine Lust mehr auf ein Katz- und- Maus- Spiel. Immerhin vielleicht konnte der große Zwerg ihm bei einer Suche helfen. Die Armbrust lud er zur Vorsicht nach, doch hielt er sie nicht auf den Fremden gerichtet. Sie war eine Möglichkeit sich im Notfall zu wehren, nicht dass er nicht noch einen Dolch im Ärmel versteckt hatte.
“Ingmar Blutnase, du bist gesucht… aber vor mir hast du nichts zu befürchten. Auf dem Weg zur Heimat?”
Er lehnte sich läßig an den Baum, so als könnte ihm nichts gefährden. Ingmar wusste nicht viel über den Mann, der sich nur als Adler rufen ließ. Doch erwar bekannt für sein scharfes Auge und das beute aus seinen Händen nicht entwich. Es war sogar seltsam, dass dieser Mann es schaffte, noch nicht steckbrieflich gesucht zu werden.
“Als ich dich zuletzt gesehen habe, da hattest du noch keine Augenklappe und bist…auf einem Wildschwein geritten. Eine Wildsau reitet ein Wildschwein, doppeldeutig oder?”
Er grinste diabolisch, meinte dies jedoch nicht so hart. In seinen Augen blitze der Schalk. Es war seine Art jemanden zu grüßen, den er leiden konnte.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Donnerstag 22. Dezember 2011, 20:17

Das genervte Seufzen, welches just Ingmars Lungentweichen wurde, blieb dem großen Zwerg buchstäblich im Halse stecken, als er hörte, wie neben ihm ein Bolzen zischend in einen Baum einschlug. "Was zum..." Mit bochendem Herzen stieß er Grummp an, sich herumzudrehen, noch während er selbst seinen Schild hochriss um dahinter Schutz zu suchen. Seine Axt Thorghar hatte er dabei natürlich längst fest im Griff gehabt.
Als er allerdings einen klaren Blick zu dem Jemand hinüberwerfen konnte, nämlich als dieser aus der Deckung herauskam. "Pf, nicht, wenn dein erster Schuss schon so daneben ging." Grummelte Ingmar in sich hinein, Spötteleien waren eigentlich ein feine Sache, in diesem Moment jedoch verknuste er lieber, dass es etwas zu lachen gab.
Der Blick des Zwerges war grimmig, als er langsam seinen Keiler in Bewegung setzte, ihn jedoch nicht zum Stürmen anleitete, sondern ihn lediglich langsam vorwärts stapfen ließ.
Denn der Fremde hatte mit Absicht daneben geschossen und da er nun aus der Deckung kam war zumindest anzunehmen, dass er lediglich eine geschmacklose Art am Leibe hatte, guten Tag zu sagen. Davon abgesehen kam ihm der Mensch irgendwie bekannt vor.
Das Gesicht, die Haare, die Haltung und vor allem der Ringschmuck machten ihn stutzig. Als der Fremde nocheinmal betonte, dass Ingmar nichts zu befürchten hatte, entspannte dieser sich zumindest für den Moment ein wenig. Er war nicht in der Stimmung, sich jetzt mit einem großkotzigen Assassinen herumzuprügeln. Da war ihm der Scheinbekannte doch sehr viel lieber. Die ersten paar Sätze ließ der Halbzwerg unkommentierte, schnaufte lediglich einmal kurz, da es dazu auch nicht viel zu sagen gab. Immernoch betont granntig musterte er den Neuling und erkannte ihn endlich.
"Naja, ist ja auch schon ein Weilchen her, Adler. Wird Zeit, dass ich meinen Brüdern mal wieder einen Besuch abstatte." Langsam, dennoch mistrauisch, stieg Ingmar von seinem Reittier ab und ging auf Adler zu, dieser bemerkte, dass Ingmar sich verändert hatte. Als er jedoch den Wildschwein-Vergleich anbrachte, musste der Räuberhauptmann wirklich grinsen. "Ist halt nicht jeder so ein Hänfling wie du, alter Rückenstecher."
Sie kannten sich von früher, Ingmar hatte ihn damals schon geschätzt, weil er zu den Leuten gehörte, die Aufträge zuverlässig und schnell erfüllen konnten. Freundlich reichte er Adler die Hand zum Gruß, nachdem sein Schild bereits auf dem Waldboden gelandet war und an einem schmalen Baumstumpf lehnte. Tatsächlich freute er sich über die Person vor ihm, denn er wusste, dass Adler Ingmar, wenn er ihm hatte schaden wollen, garantiert nicht mit seinem Schuss verfehlt hätte. "Was treibt denn einen wie dich an diesen gottverlassenen Ort? Wenn du Elfen erschrecken willst, musst du weiter inrichtung Osten." Ingmar lachte, erinnerte er sich doch an die alten Zeiten, wo er mit seinen Männern so manchem Elfentreck Beine gemacht hatte.

Grummp hingegen hielt sich eher zurück, als Ingmar von ihm abgestiegen war, hatte Grummp von seinem Herrchen ein Zeichen bekommen, sich niederzulassen, was das massige Tier auch prompt tat. Doch auch wenn das große Wildschwein entspannt auf dem weicheren Moosboden der Umgebung ruhte, hatte es immer ein Auge auf Ingmar, denn dazu war er abgerichtet worden, auch wenn die süße Erinnerung an die Trüffel unter dem Baum Grummp zum Träumen einlud.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Freitag 30. Dezember 2011, 14:07

Adler trat auf den großen Zwerg zu, ergriff dessen Hand und schüttelte diese. Jetzt konnte er sehen, dass auch die Zeit sich bei dem Zwerg bemerkbar gemacht hat. Nicht so stark wie bei einem Menschen, aber er hatte sich eindeutig verändert.
“Hänfling?…ich liege gut im Futter, kann mich jedenfalls nicht beklagen. Rückenstecher?… na hör mal, ich mache ehrliche Arbeit” empörte er sich gespielt und gab Ingmar einen Klaps auf die Schulter, dann lachte er laut auf.
Sie wussten sich gegenseitig zu nehmen und kannten den Humor des anderen. Auch wenn sie nie viel zusammen gearbeitet hatten, so waren die Geschäfte, die die zwei ausgetüftelt hatten, immer von Erfolg gekrönt.
Adler blickte kurz zu den Wildschwein, welches sich in einiger Entfernung wachsam alles beäugte. Aber sein Herr war ruhig und so spürte auch das Wildschwein dass es sich keine Sorge machen musste.
“wenn man eine Heimat hat, ja, dann sollte man sie auch besuchen…stärkt den Geist, hmm” Es klang schon seltsam so einen rat von einem ewigen Vagabunden zu hören. Es war jedenfalls nicht bekannt ob Adler eine Heimat hatte oder sogar Familie. Es wurde gemunkelt, dass er seine Frau für einen Beutel Drachnen an den nächstbesten verkauft hatte, als sie ihn zu schwierig wurde. Er vergnügte sich ebenso gerne wie Ingmar lieber in Bordellen und Freudenhäusern. Man hatte da keine Verpflichtungen.
Wachsam sah sich der Halunke um, obwohl er entspannt wirkte, ließ seine Vorsicht nie nach. Er war dazu zu sehr ein Profi.
“nein, dass Elfenvolk in den Wäldern interessiert mich heute nicht…aber hast du irgendjemand gesehen. Tatsächlich suche ich ein Spitzohr! Soll ziemlich verschlagen sein.”
Er kramte an seinen Schriftrollen rum und reichte Ingmar etwas.
“hier, sollte dich interessieren. …Trifft dich nicht im geringsten, aber pass auf deinen hässlichen Kopf auf. Hast ja ziemlich hohe Tiere in den Arsch getreten, hmm?” das Pergament war ein Steckbrief und darauf konnte Ingmar eine ältere Darstellung von sich selber sehen.
Damals noch mit zwei Augen, aber einen Blick, der dem Wahnsinn glich. Adler beobachte dabei die Züge des Zwerges, während ereine Dose raus nahm und diese öffnete. Es war eine kleine Tabakdose, die viel zu edel für jemanden wie Adler war. Kleine filigrane Spinnenweben schnörkelten sich um die Dose, welche aus reinem Silber waren. Sonst war die Dose eher in einem tiefen Schwarz gehalten. Es war eher etwas für Dunkelelfen.
Er öffnete diese und griff sich eine Portion von dem gut riechenden Kraut, was er sich dann in den Mund stopfte. Genüsslich kaute er darauf. Die Dose reichte er Ingmar entgegen.
“ist die Augenklappe deine Tarnung, dann ist diese mehr als mies…. Gutes Zeug, probier!” eine süßlich scharfes Aroma wehte dem ehemaligem Räuberhauptmann entgegen.
“Du willst vermutlich schnell nach Hause, oder? Sonst hätte ich dir einen Vorschlag zu machen. Lust dir etwas zu verdienen?…. Wäre eine Sache die sich für uns beide lohnen könnte. Meine Auftragsgeber zahlen ziemlich gut!..ich sags dir, noch ein paar Aufträge und ich könnte mich zur Ruhe setzen. Dieser verfluchte Krieg hat auch seine guten Seiten, jedenfalls für Leute wie uns… und dein Kopfgeld ist für die meisten nicht lukrativ genug. Es werden andere mehr gesucht”
Irgendwo hörte man einen Falken kreischen und kurz darauf stürzte sich ein großer schöner Vogel durch das geäst auf die anwesenden zu. Auf einem Zwerg setzte dieser sich zur Landung an. Sein Gefieder war fast weiß, wie es zur Tarnung in dieser Jahreszeit erforderlich war. Es kreischte laut. In einer seiner Krallen hielt er etwas fest. Es sah wie ein Stofffetzen aus.
Adler blickte zu den Tier, grinste dann wieder .
“nicht nur da hast dir etwas Tierisches zugelegt, ich ebenfalls. Dies ist Drael…meine Augen aus der Luft”
Grumph grunzte laut, schien sich durch das Tier gestört zu fühlen. Seine Hauer reckte er schnaubend dem Vogel entgegen, bevor sie wieder sich um das Erdreich kümmerten. Irgendwo mussten doch noch die Trüffel sein. Er roch sie doch noch.
Adler trat zu den Falken und entnahm den Stofffetzen. Kurz streichelte der den Falken und entließ diesen so wieder .
“hmm, Elfenseide!…aber eher von einem Dunkelelfen….oh nein, Beute lass ich mich nicht nehmen” Er drehte sich zu Ingmar wieder um und schritt gemächlich auf diesen zu.
“ Also, was ist…eher Heimat oder etwas erleben?…ich kann dich ja erst begleiten”
Doch Ingmar sollte wissen, dass schon seit ewigen Zeiten kein Mensch mehr in Nogrot war. Die alten Beziehungen waren zerstört, die Zwerge kümmerten sich nicht mehr um die Belange der Langen. Und der herrschende rat debattierte nur ewig anstatt etwas zu unternehmen.
Wäre es eine gute Wahl einen Kopfgeldjäger und Rückenstecher in die Heimat mit zu nehmen?
Doch Adler konnte sich besser benehmen als viele andere und er war sehr anpassungsfähig.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Montag 2. Januar 2012, 13:16

Ingmar war schon wieder am Überlegen, wie der Weg nach Nogrot noch weiter verlaufen mochte, auch wenn er Adlers spitzfindige Antwort noch mit einem amüsierten Grinsen kommentiert hatte. Denn ein Rat zum Thema Heimat war von Adler selbst bei Weitem nicht ohne ein Quäntchen Ironie zu genießen, auch wenn es den Zwerg immer wenig gekümmert hatte, was andere so in ihrer Freizeit trieben, oder woher sie kamen.
Nachdenklich schnaufte der Zwerg in die kalte Luft hinerin, welche vom Gebirge her in den Wald stürzte, ein leichter Dunst bildetete sich, als Adler von den Elfen zu sprechen begann, glitt sein Blick wieder zu dem Menschen hinüber. Er hörte ihm interessiert bei seinen Ausführungen zu und begann unbewusst schon zu rätseln, worum es dabei genauer ging. Denn nach wie vor war er ein käuflicher Zwerg, nicht nur ein Räuber, sondern auch noch ein Söldner und wenn er schon von so einem Auftrag hörte, juckte es den Halb-Nogroter in seinen schmutzigen Wurstfingern. Kurz darauf drückte ihm Adler einen Steckbrief in die Hand. Er sah ihm wirklich nicht mehr änlich, sodass Ingmar sogar ein kurzer Lacher entwich. "Man sollte meinen, dass ich denen genug Ärger gemacht hätte, dass sie mir nicht so ein lächerliches Kopfgeld aufdrücken, oder? Ist ja fast eine Beleidigung, hähä." Eigentlich war Ingmar froh, dass man ihn nicht für mehrere Drachmen suchte, auch wenn ein höheres Kopfgeld als ein paar Fuchsmünzen schon schmeichelhaft gewesen wäre. Doch wie gesagt war solche Eitelkeit nicht der Stil des großen Zwerges und würde von ihm selbst eh eher den Elfen zugeschrieben werden.
Wieder etwas nachdenklich, dennoch interessiert sah Ingmar zu wie Adler ein metallernes Kästchen hervorkramte und sich am duftenden Inhalt zu delektieren begann. Kautabak war etwas, für das er selbst niemals Geld ausgegeben hätte. Dafür war er ihm neben willigen Dirnen, Met und Schweinebraten doch zu nebensächlich.
Als Adler nach der Augenklappe des Räubers fragte und schon über dessen Funktion feixte, grinste Ingmar nur und sprach mit seiner rauen, lauten Stimme zu ihm. "Nein, du solltest doch wissen, dass ich mir beim Tarnen mehr Mühe mache. Ich hab' leider ein Auge verlorn, als ich ein paar Warge aufgemischt habe, um meinem Schweinefreund da drüben den Hintern zu retten. Seit dem läuft er mir auch hinterher." Dabei deutete der Zwerg unnötigerweise auf Grummp, welcher die beiden ansah und trotzig schnaufte, fast als würde er genau wissen, wovon der Zwerg grade sprach. Für einen Moment klappte er die Augenklappe nach oben, um zu beweisen, was er da von sich gab. Die zugenähte, vernarbte Augenhöhle war klar zu erkennen, wirkte dennoch, als wäre dort niemals etwas anderes gewesen. Auch die Krallennarbe, welche sich über die Gesichtshälfte gezogen hatte, wurde jetzt auffälliger, als zuvor. "Pass' du bloß auf deine Äuglein auf, ist echt nicht schön, plötzlich auf einer Seite nichts mehr sehen zu können. Man muss sich danach ziemlich umstellen, aber für Unsereins ist sowas ja nur ein kleiner Kratzer, nicht? Auch wenn Frauen teilweise zielich auf vernarbte Helden fliegen, kann man immer mit Punkten." So scherzte der Zwerg, doch es stimmte, denn dort wo andere schon Tränen vergossen, machte Ingmar selbst noch Witze. Zumindest bis der magische Punkt erreicht war, an dem seine gemütliche und prahlerische Seite ihre Grenze erreichte und in blanke Raserei umschlug.

