Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Sie steht direkt am Strand. Hier wird die Wassermagie gelehrt, aber das ist offensichtlich. Das Wasser fließt nämlich aus Fenstern und über Zinnen, wie kleine Wasserfälle, bildet einen Graben um sie und strömt schließlich ins Meer hinein.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Freitag 18. November 2011, 11:14

Dass sie jemandem auf die Nerven gehen konnte, wenn sie wollte, wusste sie nur zu gut. Schließlich hatte sie das schon oft genug gegenüber der Dienerschaft angewandt, um ihren Willen besser und vor allem rascher zu bekommen. Derzeit war es allerdings eher so, dass sie ihm auf diese Weise zeigen wollte, dass sein Benehmen untragbar war sowie die Tatsache, dass er es gewagt hatte, sie an sich zu ketten und ihre Kleidung zu zerstören.
Gnade hatte er in ihren Augen nicht verdient, schon gar nicht, dass sie sich fügsamer und stiller verhalten würde, zugänglicher, um ihn um den Finger zu wickeln. Er war obendrein nur ein einfacher Soldat, weit unter ihrem Niveau! Dass sie selbst eigentlich aus der unteren Mittelschicht stammte und nicht mal ihren Erzeuger kannte, war bei solchen Überlegungen natürlich alles andere als relevant.
Wie nah er jedoch wieder zu Gewalt bereit wäre, konnte sie sich trotz der Ohrfeigen nicht bewusst machen. Zu empört und gedemütigt war sie bereits, was bei ihr wiederum ebenfalls in Wut umschlug, sodass sie ihm erst recht keine Ruhe gönnen würde.
Selbstverständlich beschwerte sie sich und wollte ihm endlich vor Augen führen, wo er hingehörte, weit, weit unter sie in der sozialen Hierarchie.
Gerade holte sie Luft auf seine nächste Beleidigung hin, als er auch schon kräftig anzog. Mit einem Aufschrei musste sie ihm folgen und konnte wenigstens die zerstörte Decke so mit sich ziehen, dass sie sich nicht entblößen musste.
"Du hast kein Recht, meinen Namen zu erfahren, du Sohn einer läufigen Hündin!", zischte sie zurück, als sie aus dem Taumeln heraus gekommen war und die neue Decke aufgefangen hatte. Wobei sie kurzzeitig die alte Decke mit der Hand hielt, um deren Gelenk die Fessel geschlungen war. Aber so musste sie keine nackte Haut zeigen, die er nicht verdient hatte zu sehen und die sie ihm gewiss nicht präsentieren wollte.
Danach ließ sie sich auf der Bettkante nieder und wandte ihm demonstrativ den Rücken zu und hielt ihren Arm mit Kraft für sie in einer recht normalen Position, was bedeutete, dass er seinen wegstrecken musste.
Leise und verächtlich schnaubte sie und hatte nicht minder Lust, ihn weiterhin zu nerven. Doch gab es auch in ihr so etwas wie einen gesunden Menschenverstand. Dieser zeigte sich zwar nicht oft, allerdings war er dennoch vorhanden, sodass er sie jetzt dazu brachte, sich lieber zu überlegen, wie sie die Nacht ohne Peinlichkeiten überstehen würde. Denn im Schlaf bewegte sie sich gewöhnlich und sie wollte sich so bedecken, dass sie keine Chance zur Blöße hätte.
Da war noch immer die zerstörte Decke... Nun ja, es war besser als nichts, auch wenn es eine Beleidigung ihrer zarten Haut war, allein daran zu denken, sich damit bekleiden zu müssen.
Sie seufzte leise, klemmte die neue Decke unter ihr Kinn und zerrte dann an der anderen herum. Dass ihn das stören würde, weil auch sein Arm bewegt wurde dabei, war ihr egal.
Schließlich hatte sie ein annehmbares Stück heraus gerissen, das sie sich um ihren Brüstkorb band, mit dem Knoten vorne in der Mitte. Anders ging es nicht, da sie nicht völlig frei hantieren und sich verrenken konnte.
Mehrmals prüfte sie die Haltbarkeit und war nach weiteren Minuten endlich zufrieden und konnte wirklich Ruhe geben.
Azura warf einen Blick auf das Bett, worauf sie sich befand, und verzog gequält das Gesicht. Allein, wie das schon stank und quietschte! Sie würde niemals darauf schlafen können! Schon malte sie sich das alptraumhafte Gesicht aus, das sie am nächsten Morgen aufgrund des Schlafmangels haben würde. Furchtbar! Und weit und breit wäre keine Dienerin, die sie pflegen und ihr frische, angemessene Kleidung geben könnte! Jedoch hatte sie keine andere Wahl...
Mit einem weiteren, leidenden Seufzen legte sie sich endlich hin und zog die Decke hoch, die einen unangenehmen Geruch nach groben Stoff und Schweiß verströmte. Angewidert verzog sie das Gesicht, da sie es gewöhnt war, in feinster, parfümierter Seide zu schlafen.
Noch innerlich darüber fluchend, hörte sie Schritte und Stimmen draußen. Sie zog die Decke bis über die Nase, auch wenn ihr dadurch regelrecht schlecht wurde. Der Vorbesitzer hatte eindeutig ekelhafte Ausdünstungen gehabt!
Ängstlich blickte sie zur Tür, vorbei war es mit ihrer großen Klappe. Die zwei Gestalten, die dort erschienen, jagten ihr mehr Furcht ein als ihr Bewacher es je gekonnt hatte bisher. Instinktiv suchte sie nämlich auch bei ihm Schutz, indem sie näher rückte und ihren Arm schon gegen seinen drückte.
Erst, als die Kerle wieder weg waren und sie diese kaum noch hören konnte, schlug sie die Decke zurück und atmete hörbar ein. Der Geruch um sie herum wurde zwar nicht sonderlich viel besser, aber es war allemal noch gestankfreier als dieser Stoff.
Nach einem mehrmaligen Luftholen drehte sie ihren Kopf. Ihr Gesicht verfinsterte sich. Unfairer Lümmel... anstatt sie vor solchen Kerlen zu beschützen, schlief er scheinbar schon und das wohl auch recht gut. Wie ungerecht!
Die junge Frau schnaubte beleidigt und drehte sich demonstrativ so, dass sie ihm den Rücken zuwandte, und hielt ihren Arm bei sich, damit vor allem er es unbequem hätte. Die Decke musste sie notgedrungen wieder etwas hochziehen, damit ihr nicht kalt wurde. So schloss sie die Augen und wünschte sich heim in ihr Bett.
Während sie noch der festen Meinung war, in solch einer Umgebung und vor allem den aufkommenden Lärm niemals einschlafen zu können, versank sie tatsächlich in einen Schlummer, denn ihre Nerven und ihr Körper forderten ihren Tribut.
Was sie dadurch allerdings nicht verhindern konnte, war, dass sie sich im Schlaf bewegte, indem sie sich drehte und an ihren Peiniger kuschelte. Gewöhnlich hatte sie ein extra Kissen dafür, das dazu immer herhalten musste. Diesmal wurde der Soldat zum Kuscheltier von ihr gemacht.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 22. November 2011, 17:23

Azura mochte Corax vorhalten können, ihre Kleidung ruiniert und sie am laufenden Band beleidigt zu haben. Für ihre schmerzenden Beine wäre er ebenfalls zur Verantwortung zu ziehen, schließlich hatte er sie durch die halbe Stadt und dann noch in die Magierakademie geschleift. Wofür sie ihn allerdings nicht ankreiden konnte, war die Kette, die sie an ihn band. Er hatte sie nicht angelegt, das war seine Herrin gewesen und wenn der Soldat um die Konsequenzen gewusst hätte, wäre er ihr gegenüber vielleicht das erste Mal in seinem Leben rebellisch geworden. Azura war eine Plage, in seinen Augen. Zum Glück fand er endlich Ruhe, um die seinen zu schließen. Jedenfalls ließ er sich von der "Göre" nicht länger ablenken. Vielleicht übermannte ihn auch nur die Müdigkeit. Auch für den Dunkelelfen war es ein anstrengender Tag gewesen. Insgeheim froh, ein Bett gefunden zu haben, ergab er sich dem Schlaf. Er konnte sogar in der unbequemen Haltung schlafen, die Azura ihm bot. Es kam nicht einmal mehr ein Kommentar, während sie die Reste der alten Decke nutzte, um ihren Körper vor lüsternen Blicken zu schützen. Corax blieb ruhig, seine Atmung nahm regelmäßige, tiefere Züge an. Manthala hatte ihn ins Traumreich geholt. Er brauchte sich schließlich keine Sorgen zu machen, dass die verhasste Schülerin seiner Herrin flüchten könnte. Die Kette würde sie daran hindern.
Eines hatten aber weder Corax noch Azura bedacht und so blinzelte der Dunkelelf erst einmal, als er wieder erwachte. Es folgte ein Schnauben und ungelenkes Rühren. Er konnte sich ja kaum bewegen, das Gör klebte ihm buchstäblich an der Rüstung. Hinter ihm wartete die kalte Wand, Grund für sein vorzeitiges Erwachen. Azura hatte sich nicht nur dicht an ihn geschmiegt, sondern auch einen Großteil der Decke eingenommen, so dass es selbst dem Soldaten in der Rüstung zu kalt geworden war. Er blickte auf die Schlafende herab. Dann aber schaute er sich im Raum um.
"Ausgeschlafen, Soldat?" Ein anderer Dunkelelf, der neben der Tür auf einem wackligen Stuhl gesessen und Wache gehalten hatte, kam jetzt an das Bett. "Dass du dir unbedingt eine Meschin als Bettgefährtin suchen musstest ... du besitzt aber auch gar kein Ekelgefühl, was?"
"Ich hatte keine Wahl"
, murrte Corax, hob die Hand mit der Kette an und versuchte, in eine sitzende Position zu gelangen, ohne Azura zu wecken. Es war besser, sie schlafen zu lassen, das schonte seine Nerven. Erneut schweifte sein Blick umher. Die anderen Betten waren belegt - mit Menschen! Hier schliefen junge Männer, sicher ein Dutzend. Ein alter, bärtiger Mann ruhte in einem Lehnsessel, den man herein getragen haben musste, während Corax selbst im Reich der Träume verweilt hatte. Vor dem Bett, das er und Azura belegten, kauerte ein Jüngling in den Roben eines Wassermagier-Eleven. Er trug einen zerknitterten Spitzhut, aber sein Gesicht machte diesem gewaltig Konkurrenz. Dunkle Ringer verrieten, dass er eine weitaus weniger angenehme Nacht verbracht hatte als der Dunkelelf.
"Was machen all die Menschen hier? Weshalb leben sie noch?"
"Die Akademie hat sich ergeben und wird unserem Volk die Wassermagie beibringen, sofern wir die unschuldigen, lachhaften Schüler und ihre Meister am Leben lassen."
Der andere Soldat schnaubte. Ihm wäre ein öffentliches Gemetzel wie in den unteren Etagen der Akademie wesentlich lieber gewesen, aber er besaß dazu nicht die Befehlsgewalt. "Wenn du unter weniger Menschen sein willst, dann solltest du dich in einen anderen Teil der Akademie begeben. Hier schlafen die Jungen."
"Das sehe ich."
Brummend richtete sich Corax auf, streckte sich ausgiebig und rüttelte dann an Azura herum. Seine Nerven würden also nicht geschont bleiben. "He, Göre, wach auf! Genug geschlafen, raus mit dir!" Und ohne Rücksicht auf Verluste erhob er sich, um Azura einfach mit einem gewaltigen Ruck aus dem Bett zu reißen. Der Aufprall würde sie schon wecken.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Donnerstag 1. Dezember 2011, 15:38

Die junge Frau war erschöpft genug, um selbst unter diesen Umständen rascher einzuschlafen, als sie es zu hoffen gewagt hätte. Ihre Beine pochten vor Anstrengung, denn auch wenn sie in einem weitläufigen Anwesen groß geworden war und Bewegung hatte, war das Tempo bei weitem ein anderes gewesen, als ihre Muskeln es kannten. Obendrein taten ihr die Wangen noch von den Ohrfeigen weh und in den letzten Stunden war sie beständig angespannt gewesen, sodass sie erst recht anstrengend gewirkt hatte, sodass sie nun fertig war.
Sie sank in die Dunkelheit und verlor die Kontrolle über ihre Handlungen, sodass sie sich irgendwann umwandte und nicht einmal die Spannung der Kette sie wecken konnte, ehe sie sich an den Soldaten kuschelte. Ihr Schlaf war sogar derart tief, dass sie einige Zeit später nicht bemerkte, wie er sich unter ihr rührte. Stattdessen seufzte sie nur leise und griff nach, damit ihr das Objekt in ihren Armen nicht entfliehen könnte.
Wobei es nichts mit ihm zu tun hatte oder dass er ihr sympathisch gewesen wäre, sondern einfach nur mit Gewohnheit, woran sie nicht einmal der Geruch nach Schweiß, den er verströmte, hindern konnte. Obwohl sie sogar manchmal ihre Nase direkt an dem Übergang seines Halses zum Schlüsselbein hatte, wo sie der unbedeckten Haut sehr nahe gekommen war.
Als er jedoch aufwachte und sie nachrückte, drückte sie ihre Stirn gegen seine Hauptschlagader und ihre Wange ruhte in etwa an seiner Schulter. Auch merkte sie nichts davon, dass ihr Arm angehoben wurde, was ihre schlaff hängende Hand bewies. Von den Stimmen merkte sie nichts, verstanden hätte sie die Geräusche ohnehin nicht. Stattdessen öffnete sie ihren Mund und blies ihren Atem gegen seine Rüstung.
Solange, bis er sich wieder rührte. Diesmal wurde sie schon etwas unruhiger, denn allmählich merkte auch ihr Unterbewusstsein, dass es zu viel Bewegung hintereinander war.
Murrend griff sie wieder nach und kam letzten Endes auf seinem Oberschenkel mit dem Kopf zum Liegen sowie sich ihr Körper halb auf dem Rest seines Beines befand.
Erneut gab sie Geräusche von sich, die sehr nach einem unwilligen Beschwere klangen. "Nicht auf... will... schlaf... n...", nuschelte sie und gab einen raunzenden Laut von sich, als an ihr gerüttelt wurde.
Danach sollte sie aus dem Bett gezogen und unsanft endgültig geweckt werden. Nur hatte der Soldat nicht mit ihrem Starrsinn gerechnet, der sich selbst Schlaf zeigte.
"Will... nicht...", protestierte sie, drehte sich mit Schwung um und legte auch Kraft in ihre Armbewegung.
Mit einem leisen Schmatzen zog sie die Beine an, hatte die Arme eng an ihren Oberkörper gelegt und die Decke dazwischen, was nun als Kuschelersatz dienen sollte.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Samstag 3. Dezember 2011, 12:35

