Im Schutz des Waldes

Dieser wunderschöne Wald liegt im Nordosten, abgegrenzt durch den Fluss Iridul. Das Elfendorf Eldar ist in ihm verborgen, sowie der Sternensee – ein magischer See, dessen Geheimnis gut von den Elfen bewahrt wird.
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Die Bruderschaft aus Pelgar hat im Eldoras ein verstecktes Lager aufgebaut, in dem sie auch erste Flüchtlinge aus der Hauptstadt aufgenommen haben.
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Kazel Tenebrée
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 14. April 2011, 17:13

Noch immer reagierte niemand auf die soeben erwachten Sorgenkinder. Diese ahnten ja nicht, in welch heftiger Diskussion sich die Sprechenden befanden. Immerhin galt es, ein Mysterium zu klären. Sie hätten natürlich auch einfach neues Wasser vom Sternensee holen und es ausprobieren können. Ein gesunder Mann wie Sintus hätte die Strecke schnell zurückgelegt. Allzu weit war der See nicht entfernt. Außerdem hatten sie Pferde, die die Gelegenheit, sich auszuruhen genutzt hatten. Ganz im Gegensatz zu ihren Reitern. Dafür fühlten sich Kazel und Janay aber überraschend erholt.
Der Mischling blickte die Frau in seiner Nähe an. Erleichtert stellte er fest, dass ihre Wangen Farbe angenommen hatten und mit dieser guten Botschaft kehrten auch die Erinnerungen an das Erlebte zurück. Es wunderte Kazel zwar, wie sie es doch noch in die Höhle geschafft hatten, aber sicherlich würden die anderen ihn schon noch aufklären. Nun, vielleicht. Er rechnete ebenso mit einer Standpauke, vor allem von Seiten des Paladins. Mental bereitete er sich jetzt jedoch noch nicht darauf vor. Das hatte Zeit, er würde sich der Verantwortung nicht entziehen. Wahrlich, Florencias heilendes Seewasser hatte ihm neue Energien gegeben - physisch wie psychisch. Auch er besaß wieder Farbe und sie nahm zu - ein Rotton -, als Janay ihn mit schief gelegtem Kopf musterte. Sie machte einen unschuldigen Eindruck, aber es steckte weitaus mehr dahinter. Immerhin betrachtete sie sich seinen Körper. Er war schon längst um Nasen- und Ohrenspitzen rot angelaufen. Bei Menschen wären die Rollen wohl vertauscht gewesen. Da hätte der Mann die zarte Rose gemustert, anzüglich gegrinst und ihr vielleicht sogar noch ein paar vieldeutige Worte ins Ohr geflüstert. Sie hätte beschämt den Blick gesenkt, die Hand vor den Mund gehalten und gekichert. Gut, das war auch nicht Kazels Stil, aber ihrer Musterung wich er nun auch aus, damit er sich darauf konzentrieren konnte, die Schamesröte zu verdrängen. Wofür schämte er sich eigentlich?
Er besaß keinen unansehnlichen Körper. Sicher, es gab schönere und weitaus durchtrainiertere Exemplare. Allein Sintus wäre wohl jemand gewesen, der Janay hätte eher auffallen müssen als dieser mandelfarbene Mischling. Es war deutlich, wer von beiden die ausgeprägteren Muskeln besaß. Kazel war eher der drahtige, agile Typus und auch kein Führer großer Waffen. Warum Janay sich dann ausgerechnet an ihn heftete, war ihm vollkommen unbegreiflich. Zumal sie ihn nach der ersten Kontaktaufnahme dermaßen angefahren hatte, dass man glauben konnte, sie würde nicht einmal mehr irgendein Wort an ihn verschwenden. Aber sie hatte sich auch an seine Schulter gelehnt und Beistand gesucht in einem schwachen Moment. Nichts, was Kazel von sich aus einfach ansprechen würde. Ihm selbst wäre ein solcher Gefühlsausbruch vor einem mehr oder weniger Fremden unangenehm und vermutlich schwieg er das Ereignis dann lieber tot. Aber war es dieser Moment am Lagerfeuer gewesen, zusammen mit seinem Versuch, ihren erkalteten Körper zurück in die Höhle zu schleppen, dass sie ihn nun auf eine wirklich bezaubernde Art und Weise anlächelte?
Kazel kannte es nicht, dass man ihm überhaupt ein solches Lächeln schenkte. Shantih war nicht der Branche nachgegangen, die Janay betrieb und von der er keinen blassen Schimmer hatte. Sie war keine Frau gewesen, die die Verführungskunst perfektioniert hatte. Da galt die Elfe vor ihm doch noch als die erste in Kazels Leben. Kein Wunder als, wenn er darauf anders reagierte als Männer, die sich täglich in Bordellen herumtrieben auf der Suche nach genau einem solchen Lächeln.

Plötzlich näherte sie sich ihm. Es mochte kaum mehr eine Handbreit Platz zwischen ihnen sein, als ihre Fingerspitzen einen Weg an seinen Oberkörper fanden. Sofort stellten sich Kazel die Nackenhaare auf. Dort, wo Janay ihn berührte, hinterließ sie kribbelnde Haut. Er schluckte, weil es ihm vor Aufregung glatt die Kehle zuschnürte. Er konnte nicht atmen, also hielt er die Luft an. Seine ganze Konzentration war auf ihre Berührung gerichtet. Er nickte nur, als sie etwas sagte. Er hörte es, aber die Nachricht dahinter kam niemals in seinem Gehirn an. Oder sie wurde nicht verarbeitet. Kazel nickte einfach.
Erst als Janay versuchte, sich aus seiner Robe, die sie trug, zu arbeiten, machte es Klick im Kopf des Mischlings-Elfen. Er starrte. Sie würde ihm seine Robe zurückgeben und was trug sie darunter?! "Nein! Nicht! Du brauchst nicht ... bleib angezogen!" Sein Hände ruhten schon im nächsten Augenblick auf ihren Schultern, um sie daran zu hindern, sich des Kleidungsstücks zu entledigen. "Das ... geht schon in Ordnung. Behalte die Robe einfach an, bis ... ich ..." Kazel verstummte. Sein Blick senkte sich, aber nicht aus Scham. Noch nicht. Er hatte etwas bemerkt. Meine Hände liegen auf ihren Schultern ... und womit halte ich jetzt ...? Er starrte an sich herab. Das Stück Stoff wurde nicht mehr vor seine Lenden gedrückt, es lag zwischen ihnen am Boden und Janay durfte nun doch noch Teil haben an einer peinlichen Situation, die Kazel bereits im Schlaf erlebt hatte. Da war sie aber deutlich angenehmer gewesen als jetzt. Entsetzt starrte er an sich herab und sein Körper konnte sich wohl nicht entscheiden, in welches Organ denn nun mehr Blut gepumpt werden sollte - Kopf oder Zentralmassiv.
"I....ch ...." Hastig ging Kazel in die Hocke, schnappte sich das Tuch und drückte es schützend vor sich, um nicht nur die Blöße zu bedecken, sondern auch den eindeutigen Beweis, dass Janays Lächeln ihm mehr als gefiel. Wahrscheinlich hätte er nun doch noch einmal die Hände auf ihre Schultern legen können, ohne dass der Stoff herab gerutscht wäre. Ihm war die Situation furchtbar peinlich, glaubte er doch noch immer, eine hoch angesehene Waldelfe vor sich stehen zu haben. Mit knallrotem Kopf wich er vor ihr zurück, nicht imstande, sich für seine natürlichen Körperreaktionen zu entschuldigen. Ihm saß ein so dicker Kloß im Hals, da wäre ohnehin kein Laut daran vorbei gekommen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Donnerstag 14. April 2011, 21:22

Die junge Frau machte sich wenig Gedanken darüber, ob sie Ärger verursacht hatten oder nicht. Es war ihr dreckig genug gegangen wegen einer unpassenden Begebenheit, dass dies... oder eine verharmloste Version davon würde reichen müssen. Immerhin war es nicht ihre Absicht gewesen und dadurch ging es ihr jetzt, am Ende um einiges besser. Sollte sich also jemand darüber beschweren, wäre es ihr relativ gleichgültig.
Vielmehr gefiel ihr gerade Kazels Reaktion auf ihr Verhalten. Er war eindeutig noch unschuldig und es nicht gewohnt, mit einer Frau zu kokettieren... oder war genau das seine Taktik? Dieses unerfahrene, schüchterne Gebaren mimen und dadurch einer Frau noch mehr zu schmeicheln, indem er den Eindruck erweckte, sie wäre die Erste, die ihn in dieses Metier einführte. Es kam zumindest gut an und war selbst für jemanden wie Janay etwas Neues, sorgte für Abwechslung und auch Amüsement bei ihr.
Eigentlich wollte sie ihn nicht verderben und würde es höchstwahrscheinlich auch nicht tun, aber necken konnte sie ihn ja trotzdem. Außerdem war sie ihm zu Dank verpflichtet und auf ihre Art würde sie ihm das durchaus zu vergelten wissen. Die Gelegenheit dazu würde sich bestimmt noch ergeben.
Nun war erst einmal ein kleines Spielchen angesagt, solange sie von den anderen nicht bemerkt wurden. Allein auf ihren musternden Blick hin wurde er bereits leicht rot, was ein erheitertes Funkeln in ihre Augen zauberte.
Er sah gar nicht so schlecht aus, etwas zu jungenhaft noch und ein wenig zu dünn, jedoch steckte Potential dahinter, das musste sie zugeben. Außerdem hatte er spitze Ohren, was ihn zu den Elfen zugehörig machte, sodass er vermutlich wirklich noch mehr ein Kind, denn ein Mann war. Er würde sich noch entwickeln und unter den richtigen Umständen könnte er durchaus der Anziehungspunkt von Frauenaugen werden. Sogar oder vielleicht auch vor allem wenn er sich diese Schüchternheit bewahren könnte.
Selbstverständlich hatte auch sie nichts vergessen, im Gegenteil, ihr war, als stünde ihr noch alles klar vor Augen, was geschah, seitdem sie sich begegnet waren. Allerdings hatte er einen großen Pluspunkt gesammelt, indem er ihr nach ihrem unfreiwilligen Bad das Leben gerettet hatte. Dass sie von Talimée und Sintus entdeckt worden waren, wusste sie nicht, da war sie bereits Delirium gewesen. Doch sie wusste noch, dass er sie versucht hatte zu wärmen und obendrein trug sie ja seine Sachen. Dieser Umstand trug erheblich dazu bei, dass sich ihre Meinung über ihn zu wandeln begann.
Ihr schwacher Moment war ihr viel zu peinlich, als dass sein Verhalten dabei einen Ausschlag hätte geben können. Gleichzeitig aber fühlte sie sich gerade erstaunlich wohl, viel mehr als sie es bisher gekannt hatte, und das versetzte sie in eine positive, zugängliche Stimmung.
Dadurch trat sie auch an ihn heran und führte ihr Vorhaben weiter aus. Neugierig beobachtete sie die Gänsehaut, die sich auf seinem Oberkörper bildete, genau die Reaktion, die sie sich erhofft und ebenso erwartet hatte.
Kurz verharrte sie auf der Stelle, die sie mit ihren Fingern berührte, mit ihrem Blick, bevor sie zu ihm aufsah und schmal grinste bei seiner Röte. Er war wirklich niedlich, das stellte er mit jeder weiteren Reaktion unter Beweis.
Ihre Augen senkten sich wieder und sie strich mit ihren Fingern noch eine Spur tiefer, bis knapp oberhalb seines Nabels.
Dann wollte sie jedoch etwas anderes machen, blickte erneut zu ihm hoch und wollte sich ausziehen, zumindest seine Robe.
Sie musste leise kichern bei seiner Entrüstung, denn er ließ sie nicht weit kommen, hielt sie mit Worten und seinen Händen zurück. Das Problem war nun allerdings auf seiner Seite, da er dadurch seine spärliche Bekleidung nicht mehr an ihrem Platz halten konnte.
In dem Moment, als er an sich herab sah, folgte sie dieser Bewegung und zog amüsiert eine Augenbraue hoch. "Na, da ist ja wohl noch jemand wach und voller Tatendrang.", gurrte sie und konnte es sich nicht verkneifen, die Hand danach auszustrecken. Doch sie berührte ihn nicht, stattdessen deutete sie es nur an, als wolle sie es tun, ein weiterer Schritt in ihrem Spiel.
Innerlich aber musste sie zugeben, dass er durchaus beachtlich war in der Beziehung, nicht so jungenhaft, wie sie es erwartet hätte. Vielleicht ließe sich ja da trotz allem doch etwas machen... aber nur vielleicht natürlich.
Auf ihren Lippen lag, wie eingegraben, dieses kokette Lächeln und sie beobachtete demonstrativ und ohne die geringste Scham jede seiner Bewegungen, als er rasch in die Knie sank und sich versuchte, wieder zu entblößen, als wenn er es damit ungeschehen machen könnte. Wodurch er es in ihren Augen jedoch nur noch mehr betonte.
Leicht schürzte sie die Lippen, behielt allerdings ihre Meinung verbal für sich, lediglich ihre Mimik sprach Bände, amüsiert und gleichzeitig anerkennend. Und immerhin hatte sie es geschafft, mit einer leichten Nähe und ein paar Worten, seinem Körper eine eindeutige Reaktion zu entlocken. Das schmeichelte ihr und war trotzdem nur etwas Selbstverständliches, obwohl so rasch schaffte sie es mit diesen geringen eher selten.
Als er sich wieder bedeckt hatte, sah sie ihm in die Augen und schmunzelte. "Wie es aussieht, gefalle ich dir in deiner Robe.", sprach sie säuselnd und trat noch einen halben Schritt auf ihn zu, sodass sie sich nun berühren konnten, wenn sie tiefer einatmeten.
Er wich vor ihr zurück, aber so rasch ließ sie ihn jetzt nicht mehr entkommen und bewegte sich mit ihm. "Oder habe ich da etwas falsch... verstanden?", fügte sie herausfordernd hinzu.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 15. April 2011, 08:31

Kazel und Taktik - beides in einem Satz zu erwähnen, passte nicht. Er legte selten auch nur ansatzweise ein logisch durchdachtes Verhalten an den Tag. Dazu war dieser junge Mann viel zu leidenschaftlich. Er ließ sich von seinen Gefühlen leiten, schon immer, auch dann, wenn er versuchte, sie zu unterdrücken. Doch diese Zeiten waren vorbei. Immerhin lebte er auch nicht mehr ein einzelgängerisches Dasein in den Weiten der Stillen Ebene. Er hatte ein neues Schicksal angenommen und wieder einmal spielte er mit dem Feuer. Doch was sollte Kazel schon tun? Es kam selten vor, dass er sich von seiner Seite aus bewusst an diese Flammen wagte. Sie loderten einfach vor ihm auf und das Kind in ihm streckte wider Erwarten jedes Mal von neuem die Hand danach aus. Es schien sich trotzig dagegen zu sträuben, das Feuer zu scheuen - da konnte es sich noch so oft verbrennen.
Derzeit stellte Janay dieses Feuer dar und der Mischling nahm die Rolle eines ungebrannten Kindes ein. Er wirkte unschuldig, nicht erfahren mit Frauen und so war es letztendlich auch. Dass sich zwischen ihm und Shantih etwas entwickelt hatte, entsprang gewissermaßen einer Reihe von Zufällen und der Tatsache, dass auch sie ein unschuldiges Reh in einer großen, verlorenen Welt war. Sie hatten zueinander gefunden und waren von Freunden und Gefährten an die richtige Position gerückt worden. Den letzten Schritt mochten beide gemeinsam, aber für sich allein gegangen sein. Schlussendlich war es aber Kazels einzige nahe Frauenerfahrung und das bedeutete in seinen Augen nicht, dass es sich wiederholen könnte. Schon gar nicht mit jemandem wie Janay. Er empfand schließlich auch nichts für diese Elfe oder leugnete er da etwas vor sich selbst? Sie hatte ihm gewissermaßen einen Teil ihres Herzens ausgeschüttet. Er war ihr gefolgt und hatte das eigene Leben, die eigene Gesundheit, riskiert, um sie zu retten. Ein göttliches Wunder musste geschehen, um diese Dummheit in Glück zu verwandeln.
Aber wie viel empfand er für diese Frau? Sein Körper mochte sie jedenfalls, aber dazu musste es nicht Janay sein. Vermutlich hätte er sogar bei der hässlichen Annabelle so reagiert. Gewisse Triebe ließen sich eben nicht unterdrücken, wenn zuvor weibliche Gesten, Gerüche, ein freundlicher Blick oder vielsagende Worte gefallen waren. Und auch hier konnte man wieder argumentieren, dass Kazel nur eine einzige Erfahrung gemacht hatte. Er war also noch deutlich empfänglicher für die Reize einer Schönen als beispielsweise ein alter Veteran auf dem Gebiet der Erotik. Da musste Frau nämlich weitaus andere Kaliber auspacken. Bei Kazel reichten sogar relativ harmlose Berührungen.

Mit hoch rotem Kopf wich er zurück. Er hatte sich bereits etwas gekrümmt, als ihre Hand hervorgeschnellt und nur knapp über seinem Geschlecht geruht hatte. Da war ihm der Schweiß ausgebrochen, der sich nun als kleine Perlenkette über seine Stirn zog. Eine dieser durchsichtigen Perlen schlich sich aus der Reihe, rann an seiner Schläfe entlang und zum Hals herunter. Kazel blinzelte. Es tat ihm aufrichtig leid, sich so vor dieser Elfe entblößt zu haben, aber sie schien es nur zu amüsieren.
"...i-ich ..." Zu Konversation war er längst nicht mehr in der Lage. Seine Atmung ging schneller und man hätte es für einen gesundheitlichen Rückfall halten können, wäre ihm auch noch die Farbe aus dem Gesicht gewichen. Ach, wenn es doch so wäre! Kazel glühte in einem helleren Rot als es das Lagerfeuer vermochte. Die übrigen Anwesenden traten für ihn in den Hintergrund. Sintus, der sicher eine ordentliche Strafpredigt für ihn bereit hielt und sie jetzt vermutlich gedanklich noch erweitern würde. Xenia, die das alles möglicherweise noch am wenigsten interessierte. Sie würde ihn vielleicht dazu auffordern, endlich fertig zu werden, damit er seinen Kopf klar bekäme. Talimée - ja, ihr Verhalten hätte Kazel ohnehin nicht einschätzen können. Dazu kannte er sie zu wenig und Annabelle? Nicht ganz sicher. Vielleicht würde sie ebenfalls rot, aber höflich über alles hinweg sehen. Vielleicht ließ sie einen hilfreichen Rat erklingen. Unwichtig, denn Kazel hatte nur Augen und Ohren für die Frau vor ihm. Jene in seinen Roben gekleidete Frau, die sich nun erneut näherte. Er konnte ihr Aroma riechen. Es hing wie ein schweres Parfum in der Luft, benebelte seine Sinne und machte ihn ganz benommen. Zugleich aber weckte es in ihm das Bedürfnis, ihr auch nahe sein zu wollen - ganz instinktiv.
Er konnte hauchdünne, einzelne Strähnen ihres Haares vor seinem Gesicht schweben sehen. Sie kitzelten seine nackte Haut kaum merklich, aber es reichte aus, die Gänsehaut aufrecht zu erhalten. Er hörte ihr sanftes Atmen, was dazu veranlasste, auf ihre Brust zu starren. Sie hob und senkte sich in einem hypnotischen Rhythmus. Wieder blinzelte Kazel, der letzte Widerstand, um dem Bann zu entkommen. Eine schwache Barriere, welche Janay wohl mit Leichtigkeit gleich einbrechen würde. Nach und nach eroberte sie die Festung, die der junge Mann darstellte und es war einer der leichteren Feldzüge.
Kazel hielt den Atem an. Seine Finger fuhren nervös durch den Stoff, den er vor sich hielt, um sich zu bedecken. Die Hände waren ganz verschwitzt vor Aufregung. Es gelang ihm nicht, den Blick zu senken. Diese Frau war eine Hexe! Sie hatte ihn verzaubert. Er stand nun unter ihrem Bann. Eine Flucht war unmöglich, denn er spürte bereits das Höhlengestein im Rücken. Aber sie war ihm immer noch nahe. Er konnte nicht entkommen. Wieder schluckte er, was sollte er denn auf diese Feststellung erwidern. Ein Nicken? Kazel nickte. Allein das verlangte schon viel von ihm ab, doch es reichte Janay sicherlich nicht. "Ich ..." Immer wieder setzte er zum Sprechen an, gelingen wollte es jedoch nicht einmal. Als zerfielen die im Kopf geformten Sätze auf seiner Zunge zu Staub, sobald er den Mund öffnete.
"Woher beherrschst du Lerium?", fragte er in einem letzten Anflug von Hoffnung, diese ihm peinliche und zugleich doch so aufregende Situation zu lockern. Er erinnerte sich, dass sie die Sprache der Dunkelelfen verwendet hatte. Kurz nur, aber das war keine Träumerei gewesen. "Du ... verstehst mich so doch auch, oder nicht?", hauchte er ihr fragend zu. Falls ja, könnte sie dir Sachen ins Ohr säuseln, die weder Xenia noch Sintus verstehen würden ... Kazel keuchte, als ihn die Erkenntnis traf. Zugleich betete etwas in ihm, sie möge seine Frage mit einem Ja würdigen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 15. April 2011, 10:50

