Südliche Stille Ebene

Diese große Graslandschaft liegt im Herzen des östlichen Teiles Celcias. Bei einem Unwetter verwandelt sich diese schöne Ebene in ein sehr gefährliches Gebiet, da es kaum Schutz bietet. Der große Fluss Ilfar teilt die Ebene in zwei Hälften.
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Marga
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Sonntag 10. Februar 2013, 13:21

Kurz nachdem Marga versucht hatte, dem Fuchsmädchen etwas Vernunft beizubringen, hörte sie draußen eine ihr wohlbekannte Stimme. Es war Orok. Ihr Herz machte einen kleinen Freudensprung. Er war am Leben. Wobei doch so viele tot waren, insbesondere die beiden Elfen. „Ja, hier ich bin!“, rief sie zurück. Sie konnte seine Silhouette durch das Eis sehen.

Jetzt buddelten zwei Wargs, während der Orkkrieger seine Waffe gegen das Eis darüber schmetterte. Nach kurzer Zeit kam es zum Durchbruch und das Loch wurde so vergrößert, dass man sich durchquetschen konnte. Die Dunkelelfen verhielten sich kalkulierend und sorgten dafür, dass zu jeder Zeit auf beiden Seiten der Mauer mehr Bewacher als Gefangene waren. Nur eins bedachten sie nicht, nämlich, dass da noch ein kleines Männchen ohnmächtig im Wagen lag. Entweder sie hatten ihn schlichtweg vergessen oder trauten dem alten Mann keinen Fluchtversuch zu.

Als Marga durch den Schlamm gezogen wurde – dreckiger konnte ihre Kleidung sowieso nicht mehr werden – und von Orok hochgehoben wurde, erkannte sie, dass er einige Verletzungen erlitten hatte. Aber es schien ihm wenig auszumachen. Auch Marga hatte einiges erlitten, Hitze und Kälte hatten ihre Spuren hinterlassen, aber um all die Blessuren würden sie sich später kümmern.
Während die letzten zwei Dunkelelfen folgten, warf sie einen Blick auf das Schlachtfeld. Grässlich. So viel Blut, so viele Tote. Die Wagen der Gefangenen waren alle drei nicht mehr zu gebrauchen, einer war abgebrannt, beim anderen die ganze Flanke zerborsten. Nur beim dritten brauchte man eigentlich nur eine neue Tür einzusetzen, um ihn wieder einsatzbereit zu machen, aber dafür fehlte es an Zeit und geschickten Handwerkern. Außerdem wurden die überlebenden Zugtiere für die Karren mit den Waffen gebraucht und von den Gefangenen war nur noch ein kläglicher Rest übrig, die man auch am Strick führen konnte.
Marga vermied es zum Schauplatz des Kampfes zwischen ihrer Meisterin und dem Dunkelelfen zu sehen. Belenus kristallisierter Leichnam war auch tabu. Stattdessen blickte sie zu den Dunkelelfen, die sich näherten. Der eine war ein großer erhabener Anführer, wie man an seinem gewaltigen Schlachtross und seinem Benehmen erkannte. Dabei war zusätzlich noch der Feuermagier. Marga glaubte, ihn umgebracht zu haben, doch er war zurückgekommen (sie hatte es immer noch nicht begriffen, dass es sich um dessen Zwillingsbruder handelte). Sie glaubte, wenn Tharan sie erkannte, würde sie sterben. Sie blieb daher in Oroks Schatten. Als dritter kam der Dunkelelf, den Juno attackiert hatte. Diese elende Petze.

Lukra stand nun zu Fuß vor der Gruppe. Alle Dunkelelfen mieden seinen Blick, also war es nicht verdächtig, dass Marga ebenfalls wegschaute. Die Halborkin war keine gute Schauspielerin, aber sie beherrschte zumindest eines perfekt: Einen nichtssagenden, ernsten Gesichtsausdruck, der alle Gefühle versteckte. Diese Mimik trug sie, seit sie ein Kind war und in einer Gemeinschaft aufwuchs, welche sie als Fremdkörper behandelte.

Trotz des Schreckens, der folgte, verzog Marga ihre Miene nicht. Orok hielt sie fest, aber das war nicht notwendig. Sie schaute einfach nur zu. Alle in der Runde schauten zu. Marga ließ die Augen über die anderen Anwesenden wandern, während Juno die Luft wegblieb. Ihr Blick blieb bei Lukra stehen. Er war ein Hüne, ein Muskelprotz, der mit einer einzigen Hand Juno hochheben konnte. Gegen diesen Wilden konnte keiner hier bestehen, außer vielleicht der Feuermann, weil die magischen Flammen einen Kerl töten konnten, egal wie groß er war.
Warum konnte nicht irgendetwas passieren? Etwas unerwartetes, ein Bote, dessen Nachricht Lukra ablenkte oder ein einzelner Pfeil eines überlebenden Feindes? Oder Lukra musste niesen oder bekam einen Hustenanfall? Oder ein Stein fiel vom Himmel, ein Ork stolperte und fiel auf Lukra, ein Blitz schlug ein. Irgendetwas? Nein, nichts passierte, alles verlief nach dem Willen dieses Mannes.
Marga hatte gehört, dass in Grandessa der Galgen eine beliebte Strafe war. Ein großes Holzgerüst mit einem starken Seil, das zu einer Schlinge geknüpft war. Wenn der Galgen eine Person war, dann würde er wie Lukra aussehen. Nein, er wäre Lukra.
Junos Körper wurde schlapp und der Offizier ließ ihn auf den Boden fallen, als ob sie nur ein Gegenstand wäre. Als nächstes wendete er sich Eilmana zu. Marga glaubte, er würde auch sie erwürgen, als er ihr Kinn ergriff. Aber er tat es nicht. Das Angebot, als Heilerin für die Dunkelelfen zu arbeiten, überlegte er sich. Zumindest war Eilmanas Leben damit vorerst gesichert.

Als Marga bereits geglaubt hatte, dass das Morden aufgehört hatte, schlug Lukra einem Dunkelelfen, der das Maul zu weit aufgerissen hatte, den Kopf ab. Für den Mann hegte Marga keine Sympathien, aber es war schlecht, dass Lukra Untergebene genauso schnell und hart bestrafte wie Gefangene. Sollte Marga auch nur einen Fehler in seiner Nähe machen, da konnte ihr alles orkische Blut in ihren Adern nicht helfen, Lukras Klinge zu entkommen.
Also beeilte sie sich, dem Befehl nachzukommen, Junos Überreste fortzuschaffen. Orok trug das Mädchen ganz allein. Der Weg führte über die Schlammpfütze hinweg, wo Marga ihre Tasche hatte fallen lassen. Die Halborkin nahm sie schnell auf, bevor noch irgendein Plünderer sich daran machte.
Marga wagte, als sie weit genug weg waren, einen Blick auf das Gesicht des Fuchsmädchens. Die Augen waren halb offen und starrten die Halborkin vorwurfsvoll an. „Du haben mich geschlagen, du haben getan, als wüssten besser und jetzt ich bin tot und du hast das nicht gewusst.“, tönte es in Margas Kopf.
Voller Scham schaute die Halborkin weg. Ja, sie hatte geglaubt, wenn es nach ihren Vorstellungen verlief, wenn das Fuchsmädchen schön duckmäuserte, würde man es verschonen. Dass alles so eskalierte, hätte sie nicht wissen können. Belenus war tot und Laiya ebenso. Auch hierbei hatte sie sich so schlau vorgekommen und gedacht, sie könnte alle austricksen, sowohl die Dunkelelfen, als auch den Schamanen und die List umdrehen. Die Resultate sprachen dafür, dass Marga versagt hatte. Es war alles ihre Schuld. Sie hatte die Elfen überhaupt erst zu den Orks gebracht, sie hatte den Tod der Pferde zu verschulden. An tausend Ecken und Enden glaubte sie, Fehler gemacht zu haben. Sie, die ach so schlaue und mächtige Eismagierin. Dabei war sie eine schreckliche Schülerin und eine noch viel schrecklichere Person.

Vielleicht war es einfach besser, mit dem ganzen Unfug aufzuhören und nur noch auf die Befehle der Dunkelelfen zu hören. Die schienen immer zu wissen, was Sache war. Vermutlich lag es in ihrer Natur, wie es in der Natur der Orks lag, einfach nur den Offizieren zu gehorchen. Möglicherweise war es der Welt vorbestimmt, von den dunklen Völkern erobert zu werden und Marga würde zermalmt werden, wenn sie sich dagegen stemmte, anstatt ihren vorbestimmten Platz einzunehmen. Sie schaute noch einmal auf das Fuchsmädchen. Dieses Mal schwieg die Stimme. Vielleicht war es gut so, dass alles vorbei war. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Orok bettete Juno auf einen der Wagen mit den Karren. Marga schaute sich um. Es gab keine weiteren Befehle, also wendete sie sich an die Dunkelelfen, welche sie begleitetet hatten.
„Da waren unser Proffiviant drauf.“, sprach sie und deutete auf den abgebrannten Wagen. Dann deutete sie auf das Schlachtfeld, wo die Wargs die gegnerische Kavallerie niedergemacht hatten. „Können wir holen Pferdefleisch für nächsten Tage? Wir und unsere Wargs brauchen und Pferdefleisch gutes Fleisch.“

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Sonntag 10. Februar 2013, 20:01

Lukra's Befehle wurden ohne jedes Zögern befolgt und auch Marga begann im Angesicht dieser Übermacht an Kraft, Magie, Hinterlist und Grausamkeit langsam zu zweifeln, ob das dunkle Volk nicht einer natürlichen Ordnung folgte und sie einfach dafür bestimmt waren die Welt an sich zu reißen. Den Willen dazu hatten sie alle Mal!
Orok und Marga hatten den Leichnam der Fuchshybridin auf einen der Transportwagen gebettet und sich so ein Stück von dem kläglichen Rest der Gefangenen getrennt. Auch wenn einige der Männer, Orks wie Dunkelelfen, müde, angeschlagen und geschafft wirkten, so trieben sie einander zu Höchstleistungen an. Man spürte, man sah, vor allen in den ernsten Gesichtern der Orks, dass sie diesen Ort des Todes alle schnell verlassen wollten. Dem dunklen Volk schien al das Blut und Leid am wenigstens etwas auszumachen, ja manche schienen mit einer gewissen Genugtuung und Freude den Schauplatz zu betrachten. Doch diejenigen die überhaupt keine Regung zeigten, waren am unheimlichsten. Zu jenen stillen Personen gehörte nicht nur Lukra und ein paar seiner Offiziere, sondern auch der Diplomat mit seinen beiden stillen Begleitern, den Elite-Kämpfern. Sie hatten mit einer Ruhe das Geschehen verfolgt, die auf größte Selbstdisziplin schließen ließ. Die drei hielten sich immernoch etwas abseits auf ihren Reittieren.
Ragna hielt sich nah bei Marga und drückte ab und zu ihre breite Stirn an ihre Schulter oder Rücken, als suchte sie Ruhe bei ihrer Gefährtin. Auch Ranathor stupste Orok immer wieder an, bis dieser seine Hand beruhigend in sein Maul legte und die weiche feuchte Zunge streichelte. Orok beugte sich ein kleines Stück zu Marga hinunter, als sie allein am Wagen standen und flüsterte:
„Du gut gemacht. Wir aufpassen müssen! Vorsichtig sein! Dies keine Zeit für Heldentaten ...“
Sein Blick ruhte auf einem Stück Fuchsschwanz, das noch unter der Plane hervor schaute und bevor noch jemand auf die Idee kam sich daraus eine Trophäe zu machen, schob er ihn sorgfältig zurück. Er musterte Margas gleichgültiges Gesicht und nickte zufrieden. Solange die Situation so brenzlig war, durften sie sich keine Fehler erlauben. Marga zeigte hinüber zu den Wagen die sie verloren hatten und sagte:
„Da waren unser Proffiviant drauf. Können wir holen Pferdefleisch für nächsten Tage? Wir und unsere Wargs brauchen und Pferdefleisch gutes Fleisch.“
Orok nickte und straffte seine ohnehin schon gewaltigen Schultern, was seine Rüstung leise knirschen ließ. Er ging ein paar Schritte zu einem der Dunkelelfenoffizieren und sprach:
„Wir haben Proviant verloren. Ich erbitte, die Erlaubnis die toten Pferde als Ersatz aufladen zu dürfen.“
Der Dunkelelf antwortete ebenfalls flüssig in Krz'ner:
„Hm … Sammelt erst die Waffen der Gefallenen ein. Das hat Vorrang. Wenn dann noch Zeit ist, könnt ihr euch die Pferde holen. Einigen von euch könnte es sicher nicht schaden, ein paar Tage zu hungern, ha! Wir wollen bald weiter reiten, also beeilt euch besser, wenn ihr euer Fressen wollt.“
Der Dunkelelf grinste seinen Kumpanen neben sich an und wie zwei Raubtiere, die nur darauf warteten, dass ihr Opfer in die Falle ging, grinsten sie Orok provozierend an. Die Spannung, die zwischen den beiden Reisegruppen sich nun langsam aufbaute, war fast greifbar. Der Trupp der Waffenlieferung und der der Lebensmittel, hatten zwar das gleiche Ziel, wie es schien, doch hatten sie auch unterschiedliche Gewichtung. Die Orks hatten den Diplomaten aus Grandessa bei sich und transportierten die wertvollen Waffen und die Krieger um Lukra „nur“ die Lebensmittel. Es war abzusehen, das da Spannungen in der Luft lagen. Das die hochrangigen Offiziere sich kaum um diese Nebensächlichkeiten kümmerten war klar, doch in den niederen Rängen begann es leise zu brodeln und jeder Dunkelelf wusste, dass er besser da stehen würde, wenn er die wertvollere Beute vorzeigen konnte. Das Gehabe der beiden Männer, vor denen Orok stand, sollte provozieren. Wenn einer der Orks ausrasten würde, so wäre es ein leichtes gegen sie zu argumentieren und die gesamte Ladung zu übernehmen. Orok war jedoch nicht dumm, auch wenn sein Äußeres oftmals darauf schieden ließ.
„Natürlich, wie ihr wünscht.“
Warg's sind immer hungrig und wenn Warg's hungrig sind, dann sie fressen auch mal kleine, unvorsichtige Dunkelelfen …
, fügte Orok in Gedanken hinzu und schaffte es sogar, eine unbeholfene, angedeutete Verbeugung zu machen und sich mit funkelnden Augen zu Marga umzudrehen. Schnell war er wieder bei ihr.
„Wir erst Waffen sammeln, dann Pferdefleisch.“
Marga konnte vielleicht aufgefallen sein, dass Orok, wenn er Krz'ner sprach, viel selbstsicherer wirkte und eine gewissen Anführer-Ausstrahlung hatte. Wenn er Celcianisch sprach wirkte er immer sehr unsicher.
Aus einiger Entfernung beobachten dunkelgraue Augen die Szenerie. Der Diplomat thronte auf seinem Warg, der unter seiner fast grazilen Gestalt wie ein Monster wirkte. Seine beiden Elite-Kämpfer hatten ihre Augen überall, aber er beobachtete die Szenerie von „oben“ und analysierte jedes Detail. Neben Lukra würde er stehend wie ein Hänfling wirken, doch war da etwas in seiner Presence, dass jedermann Abstand einhalten ließ. Es wirkte, als ob das Schicksal noch seinen Auftritt zurück hielt und vielleicht war es besser, wenn es so weit war, dann nicht in seiner Nähe zu sein.
Marga fühlte jedes Mal einen kalten Schauer, wenn sein Blick sie streifte, aber ließ sich nichts anmerken. Sie hatte genug Übung darin, sich unter Menschen zu bewegen, die nichts von ihren Gedankengängen mitbekommen sollten.
Orok hatte noch ein paar weitere Helfer zusammen gerufen und verteilte Aufgaben. Auch wenn er nicht ihr direkter Anführer war, so verstanden sie doch alle, dass der Befehl von weiter oben kam und keiner muckte auf. Die Orks im allgemeinen wirkten etwas geknickt, denn sie hatten große Verluste hinnehmen müssen und bald bemerkte Marga, dass sie nirgends den Anführer des Trupp sehen konnte. Der Ork, der ihr versucht hatte schöne Augen zu machen, war verschwunden. Sie sah ihn nirgends und nach einer Weile des Waffen hin- und hertragen, fand sie auch den Grund dafür. Sie wäre fast über seinen Leichnam gestolpert, der schon zur Hälfte im Matsch versunken war. Sein gewaltiger Warg auf dem er geritten war, lag nur wenige Schritte entfernt still im Schlamm und bewegte sich nicht. Fast hätte Marga glauben können er wäre auch tot, bei den vielen Pfeilen die in seiner dicken Muskulatur steckten, doch sein Brustkorb hob sich ab und zu und die schmalen Augen fixierten seinen Herrn. Das Tier war völlig apathisch und wenn sie nichts sagen würde, so würde er sicher für tot durchgehen und mit den anderen Leichen zurück gelassen werden. Marga hatte noch nicht alles über diese Tiere gelernt, aber ohne seinen Herrn, würde er nur noch als Lastentier zu gebrauchen sein und ein stumpfes Dasein fristen. Sie wusste nicht, wie Wargs sich in freier Wildbahn verhielten, noch ob sie nach der Zähmung überhaupt noch alleine lebensfähig waren. Vielleicht berührte sie auch das Schicksal dieses Tiers überhaupt nicht. Es gab in diesen Minuten und Stunden schon genug zu bedenken.
Die Kampfkraft der Truppe war geschwächt und durch das Dazustoßen der zweiten Gruppe wieder gestärkt worden. Die sozialen Gefüge mussten sich erst neu finden und Reibereien waren vorprogrammiert, wenn die Dunkelelfen die Zügel nicht straff hielten. Die Orks hatten ihren Anführer verloren und brauchten unter einander schnellstens eine neue Hierarchie, sonst brach Chaos aus. Marga hatte die Strukturen untereinander in kurzen Zügen kennen gelernt. Sie begann zu ahnen, dass eine Orkhorde, ohne Führung eine echte Gefahr darstellen konnte … , selbst für einen Haufen Dunkelelfen. Vielleicht behielt der Diplomat deshalb die Situation auch so genau im Auge?
Orok und drei weitere der überlebenden Grünhäute, schleppten gerade das dornige Kampfgeschirr eines Wargs zum Wagen, als ihr dieser Blick wieder auffiel. Er musterte Orok einfach etwas zu genau.

Eilmana und Tharan gingen zurück zum teilweise zerstörten Gefängniswagen. Der Elf brannte sich einfach seinen Weg durch die Wand. Eilmana die wie ein Hund an der Leine geführt wurde, hatte keine andere Wahl als ihm zu folgen. Sie hatte noch kurz einen Blick auf den Körper von Juno werfen können, bevor dieser von den breiten Schultern des Orks verdeckt wurde und eine Plane ihren Leichnam bedeckte. Die Halborkin stand immer nah in seiner Nähe und verschwand fast in seinem Schatten.
Nachdem sie die Eismauer passiert hatten, brachte sie Tharan zum Wagen und lies die Leine locker.
Dort lag an der inneren Wagenwand der bewusstlose Gnom und Neif, von Wotan fehlte jeder Spur.
Die Elfe zu mindestens konnte den kleinen pelzigen Freund von Juno nirgends entdecken und auch der Feuermagie war ratlos wo sich das Hörnchen versteckt hatte. Er tat das Verschwinden des Nagers mit einen Schulterzucken ab und wendete sich an die Malerin.
„Kümmere dich zuerst um den Alten, danach kannst du dich um deine Krähe kümmern und ich warne dich, versuche keine Tricks!“
Seine Augen die jetzt wieder schwarz waren, leuchteten kurz rot auf. Während sie sich um den Gnom kümmern konnte, ließ sie der Dunkelelf keinen Moment aus den Augen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Dienstag 12. Februar 2013, 21:24

Nachdem Eilmana ihre Frage beendet hatte, sah sie den Anführer der Dunkelelfen auf sie zukommen.
Ein Schauer nach dem anderem jagte ihr über die Haut, und als sie sah wie er Juno hoch hob und ihre Kehle zuschnürte, war in ihrem Blick nur noch blankes Entsetzen und völlige Apathie sichtbar. Auch als Juno zu Boden geworfen wurde, zeigte Eilmana keinerlei Regung und starrte mit glanzlosen Augen auf den mächtigen Elf, der sich ihr näherte. Sie war nicht Mal im Stande einen klaren Gedanken zu fassen. Sie verspürte nur noch Angst, blanke Angst. In dem Moment, wo er Eilmana mit seiner Hand berührte, wurde Ihr schlecht, er nahm ihr Kinn so behutsam mit der Hand, mit der er zuvor Juno getötet hatte. Eilmana hatte jegliche brutale Reaktion erwartet, aber ihr wäre niemals in den Sinn gekommen, dass dieser Elf im Stande war eine sanfte Berührung auszuführen. Dennoch, seine Anwesenheit und seine Ausstrahlung ließen die Angst in ihr nicht vergehen. Stattdessen befürchtete sie jederzeit noch eine Brutale Reaktion seinerseits und diese folgte. Als Eilmana schon dachte, es wäre vorbei, ergriff der Dunkelelf neben Ihr das Wort und wurde kurz darauf seines Lebens beraubt. Eilmana traute ihren Augen nicht, als sie seinen Kopf vor ihre Füße rollen sah. Doch all der Schreken ließ in ihr keine weitere Regung zu, sie war völlig gelähmt und nicht im Stande irgendetwas zu sagen Geschweige denn zu tun.

Als die Orks, Junos leblosen Körper wegschafften, schaute sie noch kurz zu Juno und sie wusste, dass sie einen toten nicht wieder beleben konnte. Mit diesem traurigem Gedanken, folgte sie Tharan, der die junge Elfe an einer Leine hinter sich her zog, wie ein Stück bedeutungsloses Vieh.

