Darna von Eibenau

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Darna von Eibenau
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Registriert: Donnerstag 4. September 2014, 16:18
Moderator des Spielers: Maruka
Aufenthaltsort: Drachma (westl.Drachengebirge)
Steckbrief: Zum Steckbrief
Rasse: Mensch (Jorsan)
Sprachen: Garmisch
Beruf: Knappin
Fähigkeiten: *
Rapier: gut
Rapier & Buckler: überdurchschnittlich
Langschwert & Metallschild: überdurchschnittlich
Jagdbogen: durchschnittlich
Lebensenergie:

Geld: 0D, 10L, 100F
Ausrüstung: *
* umfassende Winterkleidung
* feine schwarze Schaftstiefel mit hervor ragenden Nähten und Zierrunen am Schaft
* Reiseausrüstung
* Kettenhemd & Rapier
* Ring mit Familienwappen
* handgeknüpftes Armband (von Mil Bromer)
* kl. Tiegel mit Perlmuttdeckel (Hautcreme)
* Kinderholzschwert von Elli
* Diplomatenring Jorsans
Tierische Begleiter: (Keiner)
Zum Vorzeigen: Badass Darna (by Zanfar)

Darna von Eibenau

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 30. September 2014, 00:18

Darnas Steckbrief
Name
Darna von Eibenau

Rasse
Mensch - Jorsanerin

Alter
17 Jahre

Geschlecht
weiblich

Beruf
Knappin

Heimat
Königreich Jorsan, ein Rittergut am Rande des Dorfes Ganda

Gesinnung
Das klassisch ritterliche "rechtschaffen-gut".
Schutz der Schwachen, Gehorsam gegenüber seinem Herren, Treue dem König, Frömmigkeit, Ehre und Anstand sind ihre Leitlinien.
Mag sie fremdartigen Kreaturen oder Magiearten mal skeptisch distanziert gegenüberstehen, wird sie sich trotzdem um die Befolgung der Gebote der Höflichkeit und Gastfreundschaft bemühen.


Magie
Nicht magisch begabt.
Auch wenn die Magie auf Celcia fast allgegenwärtig ist, ist sie für Darna ein Buch mit sieben Siegeln und löst oft etwas Befremden aus. Sie steht der Magie allerdings auch nicht mit übermässigem Aberglauben oder fanatischer Ablehnung gegenüber - höchstens den dunklen Spielarten, und das dann nur aus Gesinnungsgründen.

Religion / Glaube
Lysanthorgläubig.
Seine Aspekte und Gebote hält sie für so selbstverständlich und fundamental für das menschliche Zusammenleben und Funktionieren einer Gesellschaft, dass sie schon Schwierigkeiten damit hat, nachzuvollziehen, wie man diese Gottheit ablehnen kann.
Sie predigt nicht bewusst, wurde aber trotzdem schon ein oder zwei mal von Fremden für eine Novizin des Glaubens gehalten, und nicht für eine Knappin - was sie beschämt, seitdem versucht sie sich zurückzuhalten.
Sie respektiert die Macht der anderen bekannten Götter und bringt ihnen je nach Gesinnung auch mehr oder weniger Sympathie entgegen. Dass sie zu einem von ihnen beten würde, wäre jedoch sehr selten und bräuchte auch eine entsprechend spezifische Situation, bei der ihr klar ist, dass das nicht "Lysanthors Revier" ist. Dadurch ist sie sich allerdings auch bewusst, dass solche Gebete von ihr wohl kaum erhört würden - sie würde es vermutlich dann ganz lassen.


Sprache
Garmisch - Sprache und Schrift (beides fließend)
Nogret - Erkennen der Sprache anhand ihres Klanges; sie kennt die Worte für: "Hallo!", "Auf Wiedersehen", "Ja", "Nein", "Danke", "Wieviel kostet das?" und "Ich spreche kein Nogret."
Zudem hält sie bis dato eine zwergentypische geläufige Beleidigung á la "Du bist ein Idiot" für ein Kompliment, wie stattlich ein Zwerg aussehe...
Die Brocken von Nogret lernte sie, als sie etwa zehn war und noch auf dem elterlichen Gut in Ganda lebte. Zwerge sind in Ganda aufgrund seiner Bedeutung für den Handel nicht so fürchterlich ungewöhnlich, und ein sehr umgänglicher Vertreter seiner Art hielt sich mehrere Wochen als Gast auf dem Gut derer von Eibenau auf, um sich mit verschiedenen Dingen einzudecken, mit denen sich Abenteurer gern ausrüsten: gutes Rind- und Gänsefleisch für Proviant, und schönes Eibenholz, um daraus Bögen und Armbrüste zu fertigen.
Auch mit Waffen und Rüstwerk handelte er, soweit es in seinen Besitz gelangte, und es erstaunte ihn, in Darna das erste Menschenmädchen zu erleben, das sich für sowas wirklich brennend interessierte und gerne Geschichten zwergischer Kämpfe hörte. Es entstand eine flüchtige Freundschaft in der Zeit, in der er blieb, und so brachte er dem wissbegierigen respektvollen Mädchen ein wenig Basiswissen über die Kultur der Zwerge bei und ein paar Brocken Nogret. Bei seinem Aufbruch konnte er es sich jedoch nicht verkneifen, sich einen kleinen üblichen Scherz zu erlauben - die Kleine würde damit schon zurechtkommen, wenn sie es nicht ohnehin vergaß...


Aussehen

Bild

Haare: dunkles blond, fast hellbraun; glatt; ca. schulterlang, meist offen getragen
Augen: grau / dichte Augenbrauen
Größe: 1, 87m
Gewicht: 79 kg
Statur: kräftig, für ein Mädchen eher grobschlächtig wirkend
Stimme: ein eigentlich angenehmer Alt, sie spricht jedoch oft zu streng und militärisch knapp, dass davon viel zu merken wäre

Das Gesicht war mal recht hübsch, mit einer etwas stupsigen Nase. Es wird jedoch entstellend von drei auffälligen Narben dominiert: die erste beginnt am Stirnansatz, wird von der tiefer gelegenen Nasenwurzel und der Augenpartie unterbrochen, schlitzt darunter schräg runter verlaufend die linke Wange auf. Die zweite verläuft fast waagerecht als Furche über die rechte Wange. Die dritte ist deutlich kleiner, spaltete aber die linke Augenbraue, die seitdem mit einem Knick nach oben gezogen wirkt. Die Narben stammen von einem scharfen Rapier und hatten sich fast durchgehend entzündet, sind schlecht verheilt und die Haut noch entsprechend gerötet, erst wenige (2) Jahre alt.

Ihre Haltung ist mit völliger Selbstverständlichkeit aufrecht, so sehr, dass "Stock im Ar..." problemlos einer der ersten Gedanken sein kann, wenn man sie sieht. Wenn sie nichts zu tun hat oder warten muss, wandern die Hände automatisch auf den Rücken, und dies ist oft auch in Gesprächen der Fall.

Darna achtet auf eine ordentliche Erscheinung und ihrem Stand angemessene Kleidung. Unter dem Motto: "Ein Ritter hat nichts zu verbergen" trägt sie je nach Bedarf die Farben ihrer Herrschaften oder ihrer Familie. Dabei bevorzugt sie Hosen und uniformartig strenge Schnitte, soweit sie darüber selber entscheiden kann. An der linken Hand trägt sie einen silbernen Ring, der ihr Familienwappen zeigt - einen springenden Hirsch über einem liegenden Schwert -, zum Siegeln allerdings weder gedacht ist noch taugt. Im Innern dieses Ringes steht ihr Name.
Die beim Adel manches mal typische Protzerei braucht man ihr nicht vorzuwerfen: sie weiß zwischen Verschwendung und "notwendiger" Repräsentation zu unterscheiden und ist sich ihres sehr niedrigen Ranges auf dem Adelsparkett sehr wohl bewusst. Aber in ihren Stiefeln kann man sich oft spiegeln - und in denen eines Ritters, dem sie zugewiesen wurde, erst recht.
Wenn es ihr erlaubt ist, eine Waffe zu führen, trägt sie ein Rapier am Gurt. Ihre "Lieblingsbewaffnung" wären allerdings Schwert und metallener Wappenschild.
Kenner sehen ihr auch ohne die Narben die kämpferische Ausbildung an: ihr Körperbau deutet trotz der jungen Jahre schon darauf hin, aber vor allem die kräftigen, teils schwieligen und doch - dem Adelsumfeld angemessen - recht gepflegten Hände und Teile ihrer Bewegungen sprechen da eine deutliche Sprache.