Fast hatte Ingmar Adlers Vorschlag wieder vergessen, da merkte der Mensch nocheinmal an, dass es etwas zutun geben könnte. Wieder überkam den Zwerg die Lust, sich tatsächlich noch etwas auszutoben. Vor allem die Aussicht darauf, sich fürstlich entlohnen zu lassen, ließ ihm den sprichwörtlichen Speichel im Mund zusammenlaufen. Zwergen waren geldgierig, das war kein Vorurteil sondern eine schlichte Tatsache, es gab kaum einen Zwerg, der kein Glitzern in den Augen hatte, wenn er die Chance sah, Gold für sich einzustreichen. "Was darf ich mir denn da so an Bezahlung vorstellen? Ist ja nicht so, dass ich nicht etwas Schotter dabei hätte, aber du weißt ja wie's heißt: Haben ist besser, als Nicht-haben." Ob es ein zwergisches Sprichwort war? Bestimmt, denn es passte zu ihrer Natur, soetwas auchnoch in Volksweisheiten zu manifestieren.
Plötzlich brach eine kreischende Kreatur aus dem Himmel, ein weißes Falke zischte inrichtung der beiden, ließ sich jedoch graziel auf einem der Äste nieder.
Es war hörbar, dass Grummp den Vogel bemerkt hatte und mistrauisch war, denn besonders Kopfgeldjäger wie Adler bedienten sich solcher Tiere um zu spähen, was für Leute wie Inmar immer ein Indiz dafür war, dass sich Ärger näherte. Dieses Tier jedoch gehörte zu Adler, nicht ohne Faszination betrachtete der Zwerg das edle Tier und nickte anerkennend, als ihm der Vogel vorgestellt wurde. "Passt zu dir." Noch im selben Moment bereute es der Zwerg, dass ihm darauf kein Konterscherz einfiel. Ein Vergleich zwischen Tier und Halter war aber auch nur witzig, wenn er spüontan kam, so brauchte er sich schon nicht mehr anzustrengen, darauf etwas zu finden. Es war ohnehin interessanter, was der Greifvogel mit sich geführt hatte und dass der Kopfgeldjäger ihm nun abnahm. Die Bemerkung des Menschen verwirrte den Zwerg etwas, wollte ihn sein Freund begleiten, obwohl es vielleicht besser wäre, sich wegen des Auftrags zu beeilen?
"Hrm, vielleicht wär's aber klüger, wenn wir uns das Persönchen gleich krallen? Am Ende sitzen wir in Nogrot und saufen und das Spitzohr ist längst über alle Berge. Außerdem hab' ich lange keinen Elfenwein mehr getrunken. Vielleicht können wir ihm ja welchen Abknöpfen, bevor wir ihn aufknöpfen, hähä." Dabei klopfte sich der Zwerg auf den Schenkel während er lachte, es stand für ihn zumindest nicht mehr außer Frage, dass er Lust hatte, Adler zu unterstützen. Denn ein bisschen Kleingeld konnte man immer gebrauchen, besonders in seiner Situation. "Aber wenn du meinst, dass es keinen Unterschied macht, können wir erst nach Nogrot gehen, wir kriegen dich da schon rein. Und wer weiß, vielleicht laufen uns ja unterwegs ein paar Elfchen über den Weg. Würde zumindest langsam Zeit, bisher hab' ich nichts mehr gesehen. Die Gegend ist schon seit Tagen wie ausgestorben." Ingmar sprach die Wahrheit, seit Tagen war er niemandem mehr begegnet, schon bevor er den Fluss Iridul im Süden überquert hatte...

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Dienstag 10. Januar 2012, 14:22

Adler stieß die Luft pfeifend aus, als Ingmar die Geschichte um sein Auge erzählte und die Narbe bei seinem Auge zeigte.
„Da hast du mehr Glück als Verstand gehabt. Wer sich mit Wargen anlegt, kann schon von Glück reden, wenn er lebend geschweige mit geringem Verlust der Gliedmaßen aus dem Kampf rauskommt…. „ Er bedachte Ingmar mit einem weiteren kritischen Blick. Egal wie Kameradschaftlich sich Adler auch geben konnte und zeitweilig auch war, so wusste Ingmar, dass der Mann damit auch gleich alle Schwächen im Geiste sich notierte. Da war er nicht anders als Ingmar. Die Schwäche eines Anderen ist die Stärke des Jägers.
Er nahm die Tabakdose wieder weg, zuckte gleichgültig mit den Schultern, dass Ingmar nicht davon nahm.“ Ich wollte dich nicht vergiften“
Doch es war nicht so, dass er jetzt beleidigt war, man passte eben auf und wer wusste schon, was der andere plante?
"Was darf ich mir denn da so an Bezahlung vorstellen? Ist ja nicht so, dass ich nicht etwas Schotter dabei hätte, aber du weißt ja wie's heißt: Haben ist besser, als Nicht-haben."
Die Dose verschwand gerade in einer Seitentasche, als grinsend Adler den Kopf hob.
„ Wusste ich es doch… 10 Drachmen,…“ Eine dramaturgische Pause.
„… für jeden von uns! Nettes Sümmchen für einen vereinzelten Elf , oder?... Ist so eine Familiensache der Dunkelhäutigen. Ich sage es ja, wenn man nützlich ist, lohnt es sich, auch für die anderen Seiten zu arbeiten.“
Der typische Blick eines Mannes folgte, der jede Situation zu seinem Gunsten aus zu legen vermochte. Und Adler konnte sich tatsächlich nicht beschweren.
Ihm war es egal, ob er für Menschen oder Dunkelelfen arbeitete, Hauptsache der Lohn war richtig. Und er wusste, wie er sich immer aus einer Schlinge befreite. Und unter den Räubern war es bekannt, dass Adler nur selten jemanden um Mithilfe fragte. Tatsächlich war Ingmar einer von denen den Adler meist bevorzugte. Der Halbzwerg hatte ebenso wenig mit Gewissensbisse zu kämpfen wie er und es gab nur ein paar Gebiete, wo man sich nicht mit Ingmar anlegen sollte. Sollte etwas die Heimat des Zwerges betreffen oder sein Ehrgefühl.
Doch daran hatte Adler kein Interesse. Sollte der Zwerg ebenso einen Ort des Rückzugs haben, wie der Söldner selber.
Der Falke erhob sich elegant wieder in die Lüfte und Adler folgte kurz den Flug des Vogels bevor er wieder auf Ingmar reagierte.
„Der Elf rennt nicht weg! … Ich muß mir sowieso noch überlegen, wie wir ihn kriegen. Leider brauchen wir den Elfen lebend und vollständig…also keine Zähne rausreißen …doch ein oder zwei Knochenbrüche kann man erklären“ das eisige Grinsen ließ Zartbeseitigte das Blut in den Adern gefrieren.
„ach bevor ich es vergesse, es gibt sogar einen Sonderbonus, wenn wir ihn unbeschadet bringen. Immerhin meinte ich schon, dass so was umständlich und kompliziert ist. Sie zahlen nochmals 10 Drachmen. Lukrativ, oder? …Also? Bist du dabei?“ Er reichte Ingmar zum Einschlagen die Hand. So war es dann besiegelt.
„Ein Zwergenbier, hmm?...ist es wirklich so gut wie du es immer erzählt hast? Und die Frauen?... ich kann dir ja da alles weitere erläutern. Mal nebenbei habe ich deine berühmte Stadt noch nie gesehen….keine Sorge, ich stell nichts an.“ Doch der Blick der Adler Ingmar zuwarf sagte deutlich, zeige mir nicht zu viel, sonst könnte es gegen dich verwendet werden.
Je weniger man etwas von den anderen wusste, desto besser war es meist. Das hatte Adler Ingmar vor Jahren schon als Rat mitgeteilt. Vermutlich war dies auch das große Geheimnis um den Mann namens Adler, dass man nie etwas gegen ihn in der Hand hatte.
Adler schlug Ingmar gegen die Schulter und trat dann beiseite.
„Das wir keine Elfen sehen liegt an deinem Geruch…da flüchten diese schon vorher. Aber vielleicht haben wir Glück und einer fällt vom Gestank benebelt zu Boden, dann könnten wir noch unseren Spaß haben.“ Diesmal war es an Adler laut auf zu lachen. Herzlich und Schäbig zugleich.
„Wollen wir dann?...aber auf dein Schwein setze ich mich nicht. Ich will ja meine Beine nicht hinterher schleifen, dafür bin ich einfach zu groß.“
Er ergriff noch schnell seine restliche Ausrüstung und verstaute sie. Ja, er war wie immer mit allen notwendigen ausgerüstet. Sein Arsenal an Waffen nicht zu vergessen. Es würde noch ein langer Marsch werden und sie würden eine Weile sich gegenseitig Gesellschaft leisten müssen. Nicht dass es störte, so konnte man doch mal mit jemanden reden, anstatt sich die Antwort von Grumph denken zu müssen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Samstag 14. Januar 2012, 16:27

10 Drachmen dafür einen einzelnen Elfen einzufangen? Ingmar mochte das gar nicht so recht glauben. Selbst bei Familiendramen hatte er noch nie von Kopfgeldern in dieser Höhe gerechnet, dieser jemand musste wirklich etwas heftiges Angestellt haben, oder aber er war für die Suchenden sehr kostbar, bei Dunkelelfen konnte man das nie ahnen. Sofern man ihn allerdings bezahlte stellte Ingmar auch nur wenige Fragen und bei einer Aussicht auf eine derart fürstliche Entlohnung schmolzen moralische Bedenken eh wie Schnee in der Sonne dahin. Das räuberische Glitzern in seinen Augen war kaum zu übersehen, grübelnd strich sich der Halbzwerg durch den Bart.
"Die Sache hat doch aber sicher einen Haken oder? Nicht, dass man uns am Ende offenen Auges ins Messer laufen lässt, du weißt, was ich von diesen Langohren halte." Natürlich war er nicht so dumm, dahinter nicht eine List zu vermuten, die sie am Ende beide in große Gefahr bringen konnte. Zwar rechnete er nicht damit, dass man ihm wegen der läppischen 100 Füchse ans Leder wollte, zumal die Dunkelelfen sich vermutlich einen feuchten Dreck für ihn interessierten, dennoch wirkte das alles doch etwas nebulös. Und das, was ihm und seinen Männern in den Sümpfen und danach widerfahren war, brannte noch lichterloh in seinem Gedächtnis. "Ich hab' nämlich keine Lust am Ende wieder jemandes Hals zu brechen, nur weil er versucht, mich übers Ohr zu hauen." Mit diesen Worten stapfte Ingmar schon wieder zurück zu Grummp, um sich schonmal in den Sattel zu schwingen, zumindest, dass er weiter wollte, stand außer Frage. Es war keine Drohung gegen Adler, das würde der Kopfgeldjäger wohl noch einschätzen können, denn sie kannten sich schon ein Weilchen. Der Zwerg neigte einfach hin und wieder dazu das, was er dachte, laut auszusprechen.

Der Keiler schnaufte, als sich Ingmar in den Sattel schwang, nach dem er Axt und Schild wieder an seiner Rüstung angebracht hatte. Dabei sah er seinen alten Bekannten herausfordernd und ernst an. "Er läuft uns nicht weg? Elfen laufen IMMER weg, wenns ernst wird." Der Räuber lachte, man merkte deutlich, dass er die langohrigen Waldbewohner nicht sonderlich ernst nahm, auch wenn er schon des öfteren eines besseren belehrt worden sein musste. Zwar lernte er schnell und oft etwas aus harten Begegnung und Unterfangen, doch in dieser Hinsicht war er schlichtweg unverbesserlich. Ingmar stieß Grummp mit dem Hacken an und dieser setzte sich inrichtung Adler in Bewegung, als Adler ihm die Hand reichte, schlug der Zwerg grinsend ein. "Na sicher bin ich dabei, sofern du mir erklären kannst, wie es dazu kommt, dass du gerade mich dafür gesucht hast. Leute wie du arbeiten doch lieber allein, will ich meinen. Irgendwie werd' ich das Gefühl nicht los, dass etwas Großes passieren wird, spürst du das nicht auch?" Der kalte Wind kroch um die beiden Gestalten herum und selbst Ingmar, der als Zwerg schon einiges aushielt war froh, seinen Fellumhang zu tragen. Der Bonus bei Unversehrtheit des Zieles wirkte zusätzlich wie ein Ansporn, auch wenn es dem Zwerg schwer fiel, sich vorzustellen, jemand einzufangen, ohne ihm dabei weh zu tun, doch dafür wäre vermutlich Adler mehr als geeignet, Ingmar war ohnehin mehr der Zwerg fürs Grobe. So oder so hatte der Mensch Ingmar am Haken, doch er rang schwer mit sich zu entscheiden, was zuerst drankäme, denn laut Plan würde er erst in seine Heimat zurückkehren wollen. Andererseits war nur schwer abzusehen, wie lange er dort verweilen würde. Natürlich wollte er sich nicht für Wochen dort einnisten, dennoch war der Weg zu weit gewesen, als dass er nur für ein paar Stunden bleiben würde. Den Kommentar des Menschen bezüglich Ingmars Geruch ließ der Halbzwerg unkommentiert, Gerüche waren das letzte Thema über das er gern redete, nicht mal im Scherz. In seinen Augen waren Düfte etwas für Frauen und weibische Sitzohren und nichts für einen wahren Krieger. Außerdem wusch er sich, wenn er die Gelegenheit dazu hatte und es ihm nicht zu kalt wurde. Ebenso blieb Adlers Anmerkung zu dem umstand auf Grummp zu reiten ob seiner Unnötigkeit unberührt, da Ingmar diese Form des Humors nicht verstand, beziehungsweise sie nicht für besonders witzig hielt. Über sein Haustier machte man keine Scherze und Punkt. "Dann machen wir uns besser auf, bevor das Bier schal und die Weiber alt und hässlich werden, hm?" Noch während Adler seine letzten Sachen packte, setzte Ingmar seinen schnaufenden Begleiter in Bewegung, um weiter der Gebirgskante zu folgen...