Janay besaß, im Gegensatz zu ihrem Gegenüber, schon lange nicht mehr das Privileg, ihren Leidenschaften und Gefühlen ungehemmt nachgehen zu können im Alltag. Dieser Zustand hatte zeitweilig schon in ihrer Kindheit aufgehört, aber vor allem seit ihrem Verlassen der Geburtstadt. Sie durfte sich niemals ihre wahren Gedanken anmerken lassen, musste immer bereit sein, Kunden anzuwerben und ihnen zu Willen zu sein, und an sich hatte sie das auch nie sonderlich gestört. Im Gegenteil, es hatte ihr oftmals sogar geholfen, denn dadurch hatte sie sich nicht mit ihren eigentlichen Problemen auseinander setzen müssen. Es war demnach auch so etwas wie Selbstschutz.
Dafür hingegen hatte sie ihre Taktik durchaus geschult und glaubte eben daran, dass es jeder Person früher oder später möglich wäre. Wobei sie bei Kazel Zweifel beschlichen, ob er denn schon soweit wäre, genau das zu tun, was in der jeweiligen Situation das passende war, und zu schauspielern, wenn es erforderlich wäre.
Hätte die junge Frau davon erfahren, dass er sie mit einer auflodernden Flamme verglich, hätte sie das nicht nur amüsiert, sondern ihr tatsächlich geschmeichelt, denn es passte zu dem Bild, das sie als Verführerin zu liefern hatte und es auch erreichen wollte. Sie wollte still und unberechenbar wie ein tiefer Gewässer und gleichzeitig lodernd, verzehrend wie ein ausbrechender Vulkan sein. Darin war sie geübt, auf diesem Gebiet verstand sie sich und somit war das für sie sicheres Terrain, auf dem sie sich ungehemmt und verlässlich bewegen konnte, selten mit einem Fauxpas behaftet wie in Kosral.
Ihr Verhalten hatte nichts mit Gefühlen zu tun, die sonst damit verbunden sein sollten, außer bei ihrem Beruf. Ja, irgendwie begann sie damit, ihn ein wenig zu mögen, aber vordergründig standen noch immer ihre eigenen Interessen im Vordergrund. Diese und nur diese wollte sie befriedigen, was im Moment bedeutete, sie wollte ihn herausfordern, nachsehen, wie weit seine Schüchternheit gehen würde, bis sie überwunden wäre. Sobald dies geschehen würde, wäre das für sie das Ende und sie könnte sich triumphierend zurück ziehen. So zumindest sah ihr Vorhaben aus, dem sie auch mit Vergnügen nachging.
Bei seinen Reaktionen und vor allem bei der Röte in seinem Gesicht kam sie eindeutig auf ihre Kosten. Es war für sie fast schon zu leicht und trotzdem konnte sie es genießen, weil es eine angenehme Abwechslung zu all den anderen Männern war, die sie sonst erlebt hatte bisher.
Deutlich konnte sie die Schweißperlen, die sich inzwischen gebildet hatten, auf seiner Stirn erkennen, was sie noch mehr amüsierte. "Oh, ist dir etwa heiß, Kazel?", gurrte sie und atmete bewusst tief ein, damit sie mit ihrem Oberkörper den seinen streifen konnte. Während sie ihre rechte Hand anhob und der Finger als Andeutung der Berührung die Linie des Schweißtropfens in der Luft, knapp über seiner Haut, nachzeichnete.
Als er kurz darauf seinen Blick senkte und eindeutig ihre Brust beobachtete, machte sie es ihm noch schmackhafter, indem sie bewusst tiefer atmete und dadurch das Heben und Senken erst recht hervor trat. Gleichzeitig war sie schon ein bisschen gemein, denn ihren linken Arm bog sie nach hinten und zog die Robe etwas zusammen, sodass sich ihre Formen erst recht deutlich unter dem sich spannenden Stoff abzeichneten.
Ein paar Sekunden beließ sie das so, bevor sie wieder versuchte, ihn mit Worten ein wenig zu ködern, auch wenn er ihr deutlich zeigte, dass sie ihn mehr oder weniger sprachlos machte. "Sie gefallen dir, richtig? Wer weiß, vielleicht darfst du sie auch irgendwann einmal berühren.", raunte sie ihm zu, ohne ihre Haltung zu ändern.
Bis er die gesamte Stimmung mit einer einzigen Frage vollkommen ruinierte. Zuerst glaubte sie, sich verhört zu haben und nun war es an ihr zu blinzeln. Die Hand in ihrem Rücken löste sich von dem Stoff, ohne dass sie es bewusst wahrnahm.
Doch dann bestätigte er leider nur ihre Befürchtung. Zuerst wurde sie blass, die Maske der Verführerin fiel, und dann wurde der Ausdruck in ihren Augen hart, entschlossen, aber nicht kalt, weil auch etwas Angst darin mitschwang, Angst vor der Entdeckung.
Sie trat ein letztes Mal noch näher an ihn heran, wenngleich nun aus einem anderen Grund, sodass sie sich jetzt wirklich berührten. "Ich weiß nicht, woher du das weißt, aber ich rate dir, das für dich zu behalten. Solltest du das nicht tun, schwöre ich dir, wirst du keine Freude daran haben, mich verraten zu haben.", zischte sie.
Nun war sie also eindeutig in Gefahr, hatte sich irgendwann in einem schwachen Moment verraten. Ob ihm das bewusst war? Janays Augen wurden etwas schmaler und sie versuchte, ihn einzuschätzen. Bisher hatte sie keine Bösartigkeit an ihm ausgemacht und woher er Lerium konnte, war ihr erst recht ein Rätsel. Außerdem hatte er ihr das Leben gerettet, ohne es tun zu müssen.
Also sah sie sich gezwungen, dem noch etwas hinzu zu fügen, wobei sie sich dazu zwang, ihre Stimme weiterhin leise, jedoch weicher klingen zu lassen. "Ich will dir und deinen Kameraden nichts Böses, aber das würde mir niemand glauben, wenn du mein Wissen verrätst. Deswegen schweige lieber darüber und du wirst es nicht bereuen, das kann ich dir versprechen."
Die junge Frau überlegte bereits, wie sie ihn am besten an sich binden könnte, damit er gar nicht mehr auf die Idee käme, sie zu verraten. Sie würde ihn also wirklich verführen müssen, vollständig, nicht nur eine Tändelei aufbauen. Er war schüchtern und wenn sie ihn richtig einschätzte, könnte sie ihn dadurch sich gefügig machen, weil er sie nicht vergessen könnte. Wenigstens hoffte sie das inständig, sonst wäre sie verloren.
Und das passte ihr gar nicht, denn nun wusste nicht nur Talimée einen Gutteil ihrer angeblichen Aufgabe hier, die sie ja nicht ausführen wollte, sondern auch ihm bekannt war, dass sie die Sprache der Dunkelelfen beherrschte.
Blieb ihr nur noch zu hoffen, dass er nicht ahnte, dass sie zu dieser Rasse gehörte, wobei ihr hier ausnahmsweise mal ihr Aussehen zugute kam, vor allem ihre blasse Hautfarbe.
Während all dieser Zeit, seit er sie aus ihrem Konzept gebracht hatte, ließ sie seinen Blick nicht aus den Augen, um ihm den Ernst der Lage klar zu machen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 17. April 2011, 11:31

Der Mischling bot Janay vermutlich wirklich mal eine gehörige Abwechslung von ihren sonstigen Kunden. Seine Schüchternheit war etwas für sie Amüsantes und er würde sie nicht so rasch ablegen. Nun, vielleicht, sollte sie ihm noch näher kommen und eine Situation einläuten, in der er nicht mehr scheu zu sein brauchte. Ein Moment, ab dem er wusste, dass es in Ordnung war, diese Frau zu begehren, eben, weil es es auch wollte. Aber bis zu diesem Punkt wäre es ein großer Schritt, vor allem für Kazel. Er hegte ja nicht im Geringsten den Wunsch, das zu tun, was sein Körper durch deutliche Reaktionen signalisierte. Und vermutlich unterschied ihn genau dies von den Männern, mit denen Janay bisher zu tun gehabt hatte. Kazel wollte sie nicht so forsch in Besitz nehmen. Im Augenblick wollte er eigentlich nur Kleidung, um sich zu bedecken oder ein Loch finden, in dem er sich verkriechen konnte. Kein solches Loch! Was denkst du?! Diese Frau überforderte ihn, er war absolut unkonzentriert und nicht mehr Herr seiner Sinne. Seine Gedanken kreisten wild umher mit jedem weiteren Atemzug, den Janay tat - und den er als sinnliches Kribbeln auf seiner Haut spürte.
Sie atmete ein, machte sich offenbar einen Spaß daraus, ihn noch verlegener werden zu lassen. Er spürte ihre Brust, wie sie sich hob und gegen seine presste. Sie war so unendlich weich, bereits jetzt. Er konnte nicht anders, als diese wohlgeformten Rundungen in Augenschein zu nehmen. Sichtlich ertappt keuchte er allerdings auf, als sie andeutete, dass er das Privileg erhalten könnte, sie eines Tages zu berühren. Sein Starren wanderte abrupt hinauf in ihr Gesicht. Das konnte sie doch nicht ernst meinen!
"W-was sagst du denn da?!" Er war entsetzt. Was hatte sie denn vor? Bei Manthala, mir ist verdammt heiß! Seine Hände waren inzwischen ebenfalls verschwitzt, seine Knie weich wie Butter. Am liebsten wäre er eingeknickt. Zum Glück hielten die Wand in seinem Rücken und Janays Körper vor ihm ihn davon ab. Kazels Atmung ging bereits stoßweise. Er würde noch hyperventilieren, wenn die Elfe so weiter machte. Was bezweckte sie damit? Eine Dankesgeste, weil er versucht hatte, sie zu retten und dem Anschein nach sogar erfolgreich gewesen war?

Kazel besaß einen natürlichen Instinkt. Er sicherte ihm bisher sein Überleben. So war der Mischling oftmals aus Situationen herausgekommen, die im Grunde bereits aussichtslos hätten sein müssen. Derselbe Instinkt rettete ihn auch jetzt, wenngleich er es dieses Mal ruhig hätte zulassen sollen, weiter zu gehen. Indem er aus einem verzweifelten Reflex heraus Janays Sprachkenntnisse in Lerium ansprach, beendete er die Spannung zwischen ihnen. Auf der einen Seite war er erleichtert, als plötzlich wieder ein Stück mehr Luft zwischen ihm und ihr steckte. Zum anderen hinterließen seine Worte ein Drücken in seiner Brust. Wie wäre es weitergegangen? Wie viel hätte diese Frau tatsächlich gewagt und wozu?
Er würde keine Antwort auf seine Fragen erhalten, denn Kazel hatte sich längst in eine neue Problemsituation manövriert. Da wäre ihm die vorherige wohl lieber gewesen, denn plötzlich wurde ihm gedroht. Er schnappte nach Luft. Ihre Worte erinnerten ihn daran, dass es wirklich passieren könnte, dass er sie verriet. Immerhin hatte er Vana Erendis Morgaine damals auch verraten - fälschlicherweise. Es war Landrias Geistesmanipulation, die ihn hatte Glauben machen, Vana sei der Feind. Tatsächlich hatte es sich umgekehrt herausgestellt, obwohl Kazel nicht an Feindseligkeit dachte, wenn er sich Landria in Erinnerung rief. Sie hatte ihm auch geholfen. Sie hatte vieles für ihn getan.
"Niemand würde etwas Schlechtes von dir denken, weil du Lerium sprichst. Keiner aus der Bruderschaft. Sie haben ja sogar einen Halbdunkelelfen bei sich aufgenommen." Er schenkte ihr ein dünnes Lächeln. "Aber ich verrat nichts." Dieses Mal nicht! Das nahm sich Kazel fest vor, unabhängig von dem indirekten Lohn, den Janay angesprochen hatte. Trotzdem wusste er dadurch immer noch nicht, woher sie die Dunkelelfensprache denn nun beherrschte. War sie denn keine Waldelfe?
Ein flüchtiger Blick zum Rest seiner Gruppe zeigte ihm, dass diese sich in eine Diskussion verrannt hatten. Sie würden wohl noch einige Worte wechseln, ehe sie in ihrem hitzigen Redeschwall überhaupt bemerkten, dass ihre Patienten bereits wieder wohlauf waren. Es gab also noch Gelegenheit, ein wenig mit Janay zu sprechen, um vielleicht doch noch die eine oder andere Frage gelöst zu bekommen. "Woher kennt eine Waldelfe Lerium?", setzte er daher noch einmal neu an, auch froh darüber, dass sich das Gespräch von seinen Körperreaktionen fort bewegte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Sonntag 17. April 2011, 15:41

Sintus Laune wurde durch die angeheizte Situation nur noch düsterer. Selbst Xenia fiel es schwer ihren Kameraden im Zaum zu halten, doch sie hielt sich zurück mit Befehlen. Sie wollte nicht ihre Macht ihm gegenüber ausspielen. Nicht jetzt, nicht so. Sie verstand ja seinen Groll und sie verstand auch den Druck unter welchem er stand. Es ärgerte sie eher dass sie selbst im Moment nicht stärker war.

„Wir sollten endlich der Wahrheit ins Auge sehen und den Mischling zurücklassen, seit er mit uns ist bringt er uns nur Pech und Schande!“ „Jetzt hör aber auf Sintus, du weisst dass wir im Moment auf jede helfende Hand angewiesen sind.“ Antwortete Xenia nun doch selbst auch etwas lauter werden.
„JA HELFEND! Wann haben jene Hände denn zuletzt irgendwas gemacht was der Gruppe gedient hat?! Er macht mehr ärger als diese Nachtelfenschlampe dort drüben die wir ja auch noch mitschleppen müssen.“

„Wir sind keine Barbaren und ich werde keine Kriegsgefangenen töten Sintus!“ Erwiderte Xenia schneidend. „Und du wirst dies auch nicht tun! Besinne dich deinem Eid!“ „Meinen EID?! Xenia, wach auf! Wir sind vermutlich das einzige was von der Bruderschaft noch übrig ist!“
Xenia schloss für einen Moment die Augen. Noch immer war das Diskutieren für sie mit grosser Anstrengung verbunden. „Eben Sintus…“ Begann sie ruhig. „Umso wichtiger dass wir den Stolz und die Werte unserer Organisation hochhalten!“
Der Paladin versank in Schweigen.

„Es war ein weisser Hirsch. Der mir das über das Wasser gesagt hat.“ Nun wurde die Hexe Annabelle hellhörig. „Ein weisser Hirsch? Du hast einen weissen Hirsch gesehen, hier in diesem Wald?“ Die Seherin nickte. „HAH! Bei den Feigenwarzen! Das war Phaun!“
„Hört auf solchen Quatsch zu reden!“ Unterbrach Sintus die beiden schnaubend. „PHaun.. .pha! Dieser Ort hier ist Gottverlassen wie der Rest Celcias!“ Brummte er düster und erntete eine schallende Ohrfeige der Hexe.

„SAG MAL SPINNST DU?!“ Brüllte er ihr entgegen und erhob sich wütend. Annabelle erhob sich ebenfalls und trotzte dem vernichtenden Blick des Paladins. „Hört…auf…“ Hauchte Xenia matt, was hatte sie da nur für Streithähne um sich versammelt?
Der Paladin packte nach der Hexe und zog sie wütend und grob zu sich. „WAGE ES NIE WIEDER MICH ZU SCHLAGEN WEIBSTÜCK!“ Zischte er ihr schneidend entgegen. Doch Annabelle funkelte ihm ungerührt entgegen. „Wage es DU nicht noch einmal den Schutzgott dieses Waldes zu beleidigen und zu verleugnen Paladin! UND JETZT NIMM DEINE PFOTEN VON MIR!“
Auch wenn sich Annabelle taff zeigte in jenem Moment des Angriffs sah man sie deutlich zittern als Sintus sie wieder losliess und sich knurrend hinhockte. Er blickte zu Talimée hin. „Entschuldige, dies war unritterlich.“ Brummte er leise und rieb sich den Kopf. Xenia nickte ihm zu. „Ruhig Blut Kamerad.“ Versuchte sie ihn aufzumuntern. Die Gruppe verfiel in Schweigen und wäre die Nachtelfe nicht gewesen die sich leise zu Wort meldete hätte die Gruppe wohl das Gespräch in Lerium der beiden nicht mehr ganz so schwer Verletzten und quick ebendigen mitbekommen.

„Das…W..a..s.s.er… der….Sternen..see…“ Sintus rollte mit den Augen. „Jetzt beginnt die auch noch im Delirium zu schwafeln.“ Brummte er genervt, doch die Frauen der Gruppe brachten ihn beinahe einstimmig mit einem „SHhht“ zum Schweigen. Annabelle und Talimeé waren sofort bei der Schwerverletzten. „St..e.r.n..e.n..s.e.e..heiliges…Wa..ss..er….heilende.s…..Wasser“
„Heilendes Wasser?“ Wiederholte Annabelle. Juduka nickte. „T..rinken…o..oder…Auftra..gen..“ Sintus blickte Annabelle verdutzt an und hob eine Augenbraue. „Heilendes Wasser häh?“ Er erhob sich, sein Ziel waren eigentlich die nassen Kleider der beiden halb erfrorenen dafür drehte er sich in deren Richtung… und sah das Geturtel der beiden.
Erst war er überrascht denn die beiden präsentierten sich in einem erstaunlich munteren Zustand, doch dann keimte seine Wut und sein Zorn von neuem auf. Er stapfte zu seinem Schwert und packte es. Der Stahl mit welchem es geschmiedet wurde leuchtete rot im Feuerschein der Höhle. Der Paladin hatte wenn auch mit grossem ekel seinen Waffenrock wieder angezogen.

Er beendete das Gespräch der beiden Wortlos indem er sein Schwert direkt neben Janays Hals hindurch auf Kazels nackte Brust richtete der noch immer an der Wand sass.
„WAS GLAUBT IHR EIGENTLICH WER IHR SEID!“ Brüllte er den beiden entgegen. „Sintus, nicht so laut!“ Schnaubte Xenia. „Man hört uns noch im ganzen Wald. Sintus atmete durch. Beruhigte sich etwas. Sein Schwert fuhr herunter und nun berührte kaltes Metall Kazels Zentralmassiv.
„DU…zügelst gefälligst deine Lust, glaubst du es ist der richtige Moment für ein verfluchtes Geturtel mit einer Adeligen die sich offensichtlich nicht wie eine verhält?!“ Er drückte die Breitseite seines Schwertes unangenehm gegen Kazels Männlichkeit. „Wenn du dich nicht sofort abkühlst und deinen Körper unter Kontrolle bekommst werde ich nachhelfen…hast du mich verstanden?! Du willst ein Soldat der Bruderschaft sein mhm?! DANN LERNE ENDLICH BEFEHLE ZU BEFOLGEN!“ Zischte er ihm entgegen.

Er nahm sein Schwert zurück und packte Janay am Arm um sie auf die Beine zu zerren und sie zu sich zu drehen. Sintus sorgte so für einen ziemlichen harten Schnitt in die romantische Szene der beiden, doch dies schien zumindest dem Paladin ziemlich egal zu sein. „Und ihr meine Liebe… werdet so freundlich sein und Annabelle zum See begleiten wo ihr beinahe ersoffen seid um Wasser zu schöpfen!“ Er musterte die Robe die sie trug. Zog am Ärmel und legte so den Blick auf ihre Unterwäsche frei. Sintus genehmigte sich einen ausgiebigen Blick hinein, ehe er von ihr abliess. Nicht nur weil er ein Lüstling war, sondern auch um sich selber davon zu überzeugen dass die Frau unversehrt war. So unversehrt wie sie es eigentlich anhand der Erfrierungen die sie vor wenigen Stunden erlitten hatte nicht sein konnte.