Der Dunkelelf beäugte Corax grinsend. "Hast die Kleine wohl nicht ganz im Griff." Der Soldat ignorierte es, ebenso wie die Tatsache, dass Azura nun auf seinem Bein lag und partout nicht aufwachen wollte. Aber der andere ließ nicht locker. "Vielleicht muss sie nur mal anständig geschaukelt werden, wenn du verstehst, was ich meine. Dass sie das bei dir in den Wind schießen kann, ist mir auch klar. Du gehörst nicht zur paarungsbereiten Sorte, hab ich gehört."
"Sei still."
Corax verzichtete darauf, seiner Wut Luft zu machen. Er drohte in ruhigem Tonfall. Was nützte es ihm, jetzt aus der Haut zu fahren? Dass er jedoch nicht untätig blieb, sollte der andere Krieger ruhig erfahren. Der ließ sich sogar durch die betont geduldigen Worte einschüchtern. Jedenfalls schnaubte er und verzog sich. Offenbar hatte er dem persönlichen Soldaten der Dunkelelfe Serpentis nichts mehr zu sagen. Im Grunde wollte er ja nur, dass dieser endlich den Schlafraum verließ; zusammen mit der Nichtdunkelelfe an seinem Handgelenk. Azura wollte jedoch immer noch nicht erwachen, geschweige denn aufstehen. Corax rüttelte wiederholt an ihr. "Hoch mit dir, Gör!"
Plötzlich wurde er zur Abwechslung mal am Arm gezerrt, als sie sich herum warf und es vorzog, nun mit der Decke zu kuscheln statt mit ihm. Nicht, dass er daraufhin eifersüchtig reagiert hätte. Die Nähe, die sie ihm über Nacht gespendet hatte, war ihm nach seinem Erwachen ohnehin unangenehm gewesen. Nichts, das er brauchte. Was er jetzt allerdings dringend benötigte, war eine Gefangene, die sich hörig zeigte. Weitere Dunkelelfenkrieger schauten schon zu seinem Bett. Sie würden jeglichen Respekt verlieren, wenn er sich von Azura zum Affen machen ließe.
So ließ er seinen Frust und die wachsende Ungeduld in einer einzigen Handlung nun an ihr aus. Wer war sie denn, dass sie glaubte, ihm auf der Nase herum tanzen zu können? Er packte ein loses Ende der Decke und riss mit aller Kraft daran. So zerrte er Bettzeug mitsamt Azura einfach von der Schlafstätte herunter. Das brachte ihm aber auch nicht die nötige Achtung. Einige Dunkelelfen ringsum schmunzelten. Andere tuschelten leise über den Soldaten der Hexe Serpentis, der nicht einmal mit einer Menschenfrau zurecht kam. Noch immer ahnte niemand, dass auch elfisches Blut in Azuras Adern floss. So nah war ihr keiner gekommen, um dies eventuell an ihren halbspitzen Ohren zu erkennen. Nicht einmal Corax hatte es bislang bemerkt.
"HOCH MIT DIR!", keifte er nun, dass es einige Schlafende aufschrecken ließ. Er trat nach Azura. Zu ihren Ohrfeigen und schmerzenden Beinen würden sich mindestens zwei blaue Flecke hinzu gesellen. Er ging nicht länger zimperlich mit ihr um, dazu hatte sie sich zu viel erlaubt. Corax zog sie an der Goldkette quer über den Boden, bis er einen gerüsteten der dunkelelfischen Armee erreichte. Er ließ sich ein Messer aushändigen und setzte es bereits an den schönen Haaren der Adligentochter an. Er würde sie kahl rasieren, um ihr eine Lektion zu erteilen.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Montag 19. Dezember 2011, 23:02

Noch schlief die junge Frau gut, auch wenn ihr das Kuscheltier inzwischen abhanden gekommen war. Aber sie wachte nicht auf, sondern bewies lediglich, dass sie selbst im Schlaf das sein konnte, was sie im Wachzustand leicht demonstrieren konnte und oft auch wollte: stur und Nerven aufreibend. Was sonst hauptsächlich die Dienerschaft ihrer Familie zu spüren bekommen hatte, musste nun dieser Soldat erleiden, dem sie sowieso den Harax auf Erden bereiten wollte, nachdem er sie so schändlich und unverschämt behandelt hatte.
Da half es ihm auch nicht viel, dass er ein weiteres Mal an ihr zu rütteln begann. Sie schlief den Schlaf der Erschöpften, somit noch tiefer als sonst, und war entsprechend schwerer, wieder wach zu bekommen. Hätte er sich davor für sie interessiert, wäre es zu dem entsprechenden Thema gekommen, hätte sie ihn womöglich vorgewarnt oder er hätte es sonst wie heraus hören können. Aber so war er unvorbereitet, während sie weiter schlummerte und bewies, dass sie ebenfalls ein bisschen körperliche Kraft in sich hatte, die nicht aus hinterhältigen Wasserattacken bestand.
Erst durch eine abrupte Reaktion konnte er einen kleinen Teilerfolg für sich verbuchen. Träge murrte sie, als sie mitsam Decke zu Boden gezogen wurde und eher unsanft landete, jedoch so vollkommen weckte sie das noch nicht. Stattdessen brummte sie noch etwas Unverständliches hinterher und wollte sich erneut herum drehen, um sich wieder in die Decke einzuwickeln. So viel zu seinem Versuch, sie auf diese Art wach zu bekommen...
Durch die viele Bewegung allerdings verrutschte ihre sowieso längst zerstörte Frisur derart, dass ihr rechtes Ohr entblößt war und man, wenn man genau hinsah, diese halbspitze Ende erkennen könnte. Etwas, über das sie gewöhnlich schwieg, denn sie wusste nicht viel über jene Herkunft, welche diese Form andeutete. Ihre Mutter hatte nie gerne darüber gesprochen, die Verletzung war damals einfach zu tief gewesen. Somit war sie auch bisher überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass ihr das Preisgeben des elfischen Bluts in ihren Adern helfen oder schaden konnte, je nachdem vermutlich, wer es in Erfahrung bringen würde und etwas damit anzustellen wüsste.
Doch plötzlich war da eine viel zu laute Stimme und schmerzhafte Tritte, die sie das Gesicht gequält verziehen und allmählich wirklich afuwachen ließen. Am liebsten wog jedoch der Griff in ihr Haar.
Als könne sie Gedanken lesen oder sonstwie erahnen, was er vor hätte, schlug sie von einer Sekunde zur anderen die Augen auf und fixierte ihn sofort. Im Augenwinkel erkannte sie das Messer und ihr Gesicht verdüsterte sich, denn die Absicht war für sie schlagartig klar.
"Wage es, mir auch nur eine Haarspitze abzuschneiden und bald wird dir wo anders eine Spitze fehlen!", grollte sie, wenngleich sie alles andere als erpicht darauf war, dieses Körperteil ausgerechnet von so einem zu sehen bekommen.
Denn bei ihrem Kopfschmuck kannte sie keinen Spaß und es wäre gewiss nicht ratsam, sie in diesem Punkt zu reizen. Das würde selbst dieser Soldat nicht heraus finden wollen, egal, wie viel er von ihr schon hatte ertragen müssen. Den eingerissenen Nagel konnte sie notfalls verschmerzen, aber niemals ein Messer in der Hand eines unfähigen Tölpels an ihrem Haar! Dann würde sie ehrlich rachsüchtig werden und er sie zu etwas zwingen, was bisher noch niemand gewagt hatte. Als Furie wollte er sie gewiss nicht erleben!
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Donnerstag 22. Dezember 2011, 08:29

Dass er ihr nur die Haarpracht abschneiden wollte, sprach irgendwie schon für Corax Rabenschrei. Immerhin hätte er Grund genug, Azura die Kehle aufzuschlitzen, so wie sie sich bisher ihm gegenüber benommen hatte. Selbst ihr Vater hätte ihr geraten, sich zu zügeln, wenn auch aus anderen Motiven. Ihm wäre es um die Sicherheit des verwöhnten Kindes gegangen. Azura provozierte oft genug, dass sie ihr Leben schon mehrmals aufs Spiel gesetzt hätte. Einzig ihre Magiebegabung sorgte dafür, dass sie es noch nicht verwirkt hatte. Über diese Grenze durfte Corax nicht schreiten, doch wie lange würde seine Beherrschung dies noch aushalten? Irgendwann platzte jedem einmal der Kragen und ob Befehl oder nicht, irgendwann würde selbst er sich den Worten seiner Herrin widersetzen. Azura forderte ihr Schicksal heraus.
Zunächst aber sollten nur ihre Haare leiden und mit deren Rasur auch sie selbst. Die übrigen Dunkelelfen im Saal grinsten gehässig. Keiner stand auf der Seite des Soldaten, der im Dienste der dunkelelfischen Hexe stand. "Du willst sie kahl scheren? Bist wirklich von der ganz bösen Sorte, was?", spottete ein anderer Soldat, der sie noch teils verschlafen die Augen rieb. Er hatte es vorgezogen, ebenfalls ein wenig zu nächtigen. Vor seinem Bett kauerte der junge Magiereleve, der warten musste, bis es frei wurde. Er saß auf seinen Fersen, wippte vor und zurück und starrte ins Nichts. Nicht nur mit ihm hatten sie wahrlich Schindluder getrieben. Da stand Azura eine eher milde Strafe bevor.
Corax ging nicht auf den Spott ein. Er war diszipliniert genug, darüber zu stehen. Aber er würde dem Gör, das mit seinem Handgelenk verbunden war, eine Lektion erteilen. Hier und jetzt. Die Klinge setzte an den straff gezogenen Haaren an. Da erwachte auch Azura endlich. Ihr Blick traf auf seinen. Die rubinroten Augen blitzten bedrohlich auf. Er schaute ernst, meinte es ernst. Auf ihre Warnung hin, schnaubte er nur: "Wage ich nicht?" Das Messer drückte sich gegen die Mähne. Erste dünne Härchen rieselten herab, bildeten allerdings nur einen Bruchteil von dem, was noch kommen sollte. Zu Azuras Glück blitzte noch eine andere Spitze auf, die bislang verborgen geblieben war. Sie ließ den Soldaten in seiner Handlung inne halten. Er starrte auf das spitze Ohr, welches aus der seidigen Mähne hervor stach.
"Du bist eine ..." Er starrte Azura an. Das Messer sank. Dafür riss er seinen Arm mit der Kette hoch, so dass der Schwung allein die Adlige auf die Füße befördern musste. Corax gewann seine Fassung zurück. Erneut blickte er Azura ernst an. "Mitkommen, Göre, und keine Faxen", mahnte er. Dann zerrte er sie hinter sich her wie schon am Tag zuvor. Seine Aktion wurde von Lachern und weiterem, dunkelelfischen Spott begleitet. "Oh ja, von der ganz schlimmen Sorte! Er ist so böse, dass selbst ihm die Aktion zu schlimm vorgekommen wäre. Armer Kerl, er konnte es nicht tun! Die schönen Haare, hahaha!"

Corax ignorierte es. Er legte ein ordentliches Tempo vor, wusste selbst noch nicht genau, wo er hingehen sollte. Ihm war nur klar, dass er jetzt schnell etwas tun musste. "Eine ..", murmelte er vor sich hin, bemerkte nicht einmal, dass er celcianisch sprach, sondern schritt ungehindert voran. Zumindest so lange, bis er etwas Seltsames auf dem Gang erblickte. Es stand nur sehr kurz da, war kaum richtig zu erkennen, aber das grelle Rot hob es deutlich vom Rest des Korridors ab. Corax blieb stehen und blinzelte, nur für eine Sekunde. Dann folgte er diesem winzigen Etwas, das gerade in eines der Zimmer huschte und nur ein hohes Kichern zurück ließ. "Was, bei Faldor...?" Der Dunkelelf folgte dem knallrot gekleideten Wesen. Er betrat eines der Magierinnenzimmer dieser Akademie. Vermutlich gehörte es einer Dozentin oder es handelte sich um ein benutztes Gästequartier. Hier hatte keiner des dunklen Volkes etwas verunstaltet. Azura käm der Luxus wohl vertraut vor. Edle Vorhänge, eine Trennwand, hinter der man sich umziehen konnte, ein Schminktisch mit allerlei Utensilien, vollkommen unberührt. Auf einem breiten Bett, dessen edle Laken zu einem erneuten Nickerchen einluden, lagen ein für Magierverhältnisse kostbar ausgearbeitetes Kleid sowie ein winziges Fläschchen mit rosiger Flüssigkeit und einem umgebundenen Etikett. Die kleine Flasche besaß die Form eines Kristalls. Azura würde das Mittelchen sofort erkennen. Es war ein in Andunie derzeit sehr beliebtes Parfum - teuer und nur den edelsten Bewohnern zugänglich. Es trug den Namen Traum der Leidenschaft und besaß einen Duft, wie man ihn selten zuvor so wahrgenommen hatte. Eine ganz besonderes Mischung.
Corax interessierte sich jedoch weniger für das Parfum. Er kratzte sich am Hinterkopf, schüttelte sich dann kurz und drehte sich halb zu Azura herum. "Also gut ... Elfe ... das ist ein seltsamer Zufall, dass wir so schnell Kleidung für dich gefunden haben. Zieh das da an. Wir müssen zu meiner Herrin. Es wird Zeit, du solltest dich beeilen." Legte sich da ein Hauch Freundlichkeit in seinen Tonfall? Auf das "Göre" hatte er jedenfalls gerade verzichtet.


