Südliche Stille Ebene

Diese große Graslandschaft liegt im Herzen des östlichen Teiles Celcias. Bei einem Unwetter verwandelt sich diese schöne Ebene in ein sehr gefährliches Gebiet, da es kaum Schutz bietet. Der große Fluss Ilfar teilt die Ebene in zwei Hälften.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 1. Mai 2013, 16:35

(In Absprache mit Baltos mach ich mal weiter. Eure Reihenfolge bleibt bestehen.)

Bei Juno

Die Fuchshybridin nahm respektvollen Abschied von dem Mann der sein Leben für ihres gegeben hatte und erkannte langsam die Tragweite seines Tuns. Das Erbe, was er zurück gelassen hatte, gab ihr eine neue Aufgabe für die Zukunft, doch auch im hier und jetzt galt es Probleme zu bewältigen. Sanft küsste sie die Augen des Gnoms und musste dann aber wieder an die Lebenden denken.
Ihr folgender kleiner Monolog an die beiden Tiere, war von aufmerksamen Ohren vernommen worden und Naif war sogleich hinaus geflogen. Juno blieb mit ihrem kleinen Begleiter Wotan allein zurück im Wagen zwischen seiner Leiche und dem eingelagerten Pferdefleisch. Nun betrachtete Wotan sie jedoch mit schräg gelegtem Köpfchen und verschränkten Vorderbeinchen, was äußerst menschlich anmutete, so wie er auf seinem Hintern saß. So wie er sie ansah, begann sofort ihr Gehirn wieder zu ticken, was sie vielleicht wieder falsch gemacht haben könnte und nun der „Lehrer“ in ihm wieder zu beanstanden hätte. Die niedlich anmutende Hülle seiner Seele milderte den Eindruck zwar, jedoch vermochte sie ihn nicht ganz zu verstecken. Wotan wartete, bis er Junos ganze ungeteilte Aufmerksamkeit hatte und tippte sich dann energisch an seine Schnauze. Die allgemein gültige Geste für „nicht sprechen können“ folgte prompt in dem er sich beide Pfoten vor die Nase hielt. Junos Plan war von der Intention wohl gut gemeint, doch wie sollten bitte zwei Tiere ihr Bericht erstatten? Sie erinnerte sich vielleicht in diesem Moment an die Worte ihres Engels: „Auch wenn du meinen Namen nur im Scherz gemeint hast, so will ich es als Lösung gelten lassen. Weil du aber meinen Namen nur im Scherz gesprochen hast, werde ich im Leben nicht mit dir reden können ...“ Wotans dunkelbraune Knopfaugen sahen sie teils fragend, teils frustriert an. Die Kommunikation würde sich wohl nicht ganz so leicht gestalten. Plötzlich ging ein Ruck durch den kleinen Eichkatzenkörper und Wotan sprang auf. Flink war er mit wenigen Sprüngen auf der Medizinerstasche des Gnoms und darin verschwunden. Kurz darauf kam er mit einem Kohlestift im Maul wieder heraus und sah Juno fragend an. Ihr kleiner Freund konnte nicht wissen, ob sie des Schreibens mächtig war oder nicht, deshalb legte er ihr den Stift vor die Füße und wartete was passieren würde.

In der Menge

Lukra, Tharan und Eilmana hatten ihren Platz in der Menge zwischen den Orks eingenommen, Marga etwas abseits, und die Dunkelelfen verfolgten mit einer gewissen Faszination den brutalen und blutigen Kampf. Ein Stück weiter stand der Diplomat mit seinen beiden Helfern und beobachtete jedoch ausschließlich Tharan, der nach einer Weile wohl den Blick des Anderen auf sich fühlte und sie sich dann kurz anstarrten. Ob ein Zwiegespräch statt fand, oder irgendwelche geheimen Zeichen ausgetauscht wurden war nicht erkennbar, doch bald darauf verließ Tharan die Menge und folgte der Halborkin. Unbemerkt von beiden beobachtete ebenso ein neugieriger Rabe das Zelt in dem Marga verschwand und bald daraus wieder auftauchte. Tharan und sie wechselten einen seltsamen Blick, deren Bedeutung für jeden einzeln noch unklar und gefährlich war. Der Magier hatte sie gesehen, doch tat nichts und sie wiederum wusste nun darum und würde es sicher im Gedächtnis behalten. Warum er nicht sofort die Wachen rief oder sie nicht gleich eigenhändig tötete, da er sie doch aus dem Zelt des Anführers hatte kommen sehen, blieb für diesen Moment noch im Nebel der Unwissenheit verborgen. Marga kehrte zu ihrem Platz in der Menge zurück, als sei nichts geschehen, genauso wie Tharan.
Und auch der Rabe nahm wieder auf der Schulter seiner Freundin platz um sein Köpfchen gegen ihre Wange zu drücken. Eilmana hatte nicht hinsehen können, denn die Brutalität und Blutgier dieser Wesen um sie herum war einfach zu viel für ihre zarte Seele. Die Ablenkung durch ihren gefiederten Freund kam ihr also gerade recht. „Schön das du wieder da bist Naif. Ich hoffe du konntest deinen Magen füllen.“
Der Vogel nickte und wirkte dann jedoch unruhig. Immer wieder drückte er sein Köpfchen gegen ihr Ohr und sah dann abwechselnd in Richtung des Zeltes und der Halborkin. Elfe und Rabe waren schon lange genug ein eingespieltes Team, dass Eilmana sofort erkannte, dass ihr Freund sie auf etwas aufmerksam machte. Sie musste nur noch herausfinden, was die Halborkin und das Zelt in dem sie gefangen gehalten wurde nun für sie bereit hielten. Sicher würde sie nun aufmerksam ihre Umgebung und im besonderen Marga im Auge behalten. Viel Handlungsspielraum hatte sie zwar nicht, aber jede noch so kleine Information könnte ihr später vielleicht hilfreich sein.

Oroks Siegesschrei, ließ die Gräser zu seinen Füßen erzittern.
Auch wenn die Luft in seinen Lungen brannte und vom Geruch des Blutes getränkt war, so donnerte seine Stimme und machte jedem Ork in seiner Umgebung klar, was er zu erwarten hätte, sollte man sich gegen ihn stellen!
Wirklich Jeden?
Während Orok noch blutend mit erhobenen Armen von den meisten Seinesgleichen umringt wurde und seinen Sieg auskostete, blieben einige Wenige stehen und musterten argwöhnisch ihre Umgebung. Es waren jene die zum Verlierer gehörten, jene die die Farben seines Stammes trugen und nun sich langsam versuchten unauffällig davon zu stehlen. Jene die die Umgebung, wie zum Beispiel Marga, im Blick behielten, diesen fiel schnell auf, dass die Stimmung sich nun rasend schnell änderte, denn was jetzt folgen sollte, war nichts was logisch, oder irgend einen Sinn gehabt hätte, doch es war notwendig! Selbst die kalt kalkulierenden Dunkelelfenführer stellten sich nicht gegen alt hergebrachte Rituale der Orks.
Alles begann mit einer einfachen Geste des neuen Anführers, der sich über sein Opfer beugte. Orok sah dem noch zuckenden Ork ins Gesicht und riss seine Rüstung auf der Brust auseinander. Obwohl der Unterlegene schon starb, sah man die Angst geweiteten Augen größer werden. Dann grub der Sieger sich mit seinen starken Fingern, unter dessen Rippenbögen. Mit ein paar sehr gezielten Schlägen brachen Knochen und wurde Fleisch zerfetzt und dem Gegner bei noch warmen Leib das Herz aus dem Körper gerissen! Mit einem zweiten Schrei erhob Orok das blubbernde Organ über seinen Kopf und rief:
„DIE KRAFT IST MEIN! MEIN IST DIE KRAFT!“
Dann biss er in das Herz und fraß den saftigen Muskel bis zur letzten Faser auf. Noch während Orok so da stand begannen seine Augen in der Menge nach etwas zu suchen und auch die nahestehenden Orks folgten seinem Beispiel und gleich einem Virus der von Wesen zu Wesen springt, übertrug sich der Blutdurst auf die gesamte Gemeinschaft. Wie ein Funke, der von einem brennenden Holzscheit zu trockenen Zunder übersprang, so erwachte in den Augen der Orks die Mordlust. Selbst Lukra, der in seiner Statur diesen grünen Wesen sehr nahe stand, schmunzelte finster und sah sich um.
Dann begann die grausame Jagd!
Man hätte meinen können, die Einzelnen die nun plötzlich wie Fleisch angesehen wurden, hätten nur ihre hier und da sichtbaren Zeichen der Zugehörigkeit zu eben jenen Clan einfach schnell ablegen müssen, doch Orks waren nun mal Orks. Fünf von ihnen erkannten zwar, dass es nun um ihr Leben ging und rannten, doch Raffinesse oder ein schnelles Anpassen an sich verändernde Situationen war ihnen nicht zu eigen. Der Erste, den der Mob aus gierig schnaufenden Mäulern, erwischte war ein noch recht junger Ork, der nur ein grünes Band an seinem Arm getragen hatte, welches ihn als Mitglied zum Verlierer ausgezeichnet hatte. Sein Schrei erstarb so schnell unter dem Ansturm, dass man nur froh sein konnte, nicht sehen zu können, was sie mit ihm taten. Die schmatzenden Geräusche aus dem Leiberhaufen ließen aber die Vermutungen zu, dass auch er bei lebendigen Leib sein Herz entrissen bekam und mehr noch … die Mäuler der Orks, die von ihm abließen waren allesamt Blut verschmiert. Der Zweite war weiter gekommen und versuchte Haken schlagend seinen Häschern zu entkommen, rannte dabei gegen einen der Wagen und wurde dann vor dessen Tür zerfleischt.

Bei Juno

Noch bevor Juno den Stift hatte ergreifen können, brach plötzlich draußen vor ihrem Versteck das Chaos los. Schreie und andere grausame Geräusche drangen zu ihr und plötzlich wurde der Wagen von einer Erschütterung getroffen die sie taumeln ließ, selbst wenn sie saß. Die Tür die nur angelehnt gewesen war, sprang unter der Wucht einen Spalt breit auf und kurz darauf folgten weitere Erschütterungen, die auf einen nahen Kampf schließen ließen. Bersten von Knochen, Schmatzen, Gurgeln und der Tod lagen direkt vor ihrer Tür! Was Juno durch den schmalen Spalt sehen konnte war so grauenvoll, dass Wotan ihr erbleichendes Gesicht mit ganzer Kraft abwenden musste. Mit drängenden Bewegungen dirigierte er das Fuchsmädchen zurück unter die Planen, dorthin wo das Pferdefleisch für die Wargs lagerte. Ihr bleib nichts anderes übrig, als still zu verharren, bis dieser Albtraum ein Ende nahm.

In der Menge

Der Dritte hatte es bis zu den Lagern der Wargs geschafft und ließ einen hohen Pfiff erklingen. Eines der Tiere hob den Kopf und hob sich aus der Schlafmulde, die sich die Tiere zur Nacht gegraben hatten. Bevor er jedoch sein Reittier erreichen konnte, traf ihn eine geworfene Axt zwischen den Schulterblättern. Lang ausgestreckt ging er zu Boden. Die Bestie, die ihrem Herrn noch zu Hilfe eilen wollte, starb schnell. Dann nahm die Selektion auch schon ihren Lauf.
Die letzten beiden Orks hatten inzwischen einen guten Vorsprung zu dem jagenden Mob gewonnen und rannten so schnell sie ihre Beine trugen fort vom Lager hinaus in die Stille Ebene. Im hinteren Beobachterfeld ereignete sich in diesem Moment etwas anderes. Lukra, der Eilmana an der Kette hinter sich her zog, griff sich einen seiner Offiziere und fauchte:
„Kein Erbarmen!“
Der Dunkelelf löste sofort seinen geschwungenen Langbogen von seinem Rücken, machte kehrt und kletterte behände auf einen erhöhten Felsen. Die Sehne war schnell gespannt und der schwarze Pfeil glänzte nur kurz im Schein der Fackeln, bevor er sich mit einem leisen Surren löste. Ork Nummer Vier brach im Genick getroffen sofort gelähmt zusammen. Seine Glieder zuckten kaum noch als die ersten Verfolger ihn einholten und ihr scheußliches Mahl begingen. Der letzte der Orks, Nummer Fünf, war noch weiter voraus gerannt und floh tiefer in die Dunkelheit hinein …
Der Diplomat stand neben Orok, nah, wo auch Marga weilte und sah nun den neuen Anführer an.
„Der neue Arm ist nicht lang genug um das Blut der Feinde zu richten. Es gibt kein Erbarmen für jene die nicht folgen wollen! Kein Erbarmen für die Schwachen!“
Orok zuckte leicht zusammen, da er den Dunkelelfen nicht bemerkt hatte. Dieser sprach weiter und seine Stimmer erinnerte an das Knarren eines Sargdeckels. Höhen und Tiefen mischten sich in jedem verderbten Ton. Warum er in der Sprache der Gemeinen zu Orok gesprochen hatte und nicht in seiner eigenen, blieb vorerst verborgen.
„Nimm sein Blut, als Geschenk für eure Dienste an mir an.“
Orok und der Dunkelelf sahen sich an und Marga fühlte als erstes die Kälte. Es war kein beiderseits gewünschtes Bündnis und doch war es eins und sie hatte Zeuge sein sollen. Orok hatte keine Wahl und dieser Mann zeigte ihr, ohne sie anzusehen, dass er sehr wohl wusste, dass sie kaum ein Wort der Orks verstand, sie jedoch als Oroks „Frau“ sehr wohl mit einbezog. Er hatte sich mit diesen kurzen Worten die Gefolgschaft des Anführers gekauft. Dieser Mann hob seine Hand und im gleichen Augenblick erhoben sich überall die schwarzen Vögel auf den Bäumen, auf den Dächern der Zelte, auf den Klippen unter dem Lagerplatz und zwischen den Gräsern der Stillen Ebene.
Auch Naif hörte den Ruf seiner Stimme tief in sich und unterlag kurz seinem Zwang. So erhob sich auch Eilmanas Freund von ihrer Schulter, wenn gleich er kurz darauf trudelnd zu Boden ging. Sein Wille und seine Liebe zu ihr hatten sich widersetzt, doch es hatte ihn Kraft gekostet. Plump saß er in ihrer Nähe im aufgeworfenen Schlamm des Kampfplatzes und schüttelte sein Köpfchen, während der Schwarm der Raben sich erhob um ihrem Ziel zu folgen.
So laut es eben noch gewesen war, so verstörend waren die Geräusche die nun wechselten. Wo eben noch Grölen und Schreie vorherrschten, drang nun das gleichmäßige Flattern von schwarzen Flügeln durch die Nacht. Die Orks verstummten und blicken fast verängstigt in den nachtschwarzen Himmel, der von einem dunklen Willen erfüllt wurde. Man sah nur kurz das Zucken der letzten Flügel und bald nichts mehr, auch wenn die Geräusche blieben. Eine gespenstische Ruhe legte sich über das Lager.
Alle warteten. Das flatternde Rauschen wurde leiser und leiser und dann hörten sie es. Erst war es nur ein kurzer wütender Schrei in der Ferne, doch dann veränderte er sich. Immer und immer wieder erklang der Ruf der Schmerzen in dieser Nacht. Eine kleine Ewigkeit verstrich, bis die Vögel ihr grausames Werk vollendet hatten und manch zartes Herz litt unter der Folter, deren Zeugen sie wurden. Sogar Naif zuckte immer wieder mit seinem Schnabel, als wollte er etwas aus dem Matsch herausstechen, wand sich, doch er blieb in Eilmanas Nähe.
Als der letzte Schrei endlich erlösend für alle verstummte, schloss der Diplomat seine Augen, hob sein Kinn ein kleines Stück, als lausche er in die Nacht. Ein einzelner Ruf eines Raben beendete das Schauspiel und er nickte. Er sah noch einmal Orok an und schritt dann gemächlich durch die Reihen der Krieger, die vor ihm zurück wichen. Ihm folgend seine beiden Begleiter, die ihre Position vor seinem Zelt einnahmen, in dem ihr Meister verschwand.
Nur langsam kam wieder Bewegung in das Lager und die Orks begannen sich zu verteilen. Einige sahen immer wieder zu Orok, ob er sie zu sich winken würde um Befehle zu erteilen. Andere setzten ihre bereits erteilten Arbeiten fort um nicht den Unmut ihres neuen Anführers aufs Spiel zu setzten. Alles in allem beruhigte sich das Lager langsam wieder. Orok stand still in seinem eigenen Blut und starrte auf das Zelt des Diplomaten. Marga konnte aus nächster Nähe sehen, dass sein Kiefer sich immer wieder spannte. Sie musste schleunigst seine Wunden versorgen, sonst würde selbst ein Kerl wie er, früher oder später an den Folgen von Blutverlust und Infektionen sterben. Ihr Zelt war bereit und sie konnten sich nun endlich zurück ziehen. Irrwitziger Weise hatte ein junger Ork in ihrer Nähe des Eingangs Wache bezogen um den neuen Anführer in allen Lebenslagen zur Seite zu stehen, doch er machte Marga sofort Platz und nickte nur unterwürfig. Plötzlich hatte sich auch für sie die Situation vollkommen verändert. Nun war sie diejenige die befehlen konnte und vor deren Unmut die anderen sich fürchten sollten … zumindest was die Orks anbelangte. Solange die Dunkelelfen in der Nähe waren, taten sie immer das was diese sagten und auch Orok war in dieser Position ein Diener wie jeder, doch trotzdem ergaben sich nun sicher ein paar neue Möglichkeiten und vielleicht trennten sich auch irgendwann wieder die Wege der ursprünglich zwei Truppen.