„Vielleicht findet ihr dort auch noch Reste eurer Kleider, ansonsten wird wohl einer von euch beiden nackt mitlaufen müssen.“ Er zog sie näher zu sich. „Wobei ich beinahe hoffe dass ihr dies sein werdet.“ Hauchte er ihr unheilversprechend ins Ohr. Dann liess er von ihr ab. Stampfte zu seinem Helm und warf diesen Annabelle entgegen welche ihn auffing. „Holt von dem heilenden Wasser… Er musterte Talimeé mit ihr hatte er sich blendend verstanden während der Jagd. Er fand die schüchterne Frau nett. Sie beruhigte ihn irgendwie. „Wenn du möchtest kannst du auch mit deiner Herrin mitgehen Talimée.“ Sagte er sanft.
„Wenn ihr zurückkommt erwartet euch schliesslich einen feinen Hasenbraten!“ Beim Gedanken an das Essen wurde Sintus noch ruhiger und sanfter. Das wars? War dies der ganze Sturm des Paladins gewesen?
Er hockte sich ans Feuer und weidete weiter die Hasen aus. Xenia nickte ihm dankbar entgegen. Die beiden verstanden sich auch ohne Worte. „Ach und Kazel… sobald du dich… abgeregt hast… kommst du zu mir. Verstanden?“
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Sonntag 17. April 2011, 17:52

Janay war alles andere als prüde und wenn sie es wollte, konnte sie sich ungehemmt einem Mann hingeben. Gewöhnlich tat sie dies lediglich in ihrem Beruf, doch wenn jemand ihr dennoch gefallen sollte, obwohl es bisher seit ihrer Laufbahn noch nicht vorgekommen war und sie es zuvor nicht in Erwägung gezogen hatte, warum sollte sie es dann nicht zu ihrem eigenen Vergnügen tun? Zwar gäbe es dabei den kleinen Unterschied, dass sie bei freiwilligen Stelldicheins auch an ihre eigenen Bedürfnisse denken und sie erfüllen dürfte, doch ansonsten wüsste sie nichts, was anders wäre als während ihrer Tätigkeit.
Nur bei Kazel wollte sie vorerst lediglich spielen, ihn necken und herausfordern, ohne dem Wunsch, es zum Äußersten kommen zu lassen. Und sie genoss es, eindeutig, vor allem weil es so einfach war und sie mit Leichtigkeit auslotsen konnte, wie tief sie ihn noch in die Verlegenheit stürzen könnte. Zum Beispiel mit dem Locken, sie einst berühren zu dürfen.
Leise kicherte sie bei seinem Entsetzen und zog gespielt missbilligend die Augenbrauen hoch. "Was denn? Würde es dir nicht gefallen sie anzufassen?", säuselte sie.
Was dann allerdings geschah, ließ nicht nur ihn abrupt aus dieser Situation erwachen, sondern riss auch sie aus jeglichem Spieltrieb und Koketterie heraus, machte den Moment zu etwas Ernstem, Gefährlichem. Sie tat es nicht gerne, aber sie musste ihm drohen, ihm klar machen, dass dieses Wissen für ihn ebenfalls riskant werden könnte. Zwar war sie keine Magierin oder Kämpferin, geschweige denn dass sie ihn verletzen wollte, jedoch hatte auch sie einen gewissen Instinkt für ihren Selbstschutz. Er wusste, dass sie Lerium beherrschte, es wäre nur noch ein kurzer Schritt, bis er entdecken könnte, dass sie obendrein eine Dunkelelfe war. Und danach wäre es für sie aus, egal, ob sie vorgehabt hatte, die Spionin lediglich Véllin vorzugaukeln oder nicht.
Was er ihr allerdings, vermutlich als Beschwichtigung, sagte, ließ sie einen Moment lang den Atem anholten.
Ihre Augenbraue hob sich erneut und sie verarbeitete seine Worte. Dann blinzelte sie und legte den Kopf leicht schief. "Du...?", kam es kaum hörbar über ihre Lippen.
Kazel, dieser schmächtige Jüngling, sollte von ihrem Blut sein? Auch wenn es nur zum Teil wäre, doch er sollte zu den Dunkelelfen gehören? Das hätte sie bei weitem weder vermutet, noch damit gerechnet, dass ihr so jemand begegnen könnte. Noch dazu, wo sein Verhalten alles andere als typisch für ihre Art war. Wenngleich... ihr Charakter entsprach auch nicht dem typischen Klischee. Wie auch immer, vielleicht war ihre Lage trotz allem nicht ganz so aussichtslos.
Janay hatte nicht vor, es ihm zu verraten, aber sie hatte einen vagen Hoffnungsschimmer, sollte es trotz allem heraus kommen oder nötig sein, sich jemandem zu erklären, um Verbündete zu gewinnen. Auch ihr Vorhaben, ihn jetzt erst recht um ihren Finger zu wickeln, verfestigte sich in ihrer Zukunftsplanung. Sie könnte in ihm, wenn er wirklich ein Halbblut war, durchaus einen Fürsprecher finden. Jedoch zuerst müsste sie definitiv in Ruhe darüber nachdenken und durfte nichts überstürzen.
Erneut hakte er nach, woher sie ihre Muttersprache konnte, allerdings schüttelte sie abwehrend den Kopf. "Alles zu seiner Zeit.", erwiderte sie wieder im allgemeinen Celcianisch.
Die Stimmung war hinüber, die Lust an dem Spiel ihr gehörig vergangen und somit wollte sie auch das Gespräch jetzt erst einmal beenden, um ungestört Überlegungen anstellen zu können.
Gerade wollte sie sich umdrehen und zu ihrem Platz zurück kehren, als eine Waffe sich zwischen sie schob und direkt auf Kazel zeigte. Dicht gefolgt von einem Brüllen, von dem man einen Hörsturz bekommen konnte.
Das war nicht gut, ganz und gar nicht gut, denn die junge Frau war nicht in der Stimmung für solche Streitereien. Ihr Gesicht verfinsterte sich und sie funkelte den Ritter wütend an, sodass man in ihren Augen eine Ahnung davon bekommen konnte, dass sie nicht zu den friedlichsten Völkern gehörte.
"Und was glaubst du, wer DU bist?!", zischte sie angriffslustig... und wurde ignoriert.
Hilflos musste sie den Ausbruch mitverfolgen und auch mit ansehen, wie ihr Gegenüber an der heikelsten Stelle bedroht wurde. Wofür er an sich gar nichts konnte! Janay war keine barmherzige Persönlichkeit, doch sie wusste Verantwortung zu tragen und auch Schulden zu begleichen.
Sie tupfte Sintus an, damit er wenigstens kurz abgelenkt war, und fauchte dann:"Jetzt halt aber mal die Luft an!"
Was wohl keine gute Idee gewesen war, denn nun packte er sie am Oberarm und das alles andere als sanft. Sie zerrte daran, denn es passte ihr gar nicht, er tat ihr weh und zwang sie zu einer Haltung, die auch mehr als unangenehm war.
Diesmal wollte sie gewiss nicht spielen und schon gar nicht gefiel es ihr, dass er sie einfach so begaffte, als hätte sie ihren Beruf schon offen gelegt.
Ruckartig zog sie erneut an ihrem Arm und kam frei. Nicht, weil sie es geschafft hätte, das war ihr klar, sondern weil er los gelassen hatte. "Ich werde gar nichts tun, nur weil du es befiehlst! Was soll dieser ganze Affenzirkus überhaupt?! Warum soll ich noch mal zu diesem blöden See?! Und sicher nicht ohne Kazel!", zeterte sie.
Das bedeutete nicht, dass sie unbedingt noch mehr Zeit mit ihm verbringen wollte, ohne vorher ihre Ruhe gehabt zu haben, jedoch wusste sie nicht mal mehr wo der See lag, immerhin war sie kopflos durch den Wald gerannt. Und außerdem würde sie den Teufel tun und ihn jetzt allein lassen, um zu riskieren, dass er sie trotz seiner Worte verriet. Vielleicht auch ein kleines Bisschen aus Sorge, dass ihm das Schwert wieder zu nahe kommen und einen unwiderbringlichen Schaden anrichten könnte.
Dass sie sich eigentlich darüber aufregen sollte, welch lüsterne Blicke er vorhin gezeigt und dass er in die Robe hinein gespäht hatte, kam ihr hingegen nicht in den Sinn. Zumindest nicht so, wie es bei ihr als adelige, unverheiratete Dame eigentlich hätte sein sollen. Nun ja, die junge Frau war aufgebracht, da konnte sie auch das ein oder andere Detail ihrer Rolle schon mal vergessen.
Sie verschränkte trotzig, einem kleinen Kind recht ähnlich, die Arme vor der Brust und baute sich so auf, dass sie mehr oder weniger zwischen Kazel und Sintus stand, der zum Feuer zurück kehrte. Nicht einmal die Aussicht, dass Talimée mitgehen und sie mit ihr sprechen könnte, sowie die Lockung von weiterem, nahrhaftem Essen konnte ihren Zorn beschwichtigen.
Sie sah nicht ein, dass sie diesem Typen, diesem Pelgarer, gehorchen und nach seiner Pfeife tanzen sollte, egal, wie viel er in der Gruppe mitzureden hatte. Und das würde sie jetzt auch ein für alle Mal klar stellen, indem sie sich solange nicht vom Fleck rühren würde, bis Kazel mitkommen und Sintus sie obendrein darum bitten würde. Mal sehen, wer den längeren Atem und den großen Dickschädel hätte!
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 18. April 2011, 20:24

Was im Hintergrund vor sich ging, darauf achtete Kazel nicht. Er hatte flüchtig mitbekommen, dass sich Sintus, Xenia und Annabelle stritten - Talimée hielt sich entweder zurück oder er hatte sie überhört -, aber die genaue Sachlage blieb ihm verborgen. Er hatte genug anderer Dinge, die seiner vollen Aufmerksamkeit bedurften. Derzeit waren es zwei Argumente, die von Janays im Rücken festgehaltenen Robenstoff noch deutlicher hervor traten. Dann folgte die Drohung der Lerium sprechenden Elfe, sie ja nicht zu verraten. Kazels Ohren klingelten. Obwohl gesundheitlich wieder vollauf, war er im Augenblick mit der Gesamtsituation überfordert. Sein Körper reagierte weiterhin auf die Nähe dieser Frau, gleichzeitig pumpte das Herz Adrenalinschübe in seinen Kreislauf, die nicht nur von ihrem schönen Körper herrührten. Er brauchte frische Luft. Er sehnte sich nach einem Moment, in dem er kurz die Augen schließen, verschnaufen und seine Gedanken neu ordnen konnte.
Seinem Wunsch wurde Folge geleistet. Eine Pause trat ein, aber verschnaufen sollte Kazel jetzt wohl besser nicht. Eine Schwerspitze richtete sich auf seine Brust. Die Schneide führte an Janays schlankem Hals vorbei, knapp unterhalb ihrer Haare. Kazel starrte auf. Sintus stand hinter der Elfe. Der Zorn in seinem Blick sprach Bände. Die Worte, die folgten, lasen aus diesen Bänden vor und zwar laut. Das gefiel auch Xenia nicht. Wo vorher der Paladin einen so klaren Kopf bewahrt hatte, war es jetzt die Söldnerkönigin, die ihn ermahnte, friedlich zu sein. Das Brüllen stellte der Mann ein, aber das neue Ziel seines Schwertes entriss Kazels Kehle ein Keuchen. Jeder Mann fürchtete doch, dort verletzt zu werden, unabhängig wie oft das "Werkzeug" benutzt worden war. Kazel starrte zu Sintus hinauf. Der würde doch nicht ... obwohl, ihm traute er es zu. Die beiden waren ohnehin nicht das, was man als Freunde hätte bezeichnen können. Ach was, die waren nicht einmal richtige Waffenbrüder oder Kameraden. Xenias Wille schweißte die Gruppe an dieser Stelle zusammen und beide Kämpfer hörten auf sie.
Nur dass der Paladin Kazels ungezügelter Lust die Reaktion seines Körpers vorwarf, gefiel dem Mischling nicht. Er war es nicht gewesen, der Janay hatte verführen wollen. Im Gegenteil. Sie hatte sich ihm doch bis auf wenige Zentimeter genähert und ihm Worte zugeflüstert, bei denen ein Grünschnabel auf dem Gebiet von Liebe und Lust gar nicht anders konnte, als wie eine Motte ins Licht zu fliegen. Eigentlich hätte er sich demnach also durchaus zurecht zur Wehr setzen und sich rechtfertigen können. Doch über Kazels Lippen drang kein Wort der Beschuldigung. Er stelle Janay weder an den Pranger, noch versuchte er es mit einer Ausrede. Er nickte nur und senkte dann den Blick, peinlich berührt, dass man seine Lust bemerkt hatte. Die Wangen waren ihm rot angelaufen, die Scham setzte sich aber bis in die Ohrspitzen fort.
Wenigstens half Sintus durch den Druck der Klinge auf sein Gemächt bereits dabei, die geforderte Abkühlung zu erwirken. Das Metall war kalt und die entstandene Situation raubte jeglicher Gefühlslage ihr Feuer. Kazels Standhaftigkeit zog sich schneller zurück als eine Gruppe desertierender Soldaten im Angesicht einer Übermacht auf feindlicher Seite. Er ließ die Strafpredigt auf sich herab regnen und nickte nur. Lediglich bei Aussage, er wolle ein Bruderschaftsmitglied sein, murmelte er leise: "Ich bin ein Soldat der Bruderschaft." Xenia und Echzechiel hatten ihn in diese Welt geführt. Er war Teil von ihnen und sah sich auch als vollwertiges Mitglied, nicht etwa als ein Rekrut auf Probezeit. Vielleicht irrte er sich damit ja, sogar im Falle von Xenia und Echzechiel. Aber Kazel sah es anders. Er hatte in der Bruderschaft die Zugehörigkeit gefunden, nach der er sein Leben lang gesucht hatte. Selbst ein miesgelaunter Sintus konnte ihn davon nicht abbringen.

Nun bekam auch Janay ihr Fett weg. Kazels Muskeln spannten sich an, als Sintus die Elfe auf die Beine zerrte, kurz Worte mit ihr wechselte und sie dann schubste. Nun, er behandelte die Adelige jedenfalls mit etwas mehr Respekt. Aber Kazel hatte den Blick des Paladins bemerkt. Dieser war wütend ... und ausgelaugt. Hatte er denn geschlafen? Wie war die Jagd verlaufen. Möglich, dass sich Sintus bislang als einziger nicht hatte ausruhen können. Das zehrte an seinen Nerven. Trotzdem, wenn er schon Standpauken hielt, sich zu zügeln, dann sollte er sich hierbei auch an die eigene Nase fassen. Aber Kazel legte es jetzt nicht auf noch mehr Ärger an, also schwieg er - konzentrierte sich darauf, sein Gemüt wirklich abzukühlen und zog den Stofflappen enger an sich heran. Zum Glück brannte das Feuer hoch in der Höhle. Es wärmte selbst in dieser Ecke. Kühl war es vermutlich nur am Eingang des Unterschlupfes.
Diesen sollte Janay nun verlassen, auf Wunsch auch mit Talimée, wenn die andere Elfe das wollte. Sie sollte Gelegenheit kriegen, ihr Kleid zu holen. Kazel knirschte mit den Zähnen. Er hätte das Gewand auch mitnehmen sollen, selbst wenn es nass gewesen war. Für diesen Fehler ärgerte er sich jetzt mehr als darüber, mit einer Erektion erwischt worden zu sein. Die war zum Glück endlich vollkommen abgeklungen, so dass er der Aufforderung des Paladins folgen und sich ihm nähern konnte. Ob sie allerdings ein Gespräch führen würden, stand noch offen im Raum. Janay weigerte sich nämlich, ohne ihn zum Sternensee zu gehen. Das überraschte Kazel. Sie suchte seine Anwesenheit? Vielleicht fürchtete sie, er könne sie in ihrer Abwesenheit bei seinen Leuten verraten. Dann käme sie möglicherweise zurück und es warteten Fesseln oder ein Hieb mit dem Schwertknauf auf sie. Vielleicht wollte sie aber auch nur das unterbrochene Gespräch fortführen. Sie hatte ja schon sehr überrascht gewirkt, als er ihr offenbarte ein Halbdunkelelf zu sein. Sah man es ihm denn nicht an?
Er schüttelte langsam den Kopf. Mit leisen Worten sprach er: "Ich sage nichts." Sintus mochte ihn wohl gehört haben, aber Lerium verstand der Paladin vermutlich nicht und er ahnte ja nicht, dass die Worte an Janay gerichtet waren. Möglicherweise interpretierte er sie als einen Fluch in Kazels Muttersprache oder glaubte, der Mischling brächte nicht den Mumm auf, eine Beleidigung für ihn auf celcianisch auszusprechen - weil er die Folgen fürchtete.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Samstag 23. April 2011, 22:34

Wenn sich einer in der Gruppe mit Adelskreisen auskannte dann war es wohl Sintus, na ja offenbar auch Annabelle wenn sie denn wirklich einmal als Hofdame gearbeitet hatte. Xenia nämlich mied den Hochadel für gewöhnlich. Sie war eher eine Frau des einfachen Volkes und sie war durch und durch Kriegerin. Sie verbrachte den Abend lieber bei den Wachen auf der Mauer als im Speisesaal von Königen. Das aufgeblasene Verhalten der Fremden zu Beginn passte deutlich ins Verhaltensmuster einer Adeligen. Doch etwas anderes machte den Paladin stutzig.
Etwas, was sie eben nicht tat. Er hatte sich äusserst unritterlich ihr gegenüber verhalten. Sie angestarrt, einen wüsten Frevel begangen. Doch sie regte sich nur darüber auf dass sie nicht mit dem Mischlingsbastard zum See gehen durfte. Das einzige was sein Stutzen verriet war das Hochziehen einer Augenbraue. Sintus beschloss sich diesen Umstand zu merken und die Kleine besser im Auge zu behalten.

„Und ob ihr mir gehorchen werdet. Ich bin für die Sicherheit der Gruppe verantwortlich und ich werde es nicht zulassen dass ihr beiden mit eurer aktuellen… Verwirrung…, die gesamte Gruppe gefährdet! Wenn ihr dies nicht akzeptieren wollt… bitte, dann versucht draussen im Wald euer Glück! Allein!“ Er hielt ihrem Blick stand und er meinte es ernst. Wenn dieses Weibsbild das Gefühl hatte sich aufspielen zu müssen war sie bei ihm an der falschen Adresse. Er hatte nicht den Nerv und die Lust sich mit bockigen Zicken herumzuschlagen. „Es ist eure Entscheidung… aber solltet ihr euch meinem Befehl nicht innert den nächsten Minuten beugen werde ich auf ab sofort… und für den Rest dieser Mission als unerwünschte Person betrachten.“
Krieg erforderte schliesslich besondere Massnahmen.

Er schwieg einen Moment, ehe er weitersprach. „Der Grund warum ihr wieder an den See gehen sollt ist, dass ihr trotz eurem triebhaften Leichtsinn nicht gestorben seid, sondern völlig unversehrt und euch offensichtlich bester Gesundheit erfreut.“ Sonst hätte sie wohl kaum die Kraft gehabt so aufzumucken. „Denke nach… „ Brummte er schliesslich und wandte sich Kazel zu. Hoffentlich stellte sich dieser etwas weniger widerspenstig dar.
Xenia und die anderen beobachteten sehr genau was geschah. Warum die Kriegerin nicht eingriff? Sie würde Sintus nicht vor der gesamten Gruppe blossstehen nur weil sie mit der Tonlage des Paladins nicht einverstanden war. Die Massnahmen nämlich begrüsste sie.
"Ich bin ein Soldat der Bruderschaft." „Gut… dann halte auch dein Schwert im Zaum.“ Mahnend drückte er noch ein letztes Mal zu ehe er sein Schwert wieder in die Scheide zurücksteckte. Sintus wandte sich wieder zu Janay. Die Zeit für eine Entscheidung war gekommen…
Doch er wurde abermals abgelenkt von Kazel der irgendwelches verständnisloses Zeug vor sich her brummte. Aber was murmelte er da? Es waren zu wenig Silben gewesen um die Sprache zu verstehen. „Hör auf damit!“ Herrschte er Kazel dann auch gleich an. „Von jetzt an wirst du alles was du zu sagen hast, der gesamten Gruppe sagen. Hast du mich verstanden?“

Offenbar traute Sintus im Moment selbst der Hexe mehr als jenen beiden. Sogar jene schaute verständnislos. Sie wusste nicht was so schlimm daran war für das Mädchen jetzt nochmals an den See zu gehen um ein Heilmittel zu holen für die Gruppe. Nur das knistern des Feuers war noch zu hören.
Sintus legte seine Hand auf den Schwertknauf und blickte Janay direkt an.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Dienstag 26. April 2011, 15:25