Persönlichkeit
ERNST.
Darna versteht keinen Spaß, und das ist wortwörtlich zu nehmen. Sie macht keine Scherze, oft genug versteht sie sie auch nicht. Ironie und Sarkasmus sind ihr fremd. Niemand hat sie lachen oder auch nur lächeln sehen, seit sie sechs war.
(Näheres siehe Lebensgeschichte, Fluch)

Klare Sprache
- spricht stets in ganzen Sätzen
- spricht sehr klar artikuliert
-> auch mit mehreren Metern Distanz gut zu verstehen
-> auch ihr Flüstern kann meist problemlos abseits stehend noch mitverfolgt werden
"Wenn du etwas zu sagen hast, Darna, sprich in ganzen Sätzen oder schweig! Ein von Eibenau stammelt nicht herum!" Seit ihr Herr Vater sie in jungen Jahren einmal anherrschte, als sie langsam zu alt wurde, um noch kleinkindlich herumzuplappern, bemühte sich Darna, diesem Befehl nachzukommen. Ihr Umfeld verlangte später nie etwas anderes. So ist es ihr mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen, stets ausformuliert zu sprechen und im Zweifelsfall vorher kurz schweigend zu überlegen, was sie sagen will. Aufgeregtes Gestammel oder das oft gebräuchliche "Ähm..." wird man von ihr so gut wie nie hören.
Einflüsse wie diese sorgten dafür, dass mittlerweile an Darna ein guter Schauspieler, Herold oder ein selbst über Kampfeslärm hinweg noch verstehbarer Offizier verloren gegangen wäre: sie spricht derart deutlich artikuliert, dass man selbst, wenn sie flüstert, noch in ziemlicher Distanz zu ihr jedes Wort klar verstehen kann. Das kann sich auch als Nachteil erweisen...


Gehorsam
Darna stellt die Befehle anerkannter höherrangiger Personen und Instanzen so gut wie nie in Frage, höchstens in der Absicht, zu helfen.

Pflichtversessen
Darna arbeitet lieber zu viel, als zu wenig. Da sie mit üblichen Freizeitvergnügungen ohnehin nicht viel anfangen kann, macht sie sich eben nützlich.
Auch der Druck, sich nahezu ständig beweisen zu wollen und oft genug auch zu müssen, sorgt dafür, dass sie sich manches Mal schon zu viel auflud und übernimmt. Auf der anderen Seite macht sie sich durch ihren Eifer bei Erwachsenen und Vorgesetzten natürlich schnell beliebt und besitzt in diversen Dingen einen Kenntnisstand, der den ihrer Mitknappen einfach übersteigt.

Unerfahren, naiv, aber nicht dumm
Völlig humorlos und wahrheitsliebend zu sein, hilft einem bei den Intrigen der Adelsgesellschaft, den alltäglichen Lügen der einfachen Bevölkerung oder den Streichen der gleichaltrigen Kameraden nicht gerade weiter... Um zu erkennen, wann jemand nicht die Wahrheit sagt, sei es mit Absicht oder im Scherz, hilft ihr einzig, den Aussagen mit reiner Logik zu begegnen.
Entsprechend hat sie darin auch trotz ihrer Jugend schon jahrelange Erfahrung und hat sich sorgfältige Beobachtung ihrer Umgebung und Mitmenschen angewöhnt. Trotzdem tut sie sich mit Lügen unglaublich schwer. Sie selber lügt nicht wissentlich - wenn sie es müsste, schweigt sie lieber. Und mit der Kunst, irreführend nur einen Teil der Wahrheit zu sagen, hat sie keine bis wenig Erfahrung.

Interessen
Darna verehrt die hehren Rittergestalten der Heldenerzählungen - eher die tatsächlicher Begebenheiten oder weit verbreiteter Sagen, als die schlichten Kindermärchen, dafür ist sie mittlerweile denn doch zu alt. Besonders gilt ihre Bewunderung Malchor Siebenherz, der als "erster Ritter Jorsans" gilt, weil er ohne Kenntnis seiner Person einen der ersten Könige von Jorsan unter Einsatz seines Lebens gerettet haben soll.
Ihre heimliche Leidenschaft gilt daneben dem lesen von klassischen Gedichten, klerikalen Werken und anderen Liedertexten in Reimform, wobei sich ihre Wahl auch dort auf Themen beschränkt, die sie "versteht". Selber dergleichen zu schreiben versucht sie nicht mehr, seit Gernot einmal ein Papier mit einigen Versen von ihr in die Hände fiel...
Knappen werden oft auch zu einfacheren Küchendiensten herangezogen - Darnas Neigung, sorgfältig zu beobachten, trüge einen Teil dazu bei, dass sie sich im Zubereiten von Speisen gar nicht ungeschickt anstellen würde und dieser "sinnvollen" Tätigkeit auch gerne nachginge, doch das Klischee der "Frau am Herd", das durch ihre Mitknappen sicher sofort beschworen werden würde, ließ sie bislang davor zurückschrecken.


Stärken

Kampf
Rapier - gut
Rapier & Buckler - überdurchschnittlich
Langschwert & Metallschild - überdurchschnittlich
Jagdbogen - durchschnittlich
Turnierlanze - rudimentär

Als Knappin am Adelshof des Stadtgrafen Widumar von Aarenhorst wurde sie zusammen mit ihren Kameraden von einem sogenannten "Waffenmeister" ausgebildet, einem verdienten ehemaligen Hauptmann der Garde in Jersa.
Die bei Hof übliche Waffe, gerade für junge Knappen, war das Rapier, dieses beherrscht sie gründlich. Soll sie dabei auch einen Faustschild nutzen, liegt ihr diese Art des Kämpfens etwas weniger - wenn sie das "leichte" Rapier benutzt, verwendet sie dabei auch gerne aggressive und weiträumige Techniken, bei denen sie der kleine Schild eher stört.
Angesichts ihrer Schwärmerei für das Rittertum der alten Sagen wollte sie jedoch schon von Anfang an gern lernen, wie man mit Schwert und metallenem Wappenschild umgeht. Dass ihre Umgebung dies angesichts ihrer Weiblichkeit eher mit Skepsis bis Belustigung sah, stachelte sie nur noch mehr an, sich darin üben zu wollen. Roderich hatte davor eine gewisse Hochachtung und vor allem die Einsicht, dass sie es ansonsten wohl auf eigene Faust geübt hätte, also ließ er sie an entsprechendem Unterricht in Turnierkampf gleichwertig teilnehmen. Getreu dem Motto: "Erstmal das, zu was ihr auch in der Lage seid..." blieb das jedoch bislang immer sekundär, nahm erst im letzten halben Jahr an Umfang zu.
Sie beherrscht die Grundkenntnisse, wie man eine Turnierlanze zu Pferde führt und mehrere Stunden "echter" Übung in sowas. Häufiger wurde spielerisch diese Kunst durch eine deutlich leichtere Stange beim Ringreiten geübt. Ihr Interesse an der Kampfart des Lanzenganges hat sich seit dem verbotenen Duell mit Gernot drastisch verringert.
Da ein Ritter auch bei einer höfischen Jagdgesellschaft eine gute Figur machen sollte, Darna Armbrüste als "unritterliche" Waffen aber verabscheut, hat sie mit dem Jagdbogen so lange geübt, bis sie sich beim Schießen auf eine Zielscheibe nicht mehr lächerlich machte. Sie würde bei einer Jagd lieber beritten mit einem Speer zuwerke gehen, doch dafür fehlt ihr die Übung, wenn man vom Ringreiten mal absieht.


Bürokratie & Hierarchien
Darna würde es vielleicht sogar schaffen, einen Passierschein A38 zu organisieren... Ihre nüchterne Art, Bestimmungen und Vorschriften nicht zu hinterfragen, ihre hartnäckige Geduld und ihr Talent, "trockene" Inhalte stur auswendig zu lernen, lassen sie mit solchen Gegebenheiten wesentlich besser klarkommen als jeden normalen Bürger, der sich bei dergleichen an den Kopf fasst und anfängt, gegen solche Regularien aufzubegehren.
Auf dem Adelsparkett greifen diese Talente ähnlich, und da sie sehr darum bemüht ist, stets höflich zu sein und keine "Patzer" zu machen, hat sie so viel an Titulaturen und Rängen gelernt, wie es ihr irgend möglich war, ob nun aus dem Bereich des Adels, des Militärs, des Klerus oder magischer Organisationen.

"Knappenhandwerk"
Stiefel, Waffen und Rüstungen putzen, Pferdepflege, Hundepflege, Reiten, einfache Küchendienste, das protokollgemäße Auftragen von Speisen und Getränken am Tisch der Herrschaften, die Lehren Lysanthors für den frommen Adeligen, Militärtaktik, Geschichte, Wappenkunde... in all solchen typischen Belangen ist sie unterwiesen worden und hat eifrig gelernt.
Eine zeitlang liebäugelten ihre Herrschaften wohl damit, sie zur vielseitig einsetzbaren Gesellschaft und Beschützerin weit weiblicherer Adelstöchter auszubilden, und so musste sie zum Beispiel eine zeitlang höfischen Tanz sowohl in der Rolle der Dame als auch des Herren lernen. Man hat sie zwei Wochen einem Falkner über die Schulter schauen lassen. Auch sollte sie sich mehr mit schöner Literatur beschäftigen - geblieben ist davon ihre Schwäche für Gedichte, doch das Pensum dessen, was sie lernen sollte und vor allem lernen wollte, nahm untragbare Ausmaße an. Ihre Lehrer steuerten nach einer Weile gegen, als sie bemerkten, wie sich Darna ohne sich zu beklagen schlicht verausgabte. Gewisse Grundkenntnisse blieben.