Am Gefangenenwagen angekommen, sah sie Naif und den alten Gnom. Sie sah Tharan in die dunklen Augen und nickte.
„Ja“ Antwortete sie auf seinen Befehl hin nichts dummes anzustellen. Was hätte sie auch tun sollen, sie hegte nicht die Absicht jetzt zu flüchten, wollte sie doch den verletzten Helfen und vorallem ihrem Freund!
Dann ging sie in den Wagen und kniete sich vor den Gnom. Seine Wunden schienen nicht so schlimm, lediglich die Wunde am Kopf hatte ihn zur Bewusstlosigkeit gezwungen. Eilmana legte ihre Hände über seinen Kopf und schloss die Augen. Ihre Hände begannen sogleich hell und warm zu leuchten und man konnte mit bloßen Augen mit verfolgen wie sich die Wunden des Alten Gnoms schlossen und alles verheilte. Einen Augenblick später öffnete er die Augen. Seinen Augen schienen sich verändert zu haben. Sie waren nicht mehr ganz so bleich wie zuvor. Doch Eilmana wusste nicht ob ihre Kraft eine solch lang zurückliegende Verletzung auch heilen oder bessern konnte. Da sie nicht wusste, ob er sie sah, nahm sie seine Hand in ihre und sprach lieblich und beruhigend zu ihm.
„Hallo, ich bin es, Eilmana, es ist viel passiert aber ich habe dich gerade mit meiner Lichtmagie geheilt so gut ich konnte. Ich hoffe es geht dir besser? „

Sie lies seine Hand los und wartete auf seine Antwort während sie sich Naif zu wand. Eine Träne rollte ihr über die Wange, als sie ihren gepeinigten Freund vom Boden aufhob und sanft in ihre Arme schloss. Sofort begann es an der Stelle ihrer Brust, wo Naif nun lag zu leuchten, noch wärmer und goldener als zuvor. All ihre Liebe zu diesem Tier lag in ihrem Zauber und so dauerte es nur wenige Augenblicke, bis ein munteres Krähen zu hören war. Der Rabe sah Eilmana mit seinen schwarzen aber funkelnden Augen an und rieb seinen Schnabel an ihrer Wange.
„oh Naif,…ich bin ja so froh…ich hatte solche Angst ich hätte dich verloren…“
Erneut rollten ihr Tränen über die Wangen, aber diesmal auch vor Freude. Der Rabe kuschelte sich erneut an sie. Dann sprang er auf ihre Schulter und streckte kurz seine Flügel und das Köpfchen, er schüttelte sich noch und dann saß er stolz auf der Schulter seiner Freundin. Er bemerkte den Dunkelelfen und die Kette die Eilmana umgelegt worden war sofort, doch der Rabe war intelligent wie alle seine Artgenossen. Und das Leben mit Eilmana bei den Elfen hatte ihn vielleicht sogar noch intelligenter gemacht. Er beachtete den Dunkelelfen nicht und fügte sich vorerst der Situation, jedoch war er auf der Hut. Mit all seinen Sinnen achtete er auf jedes Geräusch und jede Bewegung, gefasst darauf jeden Moment wegzufliegen, um Schutz und Hilfe zu suchen. Denn er wusste, würde er sterben, durch ein solchen Ereignis, würde es Eilmana das Herz brechen und er konnte ihr Tod auch nicht mehr helfen.
Eilmana drehte sich um und sah Tharan an. Ihre Erscheinung ist nun ein sehr abstruses Bild. Eine blonde, wunderschöne Elfe, mit amethystfarbenen Augen, von einem Volk der Elfen, das nicht erhabener und friedlicher sein konnte und doch stand diese Elfe mit entschlossenem Blick, blutbefleckt, dreckig und mit einem schwarzen Raben auf der Schulter vor ihm, kein Stück ihres Stolzes gebrochen. Was mochte ein Dunkelelf bei diesem Anblick denken? Was mochte der Anführer der Dunkelelfen gedacht haben, als er diese Elfe vor sich sah? Eilmana wusste all das nicht, aber sie hatte Hoffnung, sie wusste das die Hoffnung da war, genauso wie die Angst und das Bangen würde die Hoffnung niemals gänzlich verschwinden. Es gehörte alles zusammen, wie Licht und Schatten und wenn diese junge Elfe eines Wusste…DANN dass Licht und Schatten nicht zu trennen waren, schließlich war sie Lichtmagierin.



….Mit jeden Tag und jedem Ereignis das Eilmana auf dieser Reise erlebte wurde ihr klarer das sie ihre Gefühle zu kontrollieren lernen musste. Ihr wurde auch bewusster, dass sie Kräfte zu besitzen schien, die mit ihren Gefühlen kontrollierbar wurden. Diese würde sie aber nicht nutzen können, solange sie ihre Gefühle nicht unter Kontrolle hatte… was würde ihr das alles noch bescheren? Würde ihr Meister Recht behalten und die richtige Entscheidung mit ihrer Reise getroffen haben?
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 13. Februar 2013, 14:27

Der Gnom kam dank Eilmanas Heilmagie wieder zu Bewusstsein. Die Trübung seiner Augen wurde für den Moment etwas klarer und man konnte fast seine wahre Augenfarbe erkennen. Aber so schnell auch die Veränderung kam, so schnell verschwand sie auch wieder. Die Seelenspiegel von Gregor nahmen als er ihren Worten lauschte, wieder die gewohnte milchige Färbung an.

Noch während Eilmana sich um die Heilung ihres Rabenfreundes kümmerte antwortete der kleine Heilkundige. „Ich danke dir Kindchen!“ Er schenkte ihr das mittlerweile gewohnte warme Lächeln und begann dann auffällig mit der Nase zu schnüffeln. Tharan der das Verhalten des Winzlings kannte, zuckte nur mit den Schultern und behielt weiterhin die Gefangene im Auge. Der Gnom hingegen, nutzte seine verstärkten Sinne um einen überblick über die Situation zu bekommen. Er spürte auch wie Eilmana einen Großteil ihrer Energie für die Knochenbrüche ihres gefiederten Freundes benutzte. Was ihn aber noch viel mehr erstaunte war das sie danach noch in der Lage war aufrecht zu stehen.

Aber er konnte sehen dass sie nicht mehr all zu viele Reserven übrig hatte. Und ja Gregor konnte sehen! Nur nicht so wie normale Wesen. Schon damals in Pelgar hatte er die Fähigkeit entwickelt die Lebensenergie von Lebewesen sämtlicher Arten zu erkennen. Denn in jeden Körper befand sich Licht, man musste nur wissen wie man dieses hervorbringen konnte.
Durch die Jahre seiner Blindheit hatte er die Kunst der Lebensenergie Erkennung so sehr verfeinert das ihn seine körperliche Beeinträchtigung nicht mehr Behinderte.

Um sich besser Vorstellen zu können wie der Gnom seine Umwelt sah, musste man sich eine alles umfassende Finsternis vorstellen. Die Umrisse des Wagens in den sich Gregor befanden leuchteten in dieser Dunkelheit in einen kühlen eisblau, Eilmanas’ Körper war ein strahlend heller menschlicher Umriss, der leicht flackerte. Tharans Körper hingegen leuchtete permanent in einem sehr dunklen Violett und ab und an blitzte ein roter Funken in seinen Umriss auf. Jeder Gegenstand und jedes Lebewesen hatte ein spezielles Licht. Durch die verschieden Farbnuancen konnte Gregor die Gesinnung der einzelnen Personen erkennen.

Nach außen hin spielte er aber weiterhin den blinden, hilfsbedürftigen Gnom. Er glaubte eigentlich nicht mehr daran zu entkommen, aber ein kleiner rebellischer Funke in seinen Inneren wollte es trotzdem Versuchen, wenn sich eine vielversprechende Möglichkeit bot.

Doch im Moment machte ihn Eilmanas flackerndes Lebenslicht mehr sorgen. Sie spürte es vielleicht nicht aus Trotz oder aus Angst schwäche vor den Dunkelelfen zu zeigen, aber ihr Körper hatte nicht mehr all zu viele Reserven für weitere Zauber.
Gregor erhob sich mit einem ächzenden Laut und stellte sich neben die junge Elfe, dabei blickte er Tharan an. Dieser schmunzelte kurz über die Elfe und den Gnom. Die Beiden gaben für ihn ein zu komisches Bild ab. Sie die junge Elfe die noch nicht gebrochen war und der Winzling der nur noch dafür lebte Lukra und seinen Trupp zu dienen. Irgendwann würde diese Lichtmagierin genauso aussehen wie der Gnom. Dachte er sich finster und nahm wieder die Leine in die Hand. Auch dies war ein deutliches Zeichen dafür das Eilmana noch nicht gebrochen war. Für den alten Heiler benötigten sie keine Leine mehr, denn sein Geist gehörte Lukra schon. Vielleicht würde er dies auch bei Eilmana schaffen, wer wusste das schon?!
Ohne ein Wort zu sagen zog Tharan die Elfe in die Richtung in der sich die verletzten Dunkelelfen befanden. Gregor folgte ihr und hielt um den schein zu wahren ihre Hand, so als ob er nicht wusste wohin er gehen musste.

Die Malerin spürte ein kribbeln in der Hand die die des Gnoms hielt. Es war ein angenehmes Gefühl und sie fühlte sich als ob ihr Körper mit den seinen verbunden war.
Der kleine Mann verbarg irgendetwas und bei diesen Gefühl von wärme musste sie an ihren Meister in der Elfenstadt denken. Sie wusste ja nicht dass Gregor ein sehr begabter Lichtmagier war, der sich auf die Heilmagie spezialisiert hatte. Vom Kämpfen hielt er nicht viel und wie alle Gnome war er Körperlich dafür nicht geeignet, was dazu führte das er sich für diese Form der Magie interessierte und natürlich lag es auch an der Veranlagung.


Bei Marga und Orok

Die Beiden waren gerade auf der Suche nach brauchbaren Waffen, als einer der Orks kurz freudig grunzte. Danach zog er eine Elfe an ihren langen braunen Haaren in die Luft. Dies stöhnte kurz unter Schmerzen auf und der Ork namens Rafor lies seinen Fund auf den Boden fallen.
Kaum hatte er sie gefunden, lag sie auch wieder auf der matschigen Erde. Zwischen all den Leichen zog Rafor die Verletzte an den Haaren in Richtung Eilmana, wie Marga sehen konnte. Die Eismagieschülerin konnte auch noch ein blick auf die unglückliche Seele werfen. Bevor sie aus ihrer Sichtweite gezogen wurden.
Diese Kriegerin hatte wahrscheinlich mit einem Warg gekämpft. Ihr Gesicht war grotesk entstellt und man konnte sehen wie Krallen ihre Haut aufgeschnitten hatte. An ihren rechten Unterarm fehlte ein Faustgroße stück und man konnte schon ihren Unterarmknochen erkennen, sowie einige durchtrennte Sehnen. Was sie für eine Rüstung trug war schwer zu sagen, da sie von oben bis unten mit Schlamm und Blut verdreckt war.
Als sie gerade Orok darauf aufmerksam machen wollte stolperte sie über den Leichnam ihres einstigen Verehrers.


Tharan und Gefangene

Die vier hatten schnell den Eisring verlassen, als ein dümmlicher Ork mit wedelndem Arm in ihre Richtung kam. Mit einer Hand machte er eine winkende Geste, mit der anderen zog er wie es schien etwas hinter sich her.
Tharans linke Augenbraue wanderte nach oben und er musterte den grünlichen Krieger. Dieser brauchte auch nicht lange um die Gruppe zu erreichen. Jetzt erst erkannte sie, dass der Ork einen verwundeten Elfen hinter sich herzog. Einen von denen, die sie angegriffen hatten, jedenfalls aus sich von Tharan. Eilmana hätte sich über einen Sieg der Angreifer gefreut und wahrscheinlich auch Gregor.
„Lass sie hier und geh wieder an die Arbeit!“ Ließ der Feuermagier den Finder wissen, der eigentlich gehofft hatte eine Belohnung für seinen Fund zu bekommen. Aber der blick des Dunkeln lies ihn nicht einmal daran denken zu diskutieren. Also suchte Rafor schnell das weite und gesellte sich wieder zu den anderen Orks und Marga.

Tharan drehte sich zu Eilmana und Gregor um. „Behandelt sie, ich will das sie noch lebt wenn Lukra sich um sie kümmert!“ Er ließ die Kette von der Lichtmagierin los und ging zu seinen Anführer, dabei schaute er ihr noch einmal kurz in die Augen. Der Magier gab ihr damit zu verstehen dass eine Flucht sinnlos war. Vielleicht war dies auch der erste Versuch ihren Willen zu brechen?
Gregor der diese Spielchen bestens kannte und nur verloren hatte, sagte nur kurz: Mach kein Mist Kind! Sie würden dich ja eh nur wieder fangen. Hilf mir lieber dabei, der Frau für den Moment, ihre Schmerzen zu nehmen.

Gregor hockte sich zu der Verwundeten hin und legte seine Hand über die abgebissene Stelle am Unterarm. Er murmelte kurz vor sich hin und ein kleiner Bronzeschimmer entstand unter seine Handfläche und umschloss die Wunde. Als Eilmana dies sah, war ihr sofort klar, dass der alte Gregor ein Lichtmagier war. Es dauerte auch nicht lange und die Wunde am Arm hörte auf zu bluten. Ein paar Schweißtropfen bildeten sich auf der Stirn des Heilers, aber noch war er nicht fertig. Seine heilende rechte Hand fuhr über das entstellte Gesicht der Elfe und sorgte auch hier für eine Beendigung des Blutverlustes.

Die Patienten öffnete ihre grünen Augen, genau in den Moment als der Gnom mit seiner Behandlung aufhörte. „Ich danke euch für eure Hilfe….“ Sie hustet kurz bevor sie mit einer krächzenden Stimme weiter sprach. „…. auch wenn sie vergebens war!“ Schwach blickte sie in die trüben Augen des alten Mannes. Dieser drehte sich kurz darauf um, weil er eine neue Präsenz wahrnahm. Lukra war auf den Weg zu ihnen das konnte er deutlich sehen.
In seiner Welt näherte sich etwas, das Licht um sich herum aufsaugte. Er sah keinen Umriss sondern nur wie das Licht in seiner Welt verschwand.
Schnell drehte er sich zu der Gefangenen und sprach so leise zu ihr dass nur noch Eilmana hören konnte was er sagte. „Egal was er wissen will, erzähl es ihn. Er bringt dich sonst dazu.“
Wie Lukra das anstellen würde lies er unausgesprochen, aber Eilmana konnte sich schon denken wie. Das kurze hoffungslose Lächeln der Verwundeten durchschnitt förmlich Gregors Herz. „Ich habe alles verloren, es gibt für mich keinen Grund mehr weiter zu leben!“ Trauer und Hoffnungslosigkeit lag in der Stimme der Frau und der schönen Malerin wurde noch einmal mal mehr bewusst in was für einer trostlosen Situation sie sich befand. Sie konnte froh sein das es ihr und Neif noch gut ging. Denn viele Lichter waren heute erloschen und ein weiteres würde bestimmt bald gelöscht werden, denn Lukra war nur noch wenige Meter entfernt.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Donnerstag 14. Februar 2013, 07:56

Beunruhigt hörte Marga dem Gespräch zwischen Orok und den Dunkelelfen zu. Sie verstand zwar nicht genau, was vor sich ging, aber sie spürte eine Spannung in der Luft, die gefährlich werden konnte. Aber der Ork war vernünftiger als der Dunkelelf und fügte sich dem Befehl.
Als sie die neuen Befehle erfuhr, runzelte sie die Stirn. Was halfen bitteschön die Waffen, wenn der Bauch leer und die Muskeln schlapp waren? Natürlich sollte man die Waffen nicht in der Gegend herumliegen lassen, wo sich jeder Spinner daran bedienen konnte. Das einzige, was ihr einfiel war: „Dann wir machen das erste schnell, damit wir haben mehr Zeit für zweites.“

Orok trommelte einige Orks zusammen und vergab Aufgaben. Sie gehorchten ihm schnell, dabei war er der einzige Ork aus seinem Stamm hier. Aber er hatte Grips, kannte die Befehle von oben und vielleicht hatte auch die Anwesenheit Margas etwas damit zu tun. Dass er als einziger Ork seine Gefährtin dabei hatte, war ein Statussymbol (auch wenn es Marga gar nicht auf diesen Gedanken kam).
Natürlich drückte sich Marga nicht vor ihrer Pflicht. Weil sie nicht mehrere Streitäxte, Schwerter oder Speere auf einmal schleppen konnte, aber geschicktere Finger und Augen hatte, würde sie die Waffen von gefallenen feindlichen Bogenschützen einsammeln.
Zusammen mit Ragna ging sie den Weg, der sie auf eine Anhöhe führte. Jetzt konnte sie einen genaueren Blick auf diese Leute werfen, die den Hinterhalt gelegt hatten. Sie hatten lange, spitze Ohren und von der Statur und Hautfarbe entsprachen sie Belenus. Waldelfen also. Wenn die gewusst hätten, dass sie mit ihren Pfeilen auch das Leben eines Bruders riskierten?

Marga wusste, dass sie hierbei Tote bestahl. Aber wer konnte denn behaupten, dass die das Zeug noch brauchten? Sie sammelte Bögen und volle Köcher ein. Die Bögen, bei denen das Holz beschädigt oder sogar ganz zerbrochen war, ließ sie links liegen. Aber mit etwas Nachdenken kam sie darauf, dass eine zerrissene Sehne kein Problem war. Man brauchte nur eine neue. Und die Bogenschützen trugen sogar eingewickelte Ersatzschnüre mit sich. Sie wusste zwar nicht, wie man eine neue Sehne einspannte, aber dafür gab es sowieso keine Zeit. Stattdessen knotete sie die Schnüre einfach um den Holzgriff. Auf diese Weise gingen die Sehnen nicht verloren und waren genau da, wo man sie brauchte. Hausfrauengedanken auf dem Schlachtfeld...

Sie brachte ihre erste Ladung Bögen und Köcher zum Wagen, wo dann andere Orks sie verluden. Das war auch, als die verletzte Elfe gefunden wurde. Die Halborkin hatte kein Mitleid. Die Elfen hatten doch das Feuer eröffnet.
Marga lief erneut zu den Bogenschützen. Bevor sie sich wieder den Bögen widmete, schaute sie sich die Pfeile genauer an, die zwar schussbereit, aber niemals abgeschossen worden waren. Die, die brennen sollten. Die Pfeileschäfte hatten Schlitze, durch die man nasse Stofffetzen gezogen hatten. Die Fetzen rochen ölig... Marga riss einen davon ab und hielt ihn Ragna vor die Schnautze. Die Wargin legte den Kopf schief, schnupperte nur kurz und wies dann mit dem Kopf zu einem der toten Elfen. Marga lief zu diesem hin und sah, dass an dessen Gürtel Flaschen hängen. Sie entkorkte eine davon und stellte fest, dass der Inhalt genau wie die Fetzen roch.
Marga war hinter das Geheimnis der brennenden Pfeile gekommen. In den Flaschen war so etwas ähnliches wie Lampenöl, das aber noch besser brannte. Der Stoff wurde damit getränkt und an den Pfeil geheftet. Vor dem Abschießen wurde der Pfeil noch entzündet. Marga nahm sich zwei der Flaschen und steckte sie in ihre eigene Tasche. Die würden nicht mit auf den Wagen kommen. Wenn es nämlich so weiter regnete, so konnte sie das Zeug auf nasses Holz schütten und dann anzünden. So hatten sie und Orok ein schönen Lagerfeuer trotz Regen. Natürlich brauchte sie einen neuen Feuerstein und Stahl, aber beides fand sie auch bei den Elfen. Und wo sie gerade dabei war: Die Elfen hatten hübsche Jagdmesser. Zwei Stück davon steckte sich Marga in ihre Tasche ein. Orok hatte ja bloß die eigene Axt vom Gefängniswagen retten können. Wenn sie also Pferdefleisch wollten, brauchte er ein neues Messer. Aber warum unbedingt Pferdefleisch? Mal sehen, was die Elfen gutes an Proviant dabei hatten...

Marga stellte fest, dass sie das Plündern überhaupt keinen Kummer bereitete. Es war beinahe so, als würde man durch einen Gemischtwarenladen gehen und sich nehmen, was man brauchte, ohne zu bezahlen. Weil der Ladenbesitzer tot war.
Ein bisschen morbide, aber es gibt schlimmeres. Doch auch Schlimmeres schien ihr keine moralischen Bedenken zu geben: Sie hatte heute gemordet, einen Dunkelelfen. Und es gab überhaupt keine Konsequenzen! Niemand, der zugesehen hatte, lebte noch. Der Dunkelelf war tot, Laiya war tot, das Fuchsmädchen war tot. Moment mal.
Das Elfenmädchen lebte doch noch und das kleine Männchen im Gefängniswagen. Die wussten, dass Marga falsches Spiel mit ihren Vorgesetzten getrieben hatte.

Marga schulterte Bögen und Köcher und machte sich auf den Weg zurück zum Wagen. Sie bekam es mit der Angst zu tun. Was war, wenn das Mädchen ausplauderte? Das war Margas Ende. Nein, nein, nein. Und wenn das Mädchen Marga zu erpressen versuchte? Würde sie das wagen? Um der Freiheit willen bestimmt. Was sollte die Halborkin nur tun?
Als die letzten Bögen abgeladen waren, half Marga den Orks bei ihrer Arbeit. Dabei fand sie auch die Leiche des Blödmannes, der gestern auf dem Dach des Gefängniswagen herum gesprungen war.
„Dir nicht weine nach.“, flüsterte Marga ganz leise. Aber dann erblickte sie dessen Warg. Sie ging auf das arme Tier zu und schaute sich die Verletzungen an. Sie ließ ihn an ihrer Hand schnuppern, damit er sie nicht für eine Feindin hielt, während sie das tat. „Orok!“, rief sie dann. „Hier sein großer Warg. Er leben noch und seine Beine nicht gebrochen. Wir noch brauchen gute Zugtiere, oder? Du glauben, die lassen Heilerin an ihn, wenn wir ihn hinbringen?“
Immerhin hatte man die halbtote Waldelfe zu ihr gebracht. Da machte ein Warg auch keinen großen Unterschied. Das einzige Problem war natürlich, das Vieh zu bewegen.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Freitag 15. Februar 2013, 11:41