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 18. Januar 2012, 15:03

Die Skepsis konnte Adler gut verstehen. Wen würde es nicht seltsam vorkommen, wenn man so eine große Summe bereit war zu zahlen, ohne das es angeblich einen Hacken gab.
„kann ich gut nachvollziehen, dass zu misstrauisch bist. ...Doch der Elf hat wohl Informationen, welche dieser Familie schaden könnte....und ich sage dir, die Dunkelelfen können echt seltsam sein, wenn es etwas zu verbergen gibt.“ Adler machte eine eindeutige Bewegung, dass er die Dunkelelfen nicht für ganz richtig im Kopfe hielt.
„Doch das heißt nicht, dass man nicht aufpassen sollte. Dunkelelfen sind launischer als die See oder eine Frau“
Er schritt inzwischen neben Ingmar und Grumph.
Mit seinen langen Beinen konnte er ohne Probleme dem Tempo folgen. Wachsam wie eh und jäh blickte er sich immer wieder aufmerksam um. Man konnte es fast für Verfolgungswahn halten, aber Adler war nicht umsonst so lange im Geschäft.
„Wenn wir mal einen ruhigen Moment haben, kann ich dir die ganzen Informationen bezüglich dieses Elfen geben...so hier im Stehen ist es doch reichlich ungemütlich.“
Innerlich war Adler froh, dass der Halbzwerg und ehemalige Räuberhauptmann ihn begleiten würde. Nicht dass er es nicht alleine schaffen würde, doch zeitweilig machte er ebenso Gesellschaft und kleine Partnerschaften. Es bewahrte ihn davor nicht vollkommen von Leben abseits zu existieren. Und Außerdem hatte man jemanden zum reden und Taktik und Weiber zu reden. Selbst wenn man es Adler nicht anmerkte, so empfand er es doch als bewundernswert, dass Ingmar immer wieder zu seiner Heimat zurückkehrte und Familie besuchte.
Die Stadt der Zwerge, das fast vergessene Nogrot
Ja, er war gespannt auf das Leben im Inneren des Berges. Ob es sich gravierend von dem auf der Oberfläche unterschied?
Wie die Frauen wohl sind?...sollen angeblich alle Bärte tragen, hmm
Er schwieg eine ganze Weile. Kaute genüsslich auf den guten Kautabak oder trank etwas aus seinem Wasserschlauch. Also wie er es immer tat.
„ist die Geschichte wahr, dass die anderen aus deiner Bande gefallen sind?Einer meiner Spione hatte etwas erzählt.“
natürlich war ein Mann wie Adler nie ohne Spione unterwegs. Die meisten wussten nicht mal, dass er sie aus sandte. Zu geschickt machte er es immer.

Mehr und mehr veränderte sich die Natur.
Das Wetter war kühl und wehte einem jetzt schon die eisigen Winde vom Drachengebirge entgegen. Sie würden es heute heute nicht schaffen ans Ziel zu kommen. Die Sonne kroch mehr und mehr hinter die Bäume,läutete so den Abend ein.
Die Schatten zogen sich länger. Gestalten, die nicht da waren, schien aus dem Dämmerung zu kriechen.
„Was denkst du, Ingmar...ein Lager?...oder ist es nicht mehr weit?“
Die Stimme klang plötzlich erschöpft. Doch Adler hatte so keine Anzeichen dafür.
Eindeutig ein Signal, dass sie verfolgt wurden,auch wenn sich Adler gelassen gab.
Ein Lager meinte er damit nicht ernsthaft, sondern dass sie eine Falle auslegen sollten. Sein Blick schielte kurz zu seiner Rechten. Eindeutig konnte man dort Gestalten ausmachen.
Waren vielleicht sogar schon ein paar Spitzohren ihnen auf die Schliche gekommen. Doch dafür war es nicht grazil genug.
Grumph schnaubte.
Auch das Wildschwein nahm eine die Bedrohung oder etwas Fremdes wahr.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Freitag 20. Januar 2012, 16:43

Ingmar verstand und billigte, dass Adler notdürftigste versuchte, ihn aufzuklären und irgendwie auch zu vertrösten, zumindest kam es dem Halbzwerg so vor. Denn in seinen Augen war die Frage, die er gestellt hatte, längst nicht zur Zufriedenheit beantwortet, auch wenn Adlers Vergleich zwischen Elfen und Frauen den offenen Langohrenverächter ein wenig schmunzeln ließ. Schnell jedoch versteinerte sein Blick erneut, er sah die Gefahr darin, nicht unbedingt von Adler, sondern mehr von den Elfen betrogen zu werden. "Na, da bin ich aber mal gespannt." Dunkelelfen waren verschlagen, arglistig und grausam, Eigenschaften, die er auch an sich selbst hin und wieder fand, wobei grade Letzteres jedoch nie aus blankem Vergnügen oder Bedürfnis, sondern vielmehr aus Notwendigkeiten heraus angewandt wurde. "Dann sehen wir zu, dass wir in Nogrot per irgendwo anders unterkommen, denn ich habe keine Lust, die Zunge herausgeschnitten zu bekommen, nur weil die feinen Herrschaften der Meinung sind, unseren Dienst 'verbergen' zu müssen. Ich bin schon genug mit dem Auge gestraft, den Heerscharen des Bösen..." - Er wunderte sich plötzlich über die templerhafte Ausdrucksweise, die er am Leib hatte - "... Darf man nicht trauen. Eher lasse ich mich in ein Bärenfell einnähen, als dass ich einem Dunkelelfen auch nur einen Apfel abkaufe. Und ich rate dir, genauso mit ihnen umzugehen, ist einfach gesünder." Dabei lehnte er sich mit grimmigem und düsterem Blick zu dem Menschen herüber, noch während Grummph gemütlich voran stapfte. "Auch du kannst nicht ewig nur im Schatten herumlaufen. Früher oder später malen sie auch von dir ein paar unschmeichelhafte Bildchen, ob du das glauben willst, oder nicht." Auch wenn er wusste, dass derartige Belehrungen vermutlich unnötig waren, konnte er nicht widerstehen, Adler zu ermahnen, denn tatsächlich lag Ingmar daran, dass er noch ein paar Jahre herumstreunen konnte und er nicht innerhalb der nächsten drei Monate seinen Kopf auf einem Spieß sehen musste. Dann wurde es still um sie, während der Eber schnaufend seinen grantigen Herren auf dem Rücken trug, starrte dieser etwas nachdenklich in die Gegend. Über was genau er nachgrübelte, wusste er Halbzwerg allerdings nicht mal selbst, es waren viele Dinge, die ihm durch den Kopf schossen, hin und wieder sah er dabei zu seinem neuen Begleiter hinüber, die statische Stille zwischen ihnen gefiel ihm nicht, auch wenn er selbst auch nicht als geschwätzig verschrien war.
Als Adler das Schweigen brach, änderte das nicht viel daran, denn die Geschichte nach der der Mensch fragte, gehörte zu Ingmars schmerzlicheren Erinnerungen. Sie war ein Mahnmal für ihn geworden misstrauischer und wachsamer zu sein, als er es sich vorher hatte vorstellen können. Denn das stille Zeugnis seiner toten Gefolgsleute war wie ein unsterbliche Anklage dessen, dass er als Anführer versagt und sie unwissentlich ans Messer geliefert hatte. So nickte Ingmar nur knapp, ohne sich seine Reue anmerken zu lassen. "Es stimmt, ich hab's als einziger Geschäft, mit dem Leben davonzukommen. Ich hab's dem Schuldigen aber Vergolten." Damit war das Thema für ihn auch mehr oder minder abgehakt, zwar hätte er die ganze Geschichte ausbreiten können, allerdings waren stundenlange Lebenserzählungen bei Weitem nicht sein Stil. Vielleicht würde er in Zukunft wieder eine Rotte bilden können, dagegen wehren würde er sich nicht dagegen, denn er hatte gern das sagen und genoss es fast schon, ein Anführer zu sein.

So trotteten sie ein Weile nebeneinander her, bis die Sonne sich zu senken begann. Hatte man angenommen, dass es zuvor schon kalt gewesen war, so blies einem der Wind noch kälter entgegen und ließ die meisten Nicht-Zwerge dabei frieren und bibbern. Ingmar hingegen hielt es noch ganz gut an der Luft aus, sein Umhang aus Bärenfell leistete dazu einen gehörigen Beitrag, nur, dass er nichts auf dem Kopf hatte, störten den Räuber schon in gewisser Weise. Auch wenn er den kalten Wind an seinem Gesicht mochte, sah er die Gefahr, früher oder später grässliche Ohrenschmerzen zu bekommen, wenn ihm die kalte Luft derart um en Kopf herum wehte. Nicht, dass er wehleidig war, es bot lediglich die Gefahr krank zu werden, was der Halbzwerg nicht ausstehen konnte. Der Eber hingegen zeigte sich ähnlich wie Ingmar eher mäßig beeindruckt von der Kälte, die ihnen entgegen kam, warum auch nicht, denn er war eine massige Gestallt, mit einem warmen Borstenfell und dazu noch einer Rüstung, die von Innen auch einiges an Polsterung bot, welche ihn auch etwas wärmte. Es war diese Übergangszeit, die Ingmar nicht mochte, denn sie deutete an, sich zu beeilen, entweder ein Feuer zu machen, oder sich irgendwo einzuquartieren, wenn man nicht erfrieren wollte. Zwerg hin oder her, er hatte es trotz allem lieber schön warm und hell, als kalt und dunkel.
Schließlich richtete Adler das Wort an ihn und fragte nach seiner Meinung zu einer Rast und wie weit der Weg noch währe. Der mürrische Halbzwerg dachte kurz darüber nach, ohne den Menschen anzuschauen, also zu registrieren, dass er ein wenig vor sich hin künstelte. "Naja, wir müssten schon die Nacht durchlaufen und wären dann... Keine Ahnung, am früher morgen da, aber es eilt ja nicht. Vielleicht ist ein kleine Rast gar nicht so eine dumme Idee. Wir machen ein Feuer und essen etwas, ein wenig Schlaf können wir auch gebrauchen, denke ich..." Immer noch, ohne seinen Begleiter anzuschauen, viel Ingmar zu erst auf, dass Grummph sich unwohl zu fühlen schien. Er wusste, dass das Tier sich nicht grundlos so gebar und sah schließlich doch zu Adler hinüber und künstelte ebenfalls ein bisschen, da er zu begreifen schien, worum es hier in Wirklichkeit ging. "Ich hab' auch ein wenig was zum Trinken dabei. Was hältst du von Apfelmost? Danach schläft man gut..." Dabei sah er sich unauffällig nach möglichen Hinweisen um, bevor er und Grummph ein Stelle suchten, die etwas windgeschützter war und von der aus man sich auch verteidigen konnte. Er konnte ihre Verfolger, grade angesichts der Lichtverhältnisse kaum einschätzen, so ging er lieber auf Nummer sicher und sah zu, dass sie nicht völlig wehrlos wären, ob sie nun wachsam waren oder eben nicht.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Dienstag 24. Januar 2012, 14:27

Es war nicht so, dass sich Adler der Gefahr nicht bewusst war. So lange man von Nutzen war, desto länger lebte man. Er hatte mit den Dunkelelfen schon Geschäfte gemacht, da hatten diese nicht mal den großen Feldzug gegen die anderen Völker gemacht. Er wusste wie hinterlistig dieses Volk war, doch auch wenn man sich warm halten musste, wenn etwas aus den Ruder lief.
Doch das war keine ewige Sicherheit und Ingmar hatte Recht, dass er vorsichtig sein musste. Jeden noch unbedacht wirkenden Schritt war er meist schon vorher durchgegangen. Hatte genauestens über die möglichen Schwächen und Probleme in seinen Verträgen nachgedacht. Er hatte viele Feinde, doch so lange er es schaffte sich aus der Schusslinie zu halten, war er sicher. Und es wäre nicht das erste Mal, dass er für sein eigenes Leben Informationen oder andere Gefälligkeiten gegeben hatte, die ihm sein Leben schenkte.
Kenne deine Feinde so gut wie deine Freunde, nicht das Adler viele davon besaß. Vermutlich würde auch seine Zeit demnächst kommen und er wäre gesucht. Das war auch ein Grund, dass er ewig unterwegs war. Man würde ihn Hinrichten oder ihn versklaven, kam ganz aufs Volk an.
Doch es war sein Leben- so wie er leben wollte. Und bevor ein anderer ihn erwischte, würde er eher in den Freitod gehen. Ein Gift hatte er dafür immer dabei. Aber das ihm der andere diesen rat gab, ließ ihn leicht schmunzeln.
„wenn meine Zeit kommt, dann ist es so… „ erwiderte er nur darauf.
Dann schwiegen sie.

Irgendwann hatte Adler dann bemerkt, dass sie verfolgt wurden.
Sein Hinweis war deutlich, doch der Zwerg realisierte es nicht.
Ingmar! Das ist nicht dein ernst
Ungläubig verzog Adler das Gesicht. Verstand der Zwerg denn nicht, dass es Probleme gab? Er hörte ihm nicht mal richtig zu, sondern quasselte einfach weiter.
Adler hatte den inneren Impuls, Ingmar einen kräftigen Schlag gegen den Kopf zu geben, doch das wäre eindeutig zu auffällig.
Du spielst das doch nicht?...nein, das liegt dir nicht… hat dir der Met schon den Kopf vernebelt?
Dann blickte sich Ingmar um. Endlich blickte er in das Gesicht des anderen Mannes. Er hatte das nervöse Schnauben seines Ebers mitbekommen. Adler hätte sich den Hand am liebsten gegen die Stirn geschlagen.
Doch das gekünstelte Räuspern klang überzeugend, auch wenn Adler das verstehen der Situation jetzt erst richtig in den Augen des Halbzwerges sah.
Na endlich!!!
Sich am Eber abstützend und erschöpft wirkend, blickte er sich suchend nach einem Lager um.
„Apfelmost?...feine Sache… suchen wir uns etwas Windgeschütztes.“

Etwas Windgeschützes zu finden war nicht gerade einfach, besonders da man ja auch einen guten Überblick auf der sich nähernden Person haben wollte. Sich in eine Höhle zu verkriechen könnte genau das falsche sein, weil man dort festsaß.
Der Wind peitschte einem die Kälte ins Gesicht. Eisig und schmerzend.
Die Gestalt folgte ihnen immer in ausreichenden Abstand. Immer darauf bedacht nicht entdeckt zu werden. Vermutlich jemand, der nicht wirklich wusste mit wen er sich einließ.
Grumph schnaubte auf, bestimmte die Richtung etwas.
Er hatte ein passendes Lager gefunden. Hier konnte Ingmar froh sein, dass er ein Tier der Wälder als Reittier und Gefährte hatte. Eine große Eiche, welche durch einen Blitzschlag geteilt wurde, war das Ziel des Ebers. Die Zeit hatte eine recht passablen Windschutz und Überdachung daraus gemacht.
Doch was wichtiger, dass es gut zu verteidigen und zu überblicken war.
Von hinten konnte man sich nur anschleichen, wenn man sich durch stachelige Sträucher drückte und vor diesem Eingang, war eine recht große freie Fläche. Nur vereinzelt waren ein paar große Felsenstücke oder kleine Sträucher. Insgesamt war die Gegend karger geworden.
Noch während sie sich auf den Weg dorthin machten, klaubte Adler zweige und Äste vom Boden. Das machte er jedoch nicht nur wegen dem Feuer sondern um sich umblicken zu können.
Man konnte sich inzwischen sicher sein, dass es nur eine Person war, die ihnen folgte. Sie war wohl ebenso wenig Waldkind wie Ingmar. Die Bewegung waren zwar geschickt, doch nicht wie die Elfen der Wälder. Einmal konnte man Augen sehen. Sie hatten nicht die Schärfe eines geübten Mörders oder Räubers. Jung und entschlossen. Man sah ein leichtes Aufblitzen einer Waffe. Eindeutig war diese nicht geschwärzt, wie es jemand zur Tarnung gewöhnlich machte. Und die Gestalt schien nicht zu merken, dass es aufgeblitzt hatte. Sie schöpfte keinen Verdacht, es sah jedenfalls so aus, dass sie entdeckt worden war..
„das ist ein passender Ort…wir sind vom Wind geschützt und können ein Feuer machen“ meinte Adler neutral. Dann fügte er sehr viel leiser dazu.
„Und wir können sichergehen, dass nichts passiert. Was hällst du von unserem Verfolger?“ Adler interessierte in der Tat was dieser von der Person hielt. Natürlich könnt es sein, dass er schon länger verfolgt wurde und die Person jetzt müde geworden war. Und Müdigkeit konnte nachlässig und unaufmerksam machen. Und außerdem so wirklich wollte sich Adler auch nicht eingestehen, dass er vielleicht tatsächlich schon jemand hinter ihn her war. Und das konnte Ingmar auch in den Augen des Rückenstechers sehen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Samstag 28. Januar 2012, 17:28