"Ich gehöre zum Inventar"
Darna beherrscht wie viele Angestellte höherer Herrschaften die Kunst, völlig ruhig und unaufdringlich in der Gegend herumzustehen.
Trotz ihrer sonst eher auffälligen Erscheinung kann sie in solchen Momenten, wo sie sich selbst zurücknimmt, leicht mal übersehen werden. Sich tatsächlich zu verstecken, liegt ihr weit weniger.

Schwächen

Freudlos durchs Leben
Ein Fluch sorgt dafür, dass in Darna das Empfinden von "richtiger" Freude und jegliches Verständnis für Humor erstickt wird, in den allermeisten Fällen kommt es einfach gar nicht erst auf. Sie kann Genugtuung für ein Lob oder einen Sieg empfinden, sie kann verschiedene Dinge schön finden, aber sie freut sich nicht.

Spuren von Angst
Im Alter von 15 kam es zu einem verbotenen Duell mit scharfen Rapieren zwischen ihr und ihrem Erzfeind unter den Knappen, Gernot von Kelterburg. Darna verlor dieses Duell.
(Der nähere Hergang wird in "Lebensgeschichte" beschrieben.)
Seitdem hat sich an ihrem Kampfstil etwas geändert: Sie ist, wenn sie im Kampf wütend wird, schnell unwillens, auch nur einen fingerbreit Boden preiszugeben und steht stur wie ein Esel im mannsbreiten Durchgang. Diese Eigenart mag sich mit zugehöriger Kampftaktik noch sinnvoll nutzen lassen... schlimmer ist, dass sie Schläge oder sonstige mögliche Berührungen ihres Gesichtes kaum mehr erträgt. Sie führt selber keine Schläge in Kopfhöhe und kann aus der Fassung geraten, wenn sie ernsthaft fürchtet, dass ihr Gesicht noch weiteren Schaden nehmen könnte.
Ihre Möglichkeiten, zu kämpfen, sind dadurch manches Mal empfindlich eingeschränkt, und wären gerade von einem erfahrenen Gegner gnadenlos ausnutzbar.
In Kämpfen mit Gernot hat dieser es noch nicht auf dergleichen angelegt, auch wenn er von dieser Schwäche mehr als ahnt. Aber so ein Ekelpaket er oft auch ist, gerade diese Sache bereitet ihm doch noch am ehesten so etwas wie ein schlechtes Gewissen. Roderich weiß aus Erfahrung, dass Darna in dieser Sache sicherlich noch weitere Fürsorge braucht, gab ihr bislang aber so etwas wie eine "Schonfrist", selber damit klar zu kommen.
Berührungen der Narben oder auch nur ihres Gesichtes durch andere hat sie seit ihrer Genesung so weit es irgend ging, vermieden. Sie fühlt sich schrecklich entstellt dadurch; Gernots Hänseleien haben bereits dafür gesorgt, dass sie anfing, sich auch dagegen ein dickes Fell zuzulegen, aber unter der Oberfläche ist sie schnell verletzt, wenn sie auf ihr Aussehen angesprochen wird.



Lebensgeschichte

Herkunft:
'Adel' kommt von 'edel'.
Dieser Spruch ist das Motto der Familie von Eibenau, in der nun schon in der vierten Generation die männliche Linie mindestens einen Ritter für das Königreich gestellt hat. Besonders Darnas Großvater Leonbrand hat sich dabei für das Reich verdient gemacht und ist fast der ganze Stolz der Familie. Durch geschickte Heirat haben es die von Eibenaus auch zu bescheidenem Wohlstand gebracht, der Familie gehört ein ansehnliches Herrengut in Ganda, allerdings handelt die Familie nicht mit den von hier so begehrten Pferden. "Der Mensch lebt nicht vom Gaul allein", soll ihr Herr Vater dazu ein mal angemerkt haben, aber das war wohl eher ein gutgemeinter Scherz der Knechte... jedenfalls besitzen die Eibenaus stattdessen eine ordentliche Rinderherde und vor allem durch eine günstige Lage an passenden Gewässern eine hübsche Gänsezucht, deren Exemplare zu allerlei Festen sehr begehrt sind.
Einen Nebenerwerb bildet der Verkauf von Eibenholz, das auf dem Landgebiet des Gutes noch recht häufig zu finden ist, aber schwindet. Die "Eiben auf der Au" gaben in Ganda eben diesem Bereich und damit auch der Familie ihren Namen.

Das Wappen der Familie ist geteilt: oben ist auf blau ein springender goldener Hirsch zu sehen, unten liegt mittig auf silbernem Grund ein rotes Schwert.
Bild
Der goldene Hirsch leitet sich aus einer örtlichen kleinen Sage ab, dass etwa im Gebiet, wo die "Eiben-Auen" sind, ein solches Tier vom damaligen Grafen gesehen und (vergeblich) gejagt wurde. Die untere Schildhälfte verweist auf den Lehnsherren von Darnas Großvater, dessen Nachkommen sich ihre Familie auch heute noch verpflichtet und verbunden fühlt.

Darna hat einen vier Jahre älteren Bruder, Veltin von Eibenau, der das Gut also eines Tages erben wird und auf den sich ganz die ersten Erwartungen legten, dass er Ritter werden solle.
Doch die kleine Schwester wollte auch...! Stunden hatte Darna als kleines Kind damit verbracht, die Rüstung ihres Großvaters zu bestaunen, die auf einem Ständer den Eingangsraum des Gutshauses ziert. Bei jeder Lehrstunde, die eigentlich Veltin zugedacht war, wollte sie mit anwesend sein, selbst wenn sie nur ganz still dabei sitzen durfte. Ihre Mutter Siglinde verzweifelte daran, der Kleinen lieber das Sticken und andere Handarbeit beibringen zu wollen - stattdessen duellierte sich Darna mit Mutters Stricknadeln mit dem gleichaltrigen Sohn des Stallknechtes, Hinrich, und wollte bei dem kindlichen "Ritter spielen" immer Malchor Siebenherz oder ihr Großvater Leonbrand sein. Als Hinrich ihr einmal ärgerlich zurief, dass sie das gar nicht sein könne und dürfe, weil sie ja ein Mädchen sei, war das das einzige Mal, dass Darna ernsthaft auf ihren besten Freund losging.

Aus Spaß wird Ernst (Der Fluch)
Die junge Ritterstochter war sechs, als der Zufall und eine unter Kindern übliche "Mutprobe" dazu führten, dass Darna ein Ereignis in Gang setzte, das andere ihr später schmunzelnd als "erste Heldentat" zuschrieben. Doch niemandem wurde gewahr, was für bedauernswerte Konsequenzen es für sie hatte:

Es sah schon komisch aus, wie Hinrich mit lauter dreckigen Putzlumpen behängt auf sie zuwankte und unter dem schwarzen Tuch über seinem Kopf kaum etwas sah - aber er hatte ja unbedingt einen Kopflosen darstellen wollen, keiner wusste so recht, warum. Er hielt die für besonders unheimlich, während Darna vor Lachen kaum ihr Holzschwert halten konnte, als er auch noch beinahe über einen der Lappen an seinem Fuß stolperte.
Doch dann reckte sie sich und streckte ihm die Waffe mutig entgegen, immerhin war sie ihr Großvater, der hatte in der Schlacht vor Fichtenhag schließlich auch nicht gelacht!
"Im Namen des lichten Herrn Lysanthor, Gott der Wahrheit und Gerechtigkeit, gebiete ich dir Einhalt, finstere Kreatur!"
Jawohl, das hatte gesessen! Aber Hinrich wankte weiter auf sie zu und versuchte, nach ihr zu hauen.
"Das ist gemein, du musst jetzt zu Staub zerfallen!", protestierte sie ärgerlich. Dieser Spielverderber!
"Muß ich gar nicht!", maulte Hinrich zurück. "Die sind da auch nicht alle zu Staub zerfallen, nur weil dein Großvater denen irgendwas gesagt hat!"

(später)
Ihr Knie tat weh, Hinrich hatte da ganz schön fiese gegengetreten. Mürrisch zog Darna einige Strohhalme aus ihrer Tunika. Hoffentlich würde ihm das trotzdem eine Lektion sein! Sie war mindestens genauso mutig wie ihr Großvater Leonbrand! Und das würde sie beweisen, jawohl! Von wegen sie traute sich nicht zum fremden Raven... der lungerte fast jeden Abend auf dem Grund und Boden ihrer Eltern herum, da würde sie ja wohl mal nach dem Rechten sehen können!
Auch wenn das ein verflixt dunkles Waldstück war und an einigen Stellen morastig. Ihre Frau Mutter hatte ihr erst vor einigen Tagen nochmal verboten, da hinein zu gehen, egal wie viele schöne Kletterbäume da waren... einige Momente hielt das Kind zögernd inne.