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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Samstag 24. Dezember 2011, 12:23

Wenngleich sie alles andere als dumm war, war sie realitätsfern genug, um zu glauben, dass sie sich alles allein aufgrund ihres Standes und des angeheirateten Namens ihrer Mutter erlauben durfte, ohne ernsthafte Konsequenzen. Dass sie sich dadurch als recht lebensmüde erwies, war ihr dabei natürlich nicht bewusst. Und das, obwohl sie durchaus Angst zeigte, vor dem Soldaten selbst, wenn er ihr wieder eine Ohrfeige verpasst hatte, genauso wie vor jenen männlichen Wesen, die sie seitdem schon hatte zu Gesicht bekommen müssen und deren Gesten auch für sie eindeutig gewesen waren.
Somit war es für sie auch kein Wunder, dass ihr bisher relativ wenig angetan wurde, auch wenn ihr das zerrissene Kleid, die brennenden Wangen und ihre von dem Marsch hierher wunden Glieder schon ausreichten. Was nur leider nicht bedeutete, dass sie daraus lernte.
Außerdem, für das Verhalten im Schlaf, das man nicht kontrollieren konnte, konnte sie obendrein nichts, so sehr es ihr auch eine hämische Schadenfreude bereitet hätte, wenn sie gewusst hätte, wie peinlich sie die Situation für den Soldaten machte. Aber er hatte sie nun wach bekommen und somit konnte sie wieder mehr Einfluss auf ihr Handeln nehmen.
Was nicht bedeutete, dass sie es besser machen würde, im Gegenteil, sie drohte ihm sogar, da er es wagte, eines ihrer kostbarsten Heiligtümer anzugreifen, ihre Haare! Ihr Blick war vernichtend und sie bildete sich auch ein, das allein würde schon wirken. Dass es hingegen etwas ganz anderes war, das ihre wunderschöne, bisher gut gepflegte Mähne rettete, ahnte sie nicht, da sie weder bemerkt hatte, dass ihr Ohr entblößt war, noch, dass es für ihn von Bedeutung wäre.
Anstatt sie zu entstellen, zog er sie abrupt in die Höhe, dass es in ihrer Schulter schmerzte. Sie wimmerte auf, musste ihm allerdings zwangsläufig folgen, was nicht ohne Gegenwehr geschah.
Den Spott hinter sich konnte sie nicht verstehen, jedoch der Tonfall sprach Bände. Anscheinend machten sie sich hier über jemanden lustig und da das natürlich nicht sie sein konnte, das würde niemand wagen, konnte es nur den Soldaten treffen, was ihr ein feines, schadenfrohes Lächeln auf die Lippen zauberte.
Was nur nicht lange anhalten konnte, denn er schleifte sie regelrecht hinter sich her, sodass sie wahrlich wieder Mühe hatte, überhaupt auf den Beinen zu bleiben. Dadurch sah sie den roten, huschenden Fleck nicht, den obendrein er vor ihren Blicken auch verbarg, als er plötzlich noch schneller voran stürmte.
Sie schrie erneut leise auf und verlor tatsächlich beinahe das Gleichgewicht, nur noch gehalten von der Kette, an die sie sich klammerte. Bis er mit einem Mal stehen blieb, als sie durch eine Tür gekommen waren.
Prompt prallte sie durch den Schwung gegen ihn und jammerte leise auf, weil seine Rüstung mehr als ungeeignet war, den Zusammenstoß zu dämpfen. "Rüpel!", schnaubte sie, da er in ihren Augen natürlich die Schuld daran trug.
Danach aber trat sie hinter ihm hervor und bekam große, staunende Augen. Ohne an den Soldaten zu denken, eilte sie zu dem Bett mit dem wunderschönen Kleid, auch wenn sie ihn dadurch mitziehen musste, um es wenigstens einmal in den Fingern zu halten. "Oh, wie schön!", seufzte sie und strahlte den Stoff an.
Erst auf den zweiten Blick entdeckte sie auch das Fläschchen, nahm es an sich und öffnete den Flakon, um daran zu schnuppern. "Ah, was für ein herrlicher Duft!", murmelte sie und hatte ihre Umgebung erneut ausgeblendet. Es war eine wahre Wohltat für ihre Nase nach der stinkenden Decke, endlich etwas Wohlriechendes wahrnehmen zu können.
Der einzige Nachteil daran war, dass sie schon wieder Corax' Geduld strapazierte, denn sie bemerkte seine Worte gar nicht. Stattdessen kniete sie da vor dem Bett, hielt die Augen geschlossen und genoss den Duft, der ihre gesamte Nase so guttuend ausfüllte.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 28. Dezember 2011, 13:38

Corax entwich für einen Moment die Luft, als sein Anhang nicht abbremsen konnte und gegen seinen Rücken prallte. Er taumelte, fing sich jedoch sofort wieder, indem er einen halben Schritt nach vorn machte. Diesen "Angriff" hatte er nicht erwartet und so hatte Azura ihn vollkommen unvorbereitet getroffen. Er warf einen finsteren Blick über die Schulter zurück. Ihre Beschimpfung ignorierte er, wollte schon weiter an der Kette zerren. Sie sollte das Kleid anziehen, das dort wie für sie gemacht auf dem Bett bereit lag. Corax hatte niemandem Anweisung gegeben. Wann auch? Trotzdem schien sich jemand um seine Zwangsbegleitung gekümmert zu haben oder aber das Gewand und der kleine Parfumflakon warteten auf eine andere Dame. Wie auch immer, dem Soldaten war es gleichgültig. Sie waren zuerst hier, also würde seine Göre die Sachen auch tragen. Elfe. Sie ist eine Elfe, wie ... Yárie. Er blinzelte. Dieser Name war eine ganze Weile schon nicht mehr durch seinen Kopf gehuscht. Und jetzt war keine Zeit, in der Vergangenheit zu schwelgen.

Er wurde nicht nur aus seinen Gedanken, sondern auch nach vorn gerissen, als sich Azura dem Bett in Windeseile näherte. Das Kleid war einfach zu schön, um es trotzig zu ignorieren. Eine Mischung aus weinroten und braunen Tönen, reich verziert mit goldener Borte und Faden machten diese Gewandung zu einem modischen Leckerbissen. Unterhalb der Brust und an den Oberarmen glänzte eine weinrot-goldene Borte, etwa fünf Finger breit. Darunter fielen sowohl das Kleid als auch die Ärmel weit ab. Letztere wurden dann als Engelsärmel bezeichnet, warum auch immer. Um den ovalen Halsausschnitt schmiegte sich ein ebenso breiter Kragen aus weinrotem Stoff, über den sich Goldfäden in einem stilistischen Schachbrettmuster spannten. Das übrige Kleid zeigte sich in einem zarten Braunton, nur vorn war es noch einmal geschnitten, so dass sich vom Bauch aus ein weinrotes Dreieck aus feinstem Samt bis zum Boden senkte. Das Kleid wurde hinten mit zwei langen Goldbändern über Kreuz geschnürt. Azura würde Hilfe brauchen, es anzuziehen, aber sie könnte Corax ohnehin nicht hinaus schicken. Er "hing" an ihr.

Wo das Kleid nobel und dezent erschien, da weckte der Duft von Traum der Leidenschaft die Lebensgeister auf eine verführerisch frische Art und Weise. Selbst der Dunkelelf nahm das Aroma wahr, schnupperte sogar danach, als Azura das Fläschchen öffnete. Er hielt sich jedoch nicht so lange an einem Duftwässerchen auf. Unwirsch riss er Azura den Flakon aus den Händen und verschloss ihn, indem er seinen Daumen über die Öffnung legte. Den winzigen Korken hielt seine Begleiterin schließlich noch in der Hand.
"Genug geschnüffelt. Zieh dich um, meine Herrin wartet und noch einmal wiederhole ich mich nicht." Er packte das Kleid und drückte es ihr grob in die Hände. Dann zeigte er durch ein Kopfnicken auf den Raumteiler. "Ich werde dir nichts abgucken, also los jetzt!" Schon drängte Corax sie in die Richtung der Stellwand.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Samstag 31. Dezember 2011, 22:52

Ausnahmsweise war es einmal nicht in ihrer Absicht gelegen, ihn zu ärgern und zu nerven. Er stoppte einfach zu unvorbereitet seinen raschen Schritt, sodass sie nicht mehr rechtzeitig das selbe tun oder wenigstens ausweichen konnte, soweit die Kette ihr das überhaupt erlaubte. Also prallte sie gegen seine unangenehm harte Rüstung und gab sogar einen leisen, wehleidigen Laut von sich, da es minimal schmerzte.
Wobei natürlich er mal wieder die Schuld daran trug, was bedeutete, dass sie sich um sein Gleichgewicht und seinen bösen Schulterblick nicht kümmerte, während sie persönlich mit ihm zu schimpfen begann, als hätte sich zwischen ihnen nichts geändert. Was ja auch nicht wirklich vorhanden war, allerdings hatte sie noch immer nicht dazu gelernt.
Doch das wurde unbedeutend, als sie hinter ihm hervor trat und das Kleid entdeckte. Da war es um sie geschehen und sie war regelrecht begeistert davon.
Entsprechend euphorisch reagierte sie und beachtete weder den Soldaten, noch die Kette, als sie ihn einfach mit sich zerrte, um den Stoff selbst und aus der Nähe in Augenschein nehmen zu können.
Es war einfach herrlich! Das Material fühlte sich in ihren Fingern schon wunderbar an, der Schnitt war ein reiner Traum und die Farbe würde ihr unvergleichlich gut stehen, vor allem passte sie so hervorragend zu ihrem Haar.
Wie verliebt seufzte sie und lächelte das Kleid an. Behutsam, regelrecht andächtig strich sie mit ihren Fingern darüber, einige Fäden entlang, als wolle sie das Muster nachzeichnen. "Prächtig... atemberaubend...", wisperte sie.
Und erst dieser traumhafte Duft in dem Flakon! Sie konnte es gar nicht beschreiben, so sehr gefiel er ihr und brachte sie weit weg von diesem Ort, der stinkenden Decke, dem verschwitzten, groben Soldaten neben ihr. Am liebsten hätte sie Stunden damit verbracht, daran zu schnüffeln und den Stoff zu bewundern.
Wäre da nicht die unsachgemäße Behandlung des Kerls neben ihr gewesen, der sie mal wieder unpassend behandelte. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck.
"Bist du verrückt?! Pass auf, sonst vergeudest du es noch!", schimpfte sie sofort und nahm ihm das kleine Ding gekonnt wieder ab, um es rasch zu verschließen. Trotzdem blieb dabei ein Tropfen zurück, der auf ihrem Handrücken gelandet war und seine Duftnote nun weiterhin verbreiten konnte.
Wütend über sein erneutes Verhalten funkelte sie ihn an und drückte das Kleid wie den Flakon an sich. "Ach, und wie hast du dir das vorgestellt?", zischte sie und hielt das Handgelenk mit der Kette hoch. "Wie soll ich mit dem Ding da in den Ärmel hinein schlüpfen können?! Und wage es ja nicht, das schöne Kleid zu ruinieren!"
Manchmal hatte Azura ihre lichten Momente und wenn es um Belange, die mit Kleidung, Düften und dergleichen zu tun hatten, ging, konnte sie tatsächlich auf Anhieb logisch denken. So wenig man es ihr auch zutraute...
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 11. Januar 2012, 17:25