Eilmana spürte den Ruck an ihrem Hals und bevor sie sich noch um ihren benommenen Freund kümmern konnte, wurde sie von Lukra wieder zu seinem Zelt gezogen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Freitag 3. Mai 2013, 19:07

Als die Halborkin das Zelt verlassen hatte, fühlte sie sich wie eine Siegerin. Bis ihr Blick den des Feuermannes traf. Sie war ertappt worden. Jetzt war es vermutlich aus für sie. Schon seit geraumer Zeit war ihr Leben ein Drahtseilakt, sie ging immer vorwärts, obwohl sie auf beiden Seiten tief fallen konnte. Selbstachtung und Selbstbewahrung, beides lag so weit auseinander. Sie wollte überleben, aber zu welchen Preis? Ein Mädchen war vor ihren Augen erwürgt worden und ein anderes würde heute Nacht bedrängt werden. Und sie sollte dies alles geschehen lassen?

Ihr Überlebensinstinkt sagte ihr rückwirkend, dass sie das nicht hätte tun sollen. Sowohl um selbst zu überleben, als auch zur Sicherheit der jungen Elfe. Diese war nun gezwungen zu handeln und das alles konnte auch nach hinten losgehen. Warum also hatte sie das gemacht? Natürlich musste der jungen Frau eine Chance gegeben wurden, sich selbst zu verteidigen. Vermutlich stand das sogar im Einklang mit der Philosophie des dunklen Volkes. Lukra sterben zu wissen, das wäre ebenso ein Genuss für Marga. Aber es gab einen Grund, der alles überwog. Was wäre passiert, wenn Eilmana ein Kind bekäme? Ein uneheliches Mischlingskind, gezeugt in Gewalt. Eine zweite Marga, um genau zu sein. Dass dies zu verhindern ihre eigentliche Motivation war, war eine solche Erkenntnis, dass sie dem Tod in Form von Tharan trotzig in die Augen blickte. Und als sie glaubte, dass endlich der Moment kam, an dem sie vom Drahtseil fiel, kam eine Windböe, die sie zurück in ein labiles Gleichgewicht warf. Tharan drehte sich nämlich um und ging weg. Was für Konsequenzen würde das haben? Es sah nicht so aus, als ob der Feuermagier sie verpetzen würde. Er musste Gründe dafür haben. Ein persönlicher Zwist mit Lukra? Die Möglichkeit, Marga zu erpressen?
Die Halborkin hatte zuviel Dreck am Stecken. Heute Nacht würde die Entscheidung zwischen Lukra und dem Elfenmädchen fallen und auch Marga musste sich aus dem Staub machen.

Der Kampf war noch am Laufen, als Marga ankam, aber er neigte sich dem Ende zu. Beide Kontrahenten hatten sich gegenseitig blutig geschlagen, ihre Häute waren übersäht mit Blutergüssen, aber Oroks Gegner hatte mehr offene Wunden. Am Ende wurde Orok zu Fall gebracht, aber mit einer geschickten Geste wendete er das Blatt und war siegreich.
„Ha! Das ihn lehren wird.“, meinte Marga erleichtert. Von allen Zuschauern – abgesehen von Eilmana, die aber die Augen bedeckte, also nicht mehr zuschaute – war sie die einzige Person, die nicht wusste, was folgen würde. Ihr Kinnladen klappte wie ein loses Scharnier nach unten, als Orok die Sache beendete, wie ein Warg es tun würde. Dies war eine ziemlich endgültige Art, Leute zu belehren.
Dann riss er dem Unterlegenen das Herz raus und verspeiste es, während es noch zuckte. Marga wurde übel und nur mit purer Willenskraft hinderte sie ihr Abendessen davor, den Weg zurück zu nehmen. Es gab keinen protestierenden Ork, keinen einschreitenden Dunkelelfen. War Kannibalismus etwa unter den dunklen Völkern verbreitet? Marga schauderte. Wenn sie irgendwann einmal Zeit hatte, musste sie das in ihrem neuen Buch nachschlagen.

Noch schlimmer war aber, was folgte. Die Angehörigen des Verstorbenen wurden gejagt und einer nach dem anderen von der Orkmeute getötet. Orok hatte keine Stammesangehörigen vor Ort, nur Marga. Was hätte man mit Marga gemacht, wenn ihr Verlobter jetzt tot da läge?
Dass Orks gejagt wurden, hatte es schon einmal gegeben. In einem grandessanischen Wald vom menschlichen Adel. Oroks Stamm hatte sich die Aufgabe gesetzt, ihnen ein ordentlichen Begräbnis zukommen zu lassen und beklagte diese Verbrechen. „Nur Verbrechen, wenn's ein anderer machen tut?“, murmelte Marga, als sie dem grausigen Schauspiel zuschaute. Sie saugte das Geschehen förmlich mit den Augen auf. Es fühlte sich wichtig an, nichts zu verpassen. Die Gesichter der Jäger und der Gejagten und der Dunkelelfen. Alles, was hier passierte, war grundfalsch und Marga fühlte sich mit dieser Meinung allein und fehl am Platz. Sie beobachtete auch, wie die Dunkelelfen eingriffen, aber nicht als Richter, sondern als Helfer des Lynchmobs. Sie sah, wie weit ein dunkelelfischer Bogenschütze treffsicher schießen konnte und sie sah, wie der Diplomat über die Krähen regierte. Auf dies musste sie sich gefasst machen, wenn sie selbst die Flucht ergriff. Einmal außer Sichtweite war sie vor Pfeilen sicher, aber für die Vögel musste sie sich etwas einfallen lassen...

Orok war zwar befördert worden, aber sein Körper war nichtsdestotrotz angeschlagen – die Wunden von der Schlacht waren an einigen Stellen wieder aufgerissen und er hatte viel beim jetzigen Kampf einstecken müssen. Marga begleitete ihn zu seinem Zelt, wo ihnen auch eine „Ehrengarde“ für eine angemessene Begrüßung sorgte. Es war ein junger Krieger, der vielleicht glaubte, so einen starken Freund gewinnen zu können
Die Halborkin brachte ihren Verlobten ins Zelt, wo sie ihn verarztete, so gut es ihr möglich war. Dazu zerschnitt sie ihr altes blaues Kleid, das sowieso schon halb ruiniert war. Woher sonst sollte sie sauberes Verbandsmaterial bekommen? Zusammen mit der Heilpaste vom Schamanen machte sie heilende Wickel und auf die größten Blutergüsse legte sie kühlendes Pferdefleisch.

Orok war herausgefordert worden, dies entschuldigte den Kampf im Allgemeinen. Und vielleicht gab es auch gesellschaftliche Regeln bei den Orks, die keine Wahl ließen, dass ein Verlierer sterben musste. Aber Marga hatte das Gefühl, die Sache mit dem Herz und der Hatz auf die Stammesgenossen des Unterlegenen waren Dinge, die man hätte vermeiden können. Dies waren Punkte, an denen auch Orok Schuld hatte. Die einzigen Worte, die sie mit ihm wechselte, waren, dass er Bettruhe halten sollte.
Marga verließ das Zelt. Es war schon spät. Sie musste ihrer Pflicht nachkommen und die Gefangenen mit Essen versorgen. Sie pfiff den jungen Ork herbei und sagte: „Du mir bitte holen Topf.“ Da sie das orkische Wort dafür nicht kannte, formte sie einen Kessel mit den Händen und machte die Geste wie man einen einen solchen hebte. „Und sauberes Wasser.“
Sie selbst schürte die Flammen ihrer Feuerstelle mit etwas mehr Holz und als man ihr rostiges, altes Kochgeschirr mit Wasser, das wahrscheinlich aus einer Pfütze abgeschöpft worden war, brachte, stellte sie das Wasser aufs Feuer und holte Getreide vom Wagen, um Grütze zu kochen. Später, als Marga im Kessel rührte, lag Ragna an ihrer Seite. Die Halborkin kraulte ihren pelzigen Kopf und blickte hoch zu Lukras Zelt. „Wir bald reiten. Du also nicht einschlafen.“, flüsterte die Halborkin.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Sonntag 5. Mai 2013, 11:35

In Junos Versteck

Endlich verstummte der Lärm und an seine Stelle war eine gespenstische Stille getreten die dann kurz von einem Schwarm flatternder Flügel unterbrochen wurde, die über Junos Versteck hinweg zogen. Die Tür des Wagens stand immernoch einen Spalt breit auf, so das man zwar von innen hinaus sehen konnte, aber auch die Gefahr bestand, dass jemand die offene Tür bemerkten konnte. Ging Juno näher, so konnte sie Blut an der Stufe sehen, die am Wagen zum leichteren Einstieg befestigt war und dahinter würde ein unförmiger orkischer Leichnam mit aufgerissenen Brustkorb liegen. Wagte sie es noch weiter hinaus zu sehen, würde sie Orks wie Dunkelelfen in eine Richtung blicken sehen und warten. Warten auf ein blutiges Ende eines grausamen Rituals und einzig ein Mann alleine wusste warum er dies geschehen musste. Während alle Blicke konzentriert in eine Richtung schauten, huschten die Augen des Diplomaten zwischen den Wartenden umher und registrierten jede Veränderung. Sein Blick wanderte auch über Junos Versteck und blieb kurz an der offenen Tür hängen. Juno hatte sich gerade noch rechtzeitig zurück gezogen, doch ein ungutes Gefühl blieb zurück. Minuten verstrichen und nichts geschah. Vielleicht war sie doch noch sicher und geschützt.
Wotan setzte sich nach einer Weile am Rand des Türspalts hin und spähte hinaus. Seine Geste war eindeutig. Seine beiden Pfoten kreisten ein paar Mal über seinem Schädel und zeigten deutlich, was er von der Situation hielt! Entweder er wollte sagen, dass Orks im allgemeinen verrückt waren, oder ihr Gehirn nicht richtig funktionierte. Misstrauisch sah er zu wie langsam die Raben zurück kehrten, nur der dessen Ankunft sie erhofften, ließ noch auf sich warten. Wotan zog sich zu Juno tiefer in den Wagen zurück und ergriff wieder den Stift. Dann malte er laufen, und das Schreibutensil hinter sich her ziehend ein Wort auf die Dielen des Wagens und zeigte nach draußen.
„Zwang.“
Auch ihn hatte das grausige Schauspiel der Orks mitgenommen und seine Ohren hingen schlaff am Kopf herunter.

Im Zelt des Anführers

Lukra hatte die Elfe wieder zurück in sein Zelt geführt und schloss die Stoffbahnen hinter ihnen.
„Was für ein Schauspiel! Er hat es noch nicht verlernt.“
, sprach er mehr zu sich selbst als zu ihr und lächelte schmal. Es lag keine Freude in diesem Lächeln, mehr ein abschätzendes Nachhall über die Geschehnisse der letzten Minuten und vielleicht eine gewisse Anerkennung über die vollbrachte Leistung … der Orks, des neuen Ork-Anführers, oder jemand anderen?
Das leises Nachklingen der unsichtbaren Glöckchen zeigte an, dass die Magie des Stoffes sich wieder hinter ihnen geschlossen hatte. Der Dunkelelf kam auf Eilmana zu und wie zuvor löste er kurz die Kette um sie an anderer Stelle wieder zu binden, so das sie sich begrenzt im Zelt bewegen konnte. Dann ging er zu seinem Waffenständer und begann seine Rüstung abzulegen.
Während er damit einen Moment beschäftigt war, konnte Eilmana den Tisch mit ihrer Zeichnung einsehen. Etwas hatte sich verändert. Auf dem Pergament auf dem das Pferd abgebildet war, war nun ein Schriftzug zu erkennen. Lukra war beschäftigt, also konnte Eilmana sich ihr Werk noch einmal in Ruhe betrachten und die Randnotiz entziffern, die die seltsamen Worte:
„Prinzisin aufter Erpse“
enthielten. Vielleicht kannte die Elfe ein paar Märchen der Menschen, vielleicht auch nicht. So oder so war anscheinend jemand in ihrer Abwesenheit im Zelt gewesen und offensichtlich unbemerkt, was schon auf ein hohes Maß an Raffinesse schließen lassen würde, wenn da nicht die vielen Fehler in den Worten gewesen wären?! Lukra sollte diesen Beweis lieber nicht zu sehen bekommen, also musste er verschwinden, oder er abgelenkt werden. Egal was derjenige damit gemeint hatte, die Nachricht war klar an sie gerichtet. Hatte sie Hilfe hier im Lager des Feindes? Wenn ja, was für Hilfe? Lukra war fertig und seine Schritte näherten sich langsam wieder. Als sie sich umdrehte um ihn anzusehen, stand er mit blanken Oberkörper vor ihr und trug nur noch eine lange Hose. Der Stoff glänzte leicht im flackernden Licht der Öllampen und bildete einen durchaus interessanten Kontrast zu seiner dunklen Haut. Jeder Muskel zeichnete sich deutlich ab und Narben seines Lebens trug dieser Mann mit Stolz. Er sah sie eine Weile schweigend an und ging dann weiter zum Bett um sich dort nieder zu lassen. Er klopfte neben sich, zum Zeichen, dass sie sich zu ihm legen sollte und verschränkte dann die Arme hinter dem Kopfkissen. Dabei zuckten kurz seine Augenlider, aber schlossen sich dann. Die Kette, an der er sie jederzeit zu sich ziehen konnte, lag griffbereit in seiner Reichweite. Ein leichter, milder Wind strich um das Zelt und wer sich mit Wind und Wolken auskannte, der konnte eine Ahnung bekommen, dass die folgenden Tage wärmer und sonnig werden würden. Doch was nutzte einem das schönste Wetter, wenn man es nicht in Freiheit genießen konnte? Freiheit! Ein Gut, das erst Jene zu schätzen lernen, die sie verloren haben. Hatte Eilmana eine Wahl?
Nein, sicher nicht. Das Unvermeidliche stand wie eine kalte Drohung im Raum und es ging nur noch darum, wie es von Statten gehen würde. Lukra lag still mit geschlossenen Augen da und wartete, bis sich die Elfe auf ihrer Seite des Bettes nieder gelassen hatte. Dann blinzelte er kurz und zog mit einem Arm die Decke über sie beide. Seine Lippen zuckten leicht, als amüsierte ihn irgendetwas und dann war wieder quälende Stille zwischen ihnen. Die Luft unter der Decke heizte sich schnell durch seine Körperwärme auf. Ja, Dunkelelfen hatten warme Körper, auch wenn es fast unpassend wirkte. Die Anspannung ließ Eilmana nicht ruhen und der Mann neben ihr flüsterte nach einer gefühlten Ewigkeit:
„Ich tu dir nichts. Entspann dich.“
Der Klang seiner Stimme war tief und müde, dann drehte er ihr den Rücken zu. Seine Bewegungen zogen an der Decke, bewegten ihren Schlafplatz und ließen kühlere Luft kurz unter die Decke fahren. Dann war Ruhe. Lukra seufzte leise und schien tatsächlich schlafen zu wollen.
Eilmana konnte irgendwann nicht mehr steif liegen und bewegte sich. Dabei fiel ihr sicher der harte Gegenstand unter ihrem Kopfkissen auf, der sich mit einigem vorsichtigen Tasten als Dolch entlarven würde. Hatte Lukra die Waffe in seinem Bett nicht bemerkt? Ergab sich hier eine Möglichkeit dem allem ein Ende zu machen?