Sie musste aber trotzdem weitergehen, sonst hielt Hinrich sie noch wirklich für feige. Und sie fand ihn auch überraschend schnell, denn die Lichtung, auf der er gerade war, kannte sie längst. Die sah aber ziemlich anders aus als sonst. Merkwürdig sauber. Hatte dieser Kerl hier sogar ein paar Büsche ausgerissen? Der Mann, der sich im Ort als "Friedbert Ravinger" vorgestellt hatte, hatte sich auf dem Waldboden eine sogar von Laub befreite Fläche geschaffen und war gerade dabei, tiefe Furchen in den Boden zu ritzen, in einem noch kaum erkennbaren Muster. Sein dunkelgrauer Mantel hing etwas abseits an einer knorrigen Eiche. Neben seinen weiteren Sachen stand ein kleiner Holzkäfig mit einem schwarzen Huhn darin, das unruhig gackerte. Daneben meinte Darna ein verziertes Messer zu sehen, das ihr bei Friedbert schon mal aufgefallen war.
Als Darna näherkam und auf einen Ast trat, erschrak der Ravinger fürchterlich, dass das Kind selber einen Schritt zurückwich und ihn aus großen Augen ansah.
"Was machst du denn hier?", brummte der Mann, der sich als reisender Schreiber im Ort bekannt gemacht hatte, sie etwas unwirsch an, "Sollst du heimlich andere Leute begucken?"
"Ich hab gar nicht heimlich geguckt!", verteidigte Darna sich.
"Und was willst du dann?"
"Nachschauen, was du.. was Ihr hier macht", erwiderte sie sichtlich noch unangenehm ertappt, aber arglos.
"Und warum? Soll man anderen Leuten hinterher schnüffeln?"
Die Stimme des Herrn Ravinger klang verärgert, doch war sich der Mann gerade nicht schlüssig, was er mit diesem vorwitzigen Kind anstellen sollte - sie konnte noch nicht viel gesehen haben.
"Hinrich und die anderen haben gesagt, ich soll mal gucken...", hörte er die zunehmend verunsicherte Göre.

In bösem Schalk verengten sich Friedberts Augen und er begann, übertrieben bedrohlich mit den Armen zu fuchteln: "Hinrich also - das ist dein Freund, ja? Und andere Kinder? Das ist gut, hol sie her! Ich esse nämlich so kleine Kinder wie euch gern zum Frühstück!"
Plötzlich schien es um den Fremden herum noch dunkler zu werden, als es im Wald bei Abenddämmerung sowieso schon war... und hinter ihm sammelten sich die Schatten, im Geäst tauchten rot glühende Augen auf, die sie anstarrten! Bestimmt hungrig anstarrten!
Darna rannte, was ihre dürren Beine hergaben und hörte hinter sich das finstere Lachen Friedberts...

Dieser wiederum sah der davonstiebenden kleinen Göre genüßlich grinsend hinterher. Bei dem, was sie nun sicher aufgeregt erzählen würde, was sie angeblich gesehen hätte, würde ihr kein Erwachsener der Welt glauben - und neugierige Kinder blieben ihm nun hoffentlich fern. Wäre sie etwas später in seine Vorbereitungen geplatzt, hätte das wirklich unangenehm werden können. Er beschloss, das Ritual, das einen Dämon der Fäulnis auf das Gebiet loslassen sollte, auf eine andere Nacht zu verschieben, wenn sich möglicher Trubel gelegt hätte und die Leute nichts mehr auf das Geschwätz furchtsamer Kinder gaben. Den harmlosen Reisenden konnte er ja problemlos mimen, er würde die nächsten Tage halt noch etwas netter sein.
Und seine Erwartung schien sich zu erfüllen. Die Kinder machten einen Bogen um ihn herum. Eine handvoll der Erwachsenen besah ihn mit etwas Skepsis, die sich schnell zerstreuen ließ, als das Thema gar zur Sprache kam und er lachend eine harmlose Variante erzählte. "Hinrich, was erzählst du da für einen Mist?!", bölkte einer der Männer. Aha, das war also der Vater von Hinrich. Friedbert fand auch heraus, dass die Kleine zum hiesigen Ritter gehörte. Der schien brummig über die Sache hinweg gehen zu wollen. "Schämt sich wohl für sein naseweises Balg", vermutete Friedbert.

Doch er stand ihm vier Tage später unvermittelt wieder gegenüber. Ihm, dem Priester Lysanthors, der in diesem Dorf den Klerus stellte und vier... gestandenen... Templern. Inquisition.
"Schattenmagie also", stellte einer der Templer fest, während sie ihn auch schon umringten und ergriffen, "das werden wir uns doch mal näher ansehen."
"Was?!", entfuhr es Friedbert entgeistert.
"Sie mag zwar ein junges Kind sein, aber ich kenne Darna", ließ sich Hochwürden Argerius vernehmen, als er den Templern erneut etwas zu versichern schien: "Sie hat mehrfach sehr genau beschrieben, was sie gesehen hat, und gerade dieses Zauberwerk kenne ich aus eigener Erfahrung." Die Templer nickten ernst.
Trotz allen Protestes und aller Bemühungen, die Sache herunter zu spielen: als man erstmal anfing, bei Friedbert zu suchen, fanden die Templer genug fragwürdige Utensilien und verdächtige Hinweise, um gerade mithilfe ihrer Kenntnisse zu bemerken, dass es hier nicht um dumme Zufälle ging. Den Rest erledigte die hochnotpeinliche Befragung, bei der man überhaupt nicht begeistert feststellte, dass Adelige und wohlhabende Händler Grandessas offenbar nicht zum ersten Mal versuchten, die lästige Konkurrenz aus Ganda und Serna mit unredlichen Mitteln zu schädigen. Dazu ein finsterer Ritualmagier?
"Es reicht. Es reicht! Das war der fünfte Saboteur allein in den letzten zwei Monaten!", war die einhellige Meinung jener, die zu entscheiden hatten, als alles aufgeklärt war.
"Ja. Zeit für ein Exempel", pflichtete man bei.

Nachdenklich sah sie auf den brennenden Scheiterhaufen, sah, wie die Flammen den Büßerkittel erfassten. Wirklich ein sehr böser Magier musste das gewesen sein, dass man ihn so strafte. Darna spürte die Hand ihres Vaters auf ihrer Schulter, der gar nicht so recht davon begeistert gewesen war, mit welcher Überzeugung Argerius darauf bestanden hatte, dass das Mädchen der Hinrichtung in der Hauptstadt beiwohne.
"Ihr entscheidender Hinweis hat die Wahrheit ans Licht gebracht und geholfen, dass die gerechte Strafe ausgesprochen werden kann - sie soll die Früchte ihres Verdienstes ruhig sehen, Herr Ritter. Trotz ihrer jungen Jahre habt Ihr ein sehr vielversprechendes Kind hier in Eurem Hause! Eine wahre Heldentat!"
Darna spürte die Hand auf ihrer Schulter gar nicht so sehr. Sie hörte auch kaum den Lärm der ganzen versammelten Schaulustigen.
Viel mehr spürte sie den Blick der wilden, düster blickenden Augen, die während der ganzen Zeit nicht brachen. Kurz wurde ihr etwas schlecht und schwarz vor Augen - sie blinzelte den Schatten weg, sah wieder zum Scheiterhaufen. Der Hexer war hinter den Flammen und dem Rauch verschwunden. Bis zuletzt hatte der Mann, der sich Friedbert genannt hatte, nicht geschrien...

Dass Darna in der kommenden Zeit keine Fröhlichkeit mehr zeigte, schob vor allem ihr Vater erst dem wohl verstörenden Anblick der Hinrichtung zu und später ihrem Bemühen, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und "erwachsen" wirken zu wollen.

Die Knappschaft:
Darna liess nicht ab von ihrem innigsten Wunsch, Ritter werden zu wollen. Ihren traditionsbewussten Vater irritierte dieses Benehmen bei einem Mädchen, gleichzeitig liebte er seine Tochter genügend, um angesichts dieser jahrelangen Hartnäckigkeit ihr diesen Weg nicht ernsthaft verbauen zu wollen. So begann Allerich von Eibenau, sich nach einem passenden Ort für eine Ausbildung umzusehen, einem Platz, der Darna am besten viele Wege ermöglichte. Schließlich mochte es ja sein, dass sie doch Gefallen an einer Ausbildung zur höfischen Schreiberin, Priesterin oder gar Zofe fand...
Allerichs Status als gut situierter Händler Gandas, der häufig Jorsan belieferte, wirkte sich dabei günstig aus, doch vor allem half ihm der Umstand, dass seine Familie schon seit Generationen durch das Rittertum Kontakte in gleichgesinnte Adelskreise hatte und teils tief verbundene Freundschaften hegte. Es gelang ihm, seine Tochter am Hof des Stadtgrafen Widumar von Aarenhorst unterzubringen, weil die Familien einander schon seit Väterzeiten kennen, gemeinsam Dienst geleistet haben und Jorsa häufig Waren vom Gut der Eibenaus bezieht. Damit hatte Allerich aber auch so ziemlich ausgereizt, was ihm für seine Tochter möglich war.
Widumar ist als Graf der Wehr Mitglied des Stadtrates in Jorsa. Der 72-jährige hat sich derart lange erfolgreich um die Belange des Militärs gekümmert, soweit es die Stadt betrifft, dass er sich einen Hofstaat gebildet hat, in dem diverse Ritter des Reiches ein und aus gehen, die Ausbildung mehrerer Knappen zeitgleich eine Selbstverständlichkeit darstellt und mehrere Offiziere der Stadtgarde hierher enge Verbindungen haben.
Der Stadtgraf sah den Fall Darna hier recht pragmatisch: sollte das Mädchen beweisen, dass es zum Knappen taugte, fiele ein Knappe mehr hier kaum ins Gewicht, und wäre dem nicht so, liess sich für sie sicher immernoch was anderes finden. So begann sie als Pagin am Hof ihren Dienst.