Azura wusste sicherlich bereits noch vor einer Anprobe, dass dieses Kleid nur ihr allein gut zu Gesicht stünde. Wer außer ihr sollte es schon tragen, Corax vielleicht? Absurd! Nein, es war wie für sie gemacht, würde ihre Figur positiv betonen und ihr Haar farblich nur unterstreichen. Ein Traum aus feinster Schneider- und Webkunst. So andächtig sie diesem Stück Mode gegenüberstand, so desinteressiert zeigte sich der Dunkelelf. Er war lediglich überrascht, dass man ein so kostbares Stück hier achtlos herum liegen ließ. Nicht jeder Dunkelelf plünderte ein erobertes Gebäude, aber nicht einmal er hätte Kleid und Parfum einfach zurückgelassen. Seine Herrin hätte sich möglicherweise darüber gefreut und es war immer von Vorteil, sich mit ihr gut zu stellen. Umso schlechter würde er dastehen, wenn sich das an ihn gebundene Balg noch mehr Zeit ließ.
Unwillig zupfte er an der Kette, um ihre Aufmerksamkeit zurück auf sich zu lenken. "Elfe!", schnaubte er ihr entgegen, aber sie erdreistete sich, das Duftwässerchen über die Befehle seiner Herrin Serpentis zu stellen. Sie wagte sogar, ihn wahrhaft dafür zu schelten. Corax hatte die Nase voll von ihr - ebenso wie von dem Duft aus dem Flakon, der jetzt überall an Kleid und Rüstung hing. Unwirsch packte er Azuras Handgelenk. Seine Augen brannten, kleinen Feuern gleich, in ihren Höhlen. Fehlte nur noch, dass Rauch aus ihnen empor stieg.
"Entweder ruiniere ich dieses geschmacklose Stück Lumpen oder du gehst eben nackt. Mir ist das - bei Faldor! - scheißegal!" So unfreundlich hatte er sich nicht einmal am Anfang angeblafft. Der Soldat kam wohl langsam, trotz einer erholsamen Schlafpause, an seine Grenzen. Er zerrte Azura dicht an sich heran. Plötzlich hielt er seinen Dolch in der freien Hand. Ob es ihm endgültig genügte? "Ich könnte dir auch die Hand absäbeln, was hältst du davon?" Seinem Blick nach zu urteilen, würde er ernst machen. Schon hob er die Klinge. Sie blitzte im Lichtschein auf und sorgte so dafür, dass eine Rubinaugen ebenfalls kurz aufloderten, als sich das Bild der Schneide darin spiegelte.
Ratsch! Ein Schnitt!
Glücklicherweise ging er weder in Azuras Haut noch in ihr zartes Handgelenk, um es von ihrem Arm zu trennen. Corax Rabenschrei lag offenbar wirklich nichts an dem feinen Modestück. Er hatte den Ärmel halb abgeschnitten. Lose hing er nun vom Rumpfstück des Kleides, gezielt an der Naht aufgetrennt. Dafür besaß er einen Blick. Corax ließ Azura los und entfernte nun auch noch den Rest des Ärmels, aber damit war es noch nicht getan. Der Dolch glitt weiter durch den Stoff, Azura konnte den Dunkelelfen nicht aufhalten. Da halfen weder Jammern noch Wehklagen und auch Schläge ließ sich der Soldat erst recht nicht mehr ein. Da würde es Ohrfeigen setzen, bis sie seinetwegen grün und blau war. Das Maß war endgültig voll.
Eifrig machte er sich daran, das Kleid am oberen Saum aufzutrennen, bis der Halsausschnitt auf einer Seite vollkommen frei lag. "Zieh es an, jetzt sollte es gehen! Keine Widerrede mehr. Die Klinge ist scharf genug, um auch Fleisch zu schneiden." Er ließ Azura den kalten Stahl des Dolches spüren, indem er ihn an ihrem Arm entlang führte. Dann steckte er die Waffe vorzeitig zurück an ihren Platz an seinem Gürtel. Er schubste seine gezwungene Begleiterin auf die Trennwand zu. "Umziehen!", wiederholte er sich ein letztes Mal. Jetzt sollte sie es ja zustande bringen und wenn sie den Fetzen nun nicht mehr tragen wollte ... ja, dann würde er sie wirklich nackt durch halb Andunie schleifen und vielleicht sogar seinen Mitsoldaten zur Schau stellen!
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Montag 16. Januar 2012, 12:53

Dieses Kleid war ein Traum und durchaus, sie sah auf Anhieb, dass es ihr nicht nur passen, sondern vor allem gut stehen würde. Schließlich kannte sie sich in der Mode aus und hatte ein Gespür für jene Stoffe und Farben entwickelt, die ihr passen konnten oder sich nicht wie eine zweite, vorteilhafte Haut an sie schmiegen würden. Somit konnte sie stets rasch feststellen, was sich zum Anprobieren lohnen würde und was nicht. Und dieses Wunder an Erlesenheit wäre wirklich ausnahmslos wie maßgeschneidert für sie.
Das wollte sie selbstverständlich auch möglichst bald an in ihrem Körper spüren, raus aus ihren alten, teilweise zerstörten Sachen. Das Problem bestand jedoch, mal wieder, in ihrer Fesselung, die ihr ein Umziehen sehr erschweren würde, besonders bei einem Kleid wie diesem, wo sie nicht in den einen Ärmel schlüpfen könnte. Die einfachste Lösung wäre natürlich gewesen, wenn er sie endlich befreien und von sich erlösen würde. Für Azura war es sowieso auch der einzige Weg, der überhaupt in Frage käme, schließlich wäre es ein Sakrileg, dem Stoff stattdessen Schaden zu zufügen.
Auf sein Schnauben reagierte sie gar nicht, denn sie hatte sich noch nie als Elfe gesehen, nicht einmal als Halbelfe. In ihren Augen war sie eine stolze Andunierin und das musste reichen, egal, ob ihre Ohren nun ein wenig spitz zuliefen oder nicht. Und auch ihre Mutter hatte ja schließlich nie darüber gesprochen, woher sie das haben könnte und warum. Weswegen sie keine Ahnung davon hatte, dass ihr Erzeuger ein ganzer Elf gewesen war.
Seinen Griff indes konnte sie weniger erfolgreich ignorieren, wenngleich ihr ungnädiger Blick mindestens genauso feurig war wie seiner. Sie hatte sein Benehmen satt und machte auch keinen Hehl mehr daraus, vermutlich, bis zur nächsten Ohrfeige, wenn sie weiterhin beisammen sein würden.
Blass jedoch wurde sie kurz darauf aus einem ganz anderen Grund. "Du... du wagst es?!", keuchte sie ungläubig und schüttelte den Kopf. "Jetzt hast du den Beweis geliefert! Du bist nur ein unterer Diener, der nicht einmal in der Lage ist, eines der schönsten und erlesensten Kleider neuester Mode auch nur im Ansatz zu würdigen! Und mit so etwas muss ich mich abgeben!", zeterte sie los und in einer Lautstärke, die ihm voraussichtlich und ein wenig auch beabsichtigt in den Ohren weh tun würde.
Als er sie noch näher an sich heran zog, war sie schon versucht, ihm demonstrativ mit dem Absatz auf die Zehen zu steigen. Wäre da nicht plötzlich der Dolch gewesen, der sie wieder ein bisschen zur Vernunft brachte und vorerst den Mund halten ließ. Nur ihre Mimik, die blieb weiterhin finster, und ein weiteres Mal hielt sie Angriff für das beste Mittel der Verteidigung.
"Kannst du nicht, sonst hättest du es längst getan!", zischte sie ihm entgegen, ohne wirklich zu begreifen, wie nah an der Wahrheit sie damit kommen könnte. Denn seine Mordgedanken erahnte sie nicht, da sie ihn noch immer unter ihrer Würde und somit als ungefährlich hielt, solange er nicht seine derzeitige Lage schamlos ausnützte. Was er ja in gewisser Hinsicht neben den paar Ohrfeigen und dem zerrissenen Gewand nicht getan hatte bisher.
Nun allerdings beging er ein wahres Verbrechen. Sie schrie auf voller Schmerz, allerdings nicht, weil er sie getroffen hätte, sondern weil sie zusehen musste, wie er diesen Traum aus Stoff einfach zerstörte. So ein ungehobelter Schuft!
Ihr schossen die Tränen in die Augen und als er ihr das ruinierte Kleid wieder in die Hände drückte, presste sie es leidend an ihren Körper. "Du Widerling! Dafür wirst du noch büßen!", schimpfte sie schniefend, ungeachtet des Dolchs an ihrem Arm. Das war ihr gerade mehr als egal, immerhin hatte er eine Todsünde begangen und sie litt darunter!
Er schob sie zu dem Paravent und verlangte von ihr, dass sie endlich tat, was sie zuvor nicht gekonnt hatte. Die junge Frau warf ihm über die Schulter einen giftigen Blick zu, ehe sie sich noch zwei Schritte weiter bewegte und sich von ihm abwandte. So unangenehm es durch die kurze Kette auch war, anders konnte sie es nicht.
Sie löste die zerrissene Decke von ihrem Oberkörper und warf sie mit Absicht hinter sich, in der Hoffnung, er würde das verschwitzte, stinkende Ding ins Gesicht bekommen.
Danach schlüpfte sie aus dem Großteil ihrer Röcke, da das neue Kleid eigene eingearbeitet hatte.
So bot sie ihm wenige Momente lang einen nicht zu verachtenden Anblick mit einem knöchellangen Unterrock, dessen seidiger Stoff sich an ihre schlanken Beine schmiegte, und einem bloßen Rücken. Um nicht zu lange derart unbekleidet zu bleiben, stieg sie rasch in den unteren Teil des neuen Stücks, schob ihren Unterrock hinein und zog es daraufhin bis zu ihrer Taille hoch.
Mit schlangenähnlichen Bewegungen schlüpfte sie in des Oberteil, musste es allerdings auf der zerstörten Seite zuhalten.
Mit vor Zorn funkelnden Augen drehte sie sich wieder zu ihm um. "Nadel und Faden!", verlangte sie, denn sie hatte nicht vor, in dieser Haltung zu bleiben, bis sie wieder etwas Neues bekam. Und das machte sie mit ihrem Tonfall auch mehr als deutlich, zumindest in ihrem Heim wären sofort mindestens drei Diener los gerannt, um ihren Wunsch zu erfüllen.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 20. Januar 2012, 02:39

Wenn Azura nur geahnt hätte, dass Corax nicht in der Lage war, sie von der magischen Kette zu befreien, sondern offenbar nur diese Feuermagierin von einer Dunkelelfe, sie hätte sich vielleicht mehr beeilt. Denn Serpentis war das Ziel, das hatte ihr Soldat bereits mehrfach betont. Von ihr könnte die Adlige vielleicht verlangen, diese störende Kette zu sprengen, nicht aber von Corax Rabenschrei. Er "hing" ohnehin nur an ihr, damit man wusste, wo sie steckte und damit sie notfalls in die richtige Richtung gedrängt werden konnte. So wie es nun geschah. Corax schob sie einfach hinter den Raumteiler. Er achtete sichtlich nicht auf das Kleid, aus wenn Azura würde zugeben müssen, dass er die Naht sehr sorgfältig und genau an der Spur zwischen Ärmel und Oberteil aufgetrennt hatte. Er hätte das Kleid schließlich auch am Ärmel zerreißen können. Bei ihrer vorherigen Tracht hatte er sich nicht davor gescheut.
Sie waren einander gehörig überdrüssig. Gemeinsam hatten sie wohl nur eines: den Wunsch, nicht länger mit dem jeweils anderen verbunden zu sein. Aber es ließ sich jetzt nun einmal nicht ändern. Sie mussten das Beste daraus machen. Aus Corax' Perspektive schien derzeit Ignoranz der richtige Weg zu sein. Er reagierte nicht einmal auf das Zetern der Halbelfe. Jedenfalls schenkte er ihr nur ein weiteres Schnauben, ehe er sie energischer noch hinter die Trennwand schob. Anschließend rieb er sich jedoch über das Ohr. Azuras Stimme hinterließ ein Klingeln darin. Es war mehr als unangenehm. Wenigstens senkte er so den Dolch, der bis eben noch auf ihre Kehle gezielt hatte. Erneutes Schnauben. "Du hast Recht. Kann ich nicht. Da muss ich schon auf den Befehl meiner Herrin warten. Also zieh dich endlich um, damit wir zu ihr können. Vielleicht erfüllt sie mir die Bitte. Andernfalls macht es ihr sicher nichts aus, wenn ich dich zum Krüppel schlage. Du kannst ihr auch ohne ein schönes Gesicht nützlich sein und vielleicht gäben Händler etwas für deine kostbaren Augen oder die zarte Haut." Er grinste kurz, wurde dann aber ein Stück mit hinter die Trennwand gezogen. Die Kette war einfach zu kurz!
Wenigstens bequemte sich das Gör endlich dazu, ihre alten Sachen abzulegen. Corax zeigte keine Höflichkeit, indem er den Blick abwandte. Er schaute sie direkt an. Allerdings musste man erwähnen, dass sein Blick nicht jener war, den man in einer derartigen Situation von einem Mann erwarten könnte. Er betrachtete sich Azura nicht mit wachsendem Verlangen. Er zielte es nicht darauf ab, einen Blick auf ihre Brüste oder den Schambereich werfen zu können. Er schaute nur - wartend, dass sie fertig wurde. Da hätte auch eine Kammerzofe, die eigene Mutter oder sonstige Dienerschaft stehen können. Sein Blick war für die Verhältnisse eine dunkelelfischen Soldaten, der an sie gekettet war, überraschend neutral. Beinahe schon teilnahmslos. Er wartete und das war alles.
Azura entkleidete sich. Die Decke flog und traf ihr Ziel. Corax wischte sie von sich, ließ sie achtlos zu Boden fallen. Er steckte den Dolch weg und versuchte, Haltung zu bewahren. Das war nicht permanent möglich, denn Azura zog unbewusst bei ihren Bewegungen an der Kette, was den Soldaten hin und wieder vor rucken ließ. Endlich war es dann aber getan und sie, bis auf den abgetrennten Ärmel und das halb offene Oberteil, angezogen. Erneut schnaubte Corax, als sie nach Nadel und Faden verlangte. Jetzt war es an ihm an der Kette zu reißen. "Halt still!", befahl er und griff an seinen Gürtel. Von wo auch immer er die spitze Nadel und das kleine Exemplar aufgerollten Garns hervor zauberte, er hielt plötzlich beides in Händen. Azura weitestgehend ignorierend zupfte er nun an dem offenen Stück ihres Oberteils herum. Geschickt führte er die Nadel - fast schon wie ein Schneider! Es dauerte wahrlich nicht lange, bis das kostbare Modestück repariert war, denn auch den Ärmel nähte Corax mit einer Gewandtheit und Schnelligkeit wieder an, die man ihm wohl nicht zugetraut hätte. Am Ende sah es wirklich so aus, als sei dem Kleid niemals ein Unglück angetan worden.
Der Dunkelelf packte sein Nähzeug wieder weg, dann blickte er Azura direkt an. Seine Lippen trennten sich voneinander, beinahe, als wollte er etwas sagen. Dann pressten sie sich aber wieder zusammen und er schwieg.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Freitag 20. Januar 2012, 11:33