Hausfrauengedanken auf dem Schlachtfeld...
Marga arbeitete effektiv und wirtschaftlich. Sie wusste ihre Kräfte gut einzuschätzen und übernahm die Aufgaben denen sie gewachsen war mit großem Fleiß. Schnell hatte sie die erste Ladung Bögen zusammen gesammelt und war wieder am Wagen angekommen. Die Szenerie um die Überlebende Waldelfe berührte sie nur am Rande, denn es gab viel zu tun für die Orks. Die Brandpfeile weckten ihr Interesse und sie ließ Ragna nach dem Ursprung der stark brennbaren Flüssigkeit suchen, die selbst dem Regen trotzte. Das Wargweibchen fand schnell zwei Ölflaschen bei einem toten Waldelfen und Marga rüstete sich neu aus. Ebenfalls wanderten zwei Jagdmesser in ihren persönlichen Besitz, die die Orks wohl niemals als Kriegswaffen betiteln oder vermissen würden, sowie Feuerstein und eine kleine Zunderdose. Dann begann sie die Taschen der Verstorbenen nach Proviant zu untersuchen. Was sie dabei zu Tage förderte, waren hauptsächlich Nüsse und getrocknete Früchte. Eine kleine Portion eines besonders harten Käses fand sie ebenfalls und ein paar in Blätter gewickelte Wurzeln. Insgesamt fiel auf, dass die erschlagenen Waldelfen nicht all zu viel bei sich trugen, also mussten sie irgendwo anders ihr Lager haben. Das Plündern bereitete der pragmatisch veranlagten Halborkin keinen Kummer. Es war viel mehr wie ein Aufsammeln von Dingen die die Toten nicht mehr brauchten und auch sonst beschäftigten wenig Gewissensbisse ihr Gemüt. Alle die ihr hätten schaden können waren doch tot, oder? Dann erinnerte sie sich an die Elfe. Was wenn sie sie an die Dunkelelfen verriet um sich ihre Freiheit zu erkaufen? Wie würde die Gefangene unter der Folter reagieren? Was würde sie tun um sich Leid zu ersparen? Marga bekam es mit der Angst zu tun und ging zu Orok zurück, der ihr die nächste Ladung bögen abnahm und auf den Lagen lud. Dann machten sie sich gemeinsam daran noch die letzten der schlanken Schwerter der Elfen einzusammeln. Dabei fand sie auch die Leiche des Blödmannes, der gestern auf dem Dach des Gefängniswagen herum gesprungen war.
„Dir nicht weine nach.“
, flüsterte Marga ganz leise. Aber dann erblickte sie dessen Warg. Ragna knurrte leise, als sie näher ging. Sie ging auf das arme Tier zu und schaute sich die Verletzungen an. Sie ließ ihn an ihrer Hand schnuppern, damit er sie nicht für eine Feindin hielt, während sie das tat.
„Orok!“
, rief sie dann und ihr Verlobter kam zu ihr.
„Hier sein großer Warg. Er leben noch und seine Beine nicht gebrochen. Wir noch brauchen gute Zugtiere, oder? Du glauben, die lassen Heilerin an ihn, wenn wir ihn hinbringen?“
Ragna mochte den Riesen anscheinend nicht besonders und rieb ihren Kopf an Margas Schulter, was sie fast zu Fall brachte. War das Wargweibchen eifersüchtig? Orok kraulte kurz ihren Nacken, als er an ihr vorbei lief um den verletzten Warg zu betrachten.
„Hm … er stark sein. Er können schaffen. Herr tot, also leeres Herz.“
Er nickte langsam und befand Margas Vorschlag wohl für gut. Er näherte sich langsam dem riesigen Tier und ließ ihm Zeit seinen Geruch aufzunehmen, dann griff er vorsichtig in das struppige Nackenfell und hob den Kopf des Warg ein Stück an. Die großen Augen schauten kaum auf, als Orok das Tier langsam von seinem Herrn weg führte. Zu mehr als zu einem Zugtier taugte der Warg wirklich nicht mehr. Marga sah dem traurigen Bild hinterher und spürte Ragnas Kopf neben sich auf Schulterhöhe. Ob das kleine Wargweibchen auch so verloren sein würde, wenn ihr jemals etwas passieren würde?
Marga sah Orok zu und folgte ihm, wie er den massigen Warg zu den anderen brachte. An einen der Offiziere gewandt sprach er:
„Dieser Warg ist noch wertvoll. Erlaubt bitte, dass ich mich um ihn kümmere. Er ist stark und das Leittier der anderen und wird euch einen Vorteil verschaffen. Lasst ihn heilen und wir werden noch schneller sein.“
Mit ihm würden sie auf jeden Fall wieder schneller voran kommen, das sah auch der Dunkelelf ein und nickte nur beiläufig. Das Schicksal eines Tieres interessierte ihn nicht nur sein eigener Vorteil.
Marge bemerkte wie einige der anderen Orks begonnen hatten Orok zu beobachten, wenn er mit den Dunkelelfen sprach. Gemischte Gefühle konnte man in ihren Gesichtern lesen. Teilweise war es wohl so etwas wie Anerkennung für seinen Mut, sich den Launen dieser magischen Wesen auszusetzen, teilweise aber auch Missfallen darüber, dass er anscheinend sich zum neuen Sprachrohr der Befehlsgewalt entwickelte, wo er noch nicht mal ihrem Klan angehörte. Marga begann zu ahnen, dass es diesbezüglich vielleicht noch zu Spannungen kommen könnte und behielt die besonders finster dein blickenden Orks instinktiv im Auge. So wie Orok auf sie aufpasste, musste sie ihm vielleicht auch irgendwann den Rücken frei halten.
Langsam leerte sich das Schlachtfeld von Waffen und Orok stand noch bei den Dunkelelfen. Die Verletzte war zu ihnen gebracht worden und die übrig gebliebene Gefangene sollte ihr Leben so lange erhalten bis Lukra mit ihr fertig war. Der Gnom schien sie zur Kooperation bewegen zu wollten und auch die gefangene Elfe tat, was man ihr befahl und half wo sie konnte. Der viele Tod und die Grausamkeit waren anscheinend abschreckend genug gewesen um sie vorerst gefügig zu machen. Orok entfernte sich mit Marga wieder ein Stück um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich und sie zu zeihen, aber noch am Rande die Gespräche und Aktionen der herrschenden Rasse mitzubekommen. Es war vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig einen so stattlichen Krieger wie Orok, der körperlich sicher in der Lage war diese Dunkelelfen einfach in der Mitte durchzubrechen, zuzusehen, wie er mit geduckter Haltung Befehle entgegen nahm. Die Orks mochten den Dunkelelfen an Körperkraft um ein Vielfaches überlegen sein, doch das dunkle Volk hatte Magie und davor fürchteten sich alle Orks. Besonders um Tharan, den Feuermagier, machten viele einen großen Bogen und auch Marga spürte die Gefahr die von ihm ausging, besonders, da sie ihn immernoch für einen Wiedergänger hielt.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Dienstag 19. Februar 2013, 20:53

Eilmana war erleichtert, dass Ihr Freund wieder wohl auf war. Dafür war sie bereit den Dunkelelfen zu gehorchen, wenn auch nur so lange es nötig ist. Als Gregor ihr dankte, sah sie ihn erleichtert an. „Das freut mich..“ Doch ihr Lächeln wurde sofort wieder von einem ernsten Blick abgelöst, als sie den Dunkelelf in die dunklen Augen sah. Ohne ein weiteres Wort folgte sie ihm. Der Gnom sollte mit seinen Gedanken Recht behalten. Eilmanas Reserven waren fast aufgebraucht, aber das merkte sie noch nicht.
Eilmanas Gefühle schienen immer mehr abzustumpfen, sie wurde berechnend, und obwohl sie all diesen Schrecken erst seit 4 Tagen erlebte, wurde ihr bewusst, dass diese Welt nur wenig Nachsicht mit einem hatte, der so naiv war wie sie. Ihr wurde auch klar, warum ihr Volk sich so verschanzte und mit all seiner Macht und Magie eine Mauer errichtete, die sie vor ungebetenen Eindringlingen schützte. Ihr Volk war das vollkommene Gegenteil zu diesem Schlachtfeld, ruhig, friedlich, fröhlich, ausgeglichen und eins mit der Natur. Manche Elfen ihres Volkes waren so rein und ruhiger Seele, dass sie nach diesem Ereignis wahrscheinlich schon längst gestorben wären, zumindest seelisch. Vielleicht kam es der jungen Elfe ja hier wirklich zugute, dass sie anders war als andere ihres Volkes.
Während der Gnom ihre Hand hielt, wurde ihr wärmer. Sie spürte etwas, aber woher das kam, konnte sie nicht ganz lokalisieren. Dennoch war sie froh, nicht mehr alleine mit dem Dunkelelf unterwegs zu sein.
Das unsanfte zeihen und rucken an Eilmanas Halsband verursachte Schürfwunden an ihrem zarten Hals. Sie ging bei jedem Ruck mit einem Stolpern weiter und ballte die Fäuste, doch den Schmerz wollte sie nicht zeigen, nicht vor diesem Kerl, der ihr dies antat. Eilmana begann zum ersten Mal in ihrem Leben, ein anderes Gefühl für jemanden zu empfinden als Angst, Zuneigung oder Mitleid. Diesem Elf brachte sie eine gewisse Gleichgültigkeit entgegen. Sie wollte nicht glauben das er bis in seinen Kern böse war, aber sie konnte auch nicht das Gegenteil glauben. Ihre Gefühle über lebende Geschöpfe veränderte sich, aber sie merkte es kaum. Die Situation nahm ihren Geist einfach zu sehr ein.
Als sie bei der verwundeten Waldelfe ankamen, sah sie erschrocken in das Antlitz dieser entstellten Elfe. Sie konnte nicht glauben, dass jemand, der solche Schmerzen erleiden muss noch lebt, geschweige den noch spricht. Als Eilmana sich neben die geschundene Elfe kniete und ihre Hände auflegte, spürte sie plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrer Brust und ihr wurde für einen kurzen Augenblick schwarz vor Augen. Als sie sich wieder gefangen hatte war ihr bewusst, dass sie doch alle ihre magischen Reserven bei Naifs Heilung verbraucht hatte, aber als sie neben sich sah bemerkte sie, dass Gregor auch ein Lichtmagier war, sie sah erstaunt, und gleichermaßen erleichtert auf seine Hände und bemerkte das er seine magische Kraft bisher gut geheim gehalten hatte.
Als Gregor mit seiner Heilung fertig war, spürte auch Eilmana das sich Lukra wieder näherte und wagte einen Blick über die Schulter. Er war schon ganz nah und schien sie anzusehen.
Eilmana gingen tausend Dinge durch den Kopf. Was hatte es für einen Sinn jemanden zu heilen, der anschließend wieder umgebracht wurde und was wollte er von dieser geschundenen Elfe. Was sie aber noch mehr beschäftigte, waren die Worte der Elfe, was musste sie erlebt haben, dass sie nichts mehr zu verlieren hatte, wieso war es ihr so egal zu sterben.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 20. Februar 2013, 13:31

Tharan befand sich direkt hinter Lukra und behielt die Orks im Auge. Er wusste dass diese Rasse panische Angst vor Magie jeglicher art hatte. Für ihn war dieses Volk nicht mehr als ein Haufen hirnloser Fleischberge. Aber in jeder Armee gab es nun mal jemanden der sich um die Drecksarbeit kümmern musste. Und genau so eine dreckige Arbeit verrichteten gerade Marga, Orok und die anderen Orks für die Dunkelelfen.
Lukra blickte, während er sich der gefangenen Elfe näherte, die er gleich auf grausamste Art und weise Foltern würde, ununterbrochen Eilmana an. Sein stechender Blick begutachtete jeden Zentimeter an ihren Körper und wieder einmal wurde ihre Gefühlswelt von seiner Präsenz eingenommen. Doch die Bedeutung seines Blickes bliebe ihr verborgen und dann hatte Lukra sie auch schon erreicht.
Aus den Augenwinkeln heraus erkannte sie wie sich Gregor, auf den Knien, mit dem Gesicht tief in den Schlamm gepresst, vor dem Offizier, unterwarf. Eine mehr als unterwürfige Geste und unaussprechlich erniedrigend, aber genau dies schien wohl den Dunkelelfen zu gefallen. Zumindest lächelte Tharan über das dargebotene Verhalten des Gnoms. Lukras Gesicht hingegen bliebe unverändert. Die schöne Lichtmagierin wollte gerade selbst solch eine Geste vollführen.
Nicht aber weil ihr Wille gebrochen war, sondern um sich anzupassen. Nur so konnte sie hier überleben, denn Junos ableben hatte ihr gezeigt, dass hier kein Fehlverhalten toleriert wurde.
Aber warum wurde sie dann verschont? Schließlich hatte sie den Wagen gesprengt und somit der Gruppe beinah zur Flucht verholfen. Nun, auf das warum wusste wohl nur Lukra eine Antwort und diesen konnte man so gut lesen wie einen Stein. Kurz bevor ihr Gesicht den Boden erreichte und ihre Makellosigkeit durch den Schlamm für den Moment zerstört werden sollte, stoppte sie die Hand die Juno das Leben genommen hatte.
Wieder einmal hatte er sie berührt und wie schon zuvor verlor sie die Kontrolle über ihren Körper.
Es war schwer zu sagen ob es allein die Angst vor den Dunkelelfen war, die sie zu eine Marionette des Mannes werden lies. Denn bis jetzt hatte er ihr noch nichts getan und war für seine Verhältnisse sogar zärtlich mit ihr umgegangen. Er legte einen leichten druck in die Finger, die sich um die linke Schulter der Frau gelegt hatten und Eilmana wusste das sie aufstehen sollte. Wie gesteuert richtet sich die für die Verhältnisse ihres Volkes junge Frau auf.
Die Hand von Lukra glitt von der Schulter an ihren Hals und streichelte dort langsam über ihr Halsband.

Auf einmal schnalzte der Offizier mit der Zunge und Gregor sprang aus seiner unterwürfigen Haltung auf und machte den Mann platz. Der Dunkelelf löste seine Hand von dem Objekt der Gefangenschaft und Eilmana wusste das auch sie beiseite treten sollte. Denn schließlich war Lukra nicht gekommen um sich mit ihr zu befassen, sondern mit dieser armen Seele die es gewagt hatte das Dunkle Volk anzugreifen. Ihre Beine, die Leicht zittrig waren, taten ihr trotzdem dem gefallen und sorgte dafür das sie Lukra platz machen konnte.
Der Offizier hielt sich auch nicht lange mit Belanglosigkeiten auf und packte die Gefangene wie Juno zuvor an der Kehle und hob sie mühelos in die Höhe.
„Woher wusstet ihr von den Transport!?!“ Er brüllte sie nicht an, sondern sprach mit einer ruhigen und schon fast leisen Stimme zu ihr. Die einzige Antwort die er erntete war ein zorniger Blick der Frau, ohne zu zögern verstärkte er den griff um ihren Hals. Sie begann genauso nach Luft zu röcheln wie zuvor die Fuchshybridin.
Doch diesmal löschte er das Leben dieser Frau nicht auf die gleiche weise aus. Er schleuderte sie zu Boden und blickte sie Stumm an.
Tharan der die Methoden von Lukra bestens kannte, rief Lautstark in Richtung der Orks: „EIN SCHWERT! SOFORT!“
Der Ork der zuvor die Gefangene angeschleppt hatte, fühlte sich auserkoren den Befehl zu befolgen und rannte mit dem Schwert eines toten Angreifers, das er gerade gefunden hatte, den Feuermagier entgegen.
Es sah fast so aus als ob der Ork in Tharan hineinrannte, aber zum glück für die Grünhaut konnte er seinen Beine noch rechtzeitig zum anhalten bringen und blieb kurz vor Tharan stehen. Dieser blickte ihn wieder abwertend an und riss ihn das Schwert förmlich aus der Hand. Rafor zuckte zusammen als der Magier die Waffe an sich nahm. Er hatte schon mit einer Bestrafung gerechnet weil er zu lange gebraucht hatte. Doch blieb dies zum Glück aus.

Der Dunkelelf schmiss das Schwert der Gefangenen entgegen. Diese blickte nur ungläubig auf die Waffe, die gerade auf den matschigen Boden aufschlug. Jetzt konnte Eilmana so etwas wie ein Lächeln auf den Gesicht von Lukra erkennen. Es war ein kaum wahrnehmbares anheben der Mundwinkel, aber so minimal das man sich auch fragen konnte ob man sich dies nur einbildete. „Nimm die Waffe und verdien dir deine Freiheit!“
Lies der Anführer des Konvois die immer noch skeptisch blickende Elfe wissen. Doch die anfängliche Skepsis verschwand schnell und ein unbändiger Hass war in ihren Augen zu erkennen, bevor sie das Kurzschwert mit der leit nach oben gebogenen Spitze ergriff und flink wie ein Wiesel Lukra entgegen sprang. Die Schwertspitze zielte dabei direkt auf seinen Hals. Doch Lukra war nicht weniger langsam und schlug mit den Handrücken gegen die flache Seite des Schwertes, so dass die Spitze ihn verfehlte. Er selbst nutzte die offene Deckung seiner Gegnerin um ihr seine muskulöse Schulter gegen das Brustbein zu donnern. Mit einem geräuschstarken Zusammenstoß ging die Namenlose zu Boden und schnappte nach Luft. Lukra gab ihr die Zeit wieder zu Atem zu kommen, anscheinend nahm er diese Gegnerin nicht so ernst.
Jetzt wurde Eilmana vielleicht bewusst das der alte Gregor die Verwundete deswegen geheilt hatte, damit der Dunkelelf seinen Spaß mit ihr haben konnte.

Die Frau kam auch schnell wieder zu Atem, aber man sah dass sie Schmerzen an der Stelle hatte, wo der Elf sie getroffen hatte. Diesmal griff sie nicht an, sondern verharrte in einer offensiven Position. Sie hatte sich seitlich zu Lukra ausgerichtet und ihr Schwert deutlich erhoben. Ihr Gegner lies sich nicht anmerken was er von der neuen Angriffsposition hielt und ging ohne sein Schwert zu ziehen auf sie zu. Die Elfe war sichtlich erzürnt über die Haltung des Mannes. Er schien sie mit keiner Faser ernst zu nehmen und man sah wie ihre Zähne vor Zorn aufeinander rieben. Denn ihre Kieferknochen traten deutlich hervor und bewegten sich hin und her.
Lukra war trotz seiner Provokation der erste der zu schlug. Eilmana hatte Probleme zu erkennen was er alles in wenigen Sekunden tat. Den für weiter weg Stehende sah es aus als hätte Lukra nur einmal kurz gegen das Handgelenk der Elfe, mit bloßer Hand, geschlagen und dann schnell zu einen Fußfeger angesetzt, der ihre linke Kniescheibe erwischt hatte.
Was aber in Wirklichkeit geschehen war, war das der Elf mit beiden Händen an seinen Gürtel gegriffen hatte, zwei sehr scharf aussehende Dolche hervorholte, mit der einen Waffe die Hand durchschlug, die das Schwert hielt und mit den anderen Dolch ihr einen oberflächlichen Schnitt über die Brust verpasste. Dann aus der Drehung heraus der Gefangenen mit seiner ganzen Kraft gegen das Knie trat.

Es knackte einmal laut und die Frau schlug unter Schmerzen stöhnende auf den Boden auf. Die Hand die zuvor die Waffe festhielt hatte ein Loch und der Mittelfinger hing nur noch an einen Hautfetzen. Ihr Bein das von den wuchtigen tritt von Lukra erwischt wurde, lag Übelkeit erregend verdreht im Dreck. Bei Anblick des Beines wusste Eilmana das man diese Verletzung wahrscheinlich selbst mit Magie nicht mehr richtig heilen konnte. Hier war zuviel zerstört worden.
Auf dem Gesicht der Gegnerin von Lukra waren Tränen des Schmerzes zu erkennen, aber der Dunkelelf blieb unnachgiebig. Er verstaute seine beiden Dolche wieder und trat auf den rechten Unterarm der Frau, dabei bohrte sich die Spitze seines gepanzerten Stiefels direkt in die von Gregor gerade behandelte Wunde.
Die Elfe bäumte sich unter Schmerzen auf und Schrie kläglich. Ihre Augen verdrehten sich dermaßen das man nur noch das Weiß sah.
Wieder erschien auf den Gesicht von Lukra ein Lächeln das kaum zu erkennen war. Er nahm sein Fuß von ihrer Verletzung und sprach sie noch einmal an.
„Willst du mir vielleicht jetzt sagen was ich wissen will?“ Doch die Elfe blieb hart und sagte nichts, vielleicht lag es aber auch nicht an ihrer Willensstärke sondern an den Schmerzen die sie hatte. Denn das sie diese hatte konnte jeder sehen und vorallen hören.
Lukra war nicht böse das sie nicht gleich antwortete, er trat noch mehrere male auf ihren Unterarm und drehte dabei seinen Fuß. Was lautstark vom Opfer mit Schmerzensschreien untermalt wurde. Doch warum auch immer die Elfe wurde trotzdem nicht Ohnmächtig. Der Offizier fragte die Elfe noch einmal ob sie nicht lieber reden wollte, aber sein Opfer antwortete weiterhin nicht.
Hätte sie es doch lieber getan! Denn jetzt verlor sie zwei Finger an der linken Hand und Lukra riss ihr dort auch mit einen seiner Dolche jeden Fingernagel heraus. In dem er die Spitze seiner Waffe hinter der Nagelplatte platzierte und den Nagel heraushebelte.
Das war dann wohl zuviel für die Frau und nach dem letzten Nagel verlor sie gnädiger weise das Bewusstsein.
Lukra wendete sich Gregor zu. „Sorge dafür dass sie überlebt!“ Mit diesen Befehl lies er ihn stehen und nahm die Kette von Eilmana in die Hand. Er zog kurz dran, nicht doll, es war eher eine Geste und die Elfe lief ihm hinterher.
Der Offizier wendete sich noch kurz an Tharan. „Bring sie zu der Leiche und gib dem Gnom seine Tasche!“ Dabei machte er ein Kopfnicken in Richtung der Bewusstlosen. Dann ging Lukra mit Eilmana an der Leine in Richtung seines Pferdes.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Donnerstag 21. Februar 2013, 19:37

Der elfische Proviant war etwas ungewohnt für Marga. Kartoffeln, Brot, Butter, diese Dinge wären ihr lieber gewesen als das Hasenfutter, dass die Angreifer mit sich führten. Es gab Nüsse, Trockenobst und Wurzeln. Der Käse war ein kleiner Luxus. Sie stellte fest, dass die Bogenschützen viel zu wenig Essbares mit sich führten, als das der ganze Proviant sein konnte. Aber es gab hier auch keine Zelte und Feuerstellen erst recht nicht. Dies war vermutlich nicht das richtige Lager, sondern bloß der Ort des Hinterhalts. Sie blickte in die Ferne der stillen Ebene. Irgendwo da draußen sammelten sich die geflohenen Elfen wieder, leckten ihre Wunden und schworen Rache. Ein weiterer großer Angriff würde nicht kommen, aber wenn Marga allein weg zu reiten versuchte, dann könnte sie sich gleich eine Zielscheibe auf den Rücken malen.

Der Großteil der Arbeit war getan. Die Waffen wurden von den Orks eingesammelt, Schmuck und Geld wanderte an die Dunkelelfen, die Leichen von Freund und Feind wurden liegen gelassen. Krähenfutter. Dieser Ort würde bald ziemlich ungemütlich werden. Es war beinahe schon wieder Zeit, weiter zu ziehen.
Die ruhigen Momente nutzte Orok, sich etwas abseits mit Marga zu stellen. Nachdem sich die Halborkin vergewissert war, dass niemand ihr Flüstern hören konnte, erklärte sie leise, ohne viel die Lippen zu bewegen: „Beide Elfen sein tot. Elfenfreunde, nicht Elfenfeinde. Dunkelelfen das waren. Von denen mich hat keiner gesehen. Aber die...“ Marga neigte ihren Kopf zu Eilmana. „... die alles gesehen, die wissen.“
Die ehemalige Schülerin hegte keine Sympathien für Eilmana. Die blöde Elfin hatte Marga unter der verdammten Tür begraben und jetzt pendelte ihr Wissen über Margas Verrat wie ein gewaltiges Schwert über Margas Kopf. Und dann erst dieses Lächeln, als sie im Eiskreis eingeschlossen waren. Damit hätte sie die Halborkin ins Verderben gestürzt, wenn ein Dunkelelf das gesehen hätte.

Orok musste das erfahren. Nicht, dass Marga von ihm erwartete, etwas zu tun. Es gab keine Möglichkeit, einzugreifen. Aber Orok sollte vorgewarnt sein. Wenn das Elfenmädchen ausspuckte, musste seine Verlobte schleunigst das Weite ziehen und entweder er selbst kam mit oder Lukra würde einige unangenehme Fragen an Orok stellen.
Dann öffnete sie ihre Tasche, nahm die Jagdmesser heraus und drückte eines davon Orok in die Hand. „Wir jetzt holen Pferdefleisch. Sonst nicht mehr viel Zeit dafür.“ Sie zog den Orkkrieger mit zu einem gestürzten Huftier, dessen Beine von Wargs zerfleisch waren. Dort verrichteten sie die Metzgersarbeit.
Die Halborkin musste immer wieder Ragnas Schnautze wegdrücken, die ständig etwas von dem Fleisch naschen wollte. Aber Marga wusste ja bereits, dass Wargs zu nichts zu gebrauchen waren, wenn sie einmal satt waren. So oder so würde es aber gleich weitergehen. „Du kriegst abends, verstanden?“, murrte Marga.