Der erste Eindruck
Schon noch am selben Tag, als Darnas Vater beim Grafen für seine Tochter vorsprach, traf diese auf zwei der Knappen, die bereits vor ihr an den Hof gekommen waren, Gernot und Basil. Und es sollte nur ein kleiner Vorgeschmack dessen werden, was alle drei erwartete:

„Herr Julian hat angeboten, uns mit auf das Turnier zu nehmen!“ Basil freute sich wie ein Schneekönig, jedes Turnier war für ihn ein Grund überschäumender Begeisterung. Gernot freute sich mit ihm, zog seinen Kameraden aber auch etwas auf: „Wenn du weiter hier so herumhüpfst, denkt Ritter Julian, du hättest Hummeln in der Hose und lässt dich da!“
„Ach was. Aber ein Turnier, das ist doch was! Wer ihm wohl die Lanzen reichen darf?“
Gernot lachte. „Lass gut sein, diesmal bin ich dran, mich um die Rüstung zu kümmern. Jedenfalls hab ich keine Lust, mich noch mal darum mit dir zu prügeln.“
Basils leuchtende Augen sagten ihm, dass er sich mit diesem fairen Angebot ein weiteres Mal um seine Freundschaft verdient gemacht hatte.

Das Turnier war, wenn man es nicht mit Basils Augen betrachtete, nicht gerade spektakulär, jedenfalls wunderte sich Gernot, wie man bei den Wetten auf die Favoriten grossartig hätte verlieren können. Vielmehr stolperte er am zweiten Tag darüber, wie ein ihm bislang unbekannter Ritter sich mit dem Grafen von Aarenhorst unterhielt. Aber das Schwert auf dem Wappen hatte er in dieser Form schon mal gesehen, oder?
Neugierig musterte er ein junges Mädchen, das sich etwas abseits hielt und in Hosen und Wams gekleidet war, ganz offensichtlich jederzeit bereit, auf Zuruf zur Stelle zu sein. Die Haltung war ihm nur zu vertraut, es war das erste, was ein Knappe zu lernen hatte. Ein Mädchen als Knappe, bekam er endlich mal eines zu Gesicht? Die gab es ziemlich selten. Eigentlich sah sie ganz nett aus.

„Guck mal!“, zischte er Basil zu und deutete auf das Mädel, als gerade ein abgerissener Bettler mit seiner fleckigen Holzschale an ihr vorbeigehumpelt kam. Die Kleine zögerte kaum einen Augenblick und kramte in ihrem Beutel, liess zwei Kupferstücke in die Schale fallen.
„Mögen die guten Götter es Euch vergelten, junger Herr!“, stammelte der Alte, war offenbar zu kurzsichtig, um es besser zu erkennen. Gernot schaute sich um, ob man sie gerade brauchte, dann zog er Basil mit, hin zu der Neuen – er hoffte, dass die Kleine mit an des Grafen Hof käme.
„Hallo!“, grüsste er das Mädchen und grinste sie freundlich an. „Kommst du aus Ganda, sehe ich das richtig? Sollst du zum Grafen? Ich bin Gernot, und das hier ist Basil.“
Er streckte dem Mädchen die Hand hin, die diese etwas zögerlich ergriff und nickte. „Mein Name ist Darna von Eibenau, und wir kommen aus Ganda, richtig. Lysanthor mit euch. Mein Herr Vater verhandelt mit seiner Hochgeboren, und so Lysanthor will, wird mir die Ehre zuteil, an seinem Hofe in Knappschaft gehen zu dürfen.“
Sowohl Basil als auch Gernot runzelten die Stirn – was hatte die denn für einen Stock verschluckt, dass die so redete? „Vermutlich Aufregung“, tippte Gernot und unternahm einen Versuch, sie etwas aufzumuntern: „Ich geb dir einen Rat: Wenn du weiter so redest, verguckt sich seine Gnaden Talarion in dich und lässt dich statt seiner die Predigten halten – und dann werden die Messen noch langweiliger, als sie jetzt schon sind.“ Er zwinkerte und stupste sie aufmunternd in die Seite, Basil kicherte, doch die Kleine sah ihn nur stirnrunzelnd an.
„Ich verstehe nicht recht… es steht mir nicht zu, zu predigen, dies ist den Priestern vorbehalten. Oder pflegt man es hierzulande anders?“
Sprachlos starrte Gernot sie an. „Ähm, lass gut sein“, meinte er schliesslich, „Wir sehen uns vielleicht noch…“
„Oh mann, was ist denn mit der los, hat die Talarions Rohrstock verschluckt?“, tuschelten die beiden Jungen, als sie ausser Hörweite waren und schüttelten beide den Kopf. Was war das denn für eine? Es war noch nicht viel passiert, aber sie war Gernot schon jetzt ziemlich unsympathisch. Vielleicht besserte es sich noch?

Doch auch, wenn Darna sich mit weiterer Hartnäckigkeit und viel Eifer schnell bewies und in die Reihe der Knappen gesellen durfte, wurde ihre Knappschaft doch ein sehr hartes Stück Brot. Vor allem einer der Knappen, Gernot von Kelterburg, wurde ihr zum Feind. Gernot ist der Sohn von Fürst Hektor von Kelterburg (39). Die von Kelterburgs sind in der Region von Jersa die älteste verbriefte hochrangige Adelsfamilie, und in früheren Generationen soll es mehrfach familiäre Verbindungen zur Königsfamilie gegeben haben. Gleichzeitig gilt Fürst Hektor als gewiefter Politiker, der lange Zeit auf diplomatischer Ebene viel dafür tat, dass es trotz der Reibereien mit Grandessa bei einem Frieden blieb. Öfters wurde ihm unterstellt, aus seinen Kontakten nach Grandessa moralisch verwerfliche persönliche Vorteile zu ziehen, nachgewiesen wurden diese Vorwürfe jedoch nie.
Gernot bildet sich auf seinen Stammbaum unheimlich viel ein und zieht Darna oft mit ihrer "niederen" Herkunft auf.

Das Duell
Als Darna fünfzehn war, gelangte diese Feindschaft an einen traurigen Höhepunkt:
„Er will mich umbringen!“ Das Schwert donnerte mit solcher Härte auf ihr Schild, dass ihr Arm sich anfühlte, als müsse er brechen. „Kelterburg! Spart Euch Eure Kraft für einen richtigen Kampf! Ihr seid hier nur zum Üben!“, ermahnte der alte Roderich ihren Kontrahenten, doch Darna wusste, dass es nicht viel bringen würde. Der junge Adelssprößling genoß es jedes mal, wenn er sie im Trainingskampf vor der Klinge hatte. „Mal schauen, ob Ihr danach noch immer Phrasen drescht“, hatte er ihr einmal vor dem Waffengang zugezischt, und seitdem wusste sie, dass sie von ihm keinerlei Schonung jemals mehr zu erwarten hätte.
Mit gefurchter Stirn beobachtete der alte Waffenmeister, wie die beiden jungen Menschen miteinander rangen, als wäre es ein Kampf auf Leben und Tod.
Gernot von Kelterburg und Darna von Eibenau – das waren die beiden Knappen, von denen jeder bei Hofe wusste, dass diese beiden sich am wenigsten leiden konnten. Es war eine jener unglückseligen Konstellationen, bei denen schon in der Knappenzeit sich eine Feindschaft fürs Leben formte.
Dennoch… gerade deswegen sparte er nicht damit, die beiden miteinander trainieren zu lassen, denn strikt war er der Ansicht, dass sie lieber unter seinen wachsamen Augen die Waffen in die Hand nahmen, als dass sie es zu anderer Zeit täten.