Bei Marga und Orok

Marga hatte dem grausamen Ritual beigewohnt, doch konnte kaum glauben wie viel Brutalität ihr Verlobter gezeigt hatte. Nach dem Kampf hatte sie mit ihrem Abendessen kämpfen müssen um es nicht hervor zu würgen und Orok hatte tatsächlich ein Herz eines seiner Artgenossen verspeist. Und nicht nur er hatte dies getan, nein. Viele der Überlebenden hatte sich seinem Beispiel angeschlossen und ein nicht zu übertreffendes Schauspiel an Grausamkeit hatte vor ihren Augen seinen Lauf genommen. Sie hatte schon viel erlebt, selbst Geister schreckten sie inzwischen weniger, aber Kannibalismus? Was hatte es nur damit auf sich? Sie nahm sich vor in ihrem Buch bei Zeiten nachzulesen, doch fühlte sich schon jetzt etwas an diesem Schauspiel gar nicht richtig an! Irgendetwas lief hier ganz gehörig falsch! Trotz allem begleitete sie Orok in sein Zelt, das einen Wächter gewonnen hatte und verband seine Wunden. Der frisch gebackene Ork-Anführer wirkte ausgelaugt und starrte nur matt auf den Boden. Einzig seine Hand ergriff einmal kurz die ihre um sie sanft zu drücken. Zum Sprechen war anscheinend beiden nicht zu Mute. Vielleicht hätte sie auch ihn fragen können, was es mit diesem Ritual auf sich hatte, doch weder sie noch er bekamen in diesem Augenblick die Zähen auseinander. Orok biss sie teilweise vor Schmerz zusammen, wenn Marga die Wundränder zusammen drückte und die Paste auftrug, doch flackerte da noch etwas anderes in seinen Augen, dass er zu bezwingen versuchte. Er wirkte keinesfalls glücklich. Trotzdem hatte er dieses Gemetzel angezettelt und Marga brauchte frische Luft. Nachdem sie ihn versorgt hatte, ging sie nach draußen und scheuchte in ihrer Position den jungen Ork zum Wasser holen, was dieser auch eifrig tat. Die Verwunderung, dass sie seiner Sprache offensichtlich nicht mächtig war, stand ihm für einige lange Sekunden deutlich im Gesicht geschrieben, doch dann wetzte er los um Kessel und Wasser zu besorgen. Ragna kam vorsichtig näher, da sie Margas Nähe suchte. Freudig nahm sie jede Form von Zuwendung an und lauschte mit gespitzten Ohren Margas Stimme. Bei dem Wort:
„ … reiten“
, hob sich ihr Kopf, denn Ragna freute sich über jede Art von Bewegung. Nachdem Marga das Feuer geschürt hatte, kam der Jungspund zurück und stellte breit grinsend den Kessel ins Feuer, damit sie ihre Grütze kochen konnte.
„Ich Samrock, vom Stamm der schwarzen Trüffelkeiler.“
Es klang stolz wie er dies aussprach.
„Sam reichen. Ich deinen Namen wissen dürfen?“
Sein Celcianisch war grammatisch ebenso schlecht wie das Margas, aber es klang ein wenig flüssiger. Ragna brummelte leise, aber sah nur kurz auf, als der Ork etwas näher zu Marga trat. Er war nicht so groß wie Orok, aber überragte Marga jetzt schon um gut einen Kopf. Er wirkte noch sehr jung, besonders aus der Nähe. Wahrscheinlich war das seine erste Reise. Er war vielleicht 11 oder 12 Jahre alt und somit gerade in der orkischen Spätpubertät, was für einen Menschen vergleichbar 16 bis 20 wäre. Seine Nase war ausgesprochen breit und seine Augen glitzerten grünlich im Schein des Feuers. Auch seine Haut war von einer dunkelgrünen Farbe und ebenso schwarz-grün war auch sein Haupthaar, was an den Seiten ausrasiert war und in einem langen Iro, in zotteligen Dreadlocks, den Rücken herunter vielen. Seine Hauer waren noch recht klein und insgesamt war er sicher nicht der stärkste, aber was ihn etwas „netter“ erscheinen ließ war die Tatsache, dass er kein Blut am Mund hatte, wie noch die wenigen anderen Jungorks, und damit gerade ein Lächeln versuchte. Seine Anwesenheit war vielleicht eine kleine Ablenkung von Margas Gedanken, die sich um Eilmanas Schicksal bewegten, was schnell zu ihrem eigenen werden konnte. Der Blick auf den zotteligen Kopf Ragnas und die Gedanken an Flucht schwirrten im Kopf der Halborkin umher wie ein Schwarm Hummeln. Mit Ragna an ihrer Seite hatte sie eine reelle Chance zu entkommen, sofern dieser eine Dunkelelf sie nicht bemerkte und ihr seine Raben hinter her schickte. Vor diesem Schwarm gäbe es in der Stillen Ebene nur einen Schutz und den gab es hier selten, denn die Bäume mit dichten Kronen hatten sie hinter sich gelassen und Höhlen gab es auch nicht wie Sand am Meer. Marga sah in das fragende Gesicht des Orks und bemerkte erst jetzt, dass sie sich in Gedanken verloren hatte. Sam sah etwas unsicher zur Seite und fingerte an einem Beutel herum, den er in den Händen hielt.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Samstag 18. Mai 2013, 07:23

Nachdem Juno sich vertrauens würdig ihrer tierischen Begleiter angenommen und diese mit ihren Aufgaben betraut hatte. Und beobachtete dann, wie sich der kleine Kolkrabe, eifrig hoppsend zur Oeffnung des fahrenden Speisewagens begab und sich daraufhin mit anmutenden Flügelschlägen zu seiner Meisterin und guten Freundin Eilmana begab.
Nur um sich daraufhin aufmerksam ihrem eigenen treuen Begleiter anzunehmen. dieser signalisierte ihr gekonnt durch die Kunst der Gebärdensprache, das es Immernoch ein für beide bekanntes verbales Hindernisse existierte. Juno war diese Kleinigkeit nicht entgangen und gruebelte bereits nach einer passenden Lösung. Wotan tat es ihr gleich und kam noch vor der jungen Hybridin, dank seines scharfsinns auf eine passende Lösung. Schnurstracks machte er sich mit seinen kleinen Pfoten auf und verschwandt schnurstracks für wenige Zeitperioden in der Medizinertasche des kürzlich verstorbenen Arztes. Nur um wenig später wieder mit einem Kohlestift und einem Stück Pergament in den kleinen Händen wieder heraus zu Krabbeln. Die beiden aus der Not ergaunerten Dinge, legte er seinem Schützling vor die Füsse. Diese wusste nach ein paar austauschen den Blicken sofort, was der Eichkater mit eine Utensilien zu bezwecken versuchte. Doch noch bevor sie die beiden Utensilien ergreifen und ihren Plan in die Wirklichkeit umsetzen konnte. Wurden sie und Wotan von einer heftigen Erschütterung überrumpelt und noch in sitzender Position zu Fall gebracht. Junos feinem Gehör entging nicht das darauffolgende wilde grunzen sowie die geräusche eines qualvollen Todes und schmatzenden fressens. Rein zufällig durch das leichte öffnen der Tür ihres Verstecks erblickte sie das furchtbare Schauspiel und wurde vor schreck ganz bleich. Ihre augen weiteten sich und sie schlug beide Hände vor den Mund um einen aufsteigenden Würgereiz zu Unterdrückten. Wotan schien der Anblick ebendso zu ergreifern, doch fasste er sich schnell und navigierte seinen Schützling tiefer in den Wagen. Wo sich Juno wieder unter dem Fell unter dem sie zuvor lag versteckte und aushaarte. Als der Tumult vorbei war, zuckten ihren Ohren dem dem Gewitter vieler Flügel auf, das über ihren Kopf hinwegzog. Als es ruhiger wurde, wagte sie sich etwas näher an die Tür und spähte neugierig hinaus. Wotan hinterlies ihr inzwischen eine kurze Nachricht auf dem Papier das Juno aufmerksam las. Bevor sie selber den Kohlestift ergriff und eine Nachricht hinterlies auf der stand.

[center]Ich habe dich beobachtet und benötige deine Hilfe! Folge dem Eichkater, er wird dich zu mir führen.[/center]
Schriftrolle Fuss
Diesen Nachricht gab sie Wotan, auf das er mit ihr die unbekannte Orkfrau aufsuchen und das Schriftstück überbringen solle.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Dienstag 28. Mai 2013, 07:34

Als Eilmana wieder ins Zelt kommt und sich umschaut, stellt sie fest, dass auf ihrer Zeichnung etwas geschrieben steht. Leider ist ihr die Bedeutung dessen nicht bewusst. Bevor sie sich darüber klar werden konnte, stand der Dunkelelf schon wieder bei ihr. Sie drehte sich schrekartig um und sah ihm in die Augen. Als er an ihr vorbei Richtung Bett ging, lies sie ihn keine Sekunde aus den Augen und beobachtete, wie er sich bewegte und auf das Bett setzte. Als er ihr andeutete, sich neben ihn zu setzten, wusste sie nicht was sie tun sollte. Eingeschüchtert ging sie zu ihm und setzte sich aufs Bett. Um so verwunderter war sie als er sich umdrehte und einschlief. Sie spürte etwas hartes und bemerkte das Messer, welches unter Ihr lag. Doch als sie dieses ansah wusste sie nichts damit anzufangen. Sie wusste, dass sie sich niemals damit gegen ihn zur Wehr setzten konnte und sie wäre aufgrund ihrer Einstellung und ihrer seelischen Verfassung niemals dazu im Stande, ihn einfach umzubringen. Sie legte das Messer unters Bett und drehte sich dann zur Seite, so dass sie mit dem Gesicht den Eingang des Zeltes im Augen behalten konnte. Doch so erschöpft wie sie war, sie konnte nicht schlafen. Die ganzen Ereignisse hielten sie wach. Ihre Gedanken kreisten um all das, was sie gesehen und erlebt hatte. Nach einer Weile entschloss sie sich, wieder aufzustehen. Das Zelt war inzwischen abgedunkelt, aber mit einem einfachem Zauber lies sie eine winzige Lichtkugel erscheinen, die vor ihr schwebte wie ein Glühwürmchen. Sie setzte sich wieder an den Tisch, nahm ein neues Pergament zur Hand und den Kohlestift. Das, was sie dann zeichnete, war schwer zu beschreiben. Erst waren es nur schwarze diagonal angeordnete Linien, doch nach und nach entstanden dort Gesichter. Das von Juno und Gregor waren zu erkennen, ebenso das von Zern und Brunhilde, alle. In einer sehr dunklen Ecke des Blattes oben konnte man Lukras Gesicht erkennen, dann lies sie den Stift fallen. Eigentlich wollte sie noch Nevox daraufmalen aber sie befürchtete, dass es dazu führen könnte das er von den Dunkelelfen umgebracht werden würde. Sie schloss die Augen und dachte mit einem lächeln an den Elf der so freundlich zu ihr gewesen war. Eine Träne rann ihr die Wange herunter, während sie inständig hoffte, dass er noch am Leben war und sie ihn irgendwann wieder sehen würde.

Neif hatte das gefühl das er von den Raben beobachtet wurde daher entschloss er sich vorerst nicht zu juno zurück zu kehren sondern flog zu Eilmana ins Zelt. Die glöckchen wahren kurz zu hören und er flatterte direkt auf den Tisch zu seiner Freundin wo er diese liebevoll ansah.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 28. Mai 2013, 12:55

Bei Juno

Wotan hielt sich nicht lange mit warten auf, sondern biss vorsichtig, mit seinen scharfen Zähnen, in die Notiz und entschwand durch die leicht geöffnete Tür ins Freie. Juno sollte lieber zu den Göttern beten das es den kleinen Eichhörnchen gelang an den Wachen vorbei zu kommen und das Marga auch gewillt war ihr zu helfen. Denn Junos Kartenblatt war wirklich nicht das Beste.
Nachdem ihr kleiner haariger Freund verschwunden war gab es für die Fuchshybridin eigentlich nicht viel zu tun außer zu warten und zu hoffen das alles klappt wie sie es sich gedacht hatte.


Bei Eilmana

Man überlebt nicht lange bei den Dunkelelfen wenn man einen tiefen Schlaf hat und so war es auch nicht verwunderlich das Lukra die ganze Zeit über wach war. Natürlich hatte er das Messer unter dem Kopfkissen von Eilmana bemerkt, aber er hatte mit Absicht so getan als wäre er in unklaren darüber. Schon als er das Zelt nach den Orktumult betreten hatte, schrie ihn sein Überlebensinstinkt förmlich an das etwas nicht stimmte. Als er sich aufs Bett gesetzt hatte war ihn der Wiederstand, beim auffordernden Klopfen in Eilmanas Richtung aufgefallen. Sofort war den Mann klar das sich wahrscheinlich ein Gegenstand im Bett befand mit den sich Eilmana seiner entledigen konnte. Die Frage war nur wer dahinter steckte?

Die Elfe hatte den Test als sie das Messer unters Bett legte bestanden. Lukra mimte immer noch den schlafenden und beobachtete sie aus den Augenwinkeln heraus.
Er hatte da wirklich einen außerordentlichen Schatz gefunden, sie würde ihn noch viel Freude bereiten. Doch das würde noch dauern und er hatte Zeit!
Der Dunkelelf schloss also erneut die Augen und fiel innerhalb weniger Sekunden in einen leichten Schlaf. Eilmana lag es frei zu entscheiden was sie nun tat, nur hatte sie mit der Kette um den Hals nicht all zu viel Spielraum.


Der Blitzkurier

Klein Wotan bewegte sich gekonnt von einen Schatten zum nächsten und umging so gut es ging die Dunkelelfen Wachen. Als er das Lager der Orks erreichte musste er nicht mehr so vorsichtig sein. Entweder schliefen die angehörigen dieser Rasse oder prügelten sich ums Essen. Sie hatten wohl wichtigeres zu tun als auf den Boden zu achten. Das kleine Hörnchen war dafür dankbar, denn er konnte sich schon vorstellen was passieren würde sollte einer dieser Grünhäute ihn erwischen.

Nach wenigen Minuten war Marga entdeckt. Doch was der kleine Mann da sah gefiel ihn überhaupt nicht. Bei ihr befand sich ein weiterer Ork und dazu noch einer dieser Wargs. Wie sollte er nur zu ihr gelangen ohne gefressen zu werden?
Es half alles nichts!!! Der kleine Kerl kramte all sein Mut zusammen und rannte auf den Schwanz des Wargs zu. Als er ihn erreicht hatte sprang er auf den Rücken, sprintete bis zum Kopf und setzte dann zu einen weiteren Sprung an und landete direkt auf Margas rechten Schulter. Wie würde sie wohl darauf regieren?
Ragna fand das kleine Geschöpf, auf der Schulter ihres Frauchens, sehr interessant. Sie leckte sich bei diesen kleinen Happen genüsslich über die Schnauze und fing an zu Sabbern.
Wotan hingegen begann wütend in Richtung des Wargs zu schnattern und da er sich in der nähe von Margas Ohr befand war dies eine ziemliche Geräuschkulisse.
Auf dem Gesicht vom Sam konnte man ablesen das er ebenfalls liebend gern das Eichhörnchen verputzen würde.
Waren Eichhörnchen vielleicht eine Delikatesse bei den Orks?
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Donnerstag 30. Mai 2013, 12:19

Während der junge Ork fort war, lehnte sich Marga noch einmal kurz ins Zelt. Orok schien zu schlafen. Das elfische Jagdmesser, das sie ihm gegeben hatte, nahm sie an sich und versteckte es in ihrer Tragetasche. Angenommen der Bruder des Messers wurde in Lukras Zelt gefunden – Marga würde es bevorzugen, wenn es in Lukras Leib gefunden wurde – sollte kein Verdacht direkt auf ihren Verlobten fallen.
Außerdem steckte sie sich Pferdefleisch und Getreide ein, für den Fall, dass sie heute Nacht schnell fliehen musste.

Der junge Ork kam zurück und hatte dabei, was Marga fürs Kochen brauchte. Er stellte sich als Samrock von den Schwarzen Trüffelkeilern vor. Erstaunlich gesprächig.
„Ich bin Mar-Ga.“, erklärte die Halborkin und fing mit dem Kochen an. „Du wissen, du nicht müssen hierbleiben? Später ein Dunkelelf werden hierher kommen.“
Aber Samrock ließ sich nicht abwimmeln.

Nach ein paar Minuten rührte sie den die köchelnde Flüssigkeit. Es würde noch etwas dauern, bis sie breiige Konsistenz hatte. Marga blickte zum Orkjungen hoch. „Immer noch da? Ach was soll's. Mich waren nie in euren Heimatländern. Du musst mir erzählen über weibliche Orks, wenn du bleiben wollen.“

Während Marga sich anhörte, wieviel oder wenig Samrock wusste, musste sie an Alex, den Zögling Nells denken. Sam mochte zwar älter und roher wirken als Alex und vermutlich konnte er weder schreiben, noch rechnen, aber ebneso wie Alex schien er etwas mehr Vernunft als der durchschnittliche Ork zu haben.

Die ehemalige Schülerin bemerkte erst im allerletzten Augenblick, dass ein Eichhörnchen über Ragnas Rücken auf ihre Schulter sprang. Dabei waren die Tiere doch so scheu! Und außerdem gab es hier nicht genug Bäume, um Futter und Schutz für ein Eichhörnchen zu bieten. Als Marga dann den Zettel im Maul des Nagers sah, erkannte sie schließlich, dass es sich um ein dressiertes Tier handelte.
Sie nahm die Nachricht und bückte sich, um sie im matten Schein des Feuers zu entziffern. Sie brauchte eine Weile, bis sie den Inhalt verstanden hatte.

Sie blickte zum verwirrten Samrock. Marga war unfähig, sich eine Ausrede einfallen zu lassen. Wenn einer der Dunkelelfen davon Wind bekam, würde man sie für einen Spitzel und eine Saboteurin der Waldelfen halten. Sie war geneigt, das Papier in die Flammen zu werfen, aber das würde nur noch mehr Verdacht auf sie lenken.
Marga drückte den Kochlöffel in Samrocks Hände. „Immer ordentlich rühren, nehmen Topf von Feuer, bevor anbrennen oder überkochen. Körner müssen weiter aufquellen. Du das schon schaffen.“
Die Halborkin sprach schnell und mit der Sicherheit der Autorität, die Oroks Sieg ihr gebracht hatte. Sie hoffte den jungen Ork mit dieser ungewohnten Aufgabe abzulenken, bevor er irgendwelche Fragen stellte oder gar auf den Gedanken kam, direkt den Dunkelelfen Bericht zu erstatten. Sie selbst nahm das Eichhörnchen auf die Hand, setzte es am Boden ab, hielt Ragnas Rückenfell fest – denn dressierte Eichhörnchen sind kein Nachtisch – und folgte dem kleinen Tier. Ihre Tasche nahm sie für alle Fälle mit.