Sie schaute natürlich dem Schauspiel zu, das Lukra mit der Gefangenen veranstaltete. Margas Schnitte im Fleisch wurden grob und sie biss die Zähne zusammen. So behandelte man keinen Feind! Ein Ork haute einem den Schädel ein, aber das nur einmal. Lukra hingegen spielte nur mit der Frau.
Marga schaute zu Oroks Wunden und wurde sich auch ihrer eigenen Schrammen und Verbrennungen bewusst. Hatten sich die Heiler bisher um verwundete Orks gekümmert? Nein, denn Orks waren den Dunkelelfen egal. Man musste sogar demütig fragen, ob man den Warg heilen würde. Aber eine gefangene Elfe sollte immer wieder verletzt und geheilt werden, verletzt und geheilt, denn das Privatvergnügen des großen Herren Lukra, das war ja wichtig, nicht?
Marga gefiel das von Minute zu Minute weniger.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Freitag 22. Februar 2013, 21:17

„Beide Elfen sein tot. Elfenfreunde, nicht Elfenfeinde. Dunkelelfen das waren. Von denen mich hat keiner gesehen. Aber die...“
Marga neigte ihren Kopf zu Eilmana.
„... die alles gesehen, die wissen.“
Orok musste das erfahren. Wenn das Elfenmädchen ausspuckte, musste seine Verlobte schleunigst das Weite suchen und entweder er selbst kam mit oder Lukra würde einige unangenehme Fragen an Orok stellen. Diese Information stellte Orok vor eine vorerst unlösbare Aufgabe. Einerseits dachte er an jene Orks denen er bedingungslos vertraute. Er hatte Verpflichtungen seinem Stamm gegenüber und eine Vernachlässigung dieser, eine gemeinsame Flucht mit Marga, könnte seine Verbündeten gefährden. Andererseits hatte er sich Hals über Kopf in die Halborkin verguckt und für sie sofort alles stehen und liegen gelassen. Er wollte sein Leben mit ihr verbringen, auch wenn sie seinen Antrag noch nicht angenommen hatte, so hoffte er es doch inständig. Orok grübelte und das sah bei ihm nicht nur merkwürdig aus, es dauerte auch jedes Mal eine ganze Weile. Marga öffnete ihre Tasche, nahm die Jagdmesser heraus und drückte eines davon Orok in die Hand.
„Wir jetzt holen Pferdefleisch. Sonst nicht mehr viel Zeit dafür.“
Sie gab in ihrer Beziehung auf jeden Fall den Ton an und zog den Orkkrieger mit zu einem gestürzten Huftier, dessen Beine von Wargs zerfleisch waren, was Orok Zeit zum nachdenken gab. Dort verrichteten sie die Metzgersarbeit und wuschen ihre Hände in Blut. Die Halborkin musste immer wieder Ragnas Schnauze wegdrücken, die ständig etwas von dem Fleisch naschen wollte. Aber Marga wusste ja bereits, dass Wargs zu nichts zu gebrauchen waren, wenn sie einmal satt waren. So oder so würde es aber gleich weitergehen.
„Du kriegst abends, verstanden?“
, murrte sie. Ragna zog sich leise winselnd zurück, ließ ihre Reiterin aber nicht aus den Augen. Marga schaute natürlich dem Schauspiel zu, das Lukra mit der Gefangenen veranstaltete. Margas Schnitte im Fleisch wurden grob und sie biss die Zähne zusammen. So behandelte man keinen Feind! Ein Ork haute einem den Schädel ein, aber das nur einmal. Lukra hingegen spielte nur mit der Frau wie eine Katze es mit ihrer Maus tat. Es war grausam! Fast hätte sie sich durch ihre Unaufmerksamkeit einen Finger ab geschnitten, doch es war nur ein winziger Ritz, den sie nur bemerkte, da das noch lauwarme fremde Blut des Tieres darin brannte.
Marga schaute zu Oroks Wunden und wurde sich auch ihrer eigenen Schrammen und Verbrennungen bewusst. Hatten sich die Heiler bisher um verwundete Orks gekümmert? Nein, denn Orks waren den Dunkelelfen egal. Man musste sogar demütig fragen, ob man den Warg heilen würde. Aber eine gefangene Elfe sollte immer wieder verletzt und geheilt werden, verletzt und geheilt, denn das Privatvergnügen des großen Herren Lukra, das war ja wichtig, nicht?
Marga gefiel das von Minute zu Minute weniger.

Missgelaunt betrachtete sie das Treiben der Dunkelelfen. Als der grausame Anführer endlich fertig war und zu seinem Pferd ging, nahm er die Elfe, die Marga beobachtet hatte mit sich. Gregor der Gnom und sie wurden getrennt. Aus irgendeinem undurchsichtigen Grund schien er sie besser zu behandeln als manch andere. Bei seinem Streitross angekommen hob er sie hinauf und schwang sich dann hinter sie auf das Pferd. Die junge Elfe zuckte unwillkürlich zusammen, als der gestählte Körper hinter ihr Platz nahm und sich gegen ihren Rücken presste. Die Bewegungen seines Körpers, die gespannte Brust und die des Pferdes vermochten sie vielleicht in Sicherheit zu wiegen, genauso wie in größter Gefahr, als er dem Tier die Sporen gab. Lukra's Gesicht schwebte über ihrer linken Schulter, nahe an ihrer Schläfe. Seine recht kräftigen Arme, für einen Dunkelelfen, umspannten die schmalen Schultern der Frau und Marga glaubte ein kurzes Glitzern in seinen Augen gesehen zu haben. Was hatte dieser Mann wohl mit ihr vor? Wenn sie gefoltert werden würde, stand vielleicht auch ihre Sicherheit mit auf dem Spiel. Marga wusste, sie musst die Elfe im Auge behalten und auf Anzeichen für einen Verrat achten! Doch erst einmal mussten sie das Fleisch schnellstens verstauen, denn einer der dunkelelfischen Offiziere begann die Orks zur Eile anzutreiben. Die Leichen wurden zurück gelassen und bald würden die bereits am Himmel kreisenden Aasfresser sich über ihre sterblichen Reste her machen. Sie waren gerade auf dem Weg zu dem Wagen auf dem unter anderem Junos Leiche lag um dort ebenso das tote Fleisch der Pferde zu lagern, als einer der Orks Orok im vorbeigehen anrempelte. Das Fleisch, was er im Arm gehalten hatte, klatschte auf den Boden, aber Orok schnaufte nur genervt und wollte gerade alles wieder aufheben, als der andere seinen Fuß auf einen der großen Fetzen stellte. Die Provokation war perfekt. Orok murmelte:
„Beweg dich runter, oder willst du das Fleisch noch weich trampeln, bevor ich es dir um die Ohren haue?“
Der Andere, Marga, die nur das Wort Fleisch verstand, schätzte ihn ein wenig älter ein, zog eine Fratze und erwiderte:
„Seit wann erteilst du hier Befehle? Auch wenn die Dunkelelfen dich zu ihrem Hund gemacht haben, so bist du nicht unser Anführer!“
„Nein, euer Anführer ist tot, im Gegensatz zu mir! Und du bist also kein Gefangener in diesem Krieg, wir alle Orks? Was willst du also tun? Rumstehen und schwatzen, oder mir aus dem Weg gehen?“

Der andere Ork und Orok fixierten einander zwei lange Sekunden lang und die Luft brannte förmlich zwischen ihnen. Aus einiger Entfernung beobachtete der Diplomat und seine beiden Elite-Kämpfer die Szenerie aufmerksam, genauso wie einige Orks in der näheren Umgebung. Leises Getuschel hob an, während sich die Streithähne vorerst trennten. Orok sah wütend aus und Marga ahnte, dass dieser kleine Zwischenfall nicht ohne Folgen bleiben würde. Sie beobachtete den anderen Ork. Er war sehr breit gebaut, so dass sie sich drei Mal hinter ihm verstecken hätte können und weniger verletzt als ihr Verlobter. Eine breite Narbe zog sich quer über seinen Schädel, als hätte ihn dort jemand spalten wollen. Sein Gesicht war deshalb auch etwas verschoben. So eine wunde zu überleben, war schon erstaunlich, aber dass Orks ein gutes Heilfleisch hatten, wusste Marga selbst sehr gut. Orok hatte gegenüber diesem „Schädelspalt“, wie sie ihn intuitiv taufte, die größere Reichweite durch seine Größe, allerdings könnten ihn seine Verletzungen in einem Kampf einschränken. Er lud das Fleisch auf den Wagen, drehte sich ihr wieder zu und versuchte ein schräges Lächeln.
„Keine Sorgen! Wir jetzt reisen.“
Damit war das Thema für Orok erst einmal vom Tisch. Sie verstauten die letzten Reste unter der Plane und gingen dann zu dem letzten verblieben Gefängniswagen. Die Tür war nicht zu retten, aber im Innern gab es genug Ringe und Ketten um Gefangene an der Flucht zu hindern. Den blinden Gnom hatten sie zusammen mit der gefolterten „Maus“ von Lukra dort hinein gebracht. Als der Gnom am „Fleischwagen“ vorbei gegangen war, hatte sich sein Kopf zu ihm gedreht, als würde er dort etwas betrachten, was allerdings unmöglich war. Dann war er von dem Dunkelelfenmagier in den Wagen davor getrieben worden und Tharan entfernte sich gerade wieder. Er hatte die Tasche des Gnom noch hinten hinein geworfen. Der Anblick des Magiers jagte Marga immernoch eine Gänsehaut über den Rücken, aber der Wiedergänger würdigte sie keines Blickes. Warum er sie nicht erkannte, wo sie ihn doch getötet hatte? Oder war er vielleicht doch nicht … ?
Das Einzige in dem Tharan sich von seinem Bruder unterschied war die Farbe seiner Augen und Kleinigkeiten in seiner Kleidung, die der Halborkin so aus der Nähe auffallen könnten. Sie saß oben auf dem Kutschbock, während er von hinten nach vorne an ihnen vorbei lief um zu der Führerriege wieder aufzuschließen, die sich in Bewegung gesetzt hatte. Der Wagen mit der Leiche, den Fleischvorräten und den eingesammelten Waffen fuhr hinter ihnen und der Konvoi setzte seinen Weg in Richtung Andunie fort. Endlich ging es weiter und das beständige leichte Schaukeln der Wagen spendete Ruhe und Trost wo keiner sonst zu finden war.

Ein paar Stunden Ruhe sollten ihnen gegönnt sein. Die weite Landschaft der „Stillen Ebene“ lag vor ihnen und sie war wirklich still. Außer die Geräusche der Wagen, der Reittiere und gelegentlichen kurzen Befehlen, war die ganze Zeit kaum etwas anders zu hören, als der Wind in den Gräsern. Ab und zu regnete es noch kurz, was bei den Orks anscheinend willkommen aufgenommen wurde, da sie so ihre unbehandelten Wunden waschen lassen konnten. Auch Marga spürte, dass das Klima langsam milder wurde. Orok legte einmal den Kopf in den Nacken und ließ den Regen direkt in seinen geöffneten Mund tropfen. Trotzt der unschönen Gesellschaft, schaffte er es sich mitten unter Mördern, Folterern und Magiern sich vollkommen zu entspannen und neue Kräfte zu sammeln. Nach einigen Stunden entspannter Fahrt fiel ihm dann etwas ein und er wandte sich grinsend Marga zu. Vielleicht war ihm langweilig geworden?
„Marga, du in mein Hose greifen!“
Auffordernd sah er sie mit seinen großen dunklen Augen an, als sie zögerte. Er hielt die langen Zügel und die Peitsche in den Händen. Und nickte in Richtung seines Beckens.
„Unter Gürtel an Seite kleiner Beutel.“
Das Missverständnisrisiko seiner Aufforderung war ihm nicht in den Sinn gekommen.
„Beutel mit Heilsalbe. Du dich behandeln, dann mich, ja?!“
Es lagen noch ein paar Stunden vor ihnen, bis die Sonne den Himmel verlassen würde und sie ihr nächstes Lager aufschlagen würden. Ein wenig Zeit um um das Erlebte zu verdauen.
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Eilmana Silva
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Montag 11. März 2013, 20:26

Während Lukra auf die 3 zukam, sah Eilmana ihn an und sein Blick, der scheinbar nur Ihr galt, ging der jungen Elfe durch Mark und Bein. Ein Schauer jagte ihr über den Rücken, aber sie konnte sich seinen Blick nicht erklären. Was hatte er für einen Grund sie so anzusehen? Eilmana bekam Angst, in ihr kamen Gedanken, der Folter auf, vielleicht hatte er mit ihr das Selbe vor, wie mit der Elfe die neben ihr lag. Als Lukra bei der Truppe ankam, sah sie wie Gregor sich ehrfürchtig in den Schlamm schmiss und sein Gesicht dort vergrub. Da Eilmana keine Ahnung hatte, was sie tun musste, tat sie es Gregor nach, doch bevor sie den Boden berühren konnte, spürte sie die große und starke Hand von Lukra an ihrer Schulter. Sie hob den Kopf sah ihn aus gläsernen Augen an und stand auf. Sie wusste nicht, ob sie dies tun sollte, aber die Bewegungen waren wie von selbst gekommen als wäre es selbstverständlich gewesen, aufzustehen. Als Lukra mit seiner Hand ihren Hals so sanft berührte, lief erneut ein Schauer über ihren Körper. Sie konnte die Gesten dieses Elfen nicht einordnen aber es ekelte sie an, von der Hand die Juno auf dem Gewissen hatte, immer wieder und wieder berührt zu werden.

Dann wandte Lukra sich von ihr ab. Er ging zu der geschundenen Elfe und hob sie wie zuvor Juno in die Luft. Eilmana fand diesen Anblick schrecklich und dennoch konnte sie nicht wegsehen. Der Blick, den Eilmana in den Augen der anderen Elfen sah, lies ein Gefühl in ihr aufkommen. Sie frage sich immer wieder „…warum….WARUM war diese Elfe so hart, so entschlossen?“ Für Eilmana war das noch ein Rätsel, was sich aber vielleicht in naher Zukunft lichten würde.
Naif sah unterdessen auf Eilmanas Schulter. Der ###Kolgrabe hatte sich seit seiner Heilung keinen Zentimeter von der Jungen Elfe wegbewegt und auch als Lukra sich ihr näherte, blieb er ruhig. Eigentlich wollte er diesen Dunkelelf attackieren, aber er spürte das dies jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt war. Er blieb also ruhig auf der Schulter seiner Gefährtin sitzen, jeder Zeit bereit davonzufliegen, um Hilfe zu holen. Man könnte ja meinen das die Dunkeelfen einen Raben mit Leichtigkeit vom Himmel holen könnten, aber man sollte einen KolgRaben nicht unterschätzen. Im Grunde sind sie die Hunde des Himmels, keine Raubvögel, die etwa mit einem Tiger oder Luchs zu vergleichen wären, aber auch keine harmlosen Spatzen. Raben waren gerissen, sehr intelligent und treu, zudem verdammt wenig in der Luft und ein Rabe konnte zu jeder Zeit an jedem Ort auf die Hilfe von seinen Artgenossen vertrauen wenn er nach diesen rufen würde. Natürlich wusste Naif das seine Artgenossen zu diesem Zeitpunkt keine Hilfe waren, was hätten sie auch gegen eine halbe Armee von Orks und Dunkelelfen ausrichten können, aber wer weiß, wann man die Hilfe guter Freunde mal braucht.
Lukra war in der zwischen Zeit im Kampfgeschehen mit der Elfe und Eilmana sah mit offenstehendem Mund und schockierten Augen zu, wie Lukra die Elfe folterte. Als Die Elfe am Boden lag und Lukra ihr einen Knochen nach dem anderen brach, konnte Eilmana es nicht mehr aushalten sie sank auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in den Händen. Gregor konnte hören, dass sie weinte und eine Träne nach der anderen rann über ihr hübsches Gesicht.
Als Lukra ihre Kette nahm und daran ruckelte, kam sie kaum mehr auf die Beine, den Anblick der Elfe konnte sie kaum ertragen, doch als sie hörte, dass Gregor diese arme Elfe erneut heilen sollte, wurde Eilmana ganz anders. Sie nahm die mit einer Hand die Kette an ihren Hals rückte daran und sah Lukra mit einem funkeln an.
„Warum? „
Ihr Blick schien mehr, als das Wort zu verraten. Sie wollte wissen warum Lukra das tat. Es könnte ihm doch egal sein warum die Elfen sie angegriffen haben und wie sie davon erfahren haben. Er hatte gewonnen und würde es aller Wahrscheinlichkeit nach wieder tun. Doch Eilmanas ###Chelsianisch reichte nicht aus um diese komplexen Gedanken so zu formulieren. Dennoch verstand sie alles, sie konnte es besser verstehen, als sprechen, was sich aber wohl durch den direkten Umgang mit der Sprache bald ändern würde.
Über Marga dachte Eilmana zu diesen Zeitpunkten gar nicht nach, hatte sie doch keinerlei Grund der Halborkin Misstrauen entgegen zu bringen. Vielmehr hab es Eilmana die Hoffnung, eine Verbündete in den Reihen zu haben. Woher sollte sie ahnen können das Marga da ganz anders dachte…! ?
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Das dunkle Volk
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 13. März 2013, 14:28

„Warum?“
Es war nur ein Wort, doch stellte dieses Wort alle Taten von Lukra in Frage. Er blickte Eilmana verwundert an als sie nicht folgte. Das funkeln in ihren Augen wirkte herausfordernd auf den dominanten Mann. Der kein, infrage stellen seiner Befehle duldete. Diesmal zog er heftig an der Kette und brachte die junge Elfe fast zum fallen. Durch den kraftvollen ruck kam sie, ob sie wollte oder nicht, mehr fallend als gehend auf Lukra zu. Dieser fing sie gerade noch rechtzeitig auf als sie im begriff war zu stürzen. Seine Hände gaben ihr halt und Eilmana konnte gar nicht so schnell das geschehene verarbeiten, da saß sie schon auf den schwarzen imposanten Kriegsross. Keinen Wimpernschlag später saß Lukra hinter ihr und sie konnte seinen Körper an den ihrigen spüren.
Der Kolkrabe befand sich jetzt in einer ungünstigen Situation. Denn der dunkle Krieger war zu nah an seiner Eilmana und das passte ihm ganz und gar nicht. Aber in der jetzigen Lage konnte er wenig ausrichten, also erhob er sich in die Lüfte und behielt dabei, über sie fliegend, die Situation im Auge.
„Warum willst du wissen?“ Eröffnete Lukra das Gespräch, als sich der Konvoi wieder in Bewegung setzte und die beiden fast an der Spitze des Trupps ritten. Vor ihn befand sich nur noch dieser hagere Elf mit seinen Wächtern. Ein stück hinter ihnen ritt Tharan auf seinem Pferd und danach folgte der Konvoi.
Die Orks befanden sich in der Mitte des Trupps und wurden von den Dunkelelfen flankiert, so als ob sie Tiere wären, auf die man acht geben musste.
So ganz unrecht hatten sie bei diesen Vorurteil nicht, schließlich waren die Grünhäute ohne Anführer, der sie zusammenhielt und dafür sorgte dass sie sich nicht gegenseitig die Köpfe einschlugen.


„Kommst du nicht von selbst drauf?“ Fragte er die Malerin. Aber Lukra ließ ihr keine Möglichkeit zu Antworten. „Denkst du sie verrät mir freiwillig, wer diesen Angriff geplant hat und wo sich dessen Verbündete verstecken und berichtet mir ebenfalls ob es eventuell einen weiteren Hinterhalt gibt!?!“
Wenn Lukra Celcianisch sprach, dann gab er der Sprache einen dunklen und finsteren hauch. Der so gar nicht zur Handelssprache passte.
Eilmana bemerkte dabei sofort das er die Weltsprache sicher beherrschte, er war anscheinend geübter als sie, diese zu gebrauchen. Was an sich auch nicht verwunderlich war. Wenn man daran dachte das dass Dunkle Volk die Hauptstadt Celcias erobert hatte.

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Während sie ritten vergingen einigen Stunden, Lukra war nach ihren ersten Gespräch still geblieben und Eilmana blieb nichts anderes übrig als die Umgebung zu betrachten oder in Gedanken zu schwelgen.
Die junge Elfe wurde während ihres Ritts von dem Blutgeruch Lukras, umnebelt. Denn der Lebenssaft seiner Feinde klebte immer noch an seiner Rüstung.
Mit der Zeit gewöhnte sie sich an den Geruch. Doch ihre Kleider würden danach dringend eine Reinigung in einen Bach benötigen. Denn der feine Elfenstoff hatte den Gestank schon in seine Fasern aufgenommen.

Die kurzen Regenschauer waren für die ganze Truppe eine willkommene Abkühlung und die Orks benutzten das Wasser, was sich über ihre Köpfe ergoss, zum reinigen ihrer Wunden oder um den Durst zu löschen.
Die Dunkelelfen hingegen ignorierten den Wetterumschwung, auf ihren Gesichtern konnte man nicht lesen ob sie sich über den Regen freuten. Es wurde zwar einige Gespräch in ihrer Sprache ausgetauscht, aber auch das ließ nicht-Dunkelelfen nicht wissen ob die Erobere gut oder schlecht gelaunt waren.

Zwischenzeitlich erschienen zwei Dunkelelfen-Späher und näherten sich Lukra und Eilmana.
„Wir haben einen geeigneten Platz gefunden!“ Lies der eine Lukra in ihrer Muttersprache wissen, sein Kamerad redete kurz danach ebenfalls mit den Offizier. „Der Weg ist bis dorthin sicher und das Gelände lässt sich gut verteidigen!“ Über was die drei sich unterhielten war Eilmana nicht klar, aber ihr wurde unwohl wenn sie in die Gesichter dieser hasserfüllten Wesen blickte. Sie konnte ihre Blicke nicht mehr ertragen und schaute nach oben, zu ihren geflügelten Freund. Es sah so einfach aus! Naif bewegte nur ein paar Mal die Flügel um sich in der Luft zu halten und nutzte dabei geschickt die hier vorhandnen Aufwinde, die durch die nahende Küste entstanden waren.
Dieser Anblick vermittelte ein Gefühl von Freiheit und genau danach sehnte sich das Herz der impulsiven Frau. Doch sie steckte in einen Szenario fest aus dem man nicht so einfach entkommen konnte. Jetzt hieß es erstmal sich anpassen und auf den richtigen Moment warten. Und nicht wie Juno, sich von Gefühlen leiten zu lassen und zu früh zu zuschlagen!
Aber konnte Eilmana sich so lange unter Kontrolle halten?