„Gernot, wenn Ihr Euch nicht irgendwann nachsagen lassen wollt, dass Ihr wie ein Bauer mit dem Dreschflegel kämpft, dann solltet Ihr Euch endlich die Lektionen über die höhere Schwertkunst zu Herzen nehmen! Und Darna, wir werden noch ein paar Übungen damit zubringen, Lücken in der Deckung des Kontrahenten zügig zu erkennen! Jetzt zieht euch um, in einem halben Wassermass erwartet euch seine Gnaden Talarion.“ Die beiden Jugendlichen waren fast am Ende ihrer Kräfte, doch selbst jetzt schienen sie noch darum zu wetteifern, wer weniger Schnaufen musste. Als sie fort waren, schüttelte Roderich den Kopf. Gernot war gerade mal siebzehn, Darna sogar zwei Jahre jünger, aber die Erbitterung ihrer Wut aufeinander gereichte jedem Erwachsenen zur Ehre. „Was das wohl noch werden soll?“, fragte sich der Waffenmeister brummig in Gedanken und machte sich auf den Weg, Jerodin zu verabschieden – der Medicus seiner Hochgeboren von Aarenhorst wollte sich für einige Wochen zu Studienzwecken nach Jersa begeben. Aber es war alles ruhig, der Graf bei bester Gesundheit, und schließlich waren da noch Friedbert und Gunhild – man würde die Zeit wohl auch ohne magische Heilkünste und hohe Alchemie auskommen.

„Verstößt es eigentlich nicht gegen die Tugend der Würde, sich so bei anderen einzuschleimen, Darna?“ Gernots Stimme troff vor Spott, und lauernd machte sich die Knappin darauf gefasst, den nächsten Streit mit dem arroganten Fürstensohn auszutragen.
„Was wollt Ihr mir vorwerfen, Kelterburg?“
Von Kelterburg, wenn du schon dauernd auf Förmlichkeit bestehst, Mädchen“, schoß der Junge zurück und bemerkte mit Genugtuung, wie die Knappin neben ihm schon wieder mit ihrer Selbstbeherrschung rang. Doch mit möglichst ungerührter Miene fuhr er fort: „Es hätte eigentlich nur noch gefehlt, dass du ´Frömmigkeit´ als höchste Tugend genannt hättest statt ´Wahrhaftigkeit´, aber auch so hast du dem guten Talarion einen ganzen Jahresvorrat an Honig um den Bart geschmiert, widerlich!“ Abschätzig sah er sie an und ließ ihr noch immer keine Gelegenheit, etwas zu entgegnen: „Ich gebe zu, Religiosität gehört zum Rittertum, aber jeder Volltrottel ist sich doch klar darüber, dass für einen Ritter Tapferkeit an oberster Stelle steht. Wobei, zugegeben… wenn es jeder Trottel wissen müsste, will das noch nicht heißen, dass das auch jemandem klar ist, der sich nur einbildet, edlen Geblütes zu sein…“
Am liebsten hätte sie ihm auf der Stelle die Faust ins Gesicht gedrückt, und trotzig schob sich ihr Kinn vor, während die Rechte sich, zur Ruhe gezwungen, zur Faust ballte.
„Von Kelterburg, Ihr habt offensichtlich nicht zugehört, als seine Gnaden uns letzte Woche über das Wesen der Wahrheit belehrte: ohne Wahrhaftigkeit ist alles andere Nichts. Kein Edler, Bürger oder Bauersmann braucht zu glauben, dass Heuchelei vor dem Höchsten unbemerkt bliebe und keine Strafe fände, und in der Lüge wird jedes andere Prinzip zur leeren Farce. Ohne Wahrhaftigkeit sind alle anderen Tugenden das ausgesprochene Wort nicht wert, sondern sind nutzlos und schal. Somit steht die Wahrhaftigkeit über allen anderen Prinzipien, selbst über der Tapferkeit, denn sie ist überhaupt erst ihre Grundlage zur Existenz.
Und nennt mich nicht ´Mädchen´! Mir steht ebenso das ´von´ im Namen zu wie Euch, und das wisst Ihr auch sehr genau!“

Kelterburg winkte ab. „Bilde dir nicht zuviel darauf ein. Die Bekanntschaft mit dir hat mich erst in meiner Ansicht bestätigt, dass seine Majestät damals viel zu milde war, als er Bürgern nichterblichen Standes das Recht gewährte, die edle Namensführung zu gebrauchen. Wenn ich erst einmal die Ämter meines Vaters übernehme, werde ich mich dafür einsetzen, dass dieser Unsinn wieder abgeschafft wird. Adel, wem Adel gebührt.“
„Wollt Ihr es wagen, meinen Vater zu beleidigen oder unsere Ahnen vor ihm?!“
„Pff. Deinen Vater vielleicht nicht, der ist Ritter, wie du ja dauernd erzählst. Aber glaube nicht, dass du in meinen Augen dadurch irgendwelche Rechte hättest, bevor du auch nur davon träumen kannst, zum Ritter geschlagen zu werden.

Und apropos Rechte… ich dachte mir, um vielleicht mal zu zeigen, dass ich ja gar nicht so böse bin, wie du mich immer hinstellen möchtest, bin ich mal nett zu dir und biete dir eine einmalige Gelegenheit an: beim nächsten Vollmond ist im Großen Saal ja das Bankett, wie du sicherlich weißt – was hältst du davon, dich wenigstens in der Küche nützlich machen zu dürfen und dafür zu sorgen, dass ich auch noch etwas Warmes von dem Mahl erhalte? Ich werde damit beschäftigt sein, Seiner Hochgeboren von Tannenwalde zur Hand zu gehen.“

Dieser aufgeblasene Schnösel! Das durfte doch nicht wahr sein! Mit lodernder Wut starrte Darna ihn an, wie vor den Kopf geschlagen – sie, in die Küche?! Seine Herablassung gegenüber ihrer Familie brannte schmerzlich in ihr. Sie war stolz auf ihre Familie, die über mehrere Generationen treu der Grafenfamilie von Schwertbergen gedient und es stets zur Ritterwürde gebracht hatte, selbst, nachdem zu ihres Vaters Zeiten das Gut Eibenau ihnen aus Gewohnheitsrecht zugesprochen worden war. In dieser Generation hatte es nicht nur ihr älterer Bruder vor kurzem zum Ritter gebracht, sondern sie erhoffte ebenso, diese Ehre erlangen zu dürfen. Und dieser Kerl machte sich über sie lustig, nur weil sein Vater Oberhaupt eines alten Adelsgeschlechtes und in der Politik hochgeachtet war!
„Ritter Hagen von Weilenscheidt hat mir bereits zu verstehen gegeben, dass ich ihm beim Bankett zu Diensten sein darf, und selbst, wenn dem nicht so wäre, hätte ich tausend bessere Dinge zu tun, als für Euch die Dienstmagd zu spielen! Und wenn es Holz hacken ist!“
Sie spie die Worte vor Wut, und wieder einmal waren die beiden Jugendlichen leidlich laut geworden.
Doch Gernot mochte sich ein bösartiges Grinsen nicht verkneifen – er hatte die aufbrausende und stockernste Darna genau da, wo er sie haben wollte. Mal wieder hatte er kaum geglaubt, dass sie die Lüge einfach so glauben würde, dass er auch nur irgendein Anrecht darauf hätte, sie in die Küche zu verweisen, aber wenn sie seine Lästereien für bare Münze hielt, was konnte er dafür? Sie schien zu dumm zu sein, um auch nur einen Funken Humor zu verstehen.

„Mein Freund Basil passt viel besser an deinen Platz, davon bin ich fest überzeugt, also ein Vorschlag: Wir treffen uns morgen früh vor dem Gottesdienst und machen das unter uns aus. Dann kannst du mir gleich beweisen, dass du überhaupt mit einem richtigen Rapier umgehen kannst, Friedrich schuldet mir noch was und kommt an die Waffen ran. Bevor die Schmiede besetzt wird, werden sie wieder da sein, keine Sorge.
Gesetzt den unwahrscheinlichen Fall, dass du gewinnst, laß ich dich beim Bankett in Ruhe und erkenne an, dass du das Zeug zum Ritter hast. Das würde bedeuten, dass ich dir sogar das ´von´ zugestehe, das wäre doch was?
Wenn du verlierst, kannst du das Festessen einmal in der Küche betrachten, und wehe, du lässt meine Portion kalt werden.“
„Ihr wollt unerlaubt Euch der Waffen bedienen? Das kann Euch zwei Wochen Strafdienst einbringen.“
„Wir wollen doch Leute von Ehre sein, oder? Ich sag nichts, und du versprichst, ebenfalls die Klappe zu halten. Dein Wort darauf. Oder kneifst du, hast du Angst, ich könnte dir wehtun?“

Darna hatte in ihrer Wut das Gesicht zu einer Grimasse verzogen, die Gernot gerne mit den Worten „wütender Köter“ umschrieb, und spie auf den Boden. „Mein Wort“, knurrte sie, „Morgen vor Sonnenaufgang.“
„Fein. Wir treffen uns im Hof hinter der Alten Mühle. Bei den eingestürzten Lagern, da haben wir unsere Ruhe.“