Wer hatte das geschrieben? Der kleine Mann? Oder die gefangene Bogenschützin? Aber die beiden waren doch ohnmächtig und von woher hatten sie das Eichhörnchen? Vielleicht waren es Waldelfen, die sich draußen in der Ebene versteckt hielten und sie als Spitzel anwerben wollten. Aber wer es verfasst hatte, sprach von sich allein und erwähnte keine Belohnungen. Außerdem führte das Eichhörnchen sie nicht vom Lager weg, sondern nur über einige dunkle Umwege... zum Gefangenenwagen!
Warum folgte Marga eigentlich der Anweisung auf der Nachricht? Hatte sie nicht schon genug riskiert, um dem Elfenmädchen eine Chance zu geben, sich an ihrem Peiniger zu rächen und zu fliehen? Sie hatte trotzdem das Bedürfnis, der Sache auf den Grund zu gehen.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 30. Mai 2013, 21:45

Bei Marga

Samrock stellte sich als erstaunlich gesprächig heraus, wenn gleich er zum Thema „weibliche Orks“ einzig ein paar rote Ohren beizusteuern hatte. Er war noch sehr jung und das einzige was aus ihm heraus zu holen war, war sein gemurmelter Kommentar:
„Wenn Orkweib stark, dann Samrock hart.“
Irgendwie klang der Spruch, als wäre er nicht von ihm erdacht, aber drückte doch sehr genau das einfache Denken der Orks aus, aber auch gleichzeitig Samrocks Fähigkeit gut zuhören zu können und sich auch Sachen merken zu können. Auch in der Brautschau, schien es bei den Orks in erster Linie um Stärke zu gehen, doch es ging noch weiter:
„Wenn Orkweib klug, sei auf der Hut.“
Damit war dann wohl eher Margas Schlag gemeint, was ihr fast imponieren könnte.
„Wenn Orkweib schick, ...“
Zu mehr kam er nicht, denn das Eichhörnchen tauchte auf und unterbrach die Szene.
Ragna konnte kaum ihren Appetit verbergen und begann fast augenblicklich zu sabbern. So ein kleiner Leckerbissen auf den Abend wäre für das Wargweibchen genau das Richtige! Marga handelte schneller als der Ork neben ihr denken konnte. Verdutzt, aber voller Motivation und Entschlossenheit den Brei nach ihren Anweisungen zu einem zähen Klumpen zusammen zu rühren, ließ sie ihn zurück. Der Griff in Ragnas dichtes Nackenfell war notwendig, denn das Wargweibchen hätte zu gern wenigstens ein kleines Stück vom Eichhörnchen gekostet! Und wie erschüttert wäre wohl erst die Fuchshybridin gewesen, wenn ihr kleiner Götterbote im Magen eines Wargs gelandet wäre. Den verräterischen zweiten „Bruder-“ Dolch hatte sie an sich genommen, genauso wie ihre Tasche mit ihren nötigsten Habseligkeiten. Es war ihr schon zur zweiten Natur geworden immer und überall auf alles vorbereitet zu sein, denn man wusste schließlich nie was passieren konnte. Also war die Möglichkeit einer schnellen Flucht, auch ohne Orok, in greifbare Nähe gerückt. Erinnerte sie sich noch an seinen Kuss? Spürte sie noch seine starken Arme um ihren Körper, die sie so sehnsüchtig an ihn gedrückt hatten? Wie weit war doch schon jener schöne Moment im Wald her, wie lange schon die süßen, knospenhaften Momente vergangen, noch bevor sie zur Blüte sich öffnen konnten. Orok schlief nach seinem Kampf tief und fest und würde wahrscheinlich nur erwachen, wenn sie ihm die Verlobungs-Keule über den Schädel ziehen würde. Sein Schnarchen holzte gerade den Neldoreth ab.
Neugierde war es, die die Halborkin dem Nagetier folgen ließ. Neugierde! Verfluchte Neugierde!
Zielstrebig steuerte der kleine Nachtisch auf den Gefängniswagen zu, vor dem noch deutlich die Spuren des Massakers zu sehen waren. In der Zeit, in der sie sich um Oroks Wunden gekümmert hatte, musste jemand wohl die Leichen entsorgt haben, aber wollte sie darüber weiter nachdenken? Sicher nicht. Die dunklen Flecken im Gras und der Geruch waren schon unangenehm genug. Aber wer hatte ihr diese Nachricht zukommen lassen? Angestrengt grübelte sie, bis sie direkt vor der Tür stand und Ragna leise zu knurren begann. Ein Blick durch die nur angelehnte Tür prophezeite jede Menge Ärger!

Bei Juno

Juno hatte geraume Zeit in ihrem Versteck gewartet und die Sekunden gezählt! 6543 um genau zu sein! Ihr Plan hatte ecken und Kanten und viel zu viele Variable gehabt, die erst eingefallen waren, nachdem Wotan so schnell den Wagen verlassen hatte. Was wenn ein Ork sich auf versehen auf ihn drauf setzte? Was wenn sie ihn fangen und fressen würden? Was wenn diese schrecklichen Monsterwölfe ihn bekommen würden? Um sich selbst hatte sie sich noch nicht einmal Gedanken gemacht, aber dafür hatte sie ja jetzt Zeit. Was wenn jemand Fleisch holen würde? Was wenn jemand die offenen Tür bemerken würde? Was wenn der Gnom gebraucht wurde? Würden sie ihn nicht irgendwann vermissen? So viel wie diese grünen Monster sich verdroschen, brauchten sie wahrscheinlich alle Nase lang einen Heiler! Allerdings hatte der Gnom bisher nur für die Dunkelelfen gearbeitet, soweit sie beobachtet hatte. Das Warten zog sich endlos in die Länge und wurde ihr zur Qual.
Dann endlich hatte es ein Ende!
Ein tiefes Knurren vor der Tür kündigte „Besuch“ an und eine breite Hand öffnete den Spalt etwas weiter. Die Halborkin! Juno hatte sich unter den Planen versteckt, doch als Marga in den Wagen hinein spähte, konnte sie unter einem Zipfel deutlich einen Kinderfuß herauslugen sehen. Den Fuß des Gnoms! Und warum sollte der Gnom sich bitte hier verstecken? Das alles machte keinen Sinn, zumal er sich nicht im Geringsten bewegte! Marga sah sich um und bemerkte nur ein paar halb schlafende Orkwächter die müde sie mit ihren Blicken streiften. Vermutlich wollte die Halborkin nur Fleisch aus dem Wagen holen, schließlich war sie hier so was wie die Köchin und konnte sich frei bewegen.

Bei Eilmana

Eilmana konnte nicht schlafen! Wie auch?! Neben ihr lag der Fleisch gewordene Albtraum eines jeden zarten Herzens. Ihre empfindsame Künstlerseele hatte noch nicht einmal gewagt die Zeichnung zu vollenden, ohne Angst sein Missfallen zu erregen. Wie fern waren auf einmal all die glücklichen Stunden! Wie weit weg das Gefühl von Freiheit. Hatte sie sie je zu schätzen gewusst, als sie sie noch besessen hatte? Wie konnte man nur so schnell, so tief fallen? Plötzlich war sie eine Sklavin! Angekettet wie ein Tier und fern jeder Hoffnung lag sie still neben ihrem … Herrn? Wurde ihr langsam bewusst, wie sehr sich ihr Leben geändert hatte? Ein fremder Mann, ein Diener der dunklen Armee bestimmte nun ihr Schicksal, also wie sollte sie da Schlaf finden! Irgendjemand hatte ihr eine Waffe in das Bett geschmuggelt, doch sie war nicht einmal ansatzweise fähig gewesen, die Klinge in Lukra's Hals zu stoßen. Er hatte ihr nichts getan, oder? Er schief. Sie war seine Gefangene, aber hatte kein Leid durch ihn erfahren … noch nicht.
Die Klinge wanderte unter das Bett und eine endlose Nacht des Wartens begann.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Samstag 1. Juni 2013, 12:01

Nachdem Wotan als Kurier für seinen Schützling aufgebrochen war, begann für Juno eine fühlbar endlose Zeit des wartens und sorgens. Dabei löste der Ort an dem sie sich befand, ein befremdliches unangenehmes Unwohlsein in ihr aus. Immer mehr furchtbare Szenarien, bahnten sich in Sorge um ihren geliebten Götterboten einen Weg in ihren rotgelockten Kopf und hielten ihr stetig mehr die Vorwürfe ihrer Tat vor die Augen.
Was hab ich nur getan?
Hoffentlich ist ihm nicht´s zugestoßen?
Ich hätte ihm diese Aufgabe niemals zumuten dürfen... bitte Verzeih mir Wotan!
Doch was hab ich für Alternativen?
Ich weiss es nicht!... bitte ihr Götter!... lasst ihn unversehrt wieder zu mir zurückkehren.
Betete Juno zu jenen machtvollen Wesen, die bisher sorgsam über sie wachten.
Es dauerte auch nicht mehr lange und sie vernahm mit ihrem feinen Gehör,sich eilige nähernde, kraftvolle Schritte. Flink wie sie war versteckte sie sich neben Gregors Leichnahm unter der Plane und lauschte dem was da kommen mag. Dabei bemühte sie sich so gut es ging weiter die Tote zu spielen und sich nicht zu rühren.
Als die Schritte die sie herannahen hörte vor der angelehnten Tür des Proviantwagens stoppten und von einem bedrohlichen Knurren abgelöst wurden. Kniff Juno die Augen zu und hielt vor Angst zitternd die Luft an.

Als Wotan in Begleitung von Marga den Wagen erreichte und diese mit ihren kraftvollen großen Händen die Tür öffnete. Sprang dieser hinein und begann sogleich nach jener Person zu Schnüffeln, die ihn entsandte die Halborkin zu holen. Der erste Eindruck schien trügerisch, da nicht´s in diesem künstlich zusammengezimmerten Raum den Anschein von Leben vermittelte. Lediglich ein nackter Kinderfuss lugte unter dem Zipfel einer Plane hervor und schien seltsame Gedankengänge im Kopf der Orkfrau zu Beschwören. Wotan hatte währenddessen den Geruch seines Schützlings empfangen und hoppste eifrig in die Richtung jener Plane unter der auch der mysteriöse Fuss hervorschaute. Dort angekommen hob er mit seinen kleinen Handähnlichen Vorderpfoten eine Kante der Abdeckung hoch, woraufhin zwei große smaragdgrüne Augen im schein des hineinleuchtenden Mondlichtes schimmernd, die Erscheinung Margas empfingen. Jedoch waren es nur die Augen die Marga erblicken würde. Da sich jene im verborgenen verhaltene Person von Dunkelheit behütet wurde. Ein leises Rascheln erklang und eine zarte Mädchenhand bahnte sich ihren Weg hervor um anfänglich dem Eichkater belohnend über den Kopf zu streicheln und dann mit einer verlockenden Bewegung des Zeigefingers die Orkin näher zu sich zu rufen.
Ein leises flüstern bestätigte dieser das sich tatsächlich jemand im Wagen verborgen befand.
" Du bist gekommen...danke!... tritt näher...habe keine Angst...du bist meine letzte Hoffnung."

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Freitag 14. Juni 2013, 18:46

Eilmana stand nun in diesem Zelt, hatte eine begonnen Zeichnung abgebrochen und wusste nicht, was sie tun sollte Sie saß auf dem Stuhl und starrte auf ihr Bild.
Naif saß neben ihr auf dem Tisch und sah sie sorgenvoll an.
In seinen Augen war viel zu entdecken, wenn man den Blick dafür hatte, doch das war wohl von den Leuten hier nicht zu erwarten. Eilmana legte ihren Kopf auf ihr Bild und schloss die Augen und prompt fiel sie in einen tiefen festen Schlaf, auch wenn sie es nicht wollte, denn die Müdigkeit übermannte sie irgendwann einfach und zumindest fühlte sie sich mit Naif in ihrer Nähe und fern des Bettes wohler.

Sie begann zu träumen und der Traum führte sie auf eine Reise, die schöner war als jeder Traum zuvor. Eilmana neigte schon immer dazu, sehr intensiv und ausgeschmückt zu träumen und sie erschuf in diesen Träumen häufig Orte die sie so noch nie gesehen hatte. Man konnte wirklich, sagen das ihre Fantasie wahrlich stark war.

Eine grüne Wiese, warmer Sommerwind, Berge in der Ferne und Eilmana stand auf dieser Wiese. sie holte tief Luft und öffnete ihre Augen da stand es schon vor ihr. Ein weises Einhorn, welches ihre innere Stimme, ihr Gewissen verkörperte. Es sah sie warmherzig an und ging einen Schritt auf Sie zu und sprach sie an.
"Na wie geht es dir?"
Eilmana sah das Einhorn an, dann schweifte ihr Blick gen Himmel.
"hm... weiß nicht... ich habe meine Reise begonnen, doch es ist schon so viel Schreckliches geschehen... wenn ich überhaupt lebend heraus komme dann... dann sollte ich vielleicht schnell nach Hause.."
Sie sah das Einhorn fragend an doch dieses sah ausdruckslos zurück.
"Wenn du dir sicher bist, dann tu das, aber ich erinnere mich an deine Worte vor deiner Reise. Du wolltest so vieles sehen, so vieles entdecken und zeichnen was ist aus diesem Wunsch geworden?"
Eilmana schloss wieder die Augen und atmete tief ein und aus, dann sah sie ihr Gewissen wieder an.
"eigentlich will ich das immer noch!"
Das Einhorn sah sie lächelnd an.
"dann tu es!"
Eilmana lächelte und dann wurde ihr Blick entschlossen.
"Du hast Recht ich gebe nicht auf"

"Gut" war das letzte Wort des Einhorns und dann verschwand es.
Eilmana hingegen nahm Anlauf und rannte so schnell sie konnte über die Wiese und vor ihr tauchte eine Klippe auf, die sie mit Anlauf hinunter sprang.

Sie genoss das Gefühl der Freiheit und eigentlich sollte unter ihr ein See sein, doch als sie ihre Augen wider öffnete war dort der Dunkelelf in einem See aus Blut.
Eilmana sah geschockt in das Antlitz ihres Peinigers und versuchte ihren Fall zu bremsen, vergeblich. Lukra fing sie mit offenen Armen auf und grinste sie hämisch an. Im nächsten Augenblick erwachte Eilmana und sah, dass die Sonne langsam aufging und die ersten Sonnenstrahlen ins Zelt hinein schienen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 18. Juni 2013, 13:46

Bei Eilmana

Traum im Traum

Eilmana hatte ihren Blick auf den Zelteingang gerichtet und die Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg, trotz des dicken Vorhanges, ins Innere des Zeltes. Die Elfe wollte gerade ihre Augen, für einen Moment, schließen. Um die wärmenden Strahlen auf ihrem Gesicht zu genießen. Als auf einmal die magischen Glöckchen klingelten. Lukra betrat blutverschmiert das Zelt und ging zielstrebig auf die junge Frau zu.
Es war nicht sein Blut das ihn umgab, denn nirgends konnte man auf seiner Haut offenen Wunden sehen. Hatte er wieder getötet? Ein unschuldiges Leben ausgelöscht? Vielleicht die Elfe die sie gefangen genommen hatten?
Doch all diese Fragen waren in diesen Moment unwichtig. Denn er ging direkt auf Eilmana zu und reichte ihr die mit Lebenssaft beschmierte Hand. Sie wusste nicht warum sie diese ergriff, es erschien ihr irgendwie richtig!?!?!
Schon fast sanft zog er sie in Richtung Ausgang und kurz vor den verlassen des Zeltes, drehte sie sich noch einmal zum Bett. Musste er ihr nicht die Kette um ihren Hals abmachen?
Genau als die Malerin sich dies fragte bemerkte sie das ihr Halsband fehlte und das auf den Bett Lukra lag und schlief! Was war hier los? War er ein Zauberer und konnte sich vervielfältigen? Nein das konnte nicht sein! Aber wer war diese Person die sie nach draußen zog?
Eilmana konnte sich nicht weiter Fragen wer dieser Dunkelelf war, denn jetzt wurde sie schon fast nach draußen gezerrt. Ein Atemzug später, länger hatte es nicht gedauert, befand sich die junge Frau im Freien.
Aber der Ort an dem sie sich befand war nicht der Lagerplatz der Kompanie, sondern eine frei Ebene. Es war einen hüglige und trostlose Umgebung. Felsformationen erhoben sich in weiter Entfernung. Der Boden war im wahrsten sinne des Wortes Staubtrocken. Ab und an sah man vereinzelte Flecken auf denen Gras wuchs. Nur war dieses Gras verbrannt worden, wahrscheinlich von der Sonne die unermüdlich auf die Ebene schien. Die Bäume die hier standen waren verknotete Ansammlungen von Ästen an denen kein Blatt mehr wuchs. Sie sahen mehr als vertrocknet aus, Mumifiziert war wohl der besser Begriff. Man kam sich vor als wäre man in einer Toten Ebene.
In dieser trostlosen Landschaft sah Eilmana einen kleinen Dunkelelfen der weinend auf die Brust einer Orkfrau trommelte. Diese war Blutüberströmt, genau wie der kleine Junge. Gab es vielleicht einen Zusammenhang mit diesen Beiden und Eilmanas Begleiter?
Erst als sie sich zu ihren Führer drehte, der neben ihr stand, bemerkte die junge Frau, dass aus dem Lukra-Double ein kleiner Junge geworden war. Der genauso aussah wie der Kleine der auf die Frau einschlug.
Als sie sich wieder der aktuellen Szene zuwendete waren die beiden Protagonisten verschwunden. Auch befanden sie sich nicht mehr in der Toten Ebene, sondern in einer großen Halle.
In dieser gab es mehrere Tische die hinter einander standen und viele kleine Dunkelelfen saßen dort und hörten einer Frau zu. Diese sprach von den Wert von Orks und wie diese ersetzbar war. Eilmana währe fast nicht der Junge aufgefallen der mit den Gesicht zur wand saß und an dessen Rücken eine Notiz hing. Auf dieser stand:

Ich bin nicht mehr Wert als ein Haufen Orkscheiße!
Schriftrolle Fuss
Der Kleine hatte viel Ähnlichkeit mit ihren Begleiter und den Jungen der auf die tote Orkfrau eingeschlagen hatte. Als sie einen weiteren Seitenblick auf ihren Begleiter warf, war dieser verschwunden.