Der Rastplatz am gespaltenen Baum, zu welchem Grummph sie 'führte', wirkte nicht nur für den Keiler einladend. Auch wenn sie wachsam sein mussten, freute sich der Halbzwerg irgendwie darauf, endlich sein Zelt aufschlagen und ein Feuer machen zu können, für heute hatte er genug davon, sich einen Weg Richtung Heimat zu bahnen. Er würde mit Sicherheit von dem Most kosten, spätestens dann, wenn sie sich ihren Verfolger vom Hals geschafft hätten. So genau wie Adler spähte er nicht nach dem Fremden in den Schatten, ihm genügte es, sich bereit zu halten um mit voller Brutalität zuzuschlagen. Ganz gleich, wer oder was sich da in en Büschen herumdrückte, wenn sie ihren Verstand gebrauchten, brauchten sie auch keinen unnötigen Aufriss veranstalten. Ganz davon abgesehen, dass es auffälliger gewesen wäre, wenn er ähnlich seinem Begleiter versucht hätte, sich nach ihrem Verfolger umzusehen. Der Pelz seines Mantel zog leicht mit dem eisigen Wind mit, der ihnen entgegen blies, sein Magen knurrte, ganz im Gegensatz zu dem von Grummph, welcher sich ja erst vor Kurzem mit Trüffeln voll gefressen hatte.
Mir völlig egal, was der von uns will, wenn ich nicht irgendetwas esse, dreh ich ihm gleich den Hals um, wenn er auftaucht. Es war wirklich so, wenn er hungrig war, konnte Ingmar äußerst mies gelaunt sein und auch schnell dazu neigen, handreiflich zu werden, sollte ihn jemand davon abhalten, etwas zu sich zu nehmen. Schweigend setzte er seinen Weg fort, während Adler wieder zu ihm aufschloss, dabei führte er etwas gesammeltes Feuerholz mit sich, die dürren Hölzer sollten noch Gesellschaft durch größere Stücke bekommen, das hatte Ingmar schon fest ins Auge gefasst. Adlers Beurteilung wurde von Ingmar stumm durch genickt, denn er lag damit richtig, wonach es nichts anzufügen gab.
Erst als sie den Lagerplatz erreichten und Ingmar von seinem Keiler abstieg, kam eine gegrummelte Antwort aus seinem Bart. "Sollte mich wundern, wenn wir uns von so einem überrumpeln lassen. Wenns ein Elf aus den Wäldern wäre, hättest du ihn nicht gesehen und wir wären vermutlich längst geschnappt worden. Die sin ja immer in Grüppchen unterwegs, weil sie allein zu feige sind. Die Leute aus Pelgar sind angeblich wie eine Horde wild gewordener Rinder hier her geflohen, vielleicht ist es nur ein Pilzpflücker, der sich verlaufen hat. Ich habe keine Angst, HA!" Der kurze Lacher, der Ingmar entwich war gekünstelt und ruhig, hatte fast etwas sarkastisches an sich.
In aller Seelenruhe holte Ingmar das Zelt von Grummphs Rücken herunter, ebenso einen Rucksack, in dem sich etwas zu essen befand. Sein Griff ging gezielt an dem Schlauch mit dem Most vorbei und zu dem einen, der mit Wasser gefüllt war. Ungeduldig öffnete der Zwerg diesen und nahm einen tiefen Schluck. "Hier, nimm einen Schluck, aber übertreibe es nicht." Dabei zwinkerte er Zwerg, während er Adler das lederne Behältnis in die Han drückte und sich daran machte, ein Lager vorzubereiten. Fast so, als ob es ihm völlig egal wäre, dass sie 'eventuell in irgendeiner Gefahr schwebten.'

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 9. Februar 2012, 14:51

Adler nahm ihm den Trinkschlauch ab, nachdem er das Holz auf dem Boden gelegt hatte. Setzte ihn an und trank in guten Zügen. Das Wasser war gut. Dann wischte er sich mit seinem Ärmel den Mund ab.
„das ist gut“ meinte er nur drauf. Tatsächlich war das Wasser eine Erfrischung, auch wenn man den Satz auf Alkohol projizieren konnte.
Dann machte er sich an ein Feuer. Grub erst eine kleine Grube aus, wo das kleine Geäst landete. Etwas Zunderschwamm legte er dazu und begann nun mit Feuerstein und Stahl dies zu entzünden. Mehrere Versuche brauchte es, bis endlich ein Funken sich zeigte. Vorsichtig pustete er die entstandenen Glut an. Es dauerte nicht lange da entzündete sich die Zweige. Das größere Holz wurde einfach darum gestapelt. Er griff wieder zum Trinkschlauch
„ Ha! Ich habe Feuer gemacht“ jubelte er. Natürlich merkte Ingmar sofort, dass die Stimme so gar nicht nach Adler klang. Ja , Schauspielerei war eine Gabe.
„lass uns essen!“ Adler kramte in seiner Tasche und holte etwas Brot, Käse und tatsächlich ein Stück Schinken hervor. Auch drei etwas traurig aussehende Äpfel legte er dazu.
Das Brot war schon etwas hart, konnte jedoch gut mit Käse und Schinken gegessen werden. Seine Augen waren dabei immer wachsam. Eben wie ein Adler es auf Beutefang war.
Ein paar Scharfsfelle legte er zu Boden und deute Ingmar platz zu nehmen. Hier war es wirklich windgeschützt, so dass es nicht schwer war, eine Zeltplane auf zu spannen. Ein nettes Nachtlager.
„Jetzt stimmt alles...gib den Schlauch!..bedien dich.“
Seine Armbrust hatte er so hingepackt, dass sie schnell griffbereit war. Der Bolzen lag schon in der Spannung. Auch das Messer für den Schinken, war eigentlich eins von Adlers Wurfmesser. Besonders geschärft aus dem besten Stahl. Eine Rasierklinge könnte dagegen einpacken. Der Mann hatte bekanntlich immer die beste Ausrüstung.
Jetzt hieß es abwarten.

Die Gestalt beobachtete die beiden schon länger. Sie war eigentlich dem Zwerg gefolgt und wusste nicht wer der andere war. Aber Ingmar Blutnase war der Person bekannt. Der Griff um die Waffe verstärkte sich. Nicht mehr lange und der Halbzwerg würde für seinen Verrat bezahlen. Es hatte lange gedauert ihn zu finden, aber jetzt würde keiner die Rache nehmen können.
Verräter!..ja besaufe dich nur! Dann machst du es mir leichter... ich sollte dich fesseln und dir ins Gesicht spucken bevor ich dich töte.
Gedanken, die irgendwie erschreckend wirkend. Nie hätte die Person gedacht, dass sie ein Waffe mal zum Töten eines menschlichen Wesens in die Hand nehmen würde. Und jetzt?
Die Anspannung machte sich bemerkbar.
Mach keine Fehler...noch weiß man nicht, dass ich hier bin... ich warte bis die beiden besoffen sind...dann... dann wirst du mich kennen lernen....Mich, Caroline Winter, Tochter deiner ehemaligen rechten Hand...fieses Schwein!
Sie lehnte sich zurück an einem Baum, überprüfte ihr Schwert und atmete tief durch. Sie wartete... bis es spät war. Müdigkeit machte sich auch bei ihr stark bemerkbar. Sie war es nicht gewohnt.
Dann trat sie hervor, schritt sie auf das Lager zu.
„Jetzt wirst du sterben, Ingmar Blutnase...VERRÄTER“
Eine junge Frau mit eiskaltem Blick trat hervor. Die Augen eisig Blau, wie der Vater Bromir. Die Lippen zu einem dünnen Strich zusammengepresst ging sie auf die beiden zu.



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Eine stattliche Figur mit den richtigen Rundungen an den gewünschten Stellen. Tätowierungen zierten den einen Arm.Die Haltung des Schwertes wie die des Vaters. Eindeutig hatte er es ihr gelehrt. Er hatte mal von seiner Tochter gesprochen, die er hatte zurücklassen müssen. Seine beute hatte er immer zur Hälfte zu ihr senden lassen.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Freitag 10. Februar 2012, 20:35

Die Zeltplane war schnell aufgespannt und noch während Adler das Feuer bereitete, baute Ingmar das Nachtlager in aller Ruhe auf. Er würde sich davor hüten, jetzt eine große Show darzubieten, dafür war er sich zu schade und sah es auch nicht ein, zur Bespannung ihres Verfolgers beizutragen. Es würde sich früh genug zeigen, wer derjenige war, er ihnen nachstellte, der Halbzwerg ließ sich jedenfalls wenig davon beeindrucken. Nach und nach lud Ingmar die schwersten Sachen von seinem Kumpanen Grummph ab, schließlich sollte das Tier auch von ihrer Rast profitieren und nicht ständig schwer beladen herumstehen müssen. Denn entgegen der Auffassung, dass Tiere nichts spüren würden, sorgte sich Ingmar ausnehmend stark um seinen tierischen Begleiter. Warum auch nicht, schließlich hatte es ihn ein Auge gekostet, sich den schnaufenden Keiler anzulachen und wenn man etwas für so einen Preis erwarb, bemühte man sich selbstredend, dass man lange Zeit etwas davon hatte.

Der letzte Knoten war geknüpft, hinter ihm knisterten schon die ersten Zweige, das theatralische Gejohle eines Fremden war zu hören, bei Augenkontakt war klar, dass es sich um Adler handelte. Langsam erhob sich er zuvor hockte Ingmar wieder und stapfte zum Feuer, grinste Adler dabei zu und klatschte ein wenig sarkastisch in die Hähne. "Schon ist die Welt ein wenig heller geworden." Ja, auch Räuber konnten mitunter philosophisch daherreden. Da war er, er Aufruf zum Essen, ein Vorschlag, den Ingmar mehr als erfreut abnickte, sein Magen hatte schon vor einer Weile zu knurren begonnen. Adler packte sein Essen aus, Ingmar legte einfach aus Prinzip seine eigenen Reserven dazu, denn es gefiel ihm nicht, einem Kameraden auf der Tasche zu liegen. Ihre Fressbeutel schienen sich nicht groß zu unterscheiden, lediglich darin, dass Adler Äpfel und Ingmar den stärkeren Käse hatte. Langsam packte Ingmar das Milcherzeugnis aus, es war in ein gewachstes Leinentuch eingeschlagen.
Der scharfe Geruch kroch ihnen entgegen wie die Pest selbst, war jedoch schon etwas erträglicher. Die Milch musste von irgendeinem fremdartigen Tier stammen, nicht mal Ziegenkäse roch so, dieser Käse nannte sich "Zwergenmild", der ironische Charakter des Namens schien pure Absicht gewesen zu sein und wurde aus dem Milch der sogenannten Bullenziege gewonnen. Diese lebte wie viele Ziegen vornehmlich im Gebirge, war allerdings ein ganzes Stück größer als ihre Artgenossen, außerdem auch wilder und am allerwichtigsten: Rabiater.
Wer den Mumm hatte, eine Bullenziege melken zu wollen, war wirklich als tapfer anzusehen, da diese Tiere ungeahnte Kräfte entwickelten, wenn sie auf jemanden zustürmten, daher rührte vermutlich auch er Name. Noch härter waren allerdings die, die diese grässliche Köstlichkeit zubereiteten und wurden nur von jenen übertroffen, die es fertigbrachten, den Käse tatsächlich zu vertilgen. Man sagte ihm so manches nach, angeblich solle er so gesund sein, dass man sterbend damit zum Leben erwecken konnte. Ob das nun an den Inhaltsstoffen oder viel mehr am Geruch lag, war allerdings immer ein Streitpunkt geblieben. "So riecht es, wenn du zum Mann geworden bist." Ingmar lachte, ihm machte der Geruch nichts aus, ganz im Gegensatz zu Grummph, er den Rüssel rümpfte und sich auf Adlers Seite des Feuers schlug, da es den Käseduft recht gut zunichte machte. Schwer amüsiert, brach Ingmar ein fingerkuppengroßes Stück aus dem Käse heraus und steckte es sich in den Mund.
War er gegen den Geruch gefeit, musste er beim Essen schon kurz das Gesicht verziehen, bei dem ranzigen Aroma, das sich in seinem Rachen ausbreitete. Er aß den Käse keinesfalls des Genusses wegen, sondern vielmehr zur Abhärtung, denn es gehörte wirklich Disziplin dazu, dieses milchige Etwas seinem Körper zuzumuten. Schnell griff sich Ingmar einen Trinkschlauch und nahm einen tiefen Zug, stopfte dann noch ein kleines Stück Brot hinterher, damit ihm nicht schlecht wurde. Der Halbzwerg schüttelte sich und wickelte den Käse schnell wieder ein.
"Wenn du auch was willst, brauchst du's nur zu sagen. Pass aber auf, sonst haut's dich vielleicht aus den Stiefeln."
Unauffällig tastete Ingmar nach seiner Axt, Thorghar war immer in seiner Nähe und griffbereit. Zusätzlich steckte sein Schnitzmesser in einem ihrer Brotleibe und konnte schnell gezückt werden, ebenso bereit wie das Fangnetz, dass er unauffällig bereitgelegt hatte. Bei aller Ruhe, die Ingmar an den Tag legte, war er nicht minder vorbereitet, als Adler es war.