Auch Janay hätte eine frische Brise und ein paar Momente der Ruhe vollauf begrüßt. Sie hätte diese Situation nützen können, um ihre Gedanken zu sammeln. Dass Kazel heraus gefunden hatte, dass sie Lerium reden und verstehen konnte, hatte sie völlig aus der Bahn geworfen. Es wäre demnach nur noch eine Frage der Zeit, bis er erkennen würde, dass sie diese Sprache so flüssig verwenden konnte, wie es nur denjenigen möglich war, die damit aufgewachsen waren. Somit könnte er sehr bald auch entdecken, welcher Rasse sie tatsächlich angehörte. Er bräuchte nur mit Talimée unbemerkt darüber reden und sie könnte glauben, dass sie ihm alles anvertrauen könnte. Die junge Frau wäre geliefert!
Sie hatte nie vorgehabt, ewig bei dieser Gruppe zu bleiben, dazu war das alles zur Zeit viel zu gefährlich. Jedoch hatte sie nicht damit gerechnet, derart schnell die Flucht wagen zu müssen. Immerhin, ihr Körper wirkte vollkommen wieder hergestellt und die Pferde waren auch ausgeruht. Sie würde also lediglich ein paar unbedachte Sekunden benötigen, um sich davon stehlen zu können. Talimée wäre hier gut aufgehoben, sie war tatsächlich eine Waldelfe und sollte nichts zu befürchten haben.
Nur bis dahin musste sie dafür sorgen, dass ihr Gegenüber die Klappe darüber halten würde. Was sie auch sofort mit ihren bescheidenen Mitteln, die keine Aufmerksamkeit erregen sollten, versuchte.
Allerdings war ihr Erfolg nur mäßig, denn da wurden sie schon gestört. Ihr klingelten leicht die Ohren, weil Sintus direkt neben ihrem Kopf vor Wut brüllte.
Obwohl es riskant war, schloss sie die Augen und atmete tief durch, einige Herzschläge lang allem und jedem ausgeliefert, weil sie es nicht kommen sehen könnte.
Als sie die Lider wieder anhob und Kazel ansah, war sie überrascht, dass er sie noch nicht verraten hatte. Wobei sie nicht an ihre Sprachkenntnisse dachte, sondern eher daran, dass sie angefangen hatte.
Ja, er war schüchtern, aber derzeit ging es um sein wichtigstes Stück, das würde jeder Mann mit allen möglichen Mitteln verteidigen. Warum also verriet er sie nicht, klärte Sintus nicht über die Wahrheit auf?
Das verstand sie nicht und gleichzeitig war sie ihm dankbar, denn es hätte an ihrer Glaubwürdigkeit genagt. Dass sie ohnehin im Begriff war sich selbst zu verraten, ahnte sie nicht, da für sie einfach ein gewisses Verhalten normal geworden war. Dazu gehörte auch, dass sie Blicke auf ihren Körper hinnahm.
Sie sah sein fast schon demütiges Nicken und die Röte in seinen Wangen, als er die Anschuldigungen einfach so akzeptierte. Doch das weckte eine gewisse Wut in ihr, weil sie wusste, wie unschuldig er war.
Nur... was sollte sie tun? Sich eine Blöße geben? Eine Ausrede erfinden? Irgendetwas musste sie machen, das war ihr klar, denn sie war schuldig daran und niemand, der sich vor Verantwortung drückte.
Trotzdem war sie noch am Überlegen, als Kazel zumindest eines richtig stellte, wenn auch viel zu kleinlaut in ihren Ohren.
Ihre Augenbraue hob sich flüchtig an und wäre ihre Lage nicht so gefährlich am Kippen gewesen durch den neuen Mitwisser, hätte sie sich vielleicht dazu verleiten lassen, später eine Möglichkeit zu schaffen, ihn über die Bedeutung dieser Bruderschaft auszufragen. Allerdings würde das wohl nicht geschehen. Stattdessen musste sie sich mit diesem Rüpel abgeben, der immer deutlicher ihr Bild von den pelgarischen Männern bestätigte, die sowieso nie sonderlich gut gewesen war.
Nun sank sie noch mehr und entsprechend wenig Hemmungen hatte sie, ihn ihre Wut auch spüren zu lassen und Bedingungen zu stellen. Wenngleich diese nicht aus Nächstenliebe geboren waren, sondern aus zwei Notwendigkeiten. Einerseits wollte sie nicht in ihrer Abwesenheit entlarvt werden und andererseits kannte sie den Weg nicht. Ihre Panik war viel zu groß gewesen und schon zuvor hatte sie sich schließlich verlaufen!
Dass er sie ebenfalls nur mit Hilfe gefunden hatte, ahnte sie ja nicht.
So deutete sie auf seine leisen Worte auch ein Kopfschütteln an, denn sie konnte von dem Verlangten nicht ablassen.
Ihre Augen wurden zu schmalen Schlitzen, als Sintus auf seinem Befehl beharrte, und sie verschränkte die Arme. "Gut, dann werde ich gehen und hoffen, dass deine Annabelle den Weg kennt. Ich habe nämlich keine Orientierung im Wald!", hielt sie kühl dagegen.
Es stimmte nicht ganz, an sich konnte sie sich durchaus Landschaftsmarken merken, um sich nicht zu verirren. Jedoch war es Nacht und sie hatte besseres zu tun gehabt, als sich den Weg zu merken.
Bei seiner Erklärung, warum sie überhaupt dorthin sollte, lachte sie bitter auf. "Oh ja, triebhaft und leichtsinnig, wie passend du es dir zurecht machst, ohne dich der Wahrheit auch nur zu nähern. Aber anstatt uns zu fragen, lässt du dich lieber von deinen eigenen Trieben leiten und fuchtelst mit dem Schwert rum. Ich bin hier unerwünscht? Nun, dann gib mir mein Pferd und ich werde verschwinden. Wie wäre es, wenn du erst mal nachdenkst? Bis dahin, ich warte draußen!" Ihr wurde es einfach zu riskant hier drinnen und obendrein täte ihr frische Luft bestimmt gut, um sich zu sammeln. Er brachte ihr Blut in Wallung und das nicht im positiven Sinne, sodass es höchstwahrscheinlich gesünder für sie selbst wäre, wenn sie das Gespräch an dieser Stelle abbrach.
Abrupt wandte sie sich um, ignorierte alle möglichen Blicke, egal, wie sie ausfallen mochten, und ging hinaus. Nicht weit, sie wollte den selben Fehler nicht noch einmal machen. Aber sie trat aus dem direkten Lichtschein, der aus der Höhlenöffnung drang, und setzte sich in das feuchte Gras.
Noch hatte sie Kazels Robe an, die ihr nun nützte. Sie zog die Beine an und konnte sich fast vollständig verhüllen mit dem wärmenden Stoff. Die Arme schlang sie um ihre Beine und das Kinn legte sie auf ihre Knie.
Seufzend sah sie in die Dunkelheit und hoffte, wenigstens eines der Pferde zu kriegen, wenn sie wirklich verschwinden müsste.
Die einzige andere Gefahr, die nun auf dem Weg in die Freiheit auf sie noch lauerte, waren die Reihen der Dunklen Armee. Durch diese müsste sie dringen und sich in eine noch ruhige Ecke Celcias verdrücken können. Dann erst hätte sie es geschafft und einen trügerischen Frieden, bis sie weiter ziehen müsste, wenn sich die Bedrohung nähern würde.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Donnerstag 28. April 2011, 07:44

Kazel hielt sich weitestgehend heraus. Zumindest eine Weile. Er wollte nicht noch mehr Ärger verursachen und Sintus' Verhalten zeigte ihm, dass die Nerven des Paladins bereits zum Zerreißen angespannt waren. Jeder brauchte wohl einmal Ruhe und nach all den Strapazen hatte es sich dieser Mann auch einmal verdient. Wenn er aber weiterhin herum schimpfte, würde es nicht so schnell zur ersehnten Erholung kommen. Janay ließ sich nicht alles gefallen. Es überraschte Kazel, dass sie ihn zum Sternensee mitnehmen wollte. Er kannte den Weg genauso wenig wie sie. Es wunderte ihn schon, dass eine Waldelfe sich in Wäldern nicht orientieren konnte. In seinem Blut floss nur zur Hälfte ein solches Vermächtnis, aber gestern war es ihm doch recht leicht gefallen, den Geräuschen zu folgen und die Orientierung zu behalten. Er war sich sicher, dass er seine eigene Spur bis zum See würde zurückverfolgen können, vor allem, wenn es erst einmal etwas heller war.
Kazel lauschte dem Streitgespräch. Es gefiel ihm nicht, dass sich Janay nun auch noch den Unmut des Paladins zuzog. Es genügte, wenn er selbst in einem schlechten Licht stand. Sintus schien kein Mann zu sein, der sich viele Freunde machte, aber Kazel dachte an Xenias Worte zurück. Man musste zusammenhalten und eine Einheit bilden. Der Krieg konnte mit Einzelgängern nichts anfangen. Er nickte. Dann mischte er sich ein. "Sintus - sie findet sich allein in diesen Wäldern nicht zurecht. Deshalb bin ich ihr doch hinterher. Du solltest sie nicht dem aussetzen, wovor ich versucht habe, sie zu bewahren." Einem Tod in der nächtlichen Kälte oder Stunden des Umherirrens, weil sie den Weg nicht zurückfand. Ob Sintus ihm überhaupt glaubte? Die Szenerie, in der er beide erwischt hatte, sprach ja offensichtlich etwas Anderes.
Betreten fiel der Mischling erneut in Schweigen. Xenia glaubte ihm vielleicht, aber dieser Kerl? Sie beide standen sich alles andere als nahe. "Denke nach..." Das tat er und schaute an sich herab. Vielmehr erinnerte er sich und zwar an die schüttelnde Kälte, die seinen Körper in der Nacht befallen und ihm nach und nach seiner Kräfte beraubt hatte. Er dachte an die stechenden Schmerzen in seinen Gliedern, die mit jedem Schritt unter Janays Gewicht schwerer geworden waren. Er dachte an das kratzend harte Holz des Baumstammes, gegen den er sich gelehnt hatte, um den Tod eines Erfrierenden zu sterben. Er dachte an Janays zitternde Haut, so kalt und bleich. Und Kazel erinnerte sich des seltsamen Schleimklumpens, der zu seinem Stein geworden war - das erste Bild, direkt nach seinem Erwachen. Seine Augen suchten den kleinen Felsbrocken. "Glaubst du, das Wasser hat uns geheilt?" Es klang verblüffend, aber anders könnte er es sich nicht erklären. Da musste Magie im Spiel sein - oder göttliche Allmacht. Manthala? Nein, sie besitzt doch keinen Waldsee! "Lysanthor?" Die Götter, welche bevorzugt von Naturliebenden oder Waldelfen angebetet wurden, kannte Kazel nicht. Er war in mathal'schen und faldorischem Glauben aufgezogen worden. Dank Echzechiel und der Bruderschaft des Lichts lernte er nach und nach den Lichtgott der Menschen kennen. Ein höheres Wesen, das ihm nicht unsympathisch war, vor allem nicht, wenn es ihn gerettet hatte. Er schaute zur Höhlendecke, während seine Lippen ein Danke formten. Ja, er war dankbar dafür, dass er dem Gevatter Tod ein weiteres Mal von der Schippe hatte springen dürfen. Er würde es der Bruderschaft vergelten, immerhin war er ein Teil von ihnen.

"Hör auf damit! Von jetzt an wirst du alles, was du zu sagen hast, der gesamten Gruppe sagen. Hast du mich verstanden?" "Laut und deutlich", gab Kazel zurück. Dann erhob er sich, Annabelles Tuch immer noch gegen seine Lenden gepresst. "Und deshalb würde ich entweder gern selbst so schnell wie möglich wieder zu diesem See gehen oder unsere Verletzten" - er warf einen Blick zu Xenia, dann zu Juduka - "dorthin bringen. Das Wasser könnte uns alle erstarken lassen. Wir hätten wieder ein Chance, Sintus. Eine richtige." Er dachte an den Bruder, den dieser Mann verloren hatte. Da wandte sich Janay zum Gehen. Sie marschierte einfach aus der Höhle heraus, wollte sie jetzt etwa wirklich wieder allein losziehen. Nein, das war keine gute Idee. Kazel schaute den Paladin an, der sich hier von selbst zu ihrem Anführer gemacht hatte. Dann aber warf er einen Blick zu Xenia - die ihre wirkliche Führerin hier darstellte, auch verletzt. "Ich reiß mich zusammen", beteuerte er ernst. Sie konnten Janay doch nicht ihrem Schicksal überlassen und was würde aus ihrer Dienerin? Talimée machte einen besorgten Eindruck, weil ihre Herrin einfach so verschwand, ohne das Wort überhaupt an sie zu richten.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 4. Mai 2011, 21:19

"Gut, dann werde ich gehen und hoffen, dass deine Annabelle den Weg kennt. Ich habe nämlich keine Orientierung im Wald!" Sintus verlagerte sein Gewicht auf den linken Fuss. Die Worte der Fremden überraschten ihn. Entweder war sich doch adeliger als er gedacht hatte oder aber sie war nicht das für was sie sich ausgab. Eine Waldelfe die in jenem Wald welches für die meisten ihres Volkes als Heimat diente nicht orientieren konnte? Dies war schon bemerkenswert… und verdächtig.
"Oh ja, triebhaft und leichtsinnig, wie passend du es dir zurecht machst, ohne dich der Wahrheit auch nur zu nähern. Aber anstatt uns zu fragen, lässt du dich lieber von deinen eigenen Trieben leiten und fuchtelst mit dem Schwert rum. Ich bin hier unerwünscht? Nun, dann gib mir mein Pferd und ich werde verschwinden. Wie wäre es, wenn du erst mal nachdenkst? Bis dahin, ich warte draußen!"

Hier prallten zwei Sturköpfe aufeinander. „ICH HABE EUCH HALB NACKT UND DURCHGEFROREN IN DER WILDNIS EINSAMMELN MÜSSEN, weil ihr euch nicht an eine einfache Anweisung habt halten können! Ihr wird hier draussen verreckt, ihr hättet es nicht mehr bis zur Höhle geschafft! Also hüte deine Zunge! Was hättet ihr sonst dort draussen zu suchen gehabt mhm?! Und was das Pferd angeht… das ist nicht DEIN Pferd es ist das Pferd deiner Entführer nicht wahr? Betrachte es als von der Bruderschaft beschlagnahmt.“

Er schnaubte ehe er zu weiteren Tiraden ansetzte. „Was für einen Grund habt ihr denn gehabt, dass ihr so abgelenkt gewesen ward und euch nicht einmal den Weg merken konntet?!“ Janay wollte nicht weiter diskutieren sondern drehte sich ab. „GLAUB JA NICHT WIEDER HIER HINEINKOMMEN ZU WOLLEN!“ Knurrte Sintus ihr hinterher. „Sintus beruhige dich.“ Versuchte es Xenia ruhig doch der Paladin liess sich diesbezüglich im Moment nicht umstimmen. „Soll sie doch verrecken, sie erweist sich ohnehin nur als Ballast! Ich bin nicht ihre Amme!“
Er dachte nicht daran ihr nachzulaufen. Annabelle hingegen tat es. „Du brauchst gar nicht auf sie einzuschwatzen!“ Knurrte Sintus ihr hinterher, doch er hielt die Hexe nicht auf.

„Verfluchter Kindergarten hier.“ Fauchte SIntus nervös und rieb sich müde die Schläfen.
"Sintus - sie findet sich allein in diesen Wäldern nicht zurecht. Deshalb bin ich ihr doch hinterher. Du solltest sie nicht dem aussetzen, wovor ich versucht habe, sie zu bewahren." „dann wirst du gehen und sie bleibt hier!“ Brummte Sintus erschöpft. Er hatte wohl auch keine Lust mehr sich zu streiten.
"Glaubst du, das Wasser hat uns geheilt?" Sintus runzelte die Stirn, denn nun hörte er sehr genau hin was die beiden untereinander zu tuscheln hatten. „Du hast deinen Rücken nicht gesehen Sturmadler. Oh ja, dieses Wasser hat irgendwas mit euch gemacht und es hat zur Verbesserung eures Zustandes geführt.“ Dass gleich die ganze Gruppe zum See gehen konnte war Sintus gar nicht in den Sinn gekommen. Es war viel zu beschwerlich alle durch den Wald zu schleppen… andererseits, wer konnte schon sagen wie viel Wasser für eine Heilung benötigt wurde. Vielleicht wirkte es ja auch nur dort…
Er schnaubte, das genuschel ging ihm auf den Keks und so befahl er Kazel sich deutlich auszudrücken. Dieser bestätigte den Befehl. Offenbar wollte sich der Mischling tatsächlich mühe geben. Sintus würde sehen ob dies allein ausreichen würde.

"Und deshalb würde ich entweder gern selbst so schnell wie möglich wieder zu diesem See gehen oder unsere Verletzten dorthin bringen. Das Wasser könnte uns alle erstarken lassen. Wir hätten wieder ein Chance, Sintus. Eine richtige." Er Sintus verschränkte die Arme, er dachte nach. Schliesslich nickte er. „Du hast Recht.“ Hört hört, seltene Worte des Paladins! Er gab Kazel in etwas Recht! „Es ist sicherlich dienlicher wenn wir die Verwundeten gleich mit dorthin bringen. Wenn das Wasser wirklich heilend ist können sie ja im Moment nicht genug davon haben.“
"Ich reiß mich zusammen" Xenia und Sintus nickten beinahe Synchron. „Enttäusche mein Vertrauen nicht, Bruder.“ Brummte Sintus müde. „Sorge dafür dass SIE sich auch zusammenreisst. Und finde heraus wer sie wirklich ist, du hast ja einen besonderen Zugang zu ihr. Ich will wissen wer sie wirklich ist. Geh zu ihr hinaus und entlocke ihr eine Entscheidung. Entweder sie folgt uns oder sie verlässt uns. Ich werde in der Zwischenzeit die Pferde und die Verwundeten für den Transport vorbereiten. Wieder kam der Paladin nicht zu einer Pause.

Währenddessen gesellte sich Annabelle draussen zu Janay. „Keine einfachen Kerle diese Paladine nähh?“ Sie hockte sich neben sie. „Aber er ist besser als so manch anderer Mann, glaube mir., nähh hähh? In der Gruppe ist es doch noch immer besser als ganz allein hier durch den Wald irren zu müssen. Ausserdem sind Xenia und Juduka ganz nett, wenn sie denn nicht so schwer verwundet währen nääh?“ Sie seufzte. „Wir haben alle viel durchgemacht und es sollte doch nichts überstürzt werden nääh? Sintus hat sich nur sehr erschrocken als ihr beide einfach verschwunden wart, wir alle hatten uns erschrocken…“
Sie musterte die Fremde. „Was meinst du… gibst du uns nochmals ne Chance…mhm näh?“
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Donnerstag 5. Mai 2011, 21:03

Auch Janays Nerven waren angespannt. Auch wenn sie seit ihrem Aufwachen nicht mehr an ihre Schwester oder die Sehnsucht nach ihr hatte denken müssen, so war trotzdem ein Echo davon in ihrem Inneren zurück geblieben und wirkte sich auf ihre Reizschwelle aus. Hinzu kam Sintus' Verhalten Kazel gegenüber, der sie nicht einmal verriet, um seine eigene Haut zu retten. Etwas, was ihr ebenfalls an die Nieren ging, weil sich ihr Gewissen deswegen melden wollte. All das zusammen mit dem Wissen um ihre beinahe Entdeckung sorgte dafür, dass sie sehr unleidlich wurde und es eindeutig die klügere Methode war, das Ganze abzubrechen und sich zu verziehen, um tief durch zu atmen und runter zu kommen. Sonst könnte sie sich womöglich wirklich und unwiderruflich verraten.
Ganz abgesehen davon, dass es ihr viel zu peinlich war, zugeben zu müssen, dass sie vor einem wilden Tier geflohen war, anstatt sich zu verteidigen. Noch schlimmer dran war ja, dass es ein Hirsch gewesen war und kein gefährliches Raubtier, was natürlich erst recht niemand erfahren sollte. Somit hätte sie, ungeübt obendrein, absolut keine Chance, diesen Weg je wieder zu finden ohne Unterstützung.
Da half es ihr auch nicht sonderlich viel, dass Kazel mit ruhiger Stimme das Thema mehr auf das Wasser zu lenken versuchte. Sie hörte ihm gar nicht richtig zu, zu sehr hatte sie sich selbst schon in Rage geredet und ihren spontanen Entschluss verfolgt, die Höhle zu verlassen.
Draußen setzte sie sich hin und machte sich klein, um sich etwas warm halten zu können. Und auch, weil sie sich gerade gerne unsichtbar gemacht hätte.
'Reiß dich zusammen, blödes Weib!', schimpfte sie mit sich selbst und kniff die Augen so fest zusammen, bis sie Sterne sah.
Was war nur mit ihr los? Wieso machte sie sich in letzter Zeit viel zu viele Gedanken um unnütze, belastende Dinge? Warum konnte sie diesen blöden, aufgeblasenen Pelgarer nicht einfach um den Finger wickeln, sodass er ihr aus der Hand fraß? Sie hatte es doch so oft schon bewiesen! Nur irgendwie konnte sie sich derzeit einfach nicht dazu überwinden...
Janay seufzte auf und fuhr sich mit allen zehn Fingern durchs Haar, das sie sich gerne gerauft hätte. Dabei kam ihr Talimée in den Sinn.
Sie sollte sich von ihr verabschieden und ihr erklären, dass sie in der Gruppe besser aufgehoben wäre. Ja, das würde sie bestimmt auch so sehen und dann müsste sich die junge Frau nicht mit dem schlechten Gewissen belasten, sie womöglich im Stich gelassen zu haben. Dass sich die Waldelfe anders entscheiden könnte, das glaubte sie nicht. Denn es wäre töricht, jemandem wie ihr freiwillig zu folgen in die Ungewissheit und womöglich wieder in die Hände der Dunkelelfen. Wovor sie alle göttlichen Wesen behüten mögen!
Die Schimpftirade, die Sintus ihren Worten hinterher geschickt hatte, war an ihr sowieso vorbei gerauscht, ohne dass sie es noch für nötig gesehen hätte, den Worten auch nur irgendeine Aufmerksamkeit beizumessen.
Aus den Augenwinkeln konnte sie eine Bewegung wahrnehmen und sah automatisch auf. Für einen Moment hatte sie gehofft, Talimée wäre diejenige, die sie aufsuchen würde. Dann wäre sie vielleicht in Versuchung geraten, endlich einmal wieder ihr Herz auszuschütten. Obwohl sie es nicht zugeben wollte, irgendwie hatte sie Zutrauen zu der Dienerin gefasst. Ein weiterer Grund, sie nicht weiter mit ihrem Lebensweg zu belasten.
Allerdings war es nicht die andere, sondern die alte Vettel. Wodurch sich Janays Inneres wieder verschloss, jedoch nicht ihre Laune sich hob.
Auf die erste Bemerkung hin schnaubte sie nur. "Kerle waren noch nie einfach, egal, in welchem Alter.", konterte sie, ohne mit der Wimper zu zucken. Diese Meinung hatte sie immerhin schon sehr lange in sich.
Ihre Augenbraue hob sich daraufhin an. Besser als andere Männer? Nein, gewiss nicht! Alle waren schlecht und Nerven raubend... nur Kazel schien eine Ausnahme zu sein. Eine, die sie zwar erlebt hatte, aber nur für kurze Zeit. Nun ja, sie würde sich vielleicht irgendwann wieder daran erinnern und diesen kleinen Lichtblick wach rufen können, mehr hatte sie nicht zu erwarten, von niemandem.
Etwas unschlüssig hob sie die Schultern an, ohne wirklich zu zuhören.
Erst bei der letzten Frage blinzelte sie und sah die Alte endlich direkt an.
Schnaubend strich sie ihr Haar aus der Stirn, das auch mal wieder einen Schnitt vertragen könnte. "Ich denke nicht, dass ich noch erwünscht bin. Dem Schuft ist es völlig egal, warum jemand etwas tut, sobald es ihm gegen den Strich geht." Ein feines, freudloses Grinsen huschte über ihre Lippen. "Und so etwas ist mein Talent. Ich zweifle, ob das für die gesamte Gruppe einen Sinn hätte, wenn ich bleiben würde."
Es war für sie wirklich beschlossene Sache, schon von Anfang an gewesen, lediglich der Zeitpunkt änderte sich.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 6. Mai 2011, 16:47