Realität

Eilmana öffnete die Augen und befand sich wieder im Zelt. Von Lukra fehlte jede Spur. Draußen konnte man die Wachen reden hören und wie ein paar Kommandos gebellt wurden. Wahrscheinlich wurde das Lager abgebaut und die Reise ging weiter.

Bei Marga und Juno

Da standen sie also nun. Die eigentlich tote Juno und die neue Köchin der Gefangenen. Wotan hielt gespannt die Luft an. Wie würde sich das Gespräch wohl entwickeln?
Würde Marga der Hybridin helfen oder besser gesagt war sie dazu überhaupt in der Lage? Schließlich befanden sie sich hier im Lager des Feindes! Zumindest Juno, Marga hatte es ja eigentlich ziemlich gut getroffen. Aber beide wollten eigentlich lieber wo anders sein.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Freitag 21. Juni 2013, 22:45

Marga atmete tief ein und stieg dann in den Wagen. Ragna blieb draußen direkt vor der Türe zurück. Die Halborkin schaute sich um. Es war noch düsterer als draußen. Wer oder was befand sich alles im Wagen? Soweit Marga es wusste, war hier das meiste Pferdefleisch geladen. Der Gnom und Bogenschützin waren hier gefangen gehalten. Außerdem das tote Mädchen. Dass eine tote Person direkt bei den Nahrungsreserven lag, hielt Marga für einen ekelhaften Missstand.
Sie hatte das Eichhörnchen aus den Augen verloren und ging ein paar Schritte in der Dunkelheit. Vor sich machte sie eine am Boden liegende Gestalt aus. Es war die elfische Bogenschützin und sie schlief tief und fest. Sie war es wohl nicht gewesen, die Marga herbeigeholt hatte. Marga kam ein Geistesblitz. Sie nahm das zweite elfische Jagdmesser zur Hand, kniete sich nieder, wickelte die Klinge in ein Stück Sackleinen und legte die gesunde Hand der Elfe darauf. Ebenso wie Eilmana hatte die Frau die Chance verdient, sich ein letztes Mal zu wehren. Leider würde das nicht ausreichen, Marga von Schuld freizuwaschen, denn Tharan kannte die Wahrheit.

Dann drehte sie sich um. Sie konnte keine weitere Gestalt finden, aber da sah sie einen kleinen Fuß unter einer Stoffbahne hervorlugen. Außerdem hörte sie eine Stimme, die sie hinlockte. Marga trat mit weiten Schritten dorthin. Sie glaubte, der Fuß würde dem toten Mädchen gehören, aber wäre es nicht so duster, dann wären ihr vielleicht die dicke Hornhaut, die Leberflecken und gelben Zehennägeln aufgefallen. Altmännerfüße waren das eigentlich.

Als sie das Leichentuch beiseite zog, offenbarte sich der Besitzer des Fußes als Gnom, der allen Anschein nach das Zeitliche gesegnet hatte. Marga wollte schon fluchen, da erblickte sie daneben das Mädchen mit den Fuchsohren. Das war lebendig. Die Mischlingsfrau konnte ihren Augen kaum trauen. Ungläubig trat sie näher, legte den Zeigefinger unter Junos Kinn und begutachtete den Hals. Da waren die Würgemale. Und sie konnte noch den blassen Abdruck ihrer eigenen Hand auf dem Gesicht der Hybridin wieder erkennen. „Du.... Du waren tot.“, keuchte Marga. „Wenns ums töten geht, macht der Saukerl keine Fehler. Du warst kalt.“ Sie konnte sich das nicht erklären. „Du sein kein Geist, nein?“ Juno hatte wieder einen warmen Körper, durch den Blut pulsierte. Sie war schlicht und einfach von den Toten wiederauferstanden. Das selbe hatte sie bei Tharan auch gesehen.

Marga war also Junos letzte Hoffnung. Und was war Juno für Marga? Sie kannte das Mädchen überhaupt nicht. Aber sie wusste: Juno war von den Toten zurückgekehrt. Das würde für Lukra von Interesse sein. Vermutlich würde er sie sofort noch einmal erwürgen, um zu sehen, ob sich das wiederholen ließ. Und danach würde er sie wie ein Spielzeug behandeln oder weiterverkaufen. Nein, das kam nicht in Frage. Sie gönnte es dem Dunkelelfen nicht. Sie würde das Mädchen von hier wegbringen. Und im Gegenzug musste die Fuchshybridin ihr die Geheimnisse von Leben und Tod verraten.

„Du mit mir fliehen. Hinter mir auf Ragna, mein Warg.“, erklärte die Halborkin. „Jetzt.“
Das war die Hilfe, die Marga anbot. Wenn Juno mehr als das wollte, musste sie einen Weg finden, es der eigensinnigen Frau schmackhaft zu machen.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Mittwoch 26. Juni 2013, 11:37

Die kürzlich von den toten erwachte junge Fuchshybridin, beobachtete die Orkin aus ihrem versteck. Als diese vorsichtig suchend in das Transportfahrzeug stieg und kurz darauf das Leichentuch entfernte, unter der sich neben Juno auch noch die Leiche des verstorbenen Gnoms Gregor lag. Erhob sich das Mädchen langsam von der liegenden in die sitzende haltung und betrachtete die Reaktionen der Orkin auf ihre Wiederauferstehung. Diese trat sogleich ungläubigen blickes näher an die Füchsin heran und legte ihren Finger vorsichtig unter Junos Kinn. Wo sie den Hals und das Gesicht begutachtete und die Würgemahle sowie den leichten Schatten ihrer eigenen Hand auf dem Antlitz des Mädchens wiedererkannte.
„Du.... Du waren tot.“, keuchte Marga. „ „Wenns ums töten geht, macht der Saukerl keine Fehler. Du warst kalt.“
Juno erwiederte den Blick der Orkin und nickte dieser bestätigend entgegen. Worauf sie Marga, mit erwachsen klingender ruhiger Stimme bestätigte.
" Ja... ich war tot...doch nun nicht mehr." Dabei schweifte ihr Blick zu dem Leichnahm des alten Gnoms
"Er hat sein Leben geopfert um meines zu retten. Ich schulde ihm so viel und kann zugleich diese Schuld niemals bei ihm abarbeiten."
„Du sein kein Geist, nein?“
Diesmal schüttelte Juno mit einem liebreizenden Lächeln in ihrem hübschen Gesicht das rotgelockte verstrubbelte Haupt.
" Nein... Ich bin kein Geist...ich bin wirklich hier." woraufhin sie Marga die kleine zarte Hand entgegen streckte.
"Ich heisse Juno und wie ist dein Name?"
Als auch die Orkin sich mit ihrem Namen dem Mädchen vorstellte, presste sie ihre Hand von einer noch sachten Verwirrung geplagt gegen die Schläfen ihres Kopfes.
" Hmm seufzte sie von zartem schmerz geplagt. ich habe kein Zeitgefühl...Sag mir wie lange war ich fort und was ist währenddessen alles geschehen?"
Marga klärte die Fuchshybridin mit kurzen Worten über die Zeit und deren Schicksalhaften Ereignisverlauf auf. Hielt sich bei ihren Ausführungen jedoch deutlich bedeckt um dem jungen Fräulein vor ihr keine unnötige Angst zu machen. da diese in ihren Augen wohl schon genug durchgemacht zu haben schien.
" Wo ist die blonde Elfe...Eilmana? geht es ihr auch gut? Auch hier Antwortet Marga nur kurz und knapp. Und vergewisserte Juno das diese momentan wohlauf und in einem deutlich besseren Zustand war als sie selbst.
„Du mit mir fliehen. Hinter mir auf Ragna, mein Warg.“, erklärte die Halborkin. „Jetzt.“
Juno schaute an der Orkfrau vorbei und erblickte den vor der Tür stehenden Warg. bevor sie ihren Blick wieder auf Marga richtete.
Du willst fliehen...und würdest mich mitnehmen? Das wäre ja toll doch...was ist mit Eilmana? Wir können sie doch nicht einfach hier lassen und diesen Männern überlassen! Wir müssen sie mitnehmen...sie retten bitte?" Während Juno ihr Hilfegesuch an die Orkfrau richtete. Erblickte sie in dessen Mimik ein furchtbare Vorahnung. Und rutschte entsetzt etwas von Marga weg.
" Du würdest sie tatsächlich ihrem furchtbaren Schicksal überlassen und davonlaufen?" Glaub mir,wenn ich eins im Totenreich gelernt habe, dann ist es das .Dass wir unseren unsere Fehlern und Sünden niemals entfliehen können. Sie holen uns jedezeit wieder ein und quälen uns dann umso schrecklicher. Nicht nur im Leben, sondern auch im Tod. Kannst du mit diesen Gedanken, dieser Schuld Leben. Jemanden im Stich zu lassen, den du hättest retten können Marga? Bitte...ich bitte dich aus dem tiefsten Herzen heraus. Hilf mir sie zu retten. und lass uns dann gemeinsam fliehen." Während Juno sprach. Margas Hand ergriff und dabei mit tränenschimmernden Iriden anschaute. Hoffte sie die Orkin würde ihre Sorge verstehen und eine Entscheidung zum wohle aller treffen. So wusste sie beim Anblick der Frau, wie mutig und stark sie in den tiefen ihres großen herzens sein musste.
Dann begann Junos Magen vor Hunger zu knurren, woraufhin sie auf ihre knie zurück sank und ihr Bäuchlein rieb.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Sonntag 7. Juli 2013, 22:01

Eilmana stutzte, als sich ihr Traum wandelte. Geschockt schaute sie den Blutverschmierten Dunkelelf an. Sie verstand selber nicht, warum sie so ruhig und selbstverständlich reagierte und doch tat sie es. Als sie das Zelt mit ihm verließ und die fehlende Kette an ihrem Hals bemerkte, wurde ihr klar, dass es immer noch ein Traum sein muss. Sie hatte in der Vergangenheit schon oft ihr Bewusstsein im Traum erlangt und einen Traum gesteuert, in dem ihr bewusst war, dass sie träumt. Dieses mal jedoch nahm sie zwar wahr das es sich um einen Traum handelte, doch konnte sie ihn nicht steuern oder erahnen, was als nächstes passieren würde.

Beim Anblick der ersten Landschaft, spürte die junge Elfe ein beklemmendes Gefühl von absoluter Verlorenheit und Einsamkeit. Genau das strahlte diese trostlose Ebene aus. Die Situation mit den beiden Jungen, die sich aufs Haar glichen, verunsicherte Eilmana nur noch mehr. Sie fragte sich immer noch, warum sich Lukra der ja vorerst neben ihr Stand in diesen Jungen verwandelt hatte, aber als sie sah, was dem Jungen scheinbar alles widerfahren war, konnte sie sich vorstellen, dass Lukra früher dieses Junge war.
Als sie die Augen öffnete und ins Sonnenlicht blinzelte, bemerkte sie, dass Lukra nicht mehr im Zelt war. Sie sah sich um und stand auf. Er hatte sie nicht angerührt kein einziges Mal, seit sie bei ihm war. Aber warum? Er hätte genug Gelegenheit gehabt, sich zu holen was er will, doch er tat es nicht. Da war auch noch dieser Traum, der ihr Nicht aus dem Kopf gehen wollte. Konnte dieser Junge wirklich Lukra gewesen sein oder war dieser Traum nur ein unbedeutendes Hirngespinst?
Nun, da sie die Unruhen draußen bemerkte, ging sie langsam auf den Zelteingang zu, ihre Kette schien bis dort zu reichen, aber da das Zelt signalisierte wenn es jemand verließ gab es wohl auch keinen Grund sie von diesem Eingang fern zu halten.
Neif saß auf dem Tisch und flog schnell auf Eilmanas Schulter.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Sonntag 14. Juli 2013, 17:51

Mochte Juno doch darüber urteilen, dass Marga Eilmana – so hieß die Elfe also - ruhigen Gewissens zurücklassen würde. Juno wusste nicht um das Risiko, das die Halborkin eingangen war, um der Elfe eine Waffe zukommen zu lassen, welche diese vielleicht überhaupt nicht benutzte würde.
War das Leben zweier Frauen nicht mehr wert als das einer? Besonders wenn die dritte nicht einmal darum zu kämpfen bereit war? Und wie sollte man zu dritt mit nur einem Warg fliehen? Warum musste Juno das also nur so kompliziert machen? Aber als sie von Fehlern im Leben sprach, die einen verfolgen würden, dachte Marga daran, wie sie dem Schamanen vertraut hatte, der sich als schwacher Lakai der Dunkelelfen herausstellte, was letztendlich zum Tode des Elfenpaares geführt hatte. Eilmana erwartete ein Leben in Sklaverei und würde den herrschsüchtigen Dunkelelfen dienen müssen. Widerwillig stimmte Marga ein, dass das nicht sein durfte.

Dies hieß, dass Marga mit dem Konvoi weiter ziehen musste. Sie musste Orok gesund pflegen, verhindern, dass der redselige Samrock irgendetwas ausplauderte, und herausfinden, was der Feuerteufel Tharan für sein Stillschweigen verlangen würde. Die ehemalige Schülerin hatte zwar mehr Freiraum als Juno, aber so viel mehr an Verantwortung.

Das Fuchsmädchen hatte anscheinend Hunger. Auch das betraf eine Verantwortung, die Marga hatte. „Wenn ich reinkomme, dann du bleiben hinten und machen kein Mucks, solange nicht zeige, dass sicher!“, zischte Marga. „Die halten dich für tot und den da für lebend. Das besser so bleibt.“ Sie stand auf und stieg aus dem Wagen. Sie ging durch die Nacht zurück zum Feuer. Sie prüfte, dass Samrock nichts hatte anbrennen lassen, nahm den Topf und den Löffel. Eigentlich hätte sie auf Tharan warten sollen, aber das war Marga egal. Was wollte Tharan denn tun? Sich bei Lukra beschweren? Auch wenn Lukra Lappalien mit dem Tod bestrafte, würde Tharan sich gleichzeitig selbst demütigen und das traute Marga dem Dunkelelfen nicht zu. „Samrock, du kommen mit mir. Bringen Futter für Gefangene und du stehen Wache, während ich reingehen.“
Mit dem jungen Ork im Schlepptau ging Marga zurück zum Gefangenenwagen. Sie stieg ein und stellte den Topf auf den Boden. Wortlos ging sie wieder raus. „Wir nicht warten, bis die fertig essen.“, meinte Marga gähnend auf den Weg zurück zum Zelt „Geschirr ich hole morgen.“. Die Nacht war schon fortgeschritten und der Konvoi war sowieso nicht für lange Pausen bekannt. Marga wollte mindestens noch drei Stunden schlafen, bevor es weiterging. Müde kroch sie zu Orok ins Zelt und schlief schnell neben ihm ein.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Donnerstag 18. Juli 2013, 07:49

Die Fuchshybridn lauschte den Worten Margas und nickte ihr eifrig bestätigend entgegen.
" Seid gewiss, ich werde mich ruhig verhalten und keine Aufmerksamkeit erregen, danke Marga.", ließ Juno im flüster Ton die Orkfrau Wissen.
Woraufhin diese den Wagen wieder verließ und wenig später mit einem Topf Nahrung wiederkehrte.
Als Juno den Inhalt betrachtete, rümpfte sie angeekelt die Nase, da sie glaubte darin vermehrt Spuren von Fleisch zu finden. Jedoch war sie sich ihrer derzeitigen Lage und des unbändigen Hungers welcher sie plagte bewusst. Woraufhin sie angeekelt die Nase rümpfte und begann sich die Suppe in winzig kleinen Häppchen einzuverleiben. Denn alles war besser, als nochmals dem Tode zu verfallen.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 18. Juli 2013, 09:07

Es war eine Nacht voller Träume, Zweifel, Fragen und Entscheidungen gewesen.

Juno hatte überlebt.
Wieder allen Erwartungen war sie ins Leben zurückgekehrt und musste nun den Preis dafür zahlen. Sie musste mit dem Wissen leben, dass ein anderes Wesen für sie gestorben war. Gleichzeitig hatte sie durch seinen Tod eine Aufgabe bekommen, die es längerfristig zu erfüllen galt.
Der Tod des Gnoms, des Heilers der dunklen Armee würde nicht ewig unentdeckt bleiben. Auch das sie am Leben war, musste so lange wie möglich im Geheimen bleiben, sonst wäre nicht nur ihr eigenes geschenktes, zweites Leben in Gefahr, sondern auch das aller die sie umgaben. Marga voran, Eilmana und Wotan ihr kleiner Engel, sie alle würden schrecklich leiden müssen, wenn man sie entdeckte. Sie war am Leben und doch gefangener den je. Sie war gefangen in der Lüge ihres Todes und musste sich darauf verlassen, das andere für sie handelten. Wotan sah sie mit seinen dunklen Knopfaugen an und würde ihr Trost spenden. Die Halborkin würde sie am Leben halten und mit Nahrung versorgen. Aber Junos Aufgabe in diesem Spiel würde schrecklich eintönig werden. Sie musste tot sein und sich auch so verhalten. Genauso wie er Gnom eigentlich am Leben sein sollte. Was sollten sie nur tun, wenn jemand hier hinein sah? Es musste so aussehen, als ob der Gnom nur schliefe.
Über das eintönige Warten und Grübeln schlief Juno bald ein.