So verging die Zeit, inzwischen hatte Ingmar ein paar Würfel hervorgekramt und spielte damit ein zwergisches Trinkspiel trocken nach. Die Regeln waren vergleichsweise einfach, führten in diversen Schenken dennoch zu hitzigen 'Diskussionen', besonders, wenn die Nacht lang war.
Im Feuerschein sah er zu seinem menschlichen Begleiter hinüber, Grummph war inzwischen eingenickt und lag schnarchend etwas abseits in einem der Gebüsche, oder begrub es vielmehr unter seinem massigen Körper. Der kalte Wind strich um ihr Lager herum und Ingmar fragte sich, was ihn wohl in der Heimat erwartete. Inzwischen hatte er sich seinen Fellmantel wieder übergeworfen, denn das lodernde Feuer wärmte nur von einer Seite. Grade, als er einen Gähner entfleuchen lassen wollte, ertönte die Stimme einer jungen Frau. Eine derart lautstarke Anmeldung hatten sie beide wohl nicht erwartet. Ingmar zumindest nicht, baute sich dennoch recht schnell auf und hielt seine Axt in der Hand.
Bedrohlich tönte er der Frau entgegen, "mach keinen Schritt weiter, Vögelchen, oder ich brech' dir deine kleinen Flügelchen!" Schon jetzt klang er gereizt, seine Laune war merklich eingeknickt, er ließ sich von niemandem als Verräter bezeichnen. Schurke, Halunke und ähnliches prallten an ihm ab wie Wassertropfen an einem Felsen, Dinge wie 'Verräter' hingegen bohrten auf seinen Nerven herum und ließen ihm keine Ruhe. Finster dreinblickend griff Ingmar nach dem Netz und sah kurz zu Adler hinüber, ließ die junge Frau allerdings nur für einen Wimpernschlag aus den Augen. Ihr Blick, ihre Haltung, sie kamen ihm bekannt vor, doch noch viel ihm nicht ein, wo er das schon einmal gesehen hatte.
Die kauf' ich mir.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Sonntag 12. Februar 2012, 20:19

Was für ein Gestank. Adler dachte schon ihm käme das letzte Mahl wieder hoch.
Was?
Er drehte sich zu Ingmar um. Diese hatte ebenfalls seine Verpflegung rausgeholt. Nicht anders als Adler. Brot und Fleisch und…ja was war das? Dann fiel es ihm ein. Seine Gesicht verzog sich angewidert. Tatsächlich aß der Zwergen Zwergenmild. Etwas was man eher zum Foltern nehmen konnte, anstatt es zu essen. Der Geschmack war nur für welche die Geschmackstaub waren. Jedenfalls war Adler der Meinung.
“nein, danke.” Er drehte sich weg, zog scharf die Luft beim wegdrehen ein. Blickte dabei in die Augen des Riesenkeilers. Diesem schien der Geruch ebenfalls nicht zu gefallen.
“behalt es…ich begnüge mich mit anderem.” Er griff sich sein Brot und einen Apfel, aber so richtig wollte sein Magen doch nicht. Nicht das Adler nichts gewohnt war, doch dies war die Härte selbst für ihn. Er sah zu seinem Apfel, gerade einmal reingebissen, konnte er keinen weiteren Bissen runterkriegen. Mühsam schluckte er den Rest runter.
“hier” er warf den Apfel dem Wildschwein zu. Dieser senkte sein massiges Haupt und schnüffelte. Noch unsicher, ob dies vielleicht doch etwas von dem Käse war. Dann grunzte er zum dank und verdrückte den Apfel.
Adler griff wieder zum Wasser, ließ dabei seinen Blick leicht schweifen. Der feind war noch da.
“Verderbe dir nicht den Magen!” murrte er.
Wasser konnte man Problemlos runterkriegen. Wenigstens etwas. Er würde später etwas essen. Wenn der Zwergenmild wieder verstaut war und der Gestank verflogen.
Was muss das für einen Dieb eine Überraschung sein. Adler stellte sich das geschehen vor, wie sich ein junger Dieb an die Tasche vergriff, nur beim Gestank des Käse halbtot umzufallen. Eine effektiver Abwehrmethode konnte sich Adler nicht vorstellen.

Die Zeit verging, dann endlich geschah was.
Nicht das Adler es so pumpt sich vorgestellt hatte. Eine scharfe Frauenstimme durchbrach die Nacht. Ingmar fluchte, so hatte sie ihn doch als Verräter beschimpft. Schnell hatte man die Waffen ergriffen.
Doch Adler wäre nicht Adler, wenn ihm etwas auffallen würde. Die Bewegung.
Verdammt!
Sie jedenfalls stoppte nicht, die Waffe erhoben stürmte sie heran. Die Flügelchen würde sie sich nicht brechen lassen. Sie bemerkte auch nicht, dass die beiden Männer zu schnell reagierten, jedenfalls für welche, die besoffen waren. Das Schwert fest in den Händen, schlug sie zu. Ihr Blick war kalt, die Augen sprühten vor Zorn.
Adler nickte Ingmar zu. Er solle das Netz nehmen. So konnten sie die Frau fangen.
“WAGE es doch zu kämpfen” Schrie sie.
Doch sie hatte sich überschätzt. Adler stieß einen Pfiff aus. Ein Falke kam aus dem Nichts angeflogen, lenkte sie kurz ab. Streifte sie kurz. Dann war das Tier auch wieder in den Bäumen verschwunden.
Adler hatte seine Armbrust in den Händen und schoss den Bolzen ab. Nicht um zu töten. Sie fuhr rum, drehte sich noch rechtzeitig weg. Leider war sie dadurch in bester Position führ das Netz. Sie jetzt einzufangen würde nicht das Problem werden.
“Die Kampftechnik, das ist Bromirs” zischte er Ingmar entgegen. Adler wusste worauf man achten sollte und behielt immer einen kühlen Kopf.
Man konnte nur hoffen, dass es auch bei Ingmar der Fall war.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Donnerstag 16. Februar 2012, 12:54

Trotz der fortgeschrittenen Stube konnte Ingmar die junge Frau genau ausmachen, wie sie auf ihn und seinen Gefährten zustürmte. Ziemlich unvernünftig, wie der Halbzwerg selbst ihr auftreten befand. Ihr auffordernder Ruf, gepaart mit Adlers Pfiff und dem Herabstürzen seines tierischen Begleiters, boten schon ein kleines Schauspiel für den verstimmten Räuber. Mit einem Zähneknirschen und er nötigen Wucht schlug Ingmar seine Axt in das Holz ihres Schutz bietenden Baumes hinein und ergriff das Netz mit Beien Händen, denn er war der Meinung, dass es klüger war, die zornige Frau nicht gleich zu verstümmeln. Adlers Schnellschuss in ihre Richtung überraschte die Frau und ließ sie kurz herumfahren um auszuweichen, wodurch sie direkt in Ingmars Arme lief. Kraftvoll warf er das Netz seitwärts über ihren wohl geformten Körper, dieses schlang sich um sie, die Haken selbst verfingen sich in en Maschen und ließen es sich um sie herumwickeln. Es war Zeit zu handeln, geistesgegenwärtig stürzte sich er Zwerg auf die Angreiferin, rammte sie förmlich, sodass sie nun wirklich stürzte. Adler hatte recht gehabt, ihre Bewegungen glichen Bromirs, seines alten Waffenbruders, ihre Statur jedoch war eine völlig andre. Ihr Vater war ein Fels von einem Mann gewesen, mit breiten Schultern, hoch gewachsen und dank großer Füße und starker Beine überaus standfest. Bei er jungen Frau allerdings genügte es, sie in ihrer Überraschung zu packen und über sie her zu fallen. Ingmars Blick war rasend, während er mit dem unerwünschten Besucher rang und versuchte, sie mit seinem Körpergewicht nieder zu pressen. Das Schwert fürchtete er dabei nicht, so lange er bloß dicht an ihr dran blieb, würde sie sich nicht genügen aus dem Netz befreien können, um weit genug auszuholen. "Niemand schimpft mich einen Verräter, Kindchen! Jetzt hör auf zu zappeln, bevor ich mich vergesse!" Die Zähne waren gebleckt, eigentlich hasste er es gegen Frauen zu kämpfen, nicht, weil er sie für das schwache Geschlecht hielt, es war viel mehr die gnadenlose Verbissenheit, die viele Frauen an sich hatten, sobald sie etwas Macht in die Hände bekamen und sei es nur der Umgang mit dem Schwert. Dem Zwerg waren Verführerinnen, Händlerinnen, Bäuerinnen, selbst Magyarinnen lieber, als nur eine Frau, die ein Schwert schwingen konnte! Und bekannter Maßen HASSTE der Halbzwerg Magier jedweder Art. Wieder und wieder griff er nach ihren Handgelenken, ihren Schultern, nach allem, an dem man einem Körper die Beweglichkeit nehmen konnte. "Steh' da nicht so rum als gäbe es etwas umsonst! Schnapp' dir was um sie zu fesseln, bevor sie das Netz kaputtmacht!" Es war normal, dass der Räuberhauptmann dazu neigte, laut zu werden, wenn ihm etwas nicht schnell genug ging, das war schon immer eine unsympathische Eigenschaft von ihm, so wie viele andere Dinge, die durch mangelnde Beherrschung ausgelöst wären konnten...
Während es zwischenmenschlich heiß her ging, lag Grummph immer noch in seinem Gebüsch und schnarchte vor sich hin, dass die Äste sich fort bogen. Der Keiler war ausdauernd und kräftig, wenn er allerdings ein mal ins Land der Trüffelträume abgedriftet war, schlief er wie ein Fels. Da konnte um ihn herum ein noch so großer Radau stattfinden, das Tier ruhte in nahezu stoischer Gelassenheit, bis sein Unterbewusstsein wirkliche Gefahr, wie zum Beispiel Rauch witterte und ihn weckte. Ein bisschen Lärm jedoch rüttelte nicht an ihm und Ingmar wusste das sehr genau. Der starre Blick aus Ingmars heilem Auge durchwühlte das Gesicht der Frau, denn sie war wunderschön und voller Zorn, ebenso wie Ingmar mehr als nur verstimmt war, sich hier mit einer Frau herumschlagen zu müssen, die einfach nicht aufhörte sich zu wehren.
Das all zu bekannte Funkeln ihrer Augen und die ebenso vertraut anmutenden einzelnen Kleinigkeiten in ihrem Gesicht fielen ihm zwar auf, jedoch hatte er nicht die Zeit, sich jetzt schon darüber Gedanken zu machen.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Sonntag 26. Februar 2012, 12:49

Caroline hatte nicht aufgepasst. Sie kannte die typischen und auch fiesen Tricks noch nicht, die ich Ingmar und auch Adler bedienten. So weit war ihr Vater Bromir nie gekommen. Er hatte versucht ihr das Wichtigste beizubringen, als die Tochter wieder und wieder bettelte ihr doch das Kämpfen zu lehren. Sich verteidigen zu können war eher im Interesse des Vaters gewesen.
Doch genau das wurde ihr jetzt zum Verhängnis.
Als der Bolzen flog, wich sie zur Seite. Fast hätte sie gegrinst, wie konnte man nur so ein Ziel verfehlen. Das musste der Alkohol sein, der den Mann daneben schließen ließ. Doch zu weit hatte sie sich gedreht. Ihren Rücken ohne Deckung gelassen, weil sie die Ablenkung nicht erkannte. Sie drehte sich zurück, da bemerkte sie den Fehler.
Ein Netz!
Sie riss einen Arm hoch, da landetet das Netz um sie. Ihr Schwert wurde durch das Gewicht an ihren Körper gedrückt.
“Nein!”
Schrie sie erschrocken.
Sie versuchte die Waffe hoch zu bekommen, doch die Spitze der Klinge hatte sich schon in einer Masche verwickelt. Und dieses netzt, war dafür ausgelegt auch jemanden mit mehr Kraft und scharfen Waffen zu halten. Und die Kraft ihres Vaters hatte sie nicht. Sie versuchte sich zu befreien, ließ dann das Schwert fallen. Es hing genau an der selben Position, von den Maschen gehalten.
Ingmars Worte hämmerten in ihren Kopf, als dieser sich jetzt auf sie stürzte. Ihr Gewicht noch schnellstmöglich zu verlagern zu versuchen, verfing sie sich weiter im Netz. Sie versuchte nach unten zu greifen. Im Stiefel hatte sie einen kleinen Dolch, aber soweit kam sie nicht. Ingmar rammte sie um. Luft entwich aus ihrer Lunge und sie keuchte auf. Doch Caroline gab nicht auf. Sie drehte und wand sie, schlug sogar nach Ingmar. Ihre Finger griffen durch das Netz an seinen Bart, hielten sich fest.
“LASS mich los! Runter von mir!”
Sie strampelte wild, ob sie sich mehr verfing oder nicht, der Halbzwerg sollte runter von ihr. Eine Angst kam plötzlich in ihr Hoch. Der Mann lag auf ihr.
Sie riss den Kopf zur Seite, versuchte ihr Knie zwischen sich und ihm zu bekommen.
Eine Schulter hatte Ingmar geschafft nach unten zu drücken, seine andere Hand hatte war auf einen ihrer Brüste gelandet. Empörung sprach aus den glitzernden Augen. Sie presste ihre Lippen zu einen dünnen Strich zusammen, während ihre Augen sein Todesurteil beschlossen hatten. Jetzt zog sie das Knie hoch, würden wohl eher die Familienplanung treffen. Zeitgleich hoffte sie an den Dolch zu kommen, der im Stiefel steckte. Einen Sack voll Flöhe zu halten wäre einfacher.
Doch ihre kräfte schwanden, jetzt schon konnte sie sich nur noch mühsam verteidigen. Das gewicht des Halbzwerges und das Netz raubten ihr die Luft und Kraft.

Adler sah sich das Ganze Spektakel von seinen Platz an. Das er von Ingmar angefahren wurde störte ihn nicht wirklich. Er kannte die launische Art des Halbzwerges. Und außerdem sah es schon interessant aus, wie der Zwerg sich abmühte die Frau zu halten. Er erhob sich nur gemächlich, kramte nach einen Seil.
“Du wirst doch mit einer Frau fertig , oder?” lachte er. Das die Bromirs Tochter war, dass bezweifelte der Rückenstecher nicht. Sie hatte die gleiche Haltung und den gleichen Kampfstil. Auch die Augen waren die von Bromirs.
Adler sah kurz zu dem Wildschwein. Der schlief noch immer ruhig als wenn nichts wäre. Tja, eine wirkliche Gefahr war es ja auch nicht.
Adler kam näher, achte dabei auf die beiden am Boden ringenden Personen. “eine richtige Wildkatze ist das” kommentierte er das weiter geschehen. Das Seil hielt er lässig in der Hand.
Er watete und als er die Gelegenheit sah, stürzte er vor und ergriff ihre gerade freiwerdende hand. Er sah wie sie das Knie hochzog und er verzog leicht das Gesicht. Das könnte schmerzhaft werden, wenn Ingmar nicht aufpasste. Adler drückte jetzt einen Finger dieser zarten hand. Und zwar drückte er den Daumen so gegen ihre Handfläche, dass es schmerzte. Nicht besonders beeindruckend, doch wirksam.
Den Moment des Schmerzes nutzte Adler, zerrte sie etwas hoch. Den Arm auf den Rückend verdrehend. Da sah es blitzend. Den Dolch.
“Vorsicht sie hat einen Dolch”
Sie zappelte und versuchte jetzt mit den Dolch zu zuhauen, doch der Schwung und die Kraft fehlten. Man musste nur die Hand packen. Adler drückte ihre andere Hand den Rücken hoch. Sie keuchte auf, beugte sich nach vorne. Ein Japsen entrang ihrer Kehle, als sie dann noch kaltes Stahl an ihren Hals spürte. Sie hatte verloren. Adler drückte ihr seine Klinge an die Ader.
“Bleib still” zischte er nur ruhig.
“Alles klar Ingmar?…sie wird nichts mehr machen, selbst wenn sie hier loskommt, hat sie keine Kraft mehr. Nicht wahr Täubchen?”
Der Blick verwünschte und verfluchte die Männer zeitgleich, doch sie hatten leider recht.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Dienstag 28. Februar 2012, 19:27