Für die junge Frau war der Soldat allein der Verantwortliche für ihre Fesselung und all dem Leid und Ärger, den sie seit ihrer Entführung aus ihrem Garten gehabt hatte. Er hatte ihr vor allem diese blöde, lästige Fesselung angelegt, somit war für sie klar, dass er sie auch wieder würde lösen können. Er war für sie der alleinige Schuldige daran und sie würde dieser Person, zu der er sie so dringend hinbringen wollte, schon einige Töne über diese unwürdige Behandlung sagen.
Was allerdings nicht dafür sorgte, dass sie gewillt war, sich schneller zu bewegen. Denn sie war es gewohnt, dass andere auf sie zu warten hatten und somit würde sie sein Drängen erst recht nicht ernst nehmen, geschweige denn befolgen. Hätte sie indes die Wahrheit über die Fessel und deren "Schlüssel" gewusst, dann hätte sie sich tatsächlich ausnahmsweise beeilt. Doch allein für ihn und nach seinem Wunsch, da konnte er warten, bis er schwarz werden würde.
Außerdem trauerte sie noch immer wegen dem Schaden an dem wunderbaren Kleid, den er verursacht hatte. Es war solch eine Schandtat, unbeschreiblich und absolut verwerflich! Hätte sie ihren Ziehvater in der Nähe gewusst, hätte sie von ihm verlangt, dass er diesen Soldaten wegen Misshandlung eines Wunderwerks anzeigen würde. Nur leider... oder vermutlich war es für ihre Eltern umso besser, dass sie längst Andunie verlassen hatten, sodass sie theoretisch niemandem von diesen Rüpeln in die Hände gefallen waren.
Dass er indes womöglich bewusst allein die Naht aufgetrennt hatte, hatte sie in ihrer eifrigen Entrüstung nicht wahrgenommen. Schaden war Schaden, egal, wo genau er an dem Stück gemacht worden war und ob es gut zu reparieren ging oder nicht. Da brachte sie auch kein gefährlich naher, scharfer Dolch zur Räson.
Noch immer war sie aufgebracht, als er sie bereits hinter den Raumteiler schob und sie gar keine andere Wahl mehr hatte, als sich umzuziehen.
Seine Worten entlockten ihrer Kehle einen empörten, nicht ganz definierbaren Laut, ehe sie über die Schulter hinweg böse anfunkelte.
Dann sah sie wieder gerade aus, wenngleich mit sichtlich und vor allem betont arrogant erhobener Nase. "Ich werde mich über dich beschweren und dafür sorgen, dass du all deine Worte und Taten mir gegenüber noch gehörig bereuen wirst!", gab sie spitz zurück, ehe sie sich daran machte, endlich die Kleidung zu wechseln.
Da sie ihm dabei automatisch den Rücken zuwandte, bemerkte sie seine Blicke zum Glück nicht und schonte ausnahmsweise mal seine Ohren, weil sie keinen weiteren Angriff des Zeterns begann. Im Gegenteil, sie ignorierte ihn nun ihrerseits, nach ihrer kleinen Attacke mit dem verschwitzten, stinkenden Stofffetzen, den sie zu ihm warf. Sie warf nicht mal einen Blick über die Schulter, um zu sehen, ob sie getroffen hatte oder nicht.
Auch musste sie an der Ketten ruckeln, um sich danach anziehen zu können, wobei es sicher Nerven schonender für ihn war, dass er es schaffte, dabei nicht gegen ihren halbnackten Körper zu prallen. Wäre ja noch schöner gewesen, wenn er es gewagt hätte, seine Dreckspfoten nach ihr auszustrecken! Oh, da wäre sie noch mehr zur Furie geworden, als sie es bisher gezeigt hatte, und das wollte wohl wirklich niemand erleben, ganz gleich, wie geduldig man sein konnte.
Schließlich hatte sie es geschafft, wandte sich wieder um und verlangte nach Nadel und Faden, wobei sie sich innerlich schon darauf einstellte, dass sie selbst für die Reparatur sorgen musste. Zwar wäre sie alles andere als eine gute Schneiderin, aber zu ihrer Erziehung hatte das Sticken gehört, sodass sie damit halbwegs trotzdem umgehen konnte.
Es überraschte Azura bereits, dass er ohne Protest die Hilfsmittel von seinem Gürtel zog, die sie bis dahin noch nicht wahrgenommen hatte. Warum auch? Sie hatte kein Interesse an so jemand Niederes und somit war ihr Blick auch noch nicht bisher in dieser Region gelandet.
Eine Augenbraue hob sie bei seinem Befehl an und wollte schon protestieren, als er für die viel größere Überraschung sorgte. Kommentarlos, rasch und relativ geschickt für einen solch ungehobelten Kerl flickte er die Stoffteile wieder zusammen. Er stach sie sogar kein einziges Mal dabei!
Einige Sekunden lang starrte sie ihn einfach nur ungläubig an, ehe sie blinzelnd ein Kopfschütteln andeutete, während er sichtlich etwas sagen wollte, es aber dann doch unterließ. Diese kurze Zeitspanne half ihr indes, sich wieder zu fassen.
Ihre Mimik änderte sich sofort damit, sie setzte einen betont hochmütigen Gesichtsausdruck auf, als wäre es von ihm das Mindeste gewesen, nach seiner Zerstörung dieses Kleid auch wieder zusammen zu fügen, dass man den Schaden so gut wie nicht sah. "Nun ja...", lautete somit ihr arrogante Bemerkung, die sie bewusst nicht weiter ausführte.
Ohne auf seine Reaktion zu warten, trat sie an ihm vorbei, zerrte ihn mit sich und griff sich erneut den Flakon mit dem teuren Parfüm. Diesen würde sie gewiss nicht hier lassen! Nur musste sie noch überlegen, wo sie ihn sicher verwahrte, denn ein dazu passendes Täschchen in der richtigen Größe befand sich leider nicht bei ihrem Fund.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 22. Januar 2012, 12:11

Er arbeitete. Der Fadel glitt in das winzige Öhr und die Nadel stach durch den Stoff, um Ärmel und Gewand wieder miteinander zu verbinden. Corax reagierte kaum auf die Reaktionen der Frau, die noch immer mit ihm durch das goldene Kettchen verbunden war. Lediglich, als sie ihm mitteilte, dass ihre Beschwerde noch dazu führen würde, dass er seine Taten bereute, murmelte er: "Wer sagt denn, dass ich das nicht tue?" Da er weder zu ihr aufsah, noch weiter sprach, waren die Worte wohl allein nur für ihn selbst bestimmt gewesen. Er wirkte eine Weile in sich gekehrt, vielleicht konzentrierte er sich aber auch nur auf seine Arbeit. Eine Nadel in den Finger zu pieken, war keine große Verletzung, aber das stetige Ziepen wäre hinderlich bei sämtlichen Dingen, bei denen der Finger zum Einsatz käme.
Corax aber war sehr geschickt mit Nadel und Faden. Als er fertig war, ließ er beides wieder irgendwo an seinem Gürtel verschwinden. Kurz kreuzte sich sein Blick mit Azuras. Er musterte sie in dieser Zeit. Schließlich meinte er: "Wir sind hier fertig." Dass sie das Fläschchen Parfum unbedingt mitnehmen wollte, interessierte ihn jetzt weitaus weniger. Er bot ihr weder an, es in seinen Gürtel zu schieben, noch reichte er ihr eine Tasche oder sonst etwas, wo Azura es hätte unterbringen können. Er übernahm wieder die Oberhand und marschierte los. Die Schrittgeschwindigkeit kannte Azura schon. Offenbar gab es für Soldaten keinen anderen Gang als einen zügigen Marsch. Schlendern kam wohl gar nicht in Frage.
Aber Corax hatte es auch eilig. Sie lagen zeitlich im Verzug und sie mussten noch bis zum Lager seiner Herrin gelangen. Das befand sich vermutlich immer noch außerhalb der Stadt. Den ganzen Weg wieder zurückgehen - ach, und die Bücher! "Die Bücher", knurrte er, lenkte rechtzeitig ein, um in die Bibliothek zu kommen. Sein Marsch wurde immer rücksichtsloser. Azura schleifte er wortwörtlich nur noch mit.
In der Bibliothek räumte man derweil auf. Unglaublich, aber wahr! Die Dunkelelfen begannen, die heraus gezogenen Bücher wieder einzusortieren. Nun, nicht sie selbst, dafür hatten sie Sklaven. Diese existierten in Form der Wassermagier, die sich ergeben hatten. Es waren eine Menge der jungen Eleven, hin und wieder schritt aber auch ein in Ketten gelegter Dozent der Akademie umher, um Bücher zurück in Regale zu stellen. Corax und Azura hatten jedoch Glück. Ihr schwerer Stapel Bücher war noch vorhanden. Sofort griff der Dunkelelf danach. Er hob sie allesamt - stellte sie wieder ab. Dann schaute er endlich einmal wieder hinter sich. Erneut wanderte sein Blick an Azura entlang. Kritisch dieses mal - skeptisch.
"Du eignest dich nicht, schwere Bücher zu tragen." Er schaute sich um. Mit einem gebellten Ruf zitierte er einen der Wassermagier zu sich. "Du wirst diese Bücher hinter uns hertragen, Sklave! Du weißt, was die Alternative ist." Corax deutete ein Streichen über seinen Hals an, aber sicherlich meinte er damit keinen schmerzfreien, schnellen Tod. Dunkelelfen waren für qualvolles Leiden und das Foltern ihrer Opfer bekannt. Den jungen Magierschüler schüchterte es jedenfalls gehörig ein. Sofort griff er nach den dicken Wälzern ... dann runzelte er die Stirn.
"Dunkelelf ... äh ... Herr. Eine Frage ..."
"Stör mich nicht!", keifte Corax drohend zurück, doch der Schüler nahm sich ein Herz. "Herr, ich hab mich nur gefragt, warum Ihr so viele verschiedene Bände braucht. Inhaltlich passen die doch gar nicht zusammen."
Corax musterte die Einbände. "Was für Bücher sind das?", fragte er schließlich, war sich offenbar nicht zu schade, zuzugeben, dass er kein Garmisch sprach. Der Schüler stellte den Stapel wieder ab, nahm nur das erste Buch und hielt es hoch. "Die Meere Celcias - eine Informativband", las er vom Buchrücken ab. Dann griff er das nächste Buch. "Philosophie und Wissenschaft." Es folgten Theorie der Magie, Mein Leben und ich - eine Abhandlung des Magiers Oswald und Das große Märchenbuch für kleine Wassermagier. Nachdem der Schüler den letzten Band hochgereicht hatte, starrte Corax ihn nur mit aufgerissenen Augen an. Er schlug nach dem Schüler, dass ihm das Buch aus der Hand glitt und weit durch den Raum flog. "HAU AB!", schrie er ihn an, "EHE ICH DICH HINRICHTE, HIER UND JETZT!"
So schnell war der Bursche in seinem ganzen Leben nicht geflitzt. Er entkam dem Zorn des Dunkelelfen, nicht aber Azura. Zu ihr wandte er sich jetzt um. Er schnaubte. Dieses Mal erfolgte keine Backpfeife. Corax fasste Azura an der Kehle. "Nenn mir einen Grund, nicht zuzudrücken", zischte er, während sich seine Finger schon einmal genau auf diese Aufgabe vorbereiteten.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Freitag 3. Februar 2012, 15:56