Marga fühlte, dass sie bis zum Hals in Schwierigkeiten steckte.
Vor ihr lag der tote, zugedeckte Heiler, daneben hockte eine untote Fuchshybridin und hinter ihr lag das Orklager und die dunkelelfische Einheit, die die Führung an sich gerissen hatten. Das alles war ein so zerbrechliches Konstrukt aus Geheimnissen und Intrigen, dass eine Flucht so süß und einfach erschienen war. Doch einfach war ihr Weg noch nie gewesen!
Dieses kleine Mädchen vor ihr hatte Argumente, die sie abwägen musste. Orok musste seine neue Position festigen, damit ihre Eigene stärker wurde. Bis jetzt hatte sie einen loyalen Gefolgsmann in Samrock gefunden. Es war ihr Instinkt, ihre Nase, die den jungen Ork keinen Verrat zutraute. Deshalb ließ sie ihn sie auch begleiten, als sie Juno ihr Essen brachte, dass offiziell natürlich der Gnom bekommen würde. Sie achtete darauf, das der Ork an ihrer Seite das Innere des Wagens nicht zu sehen bekam. Marga trug viel Verantwortung auf ihren stämmigen Schultern, die dies jedoch noch nicht gewohnt waren. Noch nie hatte man sich aus einer hilflosen Position auf sie verlassen. Ihre toten Freunde geisterten durch ihre Gedanken, doch diesen war sie immer gefolgt. Jetzt war auf einmal sie diejenige welche, die in der führenden Position war. Eine junge Orkfrau, noch nicht mal ganz zu ihrer eigenen Rasse gehörig, noch zu den Menschen, musste sich plötzlich um ihren Verlobten, eine Elfe, eine Hybridin und ein Eichhörnchen kümmern. Was für eine verrückte Welt! Vollkommen erschöpft vom vielen Denken und der Aufregung des Tages fiel sie neben Orok in einen unruhigen Schlaf.

Eilmana war in dieser Nacht von düsteren Träumen heimgesucht worden, die von einer grausamen Vergangenheit erzählten, einer Vergangenheit die dem Mann neben ihr gehörte. Sie hatte ein gutes Herz, konnte Mitleid und Liebe empfinden, all die warmen Gefühle die den kleinen Jungen niemals berührt hatten. Würde sie Mitgefühl oder vielleicht sogar Verständnis für den Jungen aus ihrem Traum haben? Würde sie Parallelen ziehen und überhaupt daran glauben, dass es Lukra war, der sie im Traum besucht hatte?
Als sie erwachte war sie alleine. Das große Bett war leer und trotz aller Erwartungen war sie immernoch unberührt. Das Zelt mit den verzauberten Stoffbahnen war immernoch ein Ort ohne Qualen, ein Ort der Ruhe, auf unwirkliche Weise schützend und friedlich. Trügerisch, aber doch war es eine Oase mit Regeln und Gesetzen inmitten dieses Chaos, das sie umgab. Ein Chaos das langsam den Tag ankündigte und lauter wurde. Lukra musste schon vor ihrem Erwachen das Zelt verlassen haben und sie wunderte sich vielleicht sogar darüber, dass sie von seinen Bewegungen nicht erwacht war. Hatte sie so fest geschlafen?

Ein Horn ertönte und zeitgleich wurden bei Eilmana die klingenden Vorhänge zurück geworfen. Lukra und Tharan betraten das Zelt. Die nächsten Minuten wurden nur kurze Befehle gebellt und erstaunlich schnell und koordiniert wurde das Lager abgebrochen.
Marga erwachte, als hätte sie nicht geschlafen in Oroks Armen, der sie nicht gleich frei geben wollte, doch beim Klang der Befehle setzte er sich dann auch grummelnd in Bewegung. Seine Wunden sahen schon deutlich besser aus.
Juno erwachte durch den Ruck der durch den Wagen ging, als dieser anfuhr.
Die Orks schufteten schnell und waren wahre Arbeitstiere. Mit hart geführter Hand waren sie ein mächtiges Werkzeug, scharf, kraftvoll und unermüdlich.
Eilmana wurde mit ihrer Kette vorerst hinten an den Gefängniswagen gebunden, damit sie sich ihre Beine vertreten konnte. Lukra koordinierte den Zug, behielt seine Männer im Auge, Tharan behielt die Orks und Marga im Auge und der „Diplomat“ mit seinen beiden düsteren Kriegern behielt einfach alles im Auge. Sehr schnell setzte sich der Konvoi wieder in Bewegung und die Reise nach Norden wurde vorgesetzt.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Dienstag 23. Juli 2013, 19:40

Die Nacht war kurz und der Schlaf war nicht so erholsam, wie Marga es sich erhofft hatte. Die Halborkin hatte vor dem Schlafengehen nur schnell ihren Mantel und Schuhe ausgezogen, aber ihr Kleid anbehalten. Das rostbraune, das ihr von Nell geschenkt wurde, war jetzt voller Schweiß. Die Hitze kam von Orok, er hatte seinen Armen über sie gelegt und sie war deshalb im Schlaf näher an ihn herangerückt. Es war beinahe so, als könnte sie die pulsierende Wärme seine Wunden fühlen, die rasend schnell im Vergleich zu menschlichen Verletzungen heilten.
Trotzdem war es nicht ganz unangenehm, neben Orok aufzuwachen. Sein Arm versprach Geborgenheit und Schutz, den es in der jetzigen Lage eigentlich nicht gab. Wie fühlte sich Orok in dieser Situation? Vollkommen zufrieden oder störten ihn Margas kalte Füße?

Geweckt wurden sie vom Signal, dass es weiter gehen sollte und den Befehlen der Dunkelelfen. Marga wollte am liebsten liegen bleiben und weiterschlafen. Würde der Konvoi nicht auch ohne sie weiterfahren? Selbst wenn das alles so einfach wäre, würden sich die überlebenden Waldelfen vermutlich an den zurückgebliebenen Nachzüglern rächen.
Marga löste sich widerwillig von Orok und stand auf. „Gehen weiter.“, meinte sie grimmig, „Wir keine Tagediebe. Müssen mit gutem Beispiel vorangehen.“
Gemeinsam packten sie wie üblich ihre sieben Sachen ein und spannten die wargischen Zugtiere vor den Wagen. Weil Orok sich etwas schonen sollte und Marga wegen der Müdigkeit etwas langsamer war, winkte sie Samrock herbei. Der junge Ork half beiden bei allen Sachen, wo ein weiteres Paar Hände hilfreich war.

Marga stellte sich bei ihren Aufgaben mehrmals so auf, dass sie zum Lager der Dunkelelfen sehen konnte. Auch dort wurden das Lager im Eiltempo aufgelöst. Die ehemalige Schülerin war schlau und machte deshalb einige Beobachtungen, als Lukras Kommandozelt abgebaut wurde:
Es gab überhaupt keine versteckten Glöckchen.
Niemand schien den Schlitz bemerkt zu haben, den Marga gemacht hatte.
Lukra und Eilmana lebten beide noch.
Der Soldat, der die Felle vom Boden einsammelte, machte seine Arbeit ohne Unterbrechung. Er kratzte sich nicht etwa verwundert am Kopf oder erstattete bei einem Vorgesetzten Bericht. Das Messer konnte er also nicht gefunden haben. Aber wo war es dann hin? Was war gestern bloß geschehen?

Ohne Antworten auf diese Fragen kletterte Marga neben Orok auf den Wagen. Sogleich setzte sich der Tross fort. Das letzte Mal, als die Halborkin es sich erlaubt hatte, während der Fahrt zu dösen, waren sie in einen Hinterhalt geraten. Aber das hielt sie nicht davor ab, es noch einmal zu tun. So konnte sie etwas Schlaf nachholen, den sie dringend brauchte.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Dienstag 30. Juli 2013, 18:51

Der Morgen kam zu früh. Marga fühlte den angenehmen Druck von Oroks Arm auf ihrer Hüfte. Sein warmer Bauch drückte sich hart gegen ihren Rücken und sein glühender Atem streichelte ihr Haar. Die Hitze die er ausstrahlte, war schon fast zu viel für die Halborkin, aber sein süßer Unwillen sie frei zu geben, hielt sie nur wenige Sekunden länger als nötig in seinen Armen. Sekunden in denen er sein Gesicht in ihre Haare drückte, ihren Duft einsog und zufrieden brummte. Als das Horn zum Aufbruch ertönte sah er sie mit leicht fiebrig glänzenden Augen an. Ein Schmunzeln lag auf seinen Lippen, als Marga sich widerwillig von Orok löste und aufstand. Anscheinend hatte er ihre kalten Füße als sehr angenehm empfunden, doch leider rissen die äußeren Umstände das junge Paar schnell wieder auseinander.
„Gehen weiter.“
, meinte Marga grimmig,
„Wir keine Tagediebe. Müssen mit gutem Beispiel vorangehen.“
Wie ein kleiner Junge schob Orok die Unterlippe vor und schmollte, doch ließ den Druck seiner Arme weichen. Als sie nicht mehr in Reichweite war, drehte er sich mit einem tiefen Seufzer auf den Rücken, griff sich zwischen die Beine, rückte seine Hose zurecht. Der fiebrige Glanz seiner Augen rührte vielleicht nicht nur von seinen Verletzungen, die durch Margas Pflege und die Paste schon weit in ihrer Heilung fortgeschritten waren. Er war schnell wach und verglichen mit einem Menschen erstaunlich schnell auf den Beinen. Verglichen mit einem Ork war er schon etwas verlangsamt, aber das würde sich sicher über den Tag geben. Marga entpuppte sich als wahres Organisationstalent. Sie scheuchte Samrock hin und her, verrichtete zügig ihre eigenen Aufgaben und behielt dabei immernoch den Überblick. Auch Orok kommandiere in seiner kratzenden Muttersprache die Orkhorde umher. Weniger systematisch, mehr chaotisch, aber dennoch effektiv. Sehr bald war das ganze Lager in Bewegung und man konnte gut andere beobachten, ohne selbst dabei auffällig zu wirken. Marga rollte grade ein paar Felle zusammen, als das Zelt von Lukra abgebrochen wurde. Der Anführer selbst, Tharan und die Elfe Eilmana waren kurz zuvor heraus gekommen und andere machten sich nun an den Stoffbahnen zu schaffen. Der Feuermagier beaufsichtigte den Abbau und tat sogar hier und da einen Handgriff selbst. Doch Glöckchen sah Marga nirgends auftauchen, genauso wenig beschwerte sich irgendjemand über eine lose Naht, was vielleicht auch an Tharans Anwesenheit lag. Dann kamen die beiden Dunkelelfen näher und Eilmana wurde an einer langen Kette an den letzten verblieben Wagen gebunden, der nun Lastkarren für Pferdefleisch, Gefängnis für tote Gnome und untote Halbfüchse war. Als Marga danach wieder zu Lukra's Zelt sah, rollte gerade ein anderer Dunkelelf die Bodenfelle zusammen. Anscheinend hatten sie auch keinen Dolch entdeckt. Hinter Marga erklang ein aufforderndes Brummen, das sie von ihrem Verlobten schon langsam kannte. Es ging los.
Orok lenkte den Wagen, Samrock ritt auf seinem jugendlichen Wargweibchen auf Oroks Befehl hinterher. Marga saß neben ihrem verlobten auf dem Kutschbock und nickte schnell noch einmal, eingelullt vor gleichmäßigen Geschaukel, an seiner Schulter ein.

Das Rasseln einer Kette, die durch eine dicke metallene Öse gezogen wurde, weckte Juno schlagartig und ließen sie erstarren. Sie hörte Stimmen hinter der nur herangezogenen Tür und konnte nur zu den Göttern beten, das sie nicht entdeckt wurde. Wotan kroch tiefer unter die Plane unter der sich auch das Pferdefleisch befand und verhielt sich still. Als dann endlich der Wagen ruckte und sich in Bewegung setzte, öffnete sich die Tür einen Spalt breit. Er war klein genug um einen winzigen Lichtschimmer, gleich einem Streifen Hoffnung, ins Innere zu werfen, aber auch groß genug um von außen entdeckt werden zu können und jede Hoffnung zu zerstören. Doch noch waren die Stimmen um den Wagen herum zu nah und wenn sie jetzt die Tür wieder heran zog, würde es sicher auffallen! Sie musste noch warten und hoffen. Ihre Chancen standen 50 zu 50.

Eilmana wurde von Lukra an den Gefängniswagen gekettet auf dem Marga und der große Ork-Anführer saßen. Ein weiterer jüngerer und deutlich kleinerer Ork ritt auf einem ebenso jungen Warg in ihrer Nähe. Als der Trupp sich wieder in Bewegung setzte, straffte sich die verhältnismäßig leichte Kette und der Marsch begann.

Vier Tage und Nächte, das hatte Marga schon in Krz'ner verstanden, als Orok sich mit Samrock unterhielt. So lange sollte es also dauern, bis sie Andunie erreichen würden, vorausgesetzt unterwegs würde nichts mehr passieren. Die ersten Stunden ihres Marsches durch die Stille Ebene, waren schweigsam verstrichen, nur Orok hatte ab und zu ihre Hand berührt, wie als müsse er sich überzeugen, dass sie noch da war. Orks waren sehr instinktive Wesen. Hatte er vielleicht gespürt, das Marga ihn letzte Nacht fast verlassen hatte? Nein, sicher nicht.
Unter ihr im Wagen, auf dessen Dach man auch recht gut schlafen konnte, war es still und Eilmana dahinter musste sich wohl oder übel auf das Laufen konzentrieren. Der Haupttrupp der Orks ritt vor dem Gefängniswagen und nur selten verirrte sich ein einzelner Reiter in ihre Nähe. Das die Dunkelelfen hinter ihnen ritten hatte ganz praktische Gründe. So hatten die Warg nicht ständig den Geruch der Pferde in der Nase und waren ruhiger. Noch kam der Wind aus Norden, aber sollte er drehen, würde sich die Reihenfolge entsprechend ändern.
Die Landschaft war schön. Zu ihrer rechten Seite erstreckte sich endlos weit das Sonnenmeer und zu ihrer Linken das Grasmeer mit vereinzelten kleinen knorrigen Bäumen. Die südliche Stille Ebene war zu dieser Jahreszeit ein ausgesprochen angenehmer Ort. Seichter Wind wechselte sich mit Sonne und Wolken bei warmen Temperaturen um die 19 bis 21 Grad. Orok meinte, wenn sie die nördliche Stille Ebene erreichen würden, würde das Wetter kühler werden. Aber wer wusste schon was das Wetter bringen konnte. Das entschieden die Götter unter sich. Und meistens spielten sie mit den Sterblichen ihre Streiche. Orok war ein aufmerksamer Partner und ließ Marga jede Freiheit die sie wollte. Er verschaffte ihr Zeit sich ungestört um die Gefangenen kümmern zu können, in dem er Samrock für eine Weile zu sich auf den Kutschbock holte. Die beiden wirkten schnell wie Brüder unter sich und lachten auch mal laut. Ab und zu schickte Orok ihn Nachrichten zu anderen der Orkhorde überbringen, aber achtete immer darauf, dass er in Sichtlinie blieb. Auch andere der überlebenden Orks versuchten mit mit ihm in Kontakt zu treten. Orok war noch jung in seinem Posten und bald würden seine Führungsqualitäten auf die Probe gestellt werden. Die Rolle war ihm nach dem eindrucksvollen Kampf sicher, doch ob er auch erfolgreich war, würde sich noch herausstellen. Vielleicht, wenn Marga leise hier und da intervenierte, ihm Ideen in seinen breiten Schädel pflanzte, die er selbst nicht haben würde, vielleicht würde er sich dann zu einem guten Anführer entwickeln. Ein guter Partner war er auf jeden Fall jetzt schon. Aufmerksam verschaffte er den Gefangenen so viel Raum um sich leise unterhalten zu können und warnte sie durch eindringliches Husten, wenn zu neugierige Ohren, besonders die Spitzen, zu nahe kamen.
So ging es langsam aber stetig vorwärts. Bis zum Abend würde Margas starker Körper ebenfalls die letzten Wunden geschlossen haben und nur ein paar olivfarbene Flecken zurück bleiben. Von der Heilpaste war noch gut ein halber Tiegel voll vorhanden. Für einen Ork würde die Menge noch für fünf Anwendungen reichen und wie sich die Paste bei Menschen auswirkte, wusste sie wenigstens ein bisschen aus eigener Erfahrung. Orks heilten einfach insgesamt besser, aber mit der Paste ging es auch anderen Wesen schnell wieder gut.