Vollkommen perplex stand Kazel da und starrte den Paladin an. Dieser schickte wahre Zornwellen aus Gebrüll hinter Janay her, denn die Frau hatte sich entschieden, der weiteren Diskussion aus dem Weg zu gehen. Schlimmer noch, sie schien die Gruppe verlassen zu wollen. Sie ließ sie alle zurück, inklusive ihrer Dienerin Talimée, die nicht minder schockiert über diese Entscheidung war. Mit großen Augen starrte auch sie ihrer Herrin nach, ungläubig, dass sie sich der Gefahr eines Alleingangs aussetzen wollte.
Kazel aber war über etwas ganz Anderes überrascht. Sintus hat uns im Wald gefunden - und zurückgebracht? Er sah den Paladin in einem neuen Licht. Ja, gut, er war von Anfang an Teil der Bruderschaft gewesen und Kazel konnte inzwischen wohl darauf vertrauen, dass alle Mitglieder tugendhafte Gestalten waren. Selbst ein Sintus, der sich in der Stillen Ebene noch so herablassend, verbittert und feindselig präsentiert hatte. Kazel schüttelte den Kopf. Er verstand langsam. Dem Mann war vieles nahe gegangen. So einen Krieg verarbeitete man auch nicht mal so nebenher, außerdem hatte sich Sintus verplappert und ihm mitgeteilt, dass er mehr als Kameraden auf dem Feld verloren hatte. Sein leiblicher Bruder war tot. Wie wäre es mir da gegangen? Der Mischling dachte an Shantih, an Landria. Sie waren nicht mit ihm verwandt, aber ihre Tode gingen ihm auch furchtbar nahe. Vermutlich auch, weil er an beiden nicht unbeteiligt gewesen war. Es mochte nicht allein seine Schuld sein, aber er würde dieses Wissen bis an sein Lebensende mit sich tragen wie ein schwerer Klotz an einer Kette, die um seinen Körper lag. Einzig und allein die Erkenntnis, dass er in der Bruderschaft würde ebenfalls Gutes tun können, machte es ihm etwas leichter. Wenn Sintus es zuließe, dass er weiterhin der Bruderschaft dienen durfte. In seinem Hinterkopf flammte das Wort "Kriegsgericht" heiß auf. Er schluckte. Vielleicht hatte der Paladin dies auch nur im Zorn gesagt.
Kazel konnte nur hoffen. Er beobachtete den kurzen Wortwechsel zwischen Sintus und Xenia, sah Annabelle ebenfalls aus der Höhle schreiten. Sie würde Janay wieder zur Vernunft bringen, da war er sich sicher. Sie mochte einst eine Hofdame gewesen und nun eine seltsame, hässliche Hexe geworden sein, der man irgendwie automatisch ein viel höheres Alter zuwies als sie es wohl tatsächlich besaß, aber der Krieg hatte einfache Menschen geformt. Xenia war Schneiderin gewesen. Celcia kannte sie nun nur als die Söldnerkönigin, eine starke Kämpferin und weise Anführerin. Was formte dieser Krieg aus ihm selbst? Er wandte sich um. Sintus hatte ja mit ihm sprechen wollen und erneut wurde Kazel überrascht. Ihm klappte die Kinnlade herunter, als der Paladin auf seine Worte einging und ihnen Recht gab. Kazel blinzelte mehrmals, das war eine ganz neue Seite, die er da an dem Mann entdeckte. Dass ihm vorgeschlagen wurde, selbst zum See zu gehen - allein und statt Janay - wurde zunächst einmal hingenommen und blieb unangesprochen. Die Tatsache, was das Wasser dieses Sees bei ihnen bewirkt hatte und wie es wohl noch den anderen helfen konnte in Verbindung mit Kazels Vorschlag, Xenia und Juduka zum See zu bringen, stand eindeutig nun im Vordergrund. Sintus sprach seinen Rücken an. Der Mischling straffte sich, horchte in sich hinein. Es stimmte. Sein Rücken hatte ihn seit seinem Erwachen nicht einmal geplagt. Manchmal ziepte es, aber er hatte gelernt, damit zu leben. Nun? Nichts. Reflexartig griff er mit einer Hand nach hinten. Er wusste, wo die Narben begannen und wo sie endeten. Er fand ihre blitzartigen Zacken nicht dort vor, wo sie hätten sein sollen. Nicht alle.
Kazel starrte. Gern hätte er jetzt einen Spiegel gehabt, irgendwas, womit er seinen Rücken hätte betrachten können. Nur ganz kurz, um es bestätigt zu bekommen. Seine Knie wurden weich. Konnte es wirklich sein?

"Sorge dafür, dass SIE sich auch zusammenreißt. Und finde heraus, wer sie wirklich ist, du hast ja einen besonderen Zugang zu ihr." Offenbar kaufte Sintus Janay nicht länger ab, eine adlige Waldelfe zu sein. Sie benahm sich in der Tat auch seltsam verdächtig. Sie fand sich im Wald nicht zurecht und sprach Lerium. Das wusste der Paladin allerdings nicht, aber Kazel würde diese kleine Information nicht weitergeben. Sie war an ein Versprechen gebunden. Er würde mehr über Janay herausfinden, allein schon, weil er selbst mehr über sie wissen wollte. Sie war ihm ein Geheimnis, das es zu enträtseln galt. Aber er würde sie nicht verraten.
Jedoch müsste sie aufgehalten werden, sonst käme man in dieser Hinsicht nicht sehr weit. Er nickte Sintus zu. "Sie wird uns weiter folgen. Ich kümmere mich darum. Und dann verfolge ich den Weg zum See zurück. Wenn du ...", er straffte erneut seine Haltung, "wenn du uns zu der Stelle bringen könntest, wo du Janay und mich gefunden hast, dann ginge es leichter. Und ... Danke. Für die Rettung, meine ich. Wirklich." Er band sich Annabelles Tuch um die Lenden, um es nicht ständig festhalten zu müssen und trat aus der Höhle.

Dort fand er sofort Annabelle und Janay vor. Sie unterhielten sich scheinbar. Kazel wartete ab, bis es einen Moment des Schweigens zwischen den beiden Frauen gab, dann gesellte er sich hinzu, die Hand zum Gruß erhoben. "Wir, äh ... nehmen Xenia und Juduka zum See mit. Nun, eigentlich reisen wir wohl dorthin weiter. Das Wasser hat heilende Kräfte. Wir sollten diese Gelegenheit nutzen." Er wandte den Blick der Hexe zu. "Vielleicht hilfst du Sintus bei den Abreisevorbereitungen. Er hat mir gesagt, ich solle mit Janay sprechen."
So ging er in höflichem Abstand zu Janay in die Hocke. Der Waldboden war kühl, das spürte er schon an den nackten Füßen. Da wollte sich Kazel nicht auch noch setzen. Die Frische der Waldluft reichte aus, ihm eine Gänsehaut am ganzen Körper zu verpassen. Er kratzte sich am Hinterkopf, unschlüssig, was er nun sagen sollte. "Es zählt nicht gerade zu meinen Stärken, mit Worten alles wieder in Ordnung zu bringen", begann er das Gespräch. Im nächsten Moment schlug er es aber schon wieder auf das eigentliche Thema um. "Begleite uns, Janay. Sintus gefällt es auch nicht sonderlich, dass ich dabei bin. Letztendlich wird er einsehen, dass wir in der Gruppe alle höhere Überlebenschancen haben. Er ... hat uns beide gerettet, hast du das gewusst?" Stille entstand. Peinliche Stille. Kazel blickte auf seine Fußzehen. "Mir würde es gefallen, dich in unserer Gruppe zu wissen und nicht allein irgendwo in den Wäldern. Oder sonstwo. Wo die Dunkelelfen jeden erwischen könnten."
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 6. Mai 2011, 18:14

Es war gut gewesen, dass Janay den Blick der Dienerin nicht gesehen hatte und auch nicht sensibel genug war, um ihn in ihrem Rücken zu spüren. Es hätte nur ihr Gewissen gerührt und sie womöglich verräterisch stocken lassen. So jedoch wollte sie dem Paladin auf ihre Art eine Lektion erteilen und selbst wieder ruhiger werden, um die Oberhand zurück zu gewinnen. Ja, ihr Entschluss zu gehen war von vornherein gefasst gewesen und trotzdem hatte sie Talimée nicht eingeweiht.
Warum eigentlich nicht? Gelegenheiten hätte es genug gegeben und trotzdem war ihr nicht einmal die Idee gekommen. Einerseits, weil die andere sie nur umso leichter hätte verraten können, und andererseits, weil sie es einfach nicht gewohnt war, sich rechtfertigen zu müssen. Vier Jahre lang war sie allein auf sich selbst gestellt gewesen und zuvor hatte sie lediglich ihrer Schwester Rede und Antwort über ihre Taten stehen müssen. Somit war für sie das eigenmächtige Handeln viel selbstverständlicher als das Einweihen anderer. Auch wenn ein Teil von ihr sich fast danach sehnte, dass die Dienerin sich zu ihr gesellte und sie dazu brachte, sich alles von der Seele zu reden.
Aber nein, es war leider nur die alte Vettel gekommen. Immerhin, auch ihr verdankte sie inzwischen wohl einiges, vor allem die Suppe vom Beginn der Nacht. Trotzdem hatte sie keinen Bezug zu ihr und würde nie auf die Idee kommen, diese ihr Inneres zu öffnen. So etwas konnte sie sich lediglich bei Talimée vorstellen... oder sogar ein bisschen bei Kazel, weil es bei ihm schon geschehen war. So peinlich ihr das auch noch immer war, es war nun einmal passiert und hatte eine kleine Barriere eingerissen, die sich so schnell nicht wieder aufbauen lassen würde.
Was, ohne ihrem Wissen, gar nicht mehr eine sonderlich gute Begegebenheit war, wenngleich sie nicht einmal ahnte, dass sie sich schon zu viel geleistet hatte und Sintus misstrauisch geworden war. Woher auch sollte sie eine Idee davon haben, dass ausgerechnet Kazel auf sie angesetzt werden sollte? Würde sie nicht gewarnt werden, würde sie genau da hinein tappen, wo der Paladin es haben wollte, sofern ihre Geheimniss nicht trotzdem sicher aufgehoben wären.
Doch jetzt hatte sie gerade andere Sorgen. Die Alte wollte sie zurück gewinnen und Janay wollte genau das Gegenteil. Zwar würde sie sich mit einer Entschuldigung besänftigen lassen, aber sobald sie ihr Pferd hätte, würde sie ihres Weges gehen.
Als sie ausgesprochen hatte, mischte sich noch jemand ein, den sie gar nicht bemerkt hatte bisher. Wie auch? Es war dunkel heraußen und so wirklich etwas um sich herum wahrnehmen wollte sie auch nicht.
Somit hob sich ihre Augenbraue genauso an wie ihr Blick, der sich neutral auf sein Gesicht richtete. Ein leises Schnauben entkam ihr, als er erklärte, warum er überhaupt hier war, und sie sah wieder weg in die Dunkelheit.
Wieso war sie gerade enttäuscht? Weil sie gehofft hatte, dass er von sich aus ihr folgen würde? Am liebsten hätte sie den Kopf über sich selbst geschüttelt. Was machte sie hier für einen Affenzirkus? Sie hätte beinahe bewirkt, dass er kastriert wurde, kein Wunder, dass er da nicht freiwillig ihr nach lief. Weswegen sollte er auch? Sie war ja schließlich sowieso gewillt, sie alle hinter sich zu lassen.
Anscheinend wurden sie jedoch tatsächlich allein gelassen und er fuhr fort mit seinen Worten. Nein, sie hatte nicht gewusst, dass Sinuts sie gerettet hatte. Dann wäre auch Talimée wohl bei ihm gewesen und hätte sie in ihrem halberfrorenem Zustand gesehen. Arme Kleine... Mitleid und Bedauern wollte in ihr aufsteigen, weil sie glaubte sich vorzustellen zu können, wie die andere das erschreckt hätte. Ein Grund mehr, sie lieber keinen weiteren solchen Situationen auszusetzen.
Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie Kazel angeschwiegen und damit nur erreicht, dass sie doch wieder alleine ließ. Allerdings... irgendwie wollte sie ausgerechnet das nicht erreichen.
Ihr Blick glitt in die Runde, doch sie konnte niemanden sehen. Es war riskant, was sie vorhatte und dennoch wollte sie es so handhaben. Weil sie ihm gegenüber schon einen Moment der Schwäche zugelassen hatte, wollte sie ihre letzte Chance wahrnehmen, das noch einmal zu erleben. Es wäre für sie quasi wie ein Abschied. Ein letztes Mal die Wahrheit, in der Sprache ihrer Geburt formulieren, das wollte sie tief in ihrem Inneren, ganz egal, wie es laufen würde.
"Mir droht überall Gefahr, Kazel.", wisperte sie, um das Risiko noch zu verringern, gehört zu werden. "Hier will mir jemand an die Gurgel und bei den Dunkelelfen gibt es auch genügend Leute. Es ist also besser, ich gehe und sorge nicht dafür, dass noch mehr passiert. Bitte, pass mir gut auf Talimée auf, sie hat ein bisschen Glück verdient."
Oha, sie war so selbstlos geworden! Nun ja, mehr oder weniger, und trotzdem meinte sie es tatsächlich in ihrer melancholischen Stimmung gerade sehr ernst damit.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 6. Mai 2011, 21:49

Sie wussten beide nicht, wie sie es in die Höhle zurückgeschafft hatten. Die einzige Information, die sie inzwischen besaßen, war, dass es Sintus zu verdanken gewesen war. Doch dass auch Talimée mitgeholfen hatte, konnten sowohl Janay als Kazel nur erahnen. Tatsächlich hatten die beiden die Erfrierenden direkt auf ihrer Jagd entdeckt. Talimée hatte dem Paladin die Richtung gewiesen. Sie gaben nämlich ein ziemlich gutes Gespann ab, wenn es um die Jagd ging. Die hellseherischen Fähigkeiten der Elfe ließen sie Spuren von Tieren ausmachen, wenn sie mancherorts die Baumrinde berührte oder mit den Füßen in eine Spur trat. So hatte sie auch dem Bruderschaftsmitglied von der Fährte eines größeren Waldtieres berichtet. Ein Hirsch, sie waren einem Hirsch auf der Spur gewesen und hatten stattdessen Kazel und Janay gefunden.
Wie Talimée zurückgewichen war vor Entsetzen, als sie die vor Kälte erbleichten Gestalten im matten Mondlicht entdeckt hatte. Sobald der erste Schrecken verflogen war, hatte sie sich zu Füßen ihrer Herrin geworfen, gebettelt und gefleht, sie mochte noch nicht tot sein. Aber berührt hatte sie Janay bis dahin noch nicht, zu ängstlich war sie gewesen, keinen Funken Leben mehr unter der erkalteten Haut zu spüren. Da musste erst Sintus erscheinen, die beiden jeweils auf eine Schulter heben und sie zurück zum Lager tragen. Der Weg war lang gewesen, aber der Paladin hatte sich nicht beschwert. All seine Wut hatte er wohl aufbewahrt, um sie dann den beiden entgegen zu schleudern, sobald sie am wärmenden Feuer erwachten. Talimée war ebenso schweigend neben ihm hergegangen. Der Hirsch war vergessen gewesen und ihre sorgenvollen Augen zu Boden gerichtet. Sie hielt während des Gehens stets die Hände gefaltet, betete in Gedanken zu allen Göttern Celcias, sie mochten ihre Herrin verschonen. Interessant, wenn man bedachte, dass Talimée nicht nur wusste, das Janay den Dunkelelfen angehörte, sondern selbst bis vor kurzem Sklavin in Kosral gewesen war.
Doch dies würden Janay und vielleicht auch Kazel nur herausfinden, wenn sie die Elfe direkt ansprachen. Im Moment befand sich diese allerdings noch in der Höhle. Wahrscheinlich hatte Sintus sie ebenfalls zu Arbeit aufgefordert, vermutlich freundlicher als anderen gegenüber. Talimée hatte er bislang mit viel Respekt behandelt.

Kazel saß in ihrer Nähe. Er warf keinen Blick zurück. Annabelle schien sich verabschiedet zu haben. Vielleicht vertraute sie darauf, dass er Janay würde besser überreden können. Er selbst hoffte, dass es gelang, obgleich er sich ... seltsam in ihrer Nähe fühlte. Würde sie ihn gleich wieder versuchen zu verführen? Neugierig darauf war er schon, zugleich abgeschreckt. Es war nicht der richtige Zeitpunkt und wenn Sintus ihn wiederholt so erwischte ... Sein Magen verkrampfte sich bei der Vorstellung und seine Hand zuckte zu den Lenden, blieb letztendlich aber unbewegt auf seinem Schenkel ruhen. Es war doch ohnehin niemals der richtige Zeitpunkt! Was versprach sich Janay davon? Sie hatte sich ihm geöffnet und ihm mehr anvertraut, als sie hätte tun müssen. Beide kannten sich noch nicht einmal lange genug, um einander enge Freunde zu nennen. Was nicht hieß, dass sie es nicht hätten werden können. Aber weshalb hatte sie sich ihm derart genähert?
Es war aufregend, erschreckend und alles zugleich gewesen. Kazel war heiß und kalt geworden. Es war schön und dennoch hatte er sich unwohl gefühlt. Allein die Erinnerung daran jagte ihm Schauer über den Rücken. Seine Finger wurden schwitzig. Nein, er durfte sich jetzt nicht ablenken lassen!
Für den letzten Ruck, ihn in die Realität zurück zu befördern und seine Gedankengänge zu sprengen sorgte Janay dann selbst. Plötzlich sprach sie wieder in Lerium zu ihm. Er schaute auf. "Jedem von uns", antwortete er in seiner Muttersprache und ebenso leise. Er tat es ganz unbewusst, dachte nicht einmal genauer darüber nach. "Aber dir sollte doch klar sein, dass es leichter ist, sich Gefahren in einer Gruppe zu stellen. Wir können einander beschützen. Und Sintus wird dir schon nicht an die Gurgel gehen." Er brachte ein mattes Lächeln auf, sowie ein Schulterzucken. "Mir hat er auch noch nichts getan und ... ich ... hab ... sogar Mitglieder der Bruderschaft auf dem Gewissen." Sein Lächeln schwand, ebenso kurz der Versuch, alles nicht zu ernst zu sehen. Für einen Moment drückte ein düsterer Gedanke auf seine Stimmung. Hatte Sintus eigentlich mit angesehen, wie er Landria getötet und dann Paladine angegriffen hatte? Einem davon waren seine Messer ins Auge geflogen. Er bedauerte, dass er damals zu dumm und schwach gewesen war, seine Manipulation nicht verhindern zu können. Seine Seelenlosigkeit. Sintus würde ihn vermutlich doch noch vor ein Kriegsgericht schleppen, aber Kazel entschied die Verantwortung für seine Vergehen zu übernehmen. Es schien das Richtige zu sein, auch wenn die Konsequenzen hoch sein könnten.
"Kann ich dich gar nicht umstimmen, dass du bleibst? Woher beherrschst du eigentlich Lerium? Du bist mir noch eine Antwort schuldig, erinnerst du dich?"
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Freitag 6. Mai 2011, 22:47