Die junge Frau war einmal ehrlich verblüfft von diesem Kerl, denn er stellte sich mit Nadel und Faden weitaus geschickter an, als sie es je gekonnt hätte. Damit hatte sie sich noch nie sonderlich anfreunden können, weil es für sie eher langweilig war. Umso erstaunter war sie darüber, was der Soldat damit vollbringen konnte. Man sah fast nichts mehr von dem Schaden, nicht einmal dann, wenn man es wusste, wo es zuvor gewesen war.
Trotzdem war sie bei weitem nicht gewillt, ihm zu zeigen, was sie von seinem unerwarteten Talent hielt. Stattdessen hatte sie zuvor weiter gezetert und als nun ein Murmeln darauf folgte, das sie sogar verstehen konnte, da er ihr nah genug war, hob sie missbilligend eine Augenbraue an. Er sollte sich vielmehr geehrt fühlen, dass er in ihre Nähe gelassen wurde, aber das hatte sie ja nun schon oft genug deutlich gemacht.
Außerdem hatte er minimal etwas gut bei ihr, weil er die Naht so gut zusammen flicken konnte. Doch damit war ihre Freundlichkeit dem Soldaten gegenüber schon wieder erschöpft und würde sich gewiss nicht wiederholen.
Davon zeugte schon ihre Reaktion darauf, als er fertig war. Obendrein war es ihr wichtig, den Flakon nicht hier zu vergessen.
Dass er ihr keinerlei Aufbewahrungshilfe anbot, störte sie nicht im Geringsten, denn sie hielt ihn sowieso weiterhin für einen Trampel, dem sie so etwas Kostbares nicht anvertrauen konnte. Abgesehen davon hatte sie da ihre eigenen Kniffe, die eine junge Frau ihres Standes mit dem ersten Korsett zu lernen begann. Also schob sie das kleine Fläschchen in ihre Dekolleté, wo es gut zu verwahren war und niemandem auffiel, da es dafür auch hier zum Glück eine kleine Schlaufe gab, die als Täschchen diente. Und die Form des Flakons war ohnehin wie dafür gemacht.
Sie hatte es gerade verstaut, als der Kerl schon anzog und sie wieder zu einer Geschwindigkeit zwang, die nicht natürlich für sie war.
"Jetzt renn nicht dauernd so!", schimpfte sie entsprechend. Zu ihrem Vorteil hatte sie die andere Hand frei, um den Rock des neuen Kleides raffen zu können und nicht drauf steigen zu müssen.
Plötzlich änderte er die Richtung und sie stieß einen leisen Schrei der Überraschung aus, als sie so abrupt sich halb drehen musste und kaum nach kam. "Hey!", protestierte sie schon leicht keuchend, da ihr mal wieder die Luft etwas knapp wurde.
Wenigstens war der Weg nicht so weit, wie es ihr wohl noch bevor stehen würde, wenn sie in der Akademie fertig waren. Dass sie schon spät dran waren, war ihr dabei zwar nicht bewusst, allerdings wäre es ihr trotzdem egal gewesen.
Diesmal war die Atmosphäre ein wenig anders, als sie die Bibliothek erreichten, und Azura war irgendwie froh darüber, wieder mehr Leben sehen zu können. Auch wenn sie instinktiv ahnte, dass sie keine Chance hätte, von diesen herum wuselnden Gestalten Hilfe zu bekommen. Stattdessen versuchte sie, das Beste draus zu machen und ihre Haltung zu wahren, indem sie hoch erhobenen Hauptes voran schritt. Und da sie immer wieder mit ihrem Arm zurück zog, schaffte sie es wohl auch, dass der Kerl sich ausnahmsweise einmal an ihre Geschwindigkeit anpasste. Dass er sich auch einfach nur absichernd oder suchend umsah, kam dabei für sie nicht in Frage, schließlich war sie hier die wichtigste Person!
Als sie den Stapel erreicht hatten, blieb die junge Frau demonstrativ in abweisender Haltung stehen, denn sie dachte nicht mal im Traum daran, dieser Lektüre ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Da der Dunkelelf sie dann auch noch ansah, hob sich ihre Augenbraue erneut.
Seine Worte bedachte sie mit einem verächtlichen Schnauben. "Wofür hältst du mich? Für eine Dienstmagd?!", erwiderte sie schnippisch. Was anscheinend Eindruck auf ihn machte, zumindest laut ihrer Ansicht, denn er holte sich anderweitig Unterstützung.
Ein kühler, herablassender Blick traf den Schüler der Akademie, ehe sie betont in eine andere Richtung sah und eine gelangweilte Miene aufsetzte. Sie interessierte sich überhaupt nicht dafür, was hier vor sich ging, Bücher waren ihr gleichgültig und alles, was sie haben wollte, war ihre Freiheit zurück... und eine angemessene Mahlzeit. Ihr Bauch grummelte leicht und erinnerte sie daran, dass ihr längst etwas zu essen zustand.
Den beiden Männern und ihrem Gespräch schenkte sie dabei überhaupt keine Aufmerksamkeit. Erst, als der Soldat mal wieder zu brüllen begann, sah sie erneut mit missbilligend erhobener Augenbraue in seine Richtung. Was für eine Marotte hatte er denn jetzt schon wieder?
Und während der Junge flüchtete, entkam sie nicht, sondern wurde ein weiteres Mal unverschämt grob behandelt.
Ihre Augenbraue zuckte noch höher und da er seine Drohung erst aussprach, anstatt sie in die Tat umzusetzen, ließ sie sich erst recht nicht davon einschüchtern. "Was soll das nun wieder? Lass dieses Theater, sonst könntest du mir noch weh tun!", schnappte sie erstaunlich unerschrocken. Während ihr Herz heftiger trommelte und ihr die Kehle eigentlich eng wurde.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Sonntag 5. Februar 2012, 10:11

Eigentlich hatte es inzwischen doch - für diese Verhältnisse - recht gut geklappt mit dem Soldaten. Corax war sogar geschickt genug, ihr Kleid nicht gänzlich zu ruinieren und dennoch, dann musste es wieder zum Streit kommen. Zum einen, weil Azura noch immer herum zickte, zum anderen weil nun die Wahrheit über die Bücher herauskam, die sie am Vortag zusammengetragen hatten. Keines davon enthielt Informationen über die korrekte Anwendung von Wassermagie. Das erzürnte den Dunkelelfen dermaßen, dass er sich nicht mehr beherrschen konnte. Irgendwann riss eben auch bei einem Soldaten der Geduldsfaden, so diszipliniert er sonst auch war.
Azura konnte es ihm jetzt von den Augen ablesen. Sie glühten rot vor Hass und Zorn. Mordlüstern. Dieses Mal hatte sie es endgültig zu weit getrieben. Es blitzte in seinen Augen auf, als Corax die Hände um den schlanken Hals der Andunierin legte. Seine Finger berührten ihre Haut, strichen lang genug darüber, um ihm begreiflich zu machen, dass die Göre sie regelmäßig pflegen musste. Niemand erhielt ansonsten eine dermaßen samtweiche Haut. Aber es kümmerte ihn im Augenblick kein bisschen. Es interessierte ihn nicht länger. Er hatte nur noch eines im Sinn: diesem Schmierentheater ein Ende bereiten!
Corax brüllte nicht länger, er amtete ganz ruhig. Seine Wut war lediglich aus dem finsteren Blick abzulesen. So schauten Dunkelelfen ihre Opfer an, bevor sie deren Leben aushauchten. So schaute Corax nun Azura an. Sie blaffte ihn für diese Dreistigkeit natürlich wieder an. Aber dieses Mal hatte er mehr als eine Beleidigung parat. "Vielleicht will ich dir auch wehtun. Ja, genau das." Sein Griff festigte sich. Die Daumen drückten gegen Azuras Hals, die übrigen Finger hielten ihn eng umschlossen. Ihr wurde die Luft abgeschnürt. Wenn, dann könnte sie höchstens noch etwas krächzen, aber auch die übrige Luftzufuhr würde er ihr abdrücken. Entweder erstickte sie ob seiner Würgung oder er zerquetschte ihr den schönen Schwanenhals, bis ihr Kopf abbrach. In Corax' Blick lag keine Reue, sondern Entschlossenheit. Offensichtlich ließ er sich nun wirklich nicht mehr aufhalten, weder von seiner eigenen Disziplin noch vom Befehl dieser dunkelelfischen Zauberin.
Es wurde augenblicklich richtig gefährlich für die Adlige. Der Griff schmerzte, zog sich immer enger. "Genau wie damals", murmelte der Dunkelelf ungerührt. Dann drückte er noch fester zu.


Azuras Luft reicht noch für 2 Postings, ehe sie erstickt.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Samstag 11. Februar 2012, 19:35

Es war der jungen Frau mehr als egal gewesen, welche Bücher er zusammen trug und mitnehmen wollte, solange er nicht von ihr verlangte, dass sie etwas so Unmögliches wie Wälzer schleppen tun müsste. Weil sie dazu die Kraft gar nicht hatte und weil sie es als unter ihrer Würde empfinden würde, sollte sie solch eine niedrige Arbeit verrichten müssen. Somit hatte sie sich auch nicht sonderlich für die Titel interessiert.
Ganz zu schweigen davon, dass es zu diesem Zeitpunkt ohnehin so gewirkt hatte, als würde sie lediglich eine weitere Ohrfeige kassieren, hätte sie auch nur den Mund aufgemacht. Was sie zwar nicht abgehalten hätte, aber aufgrund ihres fehlendes Interesses hatte sie dazu einfach nur geschwiegen.
Warum auch sollte sie sich darum kümmern, welche Werke er mitnehmen wollte und sollte? Das war ganz allein seine Angelegenheit. Deswegen wollte sie sich auch jetzt nicht damit beschäftigen, hätte er sie nicht mehr oder weniger dazu gezwungen.
Sein Griff um ihren Hals war beengend und alles andere als etwas, das sie begrüßte. Was sie jedoch wirklich schwer schlucken, soweit ihr das möglich war, und ihr Herz fester klopfen ließ, war sein Blick. Es war nicht so, dass sie sich rasch von finsteren und wütenden Ausdrücken in den Augen einschüchtern ließ, aber diesmal... wurde ihr schon ein wenig unwohl zumute.
Noch bevor sie sich von diesem Blick mundtot machen ließ, versuchte sie es im Guten, ihm klar zu machen, dass er drauf und dran war einen Fehler zu begehen. Anstatt jedoch auf sie zu hören, begann er genau das, was für sie mehr als gefährlich werden würde. Er fing tatsächlich an, gegen ihren Hals zu drücken und ihr die Luft damit abzuschneiden.
Instinktiv legte sie ihre Hände auf seine Unterarme, als könne sie ihn tatsächlich mit ihrer eigenen Kraft wegdrücken. Auch begann sie sich zu winden und zu versuchen, sich aus seinem Griff zu schlängeln, so erfolglos das auch von Anfang an war.
"Lass... los!", keuchte sie bereits, da sie sich durch die viele Bewegung erst recht die verbliebene Luft wegnahm.
Aber er hörte nicht, im Gegenteil, er drückte nur noch stärker zu, sodass sie wirklich nicht mehr verbal protestieren konnte, selbst, wenn sie es gewollt hätte. Und sie hätte definitiv gewollt! Ein Krächzen entkam ihr zwar, doch verständlich war das längst nicht mehr.
Ihr Winden wurde stärker, der Atem wurden weniger und erste Sterne blitzten in ihren Augenwinkeln auf. Obwohl sie sich dadurch seinem Griff mehr aussetzte, machte sie sich schwer, weil sie intuitiv nach ihrem zu treten versuchte. Dabei löste sie auch ihre Finger von seinen Unterarmen, zuerst, weil sie versuchte, ihn zu kratzen, um ihn so los zu werden, und danach, um nach ihm zu schlagen. Treffen würde sie mit ihren Armen kaum, dazu hielt er sie zu weit von sich weg, aber sie musste es einfach versuchen.
Noch hatte sie eine kleine Chance, jedoch würde er nicht bald loslassen, würde er gewiss im allerletzten Moment erneut Bekanntschaft mit dem Wasser machen.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 17. Februar 2012, 01:45

So musste man schauen, wenn man vorhatte, einen Mord zu vollziehen. Corax starrte Azura entgegen, die Augen blitzten unheilvoll und doch strahlte dieser Blick Konzentration und eine gewisse Ruhe aus. Der Dunkelelf schien alles um sich herum von seinem Bewusstsein isoliert zu haben. Jetzt zählten nur noch Azura, er selbst und seine Hände, die mit wachsender Kraft den Ring um ihren Hals enger legten. Dieses Mal meinte er es ernst. Keine Spielchen mehr, keine Warnungen. Er würde sie umbringen.
Da half es auch nicht, dass Azura ihre Hände um seine Gelenke legte, um den Versuch zu wagen, sich zu befreien. Er war stärker als sie, zudem trug er Rüstung. Schläge und Kratzen bewirkten in etwa so viel wie mit einem Stecken zu versuchen, eine Hauswand niederzureißen. Er ließ sich durch ihre kläglichen Versuche auch kein bisschen von seinem Plan abbringen, im Gegenteil. Die Daumen pressten sich hart gegen ihren Hals. Sie drückten auf die Kehle, so dass ihr das Luftholen gleich um Längen schwerer fallen würde. Corax zeigte keine Gnade mehr. Nicht, dass er vorher davon vielmehr präsentiert hätte, aber für einen dunkelelfischen Soldaten hatte er sich doch überraschend umgänglich gezeigt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Azura weniger Haare gekrümmt worden als bei anderen Gefangenen der dunklen Völker zu erwarten war. Wie viele hatten ihre Unschuld, Körperteile oder unversehrte Haut lassen müssen, um sich wenigstens das Recht des Überlebens sichern zu dürfen? Ja, in dieser Hinsicht musste man Corax eine gewisse Vernunft zusprechen. Die schien jetzt jedoch wie eine Seifenblase zerplatzt zu sein. Konnte man ihn noch aufhalten?
Azura sah bereits Sterne vor ihren Augen, dann folgten schwarze Punkte, die wild in ihrem Sichtbereich tanzten. Übelkeit drängte sich an die Oberfläche, zusammen mit dem verzweifelten Wunsch, zu atmen. Jeder Körper besaß diesen instinktiven Überlebenswillen, unabhängig vom Geist, der ihm innewohnte. Sie würde kämpfen, bis es nicht mehr ging. Irgendwann gab auch der Körper auf. Bei Azura fehlten nur noch wenige Momente. Sie konnte schon ihr Herz schlagen hören, laut und pochend. Klock, klock, klock!
Nein, das kam nicht aus ihrem Inneren, nicht aus ihrer Brust. Dort hämmerte die Lebenspumpe zwar ebenfalls heftig gegen ihren Brustkorb, aber das Geräusch kam von außen. Innen nahm sie vermutlich nur ein Rauschen in den Ohren wahr, die ihr Krächzen und Japsen aus der Szenerie abschalten wollten. Doch woher stammte dieses Klackern?