Marga:
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Donnerstag 8. August 2013, 19:51

Eilmana fragte sich, ob der Junge im Traum wirklich der grausame, und große Lukra sein konnte, der nun ins Zelt herein kam. Andererseits wurde ihr bewusst, dass sie bisher selbst noch kein Leid erfahren hatte und das gab ihr noch mehr zu denken.
Mit ihren Gedanken beschäftigt, lies sie sich von Lukra aus dem Zelt nach draußen führen, wo sie sah wie das Lager abgebaut wurde.
Sie fragte sich, wo die Reise hingehen würde und ob sie bald mal einen richtigen Menschen kennen lernen würde. Schließlich war das mit der Grund, warum sie auf diese Reise ging. In ihren Gedanken hatte sie fast vergessen, dass sie eine Gefangene gewesen war, doch als Lukra sie an den Wagen kettete und wegging wurde ihr schnell wieder bewusst, wie schlimm ihre Lage doch war.
So stand sie da, mit Naif auf ihrer Schulter und wartete, dass der Trupp sich in Bewegung setzte. Als dieser das tat, merkte sie jedoch schnell, dass die Marschgeschwindigkeit die der Trupp durchsetzte, zu schnell und zu heftig für sie war. Es strengte sie immer mehr an, mit zu laufen und sie stolperte immer häufiger. Als der Trupp schon mehrer Stunden unterwegs war, zeigte sich die Erschöpfung und Eilmana klappte zusammen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Freitag 9. August 2013, 11:31

Eilmana hatte lange den Gewaltmarsch ausgehalten. Warum sie Lukra an den Wagen gekettet hatte, war unklar. Weil eigentlich hatte er sie für eine Gefangene ziemlich fürstlich behandelt.
Vielleicht sollte aber diese Strafe, wenn es denn eine in den Augen der Dunkelelfen war, klar machen, dass sie hier immer noch eine Leibeigene war. Ob sie wollte oder nicht!
Doch es war voraussehbar das sie diese Tortur nicht ewig aushalten konnte.
Lukra der im Hintergrund ritt bemerkte sofort das sein „Schützling“ zusammenbrach und vom Wagen hinterhergeschliffen wurde. Er gab umgehend das Zeichen zum Anhalten was ihn einige skeptische Blicke seiner Artgenossen einbrachte, die so ein führsorgliches Verhalten von ihren Kommandanten nicht kannten. Der Tross kam nach einigen Meter endlich zum Stehen. Der Anführer befand sich zu diesem Zeitpunkt schon bei Eilmana und löste die Kette vom Wagen.
Ihre Kleidung hing in Fetzen und man konnte mehr von der jungen Frau sehen, als sie vielleicht wollte. Da dämmerte es den anderen Dunkelelfen endlich warum Lukra so viel Interesse an dieser jungen Frau hatte.
Denn ihr Körper war wirklich eine Wonne, die bei manchen der Männer und Orks gewisse Fantasien aufriefen. Vielleicht wollte ja der alte Schwerenöter sie nur fit halten und ließ sie deswegen hinter den Wagen hinterherlaufen. Bei den anderen Dunkelelfen erschien auf den Gesichtern ein schmutziges Grinsen. Hatte sich Lukra doch nicht geändert! War wohl einer der Gedanken, die bei den meisten seiner Männer gerade entstand.
Der Anführer hob die geschundene Frau von Boden auf und wollte sie gerade zu einem anderen Wagen tragen, als ihn die geöffnete Tür des Wagens auffiel, indem sich Juno befand.
Er legte die Elfe noch einmal vorsichtig auf den Boden ab und wies Tharan an die junge Frau in einen anderen Wagen zu bringen.
Danach betrat er den Wagen von Juno.

Die Sonne schien durch die geöffnete Tür und die kleine Füchsin hatte sich vorsichtshalber in die letzte Ecke des Wagens verkrochen und versteckte sich hinter der Gefangenen. Lukra durchbrach den Lichtschein mit seinem Körper wie ein wahrgewordener Albtraum. Seine Augen erfasst gleich die junge Hybridin und weiteten sich vor Verwunderung. Als er dann noch den toten Körper von Gregor entdeckte, der unter der Decke lag, konnte er eins und eins zusammenzählen. Der zähe kleine Mistkerl hatte mit seiner Magie das junge Mädel wieder ins reich der Lebenden zurückgeholt.
Schritt für Schritt näherte er sich Juno, in seiner Hand blitzte innerhalb von einer Sekunde eine Klinge auf. Die Beiden trennte nur noch die bewusstlose Gefangene. Mit einer ruckartigen Bewegung versenkte Lukra den Dolch mitten ins Herz der Elfe. In seinen kalten Augen konnte man keine Gefühlsregung sehen, als er der Frau das Leben aushauchte. Der Körper der Gefangenen bäumte sich noch einmal kurz auf und dann brach er in sich zusammen und lag still da.
Der Dunkelf sagte kein Wort als er nach der Hybridin griff, die kurz versuchte sich seiner Hand zu entziehen, aber keine Chance hatte da die Wand des Wagens sich schon in ihren Rücken befand. Er ergriff sie am Schopf und zog sie an den Haaren aus den Wagen.

Juno klatschte geräuschvoll auf den Boden und einige Dunkelelfen rissen ebenfalls verwundert die Augen auf.
„Der dreckige Gnom hat sie mit seiner Magie wieder zu uns zurückgebracht!“ Erklärte der Anführer den versammelten Leuten. „Nun ist er Tot, also solltet ihr euch besser nicht mehr verletzen. Sie..“
Dabei deutete er auf Juno. „...wird jetzt als Begrüßungsgeschenk ebenfalls hinter den Wagen hinterherlaufen dürfen!“ Einer der Dunkelelfen kam Lukra entgegen und brachte ihn ein Seil.
Der Anführer machte einen Knoten in das Seil, der sich bei Spannung zusammenzog und legte ihr die Schleife um den Hals. Danach zog er Juno wie ein Hund zu seinem Pferd und befestigte das andere Ende an seinen Sattel. Noch bevor er sich wieder auf sein Pferd schwang, zerriss er Juno die Kleidung mit dem Messer das die Elfin getötet hatte und warf die Kleidungsfetzen weg.
Danach nahm er auf seinem Pferd wieder platz und gab das Zeichen zum Weiterfahren. Der Konvoi setzte sich augenblicklich in Bewegung und Lukra gab seinem Pferd einen Tritt. Die Gruppe bewegte sich nicht schnell, aber für Juno würde dieser Trip genauso Kräfte zerrend werden wir für Eilmana. Wie lange die Hybridin wohl aushalten würde?

Während der Reise hielt sich Wotan weiterhin versteckt im Wagen auf, er konnte nichts für seine Schutzbefohlene tun als zu hoffen, dass es ihr gut ging.
Juno wurde Währendes mehr als nur einmal erniedrigt. Es reichte ja nicht, dass sie nackt hinter dem Pferd hinterher rennen musste. Nein! Manche Dunkelelfen machten sich einen Spaß daraus sie anzuspucken und ihr beim Vorbeireiten einen Schlag mit der flachen Seite ihres Schwertes zu verpassen.
Lukra schien das alles nichts auszumachen und ließ seine Männer gewähren.
Während der Tross weiterzog.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Montag 12. August 2013, 14:17

Die Halborkin saß neben Orok auf dem Kutschbock des Wagens, hatte ihren Mantel ausgezogen und über die Rückenlehne gehängt. Ihr verschwitztes Kleid konnte so etwas gelüftet werden, wobei das Wetter glücklicherweise mitspielte. Es war warm und trocken, nicht so wie die vergangenen kühlen feuchten Tage bisher.
Marga verbrachte die meiste Zeit mit halb geschlossenen Augen und vor sich hin dösend. Sie hatte sich vorgenommen, sich ordentlich auszuruhen. Es war keine Faulheit, sondern Notwendigkeit, um den Schlafmangel auszugleichen und die kleinen Verletzungen zu kurieren, die Brandblasen und Frostbeulen und die schmerzenden Schultern, mit denen sie die Luke des Gefängniswagens aufgesprengt hatte, all das wurde beinahe stündlich besser.
Sie wusste, dass Eilmana am selben Wagen angekettet war, auf dem auch sie selber saß. Genau eine Wagenbreite trennte die Elfin von Margas Warg, der pelzigen Ragna. Somit hatte Marga einen Grund gelegentlich nach hinten sehen zu können, wobei sie auch einen Blick auf die Dunkelelfen und die gefangene Elfe warf. Allzu oft tat die Halborkin das aber nicht. Sie wollte sich in dieser Sache bedeckt halten.

Ihr Verlobter hatte eine eine neue Anführerrolle, die er ausfüllen musste. Auch wenn die großen Befehle von den Dunkelelfen kamen, hing die tatsächliche Koordination an Orok. Er wählte die vordersten Reiter aus und entschied wie weit entfernt sich die Orks an den Flanken halten sollten. Gelegentlich ließ er die orkischen Reiter ihre Positionen wechseln.
Marga redete bei den Befehlen nicht mit rein. Stattdessen fragte sie später nach der Bedeutung von Worten, die auf Krz'ner fielen. Und sie fragte Orok gelegentlich nach den Gründen seiner Entscheidungen. Die Beschäftigung mit solchen Fragen schien kein Teil heutiger orkischer Kultur zu sein. Gerade das jedoch machte seine Entscheidungen nach Margas Gefühl besser.

Im Laufe des Tages geschah das Unvermeidliche. Eilmana stürzte erschöpft zu Boden. Als einziger Zweibeiner, der selbst laufen musste, hatte die Geschwindigkeit des Trosses und die auferlegte Kette ihre Kräfte aufgezehrt.
Marga biss kurz die Zähne zusammen, bis der offizielle Haltebefehl kam. Ohne Befehl zu halten hätte ungewollte Aufmerksamkeit erregt. Die Halborkin verstand, dass man die Versorgung der Gefangenen jemand anderem übertragen würde, wenn man sie nicht für gleichgültig und kalt genug für den Posten hielt.

Eilmanas Zusammenbruch deckte indirekt den Tod des Gnoms und das zweite Leben des Fuchsmädchens auf. Marga befürchtete, dass man sie sofort deswegen auspressen würde. Aber nichts dergleichen passierte! Keine Untersuchung fand statt, weder Juno, noch Marga wurden befragt.
Stattdessen wurde nichts unterlassen, was die Hybridin weiter demütigen sollte. Die Halborkin blickte die zusammengepressten Lippen nach vorne, als der Tross wieder in Fahrt kam. Sie versuchte, das zu verstehen.

Juno hatte den Tod überwunden und das einer Gesellschaft abergläubischer Orks und überheblicher Dunkelelfen. Die Halborkin schloss die Augen. Nacktheit, Erschöpfung, Schmutz, Schmerzen. Sie öffnete die Augen wieder. Und verstand. Das alles sollte Junos Sterblichkeit betonen. Nicht nur für die Fuchhybridin selber, sondern auch für alle Zuschauer.
Und damit möglichst wenige sich daran erinnerten, dass Juno ursprünglich durch die Hand des höchsten Offiziers den Tod gefunden hatte, wurde auf weitere Nachfragen und Erklärungen verzichtet.

Als alle anderen hinschauten, blickte auch Marga direkt und offen zu Juno und ihrem Peiniger. Marga machte den selben Gesichtsausdruck wie damals im Eiskreis, als sie die auflehnende Juno gemaßregelt hatte. Hoffentlich verstand sie es diesmal, die Schwache zu spielen, aber im Inneren stark zu bleiben.
„Wir alle nackt, klein und schmutzig geboren wurden.“, sagte Marga so leise, damit nur Orok und Samrock es hörten.

Die weitere Fahrt saß sie halb dösend neben Orok und fragte gelegentlich nach der Bedeutung einer aufgeschnappten orkischen Vokabel.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Dienstag 13. August 2013, 21:09

Eilmana hatte ihr Bestes gegeben, doch es reichte nicht. Auch wenn sie vielleicht irgendwo in ihrem Innern ein klein bisschen Kraft versteckte, die sie sich als Elfin und ihrem Leben im Wald angeeignet hatte, so verließ sie doch nun die Kontrolle über ihren Körper. Ihre Muskeln brannten und es fehlte nicht mehr fiel bis zur Ohnmacht. Die Knie gaben nach und sie landete kurz im Matsch des Weges, bevor der Wagen vor ihr sie noch einige Meter weiter schleifte. Dann erging der Befehl zum Halten und sie lag endlich still da. Lukra beugte sich kurz über sie, hob sie auf seine starken Arme, doch dabei fiel sein Blick auf die geöffnete Tür des Gefangenenwagens. Vorsichtig legte er sie wieder ab und gab Tharan den Befehl sie auf einen der Lebensmittelwagen zu legen. Der Feuermagier tat wie ihm geheißen, doch sein Gesicht freute sich erst über diesen Auftrag, als er sich von seinem Anführer abwandte. In seinen Armen lag Eilmana und er musterte unverhohlen ihre Rundungen durch den aufgerissenen Stoff.
Ja, Lukra schien sich da einen wahren Leckerbissen für sein persönliches Vergnügen heraus gepickt zu haben, doch wenn er Eilmana schon mal in den Armen hatte, so konnte man sich schon mal was heraus nehmen. Etwas zu langsam trug er sie ein Stück weg vom Geschehen um den Gefängniswagen. Vielleicht ging er auch etwas zu langsam, denn sein Griff um ihren Körper war hart und in seinen Augen loderte eine kleine Flamme. Als er sie ablegte, wanderte seine linke Hand unter ihren Beinen deutlich zu hoch und tastete prüfend ihr Hinterteil. Glücklicher Weise waren hier zu viele Augen, dass er sich länger oder mehr erlauben konnte. Angst gebar eine ungeheure Loyalität gegenüber Lukra unter seinen Anhängern. Selbst der niederste Offizier hätte ihn jederzeit verraten, also grinste er nur dreckig und genoss den kurzen Moment seines Übergriffs. Seine Finger folterten schon genügend lange Eilmanas weiches Fleisch. Gerade als sie vermuten musste, dass er noch weiter gehen würde, schloss ein weiterer Dunkelelf auf und nickte Tharan nur kurz zu, doch es reichte, dass er die Hand unter ihr heraus zog. Ihre Halskette wurde am wagen befestigt und Tharan verschwand aus ihrem Sichtbereich. Eines war sicher. Würde sie jemals mit ihm alleine sein, würde jeder Albtraum den sie sich nur vorstellen konnte, zur grausamen Wahrheit werden!

Juno sah, wie der helle Spalt ihres Gefängnisses größer wurde. Was in einer anderen Situation, an einem anderen Tag, zu einer anderen Stunde vielleicht ein Hoffnungsschimmer in sich hätte tragen können, verwandelte sich hier in Blut und Tod. Die Gestalt ihres Mörders schob sich in den Spalt und verdunkelte ihre kleine heile Welt im Innern. Lukras kalter Blick wanderte über die Stoffbahnen, zog sie zurück, entdeckte viel zu schnell und endgültig alles was sie verbergen wollte. Mit einem Blick erfasste er den toten Gnom. Mit dem nächsten kam auch schon wieder der Tod in Junos Nähe. Doch diesmal traf es nicht sie, sondern die bewusstlose Gefangene. Man mochte sich fragen, warum er die Hybridin nicht sofort noch einmal getötet hatte? Warum er sie an den Haaren ins Freie zog und seinen Männern zur Schau stellte. Die Verwunderung seiner Männer stand ihnen deutlich ins Gesicht geschrieben und einige der Orks wichen sogar ein Stück zur Seite.
„Der dreckige Gnom hat sie mit seiner Magie wieder zu uns zurückgebracht!“
, erklärte der Anführer den versammelten Leuten.
„Nun ist er tot, also solltet ihr euch besser nicht mehr verletzen. Sie ...“
Dabei deutete er auf Juno.
„... wird jetzt als Begrüßungsgeschenk ebenfalls hinter den Wagen hinterherlaufen dürfen!“
Einer der Dunkelelfen kam Lukra entgegen und brachte ihn ein Seil. Der Anführer machte einen Knoten in das Seil, der sich bei Spannung zusammenzog und legte ihr die Schleife um den Hals. Danach zog er Juno wie ein Hund zu seinem Pferd und befestigte das andere Ende dann doch an seinem Sattel, anstatt am Wagen. Bevor er aufstieg hatte er mit schnellen gekonnten Schnitten des Dolches an dem noch das frische Blut der Elfe klebte, sie ihrer Kleidung entledigt. Nackt und besudelt musste sie nun hinter ihm her laufen und bald würden Wetten abgeschlossen werden, wie lange sie diese Tortur wohl aushalten würde. Länger als Eilmana? Der Konvoi hatte sich wieder in Bewegung gesetzt und einige der Dunkelelfen, ja eigentlich fast alle, bis auf wenige Ausnahmen, ließen sich den Spaß nicht nehmen, Juno ihre grausame Aufwartung zu machen.