Diese Frau war zäh, eine Eigenschaft, die er Halbzwerg eigentlich sehr zu schätzen wusste, in diesem Moment jedoch ging es ihm einfach nur auf den Geist, dass Caroline einfach nicht aufgeben wollte. Ihr Kräfte flachten nur äußerst langsam und unauffällig ab, so wirkte es für Ingmar, als ob sie unmenschliche Kraftreserven besäße. Da half es wenig, dass plötzlich einer ihrer Schenkel merklich nach oben schnellte und das vermutliche Ziel markerschütternd treffen würde, wäre Ingmar nicht so klug gewesen, sein Becken rechtzeitig hinunter zu drücken und sich so für den kurzen Augenblick auf ihr niederzulassen, während sie weiter schimpfte, zeterte und an seinem geliebten, roten Bart zog.
"Langsam habe ich wirklich die Faxen dicke mit dir!" Es stimmte, für Ingmar war es schon spürbar, wie aus seiner Verärgerung langsam etwas keimte, das wesentlich gefährlicher war als ein kleiner Wutanfall. Ohne es zu wissen beschwor sie diesen rauschartigen Jähzorn herauf, der Ingmar ein merkwürdiges Gefühl von Allmacht zu geben und ihn zu unmenschlicher Brutalität verführen konnte. Dabei war es dann völlig egal, wen oder was er vor sich hatte. Das letzte mal war das Opfer seiner fanatischen Erzürnung ein Mensch gewesen, ein kleiner Landadliger, dem es merklich schlecht dabei erging. Es war ein Gefühl, dass lebende Wesen zu etwas wie Früchten machte, zu weichen, leichten Objekten, die man in der Hand zerquetschen konnte. Knochen wurden dann zu dünnen Stöcken, rosiges Fleisch zu festem Pudding und Schädel zu großen Walnüssen. Jedes mal fühlte es sich an, als würde er sich in ein Monster verwandeln und kam meist erst Stunden später wieder zu sich, meist wenn er einfach keine Kraft mehr besaß sich selbst aufzuputschen. Tatsächlich spannten sich Ingmars Muskeln langsam fast krampfartig an, Hände wurden zu Schraubstöcken und Beie zu Eisenstreben. Die Berserkerkraft er Zwerge, die vielen antrainiert wurde um sie gezielt einsetzen zu können, war im Halbzwerg Ingmar Blutnase weitestgehend ungezähmt geblieben und vermochte nach Herzenslust in ihm zu wüten. So kam Adlers lässiges Eingreifen der jungen Frau tatsächlich zu gute, sicher wäre es nicht zu einem Blutrausch übler Ausmaße gekommen, sicher wäre allerdings gewesen, dass er ihr ernsthaft weh getan hätte. Schnell hatte er sie unter Kontrolle und zerrte sie nach oben, Ingmar selbst wich rechtzeitig zurück, blieb jedoch noch am Ball. Seine Haut war schon ein wenig gerötet, die Augen glühten, blitzten nicht minder als die der jungen Frau. Adlers Warnung kam rechtzeitig, auch wenn Caroline die Kraft fehlte, der Dolch war scharf und hätte Ingmar schon noch etwas anhaben können, denn Ort, wo sie ihn erwischt hätte, hatte sich grad nackte Haut gezeigt, lag frei und wäre ein leichtes Ziel gewesen.
Doch statt sich von ihr erwischen zu lassen, packte er sie roh beim Handgelenk, erst jetzt viel ihm auf, wie klobig seine Pranken im Vergleich zu ihren zarten Händen waren. Er knirschte mit den Zähnen während er seine Faust um ihren Unterarm ballte und so lange zupresste, bis ihre Muskeln nachgeben mussten. Der loch purzelte Einrichtung Boden, der Zwerg zog sicherheitshalber seinen Fuß zur Seite, um nicht doch noch von der scharfen Waffe erwischt zu werden, im selben Moment setzte Adler eine seiner eigenen Waffen gegen die junge Frau ein und fuhr sie an, still zu sein und im Gegensatz zu Ingmar schäfte Adler es tatsächlich, sie für den Moment verstummen zu lassen.

Die Frage des Rückenstechers kam schnell, wirkte ehrlich, nützte jedoch nicht viel, denn immer noch schnaufte der Halbzwerg wie ein Eber und funkelte die Kontrahenten wutschäumend an, bis er ihren Dolch aufnahm und ihn mit ganzer Kraft gegen den toten Baum schleuderte, in dessen Holz der Stahl fest stecken blieb. Wie Kraft und Zorn hatten in diesem Wurf gesteckt, zeigte schon etwas Wirkung, zumindest war er wieder in er Lage, zu sprechen. Es war nicht ungewöhnlich, dass er sich so gebar, diese animalische Ader ruhte schon seit vielen Jahren in seinem Blut und machte Ingmar Blutnase zu dem, der er war. Ein rohes, unfreundliches Rindvieh.
Verächtlich spuckte Ingmar der jungen Frau vor die Füße und atmete einmal tief durch. "Nenn mich niemals einen Verräter, du Mistbalg, sonst vergesse ich mich." Vorher hatte er wirklich das Bedürfnis verspürt, dem aufmüpfigen Persönchen eine zu langen, doch das Widersprach seinen Prinzipien, die Spätestens jetzt knallhart definierten, was er tun würde und was nicht. Frauen und Kinder genossen so etwas wie einen Welpenschutz, wobei dieser selbstredend jedwede Bedeutung verlor, wenn Frau derartig über ihn her fiel. Damit war es allerdings vorbei und alles was blieb war Ingmars mies gelaunter Gesichtsausdruck, der Carolines strahlend blauen Augen auswich und sich auf Adler konzentrierte.
"Wir fesseln sie und setzen sie ans Feuer. Wenn sie zu viel Ärger macht, setzen wir sie hier irgendwo im Wald aus..." Da war er, der knallharte, gefasste Räuberhauptman, der ohne mit der Wimper zu zucken über andere hinweg über das, was ihnen bevorstünde entscheiden konnte.
Ein finsterer, morbider Blick stob Carolines Blicken entgegen, er den Zorn so manches Soldaten zu ersticken vermochte, das genaue Gegenteil vom Leuchten der jungen Frau. "... Dann können sich von mir aus die Wölfe mit ihr herumärgern. Ist mir dann völlig egal." Passend zur Situation zog ein kalter Wind über die Szenerie, setzte die Flammen kurz in Bewegung, ließ sie zucken und flackern, während Ingmar und Adler ihre Besucherin fest unter Kontrolle hatten. Inzwischen hegte auch Ingmar den Verdacht, dass es sich bei der Fremden um Bromirs Tochter handeln konnte, oder zumindest jemanden, der mit ihm verwand war. Zu groß waren die Ähnlichkeiten, als dass sie blanker Zufall sein konnten.

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Sonntag 4. März 2012, 17:38

Sie hatte verloren. Egal was sie versucht hatte, alles war gescheitert.
Vater, ich habe dich enttäuscht.
Der Griff des einen Mannes war hart und unbarmherzig, aber etwas anderes konnte sie wohl nicht erwarten. Auch als Ingmar ihre Arm ergriffen hatte, spürte sie, wie sehr sie den Halbzwerg unterschätzt hatte. Jetzt noch schmerzte ihr Arm von seinen eisernen Griff. Und diese Wut! Noch nie hatte sie so eine Wut gesehen. Wie bei einem tollwütigem Tier.
Den gleichen Ausdruck, hatte auch Antonius von Hohenfels gehabt. Der Mann, der sie über den Tod ihres Vaters aufgeklärt hatte. Der Mann, der ihr geholfen hatte, die Spur auf zu nehmen.
Eine Frau würde dieses Monster unterschätzen, so waren die Worte gewesen.
Antonius hatte ihr erzählt, wie feige dieser Halbzwerg seine Getreuen auslieferte und sich aus den Staub machte. Sie hatte einen unglaublichen Hass in seinen Augen gesehen. Aber er hatte ihr geholfen. Denn war es nicht normal, dass wenn man von jemanden fast getötet und entstellt wurde, dass man diese Person hasste? Antonius hatte eine weiche Stimme, aber ein entstelltes von Narben gezeichnetes Gesicht und Körper, dass er angeblich die Frauen doppelt bezahlen musste. Ein Beweis wie sinnlos grausam der Zwerg war, obwohl Antonius nur das Beste für ihn rausholen wollte.
Wenn der andere nicht hier gewesen wäre, hätte er mich verschont?
Adler fesselte ihre Hände und schob sie unsanft zum Feuer. Sie schnaufte jetzt noch nach Luft. Beim Feuer drückte er sie nieder. Ihre Anstrengung sich dagegen zu stemmen, ignorierte er.
„Hast Glück, dass er sich beherrschen konnte“ Zischte er der Frau ins Ohr. Sie zog den Kopf weg, blickte ihn vernichtend an.
Er zuckte mit den Schultern, während er dafür sorgte, dass sie nicht fliehen konnte. Dass Seil fand sein Ende an seinem Fußgelenk. Dann packte er sich wieder ans Feuer. Würde sie abhauen wollen, der zu sehr an der Fessel ziehen, so würde er das merken. Er tätschelte liebevoll seine Armbrust, so dass sie es sehen konnte. Sie schnaufte.
Adler blickte zu Ingmar, reichte ihm eine kleine Feldflasche. Der eiserne Vorrat eines guten Selbstgebrannten.
„Hier, nimm einen Schluck…ich befrage die Kleine“ Einen Unterschied zu Ingmar gab es noch, was Frauen betraf. Er hatte kein Problem diese auch auszufragen, zwar bevorzugte er die sanfte Methode- aber nicht immer bekam man so seine Informationen.
„wieso hältst du ihn für einen Verräter“ Adler kannte Ingmar gut und vieles konnte man von dem Halbzwerg sagen, aber ein Verräter gehörte nicht dazu.
„wenn ihr mich töten wollt, dann macht es doch!... „ Adler funkelte sie bedrohlich an.
„Sowas geht zu schnell, nicht wahr Ingmar?“
Und als sie in die Augen des Zwerges schaute, schluckte sie hart. Sterben wollte sie nicht wirklich, aber Angst zeigen? Sie schüttelte den Kopf. Krampfhaft kämpfte sie gegen das gefühl der Angst. Tränen der Anspannung blinzelte sie schwer weg.
Jetzt kam doch Angst hoch. Immerhin war sie eine junge Frau und hübsch war sie obendrein. Man konnte mit ihr auch anderes machen.
„“Er hat sie verraten… ihn verraten. Sie haben ihn vertraut. Nur der Auftrag und sie hätten nach Hause gekonnt. ER hätte mich holen gekommt… aber er hat sie hintergangen. Während sie qualvoll starben…“ Sie schluckte und jetzt begannen die Tränen zu fließen. Sie hatte es gesehen. Sie gesehen, wie man ihren Vater gefoltert hatte und ihn hingerichtet hatten. Er hatte nach en Tod gebettelt, so gebrochen hatten sie ihn. Nie hatte sie sowas für möglich gehalten.
„Man hatte ihm zugesagt, dass er rehabilitiert werden würde…aber dann hatte Ingmar sie hintergangen. Antonius konnte nichts für sie tun, dass hatte er mir gesagt. Der Da! Hatte dafür gesorgt.… Antonius war schwer verletzt…durch ihn… ER hatte dir vertraut! Hatte Respekt vor DIR!...Du hast ihn getötet!“ Der unbeugsame Blick seines ehemaligen rechten Hand zerfiel bei jedem Wort und ließ eine jetzt gebrochene Frau zurück.
"Bromir!...Vater“ jetzt weinte sie ohne Hemmung. Vermutlich würde sie jetzt sowieso sterben. Adler sah zu Ingmar. So war die Geschichte also.
Hier wurde die Tochter von Ingmars Freund auf den Halbzwerg gehetzt. Wer konnte so ein perverses Spiel spielen?
„Es war mir immer ein Vergnügen mit dir zu reisen. Ich bereue Nichts“ das waren noch die letzten Worte, die Bromir zu Ingmar sagte, als der kräftige Mann aus der Kerkerzelle zur Folterkammer und anschließend zum Schafott gebracht wurde.
Die Frau schluchzte noch immer.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Mittwoch 7. März 2012, 15:37