"CORAX!", drang eine schneidende Stimme endlich zu ihm durch, dass er zusammenzuckte. Sofort lockerte er seinen Griff. Anschließend lösten sich die Hände gänzlich von Azuras Hals. Das Funkeln seiner roten Augen schwand, als sich sein Blick zu seinen Füßen richtete. Strähnen seiner kohlrabenschwarzen Haare fielen ihm ins Gesicht, verdeckten seine Miene, aber der verbissene Ausdruck auf seinen Lippen war ebenso zu sehen wie das Knirschen seiner Zähne zu hören.
"Herrin", bestätigte er gehorsam, dass er ihre Stimme vernommen hatte. Dabei fiel ihm in all seinem Schrecken, ertappt worden zu sein, nicht einmal auf, dass er Celcianisch sprach. Seine Herrin, die Dunkelelfe Serpentis Mortis hingegen hielt das Lerium bei. "Kannst du mir mal verraten, was du da tust?! Es war für mich schwer genug, eine potenzielle Wassermagierin zu finden und du bist drauf und dran, ihr Leben auszuhauchen?!"
"Verzeiht, Herrin."
"Ich dachte, ich hätte dich Disziplin gelehrt, nachdem ich dir genommen habe, was vorher so hinderlich war! Wage es nicht, mich durch Missachtung meiner Befehle zu hintergehen, Corax", warnte die Hexe. Sie stieß ihn mit zwei Fingern vor den Kopf. Erneut zuckte er zusammen, dieser Soldat, der eben beinahe eine Frau erwürgt hätte. Vor jener neuen hier kuschte er wie ein Welpe.
Serpentis trat an Azura heran. "Genug der Spielchen. Hol Luft und dann zeige mir die Bücher, die du zusammen mit meinem loyalen Soldaten aus der Bibliothek gesammelt hast. Ich hoffe, ihr wart erfolgreich. Es wird deinen weiteren Weg erleichtern und dein ... Leben verlängern - falls mir dieser unsagbare Hund nicht schon wieder dazwischen funkt!" Sie warf Corax einen finsteren Blick zu, ehe sie sich wiederholt an Azura wandte. Sie musterte die junge Frau. Im Grunde brauchte sie sie jetzt nicht einmal mehr. Man hatte die Akademie der Wassermagie eingenommen. Es gab genug potenzielle Zauberer für ihre Mission. Jedoch hatte sie bereits die magische Kettenfesslung um das Gelenk Azuras gelegt. Dieses Balg würde gehorchen, ansonsten müsste sie Corax wohl doch noch erlauben, zu vollenden, was er begonnen hatte. "Wie gut beherrschst du deine wassermagischen Kräfte?", erkundigte sich Serpentis, als sei vorher nichts Weltbewegendes passiert.

Azura kann wieder atmen
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Montag 20. Februar 2012, 16:13

Es war furchtbar für die junge Frau. Nicht nur der Umstand, dass sie jemandem Berührungen gestatten musste, den sie für weit unter ihrer Würde hielt, nein, es war auch noch eine Gewalttat, die ihr mehr als Angst einjagte. Gut, zumindest würde das später der Fall sein, denn vorerst schoss auch durch ihre Adern das Adrenalin, ihr Herz begann zu rasen im selben Verhältnis, wie ihr die Luft knapper wurde. Sie begann obendrein zu zappeln und versuchte wenigstens, sich zu wehren, wenngleich es so gut wie gar nichts brachte, außer, dass ihr der Atem noch schneller aus der Lunge entweichen konnte.
Seinen Blick bekam sie längst nicht mehr mit, geschweige denn, dass sie die Kraft gehabt hätte, sich darum vielleicht sogar zu sorgen. Stattdessen blitzten immer häufiger Sterne in ihrem Gesichtsfeld auf, zuerst nur in ihren Augenwinkeln, dann immer zahlreicher, bis sie fast nichts anderes mehr aus ihrer Umgebung erkennen konnte.
Der Druck wurde immer stärker, quälender, während sie nach Luft japste und trotzdem nichts davon in sich aufsaugen konnte. Das Blut rauschte deutlich und mit jedem weiteren Moment lauter in ihren Ohren, die Sterne verwandelten sich in schwarze Punkte und rote Schlieren, ihr Blickfeld wurde noch stärker eingeschränkt und verdunkelte sich allmählich.
Dass sie sich und auf welche Art wehrte, nahm sie schon gar nicht mehr wahr. Es war nur noch ein einziger Gedanke, der im Takt ihres hektischen Herzens in ihrem Kopf dröhnend schlug. Luft! Sie brauchte Luft, mehr als dringend.
Es war alles andere als so, wie sie es kannte, denn ein zu eng geschnürtes Korsett konnte nur zu rasch einer Frau den Atem rauben und sie ohnmächtig werden lassen. Ähnlich wie es passiert war, ehe er ihr Kleid endgültig zerstört hatte. Doch diesmal war es anders, kam der Druck von ihrem Hals, der nichts mehr durchlassen wollte, ganz gleich, wie dünn dieses Etwas wäre.
Ihre Augen hatten sich längst verdreht und wirkten, als wollten sie aus ihren Höhlen quellen, als würde er nicht nur bei ihrer Kehle zudrücken, sondern auch hinter ihren Augäpfeln.
Dass sich etwas in der Umgebung veränderte und für sie zur Rettung werden sollte, registrierte sie gar nicht mehr. Plötzlich war alles vollkommen anders. Die Hände verschwanden, sie konnte sich naturgemäß nicht auf ihren Beinen halten und sackte mit rasselndem Keuchen zu Boden.
Dort bleib sie auf allen Vieren und hatte nichts anderes im Sinn, als Atem zu holen. Ihre Luftröhre brannte schmerzhaft und trotzdem war ihr dieser Vorgang noch nie so herrlich vorgekommen. Sie begann am gesamten Leib zu zittern, das Herz hämmerte erst recht heftig in ihrem Brustkorb und sie hatte natürlich noch immer keinen Nerv, sich um ihre Umgebung zu kümmern.
Die Stimme, die sie eigentlich hätte erkennen sollen, trotz der fremden Sprache, blieb schwammig und undeutlich, aber vor allem uninteressant. Allein die Möglichkeit zu atmen beherrschte ihr gesamtes Bewusstsein.
Sie reagierte nicht einmal darauf, dass sich ihr jemand hörbar näherte und vor ihr stehen blieb, sie danach sogar ansprach. Es war ihr schlichtweg egal, was kümmerte sie das auch? Ihre Kehle brannte, sie wäre beinahe erwürgt worden und sie konnte endlich wieder atmen! Alles andere beschäftigte sie noch nicht, das käme erst, wenn das Adrenalin nachlassen und sie ihre Umgebung wieder bedeutender werden würde.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Sonntag 26. Februar 2012, 11:20

Corax zog sich zurück, soweit es Azura zuließ. Da sie nur noch daran dachte, endlich wieder Atem holen zu können und dieses Vorhaben auch sofort umsetzte, musste er sich fügen. Weil er sie gewürgt hatte, waren ihre Knie ganz weich geworden. Die Kraft hatte ihren Körper verlassen, so dass sie keuchend zu Boden sank. Ihm blieb nichts Anderes übrig, als sich halb nach vorn zu beugen. Die kleine magische Goldkette, die ihre Handgelenke verband, war einfach zu kurz. Er hielt den Blick gesenkt und mühte sich um eine einigermaßen würdevolle Haltung. Seine Herrin, die dunkelelfische Magierin, gab sich damit allerdings nicht zufrieden. Eine kleine Flamme sprang von ihren Fingern auf eine Stelle seines Körpers über, die nicht von Rüstung geschützt war - auf seine Haare. Sofort stank es nach angesengten Strähnen. Corax zuckte, riss die Hand hoch, um sein brennendes Haar zu löschen. Es gelang ihm schnell, aber seine Reaktion sorgte dafür, dass Azura unweigerlich ebenfalls etwas nach oben gerissen wurde.
"Halt dich gefälligst gerade, du bist Soldat!", schnauzte Serpentis ihn an. Corax gab daraufhin nur ein leises "Ja, meine Herrin" zur Antwort, richtete sich dann aber auf. Er besaß noch genug Kraft, um das Fliegengewicht von Adliger notfalls auch halb in der Luft hängen zu lassen. Sein Blick ruhte auf ihr. Noch immer war er von einer finsteren Verachtung durchdrungen. Vermutlich dürstete es ihn weiterhin danach, ihr Leben auszulöschen, aber da die Feuermagierin etwas Anderes mit ihr vor hatte, musste er sich zurückhalten. Soldaten gehorchten den Befehlen ihrer Vorgesetzten und Serpentis war für ihn mehr als das. Sie war seine Herrin, er ihr Lakai.
Sie würdigte ihn zunächst keines Blickes mehr, aber seine Tat würde nicht ungestraft bleiben. Das wussten beide. Vorerst galt ihr Interesse jedoch Azura, die noch immer um Luft rang. Wenigstens drückte ihr niemand mehr auf die Kehle, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sich ihre Atmung wieder beruhigte. Wasser würde helfen. Wenn einem die Kehle zugeschnürt und man beinahe erwürgt wurde, schmerzte anschließend der ganze Hals und fühlte sich seltsam trocken an. Serpentis aber war das vollkommen egal. Sie sprach bereits wieder mit ihrer Gefangenen, als wäre nichts dergleichen geschehen. Nur konnte Azura noch nicht antworten. Das missfiel der Dunkelelfe.
"Ich werde deiner überdrüssig, Kindchen", warnte sie, ehe ihre Hand vorschnellte, um Azuras Gesicht zu packen. Ihre Fingernägel gruben sich in die zarten Wangen der jungen Frau, rissen an ihrem Kopf, so dass sie ihn würde anheben müssen. Der Blick der Hexe war noch finsterer als jener ihres Soldaten. Jedoch flammte darin keine Mordlust auf. Vielmehr Verärgerung, weil die Investition sich wohl doch nicht als so gut erwies wie anfangs gedacht. Serpentis seufzte. Sie würde vermutlich doch auf einen dieser von der Akademie geprägten Zauberschützlinge zurückgreifen müssen. Einen solchen konnte sie nicht so leicht formen wie eine Ungeübte. Er würde auf dem beharren, was ihm jämmerliche Menschenmagier beigebracht hatten. Er würde ihre Anforderungen nicht erfüllen. Die Situation stellte sich als überaus ärgerlich heraus.
"Ich muss wohl beides versuchen, es bleibt mir nichts Anderes übrig." Endlich ließ sie Azuras Gesicht los. Ihr Blick ruhte jedoch weiterhin auf der Adligen. "Hör mir zu, unnützes Menschending!" Jetzt wurde auch sie eine Spur härter. Azura schürte ihre Ungeduld. Dieses lästige Weib hätte schon längst mit den Lektionen beginnen sollen. Serpentis wusste noch immer nicht wirklich, ob sie geeignet war und jetzt würde sie sich auch noch einen Zauberer ins Boot holen. "Ich lehre dich die Kusnt, Wassermagie zu beherrschen. Du solltest aufmerksam zuhören, denn jeder Fehler könnte dich das Leben kosten und das sage ich nicht nur so frei heraus." Sie wirbelte herum. "CORAX! Wo sind die Bücher?"
Der Dunkelelf schüttelte den Kopf. "Sie hat mich hereingelegt, Herrin. Die Bücher haben nichts mit Wassermagie zu tun." Er sprach bewusst celcianisch. Azura sollte wissen, worum es ging. Sie sollte wissen, dass es ihre Schuld war, dass sie nun beide würden bluten müssen. Und sofort zeigte sich, was geschah, wenn man Serpentis' Willen nicht gehorchte. Zunächst schlug sie ihrem Soldaten direkt ins Gesicht. Dies hätte ihn nicht sonderlich treffen müssen. Als Kämpfer war er Schlimmeres gewohnt. Wäre da nicht das Feuer gewesen, das am Ende ihrer Hand aus den Fingerspitzen züngelte. Corax knurrte auf. Es roch sofort nach verbranntem Fleisch. Auf seiner linken Wange zeichnete sich Serpentis' Hand in Form einer leichten Verbrennung ab. Der Dunkelelf berührte die Stelle, zuckte jedoch schnell zurück. Schmerz bahnte sich in pulsierenden Wellen einen Weg durch seinen Körper. Aber Corax setzte sich nicht zur Wehr. Vielmehr nahm er Aufstellung, den Blick gesenkt und dann... "Danke, Herrin." Es war grotesk.
Serpentis wandte sich wiederholt Azura zu. "Nun zu dir, kleine Schlampe!" Ohne Vorwarnung griff sie in die Haare der Schönen. Schon stank es, Qualm stieg auf. Azuras Kopf fühlte sich heiß an. Diese Hexe verbrannte ihr Haar! Kontrolliert ließ Serpentis die Flammen über ihre schöne Mähne lecken. Sie fraßen sich durch die Strähnen, erzeugten kleine Rauchsäulen und zerstörten einen Teil des prächtigen Schopfes, ehe die Dunkelelfe ihre Magie zurück zog. "Du wirst nun ohne Wenn und Aber eine Lektion in Wassermagie durchgehen, sobald der Zauberer eintrifft. Du wirst gemeinsam mit ihm lernen und du wirst dich nicht sträuben. Andernfalls fackel ich dir Haare an anderer Stelle, mitsamt Haut, ab. Haben wir uns verstanden?" Ihr Blick wanderte langsam über Azuras Körper und blieb bei ihrem Schoß haften. Die Botschaft war eindeutig und diese Frau ließ sich garantiert nicht so lange auf der Nase herumtanzen wie ihr Soldat.
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Azura » Sonntag 11. März 2012, 22:34