Orok übersetzte gerade leise aus dem Dunkelelfischen in Krz'ner, dass die Wetten drei zu eins für die Hybridin standen. Die Reiter um sie herum waren der Meinung, dass zwar beide Frauen zart genug waren um ihr Bett wärmen zu können, doch bei einem Gewaltmarsch, die tierischen Gene ihrer Ansicht nach, vorne liegen würden. Er selbst würde ebenfalls auf das Fuchsmädchen wetten, allerdings eher, weil sie ein Wiedergänger war und das ihm unheimlich war. Marga konnte die unbestimmte Furcht tief in seinen Augen versteckt schlummern sehen.
Seit ihrer Entdeckung hatten die Dunkelelfen nichts ausgelassen, um die Sterblichkeit und die Schwäche des Mädchens hervor zu heben, so dass auch die Orks langsam sie wieder für ungefährlich zu halten begannen, doch Marga wusste es besser. In einem Kampf Ork gegen Wiedergänger würde ein Ork eher fliehen, solange kein Dunkelelf ihm im Nacken saß und mit Magie die Zügel in den Händen hielt. Ihr Instinkte waren da einfach.
Der Trupp hatte sich wieder in Bewegung gesetzt und Marga hatte genügend Zeit gehabt über die ganze Situation nachzudenken. Auch wenn ihre grauen Zellen nicht so flott waren, so besaß die Halborkin eine ansehnliche klare Intelligenz die sie die Zusammenhänge bald erkennen ließ. Sogar Lukras Verhalten läutete ihr bald ein. Als Anführer durfte er sich keine Schwäche erlauben und Mitleid war eine der größten Schwächen, die ein böses Wesen kannte. Es würde ihn berechenbar machen und seine Autorität untergraben. Vielleicht hatte er deshalb auch Eilmana hinter den Wagen gekettet, so wie er es jetzt an seinem Pferd mit Juno tat.
Den Moment, in dem alle das nackte Mädchen musterten, in dem niemand in ihre Augen sah, wusste sie zu nutzen. Ihr eindringlicher Blick musste der Hybridin sagen, wie sie sich zu verhalten hatte und wenn Juno sich dementsprechend verhalten würde, könnte sich eine Wette auf die Elfe lohnen, denn dann müsste Juno bald zusammen brechen. Ob gespielt oder wahrhaftig war dabei dabei einerlei, die Dunkelelfen, genauso wie die Orks mussten glauben, sie wäre am Ende ihrer Kräfte und keine Bedrohung. Ein Wesen was dem Tod entkommen war, durfte keinerlei Anlass zur Bedrohung geben, nicht den Kleinsten! Nicht einmal ein Gedanke an etwas Übernatürliches durfte geweckt werden. Juno hatte einfach überlebt, nichts weiter. Der Gnom hatte es irgendwie bewerkstelligt und dafür sein Leben gelassen, also kein Grund weiter darüber nachzudenken. Blieb nur zu hoffen, dass dies die einzige Überraschung des Tages blieb.
Orok war zwar recht einfältig in mancher Hinsicht, aber er wahr ein aufmerksamer Beobachter. Er versuchte Marga jeden Wunsch zu erfüllen und ihr Interesse an der rauen Sprache seiner Art machte ihn stolz und ließ ihn hoffen, dass er doch eines baldigen Tages die Hochzeitskeule vor die Füße geschmissen bekommen könnte. Er erklärte seine Befehle und beantwortete geduldig jede ihrer Fragen. Langsam wurden die kratzigen Laute des Krz'ner gewohnter und bald würde sie zu verstehen beginnen. Marga fühlte ihre Begabung für diese Sprache in sich tief verwurzelt, weswegen ihr das Lernen auch so leicht fiel. Die rollenden Laute, das Grunzen, alles hatte eine eigene Bedeutung und glaubte man, Orks hätten eine einfache Sprache, ohne viel Varianzen, so täuschte man sich. Orks untereinander konnten sich sehr wohl gewählt und sogar blumig ausdrücken. Einer der ersten Sätze war natürlich von Oroks Gedanken geleitet, aber er vermittelte die ausgefeilte Sprachkunst der Orks, sowie eine gewissen Tiefgründigkeit:
„Auch ein Bolzenschuss ins Dunkle, kann mal ins Schwarze treffen.“
Er sagte dies, als er sich mit Marga über den mehr oder weniger glücklichen Umstand unterhielt, dass er unverhofft zu einer Führungsposition in diesem Abenteuer gelangt war. Leise fügte er hinzu:
„So kann ich dich wenigstens beschützen.“
Seine treuen Augen musterten sie dabei immer noch ein wenig besorgt, denn solange sie nicht nach orkischem Brauch wirklich verheiratet waren, so konnte jeder Andere Anspruch auf sie erheben. Orok hoffte nur im stillen, dass seine Gefährten noch sehr lange in dem Glauben blieben, dass er mit Marga das Bett teilte. Die Umstände der Reise und die Gesellschaft der Dunkelelfen spielten ihm zu, doch irgendwann würden sich die anderen starken Männchen seiner Art vielleicht anfangen zu wundern, warum kein Grunzen aus seinem Zelt des Nachts zu hören war. Seine Worte waren leise. So leise, dass nur sie sie hören durfte. Er lehnte sich an ihr Ohr und biss vorsichtig hinein, als kleiner, tarnender Liebesbeweis.
„Beschützen, ja! … Ich lass nicht zu, dass dich jemand schä… anfasst, wenn du es nicht willst.“
Marga verstand vielleicht noch nicht jedes Wort, nicht jeden Laut, doch schon langsam den Sinn dahinter. Orok war sehr ernst und die Sorge war deutlich in seinen Augen zu lesen. Er zog sogar sich selbst in diese Äußerung mit ein, das wusste Marga. Doch Zeit für Romantik gab es nicht wirklich. Dann ging das Gespräch auch schon in andere Vokabeln über und die Stunden, bis der Tross sich dem nächsten Nachtlager näherte, würden für Marga, mit Lernen vergehen. Natürlich nur, wenn nichts Außergewöhnliches geschah. Dann hieß es wieder Zelte für die Dunkelelfen aufbauen, Wachen verteilen, Essen kochen und die Gefangenen versorgen.

Eilmana erwachte erst sehr spät. Erst als die Zelte schon standen und das sanfte Schaukeln unter ihr aufgehört hatte, schlug sie die Augen in Lukras Zelt auf. Sie lag auf seinem Bett, während ein leises, kratzendes Geräusch seine Anwesenheit verriet. Gebeugt stand er über seinen Kartentisch gebeugt und zeichnete mit einer schwarzen Feder darauf etwas ein. Ihr Rabe war nicht da.

Juno, die nach einigen Stunden des zwanghaften dahin Laufens, zwangsläufig ebenfalls zusammen gebrochen war, fand sich jedoch in einer denkbar unerwarteten Situation wieder. Als sie die Augen aufschlug, rochen ihre tierischen Sinne sofort den Tod. Aber es war kein junger Tod, kein Tod der frisches Blut vergossen hatte, nein. Dieser Geruch war alt, sehr alt! Er war fast schon staubig. Als sie sich umsah, bemerkte sie, dass sie ein einem kleinen abgeteilten Teil eines der Dunkelelfenzelte lag. Ihre Hände und Füße waren gebunden und Wotan war nirgends zu sehen. Hoffentlich hatte er sich gut versteckt. Klein genug war er ja. Sie hatte vielleicht gehofft, es könnte nicht schlimmer werden, doch es kam definitiv schlimmer!
Neben ihr, hinter der abteilenden Zeltwand hörte sie immer wieder ein leises Kratzen, wie wenn jemand mit einer Feder schrieb. Lange geschah nichts, so dass sie noch hoffen konnte, doch dann wurde die Plane beiseite gezogen und kalte Augen trafen ihre funkelnden Smaragde. Sie erkannte die Gestalt mit verwirrender, zu schneller Präzision. Es war der Diplomat, der sich die ganze Zeit im Hintergrund gehalten hatte. Nachdem die Plane weg war, konnte sie auch den Eingang sehen, wo seine beiden Diener vollkommen reglos die Sicht nach draußen verdeckten. Zeit zum Nachdenken, Beobachten oder selbst zum Schreien blieb nicht, denn seine kalten Hände griffen gezielt an ihre Kehle und drückten ihr die Luft ab. Er musterte sie kalt und dann begann ein grausames und überaus erniedrigendes Prozedere. Wieder aller Erwartungen, verging sich der Dunkelelf nicht an ihr, aber was seine Hände mit ihr taten war kaum angenehmer. Selbst ihre Körperwärme vermochte seine Finger nicht zu wärmen, als sie jeden Zentimeter ihres Körpers untersuchten. Jede noch so kleine Stelle wurde betastet und ihr Körper dabei in die unmöglichsten Stellungen gedreht. Durch die Fesseln konnte sich Juno nicht im geringsten wehren und war diesem seltsamen Wissenschaftler vollkommen hilflos ausgeliefert. Immer wenn sie glaubte, es wäre endlich vorbei und er sich zum notieren entfernte, kam er wieder und zerrte sie in eine neue Position. Er sprach kein Wort, die ganze Zeit nicht. Er tat ihr noch nicht einmal großartig weh, außer wenn die Fesseln durch ihre eigene Körperspannung zu sehr an der Haut zerrten. Doch das schlimmste waren seine tief schwarzen riesigen Augen, die ihr jeden Funken Ehre einfach weg starrten. Er roch an ihr, kostete sie sogar einmal mit seiner widerlich kalten Zunge und notierte alles war er entdeckte. Vielleicht wurde Juno sogar zwischendurch wieder ohnmächtig. Um so länger es dauerte, um so mehr driftete sie in einen Trance ähnlichen Zustand hinein. Auch vor einer Prüfung ihrer Jungfräulichkeit blieb sie nicht verschont, was sie wieder in die Wirklichkeit zurück riss. Diese letzte Notiz schrieb der hagere Dunkelelf in seine Bücher und setzte sich dann still auf seine niedrige Bare. Seine schwarzen Augen beobachteten sie schweigend und auf ein unhörbares und genau sowenig unsichtbares Zeichen hin holte einer der Diener Juno nach draußen. In dem kurzen Moment, in dem sie von dem Elitekämpfer an ihren Fesseln wie ein Schwein zum Schlachter getragen wurde, konnte sie von unten in seinen Ärmel blicken. Sofort wusste sie, woher der unnatürliche Geruch stammte. Dieser Mann war definitiv nicht am Leben! Hinter ihm trat der Diplomat aus seinem Zelt und während sie davon getragen wurde, sprachen er zu dem Feuermagier Tharan, der vor dem Eingang gewartet hatte, in seiner dunklen Sprache:
„Meine Empfehlung lautet, sie baldmöglichst zu verkaufen. Sie ist noch unberührt, was ihren Wehrt ein klein Wenig erhöhen dürfte. Die Hybridisierung ist auf Teilbereiche ihres Körpers beschränkt und nicht all zu weit fortgeschritten. Meine weiteren Beobachtungen fasse ich in einem Schreiben für eurem Anführer zusammen, den ich ihm morgen persönlich geben werde. Ich wünsche eine geruhsame Nacht.“
Damit war Tharan anscheinend entlassen, zumindest wurde er so stehen gelassen. Der zweite Wächter trat zwischen ihn und den Feuermagier und versperrte ihm so den Weg. Juno konnte die Szene über Kopf beobachten, was den Ausdruck in Tharans Gesicht nicht besser machte. Dann wurde ihr Körper plötzlich in die Höhe gehoben und unvermittelt durch die Tür in ihr schon fast gewohntes Gefängnis geworfen. Das Pferdefleisch unter den Planen dämpfte etwas den Aufprall, so dass sie immer noch unverletzt war. Erst als der Elitekrieger sich gut 10 Schritt entfernt hatte, wurde ihr wieder leichter ums Herz, was vorher wie von einer lähmenden Klammer umschlossen gewesen schien. Jetzt konnte sie wieder atmen und frei denken.

Marga hatte alle Vorgänge außerhalb der Zelte gut beobachten können und wurde von Tharan im Auftrag des Anführers wieder für ihre Versorgung eingeteilt. Orok koordinierte derweil seine Truppe und Samrock war Margas fleißiger Gehilfe. Langsam neigte sich die Nacht über das Lager.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Montag 26. August 2013, 20:46

Erschöpft ging Eilmana zu Boden, doch sie war nicht sofort völlig bewusstlos. als Lukra sie an seine Arme nahm, öffneten sich ihre Augen einen winzigen Spalt weit und sie sah Lukra verschwommen an, dann schlossen sich ihre Augen und ihr Körper sackte völlig zusammen. Doch das Bild, welches sie von dem dunklem Fürsten zuletzt sah, blieb ihr im Kopf und begleitete sie in ihre Träume. Von den übergriffen des Offiziers bemerkte sie nichts. ob dies allerdings gut oder schlecht sein sollte, ist ungewiss, den so ist sie vor seinem Vorhaben nicht gewarnt.

Im Traum begegnete sie wieder dem kleinem Jungen und diesmal war sie sich sicher das es Lukra sein musste. Aber warum wurde er so? sie verstand es nicht ganz. Der Kleine nahm sie wieder an die Hand und sie umarmte ihn mit ihrer ganzen Barmherzigkeit, die sie besaß und weinte.
"Es tut mir so Leid. Was musstest du nur erleiden?"
Diese Worte sprach sie leise in ihrer Ohnmacht, so das jemand der nah bei ihr war sie hätte hören können. Ebenso rannen ihr die Tränen, die sie im Traum vergoss auch in der realen Welt über die zarten Wangen. Doch ihre Ohnmacht sollte nicht mehr all zulange anhalten.
Nach einer ganzen Weile erwachte sie langsam. Sie fand sich in dem Zelt wieder in dem sie auch die Nacht zuvor verbracht hatte. sie spürte immer noch die Schmerzen des Marsches und das Brennen der Schürfwunden die sie sich zuzog als sie von dem Wagen ein Stück geschleift wurde.
Trotz der Schmerzen, setzte sie sich auf und sah sich um.
Sie sah Lukra und sie spürte, dass sie immer noch unberührt war. Doch anstatt sich zu fragen warum, stand sie auf, wenn auch etwas schwerfällig und ging auf ihn zu. Sie verspürte keine Angst mehr vor ihm. Warum sie in diesem Moment all das Schreckliche vergessen konnte, wusste sie nicht aber wahrscheinlich war es eben ihre ungewöhnliche Art, ihr so untypischer Charakter.
sie sah ihn an wie er, den rücken zu ihr gewandt vor der Karte stand.
"Lukra, was machst du da? "
Ja so unverblümt, direkt, mit Namen und Du sprach sie ihn an, ohne nur einmal darüber nachzudenken. Währenddessen setzte sie sich auf den Stuhl, der wieder an dem Tisch stand und begann sich mit Hilfe ihrer Magie, ein wenig zu genesen.
Währenddessen sah sie sich nach Naif um. Er war während des Marsches doch auf ihrer Schulter gewesen. Wo konnte er nur sein?
Wieder wandte sie sich an Lukra, als wäre er ein guter Freund, was schon von der reinen Tatsache her, so unnatürlich und seltsam war, dass jeder andere Eilmana mit skeptischem Blick gemustert hätte.
"Hast du meinen Raben gesehen? er war doch bei mir !"
Mit ihren lilafarbenen Augen sah sie ihn offen, leicht fragend und ohne jegliche Hinterlist an. Ja ihre Augen glichen denen eines Kindes, welches mit reinem Gewissem und Naivität einen Erwachsenen ansah. Konnte diese kindliche Art Lukra vielleicht besänftigen? Hatte sie es vielleicht schon? war das der Grund warum er Eilmana immer noch verschont hatte oder wollte er sie sich nur aufsparen?

Eilmana dachte zumindest an nichts der Gleichen und wartete auf einen Antwort.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 27. August 2013, 10:10

Es war schon tiefste Nacht als Eilmana erwachte und auch diesmal konnte sie feststellen, dass sie von Lukra unberührt geblieben war, aber warum? Wollte er den Preis, den eine Jungfrau brachte, aufrechterhalten oder ruhte doch so eine Eigenschaft wie Güte in seinem Herz. Wenn man seine Opfer fragen würde, bekäme man bestimmt die Antwort, dass so etwas wie Güte ein Fremdwort für den Elfen sei. Aber die Frage des warum würde sich nicht klären, wenn man sie nicht stellt, doch war es ratsam Lukra zu fragen, warum er sie so gut behandelte? Wohl eher nicht, man musste ja keinen schlafenden Riesen wecken.
Eilmana musterte den Schlächter vieler Leben, der mit den Rücken zu ihr stand und an seiner Karte arbeitete. Schon fast kindlich fragte sie den Mann was er da tat und dieser zuckte kaum merklich zusammen. War diese Tonlage vielleicht seine Schwäche? Er drehte den Kopf leicht zu ihr und musterte sie aus den Augen, dann wendete er sich wieder den Blatt Papier vor ihm zu.
Die junge Frau ließ sich davon nicht abschrecken und setzte sich auf den freien Stuhl neben ihn. Jeder in seinen Konvoi wusste, dass er immer auf dieser Sitzgelegenheit saß und niemand würde freiwillig den Frevel begehen sich dort hin zu setzen, aber sie tat es und kam damit durch, warum auch immer, es kümmerte ihn nicht einmal.
Unbeirrt kritzelte er weiter in der Karte herum, in einer Sprache der Eilmana mittlerweile durch den umstand der Gefangenschaft vertraut war, die sie aber nicht verstand. Während sie sich um ihre Wunden kümmerte, bemerkte sie, dass sie der Offizier immer wieder verstohlen beobachtete. Wie ein kleiner neugieriger Junger, der gerade etwas sah, was nicht für seine Augen bestimmt war.
Als sie ihre Wunden versorgt hatte, stellt sie die Frage, wo sich den ihr Rabe befand und schaute ihn dabei direkt in die Augen, jetzt musste er antworten und das tat er auch.
„Ich habe ihn draußen gesehen es geht ihn gut!“
Nach dieser knappen Antwort bearbeitete er wieder seine Karte und nach ein paar Minuten, in den die Beiden kein Wort gewechselt hatten, legte er die Feder beiseite und massierte sich die Stirn mit der rechten Hand.
„Sag...“ Was auch immer er gerade von Eilmana wollte sie wurden durch das Klingeln des Zeltes unterbrochen und Tharan trat ein. Dieser blickte erst lüstern die junge Frau an, so das ihr vor Ekel fast übel wurde und dann Lukra.
„ER hat sie noch mal überprüft und gesagt sie ist weiterhin noch ein Goldesel. Er wird dir dann morgen ein Besuch abstatten und dir ein Schreiben übergeben.“
Lukra nickte, kurz bevor er antworte.
„Du kannst gehen!“ Der Feuermagie machte eine angedeutete Verbeugung und wollte sich gerade zum Gehen abwenden als Lukra ihn noch einmal in der Handelssprache ansprach.
„Sollte ich hören das du noch mal SIE so an grabschst...„ Dabei deutete er auf Eilmana. „...werde ich Ersatz für dich finden!“ Man konnte förmlich sehen wie Tharan einen dicken Kloß im Hals herunter schluckte. Anscheinend hatte er nicht damit gerechnet das Lukra ihn beobachten ließ. Der Magier nickte nur kurz und verschwand dann mit zügigen Schritten aus dem Zelt.
Auf dem Gesicht des Anführers konnte man keine Gefühlsregung lesen als er auf dem Bett platz nahm.
Erst als er wieder Eilmana anblickte konnte man eine Art Lächeln vermuten. Je nachdem wie man ein fröhliches Gesicht bei einem Dunkelelf interpretierte.
„Sag verstehst du unsere Sprache? Und lüg mich nicht an, ich sehe es, wenn jemand etwas verheimlicht!“
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