Die junge Frau hatte absolut keine Ahnung, was in der Dienerin alles vor sich gegangen war. Dazu war sie zu unerfahren darin, sich in andere hinein zu fühlen und sie zu beobachten, um die Stimmungen heraus finden zu können. Dass sie seit ihrem Erwachen kein Wort mehr miteinander gesprochen hatten und sie nicht einmal in ihrer Nähe gewesen war, hatte Janay nicht sonderlich beschäftigt. Sie war gut genug abgelenkt gewesen und hatte obendrein auch noch einen kräftigen Streit ausgetragen. Da konnte sie nicht auf alles achten.
Und schon gar nicht rechnete sie damit, dass Talimée freiwillig sich von ihr abhängig machen könnte. Ja, sie hatte die andere aus Kosral fortgeschafft und eine gewisse Dankbarkeit verdient, jedoch sollte diese damit aufgewogen werden, dass sie das Geheimnis ihrer Herkunft hütete. Für die Dunkelelfe wären sie dadurch quitt und somit glaubte sie, dass sich keine gegenseitige Bindung hatte aufbauen können.
Wie auch? Nur, weil die junge Frau vielleicht jemanden gebrauchen könnte, um sich einmal alles von der Seele zu reden? Das war bestimmt kein ausreichender Grund, dass die Dienerin ihr zugetan sein könnte. Außerdem gehörte sie zu der Rasse ihrer ehemaligen Peiniger. Nein, Talimée würde ihr wohl kaum eine Träne nachweinen, wenn sie erst einmal erkannt hätte, dass sie es hier ohne Janay besser hätte, ohne belastende Geheimnisse.
Sie war viel zu sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, als dass sie bemerkt hatte, was mit Kazel vorging. Vielleicht hätte sie es deuten oder zumindest erahnen können, wenn sie obendrein in der Stimmung dazu gewesen wäre. Eventuell hätte es sie reizen können, dort weiter zu machen, wo sie unterbrochen worden waren. Doch nicht so, nicht in dieser jetzigen, trüben Verfassung.
Hätte er ihr hingegen seine Gedanken verraten, dass sie womöglich irgendwann Freunde werden könnten, hätte sie vermutlich bitter aufgelacht. Sie war niemand für solche Dinge und auch wenn es ihr im Moment als Last auf den Schultern ruhte, sie war nun einmal mehr eine Einzelgängerin. Diese einsame Lebensweise hatte sie gewählt und dadurch durchaus mehr gewonnen, als sie verloren hatte, außer ihrer Schwester.
Denn wäre sie in Morgeria geblieben, wer konnte ihr sagen, was sie dort noch alles für Schaden genommen hätte? Sie war niemals eine typische Vertreterin ihrer Art gewesen und dafür war sie eigentlich dankbar.
Als sie die Stimme in der vertrauten und solange nicht gehörten Sprache wieder hörte, seufzte sie leise und schüttelte den Kopf. "Du verstehst nicht...", wisperte sie und rang mit sich selbst.
Es wäre in diesem Moment gerade ein Leichtes, sich ihm anzuvertrauen. Sie war in einer sentimentalen Stimmung und niemand sonst könnte sie verstehen. Und dennoch... das Risiko war zu hoch.
Erneut schüttelte sie den Kopf, fuhr sich durchs Haar und blickte wieder in die Dunkelheit, dorthin, wo sie das Gewässer vermutete, von dem sie das Wasser zuvor geholt hatten.
Allerdings horchte sie auf, als er ihr etwas wohl Heikles eingestand.
Nachdenklich richtete sie den Blick auf ihn und überlegte schon wieder, ob sie vielleicht doch... Nein, besser nicht. Es reichte, wenn Talimée ein Geheimnis dieser Größe wahren musste, sie konnte sich nicht noch auf jemand weiteres verlassen. Durfte es nicht, sollte es nicht...
So wiederholte sie nur tonlos:"Du verstehst das nicht."
Wie sollte er denn auch? Aber darum hatte sie sich eigentlich nicht zu kümmern. Stattdessen hob sich ihre Augenbraue wieder an.
"Warum sollte ich bleiben? Du siehst ja, dass ich nur Ärger einbringe. Ihr habt schon genug Scherereien, als dass ihr mich auch noch braucht." Sie wischte sich fahrig über ihre Augen, die leicht zum Brennen begannen, als drohten ihr Tränen.
Sollte sie ihn doch einweihen...? Nun ja, sie wollte sowieso weg, was kümmerte es sie da noch? Vielleicht könnte sie dann endlich diese bescheidene Stimmung überwinden.
Sie atmete tief durch und drehte sich ihm dann zu, veränderte ihre Haltung und unterschlug die Beine, sodass sie ihre Hände auf die Knie legen konnte. Ernst sah sie ihn an. "In Ordnung, ich werde dir die Frage beantworten... aber wenn du mich verraten willst, bitte, warte, bis ich einen kleinen Vorsprung habe.", flüsterte sie und ließ ihre Worte kurz wirken.
Dann straffte sie die Schultern und gab sich einen inneren Ruck.
"Ich bin keine Wald-, sondern eine Dunkelelfe... vom Blut her, nicht vom Denken. So, jetzt weißt du es. Warum ich hier bin, ist egal, es geht nur darum, dass ich es niemals ausführen wollte. Somit werde ich noch mehr Kopfgeldjäger am Hals haben, wenn sie es raus finden. Das will ich nicht auch auf andere ausweiten. Ich hab also keine andere Wahl." Gut, jetzt wusste er die Grundzüge.
Was hatte sie zu verlieren? Nichts mehr wirklich, denn sie baute darauf, dass er es wenigstens noch ein oder zwei Stunden für sich behalten könnte, ehe sein Gewissen ihn zur Offenlegung drängen würde. Und dann wäre sie theoretisch schon weit weg genug, um sich im Wald verbergen zu können. Außerdem wäre bald der nächste Morgen gekommen und sie hätte eine größere Chance, ernsthaft zu entkommen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 8. Mai 2011, 17:21

Er verstand nicht? Ja, das stimmte wohl. Er verstand nicht, was so schwierig daran war, bei der Gruppe zu bleiben. So gemein war Sintus auch nicht gewesen, dass Janay das Risiko eingehen wollte, allein weiterzureisen. Sie selbst hatte doch verlauten lassen, dass sie sich hier im Wald schwerlich bis gar nicht zurecht fand. Dann auch noch die Dunkelelfen, der Krieg. Auch dieses Gebiet würde vor ihnen nicht verschont bleiben. Erkannte sie denn nicht, dass alles andere sicherer wäre als ein Alleingang? Außerdem hatte ihr Sintus das Pferd verweigert. Es würde eine Reise zu Fuß werden, sie käme wahrscheinlich noch langsamer voran als jene, von denen sie sich abzuwenden gedachte.
Kazel runzelte die Stirn. Er verstand es wirklich nicht. So lauschte er ihr und beobachtete die rasche Geste ihrer Hand, als sie sich über die Augen wischte. Es ging so schnell und flüchtig, dass es den Eindruck gewann, es sei gar nicht geschehen. Sie wünschte sich, dass er es nicht gesehen hätte. Doch gerade das gab Kazel den nötigen Ruck, sich ernsthaft Sorgen zu machen. Diese Frau kümmerte doch deutlich mehr als die Furcht, den Dunkelelfen in die Hände zu fallen. Etwas verheimlichte sie. Es wäre wohl wirklich nicht schlecht, wenn er mehr herausfand. Er musste Sintus ja nichts davon erzählen. Ist das der erste Schritt, die Bruderschaft zu verraten? Der Mischling stutzte, vertrieb den Gedanken energisch. Nein, das sollte es nicht sein. Man durfte auch vor einer Organisation Geheimnisse bewahren, wenn die Umstände entsprechend wichtig waren. In Janays Fall schienen sie es zu sein. Etwas zog sie in einen tiefen Konflikt und ließ sie an ihren Fähigkeiten zweifeln.
"Wir brauchen jetzt jeden einzelnen, auch dich. Sintus wird das auch noch einsehen." Das konnte er nur hoffen. "Wenn nicht, kannst du immer noch gehen." Er verstand selbst nicht so ganz, warum er sich so sehr dafür einsetzte, Janay zum Bleiben zu bewegen. Vermutlich war dies nicht der eigentliche Grund. Er spürte instinktiv ihre Sorge, irgendetwas belastete sie. Und Kazel kannte sich mit solchen inneren Konflikten sehr gut aus, die hatte er oft genug selbst durchgemacht. Wahrscheinlich war es dieses Band, das sich unbewusst zwischen beiden knüpfte und der Wunsch, ihr aufgrund dessen zu helfen, das ihn agieren ließ.

Wenn sie sich nur etwas mehr öffnete! Es war schließlich nicht gerade leicht, zu helfen, wenn man nicht erfuhr, wobei man Unterstützung bieten konnte. Doch endlich ging es einen Schritt vorwärts. Er sollte größer sein als es sich Kazel wohl im Geiste ausgemalt hätte. Janays Antwort auf seine Frage stellte so einiges auf den Kopf, aber es ließ ihn auch endlich verstehen. Deshalb kannte sie sich in den Wäldern nicht aus! Deshalb verstand sie Lerium! Weil - bei Manthala und Faldor selbst - weil sie eine Dunkelelfe war!
Er starrte sie ungläubig an. "Du?" Das war das einzige, was er hervor brachte. Seine Augen wanderten von ihrem Schopf über das Haar, unter dem sich spitze Elfenohren verbargen, an ihrem Hals entlang. Er wich bewusst einem Abschnitt darunter aus, machte beim Bauch weiter und endete erst bei ihren Zehen, nur um dann erneut nach oben zu gleiten. Bei ihrem tiefen Blick blieben seine Augen schließlich haften. Aus den meerblauen Gewässern schrie Unglaube, gleichermaßen wie Faszination. Er musterte die grauen Seelenspiegel, aber vor allem den Teint ihres ebenen Gesichts. Viel zu hell! Das konnte doch nicht sein!
Alles weitere, das sie sagte, glitt an Kazel unberührt vorbei. Eine Dunkelelfe und doch keine! Sie sah nicht nach einer aus, keineswegs. Andernfalls hätten das doch gerade Xenia und Sintus bemerken müssen. Als Pelgarer und Mitglieder der Bruderschaft des Lichts kümmerten sie sich darum, das dunkle Volk zu bekämpfen, wenn es Ärger machte. Er vermutete, dass kaum ein Pelgarer besser wusste, wie ein Dunkelelf aussah und somit hätten sie Janay doch sofort als solche erkennen müssen. "Du siehst gar nicht so aus!" Er war ins Celcianische gewechselt und auch seine Stimme hob sich. Dermaßen überrascht war er über ihr Geständnis.

Jetzt konnte - nein, durfte - er sie erst Recht nicht gehen lassen! Unter keinen Umständen! Noch nie in seinem ganzen Leben war ihm jemand begegnet, der ein ähnliches Schicksal teilte. Über ihre Vergangenheit wusste er nichts. Vielleicht hatte Janay nicht einmal in Morgeria gelebt. Vielleicht war sie eine Dunkelelfe, die verborgen vor ihresgleichen irgendwo in Celcia aufgewachsen war und sogar ein ruhigeres Leben gelebt hatte. Er konnte es nicht wissen, aber allein die Tatsache, dass auch sie optisch anders war und doch zu jenem düsteren Elfenvolk gehörte, weckte in Kazel das dringende Verlangen, sie in seiner Nähe wissen zu wollen. Er musste mit ihr reden. Er wollte wissen, wie es ihr ergangen war. Musste jedes Wesen, das nicht dem Bild der dunkelelfischen Gesellschaft entsprach ein Leben besitzen, das es aus Sicht eines Morgerianers zu beenden galt? Er wollte ihre Geschichte erfahren und seine eigene mitteilen. Er wollte wissen, ob es Orte in Celcia gab, in denen man als jemand, der so aussah wie sie, vorurteilslos und sicher leben konnte. Kazel hatte es vor langer Zeit in Pelgar versucht. Beinahe wäre er am Galgen geendet für ein Verbrechen, das er nicht einmal begangen hatte. Einfach nur, weil man in ihm nicht den Waldelf, sondern eher den Dunkelelf vermutet hatte.
Er durfte Janay nicht aus seinem Leben schwinden lassen, ehe er sich nicht mit ihr unterhalten hatte. Sie würde ihn verstehen, weil sie gewissermaßen sein Schicksal teilte. Auf ihre Art, aber sie waren beide Ausgestoßene ihrer eigenen Rasse - oder Rassen. "Janay, du kannst jetzt nicht gehen." Er griff vor, um ihre Hand zu nehmen. "Bitte, bleib. Es ist wichtig - sicherlich auch für dich. Verdammt, mir sitzen auch so einige im Nacken. Wenn meine Tante irgendwo unter den Dunkelelfen herum streunt, ist mein Leben ohnehin verwirkt. Dieser Bastard von einem Geistesmanipulator und ... Veränderer ... Raxtian Tausendtod ist sicher nicht erquickt, dass ich noch lebe. Ich bin genauso Gejagter wie du. Wir haben eine Menge gemeinsam, Janay. Ich möchte, nein ich muss mit dir darüber reden." Kazel war es nun zur Abwechslung, der ihr deutlich näher kam. Extrem nahe. Das hätte sie wohl nach all der Schüchternheit in der Höhle nicht erwartet, aber jetzt passte wohl nur noch eine schmale Hand zwischen sie beide. Ihre Gesichter trennten nur Zentimeter voneinander. "Bleib bei mir." Es war kein Bitten für die Gruppe mehr, sondern ein Betteln seiner Seele. Eine Seele, die ein Leben lang zweifelte, ob sie einen Platz auf Celcia wirklich verdient hatte. Und jetzt sah es für ihn so aus, als gäbe es zwei davon.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Sonntag 8. Mai 2011, 20:01

Das Leben war für sie eine einzige, unaufhörliche Schwierigkeit allein, die sie einmal bewusster, ein anderes Mal wiederum undeutlicher wahrnahm. Sie hatte es nie leicht gehabt und trotzdem waren Momente wie diese, wo sie in der Trübseligkeit zu versinken drohte, selten gewesen. Ein Segen für sie, wie sie derzeit leider nur zu klar feststellen musste. Dennoch war sie sich sicher, dass sie alleine viel leichter würde überleben können.
Gut, es gab unzählige Gefahren im Wald, angefangen von giftigen Beeren bis hin zu wilden Raubtieren, die sie womöglich wieder jagen würden. Aber besser diese, als jene Jäger ihrer eigenen Art, denen sie viel hilfloser ausgeliefert wäre.
Auf sich gestellt, müsste sie nicht verheimlichen, welchem Geschäft sie nachgegangen war, und sie könnte sich gut verstecken, um einiges leichter, als wenn sie mehrere Leute wären, die sich voraussichtlich auch noch verständigen müssten irgendwie. Warum also konnte sie nicht einfach gehen?
Dass sie das Pferd nicht bekommen sollte, glaubte sie nicht. Ihr würde notfalls bestimmt etwas einfallen, um diesen Umstand zu ändern. Während andererseits sie zu Fuß nicht so viele Hindernisse im Wald hätte, dafür auf offenem Gelände durch ihr geringeres Tempo. Es war verzwickt, jedoch war sie in den letzten vier Jahren immer wieder alleine gereist, sodass sie keine Angst vor so einem Weg hätte. Bis jetzt hatte sie es gewöhnlich immer geschafft.
Warum sollte sich das jetzt ändern? Nur, weil sie von ein paar Erinnerungsfetzen geplagt wurde und ihnen noch ausgeliefert war? Die Bewegung würde ihr garantiert helfen, diese Gedanken abzuschütteln. Redete sie sich zumindest ein...
Nein, Kazel sollte ihre wahren Gefühle weder sehen, noch deuten können. Ein Ausbruch genügte ihr in seiner Anwesenheit, obwohl sie ihm gerne ihr Herz völlig ausgeschüttet hätte. Es hieß ja immer, so etwas solle Erleichterung verschaffen. Jedoch... war es denn klug diesem Drängen in ihrem Inneren nachzugeben? Sie würde sich ihm ausliefern, sich auf eine gewisse Art und Weise abhängig von ihm machen, die ihm gar nicht gefiel. Die junge Frau war viel zu lange auf sich selbst gestellt gewesen, hatte auf ihre einzige Stütze im Leben verzichtet, als dass sie das derart plötzlich hätte ablegen und sich um 180 Grad drehen können.
Beinahe hätte sie bitter aufgelacht und ein feiner Zug dieser negativen Empfindung schlich sich auch in ihren Mundwinkel. "Oh ja, ich werde für Schwierigkeiten gebraucht, wenn ihr noch nicht genug habt.", murmelte sie und seufzte schwer.
Es war niedlich von ihm, wie er sich dafür einzusetzen versuchte, dass sie blieb, auch wenn es zu ihrem ehrlichen Bedauern nur aufgrund von Sintus' Befehl getat. Und trotzdem hatte er sie soweit bekommen, dass sie ihm ein paar Brocken geben wollte, damit er wenigstens ein bisschen etwas begreifen konnte.
Wie sie es voraus geahnt hatte, reagierte er alles andere als erfreut darauf, dass sie in Wahrheit eine Dunkelelfe war. Während er sie ausgiebig musterte, als hätte er sie noch nie gesehen, wurde ihr Blick traurig.
Sie glaubte zu wissen, was er nun denken würde. Ihre Haut war viel zu hell, sie konnte lediglich ein verachtenswerter Mischling sein, der selbst aus der Geburtsstadt verbannt worden war, um nicht getötet zu werden.
Ein weiteres Seufzen entrang sich ihrer Kehle und sie wandte das Gesicht von ihm ab. Die junge Frau wollte weder Verachtung, noch Mitleid erkennen müssen, weil sie fest daran glaubte, nur eines der beiden Gefühle könnte die Reaktion darauf sein, wenn nicht gar ein Ruf nach Sintus.
Sein kleiner, in celcianisch gehaltener Ausbruch traf sie tiefer ins Herz, als sie es je für möglich gehalten hätte. Alter Trotz wollte in ihr aufsteigen und ohne es bewusst zu tun, ballten sich ihre Hände zu Fäusten.
Sie konnte doch nichts dafür! Sie hatte sich ihre Gene, ihr Blut nicht ausgesucht und trotzdem wurde stets ihr der Vorwurf gemacht! Die Welt war ungerecht... Ein weiteres Mal fühlte sie sich bestätigt, aber diesmal schmerzte es sie, weil sie irgendwo tief in ihrem Inneren Kazel gemocht hatte bisher, mehr oder weniger.
Er hatte ihr das Leben gerettet. Jetzt würde er es vermutlich nicht mehr tun und das stimmte sie nur noch trauriger, während es gleichzeitig ihren Entschluss zu gehen sich noch stärker festigte. Dass es in Wahrheit ganz anders in seinen Gedanken und Gefühlen aussah, konnte sie sich gar nicht vorstellen, weil sie es bisher niemals anders erlebt hatte.
Selbst Véllin hatte ihr gezeigt, wie sehr er eigentlich ihre helle Haut verachtete und das, obwohl sie ihn früher wie einen Helden verehrt und nicht zu diesen niederen Dingen fähig gehalten hatte.
Seine Stimme riss sie aus ihrer Stimmung, auch wenn sie seinen Worten zuerst keinen Sinn geben konnte.
Blinzelnd spürte sie eine Berührung an ihrer Hand und sah ihn jetzt erst wieder an, fragend und verwirrt erwiderte sie seinen Blick. Tränen drohten ihr in die Augen zu steigen und brannten bereits darin, während ihr Herz zu rasen begann.
Ein wehmütiges, freudloses Lächeln huschte über ihre Lippen. "Tanten, Väter... es gibt so viele von ihnen...", wisperte sie und wusste nicht so recht, wie ihr geschah.
Keine Verachtung, kein Verrat schlugen ihr entgegen, sondern eine umso vehementere Bitte zu bleiben. Warum? Wieso sollte ihr Verweilen so wichtig sein? Diesmal war sie es, die nicht verstand. Wenngleich er versuchte, es ihr mehr oder weniger zu erklären, begriff sie es nicht wirklich. Es war eine für sie derart unerwartete Wende, dass die Erläuterung mehr oder weniger an ihr vorbei rauschte.
Lediglich sein letzter Satz hallte in ihren Ohren wider wie ein Flehen, um zu überleben. Ein trauriges Lächeln kräuselte ihre Lippen und sie hob ihre andere, freie Hand, um sie auf seine Wange zu legen.
Nun stiegen ihr wirklich Tränen in die Augen, weil es ihr jetzt schon leid tat, dass er umsonst Hoffnungen in sie setzte. "Was versprichst du dir davon, Kazel?", hauchte sie und strich leicht mit ihrem Daumen über seine Haut. "Ich bin keine Hilfe, das kannst du mir glauben. Ich bin nur Ballast und es hat seine Gründe, warum ich ständig auf mich allein gestellt bin."
Dieses Eingeständnis schmerzte sie nicht so sehr, denn es war für sie schon eine lange Tatsache. Jetzt hatte sie diese lediglich jemand anderes eingestanden und es durch ihre Worte nur deutlicher gemacht, nicht erst hervor gerufen.
Trotzdem konnte sie sich nicht dagegen wehren, dass in ihr ein Verlangen aufstieg, das sie schon lange unterdrückt hatte. Nun brach es umso stärker aus ihr heraus und auch wenn sie sich dadurch einiger Zeit beraubte, ehe Sintus die Wahrheit erfahren würde, sie wollte sich nicht so recht dagegen stemmen.
Stattdessen tat ihr Körper genau das, was ihre gemarterte Seele brauchte, lehnte sich vor und ihr Kopf legte sich wie von allein auf seine Schulter. Kurz nur wollte sie die Augen schließen und es tief in sich aufnehmen, für einen flüchtigen Moment sich geborgen fühlen zu dürfen. Ihre Stirn lehnte an seinem Hals und sie konnte spüren, wie ausgekühlt seine Haut bereits war.
Was sie daran erinnerte, dass sie noch immer seine Kleidung trug. Was sollte sie damit denn tun? Sie behalten und vorwärts kommen, aber riskieren, dass er sich den Tod deswegen holte? Oder sollte sie so selbstlos sein und es wagen, nur in Unterwäsche einen langen Weg in freier Natur anzutreten?
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 10. Mai 2011, 00:00