Wortlos nahm Ingmar Adlers kleine Schnapsflasche entgegen und nahm erst einmal einen Schluck davon zu sich, er musste seine immer noch herrschende Erregung ersticken. Sollte Adler ruhig das Verhör übernehmen, tatsächlich hasste der Halbzwerg es, Leuten Informationen zu entringen, oft genug hatte es gereicht ihnen ein wenig Angst einzujagen. Bauern und Händler waren schließlich leicht zu beeindrucken. Selten war es nötig gewesen, ersthafte Maßnahmen zu ergreifen, grade Frauen brachen sehr schnell ein, was Ingmar mehr als nur recht war. Er hasste es, schwächere brutaler zu unterdrücken, als es nötig war. Sicher mochte er es, wenn man vor ihm ein wenig winselte und ihn fürchtete, dennoch wollte sich der gestandene Krieger selbst ins Gesicht sehen können, ohne die Selbstachtung zu verlieren. Es sei denn natürlich, dass die Bücklinge beginnen würden, aufmüpfig zu werden, dann musste man selbstverständlich durchgreifen, doch im wesentlichen half es viel mehr, den Leuten zu zeigen, was sie sich durch Fügsamkeit tatsächlich ersparen konnten und jäh eher sie das begriffen, desto mehr Ärger sparte man sich. So einfach war die Räuberlogik von Ingmar Blutnase. Schnaufend blickte der Halbzwerg gen Himmel, welcher finster das Land verdeckte, alles in den Würgegriff der Dunkelheit tauchte und die nächtlichen Bewohner des Waldes erwachen ließ.
Bei Adlers mehr rhetorischer Frage blickte Ingmar zurück und nickte nur, sein Blick war destruktiv und ernst, Caroline tanzte auf überaus dünnem Eis und das wusste sie vermutlich auch. Ihr war anzusehen, wie sie langsam einbrach und schließlich doch mit der Sprache herausrückte.
Ihre Worte lösten in dem Räuberhauptmann, der inzwischen wieder in den Wald hinein starrte eine Mischung aus Zorn, Enttäuschung und Bedauern aus. Zorn darüber, dass Antonius noch lebte, Enttäuschung, dass sich die Tochter Bromirs derart hatte manipulieren lassen und nicht zuletzt das Bedauern, dass er Antonius überleben lassen hatte. Die klobige Hand Ingmars ballte sich dabei krampfhaft, er hörte sich alles bis zünde an, bevor er sich langsam wieder den Menschen am Feuer zuwandte. Caroline weinte inzwischen bittere Tränen, sie war offensichtlich von Anfang an nicht in der Verfassung gewesen, ihnen ernsthaft etwas anzutun, ihr Innerstes war dafür viel zu aufgewühlt gewesen. Die paar Schritte Entfernung zum Feuer legte er mit schweren Schritten zurück, die Flasche mit Fusel war inzwischen längst wieder verschlossen.
Seine Miene war finster, nicht Gewalt lüstern, eher bitter, ein wenig frustriert, dennoch voll Verärgerung. Schließlich stand er nahe bei der jungen Frau, der immer noch die Tränen über die Wangen rannen, Erinnerungen an Bromir zuckten durch Ingmars Verstand.
Bestimmt griff er nach ihrem Kinn, drückte es nach oben, dass sie ihn ansehen musste, er sah er tief in die Augen. Er war voller Abscheu, Verachtung, Unverständnis und Enttäuschung, das sollte das Kind des starken Bromir sein? Wäre es nicht so traurig gewesen, Ingmar hätte gelacht, einfach sehr laut gelacht. "Du dummes, naives Gör, was bildest du dir ein wer du bist? Du hast überhaupt nichts von deinem Vater, nichts." Seine Stimme war ruhig, hatte trotzdem diesen düsteren Unterton, der Liebesuchenden und zartbesaiteten das Herz zerfetzen konnte: Streng, hart und desillusionierend. "Dein Vater war ein großer Mann, einer der wenigen, auf die man sich verlassen konnte, ehrlich, stark und unbezwingbar. Sieh dich an, du zitterst am ganzen Leib, zittertest schon als wir dich herumstreunen sahen. Du kannst dein Schwert grade halten und stolperst nicht über deine eigenen Füße, damit ist es aber auch schon vorbei. Bromir war einer meiner besten Freunde und du dummes, kleines Kind hast kein Recht darüber zu urteilen wer ich bin. Noch weniger, da du dich von einem Schlächter hast täuschen lassen."
Zunehmend klang er verärgert, das, was der Halbzwerg in diesem Moment war anders, negativer, als alles, was er bisher empfunden hatte. "Bromir wäre niemals so dumm gewesen, nie und nimmer, aber du, du bibberndes, erbärmliches Etwas, du Spielzeug. Wenn du wirklich die Tochter Bromirs bist, hättest du es besser wissen müssen, viel besser aber nein, du bist natürlich ein jammerndes, Etwas gewesen. Er hätte dich mit uns nehmen sollen, dann hätte er dir mehr beibringen können als das, du wärest zu einem stolzen Menschen erwachsen, du hättest es gut bei uns gehabt. Ich hätte dich wie mein eigen Fleisch und Blut behandelt, hätte alles darum gegeben, dass es dir gut geht! Stattdessen kriechst du vor der winselnden Ratte zukreuze, die dir Lügen erzählt, die dreister kaum sein konnten! Weißt du, wer Antonius war? Er schickte mich und deinen Vater in einen Sumpf um seine Höflinge zu retten, seine Lustknaben und Konkubinen. Sein Auftrag kostete über die Hälfte meiner Männer das Leben. Dann, als wir zurück waren ließ er uns in Ketten werfen! Er prügelte uns, häutete meine Männer und ließ sie bei lebendigem Leib in einem Kessel kochen! Er war es, der deinem Vater Arme und Beine brechen und ihn hinrichten ließ! Ich habe alles sehen müssen! Sie haben meinen Kopf in einen Schraubstock gespannt, damit ich nicht wegsehen konnte! Er hat uns mit Nägeln an Holzbalken schlagen und die Wunden mit Essig ablöschen lassen! Fünfen meiner Männer brannte er selbst die Augen aus! Du hast überhaupt keine Ahnung von dem, wer Antonius wirklich ist! Allein, dass er noch lebt ist ein Verbrechen an der Welt und er hat jede Narbe, jede Verschorfung verdient, die er jetzt mit sich trägt!" Ingmars Augen strahlten Erzürnung aus, zur Enttäuschung hatte sich neuerlich Bedauern gesellt. Inzwischen hatte er ihr Kinn wieder losgelassen und sich ein Messer gegriffen, dass in einem der Brote ruhte und hielt es Caroline unter die Nase.
"Es ist mir völlig egal, ob du mir glaubst und ebenso kümmert es mich, warum du so dumm warst, auf einen adligen Popanz hereinzufallen. Dein Vater hätte es dir besser beibringen müssen. Überhaupt alles, oder hast du es vergessen? Jetzt sieh mich gefälligst an!" Wieder trafen sich ihre Blicke, das Messer glitt ihren Körper hinab, ohne ihre Haut zu berühren, dennoch war überhaupt nicht klar, was er vorhatte. Ob es seine erweckten Schuldgefühle gegenüber Bromir waren, oder er es müde war, sie so vor sich sehen zu müssen, war vollkommen nebensächlich.
Ein plötzlicher Ruck ging durch Carolines Körper, der ihre Fesseln löste. Ingmar hatte sie durchtrennt und erhob sich nun wieder vor ihr. Kurz glitt sein Blick zu Adler hinüber, ob er sein Handeln verstehen würde, interessierte Ingmar herzlich wenig, das hier war eine Sache, die er mit sich selbst abmachen musste. "Ich habe nur einen Fehler gemacht, Kindchen, ich habe mich, so wie du von diesem unwürdigen Lügenbaron blenden lassen. Ich schulde deinem Vater dein Leben, mach was daraus, wenn du willst, aber sei dir über eines im Klaren: Solltest du immer noch deinem Vater zu Schanden handeln, dann wirst du diesen Wald nie wieder verlassen, hast du mich verstanden?" Mit diesen Worten wandte er sich von Caroline ab und entfernte sich wieder von dem Feuer. "Adler, es steht ihr frei zu gehen oder zu bleiben, wenn sie Bromirs Tochter ist, dann verdient sie unseren Schutz. Das bin ich ihrem Vater schuldig." So blieb er schließlich stehen, sagte gar nichts mehr starrte nur noch in die Dunkelheit. Er glaubte nicht an das Schicksal, dennoch hatte er das Gefühl, dass Carolines Erscheinen hier etwas zu bedeuten hatte und er erinnerte sich, wie stolz Bromir von seiner Tochter erzählt hatte und wieder Ingmar selbst sie einmal auf den Schultern getragen hatte, als sie noch klein gewesen war...

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Montag 12. März 2012, 12:43

Adler hatte mit seiner Frage den Stein ins Rollen gebracht. Als hätte er geahnt was folgen würde, hatte die junge Frau ihnen alles gebeichtet. Der Name sagte auch ihn etwas. Antonius… mieses Schwein
Doch war Adler einer, der sich unter Kontrolle hatte. Er sah den Ausdruck in den Augen des Halbzwerges und dessen geballte Faust. Alte narben wurden aufgerissen. Die Schnapsflasche verstaute Adler kurz in seiner Tasche, weiterhin das Geschehen beobachtend. Doch eine innere Stimme, ließ ihn die Gegend auch genaustes im Blick halten. Wer sagte nicht, dass dieses Mädchen nicht gefolgt wurde. Sie war keine Söldnerin und hätte die Aufmerksamkeit auch leicht auf sich lenken können. Ein Kribbeln, als wenn noch etwas im Dunkeln lauern würde ergriff ihn. Eine Ahnung.
Hmm, bleibe wachsam, Adler
So ließ seine Konzentration schnell bei den beiden nach und erstarrte in die Dunkelheit.
Die Nacht war düster und Kälte schwang stark in ihr mit.
Als der Räuberhauptmann das Kinn von Caroline hochdrückte, blickte sie ihn erst nur durch verweinte Augen an.Die Worte die von ihm folgten waren eisig und jedes schlug eine Wand in ihrem geist ein. Die Tränen versiegten mehr und mehr, ergriffen von etwas was sich diese Frau selber nicht erklären konnte.
Sie sollte ihren Vater verunglimpft haben? Ihre Trauer steigerte sich mehr und mehr in Wut.
“ DU BIST AUF DEN SELBEN SCHLÄCHTER EINGEFALLEN””zischte sie ihm entgegen. Die Stimmungswechsel hatte sie eindeutig von Bromir. Der konnte sehr ruhig sein, aber wehe man erzürnte ihn. Vermutlich auch ein Grund, dass Ingmar und Bromir so gute Freunde waren. Sie kannten es, wenn man ausrasstete. Ihre Augen blickten jetzt den einstigen Räuberhauptmann ebenso finster an, wie er sie. Er hatte ihren wunden Punkt getroffen. An ihren Fesseln zerrend wäre sie ihn am liebsten an die Gurgel gegangen.
“Ja, es war dumm…mein Vater wollte nicht, dass ich so werde wie er…er wollte etwas besseres. Glaubst du, ich wusste nicht dass ich dabei sterben könnte, dass ich keine Chance gegen dich hätte. Antonius hatte mir Lügen erzählt…aber ich hatte ihn geglaubt… Ich wurde als Freiwild gesehen, als ich meinen Vater suchte..FREIWILD! du Bastart. Sie sind über mich hergefallen, als wenn sie Tiere wären…Verdammte Scheiße, ich wollte zu meinen Vater… ich habe ihn abholen wollen… kannst du dir vorstellen wie es ist, wenn verdreckte Wildschweine dich besteigen, als wenn du eine billige Hure wärst” Wieder rannten ihr Tränen, aber die Augen funkelten wie ein Feuer im Harax. Zorn und Verachtung.
Diesen Moment hatte sie vergessen wollen. Ihr Vater hatte sie deswegen mit dem Schwert ausgebildet, eigentlich damit ihr dies nie widerfahren würde. Doch es war ihr widerfahren. Sie hatte die Nachricht von ihren Vater, dass sie ihn in der Stadt abholen sollte. Als einen freien Mann. Doch als sie sich durchfragte, landete sie im Kerker. Sie hatte keine Ahnung warum. Dort fielen drei Männer über ihr her. Sie hatte wie eine Wildkatze gekämpft, gekratzt und mit einer Fackel um sich geschlagen. Doch der letzte war stärker, drückte sie nieder und nahm ihr das einigste was man nicht heilen konnte. Ihre Jungfräulichkeit und ihre Würde. Sie wurde festgehalten, wären sich die Männer mit ihr begnügten und sie weiterhin zu kämpfen versuchte. Antonius kam irgendwann dazu, holte sie da weg und ließ die Männer töten. Jedenfalls sagte er das. Ob dies wirklich der Fall war, konnte sie nicht sagen. Er half ihr und erzählte ihr seine Geschichte. Schürte ihren Wut und ihren Zorn.
“Antonius hatte mich gerettet…deswegen glaubte ich ihn..DESWEGEN!”
Seltsamerweise merkte sie jetzt, wie widersprüchlich die Geschichte Antonius war. Doch damals war sie gebrochen, suchte etwas woran sie sich halten konnte. Aber der Schmerz in den Augen des Halbzwerges war echt und dessen Wut auch.
Ingmar hatte einen Dolch in der Zwischenzeit in der Hand. Sie Zuckte nicht zurück, als er sich ihr damit näherte. Hob fast schon den Kopf stolz in die Höhe, als wollte sie dass er sie endlich erlöste.
Er hatte ihren Stolz erwischt und obwohl sie zuvor noch bei Adler Angst hatte, vernahm sie jetzt keine Furcht. Die fesseln fielen. Ungläubig sah die Stücke wie sie fielen.
“ich hatte niemals vor ihm Schande zu bringen…. Ich war naiv. Ihre Hände ballten sich zu Fäuste, während sie zu Boden sah.
“Entschuldige Papa, Entschuldige…Inma” Flüsterte sie leise.
Unbeabsichtig ging es über ihre Lippen. Nur sich der Schuld bewusst, welche sie trug. Schuld und die Schande.
Inma, der Name wie sie Ingmar als kleines Mädchen immer ansprach, als sie seinen Namen noch nicht richtig aussprechen konnte. Bromir hatte dann immer laut gelacht und es hatte ihm immer einen Heidenspaß gemacht, dies nicht zu berichtigen. Sollte seine Tochter seinen Freund doch so nennen.
Adler sagte zu dem ganzen nichts. Dies hatte nicht mit ihm zu tun. Ingmar wusste schon was er wollte. Nur kurz blickte er den Zwerg an.
“Verstehe… ich bleibe auch, mir wird zwar so einiges durch die Lappen gehen, aber sei es drum. Wie willst du sie schützen?“
Caroline war inzwischen aufgestanden. Sie folgte ohne ein Wort Ingmar zum Feuer.
“Es tut mir leid!…aber bitte bilde mich aus…ich will nicht wieder auf so was reinfallen! Will keine Schande bereiten. Du hast mir mein Leben geschenkt, gebe mir eine Chance. Ein normales Leben ist mir sowieso verwehrt oder glaubst du, dass ich einfach alles vergessen kann?… Du musst nicht alles aufgeben…aber nehme mich mit…ich weiß sonst nicht wohin”
Ihre Stimme schwankte noch leicht. Es fiel ihr schwer dies zu fragen- wie sicher sie bei diesen Männern war, wusste sie immerhin auch nicht. Aber Ingmar hatte die Wahrheit gesagt. Das spürte sie als sie seine Augen gesehen hatte.
“Mädchen setz dich, Hier!” Adler warf ihr etwas zu essen zu und den Wasserschlauch. Der ehemalige Hauptmann hatte sich entschieden, kam blieb sie eben hier. Ein oder zwei Augen würde er trotzdem auf sie haben.
Etwas abseits setzte sie sich auf den Boden, das essen und den Wasserschlauch nah bei sich. Verloren sah sie in die Nacht. Heute hatte man ihre Welt aus den Fugen gerissen, die Welt die sie als Wahrheit glaubte. Es schmerzte und doch fielen jetzt keine Tränen.
“ man könnte ihr gefolgt sein…ich geh mich umsehen. Kann ich dich mir ihr allein lassen?” Adlers Stimme war nur leise Flüstern. Nur zu deutlich machte Adler klar, dass er sonst auch bleiben würde.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Mittwoch 14. März 2012, 22:28

Es wunderte Ingmar wenig, was Caroline ihm erzählte, zumindest, was die Bösartigkeit der Soldaten ihr gegenüber anging. Mit dem nötigen Abstand war es ein Leichtes, die Arrangiertheit des Ereignisses zu erkennen, wozu die junge Frau damals nicht zu erkennen fähig gewesen war. Nicht minder schmerzten ihn die Worte, die sie erzählte und bewiesen, dass öfter als erwähnt, nicht nur Räuber Barbaren sein konnten.
Doch das war nicht wichtig, denn mehr und mehr zeigte sich, dass die junge Frau mit er er bis eben grad noch gestritten, sich ihre Geschichte und sich ihren zerbröselnden Zorn angetan hatte, immer noch das kleine Mädchen war, das Bromir einst stolz auf seinen Schultern getragen und dem Hauptmann voller Stolz präsentiert hatte. So rang Caroline ihm sogar ein kleines, warmes, wenn auch bittersüßes Lächeln ab, ihr Wunsch, bei ihnen zu bleiben wühlte etwas im Inneren es Zwerges. Natürlich konnte er kaum anders, als ihr zumindest die Wahl zu lassen, jetzt da sein Zorn wieder verflogen war, begann er sogar Gefallen an dem Gedanken zu finden, Bromirs Tochter gefunden zu haben. "Dann soll es so sein."
Sie wollte ausgebildet werden, das konnte sie haben. Also stapfte Ingmar zurück zum Lager, denn er hatte doch etwas abseits gestanden und wollte sich wieder am Feuer wärmen.