Es verstrichen noch einige Stunden und mit der Zeit fuhren und ritten sie jetzt direkt neben einen Abhang entlang. Zur ihrer rechten befand sich eine Klippe, die mehrer Meter tief war. Den Grund der Schlucht konnte man nicht erkenne da das Meer bis zu dieser Felsformation vorgedrungen war.
Die Wellen schlugen mächtig gegen das Massiv, doch reichte ihre kraft nicht aus um über ihr Hindernis zu kommen. In der Luft konnte man das Salz des Meers schon schmecken und Naif war nicht mehr der einzige Vogel am Himmel. Einige Möwen kreisten ebenfalls in der Luft und ließen ihren lauten Ruf erklingen.

Im krassen Kontrast dazu stand die Stille Ebene, die sich auf der linken Seite befand. Das einzige was man hier sah war Grass und ein paar Kniehohe Büsche, das war’s dann auch schon.

Irgendwann bemerkten sie dann das sie eine kleine Steigung hoch ritten und dann dauerte es auch nicht mehr lang und der Konvoi kam zum stehen. Als die Vorhut berichtete das dies der geeignete Ort war.

Die leichte Schräge die sich hoch geritten waren, war ein kleine Hügel, in der sonst so kargen Landschaft.
Die Transportwagen wurden neben der Küste hintereinander befestigt. Natürlich ließ man etwas Abstand zur Klippe, man konnte ja nie wissen ob es einen Erdrutsch gab. Neben den Wagen auf der linken Seite, wurden zwei Zelte errichtet. Ein drittes stand etwas abseits der Truppe und wurde von den Dunkelelfen Diplomaten und seinen Wächtern bezogen. Das zweite Zelt das nicht weniger klein war als das des Diplomaten, gehörte Lukra und das dritte Zelt das kleinste von ihnen, war für die anderen Dunkelelfen als Gemeinschaftszelt zu benutzen.

Die Orks mussten sich um ihre Unterkunft selbst kümmern, aber es war klar dass sie sich von den drei Zelten der Dunkelelfen fernhalten sollten und mussten!
Also schlugen die Überlebenden Orks ihr Lager etwas abseits ihrer dunklen Anführer auf und befanden sich somit in der Nähe des Abhanges in Richtung Grassebene.
Jedes Volk kümmert sich jetzt um sich selbst und wenn man den Konvoi von weiten betrachtete vermittelten die verschiedenen Feuerstellen deutlich dass diese beiden Rassen zwar Verbündete waren, aber trotzdem lieber für sich blieben.

Die Orks bauten, nach den Zelten der Dunkelelfen, die ihrigen auf und die einzelnen Gruppen entzündeten (wenn sie Feuerholz hatten) ein wohltuendes Feuer. Das dass Zelt von Marga und Orok unbeschadet das Feuer überstanden hatte, grenzte an ein Wunder. Die Plane war nur etwas angeschwärzt, aber ansonsten ganz geblieben. Ein wirklich glücklicher umstand für die Beiden, denn somit waren sie wenigstens etwas von den hier herrschenden kalten Windstößen sicher. Doch dafür mussten sie erstmal ihr Zelt zum stehen bringen und da Marga bekanntlich keine Freundin vieler Worte war, begann sie ohne großes Tam Tam, das Zelt mit ihren Verlobten aufzubauen.


Eilmana und Lukra hingegen, hatten schon das große Zelt bezogen. Die Beiden mussten nur warten bis die Orks fertig waren und betraten dann das schwarz-lila gestreifte Zelt.
Lukra ging natürlich voran und führte die Elfe an der Kette ins innere. Der Rabe Naif hatte wieder auf ihrer Schulter platz genommen und betrat gemeinsam mit seiner Freundin die neue Unterkunft.

Der Dunkelelf ging zielsicher durch sein Kommandozelt. Ein großer Tisch stand in der Mitte und auf diesen war eine Karte ausgebreitet. Auf der schon einige Einzeichnung zu sehen waren. Einige Städte waren durchgestrichen, um andere wurde ein Kreis gezogen und überall waren Pfeile die in bestimmte Richtungen zeigten. Für jemanden der für die Versorgung der Truppen zuständig war, war es natürlich wichtig zu wissen wo sich die Soldaten des Dunklen Volkes aufhielten!
Der große Mann schenkte der Karte aber weniger Beachtung und dirigierte Eilmana zu einer eindeutigen Liegestätte. Wohlgemerkt die einzige im ganzen Zelt. Diese bot aber soviel platz, dass hier bequem fünf Personen liegen konnten. Die ganzen Felle versprachen Wärme und Geborgenheit, aber als ihr blick zu den Dunkelelfen glitt, glaubte sie nicht, das sie sich neben in geborgen fühlen konnte. Aber die vielleicht wichtigste Frage war: Sollte sie mit ihm das Bett teilen?

Wie um diese Frage zu bestätigen ging er auf sie zu und griff ihr ans Halsband. Sein Gesicht war so nah an den ihrigen, das sie seinen Atem auf der Haut spüren konnte.
Dann machte es kurz „klick!“ und die Halsmanschette war offen. War es wirklich so leicht diese zu öffnen? Eilmana konnte sich das nicht vorstellen. Denn sonnst könnte ja jeder entkommen!
Lukra bemerkte ihren Blick und zog sich mit dem Halsband ein Stück von ihr zurück. „Sie sind verzaubert!“ Dabei deutete er auf die Manschette die für einen kurzen Augenblick in einen leichten Purpur pulsierte. Dann griff er mit seiner freien Hand unter eines der Felle und zog eine Kette hervor, die etwas länger als die war die sich am Halsband befand. Er hielt die beiden Enden der Ketten aneinander und sprach kurz ein paar Silben, die die Elfe nicht verstand. Es dauerte nicht einmal wenige Sekunden, bis die vor eben getrennten Kettengliedern vereinten waren. Jetzt war die Kette solang das man damit fast die hälfte des Zeltes begehen konnte.
Lukra legte ihr auch gleich wieder das Halsband um den Hals. Sie hörte genau hin ob er etwas dabei sagte, aber kein Laut verließ seine dunklen Lippen! Das musste also bedeuten, dass man bei dieser Verzauberung keinen magischen Spruch sagen musste, aber was dann?

Der Kolkrabe hatte sich währenddessen auf einen Bettpfosten einen Platz gesucht, von dort aus er das Szenario beobachten konnte. Im war nicht wohl bei der Sache, sich in der Höhle des Löwens zu befinden, aber was sollte er tun? Auch wenn er tausend geflügelte Freunde herbei holen könnte. Sie würden mit ihren Schnäbeln nicht wirklich viel gegen die metallene Kette ausrichten können.
Ein resigniertes krächzendes Seufzen entrang seinen Schnabel und Lukra blickte etwas verwundert zu der Krähe. Da er so ein Geräusch, von dieser Tiergattung, noch nie gehört hatte.

Eilmana hatte viele Fragen auf den Lippen aber nur eine stand an der spitze. Wo konnte sie ihre Notdurft verrichten?! Denn Mittlerweile war es schon wieder Nacht und sie hatte weder die Möglichkeit gehabt sich zu erleichtern noch zu essen oder zu trinken.

Als sie den Offizier darauf ansprach holte er einen Topf unter dem Bett hervor und gab ihn ihr Wortlos.
Von Privatsphäre hielt er wohl nicht viel, aber sie war nun mal eine Gefangene! Was konnte man da schon erwarten?
Der Offizier drehte ihr aber gnädigerweise den Rücken zu und ging zu einem Waffenständer, der sich etwas weiter weg befand und entledigte sich seiner Bewaffnung. Natürlich war die Entfernung ausgemessen. Eilmana konnte sich fast frei im Zelt bewegen, aber den Waffenständer würde sie nicht erreichen können. Woran war eigentlich das andere Ende der Kette befestigt?







Fernab der Orks und der Dunkelelfen, schlich eine kleine Gestalt, nicht größer als ein Kind, in den Wagen mit Junos Leiche. Einen kurzen Augenblick später folgte der Person die Silhouette eines kleinen Nagers.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Samstag 16. März 2013, 16:19

Die Fahrt ging weiter. Sie hätten zwar mehr Fleischvorräte mitnehmen und vielleicht die Umgebung nach einem Elfenlager durchsuchen können, aber daraus wurde nichts. Marga konnte im letzten Moment noch Holzplanken der zerborstenen Tür – immer noch als Feuerholz brauchbar - mit auf den Wagen nehmen, dann ging es los. Dies hatte zumindest eine gute Sache. Solange das Elfenmädchen wie ein geraubtes Fräulein auf dem Pferd des Dunkelelfen hockte, konnte er sie nicht verhören. Vielleicht vergaß der Schurke das sogar gänzlich. Aber darauf konnte man sich nicht verlassen.
Sie saß neben Orok auf dem Kutschbock eines anderen Wagen, als mit dem sie gekommen waren. Marga schaute sich an, ob es auch hier Proviant für die Häftlinge gab. Es fing an zu regnen und die Halborkin fing Regenwasser auf und wusch ihre Hände und ihr Gesicht damit gründlich. Erst als Orok sie auf die Heilpaste aufmerksam machte, erinnerte sie sich an seine Wunden. Er war von zwei Pfeilen getroffen wurden. Beide Schäfte hatte er bereits abgebrochen, aber die Spitzen steckten noch in der Muskelmasse fest.
„Die müssen raus.“, entschied Marga. „Nix Sorgen machen. Mich das schon mal gemacht. Einmal.“
Damals war es irgendein Pfeil gewesen, dessen Widerhaken aus magischen Eis sich in Laiyas Körper festhielten. Aber als sie die Pfeilspitzen der Elfen sah, erkannte sie, dass die Spitzen dünn und massiv waren, um Rüstungen zu durchdringen. Genauso schnell wie sie reingingen, kamen sie auch wieder raus. Natürlich tat das raus genauso weh wie das rein, aber ein Ork kniff lieber die Zähne zusammen, als seinen Schmerz zu zeigen. Sie hielt ihm danach die Spitzen zum Anschauen hin. „Dick wie Daumen und die in dir drinnen waren.“

Mit der Heilpaste versorgte sie die Wundränder der Einschusslöcher, sowie die Schnittwunden, die feindliche Klingen hinterlassen hatten. Keine von ihnen war ernst für einen Krieger Oroks Kalibers. Auch blutete er nur ganz schwach und nachdem Marga die Stellen eingecremt hatte, dauerte es nicht lange, bis das Blut verkrustete und der Heilprozess anfing, der viel schneller verlief, als Marga es für möglich hielt. Ein paar Tage und es würden bloß noch Narben zurückbleiben.
„Ich dir was gutes koche, klar?“, versprach Marga. „Wenn wir Feuer machen können...“, fügte sie mit einem kritischen Blick auf den Himmel hinzu.
Auch sich selbst versorgte sie mit dem Pilzmittelchen. Die schlimmsten Brandblasen bekamen einen Klacks ab, an den weniger schlimmen wischte sie sich am Ende ihre verschmierten Finger ab. Sie döste eine Weile vor sich hin, fing etwas Regenwasser mit Händen auf, um es zu trinken. Sie dachte nach. Nachdenken war harte Arbeit, aber sie hatte schon oft gelernt, dass es sich auszahlte.

Die Halborkin stieß Orok mit den Ellenbogen an. „Du.“, sagte sie leise. Auch was sie weiterhin sprach, war leise, weil es gefährlich war. „Ork der dich vorhin gestoßen hat. Der das macht, weil er wollen Anführer sein, oder? Sein das üblich bei Orks?“ Sie blickte zu dem Dunkelelfen auf seinem gewaltigen Schlachtross.
„Was sein, wenn eines Tages jemand den da schubst und sagt: 'Du das machen nicht richtig' und ihn besiegen? Das noch keiner versucht, richtig?“
Die ehemalige Schülerin war wieder in Gedanken vertieft und nach einer Weile stellte sie eine weitere ihrer gefährlichen Fragen:
„Geben es überhaupt einen Ork, der befehlen über einen einzigen Dunkelelf?“
Marga hörte sich an, was ihr Verlobter dazu zu sagen hatte und schwieg danach.

Die nächsten paar Stunden reisten sie am Rande einer Klippe nach Norden. Das schränkte zwar im Ernstfall die Mobilität ein, aber man konnte nicht so einfach in die Zange genommen werden und man brauchte nur auf der einen Seite Ausschau halten. Marga nutzte die Zeit, um Stärke und Mut wieder zu erlangen. Beides würde sie brauchen, denn noch immer befand sich Eilmana in Lukras Klauen. Ein falsches Wort und Marga war Geschichte.
Sie rasteten auch an der Klippe. Die Dunkelelfen kampierten beinahe direkt am Rand, während die Orks in einem Halbkreis um sie herum lagerten. Marga erkannte, dass es einiges zu tun gab. Das Zelt musste sie aufbauen, während Orok sich um die Wargs kümmerte, die abgekettet und gefüttert werden mussten. Dann machten sie mit einem Teil des Holzes, das Marga im letzten Moment gerettet hatte, ein kleines Feuer. Die Halborkin holte Pferdefleisch. Sie hatte Orok ja eine gute Mahlzeit versprochen und auch sie selbst konnte etwas zum Beißen vertragen. Bei einem Blick auf die Zutaten in ihrer Tasche kam ihr eine Idee. Das Töpfchen mit dem kleinen Rest Honig nahm sie heraus. Dann fing sie an, die Nüsse zu knacken und das Essbare von ihnen mit ihrem Feuerstein in kleine Splitter und Nussmehl zu zermahlen. Das kam in den Honig. Dann probierte sie die Wurzeln der Elfen und befand, dass die gar nicht so schlecht schmeckten. Ein bisschen wie Ingwer, die exotischste Zutat, die Marga kannte, aber bei weitem nicht so stark. In kleine Würfelchen geschnitten kamen sie ebenso in das Tontöpfchen. Als allerletztes kam der Käse. Die Halborkin zerkleinerte ihn in kleine Stücke und dann verrührte sie ihn in die restlichen Zutaten. Das Pferdefleisch schnitt sie in lange Scheiben. Sie nahm immer ein bisschen von ihrem Gemisch, wickelte es in Pferdefleisch ein und röstete die Röllchen über dem Feuer.
Dafür, dass es ein Resteessen war, Marga kein Salz, keine Kräuter, kein Mehl, Butter und sonst nichts hatte, waren die gefüllten Rollen schmackhaft. Die Halborkin mochte den fast schon exotischen Geschmack der Füllung und wenn Orok etwas daran auszusetzen hatte, durfte er sich sein Fleisch auch blank braten.
Während Marga aß, blickte sie hoch zu den Zelten der Dunkelelfen. Sie erkannte, welches Zelt dem Anführer gehörte. Ob Eilmana darin gerade gefoltert wurde? Oder in unmanierlicher Weise bedrängt? Wurde sie angefasst? War sie gerade am gestehen?
„Ich halte das nicht aus.“, gestand sie Orok leise. „Ich muss nachsehen...“
Aber sie brauchte einen triftigen Grund, Lukra zu stören oder ihr Kopf würde genauso im Matsch landen wie der des Dunkelelfen. Nur im Gegensatz zu diesem hatte Marga das nicht verdient. Sie überlegte eine Weile und dann kam ihr ein Plan. Sie fing an, mit der restlichen Füllung Fleischrollen zu braten und wickelte das ganze in ein sauberes Tuch ein, das Marga aus ihrer Tasche fischte.

Sie hinterließ ihre Tasche und ihre Waffen, ausschließlich der Hochzeitskeule und nachdem sie Orok erklärte, was der offizielle Grund war, den Herren der Dunkelelfen aufzusuchen, verabschiedete sich von ihm. Ragna war sowieso gefüttert und folgte ihrem Frauchen nicht.
Ihr Herz pochte, aber der Rest ihres Körpers war ruhig, als sie zum Lager der Dunkelelfen ging. Sie wusste, dass sie sich unbewaffnet in die Höhle des Löwen begab. Aber gegen Lukra konnte man nichts mit Waffen ausrichten, dies hatte Marga bereits erkannt.

Es war abzusehen, dass Wachen sie abfangen würden. Marga war vorbereitet, ihre Erklärung zu bringen, wobei sie sich besonders dumm stellte. „Mich müssen mit eurig Anführer sprechen. Wenn gefangene Bogenschützin aufwachen, wir ihr geben Essen und Wasser oder nicht? Großer Schamane hat mir gesagt: 'Du immer versorgen alle Gefangene und wenn du nicht tun, dann wird großer Offizier-Mann dich Dummerchen bestrafen.' Aber Offizier-Mann haben Pläne mit Gefangene und mich vielleicht tun falsch. Ich also besser nachfragen. Oder Ihr können das für mich tun, Herr?“
Die Halborkin hoffte, dass die normalen Dunkelelfen allesamt zu viel Angst hatten, Lukra mit dieser Frage zu belästigen und aus diesem Grund einfach die Halborkin durchgehen ließen. Die Fleischrollen hatte sie als Geschenk für Lukra mitgebracht, um ihn zu besänftigen und sich für die Rettung des Konvois zu bedanken (zumindest offiziell). Vermutlich würde der aber die Nase über das Pferdefleisch rümpfen und es gab die Möglichkeit, dass er dann das gute Essen an Eilmana weitergab. Diese würde Marga dann für eine Verbündete halten und hoffentlich weiter über ihre Handlungen schweigen.

Marga würde natürlich nicht sofort ins Zelt reinstolpern, sondern vorher „Klopf-klopf“ rufen und geduldig auf Antwort warten. Diese Höflichkeit hatte sich ja auch beim Orkschamanen guten Eindruck gemacht.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Montag 18. März 2013, 09:48

Die Reise nach Norden verlief ohne nennenswerte Besonderheiten. Marga saß bei Orok auf dem Kutschbock wie zuvor, jedoch nun auf einem anderen Wagen. Der Konvoi hatte Verluste hinnehmen müssen, aber sie waren siegreich aus dem Kampf hervor gegangen. Jetzt trieben die Dunkelelfen die Orks zur Eile an. Ein paar Stunden Wegstrecke lagen vor ihnen. Der Regen wusch die Spuren des Kampfes weg und Marga kümmerte sich um die Verletzungen ihres Verlobten. Die Pfeilspitzen hatte sie ihm entfernt und außer einem Knirschen seiner Zähne, war kein Laut über seine Lippen gekommen. Die Heilpaste tat ihr übriges und als sie fertig war, grinste sie Orok an und lehnte kurz in vertrauter Geste seinen Kopf gegen ihren.
„Ich dir was gutes koche, klar?“
, versprach Marga.
„Wenn wir Feuer machen können...“
, fügte sie mit einem kritischen Blick auf den Himmel hinzu. Orok lächelte sehr erfreut und leckte seinen beiden längeren unteren Hauer. Ein wenig später stieß die Halborkin Orok mit den Ellenbogen an.
„Du.“
, sagte sie leise. Auch was sie weiterhin sprach, war leise, weil es gefährlich war.
„Ork der dich vorhin gestoßen hat. Der das macht, weil er wollen Anführer sein, oder? Sein das üblich bei Orks?“
Orok nickte und sah sich um, ob der Erwähnte irgendwo in der Nähe war, doch er war nicht zu sehen. Marga blickte zu dem Dunkelelfen auf seinem gewaltigen Schlachtross.
„Was sein, wenn eines Tages jemand den da schubst und sagt: 'Du das machen nicht richtig' und ihn besiegen? Das noch keiner versucht, richtig?“
Der Blick des Orks verriet sofort, dass sie mit ihrer Vermutung vollkommen richtig lag. Laut Oroks weit aufgerissenen Augen, war die Vorstellung einen Dunkelelfen zu schubsen reinster Selbstmord. Die ehemalige Schülerin war wieder in Gedanken vertieft und nach einer Weile stellte sie eine weitere ihrer gefährlichen Fragen:
„Geben es überhaupt einen Ork, der befehlen über einen einzigen Dunkelelf?“
Orok achtete peinlich genau darauf, dass ihnen niemand zuhörte und der Schall seiner Stimme selbst die spitzen Ohren der Dunkelelfen nicht erreichten. Zum Glück rauschte auch immernoch leicht der Regen und bot so etwas Schutz. Der Wagen rumpelte leise vor sich hin und sie kamen an einem knarrenden windschiefen Baum vorbei auf dem drei Raben einander an keiften. Orok versuchte sich seine Sorge um Marga und das Gesagte nicht anmerken zu lassen, aber merkte selbst, dass er nicht sonderlich gut darin war, deshalb vertuschte er es, in dem er sich noch einmal Margas Verbrennungen ansah. Er hielt seinen Kopf tief gesenkt, so dass man noch nicht mal sein Gesicht sehen konnte.
„Du nicht so reden, bitte! Gefahr! Dunkelelfen gemeine … Magier. Pfui!“
Das Wort Magier klang fast so, als hatte er es herauf würgen müssen. Die Abneigung der Orks gegen Magie war unbestreitbar groß.
„Ork immer unterstehen einem Dunkelelfen. Ich nicht kennen Ork der über Dunkelelf stehen. Ich mir auch nicht vorstellen können. Keine gesunde Gedanken das sind. Gefährliche Gedanken. Du mir versprechen, dass du nie Dunkelelf schubsen wirst, ja?!?“
Orok sah Marga so flehend wie ein Wargwelpe an, der Hunger hatte. Es fehlte nur noch das leise Winseln. Er sorgte sich ernsthaft um Marga und er wusste, wie gefährlich die Dunkelelfen sein konnten. Doch er konnte ihr in dieser Situation auch nicht von seinen Erfahrungen berichten, also musste er einfach darauf vertrauen, dass sie nichts dummes tat. Von hinten kam gerade einer der Späher der dunklen Horde an geritten und musterte kurz das traute Beisammensein, so dass Marga nicht gleich antworten konnte. Leider blieb er auch recht nah bei ihnen, so das die Unterhaltung unterbrochen werden musste. Gemächlich zog der Abend dahin und Orok sah jeden Ork funkelnd an, der auch nur in Margas Richtung schaute. Dann erreichten sie endlich einen geeigneten Lagerplatz, mit einer grandiosen Aussicht über die Klippen, wie über die Weite der Stillen Ebene und begonnen sogleich mit dem Aufbau der Zelte.

Die Nacht zog über die sanften Hügel der Stillen Ebene und deckte ihre Weite mit ihrem samtenen Mantel zu. Der Wind drehte und trug die Wolken aufs Meer hinaus. Der Regen verebbte und der Himmel klarte langsam auf. Ein ferner Mond spendete sein fahles Licht zwischen den Zelten, dort wo die Lagerfeuer nicht ihrer flackernden Schattenspiele tanzen ließen. Das Lager an der östlichen Küste der weiten Graslandschaft, war langsam zu Ruhe gekommen und jeder hatte seinen Platz gefunden, ob er nun hier sein wollte oder nicht. Die Luft wurde etwas wärmer und der abendliche Geruch von Gräsern und wilden Kräutern mischte sich unter den Dunst der Orks und Wargs. Das Blut war fort gewaschen endlich kehrte der Alltag zurück.