Hatte er nicht bereits bewiesen, dass sie ihm ein gewisses Maß an Vertrauen entgegen bringen konnte? Kazel hatte Janay das Leben gerettet. Naja, eigentlich war es bei dem Versuch geblieben, der ohne die Hilfe von Sintus und Talimée höchstwahrscheinlich im Tod geendet hätte. Dafür aber hatte er geschwiegen, sowohl über das Wissen, dass sie Lerium beherrschte als auch die Tatsache, sie in ein schlechtes Licht zu stellen. Sie war es schließlich gewesen, die Annäherungsversuche gestartet und heftige körperliche Reaktionen beim Mischling hervorgerufen hatte. Kazel hatte gegenüber dem Paladin mit keiner Silbe erwähnt, dass die Signale allein von ihr ausgegangen waren. Vielmehr war er in die Rolle geschlüpft, die Sintus von ihm kannte und wohl auch erwartet hatte: der kleine Faktor in ihrer Gruppe, der Ärger machte. Dass der Mann inzwischen auch andere Überlegungen traf und Kazel aufgetragen hatte, mehr über Janay herauszufinden, konnte sie ja nicht ahnen. Nun, vielleicht gelang es ihr, erste Vermutungen anzustellen. Immerhin dürfte sie bei gründlicher Überlegung selbst feststellen, dass ihr Schauspiel unter den wenigen Erinnerungsfetzen und unterdrückten Gefühlsausbrüchen litt. Warum würde sie sonst so gereizt reagieren, so trotzig und stur sich Sintus entgegenstellen und nun mit der Entscheidung ringen, die Gruppe zu verlassen?
Aber das durfte Janay nicht tun. Nicht jetzt, nachdem sie Kazel eine Antwort geliefert hatte. Nicht jetzt, wo er wusste, dass irgendetwas sie verband - ihr Äußeres. Ausgestoßene des eigenen Volkes, weil sie aus dem bekannten Muster fielen. Kazel, weil er ein Mischling war und Janay? Sie hatte ihm gesagt, sie sei Dunkelelfe. Kein Mischblut. Aber ihr Äußeres, das jener Elf inzwischen durchaus als anziehend empfand ohne sich wirklich darüber im Klaren zu sein, bewies doch etwas Anderes. Vielleicht war sie kein direktes Mischlingskind, aber es musste nicht dunkelelfisches Blut in ihre Linie geraten sein und zeigte sich bei ihr eben auch optisch. Ein Umstand, der in Morgeria dafür sorgte, dass man zum Sündenbock und Fußabtreter abgestempelt wurde. Ob sie auch ein solch hartes Leben hinter sich hatte?
Er musste es wissen. Er musste mit ihr sprechen. Deshalb musste sie bleiben. Kazel flehte darum, Janays Hand haltend und leicht fröstelnd, denn noch immer war es nicht sonderlich warm draußen. "Bitte, bleib doch." Wie oft wollte er sich denn noch wiederholen? "Komm wenigstens noch eine Weile mit uns. Zum See, die Verletzten heilen und dein Kleid holen. Oder ... soll ich es statt deiner tragen?" Der Scherz war plump, aber vielleicht lockerte er ein wenig die Stimmung. Falsch gedacht, denn plötzlich spürte Kazel eine angenehme Wärme. Nichts fühlte sich so wundervoll an wie Körperwärme. Janay war ihm ganz nah. Er spürte ihren Atem auf seiner Haut, ihre Haare, die ihn kitzelten und die Weichheit ihrer Wangen an seinem Hals. So schnell hatte er gar nicht reagieren können, wie die Dunkelelfe nun an ihm lehnte. Er verharrte einen Moment vollkommen reglos, aber seine Gedanken wirbelten wild umher. Dunkelelfe ... hättest du das damals erfahren, wärst du ihr jetzt wohl an die Kehle gegangen wie jedem von diesem Volk. Ja, es hatte eine Zeit gegeben, da wäre Kazel blind auf jeden Dunkelelfen losgegangen, der sich ihm in den Weg stellte. Aber er hatte dazu gelernt, war ein wenig ruhiger geworden. Er stürzte sich nicht mehr in Kämpfe, die nur seinen Tod in Aussicht hatten. Außerdem ... nicht jeder vom dunklen Volk war ein boshaftes Wesen. Die meisten vielleicht, aber es gab auch welche, die aus dem Schema fielen. So wie er und Janay.

Ihre Hand ruhte ebenfalls noch an seiner Wange, ein unbeschreibliches Gefühl. Es machte Kazel benommen und für eine ganze Weile unfähig, zu denken oder zu handeln. Warum nur löste sie bei ihm derartige Reaktionen aus? Sein Gesicht lehnte sich gegen die Handinnenfläche, ein deutliches Zeichen, dass ihm gefiel, was sie tat. Berührungen dieser Art waren so selten in seinem Leben geschehen, dass sie jedes Mal etwas ganz Besonderes darstellten. Vor Janay hatte es nur Shantih gegeben, die ihn überhaupt einmal so berührt und ihre Zuneigung ausgedrückt hatte. Wie vermisste er diesen Austausch von Zärtlichkeiten.
So schob sich seine Hand langsam von ihrer herunter. Auch die andere Hand zog nach, dass sich beide Arme um ihren Körper legten. Zerbrechlich war sie nicht, aber unendlich weich und warm. Zaghaft klopfte er ihr auf den Rücken, strich dann darüber, beinahe gedankenverloren. Sie schien Trost zu brauchen, ein paar aufbauende Worte und Kazel war ihr immer noch eine Antwort schuldig. Was versprach er sich von ihrer Anwesenheit? Er atmete tief durch. Wie viel konnte er ihr anvertrauen? Nein, über diese Frage dachte er nicht einmal nach. Es war das erste Mal, dass Kazel so ungezwungen und offen von seiner Vergangenheit sprach. Nicht einmal Landria Sinal hatte es aus ihm heraus kitzeln können. Sie hatte sich Zugang zu seinem Geist verschaffen müssen, um zumindest an der Oberfläche zu kratzen.
"Ich weiß nicht so recht. Wir haben etwas gemeinsam. Vielleicht will ich deshalb, dass du bleibst. Es gibt da ... eine Verbundenheit. Mein Vater war ein Waldelf, Sklave in Morgeria und somit Begründer meines Schicksals. Als Mischling im Reich der Dunkelelfen kann man täglich froh sein, wenn man morgens wieder in seinem Bett erwacht. Ich ... mein Vater war bereit zu sterben, damit ich genug Anerkennung unter anderen Dunklen erhielt. Ich war ihnen niemals zugehörig und auch auf dieser Seite des Drachengebirges habe ich vor der Bruderschaft nichts gefunden, das mich band. Jetzt habe ich die Paladine, Xenia und ... plötzlich ... dich. Du weißt, wie es ist, wegen seinem Äußeren angeschaut und für wertlos erachtet zu werden, oder nicht?" Er verfiel kurz in Schweigen. "Wenn du bleibst, fühlen wir beide uns vielleicht nicht mehr so ... allein." Und mit diesen letzten Worten verfestigte sich seine Umarmung, sein Kopf schob sich dicht an ihren heran. Kazel schloss die Augen. Er hatte soeben mehr preisgegeben als von ihr erfahren, aber es war ihm egal. Hier ging es nicht mehr länger um das, was Sintus ihm als Befehl erteilt hatte.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Dienstag 10. Mai 2011, 01:19

Die junge Frau war eine Person, der es alles andere als leicht fiel, jemandem zu vertrauen. Das hatte ihr das Leben schon früh gelehrt, dass man sich besser nur auf sich selbst verließ... außer, man hatte eine große Schwester und die Chance, wenigstens ab und zu seltene Momente zu erhalten, wo man nicht belauscht werden und sich aussprechen konnte. Doch auch das war schon viel zu lange vorbei.
Alles was danach gekommen war, war lediglich eine Bestätigung ihrer Erfahrungen gewesen. Einmal hatte sie den Fehler begangen, sich jemandem anzunähern und die Folgen davon waren von ihr vermutlich heute noch nicht vollständig überwunden worden. Wenn sie schon so litt, weil sie ihre Schwester nicht mehr sehen konnte, wie schlimm würde es erst sein, wenn sie sich gedanklich dem Wesen widmen würde, das sie zu früh verloren hatte?
Nein, Janay und Vertrauen waren zwei Komponenten, die einfach nicht zusammen passten. Sie glaubte höchstens an sich selbst und konnte sich nur sehr schwer öffnen.
Dass weder Talimée, noch Kazel sie bisher verraten hatte, tat ihrer Seele zwar gut, aber sie konnte es nicht als positives Zeichen werten. Es würde noch sehr lange dauern, bis sie damit anfangen könnte, obwohl es nach ihrer Meinung nach ohnehin nie dazu kommen würde, denn dann wäre sie schon lange außer Reichweite. Zumindest, wenn sie sich nicht wider besseren Wissens dazu entschloss, noch ein bisschen länger auszuharren in dieser Gesellschaft.
Es könnte ihr gut tun, durchaus, jedoch könnte es sie genau zu einer solchen inneren Öffnung verleiten, um sie danach lediglich tiefer in die Einsamkeit zu stürzen. Sie unterstellte den Beiden nicht per se, dass sie Verrat üben wollten. Allerdings waren sie ihr nichts schuldig und ihr gegenüber nicht verpflichtet.
Es war für sie ein Ding des Unverständlichen, dass jemand das allein aus Zuneigung machen könnte. Sogar bei ihrer Schwester war höchstwahrscheinlich die Not und die Gewohnheit dabei, um sich so um sie zu kümmern. Diese Sicht half ihr wenigstens eine Spur weit ihren Schmerz zu verdrängen über den Verlust.
Dass sie sich inzwischen selbst mehr oder weniger im Ansatz verraten hatte, war ihr nicht bewusst, weil sie keine Vorstellung davon hatte, wie sich eine adelige Dame verhielt. Für sie waren nun einmal Blicke und Berührungen um einiges normaler, als sie es sein sollten, und sie hatte wirklich kaum einen Orientierungssinn im Wald während der Nacht. Hinzu kam das Unwissen über Waldelfen an sich, da sie sich natürlich nie sonderlich viel über andere Rassen informiert hatte. Es war bisher auch nicht nötig gewesen.
Ihr Verhalten Sintus gegenüber war hingegen nicht nur von ihrer eigenen Sturheit geprägt, sondern auch von ihren Vorurteilen gegen die Pelgarer generell, die er nur bestätigte. Und dem Ärger darüber, dass sie sich hier mit solch einem Paladin abgeben musste, wenngleich sie es überhaupt nicht gewollt hatte. Er spielte sich für ihr Empfinden einfach zu stark auf, machte sich wichtig und glaubte, über alle bestimmen zu können. Etwas, was sie schon lange für ihren Lebensweg abgelegt hatte, um ihr eigener Herr zu sein.
Natürlich war sie in gewissem Maße eine Ausgestoßene ihrer Art gewesen durch ihre helle Haut. Doch es war bis zu ihrem Weggang niemals so schlimm und deutlich gewesen, dass sie es wirklich begriffen hatte.
Viel deutlicher war da der Druck ihres Erzeugers gewesen, sich nicht so weiblich zu geben. Sie sollte sich mehr zurück ziehen und ihren Willen ihm stets beugen, um das später gegenüber eines Ehemannes genauso so zu tun, den nicht einmal sie hätte aussuchen dürfen. Das war für sie viel schlimmer gewesen, auch wenn sie womöglich mit der Zeit stärker gemerkt hätte, dass ihr Aussehen Anstoß erregte.
Für ihr eigenes Empfinden war sie lediglich eine Dunkelelfe, obwohl sie nicht immer stolz auf ihre Art war... gut, eigentlich war sie das nie gewesen, aber sonst hatte sie keine Rasse, zu der sie sich zählen könnte. Ja, sie war heimatlos und das schon viel zu lange, dass sie sich mehr oder weniger daran gewöhnt hatte, notgedrungen.
Wenngleich sein Versuch, die Stimmung etwas zu lockern, mehr als plump war und er wohl genauso drum wusste wie sie, war sie ihm dankbar dafür. Sogar so sehr, dass sie ein flüchtiges, leises Lachen erklingen ließ.
"Käme auf einen Versuch an... ob es dir stehen würde?", murmelte sie und wollte ihm damit zeigen, dass sie seine Geste verstand und akzeptierte. Trotzdem wollte sie nicht wirklich jetzt daran denken, sondern sich an ihn schmiegen.
Es fühlte sich gut an, viel zu gut und sie wusste, dass es ein Fehler gewesen war, weil es ihr eine Hoffnung vermittelte, die sie nicht zulassen sollte. Jedoch konnte sie gerade nicht widerstehen, auch wenn es ein weiteres Ereignis wäre, an das sie sich später sehnsüchtig erinnern würde.
Sein Geruch stieg ihr nun um einiges deutlicher in die Nase als von seiner Kleidung her. Er war verschwitzt, obwohl es längst getrocknet war, und ein Bad täte ihm eindeutig gut. Trotzdem empfand sie es als wohltuend, er war einer jener Männer in ihrem Leben, der verhältnismäßig einen guten Körpergeruch besaß. Sich an ihn zu schmiegen, war ein Segen für ihre Seele, er verströmte Wärme und tatsächlich so etwas wie Geborgenheit. Ein einziges Mal konnte sie sich an jemanden lehnen, ohne kokettieren und spielen zu müssen, konnte sich selbst aussuchen, wer das war, und musste nicht mit dem Wissen leben, dass er lediglich das Objekt zur Befriedigung seiner Begierden war.
Noch immer hielt sie die Augen geschlossen und dachte nicht daran, dass sie in ihm trotzdem so einiges auslösen konnte mit ihrer Nähe.
Als er seine Wange enger an ihre Hand schmiegte, ließ sie es zu und strich deutlicher mit ihrem Daumen über seine Haut.
Sie konnte spüren, wie er seine Haltung veränderte und wenngleich sie ahnte, was kommen würde, unterband sie es nicht. Stattdessen bewegte auch sie sich und legte beide Arme um seinen Hals, um sich eng an ihn zu drücken. Schon lange hatte sie das entbehren müssen und es ließ ihr Herz schneller schlagen, als sie es nun wieder erleben durfte.
Es tat so unendlich gut...
Am liebsten wäre es ihr gewesen, sie hätten hier ewig so sitzen und in einvernehmlichen Schweigen verharren können. Doch das war wohl nicht möglich, denn er ergriff wieder das Wort.
Still und geduldig hörte sie ihm zu und war überrascht, was er ihr hier anvertraute. War das die Wahrheit oder erzählte er ihr gerade ein Märchen? Vielleicht eine Lüge, um sie wirklich zum Bleiben zu bewegen. Nein, daran glaubte sie nicht wirklich. Es klang einfach zu... ungewöhnlich, als dass es nicht echt sein konnte.
Vermutlich war es eine Dummheit von ihr und er hätte es nur darauf angelegt, aber... was hatte sie denn noch zu verlieren? Er wusste ja ohnehin schon genug...
"Gegen deine Geschichte ist meine harmlos...", wisperte sie und spürte, dass er sie noch enger an sich zu drücken versuchte.
Sie gab dem nach und rutschte sogar auf seinen Schoß, um die letzte Distanz zu überbrücken.
"Meine Familie war... normal für unsere Verhältnisse. Meiner Mutter war ich egal und mein Vater... nun ja, er hat mir immer vorgeworfen, ich würde die Männer provozieren, nur weil ich schon früh mich weiblich geben konnte und die Aufmerksamkeit genoss. Vielleicht war es falsch, jedoch... so bekam ich wenigstens welche. Als es zu viel wurde, bin ich weggelaufen und seitdem... na ja..." Sie deutete in die Runde als Zeichen dafür, dass sie ihre unzähligen Reisen seit diesem Moment meinte.
Danach seufzte sie leise und drehte ihren Kopf ein kleines Bisschen, um in sein Gesicht hinauf sehen zu können. Bevor sie den Entschluss bewusst gefasst hatte, streckte sie sich schon und schenkte ihm einen sanften Kuss auf die Wange.
Es dauerte nicht sonderlich lange und daraufhin wollte sie sich wieder an seinen Hals schmiegen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Erzähler » Dienstag 10. Mai 2011, 11:35

Währenddessen in der Höhle
Annabelle zog sich murmelnd zurück. Sie wurde aus dieser Fremden nicht so recht schlau. In der Höhle begann Sintus mit den Vorbereitungen um die beiden Verwundeten transportfähig zu machen. Er bat seiner Jagdgefährtin ihm dabei zu helfen während Annabelle sich um die Zubereitung des Hasen kümmerte. Sie würden das Fleisch wohl auf dem Weg essen.
„Wir sollten öfter jagen. Wir geben ein gutes Gespann ab.“ Sprach Sintus Talimée sanft an. Er hatte eine ganz andere Beziehung zu der schüchternen Frau aufgebaut. Schliesslich hatte sie sich der Gruppe auch als nützlich erwiesen. Sie hatte sich nicht jedem Befehl per se entgegengestellt und sich nicht so trotzig gezeigt wie die andere Fremde. Kein Wunder also war sie dem Paladin deutlich sympathischer.

Der Krieger schien das Bedürfnis nach einem etwas lockeren Gespräch zu haben. Immer nur Befehle herum zu knurren und auf Widerstand zu stossen war auf Dauer sicherlich ziemlich anstrengend und zermürbend. Vielleicht würde ihm die Dienerin dieser vermeintlichen Adeligen bereitwilliger Auskunft geben als Janay selbst. Sintus hatte Kazel vorgeschickt damit dieser beschäftigt war, ausserdem wollte er ihn prüfen. Würde er sich der Bruderschaft gegenüber Loyal erweisen? Er vertraute ihm nicht zu 100 Prozent und darum zog er es vor auch noch selbst zu versuchen Informationen über Janay zu beschaffen. Talimée war die einzige Person ausser Janay selbst die dafür noch in Frage kam.
„Deine Freundin scheint etwas… verwirrt und aufgewühlt zu sein… Kennt ihr euch schon lange?“

Fragte er beiläufig. Er wusste ja nicht an was für eine Informationsquelle er da geraten war. Er tätschelte die Pferde und sattelte sie. Dann befestigte er die einfache Pritsche an eines der Pferde. Er sah zu dass es Xenia bequem hatte. „Solltest…du nicht Juduka auf die Pritsche legen… ihr scheint es schlechter zu gehen als mir.“ „Kommt nicht in Frage!“ Knurrte Sintus und Xenia registrierte sofort dass Sintus sich niemals überreden lassen würde den Platz seiner Vorgesetzten mit jenem von Juduka zu tauschen. Er betrachtete die Nachtelfe als Kriegsgefangene, mehr nicht.
Janay und Kazel untergruben wohl beide, dass der grösste Hass und die grösste Abneigung des Paladins wohl der Nachtelfe galt, er sie aber aufgrund ihres Zustandes wohl oder übel schonen musste.

„Sie wird reiten.“ Setzte Sintus eindeutig den Schlusspunkt der Diskussion. Xenia beliess es dabei. Juduka seufzte nur leise. Wie sollte es mit ihr weitergehen? Die Gedanken der Nachtelfen blieben vorerst für alle der Gruppe verborgen. Schliesslich hatte noch niemand sich eindringlicher mit ihr Unterhalten. Der einzige der sich vielleicht ein wenig für sie interessiert hätte hatte nun nur noch Augen für die Fremde. War die Nachtelfe deswegen eifersüchtig?
Wohl kaum, doch sie wusste wie wichtig es war in ihrer Situation den einen oder anderen Verbündeten zu haben. Schliesslich konnte sie nicht darauf zählen dass Xenia immer da war um sie vor den Übergriffen des Paladins zu schützen. Dieser hatte ja in jener Hinsicht ihr schon einiges angedroht. Ihre Situation und ihre Chancen hatten sich durch das Auftauchen der beiden Fremden eher verschlechtert.

Xenia musterte ihren Waffengefährten. „Am See unten solltest du dich endlich auch mal ausruhen Sintus. Wenn der See wirklich den Effekt erzielt den wir uns erhoffen, können wir uns einer Rast sicherlich besser leisten. Wir könnten uns dann mit der Wache abwechseln. „Kazel werde ich sicherlich keine Wachschicht zutrauen!“ Das war wohl auch etwas viel Verlangt. Sintus hatte schon Schwierigkeiten damit Kazel überhaupt aus den Augen zu lassen, wie sollte er da sogar schlafen während ER über ihn wachte. So weit war er noch lange nicht, dafür würde Kazel schon einiges an Loyalität unter Beweis stellen müssen. „Ich weiss… aber mir wirst du es doch, oder?“ Sintus schaute Xenia an und legte seinen Kopf schief. „Natürlich. Ich BIN ja nicht paranoid!“ Brummte er gehässig. „Ich weiss mein Freund.“ Antwortete Xenia schlichtend.

Aus Sintus Helm roch es inzwischen schon sehr verführerisch. Der Duft nach gebratenem Hasen fand seinen Weg aus der Höhle und umschmeichelte sogar die beiden Turteltauben.
„Annabelle, wir sind hier gleich soweit…gehst du schon vor, nach draussen?“ Er blickte zu Talimée und unterliess es jegliches Schimpfwort anzufügen. „ Ich sammle noch den Rest auf. Talimée währt ihr so freundlich den Helm mitzunehmen mit dem Essen? Ihr könnt ja während ihr wartet schon mit essen beginnen. Lass mir nur was übrig! Nehmt ihr bitte das Pferd mit Xenia?“ Offenbar vertraute er ihr inzwischen schon mehr als Annabelle, oder er hielt die Hexe einfach für zu raubeinig um mit Pferden umzugehen.