Im Moment war ihr alles einfach nur gleichgültig. Das einzige, was zählte und sie beschäftigte, war es, frische Luft in ihre Lungen saugen und die verbrauchte wieder ausstoßen zu können. Endlich war ihr das wieder möglich und trotzdem war es noch schmerzhafter als zuvor. Ihr ganzer Körper zitterte und ihre Kehle brannte, als stünde sie nicht nur in Flammen, sondern als gäbe es in ihrem Hals ein regelrechtes Inferno oder einen Vulkanausbruch.
Was um sie herum geschah, war unbedeutend. Später erst, wenn sie sich all der verstohlenen und offenen Blicke bewusst werden würde, würde es ihr mehr als peinlich sein. Schließlich war sie nicht irgendeine Dienstmagd, die es gewohnt zu sein hatte, auf allen Vieren auf dem Boden zu knien und den Kopf gesenkt zu halten, weil sie putzte oder den Herrschaften den geforderten Respekt entgegen brachte. Nein, sie war eine Tochter aus reichem Hause, vornehm, gut erzogen und eine der besten Partien der ganzen Stadt. Eigentlich hatte sie nicht einmal daran zu denken, vor jemandem zu knien! Und dennoch konnte sie gerade nicht anders...
Sämtliche Kraft hatte sie verlassen, ihre Arme zitterten merklich und wäre sie noch einige Sekunden weiter in seinem Griff gewesen, würde sie vermutlich inzwischen auf dem Rücken liegen und in dieser Position nach Sauerstoff ringen. Wenigstens diese Peinlichkeit blieb ihr vorerst noch erspart!
Plötzlich jedoch ruckte etwas an ihrem Arm und hätte ihr beinahe die Schulter ausgekugelt, so abrupt kam es. Sie schrie erstickt und krächzend auf, während sie halb in die Höhe gezogen wurde. Wahrscheinlich wäre sie auch bereit gewesen, sich auf den Beinen zu halten, sich hochzukämpfen, allein, die Kraft reichte dafür noch nicht aus.
So sackte sie erneut Richtung Boden und würde später einen weiteren, gut gepflegten Nagel betrauern müssen, ungeachtet dessen, dass derjenige am anderen Ende der Kette wohl erneut Strafe für eine krumme Haltung bekommen würde.
Was Azura noch gar nicht registriert hatte. Lediglich ein unangenehmer Gestank stieg ihr in die Nase und ließ sie erst recht hustend nach Luft japsen, während sie in einer äußerst unbequemen Lage hing.
Der Arm mit der pochenden Schulter war in die Höhe gestreckt, bei dem anderen war ein Pulsieren in ihrem Finger, wo ein kleiner Blutstropfen sogar hervor trat, da sie sich das Nagelbett verletzt hatte.
Zu allem Überfluss wurde sie auf einmal auch mehr als unsanft gepackt und nun wirklich endgültig auf die Beine gezwungen. Wäre der schmerzliche Griff in ihrem Gesicht nicht gewesen, hätten ihre Knie sofort wieder nachgegeben. Instinktiv versuchte sie sich zu wehren, doch dafür reichte ihre Kraft bei weitem noch nicht aus. So blieb ihr nichts anderes übrig, als den eisigen Blick zu erwidern.
Auch weiterhin war ihre Atmung viel zu rasch, raste das Blut durch ihre Adern, aber wenigstens fasste ihr niemand erneut an die Kehle. Allerdings hatte sie auch noch viel zu viel Adrenalin in sich, als dass sie hätte Angst bei dem Blick der Hexe empfinden können.
Wäre es nach ihr gegangen, wäre sie losgelassen und mit mehr als Überschwang um Verzeihung gebeten sowie bedient worden mit allem, was sie sich wünschte. Doch stattdessen bekam sie Worte zu hören, die sie noch nicht begreifen konnte, und spürte Nägel in ihren Wangen, die ihr die zarte Haut zerkratzen könnten. Etwas Furchtbares für eine junge Frau wie Azura!
Dann wurde sie auch schon wieder los gelassen und taumelte leicht, allerdings konnte sie sich inzwischen wenigstens halbwegs auf den Beinen halten. Ihr Hals brannte noch immer und jeder Atemzug schmerzte.
Trotzdem wurde es besser, vor allem ruckartig, als der unwürdige Mistkerl sprach und Dinge behauptete, die einfach unwahr waren. Ihr Kopf ruckte hoch, ihre Augen funkelten zornig. "Lüg...ner!", krächzte sie. "Du... hast aus...gesucht!" Zu mehr kam sie nicht, dafür reichte es nun wahrlich noch nicht.
Jedoch hatte sie sich wenigstens ein bisschen verständlich machen können! Eigentlich machte sie es sich gerade ohnehin schwerer als es nötig gewesen wäre. Hätte sie ihre Kraft besser unter Kontrolle gehabt, hätte sie sich Linderung verschaffen können, indem sie sich ein wenig zu trinken zauberte.
Als der Kerl eine schallende Ohrfeige bekam, fühlte sie Genugtuung. Endlich einmal gab es Gerechtigkeit für sein Verhalten! Nur leider hatte sich Azura zu früh gefreut, denn kaum war er vorläufig abgestraft, kam sie an die Reihe.
Sie schrie krächzend allein schon auf, als der Griff in ihr Haar erfolgte, aber noch lauter wurde sie, als sie eine unangenehme Hitze zu spüren bekam. Instinktiv spürte sie, dass gleich Feuer daran gehen würde, ihre Pracht zu vernichten. Mit den Händen versuchte sie nach den Flammen zu schlagen, auch wenn der eine Arm sehr eingeschränkt war und sie stärker daran reißen musste. Dafür kam aus ihrer anderen Hand intuitiv Wasser, um zu löschen. Und dennoch war es zu spät, der Gestank war erbärmlich und ein großer Teil war zerstört, was sie mit großem Schrecken in einem Spiegel würde feststellen können.
Tränen liefen ihr über die Wangen und als es vorbei war, sackte sie ein weiteres Mal zu Boden. Diesmal schluchzte sie herzzerreißend und griff sich immer wieder in ihr Haar, zog Strähnen soweit hervor, dass sie diese sehen konnte, und heulte daraufhin noch stärker auf.
Ihr Kopf hob sich erst wieder bei der nächsten Drohung an, das salzige Wasser floss weiterhin in Strömen und trotzdem war sie alles andere als ein Häufchen Elend. Nun war sie wütend, ernstlich wütend, was ihre Augen auch deutlich zeigten.
"Du Hexe, das wirst du büßen!", stieß sie krächzend aus und zog undamenhaft laut die Nase hoch. "Ich werde dafür sorgen, dass du dir wünscht, du hättest dich mir nur auf Knien genähert und nach meinen Wünschen gefragt!" Ihre Stimme steigerte sich und wenn man sie ließe, würde sie in ein hysterisches Keifen und Kreischen verfallen, die Tendenz dazu schwang bereits jetzt merklich in ihren Worten mit.
Zwar hätten die Umstehenden ein amüsantes Schauspiel, dem sie zusehen könnten, allerdings ob das für Azura sonderlich gesund wäre...? Schon jetzt fehlte ein Teil ihrer wunderschönen, jahrelang gepflegten Haarpracht! Was andererseits genau der Auslöser für ihre Stimmung war. Nicht nur, dass sie sich mit solch einen Rüpel hatte beschäftigen und abgeben müssen, der es gewagt hatte, sie beinahe zu erwürgen, jetzt hatte sie auch noch solch eine Weibsperson vor sich! Wann würden sie endlich einsehen, dass sie nur Bodenvolk waren, allein dazu da, jemandem wie ihr zu dienen?! Wie lang musste sie sich das noch gefallen lassen?!
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Das dunkle Volk
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Das dunkle Volk » Samstag 17. März 2012, 22:20

Serpentis hatte damit gerechnet, dass dieses verweichlichte Menschenmädchen schneller reagierte, sobald sie ihr erst einmal etwas nahm, das in ihren Augen kostbar war. Menschen waren ja so egoistisch! Aber es brauchte offensichtlich seine Zeit, bis dieses Balg registrierte, dass gerade ihre Haare verbrannt wurden. Die Dunkelelfe kümmerte es kein bisschen, ob Azura zu Atem kam oder nicht. Sie ärgerte sich lediglich über den Ungehorsam ihres Dieners und Soldaten. Dieser würde noch dafür büßen müssen. Dass es schon so bald der Fall wäre, damit hätte selbst Serpentis zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet. Aber das Schicksal oder andere höhere Kräfte gierten geradezu danach.
"Soso, sie findet Zeit, dich als Lügner zu bezichtigen, aber meine Fragen beantwortet sie nicht!", keifte die Elfe in Corax' Richtung, der sich auf die Zähne biss und ein noch grimmigeres Gesicht machte. Er erwiderte nichts, denn er kannte seine Herrin und ihre Launen. Feuerhexen wurden oft von ihren Emotionen getrieben, selbst wenn sie vom skrupellosen Volk der morgerianischen Dunkelelfen abstammten. Der Soldat ahnte, dass er nur ihren Zorn schürte, wenn er etwas erwiderte. So senkte er den Kopf, hielt sich zurück. Er sagte nicht einmal etwas auf Azuras Vorwürfe hin. Sie beide wussten, dass es zu einem Teil stimmte, was sie ihm an den Kopf warf. Ja, er war es gewesen, der die Bände willkürlich aus den Regalen gezogen hatte, aber es oblag ihrer Verantwortung, die wassermagischen Lehrbücher darunter heraus zu filtern. Das hatte sie nicht getan und jetzt würden sie beide vermutlich dafür bezahlen.

Etwas abseits der Szene standen zwei Gestalten statuenhaft nebeneinander. Ein dunkelelfischer Soldat marschierte mit zwei aneinander geketteten Magiern der Akademie einfach an den beiden vorbei, ohne Notiz von ihnen zu nehmen. Dabei hätten ihm der rauchende, schwarze Umhang des einen und das wie magisches Licht wallende Gewand der anderen doch auffallen müssen. Sie wirkten sehr gegensätzlich. Der Schwarzgekleidete war hager, groß und ... ja, man konnte ihn im wahrsten Sinne des Wortes als knöchern bezeichnen. Er war nicht unbewaffnet erschienen. Die Klinge am Ende seines geformten Holzes schimmerte im Licht der Kerzen, aber auch in jenem der kleinen Laterne, welche die andere Gestalt an einer Metallkette mit sich trug. Ihr Antlitz selbst hätte genug Licht bringen können. Es strahlte so voller Lebendigkeit und Güte. Wo ihr Gewand den Boden berührte, da sprossen kleine Pflanzen wie aus dem Nichts. Schmetterlinge und Käfer schwirrten auf, doch im nächsten Moment vergingen sie noch während ihres kurzen Fluges. Die Pflanzen verkümmerten, ließen ihre Köpfe und Halme hängen, bis sie von einem bräunlichen Gerippe zu nichts zerfielen. Das geschah, wenn der Rauch des schwarzen Umhangs sich ihnen näherte.
Die beiden Gestalten standen dich beieinander. Die hell Gekleidete schüttelte den Kopf. Ihr Gefährte sprach mit monotoner Stimme: "Es ist unnatürlich und ich weiß, dass es dich schmerzt. Aber es wird geschehen."
"Ja", antwortete sie nur und der Klang entlockte einigen der alten Bodendielen ein Vibrieren. Noch immer bemerkte niemand die beiden. "Gib ihnen eine Chance."
"Gewiss, Herrin", entgegnete die finstere Erscheinung, ehe sich beide im Nichts auflösten und fort waren, als hätte es sie nie gegeben.

Derweil hatte es für Corax eine Ohrfeige gegeben, doch das würde nicht das Ende seiner Strafe bedeuten. Serpentis war kreativ genug, sich da noch mehr auszudenken. Damit war aber nicht das Ansengen von Azuras Haaren gemeint, obwohl die Feuermagierin durchaus ihren Spaß an der Sache hatte. Am liebsten hätte sie der vorlauten Göre, die jetzt den Mund nicht mehr aufbekam, die Haare bis zur Kopfhaut herunter gebrannt, doch ihr Zorn wurde dermaßen entfacht, dass ihr diese Idee vollkommen fern blieb. Die Wut ergriff von ihr Besitz und das sollte einer Zauberin, die mit Feuer umging, besser nicht passieren. Aber nun geschah es leider. Auslöser war Azura, die sich natürlich ob des Flammenangriffs verteidigte. Ihre Wassermagie kam zum Vorschein, als erste Tropfen um ihren Körper herum wirbelten und das Haar befeuchteten, um die schlimmsten Stellen zu löschen. Es funktionierte. So befeuchtet würde diese Frau ihre Haarpracht nicht mehr entzünden können. Serpentis entwich ein finsteres Grollen. Lediglich die weiteren Tropfen, die als dicke Tränen Azuras Augen verließen, verschafften der dunkelelfischen Magierin Genugtuung, aber das allein reichte ihr nicht mehr.
"Sei still! Du bist es, die büßen wird - nein, schlimmer", prophezeite ihr die Frau nun. "Ich habe genug von dir. So viel Aufwand ist keine Menschenschlampe wert." Mit diesen Worten drückte sie beide Hände gegen Azuras Gesicht. "Flammenhände!", zischte sie, beschwor ihre aus Wut geborene und durch Zorn gestärkten Kräfte herauf. Schon schossen Feuerzungen aus jedem einzelnen Finger. Sie legten sich in Windeseile um Azuras Gesicht. Da half nun auch die Anfeuchtung ihrer Haare nicht mehr. Ihr Antlitz, die Mähne, das schöne Kleid - alles fing Feuer. Die Luft, die die Adlige so dringend zum Atmen brauchte, erhitzte sich, dass auch diese natürliche Routine zur ausdörrenden Folter wurde. Selbst Corax schrie jetzt auf, überrascht von der Aktion seiner Herrin. Nicht zuletzt aber auch, weil die magische Kette ihn mit diesem weiblichen Flammeninferno verband, von dem er sich nun nicht mehr lösen konnte. Seine Schreie begleiteten Azura in eine Welt, die weit ab von Celcia lag. Eine Welt, in der eine dunkle Gestalt in schwarzem Umhang sie bereits erwartete.


Azura ist gestorben. Ihre Lebensenergie ändert sich in den Zustand: Bild
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Re: Die Kunst, Wassermagie zu beherrschen

Beitrag von Gevatter Tod » Sonntag 18. März 2012, 02:31

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