"Das rechne ich dir hoch an, mein Freund." Adler erntete, ob seiner Versicherung, bei ihnen zu bleiben, ein zufriednes Nicken, er hatte schon jetzt einen Stein bei Ingmar im Brett und stand ganz oben auf der Liste der Leute, die von ihm ein großes Bier ausgegeben bekommen würden, sobald sie die erste Kneipentür Nogrots eingetreten hatten. "Na hör mal, wer würde sich denn trauen, jemandem wie dir zuleibe zu rücken, Adler?" So spöttelte Ingmar und lachte schon wieder, seine Laune hob sich allmählich. "Nein, im Ernst, ich denke, wenn sie es allein hier her geschafft hat, wird sie sich auch selbst verteidigen können. Davon abgesehen habe ich auch noch ein Auge auf sie." Der Wortwitz war bewusst gewählt, auch wenn er nicht stimmungsvoll drauf los prustete, Ingmar blieb sogar ernst, denn er war sich sicher, dass Adler diesen kleinen Ulk verstehen würde. Erneut sah er zu Caroline herüber, in ihm keimte Zuversicht.
Wer den Halbzwerg kannte, konnte den leichten Schimmer von Erleichterung erkennen, er sich nun in ihm rührte, ohne daran etwas zu ändern, dass er ein harter Hund war. Dass ihn er Gedanke erfreute, die Erbin seines alten Schwertbruders in seiner 'Truppe' zu haben, behielt der Halbzwerg vorerst für sich, auch wenn es sich der eine oder andre vielleicht denken konnte. Unterdes versorgte Adler die junge Frau mit etwas Verpflegung, woraufhin sie sich mit etwas Abstand niederließ und in en Himmel sah. Unterdes meldete sich Adler leise zuwort und konnte sich der vollen Aufmerksamkeit Ingmars sicher sein. Der Gedanke, dass Caroline eventuell Verfolger gehabt haben konnte, war ihm in dem Moment noch nicht in den Sinn gekommen, die ganze Affäre musste ihn wohl etwas aus den Fugen gerissen haben. So nickte er Adler zu, denn sein Vorschlag war wirklich sinnvoll. "Tu das, aber pass auf dich auf. Ich komme hier schon zurecht." Einen Schulterklopfer gönnte er Adler noch, bevor er sich selbst ein Stück Brot nahm und es sich in en Mund schob, bevor er sich nebst des Feuers niederließ und hinein sah.

Er erinnerte sich an vergangene Zeiten, Zeiten, in denen er ein Feldherr war, ein König, der mit seinen Rittern durch das Land zog, es einnahm wo er ging und stand und es zurückließ, wo sie weiterzogen. Caroline weckte wehmütige, aber auch sehr schöne Erinnerungen in dem Halbzwerg. Einen Krieg führend gegen jene, die mehr hatten als sie essen konnten, um selbst zuessen zu haben und genug Wein zum Trinken, versteht sich. Milizen, Bürger, Händler, sie alle fürchteten ihn und seine Männer. Bauern, Landstreicher, Huren und Vogelfreie, sie alle suchten seine Zuneigung. Mit einer gewissen Melancholie sah er zurück auf seine eigene, kleine Legende voller wilder Feste, wilder Gefechte und noch wilderer Liebesnächte, rückblickend hatte er ein gutes Leben gehabt und er würde es sich wiederholen, irgendwann. Denn wer einmal ein Anführer war, der musste wieder einer werden und Ingmar war davon überzeugt, dafür geboren worden zu sein.
Vielleicht waren Adler und Caroline nur der Anfang eines neuen, großen Abenteuers, dass ihnen allen bevorstehen würde, wer konnte das schon sagen. Ingmar seinerseits war irgendwie froh darüber, wie der Abend seinen Lauf genommen hatte.

Etwas nachdenklich ruhte sein Blick auf der jungen Frau, die immer noch dasaß und die Ruhe der Nacht auf sich wirken ließ.
Sie hatte ihn Inma genannt, so wie sie es als kleines Kind getan hatte, damals, als er der wilde, struppige Onkel war, der Bromirs Tochter zu bespaßen hatte, nur zu gut erinnerte er sich daran, wie sie ihn einmal am Bart gezogen hatte und ihr Vater fast vor Lachen vom Stuhl gefallen war. Rückblickend konnte man fast meinen, dass er damals ein anderer gewesen war als sonst. Gut gelaunt, fröhlich, geduldig und belastbar, als hätten die großen, leuchtend blauen Augen ihn damals verhext und ihn in einen lieben Burschen verwandelt. Die Augen, wegen denen ihr damals niemand böse sein konnte. In diesem Moment fragte er sich, was wohl aus ihm geworden wäre, wenn er von Anfang an in der Heimat verblieben wäre, wenn er den Schritt nach draußen nie gewagt hätte. Vermutlich wäre er jetzt Handwerker, verheiratet, vielleicht sogar Vater und um diverse Narben ärmer und dafür um ein Auge reicher. Doch es brauchte nur einen Atemzug, einen Blick zu Grummph und eine Erinnerung an 'seine Jungs' und jeder Zweifel war ausgeräumt. Es war sein Leben und es war so, wie es war, genau auf sein Maß zu geschneidert. Die Flammen des Feuers tanzten heftiger, ein neuerlicher, kühler Windstoß kam auf und veranlasste Ingmar, sich wieder aufzuraffen. Er stiefelte hinüber zu Grummph, welcher immer noch wie ein Stein schlief und vermutlich grad von willigen Wildsäuen träumte oder etwas anderem erfreulichen. Nach ihrer langen, gemeinsamen Zeit konnte Ingmar es seinem haarigen Begleiter ansehen, wann er gut schlief und wann nicht und die Art wie Grummph schnarchte und mit den Klauen scharrte, konnte es nur etwas Erfreuliches sein. Eilig fummelte Ingmar an etwas herum, dass an einer der diversen Halterungen befestigt gewesen war und verließ den immer noch schnarchenden Keiler damit. Seine Schritte führten Ingmar gen Caroline, er reichte ihr eine wärmende Decke. "Nicht, dass du krank wirst. Wir haben noch einiges an Weg vor uns..."

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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Erzähler » Dienstag 20. März 2012, 20:24

Der Spruch von Ingmar ließ Adler ein leichtes Grinsen über das Gesicht huschen.
Doch er erwiderte nichts mehr dazu. Jetzt wusste er wo seine Aufgabe war und da hier kein Tod mehr folgen würde, konnte er sich ohne Bedenken auf den Weg machen.
"wie du schon angemerkt hast, ich bin nicht leicht zu kriegen..." Er zwinkerte den Halbzwerg zu.
"...und das soll auch so bleiben"
Er erhob sich und griff sich seine Sachen. Natürlich so unauffällig wie möglich, immerhin wenn sie tatsächlich von noch jemanden gefolgt wurden, würde er den Verfolger ungern warnen.. Sonst würde der vielleicht fliehen und das würde Adler nicht zu lassen. Man brauchte nicht mehr Feinde, als man sehen konnte.
Gerade wollte er sich zugehen wandte, da traf ihn der Schlag des Halbzwerges auf den Rücken.
“Uff” entfuhr es ihm. Ein mahnender Blick, der jedoch rasch wieder verflog. Er kannte die Kraft des ehemaligen Räuberhauptmann, was derselbe jedoch mehr als einmal unterschätzte. Adler war von der Statur nicht wie Bromir, der wirklich ein Berg von einem Mann war.

Mit einem Nicken verabschiedete er sich kurz und trat an Caroline vorbei in den Wald. Noch beim Gehen rieb er sich über seinen schmerzenden Rücken, jedenfalls tat er so, dann war er plötzlich fort.
Zwar wusste man, dass Adler über keine Magie verfügte, doch schien ihn der Schatten der Wälder wie einen guten Freund zu umarmen und ihm Schutz gewähren. Caroline hatte kurz aufgesehen, als der Mann mit fast lautlosen Schritt an ihr vorbei gegangen war. Sie blinzelte, da war er verschwunden.
“Wo?” sie fuhr zu Ingmar rum, zeigte in den Wald.
“Wie?…wo ist er hin?”
Fragend sah sie ihren einstigen Lieblingsonkel an, den Mann, der sie unterrichten würde.
Inma hatte gesagt, sie durfte bleiben. Wie sehr wurde sie doch betrogen - und das in mehr als einer Sache. Sie hätte von Anfang an ihrem Herz trauen sollen, dass es eine Lüge war, dass ihr Lieblingsonkel ihren Vater verraten hatte. Man hatte ihren Vater gefoltert. Eine Gänsehaut lief ihr über die Haut. Nur langsam schüttelte sie den Kopf.
Ingmar war an sie herangetreten, hatte ihr etwas umgelegt. Sie sah zu ihn hoch, zog die Decke enger um sich.
“Danke!…ich…”
GRRRKROOOOOHHHHHHH!!!!!!
Ein tiefes Grollen!
Grummp!
Einem Riesen Konkurrenz machend, brummte das das Wildschwein bei jedem Atemzug. Wirklich einen festen Schlaf. Sein Hinterlauf zuckte und ein Ohr wackelte leicht.
Sie konnte sich bei besten Willen nicht erinnern, ob Inma schon früher den Keiler hatte. Hätte sie sich nicht an ihn erinnern müssen.
Irgendwie fand sie es zu lustig. Wieder eine Eigenart von Bromir schlagartig in Gelächter ausbrechen, wenn man etwas Witziges sah, egal welche Stimmung zuvor herrschte..
Ihr Lachen war lebendig, wen auch nicht so donnert wie das von Ingmar.
Und es sah auch zu witzig aus. Er quiekte auf, dann wechselte er die Position.
Grummp hatte sich auf den Rücken geworfen, die stämmigen Beine an den Körper gezogen und ließ Wälder abholzen. Es dauerte etwas bis sie sich wieder eingekriegt hatte.
“Entschuldige… das… das tat jedoch gut. Ist etwas her, dass ich so gelacht habe. Ingmar!…ich… wo wollen wir hin?… was passiert nun? Wird der andere wiederkommen?”
Sie erhob sich, die Decke noch weiter um die Schultern trat sie jetzt etwas näher zum Feuer. Sie erinnerte sich an das Essen und hungrig nahm sie es. Während sie die Wangen mit essen füllte, sah sie sich trotzdem wachsam um. So mochte in vielen unwissend sein, aber nicht komplett nachlässig.
Doch es dauerte nicht lange, da fielen ihr die Augen zu. Ihre Lider wurden schwerer und schwerer. Die Anstrengung und der erhöhte Adrenalin forderten ihren Tribut. Sie sackte in sich zusammen, schnarchte selber leise und passte sich den Rhythmus des Keilers an.
Die Nacht war kalt, doch irgendwie war die Düsterheit verschwunden, welche Ingmar in der letzten Zeit vernommen hatte. Es schien ein Neuanfang zu sein.
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Re: Zweisame Wanderschaft

Beitrag von Ingmar Blutnase » Sonntag 25. März 2012, 14:58

Bevor er Carolines Frage hatte beantworten können, meldete sich Grumph lautstark zuworte und wälzte sich schnarchend in der Vegetation. Der erfreuliche Nebeneffekt dieser ungewollten Aktion war, dass die junge Frau ebenso abrupt wie ehrlich zu lachen begann. Hierbei erinnerte sie den Halbzwerg wirklich an ihren Vater Bromir, auch wenn das
Lachen der jungen Frau wesentlich heller war, als das ihres stämmigen Vaters. Wenn dieser etwas komisch fand, dann hallte es in einem Langhaus nieder, dass die Dachbalken darunter erbebten und stand Ingmar in Lautstärke und durchdringendem, brecherhaftem Klang in nichts nach. Dabei zuzusehen, wie sich der Keiler im Schlaf gebar war Ingmar nichts neues, dennoch tat es gut, mal wieder etwas amüsantes vor Augen zu bekommen. Und trotz des gewohnten Anblick entwundt sich seinem bärtiges Gesicht tatsächlich noch ein Schmunzeln.
"Dann ist es doch gut, was wäre die Welt ohne ein gesundes Lachen?" Die zwergische Fröhlichkeit ruhte Ingmar nach wie vor inne, vererbt durch seine Mutter, vermittelt durch seinen Ziehvater Uglaff, welcher auch nie ein Kind von Traurigkeit gewesen war. Auch wenn viele ihn als Monster betrachten mochten, selbst einige seiner Männer von damals hatten ihn ob seiner Strenge gefürchtet, war er irgendwo doch immer ein feierfreudiger, trinkfester, zockender Zwerg geblieben. Etwas groß zwar, doch anderen über die Köpfe schauen zu können hatte auch seine Vorteile gehabt. "Er sieht sich nur noch einmal um, hier in den Wäldern gibt es neuerdings viele Leute, die mich nicht besonders mögen, jetzt, da Pelgar gefallen und eine Flut aus Flüchtlingen hier herübergeschwabt kam. Wer könnte es ihnen verdenken..." Niemand konnte es ihnen verdenken, Adler nicht, Caroline nicht, Ingmar nicht und Bromir zu Lebzeiten auch nicht. Denn wenn es ein Volk gab, mit dem sich kein Räuber anlegen wollte, dann waren es die Dunkelelfen, denn selbst als Auftraggeber waren sie unbarmherzige, verschlagene Monster, verdorben bis auf die Knochen und von Gier und Pervertiertheit getrieben. Es verging nur ein Atemzug bis er Caroline erneut Antwort geben wollte.
"Wir ziehen nach Nogrot, in die alte Heimat. Dort unten kann man eine Zeit lang verweilen ohne behelligt zu werden. Außerdem lebt meine Familie dort, es wird Zeit, dass ich sie mal wieder besuche, davon abgesehen gibt es nirgendwo in Celcia ein Bier und einen Braten wie in Nogrot... Aber erst morgen, wir können alle den Schlaf gebrauchen."
Danach beobachtete er, wie sich seine 'kleine Nichte' am Feuer niederließ und endlich etwas zu sich nahm, bevor er verträut ins Feuer sah und wie ein Märchenonkel vor sich hin murmelte. "Es ist nicht mehr all zu weit, wenn wir uns ranhalten könnten wir morgen Abend schon köstliches Ochsenfleisch in uns hineinstopfen bis wir platzen."
Ingmar hasste es, wenn er sich selbst den Mund wässrig redete, aber wenn er an sein Zuhause dachte, dachte er auch immer an die gewaltigen Fleischmassen in starken Biersaucen und all die gebratenen, im Fett ausgebackenen Schweinereien, die einem schwer wie Granit im Magen lagen aber auch fast abscheulich-schmackhaft waren.
Im Schein des Feuers nickte Caroline nach einer Weile friedlich ein, ein warmes Gefühl überkam Ingmar, als er die junge, die er als Kind mit sich herumgetragen hatte, dort so liegen sah, war es Nostalgie, die ihn überkam? Das würde er wohl kaum herausfinden, das was zählte war, dass er sich gut dabei fühlte, sie hier in Sicherheit zu wissen, Bromir hätte es bestimmt nicht anders gewollt. Der Zwerg ließ sich hingegen entspannt auf seinem Sitzplatz nahe des Feuers nieder und legte den Mantel enger um sich, lehnte sich bequem an den toten Baum hinter sich an, aß noch etwas Brot und trank ein wenig Most, während er entspannt ins Feuer sah und in leichte Schläfrigkeit verfiel, obwohl er Adlers Rückkehr abwarten wollte...

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