Mit dem „Rest aufsammeln“ meinte er Juduka. Sobald die anderen die Höhle verlassen hatten schritt er zu ihr hin. Juduka wurde augenblicklich unruhig. „Du sollst mir nichts antun!“ Keuchte sie ihm leise entgegen. „Halt die Klappe du kleine Schlampe!“ Dieser Kerl machte ihr Angst. Der einzige Vorteil dass die beiden Fremden da waren war für Juduka, dass diese bis jetzt sehr viel Aufmerksamkeit vom Paladin gefordert hatten. „Komm her.“ Er packte sie ziemlich rau an und bugsierte sie aufs Pferd, ihr ächzen und keuchen ignorierend. „Stell dich nicht an!“ Knurrte er nur packte sie dann an den langen weissen Haaren und zwang sie ihn anzusehen. „Xenia ist nicht immer bei dir.“ Hauchte er leise und strich ihr über die Wange. „Und auch dein kleiner Manipulationsbastard hat offenbar das Interesse an dir verloren… du gehörst ganz allein nur mir…“ Er legte seinen Daumen auf ihre Lippen. „Doch darüber solltest du lieber Schweigen….“
Talimée ging voraus da sie das Pferd anführte an welches die Pritsche gebunden worden war. Annabelle hatte es vorgezogen der Frau nun doch den Hasenhelm abzunehmen, ausserdem hatte sie noch alle anderen Habseligkeiten welche die Gruppe bei sich gehabt hatte unter den Arm geklemmt. Talimée war die erste welche die beiden zu Gesicht bekam. Als Annabelle zu ihnen stiess meinte sie nur: „Sitzt nicht so nahe beinander wenn ihr nicht schon wieder ein Donnerwetter hören wollt. Hier… ich hab Hasenfleisch für euch.“ Sie gesellte sich zu der Gruppe und reichte ihnen den Helm.

Sintus liess sich offenbar etwas Zeit, schliesslich musste er seine Rüstung wieder anlegen und sich bewaffnen und Judka traktieren, so blieb der Gruppe vor der Höhle etwas Zeit sich zu unterhalten.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Dienstag 10. Mai 2011, 20:17

Hätte Janay ihm erzählt, wie schwer es ihr fiel, Vertrauen zu fassen und dass sie es eigentlich überhaupt nicht bei anderen tat, hätte Kazel vielleicht sogar losgelacht. Oh, sie waren sich doch ähnlicher als sie beide es wohl ahnten. Denn auch Kazel war der Welt stets mit Misstrauen begegnet - bis zu dem Zeitpunkt, als Xenia in sein Leben trat. Sicher, er hatte zuvor Shantih gehabt oder auch Luziver und den Ork Leon als Freunde angesehen, aber hätte er ihnen blind vertraut? Seiner Geliebten vielleicht. Das ließ sich nicht so genaus sagen. Sie hatte Kazel nicht vertrauen können. Er war für ihren verantwortlich.
Aber Xenia hatte ihm gezeigt, dass es wichtig war, einander zu vertrauen und dass er es in ihrem Fall tun konnte. Sie hatte ihn stets mit Respekt behandelt. Wie einen Freund, auf den man bauen konnte, unter allen Umständen. Sie hatte sich für ihn eingesetzt und nun war es an ihm, für sie dasselbe zu tun. Für die Söldnerkönigin und den Rest der Gruppe. Dazu gehörte auch Janay. Und dass es ihr gerade seelisch nicht besonders gut ging, bedeutete, dass sie ein wenig Trost und Aufmunterung gut gebrauchen konnte. Ein Stückchen Vertrauen.
Man konnte nun darauf hinweisen, dass es innerhalb ihrer kleinen Schar andere gab, die mehr Hilfe nötig hatten. Am meisten derzeit wohl Juduka. Aber Kazel hatte hierbei bereits sein möglichstes getan. Er hatte sie getragen, weil Sintus sie nicht auf der Bahre sehen wollte, auf der Xenia lag. Mehr konnte er nicht tun, dazu fehlten ihm die Kenntnisse eines ausgebildeten Heilers. Das bräuchte die Nachtelfe nun wohl am deutlichsten. Aber sie würden ja bald zu diesem See zurückkehren. Wenn das Wasser wirklich so gesundheitsfördernd war, würde es ihr gut tun. Und Kazel würde Juduka auch wieder tragen, sollte es nicht anders gehen. Mehr konnte er jedoch nicht für sie tun, da ging es bei Janay schon leichter. Trost spenden, ja, das konnte er machen. Sofern sie sich darauf einließ. Das tat sie und so saßen beide aneinander gelehnt vor der Höhle. Janay rutschte sogar auf seinen Schoß. Kazel hielt sie, empfand ihre Körperwärme als überaus angenehm und ihre Nähe fühlte sich mehr als gut an. Ihr Duft machte ihn geradezu benommen. Wahrscheinlich hätte sie wie eine Kloake stinken können und er wäre noch in der Lage gewesen, diesen individuellen Hauch heraus zu filtern, der immer in der Luft hing, wenn sie ihm so nahe war.
Er berichtete ihr von seinen familiären Verhältnissen, erwartete, dass sie gleich eine ähnliche Geschichte präsentieren würde, aber es kam etwas anders. Janays Geschichte klang beim ersten Hören tatsächlich deutlich harmloser, aber das war sie letzten Endes bei weitem nicht. Was könnte schlimmer für ein Kind sein als wenn es die Aufmerksamkeit der Eltern nicht erhielt? Bei Dunkelelfen gehörte das in vielerlei Hinsicht sicher zum Alltag, aber dennoch trug es sich irgendwann zu, dass sie auf das gezeugte Leben reagierten. Janay schien für Vater und Mutter Luft gewesen zu sein, bis sie ein Alter erreichte, in dem sie für deren Ruf hätte von Nutzen sein können.
"Ich hätte deine Mutter gern gehabt. Ihr wäre vermutlich nie aufgefallen, dass meine Hautfarbe heller wurde." Kazel stieß ein schnaubendes Lachen aus. "Weglaufen schien das Beste, was du tun konntest. Hab ich auch gemacht ... irgendwann." Dass er zuvor seine Mutter ermordet hatte, verschwieg er. Das musste Janay nicht unbedingt wissen. Außerdem lenkte sie Kazel gerade ab, als sich ihre Lippen weich gegen seine Wange drückten. Ein Kuss.
Kazel starrte auf sie herab. Dass sich nicht nur diese, sondern auch die andere Wange rot färbte, konnte er nicht verhindern. "Das ... äh ... Danke, glaube ich." Wie sollte er nun darauf reagieren?

Das musste er glücklicherweise gar nicht. Jemand hatte sie gesehen und kam nun auf sie beide zu. Jemand, der vorher noch in einer sehr kritischen Situation gewesen war, denn sie hätte ihre Herrin verraten, wenn Sintus seine Fragen fortgeführt hätte. Ob Talimée Janay schon eine ganze Weile kannte. Nein, Herr, noch nicht sehr lange. Ich wurde meiner Herrin erst kürzlich zugeteilt. Das waren ihre Worte an den Paladin gewesen. Sie hoffte, dass Janay stolz auf sie würde sein können. Sie hatte nicht gelogen, aber auch nicht zu viel gesagt. Denn tatsächlich hatten die Dunkelelfen sie doch Janay zugeteilt, um ihr zu dienen. Dass sie es immer noch tat, den Grund kannte Talimée nur selbst. Sie müsste Janay weder folgen, noch ihre gehorsame Leibdienerin spielen.
Doch jetzt, da sie aus der Höhle kam und ihre Herrin in den Armen des seltsamen Elfen sah, wusste sie, dass es ihr Schicksal war, ihr weiterhin zur Seite zu stehen. Jeder besaß ein Schicksal, eine Aufgabe, so glaubte es die Waldelfe. Und sie hatte sogar mit ihrem zweiten Gesicht gesehen, dass Janays eng an das von Kazel geknüpft war. Wenn man die beiden nun beobachtete und auch den kurzen Kuss mitbekam, erkannte man das auch ohne jegliche hellseherische Gabe. Dieser Elf tat Janay durchaus gut. Sie konnte sich bei ihm anlehnen, wenn es schlecht ging. Vielleicht musste er deshalb da sein.
Räuspernd näherte sich die Elfe in dem Moment, als auch Annabelle die beiden Turtelnden unterbrach. "Herrin, wir reiten gleich zum See. Ihr kommt doch mit?"
Kazel schaute auf. Noch immer peinlich berührt löste er sich langsam von Janay. Den Hasen im Helm aber rührte er nicht an. Das Wasser hatte ihn so gesund gemacht, dass er derzeit keinen Hunger verspürte. Zumindest glaubte er, dass es am Wasser lag. Sein Blick wanderte kurz zu der Dunkelelfe, von der wohl niemand wissen durfte, dass sie eine war. "Ja, auf das Donnerwetter verzichte ich mit Freuden." Er erhob sich, um einen Blick zum Höhleneingang zu werfen. Jetzt, das Janay ihn nicht mehr wärmte, fröstelte ihn und er rieb sich die Unterarme.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Janay » Mittwoch 11. Mai 2011, 11:52

Die junge Frau hatte keine Vorstellung davon, wie ähnlich sie zwei sich eigentlich sein könnten. Er war noch immer eher der schüchterne Jüngling für sie, der sich einfach in jemand anderes hinein fühlen konnte. Etwas, was sie nie geübt, noch aktiv gefördert hätte.
Außerdem entsprach es nicht ihren Überlegungen, dass sich irgendjemand außer Arina ihr ähneln könnte vom Wesen her. Sie sah sich zu sehr als Einzelgängerin und einzigartiges Wesen, ohne dem überheblichen Beigeschmack zu beachten, als dass sie auf die Idee hätte kommen können, dass ein eigentlich Fremder, noch dazu männlichen Geschlechts, trotzdem in ähnlichen Bahnen denken und fühlen könnte.
Vertrauen war für sie einfach nur ein zweischneidiges Schwert. Einerseits musste sie stets diese Empfindung bei ihren Kunden erwecken, damit sie sich überhaupt auf sie einließen und sie auch wirklich bezahlten, während hingegen sie es hatte soweit aufbringen müssen, um keine Angst vor zu großen Übergriffen zu haben. Andererseits hatte sie kein Bedürfnis danach, sich jedem zu öffnen, um sich angreifbar zu machen. Deswegen bewahrte sie ihre Gefühle und Gedanken gewöhnlich für sich. Dass sie es bei Kazel und teilweise auch bei Talimée anders gehalten hatte, lag lediglich daran, dass sie nicht daran glaubte, von ihnen sofort ausgenutzt zu werden. Ein wenig hatte auch die Not mitgespielt, sodass es überhaupt erst soweit kommen konnte.
Zwar tat es ihr sogar gut, half ihr, sich ein bisschen auszusprechen und vielleicht Hoffnung zu schöpfen, von ihm das ein oder andere zu hören, was ihre Sichtweise erweitern könnte. Aber es war noch immer gefährlich für sie. Solange sie hier blieb, war sie nun von zwei Personen abhängig, dass sie schwiegen, um ihr zusätzlichen Ärger zu ersparen. Denn obwohl sie daran glaubte, dass sie Sintus irgendwie entkommen könnte, wollte sie sich diese Brüllattacke ersparen. Und auch die Gewissheit, dass ihr mangelndes Vertrauen selbst an diesem Ort fehl am Platze gewesen war.
Dass sie für sich womöglich mehr Aufmerksamkeit einforderte, als ihr aufgrund der Schwere ihrer Last zustehen könnte, auf den Gedanken kam sie gar nicht. Dazu hatte sie noch zu wenig Erfahrung mit den einzelnen Mitgliedern der Gruppe und war obendrein zu der Überzeugung gelangt, dass der Paladin zwar mit dem Wort wütete und mit seinem Schwert fuchtelte, aber denen gegenüber keine ernste Bedrohung war. Wie es hingegen aussehen würde, würde er erfahren, wer sie eigentlich war, wollte sie sich lieber nicht ausmalen.
Trotzdem glaubte sie nicht daran, dass er derzeit eine Dummheit anstellte. Immerhin waren ja auch Talimée und die Alte dabei, die bestimmt einen beruhigenden Einfluss auf ihn haben würden. Ein schlechtes Gewissen, weil sie Kazel gerade für sich beanspruchte, hatte sie demnach überhaupt nicht.
Ganz zu schweigen davon, dass seine körperliche Nähe, ohne diesem gewöhnlichen Drängen zum Vergnügen, wie Balsam für ihre Seele war. Sich bedenkenlos an ihn schmiegen zu können, war von ihr lange vermisst worden, sodass es nun umso schöner sich anfühlte. Ihre Schwester hatte ihr einmal gesagt, man würde erst etwas wirklich schätzen können, wenn man es entbehren musste. Das stimmte. Auch früher schon hatte sie die tröstenden Umarmungen von Arina genossen, doch was sie tatsächlich alles geben konnten, stellte sie erst jetzt fest, nachdem sie vier Jahre lang darauf hatte verzichten müssen.
An seinen Hals geschmiegt, deutete sie ein Kopfschütteln an und drückte sich instinktiv schutzsuchend enger an ihn."Niemanden würde ich meine Mutter wünschen... Hätte ich meine Schwester nicht gehabt, ich will nicht wissen, was dann aus mir geworden wäre...", murmelte sie mit belegter Stimme.
Vielleicht hätte sie dann nicht so selbstständig zu denken gelernt, sondern wäre wie der Großteil ihrer Rasse geworden. Eine Vorstellung, die ihr sogar Angst machte, obwohl es nur noch deutlicher darauf hinwies, dass sie anders war als ihre Art.
Um sich selbst ein wenig davon abzulenken und auch, um ihm zu zeigen, wie dankbar sie ihm eigentlich war, hauchte sie ihm einen Kuss auf die Wange.
Danach wollte sie sich wieder an ihn kuscheln, hätte sie nicht damit gerechnet, dass er wieder so niedlich rot werden würde, sodass sie neugierig zu ihm hoch ins Gesicht sah. Ein feines Lächeln kräuselte ihre Lippen, als es tatsächlich geschah und er wieder verlegen wurde.
Und das schon bei einem simplen Küsschen auf die Wange und obwohl sie auf seinem Schoß saß, an ihn geschmiegt! Wie wäre es erst, wenn...? Nein, sie sollte gar nicht daran denken, denn sie wollte ihn nicht verderben. Er sollte so schüchtern und niedlich bleiben, wie er es jetzt war.
Sie kam sowieso nicht mehr zu weiteren Handlungen oder zum Fortführen ihres Gesprächs, da sie entdeckt und natürlich auch unterbrochen wurden. Irgendwie bedauerlich... allerdings vermutlich auch besser für ihren Entschluss. Es war wieder die Alte, jedoch warnte sie die Beiden davor, dass Sintus bald auftauchen würde. Hinzu kam ein verführerischer Duft, der ihren Bauch leise knurren ließ.
Zwar hatte das Wasser auch bei ihr für neue Kräfte und kein bohrendes Hungergefühl gesorgt, aber sie hatte vermutlich schon zu lange davor zu karge Rationen bekommen, sodass es bei dem Geruch nicht vollkommen wirken konnte.
Janay schluckte, weil ihr das Wasser im Munde zusammen lief. Sie löste sich ein bisschen von ihm und beugte sich zu dem Helm, um auf das Essen einen Blick zu werfen.
Auch wenn es in einem ungewöhnlichen Gefäß zubereitet worden war, sah es doch sehr schmackhaft aus, sodass sich die junge Frau unbewusst schon die Lippen leckte.
Sie wollte tatsächlich bereits zugreifen und sich ein Stück Fleisch heraus klauben, als sie Talimées Stimme davon abhielt.
Janay sah auf und zu der Dienerin, schenkte ihr sogar ein feines, freches Grinsen. "Ich denke, ja, ich werde mitkommen..." Ihr Blick wanderte zu Kazel, bevor er zu der Waldelfe zurück kehrte. "Ich kann es mir nicht entgehen lassen zu sehen, ob ihm mein Kleid passt." Sie griff seine Worte mit Absicht wieder auf, weil sich jetzt erneut ihr Gewissen gegenüber Talimée meldete und sie diese wenigstens ein wenig erheitern wollte.
Indes bemerkte sie, dass sich Kazel unter ihr rührte und sich wohl dem Ratschlag folgend von ihr lösen wollte. Sie ließ es zu, obwohl sie sich gerne noch etwas länger an ihn gekuschelt hätte, und sah wieder zu dem Hasen.
Mit spitzen Fingern klaubte sie sich ein kleines Stückchen da heraus und probierte. "Mh!", machte sie genießerisch und blickte ein weiteres Mal zu der Dienerin.
Den Bissen schluckte sie schließlich herunter. "Ich nehme an, diese Köstlichkeit haben wir dir zu verdanken?", richtete sie erneut das Wort an die andere, um kein unangenehmes Schweigen erst eine Chance zum Entstehen zu geben. Außerdem war darin ein verstecktes Kompliment an ihr Jagdgespür verborgen, auch um ihr Gewissen zu beruhigen, indem sie freundlicher war, als sie es hätte sein müssen.
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Re: Im Schutz des Waldes

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 14. Mai 2011, 15:38

Ehe sich Kazel von Janay löste, fragte er leiste wispernd: "Du sprichst von dieser Arina, nicht wahr?" Er erhob sich, wartete keine Antwort ab. Er ahnte, dass Janay seine Frage bejahen würde und selbst wenn nicht, sie könnten das Gespräch vielleicht später fortsetzen und dann würde er sich Klarheit verschaffen. Vorausgesetzt, sie folgte der Gruppe weiterhin. Aber Annabelle hatte Recht. Man sollte Sintus keine Gelegenheit geben, seinen Zorn weiter an ihnen auszulassen und provozieren wollte Kazel nun auch nichts mehr. Der Paladin hatte ihn gewarnt, sein Vertrauen nicht auf die Probe zu stellen, also würde er sich am Riemen reißen, es nicht zu missbrauchen. Die Bruderschaft war ihm wichtig. "Ich schaue mal, wie Sintus zurecht kommt", meinte Kazel daraufhin und wandte sich der Höhle zu.

Auf diese Weise hatten die Frauen Zeit, sich ihrerseits mal ein wenig zu unterhalten. Talimée setzte sich zu ihrer Herrin. Da auch sie noch nichts gegessen hatte, klaubte sie sich nun auch - zögernd anfangs - ein Stückchen Hase aus dem Helm. "Danke, dass du ihn uns zubereitet hast, Annabelle." Ein kurzer Blick zu Janay bestätigte ihr, dass es wohl erlaubt war. Noch immer besaß sie Merkmale einer unterwürfigen Verhaltensweise. Die Dunkelelfen mussten ihr das Sklavendasein auf makabre Weise eingebläut haben, dass sie selbst jetzt noch Anzeichen davon aufwies. Das musste vermutlich sogar Annabelle seltsam vorkommen, immerhin hatte sich die glatzköpfige Elfe als Dienerin Janays vorstellen lassen. Sie knabberte an ihrem Stück Fleisch, grinste zu ihrer Herrin herüber und als sie alles verputzt hatte, knuffte sie die andere vorsichtig. "Gefällt er Euch, Herrin?" Natürlich sprach sie von Kazel. Dass Janay es auf Sintus abgesehen haben könnte, schien so wahrscheinlich wie die Tatsache, dass es jetzt schneien würde. Nicht ganz unmöglich also, aber man brauchte nicht damit zu rechnen.
"Meine Visionen bestätigen sich wohl langsam. Ich hab ihn gesehen. Ich freue mich für Euch, Herrin." Schmunzelnd wischte sie sich über den Mund. Ihre Freude war aufrichtig gemeint, aber sie wirkte noch glücklicher, als Janay bestätigte, dass sie der Gruppe erhalten bleiben würde. Denn jetzt rückte Talimée näher an sie heran und nun war es sie, die die Dunkelelfe in eine enge Umarmung schloss. Ihre Wangen streiften sich, während die Elfe ihrer Herrin einen Kuss gegen Haare und Ohr hauchte. Erst dann löste sie sich, erkennbar zufrieden mit dem Ausgang der Situation. Janay würde bleiben. Das Lächeln wich jedoch Überraschung und Verwirrung. Talimée starrte Janay an. "Er soll ... Euer Kleid tragen?"

Von diesem kleinen Plan, der hoffentlich nur als Scherz gedacht war, bekam Kazel nichts mit. Er war bereits im Inneren der Höhle, wo man die Pferde abreisefertig bepackt hatte. Xenia lag auf der Bahre, die an einem der Tiere befestigt war. Kazel sah ein, dass es besser wäre, wenn sich seine Partnerin noch nicht zu stark belastete und weiterhin etwas ruhen konnte. Aber weshalb man ihr das Liegen göntte, wo die deutlich beanspruchtere Juduka auf dem Rücken eines der Tiere sitzen musste, wollte nicht ganz in seinen Kopf. So trat er direkt an Sintus heran. "Wäre es nicht besser ..." Er verstummte. Nein, das sollte keine Frage sein. Er mochte das Vertrauen des Paladins nicht missbrauchen, aber hier ging es nicht darum. Juduka war verletzt, schwer sogar, und ein Ritt würde sie unnötig belasten. "Die Nachtelfe sollte mit Xenia den Platz tauschen." Es klang nicht nach einer Forderung - noch nicht. Aber es war auch nicht als Frage formuliert. Kazel hatte bestimmt nicht vor, sich mit Sintus anzulegen. Der Paladin sah müde und gereizt aus. Wie viele Stunden hatte er geschlafen? Aber trotz allem konnte man der Nachtelfe nicht zumuten, sich den Strapazen zu unterziehen. Xenia ebenso wenig, aber sie war zäh - eine Kriegerin. Und ein kurzer Blick ließ schlussfolgern, dass ihr Zustand besser war als der Judukas.
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