Nachdem Marga wie versprochen sich und Orok ein durchaus köstliches Mahl beschert hatte, begann sie wieder über ihre Situation nachzugrübeln. Während Marga aß, blickte sie hoch zu den Zelten der Dunkelelfen. Sie erkannte, welches Zelt dem Anführer gehörte. Ob Eilmana darin gerade gefoltert wurde? Oder in unmanierlicher Weise bedrängt? Wurde sie angefasst? War sie gerade am gestehen? Ihr Misstrauen der fremden Frau gegenüber war nicht ganz unberechtigt. Sie kannte die Gefangene Eilmana nicht und wusste auch nicht, wie lange sie unter der Folter schweigen würde. Außerdem, was hatte die Elfe schon für einen Grund eine Halborkin zu schützen?
„Ich halte das nicht aus.“
, gestand sie Orok leise.
„Ich muss nachsehen...“
Orok, der gerade eine der köstlichen, leicht süß und doch auch leicht scharfen Rollen im Mund hatte, verschluckte sich und begann zu husten, doch bevor er auch noch etwas erwidern hatte können, hatte sich Marga die restlichen Röllchen geschnappt und lief in Richtung Lukra's Hauptzelt. Sofort hatten geschulte Augen sie im Blick und es wäre schon zu auffällig gewesen sie zurück zu halten. Orok blieb still, mit zitternden Händen um den Griff seiner Axt gespannt, sitzen und sah ihr nach.
Marga kam am Zelt des Anführers an.
„Mich müssen mit eurig Anführer sprechen. Wenn gefangene Bogenschützin aufwachen, wir ihr geben Essen und Wasser oder nicht? Großer Schamane hat mir gesagt: 'Du immer versorgen alle Gefangene und wenn du nicht tun, dann wird großer Offizier-Mann dich Dummerchen bestrafen.' Aber Offizier-Mann haben Pläne mit Gefangene und mich vielleicht tun falsch. Ich also besser nachfragen. Oder Ihr können das für mich tun, Herr?“
Die Wächter wechselten einen undefinierbaren Blick mit einander und der Linke macht einen halben Schritt auf Marga zu. Offensichtlich waren sie noch nicht gewillt sie einfach durch zu lassen, oder ihre Aufgabe abzunehmen.
„Was hast du da?“
Der Nähere zeigte auf das in das Tuch eingeschlagene Fleisch. Die Geste war eindeutig, so dass die Worte in der Sprache der Orks trotzdem verständlich wurden. Seine Nase zuckte leicht, denn der Geruch von Honig und der feinen scharfen Wurzel begann sich vor dem Zelt auszubreiten. Der andere Dunkelelf behielt Marga aufmerksam im Auge, auch ihre Seite, an der die Hochzeitskeule hing. Natürlich würden sie sie kontrollieren, dass hatte Marga sicher auch geahnt und so schlug sie das Tuch auf. Marga konnte versuchen sich bei den Wachen einzuschmeicheln, oder das Geschenk für Lukra bestimmt sein lassen. Beides hätte sicher seine Vorteile, denn etwas an diesem Geruch der Wurzel schien für die Elfen äußerst angenehm zu sein. Die Duftwolke erreichte nun auch den Hinteren Wächter und Marga konnte ein Schlucken an seinem Adamsapfel erkennen. Der Fund der Wurzel war wohl ein kleiner Glücksgriff. Nun galt es ihn geschickt einzusetzen, doch als würde das Schicksal es ihr noch schwieriger machen wollen näherte sich Tharan von der Seite. Ob er auch etwas gerochen hatten und deshalb her kam, oder ohnehin zu seinem Anführer wollte, war unmöglich zu bestimmen. Die beiden Wächter nahmen vor dem ranghöheren Offizier sofort Haltung an und der Feuermagier musterte die Halborkin. Sein Antlitz glich bis ins kleinste Detail dem seines toten Bruders, eben bis auf die Farbe der Augen. Als er ankam, fragte er den einen Wächter:
„Was ist hier los?“
„Die Missgeburt weiß nicht ob sie die Gefangenen füttern und bemuttern soll und möchte, dass wir bei Lukra nachfragen.“
„Dummes Stück Dreck! Wenn er Gregor sie sogar heilen lässt, wird er wohl nichts dagegen haben, wenn sie auch nicht verhungert! Orks können halt nicht denken! Ich nehme sie mit rein, dann kann Lukra ihr eine Lektion erteilen.“

Er grinste fies und musterte noch einmal Marga. Er blinzelte, als überlegte er kurz, aber schüttelte dann den Kopf. Ohne die nötigen Informationen war Marga eben nur eine Dienerin die kurz nach dem Kampf seines Bruders mit der Eismagierin in dessen Nähe gewesen war.
„Komm mit!“
Er machte eine Geste, dass sie ihm folgen sollte und die Wächter öffneten den Vorhang zum Hauptzelt. Ein leises Klingeln, wie von vielen kleinen Glöckchen erklang dabei, so das man sofort wusste, wenn jemand das Zelt betrat. Tharan trat an den Kartentisch und dirigierte Marga wortlos in eine Ecke. Sein Blick ruhte auf dem zweiten Vorhang, der den Privatbereich des Anführers abteilte.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Mittwoch 20. März 2013, 07:35

Eilmana hatte durchaus mit einer heftigen Reaktion von Lukra gerechnet und war sichtlich überrascht, als er ihr eine ruhige Gegenfrage entgegen brachte und sie dann an sich heranzog. Der Ruck an ihrer Kette brachte sie ins Stolpern und sie drohte zu fallen, bevor Lukra sie auffing. Eilmana sah dem Dunkelelfen in die Augen, die Pupillen geweitet und weit aufgerissen. Keinem wäre ihr Schreck entgangen schon gar nicht Lukra, doch bemerkte er auch ihre innerliche Erleichterung? Diese zumindest war nicht augenscheinlich wahrzunehmen.
Als er Sie auf sein Pferd hob und spürte wie leicht er sie hochhob, wurde ihr eiskalt. Diese Kraft, die er hatte, war wirklich unglaublich und als er hinter ihr Platz nahm und seinen imposanten Körper an ihren presste, schauderte es ihr doch. Sie versuchte den Schauder zu verbergen und ignorierte auch die Blicke, die er auf ihre freiliegenden Schulter warf, auch wenn sie jeden seiner Blicke spürte wie einen Nadelstich.
Sie verstand seine Frage, die er ihr stellte und auch die Antwort, die er auf seine eigene Frage gab, doch grübelte sie über die Antwort, die sie ihm geben konnte. Das Nachdenken über ihre Wortwahl brachte sie dazu vollkommen sachlich zu sprechen, da sie gedanklich so konzentriert auf die Worte war das sie ihre Emotionen fast vergaß.
„Nein, aber ist es nötig das du wissen musst, ob es noch einen gibt? Du würdest doch auch die anderen vernichten. Also droht dir keine Gefahr?! „
Aus Eilmanas Worten wurde deutlich, dass sie „scheinbar“ keine Ahnung von Taktik und Kriegsführung hatte. Den dunklen Tuch, den er der Sprache gab, war das vollkommene Gengenteil von dem wie Eilmana die Sprache anwendete. Sie sprach in ruhigen und fast melodischen Tönen, mit einem leichten Akzent ihrer Muttersprache.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Während sie so durch die Landschaft zogen, betrachtet Eilmana diese und der Anblick der Natur gab ihr Ruhe und Inspiration. Ja diese Elfe war wahrlich eigenartig unter solchen Umständen, nach all dem was geschah sich noch inspirieren zu lassen. Sie genoss die Luft, den Wind, den warmen Rücken des Pferdes und das schöne Fell, den Himmel und die vorbeiziehenden Wolken. Sie streichelte sanft den Hals des Pferdes und genoss das sanfte Gefühl, dass sie spürte, wenn ihre Handflächen das Fell berrührten. Dann blickte sie nach oben zu Neif, der über ihnen flog. Seine schwarze Federn glänzten wundervoll und Eilmana wurde schwer ums Herz. Genau das hatte sie doch gewollt, frei in der Welt umherziehen und die Wunder die es gibt, betrachten und bildlich festhalten. Gedankenversunken malte sie mit ihren Fingern auf den Hals des Pferdes ihren Freund nach und durch die Verschiebung des Fells konnte man ganz schwach erkennen das sie Naif zeichnete. Doch als der Regen kam, wusch dies alles fort, nicht nur das sanfte Bild sondern auch jegliches Gefühl von Freiheit und Freude welches in Eilmanas Herzen aufblitzte.

Den Rest des Weges blieb Eilmana ruhig, gedankenversunken und starte nach vorne.

Als sie den Rastplatz erreichten, beobachtete sie das Treiben und war verwundert das die Orks so mit sich umgehen ließen. Sie taten ihr Leid und wäre Eilmana nicht in so einer prekären Situation, hätte sie ihnen gerne geholfen. Doch nachdem das Zelt von Lukra fertig war ging er mit ihr hinein.
Eilmana sah sich um ihr fielen einige Dinge auf. Die Karte auf den Tisch, ein paar leere Blätter und Stifte aus Grafit, die er wohl nutzte um Aufzeichnungen zu machen. Der Waffenständer und das Bett waren die nächsten Dinge die sie begutachtete, doch machte das Bett sie unruhig, sie erinnerte sich an Zern und wie er sich nahm was er wollte das er nicht dazu kam lag nur an Brunhilde und Nevox,..Ja Nevox…wo mochte der Elf nur sein. EIlmana hoffte inständig das es ihm gut ginge. Gezwungernermasen setzte sie sich auf das Bett, woraufhin Lukra auch gleich auf sie zukam und sich ganz nah zu ihr setzte. Er legte die Hand an ihren Hals und in Eilmanas Augen war pure Angst zu sehen. Als Lukra das Halsband abnahm und sich wieder entfernte sah Eilmana erstaunt und fragend in seine Richtung, während sie sich den Hals rieb der leicht gerötet war vom Halsband. Sie Verstand seine Antwort problemlos und schaute verwundert zu als er die Ketten miteinander verband. Dann kam er zurück und legte ihr dieses scheußliche Ding wieder um. Eilmana konnte zwar nicht verstehen mit welchem Zauber die Ketten belegt waren, aber ihr war klar, dass sie mit ihrer Magie nichts gegen diese Kette hätte ausrichten können. Ebenso blieb ihr nicht verborgen, dass die Kette sie nicht bis an die Waffen lies. Als Zeichnerin hatte die junge Elfe ein gutes Augenmaß und konnte sofort abschätzen, in welche Bereiche des Zeltes sie so gelangen konnte.

Auch Naif war die Aussichtslosigkeit der Situation bewusst und als er diese seufzende Krähen von sich gab, nahm Eilmana ihn auf die Hand uns streichelte sanft seinen Kopf und sprach in ihrer Sprache mit ihm.
„Ist schon gut Naif, mach dir keine Sogen. Magst du nicht ein wenig raus fliegen und dir etwas zu fressen suchen? Du hast sicher Hunger und ich lauf schon nicht hier weg.“
Sie entrann sich ein warmherziges Lächeln und blickte ihren gefiederten Freund an. Dieser sah der jungen Elfe in die Augen, auch wenn er sicher nicht sprechen konnte, so verstand er EIlmana doch immer. Er nickte ihr zu, schmiegte seinen Kopf kurz an ihre Wange und schwang sich dann mit ein paar Flügelschlägen nach draußen.

Eilmana sah Lukra an, in der Zwischenzeit war der Drang ihrer Blase so groß das sie es kaum noch aushielt und sie Sprach Lukra an.
„Entschuldigung, aber wo kann ich mich erleichtern?“
Die Worte fielen schwer, sowohl wegen der Sprache als auch wegen der Pein die eine solche Frage auslöste. Noch schlimmer wurde dies als Lukra diesen Topf unter dem Bett hervorzog. Eilmana sah das Ding an, dann sah sie zu Lukra und ihr war klar das sie nur zwei Möglichkeiten hatte, entweder den Topf oder sich nass machen und das wollte sie am aller wenigsten.
Also ging sie zu dem Topf, nachdem Lukra sich umdrehte und zog ihr Höschen runter. Sie schob das Kleid etwas nach oben und setzte sich auf den Topf doch vor lauter Anspannung und Pein wollte es nicht so richtig klappen.
Nach einem Moment schloss Eilmana die Augen und dachte an Zuhause ihr Gesicht entspannte sich und man konnte das leise Plätschern im Topf hören. Nachdem sie fertig war stand sie auf und zog sich ihr Höschen wieder an und setzte sich zurück auf das Bett. Sie überlegte kurz, doch dann ging sie zum Tisch. Sie wusste nicht, was Lukra sagen oder tun würde aber nachdem sie sich erleichtern konnte hatte sie nur einen Drang… Zeichnen… Sie setzte sich an den Tisch und nahm eins von den Papieren und einen der Grafitstifte in die Hand und begann das Pferd von Lukra zu zeichnen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 20. März 2013, 11:29

„Nein, aber ist es nötig das du wissen musst, ob es noch einen gibt? Du würdest doch auch die anderen vernichten. Also droht dir keine Gefahr?!“
Sie konnte es nicht sehen, aber Lukras linker Mundwinkel hob sich leicht an, anscheinend hatte sie ihn gerade ein Kompliment gemacht ohne es vielleicht gewollt zu haben. Doch blieb er ihr eine Antwort schuldig.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Im Zelt

Ein Wunder das Eilmana nicht vor Erleichterung laut aufgeseufzt hatte, denn ihre Blase stand kurz vor dem platzen. Lukra hatte sich seiner sichtbaren Bewaffnung entledigt und drehte sich in den Moment um als Eilmana am Tisch saß und mit der Zeichnung seines Schlachtrosses begann. Er ging langsam um den Tisch und bei jedem Schritt den er machte klimperten seine Schuhe ein wenig. Bis das Geräusch verstummte und Lukra hinter ihr stand. Sie konnte seine Präsenz deutlich fühlen und dies sorgte dafür, dass ihre Kreativität und das Bild des Pferdes, vor ihrem inneren Auge verschwand. Eilmana musste ihr begonnenes Werk unterbrechen und als sie den Kohlestift aus der Hand legte, merkte sie wie sich seine Hand auf ihre Schulter legte.

Anspannung lag in der Luft und dieser Moment der Berührung, der sie an ihre beinah Vergewaltigung erinnerte, mit all ihren Bildern und Gefühlen, zog sich schmerzlich in die länge und wollte anscheinend nicht mehr enden.
Doch Rettung nahte in Form einer Frau die man wahrscheinlich niemals als Porträt für eine Heldenfigur nehmen würde. Der Vorhang des Zeltes wurde aufgezogen und ein klingendes Geräusch entstand dabei, so als ob man mehrere kleine Glöckchen kräftig schüttelte.
Der klang ließ Eilmana stutzig werden und verschaffte ihr Ablenkung von den Bildern der Vergewaltigung, die sich in ihren Kopf abspielten. Sie überlegte angestrengt ob dieses Geräusch ebenfalls erklang als sie das Zelt betretene hatte? Sie war sich eigentlich ziemlich sicher, dass dies nicht der Fall gewesen war. Vielleicht war der Vorhang genauso verzaubert wie die Kette die an ihrem Halsband befestigt war?!

Mit den eintreten des Besuches verschwand die Hand auf Eilmanas Schulter, aber der Dunkelelf blieb weiterhin hinter ihr stehen und zum Vorschein kamen Tharan und Marga.
Lukra blickte skeptisch zu seinen Untergebenen. Dieser blieb daraufhin mit der halb Orkin vor dem Tisch mit der riesigen Karte stehen.
„Was will sie hier?“ Der Anführer fragte sich selbstverständlich warum eine Orkfrau bei ihn vorsprechen durfte.
„Sie will wissen ob sie die Gefangene füttern soll.“ Lukra stand mittlerweile neben der sitzenden Eilmana und stütze sich mit gespreizten Armen an der Tischkante. Dabei berührte seine Hand beinah den rechten Arm der Malerin.
„Und das…“ Er schnüffelte kurz lautstark mit der Nase. „..was da so gut riecht, soll also die Gefangene essen?“ Auch Eilmana spielte der Duft der Fleischröllchen um die Nase und sie schloss genießerisch die Augen. Es war das erste Mal das sie so einen betörenden Geruch wahrnahm und augenblicklich lief ihr das Wasser im Mund zusammen und ihr Magen begann ganz leise zu knurren. „Das weiß ich nicht, aber ich kann kaum glauben dass so jemand wie sie, so etwas lecker riechendes Kochen kann.“
Lukra nickte und schaute Marga jetzt zum ersten Mal seit sie das Zelt betreten hatte in die Augen. Eine Aufmerksamkeit die die wenigstens und dazu gehörten auch Lukras Verbündete, gerne freiwillig genießen würden, aber Marga hatte sich nun mal für diesen Weg entschieden.
„Was willst du?“

Währenddessen bei Junos Leiche

Im Wagen herrschte Dunkelheit und der tote abgedeckte Körper der Hybridin lag anklagend auf den Holzdielen. Die beiden Personen die im Wagen neben der verstorbenen jungen Frau saßen, brauchten kein Licht. Die Decke wurde vom Gesicht der kleinen Füchsin gezogen. Zwei Hände, nicht wesentlich größer als die eines Kindes, wanderten über das Gesicht und rutschen dann unter die Decke, sowie unter die Kleider und verharrten dann auf Höhe des Herzens. Die Stimme von Gregor erklang ganz leise und gab Laute von sich die den meisten eine Gänsehaut über den Rücken jagen würden. Es waren Töne die die wenigsten sterblichen Wesen kannten und sie kamen tief aus seiner Seele, die soviel Schmerz und Verlust erleiden musste wie kaum eine andere.
Plötzlich entstand ein warmes Licht unter der Decke und beleuchtete einen winzigen teil des Wagens. Der Ursprung dieser Lichtquelle war der vermeintlich tote Körper der jungen Frau. Um das vermeintlich zu verstehend, musste man die Perspektive wechseln und die Welt durch die Augen des Gnomes erblicken.
Wenn man dies getan hatte konnte man in der alles umfassende Schwärze die Silhouette von Juno erkenne und dort auf Höhe ihres Herzen, glimmte ein kleines Flämmchen, das ganz langsam zu Wachsen begann.
Eine zweite Flamme war neben der von Juno zu sehen und diese wurde immer schwächer und begann zu flackern, je mehr die kleine rote Flamme daneben wuchs.

Auf dem Gesicht de Heilers bildeten sich immer größere Schweizperlen und aus einen seiner trüben Augen löste sich eine kleine blutige Träne, die an seiner Wange hinab lief.
Der mutige Wotan saß auf der anderen Seite des beweglosen Körpers und blickte immer abwechselnd erst zu Gregor und dann zu Juno. Auch wenn er nur ein Eichhörnchen war, man konnte sehen dass er besorgt war.
Ein Zettel lag neben dem Hörnchen und auf diesen lag eine kleine Glasscherbe, so wie ein Anhänger der die Form einer Flamme hatte und aus purem Gold bestand.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Donnerstag 21. März 2013, 21:47

Die Sprachbarriere war für Marga besonders hoch. Von der orkischen Sprache verstand sie nur einen Bruchteil und von der Dunkelelfensprache überhaupt nichts. Aber die Offiziere sprachen sie immer auf orkisch an, niemals auf der Allerweltsprache Celcianisch, die Marga wählte.
Aber das hieß nicht, dass sie nicht mitbekam, was los war. Sie hatte ein Gespür für solche Dinge bekommen. Bei Fragesätzen wurde am Ende immer die Stimme etwas gehoben, egal in welcher Sprache das war. Damals in Jersa hatte man Marga so oft verspottet, sodass sie heute ein Schimpfwort allein an der Betonung erkannte, selbst wenn das Wort ihr unbekannt war.

Sie zeigte das Fleisch vor und Marga könnte schwören, dass den beiden Dunkelelfen das Wasser im Mund zusammen lief. Scheinbar schien ihnen der Geruch zuzusagen. Entweder es war der Honig oder die Wurzeln oder beides in Kombination. Aber die beiden würden nichts von ihrem guten Essen abgekommen. Es war für den Vorgesetzten bestimmt.
Dann kam der Feuermagier ebenfalls zu ihnen. Die Halborkin glaubte, ihr letztes Stündchen hätte geschlagen, wenn der Wiedergänger sie erkannte. Sie schätzte schon ihre Chancen ein, den Kerl genauso wie schon einmal zu packen und die Klippe runter zu werfen. Am besten sprang sie gleich hinterher, dann würde man sie nicht so foltern wie die Bogenschützin.
Aber der Kerl erkannte sie nicht! Er mochte den Tod besiegt haben, aber erinnern konnte er sich anscheinend nicht mehr daran. Marga fiel ein Stein vom Herzen. Trotzdem würde das schlimmste noch kommen. Was der Wolf zum Warg, das war Tharan zu Lukra.

Die Halborkin folgte dem Magier ins Zelt. Es gab einen Bimmeln, aber als sich Marga instinktiv nach Glocken umdrehte, fand sie keine. „Wie das gehen?“ Sie wurde in eine Ecke gestellt und von dort konnte sie sich umschauen. Auf dem Tisch war ganz viel Papier, das mit Linien und Mustern bedeckt war, deren Bedeutung Marga nicht verstand. Das Zelt war so hoch, dass man unbedenklich stehen konnte, und sehr groß.

Während sie den Blick über den Raum schweifen ließ, erfasste sie auch Eilmanna, aber sie ließ ihre Augen nicht auf ihr, sondern verhielt sich, als wäre die Künstlerin nur ein weiteres Möbelstück. Was machte sie gerade mit dem Stift und dem Papier? Schrieb ein Geständnis? War es schon zu spät? Aber so wie die Dunkelelfen miteinander redeten, schien Marga keine Gefahr zu drohen. Oder nur die Gefahr, in der man schwebte, wenn man die Zeit eines eitlen, geisteskranken Massenmörders verschwendete.
Lukra starrte in ihre Augen. Die Halborkin konnte nicht anders, als zurückzuschauen. Es war eine Angewohnheit aus ihrer Jugendzeit und die einzige Methode, die sie kannte, um sich nicht von spöttischen Blicken zermürben zu lassen. Er stellte eine Frage auf orkisch. Es enthielt das Wort „du“. Es gab verschiedene Möglichkeiten, was genau es gefragt wurde:
„Wie heißt du?“ „Wer bist du?“ „Was hast du?“ „Was willst du?“ Marga hielt es für klug, keine dieser Fragen offen zu lassen und gleich alles zu sagen:
„Ich bin Mar-Ga.“, sie sprach den Namen so orkisch aus, wie es bereits Orok getan hatte.
„Mich haben das als Dank mitbringen. Ihr uns habt gerettet bei Hinterhalt.“, sagte sie und legte das Bündel mit den Fleischrollen auf eine freie Ecke des Kartentisches.
„Als Konvoi anfangen, mir gesagt wurde mich für Gefangene Getreidebrei kochen. Aber was sein mit Bogenschießerin? Und mit der da?“ Dabei deutete sie auf Eilmana.
„Wollen ja nichts falsch tun, Herr.“
Abgesehen vom Blinzeln unterbracht sie den Blickkontakt mit Lukra kein einziges Mal und ihr steinerner, nichtssagender Gesichtausdruck blieb bestehen.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 21. März 2013, 23:28

Im Zelt

Eilmana hatte mit ihrer Zeichnung begonnen, doch Lukra's Nähe tötete jede Inspiration in ihr. Seine Hand auf ihrer Schulter bereitete ihr Höllenqualen. Doch zum Glück währte die Berührung nicht lange, denn das Erklingen der magischen Glöckchen, die wie bei einer Alarmanlage jeden Eindringling meldeten, erlöste sie aus ihrer Qual. Lukra wandte sich zu Tharan dem Feuermagier und das Gespräch schien sich auf die Halborkin zu konzentrieren, die mit ihm eingetreten war. Ebenso hatte mit ihr etwas unglaublich gut duftendes das Innere des Zeltes erreicht. Vielleicht kannte Eilmana den Duft der Wurzel, vielleicht auch nicht, aber die feinen Nuancen, die teils scharfe, teils süße Komposition aus Würze und Harmonie streichelte ihren Gaumen.