Bis auf’s Blut
Es war bitterkalt, und ihr Atem formte sich zu feinen weißen Wolken vor ihrem Mund. Unter ihr war der Boden schon mit roten und braunen Blättern übersät, und schon bald würde selbst der Herbst enden – die Sonne vermochte schon während des Tages nicht mehr, wirklich zu wärmen. Doch ihr Haß auf Kelterburg verhinderte, dass Darna wirklich fror. Dieser arrogante Dreckskerl! Sollte er je Ritter werden, wäre es eine Beleidigung des von ihr verehrten Standes! Für ihn waren doch nur Einfluß und Macht wichtig, alles andere lästige Pflicht! Leute wie Ritter Hagen von Weilenscheidt waren wenigstens ein Vorbild, waren aufrecht, ehrbar, und auch ohne legendäre Heldentaten geachtete Vertreter des Ritterstandes. Sie war geehrt gewesen, dass er sie beim Bankett hinter seinem Stuhl haben wollte, Hagen schien ihrer Art wohlwollend gegenüberzustehen und dieser hochnäsige Kerl wollte sie in die Küche abschieben, mit seinen seltsamen Beziehungen traute sie ihm auch glatt zu, dass er das schaffte…
Vor ihr klapperten ein paar alte Holzkisten, und Gernot betrat den kleinen freien Platz des verdreckten Hinterhofes.
„Da bist du ja, dachte ich mir schon. Vermutlich stehst du hier schon seit Stunden, weil du es kaum erwarten kannst, Bekanntschaft mit den Kakerlaken zu machen, hm? Hier, dein Rapier. Nimm.“
Sie stellte fest, dass es gar nicht so einfach war, im diesigen Zwielicht vor dem eigentlichen Sonnenaufgang den Gegner und seine Bewegungen richtig zu erkennen, doch immerhin hatte Gernot mit dem gleichen Problem zu kämpfen, so sagte sie nichts. Sie hätte auch wenig Gelegenheit dazu gehabt. Es war der härteste Kampf ihrer ganzen bisherigen Ausbildung, und eigentlich hätte Roderich auf ihre Paraden stolz sein müssen.
Das Waffengeklirr hallte durch den leichten Nebel der frühen Morgenstunde, doch die hiesigen Bewohner des armen Viertels schienen sich nicht zu trauen, mit ihrer Anwesenheit das Gefecht zu stören. Funken stieben, als die Klingen hart aneinander vorbei kratzten, und in einer Riposte Gernots riß Darna plötzlich das Gesicht zur Seite, als sie einen brennenden Schmerz verspürte, der sofort taub wurde – nach mehreren ersten Prellungen hatte Gernot mit der Klinge ihr Gesicht getroffen. „Oh, das tut mir leid. Ich nehme an, du gibst auf?“
Es mochten nur zwei junge Menschen sein, fast noch Kinder, doch vielleicht hätte Lysanthor an der harten Entschlossenheit darin seinen Gefallen gefunden – oder Faldor, darüber mochte man sich streiten. Gernot von Kelterburg sah sich tatsächlich gezwungen, seine ganze Erfahrung in die Waagschale zu werfen, um sich gegen die fast berserkende Darna zu wehren. Doch die Erkenntnis, dass es auch für ihn hier definitiv um Leben und Tod ging, ließ ihn unbarmherzig seine größere Kraft und seine etwas längere Schulung an der Waffe ausnutzen.
Nicht einmal ein weiterer Hieb im Gesicht konnte die Eibenau bremsen, doch ein Treffer am Knie ließ letztendlich ihren Sieg zur Illusion werden.

Ihr Gesicht war schmerzverzerrt, und Gernot unterdrückte so gut es ging ein Humpeln, als er sich ihr näherte und ihrer kraftlosen Hand die Waffe entwand. Nach der Tötungsabsicht, die er fast während der ganzen Zeit in ihrem Gesicht las, hätte er ihr am liebsten noch ein paar Ohrfeigen verpasst, aber der Anblick der blutenden Schnitte hielt ihn zurück. Er selber würde wohl ebenso ein oder zwei Tage brauchen, um die Verletzungen auszuheilen, und er hoffte, dass die blutende Wunde, die er an der Hüfte spürte, nicht allzu schlimm sein möge. Aber er hatte gesiegt. Er hatte diese… diese aufgeblasene kleine Schlampe zu Boden gezwungen!
Wie eine Woge flutete der Triumph über ihn hinweg, und mit grimmig werdender Miene ließ er die Schwerter fallen und ging nochmal zu ihr hin, stellte sich vor sie.
„Gebührt dem Sieger nicht, dass man sich vor ihm verneigt?“
Ihr Knurren klang wie das eines Tieres. „Ihr seid kein guter Gewinner, Kelterburg…“, brachte sie mühsam hervor, dann ruckte ihr Kopf hoch, starrte ihm mit aller zusammengenommenen Kraft in die Augen, „also sollt Ihr in mir auch keine gute Verliererin finden.“
Zwischen ihren zusammengebissenen Zähnen schimmerte rotes Blut. Der junge Adelige beherrschte sich nicht länger, als sie ihm auch noch vor die Füße spie, packte ihre Haare und drückte ihr Gesicht in den Dreck.
„Weißt du was? Du wirst mir vor dem Bankett auch noch die Stiefel putzen dürfen, oder ich prügele dir so lange Respekt ein, bis es dir dreckiger geht als jetzt!“
Er stand auf und klopfte sich den Schmutz von der Hose. „Solltest du dich nicht an unsere Abmachung halten, werde ich dafür sorgen, dass man dich dafür schuldig befindet, die Entwendung der Waffen verschuldet zu haben, und ein nieder geborenes Nichts wie du kann sich dann die Ritterehre abschminken, darauf wette ich. Wir sehen uns.“
Damit nahm er die Klingen und ging, nicht mehr darauf achtend, wie Darna liegen blieb. Neben dem Schmatzen des Schlammes unter seinen Füßen hörte er nicht, wie sich ihre Rechte in den Kampfplatz krallte, dort herumliegenden Unrat zum Knistern brachte.
Von Blut und heißen Tränen genetzt wurde der Boden unter Darnas Gesicht, und das taube Gefühl wich, als Matsch und Schlimmeres sich in die Wunden fraßen. Doch kein Ton kam über ihre Lippen.
„…die Ritterehre abschminken, darauf wette ich... abschminken... nieder geborenes Nichts... abschminken...“, hallte es immer wieder durch ihre Gedanken. Sie hielt so lange den Atem an, aus Angst, loszuschluchzen, dass ihr doch irgendwann schwarz vor Augen wurde…

Als Darna nicht zur Messe erschien, überlegte Gernot, ob er es melden solle, doch dann wäre man nur auf seinen eigenen Zustand aufmerksam geworden, den er gerade mal so verbergen konnte. Die Waffen waren gerade noch rechtzeitig zurück an ihren Platz gelangt, und seine Freunde hatten mit hämischem Grinsen von seinem Sieg gehört – kaum jemand konnte die griesgrämige Knappin, die alles so bierernst nahm, wirklich leiden. Die Erwachsenen lobten sie für ihre aufrechte Art, und das war nur noch ein Grund mehr, jede Schwäche von ihr auszunutzen. Vermutlich hatte sie sich nun selbst während des Frühstücks irgendwo verkrochen, damit sie nicht der stillen Häme der anderen ausgesetzt wäre.

Darna von Eibenau blieb es erspart, ihre „Wettschuld“ einlösen zu müssen. Das Bankett fand ohne sie statt, während sie mit entzündeten Wunden fiebrig im Bett lag, trotz aller Schwäche nicht ein Wort darüber verlieren wollte, was vorgefallen war. Ohne die höheren Kenntnisse vom Medicus Jerodin konnte Gunhild nicht mehr tun, als die Schnitte und Prellungen mit einfachen Mitteln zu versorgen, und trotz ihrer Pflege entzündeten sich alle Verletzungen im Gesicht, ließen üble Narben zurück…
Weder die Androhung von Strafe durch den Priester Talarion noch das gute Zureden von Gunhild oder gar Ritter Hagen selber bewegten sie dazu, ein Wort über die Sache zu verlieren, und man ließ sie scheinbar gewähren, nachdem sie fest erklärt hatte, es sei eine Frage der Ehre. Irgendetwas war faul daran, und man argwöhnte, wer noch daran beteiligt gewesen war.

Auch wenn Darna eisern über den Vorfall schwieg, so konnte man sich bei Hofe doch schnell einen Reim darauf machen, was passiert war. Die Konsequenzen fielen allerdings vergleichsweise milde aus.
Gernot half seine hohe Herkunft, und dass Darna nicht wegen dieser Angelegenheit gehen musste, verdankte sie mehreren Fürsprechern, unter anderem Ritter Hagen von Weilenscheidt, der gerne als "ihr" Ritter herhielt, so oft er anwesend war, dem Hofkaplan Talarion und dem Hauptausbilder der Knappen, (Waffen-)Meister Roderich.
Meister Roderich war in der Kaserne von Jersa eine zeitlang Ausbilder auch von Karid Sterlyn, und zu dessen Berufung zum Leibwächter hat wohl auch Roderichs Empfehlung zumindest zum Teil beigetragen.
Inzwischen sind zwei weitere Jahre ins Land gegangen, Darna ist siebzehn, Gernot sogar schon neunzehn. Der ältere Knappe rechnet jeden Tag mit seinem Ritterschlag und triezt Darna gerne damit, dass ihre Knappschaft oder auch nur ihr Verbleib bei Hof seit dem Duell sicher auf Messers Schneide stehe.