Etwas an diesem Duft war für die Spitzohren anscheinend sehr verführerisch. Für Marga und Orok war es schon lecker gewesen, aber für Elfen war dieses Aroma wie Minze für Katzen, konnte die Halborkin feststellen. Ihr Verstand ratterte als sie der Sprache der Dunkelelfen lauschte und dann die Frage auf Krz'ner gestellt bekam:
„Was willst du?“
Wie heißt du? Wer bist du? Was hast du? Was willst du? So schoss es durch den Kopf der Halborkin. Marga hielt es für klug, keine dieser Fragen offen zu lassen und gleich alles zu sagen:
„Ich bin Mar-Ga.“
, sie sprach den Namen so orkisch aus, wie es bereits Orok getan hatte.
„Mich haben das als Dank mitbringen. Ihr uns habt gerettet bei Hinterhalt.“
, sagte sie und legte das Bündel mit den Fleischrollen auf eine freie Ecke des Kartentisches.
„Als Konvoi anfangen, mir gesagt wurde mich für Gefangene Getreidebrei kochen. Aber was sein mit Bogenschießerin? Und mit der da?“
Dabei deutete sie auf Eilmana.
„Wollen ja nichts falsch tun, Herr.“
Tharan sah seinen Anführer an und zog die Augenbrauen hoch.
„Sie ist des Celcianischen gut mächtig. Vielleicht könnte das noch von Vorteil für uns sein. Man müsste sie nur richtig einsetzen und kochen kann sie anscheinend auch.“
, war der einfache Kommentar des Offiziers und „Wiedergängers“.

Auf dem Wagen

… nichts mehr ... außer Schmerz! Der Druck der auf Junos Herzen lag war unerträglich. Die Luft in ihrer Lunge war alt und stand und wollte nicht entweichen. Jede Zelle ihres Körpers zerfiel. Junos Seele war zurück in ihren toten Körper gefahren. Etwas, nein, jemand hatte sie zurück geholt. Das Brennen was sie spürte war Magie, die durch ihren toten Körper floss und ihn mit neuem Leben füllte. Ihre Augen brannten, als hätten sie Stunden offen gelegen ohne zu blinzeln, ihr Hals schmerzte, als wäre ihre Luftröhre verschoben und langsam richteten sich die Knorpelspangen wieder. Ein erster Atemzug, ein erster Herzschlag ließ sie sich aufbäumen und die Augen aufreißen. Eine kleine Hand drückte sie hinunter und hielt sie wo sie war. Eine Hand legte sich auf ihren Mund um etwaige Geräusche zu dämpfen, doch der Druck wurde schnell schwächer. Im gleichen Maß wie es Juno besser ging, ging es dem alten Gnom schlechter. Junos Blick fand sein Gesicht und blutige Tränen rannen aus seinen Augen, die die Herrlichkeit ihrer Seele gesehen hatten und beschlossen hatten sie zu retten. Er sank neben ihr zusammen und ein Eichhörnchen sprang auf seine Brust. Die Hand des Gnoms hob sich zum letzten Mal und streichelt das kleine pelzige Köpfchen. Seine Stimme war ein Flüstern:
„Es … ist … gut.“
Dann wurden seine Augen leer. Wotan legte seine winzigen Pfoten auf die schlaffen Fingerspitzen des Heilers der sein Leben für ein anderes gegeben hatte. Die durchaus menschliche Geste wirkte durch Junos wissen um seine Seelengestalt nun nicht mehr so seltsam wie zuvor. Der kleine Kopf mit den dunkelbraunen Kulleraugen wandte sich ihr zu und nickte langsam. Juno hatte zwar noch etwas Halsschmerzen, aber sonst ging es ihr recht gut. Sie trug noch die gleiche schäbige Kleidung wie zuvor, doch hatte alles an ihr einen starken Blutgeruch von dem Pferdefleisch um sie herum angenommen. Auch Waffen lagen hier im Wagen unter einer Plane. Der Gnom lag tot neben ihr und Wotan sprang von seiner Brust. Der Eichkater hüpfte zu der Scherbe und dem Zettel, der bei einem goldenen Anhänger lag, in Form einer Flamme.

Im Orklager

Orok hatte lange das Zelt des Dunkelelfen-Anführers beobachtet. So lange, bis eine Gestalt sich unangenehm in sein Sichtfeld drängte und seine Aufmerksamkeit verlangte. Die breiten Schulter und der hässliche Schädel identifizierten ihn als denjenigen Ork, der schon zuvor Streit gesucht hatte. Orok war nicht in der Stimmung für höfliches Geplänkel, bzw. das was man auf orkisch für höflich halten konnte. Er stand aufmachte zwei Schritte nach vorne und schlug dem Störenfried geradewegs auf seine ohnehin schon platte, breite Nase. Sofort floss Blut und wütendes Gebrüll rief die anderen Orks zum Kampfplatz. Schnell bildete sich ein Traube um die beiden Kämpfer und grollende, sinnfreie Rufe erschallten durch die Nacht. Orok hatte einen guten ersten Treffer gelandet, doch sein Gegner ließ sich durch einen einzelnen gebrochenen, kleinen, unwichtigen Knochen wie das Nasenbein nicht von seinem Plan abbringen. Orok hatte mehr unwissentlich als gewollt die Führungsposition unter den Orks eingenommen und das musste nun ausdiskutiert werden. Hier gewann wer die schlagenderen Argumente hatte.

Etwas abseits des Geschehens öffnete sich die Zeltwand des Diplomaten und er trat mit seinen beiden Elite-Kämpfern heraus. Ein Rabe näherte sich dem Zeltdach und landete, als die Männer gingen. Beide Krieger waren wie eh und je verhüllt und wirkten bei jeder Bewegung wie Todesboten. Der Diplomat näherte sich langsam dem Kampfesslärm. Der Pulk von großen bulligen Wesen hatte die drei noch nicht einmal bemerkt. Scharf blickende, zusammen gezogene Augen beobachteten das wilde Treiben. Selbst die hinteren Orks, die kaum etwas sehen konnten, waren unaufmerksam, und hatten mit einem Schlag jede Disziplin verloren. Ihre Sozialen Strukturen waren aufgebrochen und mit lauten Gebrüll feuerten sie mal den Einen, mal den Anderen an.

Orok fing einen schweren Schwinger und taumelte kurz ein Stück zur Seite. Der Schlag der einem Menschen den Schädel zertrümmert hätte, ließ ihn ein paar kleine schwarze Punkte sehen, die aber schnell wieder verschwanden. Um so wütender stürzte er sich auf seinen Widersacher. Krachend landete seine Faust abermals im Gesicht des Anderen und wurde gleich verfolgt von seinem Knie, was sich in den Bauch des Gegners rammte. Grunzende Laute rollten über den Platz und Knurrgeräusche erklangen in der Menge der Umstehenden. Nach Luft schnappend kam sein Gegner hoch und nutzte den Schwung um Orok mit dem Schädel unterm Kinn zu treffen. Beide Kämpfer hielten nicht viel von Deckung oder Techniken wie das Ausweichen. Sie schenkten sich nichts. Orok fiel über einen Stein stolpernd nach hinten und die Menge grölte!
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Montag 25. März 2013, 11:14

Kommt von: Sonstige Orte Celcias ‹ Kata Mayan - die Todesinsel ‹ An fernen Ufern

Genauso wie Juno die Ebene der Toten verließ so trat sie auch wieder mit ihrer Seele in ihren Toten inzwischen lange liegenden Leib ein, nämlich mit unermesslichen Schmerzen. starker Druck lag auf ihrem Herzen, alte Luft befand sich in ihren Lungen. Juno spürte dies alles hatte jedoch die Kontrolle über ihren Körper noch nicht zurückgefunden. Noch unter den Qualen des Toten Körpers und des überganges leidend musst sie noch die letzten Momente erdulden bis ihr Leib ihr wieder gehorchte und lebendig wurde. Die Seele der verstorbenen spürte wie allmählich die Lebensessenz ihre Venen ,Adern und Zellen sowie jedes Organ erfüllte und diesen stetig mehr wiederbelebte. Es knackte und knirschte im Hals bevor ihr Körper den ersten erfrischenden Herzschlag ausführte und Juno sich unter einem Schmerzensschrei aufbäumte der dafür sorgte das sie sogleich ihren ersten frischen Atemzug machte. Der Anfängliche Schrei wurde jedoch im selben Moment von der Hand Gregors unterdrückt, der sie ins Leben zurückgeholt hatte. Die Hände der wiederbelebten gingen reflexartig an den Schmerzenden Hals und die drückende Brust. Juno hatte sich beim Aufbäumen aufgesetzt und versuchte ihren Körper die nötige Ruhe und den gewohnten Atemrhytmus anzugewöhnen. Juno hustete und verspürte eine äußerst unangemes kratzen sowie noch einen leicht nachhallenden Schmerz in ihrer Kehle. Noch bevor die Hybridin realisieren konnte wo sie sich befand, brach Gregor neben ihr zusammen. Sie fing ihn auf und sah in sein Gesicht. Liebevoll strich sie ihm mit der Hand über die Wange. Wohlwissend ahnend und dankend für das was er für sie tat. Sie sah wie Wotan auf seine Brust sprang und Gregor ihm ein letztes mal beruhigend den kleinen Kopf streichelte sowie ihm leise zuhauchend versicherte.
„Es … ist … gut.“
Dann musste sowohl die ins Leben zurückgekehrte sowie ihr kleiner pelziger Held mit trauernden Mienen miterleben wie das Leben aus seinem Körper verflüchtigte. Einen Augenblick lang hielten beide in Gedenken an ihn inne, bevor Wotan seinen Blick zu Juno wandte und ihr versicherte das er den Übergang geschafft hatte. Die junge Fuchshybridin schob ihren noch schwachen Körper an den verstorbenen Körper Gregors heran. Schloss deren Augen einer sanften Bewegung gleich mit ihrer Hand und blickte dann Wotan bestätigend nickend zu. Während Juno sich nun wieder an ihren alten Körper gewöhnen musste, der sich im Vergleich zu ihrer Seelischen Reife nicht weiter entwickelt und somit fremd und ungewöhnlich anfühlte. Hüpfte Wotan von Gregors Brust hinüber zu den Hinterlassenschaften und Glücksbringern für die wieder auferstandenen. Juno schaute auf ihre Hände und berührte ihr Gesicht. dieses fühlte sich seltsam ausgetrocknet und porös an. Was daran lag das sich sowohl ihre Organe als auch ihre Zellen schon seit längerer Zeit der untätigkeit in einem Verwesungsstadium befanden und sich langsam zu regenerieren versuchten.Erst nach längerem sitzen und sich eingewöhnen schaute sie zu Wotan und registrierte die auf sie wartenden Gegenstände. Dabei nahm sie zuerst den Glassplitter in die Hand und versuchte darin ihr Gesicht zu erblicken. Das auf den ersten Blick als und vertrocknet wirkte. Erst danach schaute sie sich das Schmuckstück mit der Flammenform an. Legtes dieses um ihren Hals und lies es unter der Kleidung verschwinden. Zuletzt nahm sie den Zettel und las die darauf befindlichen Inschriften.

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Eilmana Silva
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Dienstag 2. April 2013, 21:22

Eilmana schauderte es, als der Dunkelfürst seine Hand auf ihre zarte Schulter legte. Sie erinnerte sich an die Situation mit Zern und bekam Angst, dass dies hier noch viel schlimmere Ausmaße annehmen könnte. Glücklicherweise wurde sie aus ihren Gedanken, dank eines klingeln, gerissen. Die junge Elfe sah sich um, konnte aber nicht erkennen, woher das klingeln kam und zog den Schluss das der Vorhang wohl auch verzaubert sein musste.

Während des Gespräches versuchte Eilmana anhand von Mimik und Gestik der beteiligten, etwas zu verstehen, aber das einzige, was sie verstand war, dass es um das Essen ging und das die Situation angespannt war. Das Essen jedoch roch so gut, dass Eilmana das Wasser im Mund zusammen lief und sie am liebsten in eines der Röllchen gebissen hätte.

Währenddessen draußen bei Naif:
Währenddessen flog Naif draußen herum. Er suchte eine Stelle wo der Boden schön weich war und pickte nach ein paar Würmern. Nachdem er ein paar gefunden und gefressen hatte, flog er auf einen Baum wo ein Rabenpärchen saß, welches seiner Art angehörte. Er krähte leise und man hätte vermuten können, dass die Tiere sich unterhielten. Nach dem sie verstummten, nickte Naif und sah sich im Lager um. Er bemerkte, wie die Halborkin zu Eilmana ins Zelt geleitet wurde, was ihm nicht ganz geheuer war, doch noch bevor er der Situation nachgehen konnte passierte erneut etwas. Er hörte einen dumpfen Aufprall und anschließend ein lautes gebrüllt. Er flog in die Richtig aus der der Lärm kam und sah wie sie Orks sich bekämpften. Skeptisch sah er zu, wie sich zwei sehr große und kräftige Exemplare die Köpfe einschlugen woraufhin er den Kopf schüttelte. Was mochte Naif nur denken bei diesem Anblick.
Dann Flog er in Richtung Wagen, wo die Waffen aufbewahrt wurden. Der Boden war dort sehr weich und Naif hoffte noch mehr Würmer zu finden. Bei den aktuellen Geschehnissen konnte er eh nichts ausrichten und er wollte satt zu Eilmana zurückkehren. Doch beim Suchen wurde er von einem Geräusch gestört. Durch das Getöse der Orks, war es kaum zu hören aber seinem feinem Gehör entging nichts. Er beobachtete die Wagen und plötzlich nahm er eine Bewegung wahr. Er hopste vorsichtig drauf zu und auf Einmal erblickte er Wotan und Juno. Er hüpfte auf Wotan zu und begrüßte ihn voller Freude. Dann flog er hoch und sah Juno erstaunt an. Wie konnte das sein… doch dann erblickte er hinter ihr den toten Gnom und auch wenn er nur ein Tier war konnte er sich denken was geschehen war.

Im Zelt:
Eilmanas Magen knurrte unterdessen so laut, dass es zu ihrem Bedauern alle Beteiligten hören konnten und die Magierin schaute beschämt zur Seite.
Doch die Dunkelelfen schienen keine Notitz dessen zu nehmen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 10. April 2013, 12:32

Nachdem Marga den Grund warum sie Lukra sprechen wollte darlegte, verzog der Anführer nur eine Augenbraue. Warum wurde er mit so einer Frage belästigt? Er blickte kurz zu Tharan der ein bösartiges Grinsen aufgelegt hatte. Lukra wusste von der Abneigung des Magiers gegenüber Orks. Er selbst hingegen fand dieses Volk immer sehr nützlich. Nichtsdestotrotz waren sie für ihn aber auch nur Bauern auf den Schlachtfeld, die man beliebig opfern konnte.
Sein Blick wanderte wieder zu Eilmana als ihr Magen knurrte und dort verweilte er für eine gewisse Zeit.
Erst die bemerkung von Tharan brachte ihn wieder dazu Blickkontakt mit Marga aufzunehmen, die ihn immer noch mutig anstarrte.
„Du bist weiterhin dafür zuständig dass den Gefangenen immer abends etwas zu essen gebracht wird. Was du ihnen vorsetzt ist mir einerlei. Aber wenn du ihnen das essen bringst, wird dich Tharan dabei begleiten!“
Mit einen Grinsen im Gesicht, blickte er zu den Dunkelelfen, der jetzt sichtlich schlecht gelaunt war.
Für ihn gab es wohl nichts Schlimmeres als jeden Abend zusammen mit Marga die Gefangenen zu füttern! Hätte er sie doch einfach am Zelteingang getötet. Tharan verfluchte sich innerlich tausendmal für seine Entscheidung Marga mit zu Lukra zu nehmen.

„Was sie betrifft!“ Dabei deutete Lukra auf Eilmana. „Darum kümmere ich mich!“
Gerade als er die beiden „Gäste“ seines Zeltes verweisen wollte drang der Kampflärm, der von Orok und den anderen Ork verursacht wurde, ein. Keinen Augenblick später trat einer der Eingangswachen in das Zelt. Auch hier klingelten wieder Glöckchen die nicht zu sehen waren.

„Verzeiht, aber die Grünhäute ziehen sich gleich selbst die Haut vom Körper!“
Lukra sah zu Tharan der beim Kommentar des Wachmannes nur mit den Augen rollte. „Was will man auch von Tieren erwarten?!“
Der Anführer schüttelte nur kurz den Kopf, nahm die Kette von Eilmanas Halsband in die Hand und wie zuvor löste sich das Kettenglied von Bettpfosten.
Tharan gab Marga zu verstehen das Zelt zu verlassen und folgte ihr direkt.
Als letztes traten Lukra und Eilmana aus dem Zelt. Sie brauchten nicht lange zu suchen und gingen zielstrebig auf den Tumult zu, der sich ein gutes Stück entfernt entwickelte.

Die überlebenden Orks versammelten sich um die beiden Kämpfenden und jubelten diesen Lautstark in ihrer tierischen Sprache zu. Auch ein paar Dunkelelfen waren dabei und beobachteten eifrig den Kampf. Einige von ihnen Platzierten sogar Wetten auf die Kämpfer.
Die Gruppe bliebe in der nähe des Diplomaten stehen und Marga wurde nicht weiter beachtet. Es lag jetzt an ihr was sie tat! Für Eilmana gab es keine Wahlmöglichkeit, sie musste angekettet wie ein Hund neben Lukra stehen bleiben und den Faustkampf mit ansehen.

Bei Juno

Ein Leben für ein Anderes, so was es schon seit jeher der Lauf der Dinge. Irgendwo starb ein Lebewesen und irgendwo anders wurde eine neue Existenz geboren. So war es auch bei Juno und Gregor. Der kleine Gnom musste sterben damit Juno wiedergeboren werden konnte.
Vielleicht war sich die kleine Füchsin nicht bewusst was der kleine Heiler für sie getan hatte, denn ihre form der Trauer. um diesen ehrbaren Mann, könnte man wohl eher als Kühl betrachten. Aber vielleicht würde ihr der Zettel die Augen öffnen. Denn die Zeilen die er hinterlassen hatte führten ein deutlich vor Augen was er alles für Junos Rettung aufgegeben hatte.
Wotan konnte nur mit seinen kleinen Köpfchen wackeln als Juno einfach die Halskette an sich nahm und diese sich um den Hals legte. Respekt vor den Toten war zwar keine Prüfungen die Juno in der Unterwelt ablegen musste, aber eigentlich dachte das kleine Geschöpf, dessen wirklichen Gestallt die Hybridin jetzt kannte. Das Juno eigentlich soviel Respekt vor Gregor besaß, das sie erst den Zettel lesen würde, den Gregor für sie bereitgelegt hatte, bevor sie die Kette umlegte. Denn vielleicht wollte er nicht dass sie diese trug?!
Um das zu überprüfen setzte sich das Eichhörnchen auf die Schulter von Juno und begann ebenfalls die Nachricht zu studieren.

Liebe Juno,

ich bitte dich diese Zeilen, sowie die Kette, solltest du jemals aus der Gefangenschaft entkommen, meiner Frau und meinen Kindern zu überreichen. Sie lebten eins in Pelgar und sind vielleicht immer noch dort. Erkunde dich einfach nach der Familie Dawos. Es gibt zwar einige Gnome in der Stadt aber mein Name sollte noch einigen, vorallen in der Reichsklinik bekannt sein.
Ich weiß es ist keine einfache Aufgabe, aber ich glaube fest daran, dass dir die Götter helfen werden.

In ewiger Freundschaft
Gregor Dawos
Schriftrolle Fuss
Nach einem kleinen Absatz kamen die Zeilen die an Gregors Familie gerichtet waren. Es lag an Juno ob sie diese lesen würde oder es unterließ. Sollte sie sich aber trotzdem dazu entschließen den Text zu lesen, würde sie folgendes erfahren.

Susanne meine Sonne,

wenn dich diese Zeilen erreichen weile ich nicht mehr unter den Lebenden. Auch wenn es keine wirklich großer Trost für dich sein wird, solltest du wissen das ich schnell und ohne Körperliche schmerzen diese Welt verließ.
Das einzige was mich gerade, während ich diese Zeilen schreibe, schmerzt. Ist die Erkenntnis zu wissen dass ich niemals wieder im Leben dein Lächeln sehen werde und auch unsere beiden Kinder niemals mit eigenen Augen gesehen haben.
Doch denke ich, dass die Beiden zu vorbildlichen Erwachsenen herangewachsen sind. Da du ihren Kurs bestimmt nach besten Gewissen geleitet hast.
Die junge Dame die dir meine Nachricht überbracht hatte war eine Mitgefangene.
Ich wurde damals, als ich aufgebrochen war den Adeligen zu helfen, von einer Truppe Dunkelelfen gefangen. Und diese Frau die wahrscheinlich vor dir steht, wurde Jahre später ebenfalls gefangen genommen.
Behandle sie wie eine Freundin, denn das war sie mir in der kurze Zeit in der ich sie kennen lernen konnte. Wenn sie dir schon meine Kette überreicht hat, dann gebe sie bitte an unsere Kinder weiter.
Wenn sie für die Kunst der Lichtmagie begabt sind werden sie erkennen, dass diese Kette nicht nur einen Ideellenwert hat. Aber du weißt ja von ihrer Fähigkeit. Bitte erzähle ihn auch die Geschichte dazu.
Entschuldige dass ich mich so kurz fasse, aber meine Zeit ist knapp und ich muss bald aufbrechen. Ich liebe dich mein Sonnenschein und eines Tages, wenn deine Zeit gekommen ist, werden wir uns in Lysanthors Reich wieder sehen.