Inventar:
  • leicht wattierte, gesteppte Tunika aus festem Wollstoff; Ärmel, Kragen und Saum in Grün, Torso in weiß, handgroßer roter Adler über der linken Brust
  • dunkelbraune lange Lederhose, aufgerauht - Arbeitshose, aber gut gepflegt
  • schwarze feste Lederstiefel - gebraucht, penibel geputzt
  • feinere Wollhandschuhe, weiß, mit Griffleder an der Handinnenfläche; meist im Gürtel steckend
  • schlichter dunkelbrauner Ledergürtel
  • zwei Gürtelbeutel
  • Wasserschlauch (1 Liter)
  • eine breitere Gürteltasche, hinten getragen, mit notwendigstem Schuhputzzeug
  • einfaches Lederhaarband in der Hosentasche
  • Holzkamm
  • scharfes Küchen- und Gebrauchsmesser
  • silberner Ring mit dem Wappen von Eibenau, innen Darnas Name eingraviert, siegeluntauglich
  • ca. 5cm lange Holzfigur eines Einhorns
Tierische Begleiter: keine

Einstiegspost: Königreich Jorsan->Hauptstadt Jorsa: "Anwesen von Aarenhorst / Knappe(n)-Tage"
Zuletzt geändert von Darna von Eibenau am Dienstag 18. November 2014, 22:02, insgesamt 10-mal geändert.

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Registriert: Donnerstag 4. September 2014, 16:18
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Aufenthaltsort: Drachma (westl.Drachengebirge)
Steckbrief: Zum Steckbrief
Rasse: Mensch (Jorsan)
Sprachen: Garmisch
Beruf: Knappin
Fähigkeiten: *
Rapier: gut
Rapier & Buckler: überdurchschnittlich
Langschwert & Metallschild: überdurchschnittlich
Jagdbogen: durchschnittlich
Lebensenergie:

Geld: 0D, 10L, 100F
Ausrüstung: *
* umfassende Winterkleidung
* feine schwarze Schaftstiefel mit hervor ragenden Nähten und Zierrunen am Schaft
* Reiseausrüstung
* Kettenhemd & Rapier
* Ring mit Familienwappen
* handgeknüpftes Armband (von Mil Bromer)
* kl. Tiegel mit Perlmuttdeckel (Hautcreme)
* Kinderholzschwert von Elli
* Diplomatenring Jorsans
Tierische Begleiter: (Keiner)
Zum Vorzeigen: Badass Darna (by Zanfar)

Re: Darna von Eibenau

Beitrag von Darna von Eibenau » Mittwoch 8. April 2020, 23:36

Bild

Alter
18 Jahre - irgendwann im Chaos der vergangenen Abenteuer muss sie ihren letzten Geburtstag verpasst haben

Beruf
Drachen"mama" eines Feuerdrachen, wahrscheinlich zukünftige Drachenritterin

Aussehen
Haare: eine etwas über schulterlange Mähne aus intensivem Rot mit vereinzelten schwarzen Strähnen und Spitzen
Augen: wie bei ihrem Drachen eine an glühende Kohle erinnernde Mischung aus Rot mit orange-goldenen Sprenklern und Schlieren; noch menschlich runde Pupillen
Statur: ein wohlproportionierter Traum aller Männer, denen eine athletisch-kräftige Frauengestalt lieber ist als eine zierlich-weiche Variante

Darnas Körper ist wahrhaftig von Varukaaz' Drachenfeuer verzehrt und durch den magisch-heilenden Staub des Königsdrachen von Drachma augenblicklich wiederhergestellt worden. Ausgerechnet weil Darna ihrem Äußeren nie besondere Beachtung schenkte, ist ihr neues Äußeres eher von der idealisierenden Vorstellung ihres Drachen geprägt als von ihrem eigenen gedanklichen Selbstbild - und es ist nicht so, dass ihr neues Aussehen Darna nicht gefallen hätte...
So ist ein neuer, nahezu makelloser Körper entstanden. Ihre Gesichtszüge sind wiedererkennbar, doch selbst die zwei großen Narben fügen sich nun harmonisch in ein Gesamtbild: es sind scharf konturierte, dunkelrote Furchen, die dem Gesicht etwas verwegenes geben. Sämtliche anderen Narben aus ihrer Knappenzeit und Zeichen wie der eingebrannte Handabdruck an der Schulter sind verschwunden, die Haut ihrem Alter nicht entsprechend glatt, "neu" eben und unbehaart; einzig Augenbrauen, Wimpern und Schambehaarung blieben erhalten. Letztere ist, ebenfalls dem Farbschema ihres Drachen folgend, weiß.
(Varukaaz' Wieder-Geburt und Darnas Neuwerdung)

Persönlichkeit
Der Fluch, nicht lachen zu dürfen, um nicht ein Portal in den Harax zu öffnen, ist ebenso vergangen wie ihr ursprünglicher Körper. Darna fühlt sich frei von diversen Verpflichtungen und Zwängen, aber ist neugierig wie eh und je - vielleicht durch ihren Drachen sogar schlimmer als vorher. Seit ihrer Ankunft im Gelege scheint sie fast dauernd zu grinsen, zu scherzen und zu lachen; ihr Geist hat offenbar was nachzuholen. Ohne ihre Erziehung völlig vergessen zu haben, aber mit dem Bedürfnis einer endlich befreiten Lust auf Leben, Spaß und Abenteuer darf man gespannt (oder besorgt) sein, was sie jetzt alles anstellt...

Stärken
Auch der Magie steht sie inzwischen deutlich anders als noch in Jorsan gegenüber: sie hat in so kurzer Zeit so einschneidend viele magische Phänomene erlebt, von der dunkelsten bis zur wundervollsten Sorte, dass sie weiterhin längst kein Experte sein mag, aber nahezu alles für möglich hält und wesentlich aufgeschlossener für Neues ist.
Die Erlebnisse im Innern von menschlichen Körpern mit der Seelenrose haben ein intuitives Verständnis für eben jenen hinterlassen. Die Begegnungen mit Phänomenen aus dem Harax durch Freizul lassen sie einige pikante Details (und einen sehr mächtigen wahren Namen) wissen, die ein Außenstehender bei jemandem wie ihr nie vermuten würde.
Sie hat beim Turm der Wahrheit eine Feenprinzessin gesehen. Sie hat mächtige Effekte der heilenden Lichtmagie direkt miterlebt. Sie hat gesehen, wie die Seele eines Silberdrachen in ein totes Drachenei fuhr und dieses neu belebte. Sie hat die sehr speziellen Prüfungen zu einem Drachenritter hinter sich. Sie ist die Gefährtin eines wiedergeborenen Feuerdrachen.
Alles ist möglich...

Beziehungen
Freizul: In einer relativ kurzen, aber umso intensiveren Zeit lernte Darna den "Dämon" kennen, der seit ihrer Kindheit an sie gebunden war. Recherchen von Chasin in Drachma ließen Darna zuletzt begreifen, dass Er ein "Gefallener" ist, ein Königsdrache, der im Harax die Portale zwischen den Ebenen des Harax bewacht.
Die Magie des Königsdrachen von Drachma wiederum ermöglichte endlich ihre einvernehmliche, wenn auch emotional schmerzlich gewordene Trennung. Darna hatte sich mehr und mehr an ihn gewöhnt, so wie auch er für sie umsorgende Gefühle zeigte. Letztlich haben sie einander aus Liebe gehen lassen, weil es für sie beide jeweils das Beste war. Von Herzen wünschte sie ihm, dass er einen Freund ("nichts weltgefährdendes - einfach einen Freund") gegen seine Einsamkeit finden möge.
Tief in ihrem Innern weiß sie seinen wahren Namen... und dass im wahrsten Sinne der Harax in Celcia los wäre, sollte sie ihn je rufen. Und ebenso, für den unwahrscheinlichsten aller Fälle, hat sie Ihm zugestanden, dass sie für Ihn da wäre, sollte Er sie je brauchen.
Varukaaz: Ein Feuerdrache, der seine zweite Geburt gerade hinter sich hat. Sein Name Varuk-Aaz bedeutet auf Drachisch so viel wie "großes, intensives Feuer, das Gnade/Erbarmen kennt". Seine Farben sind noch kindlich blass, werden aber zu einem intensiven, teils dunklen Rot werden, mit schwarzen Hörnern und Schuppenspitzen und einer weißen Bauchunterseite. Darna hat bereits festgestellt, dass er lustigerweise (noch?) kitzelig ist und dass er Wasser nicht nur verabscheut, sondern sogar fürchtet. Schon jetzt, als drachisches "Kleinkind" ist er ca. drei Meter lang, sein Kopf hat etwa die Größe eines Pferdeschädels und er hat insgesamt etwas mehr Masse als ein ausgewachsenes Schlachtross.

*Aktualisierung vom 08.04.2020*

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