In Liebe dein Gregor
Schriftrolle Fuss

Kaum hatte Juno und Wotan die letzten Zeilen gelesen wurde sie von Naif überrascht der plötzlich im Wagen auftauchte. Wotan begrüßte ihn freudig mit einer pelzigen Umarmung.
Währenddessen lag es jetzt an der Füchsin was sie tun sollte oder besser gesagt konnte. Die Dunkelelfen rechneten nicht damit dass sie wieder unter den Lebenden weilte, außerdem herrschte draußen ein ziemlicher Tumult. Das verriet ihr zumindest ihr gutes tierisches Gehör. Aber wenn sie jetzt ging ließ sie die Elfe namens Eilmana im stich. Was also sollte oder wollte sie tun?
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Marga » Donnerstag 11. April 2013, 12:14

Marga befand sich in der Höhle der Löwen. Eine falsche Bewegung, ein falsches Wort, ein falscher Blick und sie wäre tot. Die Dunkelelfen besprachen irgendetwas in ihrer Sprache, was Marga gar nicht gefiel. Vielleicht sogar, auf welche Art man sie hinrichten würde. Aber die Halborkin blieb standhaft, zeigte ihre Angst nicht und schaute sich etwas genauer um. Immerhin musste sie verhindern, dass Eilmana sie verriet. Am besten war es, wenn diese fliehen konnte, aber Lukra behielt sie ständig im Auge und an der Leine. Die einzige Möglichkeit war es, Lukra zu überlisten... Oder Lukra zu töten. Vergiften kam nicht in Frage – das würde sofort auf Marga zurückfallen. Und im Kampf war er unbesiegbar. Es musste also heimlich mit einem Messer geschehen. Und so wie es aussah, war Eilmana die einzige, die einen Moment Unachtsamkeit seinerseits ausnutzen konnte. Aber woher sollte die junge Frau eine Klinge herbekommen? Es gab einen Waffenständer im Zelt, doch Lukra würde sie stets davon fernhalten. Langsam wandere Margas Blick auf die Schlafstätte mit den zahlreichen Fellen direkt auf dem Boden. Und es setzte sich etwas in Margas Kopf in Bewegung.

Lukra verkündete seinen Entschluss in der allgemeinen celcianischen Sprache: Marga würde alle Gefangenen, nur nicht Eilmana, versorgen. Und dabei würde sie vom wiederauferstandenen Dunkelelfen begleitet werden. Tharan war damit alles andere als glücklich. Ebensowenig war es Marga. Als ob sie einen Aufpasser brauchte! Vermutlich sollte der Dunkelelf Marga sogar nachschnüffeln.

Erneut bimmelten unsichtbare Glocken. Die Wache sagte irgendetwas unverständliches und Marga verstand, dass es Zeit war zu gehen. Draußen blickte sie runter zum Orklager, wo sich ein Kreis gebildet hatte. Und in der Mitte standen zwei kämpfende Orks. Marga befürchtete, dass es sich bei einem der Kämpfer um Orok handelte. Als sie näher kam, wurde das bestätigt. Sie hatte das Bedürfnis, sich durch die Menge durchzudrängen und nach ganz vorne zu kommen. Nicht um einzugreifen, aber um ihren Verlobten anzufeuern. Aber dann schaute sie sich um. Ausnahmslos hatten alle Orks und alle Dunkelelfen ihre Augen auf das Spektakel gerichtet. Sie musste die Situation ausnutzen.
Sie eilte zu Oroks Zelt und nahm das elfische Jagdmesser aus ihrer Tasche. Sie schaute sich vorsichtig um und verstaute es in ihrem Gürtel. Weil ihr Kleid über der Hose hing, war es nicht zu sehen. Der Kampf würde möglicherweise nicht lange dauern. Die Halborkin musste sich beeilen. Sie ging in einem großen Halbkreis um das Spektakel und die Zuschauer herum. Dabei lief sie bevorzugt hinter Zelten und Karren. Sie ging bis zum Lager der Dunkelelfen und dort hinter das Zelt des Anführers. Sie atmete tief durch und schaute sich um. Es gab niemanden, der sie sah und die Anfeuerungsrufe vom Kampf waren lauter denn je.
Den Vordereingang konnte sie nicht benutzten. Der war offen sichtbar und die Sache mit den verräterischen Glöckchen war ihr nicht geheuer. Sie musste also einen Schlitz in die Zeltplane machen. Sie suchte nach einer geeigneten Stelle. Zum Glück warf das Licht im Inneren den Schatten des Waffenständers auf die Plane und Marga glaubte, dass dort die Spuren ihres Eindringens von den Waffen verdeckt wurde. Die Plane war schwarz und violett getreift: Dies hatte man erreicht, indem man die verschiedenfarbigen Stoffe aneinander genäht hatte, erkannte Marga, die seit jeher ihre eigenen Klamotten geflickt hatte. Sie brauchte also nicht einmal Stoff zu zerschneiden. Sie kappte mit der Messerspitze einfach die Schnüre zwischen einem schwarzen und violetten Streifen und drückte sie auseinander. Der Schlitz ging von Hüfthöhe bis zum Boden und Marga konnte sie auf allen vieren durchdrängen. Im Inneren war sie von Blicken geschützt, aber wer wusste schon wie lange. Sie ging zur Schlafstätte, versteckte das Messer ganz tief unter den Fellen und wollte sich schon umdrehen und gehen. Da aber erblickte sie die halbfertige Zeichnung, die Eilmana angefertigt hatte, welche sie aber beim Verlassen des Zeltes liegen lassen musste. Es war ein Pferd und Marga fiel ein, wie sie sicher gehen konnte, dass Eilmanna das Messer vor Lukra entdeckte. Sie konnte ihr jetzt einfach eine Nachricht hinterlassen. Aber was war, wenn der Offizier das sah? Marga überlegte kurz und mit einem Lächeln nahm sie den Kohlestift und schrieb in kleinen, krakeligen Buchstaben neben die Zeichnung:
„Prinzisin aufter Erpse“ Das Papier und den Stift ließ sie genauso zurück, wie sie es aufgefunden hatte.

Jetzt aber schnell raus! Sie ging hinter dem Waffenständer auf alle Viere und schlüpfte durch den Schlitz. Als sie draußen war, ging sie sicher, dass der beide Seiten des Schlitzes sauber aufeinander lagen. Ihr Herz pumpte und sie nahm denselben Weg zurück. Sie musste herausfinden, wie der Kampf ausgegangen war.

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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 11. April 2013, 19:07

Noch im Zelt

Wie diese Berührungen sie frösteln ließen! Doch zum Glück gab es schnell eine Ablenkung für die sie sehr dankbar war. Mit der Halborkin kam die Verlockung in das Zelt. Eilmana musste unwillkürlich schlucken, wollte sie nicht anfangen zu sabbern. Der Duft … dieser außergewöhnliche Duft von Kräutern gepaart mit der Würze von zartem Fleisch war eine Mischung der sie als Elfe kaum widerstehen konnte. Niemand wusste was die Halborkin da hinein getan hatte, aber das Gespräch entwickelte sich anscheinend für Tharan nicht so sehr erfreulich wie er vielleicht gehofft hatte. Schnell wurde klar, das er sich ins sprichwörtliche eigene Fleisch geschnitten hatte. Sein Anführer hatte anscheinend keine Lust eine Halborkin bluten zu lassen, statt dessen kommandiere, bzw. degradierte er den Feuermagier zum Kindermädchen für die Frau mit den breiten Schultern. Im Vergleich wirkte Tharan fast schmächtig gegen sie und einzig Lukra wirkte wie ein Mann neben einem der gewaltigen Grünhäute. Die Dunkelelfen waren im Gespräch vertieft und so ergab sich eine kurze Möglichkeit sich schnell ein paar dieser Röllchen in den Mund zu stopfen, was einem leicht beim ersten Zungenkontakt ein wohliges Stöhnen entlocken konnte. Doch der Moment währte nicht lange denn schnell wurden sie unterbrochen, da draußen wohl ein Kampf ausgebrochen war unter den Orks. Vielleicht noch schnell zwei für den Weg?

Bei den Orks

Die Gruppe aus dem Zelt näherte sich fast gänzlich unbemerkt der natürlich gebildeten Kampfarena aus Grünhäuten. Einzig der Diplomat nickte Lukra kurz zu, während seine Elitekämpfer sich nicht rührten. Irgendwo weiter hinten gesellte sich unbemerkt ein zweiter, ein dritter und ein vierter Rabe zu dem ersten auf das Zeltdach des Diplomaten. Die Vögel beobachteten das Treiben des etwas größeren Kolkraben mit gesenkten Köpfen und schwarzen Augen die unheilvoll funkelten. Niemand schenkte der langsam zunehmenden Anzahl von Vögeln Beachtung. Warum auch?! Einzig Naif, Eilmanas treuer Begleiter schenkte ihnen Beachtung, aber näherte sich ihnen nicht. Ein anders Pärchen auf einem Baum schien gesprächiger und von dort beobachtete er das Treiben eine Weile.

Orok war über einen Stein gestolpert, nach hinten gefallen und die Menge grölte! Marga sah kurz ihren Verlobten, wie er sich aufrappelte und schaute dann in die johlende Menge. Kaum einer beachtete die Umgebung, geschweige oder seinen nächst stehenden Nachbarn. Sofort erkannte sie, dass es keinen günstigeren Zeitpunkt für einen geheimen Plan geben konnte und drückte sich verstohlen aus dem Pulk heraus. Niemand schien sie bemerkt zu haben und geduckt, zwischen den Zelten und Schlafplätzen der Wargs hindurch, näherte sie sich ihrem Ziel.
Und wieder einmal sollten ihre Kenntnisse über eine einfache Haushaltstätigkeit ihr zu Hilfe kommen. Kaum war sie an der Rückwand des Hauptzeltes angelangt und hatte den Stoff betrachtet, fand sie auch schon eine Schwachstelle. Die breiten Streifen waren zwar sorgfältig miteinander vernäht worden, doch eben jene Nähte boten einen Weg ins Innere ohne diese doofen Glöckchen auszulösen. Zumindest hörte sie nichts dergleichen, als sie mit geübten Fingern die Fäden löste. Auf allen Vieren krabbelte sie in das Zelt und platzierte eilig die Waffe. Die Zeichnung wurde begutachtet und beschriftete und schnell ging es wieder hinaus. Die Stoffbahnen legte sie wieder sorgfältig übereinander, so dass am Ende weder Stoff verletzt worden war, noch das hinterlassene Loch sichtbar wurde, solange sich niemand dagegen lehnte. Kaum hatte sie das Zelt verlassen, rappelte sie sich auf und suchte wieder Deckung zwischen den Zelten, doch dabei fiel ihr Blick auf eine Gestalt die nicht dem Kampf zusah. Tharan trat langsam aus dem Schatten eines Vordachs und kurz trafen sich ihre Blicke. Kälte gegen Leidenschaft! In diesem Gesicht war einfach nichts zu erkennen. Hatte er sie beobachtet? Marga konnte sich nicht sicher sein. Hatte er sie aus dem Zelt des Anführers kommen sehen? Und wenn ja, warum tat er dann nichts, sondern wandte sich dem lauten treiben im Hintergrund wieder zu?!

Inzwischen war der Kampf ungemindert heftig fortgesetzt worden. Orok hatte sich noch gerade so weg rollen können, als sein Gegner erneut auf ihn los ging. Bis Marga wieder am Rand der Kampffeldes auftauchte, als sei sie nie fort gewesen, hatten sich beide Orks nichts geschenkt. Orok hatte eine geplatzte Unterlippe, dort wo sein Hauer den Anderen mit Wucht getroffen hatte und diesem die Schulter halb aufgerissen hatte. Bei beiden hatten sich große schwarze Flecke unter der grünen Haut gebildet wo die schweren Fäuste sie getroffen hatten und einige Platzwunden zierten die Kämpfer, doch keiner von beiden schien großartig Schmerzen zu spüren oder aufgeben zu wollen, denn eine Niederlage bedeutete immer den Tod! Muskelmassen prallten aufeinander, wie Naturgewalten und es war schwer zu verstehen, wie diese brachialen Krieger sich von einer so zierlichen Rasse wie den Dunkelelfen hatten „zähmen“ lassen können! Das Krachen, wenn Knochen aufeinander schlugen hallte weit über das Lager und wo menschliche Knochen unter dieser Gewalt brechen würden, so würden elfische feine Glieder bersten wie Glas. Doch Orks und Dunkelelfen waren eine Symbiose eingegangen, wie auch immer diese zustande gekommen war. Das dunkle Volk beherrschte Magie, Marga wusste das, und Orks fürchteten nichts mehr! Donnernd ging Orok zu Boden, als sein Gegner einen günstigen Winkel erwischte und mit seinem Ellenbogen seinen Kiefer schwer erwischte. Sofort stürzte er sich auf Margas Verlobten und drückte ihm sein Knie schon siegesgewiss in den Magen. Margas Kehle bot keinen Platz zum Atmen. Verlor ihr Verlobter diesen Kampf war sie auf sich gestellt und sicher würde schnell ein anderer Ork seinen Platz einnehmen wollen und vermutlich nicht auf die gleiche höfliche Weise!
Oroks Arme schnellten hoch, nahmen den Schwung der Bewegung seines Gegners auf und rissen ihn zu sich hinunter. Laut brüllend geiferten sich beide Kontrahenten an und näherten sich ihren Gesichtern. Orok hatte durch die scheinbar unterlegene Position seinen Vorteil erkannt und zog den Ork immer näher zu sich hinunter, während dieser krampfhaft versuchte nicht das Gleichgewicht zu verlieren, sich mit dem Armen im Dreck abstützte und versuchte nicht zu stürzen. Verhängnisvoll öffnete Orok seinen Rachen und hob seinen Oberkörper so weit es ging ihm entgegen, bis er nur wenige Millimeter von seiner Kehle entfernt war. Dann biss er zu. Seine Hauer rissen den Kehlkopf des Orks einfach heraus. Ein gurgelndes Geräusch bereitete dem Wutschrei des Anderen ein Ende und zuckend sich den Hals haltend wurde er von Orok von sich gestoßen. Blubbernd lag er Blut überströmt im Matsch. Marga konnte wieder atmen. Und auch Orok erhob sich schnaufend und sah mit blutigen Lefzen in die Runde.
Das Gebrüll was er anhob, war weit in der stillen Ebene zu hören.

Bei Juno

Die Seele des Gnoms hatte seinen Körper für immer verlassen und zurück blieb eine leer Hülle die schnell zerfallen würde. Juno und Wotan hatten sich von ihm verabschiedet, jeder auf seine Weise und die Fuchshybridin hatte Gregors Habseligkeiten an sich genommen. Noch während sie die Zeilen an seine Familie las, grollte der Siegesschrei eines Ork-Anführers über ihr Versteck. Selbst das Holz des Wagens erzitterte für die Dauer und hinterließ unweigerlich ein Gefühl der angst. Sicher konnte man sie bezwingen, doch diese Töne waren von den Göttern erschaffen worden um Feine in die Flucht zu schlagen und Furcht in ihre Herzen zu pflanzen! Selbst Dunkelelfen fühlen sie, auch wenn sie das beste Mittel gegen sie hatten! Arroganz!
Juno sah Wotan an der einen Moment starr da gesessen hatte und dann fragend zu ihr aufblickte. Ewig würden sie hier nicht unentdeckt bleiben, doch was sollte Juno tun? Wohin sollte sie gehen und war Flucht eine Option? Sicher, aber bedeutete es auch Andere zurück lassen zu müssen.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Juno » Freitag 12. April 2013, 10:55

Als Juno die ersten Zeilen des briefes aufmerksam und langsam in sich aufnehmend las, glitten ihre Hände unweigerlich an jene Stelle ihrer Kleidung an der sich der Anhänger der Kette befand. Diese umfasste sie fest und beschützend mit beiden Händen und las daraufhin den nächsten Absatz des hinterlassenen Schrifstückes, den ihr verstorbener bester Freund Gregor ihr kurz vor seinem Tode hinterließ. Es bildeten sich Tränen klar schimmernd und fein in ihren großen shmaragdgrünen Augen. Diese perlten kurz nach ihrer Entstehung an ihren Wangen hinab und verursachten eine angenehme kühle auf den warmen geröteten Wangen.
Sie wandte sich einen moment bedächtig und traurig blickend dem toten Körper Gregors zu und ihr wurde schmerzhaft klar, das er sein Leben gab, um ihres zu retten. Sie schniefte gerührt und putzte sich in einer kurzen Bewegung mit ihrem Ärmel die laufende Nase. Ihre Augen glitzerten verursacht durch die Tränen, die ihr zugleich den klaren Blick nahmen. Als sie mit dem lesen des Schriftstückes fertig war, rückte sie nahe an Gregors ruhenden Körper. Es wirkte beinahe so als würde dieser nur friedlich schlafen. Sie beugte sich leicht über ihn und küsste in hauchzart auf die geschlossenen Lieder.
"Danke mein Freund...für alles was du für mich getan hast." wisperte sie ihm zu, so das es lediglich Naif und Wotan ihre Worte noch hören konnten. " Es macht mich traurig das ich keine Gelegenheit bekam mich bei dir für alles zu bedanken. Lediglich deinen letzten Herzenswunsch will ich dir erfüllen und dafür sorgen das deine Familie deine nachricht und das Schmuckstück erreicht. Das verspreche ich dir mein Freund. Ein paar innige Momente später löste sich Juno von ihrem in ewiger Ruhe befindlichen Freund und richtete abwechselnd ihren Blick auf Naif und Wotan. Der Kolkrabe Eilmanas blickte sie erstaunt an, während Wotan von seiner Position ihrer Schulter aus abwartend auf das kommende ins Antlitz schaute.
Juno legte ihre Hand nachdenklich ans Kinn und dachte einen Momentlang nach, als sie urplötzlich durch ein furchterregendes Gebrüll erschrak und Instinktief in sich zusammenzuckte. Ihr Herz schlug heftig, während das vor Schreck angereicherte adrenalien Cocktail, wie ein wilder Flussdurch ihren Körper peitschte.
"Was war das bei den Göttern!?" fragte sie mehr sich selbst als ihre tierischen Begleiter, während sie im nächsten Moment leise zur Wagentür schlich und diese soweit öffnete das sie einen kurzen Blick ins Freie erhaschen konnte. Dabei war sie zu jeder Sekunde darauf bedacht von niemanden entdeckt zu werden. Sie erblickte einen groß gemischte Menge an grässlich wirkenden Orks und dunkelelfen, die sich gemeinsam über etwas zu freuen schienen. Ihr Blick schweifte weiter so das sie letztendlich für ein paar Momente den dunkelelfischen Feuermagiers Tharan erblickte und betrachtete, sowie die ungewöhnliche und sich zugleich seltsam verhaltene Orkfrau und beobachtete. Juno wich zurück und schloss wieder behutsam und leise die Tür des Wagens. Sie überlegte angestrengt,was sie denn nun als nächstes tun sollte. Nach längerem Überlegen kam ihr eine teilweise waghalsige Idee. Sie setzte sich auf den Boden und rief sowohl Naif als auch Wotan zu einer stillen Konferenz zu sich heran.
" Hört mir gut zu meine beiden Helden, ich benötige dringend eure treue Hilfe!? Unsere gemeinsame Lage ist kritisch. Zuerst möchte ich euch sagen, das ich sehr stolz bin euch als Freunde zu haben und hoffe ihr seit mit meinen kommenden Plänen einverstanden. Wenn nicht dann bin ich offen für eure Ideen, die uns helfen das wir alle heil und gesund aus dieser Lage kommen. Nun gut hier ist mein Plan. Tatsache ist das wir den momentanen Vorteil meines bekanntlichen Todes und dieser dunklen Umgebung als Basis besitzen, die wir so lange wie möglich zu unserem Vorteil ausspielen müssen. Zuersteinmal brauch ich ein paar aufmerksame listige Augen und Ohren da draußen. Naif hier kommst du ins Spiel!? ich möchte das du mein kleiner Spion bist und mich bei Möglichkeit über alle Geschehnisse informierst. Ich weiss das ist viel verlangt, aber ich kann Wotan diese Aufgabe nicht zumuten, da er bei entdecken in einer genauso großen Gefahr schwebt wie ich. Verhalte dich am besten wie immer und sorge dafür das dir niemand folgt wenn du zu mir kommst. Wotan, mein süsser Götterbote. Du bekommst die Aufgabe mir als Berater zur Seite zu stehen. Auch von dir erhoffe ich mir die Hilfe den besten Nutzen aus unserer Lage zu verschaffen. Sucht mir ein gutes Herz in dieser Gruppe von Herzlosen gestalten. Jemanden den wir vertrauen können. Ich dachte da in erster Linie an diese seltsame große Frau. Findet heraus ob sie vertrauensseelig ist und bringt sie zu mir. Ich werde währenddessen versuchen mich weiterhin still zu verhalten, hoffend nicht zu schnell entdeckt zu werden. Auf auf. meine lieben , wir haben viel zu tun.

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Eilmana Silva
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und vereinzelte Worte anderer Sprachen die Sie aufschnapen konnte.
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Re: Südliche Stille Ebene

Beitrag von Eilmana Silva » Mittwoch 24. April 2013, 20:03

Eilmana konnte in ihrer Lage nicht viel tun. Sie sah zu, wie sich alle aufmachten und sie selbst an der Kette mitgenommen wurde. Auf dem Weg zum Lager der Orks fröstelte es ihr, allerdings diesmal weniger wegen Lukra, sondern eher wegen des frischen Windes. Sie schaute sich unauffällig um und versuchte Naif zu finden. Doch sie konnte ihn nirgends entdecken. Sie hoffte inständig, dass es ihm gut ginge, den auch ihr wahren die vielen Raben auf dem Zelt aufgefallen und seit Zern vermutete sie das die Dunkelelfen Raben mit Magie befehligen konnten.
Das Getöse der Orks war heftig, unüberhörbar und schrecklich. Der Anblick der beiden Orks und wie sie sich verletzten war für die junge Elfe kaum zu ertragen. Sie hielt sich die Hände vors Gesicht und versuchte an etwas anderes zu denken.
Von Margas verschwinden bemerkte sie daher nichts.

Naif sah unterdessen zu Juno und nickte. Er hatte sie verstanden und war zuversichtlich, seiner Freundin zu helfen. Der kleine Rabe machte sich auf und flog in Richtung Kampfgetümmel. Dort konnte er die Halborkin nicht sehen. Dank seiner guten Übersicht sah er sie allerdings, wie sie sich zum Zelt des Anführers schlich. Jedoch war Naif nicht entgangen, dass einige seiner gefiederten Artgenossen seltsam zu sein schienen, was ihn nicht wunderte. Schon bei Zern musste er die unheilvolle Erkenntnisse gewinnen. Das es durchaus Raben gab, die ihrem schlechten Ruf gerecht wurden. So beschloss der kleine kerl sich auf einem Ast niederzulassen von dem aus er jedoch die Halborkin unauffällig beobachten konnte. Er sah, wie sie sich in das Zelt schlich und kurze Zeit später wieder heraus kam. Er glaubte, dass man ihr vertrauen konnte aber er wollte noch einen Beweis. Er wartete ab und als er sah das sie wieder Richtung Kampfgeschehen ging flog er unauffällig ein paar Bäume weiter, um sie weiter zu beobachten dabei erblickte er Eilmana und flog auf deren Schulter wobei ihm klar war das dies auch ein guter Vorwand gewesen sein könnte weswegen er in diese Richtung flog.

Eilmana bemerkte Naif erst, als dieser auf ihrer zarten Schulter Platz nahm. Sie nahm die Hände vom Gesicht und lächelte ihren gefiederten Freund an. „schön das du wieder da bist Naif. Ich hoffe du konntest deinen Magen füllen.“
Sie sah ihn an und streichelte über sein Köpfchen. Das zarte nicken des Vogels deutete sie in diesem Zusammenhang als „JA“.
Naif überlegte unterdessen, wie er Eilmana von Junos wundersamer Heilung berichten konnte und wie er wieder zu Juno kam um dieser Bericht zu erstatten.
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